Mohikanerin

Bree

(Französischer) Traber | Stute | Ungekört | (c) Sweetvelvetrose - Eingefahren / Eingeritten (1:14,6)

Bree
Mohikanerin, 17 Jan. 2020
    • Mohikanerin
      Ein Spezialfall | Unbekannt

      Es war nun schon mehrere Wochen her, dass die beiden Fohlen Bacardi und Skyrim angekommen waren, und heute kontaktierte mich meine Freundin Else wieder - allerdings ging es nicht um ein Pferd von ihr, sondern um eines, was sie in meiner Nähe entdeckt hatte. Bree, so hieß die Stute, war angeblich ein Spezialfall und falls sie nicht in den nächsten paar Monaten gekauft werden würde, würden die Besitzer sie zum Schlachter bringen. Sofort kontaktierte ich die Besitzer und sie verlangten nur sehr wenig für die Traberstute, und es dauerte nicht lange, bis sie mitsamt Zubehör auf den Hof kam.
      Bree war eigentlich eine ziemlich ruhige Stute, die sich überall anfassen ließ und eigentlich nur etwas scheu war, weil ich fremd war. Ich verstand das Problem gar nicht, bis ich ihr den Sattel anlegte - der perfekt passte - und sie trenste. Schon, als ich sie auf den Reitplatz führte, wurde sie etwas zurückhaltender und kurz vor der Mitte musste ich sie etwas ziehen und motivieren, den letzten Schritt zu machen. Ich gurtete nach, zog die Steigbügel nach unten und stieg auf, dachte, dass es nur ein paar Macken waren, weshalb sie nicht auf den Platz wollte. Aber sobald mein Po auf ihrem Rücken landete, legten sich ihre Ohren tief in den Nacken und sie taumelte ein paar Schritte zurück. Ich nahm die Zügel locker auf und wollte sie antreiben, aber sie ging nur zurück, und je stärker ich trieb, desto schneller lief sie rückwärts. Ich seufzte genervt und spannte die Zügel etwas weiter an, drückte meine Wade fest an ihren Bauch und unsicher ging sie einen Schritt nach vorne. Wenigstens etwas, dachte ich, als wir langsam unsere Runden drehten.
      In der Ecke raschelte es kurz im Gebüsch und ich dachte mir nichts großes, anscheinend war das für Bree aber der Weltuntergang: Sie wich zur Seite, buckelte einmal kräftig und raste quer über den Platz zur anderen Seite. Ich konnte sie noch durchparieren, bevor sie gegen den Zaun knallte, und so ging das ungefähr die ganze Zeit weiter.
      Ich blieb nur im Schritt, war auf alles vorbereitet, und nach einiger Zeit ging es ein bisschen besser; zumindest raste sie nicht mehr eine halbe Ewigkeit im Zirkel weiter, sondern blieb nach ein paar Minuten stehen. Bree war nach einiger Zeit komplett verschwitzt und ich stieg ab, seufzte und klopfte der gescheckten Stute auf den Hals.
      Sie war schon ein ziemlich harter Brocken und mit ihr müsste ich auf jeden Fall noch arbeiten.

      © Ally | 2417 Zeichen

    • Mohikanerin
      Tierarztpraxis Meillion Aur | Unbekannt


      Heute hatte ich meinen ersten Auftrag bei meiner guten Freundin Ally. Meine Praxis war zwar noch nicht geöffnet, doch das würde in den nächsten Tagen passieren.
      Ally hatte mich gebeten, alle ihre Ponys einmal durchzuchecken. Das sollte kein Problem werden.
      Nach einem warmen Begrüßungstee (Kanada im Winter war schrecklich) widmete ich mich zu aller erst Smarty Jones, einem wunderschönen Roanhengst. Neugierig beschnupperte er mich, doch als ich dann ans abtasten ging, wurde er unruhig und zappelte. Trotzdem spürte ich keine ungewöhnlichen Erhebungen und auch die Beine waren, wie man auf dem Röntgenbild gut erkennen konnte.
      Weiter ging es mit Marly’s Pluie, einer Painthorse Stute. Von Ally erfuhr ich, dass sie gern sprang, und untersuchte zuerst die Gelenke. Hier fand sich glücklicherweise nichts; auch beim Abtasten und Augencheck fiel mir nichts Ungewöhnliches auf.
      Der nächste Patient, Skyrim, war mir schon bekannt, denn ich hatte zusammen mit Ally und ihm für das Synchronspringen in ein paar Tagen trainiert. Auch ihn empfand ich als ziemlich neugierig und schlau, denn er fand sofort die Leckerlis in der Tasche meiner dicken Winterjacke. Auch bei ihm konnte ich keine Auffälligkeiten feststellen.
      Siberia, English Love Affair, Never Be und Bacardi Mojito rutschten förmlich nur so durch. Alle drei hatten ihren ersten Tierarztbesuch und wurden sogar gleich noch mit einer Spritze gequält. Als Entschädigung für den kleinen Impfpiekser gab es jedoch selbstgebackene Kräuterleckerlis. Auch bei der hübschen Traberstute Bree war alles in Ordnung.
      Ein Friesenmix namens Classic Cinnamon war dann auch schon mein letzter Kunde. Da der Gute neu auf dem Whitmore Stud war, führte ich gleich eine kleine AKU durch. Seine Gelenke waren in Ordnung, genauso wie die Augen und Zähne. Ich fand außerdem keine besorgniserregenden Hubbel und konnte schließlich mein Zeug wieder ins Auto packen. Allys Angebot, eine Nacht bei ihr zu verbringen, musste ich leider ablehnen – ich musste so schnell wie möglich wieder nach Wales.

      © Rhapsody | 2029 Zeichen

    • Mohikanerin
      Hufschmiedbesuch | Unbekannt


      Heute standen ausnahmsweise mal meine eigenen Pferde an, also stand ich extra früh auf, um alle aus ihren Boxen zu holen und draußen aufzureihen. Als erstes kam Skyrim dran, mein Liebling aus dem Stall; Nicht, dass ich ihn dadurch irgendwie bevorzugen würde. Er bestach bloß durch seine freche Art und auch beim Reiten zeigte er sich bisher prächtig. Ich kontrollierte erst seine Hufe und korrigierte sie danach mit Feile und Messer. Beschlagen wollte ich ihn noch nicht, da er barhuf noch keine Probleme hatte. Nach Skyrim ging es zu Jones, meinem ersten Pferd. Bei ihm wechselte ich nur den Beschlag aus, da seine Hufform schon gut zugeschnitten war. Danach kam Pluie dran, die heute irgendwie hibbelig war, und ich beschloss, sie nach der Hufkontrolle in der Reithalle laufen zu lassen. Bree wartete auch schon ungeduldig auf mich, und nachdem ich auch ihre Hufe korrigiert hatte, führte ich Skyrim, Jones und Pluie schonmal zurück in ihre Boxen. Nach Bree kam Cinn dran, der neue Hengst im Stall. Er zeigte zwar große Hengstmanieren (erst recht, wenn er neben Bree stand), aber heute war er ziemlich ruhig. Nach Cinn kamen die Fohlen dran, die ihre Hufe nur kontrolliert und korrigiert bekamen. Bacardi verhielt sich sehr ruhig und vorbildlich, während Siberia immer wieder ihre Nase irgendwo hin schob und überall herum knabberte. Love war wie immer sehr stürmisch und zappelte die ganze Zeit herum und konnte es nicht erwarten, mit ihrer kleinen Fohlenherde zurück auf die Weide zu kommen. Bee war ähnlich wie ihre beste Freundin drauf, wenn nicht sogar noch schlimmer. Die beiden rasten sofort los, als ich sie zurück auf die Weide ließ, während Siberia und Bacardi zusammen nachtrödelten. Angestrengt ging es dann weiter zu den Zuchtpferden.

