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Sammy

Branagorn

Hannoveraner | Hengst | gekört | F || DR: E (0) | SPR: E (0) | MIL: S (4)

Branagorn
Sammy, 27 Juni 2013
Wolfszeit gefällt das.
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      Alte Berichte

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    • Sammy
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      Monatsbericht April 2012

      Hollybrook Stud

      Monatsbericht April 2012


      Ojos Azules, Cuchara, Fatimah, Intolerable Life, Sahira, Mahira, Levistino, Branagorn, Paradises Rafinesse, Hollybrook’s Cheeky Jot, Hollybrook’s Casanova, Hollybrook’s Classic Moment, Hollybrook’s Bloody Valentine, Magical Moment, Isola della Pirateria, Aimiliani, Fairylike Facility, Thousand Sunny, Naboo


      Gähnend lief ich durch den Stall. Ich fühlte mich einfach nur furchtbar. Müde und ausgelaugt. Der Umzug nach Amerika stand irgendwie noch in weiter Ferne und ich musste schuften wie ein Tier, um meine insgesamt 19 Pferde in dem nicht gerade billigen Pensionsstall halten zu können. Zwar wurde mir ein großer Teil der Miete erlassen, dafür musste ich aber meinen Teil in der Reitschule beitragen und zusammen mit meinem Job und dem Versorgen der Pferde lastete mich das alles ziemlich aus. Dazu kam natürlich, dass der Umzug auch geplant werden wollte. Zumindest der Stall und die Weiden mussten fertig sein, der Flug musste gebucht und alles organisiert werden und natürlich musste ich auch die ganze Ausrüstung sowie meinen Krempel tausende von Kilometern weit transportieren – und dass so komfortabel und günstig wie möglich.

      Wie üblich streckten meine Pferde schon erwartungsvoll ihre Köpfe über die Boxentüren, als sie mich erkannten. „Hey meine Hübschen! Na, habt ihr den Tag gut überstanden? Lasst mich mal überlegen, was ich heute mit euch anfange…“

      Cheeky schlug mit seinem Vorderbein gegen die Tür und wieherte laut. Ich sah ihn mahnend an und verzog mich dann erstmal in die Sattelkammer, um mir meinen Plan für diesen Nachmittag zurechtzulegen. Heute hatte ich endlich mal wieder keine Verpflichtungen in der Reitschule, da der Lehrer auf einer Fortbildung war. Somit hatte ich sogar die komplette Halle,sowie den Außenreitplatz für mich allein und beschloss das auch auszunutzen.

      Zunächst würde ich all meine Fohlen mit auf den Platz nehmen, um sie dort freilaufen zu lassen und gleichzeitig ein wenig mit ihnen zu trainieren. Somit wären Mahira, Rafinesse, Casanova, Classic Moment, und Valentine erledigt. Um Valentine machte ich mir immernoch ziemliche Sorgen. Das junge Fohlen hatte viel durchgemacht und ich bekam es nicht so wirklich auf die Reihe, den kleinen wieder schön aufzupäppeln. Aber gut, die Vernachlässigung die er erlitten hatte, musste nun einmal durch viel Geduld wieder gutgemacht werden.

      Cheeky Jot, Magical Moment, Cookie, Jojo, Fatimah, Life, Aimiliani, Levistino, Facilitiy und Sunny hatten heute frei und durften auf die Koppeln. Genauso Branagorn, mein neuer Hannoveranerhengst, dem ich erst noch etwas Zeit zum eingewöhnen lassen wollte. Sahira, Isola und Naboo – meine drei wildesten, wollte ich heute mal wieder richtig schön arbeiten, ohne dabei gestört zu werden.

      Also begann ich damit meine 11 Pferde auf die Koppeln zu verteilen. Die Stuten Magical Moment, Cookie, Fatimah, Aimiliani, Facilitiy und Sunny durften gemeinsam auf die große Koppel und auch Jojo, Life und Levistino stellte ich zusammen, da die drei sich ganz gut verstanden. Lediglich Cheeky und Branagorn kamen auf die beiden kleinen Weiden des Pensionsstalls, Branagorn hatte bisher zwar kaum Hengstmanieren gezeigt, doch sicher war sicher. Und Cheeky..ja war eben Cheeky. Er würde die anderen Hengste wahrscheinlich in ihre Einzelteile zerlegen, solange seine Stuten nicht mehrere hundert Kilometer weit entfernt waren…

      Anschließend machte ich mich daran die Fohlen aus ihren Boxen zu holen. Zuerst Casanova, Moment und Valentine, da die drei sich schon kannten und ich wusste, dass sie die zwei Minuten, die ich weg war um Mahira und Rafinesse zu holen keinen Unfug anstellen würden. Bei den beiden Stütchen dagegen war ich mir dessen überhaupt nicht sicher. Als ich dann alle Fohlen auf dem Platz hatte, ließ ich sie erstmal eine Weile toben und sah ihnen schmunzelnd dabei zu.

      Schließlich stieß ich einen leisen Pfiff aus und sofort trabten Casanova, Classic Moment und Rafinesse auf mich zu. Mahira und Valentine blieben verdutzt über die plötzliche Spielunterbrechung stehen und starrten zu uns herüber. Als ich jedoch begann, die anderen Fohlen zu loben und zu streicheln kam auch Mahira herangeprescht. Die kleine Stute war unglaublich anhänglich und manchmal hatte ich das Gefühl, sie suchte den Kontakt zum Menschen mehr als den zu anderen Pferden. Valentine schien immernoch nicht so recht zu wissen was er von dem ganzen halten sollte. Der früher so aufgeweckte Hengst schaute jetzt ziemlich schüchtern aus der Wäsche. Er war nun knapp zwei Jahre alt und damit das älteste Jungpferd, dass ich besaß. Doch er zeigte weder viel Intersse am Kontakt mit Menschen noch mit anderen Pferden. Ich seufzte und kraulte Mahira am Widerrist, die sich genüsslich gegen meine Hand lehnte. Mit der süßen Stute würde ich bald auf ihre erste Fohlenschau fahren, und war schon sehr gespannt was dabei herauskam. Nun nahm ich mir jedes der jungen Pferde einzeln vor, übte das freie neben oder hinter mir hergehen, stehen bleiben, auf Pfiff herkommen und noch ein paar andere Sachen. Sinn der Übung – auch für die ‚alten Hasen‘, wie beispielsweise die bereits gekrönte Rafinesse – war einfach, dass sie sich auch auf mich konzentrierten, wenn um sie herum Radau war, oder wenn sie vielleicht lieber etwas anderes tun wollten. Mit Mahira übte ich besonders intensiv, als Vorbereitung auf die Fohlenschau. Anschließend sah ich zu Bloody Valentine herüber. Seit ich den jungen Hengst abgeholt hatte, sah er schon wesentlich besser aus, doch war er nun auch nicht mehr apathisch sondern eher leicht aggressiv, sowohl Menschen als auch Pferden gegenüber. Leise auf ihn einredend, ging ich auf Valentine zu und streckte meine Hand nach ihm aus. Er hob den Kopf so hoch er konnte und legte die Ohren an. Natürlich war er nie geschlagen worden, doch ich nahm an, dass die Vernachlässigung sein Vertrauen in Menschen einfach komplett zunichte gemacht hatte. Ich seufzte. Vielleicht sollte ich mit Valentine doch lieber erstmal alleine üben, er war ohnehin eigentlich schon zu alt, um mit den Stutfohlen zusammen herumzutollen – was er ja sowieso nicht tat.

      Nacheinander fing ich nun meine Fohlen wieder ein und brachte sie zurück in den Stall, bis nur noch Valentine übrig war. Als der junge Hengst sich unbeobachtet fühlte, ließ er den Kopf sinken, drehte ein paar Runden auf dem Platz und wälzte sich dann genüsslich. Somit beschloss ich , Valentine noch eine Weile draußen zu lassen, passieren sollte da eigentlich nichts.

      Im Stall angekommen, ging ich zu meiner Schönheit, Sahira. Die hübsche Araberstute war schon immer sehr temperamentvoll gewesen, doch nach den vielen Stallwechseln, wurde sie nun auch ausgesprochen launisch. Mir tat es natürlich unendlich Leid, der noch relativ jungen Stute schon wieder einen Umzug zumuten zu müssen, doch genauso wenig konnte ich es übers Herz bringen, sie zu verkaufen. Liebevoll streichelte ich ihr über den edlen Kopf, streifte ihr dann das Halfter über und führte sie anschließend in die Stallgasse. Nachdem ich das Falbfarbene Fell der Araberstute auf Hochglanz gebracht hatte, sattelte ich sie auf. Sahira tänzelte schon aufgeregt auf der Stelle und schlug mit dem Kopf. Lachend verdrehte ich die Augen. Ich hatte schon länger keine Gelegenheit mehr gehabt, länger und ganz in Ruhe mit der hibbeligen Stute zu arbeiten, umso mehr freute ich mich auf jetzt. In der Halle angekommen, schloss ich die Tür, stellte Sahira auf der Mittellinie auf, gurtete nach und schwang mich in den Sattel. Wie erwartet trabte Sahira sofort aus dem Stand an. Ich setzte mich tief in den Sattel, nahm die Zügel auf und sagte mahnend: „Sahira steh! Wo sind denn bitte deine guten Manieren geblieben?“ In der Tat war die Stute schon einmal wesentlich bräver gewesen. In dieser Zeit hatten wir zusammen einen Stutbuchwettbewerb und sogar die Stute des Monatswahl gewonnen. Ich begann damit, Sahira im Schritt zu biegen und zu wenden. Dabei ritt ich alle nur erdenklichen Figuren, damit die Stute auch ja nicht auf dumme Gedanken kam. Als ich schließlich zum angaloppieren kam, ließ sie es sich natürlich trotzdem nicht nehmen, ordentlich zu buckeln. Ich ließ sie einfach kurz machen, bevor ich wieder damit anfing, sie zu versammeln. Zum Schluss ging meine temperamentvolle Maus dann auch tatsächlich am hingegebenen Zügel, völlig entspannt unter mir. Ich lobte sie ausgiebig, stieg ab und brachte sie noch eine Weile zu den anderen Stuten auf die Koppel.

      Zwischendurch sah ich wieder nach Valentine. Der junge Hengst stand nun am Zaun des Platzes und sah zu den anderen Pferden herüber. Der Blick mit dem er sie dabei studierte, erinnerte mich irgendwie an Cheeky, der ja sein Halbbruder war. Ich hatte mir auch schon überlegt, Valentine kastrieren zu lassen, doch irgendwie brachte ich das nicht übers Herz. Der junge Hengst hatte einfach die perfekte Abstammung und würde mit seiner seltenen Fellfarbe mit Sicherheit interessante Fohlen in die Welt setzen. Ich beschloss Valentine draußen zu lassen, bis ich meine beiden anderen Stuten auch noch bewegt hatte und machte mich somit wieder auf den Weg zum Stall, um nun Naboo zu holen. Mit der Hübschen wollte ich heute ein bisschen springen, zu dem Zweck hatte ich mir auch schon ein paar Hindernisse in der Halle aufgebaut.

      Als ich mit Naboo die Halle betrat, wölbte die schöne Scheckin den Hals und tänzelte aufgeregt neben mir her. „Jaja, ich weiß, wir sind schon viel zu lange nicht mehr gesprungen!“, sagte ich lächelnd, als Naboo das Hindernis neben dem Eingang anschnaubte und zur Seite hopste. Ich hatte ein bisschen Mühe die Stute auf der Mittellinie aufzustellen und aufzusteigen, da sie die ganze Zeit herumhampelte. Das ging so lange, bis ich sie schließlich kurzerhand mit dem Kopf voraus in eine der Ecken stellte und einfach von rechts aufstieg. Damit verwirrte ich sie so sehr, dass ich tatsächlich die Zeit hatte, mich ordentlich hinzusetzen und meine Füße in die Steigbügel zu schieben.

      Als Naboo merkte, dass ich sie überlistet hatte, war es schon zu spät. Ich richtete die hübsche Stute rückwärts und begann dann damit sie aufzuwärmen. Bis auf ein paar kleinere Bocksprünge benahm sich Naboo auch sehr vorbildlich, sodass ich sie schon bald darauf angaloppieren ließ. Sofort warf die Stute den Kopf hoch, versuchte mir die Zügel aus der Hand zu reißen und steuerte auf das nächstbeste Hindernis zu. Ich gab Naboo eine energische Parade, setzte mich tief in den Sattel und wendete sie so in eine enge Volte, die sie zwang ihr Tempo zu verringern, bis sie schließlich in einen abgehackten Trab fiel. „So nicht mein Schatz!“, schimpfte ich mit der Rappscheckin. Zur ‚Strafe‘musste meine Kleine also weiter schön Volten, Zirkel, Schlangenlinien und Schenkelweichen gehen, bis sie wieder im Rücken nachgab und schön an meine Hilfen gestellt vorwärts ging. Also galoppierte ich sie erneut an und siehe da – Naboo konnte auch brav galoppieren, wer hätte das gedacht! Anstatt nun aber sofort zu springen, ritt ich sie erst eine Weile um die Hindernisse herum, damit sie nicht wieder so heiß wurde. Erst nach einiger Zeit steuerte ich auf das erste Hinderniss zu. Sofort flogen Naboo’s Ohren nach vorn und ihre Sprünge wurden automatisch ein wenig länger und kraftvoller. Diesmal ließ ich sie gewähren, da sie immer noch gut an meine Hilfen gestellt war. So flogen wir in perfekter Harmonie durch den Parcours. Am Ende schnaubte Naboo zufrieden. Ich ritt nochmal ein paar Bahnfiguren, dann ritt ich die Stute trocken und brachte sie auf die Koppel, natürlich nicht, ohne sie vorher ausgiebig zu loben.

