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Occulta

Bottle of Jack

† Frühling 2016, Krankheit

Bottle of Jack
Occulta, 6 Okt. 2016
    • Occulta
      Geschichte:
      Occulta
      Ankunft von Bottle of Jack 19.02.2013

      Aufgeregt stand ich auf dem Parkplatz von Pineforest Stable. Heute kam ein neues Fohlen auf den Hof! Es war ein kleiner Criollo Hengst namens Bottle of Jack. Er war Paluche’s Dreiviertel-Bruder und ich erhoffte mir, dass sich die beiden gut verstehen würden, sodass sie zusammen aufwachsen konnten. Sie sahen sich zumindest recht ähnlich, denn beide hatten eine besondere Fellfarbe, die sich in Grautönen hielt. Ich war begeistert, als das Pferdchen ankam. Der kleine Mann wieherte schon aufgeregt als die Klappe des Anhängers sich öffnete. Ich musste grinsen, als ich sah, wie er dort stand und mich ansah als wollte er sagen „Wird auch Zeit. Wo bin ich denn bitte hier gelandet?“ Ich flüsterte ihm zu „Willkommen Zuhause.“ Und zog ihm sein neues Halfter über. Dann führte ich ihn zur Weide. Unterwegs dorthin sah er alles genau an und wollte mehrmals woanders hin abbiegen. Ich setzte mich aber durch und dirigierte ihn weiter bis zur Junghengstweide. Die anderen Fohlen kamen neugierig angetrabt um den Neuling anzusehen. Sunny giftete ihm etwas entgegen, weshalb ich beschloss sie zuerst durch den Zaun schnuppern zu lassen. Neugierig kamen Winter, Kabuki und Smarty näher. Smarty quietschte aufgeregt als Jack ihm frech versuchte in die Nüstern zu kneifen. Aber sonst blieben alle ruhig und friedlich. Nun öffnete ich die Weide und führte Jack langsam hinein. Ich hatte erwartet, dass der Kleine anfangs noch vorsichtig sein würde, aber er stand den älteren Genossen mutig entgegen und spitzte neugierig die Ohren. Ich zog ihm das Halfter aus und liess ihn laufen. Zuerst trabten die Fohlen etwas herum und machten ein kleines Verfolg-Spiel, dann wurden sie weniger dynamisch und verteilten sich etwas. Zufrieden beobachtete ich, wie Jack nun Kabuki am Wiederrist kraulte. – Hoffentlich wird er sich mit Pal auch so gut verstehen wenn er kommt – dachte ich, und freute mich wiedermal gewaltig auf die Ankunft von Pal, Sweet und Bluebell.

      Occulta
      Fohlenspieltag: lernen wie man sich bei Menschen verhält 01.05.2013

      Gleich nachdem ich bei Bateau zu Besuch gewesen war, fuhr ich auch schon weiter, diesmal mit dem Anhänger. Ich wollte Bluebell und Sweets abholen gehen, denn die Besitzerin des Gestüts hatte leider beschlossen dieses aufzugeben. Ausserdem hatte ich mich auch gleich mit Sweetvelvetrose abgesprochen um Pal zu holen. Als ich auf dem Secret Creek Stud ankam war es Mittag. Die Pferde die noch hier waren, darunter auch Bluebell und Sweets, standen im Schatten der Bäume auf der Weide. Die Mütter der beiden waren schon abgeholt worden, weshalb sie dicht bei den anderen Stuten standen. Ich schnappte mir zwei Fohlenhalfter aus dem Auto und betrat die Weide. Blue erkannte mich sofort und lief auf mich zu, während Sweets noch etwas zögerte. Ich begrüsste Blue mit kraulen am Wiederrist, wie immer, und zog ihr das Halfter an. Dann wollte ich Sweets holen, doch die kleine Stute dachte nicht daran, sich wegbringen zu lassen. Ich musste sie zuerst in eine Ecke der Weide treiben und festhalten, um ihr das Halfter ebenfalls überzustreifen. Zum Glück war Blue ruhig mit dem Strick über den Rücken gelegt stehengeblieben. Ich führte die beiden zügig in den Anhänger, den sie anscheinend schon kannten. Dann warf ich einen letzten Blick auf das Gestüt, dessen Zukunft ungewiss war. Mit einem leisen Seufzen stieg ich ein und fuhr zur Lone Wolf Ranch um Pal zu holen.

      Wieder zurück im Stall rief ich ein paar Helfer zusammen, die mit mir gemeinsam die Fohlen zum Anbindeplatz im Innenhof des Hauptstalls brachten. Quinn schnappte sich Sunny, Kabi und Winter, Lisa nahm Campina, Silver und Smarty, Lewis holte Tiva, Mano und Jack und ich nahm gleich die drei neuen mit. Fehlten also noch Slaufa und Point, die wir wenige Minuten später auch noch holten. Wir banden alle 14 Fohlen an den dafür vorgesehenen Ringen an der Wand an und begannen sie zu schrubben. Die letzten Reste des Winterfells lösten sich und lagen bald in grösseren Haufen auf dem Boden. Lewis wischte sie sogleich zusammen. Nun prüften wir das Hufegeben. Es war eine Grundübung, die die Pfleger des Offenstalls jeden Tag vor dem hereinholen am Abend machten. Ich wollte sehen, welche der Jungpferde es schon gut beherrschten und welche noch mehr Übung brauchten. Wie erwartet gaben Silver, Smarty, Tiva und Campina die Hufe am besten, weil sie auch am ältesten waren. Winter und Kabi gaben sie auch ordentlich. Sunny zögerte noch immer etwas lange und Point wollte erst mit den Hinterbeinen auskeilen, anstatt sie zu heben. Schliesslich gab aber auch sie alle Hufe brav und ich kraulte der kleinen Stute stolz die Stirn. Mano und Blue waren ebenfalls schön brav und hoben alle vier Hufe wie Musterschüler. Slaufa und die restlichen waren noch etwas unsicher, was sie tun sollten, was durchaus verständlich war, weil sie ja noch nicht lange da waren. Wir machten noch etwas Führtraining mit den Fohlen. Dabei ging es besonders darum, dass sie immer schön auf Schulterhöhe blieben und einem nicht in den Arm kniffen, oder sonst irgendwie frech wurden. Auch, dass sie auf Kommando stoppten und aufmerksam darauf achteten, wenn wir abbogen wurde geübt. Zu guter Letzt übten wir das still stehen bleiben, wenn ihnen der Strick über den Rücken gelegt wurde. Um etwa halb zwei waren wir schliesslich fertig und konnten endlich essen gehen.