      © Ally | 1749 Zeichen

    • Mohikanerin
      Vollgestopfter Sonntag | Unbekannt


      Es war Sonntag. Jeder andere würde ausschlafen und sich auf den nächsten Tag vorbereiten, denn Montag hieß entweder Schule oder wieder Arbeit. Für mich hieß Sonntag aber, so wie jeder andere Tag in der Woche, um 6 aufstehen und die Pferde füttern. 20 mal zwischen Box und Futterkammer hin und her rennen und das alles bis 7 fertig kriegen, denn um 8 sollten alle Pferde auf die zugehörigen Weiden. Grölend schleppte ich mich aus dem Haupthaus heraus am Büro entlang und begrüßte Colton, mein Mitbewohner und Stallbursche. Ich wunderte mich immer, wie er schon morgens um 6 so wach und fröhlich sein konnte, aber nachdem ich erfuhr, wie viel Kaffee er trank, wurde mir so einiges klar. Er begrüßte mich mit einem freundlichen "Hallo!" und schob mir eine Tasse Kaffee hin. Eigentlich hasste ich Kaffee, aber so oft wie ich früh aufstand, brauchte ich Koffein. Um fünf nach war die komplette Tasse leer und Colton machte sich auf den Weg in die Zuchtstallungen, während ich den langen Spaziergang bis zum großen Offenstall hinter mich brachte. Drei Eimer voller Futter schleppte ich schon hinter mir her und sobald ich die Stalltür öffnete und das Licht anmachte, riefen mir ein paar Pferde entgegen. "Ich hab Hunger!" "Ey S*hlampe, auch mal wieder da?" ... Nein, Scherz, sie wieherten nur, aber könnten sie reden, würden sie genau das sagen. Erst ging es zu Smarty Jones, der mich dankend anprustete, bevor er sein Müsli ins Maul stopfte, und danach zu Marly's Pluie, die neidisch zu Smarty herüber sah, bevor sie ihr eigenes Futter entdeckte. Dann bekam Skyrim seinen Müsli und ich musste neuen holen, bevor auch Bree und Cinn ihr Futter bekommen konnten. Dann stieg ich ins Auto und fuhr hinüber zur Fohlenweide, wo ich Bacardi, Siberia, Love, Bee, Badawi, Nanook und Unitato zusammen auf die große Weide ließ, nachdem sie ihr Futter bekommen hatten. Ich räumte dort im Stall ein wenig auf, bevor es zurück zum Hauptstall ging. Colton sattelte dort gerade Lucero und führte ihn zum Platz und ich entschied mich, Skyrim aus seinem Stall zu holen und ebenfalls zu satteln. Er war brav wie immer, nur ein wenig hibbelig, weil er bisher nur in der Box stand. Zusammen mit Colton ritt ich ihn ein paar Runden, und testete auch seine Dressurgrundlagen wieder aus. Zum Trocken reiten gingen wir eine kleine Runde um den Hof. Dann sattelte ich Marly's Pluie und Bree und ging mit den beiden Ausreiten. Erst auf Pluie und mit Bree als Handpferd, zurück ging es dann auf Bree und mit Pluie als Handpferd.
      Es war jetzt schon 14 Uhr und alle Pferde standen glücklich auf der Weide. Ich entschied mich, wieder zum Fohlenstall zu fahren, wo mich Nanook fröhlich begrüßte. Ich putzte ihn kurz und auch Siberia und Love durften eine kurze Striegelmassage bekommen. Colton kam um circa 15 Uhr herüber und wir nahmen Unitato und Bacardi auf einen kleinen Spaziergang zum See. Es war leider noch zu kalt, um die beiden ins Wasser zu lassen, sie tranken es aber fröhlich. Abends kam ich noch einmal wieder und putzte die Zuchtpferde mit Colton zusammen, dann kamen alle wieder in ihre Boxen mitsamt den Fohlen und ich konnte mich erschöpft in die Dusche stellen.

      © Ally | 3142 Zeichen

    • Mohikanerin
      Ein langer Tag | Unbekannt


      Das Gestüt lag keinen einzigen Tag still. Immer gab es etwas neues zu tun und jeden Tag stand ich mit einer neuen To-Do-Liste auf. Heute war auch keine Ausnahme: Die Boxen des Privatstalls mussten gemistet und der kleine Fohlenoffenstall ebenfalls abgeäppelt werden. Seufzend rollte ich mich aus dem Bett und machte mich an die Arbeit. Im Privatstall waren es nur zwei Boxen, da Nick schon ein paar gemistet hatte, um 8 Uhr ging es dann rüber zum kleinen Fohlenoffenstall. Um 9 fuhr ich dann zurück auf das Hauptgründstück, wo ich die Boxen der Saddlebreds im Zuchtstall mistete. Skyrim freute sich, mich wieder zu sehen, und ich bereitete im Zuchtstall kurz das Futter vor, schüttete es jedem in den Trog und ging dann in den Privatstall, wo alle auch ihr Futter bekamen. Dann ging es zurück zu den Fohlen - zum Glück war der Weg mit dem Auto sehr kurz - und auch die Jungpferde bekamen ihr Futter. Ich und Nick tauschten die Heuballen bei den beiden Fohlenoffenställen aus und Cadence holte Classic Cinnamon aus seiner Box. Um 11 war Hochbetrieb im Stall und langsam trudelten alle Reiter ein. Badawi wurde aus der Box geholt und longiert, Cadence ritt mit Classic Cinnamon auf dem Dressurplatz und Hayley ließ Bree erst laufen, sattelte sie dann und ritt zusammen mit Cadence auf dem Platz. Janina und Anne kümmerten sich um Bacardi und Nanook, die sich um ein wenig Zuwendung freuten, und ich holte mir Never Be und English Love Affair und ließ sie erst etwas laufen, ehe ich mit beiden eine kurze Runde um den Hof drehte. Wir besuchten ebenfalls das Hauptgrundstück und Never Be fand Gefallen an Bree, die am Putzplatz abgesattelt wurde. Dann ging es wieder zurück in den Offenstall und Siberia wurde etwas beschäftigt. Anne longierte dann Unitato und dann ging es im Zuchtstall auch langsam zu. Silenc Dream und Casablanca gingen auf den Platz, Season's Princess wurde longiert und ich schnappte mir Draugsa und drehte mit ihr draußen eine kleine Runde. Während Yanetha, Fine Frenzy und Laurencio ebenfalls bewegt wurden, holte ich Skyrim aus seiner Box und putzte ihn gründlich, ehe ich auch mit ihm nach draußen ging. Ich drehte allerdings eine etwas größere Runde mit ihm und wir gingen auch kurz am See vorbei. Um 16 Uhr wurde es etwas stiller im Stall und ich stellte alle Pferde auf die Weide.
      Um 22 Uhr wurde es sehr langsam dunkel und ich holte alle Pferde wieder rein. Ein paar der Privatpferde durften in den Offenstall, die meisten blieben allerdings in ihren Boxen. Schnaufend ließ ich mir um 23 Uhr ein Bad ein und um 24 Uhr lag ich schnarchend im Bett.

