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Sammy

Candle in the Wind

Achal Tekkiner | Hengst | gekört || F

Candle in the Wind
Sammy, 24 Aug. 2017
Bracelet gefällt das.
    • Sammy
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      Candle's Zeit bei Eddi
      01.07.2013 - Die Basse-Normandie
      Ich schluckte meine plötzlich aufkommende Traurigkeit und Angst herunter, als ich mit dem Jeep auf das Gestüt Hayes End fuhr. Ab heute würde dieses schöne Gelände nicht mehr mein eigen sein. Alles war schon längst ausgeräumt, das einzige was noch da war, waren die Pferde. Um es kurz zu machen: wir zogen um, nämlich nach Frankreich, in die Basse-Normandie. Dort würde meine Pferde und mich ein neues Leben auf einem neuen Gut mit einem neuen Team erwarten. Schon heute würde ein Großteil dieser neuen 'Familie' mit anwesend sein und mir helfen. Unserer Weg würde uns in das kleine Städtchen Arromanches-les-Bains führen, welches an der nördlich-französischen Küste lag. Die Fahrt würde lang werden und wir hatten bereits eine Übernachtung eingeplant und auch die Stops waren fest auf der Karte verankert. Meine kompletten Sachen und auch die des Stalles hatten schon längst ihren Weg nach Frankreich gefunden und warteten dort nun auf die Besitzer. Wir würden ein altes Gut beziehen, welches bereits 1643 erbaut worden war und dessen Geschichte sich sehr auf die Falkenjagd und die Zucht für dort gebrauchte Pferde bezog. Nun würden wir uns dort niederlassen, um uns ein neues Leben aufzubauen. Ich musste aus dem jetzigen Alltag heraus und wollte mich ab sofort vollkommen auf die Pferde konzentrieren. Es gab insgesamt acht Fahrer, welche sich heute auf den Weg machten. Für meine Vollblüter hatte ich Theodor Adorno, unser künftiger Rennpferdetrainer, gebeten, diese mit zu umsorgen, während Susan, eine unserer Jockeys, fuhr. Mit diesen begannen wir auch nun mit dem verladen. Ich hatte Quall angerufen und die Tierärztin gebeten, allen eine Beruhigungsspritze zu geben und auch von Jackie hatte ich mir beruhigende Kräuter geben lassen, welche wir unter das Futter in den Pausen mischen würden. Die Hänger waren riesige Luxuswagen, in welche jeweils sechs Pferde an der Zahl ihren Platz fanden. Ideal für die Vollblüter. Zu erst führten wir die beiden Fohlen Cassiopeia und Deadly Ambition hinein. Beide waren seelenruhig und begannen direkt an ihrem Heu zu knuspern. Dann kamen Golden Ebano, Empire State of the Mind und Muskat mit hinein. Außer Muskat muckte keiner von den Hengsten herum. Jedoch wollten wir unsere Stute Khiara El Assuad in einem speziellen Hänger fahren, da sie bereits trächtig war. So hatten wir einen kleineren Hänger mit nur drei Boxen geliehen, in welchen nun unsere drei trächtigen Stuten Khiara El Assuad, Napayné und Nesquik einstiegen. Alle drei hatten eine Beruhigungsspritze hinter sich und wurden von Tom, einem unserer Pfleger, gefahren. Mit hinzu setzte ich Carter, unseren Stallmeister, welche sich mit jeglichen Problemen, welche auftreten könnten, auskannte. Dieses Gespann fuhr bereits los. In den Vollbluthänger stellten wir noch den jungen Altyn mit hinein und schon konnte auch dieser sich auf den Weg machen. Als nächstes würden die restlichen Fohlen ihren Weg in einen Hänger finden. Dieser würde in der Obhut unserer Pflegerin Talulah sein. Gemeinsam bereiteten wir die sechs Jungpferde auf die Reise vor. Dann musste Fairy Bluebird als Erste hinein, kurz darauf folgten Joyce und Tiny Girl ohne Probleme. Die kleine Mississle begann jedoch, uns zu terrorisieren und bockte auf der Rampe herum, so dass wir vor sie noch Limited und Quintesse hineinführten, bis auch sie mit hineinging. Nun konnte der dritte Hänger das Gestüt verlassen und sich auf die Reise machen. Die nächsten Kandidaten waren unsere Zwerge, die kleinen Welsh Ponys. Zuerst verluden wir Weihnachtswichtel und Little Big Girl. Als Puffer zwischen Stuten und Hengsten schoben wir die kleine Little Chocolate Chip ein, ehe dann Heartbreaker, Admiral und Juego folgten. Alle gingen ohne Probleme auf den Hänger, so das dieser wenigstens direkt lostuckern konnte. Nun kamen mehr oder weniger unsere Sorgenkinder, die Sportpferde. Pajero machte direkt zu Anfang Probleme und weigerte sich in den riesigen Hänger zu gehen. Erst mit Hilfe seines Kumpels Alazar bewegte er sich in das dunkle Loch. Zu unserem Erstaunen ging Candle in the Wind ohne zu Zögern in den Hänger, dabei hatte er so schlechte Erfahrungen gemacht gehabt. Auch Ejadon und Dr. Insektor folgten mir brav in den Hänger. So konnte auch dieses Paket losfahren. Für die beiden Tekken-Stuten Sonja und Mokka hatten wir einen normalen Hänger geholt, so dass die beiden Geschwister zusammen fahren konnten. Als die größten Probleme vom Hof waren, kamen wir zu den zweitgrößten, die blütigen Ponys. Zarin und Romance bekamen direkt einen Hänger für sich, dieses Tamtam würde ich mir nicht antun, die beiden würden nur Stunk verbreiten wollen. In den großen Hänger kamen stattdessen BonnyBoy, Vertigo, Allelujah und Lucane. Wenigstens war es hier so aufgeteilt, dass sich immer zwei recht nahe standen, so dass auch hier Frieden herrschte. Die Stuten Smooth'n Angel und Morning Sun kamen in ihren eigenen Hänger zusammen mit Kürbis und Freeway, welche ich kürzlich zu mir zurückgeholt hatte. Nun waren auch diese Tiere weg. Der auffahrende Hänger war für Aristo, Thorondor, Varulv und Guaranà bestimmt und ich liebte diese vier Hengste so sehr dafür, dass sie das Vertrauen in mich zeigten und mir ohne zu Mucken einfach folgten. Die letzten auf der Liste waren noch unsere Westernpferde. Für dessen Transport hatte sich unsere Westerntrainerin Elizabeth bereit erklärt. Zuerst verluden wir Apache's Tomahawk und Rubina Ravenclaw, kurz darauf folgten Joyna und Campéon und als letzter stieg Hidalgo in den Hänger. Nun waren alle Pferde verstaut und wir fuhren alle los. Wir waren schon zwei Stunden unterwegs, als wir den ersten Stop einlegten und alle Pferde kontrollierten. In jedem Hänger herrschte Ruhe, so dass wir die nächsten vier Stunden durchfuhren, ehe wir wieder eine Pause einlegten. Am Abend waren wir kurz hinter der französischen Grenze und schlugen auf einem kleineren Gestüt unser Lager auf. Für die Pferde hatte man provisorische Paddocks gebaut, auf welche wir sie nun einteilten und dann selbst total k.o. ins Bett huschten.
      Am nächsten Morgen waren wir alle früh um sechs bereit zur Abfahrt. Noch diesen Tag und Abends würden wir dann auf dem Gestüt La Fauconnerie stehen. Die Fahrt zog sich elend lang und ich dachte schon, wir würden niemals ankommen, doch als es bereits dämmerte, näherten wir und Bayeux, der nächstgrößeren Stadt und eine Dreiviertelstunde später waren wir in Arromanches-les-Bains angekommen. Einige meiner Mitarbeiter hatte ich bereits in Frankreich gelassen, damit diese alles für die Ankunft hatten vorbereiten können. Zudem lebten schon einige Pferde auf dem Gestüt. Nun luden wir nacheinander aus und brachten die Tiere in ihre Ställe. Diese waren zwischen Stuten und Hengsten aufgeteilt, wobei unsere englischen Vollblüter einen speziellen Stall bezogen, welcher direkt neben der Ovalbahn lag. Dieser Stall war Adornos voller Stolz, außerdem hatte er bestanden, Quartier auf dem Dachboden des Stalles zu beziehen, um immer bei den Pferden zu sein. Wir arbeiteten noch spät bis in die Nacht. Dann schickte ich mein Team schon in unser großes gemeinsames Haus, während ich noch einmal einen Rundgang machte. Ich begann im Rennstall, wo Theodor schon auf mich wartete. „Khiara hat die Fahrt gut überstanden, es gibt keine Probleme.“ ich musterte lächelnd die Rennikone, wie sie friedlich mit ihrem runden Bauch im Stroh lag und an ihrem Heu knabberte. „Ebano und Muskat haben sich tierisch aufgeregt, aber inzwischen haben sie sich mit ihrer Lage abgefunden. Empire war von Anfang an lieb und auch Cassy und Deadly haben keine Probleme gemacht.“ Ich nickte Theodor zu und sagte ihm, dass es gleich Essen geben würde, ehe ich hinüber in den Stutenstall lief. Die bereits in Frankreich angekommenen Stuten waren die Criollostute Curly Sue, welche ich von Sweetvelvetrose übernommen und direkt mitgenommen hatte, dann aber auch Nightfly, eine Reitponystute, welche ich aus schlechten Verhältnissen übernommen hatte, drittere war Oricono Flow, eine wunderbare Hannoveranerstute und die vierte im Bund war mein ganzer Stolz: die Brumby-Stute Lonely. Ich hatte mich riesig gefreut, als ich sie endlich hatte holen können. Diese vier standen schon seit einer Woche in Frankreich und genossen die ausführliche Pflege meines Teams. Neu war aber auch das Fohlen Feuervogel, welchen ich einfach nur wunderbar fand. Auch die dazugekommen Stuten schienen sich wohl zu fühlen. Bei Nessi und Nay schien alles okay zu sein, so dass ich in den Hengststall rüber huschte. Dort schaute ich auch nach den Neuankömmlingen. Diggin in the Dirth und Absinth waren zwei vielversprechende Reitponyhengste und besonders froh war ich über den Welshhengst Auftakt, welchen ich nun in meinen Reihen begrüßen durfte. Aber auch Serafino, ein Trakehner, war neu und mein ganzer Stolz. Ebenso wie Call me a Twist, den ich ebenso wie Sue von Sweetvelvetrose übernommen hatte. Allen schien es gut zu gehen, sodass ich beruhigt ins Haus ging und mitaß.