      Occulta
      Ankunft von Blue Lady und Spaziergang mit den Fohlen 05.08.2013

      Heute hatten wir wiedermal Grosses vor: wir (also die Pfleger und ich) wollten mit den Fohlen Spazieren gehen. Es war noch Morgen und die Sonne war erst kürzlich aufgegangen, graue Nebelschwaden hingen über den Feldern rund um den Hof. Alles schlief noch rund um den Hof, nur ab und zu störte das Schnauben eines Pferdes oder das Zwitschern eines Vogels die Stille. Wir wollten die kühle Morgenluft nutzen, bevor es wieder glühende 34 Grad warm werden würde. Ausserdem erwartete Pineforest Stable wieder einen Neuankömmling: Blue Lady Liquor. Die kleine Stute war eine Vollschwester meines Bateau und stammte ursprünglich ebenfalls vom Gestüt von niolee und mkay. Stolze 10000 Dollar hatte sie gekostet, aber das war die grey-roan-sabino-Stute eindeutig wert. Wir wollten sie auf dem Spaziergang gleich an die anderen Fohlen gewöhnen. Kurze Zeit später kam mein Mann mit der Stute im Anhänger auf den Parkplatz gefahren. Er hatte sie direkt bei mari abgeholt, die ihren Hof bedauerlicherweise fast gänzlich auflösen wollte. Er lud die Hübsche aus und ich betrachtete sie neugierig. Sie hatte ein paar kleine schrammen an den Beinen und an der Flanke, was wohl vom wilden Spielen mit anderen Fohlen stammte. Aber sonst machte sie einen sehr gesunden und wachen Eindruck. Sie schien auch gar nicht scheu zu sein, denn sie beschnupperte sogleich meine Hand und zog an meinem Ärmel. Ich Führte sie zum Nebenstall, wo ich sie am Holzgeländer festband. Dann trommelte ich alle verfügbaren Pfleger zusammen und teilte ihnen die Fohlen zu. „Quinn, du nimmst Smarty und Kabuki. Jonas, du schnappst dir Pal und Jack. Ajith, ich nehme an du möchtest Tiva… Hmm, dann nimmst du am besten gleich noch die Neue. Lisa, du magst sicher Bluebell und Sweets, und Lewis nimmt Slaufa und Point.“ Lewis fluchte leise, denn Point war eher nicht sein Liebling. Niemand mochte Point besonders, ausser mir. Denn die kleine Stute hatte eindeutig Charakter, was sie aber leider auch bei jeder Gelegenheit zeigte. „Bleibt noch Sun. Denn Majandro und Bateau nehme ich. Aber wir haben anscheinend jemanden zu wenig… Ahh, Lily du kommst gerade recht. Du kannst noch Sun nehmen, wir gehen spazieren.“ Lily wurde kurz eingeweiht, dann machten sich alle auf den Weg zu den beiden Fohlenweiden. Ein paar der Fohlen röchelten uns zu, darunter auch Mano und Pal. Ich kraulte die beiden liebevoll, dann zog ich Mano das Halfter über und führte ihn zusammen mit Bateau aus der Weide. Mano versuchte mich etwas anzurempeln, aber ich wies ihn mit einem Klaps auf die Schulter zurecht. „So ist es braaav.“ Lobte ich, als er einige Meter gehorsam neben mir gelaufen war. Als alle ihre Fohlen geschnappt hatten, liefen wir in Richtung Pinienwald auf dem Schnitzelweg. Als wir an der Mini-Stuten Weide vorbeikamen, kamen die vier Stütchen mit viel Gewieher angerannt und wollten mit den Fohlen schnuppern. Aber wir liefen zügig weiter, denn ich wusste genau, dass die Minis nur wieder gelangweilt und auf der Suche nach Ärger waren. Aber das waren sie doch immer. Ich seufzte kaum hörbar, als mir einfiel, dass morgen wieder Mini-Tag sein würde. Es war zwar immer schön, mit den Minis zu arbeiten, aber sie waren auch ganz schön anstrengend.
      Wir liefen bis zum Waldrand schön auf dem Schnitzelweg, dann bogen wir auf den nur spärlich mit Unterholz bedeckten Waldboden ab. Wir wanderten ein wenig zwischen den Bäumen hindurch und genossen das Rauschen der Piniennadeln im Wind. Auch die Fohlen entspannten sich, und interessierten sich das erste Mal für Blue. Vor allen anderen natürlich die jungen Herren. Es wurde aufgeregt gequietscht und auch ein wenig mit den Hufen gescharrt, aber das unterbanden die Pfleger gleich wieder. Mano interessierte sich wenig für das Stütchen, er hielt lieber Ausschau nach gefährlichen Monstern, vor denen man flüchten musste. Der Spaziergang selbst verlief ruhig und unproblematisch, aber als wir wieder Zuhause die Stutfohlen alle gemeinsam auf die Weide entliessen, wurde Blue das Ganze dann doch zu viel und sie wieherte ängstlich, als alle sie beschnupperten. Sie rannten eine Weile umher und jagten die Kleine, und ich machte mich schon bereit um einzugreifen. Aber bevor ich dazu kam, hatten sie sich schon wieder beruhigt und grasten entspannt. Blue war zwar noch etwas abseits, aber nun schien die Rangordnung vorerst geklärt. Ich liess die Fohlen in Ruhe grasen und machte mich auf zum Hauptstall, wo ich schon zum Vollbluttraining erwartet wurde.

      Wolfszeit
      [​IMG]14.08.2013

      Heute fuhr Ich zu Occulta wo ich Tiva,River's Bateau,Bottle of Jack,Paluche,River's Slaufa,River's Blue Lady,Adventure Dream impfen und entwurmen sollte.Ich fuhr auf dem Hof vor wo ich mein Auto parkte.Occulta erwartete mich schon ich begrüßte sie und holte das Material was ich brauchen würde.Occulata führte mich erst zu Tiva der kleinen DRP Stute.Sie war ein hübsche kleines Fohlen ,ich begrüßte sie kurz.Ich bat Occulta sie anzubinden.Als Occulta sie angebunden hatte fing ich mit der Spritze an.Die kleine blieb ganz Ruhig stehen nun nahm ich die Wurmkur natürlich währte sich die kleine ein bisschen da sie das noch nicht kannte.Nun lobte Occulta sie und band sie los und führte mich zu River's Bateau sie war ebenfallst eine kleine DRP Stute.Auch sie begrüßte ich kurz bevor Occulta sie anband.Sie war etwas nervös und machte einen Schrit zurück als sie den Stich spürte.Occulta beruhigte sie ,dann nahm ich die Wurmkur auch sie wehrte sich leicht.Aber als sie fertig war lobte Occulta sie und band auch sie los.Nun gingen wir zu Bottle of Jack,er war ein kleiner Crillo Hengst.Occulta band auch ihn an und er stand bei der Spritze ganz still.Bei der Wurmkur wollte er das Maul nicht öffnen aber ich schafte es trotzdem ihm die Kur zu verabreichen.Occulta lobte ihn und band auch ihn los.Wir gingen jatz zu Paluche auch er war ein kleiner Criollo. Occulta band ihn an er benahm sich bei der Spritze wie auch bei der Wurmkur sehr gut.Occulta band ihn los und lobte ihn anschließend gingen wir zu River's Slaufa er war ein kleiner Isländer.Occulta band ihn an er benahm sich bei der Spritze wie auch bei der Wurmkur sehr gut.Occulta band ihn los und lobte ihn anschließend gingen wir zu River's Blue Lady Liquor nochmal einer kleinen DRP Stute.Sie war ein hübsche kleine Stute, ich begrüßte sie kurz.Ich bat Occulta auch sie anzubinden.Als Occulta sie angebunden hatte fing ich mit der Spritze an.Die kleine blieb ganz Ruhig stehen nun nahm ich die Wurmkur. Natürlich währte auch sie sich die kleine ein bisschen .Nun lobte Occulta sie und band sie los.Nun stand nur noch Adventure Dream,ein klein Paint Horse Hengst,auf der Liste.Ich begrüßte ihn kurz bevor Occulta auch ihn anband.Er war etwas nervös und machte einen Schrit zurück als er den Stich spürte.Occulta beruhigte ihn, dann nahm ich die Wurmkur auch ihr wehrte er sich leicht.Aber als ich fertig war lobte Occulta ihn und band auch ihn los.Ich verabschidete mich von Occulta,packte meine Sachen und fuuhr zrück zu Klinik.©Scalina

      Occulta
      Fohlenpflege 20.12.2013

      "Optimale Pflege und Haltung der Fohlen ist äusserst wichtig." Dies waren die ersten Worte die die Veranstaltungsleiterin aussprach. Neben mir runzelte Jack konzntriert die Stirn. Wir standen gerade auf dem Parkplatz, denn heute fand ein Kurs zur aufzucht von Fohlen und Jungpferden auf Pineforest Stable statt. Wir waren vorher von den Veranstaltern gefragt worden, ob der Kurs hier auf dem Hof stattfinden könne, denn das Gestüt hatte zwei grosse Fohlenweiden mit vorbildlicher Fohlenhaltung. Es waren vor allem Züchter und Bauern aus der Umgebung gekommen, jedoch auch einige aus dem Norden. Nach einem kurzen Einführungstext liefen wir mit der Leiterin zu den Weiden. Die Leute interessierten sich für die Vollblüter, die ihre Köpfe aus den Fenstern des Hauptstalls streckten, doch die Leiterin lief strikt weiter und liess sich nicht beirren. Schliesslich waren heute die Kleinen dran. Wir kamen bei der Stutfohlenweide an und die Teilnehmer versammelten sich vor dem Zauntor. Ich und Jack lehnten uns an den weissen Holzzaun und hörten gespannt zu. Die Veranstalterin erklärte etwas über die Grösse der Weide und des Offenstalls, aber ich wurde rasch abgelenkt, da die Stutfohlen neugierig angetrottet kamen. Bluebell begann sofort mir die Haare zu verwuscheln und ich musste sie grinsend verscheuchen. Die Veranstalterin bemerkte nur, dass diese Fohlen offenbar schon viel Kontakt zum Menschen gehabt hatten, was auch sehr wichtig sei. Jack kraulte Tiva, zu der er eine art besondere Beziehung hatte, weil er oft mit ihr spielte. Die Stute genoss die Streicheleinheit sichtlich und schloss entspannt die Augen. Die anderen Fohlen begannen die fremden Leute zu beschnuppern und nach einer Weile auch zu beknabbern, was vielen zu aufdringlich war. Sie entfernten sich daher grummelnd etwas vom Zaun. Die Leiterin betonte, dass man auch aufpassen müsse, dass die Fohlen nicht zu frech würden. Ich flüsterte zu Jack: "Da hast du's, unsere Fohlen sind skrupellose Frechdachse.", und wir lachten beide los. Die anderen waren derweilen damit beschäftigt, das Weidetor aufzumachen und in richtung Offenstall, von der Jungstutenherde begleitet, über die Weide zu marschieren. Dort angelangt hielt die Leiterin einen Vortrag über die Offenstallhaltung und deren Vor- und Nachteile. Wir folgten den Leuten und versuchten, die Jungstuten von ihnen abzulenken, sodass sie ungestört zuhören konnten. Ich begann dazu Sweets zu kraulen, die ihrerseits Slaufa beknabberte und Slaufa wiederum kniff Lychee in die Kruppe. Jack kraulte Pointless am Hals, was die Zicke anscheinend mochte. Die Stuten genossen dien gegnseitigen Kontakt eine Weile, aber dann quitschte Lychee und hob drohend das Hinterbein weil Slaufa wohl etwas übertrieben hatte. Ich unterbrach die Prozedur als sich die Gruppe wieder auf den Weg aus der Weide und zu den Hengsten machte. Die schienen sich nicht so sehr für uns zu interessieren, jedenfalls blieben sie auf abstand und grasten, nach ein paar prüfenden Blicken in unsere Richtung, gelassen weiter. Von weitem konnte ich erkennen, dass Majandro etwas abseits graste. Ich fragte mich gerade, ob er wohl nicht so gut mit den anderen auskam, aber im nächsten Moment wanderte Bateau zu ihm hinüber und die beiden grasten Kopf an Kopf. Jack, Smarty, Adventure und Pal zupften das halb gefrorene Gras sorgfältig aus. Lächelnd wandte ich mich wieder der Leiterin zu, die gerade über die Junghengsthaltung und ihre Tücken sprach. Sie fragte mich, ob einige der Tierchen schon kastriert seien, ich verneinte. "Wir kastrieren unsere Hengste grundsätzlich nicht, da wir über eine genug grosse Gruppe verfügen, sodass sie untereinander ausreichend grossen Kontakt haben und freidlich sind. Wir haben ausserdem die Erfahrung gemacht, dass sie mit guter Erziehung auch gut in der Nähe der Stuten kontrollierbar sind. In der Tat benehmen sich die meisten unserer Hengste fast wie Wallache, nur eben mit einem bisschen mehr Pepp." Die Leiterin schien beeindruckt und bemerkte jedoch nochmals, dass man für eine solche Haltung, wie hier vorbildlich gezeigt, eine genügende Anzahl an Hengsten haben müsse, um einen ausreichenden Kontakt zu anderen Artgenossen ermöglichen zu können. Ausserdem müssen die Hengste gut sozialisiert und erzogen werden. Die Hengstweide betraten wir nicht, um die Junghengste nicht beim freidlichen Grasen zu stören. Damit war der Hauptteil des Kurses beendet. Nun durften die Gäste zur allgemeinen Auflockerung und Entspannung einen warmen Tee im Garten des Haupthauses geniessen. Jack und ich gingen währenddessen wieder unserer gewöhnlichen Arbeit nach.