      Nun kam mein schwierigster Fall an die Reihe. Die New Forrest Stute Isola della Pirateria. Die junge Stute war zwar bereits gekrönt, allerdings hatte ich sie noch nie geritten und würde es wohl auch eine ganze Weile noch nicht tun. Die Krönung hatte man zum Glück auch führen dürfen und wenigstens das schaffte ich mit Isola mittlerweile. Die Stute war aber immer noch extrem scheu, biss sobald man ihren Bauch oder Rücken berührte und trat zuweilen auch mal aus. Heute wollte ich mal sehen, wie sie sich so beim Freispringen machte. Also baute ich die Hindernisse in einer Gasse auf und machte ich anschließend daran, Isola zu putzen. Wie üblich giftete die Stute mich an, als ich ihr das Halfter überstreifte und versuchte zu beißen, während ich sie anband. Ich seufzte. Mittlerweile stand sie sogar in der eigentlichen Abfohlbox, da die von der Stallgasse durch einen weiteren, verschließbaren Gang getrennt war. Dorthin hatte sie umziehen müssen, nachdem eine Reitschülerin mal kurz zu dem wunderschönen Pferd gehen und es streicheln wollte. Isola hatte der kleinen zum einen einen ziemlich hässlichen, hufförmigen Bluterguss am Oberschenkel, sowie einen gehörigen Schrecken eingejagt. Als ich das schwarze Fell der Stute endlich einigermaßen sauber hatte, war ich bereits schweißgebadet. „Mann hey, zum Glück bist du kein Schimmel!“, sagte ich zu ihr, dann legte ich ihr – wieder mit größter Vorsicht vor den wirbelnden Hufen- die Gamaschen an, trenste sie auf und führte sie dann in die Halle. Isola sah sich aufgeregt um und rannte, als ein Vogel auf dem Dach der Halle landete, einfach los, wobei sie mich ein kurzes Stück hinter sich herschleifte. Ich unterdrückte einen Fluch und rieb mir meine schmerzenden Hände. Zum Glück hatte ich die Führleine noch lösen können, nicht auszudenken, wenn Isola da hineingetreten wäre. Doch nun überraschte mich die junge Stute. Ersteinmal musste sie sich die bunten Dinger natürlich genau ansehen, schnupperte daran, wirbelte herum und rannte davon, dann das gleiche Spiel wieder. Als sie dann jedoch aus Versehen in die Gasse geriet und ich das hintere Ende einfach mal blockierte, galoppierte die Stute ohne zu zögern an und setzte über die drei Hindernisse, als wären sie überhaupt nicht vorhanden. Das allein überraschte mich natürlich nicht, ich hatte darauf gesetzt, dass sie so unbedingt zum Ausgang wollte, dass ihr alles andere egal war, nein was mich verblüffte, war ihre Springhaltung. Den Hals gestreckt, die Vorderbeine weit an den Bauch gezogen, setzte sie mit einer schier unglaublichen Leichtigkeit über die Sprünge und es schien ihr doch tatsächlich Spass zu machen, denn als ich mich vom Eingang wegbewegte, drehte Isola wirklich noch eine zweite und sogar eine dritte Runde. Ich konnte es kaum fassen. Wenn ich jetzt Isolas Temperament noch in den Griff bekam, wäre sie das perfekte Zuchtpferd. Nach weiteren drei Runden, in denen ich die Hindernisse unter den aufmerksamen Blicken Isolas noch etwas weiter erhöht hatte, beschloss ich noch ein wenig Vertrauenstraining mit der Stute zu machen. Da sie nun auch etwas müde schien, brauchte ich gar nicht lange, um sie einzufangen. Auch die anschließenden Übungen, wie brav hinter mir herzugehen, stehen zu bleiben, wenn ich stehen blieb usw klappten eigentlich recht gut, sodass ich bald Schluss machte, die Stute versorgte und auf die Koppel brachte. Es wurde nun zwar schon fast dunkel, doch ich hatte immerhin noch 19 Boxen zu misten. Nachdem ich auch das erledigt hatte, kam in jede Box noch eine schöne Portion Heu, sowie in jeden Trog das entsprechende Kraftfutter. Dann ging ich zur Koppel und holte meine Pferde in den Stall. Diesmal ließ sich sogar Valentine problemlos aufhalftern, auch er wusste inzwischen, dass ihn bei Rückkehr in den Stall eine leckere Mahlzeit erwartete…
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      Morgenarbeit (von Eddi)

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      Monatsbericht August 2012

      Hollybrook Stud Zuchtgestüt
      Monatsbericht August 2012

      Sahira, Mahira, Levistino, Cuchara, Ojos Azules, Paradises Raffinesse, San Salvador, Fatimah, Intolerable Life, Branagorn, Magical Moment, Isola della Pirateria, Naboo, Fairylike Facility, Aimiliani, Thousand Sunny, Hollybrook’s Cheeky Jot, Hollybrook’s Casanova, Hollybrook’s Bloody Valentine, Hollybrook’s Classic Moment


