Sammy

Black Pearl

Black Pearl
Sammy, 14 Nov. 2013
    • Sammy
      [​IMG]

      Alter Bericht (von Monsterflosse)

    • Sammy
    • Sammy
      [​IMG]

      Ankunft von Ghostbuster, Warrior, Tschiwabschischi, El Racino, Black Pearl & Pirate Island

      "Hey Sammy warte mal!", rief meine Freundin und Kundin Monsterflosse mir zu, als ich gerade ihren großen Schimmelhengst Ghostbuster in die Reithalle führte, um ihn zu trainieren.
      "Kannst du kurz zu mir ins Büro kommen, wenn du mit Ghost fertig bist? Ich würde gern was mit dir besprechen."
      "Das klingt aber geheimnisvoll, um was gehts denn?", wollte ich nun, schon neugierig geworden, wissen.
      Doch Monster zuckte nur mit den Schultern und lächelte, also wendete ich Ghost und begann wie geplant mit seinem Training.
      Ca. eineinhalb Stunden später stand ich dann in Monster's Büro und sah sie neugierig an. Vielleicht wollte sie mir ja ein weiteres Pferd zum Training geben, wobei ich momentan eigentlich ziemlich viel zu tun hatte, da ich neben ihren Vollblütern auch noch die Paint Horse Stute Splattersplatterbloodsplatter im Westernreiten trainierte.
      "Also hör zu Sam, ich hab ein kleines Problem. Und zwar weiß ich ehrlich gesagt nicht, was ich mit so vielen Englischen Vollblütern anfangen soll, zumal ich ja nicht mal welche züchte. Deshalb wollte ich dich fragen, ob du Interesse daran hättest, Ghostbuster, Warrior, Tschiwabschischi, El Racino, Pirate Island und Black Pearl bei dir aufzunehmen. Ace of Spades und Lord of the Rings gehen an Eddi und die restlichen würde ich fürs erste selbst behalten. Ich habe auch schon mit Flair gesprochen, sie würde sich sehr freuen, wenn du die sechs zu dir nehmen könntest. Umsonst natürlich - wir wollen einfach nur ein schönes zu Hause für die Pferde, in dem sie auch gefördert werden."
      Ich starrte Monster fassungslos an. "Ihr wollt mir die sechs schenken? Einfach so?", fragte ich schließlich etwas heißer.
      Monster lächelte mich an: "Ich weiß ja, dass du dir vor kurzem zwei Englische Vollblutfohlen gekauft hast und auch vor hast, Vollblüter in deine Zucht mit aufzunehmen."
      Ich fiel ihr glücklich um den Hals und beschloss gleich heute Abend auch Flair anzurufen, um mich zu bedanken und ihr zu versichern, dass es ihren Schätzen bei mir an nichts fehlen würde.
      Monster und ich vereinbarten, dass ich jetzt nach Hause fahren würde und dann gleich mit dem großen Hänger kommen und die Pferde holen sollte. Monster würde in dieser Zeit alles für den Transport vorbereiten. Die sechs Verträge und Papiere der Pferde händigte sie mir sofort aus.
      Mit einem breiten Honigkuchengrinsen stieg ich in mein Auto und brauste viel zu schnell nach Hause. Dort trommelte ich meine Pfleger zusammen und bat sie sechs Boxen im Vollblutstall herzurichten und das so schnell wie möglich. Dann half mir Anna den Hänger anzukoppeln und schon war ich wieder auf dem Weg zu Monster.
      Als ich wieder bei ihr ankam, standen Ghostbuster und Warrior nebeneinander am Putzplatz und starrten neugierig auf den Hänger.
      "Racino und Tschiwi hab ich abseits gestellt, weil Racino partout Ärger machen wollte.", seufzte Monster.
      Ich lachte und band den Ghostbuster los. Der Apfelschimmel folgte mir brav in den Hänger und ließ sich seelenruhig anbinden. Sein Kumpel Warrior machte da schon eher Probleme. Der sensible Hengst tänzelte neben Monster her und warf den Kopf hoch. Dabei wussten wir ganz genau, dass der Hübsche keine Angst vorm Hänger hatte, sondern sich lediglich aufspielen wollte. Nachdem Warrior endlich verladen war, holten wir El Racino und Tschiwabschischi. Der Rappe El Racino war erst drei Jahre alt und ein Fohlen von El Davino und Black Pearl. Durch die Siege bei zwei Fohlenschauen hatte er es geschafft, gekört zu werden und ich war sehr gespannt, wie er sich weiter entwickeln würde. Racino riss vor dem Hänger den Kopf nach oben und ging rückwärts, wobei er fast in Tschiwi hineinrannte, der einigermaßen ruhig neben Monster her ging. Der große Appaloosa legte drohend die Ohren an und El Racino rettete sich mit einem Satz die Rampe hinauf, wobei er mich einfach mitschleifte. "Ohoh ich sehe schon, du bist grade in deiner Flegelphase. Das kannst du aber ganz schnell wieder vergessen mein Freund!", schalt ich ihn, während ich ihn gegenüber von Ghost und Warrior festmachte. Nun fehlten nur noch die beiden Stuten. Black Pearl und Pirate Island waren eine Rapp- und eine Falbstute, die trotz ihrer knappen 10 Jahre noch einiges an Pfeffer im Hintern hatten. Mit den beiden würde ich genau wie mit den Hengsten erst einmal fleißig an Turnieren teilnehmen, bevor ich sie rein für die Zucht nutzen wollte. Ich war mir nämlich sicher, dass sie noch sehr viel erreichen konnten.
      Als wir uns nochmals versichert hatten, dass alle Pferde ordentlich angebunden waren, schlossen wir gemeinsam die Rampe, ich verabschiedete mich von Monster und fuhr dann wesentlich langsamer als beim letzten Mal nach Hause.
      Auf meinem Hof angekommen, kamen mir bereits meine Pfleger entgegen und ich teilte jedem von ihnen ein Pferd zu. Das Ausladen wurde von lauter "Ohh"s und "Aah"s begleitet, als meine Pfleger die Neuankömmlinge bewunderten. Wir brachten alle in ihre neuen Boxen zu den Fohlen Ravenback und Backup und ich beobachtete meine Süßen noch eine Weile, bevor ich ins Haus ging, um mich um mich selbst zu kümmern.
    • Sammy
      [​IMG]

      Englische Vollblüter - Monatsbericht November
      Ghostbuster & Warrior
      "Guten Morgen meine Schönen!", flötete ich fröhlich als ich den Stall meiner Englischen Vollblüter betrat. Es war erst halb sechs Uhr morgens und noch dunkel, doch ich freute mich so auf das erste Training mit meinen neuen Vollblutpferden, dass ich einfach gute Laune haben musste.
      Zuerst widmete ich mich meinen beiden Schimmelhengsten Ghostbuster und Warrior, da die beiden heute morgen auf der Bahn laufen sollten und zwar noch bevor es Frühstück gab. Ich führte beide Hengste nacheinander auf die Stallgasse und band sie an beiden Halfterseiten fest. Amy, die heute Ghost galoppieren würde, müsste auch gleich kommen, doch bis dahin wollte ich schon einmal anfangen die Pferde fertig zu machen. Ich nahm Warrior seine dicke Stalldecke ab und begann dann sein leuchtend weißes Fell zu bürsten. Anschließend kratze ich die Hufe aus, kämmte die Mähne und verlas seinen Schweif.
      "So mein Hübscher, weil ich immer noch so früh dran bin, mache ich jetzt schonmal Ghost fertig!", sagte ich lächelnd zu dem Schimmel, klopfte ihm den Hals und machte mich dann daran Ghostbuster zu putzen. Der Apfelschimmelhengst machte sich so gut wie nie dreckig und so war ich auch heute ziemlich schnell fertig. Nach einem Blick auf die Uhr holte ich schoneinmal die Bandagen aus der Sattelkammer und wickelte sie sorgfältig um die Beine meiner Hengste. Die beiden waren bisher sehr erfolgreich gewesen und ich freute mich schon darauf, sie in meiner hoffentlich bald entstehenden Zucht einsetzen zu können. Warrior hatte neben seiner Körung zwei Schönheitswettbewerbe gewonnen und Ghost hatte neben einer Turnierschleife den 2. Platz bei einer Hengst des Monatswahl erreicht.
      Gerade als ich bei Ghost den Sattelgurt anzog, kam Amy in den Stall. Als sie mich sah, wurde sie kreideweiß und warf erschrocken einen Blick auf die Uhr. "Bin ich etwa zu spät? Das tut mir so Leid, ich dachte...", stammelte sie.
      "Nein, nein, alles gut. Ich hab heute nur so viel zu tun, da dachte ich, ich mach die Pferde schonmal fertig.
      Amy grinste sichtlich erleichtert und strich Ghost zur Begrüßung über den Kopf, bevor sie ihn flott auftrenste. Ich selbst zog mir meine Schutzweste, Helm und Handschuhe an und trenste auch Warrior auf. Dann banden wir die Hengste los und führten sie aus dem Stall.
      "Brr ist das kalt!", sagte Amy bibbernd und ich stimmte ihr mit gerunzelter Stirn zu. Ich war heute morgen bereits auf der Bahn gewesen, um mich zu versichern, dass sie nicht gefroren war, doch es war nur eine Frage der Zeit, bis wir sie nicht mehr benutzen konnten. Ich schmiss schnell Amy in den kleinen Arbeitssattel, gurtete nochmals nach und sprang dann vom Aufsitzbock aus selbst auf Warriors Rücken. Der Schimmelhengst zuckte nur kurz mit den Ohren.
      "Mit den beiden wird das heute sicherlich ein Kinderspiel. Sie sind meistens relativ gelassen, ganz im Gegensatz zu El Racino", lachte ich. Amy verzog erst das Gesicht, stimmte dann jedoch in mein Lachen ein. Letzte Woche war sie den ungestümen Rapphengst geritten. Wir hatten ihn aus der Startbox gehen lassen und er war auch vorbildlich abgesprungen, hatte dann jedoch so lang gebockt bis Amy im Sand lag und war alleine davon gestürmt. Seitdem war Amy dem Hengst gegenüber eher distanziert, wobei sie sich zum Glück nicht verletzt hatte.
      Wir ritten in ruhigem Schritt zur Bahn, doch als die Hengste merkten, wo es hinging, wurden sie doch ein wenig hibbeligl Mir ging es jedoch genauso und ich genoss es, die geballte Kraft unter mir zu spüren. Wir betraten die Bahn und wärmten die Pferde zunächst unabhängig voneinander im Schritt und Trab auf. Schließlich winkte ich Amy zu mir.
      "So. Wir galoppieren jetzt in ruhigem Tempo nebeneinander bis zur Markierung und dann lassen wir die zwei eine Viertelmeile gehen, okay? Ich würde gern mal sehen, was sie so drauf haben". Amy nickte und wir galoppierten die Hengste gleichzeitig an. Warrior senkte den Kopf und schnaubte bei jedem Galoppsprung. Ich wusste das Flair den Hengst auch in der Dressur und im Springen ausgebildet hatte und genau dieses Training zahlte sich nun aus.
      Ich blickte zu Amy hinüber, nahm dann die Zügel ein wenig auf und machte mich für den Renngalopp bereit. Gleichzeitig gaben wir unseren Hengsten das Signal und sie schossen los.
      Der kalte Wind brannte auf meinen Wangen doch es gab nichts berauschenderes, als Warriors Power unter mir zu spüren. Ich lehnte mich an den Hals des Pferdes und knetete mit meinen Händen seinen Hals. Warriors Sprünge wurden noch länger und der Hengst machte mit rießigen Sätzen Boden gut. Zentimeter um Zentimeter schoben wir uns an Amy und Ghost vorbei, bis wir schließlich in einem wahnsinns Tempo am Viertelmeilenpfosten vorbeischossen. Ich stellte mich in die Steigbügel und ließ Warrior behutsam ausgaloppieren. Kurz darauf trabte Amy auf Ghost neben mich. Ihre Wangen waren knallrot, doch sie grinste: "Wow. Ich hätte ehrlich gesagt nicht gedacht, dass die beiden so schnell sind. Das war ja unglaublich!"
      Ich nickte stolz und strich über Warrior's dampfendes Fell.
      "Na komm, lass uns zum Stall zurück reiten und dann versorgen wir die beiden Hübschen, damit sie bei der Eiseskälte nicht noch krank werden!
      Amy nickte und wir ritten im ruhigen Schritt zum Stall zurück. Ghost und Warrior pumpten zwar ein wenig, wirkten jedoch nicht erschöpft. Als wir vor dem Stall abgestiegen waren, sattelte Amy die Hengste flott ab, während ich sie hielt und warf jedem von ihnen eine Abschwitzdecke aus Fleece über. Dann nahmen wir Bandagen und Trensen ab und führten die beiden noch ein paar Runden über den Hof. Mittlerweile waren meine Pfleger eingetroffen und im Stall wurde es laut, als meine Pferde ihr Futter verlangten. Auch Ghost und Warrior drängten nun in Richtung Stall, weshalb wir uns beeilten und die beiden ihrem wohverdienten Frühstück überließen.

