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Kirbeeh

Cadence

CadenceVon: SugarAus der: EnyaGeburtsdatum: 2.5.2006Geschlecht: StuteGesundheit: sehr gutAussehen: Rasse: AndalusierFellfarbe: RappschimmelAbzeichen: //Stockmaß: 1,59mCharakter: Zickig, Temperamentvoll, EnergischBesitzer Daten: Vorbesitzer: //Besitzer: HuskyJennyPferd erstellt von: HuskyJennyVkr: HuskyJennyZüchter: //Beschreibung:Cadence ist ein ausgesprochen talentieres Dressurpferd und spiegelt die Spanische Rasse gut wider. Sie hat einen sehr kräfitigen Hals und ein Standhaftes Fundament. Cadence hat einen ruhigen Charakter und ist sehr Menschenbezogen und lieb, trozdem sehr Sensibel und vorsichtig. Sie besitzt eine enorme Präsenz und Ausstrahlung. Sie beherrschte alle Elemente der hohen Schule in der Dressur. Sie Punktet auf Turnieren vor allem mit ihrer Eleganten Beinarbeit vor allem beim Starken Trab und der Piaffe. An sich ist Cadence eine sehr gelassene Stute, wirkt sogar fast müde, auf dem Dressurviereck verprüht sie jedoch ihre volle Willenskraft. Auch im Gelände zeigt sie ihre feurige Seite.Qualifikation:Galopprennen Klasse: AWestern Klasse: ESpring Klasse: AMilitary Klasse: AFahren Klasse: LDressur Klasse: S***Distanz Klasse: ASchleifen & Auzeichnungen:1. Platz 265. Springturnier3. Platz 165. Militaryturnier3. Platz 168. Distanzturnier3. Platz 187. Fahrturnier2. Platz 251. Dressurturnier3. Platz 188. Fahrturnier3. Platz 254. Galopprennen1. Platz 253. Dressurturnier2. Platz 257. Dressurturnier2. Platz 259. Dressurturnier1. Platz 261. Dressurturnier3. Platz Dressur "Tag der offnen Tür" des Gestüts BardagamaðurGewinner der Stutenshow des Sommerturniers 2014 von RoBabeRo & CatyCat[SK 415 Dressurorientierte Stuten]1. BZSW.383. SW[SW 399] TurniersiegerInformationen zur ZuchtGekört/Gekrönt: JaNachkommen: http://www.fotos-hoc...dxowg9s0a7v.jpg

Cadence
Kirbeeh, 8 Juni 2013
    • Kirbeeh
      Pflegebericht für alle Pferde

      Der Tag hat so friedlich begonnen. Ich wachte auf nachdem ich feststellte das meine Heizung kalt geworden ist und sich meine decke verdreht hatte. Mühevoll zog ich mir meine Socken über und zog mir etwas armes an. Der November ist gekommen kalte Nächte traten hervor und als ich kurz aus dem Fenster schaute bildete sich eine kleine Atemwolke vor meinem Gesicht. Ich schloss das Fenster wieder schnell und machte mir einen Kaffee warm. Ich wollte keine zeit vergeuden schaute in dem Hof hinein wo die Pferde standen und begab mich schleppend die Treppen runterzugehen. Ich zog eine dickere Jacke an und etwas beschmutzte jedoch warme Stiefel. Bepackt mit all möglichem Zeug begab ich mich in die Winterstallungen, etwas weiter Abseits vom Hof. Dort standen Tigra und Rayon de Solei, da ich in letzter Zeit zu viele Pferde hatte, habe ich Angestellte eingestellt, die mir dabei halfen die Pferde zu pflegen. Die Boxen der Shire Horse waren jeweils sauber gepflegt und ich lobte den Stallburschen für seine Gelungene Arbeit. Der Rundgang führte mich weiter zu den ebenfalls gekörten Pferden. Nacheinander wurden die Saddlebreds Sir lancelote, Fine Frenzy, Laurencio, Draugsa, Casablanca, Yanetha und Season's Princess gebürstet und hinausgetragen. Soldiers Pride übernahm ich zunächst, bürstete ihr Fell kratzte ihre Hufen aus und entknotete ihr Langhaar. Etwas unbeholfen stand ich mit Exorzismus da der sich ungeduldig hin und herbewegte, letztendlich waren auch die Friesen Black Star, Amalia und Zingara fertig. Chramisa wurde soeben auf die Weide zusammen mit Calucci Aerith geführt. Mir blieben also noch Raufbold und Silcenc Dream, um Puppenspieler und Kinderlachen hat sich eine Freundin bereitgestellt. Silenc Ist erst vor kurzem auf unseren Hof gekommen und sich an ihn zu nähern war nicht das leichteste, jedoch ist seine Haltung sehr verschreckend zurückhaltend und er ist relativ gelassen. Ich hoffte das er sich schnell um die Umgebung gewöhnen würde. Etwas Gereizt schüttete ich das Heu in die Boxen da ich noch eine ganze Herde vor mir hatte. Ohne Zeit u verlieren ging ich eine Weide weiter wo die Stuten Saddy, Teasie und Mikke standen. Ich mistete einige Pferdeäpfel auf und somit war dort die Arbeit vorerst getan. In den Ställen standen die Hengste Muh! ,Silberstern, Albaran ox, Khadir und Arsil. Hier war noch nichts getan und so wurde ich gezwungen zwei Boxen komplett auszuräumen, und einige teilweise zu säubern. Ich warf zu jeder Box einige Leckeries hinein und füllte das Wasser neu auf. Es war nach 3 Uhr und einige Reitbeteiligungen waren eingetroffen. Die so nett waren wir etwas bei den Ponys zu helfen, ich übernahm Douglas, Dancer in the Moonlight und Herbstraum, während sich die Kinder an Alufolie, Shalom, Zauberfee, Little Jim, Star's Diamond, Spotted Dream und Star vergriefen. Ich erklärte ihnen was sie machen mussten, was es für Bürsten gab und worauf man achten sollte. Die Zeit ging schneller als mir in dem Moment lieb war und ich genoss die Zeit mit den Kindern ihnen etwas beizubringen. Zudem haben sie mir sehr bei der Arbeit geholfen. Da nach Zugabe gerufen wurde habe ich mich dazu entschieden etwas größere Pferde ranzunehmen. Schachfigur, Husky, Blümchen, Knocked Down Glanzstück und Horror Kid. Wir pflegten sie Sorgfältig und sie blieben alle ruhig stehen. Es fing an zu regnen also brachten wir sie in die Boxen, beziehungsweise führten einige auf die Weide wo sie sich austoben konnten. Verteilt standen nun auf den Weiden außerdem noch Meine Fäden, Bin ich dein Fluch, Miss Seventeen, Vintage Gold, Talmih und Kruzifix. Ich habe den Kindern erlaubt sie mit Leckerlies wie Äpfeln zu pflegen, und hab die Verantwortung weiter. Ich musste mich noch um wenige Pferde kümmern nachdem ich den Abend beenden durfte. Es war kurz vor 6 und es war schon sehr Dunkel, die Straßenlichter gingen an. Ich ging zu den Pfleglich gehaltenen Fohlenboxen, wo nebeneinander Awake and Lifeless und Aloha from Hell stand. Aloha leckte an einem Salzstein und konnte nicht ruhig halten. Beide sind ziemlich groß geworden, die Zeit vergeht wie im Flug. Da sie gestern Auslauf hatten ging ich weiter zu Halluzination und I can feel your Heartbeat. Ich bürstete beide leicht in der Box um den gröbsten Schmutz zu entfernen und füllte die Box mit Stroh. Kruzifix wurde gerade zusammen mit Possibility geritten. Ich wollte Cadence heute selber reiten da ich auf eine Stunde Dressur hatte. Sie war fertig und stand bereitgestellt, ich musste nur noch die Trense anlegen und setzte mich auf sie. In der Halle war es sehr frisch... Ich war fertig mit dem Reiten und war positiv von ihr überrascht sie hat sich mit der Zeit wirklich verbessert. Ich führte sie zurück in die Boxen und kratzte ihre Hufen aus. Ich ging zu Insane, es war nach 8 Uhr er jedoch zappelte wie verrückt in der Box und ich war etwas angetrieben ihn ebenfalls zu Reiten. Die Hindernisse standen noch und so begab ich mich zu Insane in die Box. Ich betrachtete sein glänzendes Fell und führte in hinaus. Ich putzte ihn und machte ihn fertig. Ich habe eine neue Trense benutzt und hoffe das er sich an sie gewöhnen würde, passen tut sie jedoch zum Glück. Wir ritten in die Halle hinein die inzwischen wie leergefegt war. Es standen einige Hindernisse die wir Mühelos überquerten. Es war ein anstrengender Tag und morgen würde der Tag sich wiederholen, ich ging noch vor 10 Uhr ins Bett und stellte mir den Wecker recht früh.
    • Rajandra
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      24.11.2013 Hufschmiedbesuch bei Cadence
      Vor meinem Feierabend hatte ich noch einiges zutun. Grade war ich auf HuskyJennys Hof gefahren und parkte mit meiner mobilen Schmiede direkt vor dem Stallgebäude. Dann machte ich mich auf die suche nach HuskyJenny, die ich schon bald in der Stallgasse fand. Sie stand an Cadence's Box und wartete anscheinend schon auf mich. Die Andalusierstute Cadence war mir schon von einigen Turnieren und Schönheitswettbewerben bekannt und ich strich ihr über die Nase. Dann führte HuskyJenny sie die Stallgasse herunter in die Nähe meiner mobilen Schmiede. Ich suchte nahm mir mein Werkzeug und fing an Cadence's Hufe zu bearbeiten. Augekratzt waren ihre Hufe schon, so fing ich an die Eisen mit der Zange vorsichtig abzunehmen. Dabei achtete ich auf ungleiche Abnutzung oder ähnliches, denn aus der Abnutzung konnte ich Schlüsse aus Cadences Bewegungsablauf ziehen. Da sie nur vorne beschlagen war entfernte ich die zwei Eisen vorne und fing dann an auszuschneiden. Mit dem Hufrinnmesser schnitt ich Strahl und Strahlfurchen aus und mit der Hauklinge nahm ich überflüssiges Horn weg und begradigte etwas. So fuhr ich an allen vier Hufen fort. Als ich damit fertig war nahm ich mir den Bock und meine Hufraspel und pfeilte die Hufe in Form. Als ich mit allen vier Hufen zufrieden war nahm ich mir ein Aluminiumeisen der Größe II und hielt es an Cadences Huf, genau sah ich mir die unstimmigkeiten an und bearbeitete es mit meinem Hammer auf dem Amboss, dann hielt ich es nocheinmal an Cadences Huf. Eine Kleinigkeit musste ich noch nacharbeiten, dann nagelte ich es unter ihren Huf. Danach ging ich nocheinmal mit der Pfeile drüber und wiederholte das ganze am anderen Vorderhuf. Nun war Cadence fertig beschlagen und ich gab der Stute ein Leckerlie. Auf der Stallgasse durfte sie nocheinmal auf uns ab laufen, doch ich hatte meine Arbeit einwandfrei erledigt und die Stute durfte wieder in ihre Box. Schnell räumte ich meine Sachen weg und verabschiedete mich von HuskyJenny, dann ging es weiter zum nächsten Kunden.​
    • Eowin
      Tierarztbesuch bei Cadence