      Schon als ich mit meinem Auto auf den Reiterhof einbog, indem meine 20 Pferde untergestellt waren, hörte ich den selbst für einen Wochentag ungewöhnlichen Lärm. Alarmiert sprang ich aus dem Auto, knallte die Tür zu und lief zum Stall. Drinnen hatte sich eine Traube um eine Reitschülerin gebildet, die laut und herzzerreißend schluchzte. Ich runzelte die Stirn und schob mich dann durch die Mädchen. „Was ist denn passiert,hm?“ , fragte ich das weinende Mädchen freundlich. Die anderen, die bis dahin laut durcheinander geschwätzt hatte, verstummten augenblicklich. Das Mädchen bedachte mich mit einem bitterbösen Blick: „Dein dummes Pferd hat nach mir geschnappt und mir mein neues T-Shirt kaputt gemacht! Wenn meine Mutter das erfährt, bist du dran, das war nämlich richtig teuer!“ Ich verzog das Gesicht und überlegte kurz. Das einzige meiner Pferde das schnappte, war Sahira und die stand glücklich und zufrieden auf einer freien Koppel. „Red keinen Unsinn, Sahira ist doch überhaupt nicht…Moment mal – warst du etwa bei isola?“ Ich schaute sie streng an und das Mädchen reckte trotzig das Kinn. „Die anderen haben mir erzählt, dass das ein ganz armes, scheues Pferd ist und ich wollte eben nachsehen.“ Ich musste mich zusammenreißen, um sie nicht anzuschreien: „Okay. Dann würde ich sagen, bist du selber Schuld. An der Tür zu dem Gang hängt sogar ein Schild, dass vor Isolas Bissen und Tritten warnt. Und noch etwas: Ich gehe jetzt zu deinem Reitlehrer und berichte ihm davon. Isola steht dahinten, damit ihr sie in Ruhe lasst. Durch ein blödes Geschrei hast du sie wahrscheinlich wieder unglaublich aufgeregt!“, machte ich meinem Ärger nun doch Luft. Dann drehte ich mich auf dem Absatz um und suchte den Stallbesitzer auf, um ihm von dem Vorfall zu berichten. Dieser zuckte jedoch nur entschuldigend mit den Schultern: „Tut mir Leid…Die kleine Madame ist neu hier und ihre Eltern sind verdammt reich…Du weißt ja wie das ist…“ Ohne ihm eine Antwort zu geben, ging ich zur Koppel um mich etwas zu beruhigen. Ich hielt das hier einfach nicht mehr aus. Geld zählte mehr als die Tiere und jedes noch so zickige Mädchen durfte hier seinen Willen durchsetzen.
      Cheeky Jot kam langsam auf den Koppelzaun zu und stupste mich auffordernd an. Zum ersten Mal an diesem Tag huschte ein Lächeln über mein Gesicht. Ich kletterte unter dem Zaun durch und umarmte meinen Lieblingshengst. „Ach wenn ich dich nicht hätte, Cheeky! Ich bin ja so froh dich wieder zu sehen!“, seufzte ich glücklich. Die letzten drei Wochen hatte ich in den USA verbracht, um meinen Umzug dorthin voranzutreiben. In dieser Zeit hatte sich meine gute Freundin Edfriend um meine Pferde gekümmert und ich war ihr unendlich dankbar dafür. Nur heute hatte der Stallbesitzer die Pferde zur Koppel gebracht, was auch der Grund dafür war, dass Isola im Stall stand. Die Schönheit ließ sich nämlich nicht von ihm berühren.
      Während ich Cheeky kraulte, dachte ich darüber nach, was ich alles geschafft hatte. Das Wohnhaus war bereits so weit renoviert, dass ich einziehen konnte und auch die Ställe waren endlich fertig. Auf den Koppel gab es keine einzige Giftpflanze mehr und zusammen mit meinen Freunden aus Amerika, hatte ich sämtliche Stacheldrahtzäune durch wunderschöne, weiß gestrichene Holzzäune ersetzt. Sogar die Sattelkammer hatte ihren Anstrich bereits erhalten und war mit Sattelständern und Spinden für jedes einzelne meiner Pferde ausgestattet. Zwei Tage vor meiner Heimreise waren dann auch die hübschen, halb offenen Boxentüren angekommen und wir hatten fast alle eingebaut. Die paar die nun noch fehlten, würden meine Freunde ohne mich schaffen. Innerhalb der nächsten zwei Wochen sollten auch Einstreu, Heu und Futter geliefert werden, womit wir eigentlich umziehen könnten. Daher hatte ich heute auch meine Kündigung für die Pensionsboxen und meine kleine Mietwohnung in der Tasche. In einem Monat ging der Flieger – samt ca 10 Pferden. Die anderen 10 würden mit einer anderen Maschiene eine Woche später ankommen und ich hoffte Edfriend überreden zu können, mit diesen Pferden mitzufliegen und dann gleich eine oder zwei Wochen Urlaub bei mir zu machen.
      Cheeky stupste mich auffordernd an. „Jaja, ist ja gut, ich kümmere mich gleich um dich…Aber erst muss ich sehen, wie der Belegungsplan der Halle heute aussieht, damit ich überlegen kann, was ich mit euch Hübschen anstelle.
      Gerade als ich zum Stall zurückkehren wollte, trat der Stallbesitzer auf mich zu. „Du Sammy, ich bräuchte gleich mal deine Hilfe. Für heute ist ein längerer Geländeritt geplant und Angela lieg mit Grippe im Bett….“. Ich seufzte. Angela war seine Begleitreiterin und Aushilfe und alleine konnte er natürlich nicht mit acht teilweise unerfahrenen Kindern ausreiten gehen. Also nickte ich: „Also gut, ich komme mit..Welche Pferde willst du denn einteilen?“, fragte ich ihn. Während er mir die Schulpferde aufzählte, ging ich in Gedanken meine Pferde durch. Cheeky, sowie Sahira, Naboo und Isola fielen von vorneherein gleich weg, da zum einen Stuten mitgingen und sie zum anderen zu temperamentvoll waren. Vielleicht würde ich Branagorn nehmen. Der schöne Hengst hatte bisher kaum Hengstmanieren gezeigt und hatte sich auch sonst immer vorbildlich verhalten. Nachdem ich mir den Hallenplan angesehen hatte, ging ich in den Stall um Isola zu holen. An Arbeit mit ihr war heute nicht zu denken, da die Halle immer belegt war und ich auch auf dem Platz keine Ruhe haben würde – das wusste ich aus Erfahrung. Aber wenigstens auf die Weide wollte ich die kleine Wilde lassen. Als ich Isolas Box betrat, erschrak ich jedoch. Die Stute war schweißnass und rollte heftig mit den Augen als ich die Tür zum Stalltrakt mit den Abfohlboxen betrat. „Hey meine Maus, ist ja gut, ich bins doch nur“, redete ich leise auf sie ein. In Gedanken verwünschte ich das verfluchte kleine Gör, dass meine Isola so aufgeregt hatte. Was hatte die denn bitte getrieben?
      Vorsichtig betrat ich die Box und fasste Isola am Halfter. Dann strich ich ihr langsam über den Kopf und nach und nach ihren Körper entlang, allerdings nur an Stellen, wo sie es auch mochte. Schließlich beruhigte sie sich soweit, dass ich sie nach draußen und zur Koppel führen konnte. Nun hieß es die dreieinhalb Stunden, die mir bis zu dem Ausritt blieben noch sinnvoll zu nutzen. Also beeilte ich mich und longierte Cuchara und Ojos Azules und mit Fatimah und Intolerable Life machte ich Bodenarbeit. Das waren schonmal die vier Pferde, die sich überhaupt nicht am Lärm der Reitschüler störten, denn die kleinen verwöhnten Dinger schrieen sogar in der Halle – während dem Unterricht herum.
      Magical Moment, Aimiliani, Thousand Sunny, Naboo, Sahira, Isola und Fairylike Facility, sowei meine Fohlen Rafinesse, Casanova, San Salvador, Mahira, Classic Moment und Valentine hatten heute frei. Somit würde ich also mit Branagorn ausreiten gehen, womit nur noch Cheeky und Levistino blieben. Ich sah auf die Uhr und seufzte. Beide würde ich vor dem Ausritt unmöglich schaffen. Also sprintete ich zur Koppel, holte Levistino im Trab zum Putzplatz und machte ihn reitfertig. Im Stillen dankte ich dem schönen Trakehnerschimmel, dass er sich wirklich niemals schmutzig machte. Mehr als eine halbe Stunde Dressur war nicht mehr drin und selbst dann musste ich mich danach höllisch beeilen um rechtzeitig fertig zu werden. Ich wärmte Levistino also kurz auf und trabte den Hengst dann an. Seine silbergraue Mähne wehte mir entgegen und ich schloss kurz genüsslich die Augen, als ich spürte, wie weich und federnd die Tritte des Hengstes waren. Levistino war eines meiner Pferde, dass ich am liebsten Ritt. Er machte so gut wie nie Schwierigkeiten, sondern gab immer 100 Prozent ohne dabei langweilig zu werden. Als ich ihn schließlich angaloppierte, fühlte ich mich wie auf Wolke sieben. Da riss der Hengst mich mit einem Hüpfer zur Seite plötzlich aus meinen Schwärmereien. Doch ich lachte nur: „Tschuldigung Süßer, hab ich dir zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt? Das tut mir wirklich Leid“. Ich konzentrierte mich wieder mehr auf mein Pferd, ritt noch ein paar anspruchsvollere Figuren und parierte schließlich zum Schritt durch. Die halbe Stunde war fast vorrüber und ich musste ihn ja schließlich noch trocken reiten. Als ich fertig war, joggte ich zurück zum Stall – diesmal mit Branagorn im Schlepptau. Die Reitschülerinnen waren bereits dabei, ihre Pferde aufzutrensen und auch der Stallbesitzer war schon fertig. Er sah mich strafend an, sagte aber nichts. Ich wusste genau wie sehr er unpünktlichkeit hasste, aber noch war ich nicht unpünktlich. Ich putzte Branagorn kurz über, beeilte mich Mähne und Schweif einigermaßen zu verlesen und sattelte ihn dann in Rekordgeschwindigkeit auf. Kaum dass das letzte Mädchen im Sattel saß, schwang auch ich mich auf Branagorns Rücken. Die kleine Zicke, die Isola gestört hatte grinste und sagte altklug: „Na du hast aber Glück. Gerade noch so geschafft. Immanuel mag es überhaupt nicht, wenn man zu spät ist.“ Ich sah stirnrunzelnd zu hier hinüber, sagte aber nichts. Es wunderte mich nicht, dass sie auf dem wertvollsten der Schulpferde saß, und wenn sie wirklich so reich war, wie Immanuel behauptete, hoffte ich für sie dass sie auch gut reiten konnte. Raphael – der bildhübsche Fuchs, auf dem sie so hochnäsig saß, war nämlich nicht gerade einfach und sicherlich nichts für eine Anfängerin. Nur übersah Immanuel so etwas leicht mal, wenn reiche Eltern im Spiel waren.
      Ich seufzte und ritt Branagorn neben Immanuel. „Soll ich hinten reiten und aufpassen, dass uns niemand verloren geht?“, fragte ich ihn. Er nickte und sah dann zweifelnd auf meinen Hengst: „Du weißt aber schon, dass heute auch Stuten dabei sind oder?“ Ich nickte: „Natürlich. Aber Branagorn ist ziemlich gut erzogen und hat kaum Hengstmanieren. Du solltest doch eigentlich wissen, dass ich so etwas immer bedenke.“ Statt einer Antwort lächelte er nur und setzte sich dann an die Spitze der Gruppe. Die erste Stunde verlief dann ganz gemütlich im Schritt und gelegentlichem Traben durch den nahegelegenen Wald. Während ich aufpasste, dass auch jeder sein Pferd im Griff hatte, schweiften meine Gedanken ab und zu wieder in die USA und zu meinem baldigen Umzug. Ich freute mich schon so sehr darauf, dass ich bestimmt irgendetwas vergessen würde. Als auf einmal Raphaels Hintern immer näher kam, sah ich leicht verärgert hoch, bis ich merkte, dass die kleine Zicke ihr Pferd absichtlich zurückhielt. Also ließ ich Branagorn ein wenig mehr vorwärts gehen, um zu ihr aufzuschließen. „Was ist los, stimmt etwas nicht?“, fragte ich fürsorglich. Doch sie sah mich nur hochnäsig an: „Ich werde Immanuel sagen, dass ich das nächste Mal dein Pferd reiten will. Es ist unfair, dass er dir einen Hengst gibt und mir nicht. Ich hab das Anrecht auf das schönste Pferd.“ Ich zog die Augenbrauen zusammen und sah sie streng an: „Tja, tut mir Leid, aber das kannst du vergessen. Branagorn ist mein Pferd und ich lasse keine halbwüchsigen, zickigen Mädchen auf ihm reiten, die denken, nur weil ihre Eltern Geld haben, können sie sich alles erlauben.“ Damit hatte ich ihr wohl erst einmal den vorlauten Mund gestopft, denn sie schloss mit verzerrtem Gesicht wieder zu ihrer Mitreiterin auf. Bevor ich mich jedoch weiter über die unverschämte Göre aufregen konnte, gab Immanuel das Zeichen zum angaloppieren und sofort wechselte die ganze Gruppe in die schnellere Gangart. Auch ich gab Branagorn die Galopphilfen und der Hengst sprang brav in einen ruhigen, flüssigen Galopp. Ich lobte ihn unter seiner langen weißen Mähne und genoss den kühlen Wind, der mir entgegenbließ. Plötzlich hörte ich einen Aufschrei und sah wie Raphael vor mir unwillig den Kopf schüttelte und dann plötzlich außen an der Gruppe vorbeizog. Sofort gab Immanuel das Zeichen zum Durchparieren, damit das durchgehende Pferd nicht dachte, das hier wäre ein Rennen. Doch Raphael lief munter weiter. Ich ritt neben den Stallbesitzer und sah ihn fragend an. Raphael war nicht unbedingt einfach, aber durchgehen war eigentlich nicht so sein Ding. Immanuel schüttelte ratlos den Kopf. „Sie ist doch heute das erste Mal dabei, wenn er zuweit läuft, verirrt sie sich am Ende noch. Aber wenn wir ihr hinterherreiten, wird Raphael nur noch schneller.“ Ich nickte: „Bleib du mit der Gruppe hier, oder reitet im Schritt weiter, dann gehe ich auf den Waldpfad und sehe zu, dass ich ihr entgegenreiten kann.“ Als Immanuel lächelte wendete ich Branagorn auf den schmalen Pfad ab und galoppierte den Hengst wieder an. Trotz des schmalen Weges spornte ich Branagorn weiter an. Ich mochte die hochnäsige Göre zwar nicht, aber dennoch konnte ich natürlich nicht zulassen, dass ihr oder dem armen Raphael etwas passierte. Als wir schließlich den Hauptweg wieder erreichten, schwitzte Branagorn schon ganz schön. Ich wendete ihn in die Richtung aus der wir gekommen waren und trabte an. Weit konnte Raphael nun nicht mehr sein, außer natürlich er war durchs Unterholz gebrochen, doch das hoffte ich jetzt einfach mal nicht. Und tatsächlich sah ich kurz darauf den großrahmigen Fuchs auf mich zustürmen. Die kleine Göre hatte sich in die Zügel gekrallt und riss dem Pferd im Maul herum, während sie gleichzeitig mit ihren Beinen immer wieder abrutschte und ihn damit nur noch weiter antrieb. Ich stellte Branagorn so quer auf den Weg, dass Raphael auf beiden Seiten nur noch extrem wenig Platz blieb und tatsächlich hob der Wallach verwundert den Kopf und wurde langsamer. Kurz sah es so aus, als wollte er sich an Branagorn vorbeiquetschen, doch als hätte dieser seine Gedanken erraten, legte er drohend die Ohren an. Dies veranlasste Raphael dann doch, dicht neben uns zum Stehen zu kommen. Ich ließ mich aus dem Sattel gleiten und griff nach Raphaels Zügeln. Dann sah ich das in seinem Sattel hängende Mädchen an: „Und alles klar bei dir?“ „Ob alles klar ist? Das Mistvieh hätte mich fast umgebracht! Ich bleibe keine Sekunde länger hier oben!“, schimpfte sie. Ich hatte jetzt endgültig genug. Überschwänglichen Dank hatte ich zwar nicht erwartet, aber das war wirklich zu viel. „Na gut. Dann läufst du eben den Weg zurück und ich nehme Raphael als Handpferd.“ Mit diesen Worten stieg ich wieder in den Sattel und sah sie dann auffordernd an. „Was ist jetzt? Wir müssen zu den anderen zurück“. Damit wendete ich Branagorn und ließ ihn und Raphael im Schritt antreten. Die kleine stampfte mit dem Fuß auf und schrie: „Spinnst du? Lass mich gefälligst auf dein Pferd. Ich laufe sicher nicht!“ „Na gut, dann bleibst du eben hier. Aber sag mir jetzt Bescheid, weil ich will wieder zurück.“ Wiederwillig lief sie schließlich neben mir her, bis wir die anderen erreichten. Immanuel sah mich schockiert an, als ich ihm erklärte, dass ihr zwar nichts passiert war, sie sich aber weigerte in den Sattel zu steigen. Seufzend sah er sich um und beorderte dann die eigentliche Reitern von Raphael vom Pferd. „Natalie du kannst Pacco nehmen. Dann soll Rachel wieder auf Raphael reiten.“ Ich lächelte Rachel zufrieden zu. Das Mädchen war eine meiner liebsten Reitschülerinnen und sie kam wunderbar mit dem Fuchswallach zurecht. Natalie verzog zwar wütend den Mund, stieg aber ohne Widerworte auf das wesentlich ältere und ruhigere Schulpferd auf, sodass wir uns endlich wieder auf den Rückweg machen konnten.
      Nachdem ich Branagorn ausgiebig gelobt und versorgt hatte, holte ich Cheeky von der Koppel. Doch anstatt wie geplant eine ausgiebige Trainingsstunde mit dem schönen Hengst abzuhalten, ging ich nur ein wenig mit ihm spazieren. Cheeky war das egal, hauptsache es beschäftigte sich jemand mit ihm. Anschließend versorgte ich meine Pferde für die Nacht und suchte dann Immanuels Büro auf, um alles Weitere mit ihm abzusprechen.
    • Sammy
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      Monatsbericht Dezember 2012

      Hollybrook Stud Zuchtgestüt
      Monatsbericht Dezember
      Sahira, Isola della Pirateria, Naboo, Hollybrook's Cheeky Jot, Hollybrooks Casanova, Hollybrook's Bloody Valentine, Mahira, Magical Moment, San Salvador, Cuchara, Ojos Azules, Levistino, Branagorn, Classic Moment, Intolerable Life, Fatimah, Paradises Rafinesse, Fairylike Faciltiy, Aimiliani & Thousand Sunny


