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Laraya13

Bittersweet

Zuchtstute AVB

Bittersweet
Laraya13, 13 Okt. 2019
Chapin gefällt das.
    • Laraya13
      ~ Hollybrook Stud - Zuchtpferde & Anwärter ~
      [SIZE=6pt]Juni 2010 - Monatsbericht[/SIZE]

      "Don't stop make a pop, DJ blwo my speakers up..", dudelte mein Wecker los. Ich schrak hoch und wischte dabei mein Buch vom Bett. Na super. Ich war mal wieder eingeschlafen. Vorsichtig streckte ich mich und kroch dann aus dem Bett. Die ganze Woche war das reinste Chaos gewesen, ich war jeden Tag heimgekommen, hatte gelernt, meine Pferde versorgt, weitergelernt. Ich war jede Nacht erst um eins ins Bett gekommen und um fünf wieder aufgestanden, sonst hätte ich das alles zeitlich überhaupt nicht mehr hinbekommen.
      Ich tapste ins Bad und rieb mir verschlafen die Augen. Es war nicht unbedingt angenehm die ganze Nacht in Straßenklamotten zu verbringen, aber was solls. Jetzt nochmal einzuschlafen brachte rein gar nichts und immerhin war heute Samstag. Der einzige Tag an dem ich mich rundum um meine geliebten pferde kümmern konnte.
      Ich wusch mich schnell, zog meine Stallklamotten an und putzte mir die Zähne, dann joggte ich die Treppe hinunter und aus meinem großen Haus hinaus. Ein großer Teil meiner Sachen stand in Kartons gepackt herum, da ich bald zu rawwrrr ziehen würde - endlich würden wir unser Gestüt wieder gemeinsam leiten!
      Ich betrat den Stall und sog tief meinen alerliebsten lieblingsgeruch ein - Pferdeduft. Dann machte ich mich daran in jede Box einen Arm voll Heu zu werfen und verteilte Kraftfutter in die Tröge. Im Stall war es völlig ruhig - meine Ponies standen im Sommer nachts über auf den Koppeln und ich holte sie erst gegen zehn Uhr in den Stall, wenn es langsam warm wurde.
      Als ich fertig war fegte ich die Stallgasse und machte mich daran, das Sattelzeug zu putzen.
      Es war bereits halb elf als ich mit der Lederpflege fertig war, also schnappte ich mir schnell zwei Halfter und lief zu der Stutenkoppel. Dort holte ich zunächst meine beiden hochträchtigen Stuten Aimiliani und Thousand Sunny rein. Bei beiden müsste es in ca zwei Wochen soweit sein und ich freute mich schon rießig auf die Fohlen. Als nächstes kamen Magical Moment mit ihrem Fohlen Casanova und Fairylike Facility, ebenfalls mit Fohlen. Die kleine Rappstute hatte bereits einen besitzer gefunden und ich versuchte nciht allzu traurig zu sein, dass sie uns bald verlassen würde. Wenigstens hatte ich noch Casanova. Und natürlich Everybody's Darling. Die süße Stute machte sich prächtig und trabte eifrig neben ihrer Ziehmutter Isola della Pirateria her, als ich sie in den Stall brachte. Nun folgten Golden Flair und Walk of Fame, Elektra und Precious Scream, Naboo und Scaramouche, die mir ohne Fürhstrick folgte, Calabash und Talima und schließlich Sweet Sixteen und Come Cover Me.
      Als nächstes holte ich auch die Hengste in den Stall. Cheeky Jot wieherte schon ungeduldig, er hasste es noch draußen zu stehen wenn die Stuten schon im Stall waren. Immerhin musste er ja auf sie aufpassen. Also nahm ich meinen Lieblingshengst zunächst mit und brachte anschließend auch Orfino, Caradoc, Caspar und meinen Neuzugang unter den Hengsten - Tempelherr in den Stall.
      Mittlerweile war es schon richtig heiß geworden und ich begann zu schwitzen. Also machte ich mich schnell daran, auch meine Miniature Horses in den kühlen Stall zu holen. Als erstes nahm ich LM Hawks Stand out Loud, dann Pequeno und CS Royal Toros Fire und anschließend meine beiden Stuten Talina und Valentine's Day. Ich hoffte inständig dass die zwei bald gekrönt werden würden, damit wir endlich auch Minis züchten konnten.
      Als endlich alle Ponies friedlich im Stall standen und ihr Frühstück genossen, genehmigte auch ich mir einen kleinen Snack. Anschließend begann ich mit meinem täglcihen Fittnessprogramm: drei Kilometer weit zum See joggen, schwimmen und wieder zurück. In letzter Zeit hatte ich das zeimlich vernachlässigt, da ich einfach keine Zeit mehr gehabt hatte, doch nun wollte ich unbedingt wieder damit anfangen....
      Wieder daheim angekommen holte ich nacheinander alle Pferde aus ihren Boxen und putzte sie gründlich. Als ich fertig war, wurde es bereits langsam dunkel, doch ich beschloss wenigstens meine Hengste, Naboo und Walk of Fame noch ein wenig zu bewegen, da sie sonst ziemlich unleidig wurden. Schließlich war es halb elf als alle Ponies wieder auf der Weide standen und ich müde aber zufrieden mit dem heutigen Tag ins Bett fiel....

      Seuche & Tod....wie ein altes Leben endet und ein neues seinen Anfang nimmt

      Ich bibberte, als ich mich zwang aus meinem kuschelig warmen Bett zu kriechen. Wieso um alles in der Welt war es so kalt? Himmel noch mal, es ist doch Sommer?
      Ein Blick aus dem Fenster ließ mich resigniert seufzen. Es regnete in Strömen und die Bäume auf meinem Gestüt wurden von heftigem Wind nur so geschüttelt.
      Ärgerlich schüttelte ich den Kopf. Jetzt waren endlich die so lang ersehnten Sommerferien da und es regnete ohne Unterbrechung. Okay. Daran hatte ich mich mittlerweile gewöhnt, aber dass es jetzt auch noch so verdammt kalt war? Das war doch wohl wirklich die Höhe!
      Ich zog meinen Morgenmantel fester um mich und schlurfte ins Bad. Das hieß mal wieder kein schöner, ruhiger Ausritt heute.
      Ich stellte mich erstmal unter die heiße Dusche, um mich aufzuwärmen, dann schlüpfte ich in meine Stallklamotten und zwang mich hinaus in die Kälte und Nässe zu gehen. Immerhin warteten rund 70 Pferde auf ihr Frühstück. Ich begann wie immer im Zuchtstall, wo ich vor allem meinen Lieblingshengst Cheeky Jot ausgiebig begrüßte, machte im Stall der Hollybrook Anwärter weiter, dann kamen die Pferde die mit Hollybrook nichts zu tun hatten und zum Schluss meine 49 Verkaufspferde. Sie waren alle noch von meinem ehemaligen Gestüt – den Blue Moon Stables – übrig geblieben. Viele von ihnen waren von dem schrecklichen Brand traumatisiert, ließen sich nicht reiten oder verweigerten das Fressen. Solche Pferde wollte niemand kaufen, also hatte ich beschlossen sie alle zu behalten, aufzupäppeln und erst danach ein gutes Heim für sie zu finden.
      Ein lautes, gequältes Husten aus einer der hinteren Boxen im Verkaufsstall ließ mich aufhorchen. Das klang überhaupt nicht gut. Schnell hastete ich zu der Box und fand meine hübsche Isländerstute Dark Misery liegend in der Box vor.
      „Misery meine Kleine was hast du denn?“ Die Rappstute sah mich flehend an und sank dann mit einem röchelnden Schnauben auf die Seite.
      Ich stand erstmal völlig geschockt da, dann machte ich auf dem Absatz kehrt und rannte zum Telefon um meine Tierärztin anzurufen.
      Kaum zehn Minuten später stand Dr. Nyur im Stall und untersuchte Missy.
      „Hmm…also.. ich vermute Missy hat eine einfach Grippe.. Ich verabreiche ihr vorerst ein Antibiotikum, das sollte schnell Wirkung zeigen, aber sie sollten sie trotzdem so schnell wie möglich in eine Quarantänebox stellen, um eine Ansteckung der anderen Pferde zu vermeiden.“
      „Natürlich, vielen Dank Dr. Nyur.“ Ich wartete bis die Ärztin Misery das Medikament verabreicht hatte und führte die süße Stute dann sofort in den hinteren Teil des Stalles. Dort richtete ich in Rekordzeit die riesige Quarantänebox her, bevor ich Misery hineinstellte. Ich hoffte sosehr, dass es meiner Stute bald wieder besser gehen würde, doch ich sollte sehr schnell erfahren, dass das Glück nicht auf meiner Seite war. Misery von den anderen Pferden zu trennen hatte nicht das Geringste gebracht. Wir waren viel zu spät gewesen. Kaum eine Woche später waren insgesamt 15 der Verkaufspferde erkrankt und jeden Tag traten bei anderen Pferden die Symptome des Virus auf. Dr. Nyur war ratlos. Sie wusste nicht was sie den Pferden noch verabreichen sollte und ich beschloss einen zweiten, dann einen dritten und schließlich sogar einen vierten Tierarzt dazuzuholen. Alle stellten sie etwas anderes fest, doch keiner von ihnen hatte eine brauchbare Lösung parat.
      Ich lebte nun praktisch im Stall der Verkaufspferde und kümmerte mich um die kranken Tiere. Für meine anderen Pferde hatte ich Pfleger engagiert, die natürlich strengste Anweisungen hatten, meine Pferde nicht mal in die Nähe des Verkaufsstalls zu lassen.
      Heute war es mal wieder bitterkalt und ich zog die Pferdedecke die ich umgewickelt hatte, fester. Der Wind heulte draußen, hier drinnen war nur der rasselnde Atem meiner Pferde zu hören. In dieser Nacht starb Misery. Ich war einem Zusammenbruch nahe, als die schöne Stute mich zum letzten Mal ansah und Bilder schossen mir durch den Kopf. Wie ich Misery damals als kleines, schwaches Fohlen aus dem Tierschutzverein gerettet hatte, wie ich sie aufgezogen und hochgepäppelt hatte, bis sie zu einer lieben und stolzen Stute heranwuchs. Das ganze Training, meine vielen Stürze. Dann die erfolgreiche Krönung, kurz darauf die Bestätigung das Misery unfruchtbar war. Meine unendliche Trauer darüber und gleichzeitig die wahnsinnige Liebe die ich mit diesem Pferd verband.
      Schluchzend sank ich neben der toten Stute auf die Knie und umarmte ihren leblosen Körper. Und Misery sollte nicht die einzige sein.
      Nur zwei Wochen nach Missy‘s Tod wurde bekannt, dass in weitem Umkreis überall Pferde erkrankten und verstarben. Niemand wusste ein Heilmittel, niemand wusste wie weit sich der Virus bereits ausgebreitet hatte. Wusste denn überhaupt irgendjemand etwas? Ich erlebte die nächsten Wochen wie in Trance. Versuchte das Sterben meiner Pferde zu verstehen. Versuchte zu verstehen was ich verbrochen hatte, dass mir schon wieder so ein Unglück widerfuhr. Der Brand war gerade mal ein Jahr her, ich hatte mir ein neues Leben mit neuen wundervollen Tieren aufgebaut. Und wieder sollte alles zerstört werden? Das war doch nicht fair.
      Jeden Tag wurde in den Medien von dem schrecklichen Geschehen berichtet, dass sich hier abspielte, doch niemand machte sich die Mühe etwas dagegen zu tun. Der Bau von Atomwaffen, Intrigen und die Durchführung von Kriegen irgendwo auf der Welt waren wichtiger. Alles war wichtiger.
      Jeden Tag starb mindestens eins meiner Pferde. Jeden Tag wurde ich mut- und kraftloser. So langsam hatte ich keine Ahnung mehr wie ich das alles überstehen sollte. Immerhin eines hatten die Tierärzte herausgefunden: Der gesamte Verkaufsstall war infiziert und es war mehr als wahrscheinlich, dass auch meine anderen Pferde bereits erkrankt waren. Irgendein dämlicher Reporter schlug mir lachend vor, den ganzen Hof doch einfach in Brand zu stecken, man könnte sowieso nichts mehr retten. Das ich ihm nicht an die Gurgel ging war auch schon alles. Ich schmiss ihn in hohem Bogen von meinem Hof. Ich würde nicht aufgeben. Niemals. Ich würde auch noch um das letzte Pferd kämpfen, und wenn es das letzte war, was ich tat.
      In den nächsten Tagen wachte ich über die letzten fünf Pferde die aus dem Verkaufsstall noch übrig geblieben waren. Latina, Little Miss Sunshine, Pierre, Fair Prince und Salinero’s Shitan. Alle von ihnen waren todkrank. Keines von ihnen würde die nächste Woche überleben. Und doch…ich wollte ihnen das Gefühl geben, dass ich für sie da war. Das ich sie beschützen würde, bis zum bitteren Ende.
      Irgendwann kam einer der neuen Pfleger in den Stall, um mir zu sagen, dass ich einen Anruf bekommen hatte. Davon wollte ich nichts wissen und schickte ihn weg. Dabei übersah ich, wie er Pierre liebevoll über die Stirn strich und ihn kraulte. Ich sah alles wie durch einen Nebelschleier. Alles war so furchtbar unwirklich. Vielleicht träumte ich nur? Einen schrecklichen Alptraum? Und wenn ich aufwachte war alles wieder wie vorher?
      ‚Sammy hör auf damit und mach dir nichts vor. Du träumst nicht. Du bist wach und das alles hier passiert wirklich’, schalt ich mich in Gedanken selbst. Was brachte es schon vor der Wahrheit davonzulaufen? Überhaupt nichts.
      Nur zweieinhalb Tage später wurde Pierre abtransportiert und mit ihm auch das letzte Pferd des Verkaufsstalls. Ich atmete zitternd ein. 49 Pferde. Alle tot. Ich hatte keinem einzigen von ihnen helfen können. Schluchzend sank ich in einer Ecke des Stalls zusammen, als ich plötzlich ein Pferd wiehern hörte – Cheeky!
      Ich riss mich zusammen und stand auf. Erstmal musste ich mich gründlich säubern, damit auch ja keine Viren zu den gesunden Pferden gelangten.
      Als ich fertig war rannte ich so schnell ich konnte zu meinem geliebten Hengst und fiel ihm um den Hals.
      „Oh Gott Cheeky, es ist alles so furchtbar!“, weinte ich in die seidige Mähne des Hengstes.
      Dann gähnte ich. Ich hatte fast einen Monat lang nicht mehr richtig geschlafen. Das bemerkte auch einer der Pfleger und ‚befahl’ mir ins Bett zu gehen, sie würden sich schon um meine Pferde kümmern. Ich wollte eigentlich nicht weg vom Stall, doch ich konnte mich kaum noch auf den Beinen halten, es war wohl einfach das Beste, wenn ich mal richtig ausschlief.
      Doch bereits um drei Uhr morgens wurde ich aus dem Bett geklingelt.
      „Sammy! Komm schnell, Sahira geht es überhaupt nicht gut, ich glaube sie hat den Virus auch!“
      Nein…das konnte einfach nicht sein. Ich würde es nicht ertragen, noch einen Stall voller Pferde sterben zu sehen. Am liebsten hätte ich mir die Decke über den Kopf gezogen und mich darunter verkrochen, doch das ging natürlich nicht.
      Ich zog mir nur schnell etwas über und rannte dann dem Pfleger hinterher zum Stall. Dort sank ich vor Sahira zu Boden. Tief in meinem Innern wusste ich schon, dass meine geliebte Falbstute ebenfalls sterben würde. Genau wie die ganzen anderen Pferde, die mir so sehr ans Herz gewachsen waren.
      In der Box neben Sahira hustete Khamar und auch Everybody’s Darling tränten die Augen. Da fasste ich einen Entschluss: Ich musste um jeden Preis die Pferde die noch von dem Virus verschont waren hier heraus bringen, weit weg von diesem verfluchten Ort.
      Also lief ich in mein Büro und bestellte fünf der absolut besten Pferdespezialisten auf meinen Hof. Ich hatte inzwischen keinerlei Hoffnung mehr, dass sie das Virus irgendwie aufhalten würden, doch vielleicht konnten sie wenigstens die noch gesunden Tiere vor diesem furchtbaren Schicksal behüten.
      Etwa drei Stunden später standen die Spezialisten im Stall. Jeder bekam eine Liste mit den Namen meiner Pferde und jeder begann bei einem anderen Pferd.
      Zum Schluss kamen alle auf etwa gleiche Ergebnisse und ich hängte mich sofort ans Telefon.
      Rawwrrr hatte mir ja schon angeboten, dass ich zu ihr ziehen konnte, nun war sie meine einzige Hoffnung. Zitternd tippte ich ihre Nummer ein und wartete.
      Erst nach dem zehnten Klingeln nahm meine Freundin ab.
      „Hallo?? Tut mir Leid, wer auch immer es ist, aber es ist grade ein bisschen unpassend!“
      „Hey rawwrrri..sorry wenn ich störe, aber ich muss dringend mit dir sprechen!“
      „Sammy! Gott du hörst dich furchtbar an! Und warum hast du dich so lange nicht mehr gemeldet?! Wie geht’s dir und den Pferden? Ich hab von dem Virus gehört, das bei euch wütet!“
      Ich holte tief Luft und versuchte die Tränen zurückzuhalten, dann erzählte ich Rawwrrr die Kurzfassung von dem, was sich auf meinem Hof abspielte.
      Nachdem ich fertig war, schwiegen wir beide erstmal eine Weile. Dann brachte Rawwrrr zitternd hervor:
      „Mein Gott das ist ja furchtbar. Weißt du denn schon, wie viele deiner Pferde noch gesund sind?“
      „Naja..also bei neun Pferden hat keiner der Spezialisten etwas gefunden. Bei Rafinesse, Demonia und Orfino sind sie sich nicht einig…die drei werde ich auf jeden Fall in einen gesonderten Stall bringen, aber was ich dich eigentlich fragen wollte ist, ob ich mit den gesunden Pferden zu dir ziehen darf. Ich würde es nicht ertragen sie alle zu verlieren…..“
      „Sag mal, was denkst du denn? Natürlich kannst du kommen, das hatten wir ja sowieso so gut wie beschlossen….Der Stall des Fohlenhofs ist auch schon fertig, da sind 20 Boxen drin…“
      Ich bedankte mich bei ihr und legte dann einigermaßen erleichtert auf. Als nächstes bestellte ich zwei Rießentransporter und begann sofort damit, meine Pferde transportfertig zu machen.
      Als erstes holte ich Magical Moment mit dem kleinen Casanova. Sie waren am gefährdetsten, da Nova ja erst wenige Tage alt war und Magic noch von der Geburt geschwächt. Gleich danach führte ich meine beiden letzten New Forest Hengste Cheeky Jot und Tempelherr auf den Transporter und anschließend Naboo und Fairylike Facility. Als nächstes holte ich Cuchara, Jojo und meine beiden Isländerzwillinge Fatimah und Intolerable Life aus den Ställen, legte ihnen die Decken und Gamaschen an und führte sie ebenfalls auf den Transporter. Damit war der erste Transporter voll und ich machte mich daran, die letzten vier Pferde zu holen. Thousand Sunny, Walk of Fame, Isola della Pirateria und Scaramouche. Kaum hatte ich die Klappe geschlossen, fuhren die beiden Transporter vom Hof, in die rettende Geborgenheit von Rawwrrr’s Hof.
      Ich dagegen kehrte in die Ställe zurück und brachte die drei Zweifelsfälle vom Hof auf eine meiner Waldkoppeln. Dort richtete ich den Unterstand für sie her um es ihnen so angenehm wie möglich zu machen……