      02.09.2013 - Arbeit mit den Großen
      Gerade heute, wo ich zu gern unsere drei Neulinge einmal persönlich reiten wollte, regnete es ununterbrochen. Ich seufzte leise und zog meine Reitklamotten an. Unten in der Küche saßen schon alle am Tisch und frühstückten, ich gesellte mich still dazu. Nachdem ich mein Toast und den Cappuccino hinuntergeschlangen hatte, lief ich zum Flur, zog mir meine Stiefel an und eine Jacke drüber, ehe ich mich schon auf den Weg zum Stall machte. Carter und seine Stallleute hatten die Pferde schon auf die Weiden gebracht und kümmerten sich nun um den Stall. Ich hatte ihn schon gestern gebeten, die beiden Stuten Oricono Flow und Lonely White Horse in der Box zu lassen. Als erste holte ich mir die wunderschöne Rappstute aus der Box und band sie in der Stallgasse an, um sie gründlich zu putzen, nebenbei unterhielt ich mich mit Carter über die Pläne für den kommenden Monat. Schnell hatte ich die Stute aufgesattelt und führte sie durch den Regen zur Reithalle. Dort nahm ich ihr die Abschwitzdecke ab und passte die Steigbügel an, ehe ich nochmal nachgurtete und mich dann in den Sattel schwang. Im Schritt am langen Zügel drehten wir entspannt unsere Runden, um warm zu werden. Nach einer Weile nahm ich die Zügel auf, ritt Wendungen und Handwechsel, um die Stute aufmerksam zu machen. Erst nachdem sie in einer schönen, nicht übertriebenen Anlehnung lief, wechselte ich in den Trab. Dort ritt ich auch viele Wendungen und Handwechsel und beschäftigte die junge Stute vor allem mit vielen Bahnfiguren. Nach einer halben Stunde bekamen wir Besuch von Mia und Sonja, denn die beiden wollten auch in der Halle arbeiten. Oricono schien die neue Stute nicht zu stören, so dass ich zur Galopparbeit übergehen konnte und an der Sauberkeit ihres Taktes arbeitete. Nach einer Stunde ritt ich sie ab, während Mia gerade begann mit Sonja richtig zu arbeiten. Als ich gerade aus der Halle ritt, kam mir Tamzin auf Candle in the Wind entgegen. Ich nickte ihr kurz zu und machte dann meine Stute fertig. „Eddi? Soll ich Oricono rausbringen?“ fragte Meg neugierig, sie wollte einem immer helfen. Ich nickte ihr dankend zu und bat sie, direkt Serafino reinzubringen, damit er dann trocken wäre, wenn ich reiten wollte. Ich schnappte mir nun Lonely, die Brumbystute, welche noch nicht gar zu lange auf unserem Gestüt lebte. Ich hatte schon öfters mit ihr vom Boden aus gearbeitet, so dass sie mich inzwischen kannte und mir vertraute. Als ich sie geputzt und gesattelt hatte, brach draußen gerade einmal die Wolkendecke auf und die Sonne kämpfte sich durch. Ich nutzte das schöne Wetter und marschierte mit Lonely auf den Reitplatz. Dort trafen wir Judi mit Alazar, welche schon am Arbeiten waren. Ich ritt Lonely in aller Ruhe warm und testete danach alle drei Grundgangarten aus, fragte ein paar Bahnfiguren ab, wollte die Stute aber auch nicht überfordern. Oft lobte ich die Kleine, wenn sie etwas ordentlich machte, denn gerade in ihrem Alter brauchten die Pferde noch viel Bestätigung. Mit Lonely arbeitete ich nur leicht und hörte auch schon nach einer Dreiviertelstunde auf. Zudem zog sich der Himmel allmählich wieder zu. Mia hatte sich schnell Doc geschnappt, um mit ihm noch die letzten Sonnenstrahlen bei einem Ausritt zu genießen. Ich hoffte sehr, dass die beiden nicht nass werden würden. In aller Ruhe sattelte ich Lonely ab und brachte sie dann auf die Weide. Wie versprochen hatte Meg mir Serafino in den Stall geholt und der einsame Hengst brummelte mir schon aufmerksam zu. Ich begrüßte ihn und begann ihn flott fertig zu machen. Er war wahrlich eine Schönheit und konnte sich überall sehen lassen. Heute wollte ich ein wenig mit ihm springen. Begleiten würden mich Judi auf Pajero und Tamzin auf Ejadon. Zu dritt bauten wir den Parcours in der Halle auf und wärmten dann in aller Ruhe die Hengste auf, ehe wir mit dem Springen begannen. Pajero und Ejadon waren inzwischen routiniert, aber auch Serafino machte seine Sache äußerst gut. Ich lobte ihn oft und wir probten auch direkt das Syncrhonspringen mit Pajero, was ohne Probleme klappte. Danach unternahmen wir noch eine kleine Runde zum Abreiten um den Hof, ehe alle Hengste wieder auf ihre Weide durften. Während ich dann mit Mia den Plan für die morgigen Reitstunden besprach, beschäftigte sich Meg auf mein Geheiß noch mit der inzwischen großgewordenen Mokka und longierte die Schönheit ein wenig, damit auch unsere Braune ihre Bewegung bekam. Ich war froh, die Großen so schnell fertig gehabt zu haben, nun konnte ich mich den anderen Aufgaben zuwenden.
    • Sammy
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      Ankunft von Candle in the Wind, Juego, Mississle, Little Big Girl & Ace of Spades
      26. Oktober 2013
      "Ja? Ich meine Hollybrook Stud Zuchtgestüt, Sammy am Apparat, mit wem spreche ich bitte?", leierte ich atemlos herunter. Daran musste ich mich unbedingt gewöhnen, wenn ich meine Zucht wieder eröffnen wollte, Momentan war ich sehr im Stress, da bald der Umzug nach Kentucky anstand und es noch so viel zu erledigen gab.
      "Oh oh Sammy, du hörst dich schon wieder so gestresst an. Soll ich lieber später nochmal anrufen? Oder vorbei kommen und dir was helfen?", fragte meine gute Freundin Eddi.
      "Ach du bists! Nein quatsch, ich bin nur grade dabei den ganzen Papierkram zu erledigen...Du weißt schon Impfpässe kontrollieren, Verträge und Co sammeln und richtig ordnen...Büromist eben"
      Eddi lachte: "Ja das kenne ich nur zu gut! Du sag mal, ich habe vor ein paar meiner Pferde zu verkaufen und ich dachte du hättest vielleicht Interesse an dem einen oder anderen?"
      Sofort war ich neugierig. Eddi hatte unglaublich tolle Pferde und obwohl ich mittlerweile eigentlich genug Zuchtpferde besaß, konnte ich einem außergewöhnlichen Tier doch nicht wieder stehen.
      "An wen denkst du denn da genau?", fragte ich sie.
      "Also für dich dachte ich an Ace of Spades und die Welsh A Ponys Admiral, Juego und Little Big Girl. Ach ja und Candle in the Wind würde ich auch abgeben, auf den hattest du ja Vorkaufsrecht."
      Ich dachte kurz nach. Candle war ein hübscher Achal Tekkiner Hengst und auch wenn ich nichts mit ihm anfangen konnte, wollte ich ihn doch bei mir aufnehmen, damit ich ihn ein wenig trainieren und dann weiter verkaufen konnte. Somit würde mir mein Vorkaufsrecht erhalten bleiben. "Hm könnte ich nachher vorbei kommen? Ich denke Candle würde ich auf jeden Fall wieder nehmen und die Ponys würde ich mir dann einfach mal ansehen?"
      "Klar, komm einfach vorbei, wenn du Zeit hast, ich bin heute den ganzen Tag auf dem Hof", antwortete Eddi fröhlich.
      Ich legte lächelnd auf, zwang mich noch zwei Stunden meine Aufgabe weiter zu führen und koppelte dann flott meinen großen Hänger an mein Auto, um zu Eddi zu fahren.
      Keine halbe Stunde später stand ich auf ihrem Gestüt. Wir begrüßten und lachend und sie führte mich in ihren Verkaufsstall. "Wow Eddi, die willst du alle verkaufen?", fragte ich ein wenig geschockt. Ich wusste ja, wie sehr meine Freundin an ihren Pferden hing.
      "Also ja. Aber das sind noch nicht alle. Ein paar gekörte hab ich auch noch, aber die gebe ich wenn überhaupt an dich oder Monster ab. Ich dachte nur, ich zeige dir zuerst Candle."
      Als wir bei dem großen Fuchshengst ankamen, strich ich ihm liebevoll über die Blesse. Candle war der einzige Sohn meines ehemaligen Hengstes Acolito. Dieser war leider Anfang diesen Jahres gestorben. "Hallo mein Schöner. Du kommst erst einmal zu mir, und dann suche ich dir ein schönes neues Zu Hause.", säuselte ich. An Eddi gewannt sagte ich: "Candle nehme ich definitiv mit. Die Leute sind mir einfach zu unzuverlässig geworden und wenn ich selbst Vorkaufsrecht habe, hab ich da wenigstens ein bisschen den Daumen drauf." Eddi nickte und wir gingen weiter die Stallgasse entlang. Vor der Box der hübschen Hannoveranerstute Oricano Flow blieb ich wieder stehen. Sie war die Tochter meines Rapphengstes Black Soul. Eddi meinte, ich könne sie sehr gerne haben, doch ich hatte bereits vier Hannoveranerstuten und würde demnächst noch eine weitere dazu bekommen. "Du findest bestimmt einen guten Käufer für sie, die Kleine ist wirklich toll!", lächelte ich. Als wir schon fast aus dem Stall draußen waren, fiel mein Blick auf ein kleines schwarzes Köpfchen, dass über die letzte Boxentür gereckt war. Neugierig ging ich näher und unterdrückte ein entzücktes Quietschen, als ich das niedliche Fohlen darin erblickte.
      "Oh Gott, die ist ja unglaublich süß!", rief ich aus, während ich die kleine Black Roan Scheckstute an der Stirn kraulte.
      "Das ist Mississle, auch Missy genannt. Es fällt mir wirklich nicht leicht, mich von der Süßen zu trennen..."
      "Das glaube ich dir. Ich hab mich auch schon in sie verliebt", gestand ich Eddi.
      "Na dann nimm sie doch mit! Falls du Big Girl und Juego auch nimmst, hättest du gleich eine zweite Stute, die sind ja nicht verwandt", grinste Eddi sofort. Ich blickte der kleinen Stute nochmal in die Augen und riss mich dann seufzend los. "Ich muss mir das nochmal durch den Kopf gehen lassen...Aber sie ist wirklich zu goldig!"
      Als nächstes gingen wir weiter in Eddi's Ponystall. Ace of Spades würde ich mir nicht ansehen, die schicke Rappstute kannte ich bereits und es war schon geklärt, dass sie auf jeden Fall mit mir nach Hause kommen würde. Nun wollte mir Eddi aber noch die drei Welsh As zeigen, die sie eventuell hergeben würde. Etwa in der Mitte des Stalls blieben wir stehen und Eddi zeigte in die Box eines hübschen Appaloosas.
      "Das ist Juego. Er ist gekört, hat bereits vier Schleifen gewonnen und ist im Fahren bis zur Klasse M ausgebildet."
      Ich wuschelte dem Hengst durch den dichten Schopf und wir gingen weiter zu Admiral, dem nächsten Welsh Hengst. Auch er war ein schönes Tier, doch Juego hatte es mir irgendwie mehr angetan, schon allein deshalb, weil ich außergewöhnliche Fellfarben liebte.
      Die Stute, die Eddi mir nun zeigte, war ebenfalls ein Kracher. Little Big Girl, wie die anmutige Falbstute hieß, schaute uns mit wachen, sanften Augen entgegen und drückte ihr Maul in meine Hand, als ich sie streichelte. Ich atmete tief durch und drehte mich dann zu Eddi um, die mich erwartungsvoll ansah.
      "Also ich würde Candle, Ace, Big Girl, Juego und Missy mitnehmen, wenn du einverstanden bist."
      "Yeah klar bin ich einverstanden! Ich weiß, dass sie es bei dir gut haben und ich finde es toll, wenn sie in einer Zucht wie deiner mitwirken können!", rief Eddi lachend.
      Während wir Juego und Big Girl auf den Putzplatz führten, um sie transportfertig zu machen, fragte ich Eddi was sie denn für die fünf Pferde haben wollte.
      Eddi sah mich beleidigt an: "Was denkst du denn? Ich schenke sie dir natürlich. Sie es als...Spende für deine Zucht!"
      Ich war wirklich sprachlos und fiel ihr dankbar um den Hals. Dann machten wir flott Missy und Candle und zum Schluss die Englische Vollblutstute Ace of Spades fertig und luden sie auf meinen Hänger. Die temperamentvolle Stute tänzelte neben mir her und schlug mit dem Kopf, bevor sie den anderen Pferden dröhnend zu wieherte. "Jaja ist ja gut. Demnächst siehst du deine beiden Kameradinnen wieder!", versprach ich der Rappstute. Denn bereits diese Woche würde ich noch sechs Vollblüter von Monster bekommen, die sie von Flair übernommen hatte, von deren Gestüt auch Ace stammte.
      Nachdem ich endlich wieder zu Hause angekommen war, rief ich schnell meine Pfleger zusammen und bat sie gemeinsam flott fünf Boxen einzustreuen. Sofort verteilten sich die drei in den Stall der Rennpferde und der Warmblüter und Ponys und bis ich alle Pferde aus dem Hänger geholt und die Decken abgenommen hatte, waren sie auch schon fertig. Ich bedankte mich und begann dann, Ace in ihre neue Box zu führen. Die Rappstute wieherte den beiden Stutfohlen, die bereits hier standen laut zu und wandte sich dann schnell ihrem Abendessen zu.
      Auch Little Big Girl und Juego begrüßten ihre jeweiligen Boxnachbaren nur kurz, während Candle in the Wind erst eine Weile in seiner Box umher spazierte und mehrmals lautstark bekannt gab, dass ein neuer Hengst in den Stall eingezogen war. Mississle drückte sich etwas hinter mich, als sie die vielen neuen Pferde sah, doch schon bald siegte ihre Neugier und sie stolzierte neben mir her. Ich hatte beschlossen, die kleine Stute neben mein Hengstfohlen San Salvador zu stellen und sie zusammen mit meiner New Forest Ponystute Everybody's Darling auf die Koppel zu lassen. Vielleicht würde Darling ja nun endlich eine Freundin finden...
      Glücklich und zufrieden betrachtete ich meine neuen Pferde und machte mich dann zu meinem allabendlichen Stallrundgang auf...
    • Sammy
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      Morgenarbeit
      30. November 2013
      Mizzi, Benjilala, Paradises Rafinesse & American Baby
      "Verdammt ist das wieder kalt heute!", sagte ich bibbernd und zog schnell die große Stalltür hinter mir zu. Die 13 Köpfe meiner hübschen Großpferde wandten sich mir zu und ich ging von Box zu Box, um jedes von ihnen zu begrüßen. Anschließend machte ich mich daran, die Pferde die heute frei hatten auf die Koppel zu lassen. In diesem Stalltrakt waren das heute Mizzi, Benjilala, Paradises Rafinesse und American Baby. Mit allen hatte ich gestern gearbeitet und Rafinesse wurde zur Zeit gerade eingeritten.
      Zuerst holte ich die Saddelbredstute Mizzi und die Barockpintostute Benjilala aus ihren Boxen, machte sie in der Stallgasse fest und begann sie zu putzen. Als ihr Fell glänzte, ich die Hufe ausgekratzt hatte und Mähne und Schweif gekämmt hatte, bekamen die beiden ihre Weidedecken auf und durften zum Spielen nach draußen. Es war erst acht Uhr und gerade erst hell geworden. In spätestens einem Monat hätten die Stuten wahrscheinlich nur noch ein paar Stunden, bevor sie wieder in den Stall geholt wurden.
      Als nächstes waren Rafinesse und American Baby an der Reihe. Baby war der perfekte Gegensatz zu meinem recht hibbeligen jungen Stütchen Rafinesse. Die Kleine war gerade in ihrer Flegelphase und ich hatte zuweilen alle Hände voll zu tun, um mit ihr zurecht zu kommen. Während ich Rafinesse's lange Mähne vorsichtig kämmte, kam Eddi in den Stall gestürmt. Sie würde heute zwei meiner Pferde reiten. "Hey! Du bist noch ein bisschen zu früh. Ich bin grade dabei, die Pferde rauszubringen!", sagte ich lächelnd.
      "Kein Problem, dann helfe ich dir einfach und wir sind schneller!", antwortete Eddi und begann sofort damit, Salwa's silbernen, langen Schweif zu verlesen. Als wir fertig und die beiden Stuten gut eingepackt waren, ließen wir sie zu den anderen auf die Koppel und kehrten dann in den Stall zurück, um uns um die Hengste zu kümmern.

      Ojos Azules, Slaters Secret, San Salvador & Someone
      Zuerst kümmerten wir uns um Ojos Azules und San Salvador. Das junge Hengstfohlen kam nun zum ersten Mal mit den großen auf die Koppel, da er zu alt war, um mit den Stutfohlen zu spielen und Casanova und Classic Moment sowieso nur zusammen hingen. Da Salvador zwar ängstlich sonst aber umgänglich war, hatte ich beschlossen ihn heute mal mit Jojo und Branagorn hinauszulassen. Die zwei hatten kaum Hengstmanieren und waren sehr verträglich, deshalb würden sie sicherlich gut miteinander auskommen.
      Während Eddi liebevoll das weiche Fohlenfell von Salvador bürstete, befasste ich mich mit meinem lackschwarzen Tänzer Jojo. Beide Hengste benahmen sich vorbildlich, so dass wir relativ schnell fertig waren und sie auf die Weide lassen konnten. Salvador schien zuerst ein wenig überrascht über die neue Aufteilung, doch als Jojo und Branagorn über die Weide galoppierten, machte der junge Hengst einen Satz und jagte ihnen hinterher. Eddi und ich sahen und lächelnd an. Jetzt mussten wir uns nur noch um zwei Stuten und zwei Hengste kümmern.

      Cuchara & Salwa
      "So, lass uns mit dem Dressurtraining für Cookie und Salwa anfangen und später reiten wir dann mit den Hengsten aus!", überlegte ich laut. Eddi nickte und wir machten uns daran die beiden Schimmelstuten fertig zu machen.
      Kurz darauf schwang sich Eddi auf den grau geäpfelten Rücken von Salwa und ich klopfte Cookie ein letztes Mal den rötlich schimmernden Hals, bevor ich den Gurt anzog und ebenfalls aufstieg. Mit Cookie wollte ich demnächst an einer Quadrillie und später vielleicht sogar an einem Par de Deux teilnehmen, daher konnte sie ein wenig Dressurtraining ganz gut vertragen. Vom Ausbildungsstand her hatte sie Salwa um einiges voraus, doch bei diesen Disziplinen ging es nunmal um die Feinabstimmung. Eddi und ich wärmten die beiden Stuten zuerst unabhängig voneinander auf, Während sie Salwa abgaloppierte, legte Cookie ein paar Bocksprünge ein. Die junge Stute war bei diesem Wetter einfach unglaublich knackig. Ich fasste die Zügel kürzer und rief Eddi zu, dass ich auch kurz galoppieren würde. Kurz darauf flog ich bereits auf Cookie um die Bahn. Das viele Dressur- und Fahrtraining der letzten Wochen zahlte sich wirklich aus: Cookie lief viel gesetzter und versammelter und reagierte auf die leiseste Hilfe meinerseits. Nachdem ich sie durchpariert hatte, war ich dauerhaft am grinsen.
      "Na da scheint ja jemand auf Wolke sieben zu schweben!", neckte Eddi mich lachend. Ich grinste zurück und wir begann mit unserem Training. Eine knappe Stunde lang ritten wir nebeneinander, hintereinander oder kamen uns von zwei verschiedenen Seiten entgegen. Bis auf ein paar Fehler, an denen Eddi und ich allerdings auch Schuld waren, klappte es ganz ordentlich und wir überschütteten die Pferde am Ende geradezu mit Lob und Leckerchen.