      Auf gehts!
      Stöhnend warf ich mich auf die andere Seite des Bettes, rollte mich dann wieder herum und warf einen Blick auf meinen Wecker. Die leuchteten Ziffern sagten mir, dass es bereits kurz vor drei Uhr war. Wütend schlug ich auf mein Kissen - ich musste unbedingt schlafen, immerhin hatte ich morgen eine elendig lange Reise mit zehn Pferden vor mir. Als ich wieder daran dachte, wie lange wir unterwegs sein würden, wurde mir speiübel. Ich hatte meine zehn schwierigeren Pferde ausgewählt, da meine gute Freundin Edfriend ca zwei Wochen später mit den restlichen zehn Pferden nachkommen würde. Ich war ihr schon so unglaublich dankbar, dass ich ihr nicht auch noch meine nervösen Lieblinge aufhalsen wollte. Am meisten Sorgen machte ich mir dabei um meine temperamentvolle Vollblutaraberstute Sahira und um meine immernoch scheue New Forest Pony Stute Isola della Pirateria. Ich hatte alles so gut wie möglich vorbereitet und hoffte deshalb, dass alles glattging.
      Schließlich seufzte ich und schob mich aus dem Bett. Fröstelnd zog ich meine Strickjacke über und ging ins Bad. Wenn ich schon nicht mehr schlafen konnte, konnte ich mich genauso gut auch schon fertig machen und noch ein wenig Zeit mit meinen Pferden verbringen. Mein Freund war bereits vor zwei Monaten in die USA geflogen, um seine Mutter zu besuchen und alles andere abzuklären. Ich freute mich wahnsinnig darauf ihn wieder zu sehen, deshalb viel mir der Abschied aus Deutschland auch nicht ganz so schwer. Schnell sprang ich unter die Dusche, föhnte mir die Haare und packte dann meine restlichen Sachen zusammen. Frühstücken würde ich heute bei Eddi, um nocheinmal alles für ihre Abreise zu besprechen. Sie würde mich auch zum Flughafen begleiten und mir helfen meine Pferde überhaupt dorthin zu transportieren. Ich stopfte alles was ich noch hierhatte in meine große Reisetasche, packte meine wichtigen Dokumente und einige Kleinigkeiten in meinen Rucksack und sah mich dann ein letztes Mal in meiner kleinen Wohnung um. Auch wenn ich mich hier nie wirklich richtig wohl gefühlt hatte, war sie doch irgendwie mein zu Hause geworden.
      Als ich schließlich die Tür zuzog, huschte dennoch ein Lächeln über mein Gesicht. Dies war der erste Schritt in mein neues Leben. Mit meinem Gepäck über der Schulter schlenderte ich über den Reiterhof zum Stall. Ich ging zu jedem einzelnen meiner Pferde und begrüßte sie, bevor ich mich daran machte ihnen ihr Frühstück zu richten. Dann hatten die zehn, die heute mitkamen wenigstens ein wenig Zeit zwischen Futter und Flug. Bei Fatimah blieb ich besonders lange. Die Scheckstute würde erst mit Eddi nachkommen und auch wenn ich wusste, dass niemand sie besser betreuen könnte, viel es mir schwer sie hier zurückzulassen. Als schließlich alle meine Tierchen mit ihrem Futter beschäftigt waren, ging ich zum Haupthaus, um mit Immanuel zu reden. Er lieh uns zwei seiner Hänger. Einen für vier und einen für zwei Pferde und er würde auch mit einem Viererhänger mitfahren.
      Ich sprach kurz mit ihm ab, wann wir später loswollten und wie wir das mit der restlichen Miete machen sollten. Anschließend machte ich mich auf den Weg zu Eddi.
      Ich liebte ihren Hof einfach. Er strahlte so eine wunderbare Ruhe aus und die Pferde tollten schon jetzt fröhlich auf der Koppel herum. Da es mittlerweile schon früh dunkel wurde, hatten sie so mehr Zeit im freien. Eddi kam mir schon entgegen gerannt.
      "Gut das du da bist! Das Frühstück ist gerade fertig geworden!"
      "Wow Eddi, aber ich bin doch sogar zu früh!", rief ich überrascht.
      "Jaa, aber ich wusste doch, dass du sicherlich nicht schlafen kannst", grinste sie. Wir frühstückten beinahe zwei Stunden lang und bequatschten alles mögliche. Eddi würde sich in den zwei Wochen vor allem mit den beiden Fohlen Classic Moment und Rafinesse beschäftigen, damit sie vor der Reise gut ausgelastet waren. Rafinesse hörte hervorragend und hatte bereits zwei Fohlenschauen gewonnen und auch Classic Moment war sehr umgänglich. Sonst blieben noch die Isländerzwillinge Intolerable Life und Fatimah, der Andalusierhengst Ojos Azules, mein Trakehnerhengst Levistino, mein neuester Hengst Branagorn, sowie die New Forrests Thousand Sunny, Aimiliani und Fairylike Facility.
      Nach einem Blick auf die Uhr beschlossen wir schließlich, dass es langsam Zeit wurde aufzubrechen. Also räumten wir schnell das Frühstück ab und waren schon auf dem Weg zu den Autos, als mir noch etwas einfiel: „Eddi warte! Ich würde mich gerne noch von Zarin, Candle in the wind, Dead Pop Romance, Tiny Girl und Fary Bluebird verabschieden!“ Eddi grinste, machte sofort kehrt und lief mit mir zur Fohlenkoppel. Ich lächelte, als ich die drei Hollybrook Fohlen auf der Koppel herumtollen sah. Aber auch Dead Pop Romance, den ich Eddi geschenkt hatte, hatte sich prächtig entwickelt. Es war nicht leicht mir vorzustellen, dass ich die Nachkommen meiner Ponies nun nicht mehr weiter aufwachsen sehen würde, aber da sie es bei Eddi so gut hatten, machte ich mir keine Sorgen. Zum Schluss besuchten wir noch Candle in the Wind. Der wunderschöne Achal Tekkiner Hengst stolzierte anmutig auf uns zu, holte sich ein Leckerchen ab und galoppierte dann wieder zurück über die Koppel.
      Seufzend stieg ich ins Auto. „Ach guck doch nicht so, wir kommen doch eh gleich nochmal her!“, lachte Eddi. Ich schlug mir mit der Hand gegen die Stirn: „Klar, das hab ich doch jetzt glatt schon wieder vergessen!“ Meine beiden Fohlen Rafinesse und Classic Moment würden die nächsten zwei Wochen nämlich auf Eddis Hof verbringen, damit sie sich besser um sie kümmern konnte. Die restlichen Pferde blieben noch auf dem Reiterhof stehen, die Miete für diesen Monat hatte ich sowieso schon bezahlt. Auf dem Reiterhof angekommen, holten wir erst einmal die Fohlen, die zu Eddi kamen aus dem Stall. Geputzt hatte ich alle meine Pferde bereits und so legten wir ihnen nur Decken und Gamaschen an und luden sie anschließend in den Hänger. Classic Moment zögerte einen Moment, doch als Rafinesse – die ja schon Erfahrung mit Transporterfahrten hatte – zielstrebig den Hänger betrat, machte er einen Satz und stellte sich neben sie. Ich setzte mich neben Eddi in den Hänger und so fuhren wir nochmals zu ihrem Hof.
      Auf Hayes End angekommen, nahm ich Rafinesse und Eddi führte Classic Moment. Die beiden Fohlen sahen sich neugierig um, blähten aufgeregt die Nüstern und drehten ihre hübschen Köpfe, um möglichst viel von dieser unbekannten Umgebung zu sehen. Als wir uns den Stallungen näherten, begannen Eddis Pferde die beiden Fohlen mit lautem wiehern zu begrüßen. Classic Moment der kleine Feigling versteckte sich mit einem Satz hinter Rafinesse, die ihn vorwurfsvoll ansah. Das aufgeweckte Stütchen zeigte selten Angst und schien auch in diesem Moment einfach neugierig. Wir hatten gemeinsam beschlossen, die beiden unter sich zu lassen, damit sie sich nicht zwei Wochen lang an Eddis Pferde gewöhnten und danach schon wieder weg mussten. Also nahmen wir ihnen die Transportsachen ab und führten sie dann auf einen kleinen Paddock. Von hier aus konnten sie einen großen Teil des Hofes überblicken und hatten genug Platz zum Toben. Ich atmete noch einmal tief durch, wuschelte Classic Moment durch die kurze Mähne und gab Rafinesse einen Kuss auf die samtweichen Nüstern, dann hakten wir die Führstricke aus und ließen die Fohlen laufen. In diesem Moment klingelte auch schon mein Handy. Emanuel wollte wissen, wo wir blieben und beruhigte sich erst, nachdem ich ihm dreimal versichert hatte, dass wir schon wieder auf dem Rückweg waren.
      Wieder am Reitstall machten Eddi und ich uns daran, die zehn Pferde zu verladen, die jetzt mitkommen würden. Doch zuerst schleppten wir mein komplettes Sattelzeug und meine Ausrüstung auf den Hof, um alles in den Hängern zu verstauen. Das einzige was wir draußen ließen, war die Transportausrüstung der Pferde, sowie das Putzzeug derjenigen, die später mit Eddi nachkommen würden. Anschließend liefen wir wieder in den Stall und überlegten kurz, wer mit wem im Hänger stehen sollte. Klar war schonmal, dass wir die vier Hengste Hollybrook’s Cheeky Jot, Hollybrook’s Casanova, Hollybrook’s Classic Moment und San Salvador in einen Hänger stecken würden. Cheeky würde ausrasten, wenn er mit einer ‚seiner‘ Stuten in den Hänger käme. Schnell griff ich nach Cheeky’s Strick während Eddi San Salvador aus der Box führte. Wir banden die beiden kurzerhand vor ihren Boxen an, bürsteten sie nochmal kurz über und legten ihnen dann Transportdecken und –gamaschen an. Gleich darauf führten wir sie aus dem Stall und dann ohne weitere Probleme in den ersten Viererhänger. Cheeky schnaubte erfreut, er liebte Turniere und Schauen aller Art. Salvador dagegen betrat den großen Hänger etwas schüchterner, er hatte aber auch noch nicht so viel Erfahrung. Nachdem die beiden sicher angebunden waren, gingen wir wieder in den Stall, um diesmal Casanova und Valentine reisefertig zu machen. Casanova stolzierte sofort in den Hänger. Er hatte so viel von seinem Vater, es war einfach unglaublich. Valentine dagegen sah uns erstmal nur panisch an. Er brachte mit Hänger Fahrten nicht gerade positives in Erinnerung, da ich ihn vor einiger Zeit gerade noch rechtzeitig von seiner damaligen Besitzerin hatte holen können, bevor er komplett verwarloste. Nach einigem guten Zureden stand jedoch auch Valentine im Hänger. Wir verschlossen die Laderampe und beschlossen uns, nach einem Blick auf die Uhr, noch mehr zu beeilen. Cuchara, Mahira, Sahira und Naboo kamen in den zweiten Vierer Hänger. Bei allen Vieren hatten wir alle Hände voll zu tun, um die nervösen Stuten in den Hänger zu bekommen. Vor allem Sahira benahm sich ziemlich unmöglich. Sie verfiel wieder in alte Manieren und biss mit flach angelegten Ohren um sich. Ich musste sie mit einem heftigen rupfen am Führstrick und einem scharfen ‚nein!‘ maßregeln, woraufhin sie mich vorwurfsvoll anschaute, aber immerhin den Hänger betrat. Ich band sie in dem letzten freien Stand fest und wuschelte ihr liebevoll durch den langen, seidigen Schopf. Dann machte ich mich mit Eddi daran, die letzten beiden Pferde zu verladen. Magical Moment ließ sich wie erwartet brav fertig machen und ging auch problemlos hinter Eddi in den Hänger. Ich hatte da mit Isola deutlich mehr Schwierigkeiten. Schon als ich der schönen, scheuen Stuten die Decke auflegte, begann sie nervös herumzuzappeln und als sie die Öffnung des Hängers sah, stieg sie steil in die Luft. „Ist ja gut meine Schöne. Komm schon bitte, Magical Moment steht doch schon im Hänger und wartet auf dich!“ Es war mir eigentlich klar gewesen, dass wir mit Isola am längsten brauchen würden, und ich ärgerte mich über mich selbst, dass ich sie nicht zuerst verladen hatte. Cheeky wieherte bereits protestierend. Er fragte sich bestimmt, warum es nicht endlich los ging. „Isola bitte komm schon“, flehte ich die Rappstute an. Wir hatten in den letzten Wochen zwar das Verladen mit der nervösen Stute geübt, doch sie schien instinktiv zu spüren, dass heute etwas anders war als sonst. Plötzlich ertönte direkt hinter uns ein lauter Knall. Isola machte einen rießigen Satz nach vorne in den Hänger. Noch bevor sie wusste wie ihr geschah, band ich sie fest, hielt ihr ein Leckerli unter die Nase und redete ihr beruhigend zu. Magical Moments Ruhe tat den Rest und so senkte Isola schließlich ergeben den Kopf. Ich verließ den Hänger, schloss die Rampe und sagte dann Eddi und Emanuel , dass sie schonmal einsteigen konnten, ich wollte mich nur noch schnell von den restlichen acht Pferden verabschieden. Somit ging ich ein letztes Mal in den Stall, indem ich so viel Zeit verbracht hatte. Zuerst verabschiedete ich mich von meinen Hengsten Ojos Azules, Intolerable Life , Levistino und Branagorn. Liebevoll kraulte ich ihre muskulösen Hälse und strich ihnen sanft über die Stirn. Dann ging ich weiter zu Aimiliani, Fairylike Facility, Fatimah und Thousand Sunny. Vor allem bei Fatimah brauchte ich etwas länger. “Wirst schon sehen meine Kleine, in Amerika habt ihr wieder einen ganz eigenen Stall und kein nerviges Gebrüll von hochnäsigen, verwöhnten Gören”, sagte ich leise, bevor ich mich ein letztes Mal umsah und dann auf den Hof trat, um nun endlich zum Flughafen aufzubrechen.
      Ich setzte mich ans Steuer des Zweier Hängers, gab Emanuel, der im ersten Hänger saß ein Zeichen und fuhr dann vorsichtig an. Isola schien sich damit abgefunden zu haben, dass sie nun einmal nicht aus dem Hänger herauskam und verhielt sich die gesamte Fahrt über ruhig. Am Flughafen angekommen zeigte ich einem Sicherheitsmann mein Ticket und die Papiere meiner Pferde. Er nickte und sagte uns wo wir hin sollten. Kurze Zeit später standen wir vor zwei Flughafenmitarbeitern. Nun kam der schwierigste Teil, die Pferde mussten ins Flugzeug. Meine Pferde würden jetzt immer zu viert, beziehungsweise Isola und Magical Moment zu zweit in Container verladen werden und diese kamen dann in den Laderaum des Flugzeugs. Mir war schon ganz übel vor Aufregung. Gott sei dank kam in diesem Moment meine Tierärztin um die Ecke. Sie würde meinen Pferden Beruhigungsmittel geben und hatte auch Kontakt mit einem sehr guten Kollegen in den USA aufgenommen, der uns gleich am Flughafen abholen und hoffentlich dafür sorgen würde, dass meine Lieblinge nicht allzu lange in Quarantäne mussten. Meine Tierärztin war jedoch ziemlich zuversichtlich, da sie meinte ein paar ihrer Freunde hätten ihre Pferde mit Hilfe dieses kompetenten Arztes nicht mal eine Woche in der Quarantänestation lassen müssen. Wir begannen wieder damit, die Hengste zuerst umzuladen. Cheeky Jot sah sich mit geweiteten Augen und geblähten Nüstern in der großen Halle um und tänzelte unruhig neben mir her, so dass ich alle Mühe hatte ihn ruhig zu halten. Doch plötzlich schleifte er mich einfach neben sich her und hielt genau auf einen der Flughafenmitarbeiter zu. Dieser sah den hübschen Hengst mit aufgerissenen Augen an und schien nicht fähig, auch nur einen Schritt weg zu gehen. Cheeky blieb kurz vor ihm stehen reckte den Hals und zupfte an der Jacke des Mannes. Dieser wurde kreidebleich und ich versuchte krampfhaft, Cheeky von ihm weg zu bekommen. Plötzlich entspannte sich der Mann, griff in seine Tasche und zog einen großen, roten Apfel hervor. Ich grinste. „Cheeky du verfressenes Wesen!“, lachte ich. Der Mann stimmte mit ein und hielt Cheeky den Apfel hin: „Und ich dachte schon, der will mich beisen!“, sagte er immer noch lachend.
      Als Cheeky schließlich zufrieden war, ließ er sich auch wieder brav von mir führen und tat, als wäre überhaupt nichts gewesen. Die drei Fohlen hatten ihr Mittel bereits erhalten und nachdem auch Cheeky einen Kurzcheck hinter sich hatte, führten wir die vier nacheinander in die Boxen des Containers. Das verlief alles relativ problemlos, für Cheeky und die neugierigen Hengstfohlen war das wohl nichts anderes, als in einen Hänger zu steigen. Mehr Sorgen machte ich mir um die nun folgenden Pferde. Wir beschlossen zuerst wieder alle Pferde zu versorgen, was gott sei Dank noch ruhig verlief. Sahira drehte sich zwar andauernd um sich selbst, und rempelte dabei die anderen, nicht weniger aufgeregten Pferde an, verhielt sich ansonsten aber ruhig – zumindest für ihre Verhältnisse. Die vier Stuten tänzelten aufgeregt neben uns her und Naboo wäre auf der Rampe in den Container fast gerutscht, da sie den Nerv hatte, mitten auf der Rampe ihren schönen Kopf herumzureißen. Dabei hätte sie fast das Gleichgewicht verloren. Ich strich ihr beruhigend über die Nüstern und führte sie dann das letzte Stück der Rampe hinauf. Die Container sahen eigentlich relativ komfortabel aus. Die Boxen waren einigermaßen groß und in den Ecken waren Heuraufen, sowie Wassertränken festgeschraubt. Ich warf noch einen vorerst letzten Blick auf meine vier Süßen, dann verließ ich den Container und widmete mich den beiden letzten Pferden. Als Eddi Magical Moment aus dem Hänger führte, stieß einer der Angestellten einen bewundernden Pfiff aus. Die goldglänzende Stute war aber auch einfach ein Hingucker, wie sie anmutig aus dem Hänger trat, die kleinen Ohren aufgestellt, den hübschen Kopf hocherhoben. Ich lächelte in mich hinein und führte Isola rückwärts die Rampe hinunter. Sofort flog der Kopf der Stute nach oben, sie legte die Ohren an und klemmte den Schweif ein. „Ist ja gut, Isola. Guck mal Magical Moment ist genau vor uns, wir gehen ihr jetzt hinterher, du bekommst noch ein Abschiedsgeschenk von der Tierärztin und dann hast du erstmal eine Weile Ruhe vor uns schrecklichen Menschen“, säuselte ich leise. Isola dachte natürlich überhaupt nicht daran, sich in irgendeiner Weise brav zu verhalten, aber ich konnte es ihr auch nicht verdenken. Die Stute war sowieso noch recht scheu und hypersensibel, da war es ja von vornherein klar gewesen, dass der Flughafen sie überfordern würde. Mit viel Reden und Geduld schaffte ich es schließlich, sie hinter Magic zu der Tierärztin zu führen. Magic hatte ihre Untersuchung bereits hinter sich und die Ärztin verzog das Gesicht, bevor sie – nun wieder lächelnd- auf Isola zuging. Beim letzten Mal hatte die Stute es doch tatsächlich geschafft, der armen durch einen blitzschnellen Biss einen rießigen Bluterguss zu bescheren. Ich griff fest in Isola’s Halfter und versuchte, die Stute so gut wie möglich festzuhalten. Eddi hatte Magic Emanuel übergeben, und eilte mir zu Hilfe. Die Tierärztin hatte aus dem letzten Mal gelernt. Sie näherte sich der wilden Stute langsam, griff dann an ihren Hals und setzte blitzschnell die Spritze. Noch bevor Isola herumschnellen konnte, war sie schon wieder außer Reichweite. Bei Isola hatten wir beschlossen, eine höhere Dosierung des Beruhigungsmittels zu verabreichen, als bei den anderen Pferden. Das gefiel mir zwar eigentlich gar nicht, war aber immer noch besser, als wenn Isola sich den ganzen Flug über furchtbar aufregen würde. Wir warteten noch kurz ehe das Mittel zu wirken begann und führten die beiden Stuten dann gemeinsam in den Container. Ich besprach mit den Angestellten schnell noch einmal die Ankunft meiner Pferde, dann machten Emanuel, Eddi und ich uns im Laufschritt auf zu den Terminals, da es nun höchste Zeit wurde, dass ich eincheckte. Eddi versprach mir, noch einmal kurz hier vorbei zu schauen, wenn ich im Wartebereich war. Bevor ich durch die Kontrolle ging, umarmte ich Eddi fest und bedankte mich bei ihr und Emanuel für die tolle Hilfe. Fröhlich winkte ich ihnen zu, bis sie nicht mehr zu sehen waren. Dann erst ging ich durch die Kontrolle. Jetzt ging es endlich los. Mein Traum wurde wahr!
    • Sammy
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      Monatsbericht Mai 2013 (von Eddi)

