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Stelli

Blue Moon II | EVB, ♀ | ♛

gekrönte Stute (Zuchtstute)

Blue Moon II | EVB, ♀ | ♛
Stelli, 12 Apr. 2020
Wolfszeit, Cooper und Occulta gefällt das.
    • Stelli
      alte Berichte
      ab 2018
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      11. Juni 2018 | 13.173 Zeichen von sadasha
      Neuzugänge

      Als mitten in der Nacht das Telefon klingelte drehte ich mich zuerst noch einmal auf die andere Seite, in der Hoffnung den schrillen Ton ignorieren zu können. Doch sobald ich mich umgedreht hatte leckte mit Pitch hektisch über das Gesicht. Genervt schob ich ihn von mir weg und richtete mich ächzend mit einem Blick auf die Uhr auf. Wer zur Hölle ruft um 2:37am an? Die Vorwahl sagte mir nichts und das konnte nur bedeuten, dass der Anrufer von weit weg kam. Wenigstens erklärte das auch die irre Zeit. Verschlafen nahm ich das Gespräch an und brummte ins Telefon. "Ehm… Hunter?" Ich brummte erneut. Eine Frau war am anderen Ende der Leitung und die Verbindung stand eher schlecht als recht, sodass der Ton knisternd und rauschen bei mir ankam. "Hey! Wir hatten uns doch über deine Tinker unterhalten! Und was du suchst und ja… Ich hab eine tolle gefunden, Pearl carrier und… du wolltest keine Fohlen oder?" Nachdenklich schwieg ich. Cooper aus Kanada war am Telefon, doch auch bei ihr musste es jetzt schon spät sein. "Schläfst du auch mal?" brummte ich ohne ihre Frage zu beantworten. Sie lachte. "Ist doch noch früh hier! Oh, hab ich dich geweckt? -" sie brabbelte eine Entschuldigung und redete dann über ein Fohlen, das sie ebenfalls entdeckt hatte. "Double Dilute! Du suchtest doch sowas oder nicht? Und eine Stute! Warte, ich schicke dir Fotos. Und… Hunter ich hab die zwei gekauft, du kannst also nicht Nein sagen. Im Zweifelsfall werden die sicher auch klasse Therapiepferde für deine… Freun-, Kollegin?" Ich hatte nach Fotos mein Gehör eingestellt und kramte nach meinem Laptop. Pitch hatte seinen Kopf auf dem Bett abgelegt und sah mir schwanzwedelnd dabei zu wie ich versuchte klar zu werden. "Warte kurz, der Laptop braucht Strom…" unterbrach ich Cooper. "...und ich brauche Kaffee."

      Nachdem ich mir einen Kaffee gemacht und Pitch auf den Hof gelassen hatte, setzte ich mich mit dem Laptop ins Wohnzimmer wo auch das Ladekabel lag. Die Stute war bereits eingeritten und gefahren und komplett durchgetestet was Erbkrankheiten und Farben betraf. Für mich also perfekt und dass sie Pearl Trägerin war würde später noch mit Mephisto interessant werden. Das Tinkerfohlen war sehr kompakt gebaut trotz der Größe und sie sah auch ansonsten korrekt aus. Hier wurde nicht nur wegen der Farbe gezüchtet. Trotzdem sah ich mir auch die Linien der kleinen Stute ausgiebig an, ehe ich mich bei Cooper bedankte. Gemeinsam planten wir die Überfahrt nach England und klärten das Finanzielle. Als ich auflegte wurde es schon hell und auch Cooper war jetzt müde. Wir wünschten uns also noch eine gute Nacht und legten dann auf. Ich jedoch blieb jetzt wach. Ich ging ins Bad um zu Duschen und mich für den Tag fertig zu machen. Noch bevor einer der Angestellten eintrudelte hatte ich die Fütterung fertig, die ersten Pferde auf die Weiden gebracht und mistete die ersten paar Boxen, bis Beth zum Arbeitstag kam und mir das Werkzeug aus der Hand schnappte. "Guten Morgen!" meinte sie fröhlich und lächelte mich an. "Du hast wohl nichts Besseres zu tun, hm?" Ich verneinte grinsend und streckte mich ausgiebig, ehe ich aus Benjis Box ging. Der kleine Hengst stand zusammen mit seinem Shettykumpel Niffler auf einer doppelt gesicherten Weide aus denen sie nicht mehr ausbüchsen konnten. Zu meiner Überraschung kam mir Ruby entgegen, als ich Thomas von der Weide holen wollte um mit ihm zu arbeiten. Sie hatte ihren Ponyhengst Braddock 'The Parrot' an der Hand. "Mit dir habe ich erst am Nachmittag gerechnet. Keine Schule heute?" Sie grinste über beide Ohren und nickte. "Richtig. Es sind viele Lehrer krank und deshalb dürfen heute zwei Klassen zu Hause bleiben. Ich bin unter den Glücklichen." - "Na dann viel Spaß." meinte ich und ging weiter zu meinem Drum Horse Hengst. "Achja Hunter?!" rief Ruby noch und ich blieb kurz stehen. "Später kommen noch ein paar Freundinnen, können wir uns die Shettys dann leihen? Nur auf dem Hofplatz etwas Spielen mit den Ponys?" Ich nickte und gab ihr einen Daumen hoch, ehe ich wieder kehrt machte. Thomas stand zusammen mit Tank am Rand der Weide, wo das höchste Gras wuchs. Doch im Gegensatz zum Rappen graste er nicht, sondern beobachtete aufmerksam mein Verhalten. Vielleicht erkannte er, dass ich sein Halfter mitschleppte. Jedenfalls trabte er ein paar Schritte auf mich zu, sodass auch Tank kurz aufsah um zu überprüfen was seinen Kumpel aufmischte. "Guter Junge." lobte ich den Schecken und streichelte den kräftigen Hals, als er bei mir stand und sich das Halfter überziehen ließ. Den fast vierjährigen Hengst hatte ich seit Kurzem unterm Sattel und er machte sich soweit ganz gut. Die langen Beine bekam er noch nicht immer richtig geordnet, doch dafür übten wir das ja. Auch heute sattelte und zäumte ich ihn. In der noch recht kühlen Reithalle longierte ich Thomas zuerst ab und schwang mich dann in den Sattel. Im Moment arbeiteten wir an seinem Trab und den Übergängen zum Schritt. Hier und da, wenn die Motivation stimmte versuchten wir es auch schon mit kurzen Galoppphasen. Doch die waren kaum nennenswert und wirklich schlacksig in der Ausführung. In Trab und Schrott kam Thomas aber schon gut runter, lernte sich zu entspannen und versuchte es mir Recht zu machen.
      Nach der Session mit dem Drum Horse Hengst rief ich bei Käthe an. Sie erzählte mir vom ein oder anderen Neuzugang und dass sie nun aufpassen müsse nicht noch mehr Pferde ins Boot zu holen. Ich erklärte ihr, dass es mir da im Moment nicht viel anders ging. Die beiden Neuzugänge Stonery und Hester würden wohl nächste Woche eintreffen. "Achja und wenn du ja jetzt eine Rappstute hast verlange ich ein Shooting zusammen mit Moulan und als Kontrast vielleicht Smooth Gravity, sollten die sich verstehen." meinte ich und lächelte bei dem Bild, das ich mir da zusammenstellte. Echo's Maiden sollte die Rappstute heißen. "Mit blauen Augen!" Ich war sehr gespannt sie kennenzulernen. "Und wenn du so denkst, kannst du Sympathy of the Devil auch gleich mit einplanen. Die ist auch schwarz-weiß." Ich brummte wohlwollend. "Und wen hat dir Occulta noch verkauft?" fragte ich neugierg. "Einen Hengst." sagte sie aufgeregt. "Valentine's Cantastor heißt er. Ein Brauner." Da ging mir sofort ein Licht auf. "Den habe ich gesehen, als ich sie mal besucht habe. Holst du die zwei ab oder werden sie dir gebracht?" Käthe schwieg. "Ich sehe dich nicht, das ist dir aber klar oder?" fragte ich vorsichtig. "Ja klar… Keine Ahnung, das haben wir noch nicht geklärt." Ich lachte leise. "Gut, ich komme später vorbei. Bearing Spots und Compliment erkennen mich vielleicht schon nicht mehr, so lange war ich nicht mehr da." Wir legten auf. Kerry hatte mittlerweile Vikar und Mister Blockhead für heute fertig, sodass sie nur noch die Stuten übrig hatte. "Venetia und Magical Touch spanne ich mir an und bin für etwa eine Stunde im Gelände." erklärte ich und ging mit den Halftern der beiden Stuten auf die Weide. Erleichtert dankte sie mir und schnappte sich das Halfter von Felan. Max und José sind fleißig mit CHH' Classic Spring und PFS Strolch. Die beiden Vollblüter räumten auf den Rennen aktuell viele Schleifen ab. Bald würde ich Bear Brooks Denahi ebenfalls auf die Rennbahn schicken, doch ihr fehlte es noch an Ausbildung.
      Während ich mit den beiden Tinkerstuten unterwegs war überlegte ich was ich am nächsten Tag unternehmen wollte. Die beiden benahmen sich vorbildlich und wir hatten eine sehr entspannte Runde um das Gestüt herum. Die Schatten der Bäume ließen die brennende Sonne nicht zu uns durchdringen, sodass wir immer noch fit waren als wir auf den Hof zurück kehrten. "Crowley, sie sollten was essen!" rief mir Mrs. Clayton von der Türe zu. Ich brachte zuerst die beiden Stuten zurück auf die Weiden und schob die Kutsche die letzten paar Zentimeter in die Scheune, ehe ich zum Essen kam. Danach setzte ich mich mit Pitch ins Auto und fuhr nach Nottingham um Käthe zu besuchen.

      "Erin ist mit Hibana unterwegs." erklärte Käthe und küsste mich sanft zur Begrüßung. "Wir haben den Hof für uns!" Hinter ihr stand Amistad und stupste sie ungeduldig an. "Wir bringen den kurz weg ja? Dann zeig ich dir auf dem Rückweg Echo's Maiden und dann gehen wir rein. Die beiden anderen sind ja noch nicht hier. Aber ich hab Fotos!" erzählte sie stolz. Dass ich auch nach den beiden Fohlen gucken würde war selbstverständlich. For an Angel streckte neugierig den Kopf aus der Box, als wir an ihr vorbeigingen. Amistad war auch nicht abgeneigt gegenüber der hübschen Stute, doch Käthe kannte keine Gnade und zog den Scheckhengst weiter bis zu seiner Box. "Wo sind denn die Kleinen?" wollte ich wissen. Käthe zeigte nach draußen und ich beschleunigte meinen Schritt. Bearing Spots und Compliment standen gleich draußen, wenn man aus dem Stall kam und warteten darauf reingeholt zu werden. "Die sollen noch draußen bleiben, Hunter!" rief Käthe, als ich das Tor öffnete um mich auf die Weide zu mogeln. Sofort kamen die beiden zu mir und taxierten mich neugierig. Doch Leckerchen hatte ich heute nicht dabei. Besonders Compliment hatte nochmal einen ordentlichen Wachstumsschub. Ich ließ meinen Blick über die anderen Weiden schweifen. Grenzfee stand auch noch draußen zusammen mit der neuen Rappstute. Smarty Jones war der einzige, den ich noch nicht gesehen hatte. Aber er würde dann wohl in seiner Box stehen. Pitch fing an zu quängeln, weil ich ihn nicht mit auf die Weide gelassen hatte und bevor er richtig laut wurde kam ich lieber wieder raus und ging mit ihm Käthe hinterher ins Haus. Hier tauschten wir uns über unser beider Neuzugänge aus. "Ach, ich hab ganz vergessen dir Echo's Maiden zu zeigen." sagte Käthe schockiert. Doch ich unterbrach sie, ehe sie weitersprechen konnte. "Ich hab sie eben schon gesehen. Sie sieht toll aus. Wunderbar groß!" - "Und ihr Fell ist total samtig!" fügte Käthe hinzu woraufhin ich schmunzelte.

      Wir waren erst spät wieder heim gefahren und so schaffte ich es in dieser Nacht wieder nicht den verlorenen Schlaf nachzuholen. Doch es half nichts. Wenigstens war Kerry früher da und hatte sich schon Iseabail und Lady Lyneth Bowen gewidmet. Ich ging daher sofort über zu meinen Vollblütern. Kerry würde später noch Xana bespaßen. Ich begann mit Happy Fantasy. Die Stute kam grundsätzlich etwas zu kurz und deshalb gehörte mein Vormittag heute gänzlich ihr. Ich putzte sie ausgiebig, sattelte sie dann und ging mit ihr auf die Militarystrecke in Mitten der Rennbahn. Von hier aus konnte ich meinen Jockey bei der Arbeit zusehen. Sie hatten heute die Oldies Ehrengold und Mikado aus dem Stall geholt. In der Mittagspause erklärte ich den beiden dass ich mir als nächstes Mr. Raw Depression rausnahm. Die beiden nickten und sagten dann dass sie PFS' Savory Blossom und Raving Hope Slayer rennen wollten.
      Ich freute mich sehr, als am Nachmittag Isaac aus dem Urlaub kam. Übersäht mit noch mehr Sommersprossen als üblich und mit heller Fläche rund um die Augen, weil er wohl die Sonnebrille nicht abgenommen hatte bevor er sich an den Strand gelegt hatte. Freundschaftlich begrüßten wir uns und gingen zusammen in den Stall. Blütenzauber und Riven in a Dream waren die nächsten, die wir uns vornahmen. So heiß wie es war zogen wir uns in die Reithalle zurück, wo auch Abby schon den ganzen Tag war. Sie hatte sich mit Moulan beschäftigt und jetzt gerade ritt sie Scarlet in Birth warm. "Beth macht das mit den Fohlen gut oder?" fragte Isaac, der unsere Stallhilfe vor seinem Urlaub auserkoren hatte die Fohlenarbeit zu übernehmen. Sie hatte damit zu Beginn sehr zu kämpfen. "Sie hat sich gut mit ihnen eingespielt, ja." gab ich zurück. Besonders das Hengstfohlen Golden Sugar hatte sie ganz gut im Griff. Die Flausen von PFS' Storm Cat oder Stars of Magic waren dagegen ein Witz. Als wir mit den beiden Stuten fertig waren hatte Beth gerade Little Miss Backyard an der linken und Fantastic Sonata an der rechten Hand. "Könnt ihr nicht noch die letzten beiden übernehmen?" flehte sie und Isaac und ich tauschten vielsagende Blicke aus. Wir stimmten aber zu. So konnte Beth mit der Stallarbeit weiter machen und Isaac und ich schnappten uns What Rainbow und Rouge Trap. Die beiden Stuten brannten schon darauf die Welt zu erkunden. Als wir jedoch mit ihnen nach draußen gehen wollten um eine Runde um den Hof herum zu machen scheuten sie und wollten lieber wieder zurückgehen. Wir tasteten uns also eine Ecke vorsichtiger heran und ließen die beiden Stutfohlen in Ruhe gucken und das Tempo selbst bestimmen. Weit kamen wir so zwar nicht, aber wir konnten das Führtraining mit einem positiven Gefühl abschließen, als wir nach einer halben Stunde auf den Hof zurück kehrten um die Fohlen in ihre Boxen zu bringen wo sie übernachten würden.
      Am nächsten Tag hatten die meisten Pferde frei und so konzentrierte ich mich auf Slap Happy. Isaac hatte sich Bear Totem's Denali fertig gemacht und Kerry nahm LMR Lady Luna mit auf einen gemeinsamen morgendlichen Ausritt. Am Nachmittag kümmerten sich die beiden um Verdine und Tainted Whiz Gun, sodass ich frei hatte. Ich nutzte die Zeit um mit Pitch zum See zu gehen und die Woche ruhig ausklingen zu lassen. Nächste Woche würden die beiden Neuzugänge eintreffen und die Stallordnung wieder mal aufmischen.