      Friese
      Pflegebericht Juni 2014:

      Heute machte ich mich auf den Weg in den Stall. Seit Wochen standen nun schon die Kartone in der Gegend rum und eigentlich wollten wir schon lange im neuen Stall sein, doch es kam immer wieder etwas dazwischen und wir konnten einfach nicht umziehen. Ich sah mich im Stall noch kurz um und ging dann in die Sattelkammer und streckte mich. Die Schränke waren schon soweit leer und alles verstaut. Ich ging auf eine der Putzboxen zu und holte sie dann. Als erstes lief ich zu Galawayn und holte den Hengst aus seiner Box. Dann band ich ihn an und begann ihn zu putzen. „Na Großer?“ fragte ich den Hengst. Er war nun schon ein paar Monate bei uns und hatte sich wirklich gut eingelebt. Nachdem ich ihn geputzt hatte brachte ich ihn auf die Weide und ging wieder in den Stall, wo ich Walking the Damon aus seiner Box holte. Sanft lobte ich den jungen Hengst und begann dann auch ihn zu putzen. Er war nicht besonders dreckig und so konnte ich ihn schnell auf seine Weide stellen. Ich sah nochmal kurz nach Gala, bevor ich in den Stall ging. Dort warteten die anderen Hengste geputzt zu werden und ich putzte Hall of Fame und General Jack. Dann brachte ich sie zusammen auf eine Weide, da die beiden Hengste sich sehr gut verstanden. Auch im neuen Stall sollten die beiden zusammen stehen. Als nächstes folgten meine drei Tinker King of Night, A Brave Heart’s Freedome und Time to go, Darling, welche ich auch schnell putzte und dann auf eine Weide stellte. Ich lobte sie alle drei und ging dann in den Stall um mich an Dashings Blade Fell zu machen. Sein Fell war auch nicht gerade dreckig und so stellte ich ihn nach kurzer Zeit zu Walking the Damon. Beide rannten wild über die Weide und kämpften ein bisschen. Nun folgte der kleinste der Gruppe, mein DRP Hengst. Ich putzte Heart of Ocean und brachte ihn zu seinem Weidenpartner Galawayn. Ich hatte leider nicht viel Zeit für die Pferde, da ich zuhause nun auch anfangen wollte die Kartons zu packen. Da wir schon lange ausziehen wollten, war das auch dringen nötig. Ich ging nochmal in den Stall und putzte dann die Fohlen Khaleb, Bottle of Jack und Paluche. Ich lobte sie sanft und brachte sie dann alle auf eine Weide. Als letztes putzte ich nun Rosenprinz und brachte ihn dann zu den anderen EVB Hengsten. Auch er mischte bei den beiden ein bisschen mit. Ich ging in den Stall und mistete dann die Boxen aus und streute sie neu ein. Ich streckte mich kurz und fegte den ganzen Stall kurz. Ich holte Galawayn wieder rein und putzte ihn nochmal, dann ging ich eine kleine Runde mit ihm spazieren. Gala machte sich echt gut und er folgte mir brav. Ich brachte ihn nach dem Spaziergang wieder in die Box und holte Heart of Ocean rein. Ich lobte ihn nochmal und ließ ihn dann auf dem Platz laufen. Er sprang ein bisschen rum und stieg. Ich rief ihn und der kleine kam zu mir. Ich lobte ihn nochmal und brachte ihn dann in seine Box. Als nächstes holte ich Hall of Fame rein. Ich putzte ihn nochmal und sattelte und trenste ihn dann. Seine Sachen waren eine der Wenigen die noch nicht eingepackt waren. Ich stieg auf seinen Rücken und ritt dann los. Ein entspannter Ausritt war jetzt genau passend. Ich lobte ihn nochmal und bog dann auf den Weg direkt neben den Weiden ein. Ich streckte mich kurz und trabte den Hengst an. Er streckte sich sanft und wolbte seinen Hals. Ich lobte ihn und bremste ihn dann ein bisschen. Ruhig trabte er weiter und ich galoppierte ihn kurz an. Ich drehte ihn um und ließ ihn dann Schritt gehen, damit er ein bisschen abkühlen konnte. Im Stall angekommen brachte ich ihn in seine Box und holte General Jack von der Weide. Ich putzte den Hengst nochmal und machte dann ein bisschen Bodenarbeit mit ihm. Der Hengst machte gut mit und ich brachte ihn wieder in seine Box. Ich schaute auf die Uhr. Wirklich viel Zeit blieb nicht mehr um mit den anderen Pferden zu arbeiten, also holte ich als erstes die Kaltblüter wieder rein und dann die Fohlen. Danach holte ich die Englischen Vollblüter rein und ließ sie noch ein bisschen auf dem Platz rennen. Ich putzte die drei nochmal und lobte sie dann. Nun gab ich ihnen zu fressen und verabschiedete mich dann von allen. Ich machte das Licht aus und begann dann meine Koffer zu packen. Daraufhin ging ich total erschöpft ins Bett und dachte über den Umzug nach.
      17 Juni 2014

      Friese
      Pflegebericht Hengste:

      Heute machte ich mich auf den Weg zu meinen Hengsten. Auch sie sollten bald wieder umgeweidet werden. Hierzu fehlte mir jedoch im Moment einfach die Zeit. Ich seufzte kurz und holte dann als erstes Galawyn aus seiner Box. Ich lobte den hübschen Berber und brachte ihn dann auf die Weide. Zu ihm stellte ich Hall of Fame und General Jack, in welche ich viel Hoffnung für unsere Zucht steckte. Ich lobte die zwei und ging dann wieder in den Stall. Aus diesem holte ich king of Night und brachte ihn auf eine andere Weide. Zu ihm brachte ich die anderen zwei Tinkerhengste namens Time to go, Darling und A brave Hearts Freedom. Ich lobte dir drei und sie gingen in Ruhe fressen. Ich brachte die zwei Junghengste Paluche und Bottle of Jack auf die Weide. Zu ihnen brachte ich Heart of Ocean und ging dann wieder rein. Ich mistete die Boxen aus und streute sie dann wieder ein. Ich richte das Futter her und streckte mich. Ich ging wieder zur Weide und holte von dort Galawyn. Ich klopfte sanft seinen Hals und putzte ihn im Stall ausgiebig. Ich platzierte den Sattel und die Trense auf ihm. Dann führte ich ihn raus und ging mit ihm zum Platz. Dort stieg ich auf und ritt ein bisschen mit ihm. Danach holte ich General Jack und Hall of Fame von der Weide und putzte die beiden. Galawyn gab ich sein Kraftfutter und lobte ihn nochmal. Die beiden anderen Hengste ließ ich ein bisschen in der Halle laufen und brachte sie dann auch in ihre Boxen. Ich holte die anderen Hengste von der Weide und brachte auch sie wieder in die Box. Ich hab allen ihr Futter und ging dann heim.
      12 Jan. 2015