      Als ich durch die Tür nach draußen trat, traf mich eiskalt der Schock. Buchstäblich eiskalt: Alle Weiden waren winterlich weiß gefroren und mein Atem stieß sich in dampfenden Wölkchen aus. Es war – auf gut deutsch gesagt – arschkalt.
      Und auf meinem Terminkalender standen zwei Pferde für den TÜV. Klasse, das bedeutete also den halben Tag in der Eiseskälte Knetgummi in Hufe drücken. Wachsende Begeisterung. In weiser Voraussicht trat ich zurück ins Haus und zog mir meine lange Elli unter die Hose – frieren war etwas, das nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen gehörte. Die dicke Jacke an, Schal um und so konnte ich etwas milder gestimmt meine Sachen zusammensuchen.
      Mobiles Röntgengerät, Playdooh, Bleischürzen, Impfungen, Wurmkuren, die Kopflampe. Schnell verstaute ich alles einigermaßen sinnig in dem großen Kofferraum und machte mich dann auf den Weg zu HuskyJenny.
      Die Fahrt dauerte nicht sonderlich lange, sodass ich bald auf dem Gestüt ankam.
      Ich parkte etwas schief vor dem Stalleingang und stieg dann aus. Im Stalltrakt kam mir Jenny direkt entgegen und begrüßte mich sehr herzlich. Sie erklärte mir kurz noch einmal, was heute zu tun sei und führte mich dann zu meinem ersten Patienten heute, Cadence.
      Jenny holte die Stute aus der Box, woraufhin ich sie kurz mit einem Klopfen am Hals begrüßte. Sie beäugte mich mehr als misstrauisch und beinahe etwas von oben herab.
      Ich begann sofort, die Stute zu kontrollieren. Ich sah in die Augen, tastete sämtliche Gelenke ab, die Muskeln, den Widerrist, die Wirbel, den After, ich hob den Schweif – woraufhin ich beinahe einen Tritt kassierte, aber schnell genug ausweichen konnte -, dann schaute ich mir die Hufe und die Biegsamkeit der Gelenkte an.
      Als ich dies abgeschlossen hatte, schaute ich in die Nüstern und Augen, testete den Pupillenreflex und schaute nach den Zähnen.
      Dann hörte ich Herz und Lunge der Stute ab und nahm den Puls.
      Daraufhin machte ich die Beugeprobe, aus der heraus ich Jenny bat, die Stute gerade und direkt anzutraben, eine möglichst enge Wendung zu gehen, ohne durchzuparieren und zu mir zurück zu kommen.
      Wir wiederholten das mit allen vier Beinen – die Stute lief klar.
      Anschließend musste sie zehn Minuten longiert werden in allen Gangarten, dann nahm ich wieder den Puls und beobachtete die Schweißbildung. Alles war im vollkommen normalen Zustand.
      Nun holte ich mein mobiles Röntgengerät, die Bleischürzen und die Knete aus dem Auto. Jenny und ich statteten uns mit den Schürzen aus, dann fragte sie entsetzt, wofür die Knete wäre. Ich erklärte, dass ich damit den Raum des Hufs um den Strahl herum befüllte, da man sonst auf den Bildern das Hufbein nicht richtig sah. Und es musste die teure von Play-Dooh sein, da die Billig-Knete schlechte Klebeeigenschaften hatte.
      Demnach kam die Knete in den gesäuberten Huf, den Huf auf einen Bock, dass er steil auf der Spitze stand – und dann musste Cadence überredet werden, still zu stehen. Es klappte einigermaßen gut.
      Das Selbe wiederholten wir mit allen vier Hufen, dann wurden noch die Gelenke der Beine, die oberen Halswirbel und die Sattellage geröntgt.
      Es dauerte relativ lange, aber bald hatte Cadence es geschafft.
      Nun gab es nur noch eine lästige Spritze, nämlich die Influenza-Impfung und dann die Wurmkur ins Maul. Sie bekam – wie zu dieser Jahreszeit üblich – Ivomec.
      Nun konnte sie in die Box und musste geduldig auf das Ergebnis ihres TÜVs warten.
      Ergebnisse des TÜVs:

      Cadence: kleiner Chip v.l., nicht veränderlich, keine Gefahr
      Röntgenklasse II
    • Eowin
      Tierarztbesuch bei Cadence

      Nachdem mich vor ein paar Tagen ein Anruf von Husky ereilt hatte, dass ich nach ihrer Stute Cadence sehen solle, machte ich mich heute auf den Weg.
      Es standen Exterieur- und Gangbildbeurteilung auf dem Weg, sodass ich mein Klemmbrett und die entsprechenden Formulare in meinen Kofferraum packte. Kurz schaute ich noch, ob mein Kugelschreiber noch schrieb, dann machte ich mich auf den Weg zu meinem nächsten Patienten.
      Ich hatte bereits das Vergnügen mit der Stute gemacht, sodass ich guter Dinge war. Das letzte Mal war die Behandlung bei ihr ohne Probleme verlaufen.
      Als ich auf dem Gestüt von Husky ankam, küsste die Morgensonne just den Horizont und begann sich von der Welt zu trennen, sodass die winterlichen Welt in seichtes, tiefrotes Licht getaucht wurde. Der Himmel war von buschigen Schäfchenwolken gespickt, die nun aussahen, als würden sie in Flammen stehen.
      Der Morgen war wunderschön.
      Für Husky allerdings eher nicht so. Ich parkte mein Auto vor dem Stall und trat dann in die Gasse. Alle Pferde sahen mich voller Vorfreude an, hier und da wieherte eines. Doch das Licht war aus, kein Zeichen menschlichen Lebens.
      Verwirrt trat ich wieder aus dem Stall und rief ihren Namen. Langsam schlenderte ich an der Flanke des Stalls entlang und schaute nach, ob sie vielleicht bei den Weiden oder auf dem Reitplatz war. Doch ich konnte niemanden entdecken, sodass ich mein Handy zückte und sie anrief.
      Kurz darauf musste ich feststellen, dass ich sie geweckt hatte. Ich entschuldigte mich gefühlte tausend Male – war wohl nicht jeder so ein Frühaufsteher wie ich.
      Husky versprach sich zu beeilen und war in der Tat kaum mehr als nach zehn Minuten bei mir. Ich begrüßte sie herzlich und musste kurz über ihre zerzauste Frisur schmunzeln, dann machten wir uns auf den Weg zu Cadence.
      Im Stall brach spürbar Unmut aus – offenbar hatten die Pferde noch nicht gefrühstückt. Deswegen holten wir Cadence aus ihrer Box und banden sie an, nachdem wir ihre Portion Heu in eine Karre gepackt und vor sie gestellt hatten. So konnte sie sich schon einmal etwas stärken, bevor ich sie beurteilen würde.
      Während die kleine Stute fraß, holte ich mein Klemmbrett und sammelte die Informationen für den Pferdepass zusammen.
      Reinrassiger Andalusier, Vater ist Sugar, das Geburtsjahr 2006, Fellfarbe Rappschimmel. Das Stockmaß beträgt … Vorsichtig hielt ich meinen Zollstock an. 1,59m in etwa. Wachsen würde sie nicht mehr, wenngleich mir sofort auffiel, dass die Stute leicht überbaut war.
      Nun notierte ich mit Abzeichen und Wirbel. Da keine Abzeichen vorhanden waren und die Stute nicht gebrannt war, musste ich darauf hoffen, dass sie genug Wirbel hatte für die Identifikation.
      Ich hatte Glück – sie besaß einen Strinwirbel, einen auf der Brust und einen an der rechten Seite des Halses, der von der Mähne verdeckt wurde.
      Jetzt musste ich die Stute doch von ihrem Frühstück abhalten. Ich bat Husky, sie geschlossen vor mir aufzustellen, damit ich das Exterieur beurteilen konnte.
      Mit meinem Klemmbrett ging ich langsam um die Stute herum, musterte sie sehr genau und notierte mir währenddessen die Merkmale.
      Die Stute hatte einen korrekt aufgesetzten, muskulösen Hals mit einem etwas kleinen, aber sehr ausdrucksstarken Kopf. Die Schulter war gut, aber ein kleines bisschen zu steil. Sie besaß trockene Gelenke und korrekt gestellte Beine und Hufe. Quadratisch gebaut war sie mit einem kurzen Rücken ausgestattet. Weiter ließ sich feststellen, dass Cadence leicht überbaut ist und wenig Widerrist hat.
      Sie war korrekt gebaut und hatte ein rassetypisches Exterieur; die Mängel, die sie hatte, waren von keiner großen Wichtigkeit. In einer Stutenprämierung dürfte sie so, je nach Richter, etwa eine Bewertung zwischen 7,8 und 8,2 erhalten.
      Anschließend bat ich Husky, mir ihre Stute zunächst auf hartem Boden im Schritt und Trab und dann auf Sand in allen Gangarten vorlaufen zu lassen.
      Aufmerksam beobachtete ich den Bewegungsablauf der Stute und musterte sie genau.
      Schon bei dem Vorlaufen auf hartem Boden fielen mir einige Dinge auf, die ich mir knapp notierte, wartete mit einem Urteil jedoch, bis ich sie in der Halle hatte laufen sehen.
      Zunächst führte Husky die Stute im Schritt, dann im Trab. Für den Galopp ließ sie sie frei und scheuchte sie durch das Wedeln mit einem Ende des Strickes. So frei hatte ich die Gelegenheit, auch noch einmal Schritt und Trab auf beiden Händen beurteilen zu können.
      Nach kurzer Zeit hatte ich mir ein genaues Bild von der Stute gemacht, wertete noch kurz meine Notizen aus und berichtete Husky dann von meinem Urteil.
      „Cadence hat großes Potential im Schritt, hält sich hier jedoch noch etwas fest. Hier könntest du noch etwas verbessern und vor allem für den Aufbau der höheren Dressurklassen an dem Rahmen des Schritts arbeiten. Im Moment tritt sie noch nicht ganz durch und eher kurz. Das ist ein Problem, was viele Pferde haben, weil der Schritt meistens hinter Trab und Galopp in der Arbeit gestellt wird.
      Ihr Trab ist enorm elastisch und raumgreifend, sie fusst weit mit der Hinterhand unter den Schwerpunkt und besitzt eine prahlende, weit vorgreifende Vorhand. Typisch Andalusier eben. Ich kann mir gut vorstellen, dass sie eine absolut fulminante Verstärkung hinlegt. Sie bietet auch die Hankenbeugung hervorragend an – da wird mit ihr noch einiges zu machen sein.
      Im Galopp sieht man, dass ihre Schulter etwas zu steil ist. Sie zeigt zwar eine deutliche Bergauftendenz, durch diesen Punkt im Exterieur hat sie jedoch nicht die Möglichkeit, im Galopp so weit auszugreifen. Aber sie soll ja auch nicht paddeln, von daher wird das ihrem Potential keinen Abbruch tun. Auch hier tritt sie weit mit der Hinterhand unter, man merkt auch, dass sie durch ihren kompakten Körperbau sehr koordiniert ist. Außerdem springt sie im Galopp sehr weit.
      Wo noch etwas verbessert werden könnte ist im Rücken. Sie drückt ihn zwar nicht weg und er schwingt schon schön mit, sie ist aber noch nicht ideal weich im Rücken. Ist jedoch auch gut möglich, dass sie noch nicht richtig warm ist, du solltest jedoch darauf achten.
      Insgesamt denke ich, dass sie vom Gang her in ihrer Dressurpferde-Karriere auf jeden Fall nicht eingeschränkt wird. Da sind schon Pferde mit weniger Gang im Grand Prix gewesen. Wenn du mit ihr einst züchten möchtest, solltest du jedoch darauf achten, dass der Hengst einen guten Schritt hat.
      Insgesamt wäre sie im Durchschnitt durchaus bei 8,8 bis 9,1 anzusiedeln.“
      Husky freute sich ersichtlich über mein Urteil. Dann wechselte sie abrupt das Thema: „Da wär noch was. Sie sabbert in letzter Zeit wirklich heftig, vor allem beim Training.“
      Ich nickte knapp, dann trat ich zu der Stute hin. „Halt mal gut fest“, meinte ich, dann hatte ich bereits ihr Maul in der Hand und drückte es mit sanfter Gewalt auf. Sie fand es nicht sonderlich witzig, ließ es aber einigermaßen artig über sich ergehen.
      „Kleine Harken hat sie wohl auf den Zähnen, aber eigentlich nicht in dem Maß, dass sie für zusätzlichen Speichel verantwortlich sind. Wir feilen die Zähne trotzdem eben ab.“
      Husky begleitete mich mit der Stute wieder in den Stall. Währenddessen holte ich meine Kopflampe, die Zahnfeile und die Maulsperre. Sorgsam feilte ich die Haken auf den Zähnen weg; sie waren in der Tat kaum der Rede wert gewesen.
      „Ich glaube nicht daran, dass die Zähne da Schuld dran sind, die sind top in Ordnung“, meinte ich zu Husky. „Kommt die auf die Weide?“
      „Ja, klar, jeden Tag“, erwiderte sie.
      „Gut, kann sein, dass das daran liegt. Hier wächst häufig Vogelmiere. Normalerweise fressen Pferde das Zeug nicht, aber wenn die Weiden knapp und kahl sind, wie es zu dieser Jahreszeit nun einmal unvermeidbar ist, gehen die da häufig bei. Nicht besonders klasse, weil Vogelmiere für Pferde giftig ist. Aber nur leicht, also die werden da nicht wirklich krank von, bilden aber mehr Speichel, was dann vor allem beim Training ungemein auffällt, weil die durch das Abkauen ja ohnehin vermehrt Speichel produzieren.
      Ich würde vorschlagen, sie die nächsten Tage einfach in der Box zu lassen und in der Halle laufen zu lassen, sodass sie keinen Zugang zu Gräsern und so weiter hat. Und dann schauen wir, ob das besser wird. Wenn ja, lag’s an der Vogelmiere, dann solltest du das Zeug einfach von der Weide rupfen und bei Gelegenheit spritzen. Wenn nicht, komme ich wieder und wir gehen noch einmal auf Ursachensuche. Aber ich denke, dass wir da nicht ganz falsch liegen – ansonsten ist sie ja fit wie ein Turnschuh.“
      Husky nickte und schaute ihre Stute besorgt an.
      „Das ist wirklich nichts Dramatisches, aber nicht so ganz schön. Sie bekommt noch ein Aufbaupräparat von mir, damit sie das dann besser und schneller überwindet. Sollte die Überproduktion nach Weihnachten noch nicht weggegangen sein, ruf mich an, dann schauen wir nochmal.“
      Nun holte ich ein Vitaminpräparat aus dem Auto und gab der Stute die Paste tief in den Schlund. Sie schluckte sofort – das Zeug hatte wohl einen angenehmen Geschmack. Sie leckte sich noch einen Augenblick die Lippen, dann klopfte ich ihr zum Abschied den Hals.
      „Der Pferdepass wird dir bald zugeschickt. Ich beantrage den noch heute, aber manchmal kann das wohl vier bis sechs Wochen dauern, vor allem über Feiertage sind die bei den Verbänden nicht so fix.
      Dann verabschiedete ich mich von beiden und wünschte Cadence gute Besserung.