    • Sammy
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      Trakehner & Hannoveraner - Monatsbericht August 2013

      ~ Mahira, Unannounced Pleasure & Reminiscent Inspiration ~
      Fröhlich vor mich hinsummend betrat ich den Stall meiner Hannoveraner und Trakehner. Meine Fohlen durften sich heute bei diesem schönen Wetter auf den Koppeln austoben und hatten somit nicht viel zu tun. Zuerst schnappte ich mir Mahira, putzte die bereits gekrönte Scheckstute gründlich und brachte sie dann auf die Fohlen- beziehungsweise Jungstutenweide, auf der schon Rafinesse und Darling standen. Rafinesse begrüßte ihre Freundin wie immer überschwänglich und dann lieferten sich meine beiden Schätze ein Rennen über die Koppel. Die zwei waren zusammen aufgewachsen, beinahe gleichzeitig gekrönt worden und würden nun bald zusammen eingeritten werden. Die drei anderen Stütchen hatten da noch einen weiteren Weg vor sich...
      Zurück im Stall schnappte ich mir mein neues Stütchen Unannounced Pleasure und meine zweite Hannoveranerstute Reminiscent Inspiration. Die zwei waren noch sehr jung und ich begann gerade mit dem Fohlen ABC. Sie waren seit ihrem ersten Tag hier bereits dickste Freundinnen und hingen immer zusammen, wenn dies möglich war. Ich putzte die Kleinen langsam und hob auch schon einmal ihre Hufe hoch, damit sie sich daran gewöhnen konnten. Dann brachte ich sie zu den anderen auf die Weide.

      ~ Levistino ~
      Nun war mein gekörter Trakehnerhengst Levistino an der Reihe. Erst vor kurzem hatte er im Springen die Klasse M erreicht und momentan wurde er von seiner Trainerin IceLandGirl auch in der Dressur gefördert. Nun wollte ich mal sehen, was mein Baby im Springen so alles gelernt hatte. Ich putzte das schimmernde Fell des Hengstes, sattelte ihn flott auf und führte ihn anschließend auf meinen Springplatz. Levistino spitzte seine feinen Ohren und legte ein bisschen zu. Der schöne Hengst sprang für sein Leben gerne und meist musste man ihn sogar etwas zurückhalten, damit er sich nicht übernahm. Ich gurtete nach und schwang mich dann in den Sattel. Levi schlug mit dem Kopf, blieb aber an Ort und Stelle. Ich brachte allen meinen Pferden bei, dass es überhaupt nichts brachte, wenn sie beim Aufsteigen herumhampelten oder losliefen, bevor ich das Kommando dazu gab. Dies hatte auch der feurige Hengst mittlerweile begriffen. Ich wärmte Levi zuerst ordentlich im Schritt, Trab und schließlich auch im Galopp auf, bevor ich auf das erste Hindernis zusteuerte. Ich hatte absichtlich ein paar A, L und zwei M Sprünge aufgebaut, damit sich Levi ein bisschen einspringen konnte. Der Hengst nahm die Hindernisse wie gewohnt als wären sie Luft, doch was mir ganz stark auffiel, war dass er nicht mehr so heftig anzog, wenn es auf einen Sprung zu ging. Im Stillen dankte ich IceLandGirl für die tolle Arbeit, die sie mit dem Hengst geleistet hatte. Nach einer guten Dreiviertel Stunde, ritt ich Levi trocken und stieg mehr als zufrieden aus dem Sattel. Der junge Hengst hatte sich wirklich gemacht und ich war schon sehr gespannt auf seine Nachkommen.

      ~ Samiyah & Angels Fall First ~
      Meine beiden wunderschönen und gekrönten Stuten Samiyah und Angels Fall First hatten heute frei. Sami hatte erst vor kurzem ihre SK gewonnen und sich deshalb eine Pause verdient und Angel war längere Zeit verletzt gewesen. Ich holte die beiden Schönheiten nacheinander aus ihren Boxen, putzte ihr seidiges Fell und brachte sie anschließend auf die Koppel zu Cookie, Fatimah, Mizzi, Misery, History, Dorina und Benjilala. Sami bahnte sich sofort mit flach angelegten Ohren ihren Weg und stellte sich in die Mitte der Koppel. Angel als ihre neue beste Freundin gesellte sich etwas langsamer neben sie. Ich lächelte und ging zurück in den Stall, um mich um meine beiden Hannoveranerhengste zu kümmern.

      ~ Branagorn & Black Soul~
      Meine beiden gekörten Hannoveranerhengste hatten heute ebenfalls frei. Soul erholte sich von einer Sehnenverletzung und Branagorn von einer Erkältung. Ich nahm einen nach dem anderen aus der Box, putzte sie flott über, kratzte die Hufe aus und verlaß die Schweife. Branagorn durfte dann zu Ojos Azules, Intolerable Life und Fair Prince, während Black Soul auf einen kleinen Sandpaddock kam. Zum einen war er nämlich sehr hengstig und hätte die anderen wohl in ihre Einzelteile zerlegt, zum anderen sollte er aber auch noch nicht zu sehr toben. Ich sah meinem Hübschen noch ein Weilchen zu, dann ging ich ins Haus um mich um meine Bedürfnisse zu kümmern...
    • Sammy
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      Trakehner & Hannoveraner - Monatsbericht September 2013

      Samiyah
      Fröstelnd zog ich die Schultern hoch, als ich den Stall meiner Trakehner und Hannoveraner betrat. Mich hatte wohl irgendeine böse Sommergrippe erwischt und zu allem Übel war der Himmel heute grau und wolkenverhangen. Ich wollte einfach noch nicht einsehen, dass der Herbst schon bald wieder da war! Im Stall angekommen, begrüßte ich meine neue Pflegerin, die gerade dabei war, die Boxen auszumisten. Ich klopfte Samiyah meiner gekrönten Trakehnerstute den Hals, während sie ihre weichen Nüstern unter meinen Arm steckte. "Anna, ich nehme Sami gleich mit, nur damit du dich nicht wunderst!", rief ich dem rothaarigen Mädchen zu und band meinen Schatz los. Dann führte ich Sami zum Putzplatz und machte sie flott reitfertig. Die junge Stute hatte ja bereits erfolgreich eine Körung bestritten, doch ich hatte vor sie auch vermehrt auf Turnieren und Schönheitswettbewerben vorzustellen - da musste sie natürlich top fit sein. Zudem ging Samiyah in Dressur nun bereits Klasse L und ich hatte vor zwei Tagen eine Trainerin damit beauftragt, sie auf die Klasse M zu trainieren. Immerhin wollte ich meine Zucht neu aufbauen und meinen zukünftigen Kunden nur die best ausgebildetsten und erfolgreichsten Pferde präsentieren.
      Ich klopfte Sami den samtweichen Hals und führte sie in meine Reithalle. Dort schloss ich erleichtert die Türe, stellte Sami auf der Mittellinie auf, gurtete nach und schwang mich in den Sattel. Mein Stütchen stand brav da und wartete auf mein nächstes Kommando. "Heute wollen wir ein bisschen springen mein Schatz! Dressurtraining bekommst du in letzter Zeit ja mehr als genug!", sagte ich liebevoll, während Sami neugierig die bunten Hindernisse um uns herum beäugte. Sie waren alle sehr niedrig, höchstens 70cm, doch ich wollte mich mit Sami ja auch nur langsam an das Springen herantasten, denn noch stand ihre Dressurausbildung im Vordergrund. Ich wärmte Samiyah ordentlich auf und galoppierte sie dann um die Hindernisse herum ab. Die Stute ging wie gewohnt eifrig vorwärts und war schön an meine Hilfen gestellt. Ich parierte sie wieder zum Trab durch und ließ sie ein paar Mal über Trabstangen und Cavaletti gehen, um sie zu gymnastizieren und auf die Sprünge vorzubereiten. Dann ritt ich das erste Hindernis an. Ich hatte in einigem Abstand davor eine Stange gelegt, damit Sami nicht zu heiß wurde. Es klappte hervorragend und mein goldenes Stütchen sprang wie ein Gummiball über die Hindernisse, als wären diese überhaupt nicht vorhanden. Als ich schließlich einmal den ganzen Parcours gesprungen war, parierte ich Sami durch, ritt sie trocken und versorgte sie anschließend liebevoll.