      Pierre & Candle in the Wind
      "Brrr ist das kalt!", sagte ich frierend, zog mir meinen Schal noch weiter ins Gesicht und fasste Pierre's Zügel ein bisschen nach. Gott sei Dank war der Hengst so ausgeglichen, denn meine Finger waren fast zu steif um irgendwelche leichten Zügelhilfen zu geben. Eddi auf Candle in the Wind sah auch nicht viel besser aus. Sie hatte sich gefreut ihren ehemaligen Hengst mal wieder reiten zu können und ich war froh darüber, dass sie mir behilflich war. Wir ritten nun bereits seit einer halben Stunde durch den Wald und hatten auch schon einen zackigen Galopp hinter uns, doch es war einfach immer noch viel zu kalt. Daher beschlossen wir auch nach einer weiteren Viertelstunde wieder umzukehren und galoppierten die Pferde an. Wieder auf dem Hof, sattelten wir die beiden Hengste ab, legten ihnen Abschwitzdecken auf und führten sie noch eine Viertelstunde in der Reithalle herum. Anschließend tauschten wir die Abschwitzdecken aus Fleece gegen Weidedecken aus und ließen beide Hengste zu Jojo, Salvador und Branagorn auf die Koppel.
    • Sammy
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      Trainingsbericht Galopprennen E-A
      31. Dezember 2013
      "Guten Morgen Candle!", sagte ich gut gelaunt zu meinem reinrassigen Achal Tekkinerhengst Candle in the Wind. Der hübsche Fuchs war erst vor zwei Monaten wieder bei mir eingezogen, da meine beste Freundin Eddi Sorge hatte, ihn bei sich nicht genug zu fördern. Da ich aber sowieso vor hatte, auch Achal Tekkiner in meine Zucht aufzunehmen, hatte ich ihr Candle gerne abgenommen.
      Inzwischen hatte der junge Hengst sich gut eingelebt, weshalb es nun endlich an der Zeit war, mit seinem Training zu beginnen.
      Als erstes wollte ich ihn heute im Galopprennen auf Klasse A trainieren.
      Da es Dezember war, würden wir uns heute hauptsächlich der Arbeit mit der Startbox widmen und eventuell danach einen leichten Galopp ausprobieren. Es ging aber vor allem darum, dass Candle in the Wind lernte, ruhig in die Startbox zu gehen, dort stehen zu bleiben und sauber abzuspringen.
      Ich holte den Fuchshengst aus seiner Box, band ihn auf der Stallgasse an und begann sein feines Fell zu bürsten. Anschließend legte ich ihm den leichten Arbeitssattel auf, befestigte Gamaschen an seinen Beinen, legte ihm das Vorderzeug an, damit der Sattel nicht verrutschen konnte und trenste ihn dann flott auf.
      Candle war der geborene Gentleman. Er blieb ruhig stehen, blies mir ab und an seinen warmen Atem ins Gesicht und ließ sich brav aus dem Stall führen. Man merkte ihm wirklich nicht an, dass er hoch im Blut stand.
      Ich zog meine Schutzweste und meinen Helm an, führte Candle ein Stück weiter, schwang mich dann in den Sattel und ritt zur Trainingsbahn. Da die meisten Pferde des Stallbesitzers im Winter pausierten oder in wärmeren Ländern Rennen liefen, hatten Candle und ich die Bahn für uns alleine. Ich ritt den Hengst gerade gemächlich warm, da kam mir Klaus, der Stallbesitzer entgegen.
      "Die Startboxen sind okay, ich habe bereits alles kontrolliert. Auch die Bahn selber ist nicht gefroren, eurem heutigen Training sollte also nichts im Wege stehen!", begrüßte er mich lachend.
      Ich nickte ihm dankend zu und lenkte Candle in the Wind auf die Starboxen zu. Der hübsche Hengst hob den Kopf und ging vorsichtig darauf zu. Ich redete beruhigend auf ihn ein und gab ihm viel Zeit, sich alles in Ruhe anzusehen.
      Anschließend ließ ich Candle im Schritt durch die Box hindurch laufen. Nach drei Durchgängen interessierte der Fuchs sich bereits nicht mehr für das komische Ding und war gewohnt ruhig und gelassen. Also bedeutete ich Klaus, dass wir nun einen Schritt weiter gehen würden. Ich ritt Candle wieder in die Startbox, ließ ihn diesmal aber Halten. Klaus schloss währenddessen die vordere Klappe. Als Candle in the Wind ruhig stehen blieb, rieb ich ihm lobend den Hals. Klaus schloss nun auch die hintere Klappe. Candle begann nervös mit den Ohren zu spielen, doch ich redete weiter mit dem schönen Hengst und kraulte ihn an seiner Lieblingsstelle am Widerrist.
      Als er sich wieder beruhigt hatte, gab ich Klaus ein Zeichen, griff in Candle`s Mähne und kauerte mich über seinem Hals zusammen. Nun würde ich versuchen, den Hengst ordentlich aus der Startbox abspringen zu lassen. Als die Türen sich mit dem typischen Klingeln öffneten, gab ich Candle das Zeichen zum angaloppieren. Der gehorsame Hengst reagierte nach kurzem Zögern, brauchte dann jedoch eine Weile, bis er verstand, dass er nun wirklich Tempo aufnehmen durfte. Wir wiederholten das Abspringen aus der Startbox solange, bis ich kaum noch etwas machen musste und Candle in the Wind sauber absprang und sofort Tempo machte. Nun übte ich noch mit Candle sich auch in den Kurven nahe am Innenrail zu halten, dann beschloss ich das es für heute genug war.
      Ich ritt Candle ordentlich trocken und flüsterte ihm dann liebevoll zu: "Gut gemacht, mein Hübscher. Jetzt bist du im Galopprennen offiziell auf Klasse A trainiert!"
    • Sammy
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      Der große Neuanfang - Umzugsgedanken und Planung
      10. April 2014
      Umzugsgedanken…
      Aufgeregt und voller Vorfreude stieg ich aus dem Flugzeug, lief zum Kofferband und lud so schnell ich konnte meine Tasche ab. Anschließend ging ich nach draußen und atmete die kühle Luft des Londoner Flughafens ein. Jetzt im Januar war es noch ziemlich frisch. Ich sucht mir ein Taxi und nannte dem Fahrer mein Ziel: ein kleines Hotel in Winchester. Von dort aus wollte ich endlich meine Suche starten – die Suche nach meinem neuen Gestüt.
      Ich hatte mir schon vor einiger Zeit überlegt umzuziehen und zunächst hatte es mich nach Kentucky in die USA gezogen. Nach reiflicher Überlegung war mir dieser Plan jedoch zu gewagt. Amerika war einfach zu weit weg, diese lange Reise wollte ich meinen Pferden nicht antun. Zudem wären auch die Umzugskosten kaum zu stämmen, da ich ja auch den neuen Hof noch bezahlen musste. Nicht zuletzt wäre ich auch völlig ab vom Schuss gewesen und hätte all meine Freunde zurückgelassen. England jedoch lag nicht ganz so sehr aus der Welt und gab auch ein schönes Plätzchen für einen Kurzurlaub ab. Ich hatte auch schon mit einigen Leuten telefoniert, die Gestüte und Höfe zu verkaufen hatten und erhoffte mir von diesen Besuchen natürlich viel. Ich hatte ein ganz genau festgelegtes Budget, welches für den Kauf, eventuelle Renovierungen und Umbauten reichen musste. Den Rest brauchte ich dann für den Umzug und natürlich die tierärztliche Versorgung meiner Pferde. Ich hatte eine ganze Weile gebraucht, um endlich eine Woche zu finden, in der ich nach England fliegen konnte. Zu Hause war momentan schrecklich viel los. Für Wüstentänzer und Melody’s Girl standen nächste Woche Körungen an, Unannounced Pleasure, San Salvador und Reminiscent Inspiration sollten auf Fohlenschauen gehen und natürlich waren viele meiner Pferde für die laufenden Turniere gemeldet. Gott sei Dank hatten sich einige meiner Freunde bereit erklärt, sich diese eine Woche um meine 73 Pferde zu kümmern. Drei davon würde ich auf alle Fälle verkaufen, bei zweien war ich mir noch nicht sicher. Der Rest jedoch durfte bleiben und würde meine Zucht begründen. Früher mit Rawwrrr hatte ich nur New Forest Ponies gezüchtet. Nun wollte ich neben meinen geliebten New Forests jedoch auch Araber, Englische Vollblüter, Trakehner, Hannoveraner, Holsteiner, Isländer, Deutsche Reitponies, Welsh As, Welsh Bs, Andalusier, Lusitanos, Saddlebreds und Barockpintos züchten, sodass ich insgesamt auf 14 Rassen kam. Desweiteren überlegte ich mir auch Quarter Horses und Paints in die Zucht mit aufzunehmen. Dafür hatte ich schon zwei Stuten: einmal meine American Baby, die schon gekört war und dann noch My Golden Heart, eine junge und sehr viel versprechende Paint Horse Stute. Mit diesen beiden Rassen könnte ich auch die Westernreiter abdecken, was mir sicherlich eine etwas größere Kundschaft einbrachte. Sonst waren meine Pferde nämlich bis auf zwei Ausnahmen englisch geritten und ausgebildet.
      Neben der Zucht hatte ich außerdem vor, auch meinen Ausbildungsbetrieb , die Hollybrook Stud Training Stables weiterzuführen. Dies würde allerdings von da an auf meinem Gestüt stattfinden, da ich dann hoffentlich die richtige Anlage dafür bieten konnte.
      Der Taxifahrer hielt vor einem kleinen, aber netten Hotel. Ich bezahlte, stieg aus und checkte schnell ein. In zwei Stunden hatte ich bereits meinen ersten Termin. Solange wollte ich schon einmal auspacken und mich im Internet nach weiteren Angeboten schlau machen.
      Bisher hatte ich vier hoffnungs erweckende Termine, doch ich rechnete eigentlich damit, mir noch mehr Anwesen ansehen zu können. In England gab es eine Vielzahl wunderschöner, alter Höfe, Villen, Schlösser – viele waren jedoch zu teuer oder standen unter Denkmalschutz. Daher war ich umso gespannter, was mir meine Besichtigungen bringen würden.
      Zwei Stunden später hatte ich bereits vier weitere Besichtigungstermine rund um Winchester vereinbart und außerdem für Freitag einen Ausflug in den New Forest Nationalpark geplant. Vier Tage würden mir mit Sicherheit reichen, um ein passendes Gestüt zu finden.
      Mein erstes Ziel lag zwischen Winchester und Stonehenge. Ich hatte mir für diese Woche ein Auto mit Navi gemietet und fand den Hof so auch recht schnell. Es war ein nettes Anwesen, mit einem modernen Stallgebäude und einem schönen Garten. Für mich jedoch viel zu klein und vor allem auch völlig überteuert. Dies lag wohl an der Nähe zu Stonehenge, da der Ort natürlich viele Touristen anlockte. Ich verabschiedete mich schon sehr schnell wieder von der Frau und besichtigte Stonehenge, um mir die Zeit totzuschlagen.
      Mein nächster – und für heute auch letzter – Termin war nahe bei Southampton. Ich fuhr eine kurze Auffahrt hinauf und wurde prompt von einer molligen jungen Frau begrüßt. Sie führte mich über den Hof und erzählte, dass sie das gute Stück geerbt hatte, aber eher ein Stadtmensch war. Der Hof besaß ein paar wirklich schöne Gebäude und sah auch ordentlich gepflegt aus. Renovierungsarbeiten würden hier wohl kaum anfallen. Ich vereinbarte mit der Frau, dass ich mich bis Ende dieser Woche wieder bei ihr melden würde und versicherte ihr, dass ich auf jeden Fall Interesse hatte. Billig war der Hof zwar nicht, aber für das was geboten wurde auf jeden Fall angemessen…
      Die Tage vergingen und viel zu schnell war es Freitag geworden. Ich hatte mir nun vierzehn Höfe angesehen und bereits morgen früh würde ich wieder nach Deutschland fliegen. Nun hatte ich vier Höfe ausgewählt, die in Betracht kommen würden. Keine Frage, es waren alles sehr schöne Anwesen, nur so wirklich „klick“ gemacht, hatte es bei keinem von ihnen. Es fehlte einfach das Gefühl, das perfekte neue Zuhause gefunden zu haben. Ich packte gerade meine Sachen und richtete mir dann belegte Brötchen und etwas zu trinken für meinen Ausflug in den New Forest Nationalpark.
      Von dort stammten meine beiden Gründerponies Caspar und Precious Scream ab. Somit hatten auch ihre Nachkommen Caradoc, Cheeky Jot, Valentine, Casanova, Classic Moment, Nymphomaniac Fantasia und Fairy Bluebird Vorfahren in England. Als ich fertig war, trat ich aus dem Hotel, setzte mich in mein Auto und fuhr los.
      Als ich einige Zeit später schließlich endlich in Tiptoe, einem kleinen Dorf im New Forest ankam, blickte ich mich überwältigt um. Diese Landschaft hier war einfach wunderschön. Ich kaufte mir noch eine Karte der näheren Umgebung und zog dann los, immer faszinierter von der Natur um mich herum. Wohin man auch blickte, waren Wiesen, rießige Bäume, idyllische Waldwege, Brücken und Lichtungen zu sehen. Ab und an stieß man auf ein winziges Dorf, dass aussah als wäre es dem Mittelalter entflohen. Als ich gerade die Dorfstraße entlanglief, kamen mir plötzlich zwei Ponies entgegen. Da die Menschen sie überhaupt nicht beachteten, fragte ich einen Mann danach. Dieser antwortete grinsend: „Ach sie sind Touristin, ja? In diesen Teil des Waldes verirren sich eher weniger Leute..Die Ponies gehören einer Familie aus dem Dorf. Das weiß jeder und deshalb dürfen sie frei herumlaufen. Sie entfernen sich auch nie weiter als ein paar hundert Meter und kommen, sobald man sie ruft.“ Ich bedankte mich und sah staunend den beiden Ponies hinterher. Kurz darauf befand ich mich wieder im Wald und genoss die Ruhe, als ich plötzlich ein weiteres Pony auf mich zugaloppieren sah. Erst dachte ich, das wäre ebenfalls in Ordnung so, doch dann hörte ich eine Kinderstimme rufen. Ich holte schnell ein Stück Zucker aus meiner Tasche und hielt es dem Pony hin. Dieses hob den Kopf, fiel in den Schritt und nahm mir vorsichtig den Leckerbissen ab. Ich griff schnell nach der Mähne des Ponies und wartete auf den kleinen Jungen, der mir mit hochrotem Kopf entgegengerannt kam.
      „Danke, dass sie Funny eingefangen haben! Das ist schon das dritte Mal in dieser Woche, dass sie ausgebüxt ist. Mein Opa wäre sehr wütend geworden, wenn ich sie diesmal nicht gefunden hätte.“
      „Ach kein Problem, das hab ich doch gern gemacht. Wohnt ihr hier in der Nähe?“, fragte ich den Jungen.
      Der antwortete: „Ja noch. Aber wahrscheinlich nicht mehr lange. Mein Opa hat nicht genug Geld um so ein rießiges Grundstück in Schuss zu halten, sagt er. Ich mache jetzt bei ihm Ferien und meine Mama hilft ihm all seine Sachen zu packen. Aber niemand will den Hof kaufen. Und weil Opa jetzt immer so schlechte Laune hat, spricht er die ganze Zeit davon, Funny zu verkaufen! Dabei hab ich sie doch so lieb!“
      Ich sah den Jungen ein wenig entgeistert an. So einen Gefühlsausbruch hätte ich ihm gar nicht zugetraut. Dann fragte ich: „Dein Opa hat einen Hof zu verkaufen sagst du? Mein du du könntest mich mal zu ihm bringen? Ich bin nämlich gerade auf der Suche nach einem schönen Grundstück für mein neues Gestüt.“
      „Wirklich? Oh das wäre ja schön! Obwohl. Sie sehen so nett aus, da gefällt ihnen der Hof bestimmt nicht. Bisher sind alle netten Leute schnell wieder gegangen und die blöden, hochnäsigen wollten alles abreißen und irgendwelche blöden Hotels darauf bauen.“
      Ich lief neben dem Jungen her und unterhielt mich solange mit ihm über sein Pony. Die kleine Stute war ein New Forest Pony-Mix und ziemlich dick. Er erzählte mir, dass er versuchte, sie auf Diät zu setzen, doch Funny lief einfach immer wieder davon und schlug sich irgendwo anders den Bauch voll.
      So verging die Zeit recht schnell und ein rießiges, schmiedeisernes Tor kam in Sicht. Ich schluckte. Das sah irgendwie ziemlich beklemmend aus. Wir traten durch das Tor und gingen auf ein recht großes, jedoch ziemlich verfallenes Herrenhaus zu. Obwohl der Hof auf den ersten Blick recht verwahrlost wirkte, verliebte ich mich sofort in diesen Ort. Ich wusste nicht wieso, doch ich fühlte mich hier auf Anhieb richtig wohl. Eine wütende Stimme riss mich aus meinen Träumereien: „Wo zum Geier kommst du her? Wir warten mit dem Tee auf dich! Sag bloß das verflixte Tier ist dir schon wieder abgehauen? Deine Mutter hat sich Sorgen gemacht! Und wer ist überhaupt diese Frau?“
      Dann sagte der ältere Mann freundlich zu mir: „Hat er sie etwa belästigt Madam?“
      „Oh nein nein im Gegenteil. Er sagte mir, dass sie einen Hof zu verkaufen haben und zufälligerweise bin ich zur Zeit auf der Suche nach einem. Ich habe mir auch bereits 14 Höfe angesehen, aber wirklich das Passende war nicht dabei.“, erwiderte ich schnell.
      „Timm? Los gib mir das Pony und geh dann zu deiner Mutter. Ich werde die Dame über den Hof führen.“ Mit diesen Worten nahm der Mann dem Jungen Funny’s Strick aus der Hand und ging mit dem Pony los.
      „Also ich weiß nicht was sie führ Ansprüche haben, aber wie sie sehen ist der Hof nicht mehr das, was er einmal war. Früher war dies ein Herrenhaus mit wunderbaren Ställen und einem rießigen Park. Nun..naja das sehen sie ja selbst. Also. Was haben sie denn mit dem Hof vor?“, fragte er.
      „Ich habe 74 Pferde, mit denen ich mir eine erfolgreiche Zucht aufbauen möchte. Außerdem leite ich einen Trainings- und Ausbildungsbetrieb den ich hier gerne weiterführen möchte. Daher suche ich ein Anwesen das ausreichend Platz für ein großes Haus, Top moderne Ställe für ca 100 Pferde, Trainingsanlagen und Weiden bietet. Schöne Ausreitmöglichkeiten wären ebenfalls von Vorteil.“, antwortete ich, wie aus der Pistole geschossen.
      „Aha“, meinte der Alte „Naja wenn ich ehrlich bin, sind die ganzen Gebäude die hier stehen nicht mehr zu gebrauchen. Sie sind alt, morsch, viel zu klein und dunkel. Die Zäune , die den Hof umgeben sind ebenfalls größtenteils kaputt. Das einzige, was mit ein wenig Aufwand wieder in Stand gesetzt werden könnte, wäre das Haupthaus. So viel zu den Nachteilen des Hofs.“, er sah mich erwartungsvoll an, als würde er damit rechnen, dass ich sofort reiß aus nehmen würde. Als ich jedoch nichts sagte, fuhr er fort: „Die Vorzüge des Anwesens liegen sicherlich zum einen in seiner Größe. Ich werde gleich den Wagen holen, wenn wir Funny weggebracht haben, denn zu Fuß schaffe ich das nicht mehr. Es grenzt westlich direkt an den Wald und im Osten an die Heiden. Im Norden liegt in ca fünf Minuten Entfernung das Dorf Sway. Ein sehr hübscher Ort übrigens. Dorthin werde ich ziehen, wenn ich den Hof verkauft habe. Meine Tochter und ihr Mann haben mir netterweise ein Zimmer in ihrem Haus angeboten. Wo war ich jetzt noch gleich stehen geblieben? Ach ja. Im Süden liegen vor allem Felder und Wiesen und außerdem die Bundesstraße. Von dort aus gelangen sie nach etwa fünf Milen nach Milford on Sea, welches direkt am Ärmelkanal liegt. Platz und Ausreitmöglichkeiten hätten sie hier auf jeden Fall mehr als genug.“, schloss er seinen Bericht. Ich hatte aufmerksam zugehört und schwärmte immer mehr für den idyllisch gelegenen Hof. Da auch die Anbindung zur Schnellstraße gut war und Sway einen Bahnhof besaß, wäre mein Gestüt auch sehr leicht erreichbar, was mir sehr wichtig war.
      „Also ich muss sagen, das hört sich alles nicht schlecht an. Könnten wir vielleicht einmal über das ganze Anwesen fahren?“, bat ich den Mann. Dieser nickte und stellte Funny auf eine kleine, mit Stromzaun umsteckte Weide. Dann knipste er kopfschüttelnd den Strom an. „Der Junge ist wirklich unmöglich. Wundert mich nicht, dass das kleine Biest immer abhaut, wenn nie Strom auf dem Zaun ist. Ich lächelte in mich hinein und wir gingen zu einem alten Auto. Ich war recht froh, mal aus der Kälte rauszukommen und wäre gleichzeitig am liebsten draußen geblieben, um mir alles ganz genau anzusehen. Der alte Mann fuhr zunächst um das Herrenhaus herum und dann in weiten Bögen über das Anwesen. Es waren kaum Gebäude zu sehen, eigentlich nur kaputte Zaune und Wiesen. Außerdem lief ein schmaler Bach durch das Anwesen. Es war weitgehend flach, nur hier und da erhob sich ein Hügelchen aus dem Boden. Um den gesamten Hof lief eine halb zerfallene Steinmauer und dahinter konnte man bereits Einblicke in die darumliegenden Wälder und Felder bekommen. Auch wenn dieser Hof unglaublich arbeitsintensiv war, ich hatte mich hoffnungslos verliebt. Der Platz war ausreichend, um einen rießigen Stall, viele großzügige Koppeln, Reitplätze, eine Halle, eine Rennbahn und noch mehr aufzubauen. Die Möglichkeiten hier waren schier unbegrenzt.
      Als wir schließlich wieder vor dem Haupthaus standen, kamen bereits Timm und seine Mutter hinaus und sahen mich gespannt an. Auch der alte Mann schien zu warten, dass ich etwas sagte.
      „Wie viel hätten sie denn gerne für das Anwesen?“, fragte ich dann.
      „Sie..Sie wollen es nehmen? Ich meine, sie kaufen es und bauen dann hier ihr Gestüt?“, stammelte der alte Mann und ich hatte schon ein bisschen Angst, dass er gleich umfallen würde.
      „Naja , ich hätte auf jeden Fall großes Interesse. Aber das kommt natürlich auf den Preis an. Hier ist so viel Instand zu setzen und ich habe leider auch nicht alles Geld der Welt zur Verfügung.“
      „Das verlangt ja auch kein Mensch! Meine Notlösung, dieser reiche Schnösel, der hier ein Hotel bauen wollte, hat mir 200ts Joellen geboten. Er meinte, wenn ich diese Woche noch einwillige und sofort hier verschwinde, verdoppelt er sein Gebot sogar noch.“
      Ich sah meinen Traumhof in Gedanken bereits zerplatzen. So viel war einfach nicht drin, wenn ich die ganzen Renovierungsarbeiten und Materialkosten einrechnete. Dies wollte ich dem Mann gerade mitteilen, als er fort fuhr: „Mir geht es aber nicht darum, dieses Anwesen möglichst teuer zu verkaufen. Ich möchte jemanden, der es zu schätzen weiß und gut damit umgeht. Der Schnösel hätte alles platt gemacht und überall hässliche Betonkästen hingestellt. Das möchte ich aber nicht. Mir gefällt die Idee hier bald ein Gestüt zu haben, viel viel besser. Daher würde ich ihnen anbieten, dass sie mir 20ts Joellen für das Grundstück zahlen und dann hier das schönste Gestüt in der Gegend aufbauen!“
      „Ja! Und wenn sie hier sind, um die Bauarbeiten zu überwachen, können Sie gerne bei meiner Familie unterkommen. Wir haben ein großes Haus mit Gästezimmer, nur fünf Minuten von hier entfernt!“, setzte seine Tochter hinzu. Timm strahlte mit den beiden Älteren um die Wette.
      Ich schaute die drei völlig fassungslos an. 20ts war für so ein rießiges Anwesen eigentlich nichts. Schon fast geschenkt. Ich nickte glücklich und ging mit den dreien ins Haus, um sofort den Kaufvertrag zu unterschreiben. Der alte Mann ließ auch sofort einen Notar kommen, der uns das Ganze beglaubigte und dann gehörte das Grundstück tatsächlich mir. Ich konnte es kaum glauben.
      „Miss? Wenn sie doch hier einen Trainingshof aufmachen, darf ich dann ab und zu mit Funny kommen? Sie ist manchmal soo störrisch. Ein bisschen Training würde ihr sicherlich nicht schaden!“, fragte Timm mich leise. Ich wollte gerade antworten, da viel sein Großvater mir ins Wort:
      „Also Timm was erlaubst du dir? Bitte Madam, hören sie einfach nicht auf ihn. Ach so eine Sache noch, würde es sie stören, wenn ich erst morgen ausziehe? Ich hatte nicht damit gerechnet, dass ich nun so schnell einen passenden Käufer finden würde.“
      „Aber natürlich! Ich fliege morgen früh zurück nach Deutschland. Dort werde ich dann erst einmal alles regeln und komme in frühestens zwei Wochen zurück. Also lassen sie sich ruhig Zeit. Und Timm – wenn ich Zeit habe, darfst du gern mit Funny herüber kommen. Weißt du, ich habe auch New Forests. Zwei davon stammen sogar von hier.“
      Ich verabschiedete mich fröhlich von den drei Leuten, nahm einen Bus zu meinem Auto und fuhr dann nach Winchester zurück, wo ich das Auto wegbrachte, meine Sachen packte und schnell den anderen vier Hofbesitzern absagte.
      Am nächsten Morgen um sieben saß ich bereits im Flugzeug nach Deutschland und konnte es kaum erwarten, meinen Freunden von dem Hof zu erzählen und alles haarklein zu planen…