      Pirate Island, Ace of Spades & Black Pearl
      Während meine Pferde gierig ihr Futter verschlangen, ging ich durch die Ställe, kontrollierte Futterpläne, erledigte ein paar Telefonate, verteilte die heutigen Aufgaben und ging schließlich wieder in den Stall meiner englischen Vollblüter. Meine drei gekrönten Stuten Pirate Island, Ace of Spades und Black Pearl hatten heute frei, sodass ich sie nur putzen und auf die Weide bringen musste. Meine Vollblutdamen waren um einiges temperamentvoller als Ghost und Warrior, weshalb ich sie einzeln aus ihren Boxen holte. Ich putzte erst Pirate Island. Die hübsche Falbstute war recht eigensinnig und hasste es am Bauch berührt zu werden, was das Putzen nicht gerade einfacher machte. Da sie jedoch ebenfalls eine Stalldecke trug, war ich diesmal recht schnell fertig, machte sie los und führte sie dann auf eine der Stutenkoppeln. Pirate Island fegte sofort im gestreckten Galopp über die Weide und wieherte herzzerreißend nach ihren Freundinnen - dabei war sie es durchaus gewohnt auch einmal alleine draußen zu stehen!
      Wieder im Stall widmete ich mich Ace of Spades, einer Rappstute. Mit ihr und Pirate Island wollte ich diesen Winter noch einige Hallenturniere gehen, damit ich sie im Frühjahr mit in die Zucht nehmen konnte. Ace of Spades war ein wenig ruhiger als Island und vor allem nicht ganz so zickig. Ich kraulte der kräftigen Stute liebevoll über die Stirn nachdem ich sie geputzt hatte und führte dann auch sie nach draußen. Pirate Island kam sofort an den Zaun und begrüßte Ace, als hätte sie sie seit einer Ewigkeit nicht mehr gesehen. Ich schüttelte lächelnd den Kopf. Obwohl Isle nun bereits neun Jahre alt war, benahm sie sich zuweilen wie ein junges Fohlen.
      Die letzte im Bunde war nun Black Pearl, die schon sehnsüchtig in Richtung Stalltür blickte und mich fast über den Haufen rannte, als ich die Tür öffnete.
      "Hey! Was soll denn das? Spinnst du?", fuhr ich die hübsche Stute wütend an. Wenn ich eines nicht haben konnte, war, wenn meine Pferde mir gegenüber respektlos wurden. Denn das konnte bei dieser Masse an Pferd wirklich gefährlich werden. Ich schickte Black Pearl energisch zurück, bis sie mit dem Hinterteil an der Boxenwand stand und verließ die Box noch einmal. Als ich sie dann wieder betrat, wartete Black Pearl wie es sich gehörte und ich lobte sie.
      Die Rappstute war die erfolgreichste meiner Vollblüter und ihr gekörter Sohn El Racino, befand sich ebenfalls in meinem Besitz. Ich putzte Black Pearl, bis ihr Fell glänzte, dann endlich durfte sie zu Isle und Ace auf die Koppel.

      Ravenback & Backup
      Nun waren meine beiden Vollblut Fohlen Ravenback und Backup an der Reihe. Da ich die zwei erst gestern ausgiebig gearbeitet hatte, hatten auch sie heute ihren freien Tag und durften hinaus auf die Weide. Dort standen schon Reminsicent Inspiration, Unannounced Pleasure, Mississle und Everybody's Darling. Ich holte die beiden Stutfohlen zusammen aus ihren Boxen, band sie nebeneinander an und putzte dann beide abwechselnd. Die zwei Fohlen hingen wie Pech und Schwefel aneinander, wobei Backup eher schüchtern und Ravenback sehr aufgeweckt war. Im Großen und Ganzen ergänzten die beiden sich wunderbar. Nachdem beide geputzt waren und ich das Hufe geben nochmals geübt hatte, band ich sie los und führte sie zu den anderen Stutfohlen des Gestüts auf die Koppel. Ravenback bahnte sich sofort mit angelegten Ohren ihren weg und Backup folgte ihr wie immer. Ich sah den Süßen noch eine Weile lächelnd zu, dann machte ich mich auf den Rückweg zum Stall.

      El Racino & Tschwiwabschischi
      "Morgen Sammy! Na bereit?", tönte mir eine Viertelstunde später die Stimme meiner Freundin Edfriend entgegen. Wir hatten uns spontan zu einem Ausritt mit El Racino und Tschiwabschischi verabredet.
      "Na klar! Die zwei Herren stehen schon geputzt auf der Stallgasse", rief ich lachend zurück. In der Tat hatte ich vor einer Sekunde den letzten Huf meines Rapphengstes El Racino ausgekratzt. Tschiwi stand ein paar Meter hinter ihm und scharrte ungeduldig mit dem Huf.
      "Das Sattelzeug liegt auch schon da", fügte ich noch schnell hinzu, während Eddi Tschiwi begrüßte. Sie war den temperamentvollen Hengst noch nie geritten und machte sich daher erst einmal mit ihm bekannt.
      "Wow, das ist ja wieder ein Service bei dir. Dann kanns ja schon gleich losgehen", freute sich Eddi.
      Ich lachte und legte Racino mit geübten Bewegungen die Gamaschen an. Der drei jährige Hengst zappelte aufgeregt herum, während ich anschließend versuchte, den Sattelgurt zu schließen. "Racino! Schluss jetzt damit!" schimpfte ich. Racino hatte heute wieder ein Mal viel zu viel Energie und ich war gespannt wie gemütlich unser Ausritt werden würde. Eigentlich wollte ich die Kondition des Hengstes stärken, damit er für die Galopprennen über eine Meile bereit war.
      Als Eddi und ich fertig waren, führten wir die Pferde in den Hof, gurteten nach und schwangen uns in die Sättel.
      Racino warf den Kopf nach oben und tänzelte zur Seite.
      "Na du sitzt ja schon wieder im Sattel! Alle Achtung, ich bin so müde, ich glaub ich fall gleich um!", rief Amy mir zu, während sie Richtung Hoftor lief. Der junge Jockey hatte noch beim Pferde rausbringen geholfen und ging nun nach Hause.
      Ich grinste und winkte ihr zu - im selben Moment wäre ich fast auf dem Boden gelandet, da Racino mit allen Vieren vom Boden absprang und buckelte.
      Schnell nahm ich die Zügel kürzer, setzte mich tief in den Sattel und schimpfte mit Racino.
      "Also hopp, lass uns gehen, sonst befördert der Kerl mich noch auf den Boden!", sagte ich lachend zu Eddi, die versuchte sich das Grinsen zu verkneifen.
      "Pass nur auf, Tschiwi ist auch nicht ohne!", warnte ich sie vor, doch Eddi schaute mich nur ungläubig an.
      "Der? Ich glaube eher, er schläft gleich ein", sagte sie mit einem Blick hinunter auf den Hengst.
      In der Tat stand Tschiwabschischi mit halb geschlossenen Augen da und beachtete Racino's Radau in keinster Weise. Das gemeine daran war allerdings, dass sich dieser Zustand im Bruchteil einer Sekunde ändern konnte. Eddi sah mich zwar etwas skeptisch an, nahm aber die Zügel kürzer.
      Wir ritten im Schritt vom Hof - Tschiwi mit langsamen schweren Schritten und Racino seitwärts tänzelnd.
      Da wir viel traben und vielleicht auch galoppieren wollten, beschlossen wir zu den Feldern zu reiten. Die Wege dort waren einigermaßen eben und breit genug um zu zweit zu reiten. Sobald wir ins offene Gelände kamen, war Racino kaum noch zu halten. Er drängte gegen das Gebiss und galoppierte zeitweise fast auf der Stelle.
      Eddi hielt sich schon den Bauch vor Lachen, als ich Racino endlich erlaubte anzutraben.
      Keine zwei Sekunden später hörte ich einen erschrockenen Ausruf und Tschiwabschischi schoss im gestreckten Galopp an mir vorbei. Ich versuchte noch, Racino zurückzuhalten, doch der dachte nun gar nicht mehr daran, auf mich zu hören und nahm mit rießigen Sätzen die Verfolgung auf.
      "Mist.", murmelte ich durch zusammengebissene Zähne, während ich in Racino's Mähne griff. Irgendwie war mir klar, dass ich den Hengst im Moment nicht halten konnte. Auch ein paar kräftige Züge an den Zügeln änderten nichts an seinem Tempo - im Gegenteil, ich hatte eher das Gefühl, dass Racino daraufhin noch einmal zulegte.
      Ich wusste nicht wie lange die Pferde uns so durchgingen, doch nach und nach schob Racino sich an Tschiwi heran. Dieser fiel ganz plötzlich zurück und endlich bekam ich auch Racino wieder unter Kontrolle. Ich blickte ängstlich zu Eddi und Tschiwi - hoffentlich war der Hengst nicht verletzt.
      Eddi war leichenblass und ließ sich erst einmal aus dem Sattel gleiten, wo sie sich zitternd an Tschiwi lehnte.
      "Okay. Ich sage nie nie mehr wieder, dass er langsam ist.", brachte sie hervor.
      Ich lächelte. "Tut mir Leid, dass wir ihn noch mehr angeheizt haben, aber ich konnte Racino einfach nicht mehr halten, als er so losgestürmt ist", entschuldigte ich mich bei ihr.
      "Ach ich glaube das hätte keiner geschafft", meinte Eddi mit einem Blick auf die beiden pumpenden Hengste. Dann fuhr sie Tschiwi's Beine entlang. Anscheinend hatte sie die gleiche Angst wie ich. Als sie sich kurz darauf wieder aufrichtete, lächelte sie jedoch. "Ich glaube er hatte einfach keine Lust mehr weiter zu rennen",lachte sie.
      "Na wunderbar! Dann sollten wir die beiden jetzt noch ein bisschen galoppieren lassen!", sagte ich schon wieder fröhlicher.
      "Was? Die sind doch gerade galoppiert...", Eddi sah nicht so aus, als hätte sie auf noch einen halsbrecherischen Galopp Lust.
      "Ich dachte echt, entweder ich fliege gleich runter, oder wir legen uns zusammen hin", fügte sie noch hinzu.
      "Na komm schon, nur ein langsamer Galopp. Die zwei sind jetzt eh fertig, aber sie dürfen auf keinen Fall denken, dass sie hier einfach eigenmächtig ein Rennen veranstalten können und wir dann mit arbeiten aufhören!"
      Eddi seufzte ergeben und stieg wieder in Tschiwi's Sattel.
      DIe Hengste schüttelten wiederwillig die Köpfe als wir sie erneut in den Galopp trieben, doch da mussten sie jetzt durch.
      Nach einer kurzen Runde, kehrten wir im Schritt zum Hof zurück, versorgen die beiden Pferde und gingen dann ins Haus , Tee und Plätzchen essen.
    • Sammy
      [​IMG]