      Levistino
      Nun war mein gekörter Trakehnerhengst Levistino an der Reihe. Mit dem hübschen würde ich heute ein wenig Dressurtraining machen, da er - im Gegensatz zu Samiyah - in letzter Zeit im Springen ausgebildet worden war. Ich putzte Levistino nur kurz über, da er bereits sauber war, kratzte die Hufe aus und verlas seinen Schweif. Dann bandagierte ich ihn und legte ihm Sattel und Zaumzeug an. Levi schlug ungeduldig mit dem Kopf - er hatte es immer eilig los zu kommen. Ich beruhigte ihn und führte ihn dann zur Reithalle. Die Hindernisse hatte ich bereits zusammen mit einem meiner Pfleger abgebaut. Ich hatte das Gefühl, dass Levistino ein wenig enttäuscht war. Der imposante Hengst sprang für sein Leben gern, doch da Dressur erstens sehr wichtig und er zweitens auch noch sehr begabt war, musste er da eben ab und an durch.
      "Mach dir nichts draus. Die nächsten Trainingsstunden werden sich hauptsächlich um Dressurlektionen drehen mein Hübscher!", sagte ich lachend zu ihm, während ich mich in den Sattel schwang. Levistino schlug mit dem Kopf, bekam sich dann jedoch recht schnell wieder ein. Ich klopfte ihm den grauen Hals und würmte ihn ordentlich auf. Anschließend übte ich Schenkelweichen, Rückwärtsrichten und noch ein paar andere Lektionen, bevor ich den Hengst schließlich schon ziemlich geschafft trocken ritt und fertig machte.

      Reminiscent Inspiration & Unannounced Pleasure
      Als Levistino ruhig auf seiner saftigen Koppel stand, widmete ich mich den Stutfohlen Inspiration und Pleasure. Die beiden waren schon ein ganzes Stück gewachsen. Beide würden morgen an einer Fohlenschau teilnehmen, weshalb ich sie nur putzen und dann auf die Weide lassen würde. Ihre Kür hatten beide schon perfekt drauf, weshalb ich nicht noch einmal mit ihnen zu trainieren brauchte. Ich holte die aufgeweckten Stutfohlen aus ihren Boxen, putzte sie gemeinsam und brachte sie dann auf die Koppel, auf der schon Everybody's Darling graste. Die junge Fuchsstute hob nicht einmal den Kopf, als die beiden die Koppel betraten. Ab morgen wollte ich die kleine New Forest Stute in die große Herde eingliedern, vielleicht würde sie dort endlich einen Freund finden...

      Mahira, Angels Fall First, Black Soul & Branagorn
      Als letztes waren Black Soul, Branagorn, Angels Fall First und Mahira an der Reihe. Alle vier hatte ich die letzten Tage ausgiebig gearbeitet, weshalb sie heute frei hatten. Mahira machte schon sehr große Fortschritte beim reiten und ich war unglaublich stolz auf meine Süße. Angel, Soul und Branagorn dagegen wollte ich demnächst ebenfalls ins Training schicken und auch wieder aktiver mit ihnen an Turnieren teilnehmen. Immerhin hatte ich ja vor bald eine Elitezucht zu eröffnen und auch wenn ich wusste, dass meine Pferde durchaus das Potenzial dazu hatten, bedeutete das noch sehr viel Arbeit. Ich holte zuerst meine junge Fuchsscheckstute aus ihrer Box, putzte sie gründlich und ließ sie dann auf die Weide. Mahira lief vorsichtig auf die Gruppe Stuten zu, die bereits da standen. Bisher war die Stute ja nur mit Rafinesse und später noch mit Inspiration, Darling und Pleasure zusammen gestanden, doch ich hatte beschlossen, sie nun endlich in die Stutenherde einzugliedern. Dort standen nun Cuchara, History, Dorina, Fatimah, Misery, Benjilala, Mizzi, Samiyah und Rafinesse und starrten dem Neuankömmling entgegen. Schließlich stieß Rafinesse ein lautes Wiehern aus und trabte ihrer Freundin entgegen. Wenn meine beiden Hannoveranerfohlen ausgewachsen waren, würde ich die Gruppe wohl wieder aufteilen und musste dann schauen, was ich mit Mahira und Rafinesse anstellte, da die beiden sich so gut verstanden. Dann ertönte auch schon Samiyah's herausforderndes Wiehern und meine Schönheit kam im Galopp auf Mahira zu geprescht. Rafinesse machte sofort Platz, sie hatte die Eingliederung in die Herde schon hinter sich. Bisher war immer meine temperamentvolle Andalusierstute Cuchara die Chefin der Herde gewesen, doch die selbstbewusste Samiyah hatte ihr diesen Posten schnell streitig gemacht. Nun war ich etwas gespannt, wie Mahira reagieren würde. Sami giftete die neue Stute nun mit flach angelegten Ohren an. "Samiyah. Stell dich nicht so an. So siehst du überhaupt nicht mehr hübsch aus!", tadelte ich meine Cremello Stute. Die ließ sich davon jedoch ausnahmsweise nicht beeindrucken und spielte sich weiter vor Mahira auf. Die junge Scheckstute legte die Ohren zunächst ebenfalls flach an den Kopf und ich dachte schon, die beiden würden nun richtig anfangen zu streiten, da legte Mahira den Rückwärtsgang ein und bewegte sich von der Stute weg. Ich seufzte erleichtert, als Sami daraufhin ihr Gehabe etwas zurückfuhr und wieder an ihren Lieblingsplatz zum Grasen ging. Das war ja nochmal gut gegangen.
      Also holte ich als nächstes meine Hannoveranerstute Angels Fall First, Sami's neue Freundin. Die nun neunjährige Stute war die Einzige, die Sami in ihrer unmittelbaren Nähe duldete und so ging Angel auch geradewegs auf sie zu und stellte sich dicht neben die Cremellodame, um zu grasen. Ich schüttelte lachend den Kopf und machte mich daran, auch Black Soul und Branagorn hinaus zu lassen. Zuerst nahm ich den stürmischen Rapphengst, putzte ihn und brachte ihn anschließend auf seine Hengstkoppel. Branagorn hingegen durfte zu den verträglicheren Hengsten. Orfino, Jojo, Life und Prince begrüßten den Hengst mit einem freundlichen Brummeln.
    • Loulou
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      Ein Tag harter Arbeit.
      Schon früh am Morgen machte ich mich auf den Weg zu meinem ersten Auftrag am heutigen Tag. Mein Weg führte mich zu Sammy's Zucht, in der einige Pferde auf mich warteten. Der heutige Tag hieß für mich 39 Pferde abzuhören, zu impfen und zu entwurmen. „Guten Morgen.“, begrüßte ich die junge Frau freundlich, die auf mich zukam, nachdem ich auf den Hof geparkt hatte. „Da haben wir ja heute eine Menge zu tun.“, schmunzelte ich, während wir zum Stall der New Forest Ponys gingen. „Vorausgesetzt, die Tiere sind nicht krank, impfe ich alle gegen Tetanus, Tollwut, Influenza und Herpes durch und gebe ihnen ihre Wurmkur.“, erklärte ich Sammy. Gesagt, getan. Ich betrat den angenehm warmen Stall, während sie sich daran machte, die restlichen Tiere in ihre Boxen zu bringen, wenn sie noch auf der Weide standen. Mit dem impfen würde ich beginnen, sobald sie wieder herein kam und wir zu zweit waren, doch bei 39 Tieren hatte ich noch genug vorzubereiten.
      Nach gut einer halben Stunde hatte ich in eine gelbe Plastikschale den fertigen Impfstoff in Einwegspritzen, auf deren Kanülen jedoch noch die Schutzkappen steckten gelegt und auch die Paste, die die Wurmkur mit Apfel Zimt Geschmack darstellte fertig. Just in diesem Moment schwang auch schon die Stalltür auf und die Sammy kam herein. „Gut, dann lass uns anfangen. Wenn es bei einem Pferd eine charakterliche Besonderheit gibt, die ich beachten muss, sag mir vorher bitte kurz Bescheid.“, gab ich ihr zu verstehen und lächelte leicht, ehe ich zu der ersten Box ging. Ein Pintaloosa Hengst blickte mich neugierig an und das Schild an der Boxentür verriet mir, dass es sich um Hollybrook's Cheeky Jot handelte. „Na du.“, begrüßte ich ihn und schlüpfte in die Box. Interessiert musterte das Tier mich und reckte mir vertrauensvoll den Hals entgegen, als würde er mich schon seit Ewigkeiten kennen. Ich streichelte ihm kurz den Hals, ehe ich das Stethoskop um meinem Hals nahm, um Herz und Lunge abzuhören. Er hatte weder Herzgeräusche, noch Husten oder ähnliches, so maß ich noch Fieber, um eine Infektion auszuschließen. Als alles kontrolliert war, bekam er die Spitze in den Hals, ehe ich die Hülse wieder auf die Kanüle steckte und sie in eine noch leere Box kam. „So großer, jetzt noch die Wurmkur und dann hast du es auch schon geschafft.“, murmelte ich, während ich den Hengst davon überzeugte, dich die große Plastikspritze ohne Kanüle ins Maul schieben zu lassen und den Inhalt runter zu schlucken. „So, damit hätten wir den ersten.“, murmelte ich, klopfte ihm den Hals und ging weiter zur nächsten Box, in welcher ein bildschönes Endmaßpony stand. Etwas ängstlich schien er mich zu betrachten, doch mit einer ruhigen Hand und etwas Geduld ließ er die Behandlung über sich ergehen und der Kasten mit den benutzten Einwegspritzen füllte sich um eine weitere. Ich achtete immer auf penible Sauberkeit und Genauigkeit, denn als Tierarzt durfte man sich keinen Fehler erlauben, wenn man weiterhin bestehen wollte. Der nächste Kandidat war Cardoc, welcher mich aus aufmerksamen Augen betrachtete. „Na komm Großer.“, murmelte ich und begann mit der Untersuchung. Auch er war gesund und ließ das Impfen über sich ergehen, doch als ich ihm die Spritze mit der Wurmkur in das Maul schieben wollte, legte er die Ohren an und riss den Kopf hoch. „Ganz ruhig.“, sagte ich tadelnd und umgriff seinen Nasenrücken, um seinen Kopf herab zu ziehen und mit ein bisschen Geschick war die Wurmkur in seinem Maul verschwunden. „Siehst du, ist doch gar nicht so schwer.“, grinste ich und klopfte ihm den Hals, um dann zur nächsten Box zu gehen. Sammy erleichterte mir meine Arbeit, in dem sie die Türen hinter mir wieder verschloss, die nächste öffnete und mir die Schalen mit den verschiedenen Sachen reichte. Nicht jeder Besitzer, bei dem ich war, so kooperativ und deshalb ging mir die Arbeit oft nur langsam von der Hand. Der nächste war Caspar, ein wunderschöner Scheckhengst. Doch er schien recht ängstlich zu sein, denn als ich die Box betrat und bei meiner Arbeit in einer wohl nach seinem Geschmack zu heftigen Bewegung die Hülle von der Kanüle löste, schrak er zusammen und kickte mit den Hinterhufen, wobei er scheppernd den Wassereimer traf. „Gaaaanz ruhig.“, murmelte ich und versuchte ihn gemeinsam mit Sammy zu beruhigen, was schließlich auch gelang und ich konnte meine Arbeit beenden. In der nächsten Box wartete Magical Moment nun auf mich. Eine bildhübsche Stute, welche vollkommen umgänglich die ganze Prozedur über sich ergehen ließ. Jedes von Sammys Pferden überraschte mich – sowohl im Interieur wie auch im Exterieur, doch die Stute in der nächsten Box toppte bisher alles. Thousand Sunny sah mir aus dunklen, großen Augen entgegen und begutachtete neugierig jede meiner Bewegungen. Nachdem sie grob durchgecheckt, geimpft und entwurmt war, klopfte ich ihr den Hals und widmete mich dem nächsten Pony. Naboo, wie die Stute hieß, schien ein wenig eigenwilliger zu sein und dies zeigte sie auch eindeutig. Es brauchte einiges an Geduld, bis auch sie fertig war und ich die Box verlassen konnte, doch waren mir willensstarke Pferde immer auf ihre eigene Art und Weise sehr sympathisch. Doch dieser Dickkopf sollte noch übertrumpft werden, als ich Isola della Piraterias Box betrat. Misstrauisch begutachtete mich die Stute, als ich begann, sie zu untersuchen. Grade klopfte ich ihr lobend des Hals, als sie eine überraschende und schnelle Bewegung machte und mich zwischen sich und der Wand der Box eingeklemmt hatte. „Wohaa.“, sagte ich mahnend und vertrieb sie energisch von mir. Seufzend klopfte ich mir den Schmutz von der Kleidung und noch ehe sie sich versah, hatte ich sie geimpft schaffte es auch, ihr die Wurmkur zu verabreichen. Mit angelegten Ohren verfolgte mich ihr Blick, als ich die Box verließ und zur nächsten ging. Mit leichtem Kopfschütteln, doch grinsend betrat ich Aimilianis Box und sie und auch Fairylike Facility in der nächsten waren deutlich umgänglicher und schnell geimpft und entwurmt. Nun verblieben noch drei Pferde in den Stallungn der New Forest Ponys. Die junge Stute mit der außergewöhnlichen Farbe – ein Silver Dapple Sooty Buckskin – Golden Flair war eines der zutraulichsten Tiere, die mir je begegnet waren und das obwohl ich vollkommen fremd für sie war. Sie schien die Aufmerksamkeit, die ihr zu Teil wurde, regelrecht zu genießen, ebenso wie Walk of Fame, die laut Sammy heute wohl einen guten Tag hatte. Nun war ich beim letzten Pony in diesem Stall angelangt: Precious Scream. Sie schien sich einen Spaß daraus zu machen, mich auf den Arm zu nehmen und auch wenn es anstrengend war, so war es doch recht amüsierend mit ihr. „So, fertig.“, lächelte ich zu Sammy. „In dem Stall sind alle wohl aus, geimpft und entwurmt. Dann würde ich sagen, kurze Pause und dann geht es bei den Vollblütern weiter.“, sagte ich und begann meine Sachen zusammen zu packen und in den nächsten Stall zu bringen, was mit Hilfe von Sammy recht schnell ging. Doch auch die Pause und das Käsesandwich, dass ich mir am Morgen geschmiert hatte, bekamen ihre Aufmerksamkeit und so war ich nach einer halben Stunde wieder im Stall bei den Arabern. „Dann wollen wir mal.“, seufzte ich und nahm die eintönige Arbeit wieder auf. Khamar al Sanaa, der erste Hengst, war ein unglaublich schickes Tier und man sah ihm seine Herkunft, von der Sammy berichtete durchaus an. Er arbeitete willig mit und so fand ich mich schnell bei Sahira wieder, eine schicke Mausfalbstute. „Na komm, meine Hübsche.“, sagte ich und begann bei ihr mit meiner Arbeit. Mit den Vollblütern war es doch etwas anderes, als mit den Dickköpfigen Ponys und einige Vorurteile trafen durchaus zu, wie ich schon mehrmals bei meiner Arbeit feststellen durfte. Ebenso schnell ging es bei Little Miss Sunshine und Bittersweet, nur Sharley schien ein wenig zu kränkeln. Doch gemeinsam mit Sammy, beschloss ich sie dennoch zu impfen, da es nicht weiter dramatisch zu sein schien, doch sollte sie sie die nächsten Tage ein wenig im Auge behalten. Recht schnell kamen wir in diesem Stall bei dem vorletzten Pferd Rose De Soleil
      an. Der recht dunkle Palominoschecke war definitiv eine gut zuhändelne Stute, nur Fallen Immortaliny fand Spaß daran, mir das Leben ein wenig schwerer zu gestalten. „So, dann wären wir hier auch durch.“, lächelte ich und blickte zu Sammy. „Als nächstes zu den Trakehnern und Hannoveranern, richtig?“ Sammy nickte und so machten wir uns auf den Weg in den nächsten Stall. Wow. Hier schienen wohl ihre Prachtstücke zu stehen, denn mir bot sich ein nicht zu verachtendes Bild an Pferden. Levistino war der erste, ein schicker Apfelschimmel mit ganz eigenem Kopf. Doch wusste ich nach jahrelanger Arbeit inzwischen ganz gut, wie ich mit solchen Pferden umzugehen hatte und ich hatte schon weitaus schlimmere Fälle unterbekommen, da war kein Tier aus diesem Stall nur annähernd schwierig. Auch Samiyah, die sich ganz nach ihrem Namen verhielt, war bald geimpft und entwurmt, sodass ich mich der schicken Stute Mahira widmen konnte. Die erst anderthalb Jahre Stute war jedoch sehr umgänglich, wie auch Branagorn, der Grey Spotted Leopard Hengst. Black Soul hingegen schien ein eher ängstliches Tier zu sein, was jedoch auch seinen Grund hatte, wie Sammy mir erzählte. Dennoch blieb er gerade wie eine Eins stehen, als ich ihn impfte und schließlich entwurmte. Nun kamen wir zur letzten Stute in diesem Stall, Angels Fall First. Ein interessanter Name, wie ich fand, doch war mir auch schon an Namen so einiges kreatives untergekommen. Wieder merkte ich, dass Sammy nicht nur auf Exterieur und Leistung züchtete, sondern all ihre Pferde auch sehr charakterstark waren. „Fertig.“, lächelte ich und streckte mich kurz. Wenn es schon so lang dauerte, alle Pferde durchzu checken und zu impfen beziehungsweise zu entwurmen, wie lange war Sammy wohl mit ihnen beschäftigt? Puh. Nun kamen wir zu den übriegen Ponys und Warmblütern und so langsam schwand meine Motivation. Cinnemont's History war die erste, eine sehr umgängliche Stute. Auch Ojos Azules war die Ruhe selbst, als ich meine Arbeit an ihm fortsetzte. Fair Prince, ein Isländer im Endmaß lenkte meine Aufmerksamkeit wieder auf sich. Ich liebte isabellfarbende Pferde einfach und zudem war er noch sehr umgänglich, was die Arbeit doch etwas versüßte, ebenso wie die freundliche doch etwas schreckhafte Isländerstute Dark Misery. Noch zwei weitere Isländer - Intolerable Life und Fatimah – folgten, bis ich mit dieser Rasse durch war. Glücklicherweise war keines der Tiere krank oder anderweitig geschwächt, was einiges an Zeit sparte. Ich atmete tief durch und zwang mich zur Ruhe, damit sich meine langsam aufkeimende Nervosität nicht auf die Tiere übertrug. Nun war ich bei den Saddlebreds angelangt, drei an der Zahl. Die großen, schönen Tiere ließen die Prozedur willig über sich ergehen, der Hengst Someone, ebenso wie die beiden Stuten Paradises Rafinesse und Mizzi. „So, nur noch vier, dann sind wir durch.“, sagte ich zu Sammy und wir trugen die Kisten zur nächsten Box. Slaters Secret, ein schicker Barockpinto erwartete uns und rasch war er geimpft und entwurmt, ebenso wie die Barockpintostute Benjilala. Als vorletztes kamen wir zu dem Schabrackenfuchs Dorina. Sie war das perfekte Abbild eines Pferdes und es war schön, sie anzusehen, doch blieb dazu nicht allzu viel Zeit, denn draußen dämmerte es inzwischen. „So, du bist nun der letzte, Großer.“, sagte ich zu Daemon und begann damit, den Rapphengst zu untersuchen, um ihn daraufhin den Impfstoff zu spritzen und die Wurmkur zu verabreichen. Kurz klopfte ich ihm den Hals und seufzte zufrieden auf. „Fertig, Sammy.“, schmunzelte ich und verließ die letzte Box. Gemeinsam räumten wir den Geländewagen draußen auf dem Hof wieder ein, ich verabschiedete mich freundlich und schüttelte ihr die Hand. „Dann bis zum nächsten Mal.“, sagte ich, stieg in den Wagen und verließ den Hof, um mich auf dem Heimweg zu machen. Doch zu hause würde mich noch einiges an Aufräumarbeit und Papierkram erwarten.
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    • Sammy
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      Überflieger - Monatsbericht November

