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Canyon

Belaja

Vollblutaraber ○ Brauner ○ Stute ○ 8 Jahre ○ 152cm ○ 5/20

Belaja
Canyon, 6 Jan. 2021
    • Canyon
      Bericht
      September 2013 | © Flakies

      "Du bist ein so wunderschöne Stute", flüsterte ich ihr zu, während ich ihr das Halfter abnahm. Doch meine träumerische Stimmung hielt nicht lange an, denn Belaja wollte wieder aus der Box stürmen, als ich diese öffnete. "Hey!" sagte ich lachend und hielt sie zurück. Schnell schlüpfte ich hinaus und verriegelte die Tür. "Freches Ding."
      Ich wollte ihr den Kopf streicheln, doch Belaja wich aus und besichtigte die Box. Ich grinste und ließ sie allein. Erstmal brauchte sie etwas Eingewöhnungszeit, denn wir waren erst jetzt hier angekommen.
      Als ich aus dem Stall trat, schien mir die Abendsonne ins Gesicht. Ich legte Belajas Halfter beiseite und schnappte mir einen Führstrick. Schnellen Schrittes ging ich zur Koppel auf der The Little Bit I Didn't Lose stand und betrat diese. Little kam auf mich zu und folgte mir freudig. Ich denke sie erwartete eine kräftige Ladung Futter. Ich brachte sie in ihre Box, welche sich direkt neben Belajas befand. Little beachtete Bella vorerst nicht - vom Futter abgelenkt.
      Zu guter Letzt holte ich Apha von einer seperaten Koppel. Da er ja noch nicht kastriert war, war dies erstmal die beste Lösung. Apha wirkte schon bei der Ankunft mit Belaja aufgeregt. Als wir im Stall ankamen, ließ er sich kaum in die Box führen, da er lieber den Neuankömmling "begrüßen" wollte.
      Ich seufzte, als Apha endlich still hielt. "Es wird Zeit für deine OP, Schätzchen."
      Auf dem Weg zum Auto konnte ich den Hengst noch immer wiehern und treten hören.
      Hoffentlich wird der Stress bald vorbei sein, sobald er kastriert ist...
    • Canyon
      Bericht
      Februar 2014 | © Flakies

      Belaja ist immer noch eine unruhige Stute. Heute beim Putzen zeigte sie eine Null-Bock-Stimmung gegenüber dem Stillstehen. Aber hey, es wird sich noch zum Guten wenden.. hoffe ich.
      Als ich Belaja bekam, hatte sie noch arge Probleme, mir ihre Hufen zum Auskratzen auszuhändigen. Jeden Tag suchte sie sich ein anderes Bein aus, welches sie strickt auf dem Boden stehen lassen wollte. Inzwischen hat die Stute diesen Kampf aufgegeben. Ich bin zufrieden.
      Doch wenn der Säuberungsakt ihr zu lange dauert, schwenkt sie mal nach rechts, mal links, mal geht sie ein paar Schritte zurück und manchmal möchte sie unbedingt parallel zum Barren stehen, an dem ich sie festbinde. Leute, es ist nicht einfach mit der Kleinen. Trotzdem habe ich mich bedingungslos in sie verknallt und tue alles, ihrem Dickkopf Einhalt zu gebieten. Irgendwann wird sie checken, dass sie keine andere Wahl hat.
      Wenn Little auf der Weide steht, konzentriert sich Belaja keinesfalls auf mich. Little hilft mir aber auch nicht, sondern hat sich mit Belaja zusammengetan, mich fertig zu machen. Dauerndes Wiehern im Wechsel beider stören das Training. Aber ich denke nicht daran es mir einfach zu machen und Little aus diesem Grund in den Stall zu sperren. Ich schaff' das schon.
      Ich habe mich dazu entschlossen, Belaja im Distanzreiten auszubilden. Deswegen wollte ich heute die Schöne longieren, um mir mal ein genaues Bild von ihrem Trab zu machen. Vielleicht muss dieser noch ausgebessert werden, um gute Ergebnisse zu erzielen. Ich habe schon bei Ausritten und dem allgemeinen Training auf dem Reitplatz gemerkt, dass Belaja sehr gerne im Trab läuft. Kaum sitze ich auf ihrem Rücken, möchte sie lostraben. Schritt scheint ihr zu langsam zu sein und für den Galopp bin ich zu unfähig, sie richtig anzuweisen. Schon oft sind wir in Büsche hineingerast oder haben nur knapp vor Zäunen gestoppt, weil ich zu sehr auf meine Haltung konzentriert bin. Ist ja kein Wunder, dass unter diesen Umständen kein Pferd den Galopp mit mir liebt.
      Aber: Jeder hat seine Schwächen. Die Pferde und ich scheinen damit klar zu kommen, dass Galopp im gegenseitigen Einverständnis tabu ist.
      Kommen wir mal zum heutigen Training. Ich führte Belaja auf den Reitplatz. Die Longe war schon an ihrem Halfter befestigt. Zaumzeug fand ich für heute nicht notwendig. Zuerst spazierten wir gemeinsam ein paar Runden, dann entfernte ich mich langsam von ihr und ließ sie einen Kreis laufen. Belaja kannte meine Vorgehensweise ja schon und wusste, was zu tun war. Sie wollte nach ein paar Runden von selbst in den Trab wechseln. Das ließ ich nicht zu. Zur Strafe ließ ich sie nochmals 5 Runden im Schritt gehen. Dann gab ich das Kommando und die Schöne wechselte elegant die Gangart. Ich betrachtete ihre Schrittfolge und Haltung genau. Der Trab wirkte noch etwas abgehackt. So hatte ich das auf ihrem Rücken noch nie bemerkt.
      Also ließ ich sie schneller traben. Ihre Schritte wurden leichter und sie war nicht mehr so angespannt. Belaja steht wahrscheinlich auf Geschwindigkeit. Ich ließ sie kurz in den Galopp wechseln, welchen sie ohne mich auf ihrem Rücken ganz gerne macht. Wieder im Trab beobachtete ich weiter. Belaja schien aus dem Rhythmus gekommen zu sein, aber fing sich schnell wieder. Sie begann zu schwitzen und zu schnauben. "Okay Schatz, an deiner Ausdauer müssen wir noch arbeiten!", rief ich ihr zu und lachte.
      Ich holte sie zu mir und nahm die Longe von ihrem Halfter. Dann trieb ich sie mit Armen und Stimme an. Sie durfte sich austoben. Auf dem Reitplatz war sie nun "frei", trotzdem hörte sie auf meine Kommandos. Ich wollte, dass sie weiterhin trabt. Während des Freilaufens bemerkte ich, dass ihr Lauf viel leichter wirkt. Nicht so gezwungen und steif. Ich war stolz auf die Kleine und beschloss, sie nicht mehr zu longieren.
      Wieder am Putzplatz, bekam sie einen großen Apfel. Dann durfte sie wieder zu ihrem geliebten Herde in den Stall.
    • Canyon
      Besuch bei Flakies
      Juli 2014 | © jojomaus