      Trainingsbericht Galopprennen A-L
      Galopptraining zusammen mit El Racino, Pirate Island & Tschiwabschischi
      "Guten Morgen!", flötete ich durch den Stall, indem ich meine englischen Vollblüter untergebracht hatte. Pirate Island war wie immer die erste, die mir ihren hübschen Kopf entgegen streckte und nach Leckerlis suchte.
      "Du bist auch gleich dran, aber jetzt sind erstmal Black Pearl, El Racino und Tschiwabschischi an der Reihe.", vertröstete ich die hübsche Falbstute und machte mich auf die Suche nach Klaus` Mitarbeitern, die mir beim Training meiner Pferde behilflich sein sollten.
      Pearl und Racino sollten im Galopprennen auf Klasse L, Tschiwi und Island auf Klasse A trainiert werden und wir hatten die letzten Wochen bereits fleißig daran gearbeitet, ihre Kondition zu verbessern. Heute wollten wir das Betreten und vor allem das Abspringen aus den Startboxen wiederholen und die Pferde dann gegeneinander rennen lassen, um zu sehen wie sie sich entwickelt hatten.
      Unser Aufbautraining in letzter Zeit hatte hauptsächlich aus langen Ausritten und vielen Spaziergängen bestanden, sodass nun alle drei Pferde eine großartige Muskulatur aufwiesen.
      Die Rappstute Black Pearl hatte sich dabei am Anfang immer viel zu schnell verausgabt, da ihre Kondition die schlechteste gewesen war und Pearl nur am herumzappeln war. Die Stute war genau wie ihr hübsche Sohn der Inbegriff eines Nervenbündels und daher nicht unbedingt leicht zu händeln. Pearl war mit ihren 1,68 Metern noch die Kleinste der drei. Island lag mit 1,70 Metern genau dazwischen.
      Die beiden Hengste hatten ein stolzes Stockmaß von 1,74 und 1,78 Metern und standen Black Pearl in Puncto Nervosität in nichts nach. Alle drei besaßen einen gewissen Siegeswillen, doch war dieser bei El Racino am stärksten ausgeprägt. Der junge Rappe war mein Liebling unter den Vollblütern, weshalb ich ihn im Training auch selbst ritt.
      Vikki, Peter und Markus, die Mitarbeiter von Klaus, wechselten sich dagegen bei jeder Trainingseinheit ab. Heute würde Vikki Black Pearl reiten, Peter Pirate Island und Markus übernahm Tschiwabschischi.
      Ich fand die drei schließlich in der Sattelkammer und wir begrüßten einander freundlich, bevor sich jeder einen Putzkasten schnappte. Vikki und Peter ging zu Pearl und Island in den Stutentrakt, Markus und ich machten uns dagegen auf in den Hengsttrakt.
      Racino war ziemlich hengstig, weshalb wir die beiden Tiere möglichst weit voneinander entfernt anbanden. Früher war der hübsche Junghengst sogar unter dem Sattel auf andere Pferde losgegangen, was natürlich überhaupt nicht ging. Ich hatte fast ein ganzes Jahr gebraucht, um ihm diese Unart abzugewöhnen, doch im Umgang stellte der Rappe seine Hengstmanieren immer noch so gut er konnte zur Schau.
      Ich fuhr liebevoll mit der Bürste über Racino`s glänzendes Fell und strich bewundernd über die Muskeln, die sich deutlich darunter abzeichneten.
      "Also wir haben mit den Pferden wirklich gute Arbeit geleistet, die sehen einfach super aus!", sagte ich grinsend zu Markus.
      "Ja und nicht nur sie! Ich war noch nie so durchtrainiert, wie jetzt. Diese ganze rumrennerei im Wald mit dir hat echt was gebracht!", gab Markus lachend zurück.
      Ich strich Racino noch einmal über die Schulter und hob dann den leichten Arbeitssattel auf seinen Rücken, wo ich ihn erst zurechtlegte und dann das Vorderzeug einschnallte, bevor ich den Sattelgurt schließen konnte. Bei dem Tempo das meine Vollblüter zuweilen an den Tag legten, fühlte ich mich mit dem Vorderzeug, dass den Sattel daran hinderte nach hinten zu rutschen, einfach wohler. Ich legte Racino die Zügel über den Hals und hielt ihm das Gebiss hin. Der Hengst schlug erst einmal mit dem Kopf, dann nahm er das Gebiss jedoch willig an.
      "Du solltest wirklich mal ein paar Reitschülern beibringen, wie man ein Pferd richtig auftrenst. Ich kenne einige, die vor jeder Reitstunde beinahe verzweifeln.", sagte Markus anerkennend, bevor auch er Tschiwi aufzäumte.
      "Ach das liegt in der Erziehung. Ich bringe all meinen Pferden vor dem richtigen Training ein paar Grundlagen bei, die das Leben unheimlich viel leichter machen. Dazu gehört auch das Kommen auf Pfiff und das ruhige stehen bleiben beim Aufsteigen. Ganz nebenbei, das steht uns mit den dreien heute bevor, also mach dich schonmal drauf gefasst, nicht so schnell in den Sattel zu kommen.", grinste ich spitzbübisch.
      Markus stöhnte nur, zog sich seinen Helm auf den Kopf und führte Tschiwi aus dem Stall. Der auffällige Tigerschecke war noch der ruhigste von den vier Pferden, von dem her würde Markus vielleicht sogar als Erster im Sattel sitzen.
      Wir stellten die vier Pferde im Kreis auf dem Reitplatz unweit von der Rennbahn entfernt auf, gurteten nach und ließen die Steigbügel erst einmal auf normale Länge herunter.
      Dann erklärte ich den drei anderen, was sie machen sollten: "Also ihr macht euch ganz normal zum Aufsteigen bereit. Lasst euch Zeit und übereilt nichts. Das ist eine grundlegende Lektion und die muss sitzen. Hätte ich die drei schon länger, könnten sie das auf jeden Fall schon. Naja nochmal von vorne: Ihr macht euch zum Aufsteigen bereit. Bleiben die Pferde stehen ist alles gut und ihr könnt euch ganz normal in den Sattel setzen. Bleiben sie nicht stehen - und dazu reicht schon ein winzig kleiner Schritt- führt ihr sie einmal im Kreis und stellt sie wieder in Ausgangsposition. Das macht ihr solange, bis ihr euch in den Sattel setzen könnt, ohne dass die Pferde herumzappeln. Wenn ihr soweit gekommen seid, lobt sie. Dann stellt eure Steigbügel auf die richtige Länge und bleibt ruhig sitzen. Hier wieder das gleiche Spiel. Fangen die Pferde an zu zappeln, reitet ihr einmal im Kreis und lasst sie wieder stehen. Für heute reicht es, wenn sie ca. zwei Minuten auf euer Kommando warten. Dann reitet einfach zur Bahn und fangt mit dem Aufwärmen an, bis alle fertig sind."
      Die drei nickten, stellten sich links neben Pearl, Island und Tschiwabschischi und stöhnten im Chor auf, als die Tiere sofort losliefen, als sie das Gewicht im Steigbügel spürten.
      Ich grinste in mich hinein und begann das Spielchen dann auch mit Racino. Wie erwartet war Markus der erste, der sich in den Sattel setzen konnte, doch sobald er die Zügel aufnahm, lief Tschiwabschischi los. Er verdrehte die Augen, ritt einen Kreis und kehrte an die Ausgangsposition zurück. Vikki, Peter und ich brauchten länger, um in den Sattel zu kommen, doch als wir saßen, warteten die Pferde nach dem dritten Anlauf bereits auf unser Kommando, sodass wir sogar noch vor Markus zur Rennbahn reiten konnten.
      Racino war mittlerweile ziemlich aufgedreht und ich spürte seinen Drang loszulegen deutlich. Er tänzelte vor Black Pearl zur Bahn, schlug immer wieder mit seinem hübschen Kopf und versuchte ab und an mir die Zügel aus den Händen zu reißen.
      "Bleibt ihr hier vorne und wärmt Pearl und Pirate Island auf bis Markus kommt. Ich glaube Racino braucht ein bisschen Abstand, sonst geht er mir gleich ab.", sagte ich zu Vikki und Peter und Trabte meinen aufgeweckten Hengst an. Racino legte sofort eine Art Stechtrab an den Tag, der mich regelrecht im Sattel herumwarf und ich brauchte eine Zeit, bis ich den Hengst einigermaßen bei mir hatte. Als ich einen Blick auf den Eingang der Bahn warf, konnte ich erkennen, dass Markus mittlerweile auch eingetroffen war und Tschiwi aufwärmte. Ich ließ Racino in einen leichten Kanter fallen, wobei ich alle Hände voll zu tun hatte, dass der Hengst dass gemächliche Tempo beibehielt. Auch die drei anderen waren mittlerweile zum Galopp übergegangen. Ich machte noch etwa fünf Minuten weiter, dann drehte ich um und trabte mit Racino zu den anderen.
      "So Leute, das dürfte reichen. Jetzt gehen wir in die Startboxen und starten unser kleines Rennen, um das Training der drei endlich abzuschließen!", sagte ich lächelnd und winkte Klaus zu, der gerade über den Hof lief.
      Er hatte sich bereit erklärt, die Starbox zu bedienen und außerdem unsere Zeit zu stoppen.
      Die vier Vollblüter begannen sofort wieder zu tänzeln, als sie sahen, wohin wir wollten. Wir hatten sie nun schon ein paar Tage nicht mehr volles Tempo gehen lassen und die vier waren geladen wie Kanonen.
      Vikki bezog mit Black Pearl Startbox Nummer eins, dann kam Markus auf Tschiwabschischi, El Racino und ich marschierten in Box Nummer drei ein und Peter übernahm mit Island Box Nummer vier. Zu meiner Freude gingen alle vier Pferde anstandslos in die Startboxen und warteten angespannt auf das Leuten der Glocke. Ich lehnte mich nach vorn und vergrub eine Hand in Racino`s Mähne, um mich auf den Absprung des großen Hengstes vorzubereiten.
      Eine Sekunde später schritte die Glocke und die drei Pferde schossen aus den Boxen. Racino hatte den Absprung nicht so gut erwischt, wie seine drei älteren Konkurrenten, doch der junge Hengst schloss schnell wieder auf und hielt sich dicht hinter Pirate Island, die wiederum hinter Black Pearl und Tschiwi lief, die nebeneinander um die Bahn fegten.
      Ich kannte die Vorlieben jedes einzelnen Pferdes. Tschiwi lief gerne gleich an der Spitze und versuchte sich abzusetzen. Racino überrollte ein Feld oftmals einfach so von hinten, da er unglaublich große Kraftreserven besaß und Pearl setzte sich eigentlich direkt hinter die Spitze und nutzte dann jede noch so kleine Lücke um am Ende nach vorn zu kommen. Aufgrund ihrer jetzigen Position rechnete ich damit, dass die Stute aufgrund des recht hohen Tempos irgendwann einbrechen würde und hielt mich bereit. Pirate Island hatte die gleichen Vorlieben wie Pearl, also musste ich bei ihr aufpassen, denn sie lief auf ihrer Lieblingsposition.
      Tatsächlich wurde Pearl kurz vor der Zielgeraden langsamer und fiel zurück, während Markus nicht aufpasste und Tschiwi leicht nach außen driftete.
      Noch bevor ich auch nur einen Finger rühren konnte, grub Pirate Island die Beine in den Boden und schloss zu Tischwi auf. Ich ließ Racino mehr Raum und der Hengst schoss außen an Tschiwi heran. Der Tigerschecke war durch den dauernden Zweikampf mit Black Pearl ermüdet und so konnte Racino an ihm vorbeiziehen. Fehlte nur noch Island. Racino grub die Beine noch kraftvoller in den Boden, schloss zu Island auf und schoss dann mit einem Wahnsinnstempo an ihr vorbei.
      Ich lachte, überquerte mit drei Längen Vorsprung die Zielgerade und pullte Racino allmählich auf, bevor ich ihn wendete und im langsamen Kanter zurück zum Eingang ritt.
      Die drei anderen hatten knall rote Gesichter und klopften ihren Pferden den Hals.
      "Also mal unabhängig davon wer gewonnen hat, die vier Zeiten waren alle der Hammer! Ich würde sagen, die vier haben den Aufstieg in Klasse A beziehungsweise L mit Bravour gemeistert!", rief Klaus uns strahlend zu.
      Wir ritten die Pferde vor den Stall, stiegen ab und führten die vier nach dem Absatteln in aller Ruhe trocken. Markus und Peter lächelten und klopfte Tschiwi und Island immer wieder den Hals, doch Vikki schien ein wenig frustriert.
      "Was ist denn los? Ich finde dafür, dass das überhaupt nicht Pearl`s Position war, ist sie super gelaufen.", sagte ich aufmunternd zu ihr.
      "Nicht ihre Position? Ich hab aber keine Lust mir immer Dreck ins Gesicht werfen zu lassen. Und nach dem ganzen Aufbautraining hätte sie das doch durchhalten müssen.", ereiferte Vicki sich.
      "Nana komm mal runter. Jedes Pferd hat nun einmal eine Position, auf der es am Besten läuft. Du wusstest das und hast Pearl nicht optimal unterstützt. Sonst hättet ihr vielleicht gewonnen. Und wenn du wirklich einmal Jockey werden willst, musst du mit verschiedenen Pferden und auch mit verschiedenen Situationen umgehen können, sonst möchte dir niemand sein Pferd anvertrauen. Nichts desto trotz war es ein gutes Rennen.", sagte ich ein wenig heftiger als beabsichtigt. Ich konnte es nicht leiden, wenn Reiter einen Fehler machten und ihr Pferd dafür zur Verantwortung ziehen wollten.
      Auch Markus schüttelte missbilligend den Kopf und Vicki wurde ganz rot.
      Wir redeten noch über verschiedene Rennstrategien, dann durften die Pferde wieder in ihre Boxen zu ihrem wohlverdienten Frühstück und ich lud meine drei Helfer ebenfalls ein, mit mir in meiner Wohnung zu frühstücken, was beide dankend annahmen.
    • Sammy
      [​IMG]

      Der große Umzug
      Teil I und II [Umzugsgedanken & Planen, planen, planen!]