      © Ally | 2572 Zeichen

    • Mohikanerin
      Ankunft zweier Gefährten / Pohjoispää, Finnland – 4:34 Uhr | Unbekannt


      "Los Daavid!", jammerte ich grinsend und schob den jungen Finnen in Richtung Geländewagen, bei dem ich früh am Morgen bereits den Hänger angehangen hatte. Schon lange sah ich mich nach einem Gefährten für meinen geliebten Norweger um, doch hatte ich nicht erwartet so schnell das scheinbar perfekte Pferd zu finden. Und dann nicht nur eines, sondern gleich zwei.
      Wir machten uns also auf den Weg zu dem Hof, auf dem einige Pferde verkauft wurden. Darunter auch ein Friesenmix und eine Traberstute. Einige Interessenten hatten es wohl auf das Barockpferd mit der guten Abstammung und dem umwerfenden Exterieur abgesehen, so machte ich mir nicht allzu viele Hoffnungen, aber zumindest die Stute sollte eine sichere Entdeckung werden. Doch das nicht ohne Grund. Laut ihrer Besitzerin war sie brav wie ein Lamm, wurde unter dem Sattel jedoch zur Furie. Dennoch wusste ich genau, worauf ich mich da einließ. Einlassen wollte.
      Nach langer Fahrt war es endlich so weit und ich sah das Schild, das uns auf den Hof lenkte. Daavid parkte den Geländewagen mit der Aufschrit meiner Tierklinik sicher im Schatten, denn die Hitze machte uns schon seit geraumer Zeit zu schaffen.
      Wir stiegen aus und sahen uns um, ehe die Hofherrin uns auch schon begrüßte. Eine nette und sympathische junge Frau, die erklärte, dass bereits einige weitere Interessenten eingetroffn waren. Ich lauschte ihren Erklärungen zu den beiden Pferden und hin und wieder nickte ich leicht mit dem Kopf. Zunächst führte sie uns zu der Stute, öffnete die Box und das Tier reckte uns neugierig den Kopf entgegen. Ich ließ das junge Tier meine Hand begutachten und strich ihr vorsichtig über die Stirn. Sie ließ es sich sichtlich mit Genuss gefallen und ich konnte kaum den Worten Glauben schenken, dass sie so die Fassung verlieren konnte. Aber nun gut. Ich untersuchte das Tier grob, prüfte ihre Gelenke und den Körper, sie schien auf den ersten Blick in einem ausgezeichneten Zustand zu sein. Die junge Frau halfterte das Tier auf und hakte die Longe im Halfter ein, um sie mir draußen auf dem Platz in allen Gangarten vorzuführen. Ihre Schritte waren flüssig und raumgreifend, sie wölbte stolz den Hals und war vollkommen entspannt. "Was meinst du?", sagte ich leide und blickte zu Daavid. "Auf mich macht sie einen guten Eindruck.", sagte er und nickte leicht, während die beiden wieder auf uns zu kamen. "Ich glaube, sie würde sehr gut zu uns passen.", sagte ich zu der jungen Frau, nachdem sie mich noch einmal über ihr Problem aufgeklärt hatte. Sie schien erleichtert zu sein, dass sie für das Tier so schnell ein zu Hause gefunden hatte.
      Nun gingen wir weiter zu einem Platz, wo der gesattelte Friesenmix stand, der bereits von einigen jungen Menschen begutachtet wurde. Seine Gänge waren unter dem Reiter umwerfend und ich hätte vermutlich kaum damit leben können, wäre die Entscheidung negativ ausgefallen. Doch auch Classic Cinnamon wurde wenig später in unseren Hänger verladen.
      Überglücklich fuhren Daavid und ich zurück auf den abgelegenen Hof nach Finnland, was viel Zeit und genügend Pausen brauchte, doch schließlich kamen wir an. Als Morke den Wagen hörte, kam er vom anderen Ende seiner grpßen Weide her getrabt und betrachtete mit Misstrauen die Neuankömmlinge, die wir aus dem Hänger luden. Bree wieherte ihm leise entgegen und er spitzte die Ohren, ehe er neugierig antwortete. Ein Schmunzeln legte sich auf meine Lippen, während ich die beiden in den Stall brachte, um ihnen Zeit zum einleben zu geben.