      Drei Wochen später war auch ich auf dem Weg zu Rawwrrr. Alle drei Pferde hatten überlegt. Ich hatte jeden Tag mit Rawwrrr telefoniert, mich erkundigt wie es meinen verbliebenen Pferden ging und schließlich heute morgen, um ihr zu sagen, dass ich sofort zu ihr aufbrechen würde. Ich hatte mir bereits vor einer Woche einen Möbeltransporter bestellt und die wichtigsten meiner Sachen zusammengepackt. Ich würde niemals mehr an diesen Ort zurückkehren. Und nie mehr würde ich mir ein neues Pferd anschaffen, wenn es nicht dringend nötig war. Diesen neun Pferden würde ich das Leben so schön machen wie ich nur konnte, doch mehr wollte ich nicht mehr. Dazu hatte ich einfach nicht die Kraft….

      ~ Endlich wieder vereint ~
      [SIZE=6pt]Cuchara, Ojos Azules, Intolerable Life, Fatimah, HBs Casanova, HBs Cheeky Jot, Magical Moment, Thousand Sunny, Naboo, Walk of Fame, Isola della Pirateria, Orfino, Khamar al Sanaa, Sahira, Bittersweet, Golden Flair, Someone, Sharley, Little Miss Sunshine, Semawi, Everybody’s Darling, Caspar, Caradoc, SPrecious Scream, Benjilala, Slaters Secret, Dorina, Daemon, Angels Falls First, Black Soul, Fairylike Facility & Scaramouche[/SIZE]

      Wütend drückte ich auf dem Radio des Möbeltransporters herum, um schnell einen anderen Sender zu finden, möglichst einen der etwas anderes als 'When you're gone' oder ähnliches spielte. Irgendwann gab ich es auf und legte mir meine Sum 41-CD ein, die mich hoffenlich auf andere Gedanken bringen würde. Ich war mittlerweile bereits sechs Stunden unterwegs und müsste bald bei Rawwrrr ankommen. Als hätte sie das gehört, klingelte in dem Moment mein Handy.
      "Hey Rawwrrri!"
      "Hay Samsel, ich wollte nur mal fragen, wo du bist?" "Also ich schätze ich brauch noch ca. eine Stunde...Mit dem Transporter geht das halt alles ein bisschen länger..aber jetzt hab ichs ja fast geschafft!"
      "Okay, dann fang ich jetzt mit kochen an, bis später!" Es klickte und Rawwrrr war weg. Ich fand es total süß wie sie meine Ankunft vorbereitete. Sie hatte ja auch allein die Boxen für meine Pferde hergerichtet, da ich diese ja vorgeschickt hatte, um eine Ansteckung zu vermeiden.
      Als ich an meine verstorbenen Pferde dachte, begann die Straße vor mir zu verschwimmen und ich fuhr schnell rechts ran. Dort legte ich den Kopf auf den Lenker und versuchte mich zu beruhigen. Ich musste jetzt einfach damit klar kommen. Genau wie mit dem Brand von vor einem Jahr. Dort waren 'nur' 9 Pferde gestorben, doch mein gesamter Hof war zerstört worden. Nun waren fast alle Pferde von damals tot, nur Cookie, Sahira, Jojo und meine Isizwillinge hatten den schrecklichen Brand miterlebt, doch für mich stand absolut fest, dass ich trotzdem nie mehr auf meinen schönen Hof zurückkehren würde. Rawwrrr hatte mir ja schon vor einiger Zeit angeboten, dass ich zu ihr konnte, doch zu der Zeit hatte ich mich einfach nicht dazu aufraffen können, so viele meiner Pferde zu verkaufen und dass ich mit fast 100 Pferden zu ihr zog, war natürlich unmöglich.
      Ich atmete noch einmal tief ein, trank einen großen Schluck aus meiner Wasserflasche, setzte den Blinker und fuhr wieder los....

      Knapp eineinhalb Stunden später fuhr ich auf den Hof von Rawwrrr's Gestüt. Sie hatte mir eine genaue Wegbeschreibung gegeben und ich hatte keinerlei Probleme gehabt, den Hof zu finden.
      Kaum hatte ich den Motor ausgeschaltet, flog auch schon die Haustür auf und Rawwrrr stürmte hinaus. Ich versuchte ein fröhliches Gesicht aufzusetzen und stieg aus, sofort umarmte sie mich stürmisch zur Begrüßung.
      "Hey! Endlich bist du da. Wie gehts dir? Gute Fahrt gehabt?"
      Ich grinste. Das war so typisch sie. "Hast du Hunger? Ach was ist mir eigentlich völlig egal, du isst einfach was!"
      Ich nickte, da ich ja wirklich Hunger hatte und folgte ihr in das große Haus. Rawwrrr hatte erst vor einiger Zeit angefangen hier zu bauen und es würde auch noch einiges an Arbeit vor ihr beziehungsweise jetzt natürlich uns liegen.
      Drinnen war es trotzdem schon richtig gemütlich und ich war froh endlich etwas bequemeres zum sitzen zu haben, als den Transportersitz. Wir hockten uns auf die Couch, futterten Rawwrrr's Nudeln mit Käsesoße und redeten über alles mögliche. Als wir fertig waren und abgespühlt hatten, zog es mich jedoch hinaus zu den Ställen. Also ging Rawwrrr mit mir über den Hof und gab mir eine kurze Führung.
      "Also Spring- und Dressurplatz sind leider noch nicht fertig, die kommen da drüben hin, auf die andere Seite vom Fluss! Da steht übrigens auch dein Stall! Und hier haben wir meinen Stall, die Reit- und die Longierhalle und den Außenplatz. Auch alles noch nicht ganz fertig, aber soweit dass man es benutzen kann auf jeden Fall!
      Ich hörte ihr gespannt zu und sah mich interessiert um. Auch ihre Pferde schaute ich mir kurz an und blieb natürlich besonders lange bei Classic Moment, ihrem süßen Hengstfohlen aus meiner Fairylike Facility. Auch Jolie und Pale, ihr Englisches Vollblutfohlen und die wunderschöne New Foreststute knuddelte ich zur Begrüßung. Danach hielt ich es nicht länger aus - ich musste jetzt unbedingt zu meinen Schätzen. Rawwrrr grinste nur und führte mich über die Brücke zu einem wunderschönen Stall. Ich öffnete die Türe und zog den herrlichen Geruch meiner Pferde ein. Viel zu lange hatte ich darauf verzichten müssen. Dann stieß ich einen leisen Pfiff aus und war schon wieder den Tränen nahe, also sofort die Köpfe hochschossen und ein mehrstimmiges, lautstarkes Begrüßungswiehern über die Stallgasse schallte.
      "Uha, ich dachte ja eigentlich sie würden mich mögen, aber sieht so aus, als hätten die dich alle verdammt arg vermisst!", lachte rawwrrr "Ich wusste nur nicht genau, wie du sie zusammenstellen möchtest, aber die waren bis gestern sowieso alle draußen auf den Koppeln, also kannst du das ja auch noch ändern."
      Ich nickte nur und ging von einem Pferd zum anderen, unendlich froh, dass es allen gut ging und wir ein so schönes zu Hause gefunden hatten.
      Nachdem ích an jeder Box zweimal vorbeigegangen war, sah ich mir die Sattel- und Futterkammer an. Die Ausrüstung für meine Pferde würde ich mir größtenteils neu kaufen, nach dem Brand hatte ich sowieso fast nur noch zerschlissenes Sattelzeug und ein wenig abgenutzte Decken besessen, doch mittlerweile hatte ich mir genug Geld zusammengespart, um meinen Pferden eine neue, schöne Ausrüstung zu gönnen. Sieben Boxen des Stalls standen leer und das würde größtenteils auch so bleiben. In der Sattelkammer waren zwanzig Ständer an den Wänden angebracht, für Sättel, Trensen und Decken. Außerdem war eine Wand mit Spinden bestückt, die genug Platz für die restliche Ausrüstung der Pferde boten.
      ICh drehte mich freudestrahlend zu Rawwrrr um. "Das ist einfach unglaublich! Ich fühle mich in dem Stall wohler, als in meinem eigenen!"
      "Najaaa das ist ja jetzt dein eigener...freut mich aber, dass er dir gefällt", erwiederte Rawwrrr fröhlich. Ich hakte mich bei ihr unter, wünschte meinen Pferden gute Nacht, holte das nötigste aus dem Transporter und ging mit Rawwrrr ins Haus. Wir hatten noch vieles zu besprechen und irgendwann würde ich dann wohl auch schlafen gehen, die Fahrt war lang und anstrengend gewesen und ich sehnte mich nach einem gemütlichen Bett.....
    • Laraya13
      ~ Hollybrook Stud ~
      [SIZE=6pt]Monatsbericht Oktober 2010
      Pride's Perfection, Cuchara, Ojos Azules, Intolerable Life, Fatimah, Hollybrook's Casanova, Tempelherr, Hollybrook's Cheeky Jot, Magical Moment, Fairylike Facility, Naboo, Walk of Fame, Isola della Pirateria, Caspar, Caradoc, Precious Scream, Golden Flair, Orfino, Benjilala, Slaters Secret, Dorina, Daemon, Angels Fall First, Black Soul, Khamar al Sanaa, Sahira, Bittersweet, Someone, Sharley, Little Miss Sunshine, Semawi, Everybody’s Darling, Thousand Sunny & Scaramouche[/SIZE]