      Umzugsgedanken…
      Aufgeregt und voller Vorfreude stieg ich aus dem Flugzeug, lief zum Kofferband und lud so schnell ich konnte meine Tasche ab. Anschließend ging ich nach draußen und atmete die kühle Luft des Londoner Flughafens ein. Jetzt im Januar war es noch ziemlich frisch. Ich sucht mir ein Taxi und nannte dem Fahrer mein Ziel: ein kleines Hotel in Winchester. Von dort aus wollte ich endlich meine Suche starten – die Suche nach meinem neuen Gestüt.
      Ich hatte mir schon vor einiger Zeit überlegt umzuziehen und zunächst hatte es mich nach Kentucky in die USA gezogen. Nach reiflicher Überlegung war mir dieser Plan jedoch zu gewagt. Amerika war einfach zu weit weg, diese lange Reise wollte ich meinen Pferden nicht antun. Zudem wären auch die Umzugskosten kaum zu stämmen, da ich ja auch den neuen Hof noch bezahlen musste. Nicht zuletzt wäre ich auch völlig ab vom Schuss gewesen und hätte all meine Freunde zurückgelassen. England jedoch lag nicht ganz so sehr aus der Welt und gab auch ein schönes Plätzchen für einen Kurzurlaub ab. Ich hatte auch schon mit einigen Leuten telefoniert, die Gestüte und Höfe zu verkaufen hatten und erhoffte mir von diesen Besuchen natürlich viel. Ich hatte ein ganz genau festgelegtes Budget, welches für den Kauf, eventuelle Renovierungen und Umbauten reichen musste. Den Rest brauchte ich dann für den Umzug und natürlich die tierärztliche Versorgung meiner Pferde. Ich hatte eine ganze Weile gebraucht, um endlich eine Woche zu finden, in der ich nach England fliegen konnte. Zu Hause war momentan schrecklich viel los. Für Wüstentänzer und Melody’s Girl standen nächste Woche Körungen an, Unannounced Pleasure, San Salvador und Reminiscent Inspiration sollten auf Fohlenschauen gehen und natürlich waren viele meiner Pferde für die laufenden Turniere gemeldet. Gott sei Dank hatten sich einige meiner Freunde bereit erklärt, sich diese eine Woche um meine 73 Pferde zu kümmern. Drei davon würde ich auf alle Fälle verkaufen, bei zweien war ich mir noch nicht sicher. Der Rest jedoch durfte bleiben und würde meine Zucht begründen. Früher mit Rawwrrr hatte ich nur New Forest Ponies gezüchtet. Nun wollte ich neben meinen geliebten New Forests jedoch auch Araber, Englische Vollblüter, Trakehner, Hannoveraner, Holsteiner, Isländer, Deutsche Reitponies, Welsh As, Welsh Bs, Andalusier, Lusitanos, Saddlebreds und Barockpintos züchten, sodass ich insgesamt auf 14 Rassen kam. Desweiteren überlegte ich mir auch Quarter Horses und Paints in die Zucht mit aufzunehmen. Dafür hatte ich schon zwei Stuten: einmal meine American Baby, die schon gekört war und dann noch My Golden Heart, eine junge und sehr viel versprechende Paint Horse Stute. Mit diesen beiden Rassen könnte ich auch die Westernreiter abdecken, was mir sicherlich eine etwas größere Kundschaft einbrachte. Sonst waren meine Pferde nämlich bis auf zwei Ausnahmen englisch geritten und ausgebildet.
      Neben der Zucht hatte ich außerdem vor, auch meinen Ausbildungsbetrieb , die Hollybrook Stud Training Stables weiterzuführen. Dies würde allerdings von da an auf meinem Gestüt stattfinden, da ich dann hoffentlich die richtige Anlage dafür bieten konnte.
      Der Taxifahrer hielt vor einem kleinen, aber netten Hotel. Ich bezahlte, stieg aus und checkte schnell ein. In zwei Stunden hatte ich bereits meinen ersten Termin. Solange wollte ich schon einmal auspacken und mich im Internet nach weiteren Angeboten schlau machen.
      Bisher hatte ich vier hoffnungs erweckende Termine, doch ich rechnete eigentlich damit, mir noch mehr Anwesen ansehen zu können. In England gab es eine Vielzahl wunderschöner, alter Höfe, Villen, Schlösser – viele waren jedoch zu teuer oder standen unter Denkmalschutz. Daher war ich umso gespannter, was mir meine Besichtigungen bringen würden.
      Zwei Stunden später hatte ich bereits vier weitere Besichtigungstermine rund um Winchester vereinbart und außerdem für Freitag einen Ausflug in den New Forest Nationalpark geplant. Vier Tage würden mir mit Sicherheit reichen, um ein passendes Gestüt zu finden.
      Mein erstes Ziel lag zwischen Winchester und Stonehenge. Ich hatte mir für diese Woche ein Auto mit Navi gemietet und fand den Hof so auch recht schnell. Es war ein nettes Anwesen, mit einem modernen Stallgebäude und einem schönen Garten. Für mich jedoch viel zu klein und vor allem auch völlig überteuert. Dies lag wohl an der Nähe zu Stonehenge, da der Ort natürlich viele Touristen anlockte. Ich verabschiedete mich schon sehr schnell wieder von der Frau und besichtigte Stonehenge, um mir die Zeit totzuschlagen.
      Mein nächster – und für heute auch letzter – Termin war nahe bei Southampton. Ich fuhr eine kurze Auffahrt hinauf und wurde prompt von einer molligen jungen Frau begrüßt. Sie führte mich über den Hof und erzählte, dass sie das gute Stück geerbt hatte, aber eher ein Stadtmensch war. Der Hof besaß ein paar wirklich schöne Gebäude und sah auch ordentlich gepflegt aus. Renovierungsarbeiten würden hier wohl kaum anfallen. Ich vereinbarte mit der Frau, dass ich mich bis Ende dieser Woche wieder bei ihr melden würde und versicherte ihr, dass ich auf jeden Fall Interesse hatte. Billig war der Hof zwar nicht, aber für das was geboten wurde auf jeden Fall angemessen…
      Die Tage vergingen und viel zu schnell war es Freitag geworden. Ich hatte mir nun vierzehn Höfe angesehen und bereits morgen früh würde ich wieder nach Deutschland fliegen. Nun hatte ich vier Höfe ausgewählt, die in Betracht kommen würden. Keine Frage, es waren alles sehr schöne Anwesen, nur so wirklich „klick“ gemacht, hatte es bei keinem von ihnen. Es fehlte einfach das Gefühl, das perfekte neue Zuhause gefunden zu haben. Ich packte gerade meine Sachen und richtete mir dann belegte Brötchen und etwas zu trinken für meinen Ausflug in den New Forest Nationalpark.
      Von dort stammten meine beiden Gründerponies Caspar und Precious Scream ab. Somit hatten auch ihre Nachkommen Caradoc, Cheeky Jot, Valentine, Casanova, Classic Moment, Nymphomaniac Fantasia und Fairy Bluebird Vorfahren in England. Als ich fertig war, trat ich aus dem Hotel, setzte mich in mein Auto und fuhr los.
      Als ich einige Zeit später schließlich endlich in Tiptoe, einem kleinen Dorf im New Forest ankam, blickte ich mich überwältigt um. Diese Landschaft hier war einfach wunderschön. Ich kaufte mir noch eine Karte der näheren Umgebung und zog dann los, immer faszinierter von der Natur um mich herum. Wohin man auch blickte, waren Wiesen, rießige Bäume, idyllische Waldwege, Brücken und Lichtungen zu sehen. Ab und an stieß man auf ein winziges Dorf, dass aussah als wäre es dem Mittelalter entflohen. Als ich gerade die Dorfstraße entlanglief, kamen mir plötzlich zwei Ponies entgegen. Da die Menschen sie überhaupt nicht beachteten, fragte ich einen Mann danach. Dieser antwortete grinsend: „Ach sie sind Touristin, ja? In diesen Teil des Waldes verirren sich eher weniger Leute..Die Ponies gehören einer Familie aus dem Dorf. Das weiß jeder und deshalb dürfen sie frei herumlaufen. Sie entfernen sich auch nie weiter als ein paar hundert Meter und kommen, sobald man sie ruft.“ Ich bedankte mich und sah staunend den beiden Ponies hinterher. Kurz darauf befand ich mich wieder im Wald und genoss die Ruhe, als ich plötzlich ein weiteres Pony auf mich zugaloppieren sah. Erst dachte ich, das wäre ebenfalls in Ordnung so, doch dann hörte ich eine Kinderstimme rufen. Ich holte schnell ein Stück Zucker aus meiner Tasche und hielt es dem Pony hin. Dieses hob den Kopf, fiel in den Schritt und nahm mir vorsichtig den Leckerbissen ab. Ich griff schnell nach der Mähne des Ponies und wartete auf den kleinen Jungen, der mir mit hochrotem Kopf entgegengerannt kam.
      „Danke, dass sie Funny eingefangen haben! Das ist schon das dritte Mal in dieser Woche, dass sie ausgebüxt ist. Mein Opa wäre sehr wütend geworden, wenn ich sie diesmal nicht gefunden hätte.“
      „Ach kein Problem, das hab ich doch gern gemacht. Wohnt ihr hier in der Nähe?“, fragte ich den Jungen.
      Der antwortete: „Ja noch. Aber wahrscheinlich nicht mehr lange. Mein Opa hat nicht genug Geld um so ein rießiges Grundstück in Schuss zu halten, sagt er. Ich mache jetzt bei ihm Ferien und meine Mama hilft ihm all seine Sachen zu packen. Aber niemand will den Hof kaufen. Und weil Opa jetzt immer so schlechte Laune hat, spricht er die ganze Zeit davon, Funny zu verkaufen! Dabei hab ich sie doch so lieb!“
      Ich sah den Jungen ein wenig entgeistert an. So einen Gefühlsausbruch hätte ich ihm gar nicht zugetraut. Dann fragte ich: „Dein Opa hat einen Hof zu verkaufen sagst du? Mein du du könntest mich mal zu ihm bringen? Ich bin nämlich gerade auf der Suche nach einem schönen Grundstück für mein neues Gestüt.“
      „Wirklich? Oh das wäre ja schön! Obwohl. Sie sehen so nett aus, da gefällt ihnen der Hof bestimmt nicht. Bisher sind alle netten Leute schnell wieder gegangen und die blöden, hochnäsigen wollten alles abreißen und irgendwelche blöden Hotels darauf bauen.“
      Ich lief neben dem Jungen her und unterhielt mich solange mit ihm über sein Pony. Die kleine Stute war ein New Forest Pony-Mix und ziemlich dick. Er erzählte mir, dass er versuchte, sie auf Diät zu setzen, doch Funny lief einfach immer wieder davon und schlug sich irgendwo anders den Bauch voll.
      So verging die Zeit recht schnell und ein rießiges, schmiedeisernes Tor kam in Sicht. Ich schluckte. Das sah irgendwie ziemlich beklemmend aus. Wir traten durch das Tor und gingen auf ein recht großes, jedoch ziemlich verfallenes Herrenhaus zu. Obwohl der Hof auf den ersten Blick recht verwahrlost wirkte, verliebte ich mich sofort in diesen Ort. Ich wusste nicht wieso, doch ich fühlte mich hier auf Anhieb richtig wohl. Eine wütende Stimme riss mich aus meinen Träumereien: „Wo zum Geier kommst du her? Wir warten mit dem Tee auf dich! Sag bloß das verflixte Tier ist dir schon wieder abgehauen? Deine Mutter hat sich Sorgen gemacht! Und wer ist überhaupt diese Frau?“
      Dann sagte der ältere Mann freundlich zu mir: „Hat er sie etwa belästigt Madam?“
      „Oh nein nein im Gegenteil. Er sagte mir, dass sie einen Hof zu verkaufen haben und zufälligerweise bin ich zur Zeit auf der Suche nach einem. Ich habe mir auch bereits 14 Höfe angesehen, aber wirklich das Passende war nicht dabei.“, erwiderte ich schnell.
      „Timm? Los gib mir das Pony und geh dann zu deiner Mutter. Ich werde die Dame über den Hof führen.“ Mit diesen Worten nahm der Mann dem Jungen Funny’s Strick aus der Hand und ging mit dem Pony los.
      „Also ich weiß nicht was sie führ Ansprüche haben, aber wie sie sehen ist der Hof nicht mehr das, was er einmal war. Früher war dies ein Herrenhaus mit wunderbaren Ställen und einem rießigen Park. Nun..naja das sehen sie ja selbst. Also. Was haben sie denn mit dem Hof vor?“, fragte er.
      „Ich habe 74 Pferde, mit denen ich mir eine erfolgreiche Zucht aufbauen möchte. Außerdem leite ich einen Trainings- und Ausbildungsbetrieb den ich hier gerne weiterführen möchte. Daher suche ich ein Anwesen das ausreichend Platz für ein großes Haus, Top moderne Ställe für ca 100 Pferde, Trainingsanlagen und Weiden bietet. Schöne Ausreitmöglichkeiten wären ebenfalls von Vorteil.“, antwortete ich, wie aus der Pistole geschossen.
      „Aha“, meinte der Alte „Naja wenn ich ehrlich bin, sind die ganzen Gebäude die hier stehen nicht mehr zu gebrauchen. Sie sind alt, morsch, viel zu klein und dunkel. Die Zäune , die den Hof umgeben sind ebenfalls größtenteils kaputt. Das einzige, was mit ein wenig Aufwand wieder in Stand gesetzt werden könnte, wäre das Haupthaus. So viel zu den Nachteilen des Hofs.“, er sah mich erwartungsvoll an, als würde er damit rechnen, dass ich sofort reiß aus nehmen würde. Als ich jedoch nichts sagte, fuhr er fort: „Die Vorzüge des Anwesens liegen sicherlich zum einen in seiner Größe. Ich werde gleich den Wagen holen, wenn wir Funny weggebracht haben, denn zu Fuß schaffe ich das nicht mehr. Es grenzt westlich direkt an den Wald und im Osten an die Heiden. Im Norden liegt in ca fünf Minuten Entfernung das Dorf Sway. Ein sehr hübscher Ort übrigens. Dorthin werde ich ziehen, wenn ich den Hof verkauft habe. Meine Tochter und ihr Mann haben mir netterweise ein Zimmer in ihrem Haus angeboten. Wo war ich jetzt noch gleich stehen geblieben? Ach ja. Im Süden liegen vor allem Felder und Wiesen und außerdem die Bundesstraße. Von dort aus gelangen sie nach etwa fünf Milen nach Milford on Sea, welches direkt am Ärmelkanal liegt. Platz und Ausreitmöglichkeiten hätten sie hier auf jeden Fall mehr als genug.“, schloss er seinen Bericht. Ich hatte aufmerksam zugehört und schwärmte immer mehr für den idyllisch gelegenen Hof. Da auch die Anbindung zur Schnellstraße gut war und Sway einen Bahnhof besaß, wäre mein Gestüt auch sehr leicht erreichbar, was mir sehr wichtig war.
      „Also ich muss sagen, das hört sich alles nicht schlecht an. Könnten wir vielleicht einmal über das ganze Anwesen fahren?“, bat ich den Mann. Dieser nickte und stellte Funny auf eine kleine, mit Stromzaun umsteckte Weide. Dann knipste er kopfschüttelnd den Strom an. „Der Junge ist wirklich unmöglich. Wundert mich nicht, dass das kleine Biest immer abhaut, wenn nie Strom auf dem Zaun ist. Ich lächelte in mich hinein und wir gingen zu einem alten Auto. Ich war recht froh, mal aus der Kälte rauszukommen und wäre gleichzeitig am liebsten draußen geblieben, um mir alles ganz genau anzusehen. Der alte Mann fuhr zunächst um das Herrenhaus herum und dann in weiten Bögen über das Anwesen. Es waren kaum Gebäude zu sehen, eigentlich nur kaputte Zaune und Wiesen. Außerdem lief ein schmaler Bach durch das Anwesen. Es war weitgehend flach, nur hier und da erhob sich ein Hügelchen aus dem Boden. Um den gesamten Hof lief eine halb zerfallene Steinmauer und dahinter konnte man bereits Einblicke in die darumliegenden Wälder und Felder bekommen. Auch wenn dieser Hof unglaublich arbeitsintensiv war, ich hatte mich hoffnungslos verliebt. Der Platz war ausreichend, um einen rießigen Stall, viele großzügige Koppeln, Reitplätze, eine Halle, eine Rennbahn und noch mehr aufzubauen. Die Möglichkeiten hier waren schier unbegrenzt.
      Als wir schließlich wieder vor dem Haupthaus standen, kamen bereits Timm und seine Mutter hinaus und sahen mich gespannt an. Auch der alte Mann schien zu warten, dass ich etwas sagte.
      „Wie viel hätten sie denn gerne für das Anwesen?“, fragte ich dann.
      „Sie..Sie wollen es nehmen? Ich meine, sie kaufen es und bauen dann hier ihr Gestüt?“, stammelte der alte Mann und ich hatte schon ein bisschen Angst, dass er gleich umfallen würde.
      „Naja , ich hätte auf jeden Fall großes Interesse. Aber das kommt natürlich auf den Preis an. Hier ist so viel Instand zu setzen und ich habe leider auch nicht alles Geld der Welt zur Verfügung.“
      „Das verlangt ja auch kein Mensch! Meine Notlösung, dieser reiche Schnösel, der hier ein Hotel bauen wollte, hat mir 200ts Joellen geboten. Er meinte, wenn ich diese Woche noch einwillige und sofort hier verschwinde, verdoppelt er sein Gebot sogar noch.“
      Ich sah meinen Traumhof in Gedanken bereits zerplatzen. So viel war einfach nicht drin, wenn ich die ganzen Renovierungsarbeiten und Materialkosten einrechnete. Dies wollte ich dem Mann gerade mitteilen, als er fort fuhr: „Mir geht es aber nicht darum, dieses Anwesen möglichst teuer zu verkaufen. Ich möchte jemanden, der es zu schätzen weiß und gut damit umgeht. Der Schnösel hätte alles platt gemacht und überall hässliche Betonkästen hingestellt. Das möchte ich aber nicht. Mir gefällt die Idee hier bald ein Gestüt zu haben, viel viel besser. Daher würde ich ihnen anbieten, dass sie mir 20ts Joellen für das Grundstück zahlen und dann hier das schönste Gestüt in der Gegend aufbauen!“
      „Ja! Und wenn sie hier sind, um die Bauarbeiten zu überwachen, können Sie gerne bei meiner Familie unterkommen. Wir haben ein großes Haus mit Gästezimmer, nur fünf Minuten von hier entfernt!“, setzte seine Tochter hinzu. Timm strahlte mit den beiden Älteren um die Wette.
      Ich schaute die drei völlig fassungslos an. 20ts war für so ein rießiges Anwesen eigentlich nichts. Schon fast geschenkt. Ich nickte glücklich und ging mit den dreien ins Haus, um sofort den Kaufvertrag zu unterschreiben. Der alte Mann ließ auch sofort einen Notar kommen, der uns das Ganze beglaubigte und dann gehörte das Grundstück tatsächlich mir. Ich konnte es kaum glauben.
      „Miss? Wenn sie doch hier einen Trainingshof aufmachen, darf ich dann ab und zu mit Funny kommen? Sie ist manchmal soo störrisch. Ein bisschen Training würde ihr sicherlich nicht schaden!“, fragte Timm mich leise. Ich wollte gerade antworten, da viel sein Großvater mir ins Wort:
      „Also Timm was erlaubst du dir? Bitte Madam, hören sie einfach nicht auf ihn. Ach so eine Sache noch, würde es sie stören, wenn ich erst morgen ausziehe? Ich hatte nicht damit gerechnet, dass ich nun so schnell einen passenden Käufer finden würde.“
      „Aber natürlich! Ich fliege morgen früh zurück nach Deutschland. Dort werde ich dann erst einmal alles regeln und komme in frühestens zwei Wochen zurück. Also lassen sie sich ruhig Zeit. Und Timm – wenn ich Zeit habe, darfst du gern mit Funny herüber kommen. Weißt du, ich habe auch New Forests. Zwei davon stammen sogar von hier.“
      Ich verabschiedete mich fröhlich von den drei Leuten, nahm einen Bus zu meinem Auto und fuhr dann nach Winchester zurück, wo ich das Auto wegbrachte, meine Sachen packte und schnell den anderen vier Hofbesitzern absagte.
      Am nächsten Morgen um sieben saß ich bereits im Flugzeug nach Deutschland und konnte es kaum erwarten, meinen Freunden von dem Hof zu erzählen und alles haarklein zu planen…