      Endlich hatte ich mir etwas Zeit frei geschaufelt und konnte mich auf den Weg zu Flakies machen. Den Besuch hatten wir schon lange geplant, doch immer kam irgendetwas wichtiges dazwischen. Herzlich begrüßten wir uns und machten uns auch gleich an die Arbeit. Der Stall musste gemistet werden, die Pferde geputzt und beschäftigt und die Koppel hatte auch ein bisschen Pflege nötig. Apha, Little und Belaja wurden also auf dem Putzplatz geparkt, mit ein paar Leckerchen um das warten zu versüßen und wir begannen die Boxen zu misten, fegen und neu einzustreuen. Wir kamen ganz schön ins schwitzen, da es trotz der noch frühen Morgenstunden reichlich warm war. Wir schnatterten fast ununterbrochen, hatten wir uns doch schon lange nicht mehr gesehen. „Du ich kenn da einen schönen Weg, den ich schon immer mal reiten wollte, aber allein hatte ich mir das noch nicht getraut. Der runter zur Bucht, naja man nennt es nur Bucht. Ist so was wie ein Flußarm, da kann man schön baden. Und auf dem Weg dahin ist es schön Schattig.“, erzählte mir Flackies mit einer ansteckenden Begeisterung. So war es abgemacht ich sollte Little reiten und Flakies Apha, während wir Belaja als Handpferd mitnehmen würden. „So, noch schnell die Weide abäppeln und dann sind die Pferde dran.“, motivierte ich meine Freundin. Belaja wurde schon ungeduldig und wieherte uns entgegen als wir in Richtung Putzplatz unterwegs waren. Ich übernahm Little und Flackies nahm sich zuerst Belaja vor. Sorgfältig putzen wir die zwei Stuten, welche reichlich Staubig waren. Nüstern und Augen wurden sachte mit dem Schwamm gesäubert und auch das Langhaar bekam gebührende Aufmerksamkeit. Dann waren die Hufe dran, Flackies hatte sie nachdem der Hufschmied da gewesen war weiter versorgt wie sie es Aufgetragen bekommen hatte und nun sahen sie erheblich besser aus. Ich war mit Little, welche eine ganz ruhige und liebe Stute war, eher fertig als meine Freundin mit Belaja. Die Araberstute war im Umgang nicht ganz so einfach, weshalb auch Flackies sie übernahm. Sie wusste wie sie mit der Stute umzugehen hatte. Ich fing daher schon mit dem Putzen von Apha an. Neugierig beschnupperte er mich und ließ sich problemlos putzen und zurecht machen. Danach ging es auch schon ans Satteln. Ich holte zuerst von Apha das Equipment und legte ihm vorsichtig den Sattel auf. Anschließend Trenste ich ihn auf und genauso ging ich auch bei Little vor. Auch Flackies war so weit und befestigte einen besseren Strick am Halfter der Araberstute. Nachdem wir Helm und Handschuhe aufgesetzt hatte konnte es auch schon in den Sattel gehen und der Ausritt begann. Flackies übernahm auch gleich die Führung und zeigte mir die Weg. Wir mussten zuerst ein Stück die Straße entlang bis wir den Reitpfad erreichten, aber in der Zeit kam uns nicht ein Auto entgegen. Der Pfad war angenehm breit sodass wir nebeneinander her reiten konnten und an Gesprächsstoff mangelte es uns auch nicht ein bisschen. Ringsumher waren Felder und Wiesen und oben drüber so viel blauer Himmel, aber den Wald konnte man in der ferne schon sehen und dieser versprach angenehmen Schatten. Es roch nach Heu und Sonnenschein. Als wir den Wald erreichten waren die Pferde soweit aufgewärmt damit wir eine Strecke traben konnten und begeistert sprangen sie auch in die nächste Gangart. Wir gingen es ruhig an an diesem warmen und überforderten die Pferde nicht. Die Araberstute war angenehm umgänglich und genoss es scheinbar mit ihrer Herde unterwegs sein zu können.
      So verflog die Zeit und wir waren rasch an unserem Highlight des Ausritts angekommen, der Bucht. Es waren schon einige Badegäste anwesend, doch da genügend Platz vorhanden war, ließen sie sich von uns nicht stören. Wir gewöhnten die Pferde an das Wasser und konnten nach einiger Zeit sogar ein Stück weit hinein reiten. Apha war dabei der Mutigste und strahlte genug Sicherheit aus damit auch beide Stuten ihre Scheu verloren. Fröhlich und mehr oder weniger nass machten wir uns dann auf dem Weg zurück. Unterwegs begegneten wir noch einigen Spaziergängern, einige sogar mit Hund und einigen Radfahrern. Diese waren Belaja so überhaupt nicht geheuer, aber wir meisterten auch diese Situationen. Ab diesem Zeitpunkt waren die Pferde ein wenig hibbelig, sicherlich weil sie auch genau wussten, dass wir uns schon auf dem Heimweg befanden. Ein herrlicher Grasweg lud zum Traben und Galoppieren ein, was auch die Tiere wieder sichtlich entspannte. Ab da war dann auch der Hof in Sicht, es fehlte nur wieder das Passieren der Straße und schon waren wir wieder daheim. Der Ausritt hat allen Zwei- und Vierbeinern viel Spaß gemacht und wir freuten uns nun auf den nächsten längeren Ritt, wollten wir diesen Ritt zu gegebener Zeit doch wiederholen. Zum Abschluss bereiteten wir die Pferde nach und brachten sie den Rest des Tages auf die Weide. Uns Zweibeiner hatte der Ritt ebenso Hungrig gemacht und wir gingen noch gemeinsam zu einem verspätetem Mittagessen.
    • Canyon
      Ankunft
      Januar 2015 | © jojomaus