      01. November 2018 | von sadasha
      Schnelle Pflege für alle Pferde

      Nachdem ich endlich vom Arzt das Go bekommen habe meine Pferde wieder zum teil selbst zu versorgen, machte ich mich heute früh gleich auf in den Stall um bei der Fütterung auszuhelfen. Ich fing bei meinen Zuchtstuten an um sie als erste auf ihre Weide bringen zu können. LMR Lady Luna, PFS' Savory Blossom und Scarlet in Birth streckten schon neugierig die Köpfe aus der Box, als sie den Fuggerwagen hörte. Slap Happy kam erst zur Tür, als ich bereits vor ihr stand. Als Boxennachbarin wurde dann auch Mikado neugierig. Riven in a Dream war noch im Halbschlaf und musste erstmal aufstehen, als sie das Futter hörte. Ich versuchte noch ein Foto davon zu machen, wie sie in ihrer Box lag, doch ich war zu langsam und erwischte sie mitten in der Bewegung. Die Dunkelheit gab dann den Rest dazu, das Bild war komplett verschwommen. Als nächstes waren Moulan, Blütenzauber und Bear Totem's Denali an der Reihe. Die Vollblut Zuchtstuten waren damit fertig. Nach der Fütterung kamen sie auf ihre Weide. Jetzt waren Tainted Whiz Gun, Verdine und Happy Fantasy bereit für ihr Frühstück. Die bunte Truppe stand nicht mit den Zuchtstuten auf einer Weide. Sie hatte ein eigenes Weideplätzchen und war so harmonisch, dass ich sie gar nicht in die große Herde werfen wollte. Die "Youngsters" hingegen schon. CHH' Classic Spring, PFS' Storm Cat, Rouge Trap, Fantastic Sonata und Essence of Life konnten sich schonmal daran gewöhnen mit tragenden Stuten und Fohlen umzugehen. Sie waren meine Anwärter. Die Jährlingsstuten Little Miss Backyard, Stars of Magic und What Rainbow standen zusammen mit Hester auf einer Weide weiter weg von ihren Mutterstuten. Das Absetzen hatten sie bereits hinter sich, doch ehe sie wieder zu den Großen kommen, würde noch etwas Zeit versteichen. Framed in Fantasy, mein neuster Zuwachs stand zusammen mit Braddock 'The Parrot', Niffler und Benji auf einer Weide, da ich aktuell keine Hengstfohlen außer ihm auf dem Hof hatte. Als die Fütterung der Stuten durch war öffnete ich die Paddockboxen der Hengste. Dabei ließ ich zuerst die älteren Hengste raus. Ehrengold und Mr. Raw Depression und danach Reverence. Zuletzt kamen Raving Hope Slayer und PFS Strolch auf ihre Paddocks.
      Mirko hatte sich in der Zwischenzeit um den zweiten Stalltrakt gekümmert und Xana, Stonery, Venetia, Felan, Magical Touch, Delmara, Iseabail, Lady Lyneth Bowen und Uschi komplett versorgt. Beth war noch dabei die Kaltbluthengste raus zu bringen. Maeyr, Schneemann und Mister Blockhead hatte ich schon draußen gesehen. Tank, Buck or Two, Thomas, Vikar und Mephisto standen noch in ihren Boxen. Ich hatte noch zwanzig Minuten Zeit um eine Box fertig zu machen für den heutigen Neuankömmling. Ramira, eine Tinkerstute, die auch Kerry gut gefallen wird. Sie war charakterlich einwandfrei und genoß bislang ein sehr liebevolles zu Hause in dem sie ordentlich in der Freiarbeit gefördert wurde. Für ein Therapiepferd exzellente Voraussetzungen. Nach der langen Reise aus Deutschland würde sie erstmal Ruhe brauchen. Ich streute deshalb so ein, dass sie es gemütlich hatte. Futter würde sie Portionsweise mitbringen, sodass ich mir darum vorerst keine Gedanken machen musste. Futterumstellungen hatte ich nun schon zu genüge umgesetzt und auch Ramira wird damit sicher gut zurecht kommen, sobald ich damit beginne. Ich legte ein paar saftige Möhren in den Futterkrug und öffnete das Fenster zum Innenhof. Damit war ich mit meinem Tagesplan fertig.

      1. April 2019 | von sadasha
      Frühlingseinbruch
      Den Kopf auf eine Hand gestützt, saß ich auf dem Hocker in der Sattelkammer. Ich starrte die offene Dose Lederfett an, die vor mir auf dem Boden stand, sah sie jedoch nicht. Ich war mit meinen Gedanken bei meinen Eltern, suchte Lösungen für das Dilemma, das sich um sie wob, wie ein giftiges Netz. Die Nachricht vom Schlaganfall meines Vaters hatte mich vor zwei Tagen aus der Bahn geworfen. Meine Mutter war vollkommen aufgelöst und lief herum wie ein aufgescheuchtes Huhn, wenn man sie besuchte. Sie fand sich alleine nur schwer zurecht. Jahrzehnte lang hatte sie meinen Vater an ihrer Seite, ihr Ruhepol, ihr Anker. Jetzt war er im Krankenhaus und kämpfte mit den Folgen des Schlaganfalls. Die Ärzte wollten uns nicht zu viel versprechen, er würde vielleicht wieder gehen lernen, vielleicht wieder sprechen können, aber sein Geist war sehr mitgenommen. Ich hatte meine Mutter wegen ihrer ebenfalls schlechten Verfassung nach Hause geholt. Hier konnte ich immer ein Auge auf sie werfen, sie ablenken. Mein Team half mir dabei und es zeigte bereits Wirkung. Aber war das die Lösung? Sicher nicht. Ich musste mir für die Zukunft etwas anderes überlegen.
      Ich seufzte und riss mich aus meinem Gedankenkarussell. Jemand hatte die Tür hinter mir geöffnet. Als ich mich umwandte sah ich, dass es Kerry war. Sie brachte Sattel und Trense von Vikar nach ihrem Training zurück. „Vikar kam heute aus dem Schwitzen kaum noch raus. Auch die anderen Kaltblüter tun sich schwer mit dem plötzlichen Frühlingseinbruch. Kannst du mir helfen sie zu scheren? Ich bin mit der Maschine so unsicher.“, fragte sie, als sie das Zubehör fertig verstaut hatte und sich zum Gehen wandte. Ich nickte zum Sattel auf dem Bock vor mir. „Ich mach den noch fertig, dann komme ich.“
      Kerry hatte Tank auf die Stallgasse geholt und ihn gründlich geputzt. Der Shirehengst sah mich aufmerksam an, als ich mich mit der Schermaschine näherte. Er war meistens entspannt. Das Scheren kannte er und gerade ihm mit seinem schwarzen Fell, war es immer eine große Erleichterung, wenn wir ihm beim Fellwechsel halfen. „Ich hol schon mal den nächsten Kandidaten, dann kann ich Putzen, solange du Tank scherst.“ Abermals nickte ich und schloss die Maschine am Strom an. Ich stellte eine recht kurze Haarlänge ein und begann am Hals gegen den Strich zu scheren. Kerry hatte die Mähne fest eingeflochten, sodass sie mich jetzt nicht störte, selbst wenn sich Tank einmal schüttelte. Ich nahm mir die Zeit um langsam die Bahnen zu ziehen und auf Unebenheiten zu achten. Schließlich wollte ich den Hengst nicht verletzen. Immer wenn ich absetzte prüfte ich die Temperatur der Schermaschine. Wurde sie zu heiß, setzte ich für ein paar Minuten aus, damit sie sich abkühlen konnte. Nach Tank war Felan an der Reihe. Kerry brachte den Hengst weg und ich ging eine Stallgasse weiter um die Schimmelstute zu scheren. Felan war auch sehr ausgeglichen und ruhig. Der Krach der Schermaschine machte ihr nichts. Ihre dunkle Haut ließ das Fell grau erscheinen. Kerry half mir beim Po und hob den Schweif an, da Felan ihn nicht von selbst hochnahm, wenn ich in die Gegend kam. Dadurch dass die Stute deutlich kleiner war, als Tank war ich auch viel schneller mit dem Scheren fertig. Kerry hatte dennoch schon das nächste Pferd fertig geputzt. Schneemann war zwar auch weiß, hatte aber eine helle Haut, da er kein Schimmel war. Er bekam eher einen rosa Touch, wo die Haut durchschimmerte. Während ich ihn scherte, putzte Kerry Uschi, deren Dapples beim Schervorgang deutlicher zum Vorschein kamen. Eine Herausforderung stellte Maeyr dar. Der Hengst war mal wieder in Höchstform und schnappte immer wieder nach mir, wenn ihm eine Stelle nicht passte. Als ich seine Spinnereien satt hatte bat ich Kerry ihn abzulenken, damit ich den Schervogang in Ruhe abschließen konnte. Auch Mister Blockhead war nicht begeistert vom heutigen Tagesprogramm. Nach ihm legten wir erstmal eine Pause ein und aßen zu Mittag.
      „Holt ihr die anderen? Wir haben für Alle gekocht.“, bat meine Mutter, als wir die Küche betraten. Sie sah glücklich aus. Mrs. Clayton deckte im Hintergrund den Tisch. Es roch köstlich nach gebratenem Fleisch und Rosmarin. Kerry und ich teilten uns auf und holten den Rest des Teams. Ein so üppiges Essen hatten wir selten. Meistens gab es Eintöpfe, Suppen, irgendwas, das sich schnell für eine große Truppe anrichten ließ. Jetzt wo Mrs. Clayton jedoch die Hilfe von meiner Mutter hatte tischten sie gemeinsam auf. Sie waren ein ausgezeichnetes Team. „Als nächstes scheren wir Mephisto und Buck or Two. Dann sind es nur noch die übrigen Stuten.“, erklärte Kerry. Liz sah auf. „Das macht ihr also den ganzen Tag! Vielleicht könnte man bei der Gelegenheit die Fohlen an das Geräusch gewöhnen?“, schlug sie vor. Ein zustimmendes Murren ging durch die Reihe, da niemand den Mund leer hatte um in Worten zu antworten. Den Rest des Essens diskutierten wir aus wie dir das Fohlentraining am besten einbringen konnten ohne die Kleinen komplett zu verschrecken. Am besten ging das mit den sehr routinierten Stuten. Xana, Venetia, Ramira und Sovereign boten sich an.
      Nach dem Essen ging es dann an die Umsetzung. Ich begann damit die Stuten zu scheren und Kerry sah immer mal wieder mit einem der Fohlen vorbei. Zuerst mit Hester, die das Alles recht wenig interessierte. Gut für sie, denn als Tinker würde die später öfter in den Genuss kommen zum Fellwechsel geschoren zu werden. Aber auch die Vollblutfohlen Little Miss Backyard, What Rainbow und Framed in Fantasy konnten sich mit dem Geräusch und dem Vorgang etwas vertraut machen. Als die vier Stuten unseres Vertrauens durch waren mit Scheren, fehlte nur noch Stonery. Auch sie wurde heute von überschüssigem Winterfell befreit und anschließend mit einer leichten Decke eingedeckt.
      Der nächste Tag begann ganz standardmäßig. Es war für mich schon so normal, meine Mutter im Haus zu haben, dass es sich unnatürlich anfühlte, sie demnächst wieder wegzuschicken, damit sie weiter mit meinem Vater leben konnte. Doch für den Moment genoss ich ihre Anwesenheit und ihre Hilfsbereitschaft im Haushalt. Sie hatte sogar Pitch raus gelassen, sodass ich sofort an die Arbeit mit den Pferden gehen konnte. Ich schnappte mir zuerst Ehrengold und Sunday Morning und steckte sie in die Führanlage, die beiden braunen Hengste verstanden sich erstaunlich gut und so konnte man sie halbwegs unbeaufsichtigt ihre Runden drehen lassen. Von der Reithalle aus konnte ich sie beobachten. Ich machte mir Riven in a Dream fertig und wärmte sie zuerst einmal gründlich auf. Als ich damit fertig war betrat Isaac mit Mikado in die Halle. „Keine Stangen aufgebaut? Bist du krank?“ Ich lachte. „Kein Bedarf. Aber nur zu, wenn du Stangenarbeit machen möchtest: Fühl dich frei.“, gab ich zurück und trabte Riven an. Isaac beließ es für seine erste Trainingseinheit des Tages dabei und baute erst nachdem er Mikado weggebracht hatte ein paar Stangenlektionen auf. Ich hatte nun PFS Strolch unter mir und nutzte die Stangen ebenfalls. Da Isaac jetzt den Halbbruder PFS' Straight Alignment ritt kamen wir mit den Abständen in etwa hin, wenngleich Ally ein Stückchen kleiner war. Die Schrittlänge war erstaunlicher Weise recht ähnlich. Nach dem Mittag schnappte ich mir zuerst Golden Sugar und später Reverence und machte ihn für den Geländeparcours fertig, der sich endlich wieder bereiten ließ, nach all den nassen Tagen. Die Hofeigene Strecke hatte ich für mich alleine, da heute nur Isaac als Trainer auf dem Hof war. Er blieb jedoch den Tag über in der Halle. Die Stuten PFS' Savory Blossom und Essence of Life würde das freuen, da sie sonst gleich gewaschen werden müssten, was keine von ihnen sonderlich mochte. In der Führanlage liefen, als ich von meiner Geländesession zurück kam, Rouge Trap, PFS' Storm Cat, Tainted Whiz Gun und CHH' Classic Spring. Damit waren die Vollblüter für heute bewegt. Frei war mein Nachmittag jedoch trotzdem nicht, da ich noch ein paar Besorgungen für die Schmiede machen musste. Erst als ich spät Abends wieder nach Hause kam, hatte ich endlich frei und konnte mit Pitch die Ruhe genießen.