      Ausgiebig gähnend stieg ich aus dem Bett und bekam erstmal einen kleinen Schüttelfrost. Es war über Nacht verdammt kalt geworden. Schnell rannte ich ins Bad und drehte die Heizung hoch. Anschließend schlüpfte ich in meine Leggins, zog die Reithose darüber und meinen dicken Norwegerpulli an. Handschuhe, Mütze und Schal und - perfekt, jetzt konnte mir die Kälte nichts mehr anhaben.
      ICh machte mich auf den Weg nach unten in die Küche, wo ich schnell ein Glas Wasser hinunterschüttete, dann trat ich aus der Türe auf unsern Hof. Damit ich nicht doch anfing zu frieren, rannte ich bis zu meinem Stall. Das war wirklich abartig. Gestern war es noch einigermaßen warm gewesen und heute hatte es vielleicht noch 1 Grad. Ich musste unbedingt meine Pferde eindecken.
      Im Stall angekommen wurde ich schon von ungeduldigem Gewiehr begrüßt.
      "Schon gut meien SChätze, bin ja sofort bei euch!", rief ich und ging ich die Futterkammer, wo ich sorgfältig das frühstück für meine Lieblinge zubereitete. Anschlißend verteilte ich die Eimer in die Boxen, warf jedem Pferd noch einen Arm voll Heu hinein und ließ meine Lieblinge dann alleine, um schonmal die fünfzehn Winterdecken zum Putzplatz zu bringen. Danach ging ich in den Stall zurück und begann schoneinmal mit dem Ausmisten der Boxen. Als alle Pferde ihr Frühstück beendet hatten, war ich mit ca der Hälfte der Boxen fertig. Nun begann ich meine Lieblinge für die Koppel fertig zu machen. Zunächst nahm ich Hollybrook's Cheeky Jot, Orfino, Caspar, Caradoc und Tempelherr - natürlich einzeln, da die Hengste des Gestüts sich überhaupt nicht leiden konnten - zum Putzplatz, bürstete sie kurz über und legte ihnen dann die Winterdecken auf. Zum Schluss kam jeder auf seine eigene Koppel.
      Ab jetzt konnte ich die Pferde auch immer zu zweit holen. Die ersten waren Naboo und Fairylike Facility. DIe beiden verstanden sich super, da Naboo ja Leitstute war und Facility nie versuchte gegen sie aufzumucken. Als auch die zwei zufrieden auf der grüßten meiner Koppeln standen holte ich nacheinander Magical Moment mit ihrem Fohlen Casanova, Walk of Fame, Scaramouche, Thousand Sunny, Precious Scream, Everybody’s Darling, Golden Flair und Isola della Pirateria. Dann widmete ich mich den Pferden die nichts mit unserer, momentan eingestellten, Zucht zu tun hatten. Wieder waren als erstes die Hengste dran. Pride's Perfection, mein Englisches VOllblut, spielte sich mächtig auf, als ich ihn an der Koppel der New Forest Stuten vorbeiführte und Cheeky ließ sofort ein drohendes Wiehern ertönen. Er hasste es wie die Pest, wenn andere Hengste in die Nähe seiner Stuten kamen. Intolerable Life, Khamar al Sanaa, Someone, Slaters Secret, Daemon, Black Soul und vor allem mein Andalusier Ojos Azules waren da schon um einiges ruhiger. Die beiden konnte ich auch ohne Probleme zusammen auf eine Koppel stellen. Nun standen nur noch meine Schönheiten Cuchara, Sahira, Bittersweet, Sharley, Little Miss Sunshine, Semawi, Benjilala, Dorina, Angels Fall First und Fatimah im Stall. Beide hatten bereits einen Schönheitswettbewerb gewonnen und ich hatte es einfach nicht über mich gebracht mich von ihnen zu trennen, ganz besonders nicht von Fatimah, die ja die Zwillingsschwester von Intolerable Life war. Ich sah meinen Lieblingen noch eine Weile zu und machte mich dann daran den Rest der Boxen zu misten. Anschließénd putzte ich noch mein recht altes Sattelzeug und kehrte dann müde aber zufrieden mit dem was ich bereits geschafft hatte zurück zum Haus....
    • Laraya13
      ~ Hollybrook Stud ~
      [SIZE=6pt]Monatsbericht Dezember 2010[/SIZE]

      Total fertig schlug ich die Autotür zu und stapfte bibbernd durch den rutschigen Schneematsch, wohl darauf bedacht, bloß nicht schon wieder auszurutschen. Erleichtert über die wärme meines Hauses stellte ich mich erstmal ins Bad an die Heizung und atmete einmal tief durch. Übermorgen war der letzte Schultag. Endlich. In letzter Zeit war alles so stressig gewesen, dass ich einfach nicht dazu kam alle Pferde regelmäßig zu bewegen. Und das obwohl ich jeden Morgen bereits um 4°° auf den Beinen war und nachts erst weit nach 23°° ins bett fiel.
      Morgen stand nun noch die Englischklausur an und am Mittwoch dann Informatik. Dann war dieses schreckliche Jahr endlich vorbei und ich konnte mich in Ruhe mit meinem hoffentlich bald anstehenden Umzug beschäftigen. Da Rawwrrr ja nun nicht mehr hier wohnte und mir das Anwesen viel zu groß war, würde ich mir etwas gemütlicheres suchen und auch meine Zucht wieder neu aufbauen. FÜr diesen Zweck klickte ich mich auch in jeder freien Minute, von denen es in den letzten Wochen nicht mehr viele gegeben hatte, durch sämtliche Pferdeverkaufsanzeigen, die ich finden konnte und hatte sogar bereits etliche Zusagen erhalten. So würde ich bald meine Quarterhorsestute American Baby zurücknehmen, genauso wie meinen Trakehnerhengst Levistino und den Hannoveranerhengst Black Soul. Außerdem hatte ich noch zwei Vollblut Araber, zwei Welsh Bs, zwei Deutsche Reitponies, eine Angloaraber stute und eine Pintoaraberstute erstanden. Auf die Antwort von haffi07, der ich gerne ihre wunderschöne Mustangstute Noblesse abkaufen würde, wartete ich noch.
      Energisch schüttelte ich den Kopf. Es war höchste Zeit meine Lieblinge von der Koppel zu holen, die Boxen für die Nacht vorzubereiten und das Abendessen für meine vierbeinigen SChätze zu richten.
      Wiederstrebend löste ich mich von der warmen Heizung und schlüpfte in meine Stallklamotten. Dann lief ich so schnell es ging über den rutschigen Hof, schnappte mir gleich fünf Halfter aus der Sattelkammer und eilte zu den Koppeln, denn gerade in diesem Moment begann es zu hageln. Dem wollte ich meine Pferde natürlich nciht aussetzen.
      Zuerst kamen Magical Moment und ihr Fohlen Casanova. DIe beiden anderen FOhlen Nymphomaniac Fantasia und Classic Moment nahm ich ebenfalls gleich mit. Dazu dann noch meinen Andalusierhengst Ojos Azules.
      Hastig schloss ich die Boxentüren hinter jedem Pferd und rannte mit einem neuen Arm voller Halfter wieder nach draußen. Diesmal rettete ich meine beiden Isländer Fatimah und Intolerable Life, sowie meine New Forests Tempelherr, Caspar, Caradoc, Precious Scream, Golden Flair, Everybody’s Darling, Scaramouche und Thousand Sunny vor dem stürmischen Wetter.
      Nun nahm ich die restlichen Halfter aus der Sattelkammer, warf alle bis auf eins vor das Koppeltor und führte nun nacheinander meine FOrests Cheeky Jot, Naboo, Walk of Fame, Isola della Pirateria, Farylike Facility und danach die Andalusierstute Cuchara, Khamar al Sanaa, Bittersweet, Somoone, Sharley, Little Miss Sunshine, Semawi, Benjilala, Secret, Dorina, Daemon, Angels Fall First und den Englischen Vollbluthengst Pride's Perfection in den Stall. Vor allem Perfection machte mir Probleme. Der junge Hengst war ziemlich schwer verletzt zu mir zurückgekommen und hatte sich nun fast wieder erholt, doch nun stieg er panisch und verscuhte mir den Strick aus der Hand zu reißen. Nicht auszudenken, wenn der hübsche Hengst loskommen und blindlings über das Gelände rasen wrüde! Energisch ruckte ich am Führstrick und als dies auch nichts half, nahm ich ihn am Halfter und ruckte wieder daran. Das wirkte. Perfection hasste es wenn Druck auf seine empfindliche Nase kam, doch bevor er sich wieder ernsthaft verletzte, musste er das eben ertragen.
      Ich nutzte seine Verwirrung über meine Tat aus und führte ihn schnell in den Stall. Schwer atmend und klatschnass schloss ich das Stalltor und begann dann die Pferdeäpfel und das nasse Stroh aus den Boxen zu entfernen.
      Als ich auch damit endlich fertig war, bekam jedes Pferd einen großen Arm Heu in seine Box - Fantasia und Classic Moment teilten sich eine Box- und begann dann das Kraftfutter abzumessen, während meine Schätze sich schonmal über ihr Heu hermachten.
      Während ich die Eimer verteilte herrschte wie immer ein rießen Getöse im Stall. Jeder wollte natürlich der erste sein.
      Als ich mit der Fütterung fertig war und die Stallgasse gekehrt hatte, ging ich nocheinmal bei jedem meiner Pferde vorbei und kraulte es. Dabei ertönte immer wieder ein leises 'plitsch, platsch' aus dem hinteren Teil des Stalls. Das Dach war schon länger undicht, noch ein Grund weshalb ich es eilig hatte, mir eine neue bleibe zu suchen, eine Reperatur war ja unsinnig, wenn wir sowieso bald nicht mehr hier waren.
      Gähnend löschte ich das Licht und ging so schnell es ging zurück ins Haus. Der Hagel war mittlerweile zu dicken, weißen SChneeflocken geworden und ich dachte das erste mal daran, dass in nur vier Tagen bereits Weihnachten war...
    • Laraya13
      ~ Hollybrook Stud ~
      [SIZE=6pt]Monatsbericht Januar 2011[/SIZE]

      [SIZE=6pt]BMs Yinn, Hollybrooks Nymphomaniac Fantasia, Hollybrook's Classic Moment, Hollybrook's Casanova, Pride's Perfection, Tempelherr, Scaramouche, Isola della Pirateria, Cuchara, Lukas, Dorina, Daemon, Cherish, Trianna, Black Soul, Levistino, Pure Poison, Bittersweet, Kolibri, Hollywood Undead, American Baby, Paradises Rafinesse, Ojos Azules, Intolerable Life, Fatimah, Sahira, Little Miss Sunshine, Sharley, Semawi, Khamar al Sanaa, Benjilala, Slterss Secret, Yakima, Someone, Angels Fall First, Wild Tempest, Thousand Sunny, Aimiliani, Hollybrook's Cheeky Jot, Fairylike Faciltiy, Magical Moment, Golden Fliar, Everybdys Darling, Naboo & Walk of Fame[/SIZE]