      Ganz unerwartet rief Flakies bei mir an: "Hey Jojo, ich habe ein Anliegen. Ich habe ein super tolles Jobangebot erhalten und demzufolge auch zugesagt.Das was ich mir schon seit langem erträumte hab ich somit erreicht. Nun kann ich aber meine drei Lieblinge nicht mehr voll gerecht werden. Kannst du sie eventuell übernehmen? Dann wären sie ja nicht ganz weg und ich könnte hin und wieder mal nach ihnen sehen..." "Aber klar, das lässt sich einrichten. Platz hab ich noch", antwortete ich lachend. "Ein neuer Job, mann das muss man ja feiern." "Danke, danke, danke. Mir fällt ein Stein vom Herzen. Ich bringe sie dann vorbei, heute abend sind wir ungefähr bei dir."
      Gesagt getan. Gegen Abend war Flakies dann bei uns mit zwei Fahrzeugen. "Da sind wir." Wir begrüßten uns herzlich und ich beglückwünschte meine Freundin noch einmal persönlich, nachdem sich auch ihr Freund mir vorgestellt hatte luden wir zuerst Apha FL Dasching aus und brachten ihn in die vorbereitete Box, sein neues Heim. Danach waren The Little Bit I Didn´t Lose und Belaja an der Reihe, etwas nervös sahen sie sich in dem neuem Stall um. Zusammen vesorgten wir alle Pferde und setzten uns danach an den Tisch um der Umstände halber einen Kaufvertrag aufzusetzten. "So jetzt ist Zeit zum Feiern", rief ich in die Runde. Flakies und ihr Freund würden über Nacht in unserem Gästezimmer schlafen und erst am nächsten Tag abreisen.
    • Canyon
      Der Anfang ist gemacht
      Mai 2015 | © jojomaus

      Nach reichlicher Eingewöhnungsphase war es Zeit für ein etwas intensiveres Training. Mit der temperamentvollen Araberstute hatte ich vorerst nur Berührungs- und Führtraining absolviert, mit mal mehr und mal weniger Erfolg. Nun wollte ich aber mal auf dem Platz mit ihr arbeiten. Ich wurde von ihr mit einem Schaupen begrüßt, doch als ich sie aus ihrer Box holen wollte drehte sie mir ihr Hinterteil entgegen. „Na, was soll denn das? Du magst wohl heute nicht hinaus?“ Mit einem Leckerchen in der Hand schaffte ich es dann doch Belaja das Halfter anzulegen und sie hinaus zum Putzplatz zu führen. „Schön brav sein meine Süße. Das putzen muss sein“, ermahnte ich sie kurz und fing auch schon an ihr haselnussbraunes Fell zu bürsten. Nachdem Belajas Fell wieder seidig schimmerte ging es an die Hufen, was heute mal problemlos funktionierte. Ich knuddelte sie noch ein wenig ehe ich das Putzzeug beiseite stellte und Sattel und Zaumzeug holte. Die Zeit in der ich weg war nutzte das Araberchen um sich so eng wie möglich an den Anbindepfosten zu schmiegen und treu doof in meine Richtung zu schauen. „Nur gut das ich das Putzzeug weg gestellt habe, das wäre jetzt sonst unter deine Hufe geraten.“ Ich schüttelte nur mit dem Kopf, platzierte den Sattel auf Belajas Rücken und schob die Stute wieder in die richtige Position. „Steh mein Mädchen.“ Ein Prusten war die Antwort und ich beeilte mich den Sattelgurt zu schließen und die Trense gegen das Halfter zu tauschen. Belaja blieb ruhig und ließ sich händeln, was mich freute, denn so gelangten wir zügig zum Reitplatz. Die morgentliche Sonne weckte schien auf uns herab während ich mit Belaja am langen Zügel meine Bahnen zog. Hin und wieder versuchte sie mir die Zügel zu entziehen oder schüttelte ihren Kopf, aber ich ignorierte das geflissentlich. Wäre ich darauf eingegangen hätte sie sich nur noch mehr aufgespielt. Unser Tagesziel war heute Schlulterherein und Schenkelweichen im Schritt zu erarbeiten, da ich wusste das Belaja noch nicht groß Dressur gearbeitet wurde musste ich ganz von vorne anfangen. Ich fing also an an der Bande aus der Ecke heraus das Schulterherein zu erarbeiten und zur Abwechslung, was bei der Araberstute sehr wichtig war, auch hin und wieder aus der Volte heraus. Dabei achtete ich auf genauste Hilfengebung und wie Balaja es schaffte diese umzusetzen. Ich korrigierte kleine Fehler sofort ehe sie zu ernsteren Problemen führen würden und gönnte und auch regelmäßige Pausen in denen wir mal eine Runde trabten, galoppierten oder einfach beim hingegebenen Zügel entspannten. Die Mischung machts und so schaffte ich schon an diesem ersten Trainingstag enorme Fortschritte mit Belaja. Am Ende hatte ich eine zufriedene, erschöpfte Araberstute und ritt sie ordentlich trocken. „Das lief doch super, na meine Maus.“ Ich stieg ab und reichte ihr ein Leckerchen und führte sie zurück zum Putzplatz um die Braune abzusatteln und dann zur Weide zu bringen. „Aus dir machen wir noch was, so dass sich Flakies wundern wird, wenn sie dich das nächste Mal sieht.“
    • Canyon
      Ein Renntrainingstag
      Juni 2015 | © jojomaus