      9318 Zeichen
    • Samarti
      Trainingsbericht, Dressur A-L

      „David, bring mal bitte Chronos noch in den Stall. Es gibt definitiv bessere Aufgaben für dich, als nur dort herumzustehen und darauf zu warten, dass sie vielleicht irgendwann wiederkommen könnte. Das bringt dich auch nicht weiter“, murrte ich und sah ihn leicht genervt an. Er stand nun schon gefühlte drei Stunden auf dem Hof herum und wartete wie immer darauf, dass sich Husky blicken lassen würde. Sie hatte gestern erst angerufen und leider Gottes hatte David Wind davon gekriegt, dass Cadence in der Dressur trainiert werden sollte – was bedeutete, dass Husky auf unserem Gestüt auftauchen würde, um ihr Pferd vorbeizubringen. Die Gelegenheit, seine alte Geliebte wiederzusehen, die er vor einigen Jahren zuletzt erblickt hatte, wollte er sich nicht entgehen lassen. Noch immer schien er ziemlich von ihr zu schwärmen. Na gut, eigentlich war es offensichtlich. Ich wusste nicht, was damals zwischen den Beiden vorgefallen war, dass er Hals über Kopf verschwunden war, doch es schien zumindest von seiner Seite aus nicht freiwillig gewesen zu sein.
      Mürrisch lief der 21-jährige Mann los und ich sah nur aus dem Augenwinkel, wie er tatsächlich Chronos von der Weide holte und in den Stall brachte. Wahnsinn, er hatte wirklich mal auf mich gehört!
      Lange dauerte es aber nicht, bis er wieder auftauchte. Und als er auftauchte, konnte ich mir nur mit Mühe ein Lachen verkneifen.
      „Meinst du, das sieht gut genug für sie aus?“, fragte er mich unsicher und ich brach endgültig in lauter Gelächter aus. Er stand tatsächlich in einem weißen Anzug und mit Lackschuhen sowie gemachter Frisur vor mir. Zu allem Übel hatte er eine dunkelrote Rose in der Hand. Verwirrt fuhr er sich mit der freien Hand durch die Haare. „Was denn? Sehe ich so albern aus? Das ist genau das, was ich an unserem ersten Date trug!“
      „Es sieht toll aus“, brachte ich unter zusammengepressten Lippen hervor und drehte mich von ihm weg, um ihn nicht sehen zu lassen was ich von seinem Aufzug – oder eher gesagt Anzug – hielt. Er regte sich jedoch nicht und blieb wie versteinert auf der Stelle stehen. Dann sah ich auch schon, wieso: Gerade fuhr Husky mit ihrer geilen Karre (ich glaube, so eine hatte Elle auch) auf den Hof und parkte mühsam auf dem Parkplatz, bevor sie ausstieg und ihre Augen sich bei dem Anblick des Mannes, der hinter mir stand, weiteten. „David?“, hauchte sie tonlos, als sie auf unserer Höhe angekommen war und blickte ihm in die butterweichen, braunen Augen, die glücklich glänzten. „Hallo, Husky. Lange nicht gesehen“, sprach er mit seiner schleimigen Stimme und überreichte ihr die Rose, die sie überrascht annahm. „Danke.“
      Sie starrten sich eine Weile in die Augen, es schien, als würden sie einen Starr-Wettbewerb abhalten oder so etwas in der Art. Schließlich unterbrach der superheiße, fußballspielende Spanier ihr Schweigen und deutete auf seinen Superschlitten, einen weißen Audi. „My Lady, darf ich bitten?“ Er reichte ihr seine braungebrannte Hand, in der er zuvor die Rose gehalten hatte und sie legte erfreut ihre Hand in seine. „Natürlich, My Lord.“ Damit liefen sie fort, ließen Huskys geile Karre dort stehen und verschwanden mit Davids Superschlitten von der Bildfläche.
      Ich hingegen zuckte nur mit den Schultern und lief auf den Hänger zu, der an Huskys geiler Karre befestigt war. Ein lautes Poltern ertönte und ich beeilte mich damit, die Rampe herunter und das Pferd herauszulassen. Cadence, wie die Andalusierstute hieß, trat in mein Blickfeld und schnaubte genervt. Anscheinend hasste sie es, vergessen zu werden – aber gut, man musste bedenken, dass Husky und David eine Beziehung führten, die so jung wie die Nacht war. Da konnte man nun mal niemanden zwischen quetschen!

      Cadence ließ mich schnell spüren, dass sie eine kleine Zicke war. Wir hatten beim Training einige Differenzen zu bewältigen, denn sie hatte anfangs nicht vor, mich als Reiter zu akzeptieren. Es kam nicht selten vor, dass ich mal auf dem Boden landete und sie mich belustigt ansah, aber dass Huskys Pferde irgendwie ziemlich menschlich waren, was das betraf, hatte ich schon vor langer Zeit zu spüren bekommen. Ich meine – sie veranstalten sogar Matschschlachten!
      Nach einiger Zeit hatten wir uns jedoch mehr oder weniger respektiert und aneinander angepasst, sodass das Training kein sonderliches Problem mehr darstellte. Vielmehr war es zu etwas geworden, auf das ich mich schon am Morgen freute, wenn ich aufstand, denn mit Cadence hatte man beinahe immer was zu lachen. Ob es nun war, weil sie herumzickte oder weil sie mal wieder versuchte, anderen zu imponieren. Irgendwas fand man immer.
      Die Hufschlagfiguren einer L-Dressur, also 8 Meter-Volten im Galopp, halbe Volte links und halbe Volte rechts, aus der Ecke kehrt mit acht Metern Durchmesser, durch die halbe Bahn wechseln und durch die Länge der Bahn wechseln hatten wir schon sooft geübt, dass wir beide absolut keine Lust mehr darauf hatten und es dabei beließen und uns stattdessen den neuen Lektionen widmeten. Hierbei waren es diesmal nur drei Lektionen, die wir zu trainieren hatten: die Kurzkehrt, der Außengalopp und die Hinterhandwendung. Beginnend mit der Kurzkehrt starteten wir das Training nach der Aufwärmphase erneut und ritten zunächst einige Runden, ehe ich Cadences Schritte verkürzte, indem ich sie praktisch aufnahm. Ich stellte sie nach links und bog sie in dieselbe Richtung, indem ich mein Gewicht nach innen verlagerte, mit dem inneren Schenkel trieb und mein äußerer Schenkel eine Handbreit hinter den Sattelgurt wanderte, was die Biegung halten sollte. Zudem gab ich am äußeren Zügel nach, um die Biegung überhaupt zu ermöglichen. Sobald das Pferd vorwärts treten wollte, hielt ich diese Bewegung auf. Als sie dann schlussendlich vorwärts-seitwärts trat, spannte ich Kreuz- und Oberschenkelmuskulatur an und gab zeitgleich eine kurze Parade am äußeren Zügel. Nachdem Cadence seitwärts getreten war, trieb ich innen nach und löste somit den nächsten Schritt aus. Hierbei hielten Kreuz, Oberschenkel und der äußere Zügel wieder die Vorwärtsbewegung auf. Dies wiederholten wir so lange, bis ein Halbkreis entstanden war. Zum Schluss traten wir einen letzten Schritt vorwärts-seitwärts, um zurück zum Hufschlag zu gelangen. Hierzu gab ich dieselben Hilfen wie zuvor, doch hielt ich diesmal die Vorwärtsbewegung nicht auf. Als wir dies hinter uns gebracht hatten, stellte ich Cadence wieder gerade und wir ritten einige Schritte, während ich sie ausgiebig lobte. Dafür, dass es das erste Mal war, dass sie diese Lektion ritt, hatte sie den Sinn schnell verstanden – auch, wenn es noch verbesserungswürdig war und es ein wenig stockte, war ich für den Anfang zufrieden. Wir übten und vertieften die Prozedur weiterhin und füllten die nachfolgenden Trainingseinheiten damit, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden war und man sagen konnte, dass der Rappschimmel die Kurzkehrt beherrschte.
      Daraufhin folgte die Hinterhandwendung, bei der ich für den Anfang zwei Hindernisstangen in einem rechten Winkel zueinander auf dem Boden platzierte. Der Sinn dieser Stangen war eine optische Begrenzung, die zunächst einmal als Hilfestellung dienen sollten. Um die Hinterhandwendung zu erreichen, ritten wir zunächst auf die Mittellinie und wendeten daraufhin aus dem Schritt heraus. Dann ritten wir in die Ecke hinein und ich gab Cadence die benötigten Hilfen, damit sie sich um das innere Hinterbein drehte. Sie verstand anfangs den Sinn dieser Lektion nicht und schien sichtlich verwundert darüber zu sein, doch irgendwann bekam sie es hin, eine Hinterhandwendung auszuführen. Wir übten dies so lange, bis es auch ohne Stangen klappte – und sie somit auch diese Lektion der Klasse L beherrschte.
      Schlussendlich widmeten wir uns dem Außengalopp. Wir galoppierten hierzu im Handgalopp an und wechselten durch die halbe Bahn, sodass die Ecke nicht zu früh kam. Nun hatten wir ungefähr zwanzig Meter im Außengalopp, bevor wir zur nächsten Ecke gelangten. Wir ritten zunächst einmal nicht in die Ecken sondern wechselten sofort wieder durch die halbe Bahn, weshalb wir wieder im Handgalopp ritten. Als dies klappte, lobte ich Cadence. Während der Lektion achtete ich stetig darauf, nicht die Verbindung zum Pferdemaul zu verlieren und mein Gewicht richtig einzusetzen. Wir übten diese Lektion auf beiden Händen, wiederholten es allerdings nicht zu oft, sondern nur ab und zu, bis es schließlich zufriedenstellend war.
      Beim Außengalopp bemerkte ich, dass der Andalusier sich besser gerade richten konnte und die Hinterhand besser unter den Schwerpunkt brachte. Zuvor hatte ich bei ihrem Galopp beobachtet, dass sie die Hinterhand ein wenig zu weit nach innen schob, um so der Lastaufnahme auf dem inneren Hinterfuß zu entgehen, doch beim Außengalopp trat dieses Problem nicht auf.
      Der letzte Teil des Trainings bestand aus den beiden Gangarten, die in einer L-Dressur gefordert wurden. Dies betraf den versammelten Trab und den versammelten Galopp. Um den versammelten Trab zu erreichen, ritt ich einige Schritt-Trab-Übergänge mit Cadence. Je mehr Übergänge wir ritten, desto langsamer wurde auch die Stute beim Traben, schließlich hatte sie gemerkt, dass sie sowieso wieder in den Schritt wechseln musste. Nach einigen Schritten trabten wir, nach weiteren Tritten wechselten wir wieder in den Schritt. Das Ganze führten wir eine ganze Zeit lang durch, bis Cadence wirklich versammelt trabte, dann wiederholten wir dasselbe Spiel mit Schritt-Galopp-Übergängen.
      Wir galoppierten Runde für Runde über den Platz, während ich viele Tempounterschiede einbaute und viele Galopp-Schritt-Übergänge abfragte, sodass der Rappschimmel auch hier von alleine langsamer und versammelter galoppierte als zuvor. Auch den Zirkel verkleinerten wir ein Stück, wobei ich auf einen klaren Dreitakt achtete. Schließlich galoppierte die Stute im versammelten Galopp, und je öfter und länger wir diese Übungen wiederholten, desto besser klappte es.