      Als ich die Augen aufschlug,traute ich kaum meinen Augen: mein gesamtes Zimmer war lichtdurchflutet, ich hörte Vögel zwitschern und im Vergleich zu den letzten Tagen war es sogar richtig warm. Endlich. Endlich nicht mehr das monotone Rauschen des Regens hören, keine völlig durchnässten Kleider mehr an der Heizung trocknen müssen und endlich wieder wunderbare Ausritte im Sonnenschein unternehmen.
      Diese Aussicht ließ mich sofort aus dem Bett springen, obwohl mir nur Sekunden später klar wurde, dass ich heute ganz sicherlich nicht ausreiten würde, da ich noch so viel Papierkram mit dem neuen Hof und natürlich vor allem der Zucht zu erledigen hatte. Aber meine Pferde würden sicher trotzdem ihren Spass haben.
      Also schlüpfte ich schnell in meine Stallklamotten, biss in einen Apfel und joggte aus meinem Haus hinaus zum Stall. Dort wurde ich natürlich gleich vom lauten Gewiehr meiner Pferde begrüßt. "Guten Morgen meine Schätze! Seht euch nur dieses herrliche Wetter an, jetzt könnt ihr endlich mal wieder ein paar Stunden toben!"
      Mein erster Weg führte mich - wie immer - zu meinem Lieblingshengst Cheeky Jot. Das freche New Forest Pony legte seinen Kopf auf meine Schulter und sah völlig zufrieden aus, denn er wusste genau, das er eine ganz besondere Stellung unter meinen Pferden einnahm.
      Anschließend begrüste ich auch Magical Moment, Yakima, Casanova, Rafinesse und Sahira ausgiebig. Ich liebte alle meine Pferde, aber mit diesen sechs hatte ich einfach schon so viel erlebt, dass mich schon der GEdanke sie zu verlieren innerlich fast zerriss.
      Als schließlich Cheeky gegen seine Boxentür trommelte verschwand ich schnell in der Futterkammer und begann das Futter für meine Hübschen zu richten. Anschließend fuhr ich die erste Ladung Eimer mit dem SChubkarren auf die Stallgasse und verteilte das Frühstück. Erst bekamen meine New Forest Pony Stuten Thousand Sunny, Magical Moment, Walk of Fame, Fairylike Facility, Naboo,Aimiliani, Isola della Pirateria, Golden Flair, Precious Scream und Scaramouche ihr Futter, danach die Fohlen Hollybrooks Casanova, Hollybrooks Classic Moment, Hollybrooks Nymphomaniac Fantasia, Bms Yinn, Paradises Raffinesse, Everybody’s Darling,Yakima und schließlich das Welsh B Stütchen Kolibri.
      Dann holte ich die zweite Ladung. Diesmal waren meine HEngst an der Reihe, da sie mir sonst wohl den Stall zusammenhauen würden. Als erstes bekamen Hollybrooks CHeeky Jot und Pride's Perfection, dann Tempelherr, Caspar, Caradoc, Slaters Secret, Khamar al Sanaa, Orfino, Someone, Daemon, Lukas, Daemon, Black SOul, Levistino, Pure Poison, Hollywood Undead, Ojos Azules, Intolerable Life, Someone und Wild Tempest. Zum Schluss dann noch die verbliebenen Stuten Cuchara, Dorina, Cherish, Trianna, Bittersweet,Little Miss Sunshine, Sharley, Semawi, Benjilala, American Baby, Fatimah, Sahira und Angels Fall First. Als nur noch das gleichmäßige Kauen meiner Pferde zu hören war, verzog ich mich in mein Büro und versuchte mal zu ordnen, was ich heute auf jeden Fall noch erledigen musste. Ca. eine halbe Stunde später begann ich dann die Pferde auf die Koppel zu bringen, wobei ich alle außer Cheeky Jot und Perfection zu zweit führte. Danach stand ich noch eine ganze Weile am Zaun und sah meinen Goldstücken beim TOben zu. Die Pferde genossen das Wetter sichtlich und eigentlich war ich ganz froh, keine Zeit zu haben - so hatten sie zwar wiedermal einen freien Tag, dafür hatte ich aber kein schlechtes Gewissen, weil ich es nicht schaffte, mit allen etwas zu machen und zweitens musste ich sie nicht vom spielen abhalten.
      Irgendwann wandte ich mich ab und ging wieder in den Stall um die Boxen zu misten und mich danach am besten in meinem Büro zu verbarrikadiren, bis ich fertig war....
    • Laraya13
      Hollybrook Stud
      [SIZE=6pt]Monatsbericht März 2011
      Umzugsgedanken....[/SIZE]

      "Verdammt!", rief ich gefrustet. Meine wunderschöne - und gerade eben gekrönte - New Forest Ponystute Isola della Pirateria hatte mir schon wieder eine Box zertrümmert. Das Holz war sowieso schon morsch und überhaupt wunderte es mich, dass der Stall noch stand. An allen Ecken und Enden war etwas kaputt und zu wenig Platz hatte ich auch, seit der blöde Bauer anfing mir seine Wiesen wieder wegzunehmen. Die Pferde stanken ihm zu sehr, sagte er. Als wenn sein Kuhmist mehr stinken würde. Er wollte die Weiden nun als Bauland verkaufen und tatsächlich wurde bereits rund um mein sonst so ruhiges Gestüt gebaut.
      Meine Pferde waren total gefrustet, da sie nun nicht mehr so viel Auslauf hatten wie zuvor und außerdem total von dem ständigen Lärm gestresst. Selbst die ruhigsten von ihnen gingen mir dauernd durch oder entwickelten andere Unarten. Alles in allem war das was ich mir solange aufgebaut hatte nicht mehr im geringsten Pferdetauglich.
      Ich atmete tief durch, während ich damit anfing, die Hengste von den zwei verbliebenen Koppeln zu holen. Lukas mein braves Shirehorse, Daemon, den kleinen Reitponyhengst und Black Soul nahm ich zuerst. Pure Poison, Hollywood Undead, Levistino, Ojos Azules,Black Soul, Intolerable Life, Someone, Khamar al Sanaa, Orfino, Caspar, Caradoc, Slaters Secret und zum Schluss Wild Tempest und Tempelherr. Anschließend holte ich auch Pride's Perfection und Hollybrook's CHeeky Jot von ihren Paddocks herein. Die zwei Hengste bäumten sich auf und Perfection schnappte sogar nach mir. Da ich die beiden nicht mit den anderen Hengsten hinaus lassen konnte, waren sie trotz täglericher Bewegung völlig unausgelastet. Ich seufzte. Nun durften die Stuten für den Rest des Tages hinaus.
      Während ich Angels Fall FIrst, Yakima, Sahira, Little Miss Sunshine, Semawi, Sharley, Benjilala, Golden Flair Fatimah, Paradises Rafinesse, American Baby, Kolibri, Bittersweet, Trianna, Cherish, Dorina, Walk of Fame, Angels Fall First, Naboo, Magical Moment, Fairylike Facility, Aimiliani, Isola della Pirateria, Thousand Sunny, Cuchara, Scaramouche, BMs Yinn, Everybody’s Darling, Hollybrook's Classic Moment, HOllybrook's Nymphomaniac Phantasia und Hollybrook's Casanova immer in zweierpaaren auf die Koppeln brachte, dachte ich über meinen vergangenen Urlaub in Amerika nach.
      Ich hatte Bekannte in Los Angeles, die mich für zwei Wochen zu sich eingeladen hatten. Es war mir nicht leicht gefallen mein Gestüt solange allein zu lassen, doch irgendwann hatte ich mir selbst eingestanden, dass ich zerbrechen würde, wenn ich noch länger hier blieb und den Zerfall meines Lebenstraumes weiter betrachtete.

      Mit diesen Bekannten war ich also die erste Woche in Los ANgeles gewesen und hatte mir einmal den ganzen Stress und die ganze Verantwortung von der Seele getanzt. In der zweiten Woche wollten sie mir dann die andere Seite Amerikas zeigen und so fuhren wir mit dem Auto nach Wyoming auf eine kleine Ranch. Die Besitzer hatten es mit Rinderzucht versucht, waren aber gescheitert. Nun warteten sie auf einen passenden Käufer für die Ranch und wir als zahlende Gäste waren ihnen mehr als Recht gewesen. Sie hatten auch zwei Pferde und diese beiden Tiere waren es, die mich erst so richtig für Wyoming begeistern konnten. Zu der Ranch gehörten rießige Wiesen - zwar nur mit Stacheldraht umzäunt- aber trotzdem eine rießige Weidefläche für die beiden PFerde. Die Bestizerin warnte uns gleich vor, dass es eine Weile dauern könnte, bis die beiden kamen, als sie einen lauten, hellen Pfiff ausstieß, nicht unähnlich dem, mit dem ich auch meine Pferde zu rufen pflegte. Nachdem sie gepfiffen hatte, wandte sie sich zu dem winzigen Holzunterstand und holte zwei Eimer mit ein wenig Hafer, Bürsten und nach und nach Sättel und Zaumzeug hervor. Dann warteten wir knapp zehn Minuten, bis die Pferde angaloppiert kamen. Ich konnte meinen Augen kaum trauen, hatte ich doch nach dem Zustand in dem sich die Ranch befand, zwei recht magere, stumpfe Pferde erwartet. Diese beiden strahlten jedoch soviel Lebenslust und Kraft aus, wie all meine Pferde zusammen.
      "Na ihr beiden? Wo habt ihr euch wieder herumgetrieben?", fragte die Frau leise. Die Pferde waren von oben bis unten dreckverkrustet.
      "Das ist das erste Mal seit drei Wochen, dass ich Jack und Gypsie wieder zu Gesicht bekomme!", lachte die Frau. Als ich sie fragend ansah, erklärte sie mir dass die Stute und der Hengst das ganze Jahr über draußen waren - die Koppel erstreckte sich beinahe fünf Meilen weit. Die Stute war auch jedes Jahr tragend und kam irgendwann mit einem neuen Fohlen zurück, dass die beiden zuritten und anschließend verkauften. Hereingerufen wurden Jack und Gypsie ansonsten nur, wenn sie gebraucht wurden.
      ICh sattelte Gypsie, die Frau nahm Jack. Meine Bekannten blieben und plauderten mit dem Rancher, sie machten sich nichts aus Pferden und die Gegend hier hatten sie schon oft genug gesehen.
      ICh aber war völlig hin und weg. Kaum das wir zehn Minuten geritten waren, kamen wir an einen kleinen, ruhigen, sauberen See, von dem eilig ein paar Rehe wegsprangen, als sie uns kommen sahen. Im Hintergrund zeichneten sich die Umrisse der Rocky Mountains ab und zwischen ihnen und uns erstreckte sich die schier endlose Prärie. Wir gaben den Pferden die Zügel frei und schossen über das beinahe kniehohe Gras hinweg. Als wir schließlich die Pferde auf einer Hügelkuppe zügelten, blieb mir vor Staunen fast die Luft weg. Man hatte von hier oben einfach einen unglaublichen Ausblick und ich konnte mir in diesem Moment wahnsinnig gut vorstellen, hier zu leben. Allein der Gedanke daran, dass meine Pferde so glücklich sein könnten wie diese beiden hier, berauschte mich.

      Ein wütendes Wiehern riss mich aus meiner Träumerei. Seit genau zwei Wochen war ich also nun wieder hier in der Einöde Deutschlands und alles wurde immer schlimmer. Das Pärchen hatte mir die Ranch sogar zu einem Spottpreis angeboten, als sie hörten dass ich in meinem jetztigen ZuHause überhaupt nicht glücklich war. Aber noch grauste es mir bei der Vorstellung meine Pferde in ein Flugzeug zu stecken und auf diese unglaublich lange Reise mitzunehmen. Geld genug hätte ich - auch für die Renovierung und Modernisierung der Ranch, aber hatte ich auch den Mut dazu? Es würde immerhin bedeutten, dass ich mein Heimatland verließ, mein Gestüt, meine Familie und vor allem meine Freunde. Amerika lag nun einmal nicht gerade um die Ecke und es störte mich ja jetzt schon, dass ich soweit von rawwrrr, Eddi und all den anderen entfernt wohnte. Andererseits hätten sie bestimmt auch nichts dagegen ab und zu ein bis zwei Wochen Ferien auf einer echten Ranch zu machen...So liefen meine Gedanken hin und her den ganzen Tag und nachts träumte ich davon. Selbst wenn ich auf dem Pferd saß, stellte ich mir vor wieder in Wyoming zu sein, den scharfen Präriewind um mich herum zu spühren und die Maiestätischen Berge vor mir zu sehen. Man könnte wohl fast schon sagen, dass ich Heimweh nach einem Land hatte, das nicht mein Zu Hause war. Aber trotzdem merkte ich, wie der entschluss immer mehr heranreifte und als ich eines Morgens zum Telefon griff und mit den beiden Ranchbesitzern die Renovierungsarbeiten besprach wusste ich, dass ich mich entschieden hatte: Ich würde Deutschland verlassen und in Amerika einen völligen Neuanfang wagen - FÜr meine PFerde und für mich!
    • Laraya13
      Hollybrook Stud
      [SIZE=6pt]Monatsbericht Juli 2011
      Eddi & Co zu Besuch[/SIZE]