      © LouLou| 3480 Zeichen

    • Mohikanerin
      Tierarztbericht | Unbekannt


      Heute stand wieder mal ein Treffen mit Verena an. Dieses mal sollte es jedoch nicht in ihren Stall gehen sondern in den Stall einer Freundin. Ich freute mich schon auf diesen Termin, da sie ein paar Pferde hatte, welche ich mir schon lange anschauen wollte. Ich fuhr mit meinem Wagen die Hofauffahrt des Stalles nach oben. Ein wirklich hübscher, kleiner Hof. Die Fahrt war lang gewesen, aber nicht sonderlich anstrengend. Bei den Pferden würde es sich auch nur um einen kleinen Auftrag handeln. Ich begrüßte Verena nachdem ich aus meinem Auto ausgestiegen war und ging dann mit ihr zusammen in den kleinen Stall. Ich begrüßte dort einen großen, braunen Hengst. Ein hübsches Tier, welches mir sogleich als Classic Cinnamon vorgestellt wurde. Ich sah ihn mir kurz provisorisch an und ging dann an das Eingemachte. Als erste überprüfte ich seinen Kopf, welcher weder an Nüstern noch an anderen Stellen Schrammen oder Wunden aufwies. Kurz lobte ich und schaute mir dann seine rechte Seite an. Ich konnte keine Verletzungen feststellen und schaute mir dann sein rechtes Vorder- und Hinterbein an. Auch diese sahen sehr gut aus. Ich ging auf seine linke Seite und sah mir diese dann gründlich an. Ich klopfte seinen Hals und sah mir dann die zwei andren Beine an. Ich gähnte kurz und sagte dann „Entschuldigung. Ich bin ein bisschen müde.“ Dann hörte ich die Lunge und das Herz ab. Dies hörte sich auch sehr gut an und in der Lunge konnte ich auch kein Rauschen oder so feststellen. Ich tastete noch mal seinen Hals ab und fand die richtige Stelle für die Impfung. Als erstes zog ich die Spritzen gegen Tetanus, Herpes und Influenza auf. Diese setzte ich ihm dann auch gleich und zog die nächsten Spritzen auf. Die Tollwut- und Streptokokkenimpfungen standen auch noch für ihn an und so setzte ich die letzten Impfungen auch noch. Als letztes bekam der Friesenmix noch seine Wurmkur, welcher er wiederwillig schluckte. Das nächste Pferd was auf dem Plan stand war eine Stute. Sie hörte auf den Namen Bree und war ein wunderhübscher Traber. Ich grüßte sie und sah mir dann gleich ihren schöngeformten Kopf an. Dieser war genau wie ihr restlicher Körper, eingeschlossen der Beine, in einer sehr guten Verfassung und ich musste keine Verletzung bearbeiten. Ich hörte die Scheckenstute ab und lobte sie dann. Auch bei ihr standen alle Impfungen an und so zog ich diese gekonnt auf. Schnell setzte ich sie der Stute und lobte sie dann ausgiebig. Nachdem sie sich wieder ein bisschen beruhigt hatte, gab ich noch ihre Wurmkur. Als nächstes folgte noch der bekannte Morke. Ich freute mich schon sehr ihn zu sehen und auch mal persönlich kennenzulernen. Ich begrüßte den Norweger als er vor mir stand und schaute ihn mir dann an. Er sah von der Bemuskelung aus wie das typische Turnierpferd. Man sah ihm jedoch auch an, dass er ein glückliches Leben hatte. Auch sein Körper konnte keine Wunden hin weißen. Seine Beine waren weder geschwollen noch dick. Ich lobte den Hengst und hörte ihn dann ab. Wie bei seinen Vorgänger hörte sich auch seine Brustraum gut an und ich konnte beruhigt die Spritzen setzten. Ich gab dem Hengst ein Leckerlie und im gleichen Zug auch noch seine Wurmkur. Sie brachte Morke weg und brachte dann noch das Fohlen vorbei. „ Das ist Minaki“ stellte sie mir den Weißfalben vor. Ich schaute mir das Fohlen nach der Begrüßung an und konnte auch keine Verletzungen feststellen. Dann hörte ich sie ab und lobte die kleine Stute nochmal. Nun sollte es noch an das impfen gehen. Es war ihr erster Tierarztbesuch und sie musste noch nicht alle Spritzen bekommen. Als erstes impfte ich sie gegen Tetanus, Influenza und Herpes. Dies waren die ersten Impfungen, welche man ab vier Monaten durchführen durfte. Verena hatte mir erzählt, dass das Fohlen mittlerweile sechs Monate alt war. Ich gab der Stute noch die Wurmkur und lobte sie dann. „ Die kleine hat ja echt gut mitgemacht“ meinte ich und lobte sie dann ein weiteres Mal. Während ich meine letzten Sachen packte, brachte Verena das Fohlen wieder weg. Gemeinsam gingen wir zum Auto und ich verabschiedete mich von ihr. Dann fuhr ich bereits zu meinem nächsten Kunden.

      © Sevannie | 4124 Zeichen

    • Mohikanerin
      Hufschmiede Burning Spring | Unbekannt


      Es war ein angenehmer, sonniger und herbstlicher Tag als ich auf Liliths Hof ankam. Ich parkte meinen Wagen, mit einer Erlaubnis einer Freundin der Inhaberin, direkt vor dem hübschen Stall. Lächelnd wartete Verena O'Connor auch schon auf mich und ich begrüßte sie freundlich. Sie war mir vom ersten Moment an sympathisch.
      Während sie mir nun etwas über die Pferde erzählte nahm ich meinen Hufschmiedkoffer aus dem Kofferraum und hing mir meine Schürze um. Dann gingen wir auch schon in den Stall. Ihre drei Pferdchen standen schon in der Stallgasse bereit, wo sie tip-top geputzt auf uns warteten.
      Mein erster Client war Classic Cinnamon, liebevoll Cinna genannt. Der 1.75m große Hengst richtete seine Ohren sofort neugierig in meine Richtung und schien sich ein Bild von mir machen zu wollen. Ich ging vorsichtig auf ihn zu, wobei er schnell den Kopf hoch in die Luft hob. Verena, die mir bereits das Du-Wort angeboten hatte, hat ihn mir als eher stürmisch aber lieb beschrieben, weshalb ich ihm nur sehr vorsichtig die Hand hin hielt um ihn schnuppern zu lassen, was er nach einiger Zeit auch tat. Erst gab er sich ruhig, dann wieherte er und zeigte sich hengstisch. ,,Alles ist gut, Großer.'',sagte ich beruhigend und er fand auch schnell wieder sein innerliches Gleichgewicht.
      ,,Nun. Dann sehen wir uns doch einmal deine Hufe an.'',meinte ich und bückte mich hinunter. Seine Hufe waren in einem guten Zustand und bedarfen nur wenig Korrektur. Dazu ließ ich mir den Huf von ihm geben, was er gehorsam tat. Dann nahm ich mein Hufmesser zur Hand und machte einen kleinen aber sinnvollen Probeschnitt in die weiße Substanz seines Hufes. Daran konnte ich erkennen wie viel Horn ich beim Ausschneiden wegnehmen musste. Es war nicht all zu viel aber unterschätzen sollte man dies auch nie, da schnell Taktunreinheiten auftreten konnten wenn mal etwas Horn zu viel oder an der falschen Stelle wucherte. Dies vermieden wir aber in diesem Moment. Als dies getan war brachte ich auch seinen Strahl etwas in Form.
      ,,Feein.'',sagte ich dann lobend und ließ ihn mir zu guter Letzt noch im Trab vorführen um den Bewegungsapparat zu überprüfen. Es war nichts negatives zu erkennen und Cina konnte wieder entlassen werden.
      Der nächste war Mørke, ein hübscher Norweger. Er hatte uns schon die ganze Zeit über beobachtet und wirkte nun etwas verwirrt. Dennoch gelang es mir schon nach kurzer Zeit ihn vom Gegenteil zu überzeugen. Danach machte ich mich auch schon wieder an die Hufkontrolle. Dabei musste nun auch er mir seine Beine geben, immerhin musste ich mir diese ja auch von unten ansehen, also die Sohle, den Strahl und das Hufhorn kontrollieren. Dabei war er sehr brav. Erst als ich die alten Eisen herunter nahm wurde er etwas unrund, immerhin dauerte das etwas. Anschließend folgte auch bei ihm das Ausschneiden. Ebenso raspelte ich bei ihm etwas an der 'Unterlage' für den neuen Beschlag damit diese dann auch gut saßen.
      Danach gingen wir raus zu meinem Auto, wo ich alle möglichen Eisen lagerte. Es sollten spezielle Wintereisen werden, von mir persönlich für einen besseren Halt entwickelt und geschmiedet. Die Besonderheit war, neben der perfekten Form und dem Gummieinsatz, dass Stollen dabei waren, die aber herauszunehmen und wieder zu montieren waren. Dies war dann auch sehr gut wenn der Schnee dann zu schmelzen begann und die Böden feucht und rutschig waren.
      Ich suchte die richte Größe für den Süßen aus und erwärmte diese dann in meinem In-Auto-Ofen. Dann brannte ich sie auf Morkes Hufe auf, wobei er unsicher die Ohren anlegte. Dennoch blieb er gehorsam stehen. Die Eisen kamen dabei in ein Wasserbad um abzukühlen und wurden anschließend aufgenagelt. ,,Guuter Junge.'',lobte Verena dabei.
      Dann ließ ich mir auch ihn vorführen um zu sehen ob alles gut saß, was der Fall war.
      Danach, last but not least, gingen wir zu Bree, einer Traberstute. Sie gefiel mir vom ersten Moment an total gut, wie sie mich mit ihren großen, blauen Augen beäugte und mich von Anfang an akzeptierte. Auch ihre Hüfchen sollten untersucht werden.
      Dabei schien es ihr gefallen meine Aufmerksamkeit zu bekommen und stand ausgeglichen da während ich mit meinen prüfenden Augen jeden Zentimeter ihrer Hufe ansah. Natürlich waren sie sehr gepflegt, wie erwartet. Trotzdem schnitt ich auch die ihren Hufe aus und entfernte eine kleine Wucherung am Strahl, welche die Luftzufuhr unterbrach.
      Dann war die Hübsche auch schon fertig und meine Arbeit getan.
      Ich verabschiedet mich bei Verena und den Pferdchen und hoffte auch, dass die Besitzerin mit meiner Arbeit zufrieden sein würde. Danach verließ ich den Hof wieder.