      Planen, planen und nochmals planen!
      Kaum war ich wieder Zuhause angekommen, rief ich sofort Edfriend an, um ihr die tollen Neuigkeiten mitzuteilen. Sie sagte mir außerdem zu, mir zu helfen wo sie nur konnte. Ich erzählte ihr alles was ich bisher über den Hof wusste. Der alte Mann, Mister Bane, hatte mir inzwischen die früheren Baupläne, sowie Lagepläne und genaue Auflistungen über den Hof zukommen lassen, so dass meiner Organisation eigentlich nichts mehr im Wege stand. Nachdem Eddi und ich uns für nächste Woche verabredet hatten, lief ich hinaus auf den Hof, um Immanuel zu finden. Ihm gehörte der Stall, indem ich 27 meiner Pferde untergebracht hatte. Nämlich meine 17 New Forest Ponies und meine Hannoveraner, Holsteiner und Trakehner. Er erließ mir einen Teil der Stallmiete, dafür dass ich seinen Schülern Unterricht gab oder auch Vorführungen mit meinen Pferden ritt.
      Bei Klaus, der einen Stall ca 6 Kilometer von hier entfernt besaß, hatte ich meine englischen und arabischen Vollblüter, also 21 Pferde untergestellt. Ihm half ich beim Trainieren und Korrigieren seiner Privatpferde und stellte sie ab und an auch auf Turnieren vor.
      Die restlichen 26 Pferde standen 20 Kilometer entfernt, auf einem recht großen Zuchtgestüt. Auch hier half ich wo ich nur konnte, um meine Stallmiete so gering wie möglich zu halten. Auch wenn ich Immanuel und Klaus mittlerweile sehr lieb gewonnen hatte, war ich doch unglaublich froh, bald endlich wieder mein eigenes Gestüt zu leiten. Es war einfach nicht dasselbe, ‚nur‘ ein Einsteller zu sein und außerdem waren die Stallmieten trotz meiner tatkräftigen Mithilfe immer noch horrend.
      Ich teilte also allen dreien mit, dass ich mir einen eigenen Hof gekauft hatte und diesen in nächster Zeit in Stand setzen würde. Immanuel und Klaus sicherten mir zu, beim Transport der Pferde zu helfen und meinten außerdem, sie würden mir die Kündigungsfrist erlassen, damit ich mir um das genaue Umzugsdatum keine Sorgen machen musste. Sollte ein Monat angebrochen werden, würden sie die Kosten einfach anteilig berechnen. Nicht so hingegen Herr Kramer, dem das Zuchtgestüt gehörte. Er verlangte sofortige Auskunft darüber, wann ich umziehen wollte, bestand auf einer fristgerechten Kündigung und meinte außerdem hämisch grinsend, dass ich natürlich die gesamte Monatsmiete zu zahlen hätte, wenn ich erst einen Tag später als geplant den Stall verließ. Ich seufzte resigniert. Der Kerl hatte über 250 Boxen auf seinem Gestüt und über die Hälfte davon stand leer. Aber natürlich konnte er ja nicht wissen, wann genau er die Boxen meiner 26 Pferde brauchen würde!
      Nun gut, das musste ich eben in meiner Planung berücksichtigen. Dann mussten die Pferde, die bei ihm standen, eben zuerst umziehen. Ich fertigte Tabellen an, in die ich all meine Pferde eintrug. Dann überlegte ich: Wir waren vier Leute, die mitfahren würden. Immanuel und Klaus besaßen je einen dieser rießigen Pferdetransporter, in denen man bis zu 10 Pferden transportieren konnte. Eddi und ich hatten beide einen Vierer-Hänger. Somit könnten wir pro Fahrt 28 Pferde nach England bringen. Das wiederum bedeutete dreimal England und wieder zurück. Das war natürlich eine große Belastung, vor allem da Immanuel, Eddi und Klaus ja ihre eigenen Gestüte zu führen hatten. Ich beschloss, einmal bei Herrn Kramer nachzufragen, ob ich seinen großen Pferde-LKW mieten konnte und vielleicht einen seiner Stallburschen als Fahrer. Da wir sowieso zeitversetzt fahren würden und die Fähren nach England jede Stunde ablegten, sollte das kein Problem werden. Die erste Fahrt würde auf jeden Fall ich machen und Eddi sollte das Schlusslicht bilden. So war ich bei der Ankunft der Pferde bereits da und Eddi konnte das Verladen gut im Auge behalten. Außer mir kannte sie meine Pferde immerhin am besten. Ich griff sofort zum Hörer und rief im Büro von Herr Kramer an.
      „Na haben Sie jetzt endlich einen Kündigungstermin für mich?“, bellte er ins Telefon.
      Ich verkniff mir einen bissigen Kommentar und fragte so höflich wie möglich: „Nein, leider noch nicht. Ich muss erst mit den Bauunternehmen reden. Aber ich wollte Sie fragen, ob ich mir ihren großen Pferde-LKW für zwei Fahrten ausleihen könnte? Und vielleicht einen Pfleger der ihn fährt? Selbstverständlich bezahle ich Ihnen auch etwas.“
      Herr Kramer lachte: „Na von mir aus können Sie das tun. Ich möchte für jede Fahrt 1000 Joellen. Zusätzlich zu der Tagespauschale von 500 Joellen. Ach und natürlich müssen sie mir meine Stallkraft ersetzen. Macht noch einmal 1000 Joellen pro Tag.“
      Ich schluckte, konnte meine Wut jedoch nicht völlig unterdrücken: „Sie verlangen von mir 8000 Joellen, dafür dass ich ihren Hänger für eineinhalb Tage miete?“
      „Ja. Wenn sie das nicht möchten, suchen sie sich jemand anderen, auf Wiederhören.“, damit verabschiedete sich der widerliche Kerl und legte einfach auf. Nun gut, ich würde erst einmal mit Immanuel, Klaus und Eddi reden, bevor ich mir überlegte einen Transportverleih zu kontaktieren. Wobei der garantiert immer noch günstiger war, als das Angebot von Herrn Kramer.
      Eine halbe Stunde später saß ich wieder vor meiner Tabelle. Alle drei hatten zugesagt, zu jeder Fahrt mitzukommen, sie würden aber am Tag darauf auch wieder nach Deutschland fahren. Ich war wirklich gerührt von ihrer Hilfsbereitschaft.
      Wenn wir bei den ersten beiden Fahrten alle Transporter voll machten, waren bereits 56 Pferde in England. So könnte ich dann schon dort bleiben, um alles zu regeln und die Pferde zu versorgen. Die restlichen 17 Pferde konnte man dann anders verteilen. Klaus konnte zu Hause bleiben und noch mit nach Immanuels Pferden sehen. Immanuel dagegen würde noch einen Vierer-Hänger an seinen LKW koppeln und Eddi wiederum mit ihrem Vierer-Hänger das Schlusslicht bilden. Immanuel sagte, er würde nicht so gerne mit zwei Anhängern fahren, doch für das eine Mal konnte er eine Ausnahme machen. Nun galt es nur noch zu überlegen, welche Pferde in welchem Transport mitfahren sollten.
      Ich beschloss meine Sensibelchen auf der zweiten Fahrt mitzunehmen. So hatten sie mich die ganze Zeit um sich und sahen bei ihrer Ankunft auch schon ein paar vertraute Gesichter wieder.
      Dazu zählten: Hollybrook’s Cheeky Jot, Hollybrook’s Bloody Valentine, Naboo, Isola delle Pirateria, Walk of Fame, Precious Scream, Wüstentänzer, Sahira, Adina De Ra’idah, Samiyah, Mahira, Cuchara und Black Soul. Also war noch Platz für 15 Pferde. Ich beschloss die Hengste in einen der großen Hänger zu stecken, damit ich zu den nervösen Kerlen auch noch ein paar ruhige stellen konnte. Also brauchte ich noch sechs Hengste. Ich entschied mich für Orfino, Khamar al Sanaa, Branagorn, Warrior, Ghostbuster und Juego. Damit war einer der LKW’s belegt.
      Die acht Stuten wollte ich dagegen aufteilen. Zwei sollten je in einen der Vierer-Hänger und die restlichen Vier kamen in den zweiten LKW. Ich würde Isola delle Pirateria, Adina De Ra’idah, Magical Moment und Thousand Sunny in meinen Hänger nehmen. Eddi bekam Sahira, Precious Scream, Melody’s Girl und Rose de Soleil. In den zweiten LKW kamen demnach Naboo, Walk of Fame, Samiyah, Mahira, Golden Flair, Fairylike Facility, Aimiliani, Cuchara, Angels Fall First und Wild Lady Roxanne. Zufrieden mit meiner Einteilung harkte ich die Pferde in meiner Tabelle ab und widmete mich den anderen beiden Fahrten. Meine Fohlen kamen auf jeden Fall in die letzte Fuhre. Und in der ersten sollten möglichst viele Pferde vom Gestüt von Herr Kramer mitfahren.
      Wieder begann ich aufzuteilen: Bei Kramer im Gestüt standen 26 Pferde. Cuchara und Juego würden allerdings erst in der zweiten Woche nachkommen, die konnte ich dann solange bei Immanuel unterbringen. Blieben 22 Pferde für die erste Fahrt, um bei Kramer die Boxen frei zu räumen. Die Fohlen Mississle und San Salvador würde ich bereits vorher abholen und zu Immanuel stellen.
      Es waren genau 10 Hengste, die ich alle zusammen in einen der großen LKWs stecken wollte. Somit wären Candle in the Wind, Laruna, Ojos Azules, Someone, Slaters Secret, Pierre, Fair Prince, Intolerable Life, Daemon und Hollywood Undead versorgt. Die 14 Stuten würde ich auf den zweiten LKW und auf einen der Hänger verteilen, sodas noch ein Hänger blieb, in den ich Hengste laden konnte. In den Vierer-Hänger sollten Fatimah, Dark Misery, Paradises Rafinesse und Mizzi. Den LKW würden dann My Golden Heart, American Baby, Benjilala, Salwa, Dorina, Cinnemont’s History, Little Big Girl und Kolibri belegen. Außerdem sollten ihnen Haadeh und Little Miss Sunshine Gesellschaft leisten. In den Vierer-Hänger würde ich Levistino, Fantastic Fly, Caradoc und Caspar stellen. Somit waren die Pferde für die zweite Fahrt ebenfalls aufgeteilt.
      Fehlten nur noch die 18 Pferde für die letzte Fahrt. 9 von ihnen waren Fohlen – 6 Stutfohlen und 3 Hengstfohlen. Meine insgesamt fünf Hengste sollten zusammen mit den Stutfohlen in den großen Hänger. Somit wurde der LKW von Tschiwabschischi, El Racino, San Salvador, Hollybrook’s Casanova, Hollybrook’s Classic Moment und den Stutfohlen Reminiscent Inspiration, Unannounced Pleasure, Backup, Mississle und Ravenback belegt. In Eddi’s Hänger würden Everybody’s Darling, Hollybrook’s I Love You My Dear, Sharley und Bittersweet mitfahren. Der Hänger, der an den LKW gekoppelt wurde, würde somit von Fallen Immortaliny, Ace of Spades, Black Pearl und Pirate Island belegt werden.
      Aufatmend machte ich mir eine Tasse Tee und überdachte meine Aufteilung dann noch eine Weile. Im Großen und Ganzen war ich aber ziemlich zufrieden. Nun musste ich noch mit Immanuel abklären, dass Cookie, Juego, Mississle und San Salvador für eine Weile in seinem Stall unterkommen sollten, damit ich die Boxen bei Herr Kramer alle zusammen kündigen konnte. Immanuel erklärte sich sofort einverstanden und so konnte ich diesen Punkt auf meiner Liste auch abhaken. Nun ging es an den aufwändigeren Teil: Ich musste mir überlegen, wie mein Gestüt aussehen sollte, das Ganze mit Architekten abklären und natürlich Baufirmen beauftragen, damit die Renovierung schon bald beginnen konnte.
    • Sammy
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      Trainingsbericht Galopprennen A-L
      31. Juli 2014
      "Morgen Candle!", sagte ich liebevoll zu meinem hübschen Fuchshengst Candle in the Wind. Der Achal Tekkiner streckte seine feine Nase über die Boxentür und schnoberte an meinen Taschen. Ich lachte: "Jaja, natürlich hab ich dir auch was mitgebracht!" Ich zog eine große Karotte aus meiner Tasche und verfütterte sie an den Hengst, bevor ich ihm das Halfter überstreifte und ihn aus seiner Box führte.
      Heute wollten wir mit seinem Galopprennentraining weiter machen und ihn auf Klasse L trainieren.
      Während der letzten Wochen hatte ich Candle`s Kondition gestärkt, indem ich viele lange Ausritte mit dem Hengst unternommen hatte und lange Galoppstrecken mit ihm zurückgelegt hatte. Nun war er endlich bereit für sein Abschlusstraining.
      Ich putzte Candle in the Wind ordentlich, kraulte ihn zwischendurch immer wieder und sattelte ihn schließlich auf. Anschließend schlüpfte ich in meine Schutzweste, zog Handschuhe und Helm an und führte den großen Hengst aus dem Stall. Dort angekommen gurtete ich nach und schwang mich in den Sattel, bevor ich Candle im Schritt zur Trainingsbahn ritt.
      Unser nächstes Training würde nach dem Umzug in England stattfinden und ich war schon unglaublich gespannt, wie Candle sich in der neuen Umgebung benehmen würde. Dort würden wir später auch das Dressur- und das Distanztraining starten. Außerdem würden wir beim nächsten Galopptraining nicht mehr alleine üben, sondern mit mindestens einem anderen Pferd auf der Bahn sein. Immerhin gehörte auch das zur guten Ausbildung eines Galopprennpferdes.
      Ich wärmte Candle in the Wind wie üblich auf der Bahn auf, indem ich im Schritt und Trab im Uhrzeigersinn ritt. Auch den leichten Arbeitsgalopp absolvierten wir in diese Richtung. Anschließend wechselte ich die Richtung und achtete nun vor allem darauf, wie sehr Candle in the Wind sich von selbst am Rail hielt. Das war wichtig für das Training auf Klasse M, denn wenn das Pferd eine Lücke am Rail selbstständig erkannte, war die Chance durch diese hindurch zu kommen, viel höher.
      Schließlich ritt ich zur Startbox, ließ Candle zwei mal hindurch gehen und parierte ihn beim dritten Mal schließlich zum Halten durch. Bisher hatte unser Training in Konditionsübungen und Grundlagenübungen bestanden, doch heute wollte ich sehen, was Candle in the Wind konnte und ihn das aller erste Mal im vollen Renngalopp laufen lassen. Zu diesem Zweck hatte ich Klaus gebeten, mir zu helfen und keine zwei Minuten später tauchte er auchc schon auf.
      "Na, bereit?", fragte ich mich lächelnd.
      Ich nickte und antwortete: "Aber sicher, ich kann es kaum erwarten, endlich zu sehen, was in ihm steckt!"
      Ich nahm die Zügel fest in die Hand, griff in Candle`s Mähne und wartete auf den Start. Als die Glocke klingelte, schoss der Hengst ohne mein zutun aus der Box. Ich lenkte ihn sofort zum Rail, kauerte mich tief über seinen Hals und begann diesen mit meinen Händen zu kneten. Als wir aus dem Schlussbogen heraus in die Zielgerade kamen, forderte ich noch mehr von Candle und der große Hengst legte tatsächlich noch einmal an Tempo zu! Wir rasten an Klaus vorbei und ich begann langsam Candle in the Wind aufzupullen, um zu Klaus zurück zu reiten.
      "23 Sekunden für die Viertelmeile! Das ist eine ausgezeichnete Zeit, Sammy!", rief er mir strahlend entgegen. Ich klopfte Candle überglücklich den Hals. 24 Sekunden waren das Ziel eines jeden Trainings, alles was darunter lag, war einfach unglaublich gut.
      Ich ritt Candle in the Wind trocken, ließ mich aus dem Sattel gleiten und sagte lachend zu ihm: "Jetzt bist du schon auf Klasse L trainiert und machst trotzdem noch so rießige Fortschritte. Ich bin unglaublich stolz auf dich!"
    • Sammy
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      Der große Neuanfang - Endlich geht es los!
      20. September 2014
      Fahrt 1
      Aufgeregt wälzte ich mich in meinem Bett herum. Seitdem ich mein neues Gestüt gekauft hatte, war inzwischen ein halbes Jahr vergangen und heute würden wir endlich die erste Fuhre mit Pferden nach England bringen. Die zweite Fuhre folgte dann am nächsten Wochenende und mit dieser würde auch ich endgültig nach England ziehen. Während dieser einen Woche vor dem Umzug würden sich Mr. Bane, Liz und Tim um meine Pferde kümmern, Eddi, Immanuel und Klaus übernahmen dann die Pflege für die Woche nach meinem Umzug. Außerdem hatte ich für den nächsten Tag fünf Vorstellungsgespräche anstehen, immerhin brauchte ich Personal um mein Gestüt zu versorgen.
      Obwohl es erst halb vier Uhr morgens war, stand ich schließlich auf, duschte mich und schlüpfte in meine Stallklamotten. Dann ging ich in die Sattelkammer und kontrollierte noch einmal, ob ich auch nichts vergessen hatte. Das Zubehör der Pferde, die diese Woche mitkamen war bereits fein säuberlich verstaut, nur die Halfter, Transportdecken und Gamaschen lagen noch draußen.
      Ich legte mir einen Stapel Zubehör über den Arm und hängte alles ordentlich vor die Box des jeweiligen Pferdes. Anschließend begann ich damit meine Pferde zu putzen.
      Ich begann mit Fatimah und Dark Misery. Anschließend waren Mizzi und Paradises Rafinesse an der Reihe. Das waren die vier Stuten die als erstes mit mir mitkommen würden. Ich war gerade mit Rafinesse fertig, als Eddis fröhliche Stimme die morgendliche Stille zerriss.
      "Wusste ich doch, dass du auch nicht mehr schlafen kannst! Ich bin schon mit dem Hänger da, wen soll ich putzen?"
      "Oh hi Eddi, wie schön, dass du schon da bist! Übernimmst du die Pferde, die bei Immanuel mitfahren? Das wären Candle in the Wind, Dream of Wyoming, Ojos Azules, Someone, Slaters Secret, Pierre, Fair Prince, Intolerable Life, Daemon und Hollywood Undead. Dann würde ich mit den Stuten anfangen, die in Klaus' LKW kommen.", bat ich meine Freundin.
      Die nickte, schnappte sich einen Putzkoffer und legte sofort los.
      Ich dagegen begann mit My Golden Heart, die kürzlich gekrönt worden war, und machte dann mit American Baby, Benjilala, Salwa, Dorina, Cinnemont's History, Little Big Girl, Kolibri, Haadeh und Little Miss Sunshine weiter. Als Eddi und ich fertig waren, war es auch Zeit, die erste Fuhre transportfertig zu machen. Also legten wir Fatimah, Misery, Rafinesse und Mizzi Transportdecken und Gamaschen an und führten die vier in meinen Hänger. Der war bereits vorbereitet: Die Heunetze waren gefüllt und das Zubehör war sicher verstaut. Auch mein Auto war rappelvoll beladen mit den ersten Klamottenkisten und sonstigem Kram, den ich flott brauchte.
      Nachdem wir die Pferde noch einmal kontrolliert hatten, ging ich mit Eddi noch einmal den Ablauf durch:
      "Also zwei Stunden nachdem ich los gefahren bin, sollte sich Immanuel mit den zehn Hengsten auf den Weg machen. Eine Stunde später kommt dann Klaus mit den Stuten und du bildest dann wieder eine Stunde später die Nachhut mit Levistino, Fantastic Fly, BMs Caradoc und Caspar, ja? Die Tickets hast alle du, vergiss also nicht, sie Immanuel und Klaus zu geben. Ich freue mich schon schrecklich darauf, dass du mein Gestüt kennen lernst, bis später dann!", ratterte ich hinunter, setzte mich hinters Steuer und fuhr los in Richtung Frankreich.
      Als ich endlich am Hafen ankam, stand die Fähre nach England schon bereit und ich konnte sofort mit dem Hänger darauf fahren. Dann verzog ich mich in den Hänger, um nach den Pferden zu sehen. Meine vier Stuten reckten zwar aufgeregt die Hälse, blieben aber verhältnismäßig ruhig, sodass ich als das Schiff ablegte ein wenig an Deck ging. Dort holte ich mir etwas zu Essen und stellte mich an die Reling, um ein wenig über die letzten Wochen nachzudenken.
      Ich war ständig zwischen Deutschland und England hin und her gereist, um möglichst viele der Arbeiten auf dem Hof zu überwachen. Zuallererst hatten wir die ganzen zerfallenen Gebäude abreißen und den Müll vom Grundstück entfernen lassen. Gleich im Anschluss begannen die Bauarbeiten an der Mauer, die das Grundstück umgab, immerhin sollte sie auch die Hengstkoppeln und die Gemeinschaftskoppeln an ihrer Außenseite begrenzen und musste deshalb so früh wie möglich fertig gestellt werden. Das Streichen der Mauer hatten dann Tim, Liz und ich übernommen, wobei wir literweise wetterfeste, weiße Farbe verbraucht hatten.
      Im Anschluss daran hatte endlich der Bau des rießigen Stalles begonnen. Ich hatte sehr lange mit meinem Architekten darüber gesessen, bis ich endlich zufrieden gewesen war. Und das Endergebnis konnte sich mehr als nur sehen lassen: In dem Stall war Platz für insgesamt 100 Pferde samt deren Ausrüstung. Außerdem befand sich eine große Futterkammer für das Kraftfutter darin.
      Der Stall war hufeisenförmig angelegt und hatte drei Eingänge. Der Haupttrakt, sowie die linke Seite sollte meine Stuten beherbergen. Im linken Teil gab es zudem einen extra abgetrennten Trakt für die werdenden Mütter und die frischgebackenen Mütter mit ihren Fohlen. Im Haupttrakt befanden sich zusätzlich zwei Eckboxen, die doppelt so groß waren, wie die normalen und gegenüber der Boxenseite befanden sich Futter- und Sattelkammer. Jede Box maß 4x3,5 Meter, besaß eine gerundete Front mit goldenem Namensschild und Halfterhalter und ließ zudem Kontakt zu den Nachbarpferden zu, da die Wände keine Gitterstäbe besaßen. Außerdem waren es alles Außenboxen, an die jeweils ein Paddock angeschlossen war. In der Mitte des Stallkomplexes war mein Putz- und Waschplatz angelegt worden. Er bot genügend Platz und war überdacht, sodass die Pferde auch bei schlechterem Wetter dort fertig gemacht werden konnten.
      Direkt hinter dem Stalltrakt lag die Gemeinschaftskoppel der Hengste, auf der all meine verträglichen Hengste zusammen stehen durften. Daneben folgten dann drei Koppeln für meine Stuten.
      Rechts neben dem Stallgebäude gelangte man zu den einzelnen Hengstkoppeln. Hier würden die Hengste stehen, die sich überhaupt nicht mit anderen verstanden, bzw die, die nur mit einem anderen Hengst auskamen.
      Das Zentrum meines Gestüts war nach wie vor das Haupthaus. Dieses hatten wir auch nicht abgerissen, sondern wunderschön restauriert, was dem alten Mr. Bane unglaublich glücklich gemacht hatte. Er hatte mir erzählt, dass seine Familie schon seit Generationen hier gelebt hatte und es ihn sehr stolz machte, dass der Hof endlich wieder gepflegt wurde.
      Mein Haus war umgeben von einem großzügigen Garten. Darum herum trafen sich sämtliche Wege des Gestüts. Direkt hinter dem Haus lag die Fohlenkoppel, damit ich meine kleinen Schätze auch aus dem Büro heraus im Auge behalten konnte.
      Auf der anderen Seite des Gestüts befanden sich die modernen Trainingseinrichtungen. Der erste Weg führte zum überdachten Longierzirkel und zum Schwimmbad, der zweite zur Grasrennbahn, die auf einer Seite komplett von Tribünen umgeben war, der dritte zur großen Reithalle mit direkt anschließendem Außenplatz und der letzte schließlich zu den Dressur- und Springplätzen. Auch hier waren zwei große Tribünen aufgestellt, da ich vorhatte des öfteren Turniere auf meinem Hof abzuhalten.
      Neben den ganzen Einrichtungen für die Pferde befanden sich aber auch ein Geräteschuppen, sowie ein schönes Gästehaus auf dem Hof. In dem Gästehaus sollte auch mein zukünftiges Personal wohnen und ich hoffte sehr, dass es allen gefallen würde. Der Parkplatz befand sich direkt an der Außenmauer des Gestüts, lediglich in Notfällen wollte ich Autos und Hänger auf meinem Hof haben.
      Gedankenverloren riss ich mich von der Reling los und stieg wieder hinab, um nach meinen Pferden zu sehen. Eigentlich müssten wir auch gleich ankommen.
      Und tatsächlich legten wir eine Viertelstunde später in Dover an. Ich startete den Motor und fuhr langsam von der Fähre. Bisher war alles großartig gelaufen. Auch die vier Pferde hatten die ca. 1 1/2 Stunden auf der Fähre gut überstanden. Insgesamt hatten wir nun bereits etwa acht Stunden Fahrt hinter uns und mussten noch knapp drei Stunden weiter fahren, bis wir endlich auf dem Gestüt angelangt waren. Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass wir gut im Plan lagen und das Gestüt etwa um vier Uhr Nachmittags erreichen würden. Das hieß, dass alle Pferde bis sieben Uhr angekommen sein müssten, wenn alles gut lief.
      Wie bisher kam ich gut voran und erreichte um Viertel nach vier mein neues Zuhause. Das Tor stand offen, sodass ich gleich auf den Parkplatz fahren konnte. Ich stellte mich ganz nach hinten, da Immanuel und Klaus sehr viel mehr Sachen in ihren LKWs hatten, die wir zum Stall schleppen mussten.
      Ich stieg aus und streckte mich glücklich. Endlich war ich daheim. Plötzlich riss mich eine kleine Gestalt fast von den Füßen.
      "Tim! Was machst du denn da?", schimpfte gleich darauf Liz und lächelte mich entschuldigend an.
      "Wir haben schon Heu und Stroh vor die Ställe gebracht, du musst uns nur noch sagen, welche Boxen wir fertig machen sollen." Ich lächelte sie dankbar an.
      "Moment ich schaue schnell auf meinen Plan.", antwortete ich und kramte in meiner Handtasche herum.
      "Also Paradises Rafinesse und Mizzi kommen in die ersten beiden Boxen im linken Trakt auf der rechten Seite. Dark Misery und Fatimah bekommen die dritte und vierte Box von rechts im Haupttrakt.
      "Alles klar, gib uns ne Viertelstunde, dann können sie rein", meinte Liz und joggte mit Tim los, um die Boxen vorzubereiten.
      In dem Moment kam Mr. Bane um die Ecke und blieb erwartungsvoll vor dem Hänger stehen.
      "Ich muss sagen, ich bin sehr gespannt ihre ganzen Pferde zu sehen, nachdem sie so von allen geschwärmt haben!", sagte er lächelnd.
      Ich öffnete die Rampe und führte als erstes Mizzi heraus. Die hübsche Fuchsstute sah sich neugierig um, blieb aber ruhig. Nachdem ich sie am Hänger festgemacht hatte, durfte auch Rafinesse hinaus. Meine erst kürzlich eingerittene Jungstute war schon um einiges nervöser als ihre Freundin. Sie blähte aufgeregt die Nüstern und sah sich mit spielenden Ohren um. Danach waren Dark Misery und Fatimah an der Reihe. Die Isländer ließen sich brav aus dem Hänger führen und drehten ihre flauschigen Ohren in alle Richtungen, um so viel wie möglich mitzubekommen.
      "Sehr schöne Tiere, die Sie da haben Miss Sammy. Wie viele kommen denn heute noch an?", fragte Mr. Bane.
      "Insgesamt 24. Die nächsten müssten auch in einer Dreiviertelstunde ankommen, wenn alles gut läuft. Bis dahin sollten wir die Boxen vorbereitet haben, denn die Hengste sind meistens etwas ungeduldiger als meine Stuten", sagte ich zu ihm.
      Kaum hatten wir meinen vier Stuten die Transportsachen abgenommen, kamen auch schon Liz und Tim zurück und sagten, dass wir die Pferde nun in den Stall bringen konnten.
      "Darf ich auch eine nehmen?", fragte Tim mit leuchtenden Augen. Ich nickte lächelnd und drückte ihm Fatimah's Strick in die Hand. Die Isistute war brav und Tim würde sicherlich mit ihr klarkommen. Liz übernahm Mizzi, Mr. Bane die etwas schwierigere Misery und ich band Rafinesse los. Wir liefen an dem Springbrunnen vorbei, den die Pferde erst kurz ängstlich ansahen und von da aus direkt auf das Stallgebäude zu. Ich lief mit Liz in den linken Stutentrakt, während Liz und Tim die Isländer im Haupttrakt in ihre Boxen führten.
      "So, lasst uns schnell die Sachen ausladen und dann sollten wir die restlichen Boxen herrichten, denn meine drei Freunde kommen dann im Abstand von nur einer Stunde hier an.", berichtete ich den anderen.
      Zuerst machten wir die Boxen für Candle in the Wind, Dream of Wyoming, Ojos Azules, Someone, Slaters Secret, Pierre, Fair Prince, Intolerable Life, Daemon und Hollywood Undead fertig. Als auch die restlichen vierzehn Boxen eingestreut waren, kontrollierten wir die Tränken und hängten Heunetze in jeder Box auf.
      Kurz darauf war ein Hupen zu hören und wir rannten zum Parkplatz um Immanuel zu begrüßen.
      Der Gestütsbesitzer sah recht müde aus, lächelte aber beim Aussteigen.
      "Es ist alles gut gegangen, die Pferde waren auch recht ruhig, nur Someone, Wyoming und Daemon musste ich ein Beruhigungsmittel geben, als wir mit der Fähre abgelegt haben.
      Er half mir dabei die Hängerklappe zu öffnen und führte dann sofort Fair Prince und Intolerable Life aus dem Hänger. Ich folgte ihm und band Hollywood Undead los, um Tim dessen Führstrick in die Hand zu drücken. Liz übernahm Pierre, Mr. Bane Daemon und ich holte Someone aus dem Hänger. Der Cremellohengst hatte weit aufgerissene Augen und sah sich nervös um. Als wir am Springbrunnen vorbeikamen, sträubten sich Daemon und Someone, doch sobald wir den ruhigen Hengststalltrakt betraten, begannen sie sich abzuregen.
      "Pierre kommt auf die rechte Seite in die zweite Box vor dem Durchgang zu den Stuten. Someone stelle ich direkt daneben. Intolerable Life soll auf die linke Seite in die sechste Box vom Stutendurchgang, Fair Prince daneben und Daemon stellen wir neben Prince. Ach so Tim, Hollywood Undead bekommt die Box neben Daemon.", ratterte ich herunter.
      Gleich darauf waren wir wieder beim Hänger. Tim durfte Ojos Azules nehmen, was dem Jungen ein Leuchten in die Augen zauberte. Liz übernahm Candle in The Wind, Mr. Bane Slaters Secret und ich band Dream of Wyoming los. Immanuel trug schon einmal einen Teil der Ausrüstung in die Sattelkammer.
      "Candle in the Wind kommt neben Intolerable Life, Jojo neben Pierre, Secret soll neben Someone und Wyoming kommt zwei Boxen weiter.", sagte ich wieder, während ich meinen Appaloosa in seine Box führte. Der Hengst drehte sich mit schiefgelegten Ohren im Kreis und entdeckte dann sein Heunetz. Das beschäftigte meine Hengste fürs erste.
      Nachdem wir auch die Ausrüstung der Pferde verstaut hatten, luden wir mein Auto aus, richteten unser Luftmatratzen - Lager für die Nacht und räumten meine Lebensmittel in den Kühlschrank.
      Dann gingen wir hinaus und warteten auf Klaus.
      Der kam auch kurz darauf angefahren und streckte sich erst einmal ausgiebig.
      Er übergab mir die Führstricke von My Golden Heart und American Baby, übergab Tim Cinnemont's History und Liz Dorina, drückte Mr. Bane die Führstricke von Little Big Girl und Kolibri in die Hand, Immanuel Benjilala und Salwa und führte zuletzt meine Araberdamen Haadeh und Little Miss Sunshine aus dem Hänger.
      Zwischendurch pfiff er beim Anblick meines neuen Gestüts immer wieder durch die Zähne.
      "Meine Güte Sammy, du hast dir hier echt was tolles aufgebaut! Ich bin gespannt wie deine Zucht laufen wird."
      Vor dem Stall teilte ich die Pferde gleich auf. Benjilala und Salwa kommen in den kleinen Stutentrakt neben Mizzi. My Golden Heart und American Baby ziehen in die Boxen auf der linken Seite und zwar in die vierte und fünfte vom Durchgang gezählt. Little Big Girl und Kolibri beziehen im Haupttrakt die Randboxen rechts und zwar die erste und zweite vom Hengstdurchgang aus. History und Dorina kommen in die ersten Boxen von rechts aus. Haadeh bezieht die dritte Box links vom Eingang im Haupttrakt und Little Miss Sunshine die zweite."
      Als alle Stuten gut versorgt waren, atmete ich erleichtert auf. Wir versorgten auch nun die Ausrüstung und begannen dann mit der Abendfütterung. Kurz darauf traf Eddi mit den letzten vier Hengsten für heute ein. Diesmal bat ich Liz, Tim und Mr. Bane das Sattelzeug zu nehmen, da diese vier Hengste doch ein wenig eigen waren. Eddi übernahm Caradoc, Immanuel Caspar, Klaus Levistino und ich meinen frisch gekörten Hengst Fantastic Fly.
      "So. Die vier kommen natürlich alle in den Hengsttrakt. Levistino bekommt die sechste Box auf der rechten Seite, Fly die daneben. Caradoc zieht auf die linke Seite in die fünfte Box und Caspar in die sechste. Und außerdem darf ich nun endlich verkünden: Das wars für heute, ich bestellte uns jetzt Pizza. Wer möchte noch?"
      Diese Ansage wurde mit zustimmendem Jubel aufgenommen und so machten wir uns gleich darauf auf, um den Lieferservice anzurufen. Bis dahin erntete ich weiterhin viele Komplimente für meinen wunderschönen Hof und meine noch schöneren Pferde. Ich war unglaublich froh, dass die erste Fahrt so gut geklappt hat und hoffte, dass die beiden ausstehenden auch reibungslos verliefen.