      Occulta Eine Herde bekannter Gesichter
      Deadly Ambition, Odyn, Felicita II, Piroschka, Riven in a Dream, PFS' Strolch, PFS' Savory Blossom, PFS' Straight Alignment, Corde de la Cerise, Eismärchen, Blue Moon II, Louvré, PFS' Ljúfa, PFS' Lyskra, Raving Hope Slayer, Co Pilot de la Bryére, Moon Kiddy, Dancing Moonrise Shadows, Iskierka, A Winter's Tale, Empire State of Mind, Senda Oscura, Dourada Estrada, One Cool Cat, Unbroken Soul of a Rebel, Daedra, PFS' Counterfire, Phantom, Mikke, Kaythara El Assuad, All Pride, Nosferatu, Drømmer om Død

      Vor gut einer Woche hatte ich das Team informiert, dass heute «besondere Umstände» unsere unsere Zeit in Anspruch nehmen würden. Die Rede war von der Ankunft einer ganzen Horde von Pferden, die wir von Hunter Crowley und dessen Bekannten übernahmen. Es gab auf den jeweiligen Gestüten eine Umstrukturierung und in Folge dessen waren viele der Pferde zum Verkauf gestanden. Schon vor nicht allzu langer Zeit hatte ich ein paar von Hunters Pferden zu mir geholt, unter anderem den von mir heiss geliebten Vollblüter Raving Hope Slayer. Diesmal waren es aber vor allem Pferde, die ich bereits kannte und die zum Teil sogar auf Pineforest ihre ersten Schritte überhaupt getan hatten. So etwa Savory Blossom, die hübsche Blütenzauber-Tochter. Auch zwei Stromer-Nachkommen waren unter den Rückkehrern: Straight Alignment und Strolch. Auf letzteren war ich besonders gespannt, denn vom Hören-Sagen her glich er seinem Vater auf’s Haar, abgesehen von der leicht dunkleren Fellfarbe. Ally war ein stattlicher junger Hengst mit reichlich Potential für Military, wie ich ihn einschätzte. Piroschka kehrte ebenfalls wieder zurück - sie hatte seit ihrem Verkauf irgendwie ihren Weg zu Hunter gefunden, und nun durfte sie ihre alten Kolleginnen, insbesondere Moon, wiedersehen. Ausserdem war da noch Corde de la Cerise - eine Warmblutstute von, wer hätte es gedacht, Co Pilot. Praktische Grösse, hübsch dunkelbraun mit Dapples und ähnlich sensibel wie ihr Vater. Das war auch einer der Gründe, warum ich sie zu mir hatte nehmen wollen; in fremden Händen wäre ihre Zukunft recht ungewiss gewesen. Da ich aber die Launen und Macken dieser Blutlinie nur zu gut kannte, war ich sicher, damit umgehen zu können. Eine weitere Herausforderung bot sich mit Eismärchen, einer halbblinden Ponystute. Womöglich machte ich mir dazu aber mehr Gedanken als nötig, denn die Stute war laut Hunter unkompliziert und ruhig. Ganz neu war auch Mikado, eine Vollblutstute, die mich rein äusserlich ein wenig an Sympathy of the Devil erinnerte, jedoch charakterlich eher auf der scheuen Seite zu sein schien. Und natürlich der kleine Louvré, den ich schon vor einer Weile gekauft hatte, der aber bis anhin noch bei Hunter auf der Fohlenweide einquartiert war. Zu guter Letzt gab es noch einen Rückkehrer besonders zu erwähnen: Riven in a Dream. Die schwarzbraune Stute war auf dem Bear Brook Gestüt liebevoll umsorgt worden und befand sich körperlich in einem top Zustand. Ich freute mich schon darauf, sie wieder unter dem Sattel zu haben.

      Wir waren schon am Vortag nebst den Routinearbeiten eifrig damit beschäftigt gewesen, die Boxen einzurichten. Ich hatte beschlossen, ein paar Verschiebungen in der Boxenreihenfolge vorzunehmen, damit es bei den Neulingen keine Zankereien mit den benachbarten Pferden gab. Natürlich konnte ich nur raten, wer sich am besten mit wem vertragen würde. Aber meistens hatte ich eine Art Gespür dafür – schliesslich hatte ich es schon öfter mit wählerischen Kandidaten wie zum Beispiel der zuckersüssen Iskierka zu tun gehabt, die ihren ersten paar Nachbaren am liebsten durchs Gitter an die Kehle gegangen wäre und erst Ruhe gegeben hatte, als sie die Box mit nur einseitiger Nachbarschaft, verkörpert durch A Winter’s Tale, bekommen hatte. Das lag vermutlich daran, dass Thalia gegenüber anderen Pferden nicht so aufdringlich war wie viele andere der vierbeinigen Genossen. Jedenfalls hoffte ich, dass sich alle irgendwie arrangieren würden. Vor dem Mittag bereiteten wir nun auch die Transporter vor; den vierplätzigen Camion und zwei gewöhnliche Zweier-Anhänger. Die Fahrt nahmen wir kurz nach dem Mittag in Angriff. Im Nachbardorf trafen wir wie geplant auf Rosie, die ebenfalls zwei Pferde abholen wollte. Unsere Karavane kam ohne tragische Verspätung am Zielort, dem Bear Brook Gestüt, an. Dort wurden wir fröhlich in Empfang genommen, sobald wir organisiert-praktisch auf dem Parkplatz verteilt waren. Um die weniger verladefreudigen unter den Pferden nicht unnötigem Stress auszusetzen, planten wir kurz, wem welche Aufgabe zuteilwurde. Leute hatten wir mehr als genug zur Verfügung. So wurde Schlag auf Schlag ein Pferd nach dem anderen in die Transportvehikel geführt und alles gesichert. Weil wir geschickterweise die mutigeren Kandidaten gleich als Vorbilder voraus verluden, gingen eigentlich alle problemlos rein, sogar die zappelige Cerise. Die Klappen wurden schwungvoll geschlossen und es wurden zufriedene High-Fives oder Schulterklopfen ausgetauscht. «Ich hoffe, wir hören trotzdem bald wieder von euch», wandte ich mich leicht besorgt an Hunter. Der beschwichtigte mit einer Handbewegung und einem Zwinkern. «Keine Angst, wir sind ja nicht von der Welt. Aber in nächster Zeit werden wir nur leider sehr beschäftigt sein.» Ich grinste und nickte wohlwissend, dann verabschiedeten wir uns mit einer freundschaftlichen Umarmung.

      Zuhause wurde es doch noch etwas hektisch. Zwischen dem aufgeregten Wiehern der Pferde und dem tänzelnden Hufgetrappel dirigierte ich so gut es ging die Zweibeiner, während ich selber eine schnaufende Cerise am Strick hatte. Es gab Gequietsche zwischen den neuen Boxennachbaren, und manche der Neulinge drehten zunächst unruhige Runden im Stroh. Als der Heuwagen kam, beruhigte sich die Stimmung deutlich. Ich half noch mit, die Transporter zu reinigen und zu versorgen, dann machte ich eine Kontrollrunde, wobei ich zuallererst zur Fohlenweide stiefelte, um nach Louvi zu sehen. Der junge Hengst wurde wie erwartet aufdringlich beschnuppert und sein helles Fell gründlich inspiziert, aber die Begrüssung schien friedlich zu bleiben. Ich bat Lewis trotzdem, ein Auge auf die Gruppe zu halten. Als nächstes lief ich durch den Innenhof des Hauptstalls und warf einen Blick durch die Fenster. Strolch kaute zufrieden auf seinem Heu herum, aber Ally schien noch immer unruhig zu sein und rührte seinen Haufen nicht an. Ich ging ins Innere des Stalls und betrat die Box des Hengstes. «Hey, big boy. It’s allright, you’re home», murmelte ich, und streichelte seinen dunkelbraunen Hals. Er wieherte mir zum Dank direkt ins Ohr. Ich rieb mir symbolisch die Ohrmuschel und verzog das Gesicht. «Got a tinitus?», lachte Ajith, der mit der Schubkarre durchkam. «Almost…» Der Pfleger kam näher und warf ebenfalls einen Blick in die Box. Dann meinte er: «Don’t worry, I’ll check frequently to see if he’s fine.” Er ahnte, dass ich mir mehr Sorgen als nötig machte, weil ich noch zu genau im Kopf hatte, was mit Allys Vater geschehen war. Ich wusste, dass die beiden Pferde trotz ihrer Verwandtschaft völlig unterschiedlich waren und es bei Stromer einfach Pech gewesen war, aber ich konnte nicht anders als daran zu denken, wenn ich die Nachkommen meines Lieblings so aufgewühlt und gestresst sah. Ich bedankte mich bei Ajith – der Pfleger war in solchen Momenten ein Segen. Mikado und Savory waren ruhig, Riven schien sich auf Anhieb wieder wohlzufühlen. Cerise konnte sich kaum entscheiden zwischen Fressen, Nachbaren beschnuppern und in der Gegend herumglotzen. Ich lachte bei dem Anblick der höchst beschäftigten Stute. Typisch junges Pferd. Wenig später ging ich zur Stutenweide, um Ljúfa zu putzen. Ljúfa und ihre kleine Tochter, um genau zu sein. Das Fohlen war seit ein paar Wochen auf der Welt und bereits ziemlich mutig unterwegs. Sie verlief sich auch öfter mal und folgte dann einer anderen Stute, bis Mama Ljúfa sie mit angelegten Ohren zurückeroberte. Besonders frech in dieser Hinsicht war Chanda. Die Criollo Stute war ein ausgesprochener Fan des Föhlchens und lockte die Kleine jeweils fast schon zu sich. Aber natürlich liess Ljúfa nicht zu, dass das graue, flauschige Ding zu lange von ihrer Seite wich. Anfangs hatte ich die Situation besorgt aufmerksam beobachtet, aber nun waren die beiden aus dem gröbsten raus. Die kleine trug übrigens den Namen Lyskra.

      Gegen Abend wollte ich bereits zum ersten Mal eines der neuen Pferde ausprobieren. Ich entschied mich für Strolch. Sein cremefarbenes Fell war besonders beim Hals vorne ganz weich und hatte einen seidigen Glanz, typisch für Champagne. Vom Farbton her war es dem seines Vaters sehr ähnlich, aber die Haut darunter war an manchen Stellen nicht rein rosa, sondern ganz leicht dunkelgrau gesprenkelt. Von weitem erkannte man das kaum, aber als ich direkt neben ihm stand und mit den Fingern den Nüstern entlangstrich, konnte ich die einzelnen Fleckchen zählen. Strolch spielte mit seiner Oberlippe, als ich den Zeigfinger darauf tippte. Wenig später gähnte er ausgelassen und streckte dabei seine Zunge raus, weil ich eine etwas verspannte Stelle beim Kreuzdarmbein mit dem Striegel traf. Ich massierte dort noch etwas länger und er verzog genüsslich das Maul. «Na du Albino-Giraffe», grüsste Jonas laut, und strich dem jungen Hengst ebenfalls kurz über die Stirn. «Was machst du mit ihm?» «Bisschen auf den Platz, dachte ich.» Ich gab ihm einen Begrüssungskuss. «Ich hab ne bessere Idee.» «Die wäre?» «Ich nehm Empire und wir gehen zusammen zu Rosie rüber. Sie hat uns zu einer Tasse Tee eingeladen.» «Mit Strolch? Er ist gerade erst angekommen, ich weiss nicht, ob das schlau ist…» «Ach was. Das ist nicht anders, als wenn er auf einem Turnier wäre. Sagen wir, ein Patrouillenritt. Oder eine Fuchsjagd.» «’Kay, wenn man es so betrachtet…» «Genau. Ich hab immer recht.» «Stimmt doch gar nicht», protestierte ich lachend, und stupste ihm in die Seite. Wir einigten uns auf einen kurzen Besuch und ich machte Strolch fertig, während er Empire sattelte. Wir liessen die beiden beim Aufsteigen einander beschnuppern – es gab nicht einmal ein Gequietsche. Es schien, als würde Strolch den älteren, erfahreneren Hengst ohne Hinterfragen als Chef akzeptieren. «Cleverer Bursche», murmelte ich und klopfte ihm auf den Hals. Wir ritten los und kamen bis zur Holzbrücke, ehe Strolch dann doch ein wenig Unwohlsein zeigte. Die vom Regen der vergangenen Tage noch etwas feuchten Planken schienen ihm nicht geheuer zu sein. Ich ritt ihn geduldig heran und liess ihn den Untergrund untersuchen, doch auch das überzeugte ihn zunächst nicht von unserer Idee. Schliesslich klappte es, als Empire direkt vorausging und er sich quasi hinter dem Schimmel verstecken durfte. Ich lobte ihn ausgiebig und war froh, ein so wohlerzogenes Lehrpferd an unserer Seite zu haben. Empire konnte zwar auch anders, das wusste ich, aber zumindest im Moment war auf ihn verlass. Wir setzten den Weg fort und kamen in ganzen Stücken bei Rosie an. Die junge Stallbesitzerin empfing uns und wir konnten die beiden Pferde wie gewohnt in zwei ihrer leeren Boxen stellen – derer sie auch nicht mehr so viele hatte, wie ursprünglich. Zwei neue Morgan Horses wohnten nämlich nun auf der Wilkinson Farm, zwei prächtige Tiere. Das eine mit goldgelbem, glänzenden Fell und das andere so schwarz wie die finsterste Nacht. «How do you like them? I must admit - I instantly fell in love when I saw them”, schwärmte Rosie. “They are quite handsome, that’s true. The golden one is a champagne, I suppose?” “Of course. Dourada Estrada. The mottled skin and green eyes are unmistakable. I love that green sheen.” “This is kinda funny. Did you take a close look at my new fellow over there?” Wir wechselten zu Strolch und Rosie musterte ihn neugierig. «He’s a son of Stromer, right?” “Jup.” “He sure looks like his daddy…» «Nah, look at his eyes.” “OH!” Wir lachten herzhaft. “I really didn’t notice – must have been the dim light in here…” “What a coincidence, right?” “Yeah!” Wir blieben noch einen Moment im Stall bei den Pferden (Senda Oscura wurde uns auch noch vorgestellt), dann wechselten wir ins Haus und genossen eine Tasse Tee. Bevor es ganz eindunkelte machten Jonas und ich uns schliesslich auf den Heimweg.