      Husky hatte es zwar direkt an dem Tag, an dem sie Cadence vorbeigebracht hatte, wieder zu ihr nach Hause gezogen, dennoch lief David mit einem Dauergrinsen durch die Gegend. Ihm schien es wahrlich gut getan zu haben, dass er seine Husky wiedergesehen hatte – er war stets gut gelaunt, pfiff fröhlich herum und kümmerte sich sogar freiwillig darum, dass die Pferde gegen Fußbälle abgehärtet wurden. Dabei achtete er zwar stets darauf, dass sein Fußball keinen Matsch abbekam, aber dennoch war es mehr, als er jemals zuvor getan hatte und darüber war ich tatsächlich froh. Hatte er zuvor nur auf dem Hof herumgestanden und war einfach nur überflüssig gewesen, so half er inzwischen ziemlich gut mit. Und es kam noch besser: Er hatte beschlossen, dass er sich mehr der Ausbildung von Pferden widmen wollte anstatt Fußball zu spielen. Ob dies so eine gute Idee war, wusste ich nicht, schließlich hatte ich keine Ahnung, wie viel er von Pferden wusste. Dennoch würde ein Versuch bestimmt nicht schaden.
      Cadence war bereits im Hänger verladen und Husky wollte sich gerade von mir verabschieden und fortfahren, da rannte David auf sie zu. „Husky! Schatz, warte!“, schrie er und fuchtelte beim Rennen wild mit den Armen in der Luft herum. Seufzend ließ ich Husky dort stehen und sorgte dafür, dass die Ausrüstung der Andalusierstute im Auto verladen wurde, während David und Husky sich unterhielten. Ich konnte mir gut vorstellen, dass dort Tränen flossen – bestimmt würden sie sich eine Weile nicht mehr sehen. David wollte zwar gerne zu ihr zurück, doch sie lehnte ab, denn sie meinte, dazu wäre sie noch nicht bereit. Grinsend verstaute ich auch die letzte Kiste im Auto und säuberte danach meine Hände von dem Staub, der sich angesammelt hatte.
      „Sooo“, sagte ich langgezogen und wartete darauf, dass die Beiden sich voneinander trennten, doch nichts. Sie lagen sich in den Armen und David wollte Husky anscheinend nicht gehen lassen, doch was muss, das muss. Kopfschüttelnd trennte ich die beiden eigenhändig voneinander und schob den superheißen, fußballspielenden Spanier fort, damit Husky nun endlich abhauen konnte, was sie auch kurz darauf tat. Gerade, als sie vom Gestüt fuhr, erschien David wieder auf der Bildfläche. Er versuchte wie wild, hinter der geilen Karre herzulaufen, doch als er bemerkte, dass es nichts brachte, blieb er völlig aus der Puste stehen, stützte sich mit den Händen auf seinen Knien ab und hechelte beinahe wie ein Hund. Er konnte einem ganz schön leid tun. Da sah er seine Geliebte einmal nach Jahren wieder und schon verließ sie ihn erneut …
    • Ravenna
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      Dressur L auf M
      4810 Zeichen (c) Ravenna

      Heute führte mich mein Weg zum Hof von Jenny – ihre Lusitanostute Cadence sollte, wie auch anders für ein Barockpferd in der Dressur weitergebracht werden. Die Besitzerin hatte mir am Telefon bereits ein wenig berichtet wie die Stute im Allgemeinen so tickte – zwar kein Anfängerpferd, aber durch aus zu händeln. Um es so weit gebracht zu haben musste die Stute obendrein besonders Lernwillig sein – zunächst wollte ich sie beim Putzen und im Round Pen kennenlernen. Freundlich wurde ich von Jenny begrüßt – sie führte mich zu der Box der Schimmelstute. Verabschiedete sich alsbald dann wieder, um sich ihren anderen Aufgaben zu widmen. Derweil holte ich die Stute heraus, putzte Reste ihres Strohs aus der Mähne und holte leichten Schmutz aus ihrem Plüschfell. Im Round Pen machte ich einfach ein wenig Grundlegendes – verlangte Hinterhandwenden, Seitengänge – gerade letzteres würde in der Dressurklasse M stetig gefordert werden. Insgesamt musste von der L Dressur zur L Dressur ein großer Spalt überschritten werden. Ihre Versammlung und die Verstärkung musste ich weiter ausbauen und eine Reihe neuer Lektionen kamen hinzu. Die versammelten Tempi gehören in der M Dressur zum Standart – dazu kamen der Starketrab, Starkegallop und der Starkeschritt – die Rahmenerweiterung musste deutlicher werden. Am Nachmittag stieg ich zum ersten Mal in ihren Sattel – erste Ansätze zu den neuen Tempoarten kannte sie bereits, sie mussten nur weiter ausgebaut werden. Dies würde mir ein wenig an Arbeit ersparen – hinzu kamen nun die Traversalen,Renvers, Travers und Schulterherein, alles Arten der Seitengänge. Cadence war sehr rittig, ließ sich in den Gangarten im Tempo gut regulieren – wir ritten wie üblich auf Kandare. Die Stute ließ sich von mir, beinahe anstandslos durch die verschiedenen Bahnfiguren „lenken“ – ab und an versuchte sie sich aus der Anlehnung zu hebeln, doch einzig um mich ein wenig auszutesten. Das sogenannte Schultervor kannte Cadence bereits nun musste sie nur noch etwas gebogener werden – das innere Vorderbein kreuzte über das äußere Vorderbein – Cayden half mir dabei vom Boden aus, nach einer Weile hatte sie die Verbindung der Hilfen von oben mit denen von unten begriffen. Manchmal war die Vorhand nicht immer der Hinterhand voraus – Cadence verlor dann oft den Takt und somit ihren Schwung. Am Ende des Trainings hatte sie begriffen worum es hier ging. Aus dem Schulterherein bauten wir nun den Travers und Renvers auf – der Travers war unabdingbar mit dem Schulterherein verbunden. Ersteres gab dem Pferd die nötige Schulterfreiheit, denn eben diese war nötig um der Stute die Schritte zu ermöglichen. Da diese Übung in der Seitwärtsbewegung die Masse des Pferdes auf das innere Hinterbein legte vermied ich es die Stute die Travers allzu oft durch zu führen. Doch da sie bereits die Schulterherein kannte stellte das Travers keine sonderlichen Probleme für Cadence dar – die Konterübung dazu stellte nun das Renvers dar oder auch Kruppe zur Wand – innerhalb weniger Minuten erkannte Cadence die Übung und führte sie aus. Aus diesen beiden Übungen konnte ich nun die Schrittpirouette entwickeln – auf dem Zirkel ritt ich in Traversstellung ein Zirkel-Verkleinert, bald befand sich Cadence mit der Hinterhand nahe der Zirkelmitte. Ich trug die innere Hand ein wenig höher damit sie bei dieser engen Wendung nicht auf die Schulter ging und somit die Leichtigkeit verloren gehen konnte. Mit dem inneren Schenkel hielt ich die Biegung aufrecht, trieb sie jedoch weiterhin etwas vorwärts, den sie durfte mit dem inneren Hinterbein einen kleinen Kreis beschreiben und dabei nicht stehen bleiben. Zwar geschah dies einige Male, doch nach stetiger Wiederholung gelang diese Lektion nun bald. Aus all dem bildete sich nun die Traversale – hierbei bog ich Cadence in Bewegungsrichtung und auf der Diagonalen vorwärts-seitwärts. Auf den Diagonalen visierte ich aus dem Augenwinkel ständig den Punkt an ,an dem ich ankommen wollte. Mit den Traversalen konnte ich quer durch die Halle im Zickzack die Seiten der Bahn wechseln – dabei stellte ich sie immer von einem Travers in den Renvers. Den Galoppwechsel musste ich nicht weiter üben, denn Cadence kannte jene bereits – Jenny hatte das verkürzen der Schritte bereits geübt. Zwar musste ich noch ein wenig an ihm feilen, jedoch bedurfte es kaum mehr einem intensiv Training. Nach einer Woche band ich nun auch immer öfter Jenny in das Training ein, denn sie war diejenige die Cadence auf Krönungen und Tunieren reiten musste. Die Koordinierung der einzelnen Hilfen fiel ihr zunächst ein wenig schwer, doch wollte sie weiterhin ein wenig Unterricht nehmen, die Übungen immer mal wieder trainieren und so würde sie alles schaffen. Somit verabschiedete ich mich von Jenny, ihrer hübschen Cadence und gratulierte noch einmal zum Stufenwechsel.
    • Julie
      Pflegebericht für Cadence und Emperador

      Das Gestüt Husky liegt eingebettet in Wälder, weswegen es für mich gar nicht so leicht war es zu finden. Doch dank moderner Geräte, sprich Navi, fand schließlich auch klein Julie, also ich dorthin.

      Nachdem ich mein Auto geparkt hatte, ging ich, wie in der Mail gefordert, zuerst in Richtung Haupthaus, wo sich auch das Büro befinden sollte. Nach dem ersten Staunen über die Größe des Gestüts und ein klein wenig suchen, fand ich beides und klopfte an die Tür, wo daneben ein großes Schild mit „BÜRO“ hing. Ich meine, hier war ich richtig. Als mir dann eine junge Frau öffnete, die sich nach kurzem Erklären meinerseits, was ich denn hier wolle, als Jenny herausstellte, wars mehr als 100% sicher. Sie zeigte mir auch ohne Umschweife wo ich die beiden finden konnte, wobei wir während dem Weg zum Stall einige Banalitäten austauschten. Ob ich den gut hergefunden hätte und ein Dankeschön. Dann fragte sie mich noch, wie ich denn mit den Pferden arbeiten wolle und ich erklärte ihr freundlich, dass ich nach den Grundsätzen der klassischen Dressur arbeite und auch die Bodenarbeit bzw das Longieren in diese Richtung gestalten würde. Sie freute das ungemein und erzählte mir, dass sie ihre Andalusier in der barocken Reitweise ausbilden bzw weiterbilden möchte. „Punktlandung.“, dachte ich nur mit einem Lächeln als wir gerade den weitläufigen Stutenstall betraten. Einige Pferde schienen auf der Koppel zu sein oder gerade gearbeitet zu werden, denn viele der Boxen waren leer. Wir gingen an einigen der Stuten vorbei, die mich teilweise neugierig beäugten oder kurz an mir schnupperten, bis wir vor einer Stute mit typischem barocken Kopf standen. Sie war ein Apfelschimmel und brummelte leise als sie Jenny sah. „So das ist Cadence.“, erklärte Jenny überflüssigerweise, denn auf dem Stallschild, hatte ich den Namen ebenfalls schon entdeckt. „Sie ist absolut schick. Ihr Ausdruck ist einfach der Wahnsinn.“, geriet ich ins Schwärmen, während mich die Stute neugierig beschnupperte. „So ich zeig dir noch wo Emperador steht. Ich hab ihn ebenfalls im Stall gelassen.“, meinte Jenny und machte sie wieder auf den Weg Richtung Ausgang. Schweigend, da ich ein Mensch weniger Worte war, machten wir uns auf den Weg zum Hengststall wo deutlich mehr Pferde standen. Zielstrebig steuerte Jenny zwei braune Pferde an und deutete auf den linken. „Das ist Emperador. Rechts neben ihm steht sein Bruder.“ Ich fand sie beide unglaublich schick und machte mich mit Emperador kurz bekannt. „Die Sattelkammern sind in beiden Ställen beschildert, genau so wem welches Sattel- und Putzzeug gehört. Ich geb dir noch eben meine Handynummer, damit du anrufen kannst, falls du was brauchst oder vom Pferd gehopst bist oder dergleichen.“, sagte Jenny und holte gleichzeitig ihr Handy raus. Ich kramte meines ebenfalls aus der Hosentasche hervor und tippte rasch die Nummer die sie mir ansagte ein. Dann rief ich sie kurz an, damit sie meine Nummer ebenfalls hatte und wir speicherten die Handynummern ab. „Gut vielen Dank. Ich denke ich wird mich schon zurechtfinden.“, meinte ich. „Falls noch Fragen auftauchen, call ich dich einfach.“, fügte ich noch hinzu, während mir der Hengst hinter dem ich stand einen neugierigen Stups gab, der mich einen Ausfallschritt nach vorne machen ließ. Jenny konnte sich ein Lachen nicht verkneifen und meinte grinsend, während sie zurück zum Ausgang ging: „Na viel Spaß mit ihm. Und lass dich nich zuviel herumschubsen!“ Ich grinste und wandte mich dann zu dem Hengst. „So mein Großer, jetzt wird’s ernst. Erstmal raus hier aus der guten Stube.“ Mit diesen Worten öffnete ich die Boxentür und schnappte mir das dunkelbraune Halfter, das davor hing. Mit geübten Handgriffen legte ich es ihm an und lobte ihn kurz für seine Mitarbeit. Dann fingerte ich nach dem Strick, der ebenfalls draußen an der Box hing, hakte ihn ein und führte den, mir furchtbar gewaltig erscheinenden Hengst, raus auf den Putzplatz. Ezio erschien mir gegenüber Emperador viel zierlicher, aber das konnte auch täuschen. Ruhig ging der Hengst neben mir her und schnaubte kurz ab, als wir nach draußen traten.
      Am Putzplatz angekommen, sah er sich neugierig um und wieherte testweise lautstark. Da jedoch keine Antwort kam, beschränkte er sich darauf, einen Hinterhuf zu entlasten und wegzudösen.
      So fand ich ihn zumindest vor, nachdem ich aus der Sattelkammer nach kurzem Suchen seinen Putzkoffer geholt hatte. Da er nicht sonderlich schmutzig war, sondern nur etwas staubig, beschränkte ich mich darauf ihm den Staub mit einer Kardätsche rauszubürsten, Schopf und Langhaar zu ordnen und die Hufe auszukratzen. Emperador rührte sich während der ganzen Prozedur keinen Schritt. Im Gegenteil, er schien das Putzen richtiggehend zu genießen.
      Als ich fertig war, suchte ich mir Gamaschen, Schabracke, Sattel und Zaumzeug zusammen und schleppte alles hinaus zu dem Hengst, was mir mein Rücken mit einem lauten Knacksen dankte. Den leichten Schmerz ignorierend, legte ich den Sattel ab und befestigte die Gamaschen an den 4 Beinen. Emperador schien es wohl gewohnt zu sein, dass an seinen Beinen herumhantiert wird, da er sich auch dies ohne Mucksen gefallen ließ. Nachdem die Gamaschen und die Streichkappen jeweils an ihrem Platz waren, kraulte ich ihn kurz, schnappte mir dann den Sattel und legte ihm das Ding schwungvoll auf den Rücken, wobei ich den Schwung kurz vor aufliegen abdämpfte, damit ihm das Teil nicht in den Rücken knallte. Ich schloss den Gurt leicht, sodass der Sattel hielt, was er mit einem kurzen Ohrenanlegen quittierte, es jedoch dabei beließ. Trotz dem kurzen zicken, wurde er von mir gelobt, da noch kein Pferd perfekt war und er sich, wie ich fand, trotzdem vorbildlich verhalten hatte. Das Zaumzeug stellte absolut kein Problem dar, eifrig nahm er das Gebiss und steckte sofort seine Nase durch den entsprechenden Riemen, sobald ich ihm das Reithalfter hinhielt. Ich verschloss es sorgfältig, hängte dann noch das Halfter so auf, dass keiner darüber stolpern konnte und führte den Hengst schließlich zu einem Weg, den ich vorhin auf dem Weg zum Stall gesehen hatte und der offensichtlich, zwischen den Weiden durch, in den Wald führte.
      Nachdem ich nachgegurtet hatte, stieg ich auf, wobei sich das etwas schwierig gestaltete, da Emperador aufgeregt hin- und her tänzelte. Doch schließlich saß ich im Sattel, richtete mir noch kurz die Steigbügel und gab dann mit einem Schenkeldruck das Zeichen, dass es nun losging. In lockerem Schritt, am langen Zügel, schritt der Hengst den Weg entlang, die Ohren aufmerksam gespitzt und den Kopf neugierig dahin und dort drehend. Einige Pferde waren als Schemen auf den Weiden zu sehen, doch Emperador schienen diese relativ gleichgültig zu sein. Nachdem wir an den Koppeln vorbei waren, folgte ich dem Weg weiter in den Wald hinein. Ich nahm nun die Zügel auf. Eifrig ging der Andalusier vorwärts und begann auch bald schön unterzutreten und den Kopf an die Senkrechte zu strecken, was mit einem dicken Lob quittierte. Er reagierte sehr fein auf meine Hilfen und war nun konzentriert bei der Sache. Im Schritt ritten wir den relativ engen Weg entlang, bis er breiter wurde und am Waldrand entlang einer Wiese vorbei führte. Dort trabte ich den Hengst an und ritt das Stückchen der Wiese flott entlang. Als es wieder enger wurde, parierte ich sanft durch, lobte ihn und bog nach links in den Wald hinein. Ich hatte keine Ahnung wo ich mich befand, doch da ich Hufspuren erkennen konnte, wurde dieser Weg wohl öfters genutzt, weswegen ich nicht ganz falsch sein konnte. Nach dem kurzen Stück Wald kamen wir wieder an eine Wiese und diesmal gab ich sofort das Zeichen zum Galopp, da ein langes gerades Stück vor uns lag, was sofort einladend wirkte. Der Hengst fiel sofort in einen kraftvollen und raumgreifenden Galopp und preschte die Wiese hinab wie die Feuerwehr. Genußvoll beugte ich mich vor in den leichten Sitz. Die Geschwindigkeit und Kraft des Pferdes unter mir schien mich beinahe zu berauschen, doch leider war die Strecke schon viel zu früh zu Ende. Etwas außer Atem, parierte ich Emperador durch in einen flotten Trab und bog erneut nach links in den Wald ein. Wir bekamen noch ein Mal die Gelegenheit zu galoppieren und kamen nach gut einer Stunde zum Gestüt Husky zurück.
      Dort angekommen versorgte ich den Hengst, sattelte und zäumte ihn ab, lobte ihn nochmal ausgiebig, bevor ich ihm eine Abschwitzdecke auflegte und ihn zurück in den Stall führte.
      Anschließend kam noch die hübsche Apfelschimmelstute dran, die mir Jenny gezeigt hatte. Auch sie putzte ich zuerst kurz über, um ihr den Staub abzubürsten und mich ein wenig mit ihr bekannt zu machen. Cadence war ganz anders wie Emperador. Ich merkte ziemlich bald, dass sie sehr zickig sein konnte und wohl ziemlich temperamentvoll war, da sie nicht stillstehen konnte. Aber mit viel Geduld und Konsequenz konnten wir das Thema Putzen bald hinter uns lassen. In der Sattelkammer fand ich schnell Longiergurt, Kappzaum und eine Longe. Auch eine passende Schabracke zum unterlegen und eine Longierpeitsche war schnell gefunden. Nachdem alles zu Cadence gebracht und ihr angelegt wurde, suchte ich noch schnell passende Gamaschen und ging dann mit einer hin und her tänzelnden Stute neben mir zu der großen Halle. Da die Halle leer war, suchte ich mir den oberen Zirkel aus und schickte die Stute energisch auf den Zirkel. Hektisch begann sie einen Kreis zu laufen, doch nach einigen Paraden meinerseits und etwas aufspielen ihrerseits wurde sie merklich ruhiger und begann den Kopf zu senken. Ich longierte sie ca. eine halbe Stunde in allen Gangarten und auf jeder Hand, bis ich sie zufrieden lobte. Zum Schluss machte ich noch etwa eine ¾ Stunde Bodenarbeit mit ihr, damit auch ihr Köpfchen beschäftigt wurde. Ich wusste, dass sie auf S-Niveau war, deshalb gymnastizierte ich sie noch vom Boden aus mittels Seitengängen, Rückwärtsrichten, Vor- und Hinterhandwendungen. Auch Führübungen baute ich ein und nach 45 Minuten hörte ich zufrieden auf. Trotz ihres Temperaments, hatte die Stute sehr gut mitgemacht und war großteils konzentriert bei der Sache. Ich lobte sie ausgiebig und führte sie dann zurück zum Stall. Da sie kaum geschwitzt hatte, rieb ich sie nur kurz trocken und stellte sie dann zurück in ihre Box.
      Auf dem Weg zum Auto rief ich noch kurz Jenny an und teilte ihr mit wie es gelaufen war und das ich jetzt fertig wäre. Sie schien sehr zufrieden zu sein, was mich sehr freute.