      Am nächsten Morgen verabschiedeten sich Eddi, Immanuel und Klaus schon sehr früh wieder. Ich wünschte meinen Freunden eine gute Heimfahrt und teilte ihnen mit, dass ich am Dienstag wieder zurückfahren würde.
      Dann räumte ich ein wenig im Haus auf, putzte meinen Pferdehänger und wartete dann vor meinem Haus auf die Bewerber.
      Insgesamt hatte ich zehn Termine vereinbart und Kandidat Nr 1 müsste in wenigen Minuten auftauchen.
      Tatsächlich tauchte kurz darauf ein großer, blonder junger Mann auf. Zu meiner Verwunderung kam ihm jedoch noch ein zweiter mit roten Haaren hinterer. Ich stand auf und ging auf die beiden zu.
      "Guten Tag! Willkommen auf Hollybrook! Ich nehme an, einer von Ihnen ist Samuel?", fragte ich neugierig.
      Der Blonde errötete ein wenig und meinte lächelnd: "Ja das bin ich, wir hatten telefoniert. Es tut mir sehr Leid, wenn ich Sie verwirre, aber Donald hier ist ein sehr guter Freund und kann wunderbar mit Pferden umgehen. Er hat nur leider vor kurzem seine Stelle verloren und deshalb dachte ich, sie könnten sich vielleicht einmal von ihm überzeugen?"
      Ich musterte Donald. Er war recht kräftig gebaut und machte einen netten Eindruck.
      "Na klar. Ich würde sagen, wir gehen mal zu den Ställen, dann kann ich mich mal von eurem Umgang mit den Pferden überzeugen. Ihr dürft euch nur nicht wunder, die Guten hatten gestern eine sehr lange Fahrt und sind deshalb heute vielleicht ein wenig gereizt."
      Die zwei Männer folgten mir und ich verfolgte aus den Augenwinkeln wie sie sich staunend das Stallgebäude ansahen.
      "Ich würde sagen, wir fangen bei den Hengsten an.", sagte ich, während ich die Tür zum Hengsttrakt öffnete.
      Sofort erschallte lautes Gewieher und den Neuankömmlingen wurden zwölf Köpfe entgegen gereckt. Nur Daemon und Dream of Wyoming kamen nicht an die Türen.
      "Ich würde sagen ihr holt jetzt Levistino und Fantastic Fly aus ihren Boxen, führt sie nach draußen auf den Putzplatz und macht die zwei dann sauber.", wies ich die beiden an und zeigte ihnen die Hengste.
      Samuel nahm meinen hübschen Schimmel, Donald halfterte Fantastic Fly auf. Die beiden großen Hengste waren zwar im Grunde brav, hatten allerdings auch eine gehörige Portion Temperament.
      Als erstes sah ich mir an, wie die beiden die Hengste anbanden. Dabei punkteten sie schon damit, dass sie mit den Tieren redeten und sie nicht direkt nebeneinander stellten.
      Auch beim Putzen gingen sie sorgfältig vor und Donald schaffte es, Fly innerhalb einer Bestzeit zu beruhigen, als der junge Hengst sich mal wieder unnötig aufregte.
      Auf die Fragen der beiden meinte ich: "Levistino ist ein achtjähriger Trakehner, Fly ist ein Holsteiner und erst vier. Beide sind bereits gekört und ich lege sehr viel Wert auf eine gute Ausbildung. So werde ich auch meinen Trainingsbetrieb wieder aufnehmen, sobald hier alles fertig ist. Es würde übrigens auch mit zu den Aufgaben der Pfleger gehören, ab und an beim Training der Pferde zu helfen. Aber das kommt nach und nach, da ich natürlich nicht jeden auf den Rücken meiner Pferde lasse."
      Die beiden nickten und führten ihre Hengste dann zu den Koppeln. Die beiden mussten zu meinem Leidwesen auf Einzelkoppeln, da sie sehr ausgeprägte Hengstmanieren hatten und sofort auf die anderen Tiere losgegangen wären.
      Ich bedankte mich bei den beiden Männern und versprach, mich noch am selben Abend bei ihnen zu melden.
      Kaum dass die beiden weg waren, kam auch schon die nächste Kandidatin.
      Am Ende des Tages hatte ich ohne Mühe sechs junge Leute ausgewählt. Außer Samuel und Donald würden Patrick, Brian, Anna und Meg bei mir anfangen. Arbeitsbeginn war der nächste Sonntag und alle sechs freuten sich schon sehr auf die Arbeit.
      Donald, Samuel, Brian und Meg würden außerdem bei mir auf dem Gestüt wohnen.
      Ich war sehr zufrieden mit dem Tag und fiel hundemüde auf meine Luftmatratze.
      Am nächsten Morgen holte ich Liz ab und fuhr mit ihr zu einem großen Möbelhaus. Samuel und Donald verdienten sich ein wenig Geld dazu, indem sie die Zimmer in dem Gästehaus strichen. Wir würden die Wohnungen der Mitarbeiter alle identisch einrichten, ein kleines Bad und eine Küchenzeile waren bereits vorhanden. Die Zimmer für die Gäste hatten ebenfalls ein Bad, jedoch keine Küche.
      Liz und ich verbrachten den ganzen Tag in dem Möbelhaus. Neben der Einrichtung für das Gäste- und Personalhaus kauften wir auch gleich meine neuen Möbel. Dann vereinbarten wir mit dem netten Herrn an der Information , dass die Möbel nächsten Samstag geliefert und auch gleich in die entsprechenden Räume gebracht werden sollten. Also würde ich bereits am Freitag mit den nächsten Pferden wieder herfahren.
      Nachdem ich meine Pferde versorgt und Liz und Tim die Futterpläne ausgehändigte hatte, ging ich schlafen, um am nächsten Morgen gut ausgeruht nach Deutschland fahren zu können.