      © Bracelet | 4596 Zeichen

    • Mohikanerin
      Ein regnerischer Tag / Pohjoispää, Finnland – 17:18 Uhr | Unbekannt


      Fröstelnd schlüpfte ich in meine Reitstiefel und zog die Tür des warmen Wohnhauses hinter mir ins Schloss. Daavid war bereits im Stall und kümmerte sich um die Hengste, während ich zu den Stuten schwenkte. "Hallo meine Süße.", begrüßte ich die Traberstute Bree leise, nachdem ich einen kurzen Blick auf Minaki geworfen hatte, von der ich ohnehin kaum die Augen lassen konnte. Ich liebte die kleine Stute, doch nun galt meine Aufmerksamkeit erst einmal Bree, welche dringend Bewegung brauchte. Liebend gerne wäre ich heute ausgeritten, zumal herrliches, wenn auch kaltes Wetter war, doch mit dem hübschen Schecken war es unmöglich. Immer noch war ich nicht dahinter gekommen, warum sie nichts und niemanden auf ihrem Rücken duldete. Doch bevor ich mich näher damit beschäftigen konnte, musste sie sich mehr an mich gewöhnen. Ängstlich war sie nicht, doch merkte ich immer noch eine gewisse Distanz mir gegenüber. Bei Daavid war das vollkommen anders, sie vergötterte den jungen Mann förmlich. Es schien wohl, als sei sie eher auf Männer bezogen. Ich tätschelte ihr den kräftigen Hals und halfterte sie auf. "Na komm Kleine.", murmelte ich und führte sie aus der Box, um sie in der Stallgasse anzubinden. Aus dem Augenwinkel sah ich, wie Minaki interessiert über die Tür ihrer Box lugte, während ich mir den Putzkasten aus der Sattelkammer schnappte und damit begann, Bree ausführlich zu putzen. Nachdem ich eine Weile ihren warmen Körper bearbeitet hatte, schien es ihr sichtlich zu gefallen. Sie reckte genüsslich den Hals und schloss die Augen, während ich weiter ihr Fell von Staub befreite, wenn auch ein wenig länger als nötig. Als ich meine Arbeit beendet hatte, nahm ich mir ihre Hufe vor, mit denen sie erst vor kurzem beim Hufschmied war, dementsprechend ordentlich waren sie. Dennoch pflegte ich sie gründlich und entfernte einen kleinen Stein, den ich beim letzten Mal wohl nicht gesehen hatte. "Braves Mädchen.", lobte ich sie, als auch das überstanden war und nun noch das Langhaar folgte. Ich liebte ihre bunte Mähne und nahm mir auch viel Zeit, um die Knötchen aus ihrem langen Schweif zu entfernen. Nachdem ich mit putzen fertig war, räumte ich alles in die Sattelkammer und kehrte mit Besen und Trense zurück. Kurz fegte ich den groben Schmutz zusammen und wandte mich dann wieder Bree zu, welche nun lange genug gewartet hatte. Rasch trenste ich sie auf und hakte die Longe in das Gebiss ein. Kurz schnalzte ich mit der Zunge und die Stute folgte mir aus dem Stall. "Mistwetter.", knurrte ich leise, als mir der Regen mit dem Wind ins Gesicht schlug, welcher begonnen hatte, als ich im Stall beschäftigt gewesen war. Nun ließ sich aber auch nichts mehr ändern. Zumindest war der Boden des Platzes noch nicht durchgeweicht, da es in den letzten Tagen eher trocken war. Ich schloss hinter uns das Tor und ging in die Mitte des Platzes. Geduldig blickte Bree mich an und trottete los, als ich sie von mir fort schickte. Ruhig begann sie um mich herum zu gehen und nach einer Weile trieb ich sie an. "Teeerab." Bree spielte kurz mit den Ohre, doch setzte sie ihren gemütlichen Gang fort, ohne großes Interesse. Scheinbar genügte ihr meine Stimme nicht, ganz im Vergleich zu Morke, dem ich nur mit der Sprache meines Körpers zu verstehen geben konnte, was ich von ihm wollte. Ich schnalzte mit der Zunge und machte einen Schritt auf sie zu. Als der Traber sich immer noch nicht in Bewegung setzte, warf ich das ende der Longe in ihre Richtung und mürrisch setzte sie sich in Bewegung. Es war nun wieder unverkennbar, dass sie meine Aufmerksamkeit zwar liebte, doch immer noch lieber gegen mich, als mit mir arbeitete. Ich verdrehte leicht die Augen, während ich die trabenden Hufe auf den Sand schlagen hörte. Nach einer Weile trat ich einen weiteren Schritt vor und machte mich groß, sodass ich ihr ein wenig den weiteren Weg versperrte. Bree legte die Ohren an, wendete jedoch und trabte nun in die andere Richtung weiter. "Zicke.", schmunzelte ich und schnalzte erneuert mit der Zunge, um sie voran zu treiben. Mit ein wenig Nachdruck brachte ich sie in einen entspannten Galopp und betrachtete ihre kleinen, gleichmäßigen Sprünge. Langsam schien sie sich jedoch zu entspannen und ein wenig Gefallen an der Sache zu finden. Ich ließ sie noch einige Wendungen und Schritt Trab Übergänge vollführen, ehe ich sie wieder zum Stehen brachte. Inzwischen hatte Bree ordentlich begonnen zu schwitzen und ich warf ihr die Decke über, welche über den Zaun hing. "Braves Mädchen.", murmelte ich und rieb der nun vollkommen ruhigen Stute die Stirn. Sie schnaubte und ich lächelte leicht, ehe ich sie wieder in den Stall brachte, wo ich sie trocken rieb und kurz überputzte. Mit Decke landete sie wieder in ihrer Box und ich machte mich an die weitere Arbeit, die auf dem Hof anfiel.