      Eddi
      Pflegebericht:

      "Hey Elena!", rief ich fröhlich über den ganzen Hof und folgte ihr direkt in den Stall. Elena hatte momentan allerhand zu tun und deshalb mich gebeten, heute mal Stallbursche zu spielen. Sie musste zu einer Familienfeier und hatte gerade niemand anderen, der sich um ihre Vierbeiner kümmern konnte, da sprang ich doch gerne ein. Die Morgenfütterung machten wir noch zusammen und währenddessen erklärte mir Elena fix, was ich wie und wann zu machen hatte. Elena verabschiedete sich dann auch schon, während ich begann, die Pferde auf die Weide zu schaffen, um danach die Boxen zu misten. Das dauerte gut bis kurz vor Mittag und dann gönnte ich mir auch erst einmal eine kleine Pause, ehe ich weitermachte. Ich wollte heute mit den Zwergen anfangen. Deshalb holte ich mir als erstes Batida de Coco und Baghira von der Weide, putzte die beiden Reitponys gründlich und ging dann ein Ründchen mit beiden spazieren. Zufrieden standen sie wieder auf der Weide, während ich Paluche holte und putzte. Ein wenig Betüddeln und der durfte zurück. Mit Bottle of Jack frischte ich ein wenig das Fohlen-ABC auf. Nach den vier Jungpferden gönnte ich mir einen entspannten Ausritt mit Pusteblume, die das sichtlich genauso genoss wie ich. So hatte ich den Tag schon fast geschafft, noch drei Pferde standen auf dem Plan. Zuerst longierte ich Fallen Godness, der hübsche Welshhengst machte fleißig mit und hatte sich danach seine kühle Dusche sichtlich verdient. Danach arbeitete ich mit General Jack noch ein wenig vom Boden aus, ehe ich die Hengste Gigolo und Fahd kurz putzte und dann wurde es auch schon Zeit für Abendroutine: Das hieß alle Pferde wieder in den Stall und füttern. Danach noch die Weiden und Tränken kontrollieren und die Abendportionen Heu verteilen und dann hatte ich es auch schon geschafft und konnte guten Gewissens nach Hause fahren.
      10 Juli 2015


      Occulta
      Willkommen zurück, alter Freund

      Als ich am Morgen erwachte, sah ich als erstes Jonas‘ dunkle Locken. Sofort schlich sich ein Lächeln auf meine Lippen. Ich zog die Decke etwas höher, da öffnete er ebenfalls die Augen. Wir sahen uns lange an, ohne etwas zu sagen. Dann strich er mir eine Strähne hinters Ohr und streichelte meine Wange, woraufhin ich noch etwas näher rückte. Er legte seinen Arm unter meinen Kopf. Wir lagen noch eine ganze Weile da, bis plötzlich jemand an die Haustüre hämmerte und die Hunde augenblicklich zu bellen begannen. „Occu? It’s 6 o’clock, are you alright?“ Lisas Stimme war nicht zu überhören. Ich warf einen Blick auf den Wecker. Tatsächlich, ich hatte vergessen ihn zu stellen und nun war es bereits sechs Uhr. Ich rief ihr zu, dass ich gleich kommen würde und stand augenblicklich auf. Jonas richtete sich ebenfalls auf und drehte sich weg, damit ich mich umziehen konnte. Dann gingen wir gemeinsam nach unten, fütterten Sheela und Jacky, assen eine Schüssel Müsli und verliessen zügig das Haus. Die beiden Hündinnen durften frei herumlaufen, denn Sheela hatte sich soweit eingewöhnt, dass sie jetzt auch wie Jacky brav auf dem Hofgebiet blieb. Als ich draussen vor dem Nebenstall Bluebell reitfertig machte, führte Jonas Herkir zum Roundpen. Lisa lief nebenher und ich schnappte ein paar Fetzen des Gesprächs auf. „Und wo hast du heute Nacht geschlafen? Darren hat gesagt, du seist weg gewesen“ „Stimmt, ich war noch etwas länger draussen“, mehr verriet er nicht. Ich schmunzelte und wandte mich Bluebell’s Hufen zu, die es auszukratzen galt. Mit der Reitponystute wollte ich heute ins Gelände gehen. Sie war erst zweimal draussen gewesen, sonst hatten wir vor allem auf dem Platz und der Galoppbahn mit ihr gearbeitet. Ich ging bewusst alleine mit ihr raus, denn ich wollte, dass sie sich vollkommen auf mich verlassen musste. Jedenfalls konnte ich so verhindern, dass sie an anderen Pferden klebte. Eigentlich hätte ich heute auch noch mit Sweets rausgehen wollen, doch dafür reichte die Zeit nicht, also wollte ich sie heute nur longieren. Bluebell drehte sich neugierig um, als ich ihre Beine vorne routinemässig abtastete. Ich machte das immer mal wieder, um heisse Stellen oder Knötchen frühzeitig zu bemerken. Die Beine der Roanschecke fühlten sich normal an. Ich richtete mich auf und nahm liebevoll ihren Kopf, um sie auf dem Nasenrücken zu streicheln. Sie schloss beinahe die Augen und genoss die Berührung sichtlich. „Bist eben doch eine Geniesserin, stimmt’s?“, murmelte ich leise. Rosie kam aus Islah’s Box. „Hey boss, the crazy cow is served. I’ve tried to lunge her, but she always stops as soon as I take the whip away. It’s a hopeless case I guess.” Wir lachten herzhaft, denn wir wussten ja beide, dass Islah nicht gerade die Hellste war. Dafür eine sehr führsorgliche Mutter, das hatte sie bei ihrem letzten Fohlen bewiesen. Mir geisterte schon seit längerer Zeit der Gedanke durch den Kopf dass es Zeit wäre, sie wieder einmal decken zu lassen. Die Frage ist nur, Numair oder Anubis? Oder soll es ein Mix werden? Da war ich mir noch unschlüssig. Ich fand die Idee mit Numair aber am attraktivsten, denn das Fohlen würde so sicherlich eine interessante Farbe bekommen. “However, what do you do now?“, fragte ich die Pflegerin. Sie antwortete unschuldig “I thought I probably go back to the house and… have a nap?” “How about having a nice ride into the woods with Sweets? Or are you really so tired? I know that I should work with her, but several new horses come today, so I’m quite busy…” “I’d like that! I’m not tired at all, I just didn’t know what to do” Ich klopfte ihr dankbar auf die Schulter und half ihr kurz, Sweets zu putzen, sodass wir gleichzeitig starten konnten. Als wir fertig waren, ritten wir gemeinsam vom Hof weg. Der Plan war, dass wir uns nach der Brücke trennten und dann etwa eine halbe Stunde alleine unterwegs waren, ehe wir uns vor der Übergangsstelle zur Flussinsel wieder trafen. Gesagt, getan – die Trennung verlief besser als Gedacht. Bluebell wieherte zwar etwas, doch nach einer halben Parade meinerseits lief sie brav und zügig den Weg zum Wald hinauf. Sweets war noch ruhiger: sie drehte gerademal den Kopf um zu sehen, wo ihre Kollegin hin verschwand, dann konzentrierte sie sich wieder auf Rosie und die Strecke die vor ihr lag. Mit Bluebell liess ich’s mal richtig krachen. Wir galoppierten so viel wie noch nie, was ihr sichtlich Freude bereitete, denn sie wurde jedes Mal geladener und konnte es kaum erwarten, wieder loszupreschen. Mir war das gerade recht, sie sollte ruhig auf den Geschmack kommen und das Gelände mit Spass und Abenteuer verbinden. Sie zeigte sich furchtlos und vertraute mir sogar, als wir auf der Wiese hinter dem Wald einer riesigen Mähmaschine begegneten. Ich ritt insgesamt eine grosse Schlaufe und war durch Blue’s fleissigen Takt früher als geplant wieder beim Fluss. Ich nahm mir daher richtig Zeit dabei, sie ans Wasser zu gewöhnen. Jedes Mal, wenn sie einen Schritt in die richtige Richtung machte, lobte ich ausgiebig; wenn sie hingegen zurückwich, trieb ich sie kommentarlos wieder zurück an die vorherige Stelle. Bald setzte sie den ersten Huf ins erfrischende Nass, dann ging alles ganz schnell. Mit einem Satz standen wir im Fluss. Bluebell sog laut hörbar Luft ein und hatte die Ohren angespannt zu mir gedreht, entspannte sich aber schnell und senkte kurz darauf den Kopf zum Trinken. Gerade als Sweets ankam, begann sie, mit dem Vorderhuf zu plantschen. Ich flattierte sie lachend und winkte Rosie zu, dass sie auch reinkommen solle. Sweets war bereits letzte Woche einmal mit David im Wasser gewesen, daher musste die Scheckstute nur kurz überlegen, ehe sie ihre Füsse in den Fluss setzte. Blue wurde langsam ungeduldig und ich lenkte sie in eine kleine Volte, damit sie nicht wieder ans Ufer kletterte. Ich gab Rosie ein Handzeichen, daraufhin setzten wir uns in Bewegung über den Fluss. Wir mussten wie immer auch die Insel überqueren. Durch das ständige durchreiten hatte sich ein Trampelpfad durch die Büsche gebildet, der das Durchkommen erleichterte. Wir trabten auf der anderen Flussseite entspannt zurück zum Hof. Unterdessen erzählte mir Rosie, wie ihr Ausritt gelaufen war. Sweets war ihr einmal durchgebrannt, als ein grosser Schäferhund, der noch dazu unangeleint war, auf sie zu gerannt kam. Er hatte zwar nur spielen wollen, wie sich im Nachhinein rausstellte, doch Rosie gab zu, dass ihr auch etwas mulmig zumute gewesen sei und sie Sweets daher nicht wirklich böse sein konnte. Ich nickte zustimmend und erzählte ihr von meinem Abenteuer. Zurück vor dem Nebenstall versorgten wir die beiden Reitponys zurück in ihre Box, denn im Moment war es noch zu heiss für einen Weidegang. Ich sah auf die Uhr, deren kleiner Zeiger auf der Sieben stand. Jacky kam angeschossen und wuselte mir schwanzwedelnd um die Beine, von Sheela war keine Spur, aber weit konnte sie nicht sein.