      Nach einem erfolgreichem ersten Platz war es Zeit Thulin weiter zu Fördern, er war gerade in der optimalen Verfassung dazu, zu dem täglichen Ausdauertraining sollte nun Tempoarbeit dazu kommen. Hilfe dabei bekam ich wie immer von Garry und Mayble. Pferdische Unterstützung sollten uns Calvados und Belaja gewährleisten. Am frühen Morgen sollte es losgehen, aber vorher mussten alle anderen Pferde noch versorgt werden. Die meisten würden heute einen Ruhetag auf der Weide genießen dürfen. Zusammen waren wir auch recht fix fertig mit den alltäglichen anfallenden Aufgaben, so dass wir unsere zwei Araber und Calvados zurecht machen konnten, denn wir mussten zur Rennbahn fahren, da wir noch keine eigene Trainingsbahn vorweisen konnten. Die meisten Probleme bei den Vorbereitungen machte uns unser kleine Diva Balaja. Eine Araberstute mit der es nie Langweilig wurde, da sie immer für Überraschungen offen war. Calvados nutzte die seltene Gelegenheit vor der Stute herum zu tänzeln und sich zu präsentieren. Als wir dann doch noch unseren Zielort erreichten wurden die Vierbeiner entladen und gründlich geputzt, dabei besprachen wir unser weiteres vorgehen. Auch hier hatte Mayble einiges mit der Stute zu tun, lernte aber Belaja das ein oder andere Mal auszutricksen. Garry dagegen war mit seinem Calvados ein Herz und eine Seele, der Hengst hatte sich an Belaja gewöhnt und war wieder lammfromm. Nachdem alle Pferde gesattelt und auch wir Trainingsfertig waren stiegen wir in die Sättel und ritten zur Tainingsbahn. Zuerst war intensives Aufwärmen im Schritt angesagt, danach noch etwa 30 Minuten Trab. Wie bei jeden Training übten wir in der Zeit schon fleißig an den verschiedenen Positionen. Rennpferde sollten zwar immer vorne sein und Siegen, wie man so sagte, aber in der Realität musste man seine Kräfte gut einteilen und auch mal im mittleren Feld laufen können um dann im richtigem Moment los zu sprinten. Danach war Canterarbeit angesagt. Thulin hatte sich schon sehr verbessert und war nur noch selten so ungeschickt über seine eigenen Beine zu stolpern. Was nicht hieß das es gar nicht mehr vor kam. Als es dann ans Tempo ging geschah es dann auch heute wieder. Thulin strauchelte, rempelte Belaja an und brachte die Stute völlig aus dem Gleichgewicht. Ich konnte mich gerade so im Sattel halten und dafür sorgen das Thulin sein Gleichgewicht wieder fand und hatte nicht viel Zeit mich um Mayble zu sorgen. Belaja stürzte zum Glück nicht, Mayble schaffte es die Stute zu bremsen und sich mehr oder weniger sanft auf den Boden zu retten, denn anders konnte sie nicht dafür sorgen, dass Belaja ihr Gleichgewicht wieder fand. Damit unterbrachen wir vorerst die Tempoarbeit und gingen wieder zum Trab über. Nachdem feststand das mit der Araberstute und Mayble alles Ok war setzten wir unser Tempotraining fort. Diesmal hielten wir vorsichtshalber mehr Abstand zueinander. Ich gab, nachdem ich mit dem restlichen Training soweit zufrieden war, dann unser verabredetes Zeichen um unsere Pferde auf gleiche Höhe zu bringen. „So, gebt alles! Mal sehen was unsere Dreie hier noch drauf haben.“ Mehr brauchte ich nicht sagen. Wir gaben die Zügel frei, balancierten mehr auf den Pferdehälsen als im Sattel und spornten unsere Vierbeiner zu höherem Tempo an. Es war nicht so einfach mit Thulin zurecht zu kommen, aber nach dem Zwischenfall von vorhin, achtete ich noch besser auf jede Reaktion des Hengstes und korrigierte ihn sobald es Nötig wurde. Zum Glück reagierte der Hengst auf das leiseste Zeichen meinerseits, wenn er etwas zu tun oder zu lassen hatte. Das Ende vom Lied war das Garry mit Calvados davon stob und es zu einem Kopf an Kopf mit Belaja kam und wir Zeitgleich unsere `Ziellinie´ erreichten. Nachdem wir unsere erschöpften, schweißnassen aber zufriedenen Pferde auslaufen lassen hatten wurden sie noch gründlich abgeritten und geführt. Dabei wurde das heutige Training genauestens Analysiert. Das Ergebnis war das Thulin bereit war für die L-Rennen. Belaja und Calvados schlugen sich prima mussten aber noch einiges an Kondition zu legen. Sehr überrascht hatte uns das Tempo von Garrys Hengst, es schlummerte also doch noch einiges Talent in ihm. Es war schon reichlich Spät als wir wieder zu Hause ankamen und ich bot Mayble an bei uns zu übernachten, was sie auch Dankbar annahm. Sie wollte uns gerne noch bei den abendlichen Arbeiten zur Hand gehen.
    • Canyon
      Galopp E → A
      Juli 2015 | © jojomaus