      Samiyah, Wild Lady Roxanne, Angels Fall First & Levistino
      "Mann so ein Sauwetter", murrte ich, als ich meinen großen Stall betrat. Sofort wandten sich mir die Köpfe meiner neun Warmblüter zu. Ich ging von Box zu Box, strich jedem von ihnen sanft über den Kopf und machte mich dann daran das Kraftfutter abzumessen. In den anderen Ställen hatte ich das bereits erledigt und gleich würden meine Pfleger mit der Fütterung beginnen. Die Einteilung des Kraftfutters übernahm ich jedoch immer selbst. Es war bereits halb acht Uhr morgens und immer noch stockdunkel. Bald würden die Pferde nur noch ein paar Stunden am Tag hinaus dürfen. Ich hatte noch absolut keine Lust auf Winter, aber machen konnte ich da ja sowieso nichts.
      Während meine Pfleger nun unter dem lauten Gewieher der Pferde mit dem Füttern begannen, setzte ich mich in mein Büro und erledigte den Papierkram für heute. Ich ordnete die Mappe meiner neuen Zuchtstute Wild Lady Roxanne ein, trug sie in den Terminkalender für Tierarzt und Hufschmiedbesuch mit ein und beschäftigte mich dann mit den Pferden, die ich verkaufen wollte. Candle in the Wind und Autumm Hurrycane mussten erst noch mehr trainiert werden, bevor ich sie weggeben wollte, aber meine gekrönte Quarter Horse Stute American Baby hätte eigentlich ein zuhause verdient, in dem sie richtig zum Einsatz kam. Ich beschloss Monsterflosse zu fragen, ob sie Interesse an ihr hätte.
      Ca eine halbe Stunde später trat ich wieder auf die Stallgasse und ging als erstes zu Samiyah. Mit der schönen Stute war ich erst gestern auf einem Schönheitswettbewerb gewesen, daher hatte sie heute frei. Ich holte die Cremellodame aus der Box, putzte sie, legte ihr die Weidedecke auf und führte sie hinaus auf eine der Stutenkoppeln. Dort machte Sami mir wie immer zuerst klar, dass sie ja wohl die schönste Stute auf der ganzen Welt war, indem sie mit schwebenden Tritten um die Koppel trabte, zu mir zurückkam und ihren Kopf an meinen Arm drückte. Ich strich ihr liebevoll den Schopf aus der Stirn und küsste sie dann auf die weichen Nüstern. "Du bekommst heute noch eine neue Stute in deine Herde..Ich hoffe nur, du benimmst dich!", warnte ich Sami vor, denn die junge Stute wollte in der Herde immer der Boss sein und legte sich mit jedem an, der ihr in die Quere kommen wollte.
      Wieder im Stall widmete ich mich nun zuerst meinem Trakehnerhengst Levistino. Der Hübsche war die letzte Zeit ziemlich gefordert worden und durfte deshalb heute einen Tag auf der Weide genießen. Ich holte den hübschen Hengst aus seiner Box, bürstete sein grau geäpfeltes Fell, kratzte die Hufe aus, verlas Mähne und Schweif und legte auch ihm die dicke Weidedecke auf. Auch Levistino drehte erst einmal ein paar Runden um seine kleine Hengstkoppel, bevor ich zufrieden mit Grasen begann. Ich lächelte und begann dann, mich mit meinem Neuzugang zu beschäftigen.
      Nun durfte meine Hannoveranerstute Angels Fall First ebenfalls hinaus. Sie war Sami's beste Freundin und ich hoffte, dass die zickige Cremellostute sich nicht ganz zu sehr aufregen würde, wenn Angel dabei war. Also putzte ich die Falbscheckin flott, befestigte ihre Decke und brachte sie zur Weide.
      Die wunderschöne Rappstute Wild Lady Roxanne sah mich aufmerksam an, als ich ihre Box betrat. Die 10-jährige Stute war recht temperamentvoll und ich war gespannt, wie sie mit meinem Wildfang Samiyah zurechtkommen würde. Nachdem ich die Schönheit geputzt hatte, führte ich sie hinaus auf den Hof. Lady Roxanne tänzelte neben mir her und ihre Muskeln spielten unter der Decke. Ich klopfte ihr den lackschwarzen Hals und hakte dann den Führstrick aus, bevor ich das Tor zur Weide schloss. Die letzten zwei Tage war Roxanne in einem abgezäunten Stück neben der Stutenkoppel hinausgekommen, doch ich fand es wurde Zeit, dass ich sie in die Herde integrierte.
      Sobald Roxanne die Koppel betrat und ich hinter dem Zaun war, flog Sami's edler Kopf nach oben und sie sah für einen Moment aus, wie eine gegossene Statue. In der nächsten Sekunde stürzte sie los und kam schlitternd, mit angelegten Ohren und gebleckten Zähnen vor Roxanne zum stehen. Die legte ebenfalls die Ohren flach an den Kopf und giftete Sami an. Oh oh.
      Mittlerweile hatten die Pfleger die anderen Stuten aus der Herde - also Paradieses Rafinesse, Mizzi, Cuchara, American Baby, Benjilala und Salwa auf die Koppel gebracht. Cookie, die sonst immer mit Sami stritt, hielt sich heute angesichts der aufgebrachten Stute zurück. Die Stuten trotteten ein Stück abseits, dann sahen sie den beiden Streithähnen zu. Sami ging nun zum Angriff über und ging mit blitzenden Zähnen auf Roxanne los. Ich hätte mir am liebsten die Augen zugehalten, als Roxanne ihrerseits keinen Millimeter zurückwich.
      Vorsichtshalber hatte ich Matt, einen der Hengstpfleger gebeten hierzubleiben, falls wir eingreifen mussten. Die beiden Stuten jagten sich eine ganze Weile lang, doch schließlich gab Roxanne auf. Sie senkte den Kopf und ließ sich von Sami in eine Ecke der Koppel treiben. Sami trabte mit hoch erhobenem Kopf zu 'ihrer' Herde zurück und wälzte sich dann zufrieden.
      "Mann ich glaube die hätte eigentlich ein Hengst werden sollen!", sagte Matt mit hochgezogenen Augenbrauen. Ich lächelte und ging wieder an die Arbeit. Sami war schon wirklich außergewöhnlich..aber genau das machte meine Pferde ja so einzigartig und wundervoll.