      Bis um acht Uhr gab ich Rita mit Calico eine Reitstunde. Die beiden machten grosse Fortschritte, hatten aber in letzter Zeit wieder etwas mehr Meinungsverschiedenheiten. Heute lief der Criollo Hengst ganz schlecht. Er machte keinen Schritt freiwillig und bockte sogar, als Rita angaloppieren wollte. Ich runzelte nachdenklich die Stirn und lief zu den beiden hin, da Rita mit hängendem Kopf angehalten hatte. „Rita – tell me. What is it?“ Sie begann zu schluchzen und erzählte mir, dass ihre Eltern sich nun definitiv trennen wollten. Zu allem Überfluss hatte sie das Gefühl, schuld daran zu sein, wegen dem ganzen Theater mit Calico. Ich tröstete sie so gut ich konnte, denn das war nicht gerade eine meiner Stärken. Trotzdem fasste sie sich wieder und ich erklärte ihr, dass es im Leben eben manchmal nicht ganz wie geplant laufe, dies aber keineswegs den Untergang der Welt bedeutete. Dann rollten auch schon neue Tränen ihr Gesicht runter. Sie erklärte mir schluchzend, dass sie jetzt sogar das Reiten wieder verlernt habe und wirklich zu gar nichts zu gebrauchen sei, dass sie sich über ihre Unfähigkeit schäme und am liebsten ganz aufhören würde. “Look – there’s nothing to be ashamed of. It’s no wonder that Cali doesn’t want to work with you if you’re so much distracted. But you had reason to be. However, now it is time to focus on your little friend here again and forget all these problems. He feels your distress and refuses to work, because he is worried.” Sie sah mich mit grossen Augen an. “Do you really think that he knows how I feel?” “Sure, he knows better than yourself. That’s one wonderful thing about horses.” Sie rieb sich die Augen und lehnte sich nach vorne, um Calico zu streicheln und ihm etwas ins Ohr zu flüstern. Dann richtete sie sich auf und sagte entschlossen: „Okay then, Rita is back.“ Ich war froh, das alte feurige Leuchten in ihren noch immer etwas geröteten, braunen Augen wiederzuentdecken. Allerdings schlug ich vor, das Reiten für heute sein zu lassen und stattdessen mit Calico schwimmen zu gehen. Ich half ihr beim Absatteln und schickte sie dann mit Badesachen, Knotenhalfter und Strick bewaffnet zum Fluss; das würde ihr guttun. Zufrieden klatschte ich in die Hände, als die beiden hinter den Tannen verschwanden.

      Nun wandte ich mich dem ersten Neuankömmling zu. Es handelte sich um eine wunderschöne, nachtschwarze Furiosostute namens Parányi. Als sie aus dem Anhänger stieg, entdeckte ich das Brandzeichen des Gestüt Sanssouci. Ich blieb anfangs etwas auf Abstand und hielt sie am langen Seil, denn so hübsch die Stute auch war: sie war berüchtigt dafür, sehr selbstständig Entscheidungen zu treffen. Und ich wollte lieber nicht im Weg dieser grauen Hufe stehen. Als sie dastand und mit giraffenartigem Hals ihre Umgebung abcheckte, trat ich zu ihr hin und streichelte beruhigend ihren Hals. Sie gab mir zum Dank eine Kopfnuss, als sie sich wieder umdrehte. „Stillstehen müssen wir noch üben, was?“ schmunzelte ich. Überhaupt war die Stute ja noch gar nicht eingeritten und würde erstmal gründlich aufgebaut werden, doch ich war überzeugt, dass sie Potential hatte. Als ich sie um die Ecke des Hauptstalls führte, rannte ein Schildpattfarbener Kater vor uns über den Weg. „Kafka! You’ll get tramped if you’re not cautious!“ Kopfschüttelnd erinnerte ich mich an die vier kleinen Kätzchen, die Lisa gefunden und aufgepäppelt hatte. Die vier waren nun ein Jahr alt und hatten nur Flausen im Kopf. Zum Glück bekam ich sie selten zu Gesicht, denn meistens waren sie irgendwo versteckt am Jagen. Ausserdem waren sie scheu Fremden gegenüber, also waren sie jeweils spurlos verschwunden, sobald die öffentlichen Reitstunden stattfanden. Na gut, okay, eigentlich mag ich die Fellknäuel. Besonders die kleine Shiwa. Ich brachte Parányi zur grossen Stutenweide, denn sie würde fürs Erste im Offenstall leben. So hatte sie immer genügend Bewegung und war bestimmt angenehmer im Training. Doch bevor ich sie ganz zu den anderen liess, musste sie auf dem Abgegrenzten Teil der Hauptweide ausharren und mit den anderen Bekanntschaft machen.

      Sehr gut, nun ab zu Ljóski. Im Nordstall begegnete ich Jonas. Erwarte nicht zu viel, er wird bestimmt wieder so tun, als sei nichts gewesen, sagte ich mir unverblümt. Doch er überraschte mich. Auf meinen herausfordernden Blick antwortete er mit einem Lächeln, dann kam er auf mich zu und umarmte mich spielerisch. „Herkir ist versorgt, Boss, ich habe heute etwas länger mit ihm gemacht. Hab ihn nämlich noch geduscht. Du hättest den Dreck sehen sollen, der aus dem ganzen Fell kam.“ „Loki hätte es auch mal wieder nötig“, meinte ich mit einem Seitenblick in dessen Box. Dann lehnte ich meinen Kopf an seine Schulter und schloss die Augen für einen Moment. Es kam mir vor wie eine kleine Ewigkeit. Doch schliesslich löste ich mich wieder von ihm und nahm Lokis Halfter von der Boxentür. Der kleine Isländer liess sich wie immer gut aufhalftern und nach draussen führen. Bevor ich durch die Tür verschwunden war, fragte Jonas, ob ich Hilfe bräuchte. Ich antwortete zögernd, um einen guten Grund liefern zu können. „Ahhh, ja, ich könnte ein wenig Schrecktraining mit ihm machen. Du könntest mir helfen, die Posten vorzubereiten.“ Er nickte und folgte mir. Loki liess ich in der Halle (es war uns beiden draussen auf dem Platz zu heiss gewesen) frei laufen, während wir einen bunten Ball, eine Rettungsdecke, einen Regenschirm, ein paar Kegel und einen Flattervorhang holten. Zuerst führte ich ihn zum Ball. Er schnüffelte vorsichtig daran, dann stiess er ihn sogar etwas weg. Sofort lobte ich ihn. Dann rollte ich den Ball auf ihn zu, woraufhin er etwas zurückwich. „Okay, neue Strategie: wir rollen den Ball vor ihm weg, sodass er denkt, dass der Ball Angst vor ihm hat. Jonas nickte und stand auf die andere Seite, dann führten wir den Plan aus. Tatsächlich wurde Loki schon nach wenigen Minuten mutiger und ging wirklich zum Ball hin. Ich scherzte zwischendrin: „Das ist aber ein echter Angsthasenball!“ Als nächstes war der Regenschirm dran. Zuerst öffnete ich ihn in einiger Entfernung, dann kam ich immer näher, während ich ihn auf und zu klappte. Hin und wieder gab Jonas dem Hengst ein Karottenstückchen. Der Schirm schien kein Thema für Loki zu sein, denn am Ende konnte ich ihn sogar direkt neben seinem Kopf öffnen. Weiter ging’s zur Rettungsdecke, die schön silbern glänzte. Er musste darüber laufen. Dies war schon etwas schwieriger für den Schecken, denn er konnte das funkelnde Zeug vor seinen Füssen irgendwie nicht einordnen. Als er nur noch rundherum zirkelte und gar nicht erst in die Nähe wollte, beschloss ich, ihn nur noch ein paar Mal in die Nähe kommen zu lassen, danach liess ich es gut sein. „Beim nächsten Mal wird auch das klappen“, erklärte ich Jonas überzeugt. Am Ende waren noch die Kegel dran. Dort machten wir nur etwas Slalom, als Führtraining und zum Ausklingen lassen. Loki musste auch rückwärts hindurch. Er schmiss zwar den letzten Kegel um, aber ich war längst zufrieden und führte ihn nun zum Waschplatz. Jonas und ich hatten eine halbe Schaumschlacht während dem einseifen von Loki. Jedenfalls war es sehr spassig. Ljóski hingegen fand das ganze Trara wohl nicht ganz so amüsant, er zappelte nämlich nach spätestens 10 Minuten immer wieder ungeduldig herum. Ich konnte es ihm nicht verkennen und liess ihn dafür zum Trocknen noch etwas neben dem Nordstall grasen. Jonas hatte verschwinden müssen, um nach Sorrow und Dancer zu sehen.