      © LouLou| 4785 Zeichen

    • Mohikanerin
      Hallo Finnland! | Unbekannt
      Minaki | Classic Cinnamon | Bree | Morke | Gipsy

      "Hey Backfisch", trällerte ich ins Telefon und ruckte einmal am Führstrick von Gipsy, dem die ganze Flughafenatmosphäre nicht so geläufig war wie mir. "Backfisch? Was geht denn mit dir ab?", bekam ich zurück und schüttelte den Kopf. "Egal, erzähl ich dir wenn ich da bin..", sagte ich und lachte dann kurz. "Achso, bin mit Gipsy am Flughafen, wir kommen dich besucheeeen!" "Oh man, Venchen hier sieht es aus! Ich hab noch nichtmals eine Box fertig und muss gleich schon wieder weg", sagte sie mir doch ich schüttelte erneut lachend den Kopf. "Ich mach mir die selbst fertig, kein Problem." "Hm.. na gut, dann bis gleich. Wehe du erzählst mir dann nicht, warum du mich Backfisch genannt hast!" Erneut lachte ich und legte dann auf. Nun führte ich Gipsy auf den Flieger zu, wurde dabei aber von einem Mitarbeiter wütend angesehen, der auf mich zukam und mir den Strick aus der Hand reißen wollte. Gipsy, der ein wenig Angst vor Männern hatte, legte die Ohren an, machte einen Satz zurück und kam sogleich wieder drohend nach vorne geschossen. "Was meinen Sie, warum ich ihn selbst führe?!", fragte ich den Herrn recht wütend und blickte zu meinem "Stammverlader". Es war nicht grade selten, dass ich auf dem Flughafen mit Pferden herumlief. "Gehen sie zurück zum Gepäck Sir, ich helfe der Dame", erklärte er dem Mann und gab ihm einen Schubs, damit er endlich von hier verschwand. "Hallo Gipsy", sagte Frank zu meinem Wallach, welcher ihm die Nase entgegenstreckte. Die zwei kannten sich schon eine Weile, so dass Gipsy hier bei ihm absolut keine Angst zeigte. "Wo gehts denn heute hin?", fragte er mich und ich erzählte ihm knapp, dass ich für ein paar Tage nach Finnland fliegen würde, um einer Freundin von mir unter die Arme zu greifen. Er nickte daraufhin freundlich, ehe er Gipsy ein Leckerchen gab, die er wohl immer mit sich herumtrug. Kein Wunder, wenn man fast täglich mit Pferden zu tun hatte. "Du kannst ihn mir geben, ich gehe noch mit ihm zum TA und lass ihn sedieren, du kannst dich schon in den Flieger setzen", erklärte er mir und ich nickte freundlich, ehe ich Gipsy noch einen Kuss auf die Nase drückte und mich dann in den Flieger begab. Da ich doch recht müde war, schlief ich sofort ein und wachte erst wieder auf, als mich der unfreundliche Mann, der mir Gipsy aus den Händen reißen wollte, unsanft gegen die Schulter haute. Grummelnd schaute ich ihn an und stand dann auf, um den Flieger zu verlassen und Gipsy in Empfang zu nehmen. Da ich Daavid schon in mein Vorhaben eingespannt hatte, holte er den Wallach und mich ab und so kam es, dass wir recht schnell bei Lou ankamen und siehe da, Daavid hatte es doch noch geschafft, eine Box herzurichten. Freudig sah ich, dass auch Minaki in Lous Abwesenheit ihren Weg zu ihrem Hof gefunden hatte. "Da wird sie sich freuen", sagte er junge Mann lachend und ließ mich dann alleine auspacken, da er noch die Pferde zu füttern hatte. Also lud ich Gipsy aus und stellte ihn in eine Box, neben die kleine Norwegerstute Minaki. Man sah die Kleine von der Stallgasse aus nicht, weshalb sich Lou bestimmt fragen würde, warum ich Gipsy nicht direkt neben Bree stellte. Bald kam Lou auch zurück und stolperte in den Stall. Kurz lachte ich. "Leg dich nicht noch auf die Fresse, Lou. Ich fahr dich nicht ins Krankenhaus!", sagte ich scherzhaft und umarmte sie einmal. "Lange nicht gesehen, was?", fragte ich dann und sah, wie Lou zu Gipsy rüber schaute. "Ach bevor ich es vergesse, alles gute zum Geburtstag!!", sagte ich und umarmte sie nochmal, dabei etwas fester. "Dankeschön", sagte ich lächelnd. "Ich hab ein Geschenk für dich", sagte ich dann knapp und bekam einen Schlag gegen die Schulter. "Du sollst mir doch nichts schenken, Venchen!", sagte sie dann vorwurfsvoll und schüttelte den Kopf. "Sag mal, warum steht Gipsy so weit da hinten?", fragte sie mich dann. "Geh doch gucken..", sagte ich und grinste von einem auf das andere Ohr. Auch Daavid musste grinsen, was Lou mit einem fiesen Blick quittierte, woraufhin der Junge das Grinsen sein ließ. Jaja, er hatte es nicht immer einfach.
      Schließlich ging Lou jetzt zu Gipsy rüber und blieb vor der Box von Minaki stehen, die ihr freundlich entgegenwiehrte. Gott sei Dank hatte sie bis jetzt den Mund gehalten, weshalb Daavid und ich synchron in Lachen ausbrachen. "Spinnst du Venchen?!", sagte sie geschockt und sah zu erst mich, dann Daavid an, der, so wie ich, noch immer am lachen war. "Wusstest du davon?!", fragte sie ihn überrascht. "Klar, ich war sie doch holen!", sagte er und schaute zu mir rüber, so in der Art, ich solle schnell etwas sagen, damit er keinen Ärger bekam. "Es war aber alles meine Idee!", versuchte ich den jungen Mann aus der Situation zu retten, was auch sehr gut klappte, denn Lou richtete ihre ganze Aufmerksamkeit zu erst auf mich, dann auf die kleine Stute. "Sie ist übrigens Morkes erste Tochter", sagte ich lächelnd und sah nun endlich die Freudenstrahlen auf Lous Gesicht. Sie öffnete die Boxentür und umarmte die Stute, ehe sie mich und auch Daavid umarmte. "Aber jetzt gibts endlich was zu essen, ich sterbe vor Hunger!", sagte ich lachend und schob Lou aus dem Stall raus, die die Augen gar nicht von dem kleinen Weißfalben lassen konnte.
      Der Abend klang super locker aus, denn wie man sah, konnte man auch ohne Alkohol Spaß haben. Wir erzählten uns alte Geschichten, und ich erklärte Lou auch, warum ich sie Backfisch genannt hatte. Das hatte nämlich... ach, sie weiß es ja selbst ( :p).
      Der nächste Morgen kam rascher als gedacht und so kam es, dass ich erst um 10 Uhr auf den Beinen war. Lou ging es da nicht anders, lediglich Daavid hatte sich schon um die Pferde gekümmert und auch Gipsy auf die Koppel getan. In Finnland war es doch ein wenig kälter als in Kanda, weshalb Daavid Gipsy eine Decke von Morke angezogen hatte, die glücklicherweise passte. Da er aber schon seit 6 Uhr auf der Koppel stand, holte ich ihn und Morke nun in den Stall, um sie für einen Ausritt fertig zu machen. Es war schon eine Weile her, seit ich aus Finnland weggezogen war, so dass ich die Gegend hier kaum noch kannte. Endlich kam Lou und gesellte sich zu mir, um ihren Morke zu putzen und zu satteln. "Schön, dass Gipsy und Morke sich so gut verstehen", sagte Daavid dann und schien doch ziemlich traurig zu sein, nicht mit ausreiten zu dürfen. "Ich bin ja noch ein paar Tage hier, Daavid, Kopf hoch", sagte ich lächelnd und zurrte den Sattelgurt fest, ehe ich meine Sporen anzog und mich dann auf dem Hof in Gipsys Sattel schwang. "Warum reitest du ihn mit Sporen?", wollte Lou wissen und schaute mich ungläubig an. "Sind ja einfache Kugelsporen, Gipsy ist ziemlich fett geworden, komm so besser an seinen Bauch dran", sagte ich lachend und legte meine Hände auf den Sattelknauf. "So, Lou, zeig mir mal wo es lang geht", sagte ich lachend und setzte mich in Bewegung, als sie sich auch in Bewegung setzte. Zunächst ritten wir einen schmalen Weg entlang, ehe es auf eine grade Wiese ging, wo wir die beiden Dickerchen mal ordentlich laufen lassen konnten. Morke hatte ganz schön zu kämpfen, um