      Heute gab es eine große Tagesaufgabe, ich hatte Sammy versprochen, mich heute um ihre Pferde zu kümmern. Natürlich konnte man sich schlecht alleine um 29 Zuchtpferde und 9 Anwärter kümmern. Und Hayes End konnte ich auch nicht einen ganzen Tag alleine lassen. Gott sei Dank waren momentan so viele auf Hayes End als Hilfe anwesend. Schon Morgens am Frühstückstisch erklärte ich meinen Plan. “Also … zumindest zwei oder drei Leute sollten ihr bleiben, dann bekommen die Pferde heute eben mal einen Ruhetag. Der Rest kommt mit mir auf das Gestüt Raffinesse. Freiwillige?” fragte ich grinsend und schlug mein Ei auf. “Bei 38 Pferden werde ich dir dort im Stall helfen.” bot Jake freundlich an und ich nickte ihm dankend zu. Sophia schaute mich schüchternd an. “Ich kann auch jemanden gebrauchen der mir hilft die Pferde zu bewegen.” lächelte ich sie fröhlich an und sie nickte erleichtert. “Gut, dann bleiben Joe und ich hier.” erklärte sich Chrissi bereit. “Du weißt, dass ich an Hayes End mehr hänge.” lachte sie fröhlich. “Juli was hast du vor?” schaute ich fragend meine Freundin an. “Hm … Ich bleibe lieber hier, fremde Pferde sind mir nichts …” murmelte sie schüchtern, doch ich nickte nur verständlich. “Okay, also kommt Nicole noch mit, sie wird sich sicherlich freuen.” lächelte ich zufrieden und ließ mein Team in Ruhe zu Ende frühstücken.
      Gott sei Dank war Nicole heute überpünktlich und so machten wir uns zu viert zum Gestüt Raffinesse auf. Ich wusste, dass Sammy von dieser Gegend nicht mehr begeistert war. Ich schaute mich um, immer mehr wurde um den Hof herum gebaut. Ich seufzte, ich ahnte natürlich von ihren Umzugsgedanken. Ich hatte das Glitzern in ihren Augen gesehen, als sie von Wyoming gesprochen hatte. Und ich verstand sie nur zu gut, außerdem wäre es genial immer mal Ferien in Amerika zu machen. Jake schaute mich fragend an, als er sah, dass die Straße plötzlich endete. Ich schüttelte nur lächelnd den Kopf. “Der Weg zu Gestüt ist inzwischen nur etwas … unwegsam…” murmelte ich fuhr ungerührt weiter. Als wir auf dem Hof ankam, war nicht diese friedliche Ruhe vorhanden, sondern man spürte den Stress. Die Pferde schienen auch nicht unbedingt ausgeglichen und entspannt zu sein. “Tja unser heutiges Tagesziel, die Pferde von diesem Mist ablenken.” Murmelte ich. Jake, Nicole und Sophia nickten.
      Ich schaute, was uns an Weiden zur Verfügung standen, ehrlich? Es war nicht sehr viel. Gerade einmal drei recht kleine Vierecke, eigentlich sogar nur zwei, aber die eine hatten wir für heute eiskalt abgesteckt. Ich seufzte. Gott sei Dank besaß Sammy noch zwei größere Paddocks. “Okay, auf die mittlere Weide bringen wir erstmal alle Fohlen.” erklärte ich. Also ging es los. Nach einer Viertelstunde standen Casanova, Classic Moment, Fantasia, Yakima, Paradises Raffinesse, Kolibri und Yinn auf der kleinsten Weide. Als nächstes sollten die ’Renner’ auf die rechte Weide. “Ich kenne die, die werden uns heute sonst den Tag zur Hölle machen.” murmelte ich seufzend. Dieser Bauer war aber auch unausstehlich. Sammy einfach das ganze Weideland wegnehmen. Ich brachte als erstes Pride’s Perfection auf die Weide. Er tobte sich richtig aus und Jake verstand, was ich gemeint hatte. Dazu kamen noch Someone, Pure Poison, Ojos Azules, Daemon, Tempelherr und Cheeky Jot. Nach anfänglichen Streitereien beruhigten sich die Hengste und nun brachten wir noch einige Stuten auf die andere Weide. Das waren Walk to Fame, Isola della Pirateria, Cherish, Bittersweet, Sahira, Myu und Cuchara. “Das sind glaube ich die Hitzköpfigsten.” erklärte ich und die Nicole und Sophia nickten. Scaramouche durfte zusammen mit Naboo, Magical Moment und Thousand Sunny auf den ersten Paddock. Auf den zweiten ließ ich Lukas, Levistino, Wild Tempest und Intolerable Life. So standen nur noch acht Pferde im Stall. Sieben Stuten und ein Hengst. Wir vier hatten Mitleid mit dem armen Hollywood undead und brachten ihn noch mit auf die Hengstweide. Das Welsh würde nun wirklich nicht so viel Stress machen.
      “Also kümmern wir uns zuerst um die sechs Stuten.” murmelte ich und schaute mir die Liste an. Sechs Pferde und vier Leute. Jake wollte und konnte ich noch nicht auf die Pferde setzen, also drei Reiter … “Jake? Verwöhnst du Fatimah ein wenig und gehst dann mit ihr spazieren? Und das Gleiche kannst du danach auch mit Dorina machen.” lächelte ich. Er nickte und verschwand, um sich die Pferde zu suchen. “Okay Mädels, dann wollen wir die Damen mal aufheizen!” lachte ich. Sophia gab ich die junge Stute Trianna. Nicole bekam Angels Fall First und ich nahm Aimiliani. Wir holten uns die drei Stuten aus dem Stall und begannen sie gründlich zu putzen. Als wir uns dann zum Reitplatz machten, ging Jake mit Fatimah los. Er schien froh zu sein, ein wenig weiter weg von dem Stress und Krach zu kommen. Wir drei ritten unsere Pferde schön warm und dann ging es ans Springen. Trianna war heute leider recht hitzig, aber nach einer Weile enspannte sie sich. Angels Fall First war total in ihrem Element und auch Aimiliani schien Gefallen am Springen zu finden. Nach einer Stunde beendeten wir das Training und versorgten die Stuten. Da alle drei kräftig geschwitzt hatten, spritzten wir noch ihre Beine ab. Am Putzplatz trafen wir Jake der Dorina putzte. Ich überlegte, irgendwie ging das mit den Pferden nicht auf. “Jake? Würdest du schon mit dem Stall anfangen? Nicole kann Dorina reiten, sonst haben wir jetzt nur zwei Pferde und das wäre doof.” er schien erfreut zu sein, sich nicht noch mit einer zickigen Stute herumschlagen zu müssen und gab die Stute gerne ab. Sophia gab ich Fairylike Facility und ich schnappte mir American Baby. Wieder wurden die drei Stuten gründlich geputzt und diesmal ging es in die ruhigere Halle. Jetzt war etwas Dressur angesagt. Sophia war von Anfang an von Fairy begeistert, ebenso Nicole von der deutschen Reitponystute. American Baby ritt ich dennoch Western, gab den anderen ab und an Anweisungen und so verbrachten wir wieder eine geschlagene Stunde damit, die Pferde auszupowern. Dann wurden die Stuten abgesattelt und auch abgespritzt. Jake war schon recht weit im Stall und hatte schon 15 Boxen geschafft. Wir halfen ihm noch bei den Rest und binnen einer Dreiviertelstunde waren alle Boxen sauber. Ich überlegte und zu viert steckten wir das freie Land zwischen Haupthaus und Stall noch zur Weide. Dann konnten die sieben Stuten aus dem Stall auch mal noch raus. Nun hatten wir es geschafft, alle Pferde aus dem Stall zu bringen, auch wenn es nur auf kleinem Platz war.
      “Und nun?” fragte Jake und ich schlug vor, dass er mir beim Freispringen half, während Nicole und Sophia noch Pferde ritten. “Okay … Also fürs Freispringen nehmen wir Perfection, Black Soul, Levistino, Daemon, Tempelherr und Cheeky Jot.” Jake nickte und holte die erste beiden. “Okay und ihr.” ich deutete auf Nicole und Sophia. “Ihr könnt euch mal Scaramouche, Cuchara, Myu und Bittersweet vornehmen.” auch sie nickten und dann machten wir uns an die Arbeit. Während Jake die Springgassen aufbaute, putzte ich die Hengste und brachte sie immer in die Halle. Jake kümmerte sich um die Bewegung der Pferde und ich putzte schon die nächsten beiden. Wenn ich die dann brachte, konnte ich die anderen zwei schon mitnehmen. Jedes Pferd sprang etwa eine halbe Stunde und das auf gutem Niveau. Da wir so schnell fertig waren nahm ich noch Someone und Wild Tempest dazu. Auch Nicole und Sophia waren bald fertig. “Nehmt euch noch Cherish und Thousand Sunny vor.”
      Nach einer Stunde waren wir auch damit fertig und ich lehrte Jake in das Longieren ein. Dafür hatten wir uns Magical Moment geschnappt. Jake hatte schnell die Grundkenntnisse drauf und ich holte mir kurz darauf Sahira um einen Ausdauerritt zu machen. 30 Minuten Trab. “Jake? Du kannst dir danach noch Pirateria nehmen. Nicole und Sophia? Ihr könnt einen Ausritt mit Naboo und Walk to Fame machen. Aber! Sophia reitet Fame.” erklärte ich. Dann schwang ich mich in den Sattel. Ich hatte Jake die jüngste Stute dagelassen und meine erfahrenste Reiterin auf Fame gesetzt. Naboo war eigentlich lieb, also dürfte so gesehen nichts passieren. Sahira wollte nur ich reiten. Sie war Sammy’s Schatz und ich war nicht wild darauf, dass sie jemand anderes herunterwarf. Mit Ausdauer meinte ich dann auch viel Trab und Galopp. Doch Sahira hatte sowieso viel Power und Pepp, sodass sie wirklich erst nach einer ganzen Stunde k.o. war. Ich machte mich auf den Rückweg zum Gestüt.
      Es ging allmählich auf Abend zu, als ich ankam. Auch Nicole und Sophia waren wieder da und Jake war mit Pirateria fertig. Er beschimpfte sie als ungelehriges Miststück, was mich zum Grinsen brachte. Ich machte die verschwitzte Sahira schnell fertig, spritzte sie ab und stellte sie mit Abschwitzdecke in ihre Box. Dann folgten allmählich alle anderen Pferde. Ich konnte es nicht glauben, wir hatten alle Pferde bewegt. Gut die Fohlen hatten nur auf der Weide gestanden, aber immerhin. Nachdem alle Pferde wieder im Stall standen, war Fütterungszeit. Während Nicole und Sophia die Weiden abgingen und alles kontrollierten, fütterten Jake und ich die Pferde. “Oh Gott, das war anstrengend.” lachte er und ich lachte mit. “Ich hoffe sie entscheidet sich für Wyoming, das hier ist wirklich kein Zustand …” murmelte ich und schaute mich bedauernd um, nein das war es wirklich nicht und Jake gab mir recht. Nachdem dann alle Pferde ihr Heu und Kraftfutter hatten, fuhren wir geschafft nach Hause. Dort empfingen uns Chrissi, Joe und Juli mit einen komfortablen Abendessen, was wir dankend annahmen.
    • Laraya13
      ~ Hollybrook Stud ~
      Monatsbericht Januar 2012
      Ein Neubeginn – wieder einmal.

      „Ciao meine Süßen. Es tut mir unglaublich Leid, dass ich euch hierlassen muss, aber glaubt mir, hier geht es euch besser. Es ist einfach das einzig richtige“, verabschiedete ich mich leise von einem Großteil meiner Pferde.
      Ich war gerade auf einem Gnadenhof in der Nähe meines alten Gestüts. Wenn man es denn noch so nennen konnte. Der blöde Bauer der mir nach und nach immer mehr meiner Weiden genommen und an Bauunternehmen verkauft hatte, hatte schließlich um mich komplett zu vertreiben giftigen Dünger auf eine meiner verbliebenen Weiden gestreut – was ich ihm natürlich nicht nachweisen konnte, da ich keine Beweise hatte. Aber wer sollte es denn sonst gewesen sein?
      Auf jeden Fall hatte ich einen Teil meiner Pferde, darunter auch Scaramouche, Yakima, Nymphomanic Fantasia, American Baby und Wild Tempest. einschläfern lassen müssen. Beim Gedanken an die Armen stiegen mir sofort wieder Tränen in die Augen. Und nun? Tja ich hatte endgültig den Entschluss gefasst, mit meinem Freund nach dem Abitur nach Amerika zu ziehen, wo wir uns ein neues Leben aufbauen wollten. Bis dahin waren es nun noch ca zweieinhalb Monate und ich hatte schweren Herzens meine Pferde aussortiert. Nur ein paar durften mich begleiten. Pride’s Perfection wieherte laut, als ich mich abwendete um für immer zu gehen. Den Hengst hierzu lassen kam mir wie ein furchtbarer Verrat vor, doch ich war mir sicher dass die lange Reise ihm nur schaden würde. Er war sowieso auf Grund einer alten Rennverletzung gefährdet, da er sich so leicht aufregte. Hier auf dem Gnadenhof durfte er auf der Weide stehen und wurde von Kindern und Jugendlichen verhätschelt. Auch Lukas, Salwa, Casino Royal, Cherish, Trianna, Kolibri, Hollywood Undead, und Co ließ ich hier. Sie alle waren entweder zu sensibel oder zu alt für eine solche Aktion und würden den freiwilligen Helfern sicher viel Spaß bereiten.
      Seufzend setzte ich mich ins Auto und fuhr zum Gestüt zurück, um meine restlichen Pferde zu verladen.
      Ojos Azules, Cuchara, Fatimah, Intolerable Life, Rafinesse, Sahira,Bittersweet, Sharley, Semawi, Khamar al Sanaa, Little Miss Sunshine, Benjilala, Someone, Slaters Secret, Daemon, Dorina, Angels Fall First, Black Soul, Levistino, Mahira. Und natürlich meine Forrests Casanova, Classic Moment, Cheeky Jot, Everybody’s Darling, Golden Flair, Precious Scream, Caspar, Caradoc, Walk of Fame, Orfino Magical Moment, Thousand Sunny, Isola della Pirateria, Naboo, Aimiliani, Fairylike Facility. Bei ihnen konnte ich nur hoffen, dass sie die Fahrt gut überstanden und bei Jojo, Life, Classic Moment, Sunny, Cheeky, Casanova, Fatimah, Mahira, Levistino, Magic, Aimiliani und Fairy war ich mir da auch ziehmlich sicher. Meine Sorgen galten eher Cookie, Sahira, Rafinesse, Naboo und vor allem Isola della Pirateria. Die fünf waren eigentlich nicht für so eine Reise gemacht, doch auf dem Gnadenhof konnte ich sie nicht lassen, dafür waren sie zu aufgedreht und wild. Und verkaufen konnte ich sie einfach nicht. Nicht wenn ich nicht in der Nähe sein und mich ab und zu vergewissern konnte, dass es ihnen gut ging.
      Nachdem ich auch das letzte Pferd eingeladen hatte, fuhr die kleine Hänger Kolonne los zum Pesionsstall. Er würde die nächsten drei Monate das Zu Hause meiner verbliebenen Pferde sein. Die Miete zahlte ich durch den Verkauf meines alten Hauses. Und gleich nach dem Abitur würde es endlich nach Amerika gehen. Wir hatten bereits ein hübsches Häuschen in Malibu gefunden, mit Stall direkt hinter dem Haus. Dann konnte ich endlich wieder Strandausritte machen. Im Pensionsstall angekommen, lud ich alle Pferde aus und fütterte sie. Dann ging ich noch einmal zu jedem einzelnen in die Box, drückte ihm einen Kuss auf die weiche Nase und sagte leise: „Bis morgen meine Lieblinge, ihr werdet sehen, hier wird’s euch an nichts fehlen und morgen früh dürft ihr auf die rießigen Koppeln!
    • Laraya13
      Hollybrook Stud

      Monatsbericht April 2012


      Ojos Azules, Cuchara, Fatimah, Intolerable Life, Sahira, Mahira, Levistino, Branagorn, Paradises Rafinesse, Hollybrook’s Cheeky Jot, Hollybrook’s Casanova, Hollybrook’s Classic Moment, Hollybrook’s Bloody Valentine, Magical Moment, Isola della Pirateria, Aimiliani, Fairylike Facility, Thousand Sunny, Naboo


      Gähnend lief ich durch den Stall. Ich fühlte mich einfach nur furchtbar. Müde und ausgelaugt. Der Umzug nach Amerika stand irgendwie noch in weiter Ferne und ich musste schuften wie ein Tier, um meine insgesamt 19 Pferde in dem nicht gerade billigen Pensionsstall halten zu können. Zwar wurde mir ein großer Teil der Miete erlassen, dafür musste ich aber meinen Teil in der Reitschule beitragen und zusammen mit meinem Job und dem Versorgen der Pferde lastete mich das alles ziemlich aus. Dazu kam natürlich, dass der Umzug auch geplant werden wollte. Zumindest der Stall und die Weiden mussten fertig sein, der Flug musste gebucht und alles organisiert werden und natürlich musste ich auch die ganze Ausrüstung sowie meinen Krempel tausende von Kilometern weit transportieren – und dass so komfortabel und günstig wie möglich.