      Bei der letzten Stallkontrolle vor dem Zubettgehen hatte Ally seinen Heuhaufen schliesslich auch ratzeputz aufgefressen, und Savory streckte sich diese Nacht sogar schon entspannt im Stroh aus, was man an ihrem reichlich dekorierten Schweif am nächsten Morgen erkannte. Überhaupt hatten sich viele der Neuen über Nacht schon etwas eingelebt. Wir begannen an diesem Morgen, alle in den gewöhnlichen Tagesablauf zu integrieren. Dazu gehörte natürlich auch Bewegung. Ich ritt am Morgen deshalb nebst One Cool Cat, Rebel, Moon und Phantom auch Riven – allerdings nicht auf der Rennbahn, sondern auf dem Sandplatz. So kurz vor dem Mittag war die Luft schon sehr aufgeheizt und wir schwitzten beide so viel, dass wir nach dem Galopp fast frisch geduscht aussahen. Ich wollte Riven (und mich selbst, mit meiner zarten, bleichen Haut) nicht mehr zu lange der Sonne aussetzen, also verzichtete ich auf allzu ausgiebiges Ausschreiten und steuerte schon den Ausgang an, beziehungsweise Waschplatz. Aber so weit kam ich nicht – mein Smartphone klingelte vorher. Überrascht nahm ich ab. «Cooper?» «Hi Occulta. I have to reorganize my barn and prepare for future breeding projects. Would you like to take back Felicita? And there’s Odyn, too – the son of Mikke. And I have a Mare out of Burning Spring that I’m sure you would like.” “Are you kidding me??” “No, why?..” Ich konnte es nicht fassen – noch mehr Pferde? Die Sonne brannte auf meine Oberschenkel, und Riven scharrte ungeduldig. «Coop?», fragte ich, um zu sehen ob sie noch dran war. «Yes?» «I have to think about it – and discuss with Jonas…” “No Problem. Hey – is it so very hot in England, too? We had to train the horses even earlier in the morning than usual. At eight o’clock it was already 77 °F over here…” “Yeah Cooper, I’m drowning in my own sweat right now. That’s why – let’s hang up, I really need to go take a bath together with my horse”, drängte ich. “Oh my, you’re still out? I’m sitting here with an ice cream, enjoying the fan in front of me.” “Whatever. Bye, I’ll call you back later.” Ich hängte lächelnd auf, dann stopfte ich das Smartphone in die Po-Tasche und ritt Riven zügig zum Hauptstall zurück. Ich sprühte sie gründlich von Huf bis Kopf ab und streifte dann das überschüssige Wasser mit dem Schweissmesser ab. Sie schnaubte ein paarmal und hielt den Hals entspannt waagrecht. «That’s much better girl, right?», murmelte ich liebevoll. Ich wusch mir selbst rasch das Gesicht, dann führte ich die Stute in ihre Box, wo sie bis zum Abend bleiben würde – wir stellten die Pferde im Sommer erst Abends auf die Weide, um sie nicht den Bremsen zu servieren. In der Stallgasse des Hauptstalls war es zum Glück etwas kühler als draussen. Alle Fenster waren geöffnet und eine leichte Brise sorgte für gelegentlichen Luftaustausch. Trotzdem machte ich mir natürlich Gedanken, wie man es den Pferden noch angenehmer machen konnte. Eine Klimaanlage im ganzen Stall kam jedoch leider nicht in Frage – die Stromkosten wären nicht tragbar. Etwas Besseres fiel mir momentan auch nicht ein. Ich begab mich ins Haus, um das Mittagessen, ein Birchermüsli mit Früchten, vorzubereiten. Auf etwas warmes hatte niemand Lust. Zum Nachtisch gab’s dann auch ein Eis. Lily hatte im Supermarkt Wassereis gefunden, in das Gummibärchen eingefroren waren. Unerwartet lecker für ein vermutlich überzuckertes, künstlich gefärbtes Produkt. Ich rollte die Augen beim blossen Gedanken daran und schleckte genüsslich weiter. Beiläufig stellte ich mich neben Jonas und lehnte mich leicht an ihn. Er durchschaute mich sofort. «Was führst du jetzt wieder im Schilde?» «Gar nichts. Verdächtige mich doch nicht immer gleich.» «Dann darfst du mir aber keinen Grund dafür geben.» «…Okay, nächstes Mal. Cooper hat angerufen…» Ich brauchte gar nicht weiterzureden. «Noch mehr Pferde??» Ich stiess ein kleinlautes «Ja» aus. Sein Tonfall wurde ernst. «Wir müssen noch mehr anbauen, wenn das so weiter geht. Der Hauptstall hatte noch nie, seit ich hier bin zumindest, alle Boxen besetzt. Zum Glück ist die Besitzerin von Muskat letztens mit ihm umgezogen, sonst hätten wir sogar eine zu wenig gehabt." "Ich weiss ja... Ich hatte auch nicht vor, so viele aufzunehmen. Aber ich kann doch unsere alten Freunde nicht im Stich lassen! Ich meine - Felicita kommt zurück! Ich kann es kaum fassen, dass ich sie nach so langer Zeit wiedersehe. Ich bin so gespannt darauf wie sie jetzt ist. Sie muss inzwischen richtig erwachsen und zuverlässig geworden sein. Aber sie war sowieso immer schon ein Schatz." "Nichts desto trotz müssen wir aufpassen, dass wir uns nicht zu viel aufhalsen. Vermutlich müssen wir noch einen Pfleger mehr einstellen, und die ganzen Kosten für Tierarztbesuche und Futter darfst du auch nicht vergessen. Bisher kamen wir relativ sorglos über die Runden, aber mit so vielen Mäulern zu stopfen wird das nicht ewig so bleiben." Ich seufzte. Er hatte vollkommen recht, das war mir auch bewusst. Ich sah ihn nicht direkt an, meinte aber: "Die Saison ist noch lange nicht zuende. Iskierka ist dieses Jahr noch stärker als sonst und wir haben mit Counterfire und Daedra gleich zwei ausgezeichnete Jungpferde am Start. Cool Cat und Kaythara sind ebenfalls beinahe ungeschlagen - und vergessen wir mal nicht Raving Hope Slayer, dessen volles Potential wir noch gar nicht kennen. Ich wollte mit Oliver sowieso darüber sprechen, ob wir uns im September mit Counterfire an die St. Leger Stakes in Doncaster wagen können." "Die St. Leger Stakes?? Glaubst du sie hat ne Chance? Das ist ein Gruppe-1 Rennen, und erst noch das älteste der British Classics - Es geht über 2900 Meter! So eine Distanz ist Daedra bisher nie gelaufen." "...und das Preisgeld für den Sieger ist £421,355", stellte ich beiläufig fest. "Und Oliver meint, dass sie das kann?" "Sie ist ungeschlagen, Jonas. Keiner der Zweijährigen konnte ihr das Wasser reichen, und die Dreijährigen können es bisher auch nicht. Oliver wird mir sicher zustimmen."

      "You wanna do WHAT?!?" Oliver sah mich an, als hätte ich mein letztes bisschen Vernunft an die Schwalben unter dem Dach des Hauptstalls verfüttert. "Well, don't you always rave about how she is oh so outstanding and should race group-1?" "That's a completely different story! What you are suggesting ist Great Britain's oldest classic race, the last race of the tripple crown! This is not some freshwater race like the ones that we've done so far. This one is of international importance!" "You fear that she could embarrass you in front of international trainers. You're a coward." "I'm only being realistic!" "I think we should give her a chance to prove herself." "I think you should ask her first, if she wants to run a whole Mile and six furlongs against three-year-olds that were trained specifically for that." "There's still time to train her specifically, too." Schweigen stellte sich für einen Moment ein. Oliver sah nachdenklich aus, und ich überlegte mir, ob ich mit meiner Idee vielleicht doch zu sehr nach den Sternen griff. Schliesslich ergriff Oliver wieder das Wort. "We would have to train hard to achieve this level of stamina. We would have to train her first in the morning, and even then it will still be too warm for that amount of training. You know I will try to fulfill your every wish, but only if you are sure about it. I don't want to hear another harangue from you about how I abuse your precious horsey-babies and about how overambitious I am. You still remember our little discussion after Frame's accident, don't you?" Ich zögerte. "Yes - and you're right, it probably is a stupid idea. I still thought you would be more excited and help me get upbeat about it, too." Er fixierte mich mit ernster Miene. "I AM excited about it. I would gladly try to train a champion horse for a challenge like that. But my experience tells me that you will not let me finish the plan once you realise what you're asking of that horse." Entschieden antwortete ich: "I will. I will agree with whatever you deem necessary, as long as Counterfire does not get hurt in the process. I will keep an eye on you, but I will not blame you if something goes wrong. I promise." "It's decided then. We start tomorrow, we have a lot to catch up on." Ich nickte, unsicher, ob ich erleichtert oder besorgt sein sollte. Auch wenn ich es schönzureden versuchte - ich hatte im Grunde genau das vor, wofür ich so viele andere Rennpferdebesitzer anprangerte: Geldverdienen.

      Später am Nachmittag rief ich Cooper erneut an und bestätigte, dass ich Odyn, Felicita und die Stute namens Deadly Ambition bei mir aufnehmen würde. Ich setzte alle Hebel für den Einflug der drei aus Kanada in Gang, dann ging ich in den Stutenoffenstall, um Shadow zu holen; aber vorher zog ich meine Badesachen an. Die Stute hatte mit ihrem schwarzen Fell noch heisser als die anderen und brauchte dringend eine Abkühlung. Und wo bekam man die besser, als bei der Badestelle im Fluss nebenan? Lily, und auch Lea, die gerade um fünf Uhr gekommen war, stiessen begeistert hinzu. Lea durfte einen Badeanzug von Lily ausleihen. Sie nahm ihren Ponyhengst All Pride, während Lily die ebenfalls dunkle Nosferatu auswählte. Die beiden Ponys kannten sich übrigens bereits von früher: sie hatten ziemlich lange auf dem selben Gestüt gelebt. Kurz bevor wir losreiten wollten, kam Jonas in seinen Badehosen über den heissen Asphalt gejoggt - ausrufend, dass er auch noch mitwolle. Er holte Dod aus dem Nordstall. Wir warteten ungeduldig in der heissen Sonne auf ihn, aber er beeilte sich zum Glück. "Man darf die Ladies nicht warten lassen, stimmt's?" Wir rollten allesamt die Augen, dann machten wir uns auf den Weg. Ich war unglaublich froh, als wir das Wasser erreichten, denn ich klebte förmlich auf Shadows Rücken fest und ihr Fell war richtig heiss zum Berühren. Die Pferde stiegen bereitwillig das Ufer hinunter und auch sofort stampfend ins Wasser. Der Fluss führte trotz der Hitze noch relativ viel Wasser, vermutlich weil es zuvor lange geregnet hatte. Wir genossen die Abkühlung eine ganze Dreiviertelstunde lang, ehe die Vierbeiner ungeduldig wurden und wir uns auf den Heimweg machen mussten. Dort lockte nämlich das Kraftfutter.
    • Stelli
      Tierarzt-, Hufschmied- und Trainingsberichte
      13. März 2015 | 4700 Zeichen von Abajo
      Hufschmiedbericht
      Mein heutiger Auftrag führte mich zur Ranch von Stefanie Westside, wo ich die Hufe 3 ihrer Pferde kontrollieren und beschlagen sollte. Wir hatten schon im Vorfeld geklärt, welcher Beschlag am besten geeignet wäre und so befanden sich in meinem Auto auch ein ganzes Sortiment an stahlverstärkten Kunststoffbeschlägen. Auf der Ranch angekommen wurde ich von Stefanie freundlich begrüßt und in den Stall geführt.
      „Na wen haben wir denn da?“, fragte ich motiviert und betrachtete die hübsche Vollblutstute Mikado mit der außergewöhnlichen Fellfarbe. Stefanie schien sichtlich stolz und erzählte mir, dass sie erst seit kurzem hier sei und deshalb noch nicht allzu viel über ihren Charakter sagen könne. „Wir werden schon rausfinden, wie sie drauf ist.“, meinte ich lachend und machte mich dann an die Arbeit. Das Hufe heben funktionierte einwandfrei, einzig meine Arbeitsgeräte schien die Stute misstrauisch und anfangs etwas ängstlich zu mustern. Zuerst nahm ich den linken Vorderhuf auf meinen Oberschenkel und beurteilte den Zustand. Jung und unverbraucht, so wie man es gerne hat. Nach der ersten Blickkontrolle nahm ich auch schon die Hufzange und zwickte überstehende Hornhaut ab. „Sie hat gute Hufe, ich denke sie wird da in Zukunft wenig Probleme machen.“, erklärte ich während ich die Sohle mit dem Hufmesser bearbeitete. Dann sorgte ich mit der Raspel dafür, dass alle Unebenheiten und Kanten abgeschliffen wurden. Als letztes suchte ich noch die passende Größe und Form aus meinem Sortiment raus und nagelte den Kunststoffbeschlag an den Huf. „Peeerrfeeekt.“ Langsam ließ ich den Huf zum Boden gleiten und machte mich dann daran, auch die restlichen Hufe zu bearbeiten, bis die Stute schließlich mit allen 4 Beinen am Boden stand, unter den Hufen natürlich die Kunststoffbeschläge. „Sie wird sich anfangs wahrscheinlich ein bisschen blöd anstellen, gib ihr einfach ein bisschen Zeit und nach einigen Tagen wird sie laufen wie vorher.“
      Nachdem Stefanie Mikado zurückgebracht hatte, kam sie auch schon mit dem nächsten Pferd, einem Hengst namens Companero, den sie links und rechts am Halfter in der Stallgasse festmachte. „Noch ein Roan!“, stellte ich entzückt fest und musste an meine Shire Stute denken, der ebenfalls ein Roan war. Stefanie erklärte mir noch, dass er ein sehr ruhiger und bodenständiger Kerl sei, den man nicht so schnell aus der Ruhe bringen konnte, bevor ich mich schließlich auch bei ihm an die Arbeit machte. Companero arbeitete brav mit und hob seine Hufe auch gleich nach kurzer Aufforderung. Auch das Bearbeiten ließ er ohne mit der Wimper zu zucken über sich ergehen. So konnte ich recht konzentriert arbeiten und seine Hufwand zurechtkürzen, die abgestorbene Sohle wegschneiden und den Huf glattraspeln. Auch die Kunststoffbeschläge schienen ihn nicht zu stören, denn auch diese waren schnell angebracht. „Guter Junge.“, lobte ich ihn und tätschelte seinen Hals, nachdem ich komplett fertig war mit ihm.
      Der letzte Kandidat war I’m an Albatraoz, ein hübscher Hengst, der ebenfalls noch nicht so lange bei Stefanie auf der Ranch stand. „Dann wollen wir ihn uns mal ansehen.“, sagte ich, während ich mich bei ihm mit einem Streichen über den Hals vorstellte. Ich nahm seinen ersten Huf auf den Oberschenkel, betrachtete diesen und legte mir in Gedanken schon die passende Beschlaggröße zurecht. Der Hengst wirkte wenig interessiert an meiner Arbeit, weshalb ich auch hier recht entspannt meine Handgriffe machen konnte. Der Huf wurde mit der Zange gekürzt, dann der Strahl und die Sohle mit dem Hufmesser zurechtgeschnitten und zuletzt raspelte ich alle Unebenheiten glatt, sodass wir den Beschlag ohne Probleme anbringen konnten. „Reichst du mir gleich den Beschlag bitte? Den zweiten von rechts.“ Sofort setzte sich Stefanie in Bewegung und übergab mir das Gewollte. „So, noch kurz stillhalten.“, sagte ich zu Albatraoz und nagelte den Beschlag fest, nachdem ich nochmal kontrolliert hatte, ob er passen würde. Die nächsten Beiden Hufe gingen genau so schnell, doch beim letzten schien der Gentlemen seine Meinung zu ändern. Erst wollte er den Huf gar nicht hergeben und dann entzog er ihn mir ständig. „Na wer will denn da so zickig sein?“ Stefanie versuchte den Hengst ein wenig mit Leckerlies abzulenken, damit ich auch den letzten Huf ohne gröbere Störungen fertig machen konnte. „So, das war es.“, verkündigte ich während ich seinen Huf zurück auf den Boden setzte.
      „Wie schon erwähnt, wahrscheinlich brauchen sie eine Weile, um sich daran zu gewöhnen. Arbeite erst mit ihnen, wenn sie sich sicher auf den Beinen fühlen.“ Mit diesen Anweisungen und einem Händeschütteln verabschiedete ich mich von Stefanie und fuhr dann vom Hof zu meinen nächsten Kunden.