      ~*~

      Fahrt 2
      In der darauffolgenden Woche packte ich mein letztes Hab und gut in Kisten, auch das Sattelzeug der verbliebenen Pferde sammelte ich bereits zusammen.
      Als der Freitag schließlich gekommen war, fing ich meine beiden jungen Ragdolls ein, schob sie in ihren Transportkorb und ging dann hinaus, um mich zu verabschieden und Isola della Pirateria, Adina de Ra'idah, Magical Moment und Thousand Sunny einzuladen.
      Eddi bekam von mir sämtliche Dokumente für die anderen Pferde, sowie die Verladungs- und Abfahrtspläne.
      Dann verabschiedete ich mich von meiner besten Freundin und nahm ihr das Versprechen ab, sich am Sonntag vor der Abfahrt noch einmal kurz zu melden.
      Bis zur Fähre lief alles wunderbar, doch als das Schiff ablegte, wurden Isola und Adina sehr unruhig. Also verabschiedete ich mich von dem Gedanken, die Überfahrt an Deck zu verbringen und öffnete die Vordertür des Hängers, um meine Stuten zu beruhigen.
      In diesem Moment rauschte mir etwas grau-weißes entgegen und ein aufgeregtes: "Finn, aus!", schallte durch die Schiffsgarage.
      Ich sah mich einem äußerst hübschen Australian Shepherd gegenüber, der mit eingeklemmten Schwanz versuchte, an mir vorbeizukommen.
      Gleich darauf kam mir ein großer, muskulöser Typ mit schwarzen Haaren und unglaublich grünen Augen entgegen und nahm den Hund mit hochrotem Kopf von mir weg.
      "Das tut mir wirklich sehr Leid, eigentlich ist Finn gut erzogen, aber er hasst die Überfahrt nach England...", begann er seine Entschuldigung.
      "Ach das macht doch nichts! Ich habe auch ein paar Vierbeiner dabei, die nicht ganz so begeistert sind.", sagte ich lachend.
      "Ja das dachte ich mir schon. Die machen ja nen ganz schönen Radau. Würde es Ihnen etwas ausmachen, wenn ich Ihnen ein wenig Gesellschaft leisten würde? Es ist so unglaublich langweilig alleine.", fragte er mit seinem unglaublich süßen englischen Akzent.
      Ich stimmte freudig zu und so setzten wir uns samt Finn in den Vorraum meines Hängers. In unserem Gespräch stellte sich heraus, dass der nette Typ Kevin hieß, er Familie in Deutschland hatte, aber in Oxford studierte.
      "Und du eröffnest also ein Gestüt?", fragte er mit leuchtenden Augen nach.
      "Ja, dieses Wochenende kommt das zweite Drittel meiner Pferde nach England. Und nächste Woche hab ich dann wenn alles gut geht, alle drüben. Kannst du reiten?", antwortete ich.
      "Naja, ich hab es mal gelernt, aber wirklich gut bin ich glaube ich nicht... Du könntest es mir ja beibringen", meinte er grinsend.
      Ich schluckte und wurde mir zum ersten Mal der Nähe bewusst, die mittlerweile zwischen uns herrschte. Ich errötete und sah lächelnd zu ihm auf.
      Er wurde nun ebenfalls rot und stammelte: "Das war nur ein Scherz, keine Sorge!"
      Ich lächelte tapfer weiter, war aber insgeheim etwas enttäuscht. Mir war schon lange kein so netter Kerl wie Kevin mehr begegnet. Aber wie es aussah, würde ich ihn wohl nicht wieder sehen.
      Kurz darauf legten wir an und ich verabschiedete mich wehmütig von Kevin. Er hatte nicht einmal nach meiner Handynummer gefragt.
      Ich seufzte und machte mich auf, um den letzten Streckenabschnitt zu bewältigen.
      Auf dem Gestüt angekommen, wurde ich wieder von Liz und Tim erwartet. Heute war das Wetter nicht so toll, daher war Mr. Bane zu Hause geblieben, da sein Rheuma ihm Probleme bereitete.
      Ich führte Magical Moment aus dem Hänger und freute mich über die staunenden "Ohs" und "Ahs" von Tim und seiner Mutter. Meine Elitestute sorgte einfach immer für Bewunderung.
      Ich drückte Tim ihren Führstrick in die Hand und grinste, als er vor stolz einen ganz roten Kopf bekam.
      "Liz würdest du kurz hierblieben? Isola und Adina sind beide ein wenig schwierig, ich kann nicht beide zusammen nehmen, aber auch keine von ihnen alleine lassen.", bat ich meine neue Freundin. Liz nickte und ich führte Isola della Pirateria aus dem Hänger. Die junge Rappstute tänzelte mit aufgerissenen Augen neben mir her und drängte sich eng an Magical Moment.
      Vor dem Springbrunnen rammte sie die Hufe in den Boden und quiekte erschrocken.
      "Tim? Dreh Magic mal um und warte dann kurz auf uns!", rief ich dem Jungen hinterher, da Magic natürlich ohne Probleme am Brunnen vorbei ging. Nach einigen Überredungsversuchen bewegte sich Isola schließlich im Stechtrab an dem Brunnen vorbei. Wir banden die beiden am Putzplatz fest und nahmen ihnen die Ausrüstung ab. Tim und Liz hatten die vier Boxen bereits eingestreut, weshalb ich Tim auch nicht sagen musste, wohin die Stuten kamen.
      Ich wurde von freudigem Wiehern begrüßt und Isola entspannte sich sofort ein wenig. Magical Moment bezog die Box im Haupttrakt direkt rechts neben der Stalltür. Isola kam in die dritte Box daneben. Als ich mich versichert hatte, dass die Rappstute keinen Unsinn anstellen würde, joggten wir zurück zu Liz. Diesmal bekam sie den Strick von Thousand Sunny, ich übernahm Adina De Ra'idah und Tim trug schon einmal einen Teil der Ausrüstung zum Stall.
      Auch Adina zickte am Brunnen ein wenig herum, doch als sie das Wiehern von Little Miss Sunshine hörte war sie kaum noch zu halten. Wir nahmen auch den beiden die Ausrüstung ab und führten sie in ihre Boxen.
      Nachdem dann auch die ganzen Zubehörkisten verräumt waren, machten wir uns im Haus an die Arbeit. Morgen sollten schließlich die ganzen Möbel geliefert werden und zwar samt der rießigen Küche für mein Haus.
      Daher besorgten wir uns Wandfarben und strichen die Wände meines Hauses.