      © Julie | 10392 Zeichen | Gezählt mit Microsoft Word
    • Cooper
      Pflegerin & Trainerin Cooper zu Besuch
      Rundumpflege (+) & SK und GGA-Training
      Ich saß früh am Morgen im Büro, als das Telefon klingelte. Husky war dran und erzählte mir von ihrer Dressurerfolgreichen Stute, Cadence. Die talentierte Andalusierstute war auch schon oftmals Gewinnerin oder den Top dreien der Schönnheitswettbewerbe. Husky wollte das ich ihr Goldstück rundum Pflegte, ihr eine Stutenkörungstrainingstunde gebe und ihre Grundgangarten an der Longe verbessere. Natürlich nahm ich den Auftrag an und es war eine sehr große Ehre für mich heute mit so einem Pferd arbeiten zu dürfen. Zwei Stunden nach dem Telefonat war ich auf Husky's Hof angekommen. "Hallo" sagte Husky und begrüßte mich herzlich. "Hallo, und wie geht es dir?" frug ich höflich, da wir uns schon seit längerem kennen und eine gute freundschaftliche Bindung hatten. Sie führte mich zu der Anderlusierstute, ein wunderschöner Rappschimmel mit sehr gut gepflegten Fell. Sie schaute neugierig durch die Box nach außen und schien sich dafür zu interessieren wer ich war und wieso ich vor ihrer Box rumstand. Schließlich holte Husky die Stute heraus und stellte sie auf den Putzplatz wo wir sie gemeinsam putzten und Husky mir ihre spezielle Glanzbürste zeigte. "Also so bekommst du das Fell so schön hin" sagte ich lachen. "Ja, aber auch durch Futter und allgemein zusätzliche Fellpflege" erwiederte sie.
      Als wir Cadence ihr morgentliches Futter gaben, klärten ich und Husky die Finanzen. Bevor sie auffressen konnte, mistete ich noch gründlich den Stall von der Rappschimmelstute aus. Husky hatte in der Zeit etwas anderes erledigen müssen, jedoch kam sie genau als ich feritg war mit dem ausmisten und Cadence schon ihre Verdauungsphase beendet hatte wieder. "So, dann wird es mal zeit für das Training" sagte ich und bat Husky die Stute in die Reithalle zu bringen und sie warm zu führen. Ich holte ein paar unterlagen und Inspirationen für die Trainingseinheit aus meinem Auto und begab mich zur Reithalle wo Husky grade ein paar Runden mit Cadence im schritt lief. "Komm, ich lös dich ab, ich mach jetz mal meinen Job" sagte ich und wir beide lachten als der Wechsel vonstatten ging. Ich ließ die Stute mich erstmal kennenlernen und lief dann anschließend mit ihr nochmal drei Runden in der Reithalle. Dann brachte mir Husky die Longe. "So, ich werde jetz erstmal ihre Grundgangarten begutachtet und dann schauen wir mal was ich verbessern kann" sage ich und trieb Cadence in den Trab an. "Ihr Trab ist wunderschön, wie es sich für ein Dressurpferd gehört, sie stolper weder oder schleift, wirklich toll" sagte ich begeistert und lobt nachdem ich die Stute zu mir holte. "Super machst du das" lobte ich sie erneut und schickte sie dann wieder hinaus um weiter zu machen. Ich ließ sie antraben und trieb sie dann an in den Galopp zu gehen. Ich schaute mir ihren Kontakt zum Boden genau an, auch dort konnte ich nichts feststellen. "Auch hier, wunderschöner Galopp, zwar ist sie etwas faul, sage ich mal, und verliert hier und da mal den 'Schwung' jedoch wenn du sie genug antreibst wird das kein Problem sein" sagte ich und demonstrierte ihr was ich meinte. Ich ließ die Stute langsam ausgaloppieren bis sie selbst in den Schritt ging. Hier fiel mir etwas auf. "Also, beim Schritt ist es eitendlich so wie beim Trab, ich denke mal sie hat keine Lust oder sie denkt sie wäre sowieso perfekt. Im Schritt ist es so dass sie mit den hinteren Beinen, ein kleines wenig schleift, es ist kaum erkennbar. Aber wie beim Galopp auch, wenn du ihr genug 'Befehle' und Paraden gibt und sie treibst, wird sie dass schließlich auch irgendwann nichtmehr tun" sagte ich zu Husky als sie gespannt zuschaute. Ich trieb Cadence mehr an und gab ihr Paraden durch die Longenzügel und siehe da, sie schliff nichtmehr mit den Hinterhufen. "So, das war jetz das Grundganartstraining. Ich lasse sie fünf Minuten ruhen und werde dann mit ihr den Einlauf in die Stutenkörung üben" sagte ich zu Husky die grade Cadence reichlich, verdient, lobte. Nach den versprochenen fünf Minuten wo dann doch zehn draus wurden machte ich weiter. Ich holte den Strick und tauschte den gegen die Longenzügel und die Longe aus. Ich lief mit der Sute ein paar mal in die Reithalle um eine Stutenkörung zu demonstrieren. Dann brachte ich ihr bei lange genug ruhig stehen zu bleiben. Husky war sehr interessiert daran und versuchte es auch. Ich erklärte ihr ein bisschen was und bei einigen Versuchen klappte auch bei ihr der Einlauf in die Halle und das ruhige stehen bleiben sehr gut. "Also, ich denke das war alles für Heute. Ich habe das getan was ich kann und hoffe das hat euch beide weiter gebracht" sagte ich als wir in den Stall liefen. "Ja, es hat mir viel gebracht. Es war mir sehr wichtig ihre Grundgangarten zu verbessern, für die Dressur und die Übung für die Stutenörung war auch nötig" sagte sie erleichtert. Als sie Cadence angemessen gepflegt hatte und ich mich von ihr verabschiedete, verabschiedete ich mich auch von Husky. "Bis zum nächsten mal" sagte ich. "Ja, bestimmt" sagte Husky und winkte als ich den Hofparkplatz verließ.
      4198 zeichen | © Cooper | gezählt mit Charcounter
    • Kirbeeh
      Tag der offnen Tür