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      16. März 2015 | 8305 Zeichen von Eddi
      Tierarztbericht
      „Guten Morgen! Klinik Caen am Apparat, was kann ich für Sie tun?“, sprach ich gut gelaunt in den Hörer und wartete geduldig, bis die junge Frau am anderen Ende geendet hatte. „Wenn es passt, dann würde ich heute direkt so gegen zehn vorbeikommen?“, und damit hatte ich schon wieder einen neuen Kunden, der sich auch an unserer Umgestaltung der Klinik nicht stören ließ. Lächelnd legte ich auf und zog mich dann fix um, ehe ich mir meine Arzttasche packte und dann ins Auto stieg. Kurz betrachtete ich stolz die neuen Gerätschaften im Kofferraum, ehe ich auch schon los fuhr, denn in einer Stunde sollte ich bei Stefanie und ihren beiden neuen Vierbeinern sein, also musste ich mich beeilen!
      Stefanie wartete dann schon vor dem Stall auf mich und begrüßte mich herzlich mit einer kurzen Umarmung. Nach einem flotten Small-Talk betraten wir den Stall und machten direkt mit dem ersten Patienten los. Es handelte sich um einen schicken Criollohengst namens Compañero und er schien seinem Namen alle Ehre zu machen. Obwohl er erst seit kurzem auf dem Gestüt stand, ließ er sich ohne Probleme von Stefanie aufhalftern und aus der Box führen. Ich bat sie, ihn mir erst einmal kurz im Schritt und Trab die Stallgasse entlang zu führen. Man mag es gar nicht glauben, aber in diesen paar Minuten konnte einem wachsamen Auge sehr viel auffallen!
      Bei Compañero fiel mir jedoch nur auf, dass er zum einen sehr gute erzogen war und zum anderen auch einen sehr gesunden Bewegungsapparat besaß. Er bewegte sich mit Energie vorwärts und schien keine Schmerzen beim Laufen zu haben. Zufrieden nickte ich und wir banden ihn am Putzplatz an. Dann tastete ich mich erst einmal seinen Rücken entlang und dann die Beine, auch dabei fand ich keine Stellen, wo er zurück- oder zusammenzuckte. Dennoch wollte Stefanie gerne das Komplettpaket, weshalb ich das mobile Röntgengerät auspackte und einige Aufnahmen der wichtigsten Körperteile machte. Dazu gehörten das Genick, natürlich der Rücken und Teile der Beine.
      Da Stefanie auch gerne ein Blutbild haben wollte, erklärte ich ihr, dass ich ihr die Befunde vom Röntgen und vom Blutbild dann morgen oder übermorgen, je nachdem wann sie fertig waren, zuschicken würde. Danach nahm ich Compañero direkt noch die 5-10ml Blut an der Halsvene ab und verstaute die Blutröhrchen gut in dem gepolsterten kleinen Koffer. Dann durfte Compañero ein wenig entspannen, während ich ihn nochmals genauer unter die Lupe nahm. Zuerst warf ich einen Blick in seine Ohren, um eventuelle Verkrustungen oder ähnliches zu entdecken, aber sie waren sauber. Danach schaute ich mir Augen und Nüstern an, konnte aber auch da keinen Ausfluss und keine Entzündungen entdecken.
      Dann waren noch seine Zähne an der Reihe. Ich packte die Maulsperre aus und willig ließ sich Compañero diese am Maul befestigen und hielt auch ohne Beruhigungsspritze wunderbar still, so dass ich danach auch noch impfen konnte, sonst hätten wir das verschieben müssen. Ausgiebig überprüfte ich seine Zahnreihen und kontrollierte auch die Hengstzähne. Compañero war noch recht jung, aber die Hengstzähne waren bereits da, standen dafür aber auch wie eine Eins. Ich bezweifelte, dass er jemals damit Probleme haben würde. Auch die restlichen Zähne waren vollkommen in Ordnung und ich erlöste Compañero von der Maulsperre.
      Nun hörte ich mit dem Stethoskop erst einmal Herz und Lunge ab, kontrollierte ebenso seine Pulsfrequenz, ehe ich auch noch nach seinen Darmgeräuschen horchte. Bei Compañero war aber alles in Ordnung und er schien in bester körperlicher Verfassung zu sein. Nachdem ich nun noch seine Körpertemperatur kontrolliert hatte, konnte ich ihn guten Gewissens impfen, dabei bekam der Hengst einmal das Komplettpaket. Danach konnte ich Influenza, Herpes, Tetanus und Tollwut in seinem Impfpass abstempeln und unterzeichnen. Nun gab es für ihn erst einmal noch die Wurmkur zum Schlucken, ehe die letzte Spritze folgte. Willig ließ Compañero alles über sich ergehen und wirkte richtig tapfer. Nun sollte er noch flott gechippt werden. Da der Hengst still hielt, ging das alles problemlos von statten und schneller als gedacht, war der Chip unter der Haut und registriert. Ich trug die Nummer noch in seinen Pferdepass ein und lobte Compañero dann ausgiebig. „Hast du toll gemacht!“, meinte ich lächelnd und entließ ihn.
      Meine nächste Patientin würde leider nicht ganz so einfach werden. Mikado war erst zwei Jahre alt und recht scheu und schreckhaft. Dementsprechend vorsichtig näherte sich Stefanie ihr auch in der Box und halfterte sie äußerst behutsam auf. Dann führte sie auch die Stute aus der Box und zeigte mir erst einmal eine Schritt- und dann eine Trabrunde über die Stallgasse. Beim ersten Gang lief Mikado recht verspannt, was aber eindeutig an ihrer Aufregung lag. Deshalb bat ich die beiden um weitere Runden, bis Mikado sich einigermaßen entspannt hatte. Dann machte ich mich mit ihr bekannt und erst dann tastete ich sie ab. Zwar verspannte sie sich da auch noch etwas, aber nicht so sehr wie zu Anfang und so konnte ich gut den Unterschied sehen, woran ihre Verspannung lag.
      Bei der Stute war auch alles in Ordnung, Rücken und Beine schienen einwandfrei und auch im Genick fand ich nichts. Dennoch wurden auch von Mikado Röntgenbilder gemacht, auch wenn sie von meiner Bleischürze und dem Röntgengerät gar nicht angetan war und am liebsten fliehen wollte. So stellte ich Stefanie an ihren Kopf zum Beruhigen und so überstanden wir auch das Röntgen. In der ganzen Aufregung bekam Mikado dann gar nicht mit, wie ich ihr am Hals das Blut abnahm, sie war noch viel zu beschäftigt damit, das Röntgengerät, was auf einem Hocker stand, anzustarren. So hatten wir auch die zweite Hürde ganz gut genommen. Ich beschriftete ihre Röhrchen und packte sie in einen anderen Koffer.
      Nun nahm ich auch Mikado genauer unter die Lupe. Zuerst warf ich einen Blick in die Ohren, dann in Augen und Nüstern. Jedoch fand ich weder Parasiten noch Ausfluss vor und so schien auch hier alles in Ordnung zu sein, also konnten wir nun die Zähne kontrollieren. Anfangs spannte sich Mikado zusammen und weigerte sich die Maulsperre zu akzeptieren, langsam gab ich es auf und wollte schon die Beruhigungsspritze vorbereiten, dass hätte geheißen, dass ich in den kommenden Tagen noch einmal zum Impfen kommen würde. Aber anscheinend las Mikado meine Gedanken und riss sich für die nächsten zehn Minuten zusammen. Wir waren auch wirklich schnell fertig, weil bei Mikado im Maul alles in bester Ordnung war und schon konnte ich sie wieder von der Maulsperre befreien.
      Nun hörte ich die Stute erst einmal gründlich ab. Die Herz- und Pulsfrequenz waren durch die Aufregung leicht erhöht, aber sonst war auch bei ihr alles in bester Ordnung. So konnte ich guten Gewissens impfen. Auch Mikado bekam das Komplettpaket und stand tapfer die vier Impfungen aus. Dann gönnte ich ihr eine kleine Pause, in welcher sie die Wurmkur schlucken musste, ehe zu guter Letzt noch gechippt wurde. Ich bereitete das Präparat vor und schneller als erwartet, war es dann unter der Haut. Vorsichtig fuhr ich noch einmal mit dem Lesegerät darüber, registrierte den Chip und trug die Nummer in ihren Pass ein. Dann gab ich noch meinen Stempel im Impfpass dazu und schon waren wir fertig. Ich verabschiedete mich von Stefanie und versprach ihr, dass die Ergebnisse in spätestens zwei Tagen da sein würden.

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      12. April 2016 | 15492 Zeichen von Occulta
      Einreiten von Mikado
      Wie gewohnt führte ich heute mit den anderen zusammen die Stallarbeiten durch. Füttern, Misten, Pferde raus, and so on. Doch ganz gewöhnlich war der heutige Tag – oder besser gesagt die ganze Woche – nicht. Denn heute kamen neue Trainingsgäste nach Pineforest Stable. Occu hatte mich vorgewarnt, dass ich den Hauptteil des Einreitens von Mikado, einer alten Bekannten, übernehmen sollte. Aufgrund der ausnahmsweise nicht verspäteten Flugzeiten, kamen die Stute und ihre Besitzerin Stefanie Westside wie geplant am Mittag auf Pineforest Stable an. Natürlich musste ich bei der Begrüssung dabei sein und mich vorstellen. Stefanie kam mir bekannt vor, und tatsächlich: sie war schon einmal an einem Gruppenausritt hier gewesen. Erstaunt betrachtete sie das neue Nordstall Gebäude direkt neben dem Haupthaus. Occu erklärte lächelnd, dass sie etwas habe ausbauen müssen, um die ganzen Pferde unterzubringen. Wir luden Mikado aus dem Anhänger und führten sie erstmal in eine der leeren Hauptstall Boxen, die wir für das Gastpferd diesen Morgen extra hergerichtet hatten. Die junge Stute sog geräuschvoll die Luft durch ihre Nüstern und sah mit gespitzten Ohren aus dem Fenster, dann drehte sie sich wieder zu Kaythara um, die in der Nachbarsbox stand. Sie erinnerte sich wohl kaum mehr an die kurze Zeit, die sie hier verbracht hatte, bevor sie nach Kanada weiterverkauft wurde. Occu entführte Stefanie erstmal zu einem Tee ins Haus, damit auch sie sich im Gästezimmer einrichten konnte, während sich ihr Pferd wieder etwas einlebte. Ich machte inzwischen im Stall weiter.
      Es war heute warm und windstill, obwohl es die letzten Tage wieder etwas geregnet hatte. Doch dadurch waren die Böden etwas aufgeweicht worden, sodass man ohne Bedenken über die Schotterwege draussen traben konnte. Doch bis wir mit Mikado raus ins Gelände konnten, würde es noch etwas dauern. Zuerst musste die Stute an Sattel und Reiter gewöhnt werden. Damit fingen wir schon an diesem ersten Nachmittag an. Ich bereitete in der Halle den Sattel, eine Longe und ein paar Stangen vor, mit denen ich den Jungspund heute beschäftigen wollte. Stefanie liess mich eigentlich in Ruhe arbeiten, sah aber durchgehend beim Training zu und half beim Vorbereiten der Stute mit. Im späteren Verlauf des Trainings wollte ich sie stärker mit einbinden, aber am Anfang hielt ich es für angemessener, das Pferd nicht unnötig zu verwirren. Ich wusste kaum noch etwas über Mikado, doch beim Putzen durchschaute ich die Stute mit dem Roanfell rasch, denn sie hatte durchaus einige Lieblings-Kratzstellen. Sie liess sich noch nicht gleich auf mich ein, blieb vorsichtig zurückhaltend, doch auch sehr höflich. Je länger ich mit der Bürste ihr Fell bearbeitete, umso mehr schien ich über sie zu erfahren. Besonders das Hufegeben war jeweils interessant, denn dort zeigte sich mir nicht nur, ob die Besitzer gute Vorarbeit geleistet hatten, sondern oftmals auch auf den ersten Blick verborgene Charaktereigenschaften. Bei Mikado war es absolut kein Problem, sodass ich ihr einen sehr ehrlichen Charakter anrechnen konnte. Ich checkte, ob ich sie überall anfassen durfte und ob sie irgendwelche Verspannungen hatte, denn ich legte viel Wert darauf, dass sich das Pferd rundum wohl fühlte, bevor ich mit dem Training begann. Besonders nach einer so langen Reise kam es manchmal zu Zerrungen oder sonstigem Unwohlsein, nach all dem Stress. Manche hielten mich vielleicht für einen schrägen Vogel, weil ich mich so sorgfältig an die Vierbeiner herantastete, aber sie hatten es mir bisher immer mit Kooperation gedankt. Auch ins Maul der Jungen Stute sah ich rein, um sicherzustellen, dass keine problematischen Zähne da waren, die ihr das Gebissstück unangenehm machen könnten. Mikado war in einem top Zustand, also konnte ich ruhigen Gewissens anfangen. Ich legte ihr ein schwarzes Knotenhalfter an und führte sie zur Halle. Ich lief mit ihr ein paar Runden in diesem ihr unbekannten neuen Gebäude und zeigte ihr alle Ecken oder ‚bedrohlichen‘ Gegenstände, ausserdem klärte ich sie gleich etwas über unsere Rangordnung auf, indem ich ab und zu mit dem Seil schwang, wenn sie zu aufdringlich wurde. Sie brauchte die Zeit, um alles zu inspizieren und zuckte auch ein paarmal zusammen, als ich an die Hallenwand klopfte, aber sie war sehr anpassungsfähig. Als das alles geklärt war, hängte ich die Longe ein und liess sie eintraben. Sie kannte das Longieren, was alles ein wenig vereinfachte. So brauchte ich ihr nicht erst zu erklären, dass sie von mir weg bleiben musste. Stefanie setzte sich in die Reiterstube und sah uns durch die grosse Scheibe zu. Mikado trottete etwas zögerlich im Kreis (nicht verwunderlich, angesichts der ihr komplett neuen Umgebung) und liess sich ab und zu durch Herkir ablenken, der draussen auf der Ovalbahn trainiert wurde. Durch die grosse Glasseite der Halle war hier drin alles schön hell, doch sie verführte eben auch rasch dazu, unkonzentriert zu sein. Beim Angaloppieren zeigte Mikado schliesslich etwas Lebensfreude und buckelte ein paarmal ordentlich. „That’s right, let it out. Better now than later when I put your saddle on”, stellte ich zufrieden fest. Sie pupste noch einmal, schoss nach vorne und machte eine Runde schnelleren Galopp, dann war wieder alles gut. Ich rief sie zu mir und lobte sie ausgiebig mit Kraulen. Als nächstes führte ich sie zum Sattel und zeigte ihr gründlich. Es war ein gewöhnlicher Springsattel, den sie ganz genau beschnüffelte. Schliesslich legte ich ihn ohne zu Zögern auf ihren Rücken und zog den Gurt gerade soweit fest, dass der Sattel nicht rutschen konnte, wobei ich sie wiederum kraulte. Sie drehte die Ohren konzentriert nach hinten, bewegte sich aber nicht von der Stelle. Ich führte sie ein wenig mit dem Sattel herum, damit sie nicht einfach davonschiessen und buckeln konnte. Ich wollte, dass sie das komische Ding auf ihrem Rücken ganz ruhig kennenlernte. Sie lief zu Beginn etwas unsicher und hibbelig, gewöhnte sich aber schnell an das neue Anhängsel und konzentrierte sich auf die Stangen, über die ich sie nun führte. Ebendiese Stangen liess ich sie wenig später auch im Trab überwinden, als ich sie wieder longierte. Nach zwanzig Minuten nahm ich den Sattel wieder ab und beendete das Training mit ein paar Karottenstückchen, die sie genüsslich zerkaute. Sie hatte kein bisschen geschwitzt und wirkte auch nicht sonderlich müde, genauso wie ich es gewollt hatte. Wie sehr sie sich hatte konzentrieren müssen, wurde erst bemerkbar, als sie in ihrer Box war und sich direkt zur Tränke drehte. Junge Pferde tranken nämlich wie ich wusste nach der Arbeit oft nicht nur aus Durst, sondern vor allem als Zeichen psychischer Beanspruchung. Und die hatte sie bei dem Training in der fremden Umgebung reichlich gehabt. Zufrieden versorgten Stefanie und ich alles an seinen Platz, dann fuhr ich mit meinen Stallarbeiten fort, während sie noch ein wenig bei ihrer Stute blieb.
      Gegen Abend stellten sich Stefanie auch die anderen Angestellten vor. Wir sassen nach dem Abendessen draussen im Garten neben dem Haupthaus und plauderten noch etwas, bis wir schliesslich müde wurden. Stefanie erzählte uns ein wenig von ihrem eigenen Gestüt, von Kanada und ihren geliebten Hackney Ponys. Besonders Lewis konnte gut mitreden, denn er hatte einmal einen Trainingsauftrag in Kanada gehabt. Um 11 Uhr wünschten sich alle eine gute Nacht und verschwanden nach und nach im „Pflegerheim“ oder im Haupthaus, denn wir mussten am nächsten Tag wie immer früh aus den Federn.
      Am zweiten Morgen ihres Aufenthaltes auf Pineforest, lernten Stefanie und Mikado gleichermassen die anderen Pferde und sonstigen Bewohner des Gestüts kennen. Besonders die anderen Vollblüter und das Zebra zogen die junge Frau in ihren Bann. Sie musste natürlich längst nicht so früh aufstehen, wie wir Pfleger. So waren die Rennpferde schon mitten im Training, als sie um halb acht Uhr in den Hauptstall kam. Ich selbst bereitete gerade Painting Shadows für die zweite Gruppe vor, doch ich erklärte, dass Ajith und Occu ihr helfen würden, Mikado mit den Stuten aus der ersten Gruppe auf die Weide zu bringen, sobald diese fertig waren. Es handelte sich um Sumerian, Dublin, Kaythara, Captured in Time und Cabinet of Caligari. Ich ritt währenddessen mit der zweiten Gruppe zur Rennbahn. Als ich nach dem Morgentraining wieder in der Stallgasse auf Stefanie traf, erzählte sie stolz, dass Mikado sich gut mit den anderen vertragen hatte. Ich lächelte und dachte insgeheim: zum Glück waren unsere beiden Zicken nicht in der Gruppe, sonst hätte das anders ausgesehen… Aber Occu wusste schon, was sie tat und welche ihrer Pferde unkompliziert waren.