      Gegen Abend kamen endlich die letzten drei neuen an, oder besser gesagt die drei neuen alten. Denn alle waren schon mal auf meinem Hof gewesen. Caillean war der erste. Der kleine Miniature Horse Hengst war eines unserer Zuchtfohlen; ein Sohn von Alu. Ich musste ihn zurückholen, da sich seine Besitzerin nicht mehr um ihn gekümmert hatte. Zum Glück hatte mich ein alter Freund bei der örtlichen Polizei darauf aufmerksam gemacht, sodass wir den kleinen von seiner verdreckten Weide holen konnten. Er war ziemlich dünn und sein Fell struppig. Es tat mir richtig leid, ihn so zu sehen. Zum Glück schien er sonst nicht gesundheitlich angeschlagen. Ich holte ihn mit dem Transporter ab und stellte ihn zuhause als erstes unter eine gründliche Dusche. Er wurde von Kopf bis Fuss einshamponiert, bis er wieder blitzblank war. Dann erst durfte Caillean zu seinem Vater. Ich blieb jedoch während der ersten halben Stunde dabei und liess danach Lisa weiter beobachten, ob sich die Hengste vertrugen. Feather akzeptierte den Neuankömmling jedenfalls rasch, Caresse brauchte aber wiedermal etwas länger.

      Als nächstes wurden auch noch Paluche und Bottle of Jack zurückgebracht. Paluche hatte ich damals direkt von seiner Züchterin gekauft, seinen Bruder Jack hatte ich später übernommen. Ich hatte sie damals allerdings nach etwas mehr als einem Jahr verkaufen müssen, aus Platzgründen. Nun waren die beiden wieder hier, weil die ehemalige Besitzerin keine Zeit mehr hatte und mir extra angerufen hatte, ob ich sie nicht wieder nehmen wolle. Ich hatte nicht nein sagen können, denn Pal hatte mir wirklich gefehlt und nun hatten wir ja wieder freie Boxen, dank des neuen Nordstalls. Ich freute mich riesig, als die beiden stattlichen Dreijährigen aus dem Transporter geführt wurden. Besonders Pal war zu einer echten Schönheit herangewachsen und Jack lockte mit einer aussergewöhnlichen Scheckung. Die beiden Rabauken kamen mit den anderen Junghengsten auf die Weide. Als ich das Zauntor öffnete, fiel mir ein, dass nur noch Winter die zwei kannte, alle jetzigen Junghengste waren damals noch nicht hier gewesen. Etwas traurig wurde ich schon, als ich mich an Sunny, Smarty, Kabuki und Majandro erinnerte. Besonders bei Kabuki, denn der Reitponyhengst war noch als Fohlen an einer Vergiftung gestorben. Die anderen lebten in einem neuen Zuhause und waren bestimmt schon eingeritten. Jedenfalls wurden Pal und Jack neugierig in Empfang genommen. Es gab auch kurz ein paar Rangeleien, doch vorerst ordneten sich die beiden gut sozialisierten Criollos unter und wurden in Ruhe gelassen. Sie grasten zwar etwas abseits, aber das würde sich bestimmt bald ändern. Auch Parányi durfte nun übrigens zu den anderen, sie hatte ja den ganzen Tag über Zeit gehabt, sich mit ihnen durch den Zaun hindurch anzufreunden.

      Als es dunkel war, überkam mich die ganze Müdigkeit der letzten Woche und ich musste gähnen. Ich schloss kurz die Augen, da mich das Licht von Ajith’s Taschenlampe blendete. Jemand umschlang mich von hinten und murmelte mir ins Ohr „Schlaf nicht ein, sonst muss ich dich noch ins Haus tragen.“ „Vielleicht sollte ich echt langsam rein gehen, ehe ich noch umkippe. Unterwegs einnicke, musst du mich retten kommen, versprochen Jonas?“ „Promised Boss“, murmelte er lächelnd, und begleitete mich zur Tür. Auch Jacky und Sheela kamen auf mein Pfeifen hin angesaust. Ich sagte ihm gute Nacht und schlich ohne Licht nach oben in mein Zimmer, etwas enttäuscht, dass er nicht wieder mitgekommen war. Aber ich war wiedermal zu stolz gewesen um ihn zu fragen. Jedenfalls schlief ich in dieser Nacht besonders tief und träumte von gepunkteten Pferden, schwarzen Schäfchen und Regenschirmen.
      6 Aug. 2015

      Occulta
      Coming Home

      Es war Sonntagabend und ich sass gerade vor dem Computer, um meine E-Mails und sonstige Neuigkeiten zu checken. Ein Mailtitel zog mich ganz besonders in seinen Bann. Dort stand „Some Pics for you“, der Absender war Jonas. Er hatte mir ja versprochen, Bilder von seinen Ferien zu schicken. Doch gerade, als ich die Mail öffnen wollte, klingelte das Telefon. Seufzend stand ich auf und ging ran. Es war Marcus, ein befreundeter Trainer und Züchter aus Liverpool. Wir hatten vor einer Woche bereits geschäftlich miteinander telefoniert, das war auch diesmal so. Das Thema waren zwei der fünf neuen Vollblüter, die er vor kurzem entdeckt und prompt ersteigert hatte. Er hatte mir die vielversprechenden Jungpferde nach der Auktion zu einem fairen Preis angeboten, da er selber von Anfang an nur drei der fünf hatte behalten wollen. „They arrived yesterday and appear healthy and fit. So, which two do you want?“ Ich hatte mir die fünf mehrmals angesehen und ihre Stammbäume studiert, um meine Favoriten rauszupicken. „I think I’ll take Buck’s Lemon and Caligari“ „Ohhhh no, not so fast. Lemon is mine, I’m not quite such a fool. This one will undoubtedly be a champion one day” Ich rollte die Augen, musste aber trotzdem über seine Sturheit lachen. Der Hengst hatte es ihm wohl echt angetan. „Okay, fine, I’ll take Cool Cat instead“ „Sure, that one will be just as well” Na klar, deshalb scheust du dich auch nicht, ihn loszuwerden. Naja, ich denke dass er tatsächlich Potential haben könnte, auch wenn er so… gewöhnlich ist, dachte ich im Stillen. Marcus wollte sie mir morgen gleich vorbeibringen, da er sowieso noch in Richtung Birmingham kommen wollte, warum auch immer. Endlich konnte ich auflegen und mich wieder dem Computer widmen. Ich öffnete die Mail, las den kurzen Einleitungstext (Hatte eine schöne Reise, bla bla) und scrollte dann die Bilder durch. Ein paar hübsche Landschaftsfotos waren dabei, aber richtig interessant wurde es für mich, als die Bilder der Gips Reminder Ranch kamen. Zu meiner Enttäuschung waren keine von Flint dabei, doch Jonas hatte auch gleich den Grund dazugeschrieben, nämlich dass er mittlerweile an Eddi verkauft worden war. Na dort hat er es bestimmt sehr gut, dachte ich grinsend, denn ich wusste ja, wie sehr Eddis Lieblinge verwöhnt wurden. Mir stockte der Atem, als ich Shadow auf den Bildern erkannte. Die Lackschwarze Stute war sogar noch wunderschöner als ich sie in Erinnerung hatte. Was würde ich dafür geben, sie wiederzubekommen… Ich schrieb Jonas zurück, wie schön die Stute geworden war und wie sehr ich sie vermisste. Vielleicht konnte er ja mit Verena verhandeln? Ich glaubte zwar nicht, dass sie sie hergeben würde, aber träumen durfte man ja. Ich rieb mir die Augen und bemerkte erst jetzt, wie spät es schon wieder war. Zeit endlich ins Bett zu klettern.