      Nun hatte es auch Belaja geschafft auf der Rennbahn zu glänzen, das voran gegangene Training hatte trotz des kleinen Sturzes wohl doch etwas gebracht. Ein letztes Mal mussten wir zur nahe gelegenen Rennbahn fahren um dort trainieren zu können. Unsere eigene war fast fertig gestellt, ein ziemlich teures Vergnügen, aber Notwendig. Pferde und Hof waren versorgt und für den geplanten Trainingstag auf der Rennbahn alles vorbereitet. Es fehlten nur noch die Pferde. Mayble würde heute Rebellmouse nehmen und Garry wagte sich an Ramazotti. Beide Pferde hatten sich genug eingelebt und konnten das Training nun vertragen. Ich übernahm Belaja da sie eine Stufe weiter kommen sollte. Ich wandte mich zur Stutweide mit Mayble in meiner Begleitung. „Ich freue mich schon tierisch auf deine Rennbahn, wird ja Zeit dass du eine eigene hast. Bei 5 Pferden, fast 6 lohnt es sich schon, vor allem wenn sie Erfolge erzielen.“ Sie strahlte eine Vorfreude aus, als würde es ihre Rennbahn werden und ich musste darüber einfach lachen. Die Stuten hoben neugierig ihre Köpfe in unsere Richtung und wir riefen jeweils Balaja und Rebell und fingen sie dann ein, wobei wir keinerlei Probleme hatten, da beide Stuten gerne bereit waren mit uns zu kommen. Erst beim Überputzen und Transportfertig machen fing mein Araberstütchen zu zicken an. Bei den letzten Handgriffen half mir Mayble, da Rebell schon zurecht gemacht war. „Wo bleibt denn Garry?“ Fragend sah sie mich an, und wir wandten uns zur Hengstweide um, um nach zu sehen. Garry hatte Rama schon am Halfter und schloss gerade das Weidetor. „Er heißt ab sofort Zottel. Das Training mit ihm wird nicht einfach.“ Er hörte sich ein wenig grimmig an, scheinbar hatte Rama seinen Kopf versucht durch zusetzten. Ich half dabei Rama fertig zu machen, während Mayble die Stuten schon in den Hänger brachte.

      Nachdem wir dann endlich unseren Zielort erreicht hatten wurden die Vierbeiner entladen, gründlich geputzt und gesattelt, dabei besprachen wir unser weiteres vorgehen. Rama benahm sich soweit ganz gut, wenn man von dem ein oder anderen Fluch von Gayyr absah. Belaja war mehr oder weniger ruhig, so ruhig sie eben sein konnte und Rebell sah sichtlich nervös aus und besah sich den Hof sehr genau. Das war wohl doch nicht das Ideale Trainingsdreier. „Also wir gehen es erst einmal ruhig an und schauen wie die Pferde reagieren. Unser Ziel ist Kondition, dass Belaja Tempo hat weiß ich ja schon. Was ich wissen will ist ob sie die Distanz nun durchhält.“ Wies ich meine beiden Reiter noch einmal an, ehe es zur Bahn ging. Wie immer war zuerst intensives Aufwärmen im Schritt angesagt, danach noch etwa 30 Minuten Trabarbeit und wir übten in der Zeit auch schon fleißig an den verschiedenen Positionen. Belaja kannte das alles schon und verhielt sich vorbildlich, was mich recht überraschte. Auch Rebell schien gut mit Mayble auszukommen und recht brav zu sein. Nur Rama versuchte gegen seinen Reiter anzugehen und ihm das Leben schwer zu machen, zum Glück hatte Garry Erfahrung mit solch Rebellischen Pferden und hielt ihn im Zaum. „Ich hoffe das tägliche Training macht den Zottel ein wenig ruhiger“, schnaufte Garry mir zu und ich gab das Zeichen zum angaloppieren. Belaja hatte mächtig zu tun um mit den beiden großen Vollblütern mit zu halten und ging ganz schön gegen den Zügel an. Bei meinen Trainingspartnern sah es nicht besser aus, nach längerer Zeit durften beide Vollblüter mal wieder Gas geben und das ließen sie sich nicht zweimal sagen. Rama übernahm die Führung, von einem ruhigem Training weit entfernt, und Rebell schien sich an ihren Namen zu erinnern und ihm alle Ehre machen zu wollen. Ich musste trotz allem Lachen, was zur Folge hatte, dass Belaja mehr Spielraum bekam und auch wieder Gas geben konnte. Auf der Rennbahn konnte man wohl nicht von einem ruhigem Training ausgehen. Die zwei Großen schwächelten und ließen sich wieder ´einfangen´, sie schnauften, das Fell Schweißnass, und mein Araberchen drängte sich an die beiden mühelos vorbei. Mein Zeichen sie wieder etwas zu bremsen. „Feines Mädchen, deine Kondi ist super“, lobte ich sie und beobachtete dabei ihr Ohrenspiel. Ich fing an den Ritt so richtig zu genießen und scheinbar mühelos schaffte mein Stütchen die erforderte Distanz. Nachdem wir unsere erschöpften, schweißnassen aber zufriedenen Pferde auslaufen lassen hatten wurden sie noch gründlich abgeritten und geführt. Dabei sa Belaja noch am frischesten aus, sie war wirklich Fit für A-Rennen. Die beiden anderen brauchten noch etwas mehr Training, sie sahen erschöpft aus schienen aber glücklich. Lammfromm ließen die Pferde sich nun Transportfertig machen und wir konnten nach Hause fahren, dort wartete weitere Arbeit auf uns.
    • Canyon
      Hufschmiedbericht
      Juli 2015 | © Bracelet