      Bereits um 8 Uhr kamen die ersten Teilnehmer für das kleine Turnier. Vina beeilte sich um die Gäste zubegrüssen. Riley, ihr Schäferhund, tappelt schwanzwedelend hinterher. Occu und Amy bauen neben der Halle bereits die Paddocks auf. Die Hofbesitzerin grüsst sie. Nach einen kleinen Plausch, geht sie wieder rein und holt Unterlagen. Diese bringt sie in den Turm, die Tagesmeldestelle.
      Gegen 9 Uhr kommen auch Jenny und Alicia. Etwas später kommen auch Medy, Soso, Sarah und Wolfszeit. Nach 10:30 Uhr haben alle sich schon an der Meldestelle gemeldet. Noch ist das Turnier nicht. Doch jetzt beginnt die kleine Vorstellung in der Reithalle. Vina hat Þögn schon im Stall fertig gemacht und Fynja Skelfing. Die Musik ertönt, Casper mit Lilabalu. Im Schritt reiten sie ein. Jeweils biegt einen Links und die Andere Rechts ab. Bei E und B bremsen sie und senken die Köpfe. Als es anfängt mit „Light shine into my face.“ Tölten die beiden Frauen los und gehen erst eine Runde ganze Bahn. Vina reiten innen an Fynja vorbei. Anschliessend folgt ein Zirkel. Jeweils auf dem A und C, als sie sich bei X begegen Klatschen sie ein. Weitere Elemente sind Schlangenlinienen und Volten. Auch reiten sie mal nebeneinander her und hintereinander. Am Ende der Kür reiten sie Hand in Hand raus. Das Publikum applaudiert. Es sind ziemlich viele Da. Die Halle hat 350 Sitzplätze und 200 Stehplaätze. Ausserdem ist der VIP Lounge auch die Möglichkeit zu 10 zu sitzen, doch dort muss man zahlen um rein zukommen - auch Heute.
      Weiter im Programm geht es, das die Männer Thor und Fynn die auf dem Hof befindenen Nachzuchten vorzuführen. Darunter sind Tväifari, Sunna, Nökk und viele Mehr. Die Jungpferde sind in Topform und auch schon alle gebrannt. Die einen früher die anderen Später. Wärenddessen bereiten die Frauen schon die Reitplätze vor. Es fehlt nur noch etwas Deko. „Hey. Ich wollte schon lange mal auf euren Hof kommen, da hat sich der Tag der offnen Tür gut gemacht.“, begrüsst Sarah die Beiden. Sie umarmen sich und plaudern etwas. Von weiter hinten kommt auch Amy. Sie begrüsst Vina und Fynja ebenfalls. Nun reden die Frauen. Andere Gäste wollen was fragen, doch das kriegt Fynja und auch Vina nicht mit. Dann klingelt, aber auch schon der Wecker von Vina. Das Westernreiten beginnt in der Reithalle.
      Die ganzen Teilnehmer zeigen was sie können. Es wurden extra deutsche Richter eingefahren. Den ganzen Lärm hält wieder vom Stress her nicht aus und verschwindet erst mal in der Meldestelle, doch auch da ist es nicht ruhiger. Ein paar Menschen wollen Beratungen zu unserer Zucht und vieles mehr. Wenige Fragen werden beantwortet und dann geht es weiter. Fynja hat es auch nicht leichter. Sie steht auf dem Abreiteplatz und verteilt die Positionen. Gleichzeitig macht sie auch die Auswertung der Prüfungen.
      Nach dem Western kommen auch die Dressurprüfungen in dem Viereck. Die Zuschauer gucken sich alles gespannt an. Ab und zu gibt es Pannen, Reiter kommen zu Spät oder verreiten sich. Doch auch Nachnennung gibt es. Unsere helfende Hand,Hayley, ist auch nicht. Gerade jetzt muss sie auf Weltreise sein. Super. Leicht genervt hetzen die Hofbesitzer über das Gelände.
      Bei der Springprüfungen haben sie endlich zwei Helfer gefunden, Medy und Jual. Die beiden Frauen hatten nach gefragt ob sie was tuen können, da haben wir natürlich gleich zugeriffen. Jetzt läuft auch alles besser. Der Stress wurde etwas gelindert.
      Gegen 17 Uhr eröffnet auch das Abend Buffet. Der Sporthof hatte eine Cateringfirma angerniert. Es gibt viel Auswahl. Füre alle ist was bei, es gibt extra Veganer Essen aber auch Vegitaria. Also kann niemand meckert. Aber auch das ganze Essen ist Laktose frei. Viele Gäste sind schon gegangen, aber die Stimmung wird immer besser. Es fliesst der erste Alkohol und auch sonst ist die Menge in guter Stimmung. Es läuft typische Isländische Volksmusik.
      Es ist 19 Uhr und Fynja fällt ein, dass noch Siegerehrung ist. Also macht Fynn eine durchsage und die Truppe geht zur Reithalle. Alle Reiter kommen mit einem Lächeln im Gesicht raus. Jeder hat eine Schleife oder Pokal. Das ist doch tool. Es gab zwar nicht viele Reiter, aber trotzdem. Noch bis in den frühen Morgen wurde gefeiert. Die Teilnehmer und Hofleute wa
    • Kirbeeh
      Umzug nach Spanien – Das „Haras Equitador“
      Teil 1
      Es fing an mit einem stressigen Morgen, ich stand auf schaltete das Radio an und zog mir warme Sachen an, schaltete die Kaffeemaschine an und setzte mich auf die Couch um einige Papiere zu beobachten. Es war nun halb sieben in der Früh, um sieben Uhr sollten die Männer kommen. Überall stapelten sich Kisten und ich war froh noch einen Kaffee genießen zu können. Ich werde nicht alles mit holen, dachte ich mir, denn die Pferde hier müssen noch versorgt werden da sie bisher nirgends hinkommen konnten. Es war und ist immer noch eine schwere Entscheidung wen ich mit holen werde und von wem ich mich verabschieden werde. Ich trank den Kaffee aus und schaute auf mein Handy; ein Unbekannter Anruf. Ich hatte nicht den drang zurückzurufen und schaute aus dem Fenster, wo ein Riesiger Laster in das Grundstück hineinfuhr. Ich stolperte die Treppen hinunter und zog mir eine Jacke über und schlüpfte in meine Stiefelletten. Langsam ging ich zum Laster hinüber wo ein Mann geduldig auf mich wartete. „Hallo, danke das ihr so früh hier seid“, begann ich. „Kein Problem. So, wo fangen wir denn an?“, fragte mich der Mann, er trug ein blaues Hemd und hatte einen leichten Stoppelbart und dunkelgrüne Augen. „Eh... Also die Sachen sind alle markiert beziehungsweise schon in Kisten einsortiert, mein Bruder wird ihnen dabei helfen, solange mach ich anderweitige Arbeit.“, sagte ich mich einem leichten grinsen, welches der Mann erwidert hatte und begann mich zu den Ställen. Emperador, Lisonjera und Emperador standen dort und müssten mitgenommen werden. Sie schienen noch nichts zu ahnen und kauerten genüsslich an dem Heu herum. Alle Pferde die ich nach Spanien mitnehmen würde wurden schon vom Tierarzt untersucht und durften mit, alles war geklärt, trotz allem hatte ich meine Bedenken, es war eine lange Reise. Wir müssen durch Frankreich fahren und dann nach ungefähr dreizehn Stunden Autofahrt in El Papiol ankommen, natürlich wird das wohl länger als nur dreizehn Stunden dauern, denn wir wollen den Pferden keinen großen Stress bereiten und einige Pausen mit einarbeiten. Etwas in Gedanken versetzt verabschiedete ich mich von den dreien und ging rüber zur Weide wo ich Cadence, Insane und Halluzination begutachtete. Ich war mir hier jedoch noch nicht sicher ob ich nicht noch welche mit holen würde, es tut schon weh sich von den Pferden zu verabschieden. Ich schaute über die Weide und ging anschließend wieder. Ich habe mich entschieden meine Zucht auf Barockpferde zu spezialisieren, beziehungsweise auf Lusitanos, Andalusier und Friesen. Jedoch wollte ich noch einige Privatpferde haben, einfach weil ich diese Pferde zu sehr liebe um sie wegzugeben. Unter anderem währen das Douglas, Albaran ox, Soldiers Pride und Sir Lancelote. Beim Gedanken so viele Pferde hier zu lassen kamen mir etwas die Tränen, andererseits habe ich diese Entscheidung gefällt, habe lange darüber nachgedacht. Währen dessen sind die Männer gut am Werk und tragen gerade einen Tisch in den Laster hinein. Ich schaute Traurig über die Weiden, sah die großen Shire Horses, die große Vielfalt aller Rassen. Ich hing sehr stark an ihnen, jetzt gibt es kein zurück mehr. Während ich mich lange Gedanken machte, mir Sorgen machte und an die Zukunft in Spanien dachte, riss mich der schrecklich peinliche Klingelton von meinem Handy aus den Träumen. Ich starrte auf das Display, Unbekannter Anrufer. Ich war nicht wirklich heiß drauf abzunehmen, drückte daher auf Ablehnen und entfernte mich vom Zaun und ging rüber zum Laster. „Ich helf' mal mit“ sagte ich etwas kleinlaut und ging in das Haus hinein. Der Geruch von Kaffee ging über das ganze Haus. Derweil waren anderthalb Stunden vergangen, so fragte ich die Jungs ob sie nicht eine Pause haben wollten. Anschließend saßen wir im Wohnzimmer auf einigen Kisten und ich machte den Kaffee, ich hatte einige Tassen aus der Kiste herausgefischt. „Schmeckt Klasse, Dankeschön“, hörte ich Reihenweise und ich nickte nur mit einem leichten grinsen. Der Mann vorhin, der mit den dunkelgrünen Augen, er schaute mich die ganze Zeit an. Es viel mir schwer seinen Blick zu erwidern, und immer als dies Geschah musste ich peinlich grinsen. Nun war es neun Uhr und ich lehnte mich gegen die Küchentheke, als erneut mein Handy klingelte. Dieser Klingelton war schrecklich, allerdings fingen alle an zu lachen und etwas beschämt drückte ich auf den Ablehnen Knopf. Ich mochte diesen Klingelton und würde ihn nicht ändern wollen. Wer könnte das nur sein der mich andauernd erreichen wollte. Etwas besorgte schaute ich auf mein Handy nachdem ich es wegsteckte. „Wieso gehst du nicht dran?“ fragte dieser ziemlich gutaussehende Mann der mich mit seinem Blick gefesselt hatte. „Ich weiß nicht wer das ist oder sein könnte...“ etwas lächerlich hörte sich das schon an, aber ich hasse es, wenn man in Ungewissheit Telefoniert. „Hast du Angst?“ der Mann fing heftig an zu lachen und ich starrte ihn böse an. Ja, irgendwie hatte er Recht. Ich seufzte und legte mein Handy ab. Es stand noch soviel herum, zu viel. Ich ging hoch in mein Zimmer, mitten auf der Treppe hörte ich wieder mein Handy klingeln, welches aber Abrupt stoppte, ich schaute hinunter und rannte wieder ins Wohnzimmer. „Hallo... Hier ist Mike... Die Frage ist wer sind sie..“ Ich hörte aufmerksam zu und setzte mich neben Mike, so hieß er anscheinend. Er funkelte mich mit seinen grünen Augen an während ich ihn fragen musterte. „Wer ist da?!“ „Irgendein David.“ Etwas sprachlos saß ich da und wusste zunächst nicht was ich tun sollte, doch schnell drückte mir Mike mein Handy ans Ohr und begann wieder mit der Arbeit, verabschiedete sich mit einem Augenzwinkern und ging hinaus. „Ehm... Hey!“ stotterte ich leicht in mein Handy rein. „Was gibt’s?“ fragte ich, doch das einzige was er erwiderte, war. „Wer ist Mike?!“ Ich grinste in mich hinein, beantwortete seine Frage jedoch nicht. Er wiederholte diese Frage andauernd, anschließend hatte er angeboten beim Umzug mitzuhelfen, ich nahm die Hilfe dankend an, und nach einer Halben Stunde stand er auf dem Hof herum und schaute sich um. Ich kenne David schon lange, 4 Jahre ungefähr. Damals waren wir so was wie zwei verliebte. Und vor nicht allzu langer Zeit trafen wir uns wieder, zusammen mit Samarti, er war dort Trainer, und Gehilfe, so etwas in der Richtung jedenfalls. Es war komisch, diese Begegnung hatte etwas magisches. Und nun, wo ich ihn dastehen sehe... Allerdings habe ich meine Gefühle für ihn schon länger abgelegt. Etwas mulmig im Bauch begab ich mich nach draußen, vergaß meine Jacke und kehrte nochmal zurück um mir die Jacke anzuziehen. Ich sah das er immer näher kam und ich lächelte ihn an. Wir begrüßten und mit einer Umarmung und wir begannen ein Gespräch zu halten. Wie ich es handhaben werde, den ganzen Umzug. Es war viel zu machen. Wir redeten und redeten, über alles mögliche, was die letzten Jahre so passiert ist. Es tat gut, unheimlich gut. Wir gingen den Plan durch, heute werden wir - also ich und David, da er sich dazu bereit erklärte – alle Pferde pflegen und versorgen die hier bleiben. Am nächsten morgen machen wir dann alle Anhänger klar und fahren nach Spanien. Ich freute mich, sehr sogar. Wir hatten nun den ganzen Nachmittag Zeit hier aufzuräumen. Wir fingen im Stall an, dort stand Husky und Burnin' Awake and Lifeless, die werden hier bleiben. Während David sich an Husky ran machte kümmerte ich mich um das Fohlen. Ich putzte ihn und füllte seine Box neu ein, sowie das Wasser dort. Zum Schluss gab ich ihm noch einige Leckerlies mit in die Box hinein. David wurde ungefähr Rechtzeitig fertig, derweil erzählte er mir von seiner Ausbildung als Pferdeausbilder. Als ich ihn kennen