      Planen, planen und nochmals planen!
      Kaum war ich wieder Zuhause angekommen, rief ich sofort Edfriend an, um ihr die tollen Neuigkeiten mitzuteilen. Sie sagte mir außerdem zu, mir zu helfen wo sie nur konnte. Ich erzählte ihr alles was ich bisher über den Hof wusste. Der alte Mann, Mister Bane, hatte mir inzwischen die früheren Baupläne, sowie Lagepläne und genaue Auflistungen über den Hof zukommen lassen, so dass meiner Organisation eigentlich nichts mehr im Wege stand. Nachdem Eddi und ich uns für nächste Woche verabredet hatten, lief ich hinaus auf den Hof, um Immanuel zu finden. Ihm gehörte der Stall, indem ich 27 meiner Pferde untergebracht hatte. Nämlich meine 17 New Forest Ponies und meine Hannoveraner, Holsteiner und Trakehner. Er erließ mir einen Teil der Stallmiete, dafür dass ich seinen Schülern Unterricht gab oder auch Vorführungen mit meinen Pferden ritt.
      Bei Klaus, der einen Stall ca 6 Kilometer von hier entfernt besaß, hatte ich meine englischen und arabischen Vollblüter, also 21 Pferde untergestellt. Ihm half ich beim Trainieren und Korrigieren seiner Privatpferde und stellte sie ab und an auch auf Turnieren vor.
      Die restlichen 26 Pferde standen 20 Kilometer entfernt, auf einem recht großen Zuchtgestüt. Auch hier half ich wo ich nur konnte, um meine Stallmiete so gering wie möglich zu halten. Auch wenn ich Immanuel und Klaus mittlerweile sehr lieb gewonnen hatte, war ich doch unglaublich froh, bald endlich wieder mein eigenes Gestüt zu leiten. Es war einfach nicht dasselbe, ‚nur‘ ein Einsteller zu sein und außerdem waren die Stallmieten trotz meiner tatkräftigen Mithilfe immer noch horrend.
      Ich teilte also allen dreien mit, dass ich mir einen eigenen Hof gekauft hatte und diesen in nächster Zeit in Stand setzen würde. Immanuel und Klaus sicherten mir zu, beim Transport der Pferde zu helfen und meinten außerdem, sie würden mir die Kündigungsfrist erlassen, damit ich mir um das genaue Umzugsdatum keine Sorgen machen musste. Sollte ein Monat angebrochen werden, würden sie die Kosten einfach anteilig berechnen. Nicht so hingegen Herr Kramer, dem das Zuchtgestüt gehörte. Er verlangte sofortige Auskunft darüber, wann ich umziehen wollte, bestand auf einer fristgerechten Kündigung und meinte außerdem hämisch grinsend, dass ich natürlich die gesamte Monatsmiete zu zahlen hätte, wenn ich erst einen Tag später als geplant den Stall verließ. Ich seufzte resigniert. Der Kerl hatte über 250 Boxen auf seinem Gestüt und über die Hälfte davon stand leer. Aber natürlich konnte er ja nicht wissen, wann genau er die Boxen meiner 26 Pferde brauchen würde!
      Nun gut, das musste ich eben in meiner Planung berücksichtigen. Dann mussten die Pferde, die bei ihm standen, eben zuerst umziehen. Ich fertigte Tabellen an, in die ich all meine Pferde eintrug. Dann überlegte ich: Wir waren vier Leute, die mitfahren würden. Immanuel und Klaus besaßen je einen dieser rießigen Pferdetransporter, in denen man bis zu 10 Pferden transportieren konnte. Eddi und ich hatten beide einen Vierer-Hänger. Somit könnten wir pro Fahrt 28 Pferde nach England bringen. Das wiederum bedeutete dreimal England und wieder zurück. Das war natürlich eine große Belastung, vor allem da Immanuel, Eddi und Klaus ja ihre eigenen Gestüte zu führen hatten. Ich beschloss, einmal bei Herrn Kramer nachzufragen, ob ich seinen großen Pferde-LKW mieten konnte und vielleicht einen seiner Stallburschen als Fahrer. Da wir sowieso zeitversetzt fahren würden und die Fähren nach England jede Stunde ablegten, sollte das kein Problem werden. Die erste Fahrt würde auf jeden Fall ich machen und Eddi sollte das Schlusslicht bilden. So war ich bei der Ankunft der Pferde bereits da und Eddi konnte das Verladen gut im Auge behalten. Außer mir kannte sie meine Pferde immerhin am besten. Ich griff sofort zum Hörer und rief im Büro von Herr Kramer an.
      „Na haben Sie jetzt endlich einen Kündigungstermin für mich?“, bellte er ins Telefon.
      Ich verkniff mir einen bissigen Kommentar und fragte so höflich wie möglich: „Nein, leider noch nicht. Ich muss erst mit den Bauunternehmen reden. Aber ich wollte Sie fragen, ob ich mir ihren großen Pferde-LKW für zwei Fahrten ausleihen könnte? Und vielleicht einen Pfleger der ihn fährt? Selbstverständlich bezahle ich Ihnen auch etwas.“
      Herr Kramer lachte: „Na von mir aus können Sie das tun. Ich möchte für jede Fahrt 1000 Joellen. Zusätzlich zu der Tagespauschale von 500 Joellen. Ach und natürlich müssen sie mir meine Stallkraft ersetzen. Macht noch einmal 1000 Joellen pro Tag.“
      Ich schluckte, konnte meine Wut jedoch nicht völlig unterdrücken: „Sie verlangen von mir 8000 Joellen, dafür dass ich ihren Hänger für eineinhalb Tage miete?“
      „Ja. Wenn sie das nicht möchten, suchen sie sich jemand anderen, auf Wiederhören.“, damit verabschiedete sich der widerliche Kerl und legte einfach auf. Nun gut, ich würde erst einmal mit Immanuel, Klaus und Eddi reden, bevor ich mir überlegte einen Transportverleih zu kontaktieren. Wobei der garantiert immer noch günstiger war, als das Angebot von Herrn Kramer.
      Eine halbe Stunde später saß ich wieder vor meiner Tabelle. Alle drei hatten zugesagt, zu jeder Fahrt mitzukommen, sie würden aber am Tag darauf auch wieder nach Deutschland fahren. Ich war wirklich gerührt von ihrer Hilfsbereitschaft.
      Wenn wir bei den ersten beiden Fahrten alle Transporter voll machten, waren bereits 56 Pferde in England. So könnte ich dann schon dort bleiben, um alles zu regeln und die Pferde zu versorgen. Die restlichen 17 Pferde konnte man dann anders verteilen. Klaus konnte zu Hause bleiben und noch mit nach Immanuels Pferden sehen. Immanuel dagegen würde noch einen Vierer-Hänger an seinen LKW koppeln und Eddi wiederum mit ihrem Vierer-Hänger das Schlusslicht bilden. Immanuel sagte, er würde nicht so gerne mit zwei Anhängern fahren, doch für das eine Mal konnte er eine Ausnahme machen. Nun galt es nur noch zu überlegen, welche Pferde in welchem Transport mitfahren sollten.
      Ich beschloss meine Sensibelchen auf der zweiten Fahrt mitzunehmen. So hatten sie mich die ganze Zeit um sich und sahen bei ihrer Ankunft auch schon ein paar vertraute Gesichter wieder.
      Dazu zählten: Hollybrook’s Cheeky Jot, Hollybrook’s Bloody Valentine, Naboo, Isola delle Pirateria, Walk of Fame, Precious Scream, Wüstentänzer, Sahira, Adina De Ra’idah, Samiyah, Mahira, Cuchara und Black Soul. Also war noch Platz für 15 Pferde. Ich beschloss die Hengste in einen der großen Hänger zu stecken, damit ich zu den nervösen Kerlen auch noch ein paar ruhige stellen konnte. Also brauchte ich noch sechs Hengste. Ich entschied mich für Orfino, Khamar al Sanaa, Branagorn, Warrior, Ghostbuster und Juego. Damit war einer der LKW’s belegt.
      Die acht Stuten wollte ich dagegen aufteilen. Zwei sollten je in einen der Vierer-Hänger und die restlichen Vier kamen in den zweiten LKW. Ich würde Isola delle Pirateria, Adina De Ra’idah, Magical Moment und Thousand Sunny in meinen Hänger nehmen. Eddi bekam Sahira, Precious Scream, Melody’s Girl und Rose de Soleil. In den zweiten LKW kamen demnach Naboo, Walk of Fame, Samiyah, Mahira, Golden Flair, Fairylike Facility, Aimiliani, Cuchara, Angels Fall First und Wild Lady Roxanne. Zufrieden mit meiner Einteilung harkte ich die Pferde in meiner Tabelle ab und widmete mich den anderen beiden Fahrten. Meine Fohlen kamen auf jeden Fall in die letzte Fuhre. Und in der ersten sollten möglichst viele Pferde vom Gestüt von Herr Kramer mitfahren.
      Wieder begann ich aufzuteilen: Bei Kramer im Gestüt standen 26 Pferde. Cuchara und Juego würden allerdings erst in der zweiten Woche nachkommen, die konnte ich dann solange bei Immanuel unterbringen. Blieben 22 Pferde für die erste Fahrt, um bei Kramer die Boxen frei zu räumen. Die Fohlen Mississle und San Salvador würde ich bereits vorher abholen und zu Immanuel stellen.
      Es waren genau 10 Hengste, die ich alle zusammen in einen der großen LKWs stecken wollte. Somit wären Candle in the Wind, Laruna, Ojos Azules, Someone, Slaters Secret, Pierre, Fair Prince, Intolerable Life, Daemon und Hollywood Undead versorgt. Die 14 Stuten würde ich auf den zweiten LKW und auf einen der Hänger verteilen, sodas noch ein Hänger blieb, in den ich Hengste laden konnte. In den Vierer-Hänger sollten Fatimah, Dark Misery, Paradises Rafinesse und Mizzi. Den LKW würden dann My Golden Heart, American Baby, Benjilala, Salwa, Dorina, Cinnemont’s History, Little Big Girl und Kolibri belegen. Außerdem sollten ihnen Haadeh und Little Miss Sunshine Gesellschaft leisten. In den Vierer-Hänger würde ich Levistino, Fantastic Fly, Caradoc und Caspar stellen. Somit waren die Pferde für die zweite Fahrt ebenfalls aufgeteilt.
      Fehlten nur noch die 18 Pferde für die letzte Fahrt. 9 von ihnen waren Fohlen – 6 Stutfohlen und 3 Hengstfohlen. Meine insgesamt fünf Hengste sollten zusammen mit den Stutfohlen in den großen Hänger. Somit wurde der LKW von Tschiwabschischi, El Racino, San Salvador, Hollybrook’s Casanova, Hollybrook’s Classic Moment und den Stutfohlen Reminiscent Inspiration, Unannounced Pleasure, Backup, Mississle und Ravenback belegt. In Eddi’s Hänger würden Everybody’s Darling, Hollybrook’s I Love You My Dear, Sharley und Bittersweet mitfahren. Der Hänger, der an den LKW gekoppelt wurde, würde somit von Fallen Immortaliny, Ace of Spades, Black Pearl und Pirate Island belegt werden.
      Aufatmend machte ich mir eine Tasse Tee und überdachte meine Aufteilung dann noch eine Weile. Im Großen und Ganzen war ich aber ziemlich zufrieden. Nun musste ich noch mit Immanuel abklären, dass Cookie, Juego, Mississle und San Salvador für eine Weile in seinem Stall unterkommen sollten, damit ich die Boxen bei Herr Kramer alle zusammen kündigen konnte. Immanuel erklärte sich sofort einverstanden und so konnte ich diesen Punkt auf meiner Liste auch abhaken. Nun ging es an den aufwändigeren Teil: Ich musste mir überlegen, wie mein Gestüt aussehen sollte, das Ganze mit Architekten abklären und natürlich Baufirmen beauftragen, damit die Renovierung schon bald beginnen konnte.
    • Sammy
      [​IMG]