      Wie üblich streckten meine Pferde schon erwartungsvoll ihre Köpfe über die Boxentüren, als sie mich erkannten. „Hey meine Hübschen! Na, habt ihr den Tag gut überstanden? Lasst mich mal überlegen, was ich heute mit euch anfange…“

      Cheeky schlug mit seinem Vorderbein gegen die Tür und wieherte laut. Ich sah ihn mahnend an und verzog mich dann erstmal in die Sattelkammer, um mir meinen Plan für diesen Nachmittag zurechtzulegen. Heute hatte ich endlich mal wieder keine Verpflichtungen in der Reitschule, da der Lehrer auf einer Fortbildung war. Somit hatte ich sogar die komplette Halle,sowie den Außenreitplatz für mich allein und beschloss das auch auszunutzen.

      Zunächst würde ich all meine Fohlen mit auf den Platz nehmen, um sie dort freilaufen zu lassen und gleichzeitig ein wenig mit ihnen zu trainieren. Somit wären Mahira, Rafinesse, Casanova, Classic Moment, und Valentine erledigt. Um Valentine machte ich mir immernoch ziemliche Sorgen. Das junge Fohlen hatte viel durchgemacht und ich bekam es nicht so wirklich auf die Reihe, den kleinen wieder schön aufzupäppeln. Aber gut, die Vernachlässigung die er erlitten hatte, musste nun einmal durch viel Geduld wieder gutgemacht werden.

      Cheeky Jot, Magical Moment, Cookie, Jojo, Fatimah, Life, Aimiliani, Levistino, Facilitiy und Sunny hatten heute frei und durften auf die Koppeln. Genauso Branagorn, mein neuer Hannoveranerhengst, dem ich erst noch etwas Zeit zum eingewöhnen lassen wollte. Sahira, Isola und Naboo – meine drei wildesten, wollte ich heute mal wieder richtig schön arbeiten, ohne dabei gestört zu werden.

      Also begann ich damit meine 11 Pferde auf die Koppeln zu verteilen. Die Stuten Magical Moment, Cookie, Fatimah, Aimiliani, Facilitiy und Sunny durften gemeinsam auf die große Koppel und auch Jojo, Life und Levistino stellte ich zusammen, da die drei sich ganz gut verstanden. Lediglich Cheeky und Branagorn kamen auf die beiden kleinen Weiden des Pensionsstalls, Branagorn hatte bisher zwar kaum Hengstmanieren gezeigt, doch sicher war sicher. Und Cheeky..ja war eben Cheeky. Er würde die anderen Hengste wahrscheinlich in ihre Einzelteile zerlegen, solange seine Stuten nicht mehrere hundert Kilometer weit entfernt waren…

      Anschließend machte ich mich daran die Fohlen aus ihren Boxen zu holen. Zuerst Casanova, Moment und Valentine, da die drei sich schon kannten und ich wusste, dass sie die zwei Minuten, die ich weg war um Mahira und Rafinesse zu holen keinen Unfug anstellen würden. Bei den beiden Stütchen dagegen war ich mir dessen überhaupt nicht sicher. Als ich dann alle Fohlen auf dem Platz hatte, ließ ich sie erstmal eine Weile toben und sah ihnen schmunzelnd dabei zu.

      Schließlich stieß ich einen leisen Pfiff aus und sofort trabten Casanova, Classic Moment und Rafinesse auf mich zu. Mahira und Valentine blieben verdutzt über die plötzliche Spielunterbrechung stehen und starrten zu uns herüber. Als ich jedoch begann, die anderen Fohlen zu loben und zu streicheln kam auch Mahira herangeprescht. Die kleine Stute war unglaublich anhänglich und manchmal hatte ich das Gefühl, sie suchte den Kontakt zum Menschen mehr als den zu anderen Pferden. Valentine schien immernoch nicht so recht zu wissen was er von dem ganzen halten sollte. Der früher so aufgeweckte Hengst schaute jetzt ziemlich schüchtern aus der Wäsche. Er war nun knapp zwei Jahre alt und damit das älteste Jungpferd, dass ich besaß. Doch er zeigte weder viel Intersse am Kontakt mit Menschen noch mit anderen Pferden. Ich seufzte und kraulte Mahira am Widerrist, die sich genüsslich gegen meine Hand lehnte. Mit der süßen Stute würde ich bald auf ihre erste Fohlenschau fahren, und war schon sehr gespannt was dabei herauskam. Nun nahm ich mir jedes der jungen Pferde einzeln vor, übte das freie neben oder hinter mir hergehen, stehen bleiben, auf Pfiff herkommen und noch ein paar andere Sachen. Sinn der Übung – auch für die ‚alten Hasen‘, wie beispielsweise die bereits gekrönte Rafinesse – war einfach, dass sie sich auch auf mich konzentrierten, wenn um sie herum Radau war, oder wenn sie vielleicht lieber etwas anderes tun wollten. Mit Mahira übte ich besonders intensiv, als Vorbereitung auf die Fohlenschau. Anschließend sah ich zu Bloody Valentine herüber. Seit ich den jungen Hengst abgeholt hatte, sah er schon wesentlich besser aus, doch war er nun auch nicht mehr apathisch sondern eher leicht aggressiv, sowohl Menschen als auch Pferden gegenüber. Leise auf ihn einredend, ging ich auf Valentine zu und streckte meine Hand nach ihm aus. Er hob den Kopf so hoch er konnte und legte die Ohren an. Natürlich war er nie geschlagen worden, doch ich nahm an, dass die Vernachlässigung sein Vertrauen in Menschen einfach komplett zunichte gemacht hatte. Ich seufzte. Vielleicht sollte ich mit Valentine doch lieber erstmal alleine üben, er war ohnehin eigentlich schon zu alt, um mit den Stutfohlen zusammen herumzutollen – was er ja sowieso nicht tat.

      Nacheinander fing ich nun meine Fohlen wieder ein und brachte sie zurück in den Stall, bis nur noch Valentine übrig war. Als der junge Hengst sich unbeobachtet fühlte, ließ er den Kopf sinken, drehte ein paar Runden auf dem Platz und wälzte sich dann genüsslich. Somit beschloss ich , Valentine noch eine Weile draußen zu lassen, passieren sollte da eigentlich nichts.

      Im Stall angekommen, ging ich zu meiner Schönheit, Sahira. Die hübsche Araberstute war schon immer sehr temperamentvoll gewesen, doch nach den vielen Stallwechseln, wurde sie nun auch ausgesprochen launisch. Mir tat es natürlich unendlich Leid, der noch relativ jungen Stute schon wieder einen Umzug zumuten zu müssen, doch genauso wenig konnte ich es übers Herz bringen, sie zu verkaufen. Liebevoll streichelte ich ihr über den edlen Kopf, streifte ihr dann das Halfter über und führte sie anschließend in die Stallgasse. Nachdem ich das Falbfarbene Fell der Araberstute auf Hochglanz gebracht hatte, sattelte ich sie auf. Sahira tänzelte schon aufgeregt auf der Stelle und schlug mit dem Kopf. Lachend verdrehte ich die Augen. Ich hatte schon länger keine Gelegenheit mehr gehabt, länger und ganz in Ruhe mit der hibbeligen Stute zu arbeiten, umso mehr freute ich mich auf jetzt. In der Halle angekommen, schloss ich die Tür, stellte Sahira auf der Mittellinie auf, gurtete nach und schwang mich in den Sattel. Wie erwartet trabte Sahira sofort aus dem Stand an. Ich setzte mich tief in den Sattel, nahm die Zügel auf und sagte mahnend: „Sahira steh! Wo sind denn bitte deine guten Manieren geblieben?“ In der Tat war die Stute schon einmal wesentlich bräver gewesen. In dieser Zeit hatten wir zusammen einen Stutbuchwettbewerb und sogar die Stute des Monatswahl gewonnen. Ich begann damit, Sahira im Schritt zu biegen und zu wenden. Dabei ritt ich alle nur erdenklichen Figuren, damit die Stute auch ja nicht auf dumme Gedanken kam. Als ich schließlich zum angaloppieren kam, ließ sie es sich natürlich trotzdem nicht nehmen, ordentlich zu buckeln. Ich ließ sie einfach kurz machen, bevor ich wieder damit anfing, sie zu versammeln. Zum Schluss ging meine temperamentvolle Maus dann auch tatsächlich am hingegebenen Zügel, völlig entspannt unter mir. Ich lobte sie ausgiebig, stieg ab und brachte sie noch eine Weile zu den anderen Stuten auf die Koppel.

      Zwischendurch sah ich wieder nach Valentine. Der junge Hengst stand nun am Zaun des Platzes und sah zu den anderen Pferden herüber. Der Blick mit dem er sie dabei studierte, erinnerte mich irgendwie an Cheeky, der ja sein Halbbruder war. Ich hatte mir auch schon überlegt, Valentine kastrieren zu lassen, doch irgendwie brachte ich das nicht übers Herz. Der junge Hengst hatte einfach die perfekte Abstammung und würde mit seiner seltenen Fellfarbe mit Sicherheit interessante Fohlen in die Welt setzen. Ich beschloss Valentine draußen zu lassen, bis ich meine beiden anderen Stuten auch noch bewegt hatte und machte mich somit wieder auf den Weg zum Stall, um nun Naboo zu holen. Mit der Hübschen wollte ich heute ein bisschen springen, zu dem Zweck hatte ich mir auch schon ein paar Hindernisse in der Halle aufgebaut.

      Als ich mit Naboo die Halle betrat, wölbte die schöne Scheckin den Hals und tänzelte aufgeregt neben mir her. „Jaja, ich weiß, wir sind schon viel zu lange nicht mehr gesprungen!“, sagte ich lächelnd, als Naboo das Hindernis neben dem Eingang anschnaubte und zur Seite hopste. Ich hatte ein bisschen Mühe die Stute auf der Mittellinie aufzustellen und aufzusteigen, da sie die ganze Zeit herumhampelte. Das ging so lange, bis ich sie schließlich kurzerhand mit dem Kopf voraus in eine der Ecken stellte und einfach von rechts aufstieg. Damit verwirrte ich sie so sehr, dass ich tatsächlich die Zeit hatte, mich ordentlich hinzusetzen und meine Füße in die Steigbügel zu schieben.

      Als Naboo merkte, dass ich sie überlistet hatte, war es schon zu spät. Ich richtete die hübsche Stute rückwärts und begann dann damit sie aufzuwärmen. Bis auf ein paar kleinere Bocksprünge benahm sich Naboo auch sehr vorbildlich, sodass ich sie schon bald darauf angaloppieren ließ. Sofort warf die Stute den Kopf hoch, versuchte mir die Zügel aus der Hand zu reißen und steuerte auf das nächstbeste Hindernis zu. Ich gab Naboo eine energische Parade, setzte mich tief in den Sattel und wendete sie so in eine enge Volte, die sie zwang ihr Tempo zu verringern, bis sie schließlich in einen abgehackten Trab fiel. „So nicht mein Schatz!“, schimpfte ich mit der Rappscheckin. Zur ‚Strafe‘musste meine Kleine also weiter schön Volten, Zirkel, Schlangenlinien und Schenkelweichen gehen, bis sie wieder im Rücken nachgab und schön an meine Hilfen gestellt vorwärts ging. Also galoppierte ich sie erneut an und siehe da – Naboo konnte auch brav galoppieren, wer hätte das gedacht! Anstatt nun aber sofort zu springen, ritt ich sie erst eine Weile um die Hindernisse herum, damit sie nicht wieder so heiß wurde. Erst nach einiger Zeit steuerte ich auf das erste Hinderniss zu. Sofort flogen Naboo’s Ohren nach vorn und ihre Sprünge wurden automatisch ein wenig länger und kraftvoller. Diesmal ließ ich sie gewähren, da sie immer noch gut an meine Hilfen gestellt war. So flogen wir in perfekter Harmonie durch den Parcours. Am Ende schnaubte Naboo zufrieden. Ich ritt nochmal ein paar Bahnfiguren, dann ritt ich die Stute trocken und brachte sie auf die Koppel, natürlich nicht, ohne sie vorher ausgiebig zu loben.