      Am nächsten Morgen stand ich bereits sehr früh auf und wartete auf meine Möbel. Um kurz nach acht fuhr bereits der rießige Laster vor und vier Männer sprangen heraus. Zwei von Ihnen kümmerten sich um meine Küche, die anderen begannen damit die Möbel ins Gästehaus zu bringen. Kurz darauf tauchte auch Liz auf und half mir alles zu koordinieren. Nachdem die Männer alle Möbel in die jeweiligen Zimmer gebracht hatten, fuhren sie wieder ab, während ihre beiden Kollegen die Küche anschlossen und aufbauten. Ich verzog mich währenddessen mit Liz in mein Schlafzimmer und wir verbrachten die nächsten Stunden damit mein Bett, den Kleiderschrank und die Badezimmermöbel aufzubauen.
      Anschließend gönnten wir uns eine Pause, verabschiedeten die beiden Handwerker und begrüßten dafür den Elektriker, der sämtliche Lampen in meinem und im Gästehaus anschließend sollte.
      Liz und ich verzogen uns mit dem Mann zusammen in die Personalwohnungen, die über den Garagen für Kutschen und Sulkys standen.
      Dort bauten wir jeweils ein Bett, einen Schrank, einen Spiegelschrank im Bad, einen Schreibtisch, einen Nachttisch, ein Bücherregal und eine Kommode auf. Die Küchenzeilen samt Hängeschränken waren bereits aufgebaut und auch die Badezimmer inklusive Waschmaschine waren bereits fertig.
      Wir schlossen unsere Arbeit in den Zimmer ab, indem wir die Vorhangstangen mit Vorhängen aufhängten, die Betten bezogen und in drei der Zimmer eine Schale mit Süßem stellten.
      "Puh das wars für heute. Ich fahre dich schnell nach Hause, du ziehst dich um und dann gehen wir essen, was hälst du davon?", fragte ich Liz. Die nickte fröhlich und machte noch einen kurzen Abstecher mit in mein Haus, um meine zwei süßen Kätzchen zu knuddeln.

      Der nächste Morgen begann genauso früh wie der Samstag. Wieder kamen Liz und Tim, um mir zu helfen. Zu allererst waren natürlich die Pferde an der Reihe. Wir versorgten die Pferde, die bisher hier standen und streuten dann 24 weitere Boxen ein.
      Gleich darauf machten wir uns daran, mein Haus weiter einzurichten. Wir bauten die restlichen Möbel in der Küche auf, danach war das große Esszimmer an der Reihe. Immerhin sollte es hier irgendwann einmal sehr gesellig zugehen, da ich nicht nur mein Personal des öfteren hier haben wollte, sondern natürlich auch meine Gäste bewirten musste.
      Als wir schließlich schon recht müde das Werkzeug verräumten, hörte ich die Stimmen meiner neuen Mitarbeiter. Ich hatte sie gebeten so rechtzeitig zu kommen, dass sie beim Ausladen der Pferde helfen konnten.
      Kurz darauf fuhr auch schon Immanuel auf den Parkplatz.
      "Immanuel nimmst du Black Soul? Er kommt in den Hengsttrakt, rechte Seite in die zweite Box links von Fly. Samuel, Donald nehmt ihr Wüstentänzer und Khamar al Sanaa. Die beiden kommen auch auf die rechte Seite in die ersten Boxen vom Eingang weg. Patrick du übernimmst Branagorn. Er kommt zwischen Fantastic Fly und Black Soul. Brian dir gebe ich Ghostbuster. Er kommt neben Wüstentänzer. Liz, Tim? Ihr übernehmt Orfino und Juego. Orfino kommt rechts neben Caradoc, Juego zwischen Caspar und Hollywood Undead. Bleiben noch Hollybrook's Casanova, Hollybrook's Cheeky Jot und Hollybrook's Bloody Valentine. Valentine nehme ich. Anna du übernimmst Nova und Meg du hast die Ehre meinen Liebling Cheeky zu führen. Cheeky kommt in die erste Box auf der linken Seite, Valentine daneben und Nova neben Valentine."
      Nachdem wir alles verräumt hatten, atmeten wir erleichtert durch und ich schickte Immanuel ins Haus, damit er sich ausruhen konnte. Mein Freund wollte nämlich noch an diesem Abend wieder nach Hause fahren.
      Kurz darauf traf dann auch schon Klaus mit den Stuten ein. Wieder ratterte ich los:
      "Samuel, Donald euch gebe ich Samiyah und Mahira. Samiyah kommt in den Haupttrakt auf die linke Seite , in die erste Box an der Seite. Mahira steht direkt daneben. Brian du nimmst Wild Lady Roxanne. Sie soll neben Mahira. Liz und Tim ihr bekommt Golden Flair und Fairylike Facility. Anna du gehst gleich mit Aimiliani mit und Meg du nimmst Naboo. Die kommt neben Magical Moment, Aimiliani neben Isola, Facility zwei Boxen rechts von Thousand Sunny und Golden Flair zwei Boxen von Facilty weg. Patrick du nimmst Angels Fall First, Klaus geht gleich mit Cuchara mit und ich schnappe mir Walk of Fame. Angel kommt rechts neben My Golden Heart, Cuchara neben Salwa und Fame stelle ich zwischen Thousand Sunny und Fairylike Facility."
      Ich atmete tief durch als wir auch hier alles erledigt hatte und zeigte Samuel, Donald und Meg ihre neuen Wohnungen. Die drei waren restlos begeistert und bedankten sich überschwänglich. Anschließend schickte ich sie nach Hause und Klaus in mein Haus, da wir mit den vier Stuten die Eddi mitbrachte auch alleine fertig wurden.
      Als Eddi schließlich ankam übernahmen Liz und Tim Melody's Girl und Rose de Soleil, während Eddi und ich uns mit Precious Scream und Sahira abmühten. Meine Araberstute kam in die Box neben Little Miss Sunshine, Scream durfte zwischen Facility und Flair ziehen, Soleil kam rechts neben Adina und Melody links neben Adina.
      Ich kontrollierte gerade noch einmal alles, als Eddi grinsend auf mich zu kam.
      "Du vor dem Gestütseingang steht ein mega süßer Typ, der nach dir gefragt hat. Hast du vielleicht vergessen mir was zu erzählen?", fragte sie mich neckisch.
      "Ich hab keine Ahnung wer das sein könnte. Vielleicht noch ein Bewerber für einen Job...", meinte ich Schulter zuckend und ging zum Tor.
      Dort traf mich jedoch fast der Schlag, denn der mega süße Typ war kein anderer als Kevin!
      Er bemerkte meinen überraschten Blick und lief knallrot an.
      "Also ich muss dir was gestehen. Ich hätte mich Ohrfeigen können, dass ich dich nicht nach deiner Adresse oder wenigstens deiner Handynummer gefragt habe und deshalb bin ich dir am Freitag einfach hinter her gefahren, bis ich ungefähr wusste, wo du hinwillst. Ich war aber zu feige, dich da schon anzusprechen.
      Aber jetzt bin ich da und deshalb: Hättest du Lust nächsten Freitag mit mir Essen zu gehen?", ratterte er hinunter.
      Ich konnte mein Glück kaum fassen und nickte ihm strahlend zu.
      "Oh okay, das ist ja toll! Also..ich denke du hast zu tun und ich muss heute auch wieder zurück nach Oxford, aber ich freue mich schon sehr auf Freitag. Ach ja und hier, meine Nummer!", meinte Kevin, stieg in sein Auto und brauste davon.
      Eddi grinste übers ganze Gesicht und löcherte mich bis tief in die Nacht mit Fragen. Mein Umzug nach England lief wirklich besser, als ich es mir jemals erträumt hätte....