      Der große Umzug
      Teil III
      Fahrt 1
      Aufgeregt wälzte ich mich in meinem Bett herum. Seitdem ich mein neues Gestüt gekauft hatte, war inzwischen ein halbes Jahr vergangen und heute würden wir endlich die erste Fuhre mit Pferden nach England bringen. Die zweite Fuhre folgte dann am nächsten Wochenende und mit dieser würde auch ich endgültig nach England ziehen. Während dieser einen Woche vor dem Umzug würden sich Mr. Bane, Liz und Tim um meine Pferde kümmern, Eddi, Immanuel und Klaus übernahmen dann die Pflege für die Woche nach meinem Umzug. Außerdem hatte ich für den nächsten Tag fünf Vorstellungsgespräche anstehen, immerhin brauchte ich Personal um mein Gestüt zu versorgen.
      Obwohl es erst halb vier Uhr morgens war, stand ich schließlich auf, duschte mich und schlüpfte in meine Stallklamotten. Dann ging ich in die Sattelkammer und kontrollierte noch einmal, ob ich auch nichts vergessen hatte. Das Zubehör der Pferde, die diese Woche mitkamen war bereits fein säuberlich verstaut, nur die Halfter, Transportdecken und Gamaschen lagen noch draußen.
      Ich legte mir einen Stapel Zubehör über den Arm und hängte alles ordentlich vor die Box des jeweiligen Pferdes. Anschließend begann ich damit meine Pferde zu putzen.
      Ich begann mit Fatimah und Dark Misery. Anschließend waren Mizzi und Paradises Rafinesse an der Reihe. Das waren die vier Stuten die als erstes mit mir mitkommen würden. Ich war gerade mit Rafinesse fertig, als Eddis fröhliche Stimme die morgendliche Stille zerriss.
      "Wusste ich doch, dass du auch nicht mehr schlafen kannst! Ich bin schon mit dem Hänger da, wen soll ich putzen?"
      "Oh hi Eddi, wie schön, dass du schon da bist! Übernimmst du die Pferde, die bei Immanuel mitfahren? Das wären Candle in the Wind, Dream of Wyoming, Ojos Azules, Someone, Slaters Secret, Pierre, Fair Prince, Intolerable Life, Daemon und Hollywood Undead. Dann würde ich mit den Stuten anfangen, die in Klaus' LKW kommen.", bat ich meine Freundin.
      Die nickte, schnappte sich einen Putzkoffer und legte sofort los.
      Ich dagegen begann mit My Golden Heart, die kürzlich gekrönt worden war, und machte dann mit American Baby, Benjilala, Salwa, Dorina, Cinnemont's History, Little Big Girl, Kolibri, Haadeh und Little Miss Sunshine weiter. Als Eddi und ich fertig waren, war es auch Zeit, die erste Fuhre transportfertig zu machen. Also legten wir Fatimah, Misery, Rafinesse und Mizzi Transportdecken und Gamaschen an und führten die vier in meinen Hänger. Der war bereits vorbereitet: Die Heunetze waren gefüllt und das Zubehör war sicher verstaut. Auch mein Auto war rappelvoll beladen mit den ersten Klamottenkisten und sonstigem Kram, den ich flott brauchte.
      Nachdem wir die Pferde noch einmal kontrolliert hatten, ging ich mit Eddi noch einmal den Ablauf durch:
      "Also zwei Stunden nachdem ich los gefahren bin, sollte sich Immanuel mit den zehn Hengsten auf den Weg machen. Eine Stunde später kommt dann Klaus mit den Stuten und du bildest dann wieder eine Stunde später die Nachhut mit Levistino, Fantastic Fly, BMs Caradoc und Caspar, ja? Die Tickets hast alle du, vergiss also nicht, sie Immanuel und Klaus zu geben. Ich freue mich schon schrecklich darauf, dass du mein Gestüt kennen lernst, bis später dann!", ratterte ich hinunter, setzte mich hinters Steuer und fuhr los in Richtung Frankreich.
      Als ich endlich am Hafen ankam, stand die Fähre nach England schon bereit und ich konnte sofort mit dem Hänger darauf fahren. Dann verzog ich mich in den Hänger, um nach den Pferden zu sehen. Meine vier Stuten reckten zwar aufgeregt die Hälse, blieben aber verhältnismäßig ruhig, sodass ich als das Schiff ablegte ein wenig an Deck ging. Dort holte ich mir etwas zu Essen und stellte mich an die Reling, um ein wenig über die letzten Wochen nachzudenken.
      Ich war ständig zwischen Deutschland und England hin und her gereist, um möglichst viele der Arbeiten auf dem Hof zu überwachen. Zuallererst hatten wir die ganzen zerfallenen Gebäude abreißen und den Müll vom Grundstück entfernen lassen. Gleich im Anschluss begannen die Bauarbeiten an der Mauer, die das Grundstück umgab, immerhin sollte sie auch die Hengstkoppeln und die Gemeinschaftskoppeln an ihrer Außenseite begrenzen und musste deshalb so früh wie möglich fertig gestellt werden. Das Streichen der Mauer hatten dann Tim, Liz und ich übernommen, wobei wir literweise wetterfeste, weiße Farbe verbraucht hatten.
      Im Anschluss daran hatte endlich der Bau des rießigen Stalles begonnen. Ich hatte sehr lange mit meinem Architekten darüber gesessen, bis ich endlich zufrieden gewesen war. Und das Endergebnis konnte sich mehr als nur sehen lassen: In dem Stall war Platz für insgesamt 100 Pferde samt deren Ausrüstung. Außerdem befand sich eine große Futterkammer für das Kraftfutter darin.
      Der Stall war hufeisenförmig angelegt und hatte drei Eingänge. Der Haupttrakt, sowie die linke Seite sollte meine Stuten beherbergen. Im linken Teil gab es zudem einen extra abgetrennten Trakt für die werdenden Mütter und die frischgebackenen Mütter mit ihren Fohlen. Im Haupttrakt befanden sich zusätzlich zwei Eckboxen, die doppelt so groß waren, wie die normalen und gegenüber der Boxenseite befanden sich Futter- und Sattelkammer. Jede Box maß 4x3,5 Meter, besaß eine gerundete Front mit goldenem Namensschild und Halfterhalter und ließ zudem Kontakt zu den Nachbarpferden zu, da die Wände keine Gitterstäbe besaßen. Außerdem waren es alles Außenboxen, an die jeweils ein Paddock angeschlossen war. In der Mitte des Stallkomplexes war mein Putz- und Waschplatz angelegt worden. Er bot genügend Platz und war überdacht, sodass die Pferde auch bei schlechterem Wetter dort fertig gemacht werden konnten.
      Direkt hinter dem Stalltrakt lag die Gemeinschaftskoppel der Hengste, auf der all meine verträglichen Hengste zusammen stehen durften. Daneben folgten dann drei Koppeln für meine Stuten.
      Rechts neben dem Stallgebäude gelangte man zu den einzelnen Hengstkoppeln. Hier würden die Hengste stehen, die sich überhaupt nicht mit anderen verstanden, bzw die, die nur mit einem anderen Hengst auskamen.
      Das Zentrum meines Gestüts war nach wie vor das Haupthaus. Dieses hatten wir auch nicht abgerissen, sondern wunderschön restauriert, was dem alten Mr. Bane unglaublich glücklich gemacht hatte. Er hatte mir erzählt, dass seine Familie schon seit Generationen hier gelebt hatte und es ihn sehr stolz machte, dass der Hof endlich wieder gepflegt wurde.
      Mein Haus war umgeben von einem großzügigen Garten. Darum herum trafen sich sämtliche Wege des Gestüts. Direkt hinter dem Haus lag die Fohlenkoppel, damit ich meine kleinen Schätze auch aus dem Büro heraus im Auge behalten konnte.
      Auf der anderen Seite des Gestüts befanden sich die modernen Trainingseinrichtungen. Der erste Weg führte zum überdachten Longierzirkel und zum Schwimmbad, der zweite zur Grasrennbahn, die auf einer Seite komplett von Tribünen umgeben war, der dritte zur großen Reithalle mit direkt anschließendem Außenplatz und der letzte schließlich zu den Dressur- und Springplätzen. Auch hier waren zwei große Tribünen aufgestellt, da ich vorhatte des öfteren Turniere auf meinem Hof abzuhalten.
      Neben den ganzen Einrichtungen für die Pferde befanden sich aber auch ein Geräteschuppen, sowie ein schönes Gästehaus auf dem Hof. In dem Gästehaus sollte auch mein zukünftiges Personal wohnen und ich hoffte sehr, dass es allen gefallen würde. Der Parkplatz befand sich direkt an der Außenmauer des Gestüts, lediglich in Notfällen wollte ich Autos und Hänger auf meinem Hof haben.
      Gedankenverloren riss ich mich von der Reling los und stieg wieder hinab, um nach meinen Pferden zu sehen. Eigentlich müssten wir auch gleich ankommen.
      Und tatsächlich legten wir eine Viertelstunde später in Dover an. Ich startete den Motor und fuhr langsam von der Fähre. Bisher war alles großartig gelaufen. Auch die vier Pferde hatten die ca. 1 1/2 Stunden auf der Fähre gut überstanden. Insgesamt hatten wir nun bereits etwa acht Stunden Fahrt hinter uns und mussten noch knapp drei Stunden weiter fahren, bis wir endlich auf dem Gestüt angelangt waren. Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass wir gut im Plan lagen und das Gestüt etwa um vier Uhr Nachmittags erreichen würden. Das hieß, dass alle Pferde bis sieben Uhr angekommen sein müssten, wenn alles gut lief.
      Wie bisher kam ich gut voran und erreichte um Viertel nach vier mein neues Zuhause. Das Tor stand offen, sodass ich gleich auf den Parkplatz fahren konnte. Ich stellte mich ganz nach hinten, da Immanuel und Klaus sehr viel mehr Sachen in ihren LKWs hatten, die wir zum Stall schleppen mussten.
      Ich stieg aus und streckte mich glücklich. Endlich war ich daheim. Plötzlich riss mich eine kleine Gestalt fast von den Füßen.
      "Tim! Was machst du denn da?", schimpfte gleich darauf Liz und lächelte mich entschuldigend an.
      "Wir haben schon Heu und Stroh vor die Ställe gebracht, du musst uns nur noch sagen, welche Boxen wir fertig machen sollen." Ich lächelte sie dankbar an.
      "Moment ich schaue schnell auf meinen Plan.", antwortete ich und kramte in meiner Handtasche herum.
      "Also Paradises Rafinesse und Mizzi kommen in die ersten beiden Boxen im linken Trakt auf der rechten Seite. Dark Misery und Fatimah bekommen die dritte und vierte Box von rechts im Haupttrakt.
      "Alles klar, gib uns ne Viertelstunde, dann können sie rein", meinte Liz und joggte mit Tim los, um die Boxen vorzubereiten.
      In dem Moment kam Mr. Bane um die Ecke und blieb erwartungsvoll vor dem Hänger stehen.
      "Ich muss sagen, ich bin sehr gespannt ihre ganzen Pferde zu sehen, nachdem sie so von allen geschwärmt haben!", sagte er lächelnd.
      Ich öffnete die Rampe und führte als erstes Mizzi heraus. Die hübsche Fuchsstute sah sich neugierig um, blieb aber ruhig. Nachdem ich sie am Hänger festgemacht hatte, durfte auch Rafinesse hinaus. Meine erst kürzlich eingerittene Jungstute war schon um einiges nervöser als ihre Freundin. Sie blähte aufgeregt die Nüstern und sah sich mit spielenden Ohren um. Danach waren Dark Misery und Fatimah an der Reihe. Die Isländer ließen sich brav aus dem Hänger führen und drehten ihre flauschigen Ohren in alle Richtungen, um so viel wie möglich mitzubekommen.
      "Sehr schöne Tiere, die Sie da haben Miss Sammy. Wie viele kommen denn heute noch an?", fragte Mr. Bane.
      "Insgesamt 24. Die nächsten müssten auch in einer Dreiviertelstunde ankommen, wenn alles gut läuft. Bis dahin sollten wir die Boxen vorbereitet haben, denn die Hengste sind meistens etwas ungeduldiger als meine Stuten", sagte ich zu ihm.
      Kaum hatten wir meinen vier Stuten die Transportsachen abgenommen, kamen auch schon Liz und Tim zurück und sagten, dass wir die Pferde nun in den Stall bringen konnten.
      "Darf ich auch eine nehmen?", fragte Tim mit leuchtenden Augen. Ich nickte lächelnd und drückte ihm Fatimah's Strick in die Hand. Die Isistute war brav und Tim würde sicherlich mit ihr klarkommen. Liz übernahm Mizzi, Mr. Bane die etwas schwierigere Misery und ich band Rafinesse los. Wir liefen an dem Springbrunnen vorbei, den die Pferde erst kurz ängstlich ansahen und von da aus direkt auf das Stallgebäude zu. Ich lief mit Liz in den linken Stutentrakt, während Liz und Tim die Isländer im Haupttrakt in ihre Boxen führten.
      "So, lasst uns schnell die Sachen ausladen und dann sollten wir die restlichen Boxen herrichten, denn meine drei Freunde kommen dann im Abstand von nur einer Stunde hier an.", berichtete ich den anderen.
      Zuerst machten wir die Boxen für Candle in the Wind, Dream of Wyoming, Ojos Azules, Someone, Slaters Secret, Pierre, Fair Prince, Intolerable Life, Daemon und Hollywood Undead fertig. Als auch die restlichen vierzehn Boxen eingestreut waren, kontrollierten wir die Tränken und hängten Heunetze in jeder Box auf.
      Kurz darauf war ein Hupen zu hören und wir rannten zum Parkplatz um Immanuel zu begrüßen.
      Der Gestütsbesitzer sah recht müde aus, lächelte aber beim Aussteigen.
      "Es ist alles gut gegangen, die Pferde waren auch recht ruhig, nur Someone, Wyoming und Daemon musste ich ein Beruhigungsmittel geben, als wir mit der Fähre abgelegt haben.
      Er half mir dabei die Hängerklappe zu öffnen und führte dann sofort Fair Prince und Intolerable Life aus dem Hänger. Ich folgte ihm und band Hollywood Undead los, um Tim dessen Führstrick in die Hand zu drücken. Liz übernahm Pierre, Mr. Bane Daemon und ich holte Someone aus dem Hänger. Der Cremellohengst hatte weit aufgerissene Augen und sah sich nervös um. Als wir am Springbrunnen vorbeikamen, sträubten sich Daemon und Someone, doch sobald wir den ruhigen Hengststalltrakt betraten, begannen sie sich abzuregen.
      "Pierre kommt auf die rechte Seite in die zweite Box vor dem Durchgang zu den Stuten. Someone stelle ich direkt daneben. Intolerable Life soll auf die linke Seite in die sechste Box vom Stutendurchgang, Fair Prince daneben und Daemon stellen wir neben Prince. Ach so Tim, Hollywood Undead bekommt die Box neben Daemon.", ratterte ich herunter.
      Gleich darauf waren wir wieder beim Hänger. Tim durfte Ojos Azules nehmen, was dem Jungen ein Leuchten in die Augen zauberte. Liz übernahm Candle in The Wind, Mr. Bane Slaters Secret und ich band Dream of Wyoming los. Immanuel trug schon einmal einen Teil der Ausrüstung in die Sattelkammer.
      "Candle in the Wind kommt neben Intolerable Life, Jojo neben Pierre, Secret soll neben Someone und Wyoming kommt zwei Boxen weiter.", sagte ich wieder, während ich meinen Appaloosa in seine Box führte. Der Hengst drehte sich mit schiefgelegten Ohren im Kreis und entdeckte dann sein Heunetz. Das beschäftigte meine Hengste fürs erste.
      Nachdem wir auch die Ausrüstung der Pferde verstaut hatten, luden wir mein Auto aus, richteten unser Luftmatratzen - Lager für die Nacht und räumten meine Lebensmittel in den Kühlschrank.
      Dann gingen wir hinaus und warteten auf Klaus.
      Der kam auch kurz darauf angefahren und streckte sich erst einmal ausgiebig.
      Er übergab mir die Führstricke von My Golden Heart und American Baby, übergab Tim Cinnemont's History und Liz Dorina, drückte Mr. Bane die Führstricke von Little Big Girl und Kolibri in die Hand, Immanuel Benjilala und Salwa und führte zuletzt meine Araberdamen Haadeh und Little Miss Sunshine aus dem Hänger.
      Zwischendurch pfiff er beim Anblick meines neuen Gestüts immer wieder durch die Zähne.
      "Meine Güte Sammy, du hast dir hier echt was tolles aufgebaut! Ich bin gespannt wie deine Zucht laufen wird."
      Vor dem Stall teilte ich die Pferde gleich auf. Benjilala und Salwa kommen in den kleinen Stutentrakt neben Mizzi. My Golden Heart und American Baby ziehen in die Boxen auf der linken Seite und zwar in die vierte und fünfte vom Durchgang gezählt. Little Big Girl und Kolibri beziehen im Haupttrakt die Randboxen rechts und zwar die erste und zweite vom Hengstdurchgang aus. History und Dorina kommen in die ersten Boxen von rechts aus. Haadeh bezieht die dritte Box links vom Eingang im Haupttrakt und Little Miss Sunshine die zweite."
      Als alle Stuten gut versorgt waren, atmete ich erleichtert auf. Wir versorgten auch nun die Ausrüstung und begannen dann mit der Abendfütterung. Kurz darauf traf Eddi mit den letzten vier Hengsten für heute ein. Diesmal bat ich Liz, Tim und Mr. Bane das Sattelzeug zu nehmen, da diese vier Hengste doch ein wenig eigen waren. Eddi übernahm Caradoc, Immanuel Caspar, Klaus Levistino und ich meinen frisch gekörten Hengst Fantastic Fly.
      "So. Die vier kommen natürlich alle in den Hengsttrakt. Levistino bekommt die sechste Box auf der rechten Seite, Fly die daneben. Caradoc zieht auf die linke Seite in die fünfte Box und Caspar in die sechste. Und außerdem darf ich nun endlich verkünden: Das wars für heute, ich bestellte uns jetzt Pizza. Wer möchte noch?"
      Diese Ansage wurde mit zustimmendem Jubel aufgenommen und so machten wir uns gleich darauf auf, um den Lieferservice anzurufen. Bis dahin erntete ich weiterhin viele Komplimente für meinen wunderschönen Hof und meine noch schöneren Pferde. Ich war unglaublich froh, dass die erste Fahrt so gut geklappt hat und hoffte, dass die beiden ausstehenden auch reibungslos verliefen.