mit meinem wendigen Reiningpferdchen Schritt zu halten, vor allem, da er durch sein Training sehr schnell vom Schritt angaloppieren konnte. Viel zu schnell waren wir jedoch am Ende der Wiese angekommen und mussten durchparieren. Schnaufend strich ich mir meine Haare aus dem Gesicht, ehe ich zu Lou rüber sah, die das Selbe machen musste. "Nächstes Mal machen wir nen Zopf", sagte ich lachend und klatschte einmal mit Lou ein, ehe wir uns auf den Heimweg machten, da es anfing zu regnen. Halb durchnässt kamen wir wieder am Hof an und drückten Daavid die beiden Pferde in die Hand, da wir uns umziehen gingen, ehe Lou sich Bree schnappte und eine Runde auf den Platz ging. Da ich Trainer war, konnte ich ihr noch ein paar hilfreiche Tipps geben. Nervös zappelte die wunderschöne Stute hin und her. "Keine Ahnung, was sie heute hat", sagte Lou mir verständnislos. "Versuch sie mal mit der Stimme zu beruhigen. Achte aber drauf, dass sie dir auch zuhört. Wenn nicht, ruck einmal an der Longe. Nicht zu hart, aber auch nicht zu leicht. Sie soll merken, dass sie dir zuhören soll", erklärte ich und schaute zum Himmel, der gerade mal dicht hielt. Doch nach wenigen Minuten fing es wieder an zu regnen. Genau dann, als Bree locker im Trab vor sich hin lief und nicht wie von einer Biene gestochen den Arsch in die Luft warf. "Mist..", murmelte ich und so gingen Lou, Bree und ich in den Stall. "Du brauchst hier unbedingt ne Halle, Lou. Oder wenigstens ein Dach über dem Reitplatz", tadelte ich sie und streichelte Bree kurz über die Nase. "Morgen ist ja auch noch ein Tag, dann probieren wir was mit Bree aus", sagte ich Lou und half ihr alles wegzuräumen, ehe wir ins Haus gingen und uns was zu essen machten. Der Tag neigte sich schnell dem Ende zu, und schon war der dritte und vorletzte Tag angebrochen, den ich in Finnland verbringen würde. "Ich muss wirklich öfter mal zu dir kommen", sagte ich traurig und streichelte Bree, mit der wir heute anfangen würden. "Longier sie nochmal ganz locker auf dem Platz, dann bring ich ne Decke und den Longiergurt mit", erklärte ich ihr und sah schon leichte Panik in ihren Augen. Ich kannte Bree ja schon vom Hören Sagen, doch sie konnte ja auch nicht ewig unreitbar bleiben. Kurz seufzte Lou und ging mit der Stute auf den Platz. Heute hatten wir Glück, denn die Sonne schien.
      Nach einer guten halben Stunde, bei der ich Lou immer wieder Tipps zu der Stute gegeben hatte, war ich nun an der Reihe. Als Verstärkung hatte ich mir Daavid geholt, da er doch etwas mehr Kraft hatte als Lou. "Du hälst die Longe am Ende fest. Sollte sie wegspringen, lass die Leine durch deine Finger rutschen, aber lass das Ende um Himmels willen nicht los!", erklärte ich ihm mit Nachdruck und sah ein Nicken. "Gut", erwiderte ich trocken und ließ Bree zunächst einmal an der Satteldecke schnuppern, ehe ich sie ein wenig damit berührte. Ich strich über Hals, Brust, Beine, Bauch, Rücken und Kruppe. Sie legte zwar die Ohren an, sah aber kein Problem darin. Nun tat ich immer wieder so, als würde ich die Satteldecke auf ihren Rücken nehmen. Legte sie aber immer nur kurz darauf, ehe ich sie sofort wieder runternahm. Zu erst wollte die Stute zur Seite springen, blieb dann aber nervös stehen und schaute mir beängstigt zu. Ich hatte eine ganz alte Satteldecke geholt, bei der es nicht schlimm war, wenn sie im Matsch landete. So kam es dann auch. Nachdem sich Bree ein wenig entspannt hatte, weil ich die Decke immer wieder runter nahm, machte seinen umso größeren Satz zur Seite, als die Decke plötzlich auf ihrem Rücken lag. "Halt fest", fauchte ich Daavid an und sah, wie er sich abmühte, die Stute festzuhalten. "Und jetzt lass sie um die herum in kleinen Kreisen laufen, sie soll nachdenken. Hopp, hopp!" sagte ich und scheuchte Bree vorwärts. Nach ein paar Runden schnaubte sie ab und ließ das hektische Gehopse sein, ehe sie wieder locker trabte. "Braaaav", lobte ich sie und wies Daavid an, sie wieder zum Stand durch zu parieren, um dann erneut mit der Decke anzufangen. Promt, lag sie auf dem Boden. Doch das war nicht schlimm, wir hatten Zeit. Bree musste noch einen ganzen haufen Runden um Daavid laufen, ehe die Decke auf ihrem Rücken liegen blieb."Braaav", lobte ich sie wieder und machte dann für heute Schluss. "Das ist schon ein guter Anfang!", sagte ich stolz und ging dann zu Gipsy, um ihn noch ein wenig zu reiten. Eigentlich wollte ich auf den Platz, doch Lou überredete mich und Daavid zu einem Ausritt. Da Daavid Cinna jedoch nicht reiten konnte, da er von der Ausbildung her noch nicht so weit war, bot ich ihm Gipsy an. "Wehe du reißt ihm am Zügel", warnte ich den jungen Mann und machte mir Cinna fertig, der so stürmisch war, dass es eine Ewigkeit dauerte, bis wir loskamen. Ich hatte ihn nämlich noch ablongier, da ich keine Lust hatte mit meinem Hintern im Matsch zu landen.
      Leider sah es die ersten Meter jedoch genau danach aus, denn nur mit Mühe konnte ich mich im Sattel halten, als der Friesenmix loslegte. "Man, man, Lou. Wann wurde der denn das letzte Mal geritten?!", fragte ich sie vorwurfsvoll und sah, dass sie beschämt mit den Schultern zuckte. "Das musst du echt aufarbeiten", sagte ich lachend und klopfte Cinnas Hals. Viel zu früh für meinen Geschmack waren wir wieder zurück, versorgten die Pferde und stellten sie in die Boxen.
      Am Abend redeten wir nochmal sehr lange miteinander, ehe wir am nächsten Morgen ganz früh mit Bree weitermachten, da mein Flieger um 11 Uhr ging. Dementsprechend waren es gerade 8 Uhr morgens. Die Decke konnten wir nach einer guten halbe Stunde wieder rauflegen. Zwar passte Bree das gar nicht, sie blieb aber stehen. Dann kam der Longiergurt, der mindestens dreimal samt Decke im Sand landete. Doch genau wie gestern war ich die Ruhe selbst und versuchte es immer und immer wieder, bis ich ihn zumachen konnte. Dann war es mir auch herzlich egal, als Bree mit einem riesen Satz von uns wegsprang und buckelte. Da sie jedoch merkte, dass das Ding auf ihrem Rücken nicht wegging und wir mittlerweile angefangen hatten, sie voran zu treiben, musste sich sich wohl oder übel langsam damit abfinden. "Gib mir die Longe mal", sagte ich zu Daavid und holte Bree nun immer näher an mich heran, so dass sie keine Chance mehr zum galoppieren hatte, sondern im Trab und schließlich im Schritt gehen musste. Sie beruhigte sich auch ganz langsam wieder, ehe ich den Erfolg der Einheit deutlich sah und sie wieder von ihrer Last befreite. "Und genau so macht ihr weiter. Ist klar, dass sie wegspringt.. aber mit Küsschen hier, Schmuseeinheit da kommt man bei ihr nicht mehr weiter, da ist schon was vorgefallen, was zu tief drin steckt.. das muss man dann schon aggresiv angehen, damit sie wieder aus ihrem Loch rauskommt.", erklärte ich ihr und verabschiedete mich dann von Bree, Morke, Classic Cinnamon und Minaki, ehe ich mir Gipsy schnappte und ihn einlud, alles in das Auto quetschte und wir auf den Flughafen fuhren. Die Verabschiedung ging leider ziemlich schnell, da das Flugzeug früher starten musste, aus Gründen, die mir nicht bekannt waren. Im Flieger schlief ich wieder ziemlich schnell ein und wachte erst auf, als Frank mich unsanft aufweckte. "Aufstehen, Madame. Gipsy wartet."