      Gegen 9 Uhr morgens kam ich auf Jojos Hof an. Gähnend öffnete ich die Tür meines Wagens und streckte mich erstmal. Dann nahm ich meinen Hufschmiedkoffer und schlenderte zum Stutenstall, wo ich auch schon von Jojo begrüßt wurde.
      Anschließend ging es auch schon zum ersten Pferd, welches schon tip-top geputzt in der Stallgasse stand. Baby Doll Melody war ihr Name. Ich gab ihr ein Leckerli, woraufhin sie mich anscheinend auch schon mochte. Neugierig beäugte sie mich und stupste mich sanft, da sie noch eins haben wollte, welches sie auch bekam. Grinsend machte ich mich dann an ihre Hufe. Die 3-jährige gab brav jedes Bein, was mir die Arbeit erleichterte. Man sah deutlich, dass der Strahl sich etwas 'verwachsen' hatte und etwas Sohlenhorn zu viel vorhanden war. Also nahm ich mein Hufmesser zur Hand und machte erstmal einen kleinen Probeschnitt, um fest zu stellen wie viel Horn ich weg nehmen sollte. Es war weniger als es ausgesehen hatte. Nachdem ich sie also ausgeschnitten hatte, ließ ich sie mir nochmal im Schritt und Trab vorführen, was Teil der Untersuchung war. ,,Sehr schön.'',stellte ich fest und die süße Appaloosastute durfte wieder in ihre Box zurück.
      Als nächstes war Cetera dran. Jojo führte sie aus ihrer Box in die Stallgasse und stellte sich beruhigend daneben. Auch bei ihr stand eine Hufkontrolle an. Wie zu erwarten war, war Ausschneiden nötig. Ebenso waren ihre alten Hufeisen schon sehr abgenutzt und mussten ausgetauscht werden. Von der Bewegung her, lief sie lahmfrei und zeigte keine Probleme. Zu aller erst knipste ich mit einer speziellen Zange die umgebogenen Nägel ab. Anschließend konnte ich den Beschlag ohne Probleme abnehmen. ,,Feeein'',lobte Jojo dabei und das hübsche Füchschen blieb ruhig und kooperativ. Nun entfernte ich loses Horn von ihrer Sohle und schnitt ihren Strahl in Form. Zusätzlich bearbeitete ich ihren rechten Vorderhuf noch etwas, um die Form zu korrigieren. Anschließend sollte sie noch Aluminiumeisen bekommen. Dazu nahm ich ihre alten Eisen und suchte die passende Größe aus. Als diese gefunden war, hatte Jojo Cetera auch schon zu mir und meinem Auto geführt. Dort gab ich den neuen Beschlag in meinen speziellen In-Auto-Ofen und erhitzte diese. Dann nahm ich sie heraus und brannte sie auf Ceteras Hufe auf. Als dies getan war, kamen sie in ein Wasserbad. Ich wartete etwas, bis sie kalt waren und nagelte sie dann auf die Hufe auf. Die hübsche Trakehnerstute drehte dabei leicht ihren Kopf, um das 'Spektakel' zu beobachten. Als ich fertig war, ließ ich sie mir nochmal von ihrer Besitzerin vorführen. ,,Perfekt.'',stellte ich fest und auch Cetera konnte wieder entlassen werden.
      Das letzte Pferd war Belaja, ebenfalls eine Stute. Auch sie war schon fertig geputzt und ich konnte sofort mit meiner Arbeit beginnen. Dennoch ließ ich ihr erst etwas Zeit sich an mich zu gewöhnen, da sie mich sehr intensiv, eher skeptisch, beobachtete. Jojo streichelte sie dann, was sie beruhigte. ,,Na gut, dann fangen wir mal an.'',beschloss ich und kontrollierte ihre Hüfchen. Sie wollte sie zwar hier und da weg ziehen, das war aber nicht schlimm. Immerhin musste man ja auch bedenken, dass sie noch sehr jung und damit unerfahren war. Zumindest unerfahrener als manch anderes Pferd. Auch bei ihr war der Strahl etwas verwachsen. Sonst zeigte sich mir die zurzeit barfuß laufende Stute sehr gesund, was die Hufe und den Bewegungsapparat betraf. ,,Braav.'',lobte ich sie, woraufhin sie neugierig ihre Ohren spitzte und sie von da an nicht mehr von mir drehte, bis ich sie fertig ausgeschnitten hatte, was natürlich auch bedeutete, dass ihr Strahl wieder perfekt war. Dann wurde es ernst. Sie sollte ihre ersten Hufeisen bekommen. Renneisen. Davon hatte ich welche; spezielle, die super leicht und dünn waren, dennoch aber Huffehlstellungen vermieden, beziehungsweise korrigierten, und vor der Abnützung schützten, die wohl auf Belajas Hufe zu kommen würde. Ich ging also voraus zu meinem Auto und Jojo folgte mir mit ihrer Stute. Draußen angekommen testeten wir einige Eisengrößen, wobei die Vollblutstute sich sehr geduldig zeigte. Nur beim Aufbrennen der Eisen erschrak sie zuerst durch das Zischen etwas und sprang zur Seite. Dennoch gelang es sie perfekt zu beschlagen, was sich auch beim vortraben zeigte.
      Damit war meine Arbeit auch schon getan.
    • Canyon
      Distanz A → L
      September 2015 | © jojomaus