      Am nächsten Morgen verabschiedeten sich Eddi, Immanuel und Klaus schon sehr früh wieder. Ich wünschte meinen Freunden eine gute Heimfahrt und teilte ihnen mit, dass ich am Dienstag wieder zurückfahren würde.
      Dann räumte ich ein wenig im Haus auf, putzte meinen Pferdehänger und wartete dann vor meinem Haus auf die Bewerber.
      Insgesamt hatte ich zehn Termine vereinbart und Kandidat Nr 1 müsste in wenigen Minuten auftauchen.
      Tatsächlich tauchte kurz darauf ein großer, blonder junger Mann auf. Zu meiner Verwunderung kam ihm jedoch noch ein zweiter mit roten Haaren hinterer. Ich stand auf und ging auf die beiden zu.
      "Guten Tag! Willkommen auf Hollybrook! Ich nehme an, einer von Ihnen ist Samuel?", fragte ich neugierig.
      Der Blonde errötete ein wenig und meinte lächelnd: "Ja das bin ich, wir hatten telefoniert. Es tut mir sehr Leid, wenn ich Sie verwirre, aber Donald hier ist ein sehr guter Freund und kann wunderbar mit Pferden umgehen. Er hat nur leider vor kurzem seine Stelle verloren und deshalb dachte ich, sie könnten sich vielleicht einmal von ihm überzeugen?"
      Ich musterte Donald. Er war recht kräftig gebaut und machte einen netten Eindruck.
      "Na klar. Ich würde sagen, wir gehen mal zu den Ställen, dann kann ich mich mal von eurem Umgang mit den Pferden überzeugen. Ihr dürft euch nur nicht wunder, die Guten hatten gestern eine sehr lange Fahrt und sind deshalb heute vielleicht ein wenig gereizt."
      Die zwei Männer folgten mir und ich verfolgte aus den Augenwinkeln wie sie sich staunend das Stallgebäude ansahen.
      "Ich würde sagen, wir fangen bei den Hengsten an.", sagte ich, während ich die Tür zum Hengsttrakt öffnete.
      Sofort erschallte lautes Gewieher und den Neuankömmlingen wurden zwölf Köpfe entgegen gereckt. Nur Daemon und Dream of Wyoming kamen nicht an die Türen.
      "Ich würde sagen ihr holt jetzt Levistino und Fantastic Fly aus ihren Boxen, führt sie nach draußen auf den Putzplatz und macht die zwei dann sauber.", wies ich die beiden an und zeigte ihnen die Hengste.
      Samuel nahm meinen hübschen Schimmel, Donald halfterte Fantastic Fly auf. Die beiden großen Hengste waren zwar im Grunde brav, hatten allerdings auch eine gehörige Portion Temperament.
      Als erstes sah ich mir an, wie die beiden die Hengste anbanden. Dabei punkteten sie schon damit, dass sie mit den Tieren redeten und sie nicht direkt nebeneinander stellten.
      Auch beim Putzen gingen sie sorgfältig vor und Donald schaffte es, Fly innerhalb einer Bestzeit zu beruhigen, als der junge Hengst sich mal wieder unnötig aufregte.
      Auf die Fragen der beiden meinte ich: "Levistino ist ein achtjähriger Trakehner, Fly ist ein Holsteiner und erst vier. Beide sind bereits gekört und ich lege sehr viel Wert auf eine gute Ausbildung. So werde ich auch meinen Trainingsbetrieb wieder aufnehmen, sobald hier alles fertig ist. Es würde übrigens auch mit zu den Aufgaben der Pfleger gehören, ab und an beim Training der Pferde zu helfen. Aber das kommt nach und nach, da ich natürlich nicht jeden auf den Rücken meiner Pferde lasse."
      Die beiden nickten und führten ihre Hengste dann zu den Koppeln. Die beiden mussten zu meinem Leidwesen auf Einzelkoppeln, da sie sehr ausgeprägte Hengstmanieren hatten und sofort auf die anderen Tiere losgegangen wären.
      Ich bedankte mich bei den beiden Männern und versprach, mich noch am selben Abend bei ihnen zu melden.
      Kaum dass die beiden weg waren, kam auch schon die nächste Kandidatin.
      Am Ende des Tages hatte ich ohne Mühe sechs junge Leute ausgewählt. Außer Samuel und Donald würden Patrick, Brian, Anna und Meg bei mir anfangen. Arbeitsbeginn war der nächste Sonntag und alle sechs freuten sich schon sehr auf die Arbeit.
      Donald, Samuel, Brian und Meg würden außerdem bei mir auf dem Gestüt wohnen.
      Ich war sehr zufrieden mit dem Tag und fiel hundemüde auf meine Luftmatratze.
      Am nächsten Morgen holte ich Liz ab und fuhr mit ihr zu einem großen Möbelhaus. Samuel und Donald verdienten sich ein wenig Geld dazu, indem sie die Zimmer in dem Gästehaus strichen. Wir würden die Wohnungen der Mitarbeiter alle identisch einrichten, ein kleines Bad und eine Küchenzeile waren bereits vorhanden. Die Zimmer für die Gäste hatten ebenfalls ein Bad, jedoch keine Küche.
      Liz und ich verbrachten den ganzen Tag in dem Möbelhaus. Neben der Einrichtung für das Gäste- und Personalhaus kauften wir auch gleich meine neuen Möbel. Dann vereinbarten wir mit dem netten Herrn an der Information , dass die Möbel nächsten Samstag geliefert und auch gleich in die entsprechenden Räume gebracht werden sollten. Also würde ich bereits am Freitag mit den nächsten Pferden wieder herfahren.
      Nachdem ich meine Pferde versorgt und Liz und Tim die Futterpläne ausgehändigte hatte, ging ich schlafen, um am nächsten Morgen gut ausgeruht nach Deutschland fahren zu können.

      ~*~

      Fahrt 2
      In der darauffolgenden Woche packte ich mein letztes Hab und gut in Kisten, auch das Sattelzeug der verbliebenen Pferde sammelte ich bereits zusammen.
      Als der Freitag schließlich gekommen war, fing ich meine beiden jungen Ragdolls ein, schob sie in ihren Transportkorb und ging dann hinaus, um mich zu verabschieden und Isola della Pirateria, Adina de Ra'idah, Magical Moment und Thousand Sunny einzuladen.
      Eddi bekam von mir sämtliche Dokumente für die anderen Pferde, sowie die Verladungs- und Abfahrtspläne.
      Dann verabschiedete ich mich von meiner besten Freundin und nahm ihr das Versprechen ab, sich am Sonntag vor der Abfahrt noch einmal kurz zu melden.
      Bis zur Fähre lief alles wunderbar, doch als das Schiff ablegte, wurden Isola und Adina sehr unruhig. Also verabschiedete ich mich von dem Gedanken, die Überfahrt an Deck zu verbringen und öffnete die Vordertür des Hängers, um meine Stuten zu beruhigen.
      In diesem Moment rauschte mir etwas grau-weißes entgegen und ein aufgeregtes: "Finn, aus!", schallte durch die Schiffsgarage.
      Ich sah mich einem äußerst hübschen Australian Shepherd gegenüber, der mit eingeklemmten Schwanz versuchte, an mir vorbeizukommen.
      Gleich darauf kam mir ein großer, muskulöser Typ mit schwarzen Haaren und unglaublich grünen Augen entgegen und nahm den Hund mit hochrotem Kopf von mir weg.
      "Das tut mir wirklich sehr Leid, eigentlich ist Finn gut erzogen, aber er hasst die Überfahrt nach England...", begann er seine Entschuldigung.
      "Ach das macht doch nichts! Ich habe auch ein paar Vierbeiner dabei, die nicht ganz so begeistert sind.", sagte ich lachend.
      "Ja das dachte ich mir schon. Die machen ja nen ganz schönen Radau. Würde es Ihnen etwas ausmachen, wenn ich Ihnen ein wenig Gesellschaft leisten würde? Es ist so unglaublich langweilig alleine.", fragte er mit seinem unglaublich süßen englischen Akzent.
      Ich stimmte freudig zu und so setzten wir uns samt Finn in den Vorraum meines Hängers. In unserem Gespräch stellte sich heraus, dass der nette Typ Kevin hieß, er Familie in Deutschland hatte, aber in Oxford studierte.
      "Und du eröffnest also ein Gestüt?", fragte er mit leuchtenden Augen nach.
      "Ja, dieses Wochenende kommt das zweite Drittel meiner Pferde nach England. Und nächste Woche hab ich dann wenn alles gut geht, alle drüben. Kannst du reiten?", antwortete ich.
      "Naja, ich hab es mal gelernt, aber wirklich gut bin ich glaube ich nicht... Du könntest es mir ja beibringen", meinte er grinsend.
      Ich schluckte und wurde mir zum ersten Mal der Nähe bewusst, die mittlerweile zwischen uns herrschte. Ich errötete und sah lächelnd zu ihm auf.
      Er wurde nun ebenfalls rot und stammelte: "Das war nur ein Scherz, keine Sorge!"
      Ich lächelte tapfer weiter, war aber insgeheim etwas enttäuscht. Mir war schon lange kein so netter Kerl wie Kevin mehr begegnet. Aber wie es aussah, würde ich ihn wohl nicht wieder sehen.
      Kurz darauf legten wir an und ich verabschiedete mich wehmütig von Kevin. Er hatte nicht einmal nach meiner Handynummer gefragt.
      Ich seufzte und machte mich auf, um den letzten Streckenabschnitt zu bewältigen.
      Auf dem Gestüt angekommen, wurde ich wieder von Liz und Tim erwartet. Heute war das Wetter nicht so toll, daher war Mr. Bane zu Hause geblieben, da sein Rheuma ihm Probleme bereitete.
      Ich führte Magical Moment aus dem Hänger und freute mich über die staunenden "Ohs" und "Ahs" von Tim und seiner Mutter. Meine Elitestute sorgte einfach immer für Bewunderung.
      Ich drückte Tim ihren Führstrick in die Hand und grinste, als er vor stolz einen ganz roten Kopf bekam.
      "Liz würdest du kurz hierblieben? Isola und Adina sind beide ein wenig schwierig, ich kann nicht beide zusammen nehmen, aber auch keine von ihnen alleine lassen.", bat ich meine neue Freundin. Liz nickte und ich führte Isola della Pirateria aus dem Hänger. Die junge Rappstute tänzelte mit aufgerissenen Augen neben mir her und drängte sich eng an Magical Moment.
      Vor dem Springbrunnen rammte sie die Hufe in den Boden und quiekte erschrocken.
      "Tim? Dreh Magic mal um und warte dann kurz auf uns!", rief ich dem Jungen hinterher, da Magic natürlich ohne Probleme am Brunnen vorbei ging. Nach einigen Überredungsversuchen bewegte sich Isola schließlich im Stechtrab an dem Brunnen vorbei. Wir banden die beiden am Putzplatz fest und nahmen ihnen die Ausrüstung ab. Tim und Liz hatten die vier Boxen bereits eingestreut, weshalb ich Tim auch nicht sagen musste, wohin die Stuten kamen.
      Ich wurde von freudigem Wiehern begrüßt und Isola entspannte sich sofort ein wenig. Magical Moment bezog die Box im Haupttrakt direkt rechts neben der Stalltür. Isola kam in die dritte Box daneben. Als ich mich versichert hatte, dass die Rappstute keinen Unsinn anstellen würde, joggten wir zurück zu Liz. Diesmal bekam sie den Strick von Thousand Sunny, ich übernahm Adina De Ra'idah und Tim trug schon einmal einen Teil der Ausrüstung zum Stall.
      Auch Adina zickte am Brunnen ein wenig herum, doch als sie das Wiehern von Little Miss Sunshine hörte war sie kaum noch zu halten. Wir nahmen auch den beiden die Ausrüstung ab und führten sie in ihre Boxen.
      Nachdem dann auch die ganzen Zubehörkisten verräumt waren, machten wir uns im Haus an die Arbeit. Morgen sollten schließlich die ganzen Möbel geliefert werden und zwar samt der rießigen Küche für mein Haus.
      Daher besorgten wir uns Wandfarben und strichen die Wände meines Hauses.