gelernt hatte, hatte er noch Fußball gespielt, was er aber immer noch drauf hätte, meinte er zumindest. Zusammen watschelten wir rüber zur Weide, dort begab ich mich zunächst zu Schachfigur, Meine Fäden, Aloha from Hell und Heartbeat. David beschäftige sich derweil mit Glanzstück, Blümchen, Talmih und Possibility. Schachfigur war schon lange bei mir, ich habe ihn nun gute fünf Jahre hier auf dem Gestüt, sowie meine Fäden immer mein kleiner Schatz war. Ich hatte schöne Erinnerungen mit ihnen. Zunächst mussten wir sie mit einem Halfter mitnehmen und dann banden wir sie alle draußen an. Wir putzen sie, striegelten sie, und ich konnte mir eine kleine Träne nicht verkneifen. David sah dies, er achtete sehr auf mich. Er kam auf mich zu und umarmte mich. Ich erwiderte diese Umarmung, er drückte mich fest an sich. Ich öffnete meine Augen und schaute auf seine braunen, starken behaarten Armen. Ich atmete seinen Duft ein, wie ich diesen vergessen hatte. Er ließ nicht los. Lange Zeit standen wir ineinander, ich spürte seinen Herzschlag. Meine Arme fingen an Wehzutun und ich ließ locker, er merkte dies und tat das gleiche. Wir starrten uns an, verlegend drehte ich mich weg und griff eine Bürste und das Fell von Heartbeat zu säubern. Die etwas zickige Stute lies dies aber gut ergehen. Genau wie mit Aloha from Hell, dies wunderte mich sehr, er war inzwischen erwachsen geworden, er ist nicht mehr so böse wie früher. David war fertig, ich auch. Zusammen brachten wir die Pferde wieder zurück auf die Weide. Mit Putzzeug und Leckereien bewaffnet gingen wir zu den Ponys, hier verabschieden wir uns von Herbstraum, Star, Dancer in the Moonlight, Alufolie, little Jim, Shalom, Spotte Dreams und Kronjuwel. Ja, Douglas wird unser einziges Pony in Spanien sein. Währen wir mühsam begannen die Pferde nacheinander zu putzen begann David ein Gespräch zu beginnen. „Du Jenny. Würde es dir was ausmachen, wenn ich mitkommen würde? Also, ich meine ob ich dich begleiten dürfte...“ etwas fragend schaute ich ihn an, was meinte er damit? „Ehm, willst du wirklich 12 Stunden hin und herfahren?“ ich lachte kurz und schaute zu ihm rüber, er jedoch lachte kein bisschen. „Nein damit meinte ich. Du weißt doch, ich komm eigentlich aus Spanien und so weiter. Ich habe vor einigen Jahren schon überlegt umzuziehen, also zurück nach Spanien eigentlich Tuilla, aber...“ Ich schaute ihn erstaunt an, wartete, doch es kam nichts mehr aus seinem Mund. „Also... wenn du möchtest kannst du eine Weile auf meinem Gestüt leben, bis du halt ein Wohnsitz für dich gefunden hast...“ Sagte ich etwas kleinlaut, habe ich das gerade wirklich gesagt? Ich habe nicht einmal darüber nachgedacht, doch sein leuchten in den Augen ließ alle meine Sorgen verschwinden. „Dein Ernst?!“ ich nickte, er umfiel mich mit einer deftigen Umarmung und flüsterte mir ein Danke ins Ohr. Ich war nicht sicher ob ich jetzt lachen sollte oder nicht, aber es würde bestimmt schön werden. Dann wäre ich nicht ganz alleine, und hätte eine große Hilfe an meiner Seite. Je länger ich darüber nachdachte, desto mehr gefiel mir die Vorstellung. Nachdem wir auch damit fertig waren, die Ponys von Dreck zu befreien, kam mir der Mann von vorhin, Mike entgegen. Je näher ich ihn betrachtete desto Attraktiver fand ich ihn. Ich setzte ein lächeln auf und wartete was er zu berichten hatte. „Ja. Also wir sind jetzt erst mal fertig mit der Arbeit hier. Sättel und das ganze andere Zeug holen wir dann Morgen. Morgen früh fahren wir dann los.“ Er drückte mir seine Hand hin um sich zu verabschieden. „Danke, na also dann bis morgen früh“ grinste ich, er ging und ich spürte einen kleinen Zettel der an meiner Hand klebte. Ich drehte mich weg und schaute auf meine Hand. Was sollte das? Ich öffnete den Zettel, schaute zu Mike, die mit einem Auto wegfuhren und wieder auf den Zettel. Ich öffnete ihn langsam, ohne zu bemerken dass David hinter mit stand. Mike 01805 4646. Ich kicherte, David jedoch sah ziemlich sauer aus. „Okay, wer ist Mike?!“ „Das war doch der Mann eben.“ sagte ich Trocken. Mit verschränkten Armen stand er da. Wieso wollte er alles wissen? „Der ist der Typ der... Na ja, er ist der Umzugshelfer. Ich kenne ihn gar nicht“ „Wieso hat er dir dann seine Nummer gegeben?!“ „Vielleicht findet er mich hübsch“ Sagte ich kleinlaut und musste kichern. „Na los, lass die anderen Pferde pflegen, will heute noch fertig werden.“ Er nickte und als wir die Pferde wieder zurückbringen wollte, fragte er mich wieso ich nicht ans Handy gegangen bin als er versucht hatte mich anzurufen. Ich erklärte das ich Angst hatte beziehungsweise es nicht mag wenn mich Leute anrufen die ich nicht gespeichert hatte, dass Mike dann ran gegangen wäre da ich mein Handy liegen lassen hab und so weiter. Etwas mürrisch trotteten wir zur nächsten Weide, wo meine Vollblüter standen. Es war bereits sieben Uhr, wir pflegten Muh!, Saddy, Silberstern, Mike, Khadir, Teasie und Arsil auf der Weide. Ja wir mussten alle selbstständig pflegen, da ich meine Stallburschen und Helfer bereits gekündigt hatte. Es war um einiges Anstrengender als ich dachte, zum Glück waren sie nur etwas staubig und weniger verschlammt. Auch Laurencio, Fine Frency, Season's Princess, Draugsa, Casablanca, Yanetha, Puppenspieler, Aerith und Silenc Dream, sowie meine zwei Shire Horses Tigra und Rayon de Solei haben lange gedauert. Wir haben es so ausgemacht, er kratzt die Hufen aus, er Striegelt, und ich Bürste das Fell nochmal gründlich und Kämme das Langhaar durch. Anschließend war ich doch sehr, sehr dankbar das David hier aufgekreuzt ist, wir waren ein gutes Team. Mit ihm ging die Zeit schnell vorbei, und ehe wir es sahen, war es schon zehn Uhr. Und wir waren fertig. Erschöpft ließen wir uns in meinem Haus unter, der fast völlig Leerstand. Das einzige was noch hier war, war die Kaffeemaschine und mein Bett. Ich führte ihn ins Haus hinein. Wir haben noch etwas geredet, haben gelacht, bis in die Nacht hinein. „Wir müssten mal schlafen, morgen ist ein langer Anstrengender Tag.“ Sagte ich Vorsichtig und schaute ihm Tief in die Augen. „Danke. Danke für alles, wirklich, du warst mir heute mehr als nur eine große Hilfe...“ Sagte ich als wir beide an der Tür standen. „Bis morgen früh dann“ Sagte er und hielt mir die Hand hin. „Warte, nicht dein Ernst oder“ Ich lachte laut als ich den Zettel in meiner Hand entdeckte. „Bis morgen dann“, sagte er und lächelte mir Herzhaft zu. Ich lehnte mich mit verschränkten Armen gegen die Säule und sah ihm hinterher, bis er ganz verschwunden war. Es war spät am Abend, fast zu spät. Ich legte mich auf mein Bett, schaute auf meine Koffer, dann wieder auf den Zettel, mit dem ich in der Hand einschlief.
      Am nächsten morgen schaute ich verdutzt auf mein Handy, ich habe 4 Wecker übersprungen und bin erst jetzt, um halb 7 aufgewacht. Ich hatte immer viele Wecker gestellt, da ich zu feste und zulange schlafe, ich habe meinen Schlafrhythmus ausgeschaltet und könnte den Tag durchschlafen, vor allem da ich letzte Nacht relativ spät schlafen gegangen war. Total in Eile stand ich auf und rutschte über den Linoleum Boden schnell ins Badezimmer. Ich hatte eigentlich keine Zeit mich fertig zu machen, verschmockt wollte ich allerdings auch nicht auftauchen. Also schmierte ich mir sachte den Eyeliner auf und etwas Wimperntusche und stürmte anschließend raus. Es war schon alles am Gange, viele Pferde wurden schon verkauft, fast alle sind verschwunden. Heute wollten wir uns auf die Pferde konzentrieren die wir verladen müssten. Auch Erstaunlicherweise nahmen wir zwei neue Pferde an, Fury und Ehrengold. Fury hatte eine außergewöhnliche Dressurbegabung und Ehrengold war ein erfolgreiches Rennpferd, welches ich außerdem als Privatpferd nutzen werde. Heute war der Achte März, Frauentag; dachte ich und schaute hinaus. Die Möbel waren nun alle ausgeräumt, der Laster würde jetzt losfahren, nach Spanien. Ich freute mich wirklich, trotzdem machte mir der lange Transport einige Sorgen. David wollte mitkommen, ob er das Ernst meinte würde sich heute herausstellen. Es wäre merkwürdig, aber ich würde nicht sagen das es falsch wäre, auch wenn ich ihn lange Zeit nicht gesehen habe. Ich lehnte mich gegen die Mauer und schaute mein altes Gestütshaus an. Es würde mir fehlen, dachte ich mir. Die Zeit hier war sehr schön, viele Erinnerungen stecken hier fest. Der Typ, der mir seine Handynummer anzetteln wollte kam auf mich zu, wie war noch gleich sein Name? Als er anfing zu sprechen, fiel es mir wieder ein – Mike. Er war wirklich sehr attraktiv, vor allem vom nahen. Eine Sache die ich nicht Verstand war, wieso hatte er mir seine Handynummer gegeben, wenn ich sowieso nach Spanien ziehen würde? Wir redeten eine Weile, die Zeit verging schnell, er erklärte mir nebensächlich das die Nummer für Notfälle wäre, und er direkt nach Spanien fahren würde, würde mir etwas fehlen – na klar. Trotzdem schmeichelte es mich sehr, es war angenehm mit ihm zu reden, ich hatte lange kein so Intensives Gespräch mehr, außer mit David. Als der Name in meinem Gedächtnis fiel wurde das Gespräch zwischen mir und Mike immer erzwingender für mich, er jedoch hörte gar nicht auf zu reden, kam mir immer Näher, körperlich und auch innerlich. Wir saßen auf den Treppen, er hockte vor mir und wir starrten uns gegenseitig an, ich konnte seine Augen genau betrachten, die leuchteten sehr hell als er immer zu mir hochschaute, die Sonne war stark, und das früh am Morgen, allgemein war es ein schönes Wetter. „Du Mike, ich muss mich langsam um die Pferde kümmern, tut mir Leid, aber die müssen heute noch hier weg“,sagte ich mit einem grinsen und ohne zu Fragen folgte er mir. Auf David warten würde keinen Sinn mehr machen, er würde zu spät oder gar nicht kommen, beides war mir recht, irgendwie war ich sauer auf ihn. Etwas stur ging ich in den Stall hinein und schaute auf meine Notizblätter, wo alle Pferde aufgelistet waren. „Ja, ich hab keine Ahnung wie wir das machen sollen“ lachte ich etwas unsicher. „Kennst du dich mit Pferden aus?“ fragte ich Mike, der jedoch hysterisch mit einem Kopfschütteln verneinte. Ich seufzte und grinste ihn an. Emperador und Negresco würden auf jedenfall in einen Transporter kommen... Fury könnte auch hinein. Ich grübelte und entschied mich dann noch für Ehrengold, die vier würden in einen Transporter kommen. Der zweite wäre dann Lisonjera, Cadence, Chramisa und Flame. Blümchen mit Zingara, Amalia und Black Star, Exorzismus mit Everland's Calucci, Raufbold und Kinderlachen. Ich musste wieder überlegen. Ich skizzierte alle Möglichkeiten auf das Notizheft. Soldiers Pride war als Stute noch übrig, mit Insane, Douglas und Albaran ox sollte das kein Problem sein, dachte ich mir. Gut dann wären nur noch Pichon, Suger, Lucero und Chronos übrig, es geht perfekt auf, dachte ich mir und grinste in mich hinein. Derweil saß Mike gelangweilt dar und schaute mich stark an, er wendete seinen Blick nicht von mir und ich fühlte mich dabei etwas unwohl und drehte mich lachend zur Seite. Etwas unerwartet umarmte er mich von hinten, um klemmte meinen zierlichen Körper mit seinen festen Armen, die sich jedoch so weich und angenehm anfühlten. Ich fühlte seinen leichten Atem an meinem Nacken, Gänsehaut bildete sich über meinen gesamten Körper. Umarmungen von hinten waren wirklich schön. „Und schon fertig?