      Am Morgen liess ich den PC gleich wieder an, vielleicht hatte Jonas bereits wieder geschrieben. Schliesslich war er dank der Zeitverschiebung erst später ins Bett gegangen. Tatsächlich war eine Antwort im Posteingang. „Ich habe Verena auf Shadow angesprochen und sie meinte, sie liesse mit sich verhandeln“, las ich murmelnd vom Bildschirm, ehe ich die Worte begriff und aufjubelte. Rasch tippte ich alles in die Mail, was Jonas wissen musste, denn ich verliess mich diesmal auf seine Verhandlungskünste. Als ich schliesslich zur Haustür raus lief, die Jacke halb im Gehen anziehend, konnte ich es noch immer kaum fassen. Sie kommt tatsächlich zurück! Mit federnden Schritten begab ich mich zum Hauptstall.

      Am frühen Nachmittag kümmerte ich mich um die Fohlentruppe. Die Jungspunde brauchten wiedermal eine Lektion in Sachen Erziehung, schliesslich wollten sie einmal Grosses erreichen. Kaythara, Ciela und Dublin waren zusammen mit Alysheba die ältesten der Fohlen. Sie waren beinahe zwei Jahre alt und würden schon bald mit dem Ernst des Lebens konfrontiert. Doch auch jetzt schon mussten sie gewisse Abläufe lernen, mit denen man nicht früh genug anfangen konnte. Zum einen gehörte das Putzen dazu. Die drei ältesten Jungstuten kannten das schon längst und blieben brav stehen, als Jason, Linda und ich mit den Bürsten ankamen. Linda hatte sich inzwischen gut eingelebt und kannte langsam aber sicher die einzelnen Persönlichkeiten ihrer Pfleglinge. Sie wusste zum Beispiel, dass Kaythara nicht gerne an der Stirn angefasst wurde, und dass Riven allgemein etwas spezielle Behandlung verlangte. Jason versuchte trotzdem die ganze Zeit, ihr dazwischenzureden und zu helfen. Ich liess die gelegentlichen Zankereien aber die Sorge der beiden sein und hielt mich da raus, solange die Arbeit sauber ausgeführt wurde. Gerade passierte es wieder. „You should be careful with her hindlegs, she kicks sometimes“, bemerkte Jason, als Linda Dublins hintere Hufe auskratzen wollte. Die Pflegerin biss sich auf die Unterlippe und verkniff sich so einen gereizten Kommentar, schliesslich wusste sie genau, dass sie mit der zappeligen Stute vorsichtig umgehen musste. Ich beobachtete das Ganze beiläufig, während ich Cielas Kruppe bürstete. Mit Penny, Riven und Primo war das Prozedere des Putzens nicht ganz so einfach: Die Jährlinge verstanden nicht wirklich, warum sie stillhalten mussten und konnten zudem aus Sicherheitsgründen noch nicht angebunden werden, was es nicht gerade leichter machte. Bei den Hengsten hingegen wurden wir positiv überrascht. Life und Simba hielten trotz ihres jungen Alters artig still und genossen die Rückenmassage durch den Striegel sichtlich. Auch an empfindlichen Stellen wie dem Bauch konnte ich beide problemlos bürsten. Anders war es bei Merino, der auffällig zuckte, als ich ihn bei der Schulter striegelte. Ich runzelte die Stirn und tastete ihn vorsichtig ab. Tatsächlich reagierte er empfindlich beim Schulter-Hals Übergang und legte die Ohren platt. Vermutlich hat er sich bloss beim Spielen etwas gezerrt, beschloss ich nachdenklich. Jason war der selben Meinung, also wollten wir vorerst noch auf den Tierarzt verzichten und abwarten. Ausserdem würde dieser so oder so in drei Tagen zur wöchentlichen Routineuntersuchung auf den Hof kommen. Alysheba war brav wie ein Lamm, nur ab und zu versuchte er meinen Arm zu beknabbern. „Wie dein Vater, als er noch klein war!“, rief ich lachend und stiess ihn sanft aber bestimmt weg. Ich verglich Aly oft mit seiner Halbschwester Ciela, denn die beiden waren sehr unterschiedlich. Ciela hatte wohl allgemein mehr von ihrem Vater geerbt, nicht nur was die Fellfarbe anging. Aber dennoch war die Ähnlichkeit zwischen Winter und Alysheba nicht zu verkennen, besonders der athletische Körperbau mit den langen Beinen hatte sich durchgesetzt. Ich konnte es kaum erwarten, den Sprössling auf der Bahn zu sehen. Auch um Paluche und Jack kümmerte ich mich ausgiebig. Die beiden waren etwas abseits der Vollblütergruppe, die ihnen offenbar zu aufgedreht war. Obwohl besonders Jack auch sehr temperamentvoll war, konnten beide nicht mit dem raumgreifenden Galopp mithalten, den die anderen Hengste zur Genüge vorführten. Dafür klebten sie umso mehr aneinander.

      Gegen Abend kamen One Cool Cat und Cabinet of Caligari endlich an. Sie bezogen gleich ihre neuen Boxen im Hauptstall, die bereits nach frischem Heu dufteten. Cool Cat überzeugte mich mit seinem Auftreten noch immer nicht so ganz, wehmütig dachte ich an Lemon. Aber irgendwie wird er sich schon beweisen, beschwichtigte ich mich selbst. Von Caligari hingegen war ich begeistert. Ich hatte (wie an meinem bunten Stall unschwer zu erkennen war) ein Flair für auffällige Pferde, und das war sie allemal. Bewundernd musterte ich sie bei jedem Schritt in Richtung Box. Schliesslich streichelte ich ihr liebevoll ein letztes Mal die weisse Stirn, ehe ich mich zum Nebenstall begab um dort weiterzuhelfen.
      6 Sep. 2015

      Occulta
      Weisse Welt, heile Welt

      Ich schlich auf Zehenspitzen die Treppe runter und setzte den Teekocher auf. Ich wollte Lily heute erst wecken, nachdem ich ihr Abschieds-Frühstück vorbereitet hatte. Sie würde heute Nachmittag von Rachel abgeholt werden, damit sie pünktlich für Weihnachten zurück war. Etwas wehmütig war ich schon bei dem Gedanken, morgen wieder alleine zu frühstücken, aber ich war auch ziemlich froh, bald meine Ruhe wieder zu haben. Der letzte Monat war wie eine lange Achterbahnfahrt gewesen, und Thairu war nur einer der Gründe. Die Zebrastute hatte innerhalb zweier Wochen gelernt, einen Reiter ein paar Schritte weit zu tragen, ohne ihn gleich wieder runter zu buckeln. Lily hatte ich bisher allerdings nicht auf ihren Rücken gelassen, da das noch zu riskant war. Sheela kam in die Küche getapst und streckte sich gähnend. Hinter ihr folgten Jacky und Zira. Ich kümmerte mich um das Futter der Hündinnen, immer die Spiegeleier im Auge behaltend. Als alles fertig war, ging ich nach oben und weckte Lily. Sie wollte zuerst gar nicht aufstehen. Offenbar glaubte sie, dass sie noch länger bleiben könne, wenn sie einfach liegen bliebe. Ich konnte sie aber schliesslich doch dazu überreden mir zu folgen, da das Essen kalt wurde.
      Nach dem Frühstückmachten wir uns beide auf den Weg zum Hauptstall, wo es eine neue Box einzurichten galt. Zum Glück hatte ich meiner Nichte schon gestern Abend beim Packen geholfen, sodass sie den ganzen Morgen nochmal richtig geniessen konnte. Gestern war Shio von ihrer neuen Besitzerin abgeholt worden, sodass ihre Box nun leer stand und bloss neu eingestreut werden musste. Ich hatte die Cremello Stute schweren Herzens verkauft, da sie nicht die gewünschten Rennleistungen erbrachte und ich nicht so richtig warm mit ihr geworden war. Dafür zog nun Sympathy of the Devil wieder bei uns ein. Die mittlerweile gekörte, fünfjährige Stute war vor langer Zeit schonmal auf Pineforest Stable gewesen, allerdings nur auf der Durchreise nach Deutschland, wo sie schliesslich nochmal verkauft worden war. Ich hatte die Leistungen der Stute mitverfolgt und es immer mehr bereut, sie weitergereicht zu haben. Als schliesslich die Gelegenheit gekommen war, hatte ich sie als Rennpferd und zukünftige Zuchtstute zurückerobert. Sie würde heute Abend endlich wieder ankommen. Ausserdem kam heute auch mein lang ersehntes Stutfohlen von Skyrim an, das auf Eddis Hof herangewachsen war. Die kleine war sowas wie ein zukünftiger Supercrack, jedenfalls von der Abstammung her. Der Rest musste sich noch zeigen, doch ich war zuversichtlich. Lily und ich füllten ein paar Schubkarren mit Stroh und verteilten es in der Box. Danach machten wir uns auf den Weg zu den Offenställen, denn wir wollten die Fohlen putzen. Dank des Schnees waren sie relativ sauber, aber ich wollte sie dennoch an das Bürsten und Hufeauskratzen gewöhnen. „Mit wem wollen wir anfangen?“, fragte ich Lily vergnügt, als uns die Hengstchen am Zaun begrüssten. Die Gruppe zählte nur noch vier Mitglieder, denn Paluche und Alysheba waren ja nun bei den Grossen. So blieben noch Life, Jack, Merino und Simba. Wir nahmen uns zuerst Merino vor. Ich streifte ihm ein schwarzes Halfter über und band ihn an einem der Zaunpfosten fest. Anschliessend kratzte ich alle vier Hufe aus, während Lily ihn mit der Bürste massierte. Dasselbe machten wir auch mit den anderen Hengstchen. Die Stutfohlen liessen wir noch in Ruhe, denn die würden heute ja ohnehin noch ihre Portion Aufregung bekommen.