      Nun kam mein schwierigster Fall an die Reihe. Die New Forrest Stute Isola della Pirateria. Die junge Stute war zwar bereits gekrönt, allerdings hatte ich sie noch nie geritten und würde es wohl auch eine ganze Weile noch nicht tun. Die Krönung hatte man zum Glück auch führen dürfen und wenigstens das schaffte ich mit Isola mittlerweile. Die Stute war aber immer noch extrem scheu, biss sobald man ihren Bauch oder Rücken berührte und trat zuweilen auch mal aus. Heute wollte ich mal sehen, wie sie sich so beim Freispringen machte. Also baute ich die Hindernisse in einer Gasse auf und machte ich anschließend daran, Isola zu putzen. Wie üblich giftete die Stute mich an, als ich ihr das Halfter überstreifte und versuchte zu beißen, während ich sie anband. Ich seufzte. Mittlerweile stand sie sogar in der eigentlichen Abfohlbox, da die von der Stallgasse durch einen weiteren, verschließbaren Gang getrennt war. Dorthin hatte sie umziehen müssen, nachdem eine Reitschülerin mal kurz zu dem wunderschönen Pferd gehen und es streicheln wollte. Isola hatte der kleinen zum einen einen ziemlich hässlichen, hufförmigen Bluterguss am Oberschenkel, sowie einen gehörigen Schrecken eingejagt. Als ich das schwarze Fell der Stute endlich einigermaßen sauber hatte, war ich bereits schweißgebadet. „Mann hey, zum Glück bist du kein Schimmel!“, sagte ich zu ihr, dann legte ich ihr – wieder mit größter Vorsicht vor den wirbelnden Hufen- die Gamaschen an, trenste sie auf und führte sie dann in die Halle. Isola sah sich aufgeregt um und rannte, als ein Vogel auf dem Dach der Halle landete, einfach los, wobei sie mich ein kurzes Stück hinter sich herschleifte. Ich unterdrückte einen Fluch und rieb mir meine schmerzenden Hände. Zum Glück hatte ich die Führleine noch lösen können, nicht auszudenken, wenn Isola da hineingetreten wäre. Doch nun überraschte mich die junge Stute. Ersteinmal musste sie sich die bunten Dinger natürlich genau ansehen, schnupperte daran, wirbelte herum und rannte davon, dann das gleiche Spiel wieder. Als sie dann jedoch aus Versehen in die Gasse geriet und ich das hintere Ende einfach mal blockierte, galoppierte die Stute ohne zu zögern an und setzte über die drei Hindernisse, als wären sie überhaupt nicht vorhanden. Das allein überraschte mich natürlich nicht, ich hatte darauf gesetzt, dass sie so unbedingt zum Ausgang wollte, dass ihr alles andere egal war, nein was mich verblüffte, war ihre Springhaltung. Den Hals gestreckt, die Vorderbeine weit an den Bauch gezogen, setzte sie mit einer schier unglaublichen Leichtigkeit über die Sprünge und es schien ihr doch tatsächlich Spass zu machen, denn als ich mich vom Eingang wegbewegte, drehte Isola wirklich noch eine zweite und sogar eine dritte Runde. Ich konnte es kaum fassen. Wenn ich jetzt Isolas Temperament noch in den Griff bekam, wäre sie das perfekte Zuchtpferd. Nach weiteren drei Runden, in denen ich die Hindernisse unter den aufmerksamen Blicken Isolas noch etwas weiter erhöht hatte, beschloss ich noch ein wenig Vertrauenstraining mit der Stute zu machen. Da sie nun auch etwas müde schien, brauchte ich gar nicht lange, um sie einzufangen. Auch die anschließenden Übungen, wie brav hinter mir herzugehen, stehen zu bleiben, wenn ich stehen blieb usw klappten eigentlich recht gut, sodass ich bald Schluss machte, die Stute versorgte und auf die Koppel brachte. Es wurde nun zwar schon fast dunkel, doch ich hatte immerhin noch 19 Boxen zu misten. Nachdem ich auch das erledigt hatte, kam in jede Box noch eine schöne Portion Heu, sowie in jeden Trog das entsprechende Kraftfutter. Dann ging ich zur Koppel und holte meine Pferde in den Stall. Diesmal ließ sich sogar Valentine problemlos aufhalftern, auch er wusste inzwischen, dass ihn bei Rückkehr in den Stall eine leckere Mahlzeit erwartete…
    • Laraya13
      Gestüt Rafinesse
      August 2012 – Morgenarbeit

      “Levi! Du Idiot.” knurrte ich den Trakehnerhengst mürrisch an. Ich hatte mir heute vorgenommen, auf dem Gestüt Rafinesse vorbeizuschauen. Sammy war so oft für mich da gewesen, nun konnte ich mich endlich bedanken, denn zur Zeit übernahm ich den Stalldienst. Momentan standen ihre Tiere in einem nicht billigen Pensionsstall, immerhin gab es genügend Weiden, auch wenn sie als Gegenleistung oft helfen musste. Doch ich unterstützte sie, wo ich nur konnte. Gerade brachte ich die beiden Hengste Levistino und Branagorn auf die Weide. Die beiden Warmblüter verstanden sich bestens. Vorhin hatte ich die Pferde schon allesamt gefüttert und nun ging es auf die Weiden. Als nächstes halfterte ich Intolerable Life und Ojos Azules auf und brachte sie auf ihre kleinere Weide. Zum Schluss war noch Cheeky an der Reihe. Der hübsche Zuchthengst kam auf seine eigene Weide, weit entfernt von den Stuten, denn es war eben …. Cheeky. Als die größten Chaoten sicher verstaut waren, schnappte ich mir die Zwerge, als allererstes waren San Salvador und Valentine an der Reihe. Kurz darauf folgten Casanova und Classic, eh ich zum Schluss die beiden Stutfohlen Rafinesse und Mahira noch auf ihren Paddock brachte. Doch ich war noch längst nicht fertig, die Stuten waren noch an der Reihe. Erst Cuchara, Fatimah und Sahira. Ich musterte die Pferde, sie hatten sich wirklich gemacht, seitdem sie wieder in einem ordentlichen Stall standen. Besonders Sahira hatte man den mangelnden Weidegang angemerkt. Ich seufzte, bald würde Sammy in Amerika sein. Nein nein, ich freute mich vollkommen für sie und auf den Urlaub, den ich ab und an bei ihr verbringen würde. Dennoch würde der Abschied schwer werden… Flott halfterte ich Magic und Sunny auf, um die hübschen Ponystuten auf ihre Weide zu bringen. New Forests, ja, dafür war Sammy bekannt und was für tolle Pferde in ihrem Stall standen! Ich schnappte mir noch Fairy, Naboo und Aimi, eh ich mich danach an die schwerste wagte. Isola war immer noch ein Pferd für sich. Doch sie kannte mich inzwischen und schien mir auch zu vertrauen. “Danke.” murmelte ich und führte sie auf die Weide. Sie ließ sich sogar kurz kraulen, eh sie davon trabte. Glücklich musterte ich die Pferde. “Bald…” würden sie es wirklich gut haben. Ich lachte, oh ja, das würde interessant werden. Ich machte mich hingegen an die Stallarbeit. Zwanzig Boxen galt es nun auszumisten, yeah. Nach zwei geschlagenen Stunden war ich fertig. Alles war frisch eingestreut, die Heunetze waren gefüllt und das abendliche Futter für jedes Pferd war schon im Trog. Eigentlich würde ich noch gerne etwas mit den Pferden machen, doch ich zögerte. Ich wollte heute noch zu meinem Freund, seine Mutti feierte ihren Geburtstag. Dann bekamen die Süßen heute eben mal frei und genossen den sonnigen Tag auf der Weide. Schaden konnte ihnen das nach den letzten Monaten nicht. Außerdem musste man die Tage nutzen, wenn due Schulpferde nicht die Weiden besetzten. Ich kehrte noch die Stallgasse und sagte dem Stallbesitzer Bescheid, eh ich noch Sammy eine SMS schrieb, dass ich heute Abend alle Pferde wieder reinholen würde.
    • Laraya13
      Hollybrook Stud Zuchtgestüt
      Monatsbericht August 2012

      Sahira, Mahira, Levistino, Cuchara, Ojos Azules, Paradises Raffinesse, San Salvador, Fatimah, Intolerable Life, Branagorn, Magical Moment, Isola della Pirateria, Naboo, Fairylike Facility, Aimiliani, Thousand Sunny, Hollybrook’s Cheeky Jot, Hollybrook’s Casanova, Hollybrook’s Bloody Valentine, Hollybrook’s Classic Moment