      Unannounced Pleasure & Reminiscent Inspiration
      Als nächstes waren meine beiden Hannoveranerfohlen Unannounced Pleasure und Reminiscent Inspiration an der Reihe. Die zwei hübschen Stütchen würden heute ein kleines Führtraining bekommen, mehr wollte ich jedoch nicht mit ihnen machen.
      Also holte ich beide zusammen aus ihren Boxen und putzte erst Inspiration, dann Pleasure. Die zwei hatten mittlerweile schon gelernt, dass sie ruhig stehen bleiben mussten, gaben alle vier Hufe und ließen sich von mir ihre Mäulchen öffnen, was ich fürs spätere trensen übte. Als die zwei Fohlen glänzten legte ich auch ihnen die Decken auf, band sie los und begann beide um den Hof zu führen. Dabei wechselte ich ab und zu die Seiten, machte Handwechsel, lief enge Wendungen oder auch an potenziell gefährlichen Dingen vorbei. Da die beiden Fohlen super mitarbeiteten, konnte ich das Training bald wieder beenden und ließ sie auf die Fohlenkoppel zu Mississle und Everybody's Darling.

      Mahira
      Nun war meine Jungstute Mahira an der Reihe. Ich hatte sie erst seit kurzem unter dem Sattel, doch sie machte rießige Fortschritte. Heute wollte ich den ersten Galopp mit ihr versuchen. Um Mahira darauf vorzubereiten hatte ich in den letzten Wochen viel Cavaletti-Arbeit mit ihr gemacht und sie bei der Bodenarbeit immer mal wieder engere Wendungen galoppieren lassen. Nun war ich sehr gespannt, wie sich meine Hübsche heute anstellen würde. Ich holte die hübsche Scheckstute aus ihrer Box, band sie auf der Stallgasse an und begann mit gleichmäßigen, kraftvollen Strichen ihr Fell zu bürsten. Mahira stupste mich leicht an und ich fuhr ihr zärtlich über das schöne Gesicht. Wir hatten schon so viel zusammen erlebt und ich freute mich bereits wahnsinnig auf die erste Turniere, die wir miteinander bestreiten würden.
      Nachdem Mahira's rötliches Fell glänzte, Mähne und Schweif gekämmt und ihre Hufe ausgekratzt waren, sattelte ich die Jungstute flott auf. Dann machten wir uns auf den Weg zur Reithalle. Mahira tänzelte neben mir her und schlug mit dem hübschen Kopf. Ich lachte: "Jaja ist gut, ich weiß du freust dich aufs Training!" Die junge Stute besaß eine menge Temperament, dies lenkte sie jedoch meist in positive Bahnen, zum Beispiel indem sie immer mit Eifer und Freude bei der Arbeit war.
      Ich stellte Mahira auf der Mittellinie auf, gurtete nach und schwang mich dann in den Sattel. Mahira hatte seit der ersten Trainingsstunde gelernt, dass sie stehen bleiben musste, mich ich ihr das Signal zum antreten gab. Und auch wenn sie anfangs noch manchmal versucht hatte, auf eigene Faust loszulaufen, hatte sie das recht schnell wieder aufgegeben. Die Jungstute hasste nämlich nichts mehr als eine Lektion immer und immer wieder zu wiederholen und genau das musste sie tun, wenn sie sich von der Stelle rührte.
      Ich ordnete die Zügel, setzte mich im Sattel zurecht und ließ die Stute durch einen leichten Schenkeldruck im Schritt antreten. Dann klopfte ich ihr lobend den Hals und begann sie erst im Schritt und dann auch im Trab aufzuwärmen.
      Nachdem wir ein bisschen gearbeitet hatten, stellte ich mich am Anfang der langen Seite in die Bügel, schnalzte mit der Zunge und gab Mahira die Galopphilfen. Da Mahira sehr gut auf Stimmkommandos reagierte, verstärkte ich meine Hilfen damit noch zusätzlich und tatsächlich galoppierte meine Jungstute an. Ich durchritt die Ecken sehr flach, da Mahira bei ihrem ersten Galopp mit Reiter wahrscheinlich schon genug zu tun hatte. Nach etwa eineinhalb Runden parierte ich Mahira durch, lobte sie und wiederholte das Ganze auf der anderen Hand. Nun machte sich die ganze Boden- und Cavalettiarbeit bezahlt. Mahira schien weniger Gleichgewichtsprobleme zu haben, als ich erwartet hatte und so beendete ich das Training mit einem sehr guten Gefühl und einer zufriedenen Stute neben mir. Ich steckte Mahira noch eine Karotte zu, dann durfte auch sie zu Roxanne, Sami und den anderen auf die Koppel. Wie erwartet ging Mahira sofort mit angelegten Ohren auf die neue Stute zu, doch Wild Lady Roxanne schien für heute die Nase voll zu haben. Sie stieg und streckte sich zu voller Größe, dann jagte sie die junge Mahira ans andere Ende der Koppel, giftete sie noch einmal an und graste dann friedlich weiter. Mahira schien ein wenig verdutzt, dass sie so schnell vertrieben worden war und ich war mir ziemlich sicher, dass sie es bald wieder versuchen würde. Aber erst einmal schien auf der Stutenkoppel Ruhe zu herrschen...

      Black Soul & Branagorn
      "Salut Eddi, na wie gehts?", fragte ich meine gute Freundin Edfriend, als sie leise summend in meinen Stall kam. Wir waren wiedereinmal zum ausreiten verabredet und ich hatte unsere beiden Pferde Branagorn und Black Soul bereits gesattelt und gezäumt. Der wunderschöne Blickfang Branagorn war ein eher ruhiger Hengst und vor allem im Gelände verlässlich, während der lackschwarze Black Soul Ausritte geradezu verabscheute. Da er aber großes Potenzial zum Militarypferd hatte, wollte ich ihm das Gelände näher bringen. Deshalb hatten Eddi und ich beschlossen jetzt ab und an mit den beiden Hengsten hinaus zu gehen.
      Ich band Soul los und führte ihn hinter Eddi auf den Hof hinaus. Dort gurtete ich nach und schwang mich leichtfüßig in den Sattel.
      Wir ritten die beiden Hengste im Schritt vom Hof und bogen Richtung Feldweg ab. Dort war es für Soul vielleicht weniger unheimlich als wenn wir gleich in den Wald geritten wären.
      Dennoch drehte der Hengst nervös die Ohren in alle Richtungen und verspannte sich, sobald wir den Hof verließen.
      Ich redete beruhigend auf ihn ein, klopfte ihm den Hals und versuchte meine Ruhe auf den ängstlichen Hengst zu übertragen. Im Springen und in der Dressur schlug sich Soul ausgezeichnet, doch solange er seine Angst vor dem Gelände und vor allem auch vor dem Hänger nicht überwand, konnten wir natürlich nicht an Turnieren teilnehmen. Da bald auch mein Umzug anstand, wurde dies langsam zum handfesten Problem, weil abgeben konnte ich meine schwarze Schönheit nicht.
      Branagorn war das genaue Gegenteil von Soul - der gescheckte Hengst schritt mit aufgestellten Ohren eifrig dahin und Eddi konnte sogar die Zügel lang lassen. Soul's Gehabe interessierte Branagorn kein Stück weit. Die Hannoveranerstute Angels Fall First war eine Mischung aus den beiden, deshalb würden sie sicherlich einmal tolle Fohlen zur Welt bringen.
      In diesem Moment machte Black Soul einen Satz, legte die Ohren flach an den schönen Kopf und starrte nach vorn. Auch Branagorn blickte aufmerksam in die Richtung. Im selben Moment kamen zwei Radfahrer um die Kurve. Branagorn ruckte nur kurz mit dem Kopf, Black Soul dagegen stieg in die Luft und bockte, nachdem er wieder alle Viere auf dem Boden hatte.
      Ich nahm schnell die Zügel an, versuchte mich tief in den Sattel zu setzen und riss mein Kinn nach oben. Solange Soul es nicht schaffte, mich nach vorn zu werfen, hatte er kaum eine Chance mich aus dem Sattel zu werfen.
      Als der schwarze Hengst sich endlich wieder soweit beruhigte, dass er nur noch auf der Stelle tänzelte, war ich ziemlich k.o.
      "Oh mann der hat vielleicht gebuckelt. Alles okay mit dir?", erkundigte sich Eddi besorgt. Ich nickte.
      "Lass uns zurück reiten und sehen, dass wenigstens das gut klappt. Und das nächste Mal versuchen wir, Branagorn als Führpferd einzusetzen, vielleicht läuft Black Soul so besser...."
      Eddi nickte und wir wendeten die Hengste, um zum Hof zu reiten. Black Soul spielte sich immer noch wahnsinnig auf und ich war unglaublich erleichtert, als wir meinen Dressurplatz erreichten. Dort arbeiteten wir die Hengste noch etwa eine halbe Stunde, bevor wir sie ordentlich versorgten und uns dann zu Kaffee und Plätzchen ins Haus setzten.
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  • Album:
    Verkaufsstall
    Hochgeladen von:
    Sammy
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    27 Juni 2013
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  • Branagorn
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    Spitzname: /

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    ~ Abstammung ~
    Von:
    Burmano
    V: unbekannt
    M: unbekannt

    Aus der: Antara
    V: unbekannt
    M: unbekannt


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    Rasse: Hannoveraner
    Geschlecht: Hengst
    Geburtsdatum: 02. Juni 2005
    Stockmaß: 1.72m
    Fellfarbe: Grey Spotted Leopard | Tigerschecke
    Kopfabzeichen: Blesse
    Beinabzeichen: v.r. weiße Fessel, h.l. weiß gestiefelt, h.r. weiß gestiefelt

    --------------------------------------------------

    ~ Beschreibung & Charakter ~
    Branagorn ist ein ausgesprochen umgänglicher, aber auch impulsiver Hengst. Er zeichnet sich durch seine seltene, rasseuntypische Färbung aus und bezaubert ebenfalls durch seinen ausgeprägten Arbeitseifer. Unter dem Sattel zeigt Branagorn sich leichtfüßig und sehr gelehrig. Hengstmanieren sind bei ihm nur sehr schwach ausgeprägt, dafür besitzt er ein ausgesprochen edles Exterieur.

    --------------------------------------------------

    Besitzer: Sammy
    Vorbesitzer: Carisi
    Ersteller: Salera
    Vkr: ///

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    ~ Qualifikationen ~
    Dressur:
    E
    Springen: E
    Military: S

    --------------------------------------------------
    ~ Schleifen ~

    Gewinner der HK [297] 1D Pferde & Ponies
    Gewinner des SW [202]
    3. Platz beim 234. Galopprennen

    1. Platz beim 269. Militaryturnier
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    2. Platz beim 274. Militaryturnier
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    2. Platz beim 280. Militaryturnier
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    1. Platz beim 309. Militaryturnier
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    ~ Sonstiges ~
    Zuchtfähig: Ja
    Nachkommen:
    Talitha [gekrönte Stute | a.d. To where the Skies are Blue]
    Beowulf [Hengst | a.d. Floony | tot ]
    Cassini Curls [Stute | a.d. Cassini's Girl | tot ]
    Butterblume | Stute | a.d. Epona