      Belaja hat in der letzten Zeit tüchtig an Kondition zugelegt und bei einem Turnier eine Strecke von 40km mühelos geschafft. Nun war es soweit sie für bis zu 60km Fit zu machen. Die erste Woche waren Longeneinheiten, kleinere Ausritte mit Hauptaugenmerk auf Bergauf und -ab oder um die Trittsicherheit zu fördern auf dem Programm, auch Schrecktraining war hin und wieder dran.

      Nun war es soweit heraus zu finden wie viel die Vorbereitung schon gebracht hatte. Für heute hatte ich mir eine passende Strecke raus gesucht und alles Notwendige vorbereitet. Garry sollte uns am Ende der Strecke schließlich wieder nach Hause bringen. Ich fing mir mein Mädchen von der Koppel um sie am Putzplatz vorzubereiten. Dort bürstete ich sie ordentlich bis ihr Fell wieder seidig glänzte. Komplett Stillstehen war nicht gerade Belajas Stärke aber ein wenig genoss sie das striegeln doch und mit ihrer Getippel-Macke kam ich mittlerweile zurecht. Zum Schluss war auch noch das Hufe auskratzen fällig. Das Putzzeug räumte ich danach beiseite und holte Belajas Sattel und Zaumzeug. Beim Schließen des Gurtes schaute mir mein Mädchen genau zu und brustete mich an und ich erzählte ihr unser heutiges Tagesziel. Bevor es mit dem Ritt losgehen konnte ermittelte ich Gewohnheitsgemäß die Puls- und Atemwerte meiner Stute im Ruhestand und notierte diese in meinem Trainingsnotizbuch, welches ich schließlich in der Tasche meiner Weste verstaute. Das ganze Prozedere kannte mein Arabermädchen schon von den zwei Turnieren. Dann konnte es auch schon losgehen. Der Ritt verlief wie erwartet, meine Süße hatte mich nicht enttäuscht. Laufen war ihr Element und ganz der Araber erholte sich ihr Puls und die Atmung in den vorgeschriebenen Pausen rasch. Nachdem wir die 45km-Marke erreicht hatten war Belaja immer noch Fit genug um 5 weitere Kilometer bewältigen zu können. Ich war mächtig Stolz auf mein Mädchen und versorgte sie nach dieser Leistung besonders sorgfältig. Anschließend benachrichtigte ich Garry damit er uns wieder nach Hause bringen konnte.

      Die darauf folgende Woche verlief ähnlich. Die Ausflüge wurden etwas länger und ich erhöhte ein wenig das Tempo, immer genau auf Belajas Verfassung abgestimmt. Am Ende der Woche war wieder ein langer Ausritt geplant, diesmal wollte ich mich an die 60km heran tasten, je nachdem wie meine Stute sich machte.

      Ich holte mir mein Araberstütchen also von der Weide und putzte sie ausgiebig von der Mähne bis zum Schweif und hinunter zu den Hufen. Danach machte ich sie Transportfähig, denn Garry würde uns zum Streckenstart bringen. Ich wollte Belaja mehr bieten als nur die bekannten Strecken. Heute stand etwas Neues an. Nachdem Belaja im Hänger und auch alles andere verstaut war fuhren wir auch schon los. Am Zielort bereitete ich Belaja auch gleich vor. Einmal kurz über geputzt und schließlich gesattelt und getrenst nahm ich die Puls- und Atemwerte meiner Stute. Ein bisschen Höher wie zu Hause waren sie schon, aber nicht bedenklich. Belaja freute sich nur enorm auf den Ritt und wollte endlich los, was sie mit herum getänzel, wiehern und schnauben auch Kund tat. Ich nahm mir trotzdem die Zeit noch alles wichtige zu verstauen, ehe ich in den Sattel stieg und Belaja die ersten 15min im Schritt aufwärmte. Garry würde am verabredeten Checkpoint auf uns warten, bis dahin waren wir erst einmal auf uns allein gestellt. Neugierig musterte meine Stute die fremde Umgebung und ich ließ ihr die Zügel lang genug damit sie sich auch zur Seite hin umschauen konnte. Allmählich wurde sie auch ruhiger und wir fanden unser Rhythmus. Schließlich konnte ich mit der ersten Trabeinheit beginnen. Schön flüssig und klar sprang Belaja in den Trab und schien keine Mühe zu haben in dem Tempo die Kilometer vorbei ziehen zu lassen. Am Checkpoint wurde wieder Puls und Atmung kontrolliert und Belaja bekam etwas Wasser angeboten. Sobald sie sich wieder erholt hatte ging es auch gleich weiter. So verbrachten wir einen wahnsinnig tollen Tagesritt und mein Araberchen zeigte mir wieder einmal was in ihr steckte. Kleinere Zwischenfälle wie ein dahin flitzendes Eichhörnchen oder ein kläffender Hund waren nur ein kleiner Schreck wert und schnell wieder vergessen. Belaja blieb ruhig oder beruhigte sich schnell wieder und das beste war sie zeigte Durchhaltevermögen. Am Ende schafften wir wirklich meine erhofften 60km und nach der rund um Versorgung der Stute konnte es wieder nach Hause gehen, per Auto versteht sich. Belaja war nun in der Lage Kurze Distanz-Ritte von 40 bis 60km zu Absolvieren und war somit in der L-Distanz angelangt.
    • Canyon
      Ab ins Freie
      unbekannt | © jojomaus