      © Veija | 6879 Zeichen

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  • Album:
    AV - Traber
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    Mohikanerin
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    17 Jan. 2020
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  • Zuchtname: Bree
    Rufname: -

    Aus der: Unbekannt
    Mutter: Unbekannt Vater: Unbekannt
    Den: Unbekannt
    Mutter: Unbekannt Vater: Unbekannt
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    Geschlecht: Stute
    Rasse: (Französischer) Traber
    Geburtsdatum: 23. Februar 2011
    Farbe: Braunfalbe Tovero
    Abzeichen: Scheckungsbedingt (Kopf und Beine)
    Stockmaß: 173 cm

    Charakter:
    Bree ist eine recht ruhige und ausgeglichene Stute. Beim Putzen und Satteln steht sie still, genießt erst recht das Striegeln sehr, und auch bei Spaziergängen ist sie ziemlich brav. Doch sobald man ein Gewicht auf ihren Rücken setzt, ist sie komplett anders, als wäre da ein Schalter in ihrem Gehirn. Sie wird scheu, extrem ängstlich und erschrickt vor jedem Vogel und jedem Gebüsch. Testen tut sie auch sehr gerne. Sie ist im Springen sehr begabt und liebt das Freispringen, verweigert mit einem Reiter auf dem Rücken allerdings oft oder reißt Stangen. Man braucht viel Zeit, bis man sich so viel Vertrauen von ihr erarbeitet hat, dass man sie auch nur eine Runde gescheit traben kann.
    ____________________________________

    Gencode: EE Aa Dd nT nSpl
    Zuchtzulassung: Nein
    Gesamtnote: -
    Nachkommen: -

    [Schleife]
    Prüfung
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    Dressur: E / A
    Springen: E / L
    Military: -
    Fahren: E / S
    Rennen: E / M
    Gangreiten: E / M
    Western: -
    Distanz: -

    [​IMG]
    438. Dressurturnier (18.08.2017)
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    511. Dressurturnier (13.08.2018)

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    258. Distanzturnier (17.08.2016)

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    307. Distanzturnier (21.08.2017)

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    134. Gangturnier (20.08.2017)
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    177. Gangturnier (22.04.2018)
    185. Gangturnier (06.06.2018)
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    214. Gangturnier (25.08.2019)
    215. Gangturnier (03.09.2019)
    217. Gangturnier (18.09.2019)
    221. Gangturnier (17.11.2019)

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    169. Gangturnier (17.02.2018)
    179. Gangturnier (08.05.2018)
    186. Gangturnier (12.06.2018)
    190. Gangturnier (13.08.2018)
    191. Gangturnier (18.08.2018)
    197. Gangturnier (07.10.2018)
    198. Gangturnier (14.10.2018)
    222. Gangturnier (26.11.2019)

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    176. Gangturnier (18.04.2018)
    178. Gangturnier (01.05.2018)
    199. Gangturnier (21.10.2018)
    201. Gangturnier (04.11.2018)
    202. Gangturnier (12.11.2018)
    203. Gangturnier (16.11.2018)


    Gänge: 5

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    Besitzer: Mohikanerin, Bruce
    Zucht: Unbekannt, Deutschland
    VKR: Verfallen
    Ersteller: Sweetvelvetrose
    Punkte: 29
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