      Am nächsten Morgen stand ich bereits sehr früh auf und wartete auf meine Möbel. Um kurz nach acht fuhr bereits der rießige Laster vor und vier Männer sprangen heraus. Zwei von Ihnen kümmerten sich um meine Küche, die anderen begannen damit die Möbel ins Gästehaus zu bringen. Kurz darauf tauchte auch Liz auf und half mir alles zu koordinieren. Nachdem die Männer alle Möbel in die jeweiligen Zimmer gebracht hatten, fuhren sie wieder ab, während ihre beiden Kollegen die Küche anschlossen und aufbauten. Ich verzog mich währenddessen mit Liz in mein Schlafzimmer und wir verbrachten die nächsten Stunden damit mein Bett, den Kleiderschrank und die Badezimmermöbel aufzubauen.
      Anschließend gönnten wir uns eine Pause, verabschiedeten die beiden Handwerker und begrüßten dafür den Elektriker, der sämtliche Lampen in meinem und im Gästehaus anschließend sollte.
      Liz und ich verzogen uns mit dem Mann zusammen in die Personalwohnungen, die über den Garagen für Kutschen und Sulkys standen.
      Dort bauten wir jeweils ein Bett, einen Schrank, einen Spiegelschrank im Bad, einen Schreibtisch, einen Nachttisch, ein Bücherregal und eine Kommode auf. Die Küchenzeilen samt Hängeschränken waren bereits aufgebaut und auch die Badezimmer inklusive Waschmaschine waren bereits fertig.
      Wir schlossen unsere Arbeit in den Zimmer ab, indem wir die Vorhangstangen mit Vorhängen aufhängten, die Betten bezogen und in drei der Zimmer eine Schale mit Süßem stellten.
      "Puh das wars für heute. Ich fahre dich schnell nach Hause, du ziehst dich um und dann gehen wir essen, was hälst du davon?", fragte ich Liz. Die nickte fröhlich und machte noch einen kurzen Abstecher mit in mein Haus, um meine zwei süßen Kätzchen zu knuddeln.

      Der nächste Morgen begann genauso früh wie der Samstag. Wieder kamen Liz und Tim, um mir zu helfen. Zu allererst waren natürlich die Pferde an der Reihe. Wir versorgten die Pferde, die bisher hier standen und streuten dann 24 weitere Boxen ein.
      Gleich darauf machten wir uns daran, mein Haus weiter einzurichten. Wir bauten die restlichen Möbel in der Küche auf, danach war das große Esszimmer an der Reihe. Immerhin sollte es hier irgendwann einmal sehr gesellig zugehen, da ich nicht nur mein Personal des öfteren hier haben wollte, sondern natürlich auch meine Gäste bewirten musste.
      Als wir schließlich schon recht müde das Werkzeug verräumten, hörte ich die Stimmen meiner neuen Mitarbeiter. Ich hatte sie gebeten so rechtzeitig zu kommen, dass sie beim Ausladen der Pferde helfen konnten.
      Kurz darauf fuhr auch schon Immanuel auf den Parkplatz.
      "Immanuel nimmst du Black Soul? Er kommt in den Hengsttrakt, rechte Seite in die zweite Box links von Fly. Samuel, Donald nehmt ihr Wüstentänzer und Khamar al Sanaa. Die beiden kommen auch auf die rechte Seite in die ersten Boxen vom Eingang weg. Patrick du übernimmst Branagorn. Er kommt zwischen Fantastic Fly und Black Soul. Brian dir gebe ich Ghostbuster. Er kommt neben Wüstentänzer. Liz, Tim? Ihr übernehmt Orfino und Juego. Orfino kommt rechts neben Caradoc, Juego zwischen Caspar und Hollywood Undead. Bleiben noch Hollybrook's Casanova, Hollybrook's Cheeky Jot und Hollybrook's Bloody Valentine. Valentine nehme ich. Anna du übernimmst Nova und Meg du hast die Ehre meinen Liebling Cheeky zu führen. Cheeky kommt in die erste Box auf der linken Seite, Valentine daneben und Nova neben Valentine."
      Nachdem wir alles verräumt hatten, atmeten wir erleichtert durch und ich schickte Immanuel ins Haus, damit er sich ausruhen konnte. Mein Freund wollte nämlich noch an diesem Abend wieder nach Hause fahren.
      Kurz darauf traf dann auch schon Klaus mit den Stuten ein. Wieder ratterte ich los:
      "Samuel, Donald euch gebe ich Samiyah und Mahira. Samiyah kommt in den Haupttrakt auf die linke Seite , in die erste Box an der Seite. Mahira steht direkt daneben. Brian du nimmst Wild Lady Roxanne. Sie soll neben Mahira. Liz und Tim ihr bekommt Golden Flair und Fairylike Facility. Anna du gehst gleich mit Aimiliani mit und Meg du nimmst Naboo. Die kommt neben Magical Moment, Aimiliani neben Isola, Facility zwei Boxen rechts von Thousand Sunny und Golden Flair zwei Boxen von Facilty weg. Patrick du nimmst Angels Fall First, Klaus geht gleich mit Cuchara mit und ich schnappe mir Walk of Fame. Angel kommt rechts neben My Golden Heart, Cuchara neben Salwa und Fame stelle ich zwischen Thousand Sunny und Fairylike Facility."
      Ich atmete tief durch als wir auch hier alles erledigt hatte und zeigte Samuel, Donald und Meg ihre neuen Wohnungen. Die drei waren restlos begeistert und bedankten sich überschwänglich. Anschließend schickte ich sie nach Hause und Klaus in mein Haus, da wir mit den vier Stuten die Eddi mitbrachte auch alleine fertig wurden.
      Als Eddi schließlich ankam übernahmen Liz und Tim Melody's Girl und Rose de Soleil, während Eddi und ich uns mit Precious Scream und Sahira abmühten. Meine Araberstute kam in die Box neben Little Miss Sunshine, Scream durfte zwischen Facility und Flair ziehen, Soleil kam rechts neben Adina und Melody links neben Adina.
      Ich kontrollierte gerade noch einmal alles, als Eddi grinsend auf mich zu kam.
      "Du vor dem Gestütseingang steht ein mega süßer Typ, der nach dir gefragt hat. Hast du vielleicht vergessen mir was zu erzählen?", fragte sie mich neckisch.
      "Ich hab keine Ahnung wer das sein könnte. Vielleicht noch ein Bewerber für einen Job...", meinte ich Schulter zuckend und ging zum Tor.
      Dort traf mich jedoch fast der Schlag, denn der mega süße Typ war kein anderer als Kevin!
      Er bemerkte meinen überraschten Blick und lief knallrot an.
      "Also ich muss dir was gestehen. Ich hätte mich Ohrfeigen können, dass ich dich nicht nach deiner Adresse oder wenigstens deiner Handynummer gefragt habe und deshalb bin ich dir am Freitag einfach hinter her gefahren, bis ich ungefähr wusste, wo du hinwillst. Ich war aber zu feige, dich da schon anzusprechen.
      Aber jetzt bin ich da und deshalb: Hättest du Lust nächsten Freitag mit mir Essen zu gehen?", ratterte er hinunter.
      Ich konnte mein Glück kaum fassen und nickte ihm strahlend zu.
      "Oh okay, das ist ja toll! Also..ich denke du hast zu tun und ich muss heute auch wieder zurück nach Oxford, aber ich freue mich schon sehr auf Freitag. Ach ja und hier, meine Nummer!", meinte Kevin, stieg in sein Auto und brauste davon.
      Eddi grinste übers ganze Gesicht und löcherte mich bis tief in die Nacht mit Fragen. Mein Umzug nach England lief wirklich besser, als ich es mir jemals erträumt hätte....

      ~*~

      Fahrt 3
      Endlich war der Tag gekommen, an dem der Rest meiner Pferde ankommen sollte. In der letzten Woche hatte ich mein Personal eingearbeitet, mein Haus eingerichtet und war nun daran, Charme in meinen Hof zu bekommen. Und natürlich hatte ich mich am Freitag mit Kevin getroffen. Seitdem telefonierten wir jeden Tag mindestens zwei Stunden und er hatte versprochen, das nächste Wochenende ganz hier zu verbringen.
      Ich stand bereits vor dem Tor und wartete auf Immanuel, der ja diesmal mit vierzehn Pferden ankommen würde. Auch meine Mitarbeiter, sowie Liz, Mr. Bane und Tim waren hier, um zu helfen.
      Als der rießige Transporter schließlich ankam, verteilte ich sofort wieder die Pferde.
      Immanuel übernahm Tschiwabschischi, Samuel El Racino, Donald San Salvador und Brian Classic Moment. Tschiwi kam neben Ghostbuster, Racino zwischen Tschiwi und Levistino, San Salvador zog zwischen Slaters Secret und Wyoming und Classic Moment kam auf die gegenüberliegende Seite neben Candle in the Wind.
      Liz schnappte Unannounced Pleasure, in die sie sich sofort verliebte, Tim nahm Reminiscent Inspiration, Anna übergab ich Levistino's Hope und Meg nahm Mississle. Für Patrick und mich blieben nun nur noch Backup und Ravenback.
      Die beiden Vollblutfohlen bezogen die Boxen ganz rechts im Haupttrakt. Mississle kam neben Little Big Girl, Inspiration und Pleasure kamen in den rechten Stutentrakt auf die rechte Seite direkt an den Durchgang und Hope auf die gegenüberliegende Seite neben Cuchara.
      Im zweiten Hänger warteten nun noch Ace of Spades, Black Pearl, Pirate Island und Fallen Immortaliny. Fallen durfte zwei Boxen rechts von Soleil stehen, Black Pearl neben Ravenback, Island neben Pearl und Spades zwischen Island und Melody.
      Kaum eine Stunde später war auch Eddi mit der letzten Fuhre da.
      Sie transportierte Everybody's Darling, die zwischen Naboo und Isola stand, Barakah al Sanaa, die die Box neben Hope bezog, Sharley und Bittersweet. Die beiden Araberdamen durften die Boxen rechts und links von Fallen Immortaliny ihr neues heim nennen.
      Ich atmete erleichtert durch Es hatte alles geklappt und endlich hatte ich alle Pferde sowie auch die ganze Ausrüstung hier. Ich kochte für meine Gäste ein feines Essen und lud sie dann alle ein, in ein paar Wochen zur Eröffnungsparty herzukommen.
      Endlich konnte ich meinen Lebenstraum verwirklichen!
    Keine Kommentare zum Anzeigen.
  • Album:
    12) Friedhof
    Hochgeladen von:
    Sammy
    Datum:
    14 Nov. 2013
    Klicks:
    872
    Kommentare:
    19
  • Black Pearl
    --------------------------------------------------

    [engl.: schwarze Perle]
    Spitzname: Pearl


    --------------------------------------------------

    ~ Abstammung ~
    Von: unbekannt
    V: /
    M: /

    Aus der: unbekannt
    V: /
    M: /


    --------------------------------------------------

    Rasse: Englisches Vollblut
    Geschlecht: Stute
    Geburtsdatum: 10. März 2003
    Stockmaß: 1,69 m
    Fellfarbe: Rappe
    Kopfabzeichen: Blesse
    Beinabzeichen:v.l. weißer Fuß, v.r. weiße Fessel, h.l. weiße Fessel, h.r. weiße Fessel

    --------------------------------------------------

    ~ Beschreibung & Charakter ~
    Black Pearl ist eine hübsche englische Vollblutstute mit einem gehörigen Maß an Temperament. Die Rappstute gibt immer ihr bestes, man muss jedoch bereits einiges an Erfahrung gesammelt haben, um mit ihr zurecht zu kommen. Pearl ist sowohl im Umgang, als auch unter dem Sattel nicht gerade leicht zu händeln und braucht einen sehr konsequenten Reiter, der dennoch einfühlsam mit ihr umgeht.
    Im Rennen setzt die Stute sich gerne direkt hinter die Spitze, um den perfekten Moment abzuwarten, indem sie zuschlagen kann. Wenn man dies beachtet, ist Pearl eine nur schwer zu schlagende Gegnerin.

    --------------------------------------------------

    Besitzer: Sammy
    Vorbesitzer: Monsterflosse
    Ersteller:Flair
    Vkr: Flair

    --------------------------------------------------

    ~ Qualifikationen ~
    Dressur: E
    Springen: A
    Military: A
    Galopprennen: L

    --------------------------------------------------

    ~ Schleifen ~

    Gewinnerin der BSK [206] Rappen und Braune mit Kopfabzeichen

    2. Platz beim 56. Militaryturnier
    1. Platz beim 60. Galopprennen
    1. Platz beim 18. Distanzrennen

    --------------------------------------------------

    ~ Sonstiges ~
    Zuchtfähig: Ja
    Nachkommen: El Racino