      Als Mikado am frühen Nachmittag von der Weide kam, liessen wir sie zuerst fressen und trinken, bevor wir sie zum zweiten Teil des Trainings bereit machten. Auch diesmal sattelte ich sie nach einer kurzen Einwärmphase an der Longe. Ich longierte sie, liess sie über Stangen traben und wechselte häufig die Seite, um sie beschäftigt zu halten. Nach einer Viertelstunde führte ich sie mit Stefanie zusammen raus zur Rennbahn. Dort standen die mobilen Startboxen, die ich der Stute zeigen wollte. Sie schnüffelte an dem blau lackierten Metall und inspizierte alles ganz genau. Ich liess ihr genug Zeit, bevor ich sie zum ersten hereinzuführen versuchte. Sie zögerte und schoss dann an mir vorbei nach vorne, dann drehte sie sich mit aufgerissenen Augen um, senkte den Kopf und schnaubte laut. Ich tätschelte sie lobend und wartete, bis sie wieder ruhiger war. Als ich sie zum zweiten Mal hindurchführte, blieb sie hinter mir und folgte relativ zügig, wenn auch immer noch unsicher. Nach diesem Erfolg brach ich das Training ab und lobte Mikado ausgiebig. Zum Ausklingen machten wir einen Spaziergang auf der Galoppbahn.
      Die Folgende Woche verbrachte ich damit, die Stute Schritt für Schritt auf das Reitergewicht und die wichtigsten Hilfen vorzubereiten. Ich arbeitete viel vom Boden aus, lehnte mich aber auch schon ab und zu über ihren Rücken und sass schon bald ohne Sattel ganz darauf. Ich ritt junge Pferde ganz nach Tradition von Pineforest Stable immer ohne Sattel ein, weil das auch viel sicherer für mich selbst war. So riskierte ich nicht, dass der Sattel rutschte oder ich in einem Bügel hängen blieb und nachgeschleift wurde. Mikado war eine aufmerksame, gelehrige Schülerin, die sich aber noch häufig erschrecken liess und parallel mit dem wachsenden Mut auch ihr Temperamentvolles Wesen zeigte. Nebenbei holten wir sie oft am Abend vor dem Essen nochmal raus und brachten sie zur Startmaschine. Wir übten dann das Schliessen der Türen, das ruhige stehenbleiben und das vorsichtige wiederaufmachen und rauslaufen. Manchmal liessen wir sie aber auch einfach nur neben der Maschine auf der anderen Seite der Rails grasen, damit sie das alles möglichst positiv in Erinnerung behielt.
      Am letzten Tag schliesslich, sattelte ich sie und führte meinen Schützling ganz normal in die Halle, als hätten wir das schon tausendmal gemacht. Mikado und Stefanie kannten sich mittlerweile bestens auf Pineforest aus und waren an diesem Morgen völlig relaxt, was Mikado zum Beispiel durch entspanntes aufstützen des Hufes beim Satteln deutlich gemacht hatte. Ich stieg in der Halle auf, wobei sie noch etwas davonlief, aber das lag vermutlich eher an mangelndem Gleichgewicht als an Ungeduld. Ich prüfte, ob sie mich ihren Hals problemlos biegen liess, wie ich es auch beim ersten Aufsteigen getan hatte. Damit verhinderte ich jeweils gleichzeitig, dass sie sofort losrennen oder mich runterbuckeln konnte. Dann ritt ich im Schritt los und drehte ein paar Runden auf der ganzen Bahn. Sobald sie eingewärmt war, ritt ich verschieden grosse Volten, indem ich den äusseren Zügel gegen ihren Hals legte und die innere Hand leicht nach innen stellte. Sie folgte mittlerweile schon ziemlich gut, wenn auch ab und zu etwas zögerlich. Nach einer Weile trabte ich an und ritt im leichten Sitz weiterhin Volten und Diagonalen. Ich wechselte wie immer häufig die Seite, um sie zu beschäftigen. Wenn sie mit dem Nacken nachgab und den Hals rund machte, wurde ich mit der Hand ganz weich. Ich liess sie immer mal wieder die Tiefe suchen, um ihr bereits eine Art Dehnungshaltung anzugewöhnen. Sie war manchmal noch etwas zu hektisch, aber auch das war eine Frage des Gleichgewichts. Der Schweif pendelte immer schön hinter ihr her und war nie eingeklemmt. Das zeigte mir, dass sie einigermassen entspannt und zufrieden lief. In einem ruhigen, passenden Augenblick galoppierte ich sie an und liess sie auf beiden Seiten eine Runde auf der ganzen Bahn laufen. Stefanie nickte zufrieden. Zur Krönung des Tages wollten wir Mikado zum ersten Mal richtig Starten lassen. Stefanie führte uns am Zügel aus der Halle und wir nahmen unterwegs Ajith als Verstärkung mit zur Bahn rüber. Mikado zuckte leicht zusammen, als einer der Pfleger mit der Schubkarre um die Ecke geklappert kam. Ich ignorierte das und ritt einfach normal weiter, wohl auch deshalb, weil Stefanie erst danach den traumatisierenden Vorfall erwähnte, den Mikado früher mit einer Schubkarre gehabt hatte. Durch mein Unwissen war ich wohl so ruhig geblieben, dass ich der Stute genug Sicherheit vermittelt hatte. Sie lief mittlerweile vertrauensvoll hinter Ajith und Stefanie in die Startbox hinein und blieb auch ruhig stehen. Bisher hatten wir die Tore immer langsam und von Hand geöffnet, also waren wir alle gespannt, wie sie auf das Aufspringen reagieren würde. Ich brachte mich in aller Ruhe in die richtige Position, spannte den Zügel etwas an und fasste ein wenig Mähne, dann gab ich Stefanie und Ajith ein Daumen-Hoch. Ajith löste die Tore und im selben Moment schloss ich die Beine, schnalzte und ging mit der Hand mit, als sie einen Satz nach vorne machte. Ich liess sie ein paar Meter laufen, dann bremste ich ab und lobte sie freudig. „Not bad. We try once again and if it’s okay – it will be okay for now”, sagte ich überzeugt zu Stefanie. Wir führten Mikado nach einer kleinen Bestechungspause mit einem Karottenstück zurück in die Startbox. Sie war diesmal deutlich angespannter und ich bestätigte sie, indem ich die Zügel wieder kürzer fasste. Die Ohren drehten sich konzentriert zu mir nach hinten und schnellten nach vorne, sobald die Tore aufflogen. Ich schloss wieder im selben Moment die Beine und sie drückte ab. Sie musste noch etwas mehr Kraft in der Hinterhand entwickeln, aber das würde bei gutem Training rasch geschehen. Ich liess sie in den Trab fallen und ritt am langen Zügel zurück zu Stefanie und Ajith. Wir führten Mikado trocken und versorgten die Stute dann für die letzte Nacht in ihrer Gastbox. Auch Stefanie genoss noch einmal den Abend bei einer lustigen Runde Bier mit uns allen und wir stiessen auf Mikado, das zukünftige Roan-Rennpferd, an.

      Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns von den beiden. Ich riet Stefanie als letztes, sich an die Ausbildungsskala zu halten und zuerst an Takt und Losgelassenheit zu arbeiten. Ausserdem verordnete ich ausreichend Trabarbeit und Konditionstraining, bevor sie mit der richtigen Galopparbeit beginnen konnte, und schlug vor, oft ins Gelände zu gehen, damit sie möglichst viel Neues kennenlernte und noch mehr Selbstvertrauen entwickelte. Die Grundsteine hatten wir gelegt, nun ging es um den korrekten Aufbau der Muskulatur und des Gehorsams. Ich winkte zum Abschied und war genau wie Occu schon etwas traurig, die beiden gehen zu lassen. Aber ich freute mich schon darauf, sie an einem Rennen oder einem Turnier wieder zu treffen.

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      18. Mai 2016 | 2386 Zeichen von schattentänzer
      Galopprennen E - A
      Heute war hatte ich total Zeitstress schließlich sollten heute einige Pferde ankommen und jetzt kommt aber erst noch Snoopy mit ihrer Stute. Zum Glück sollte ich sie im Galopprennen aufstufen. Da man Pferde im Rennen nicht ausbilden kann, sondern es ausschließlich um die Schnelligkeit und Zeit geht, ist das immer eine schnelle Sache. Ich hoffe einfach, dass Snoopys Stute schnell genug ist, sonst kann ich sie leider nicht aufstufen. Da kam sie auch schon auf den Hof gefahren und ich war echt gespannt. Schnell lief ich zu Snoppy hin „herzlichen Willkommen im Ausbildungscenter der Mountain Ridge Ranch!“ begrüßte ich sie. „Danke, ich hoffe das klappt heute gut.“ meinte Snoopy lächelnd. Lange wollten wir auch nicht mehr warten und schnell holte sie ihre Stute aus dem Hänger „Eine super schöne Farbe!“ gab ich zu. Wir machten sie zusammen fertig und Mikado schien entspannt zu sein. Ich ging mit den beiden zur Galoppbahn und stieg dort auf. „Also, ich reite sie warm und dann hat sie 2 Proberunden und ab dann hat sie 3 Chancen die benötigte Zeit zu erreichen!“ erklärte ich und ritt im Schritt los. Mikado war aufmerksam, sie inspizierte die Umgebung und schnaubte etwas aufgeregt. Jetzt kam ihr Vollbluttemperament raus, ich merkte das sie los wollte. Wieder beim Start angekommen galoppierte ich sie an und sie preschte los, aber ich hielt sie noch zurück. Die Umgebung flog trotzdem an uns vorbei und ich konnte merken wie sie sich langsam entspannte. Nach der zweiten Runde hielt ich nochmal bei Snoopy an und bat sie die Zeit zu stoppen. „3..2..1..Los!“ und ich und Mikado preschten los. Ich hielt sie nicht zurück und meine Güte waren wir schnell, ich hatte das Gefühl ich war gerade erst los geritten, da sah ich die Ziellinie auch schon. Als wir dieser erreicht hatten hielt ich an und sah Snoopy an „und?“ Sie nannte mir die Zeit und ich musste lächeln „Geschafft! Ich darf sie hiermiit hochstufen.“ „Warte mal, wir sind erst seit 3 Stunde hier!“ Snoopy sah mich mit großen Augen an und ich stieg ab. „Ja, aber sie hat die benötigte Zeit erreicht und somit darf ich sie aufstufen.“ meinte ich und bat sie Mikado transportbereit zu machne während ich das Zertifikat holte. Wieder auf dem Hof war es auch schon Zeit sich zu verabschieden und man sah Snoopy an wie sehr sie sich freute. „Euch noch weiterhin viel Glück!“ meinte ich und winkte ihnen hinterher.