      Der Sommer ist nun zu Ende, es ist kühler geworden aber noch schön sonnig und die Bäume beginnen ihr farbiges Blattwerk ab zu schmeißen. Ein ideales Ausrittwetter. Belaja musste fit bleiben in der Distanz und deswegen holte ich sie mir nun von der Weide. Garry würde mich mit Thulin begleiten damit auch er in Kondition blieb. Wir trafen uns schließlich am Putzplatz und die beiden Araber begrüßten sich erfreut. Dann gaben wir uns der intensiven Fellpflege hin, denn der Fellwechsel war schon im Gang und gab uns allerhand zu tun. Zudem war Thulin nicht mehr wirklich als weiß zu bezeichnen. Garry gab sich redlich Mühe das weiße Scheckmuster wieder heraus zu arbeiten. Meine Belaja stellte mich dagegen auf eine andere Probe, denn sie hatte heute wieder einmal keine Lust still zu stehen und giftete mich hin und wieder an. Wir hatten bei der Putzaktion also allerhand Spaß. Nachdem wir dann endlich fertig waren und beide Pferde gesattelt und gestrenst bereit zum Ausritt da standen, setzten wir unsere Reithelme auf und ich maß Routinemäßig Puls- und Atemwerte meiner Stute um diese zu Dokumentieren. „So nun kanns losgehen.“ Wir stiegen in die Sättel und ich übernahm die Führung bis der Weg ein nebeneinander reiten gestattete. Die Herausforderung heute bestand darin beide Pferde im selben Tempo zu halten, im Schritt ganz einfach aber im Trab nicht mehr so ganz. Galopp wagten wir uns vorerst noch nicht, da beide Araber auch im Galopprennen präsent sind und wir ein Rennen heute verhindern wollten. Die nächste Herausforderung bestand im fallendem Laub und das knistern unter der Hufe. Hin und wieder erschrak sich Belaja und wollte zu einem Sprint ansetzten, was ich jedoch zu verhindern wusste, denn eins hatte ich im Umgang mit der jungen Stute schnell gelernt: ich muss immer bei der Sache und auf alles Vorbereitet sein. Die Hüpfer meiner Belaja waren auch für Garry nicht einfach, da es Thulin animierte ebenfalls vorbreschen zu wollen und er seinen Hengst unter Kontrolle halten musste, was nicht immer sofort klappte. Die Trittsicherheit von unserem Schecken hatte sich schon weit verbessert aber er schaffte es dennoch immer mal wieder im Gelände zu stolpern. So war unser Ausritt kein entspannter sondern ein sehr Ereignisreicher. Nichts desto trotz hatten wir einiges erreicht, beide Araber hatten ein gemeinsames Tempo gefunden, was ein weiteres gemeinsames Training förderte, die Trittsicherheit wurde geschult, sowie auch in Schrecksituationen ruhig zu bleiben und letztendlich kamen wir auch heil wieder zu Hause an. Erschöpft aber zufrieden waren unsere beiden jungen Araber, genauso wie auch Garry und ich. Sorgfältig rieben wir Belaja und Thulin trocken und deckten sie anschließend ein, bevor sie zurück auf die Weide durften um ihren wohlverdienten Feierabend zu genießen.
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  • Album:
    Gnadenweide
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    Canyon
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    6 Jan. 2021
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  • Belaja

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    Stute | *2012 | 152cm
    Vollblutaraber
    Brauner

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    Von

    Von | Aus der

    Aus der

    Von | Aus der

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    vielseitig | ungeduldig | neugierig
    Belaja ist ein Allrounder und zeigt in beiden Reitweisen Potenzial. Sowohl im Western als auch in der englischen Reitweise zeigt sie ihre Stärke und ist so vielseitig einsetzbar. Dazu kommt ihr großer Mut und eine große Schippe Neugierde, die sie perfekt für den Turniersport machen. Für neue Aufgaben interessiert sie sich brennend und arbeitet dann super mit. Allerdings sollte sie zum Aufsteigen jemand festhalten, da sie sonst anfangen könnte zu buckeln. So sind die ersten Sekunden immer wie russisch Roulette. Angst zeigt sie nicht sehr oft, allerdings findet sie laute Geräusche nicht ganz so geil. Auf der Weide ist sie eher die Ruhige und kümmert sich mehr ums grasen als um alles andere. So sieht man den Jungspund selten abgehen oder mit den anderen Pferden spielen. Im Umgang zeigt sie sich aber immer von ihrer besten Seite, kann aber hier und da mal bei zu langem Stillstehen tänzeln.


    ● ○ ● ○

    Besitzer: Canyon
    VKR/Ersteller: Rinnaja
    im Besitz seit: 26-11-2016
    Kaufpreis: x Joellen

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    ● Schleifenaufstieg Trainingsaufstieg Potential

    Gang E A L M S


    Western E A L M S

    Distanz E A L M S

    Dressur E A L M S

    Springen E A L M S

    Military E
    A L M S

    Fahren E A L M S

    Galopp E A L M


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    Fohlen ABC | Eingeritten | Eingefahren ✔

    [Schleife]
    3. Platz 211. Distanzturnier
    2. Platz 223. Distanzturnier
    2. Platz 300. Galopprennen

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    Schleife
    [Thema]


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