      Schon als ich mit meinem Auto auf den Reiterhof einbog, indem meine 20 Pferde untergestellt waren, hörte ich den selbst für einen Wochentag ungewöhnlichen Lärm. Alarmiert sprang ich aus dem Auto, knallte die Tür zu und lief zum Stall. Drinnen hatte sich eine Traube um eine Reitschülerin gebildet, die laut und herzzerreißend schluchzte. Ich runzelte die Stirn und schob mich dann durch die Mädchen. „Was ist denn passiert,hm?“ , fragte ich das weinende Mädchen freundlich. Die anderen, die bis dahin laut durcheinander geschwätzt hatte, verstummten augenblicklich. Das Mädchen bedachte mich mit einem bitterbösen Blick: „Dein dummes Pferd hat nach mir geschnappt und mir mein neues T-Shirt kaputt gemacht! Wenn meine Mutter das erfährt, bist du dran, das war nämlich richtig teuer!“ Ich verzog das Gesicht und überlegte kurz. Das einzige meiner Pferde das schnappte, war Sahira und die stand glücklich und zufrieden auf einer freien Koppel. „Red keinen Unsinn, Sahira ist doch überhaupt nicht…Moment mal – warst du etwa bei isola?“ Ich schaute sie streng an und das Mädchen reckte trotzig das Kinn. „Die anderen haben mir erzählt, dass das ein ganz armes, scheues Pferd ist und ich wollte eben nachsehen.“ Ich musste mich zusammenreißen, um sie nicht anzuschreien: „Okay. Dann würde ich sagen, bist du selber Schuld. An der Tür zu dem Gang hängt sogar ein Schild, dass vor Isolas Bissen und Tritten warnt. Und noch etwas: Ich gehe jetzt zu deinem Reitlehrer und berichte ihm davon. Isola steht dahinten, damit ihr sie in Ruhe lasst. Durch ein blödes Geschrei hast du sie wahrscheinlich wieder unglaublich aufgeregt!“, machte ich meinem Ärger nun doch Luft. Dann drehte ich mich auf dem Absatz um und suchte den Stallbesitzer auf, um ihm von dem Vorfall zu berichten. Dieser zuckte jedoch nur entschuldigend mit den Schultern: „Tut mir Leid…Die kleine Madame ist neu hier und ihre Eltern sind verdammt reich…Du weißt ja wie das ist…“ Ohne ihm eine Antwort zu geben, ging ich zur Koppel um mich etwas zu beruhigen. Ich hielt das hier einfach nicht mehr aus. Geld zählte mehr als die Tiere und jedes noch so zickige Mädchen durfte hier seinen Willen durchsetzen.
      Cheeky Jot kam langsam auf den Koppelzaun zu und stupste mich auffordernd an. Zum ersten Mal an diesem Tag huschte ein Lächeln über mein Gesicht. Ich kletterte unter dem Zaun durch und umarmte meinen Lieblingshengst. „Ach wenn ich dich nicht hätte, Cheeky! Ich bin ja so froh dich wieder zu sehen!“, seufzte ich glücklich. Die letzten drei Wochen hatte ich in den USA verbracht, um meinen Umzug dorthin voranzutreiben. In dieser Zeit hatte sich meine gute Freundin Edfriend um meine Pferde gekümmert und ich war ihr unendlich dankbar dafür. Nur heute hatte der Stallbesitzer die Pferde zur Koppel gebracht, was auch der Grund dafür war, dass Isola im Stall stand. Die Schönheit ließ sich nämlich nicht von ihm berühren.
      Während ich Cheeky kraulte, dachte ich darüber nach, was ich alles geschafft hatte. Das Wohnhaus war bereits so weit renoviert, dass ich einziehen konnte und auch die Ställe waren endlich fertig. Auf den Koppel gab es keine einzige Giftpflanze mehr und zusammen mit meinen Freunden aus Amerika, hatte ich sämtliche Stacheldrahtzäune durch wunderschöne, weiß gestrichene Holzzäune ersetzt. Sogar die Sattelkammer hatte ihren Anstrich bereits erhalten und war mit Sattelständern und Spinden für jedes einzelne meiner Pferde ausgestattet. Zwei Tage vor meiner Heimreise waren dann auch die hübschen, halb offenen Boxentüren angekommen und wir hatten fast alle eingebaut. Die paar die nun noch fehlten, würden meine Freunde ohne mich schaffen. Innerhalb der nächsten zwei Wochen sollten auch Einstreu, Heu und Futter geliefert werden, womit wir eigentlich umziehen könnten. Daher hatte ich heute auch meine Kündigung für die Pensionsboxen und meine kleine Mietwohnung in der Tasche. In einem Monat ging der Flieger – samt ca 10 Pferden. Die anderen 10 würden mit einer anderen Maschiene eine Woche später ankommen und ich hoffte Edfriend überreden zu können, mit diesen Pferden mitzufliegen und dann gleich eine oder zwei Wochen Urlaub bei mir zu machen.
      Cheeky stupste mich auffordernd an. „Jaja, ist ja gut, ich kümmere mich gleich um dich…Aber erst muss ich sehen, wie der Belegungsplan der Halle heute aussieht, damit ich überlegen kann, was ich mit euch Hübschen anstelle.
      Gerade als ich zum Stall zurückkehren wollte, trat der Stallbesitzer auf mich zu. „Du Sammy, ich bräuchte gleich mal deine Hilfe. Für heute ist ein längerer Geländeritt geplant und Angela lieg mit Grippe im Bett….“. Ich seufzte. Angela war seine Begleitreiterin und Aushilfe und alleine konnte er natürlich nicht mit acht teilweise unerfahrenen Kindern ausreiten gehen. Also nickte ich: „Also gut, ich komme mit..Welche Pferde willst du denn einteilen?“, fragte ich ihn. Während er mir die Schulpferde aufzählte, ging ich in Gedanken meine Pferde durch. Cheeky, sowie Sahira, Naboo und Isola fielen von vorneherein gleich weg, da zum einen Stuten mitgingen und sie zum anderen zu temperamentvoll waren. Vielleicht würde ich Branagorn nehmen. Der schöne Hengst hatte bisher kaum Hengstmanieren gezeigt und hatte sich auch sonst immer vorbildlich verhalten. Nachdem ich mir den Hallenplan angesehen hatte, ging ich in den Stall um Isola zu holen. An Arbeit mit ihr war heute nicht zu denken, da die Halle immer belegt war und ich auch auf dem Platz keine Ruhe haben würde – das wusste ich aus Erfahrung. Aber wenigstens auf die Weide wollte ich die kleine Wilde lassen. Als ich Isolas Box betrat, erschrak ich jedoch. Die Stute war schweißnass und rollte heftig mit den Augen als ich die Tür zum Stalltrakt mit den Abfohlboxen betrat. „Hey meine Maus, ist ja gut, ich bins doch nur“, redete ich leise auf sie ein. In Gedanken verwünschte ich das verfluchte kleine Gör, dass meine Isola so aufgeregt hatte. Was hatte die denn bitte getrieben?
      Vorsichtig betrat ich die Box und fasste Isola am Halfter. Dann strich ich ihr langsam über den Kopf und nach und nach ihren Körper entlang, allerdings nur an Stellen, wo sie es auch mochte. Schließlich beruhigte sie sich soweit, dass ich sie nach draußen und zur Koppel führen konnte. Nun hieß es die dreieinhalb Stunden, die mir bis zu dem Ausritt blieben noch sinnvoll zu nutzen. Also beeilte ich mich und longierte Cuchara und Ojos Azules und mit Fatimah und Intolerable Life machte ich Bodenarbeit. Das waren schonmal die vier Pferde, die sich überhaupt nicht am Lärm der Reitschüler störten, denn die kleinen verwöhnten Dinger schrieen sogar in der Halle – während dem Unterricht herum.
      Magical Moment, Aimiliani, Thousand Sunny, Naboo, Sahira, Isola und Fairylike Facility, sowei meine Fohlen Rafinesse, Casanova, San Salvador, Mahira, Classic Moment und Valentine hatten heute frei. Somit würde ich also mit Branagorn ausreiten gehen, womit nur noch Cheeky und Levistino blieben. Ich sah auf die Uhr und seufzte. Beide würde ich vor dem Ausritt unmöglich schaffen. Also sprintete ich zur Koppel, holte Levistino im Trab zum Putzplatz und machte ihn reitfertig. Im Stillen dankte ich dem schönen Trakehnerschimmel, dass er sich wirklich niemals schmutzig machte. Mehr als eine halbe Stunde Dressur war nicht mehr drin und selbst dann musste ich mich danach höllisch beeilen um rechtzeitig fertig zu werden. Ich wärmte Levistino also kurz auf und trabte den Hengst dann an. Seine silbergraue Mähne wehte mir entgegen und ich schloss kurz genüsslich die Augen, als ich spürte, wie weich und federnd die Tritte des Hengstes waren. Levistino war eines meiner Pferde, dass ich am liebsten Ritt. Er machte so gut wie nie Schwierigkeiten, sondern gab immer 100 Prozent ohne dabei langweilig zu werden. Als ich ihn schließlich angaloppierte, fühlte ich mich wie auf Wolke sieben. Da riss der Hengst mich mit einem Hüpfer zur Seite plötzlich aus meinen Schwärmereien. Doch ich lachte nur: „Tschuldigung Süßer, hab ich dir zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt? Das tut mir wirklich Leid“. Ich konzentrierte mich wieder mehr auf mein Pferd, ritt noch ein paar anspruchsvollere Figuren und parierte schließlich zum Schritt durch. Die halbe Stunde war fast vorrüber und ich musste ihn ja schließlich noch trocken reiten. Als ich fertig war, joggte ich zurück zum Stall – diesmal mit Branagorn im Schlepptau. Die Reitschülerinnen waren bereits dabei, ihre Pferde aufzutrensen und auch der Stallbesitzer war schon fertig. Er sah mich strafend an, sagte aber nichts. Ich wusste genau wie sehr er unpünktlichkeit hasste, aber noch war ich nicht unpünktlich. Ich putzte Branagorn kurz über, beeilte mich Mähne und Schweif einigermaßen zu verlesen und sattelte ihn dann in Rekordgeschwindigkeit auf. Kaum dass das letzte Mädchen im Sattel saß, schwang auch ich mich auf Branagorns Rücken. Die kleine Zicke, die Isola gestört hatte grinste und sagte altklug: „Na du hast aber Glück. Gerade noch so geschafft. Immanuel mag es überhaupt nicht, wenn man zu spät ist.“ Ich sah stirnrunzelnd zu hier hinüber, sagte aber nichts. Es wunderte mich nicht, dass sie auf dem wertvollsten der Schulpferde saß, und wenn sie wirklich so reich war, wie Immanuel behauptete, hoffte ich für sie dass sie auch gut reiten konnte. Raphael – der bildhübsche Fuchs, auf dem sie so hochnäsig saß, war nämlich nicht gerade einfach und sicherlich nichts für eine Anfängerin. Nur übersah Immanuel so etwas leicht mal, wenn reiche Eltern im Spiel waren.
      Ich seufzte und ritt Branagorn neben Immanuel. „Soll ich hinten reiten und aufpassen, dass uns niemand verloren geht?“, fragte ich ihn. Er nickte und sah dann zweifelnd auf meinen Hengst: „Du weißt aber schon, dass heute auch Stuten dabei sind oder?“ Ich nickte: „Natürlich. Aber Branagorn ist ziemlich gut erzogen und hat kaum Hengstmanieren. Du solltest doch eigentlich wissen, dass ich so etwas immer bedenke.“ Statt einer Antwort lächelte er nur und setzte sich dann an die Spitze der Gruppe. Die erste Stunde verlief dann ganz gemütlich im Schritt und gelegentlichem Traben durch den nahegelegenen Wald. Während ich aufpasste, dass auch jeder sein Pferd im Griff hatte, schweiften meine Gedanken ab und zu wieder in die USA und zu meinem baldigen Umzug. Ich freute mich schon so sehr darauf, dass ich bestimmt irgendetwas vergessen würde. Als auf einmal Raphaels Hintern immer näher kam, sah ich leicht verärgert hoch, bis ich merkte, dass die kleine Zicke ihr Pferd absichtlich zurückhielt. Also ließ ich Branagorn ein wenig mehr vorwärts gehen, um zu ihr aufzuschließen. „Was ist los, stimmt etwas nicht?“, fragte ich fürsorglich. Doch sie sah mich nur hochnäsig an: „Ich werde Immanuel sagen, dass ich das nächste Mal dein Pferd reiten will. Es ist unfair, dass er dir einen Hengst gibt und mir nicht. Ich hab das Anrecht auf das schönste Pferd.“ Ich zog die Augenbrauen zusammen und sah sie streng an: „Tja, tut mir Leid, aber das kannst du vergessen. Branagorn ist mein Pferd und ich lasse keine halbwüchsigen, zickigen Mädchen auf ihm reiten, die denken, nur weil ihre Eltern Geld haben, können sie sich alles erlauben.“ Damit hatte ich ihr wohl erst einmal den vorlauten Mund gestopft, denn sie schloss mit verzerrtem Gesicht wieder zu ihrer Mitreiterin auf. Bevor ich mich jedoch weiter über die unverschämte Göre aufregen konnte, gab Immanuel das Zeichen zum angaloppieren und sofort wechselte die ganze Gruppe in die schnellere Gangart. Auch ich gab Branagorn die Galopphilfen und der Hengst sprang brav in einen ruhigen, flüssigen Galopp. Ich lobte ihn unter seiner langen weißen Mähne und genoss den kühlen Wind, der mir entgegenbließ. Plötzlich hörte ich einen Aufschrei und sah wie Raphael vor mir unwillig den Kopf schüttelte und dann plötzlich außen an der Gruppe vorbeizog. Sofort gab Immanuel das Zeichen zum Durchparieren, damit das durchgehende Pferd nicht dachte, das hier wäre ein Rennen. Doch Raphael lief munter weiter. Ich ritt neben den Stallbesitzer und sah ihn fragend an. Raphael war nicht unbedingt einfach, aber durchgehen war eigentlich nicht so sein Ding. Immanuel schüttelte ratlos den Kopf. „Sie ist doch heute das erste Mal dabei, wenn er zuweit läuft, verirrt sie sich am Ende noch. Aber wenn wir ihr hinterherreiten, wird Raphael nur noch schneller.“ Ich nickte: „Bleib du mit der Gruppe hier, oder reitet im Schritt weiter, dann gehe ich auf den Waldpfad und sehe zu, dass ich ihr entgegenreiten kann.“ Als Immanuel lächelte wendete ich Branagorn auf den schmalen Pfad ab und galoppierte den Hengst wieder an. Trotz des schmalen Weges spornte ich Branagorn weiter an. Ich mochte die hochnäsige Göre zwar nicht, aber dennoch konnte ich natürlich nicht zulassen, dass ihr oder dem armen Raphael etwas passierte. Als wir schließlich den Hauptweg wieder erreichten, schwitzte Branagorn schon ganz schön. Ich wendete ihn in die Richtung aus der wir gekommen waren und trabte an. Weit konnte Raphael nun nicht mehr sein, außer natürlich er war durchs Unterholz gebrochen, doch das hoffte ich jetzt einfach mal nicht. Und tatsächlich sah ich kurz darauf den großrahmigen Fuchs auf mich zustürmen. Die kleine Göre hatte sich in die Zügel gekrallt und riss dem Pferd im Maul herum, während sie gleichzeitig mit ihren Beinen immer wieder abrutschte und ihn damit nur noch weiter antrieb. Ich stellte Branagorn so quer auf den Weg, dass Raphael auf beiden Seiten nur noch extrem wenig Platz blieb und tatsächlich hob der Wallach verwundert den Kopf und wurde langsamer. Kurz sah es so aus, als wollte er sich an Branagorn vorbeiquetschen, doch als hätte dieser seine Gedanken erraten, legte er drohend die Ohren an. Dies veranlasste Raphael dann doch, dicht neben uns zum Stehen zu kommen. Ich ließ mich aus dem Sattel gleiten und griff nach Raphaels Zügeln. Dann sah ich das in seinem Sattel hängende Mädchen an: „Und alles klar bei dir?“ „Ob alles klar ist? Das Mistvieh hätte mich fast umgebracht! Ich bleibe keine Sekunde länger hier oben!“, schimpfte sie. Ich hatte jetzt endgültig genug. Überschwänglichen Dank hatte ich zwar nicht erwartet, aber das war wirklich zu viel. „Na gut. Dann läufst du eben den Weg zurück und ich nehme Raphael als Handpferd.“ Mit diesen Worten stieg ich wieder in den Sattel und sah sie dann auffordernd an. „Was ist jetzt? Wir müssen zu den anderen zurück“. Damit wendete ich Branagorn und ließ ihn und Raphael im Schritt antreten. Die kleine stampfte mit dem Fuß auf und schrie: „Spinnst du? Lass mich gefälligst auf dein Pferd. Ich laufe sicher nicht!“ „Na gut, dann bleibst du eben hier. Aber sag mir jetzt Bescheid, weil ich will wieder zurück.“ Wiederwillig lief sie schließlich neben mir her, bis wir die anderen erreichten. Immanuel sah mich schockiert an, als ich ihm erklärte, dass ihr zwar nichts passiert war, sie sich aber weigerte in den Sattel zu steigen. Seufzend sah er sich um und beorderte dann die eigentliche Reitern von Raphael vom Pferd. „Natalie du kannst Pacco nehmen. Dann soll Rachel wieder auf Raphael reiten.“ Ich lächelte Rachel zufrieden zu. Das Mädchen war eine meiner liebsten Reitschülerinnen und sie kam wunderbar mit dem Fuchswallach zurecht. Natalie verzog zwar wütend den Mund, stieg aber ohne Widerworte auf das wesentlich ältere und ruhigere Schulpferd auf, sodass wir uns endlich wieder auf den Rückweg machen konnten.
      Nachdem ich Branagorn ausgiebig gelobt und versorgt hatte, holte ich Cheeky von der Koppel. Doch anstatt wie geplant eine ausgiebige Trainingsstunde mit dem schönen Hengst abzuhalten, ging ich nur ein wenig mit ihm spazieren. Cheeky war das egal, hauptsache es beschäftigte sich jemand mit ihm. Anschließend versorgte ich meine Pferde für die Nacht und suchte dann Immanuels Büro auf, um alles Weitere mit ihm abzusprechen.
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  • Album:
    Stuten | Gestüt Drei Mauern
    Hochgeladen von:
    Laraya13
    Datum:
    13 Okt. 2019
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  • Bittersweet
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    Spitzname: Sweety

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    ~ Abstammung ~
    Von: Joe ox

    V: Laurenzio
    M: Miss Perfect
    Aus der: Indira ox
    V: Romeo
    M: Sulaika

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    Rasse: Arabisches Vollblut
    Geschlecht: Stute
    Geburtsdatum: 25.08.2005
    Stockmaß: 1,55 m
    Fellfarbe: Rappe
    Kopfabzeichen: Blesse
    Beinabzeichen: v.l. weiße Fessel, h.l. weiße Fessel, h.r. weiße Fessel

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    ~ Beschreibung & Charakter ~
    Bittersweet ist eine Edle Stute mit hervorragender Abstammung und viel Temperament. Sie hieß anfangs Gigi, wurde umbenannt in Cry for Moon und heißt nun letztendlich Bittersweet. Sweety liebt Kinder über alles und wird zum Lämmchen, sobald welche in der Nähe sind, oder auch auf ihrem Rücken sitzen.
    Ansonsten ist Sweety eher hitzig und gibt vor allem im Gelände gerne einmal richtig Gas.

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    Besitzer: Laraya13
    Vorbesitzer: Sammy
    Ersteller: Juu
    Vkr: Juu

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    ~ Qualifikationen ~
    Dressur:
    E A M
    Military: E A
    Distanz:
    E
    Springen: E
    Galopprennen:
    E A M
    Potential
    | Aufstieg durch Turnier - Training | Nicht gefördert
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    ~ Schleifen ~

    Gewinnerin der BSK [122]
    3. Platz beim 30. Militaryturnier
    3. Platz beim 60. Militaryturnier
    1. Platz beim 61. Distanzturnier
    1. Platz beim 177. Springturnier
    1. Platz beim 442. Militaryturnier
    [​IMG][/url][/IMG]

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    ~ Sonstiges ~
    Zuchtfähig:
    Ja
    Nachkommen: ///
    Geschwister:
    ///