      Hufschmiedebericht
      03. Oktober 2017 | 2084 Zeichen von Snoopy
      Ausschneiden & Korrigieren | 4x Aluminiumeisen
      Heute war mal wieder eins meiner Pferde dran. Mikado bekam heute neue Aluminiumeisen, da ihr eines vor kurzen auf der Weide ausgebrochen war, musste ich erstmal ihr Huf Ausschneiden und bei den anderen Kanten verbessern, sowie neue Eisen rauf, da sie nun doch mal soweit waren gewechselt zu werden.
      Somit holte ich die Vollblutdame aus der Box und betüddelte sie erstmal, wegen ihren letzen Siegs in Distanz. Da waren die Eisen noch in Ordnung. Aber gut das war jetzt nicht die Hauptsache, also schnappte ich mir mein Werkzeug und begann die restlichen Nägel aus Mikados Vorderhuf rauszuholen. Dann begann ich erstmal mit dem Neu Zuschneiden des Hufes, begradigte die raus gebrochenen kleinen Kanten und machte die Ränder von den Nägeln glatt und kümmerte mich dann um das neue Eisen. Ich hatte die Aluminium Eisen schon gestern vorbereitet also musste ich sie nur noch befestigen und die alten entfernen. Also fing ich gleich mit dem ersten Hufeisen an machte es mit dem speziellen Nägeln fest. Dann ging ich zum nächsten Huf und nietete die Nägel auf, ehe ich mit der Zange das Eisen abnahm und in einen Eimer warf. Nun begradigte ich die Kanten und nahm mir dann das zweite Eisen. Hier begann ich auch gleich mit dem Befestigen und stellte ihr Huf wieder ab. Danach wand ich mich an das dritte Huf und begann es gründlich zu säubern. Dann entfernte ich das alte Eisen und schnitt das Huf wieder zurecht. Als das getan war, nahm ich mir eines der Aluminium Eisen und befestigte dieses am Huf. Nun kam das letzte Huf und ich begann damit es aufzunieten und dann abzunehmen. Dann nahm ich wieder Raspel und Hufmesser zur Hand und schnitt das überstehende Horn weg, ehe ich mit dem begradigen begann. Als dies getan war, nahm ich mir das Eisen zur Hand und begann es festzunageln. Nachdem die Nägel drin steckten, kürzte ich sie und hämmerte sie an den Hufrand, ehe ich sie nochmal festnietete und dann einen Stallburschen bat, mit Mikado eine Runde zu gehen. Als die Bewegungen mir dem Pferd übereinstimmten, konnte ich sie als Fertig abstempeln und zufrieden meine Sachen wegräumen.

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      15. Oktober 2017 | von Calypso
      Tierarztbericht
      Nach längerer Zeit war ich mal wieder in Kanada unterwegs. Ich mochte dieses Land sehr und jetzt im Herbst erstrahlte es umso schöner. Am Nachmittag kam ich bei Stefanie Westside an, wir begrüßten uns und sie zeigte mir sogleich ihre Pferde, meine Patienten für heute. Es handelte sich hierbei nur um Routineuntersuchungen, da die vier Pferd zur Körung sollten. Stefanie bereitete mich darauf vor das es sich um eher ängstliche und schüchterne Pferde handelte und so konnte ich mich schon ein wenig auf die bevorstehende Situation einstellen. Sie stellte mir zuerst eine Vollblut Stute namens
      Mikado
      vor. Ihr Blick verriet schon einiges, sie war unsicher und wusste gar nicht wie sie mit der Situation umgehen sollte. Ich machte mich mit ihr bekannt, ließ sie schnüffeln, redete ruhig mit ihr und streichelte ihr den Hals entlang und fing so schon mit dem Abtasten an. Das ganze eher spielerisch das die Stute gar nicht merkte das die Untersuchung schon begann. Ab und zu bewegte sie sich ein paar Schritte von mir weg, aber ich gab ihr das Gefühl das alles in Ordnung war und lobte sie überschwänglich bei jeder Kleinigkeit wenn sie ruhig stand. Beim Abhören mit dem Stethoskop fand sie die Gerätschaft erst ziemlich mysteriös, ließ es aber dann über sich ergehen. Ich ließ sie mir dann im Schritt und Trab vorführen und zum Schluss wurden noch Impfungen aufgefrischt. Den kleinen Pieks fand sie natürlich gar nicht lustig und machte ein ziemliches Theater, aber da musste sie schnell durch und wurde dann umso mehr gelobt.

      Als nächstes kam ein Reitpony Hengst namens
      Don Quichoté
      . Er gefiel mir auf Anhieb sehr gut und er zeigte sich auch gleich von seiner sehr selbstbewussten Art, typisch Hengst eben. Auch mit ihm machte ich mich bekannt und ließ ihn mir zuerst im Schritt und Trab vorführen. Vom Bewegungsapparat sah alles gut aus und so machte ich mit dem Abtasten weiter. Don interessierte es wenig was ich da an ihm machte, viel mehr interessierte er sich für alles andere was um ihn herum geschah und vor allem wenn sich mal eine Stute blicken ließ. Da wieherte er und reckte und streckte sich und stellte sich zur Schau wie es nur ein Hengst konnte. Stefanie und ich mussten beide schmunzeln über sein Verhalten. Herz, Lunge usw. war schnell abgehört und eine Spritze bekam er auch noch.

      Als nächstes kam noch ein Ponyhengst.
      Zipje
      , auch einer von der eher schreckhaften Seite, näherte sich zunächst mir vorsichtig und wich dann doch vorsichtshalber wieder zurück. Man merkte schon beim Abtasten das er sofort zusammen zuckte wenn man ihn berührte, aber mit ein paar beruhigenden Worten hatten wir das gut unter Kontrolle. Ich machte alles sehr bedacht und ruhig mit ihm und zeigte ihm alles zum beschnüffeln, wie auch das Stethoskop. Es war fast so als ob er mir immer ein OK geben würde, das ich ihn jetzt damit berühren darf. Wir zwei hatten unsere Taktik gefunden und er war auch weniger gestresst. Mit viel Lob bekamen wir dann auch die Spritze rein. Bevor ich ihn entlassen konnte, durfte auch er nochmal im Schritt und Trab den Weg entlang laufen und war dann fertig für heute.

      Als letzten Patient für heute kam noch der Hengst
      Enjoy It With Me
      an die Reihe. Ein hübscher Tigerschecke und, im Gegensatz zu den anderen, sehr neugierig und interessiert an mir. Er war mit seinem Kopf ständig in meiner Nähe, stupste mich an oder knabberte an meiner Jacke. Stefanie hielt ihn zwar fest, aber sie konnte ihn nicht immer davon abhalten. Ich tastete die Wirbelsäule und die Beine ab, hörte Herz und Lungenfunktion ab und bereitete dann die Impfung vor. Als ich die Spritze ansetzte versuchte der Hengst doch tatsälich kurz nach mir zu schnappen, nicht böswillig, eher so wie wenn man eine Mücke verscheucht. Stefanie und ich lobten ihn dann ausgiebig und auch er drehte dann nochmal eine Runde. Alles war in bester Ordnung.

      Ich gab Stefanie dann noch für alle Pferde Wurmkuren mit und übergab ihr die Untersuchungsberichte das es keinerlei Befunde gab und nichts im Wege stand warum sie nicht zur Kür gehen könnten.
    • Stelli
      Pflegebericht Mai 2020
      PFS' Colours of Life, Blue Moon II, Sezuan, Diamond's Shine
      Ein frischer Maimorgen. Ich holte tief Luft und lies die kalte Luft in meine Lungen strömen. Auf zu neuen Taten! Es war viel passiert in den letzten Wochen. Vom gekauften Hof, zu neuen Pferden, zu ersten Turnieren und Wettbewerben. Von meiner langjährigen Freundin Occulta hatte ich zwei wundervolle Vollblüter bekommen, Blue Moon II und PFS‘ Colours of Life. Die beiden waren die ersten Pferde auf meinem neuen Hof. Er ist bisher immernoch stark renovierungsbedürftig, aber der Charme der Landschaft hat mich vom ersten Moment an verzaubert. Wir hatten schnell 2 Boxen hergerichtet, damit die beiden Vollblüter einziehen konnten. Mittlerweile haben wir uns aneinander gewöhnt und drehen schon die ersten Runden auf dem kleinen Reitplatz. Wenige Tage später entdeckte ich zwei Warmblüter, Sezuan und dann Diamond’s Shine. Bei den beiden Hengsten war es sofort um mich geschehen. Jedoch mussten wir notdürftig erst 2 Boxen herrichten, bevor ich die beiden Hengste holen konnte.

      Am heutigen Tag hatte ich mir bereits einen Plan gemacht. Mein Freund und ich wollten mit den beiden Sprintern Blue Moon und Colours of Life ins Gelände, damit die Beiden sich mal wieder richtig auspowern konnten, um auch ihre Kondition und Schnelligkeit konstant zu halten. Wir waren ca eineinhalb Stunden unterwegs und hatten die Beiden ordentlich müde gemacht. Wegen der aktuellen Situartion hatten wir nicht die nötige Zeit, die beiden immer komplett auszulasten. Danach kamen die beiden noch raus. Mit viel Gebocke war nach unserem Ausritt allerdings nicht mehr viel, die Zwei waren anscheinend wirklich ausgelastet.
      Nachdem Blue Moon und Colours of Life fertig waren, wollte ich Sezuan bewegen. Ich war froh, bereits eine Unterstützung beim Springtraining für Sezuan und Shinie zu haben. Ein Mal pro Monat werde ich unterstützt. Darum hatte Sezuan heute nur lockeren Longentag, denn er hatte die lezten Tage genug geschuftet. Ich longierte ihn für zwanzig Minuten auf dem Reitplatz, bevor auch er draußen seine Seele baumeln lassen durfte. Diamond’s Shine hingegen musste heute etwas dressurmäßig arbeiten. Ich war grade dabei, den Trakehner erstmal in Richtung konstantes A-Niveau zu trainieren. Er hat aber deutlich Potenzial für mehr, war besonders jetzt schon ohne viel Kraft in den Verstärkungen zu erkennen war. Auch das Viereck verkleinern und vergrößern klappte immer besser. Nach einer guten Stunde waren wir fertig. Auch er kam natürlich nochmal nach draußen. Während alle Pferde die frische Luft genossen, mistete ich die Boxen und streute großzügig nach, damit sie gegen Nachmittag wieder reinkommen konnten. Jeder bekam noch eine Portion Mittagheu, dann war ich fertig für heute.
    • Stelli
      Pflegebericht Juni 2020
      It's Tea Time, Diamond's Shine, Sezuan, Blue Moon II, Colours of Life

      Zum Glück war dieser Junitag etwas bewölkter und kühler als die Tage davor. Somit machte es die Arbeit auf dem Hof und das versorgen der Pferde um einiges angenehmer. Bereits am frühen Morgen fing ich mit der Stallarbeit an. Nachdem alle Pferde auf den Koppeln waren, streute ich die Boxen mit frischem Stroh nach. Unsere Pferde stehen auf einer wöchentlichen Matatze, deswegen musste heute nur nachgestreut werden. Das ging relativ fix. Als ich fertig war, kehrte ich die Stallgasse und machte mich dann ans Bewegen meiner Vierbeiner. Ich schnappte mir meinen Freund, denn es stand ein entspannter Ausritt mit Blue Moon II und PFS' Colours of Life an. Die beiden Vollblüter dürfen mindestens 1x die Woche im Gelände richtig fetzen. Das taten sie auch, als wir zur berühmten Galoppstrecke kamen, die so lang ist, dass selbst meine Blüterchen außer Puste kamen. Da konnten sich die beiden mal richtig auspowern. Wir waren etwas mehr als eineinhalbstunden unterwegs. Die Pferde wurden kurz geduscht und kamen dann wieder auf die Koppel. Damit wir heute schneller waren, nahm ich wieder die Hilfe meines Freundes in Anspruch. Wir sattelten Sezuan und Diamond's Shine im Anschluss der Vollblüter. Sezuan wurde von meinem Freund geritten, Shinie übernahm ich. Wir gingen mit den beiden auf unseren Reitplatz. Bevor sich mein Freund auf Sezuan schwang, baute er 2 Sprünge auf. Für Shinie stand Dressur auf dem Plan. Ich sah, dass Sezuan heute wiedermal top motiviert war, während Shinie etwas träge schien. Nach einer guten Stunde beendeten wir zeitgleich das Training und gingen eine Schrittrunde ins Gelände. Die Hengste wurden ebenfalls geduscht und kamen dann auch noch raus auf die Koppel. Nun kümmerte ich mich noch um meine Stute It's Tea Time. Die junge Stute hatte noch nicht viel Erfahrung und musste die ganze Woche über etwas mehr schuften. Deswegen beschloss ich, sie heute nur locker zu longieren. Ich glaube, sie fand die Idee gar nicht so übel. Schön locker und oftmals abschnaubend longierte ich sie eine halbe Stunde auf dem Platz und ließ es dann gut sein. Nun waren die Pferde alle bewegt und zufrieden und konnten den Rest des Tages auf der Koppel entspannen.
    • Stelli
      Pflegebericht August 2020
      Pflegebericht August 2020
      Es war ein herrlicher Sommertag Anfang August. Da es heute deutlich über die dreißig Grad gehen soll, beschloss ich, meine Pferde bereits früh am Tag zu versorgen und zu bewegen. Bei einer brütenden Hitze macht das Pferd und Reiter keinen Spaß. Also ging ich bereits um kurz nach halb sechs am Morgen zu den Pferden, mir die Müdigkeit wegschaffen. Mein Freund musste auch dran glauben, der durfte mir nämlich wie immer helfen. Die Pferde im Stall begrüßten uns wie immer mit Wieheren und Gebrummel. Zuerst wurden alle gefüttert und nach der Fütterung auf die Weiden gebracht. Zuerst machten wir uns, nachdem wir die Boxen gemacht hatten, an Sezuan und Diamonds Shine. Wir putzten und sattelten die beiden Hengste und gingen dann auf unseren Reitplatz. Wir ritten die beiden heute nur locker vorwärts-abwärts, da sie die ganze Woche ein ordentliches Programm hatten. Anschließend gingen wir noch eine Schrittrunde durchs Gelände. Als die Beiden wieder auf der Koppel waren, ging es an die Vollblüter PFS‘ Colours of Life und Blue Moon II, die heute mal wieder ordentlich galoppieren dürfen. Auch diese Beiden wurden geputzt und schnell gesattelt, bevor es ins Gelände ging. Wir wärmten sie ordentlich im Schritt und Trab auf, bis wir die ewig lange Galoppstrecke erreichten. Auf los gings los, und die beiden Blüter freuten sich riesig mal wieder rennen zu können. Dies machte sich auch in der Ausdauer bemerkbar, sie hielten Beide durch, bis die Galoppstrecke langsam endete. Wahnsinn! Entspannt ritten wir zurück nach Hause und versorgten die Beiden. Nach einer kurzen Pause machte ich It’s Tea Time zum reiten fertig. Die wunderschöne Schimmelstute musste heute bisschen dressurmäßig schaffen. Sie war noch relativ grün hinter den Ohren und musste langsam weiter ausgebildet werden. Sie stellte sich heute echt gut an, nachdem wir anfangs etwas diskutieren mussten. Am Ende arbeitete sie aber gut mit, sodass ich es gut sein ließ. Während ich Tea Time absattelte und abspritzte, übte mein Freund mit Rosenzauber di Royal Peerage etwas Führen und Longenarbeit. Der schicke Hengst war ziemlich lernwillig und war immer motiviert bei der Arbeit. Es fällt ihm von Mal zu Mal leichter, Dinge umzusetzen. Akuell „muss“ er nur 1x die Woche etwas machen, da er noch sehr jung ist und sein Jungpferdeleben noch genießen darf. Zu Guter letzt war Smarty Jones an der Reihe. Es war einfach unfassbar, dass ich diesen Hengst wieder mein Eigen nennen durfte. Er war bereits früher in meinem Besitz, musste damals wegen dem Brand den Besitzer wechseln. Ich dachte, ich bekomme ihn nie wieder zurück, aber manchmal hat man einfach Glück! Seit gestern war er auf unserem Hof und ich kann es immer noch nicht glauben. Ich streichelte dem Roanhengst sanft über die Stirn. „Du hast hier deinen Endplatz, das verspreche ich dir!“, flüsterte ich ihm zu. Smarty durfte sich nun erstmal in Ruhe eingewöhnen. Deswegen hat er heute nur einen Koppeltag. Nun war es kurz vor Mittag und alle Pferde waren gemistet und bewegt. Perfektes Timing!
    • Stelli
      Pflegebericht September 2020
      Nun war es bereits wieder soweit. Wir hatten den August hinter uns gelassen. Es fallen bereits die ersten Blätter von den Laubbäumen und es dauert nicht mehr lang, bis die triste Wiiterung mich wieder einholt. Wie ich diese Zeit hasse. Nichtsdestotrotz mussten meine Pferde verworgt werden. Nachdem ich Rosenzauber di Royal Peerage, Shavalou, Sezuan, Diamond's Shine, Blue Moon II, PFS' Colours of life, It's Tea Time und Smarty Jones raus auf die Koppeln gebracht hatte, machte ich mich an die Stallarbeit und ließ den August revue passieren. Der August hatte mir uns meinen Pferden zahlreiche Platzierungen auf den verschiedensten Turnieren beschert. Kaum zu glauben, wie sich meine Pferde in der kurzen Zeit entwickelt hatten. Nicht zu vergessen meinen Neuzugang Shavalou, den ich angeritten erworben konnte. Ich lächelte. Der August war wundervoll, wie sehr ich die warmen Tage vermissen würde. Durch Corona war der Sommer recht bescheiden und ich konnte kaum etwas aus dem Sommer gewinnen. Es schien, als hätte ich den Sommer verpasst. Schade.. Nachdem ich die Stallgasse gefegt hatte, ging es ans Bewegen meiner Vierbeiner. Diamond's Shine und Sezuan wurden ein wenig von mir und meinem Freund auf dem Reitplatz gesprungen. It's Tea Time ritt ich anschließend etwas Dressur. Mit Blue Moon und Colours of Life gingen mein Freund und ich eine gemütliche Runde ins Gelände. Smarty Jones wurde locker am Halfer longiert und Shavalou wurde ausgebunden longiert. Rosenzauber wurde wieder an das Jungpferde ABC erinnert und wieder etwas gefördert. Alles in Allem ging die Arbeit recht schnell von statten. Machte aber auch Spaß, zusammen mit meinem Freund die Pferde zu versorgen und zu bewegen. Lasst uns hoffen, dass der September uns noch ein paar schöne Tage beschert....
    • Stelli
      Pflegebericht November 2020
      So langsam wurde es kalt draußen. Nachts gab es bereits schon Frost und das Jahr neigte sich dem Ende zu. Nichtsdestotrotz mussten die Pferde – wie jeden Tag – versorgt werden. Nachdem ich mir meinen Mantel und die dicken, wetterfesten Schuhe angezogen hatte, ging es raus in die Kälte und in den Stall. Ich wurde mit einem erwatungsvollem Wieheren begrüßt. Die Pferde wussten genau, dass es Zeit fürs Frühstück war. Nachdem ich auch dem letzten Pferd sein Kraftfutter gegeben hatte, wartete ich kurz, bis ich die ersten Pferde bewegen und rausstellen konnte. Heu gab es heute ganz früh schon. In der Zeit, wo die Pferde gefressen hatten, machte ich einen heutigen Tagesplan:


      PFS‘ Colours of Life – Geländeritt mit Blue Moon


      Blue Moon II – Geländeritt mit Colours of Life


      Sezuan – Dressurtraining


      Diamond’s Shine – Longentag


      Smarty Jones – Koppeltag


      Shavalou – Springtraining


      Leviathan’s Levisto – lockeres Reiten


      Fürstenherz – lockeres Reiten


      It’s Tea Time – Koppeltag


      Golden Highlight – Koppeltag


      Grey Rose – Dressurtraining


      Rosenzauber di Royal Peerage – Fohlen ABC


      Als ich fertig war, ging es wenig später auch ans Eingemachte. Zum Glück hatte ich meinen Freund, der genauso Pferdeverrückt ist wie ich es bin. So ging alles viel schneller.


      Nachdem die Pferde nach ihrem jeweiligen Tagesprogramm bewegt waren, gingen sie natürlich raus auf die Koppel. Nach dem letzten Pferd war der Großteil des Tages schon vorbei. Wir misteten noch die Boxen und streuten sie neu ein, als alle Pferde auf Koppel und Paddocks waren. Wir bereiteten das Futter für heute Abend vor und gaben bereits Heu in die Boxen.


      Am Abend holten wir alle Pferde nacheinander in den Stall und fütterten noch Kraftfutter. Vor dem Schlafengehen machten wir unsere Kontrollrunde und sahen noch einmal nach PFS‘ Colours of Life, Blue Moon II, Sezuan, Diamond’s Shine, Smarty Jones, Shavalou, Leviathan’s Levisto, Fürstenherz, It’s Tea Time, Golden Highlight, Grey Rose und Rosenzauber di Royal Peerage. Alles war in Ordnung und alle mümmelten zufrieden ihr Heu. Somit konnten wir den Abend in Ruhe ausklingen lassen.
    • Stelli
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      Januar 2021 - Jahresrückblick
      Das neue Jahr war schon wieder vier Tage an. Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht. Auch das verflixte Jahr 2020 verging wie im Flug. Hoffentlich, oh hoffentlich würde 2021 besser und schöner werden als das letzte Jahr. Etwas nachdenklich machte ich mich also an die Arbeit und das Versorgen meiner Pferde und – endlich – auch Ponys. Ich konnte im Vorjahr zwei wirklich fantastische Deutsche Reitponys erwerben, was mich sehr glücklich machte. Früher schon hatte ich viele Reitponys im Besitz, bis heute loderte dieses Feuer für diese Rasse in mir. Feuervogel und scs Bluebell waren es, die bei mir einzogen. Die Beiden hatten sich schon sehr gut bei mir eingelebt und ich plante auch schon, Bluebell bald decken zu lassen, evnetuell auch von Feuervogel? Wer weiß! Mit Bluebell stand heute Dressurarbeit an, Feuervogel wurde longiert. Bei den Großpferden hatte sich auch einiges getan was den Zuchwachs betraf. Es war so großartig, wieder so viele Pferde um einen zu haben. Das erinnerte mich an früher, wo ich Hofgut Tannenheide geleitet hatte.. mit so vielen wunderbaren Pferden. Dempsey zog heute morgen bei mir ein. Ich holte die Trakehnerstute heute relativ früh bei Bracelet ab. Deswegen durfte sie sich erstmal die Woche über eingewöhnen. Auch Bjarka war Ende letzten Jahres zu mir gezogen, ganz überraschend. Sie war ein Geschenk, worüber ich mich unendlich freute. Wir hatten uns schon gut zusammengerauft und passten super zusammen, es harmonierte einfach. Bjarka ritt ich heute nur locker vorwärts-abwärts, sie hatte die letzten Tage genug gearbeitet. Uranium Fever und Forever Yours konnte ich ebenfalls neu dazugewinnen. Grade bei Forever Yours war es eine Herzensangelegenheit, denn die Stute hatte ich bereits vor vielen Jahren lange besessen, bis der Hof unerwartet zerstört wurde. Forever Yours hatte so ihren Lebensplatz bei mir bekommen bis an Ende ihrer Tage. Sie durfte bei mir ein entspanntes Leben führen, mit bisschen reiten und viel Koppel, bis sie auch als Zuchtstute in Rente geht. So auch heute, sie kam nur auf die Weide, wo sie den ganzen Tag rumdümpeln durfte. Uranium Fever hingegen hatte noch einiges vor sich. Sie wurde heute von meinem Freund geritten und durfte etwas springen. Das Training war anstrengend, aber sehr gut. Grey Rose war nun endlich soweit, dass sie Zuchtstute werden darf und gekrönt werden kann. Wir hielten bereits Ausschau nach geeignet ausgeschriebenen Zuchtstutenprüfungen im Umkreis, wo wir teilnehmen konnten. Grey Rose wurde heute nur locker am Halfter longiert und hatte sonst den Rest des Tages frei. Golden Highlight und It’s Tea Time waren seit Ende des Jahres 2020 eingetragene Zuchtstuten. Auch hier war der Plan, sie dieses Jahr eventuell von einem geeigneten Hengst decken zu lassen. Die beiden wurden heute zusammen ausgeritten von meinem Freund und mir. Es hatte ein wenig geschneit und die Landschaft war von einem Hauch Puderzucker überzogen. Es war ein entspannter Ausritt mit viel Schritt und noch größeren Plaudereien. Als wir mit den Stuten durch waren, ging es an die Hengste. Auch hier konnten wir 2020, in der kurzen Zeit wo wir den Hof und die Pferde besaßen, extreme Fortschritte machen. Wir hatten mit Fürstenherz einen extrem schicken Trakehnerhengst gewonnen, der mit seiner seltenen Fellfarbe die Trakehnerzucht auf ein neues Level bringen würde. Ihn galt es jetzt ordentlich auf die Körung vorzubereiten. Doch er hatte auch noch ein bisschen Zeit. Er wurde heute ausgebunden über Stangen longiert. Leviathan’s Levisto zog ebenfalls bei mir ein. Mit ihm wurde früher nicht viel gemacht. Nachdem wir ihn jetzt langsam angeschoben haben war er konditionell fit und machte sich sehr gut. Ich ritt Levi heute nur locker im leichten Sitz, wir galoppierten viel. Nach Levi ging es weiter. Wir waren so begeistert von dem schönen Wetter, dass wir kurzer Hand beschlossen, mit den restlichen Hengsten auch ausreiten zu gehen. Zuerst sattelten wir Shavalou und Smarty Jones. Shavalou durfte sich derweil auch gekörter Deckhengst nennen. Die Hengste galoppierten wir deutlich mehr, da wir merkten, dass sie ziemlich Energie hatten. Wir entschieden uns deshalb für eine lange Galoppstrecke, die leicht bergauf ging, was die Beiden wirklich mal forderte. Zufrieden abschnaubend machten wir uns irgendann wieder auf den weg nach Hause, denn da warteten noch Diamond’s Shine und Sezuan auf ihren Ausritt ins Winter Wonderland. Auch diese Beiden sind 2020 Deckhengste geworden. Ich war auf ihre Zukunft sehr gespannt und was die Zeit bringen würde. Nachdem wir auch diesen Ausritt beendet hatten, kamen die Zwei nochmal raus auf die Koppel. Sweet Spot war ebenfalls eine neue Stute, die kurz vor Silvester bei mir einziehen durfte. Die bunte Knabstrupperstute hatte es mir sofort angetan und ich hatte Glück – sie war noch verkäuflich, da ihr eigentlicher Käufer sie nie bezahlt hatte. Gut für mich! Ich fackelte nicht lange und kaufte sie. Nun hatte sie sich bereits ein wenig eingelebt, war noch etwas schüchtern. Was sich aber von Tag zu Tag besserte. Heute durfte sie auf dem Reitplatz mal für sich etwas laufen und sich ausbocken. Nachdem ich Sweet Spot wieder auf die Koppel gebracht hatte ging es weiter mit PFS’s Colours of Life und Blue Moon II, meine beiden Vollblüter, die das Blüter-Trio komplettieren. Beide wurden parallel von mir und meinem Freund longiert. Nachdem alle Pferde draußen waren, mistete ich schnell die Boxen ab und streute sie nach. Die Pferde blieben den Rest des Tages draußen und kamen erst gegen Abend bei Einbruch der Dunkelheit wieder in den Stall.
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  • Album:
    05 - Hofgut Birkenau | Stalltrakt Ost
    Hochgeladen von:
    Stelli
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    12 Apr. 2020
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  • Blue Moon II


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    Vom: Domino
    Von: Donino
    Aus der: Diamant

    Aus der: Mikanja
    Vom: Mirioli
    Aus der: Kariba


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    Alter Name: Mikado
    Rufname: Moon
    Geburtsjahr: 2013
    Stockmaß: 1.52 m
    Rasse: Englisches Vollblut (EVB)
    Geschlecht: Stute
    Fellfarbe: Seal brown roan
    (Ee,ata,Rnrn)
    Abzeichen: unregelmässiger Strich, halbweisse Fesseln vorne und hl
    Gesundheit: Sehr gut


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    schüchtern, leicht ängstlich, lernwillig, treu, intelligent, verschmust, ein wenig hibbelig, fleißig, verlässlich

    Moon kam auf einen sehr erfolgreichen Vollblutzuchtgestüt auf die Welt und genoss Pflege vom feinsten. Als Jungpferd fand sie schnell ein neues Heim und wurde dort in ein erfolgreiches Leben geführt. Am Höhepunkt ihrer Karriere wurde sie zur Prämienstute. Sie kam in den Besitz des Bear Brook ECs und fand schliesslich den Weg nach Pineforest Stable.
    Moon hat einen ganz eigenen Charakter. Sie hat viel Potenzial von ihren Eltern geerbt, doch aus irgendeinen Grund Scheue entwickelt. Man vermutet, das sie sich früher mal ziemlich erschrocken hat, vielleicht ist sie aber auch einfach eine scheue Persönlichkeit. Man muss also daran Arbeiten, ihr Vertrauen gewinnen, um aus ihr was zu machen. Denn schon als junges Fohlen merkte man ihr an, wie fleißig und verlässlich sie eigentlich wäre. Schmusen scheint sie wohl auch zu mögen, denn das tat sie oft in ihrem alten Zuhause, aber meist nur mit einer bestimmten Person. Was man sonst noch von ihr weiß: dass sie eine kleine Intelligenz-Bestie ist den schon im Fohlenalter schnell und fleißig lernte.


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    Besitzer: Stelli

    Ersteller: Occulta
    VKR: Occulta
    Verkäuflich: Nein


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    Zuchtzulassung: Ja (gekrönt)

    [SK 454]
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    Nachkommen: Bluegrass, PFS' Baila
    Decktaxe: 220 J.
    Stationiert: -


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    Galopprennen Klasse: S*
    Western Klasse: E
    Spring Klasse: E
    Military Klasse: E
    Dressur Klasse: E
    Distanz Klasse: S*

    Eignung: Galopprennen, Distanzrennen
    Geritten: Ja


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    [SW 432]

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    1. Platz 333. Galopprennen, 1. Platz 340. Galopprennen, 2. Platz 378.Galopprennen, 3. Platz 331. Galopprennen, 3. Platz 335. Galopprennen, 1. Platz 291. Distanzturnier, 1. Platz 310. Distanzturnier, 1. Platz 313.Distanzturnier, 2. Platz 290. Distanzturnier, 3. Platz 294. Distanzturnier
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    PNG | Puzzle

    mit Decke
    im Trab auf dem Reitplatz (Bewegung & Zubehör)