“ flüsterte er mir ins Ohr und ich drehte mich langsam zu ihm und nahm etwas Abstand von seinem Gesicht, er sah wirklich gut aus, aber ich kannte ich kaum. Ich zeigte ihm die Zeichnung, er schaute fragend drauf, als könnte er damit nichts anfangen. Ich grinste ihn an und ging hinaus. Die Transporter wurden nun eingefahren, zumindest einer war jetzt da. Und darin David. Total verwundert stand ich da und begutachtete ihn, wie er aus dem Auto stieg. Zuerst dachte ich er wäre aus dem Transporter ausgestiegen, sein Auto parkte jedoch knapp dahinter. Er hatte ein breites lächeln aufgesetzt. Ein lächeln, was einen selber direkt zum lachen erzwingt. Schon von weitem sah ich seine funkelnden braunen Augen. Es war ein komisches Gefühl, sollte ich mich jetzt freuen oder sauer sein das er zu spät ist? Wobei er eigentlich ja nicht zu spät ist, ich war kurz davor die Pferde einzuladen. Als er greif nahe vor mir stand wurde er langsamer und schaute mir über den Rücken, dort, wo Mike stand. Er umarmte mich feste, drückte mich an sich ran, etwas ruckartig und schnell kam das ganze und ich musste erstmals meine Hände ordnen, bis ich bemerkte das ich ihm fast an dem Gesäß gefasst habe umkam mich ein unwohles Gefühl, angrenzend an Peinlichkeit. Ich kletterte mit meinen Fingern seinen Rücken hoch um ihn dort zu Packen und anschließend um die Umarmung zu erwidern. Ich lag unter Zeitdruck, das machte ich David auch klar, zeigte ihm die Zeichnung und wir machten und auf die Pferde zu transportieren. Ich hatte davor einige Pferde untersuchen lassen, um sicherzustellen dass sie für den Transport gesund sind. Wir mussten uns wirklich beeilen, zunächst kümmerten wir uns um die Stuten, ich hatte jeweils zwei gepackt und er auch. Nach kleinem zögern der Stuten standen sie auch im Transporter drinnen. Das gleiche wiederholten wir auch mit allen anderen Pferden, die jedoch etwas mehr Terror gemacht haben. Etwas genervt stand ich da und schaute Exorzismus an, der einfach nicht hineinwollte. Ich seufzte, und solange ich Exorzismus überreden wollte hineinzugehen, war David schon fleißig dabei die anderen zu verfrachten. Eine Ewigkeit verging, Wasser müsste hineingeschüttet werden, Essen, dies das. Etwas gestresst rannte ich um die Gegend. Ich war eben dabei etwas Heu zu holen, als ich sah das Exorzismus freiwillig mit David mitging. Meine Kieferladen fielen hinunter und ich schaute David geschockt an. „Schätzchen, du bist zu gestresst, komm mal runter.“ Sagte er als er auf mich zukam, und mir das Heu abnahm. Schätzchen, was soll das denn jetzt bitte heißen, versucht er mich jetzt zu provozieren? Vielleicht hatte er Recht, ich sollte wirklich mal etwas runterkommen. Stunden vergangen, Pferde verladet, Möbelwagen bereits losgefahren. Mike beobachtete uns währenddessen die ganze Zeit, er wollte uns helfen, konnte mit Pferden allerdings nicht wirklich viel anfangen, immerhin war er eine kleine Hilfe. „Ich hab kein Bock mehr“ jaulte ich böse. „Tja der Transport wird das beste haha. Nein, wird ganz normal und ruhig verlaufen, du könntest im Auto sogar etwas schlafen, nur weißt du ja selber das wir eine kleine Pausen machen müssten.“ beruhigte David mich. „Ja ja“ sagte ich ironisch genervt, lächelte ihn aber groß an. Ich schaute mich um, Mike war immer noch da. Irgendwie verwunderte mich das, er könnte schon längst Zuhause sein, die Möbel hatte er schon in der früh verladen. Inzwischen war es Vierzehn Uhr, und wir würden jeden Moment losfahren. Anstatt mich aber dafür vorzubereiten ging ich nochmal in meinem Gestüt herum, in meinem Gestütshaus, die Weiden entlang, die Boxen. Es war so schön hier. Ich werde das hier sehr vermissen. Ich setzte mich nieder und eine kleine Träne floss mir über die Wange. Ich wollte zwar nicht weinen, aber verhindern konnte ich es trotzdem nicht. Der Blick war wunderschön, dieser Geruch. Die Gegend war mir in den letzten 5 Jahren so vertraut gewesen, ich habe hier so viele neue nette Leute kennen gelernt. Ich atmete noch einmal den Geruch tief ein, als ich Schritte hörte. Mike kam mit schnellen Schritten auf mich zu „Hey, die anderen wollen jetzt losfahren, willst du nicht mit?“ er lächelte mich herzlich an, er war wirklich ein netter Mensch. Ich nickte und ging neben ihm her. Wieder standen wir auf dem Parkplatz und ich schaute zu Mike hinauf. „Jetzt heißt es wohl Abschied nehmen...“ Ich kannte ihn zwei Tage, trotzdem fühlte ich den kleinen Trennungsschmerz. Zunächst nickte er, was aber zu einem langsamen Kopfschütteln wurde. „Nein“ sagte er ernst. Ich schaute ihn fragend an. Was war den jetzt los – dachte ich. „Ich erklär's dir in der Pause.“ Ich sah nur noch wie er zu einem der Autos in den Beifahrersitz stieg. Ich brachte nur ein hörbares 'Häh' heraus und sah zu David, der mich an meinem Arm packte und zu seinem Auto drängte. Ich stieg ein, schnallte mich an, was David ebenfalls tat. Ich drückte auf irgendwelche Knöpfe in seinem Armaturenbrett bis ich Musik fand. Er hörte ausschließlich spanische Musik, was mir nach einer Stunde Autofahrt jedoch tierisch auf den Senkel ging. Im Radio lief auf nur Schrott dachte ich mir, und genau für so etwas hab ich mitgedacht und eine CD gebrannt, mit wirklich guter Musik, zumindest Musik die mir gefällt, und bei anderen Leuten eigentlich auch relativ gut ankommen. Der Bass ließ das Auto vibrieren, ich liebe das Gefühl, dachte ich mir nur und lehnte mich nach hinten. Als ich meine Augen wieder öffnete, nachdem ich kurz gedöst habe wegen der schön ruhigen Musik schaute ich David an, der angestrengt der Straße folgte. Ich begutachtete sein gesamtes Gesicht, seine Gesichtszüge waren sehr Maskulin, er hatte einen leichten Bart, schön gegelte Dunkelbraune, fast Schwarze Haare. Eine schöne gebräunte Hautfarbe und diese Augen... sie ließen mich jedes mal dahinschmelzen. David war schon attraktive, sehr sogar. Immer wieder faszinierte er mich, er war makellos. Das lange Anstarren was ich an ihm vollübt hatte, machte ihn Aufmerksam auf mich. Wir waren auf der Autobahn, ein langer Augenkontakt würde nicht kommen, doch dieser kleine Augenblick, wo er mir tief in die Augen geschaut hatte, auch nur für den Bruchteil einer Sekunde... Es war wunderschön. Ein Gefühl ist in mir hochgekommen, beschreiben würde ich ihn als kleinen Schock, wie wenn du im Schlaf träumst du fällst oder stolperst irgendwo hinunter. So würde ich das Gefühl beschreiben. Es war nicht unangenehm, keineswegs, ich genoss es sogar. Ich konnte meine Augen nicht von ihm wenden, ich musterte seinen Gesamten Körper, was er anhatte, wie er atmete, wie oft er blinzelte. Bis ich anschließend eindöste. Ungefähr Acht Stunden Autofahrt haben wir nun hinter uns gelassen. Ich wurde wach als wir Lyon überquert hatten, wir machten in Grenoble die Pause. Die Pause würde ungefähr zwei Stunden dauern, den Part danach würde ich fahren, weswegen ich die Autofahrt jetzt erst mal geschlafen habe. Wir hatten viele Helfer dabei, wir ließen sie die Arbeit mit den Pferden machen, helften jedoch hier und da noch mit, die Pferde durften am Waldrand grasen und bekamen etwas Auslauf. Ich legte mich wieder Müde ins Auto um etwas Schlaf zu bekommen, auch David döste vor sich hin. Ein hupen rüttelte uns beide Wach, genervt schaute ich hinaus, es sah so aus als müssten wir bald wieder losfahren. Da ich ziemlich kritisch mit meinen Pferden war, wachte ich stets über die Gesundheit der Pferde. Bei der Menge ist es jedoch recht schwer einen Überblick zu behalten, also stieg ich zunächst erstmals aus dem Auto und schwankte stehend. Als ich wieder etwas zu mir kam und ich mir zutraute zu gehen, machte ich eine kleine Rundtour. Jeder der Pferde schien das Gras zu genießen, wie lange wir eben eingenickt waren weiß ich nicht, David schläft jedenfalls noch. Ich sah wie Chronos bereits wieder in den Transporter gebracht wird, und schnell schnappte ich mir einen der Stuten um bei dem anderen Transportwagen mitzuhelfen. Mir war noch ganz schwindelig vom schlafen eben. Ich zog meine Blicke über alle Pferde die nun Verladen wurden, es gab einige Unklarheiten wer in welche Box kommen sollte, zum Glück hatte ich meine Aufzeichnungen noch dabei und konnte strikte Anweisungen geben. Das ganze verlief recht stressig, jedoch war das ziemlich schnell geschafft, ich glaube keiner der Leute hatte mehr großen Bock noch irgendwie viel zu machen und würden sich freuen endlich da zu sein. Ich schielte zu dem PKW wo ich eben mit David saß, der aber immer noch auf dem Armaturenbrett am schlafen schien. So langsam aber sicher wurde ich immer wacher und etwas nervös wurde ich von Mike's blicken, die ich immer stets von meinem Blickwinkel beobachtete. Als ich dann sah das er näher kam bekam ich leichte Panik und wusste momentan nicht wie ich handeln sollte. Das war immer so wenn ich müde bin. „Hey, na wie geht’s? Endlich erledigt, nicht wahr? Ich bin Hundemüde, aber du siehst ja richtig... ehm bekifft aus?“ sagte er und fiel in verlegenes Gelächter. „Ha ha“ lachte ich ironisch und grinste ihn offen an. „Dabei bin ich jetzt relativ wach geworden, ich freue mich auf die Autofahrt“ sagte ich und schaute direkt in seine Augen. „Also ich leg mich darein schlafen oder so ich kann nicht mehr“ „Ja, David ruht sich auch schon 'ne Weile aus... na ja, ich mach mich dann mal zum Auto, wir sehen uns dann schätze ich mal.“ Er nickte mir zu und unsere Wegen schieden sich. Ich rückte zum Beifahrersitz und schob David etwas zur Seite sodass ich zu dem Gangknüppel kam. Da ich wohl die einzigste war, die den Weg kannte, musste ich fortfahren. Das Navigationsgerät war in dem Fall nicht sehr Hilfreich, wäre ich danach gefahren wären wir sonst wo gelandet. Das Karten studieren hatte sich also gelohnt. Ich war komischer Weise ganz gut gelaunt, die Sonne ging langsam unter und auf der Autobahn sah man viele kleine Glühwürmchen die ein Rennen bestreiten, also Autos. Ich pulte meine CD aus dem Beifahrerfach heraus und steckte sie in die CD Anlage, wo ich gleich ganz Laut stellte. Somit war David dann auch wach, und er war wirklich sauer das ich ihn aus seinem Schlaf geholt habe, aber sonst könnte ich nicht wach bleiben. Die Boxen dröhnten und das Fahrerlebnis wurde immer intensiver. David immer angepisster. Jedenfalls konnte ich mich nun besser auf wieder wach bleiben und die Straße konzentrieren. Nebenbei erzählte mir David von seinen Träumen, wo ich mit einem Ohr zuhörte und verständnisvoll nickte, so wie ich es immer tat wenn es mal nicht anders ging. Meine Hände schwitzten am Lenkrad, es war sehr warm hier, auch Nachts. Zwei weitere Stunden waren vergangen und meine Augen gaben die Kraft auf, sie waren trocken und schwer, ich konnte sie kaum noch aufhalten. Im Gegensatz zu David der die ganze Zeit geschlafen hat. An einer Raststätte wechselten wir die Plätze und auf einem Reisekissen machte ich es mir Gemütlich. Zwei Stunden Schlaf... dachte ich mir. Mir wurde nach einiger Zeit übel, als ich die Augen geschlossen hatte, und bemerkte wie hysterisch David nach mir packte. Ich bemerkte das das Auto langsam stehen blieb, David wusste nicht wohin. Daraufhin musste ich wieder das Steuer übernehmen, und es ging wieder ab auf die Autobahn, die Karte war zwar auf Spanien, da ich meine Verloren hatte, aber David konnte gut Spanisch und ich hatte die Karte wirklich gut studiert, ich wollte mich auf keinen Fall verlaufen. Ich war sehr gespannt auf das Gestüt, es war bereits renoviert sodass wir direkt einziehen und uns einleben konnten, nur die Möbel mussten nur noch aufgestellt werden. Wir waren fast da, wir hatten die Französische Grenze überschritten und steuerten direkt nach Katalonien. Nicht mehr lange und wir wären angekommen. Wäre der Verkehr nicht so nervig. Das Grundstück lag etwas abseits, nähe eines Waldes in einer etwas höher liegenden Gegend. Anschließend, nach aufregenden vierzig Minuten sind wir endlich angekommen. Ich war sehr aufgeregt, wollte das Gestüt so schnell wie möglich besichtigen. Ich hoffte auch das die Pferde ihren Platz hier finden würden, beziehungsweise dass sie sich wohlfühlen, aber ein zurück gäbe es sowieso nicht, auch für mich wäre das eine Gewaltige Umstellung, ich muss Spanisch lernen und so weiter, ich habe das Grundwissen bereits für die Sprache, meine Aussprache ist grässlich, aber es sollte für den Anfang reichen. Am Gestütstor stand bereits der Markler, der mir den Schlüssel nun übergeben würde. Ich öffnete die Autotür, wechselte einige Worte mit dem alten Mann und fuhr weiter, nachdem er das Tor geöffnet und sich verabschiedet hatte.
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  • Kategorie:
    Himmel - ungepflegte Pferde
    Hochgeladen von:
    Kirbeeh
    Datum:
    8 Juni 2013
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