      Wenig später halfen wir beim misten, brachten Pferde auf die Weide, bereiteten Muskat, Light, Spot und Caspian auf das Training vor und halfen den Jockeys beim Aufsteigen. Um Neun Uhr Sattelten Lily und ich Donut und Moon. Wir wollten einen letzten Ausritt mit Schneegalopp wagen. Das kleine Mädchen hievte den schweren Westernsattel mittlerweile selbst auf Felines Rücken. Auch beim Zäumen durfte ich ihr nicht mehr helfen; sie wollte es alleine schaffen. Es dauerte so zwar etwas länger, aber sie wurde von Mal zu Mal geschickter. Wir ritten los in Richtung Galoppwiese, jedoch mit einem Umweg zum Fluss, damit die beiden Stuten auch gut aufgewärmt waren, wenn wir loslegten. Dann galoppierten wir an und heizten die Wiese hinunter durch den Schnee. Zum Glück waren Trampelpfade im Tiefschnee, denen wir folgen konnten. So war der Galopp nicht ganz so kräftezehrend für Moon und Feline, doch anstrengender als sonst blieb es trotzdem. Wir gingen daher nicht bis ganz ans Ende der riesigen Wiese, sondern bogen schon vorher wieder in den Pinienwald. Dort folgte eine lange Schrittphase, in der wir uns über die vergangenen Wochen unterhielten. Ich fragte Lily, was ihr am meisten gefallen hatte. „Das Einreiten von Thairu war cool! Und die Reitstunde mit Dream. Aber auch das Arbeiten mit den Minis, und natürlich das Ausreiten.“ Ich schmunzelte und war froh, dass sie bei den daraufhin gefragten schlechten Erlebnissen nicht so viel aufzuzählen wusste. Ich musste ihr auch versprechen, mit Rachel bereits die nächsten Reitferien auszuhandeln. Dies würde jedoch frühestens im Frühling sein.

      Wir kamen nach über einer Stunde zurück auf den Hof und versorgten die Pferde. Dann verbrachten wir den restlichen Morgen mit einer letzten Dressurstunde, bei der Lily Dream reiten durfte. Ich half ihr danach beim Absatteln. Lily streichelte die Stute liebevoll. „Ich werde sie vermissen. Aber bis ich wieder komme muss sie anständig trainiert werden. Die hat einige Kilos zu viel auf den Rippen!“, lachte sie. Ich lachte verschmitzt, denn Dream war keineswegs untrainiert – aber das würde ich Lily erst später erklären, als kleine Überraschung. Ich hatte ihr nämlich die ganze Zeit über verschwiegen, dass die Stute von Skyrim tragend war. Lily knuddelte Dream noch einmal kräftig, dann verliessen wir die Box und halfen beim Füttern, bevor wir selber Essen gingen. Danach packte Lily noch die letzten Dinge ein. Wir schleppten die Koffer zum Parkplatz, denn Rachel wartete, pünktlich wie immer, bereits mit verschränkten Armen dort. Tochter und Mutter fielen sich in die Arme, während ich die wild schwanzwedelnden Hunde beruhigte. Rachel und ich schwatzten noch ein wenig zusammen, doch sie wollte nichtmal für eine Tasse Tee ins Haus kommen, da sie ‚einen straffen Zeitplan‘ hatte. Lily unterbrach uns immer wieder mit ihrer Sicht der Dinge und schwärmte zum Beispiel von dem Ausritt vorhin mit Donut. Ich zuckte zusammen und verzog den Mund zu einem schiefen Lächeln, denn Rachel sah mich bereits drohend an. „Wir hatten doch vereinbart, dass sie nur Stuten oder Wallache reitet!“ „Ja ja, hat sie eigentlich auch. Aber sie ist ein Naturtalent und Donut ist sowieso ein ganz lieber…“, beschwichtigte ich sie. Na gut, wir haben uns in einigen Punkten nicht an die Abmachungen gehalten, und nachdem Lily Dream reiten durfte, war sowieso alles über den Haufen geschmissen… Aber ich hab ja immer aufgepasst. Ich warf Lily einen strengen Blick, den sie zu verstehen schien, denn sie erwiederte mit einem Zwinkern: „Ja, das war ne Ausnahme. Sonst waren wir brav.“ Rachel schien beruhigt und ich entspannte mich wieder. Doch langsam war es wirklich Zeit, mich von den beiden zu verabschieden. „Oh ich freu mich schon so auf nächstes Mal! Du musst unbedingt mit Thairu weiter üben, damit ich sie reiten kann, sobald ich wieder da bin“, drängte Lily. „Ach, du wirst sowieso genug zu tun haben mit Dreams Fohlen“, bemerkte ich beiläufig, und brachte Lily so zum Stutzen. „Ocuuuu? Was meinst du mit ‚Dreams Fohlen‘?!“ Rachel und ich lachten. Nachdem ich das Geheimnis gelüftet hatte, konnte Lily kaum noch still bleiben und Rachel zerrte sie förmlich zum Auto. Ich winkte zum Abschied und sah zu, wie das Auto die verschneite Grasrennbahn passierte.

      Es kam mir unglaublich still im Nordstall vor, als ich begann, Daydreaming Sorrow zu putzen. Daher liess ich den Radio an und hörte dem Sprecher bei den Verkehrsnachrichten zu. Ich hatte es wie immer nicht geschafft, die Mähne des Welshs nicht total zu zerzausen, als ich ihm das weiche Lammfellhalfter übergestreift hatte. Nun zupfte ich die Strähnchen einzeln zurecht und kämmte die dichte Wolle dann vorsichtig durch, um nichts auszurupfen. Er hatte wiedermal seinen Schlafzimmerblick aufgesetzt, als ich den Kopf mit der weichen Bürste bearbeitete. Besonders vorne beim Maul genoss er es. „…A13 westbound between the A1012 and the junction with the A126. There are currently delays of 10 minutes against free flowing traffic due to congestion. There is also a holdup at the M6 northbound between junctions J13 and J14. Reason is a road traffic collision. One of the two lanes is closed…” Ich kratzte die Hufe aus und entwirrte die Puschel an seinen Beinen, dann holte ich den Sattel. Ich ging mit ihm in die Halle und übte ein paar Dressurlektionen der L Klasse. Er stand dort noch ganz am Anfang, aber arbeitete fleissig mit.

      Gegen Abend empfing ich die beiden Neuankömmlinge. Devil fand sich auf Anhieb zurecht und keifte ein wenig mit ihrer Boxennachbarin, ehe sie sich ihrem Heu zuwandte. Shadows of the Past, von mir auch liebevoll Shira genannt, verhielt sich dagegen erstmal eher zurückhaltend. Sie kaute unterwürfig und zog das Schweifchen ein, als die älteren Jährlinge an ihr schnüffelten. Alles in allem verlief die Vergesellschaftung aber unkompliziert. Ich genoss den Abend auf einem weiteren Ausritt, diesmal mit Quinn. Wir nahmen Dod und Numair. Durch den Nebel sah man im Dunkeln etwa so viel wie in einem Hundemagen, doch Quinn und ich blieben ruhig, und so taten es auch die Pferde. Als die Stallarbeiten erledigt waren, sahen wir uns alle im Pflegerheim einen Film an, doch spätestens um zwölf Uhr waren alle Lichter gelöscht, denn die Pferde wollten auch am nächsten Morgen ihr Futter pünktlich um sechs serviert bekommen.
      30 Dez. 2015
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    Gedenksteine
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    Occulta
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    6 Okt. 2016
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