      ~*~

      Fahrt 3
      Endlich war der Tag gekommen, an dem der Rest meiner Pferde ankommen sollte. In der letzten Woche hatte ich mein Personal eingearbeitet, mein Haus eingerichtet und war nun daran, Charme in meinen Hof zu bekommen. Und natürlich hatte ich mich am Freitag mit Kevin getroffen. Seitdem telefonierten wir jeden Tag mindestens zwei Stunden und er hatte versprochen, das nächste Wochenende ganz hier zu verbringen.
      Ich stand bereits vor dem Tor und wartete auf Immanuel, der ja diesmal mit vierzehn Pferden ankommen würde. Auch meine Mitarbeiter, sowie Liz, Mr. Bane und Tim waren hier, um zu helfen.
      Als der rießige Transporter schließlich ankam, verteilte ich sofort wieder die Pferde.
      Immanuel übernahm Tschiwabschischi, Samuel El Racino, Donald San Salvador und Brian Classic Moment. Tschiwi kam neben Ghostbuster, Racino zwischen Tschiwi und Levistino, San Salvador zog zwischen Slaters Secret und Wyoming und Classic Moment kam auf die gegenüberliegende Seite neben Candle in the Wind.
      Liz schnappte Unannounced Pleasure, in die sie sich sofort verliebte, Tim nahm Reminiscent Inspiration, Anna übergab ich Levistino's Hope und Meg nahm Mississle. Für Patrick und mich blieben nun nur noch Backup und Ravenback.
      Die beiden Vollblutfohlen bezogen die Boxen ganz rechts im Haupttrakt. Mississle kam neben Little Big Girl, Inspiration und Pleasure kamen in den rechten Stutentrakt auf die rechte Seite direkt an den Durchgang und Hope auf die gegenüberliegende Seite neben Cuchara.
      Im zweiten Hänger warteten nun noch Ace of Spades, Black Pearl, Pirate Island und Fallen Immortaliny. Fallen durfte zwei Boxen rechts von Soleil stehen, Black Pearl neben Ravenback, Island neben Pearl und Spades zwischen Island und Melody.
      Kaum eine Stunde später war auch Eddi mit der letzten Fuhre da.
      Sie transportierte Everybody's Darling, die zwischen Naboo und Isola stand, Barakah al Sanaa, die die Box neben Hope bezog, Sharley und Bittersweet. Die beiden Araberdamen durften die Boxen rechts und links von Fallen Immortaliny ihr neues heim nennen.
      Ich atmete erleichtert durch Es hatte alles geklappt und endlich hatte ich alle Pferde sowie auch die ganze Ausrüstung hier. Ich kochte für meine Gäste ein feines Essen und lud sie dann alle ein, in ein paar Wochen zur Eröffnungsparty herzukommen.
      Endlich konnte ich meinen Lebenstraum verwirklichen!
    • Sammy
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      Trainingsbericht Galopprennen L-M
      zusammen mit Ghostbuster, Pirate Island, Ace of Spades & Tschiwabschischi
      17. Oktober 2014
      "Guten Morgen ihr zwei Hübschen!", begrüßte ich meine beiden englischen Vollbluthengste Ghostbuster und Tschiwabschischi und den Achal Tekkiner Candle in the Wind freudig. In den letzten Wochen seit dem Umzug hatte ich mit den Hengsten, sowie den beiden Stuten Pirate Island und Ace of Spades vor allem Konditionstraining absolviert - war also stundenlang mit ihnen im Gelände gewesen.
      Heute war es nun endlich soweit: Ich wollte alle fünf im Galopprennen auf Klasse M trainieren. Zu diesem Zweck hatte ich extra vier Jockeys angeheuert, die die Tiere mit mir reiten sollten.
      Wir waren für sechs Uhr morgens verabredet, da wir die Pferde im Flutlicht rennen lassen wollten. Noch lag kein Frost, sodass es nicht gefährlich sein würde, ein Rennen zu simulieren.
      Ich musste die Pferde allerdings selbst fertig machen, da meine Pfleger erst um sechs anfingen und ich ihnen auch nicht noch mehr Arbeit aufbrummen wollte.
      Ich führte zuerst Ghostbuster aus seiner Box, nahm dem Hengst die Stalldecke ab, putzte sein grau geäpfeltes Fell, kratzte die Hufe aus und verlas Mähne und Schweif. Dann legte ich dem Hengst die Gamaschen an und sattelte ihn auf. Gleich darauf stand der Apfelschimmel angebunden wieder in seiner Box, damit ich mich um Tschiwabschischi kümmern konnte. Candle in the Wind machte ich zum Schluss fertig. Die beiden Stuten hatte ich bereits geputzt, sie mussten nur noch gesattelt werden.
      Um Tschiwabschischi zu putzen, brauchte ich ein wenig länger, da der Hengst es geschafft hatte, seine Decke zu verrutschen und nun ein großer Mistfleck auf seiner Flanke prangte.
      Als schließlich aber auch Tschiwi gesattelt in seiner Box stand, ging ich hinüber in den Haupttrakt, um auch Ace of Spades und Pirate Island aufzusatteln, sodass ich die vier Pferde nur noch trensen musste, wenn die Jockeys ankamen.
      Kaum hatte ich die Stuten gesattelt und mich in Schutzweste, Helm und Handschuhe geworfen, hörte ich Stimmen vor dem Stall.
      Ich hatte mit den Jockeys ausgemacht, dass sie vor dem Stall warten sollten und ich ihnen die Pferde bringen würde.
      Flott trenste ich Pirate Island auf und führte die Falbstute aus dem Stall.
      Dort begrüßte ich meine vier Helfer, drückte Harold die Zügel von Pirate Island in die Hand und sagte, dass ich sofort mit dem zweiten Pferd wieder kommen würde.
      Im Stall trenste ich auch Ace of Spades auf und führte die imposante Rappstute aus dem Stall. Ihre Zügel übergab ich an einen kleinen, untersetzten Mann namens Alex. Er besah die Rappstute von oben bis unten und nickte dann zufrieden.
      Kaum fünf Minuten später stand ich auch schon mit Tschiwabschischi auf dem Hof und stellte ihn Amy vor. Sie betrachtete staunend seine Scheckung und meinte, dass das sehr ungewöhnlich für ein Vollblut sei. Ich nickte, verschwand aber gleich darauf wieder im Stall, um Candle in the Wind zu holen. Ihn sollte eine kleine Frau namens Lindsey reiten.
      Als ich diesmal mit Ghostbuster wiederkam, saßen die vier Jockeys bereits in den Sätteln und lobten mich dafür, wie brav meine Pferde während des Aufsteigens still standen.
      Ich bedankte mich für das Kompliment, gurtete nach und schwang mich dann leichtfüßig in Ghostbuster`s Sattel.
      "Also ihr vier. Eure Pferde sind alle schon mit anderen auf der Bahn gelaufen. Pirate Island war beim letzten Stufenaufstieg nicht gut drauf, was daran lag, dass ihr Trainingsreiter sie am Tag vor dem Rennen völlig verausgabt hat. Ace of Spades setzt sich gern direkt hinter die Spitze und wartet dort auf eine Gelegentheit, genau wie Pirate Island. Tschiwabschischi`s bevorzugte Position ist dagegen direkt an der Spitze. Er mag es überhaupt nicht hinten zu laufen und wird dann auch schnell mürrisch. Candle in the Wind dagegen läuft heute das erste Mal mit anderen Pferden, ich weiß also nicht, welche Position er bevorzugen wird", erklärte ich den Jockeys, während wir im Schritt zur Rennbahn ritten.
      "Was ist denn mit deinem Pferd? Oder möchtest du uns über ihn lieber nichts verraten?", fragte Amy grinsend.
      "Oh doch, natürlich. Ich weiß nur leider selbst noch nicht, welche Position Ghost bevorzugt. Es ist heute das erste Mal, dass er zusammen mit anderen Pferden läuft.", antwortete ich und ignorierte die überraschten Gesichter der anderen. Auf dem Weg zur Rennbahn kamen uns Samuel, Donald und Meg entgegen. Ich winkte sie heran und stellte meine drei Pfleger den Jockeys vor.
      "Vertragt ihr euch immer noch nicht mit Brian?", fragte ich stirnrunzelnd, da ich meinen vierten Pfleger, der ebenfalls auf meinem Gestüt wohnte nicht entdecken konnte.
      "Er ist vor ein paar Minuten gegangen, meinte er müsste heute Mittag etwas erledigen und deshalb früher fertig werden.", erklärte Samuel errötend.
      Ich nickte. Mein Personal war bisher wirklich wunderbar, doch Brian war der klare Außenseiter. Ich hoffte wirklich sehr, dass er sich noch in die Gruppe einfand. Auf einem so rießigen Gestüt wie dem Meinen, musste das Personal einfach zusammen halten und Hand in Hand arbeiten.
      "Kommt ihr drei bitte mit zur Bahn? Ich brauche euch, um die Startboxen zu bedienen und die Zeiten zu nehmen.", forderte ich sie auf.
      Die drei grinsten sofort und meinten gleichzeitig: "Na klar, das ist ja total cool! Da können wir bestimmt viel lernen!"
      Ich lächelte nachsichtig. Die drei brannten schon regelrecht darauf, endlich beim richtigen Training der Pferde helfen zu dürfen. Bisher waren sie nur für die Pflege, Spaziergänge und das Longieren zuständig, doch ich hatte ihnen versprochen, sie demnächst alle mal auf dem Pferd zu begutachten, um zu sehen, wer mir aktiv beim Training helfen durfte.
      Da Meg sowieso unbedingt Arbeitsreiterin werden wollte, freute sie sich am meisten auf das kommende Ereignis.
      Als wir an der Bahn ankamen, erklärte ich zunächst allen den Ablauf.
      "Donald geh du bitte zu den Startboxen. Meg und Samuel, ihr stellt euch an der Ziellinie auf. Den Start hört ihr ja am Schrillen der Glocken. So und wir fünf wärmen die Pferde erst langsam gegen den Uhrzeigersinn auf. Wenn alle warm sind gehts im langsamen Galopp zu den Startboxen. Die Pferde kennen die Boxen natürlich und da ich sehr viel Zeit darauf verwendet habe, sie daran zu gewöhnen, solltet ihr auch keine Probleme haben."
      Die vier nickten und wir ritten die Pferde im Schritt auf die Bahn. Ghostbuster war wie üblich sehr kontrolliert und super an meine Hilfen gestellt.
      Da hatten es die anderen mit Pirate Island, Ace of Spades und Tschiwabschischi schon schwerer, doch sie waren erfahrene Jockeys und hatten die temperamentvollen Pferde gut im Griff. Nur Lindsey hatte mit Candle in the Wind keine Probleme, der schöne Hengst war einfach der geborene Gentleman.
      Ich trabte Ghost an und zog den Reißverschluss meiner Windjacke soweit hoch, wie es ging. Es wehte ein eisig kalter Wind und die Flutlichtstrahler warfen ein seltsam künstliches Licht auf die Bahn.
      Ghostbuster spielte nervös mit den Ohren und obwohl er sich bemühte, mir wie immer alles Recht zu machen, konnte ich seine Aufregung spüren. Auch die anderen vier Pferde schienen sich nicht so wirklich wohl zu fühlen. Pirate Island sprang andauernd vom Außenrail weg, weil es außerhalb der Bahn noch sehr dunkel war. Auch Tschiwabschischi und Ace of Spades zuckten bei jedem Windstoß zusammen und wieherten einander zu.
      Als die Pferde schließlich warm waren, ließ ich Ghostbuster in einen leichten Galopp fallen und lenkte ihn auf die Starbox zu. Der Hengst zuckte nicht einmal mit den Ohren, als Pirate Island und Ace of Spades an ihm vorbei zogen und ich konnte nur mit den Schultern zucken, als Amy mich fragend ansah. Gleich würde sich zeigen, ob Ghost den Willen hatte, gegen andere Pferde zu rennen. Hatte er diesen nicht, machte eine weitere Ausbildung im Galopprennsport keinen Sinn.
      Bei den Startboxen angekommen, parierten wir die Pferde zum Schritt durch. Tschiwi hatte Box eins gezogen, Ace of Spades Box zwei, Ghost Box drei, Candle Box vier und Island stand ganz außen in der fünf.
      Wie ich vorhergesagt hatte, begannen die Pferde zwar aufgeregt zu tänzeln, als sie die Startboxen sahen, gingen jedoch anstandslos hinein.
      Ich nickte Donald zu, setzte mich zurecht und griff in die weiße Mähne meines Hengstes. Gleich darauf schrillte die Glocke, die Türen der Startboxen flogen auf und fünf energiegeladene Vollblüter stürmten hinaus auf die Bahn. Zu meiner Überraschung fand ich mich mit Ghostbuster an der Spitze des Feldes wieder. Der großramige Hengst lief dicht am Rail und wurde mit jedem Galoppsprung länger. Ich war völlig verblüfft, da ich damit niemals im Leben gerechnet hätte. Ich lehnte mich nach vorn und ließ Ghost laufen. Ich wollte den Hengst nicht aus dem Konzept bringen, indem ich ihn nun in seinem ersten Rennen übermäßig zurückhielt. Stattdessen achtete ich darauf, dass er in der Kurve nicht nach außen driftete. In der Kurve riskierte ich einen kurzen Blick nach hinten und sah, dass Island und Ace of Spades Kopf an Kopf direkt hinter uns liefen. Tschiwabschischi preschte plötzlich an der Außenseite heran. Der Scheckhengst schwitzte bereits stark und ich war mir nicht sicher, ob er dieses Tempo bis zum Schluss würde durchhalten können. Auch Candle in the Wind kam außen mächtig auf und lieferte sich mit Tschiwi einen verfrühten Zweikampf.
      Auf der Zielgerade griffen auch Ace of Spades und Pirate Island an. Ich knetete Ghostbuster`s Hals und als Tschiwi und Candle schon fast auf einer Höhe mit ihm waren, legte er plötzlich noch einmal einen Zahn zu. Er wurde noch flacher, wechselte den Galopp und vergrößerte seinen Abstand zu den anderen Vieren mit jedem Galoppsprung.
      Ich nahm die Ziellinie, sowie mein jubelndes Personal nur am Rande war und pullte Ghostbuster behutsam auf. Der Hengst verlangsamte seine Gangart nur wiederwillig und schlug dauernd mit dem Kopf, als wir zurück zum Eingang ritten.
      Die vier Jockeys lobten ihre Pferde und sahen Ghostbuster anerkennend an.
      "Das sind alles ganz ausgezeichnete Pferde die sie da haben, aber der Schimmel ist wirklich außergewöhnlich. Ich fürchte wir alle haben sie und ihren Hengst wirklich unterschätzt. Aber auch noch ein Lob an die Erziehung, ich bin selten so gehorsame Vollblüter geritten. Wenn ich auch beim Training zur Klasse S helfen soll, tue ich das gerne!"
      Auch die anderen drei stimmten grinsend zu und als wir unsere Zeiten von Meg und Samuel entgegen genommen hatten, ritten wir die Pferde zurück zu den Ställen. Die Jockeys verabschiedeten sich und ich versprach, mich bei ihnen zu melden, wenn es wieder Zeit für eine Stufenerhöhung war.
      Dann halfen mir Meg, Samuel und Donald die Pferde zu versorgen und ich war einfach nur überglücklich, dass alle vier den Aufstieg in Klasse M geschafft hatten!
    • Sammy
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      Trainingsbericht Dressur E-A
      29. November 2014
      Gähnend betrat ich meinen Stall und streckte meine verspannten Muskeln. Es war kalt draußen und ich hatte heute bereits drei Pferde trainiert. Nun war mein hübscher Achal Tekkiner Hengst Candle in the Wind an der Reihe. Der große Fuchs sollte in der Dressur auf Klasse A trainiert werden.
      Da es in England sehr kalt war und die Rennbahn momentan nicht zu gebrauchen war, hatte ich beschlossen, seine Ausbildung zunächst der Dressur zu widmen. Im Sommer konnte es dann mit dem Renn- und Distanztraining weiter gehen.
      Ich führte Candle in the Wind aus seiner Box, band ihn in der Stallgasse an und begann damit, sein kupferfarbenes Fell zu striegeln. Nachdem ich auch seine Hufe ausgekratzt, seine Mähne gekämmt und seinen Schweif verlesen hatte, konnte ich mit dem satteln beginnen. Anschließend bandagierte ich Candle`s Beine, zog mir Helm und Handschuhe an und führte Candle dann aus dem Stall.
      In meiner Reithalle angekommen, stellte ich Candle in the Wind auf der Mittellinie auf, gurtete nach, zog die Steigbügel herunter und schwang mich dann leichtfüßig in den Sattel. Wir mussten heute die Schritt-Galopp-Übergänge, die Vorhandwendung, Viereck verkleinern und vergrößern und das Rückwärtsrichten erarbeiten.
      Doch zunächst wärmte ich meinen Hengst gut auf und begann mit Schritt-Trab und Schritt-Halten-Übergänge. Dabei achtete ich vor allem darauf, dass Candle in the Wind geschlossen zum Stehen kam.
      Als mein Aufwärmprogramm abgeschlossen war, machte ich mich an die Schritt-Galopp-Übergänge. Candle in the Wind war ein sehr gehorsames Pferd, weshalb ich nicht mit Problemen rechnete. Ich galoppierte den Hengst an und gab ihm dann die Hilfen zum durchparieren. Der Übergang war anfangs noch ein wenig holprig, doch nachdem ich Candle mit mehreren halben Paraden besser darauf vorbereitete, klappte der Übergang bald reibungslos.
      Anschließend ritt ich mit Candle im Schritt auf die zweite Ecke der langen Seite zu und gab dem Hengst kurz vorher die Hilfen zum Angaloppieren. Aus seinem Renntraining hatte der Hengst bereits gelernt, aus dem Stehen anzugaloppieren, doch dabei lag das meiste Gewicht auf der Vorhand. Wie erwartet versuchte Candle nun auch nach vorne zu stürmen, doch ich lehnte mich zurück und bemühte mich darum, sein Gewicht auf die Hinterhand zu bringen. Der große Hengst brauchte nicht lange, bis er verstanden hatte, was ich von ihm verlangte und schon bald klappten die Übergänge in beide Richtungen ausgezeichnet, sodass wir uns dem Rückwärtsrichten widmen konnten.
      Dazu parierte ich Candle in the Wind in der Mitte der Halle zum Halten durch, hob mich leicht aus dem Sattel, nahm die Zügel an und sagte: "Back!". Dieses Kommando kannte der intelligente Hengst bereits aus der Bodenarbeit und prompt verlagerte er sein Gewicht nach hinten. Ich lobte ihn sofort und versuchte das ganze noch einmal. Diesmal richtete ich ihn eine Pferdelänge rückwärts, bevor ich die Zügel nachgab und mich wieder fest in den Sattel setzte.
      Für das Viereck verkleinern und vergrößern wiederholte ich zunächst das Schenkelweichen. Nachdem das gut klappte, ritt ich Candle im Schritt auf die lange Seite zu, stellte ihn in der Ecke schon leicht nach außen, trieb mit dem äußeren Schenkel vorwärts-seitwärts und fing ihn mit dem inneren Schenkel ab. Eine Pferdelänge vor B stellte ich den Hengst gerade, ritt bis eine Pferdelänge nach B und stellte ihn anschließend nach innen. Diesmal trieb mein innerer Schenkel vorwärts-seitwärts und der äußere fing die Bewegung des Hengstes ab, bis wir wieder an der Bande angelangt waren.
      Als letztes war nun nur noch die Vorhandwendung an der Reihe.
      Dazu ritt ich mit Candle in the Wind auf den dritten Hufschlag und parierte ihn dort zum Halten durch. Dann stellte ich den Hengst leicht Richtung Bande, legte den äußeren Schenkel fest an, nahm den inneren eine Handbreit hinter den Gurt und ließ Candle in the Wind um seine Vorhand herum treten. Dabei achtete ich besonders darauf, dass der Hengst keinen einzigen Schritt nach vorne machte. Als auch diese Lektion gut saß, ritt ich Candle in the Wind trocken, lobte den Hengst ordentlich und saß dann ab.
      Er hatte erfolgreich die Klasse A in der Dressur erreicht!
    • Sammy
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      Trainingsbericht Dressur A-L
      17. Dezember 2014
      "Hallo mein Schöner!", begrüßte ich Candle in the Wind fröhlich, während ich den Hengst aus der Box führte. Es war bereits vier Uhr abends und draußen dämmerte es. Trotzdem wollte ich den schönen Hengst heute in der Dressur auf Klass L trainieren. Eigentlich stand auch noch sein Distanztraining auf dem Programm, doch momentan war es viel zu kalt, um stundenlang draußen herum zu reiten, deshalb hatte ich beschlossen, mit der Dressur zu beginnen.
      Ich band den Hengst in der Stallgasse an, putzte ihn kurz über, kratzte seine Hufe aus, verlas den Schweif und kämmte seine Mähne und sattelte ihn zum Schluss auf. Dann zog ich mir meine Jacke wieder an, setzte den Helm auf und führte den Fuchs aus dem warmen Stall. Es war schon bald Zeit für die Abendfütterung und bis dahin wollte ich mit Candle in der Reithalle sein, damit er sich nicht unnötig aufregte.
      Bei der Halle angekommen, schloss ich die große Tür hinter mir, stellte Candle in the Wind auf der Mittellinie auf, gurtete nach und schwang mich dann in den Sattel. Der gut erzogene Hengst benahm sich wie üblich wie der geborene Gentleman und blieb brav stehen, bis ich ihm das Signal zum Antreten gab.
      Ich ritt Candle ordentlich auf beiden Händen im Schritt und Trab warm, indem ich viele Wendungen und Übergänge ritt, bevor ich die Lektionen aus Klasse wiederholte. Erst dann begann ich mit dem eigentlichen Training.
      Auf unserem heutigen Trainingsprogramm standen der Außengalopp, die einfachen Wechsel, die Kurzkehrt und die Hinterhandwendung.
      Um einen guten Einstieg zu haben begann ich mit den einfachen Galoppwechseln. Da Candle auf jede noch so kleine Hilfe reagierte, rechnete ich nicht mit Schwierigkeiten. Die Übung setzte sich aus einem Galopp-Schritt und einem Schritt-Galopp-Übergang zusammen, beide Elemente hatte ich mit Candle bereits im Training für die Klasse A erarbeitet.
      Ich galoppierte den Achal Tekkiner an, wendete ihn auf den Zirkel ab und parierte ihn kurz vor X in den Schritt durch. Dann ließ ich ihn drei Schritte vorwärts laufen, bevor ich den Fuchs erneut angalopierte. Wie bereits erwartet, arbeitete Candle super mit, sodass ich die Übung nur noch einmal auf der anderen Hand wiederholte und es dann für heute gut sein ließ.
      "Okay Candle, dann gehts jetzt an den Außengalopp!", sagte ich gut gelaunt zu dem Hengst.
      Dazu galoppierte ich ihn wieder an und ritt dann einfache Schlangenlinien. Somit lief mein braver Hengst in den Wendungen bereits im Kontergalopp. Nach und nach zog ich den Bogen der Schlangenlinie immer mehr in die Länge, damit Candle eine größere Strecke im Außengalopp laufen musste.
      Als das gut klappte, wechselte ich durch die ganze Bahn und achtete vor allem darauf, kurz vor erreichen des Hufschlags betont ruhig zu sitzen, um Candle nicht zum unerwünschten Umspringen zu animieren. Dann ließ ich den Hengst zwei Runden im Außengalopp gehen, bevor ich das ganze auch auf der anderen Hand wiederholte.
      Anschließend wollte ich, dass Candle direkt im Außengalopp ansprang. Dazu stellte ich den Hengst leicht nach außen, legte das innere Bein eine Handbreit hinter den Gurt und schnalzte auffordernd mit der Zunge. Der intelligente Hengst zögerte nur ein paar Sekunden, dann sprang er im Außengalopp an. Ich lobte ihn sofort ausgiebig und wiederholte die Lektion ein paar mal auf beiden Händen, bis alles sicher klappte.
      Als vorletzte Übung stand nun die Kurzkehrtwendung auf dem Plan.
      Dazu parierte ich meinen Achal Tekkiner Hengst zum Schritt durch. Dann ritt ich den Anfang einer Volte, um Candle in the Wind schon perfekt gestellt zu haben. Nun führte ich den jungen Hengst noch mehr in die Biegung hinein, fing ihn mit dem äußeren Bein leicht ab und ließ ihn ein paar Schritte wenden. Nach und nach wendete ich den Hengst immer weiter, bis wir schließlich die geforderten 180° erreichten. Ich ritt Candle sofort im Schritt weiter und lobte den Hengst.
      Somit war nun nur noch die Hinterhandwendung zu erarbeiten, die auf der Kurzkehrt aufbaute. Dazu ritt ich Candle in the Wind auf den dritten Hufschlag und parierte ihn dort zum Halten durch. Dann gab ich ihm dieselben Hilfen wie auch für die Kurzkehrt, nur dass ich den Hengst diesmal vorne zurückhielt, damit er auch nach der Wendung wieder zum Stehen kam. Nachdem wir die Lektion einige Male geübt hatten, ließ ich die Zügel lang, ritt zur Bande, legte Candle seine Abschwitzdecke über die Kruppe und ritt den Hengst in aller Ruhe trocken. Anschließend versorgte ich ihn im Stall und entließ ihn dann in seine Box zu seinem wohlverdienten Abendessen. Immerhin hatte mein intelligenter Hengst den Aufstieg in Klasse L der Dressur mit Bravour gemeistert!
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  • Album:
    Verkaufsstall
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    Sammy
    Datum:
    24 Aug. 2017
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    Candle In The Wind
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    [engl.: Kerze im Wind]
    Spitzname: Candle

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    ~ Abstammung ~
    Von:
    Acolito

    V: Atikko
    M: Hillaria​
    Aus der: Make me Wonder

    V: Glint of Gold
    M: Mousse au Chocolat

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    Rasse: Achal Tekkiner
    Geschlecht: Hengst
    Geburtsdatum: 31.12.2008
    Stockmaß: 1.60
    Fellfarbe: Fuchs
    Kopfabzeichen: Blesse
    Beinabzeichen: v.l. & v.r. weiße Fessel, h.l. & h.r. hochweiß gestiefelt

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    ~ Beschreibung & Charakter ~

    Candle in the Wind ist ein Hengst der Extraklasse. Er hat wunderbare Manieren, ist allerdings auch etwas hochmütig. Candle ist elegant und zeigt dies auch gerne unterm Sattel. Weiche Gänge und eine schöne Reaktion auf die leichten Hilfen zeichnen den Hengst aus. Candle in the Wind kann aber auch ein Schmuser sein und Hengstmanieren sind ihm unbekannt.

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    Besitzer: Sammy
    Vorbesitzer: Edfriend
    Ersteller: Sammy​
    Vkr: ///​


    --------------------------------------------------
    ~ Qualifikationen ~
    Dressur:
    S
    Distanz: S
    Galopprennen: S


    --------------------------------------------------​
    ~ Schleifen ~


    Gewinner der HK[479] Großpferde
    3. Platz beim 303. Dressurturnier

    --------------------------------------------------
    ~ Sonstiges ~
    Zuchtfähig:
    Ja
    Nachkommen: ///​