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Samarti

Bel Homme, DRP ♥ *

Bel Homme, DRP ♥ *
Samarti, 4 Juni 2013
Elii gefällt das.
    • Samarti
      Bel Homme wurde aufgrund einer Verletzung der Beugesehne am 4. Juni 2013 in den wohlverdienten Ruhestand geschickt.
    • Samarti
      Pflegebericht 24. Dezember 2013 - Besuch auf der Gnadenweide

      „Hey, mein Süßer“, begrüßte ich den Deutschen Reitpony Wallach und strich langsam über sein samtweiches Maul, das durch das Winterfell total plüschig geworden war.
      „Ich hab dich vermisst“, murmelte ich leise und meine Finger bahnten sich den Weg durch sein langes, warmes Fell an seinem Hals.
      „Hast du Lust, einen kleinen Spaziergang zu machen?“ Meine Stimme wurde etwas leiser und ich summte die Worte fast nur noch, doch Bel Homme hatte sie genau gehört. Als hätte er sie verstanden, zuckten seine Ohren plötzlich hin und her, was mich zum Lächeln brachte. Seit seiner Verletzung an der Beugesehne, die im Mai dieses Jahres festgestellt wurde, stand er nun auf der Gnadenweide und befand sich im wohlverdienten Ruhestand. Mit seinen dreizehn Jahren war er zwar noch nicht sonderlich alt, doch er hatte schon zuvor einige Schleifen bei Wallachschauen abräumen können und somit war es leicht für mich, ihn aus der Show-Welt herauszuholen und ihn nur mehr als Freizeitpony zu behalten. Ich hatte es nicht über mein Herz gebracht, ihn einschläfern zu lassen oder an eine andere Familie zu verkaufen, was zwar ziemlich egoistisch war, doch ich hatte eine ziemlich starke Bindung zu ihm. Ich schmunzelte über meine Gedanken, das hörte sich irgendwie lächerlich an – aber es war nur die Wahrheit.
      Das Halfter fand rasch seinen Weg über Bel Hommes Kopf, der zufrieden schnaubte und gelassen neben mir her trottete, während wir uns in Richtung des Putz- und Waschplatzes bewegten. Dort angekommen, band ich den Wallach zunächst einmal an, um ihn dann gründlich zu putzen und schließlich sagte ich Matthew Bescheid, dass ich mit Bel Homme rausgehen würde. Er bestand darauf, mich zu begleiten und gab wiederum Charles Bescheid, sodass nun wenigstens einer wusste, wo wir waren und was wir machten. Schweigend verließen wir das Gestüt und bewegten uns auf den See zu. Es war viel zu kalt für Bel Homme, jetzt in dem See herum zu plantschen, doch das leise Rauschen war einfach beruhigend. Während wir so daher liefen, mal hier und dort eine kleine Pause einlegten, plauderten Matthew und ich ein wenig über Gott und die Welt.
      „Elisa, ich …“, fing er plötzlich an, verstummte dann jedoch wieder. Fragend wanderte mein Blick zu ihm und suchte Augenkontakt, doch er wandte sich ab. „Vergiss es“, murmelte Matthew leise und kickte einen der Steine, der vor ihm auf dem Weg lag, durch die Gegend.
      „Matthew“, sprach ich leise und blieb stehen, was auch Bel Homme zum Halten brachte, „du kannst mir alles sagen.“
      Er sah mit den Augen wahllos in der Gegend herum, bevor seine Augen die Meinen suchten und für eine Weile dort verharrten.
      „Ich mag dich.“
      „Das weiß ich doch.“ Meine Lippen wurden von einem Grinsen umzogen, doch dies verblasste, als er nicht darauf einging.
      „Nicht … so.“
      Ich schwieg und sah ihn etwas überrumpelt an. Hatte er …? Hatte er mir gerade gesagt, dass …?
      Warte. Was?!
      „Ich … wie … hä?“, stotterte ich und sah ihn verwirrt an. Ich hatte so eine Vermutung, was er meinte – aber bevor ich mich blamierte, weil ich mich irrte … Vergewisserte ich mich lieber, dass meine Vermutung auch wirklich stimmte.
      „Elisa, ich habe mich in dich verliebt.“ Sein Blick wanderte auf den Boden und er vergrub seine Hände in den Hosentaschen, wollte mir nicht in meine Augen sehen. Ich legte Bel Homme den Strick über den Hals (ich wusste, dass er nicht weggehen würde) und bewegte mich langsam auf Matthew zu, ehe ich ihn in eine innige Umarmung zog. Er schlang seine kräftigen Arme um meine Hüfte und sein Kopf ruhte auf meinem. Er war um einiges größer als ich, was sich besonders in diesem Moment bemerkbar machte.
      Ich fühlte auch etwas für ihn, dessen war ich mir sicher. Aber ich wusste nicht, ob ich seine Gefühle erwidern könnte, ob ich gut genug für ihn war. Da war diese Angst, dass er schnell etwas Besseres finden könnte und mich fallen ließe. Auch, wenn er nicht der Typ dafür war; diese Zweifel wurde ich dennoch nicht los.
      Bel Homme brummelte leise und scharrte mit dem Vorderhuf auf dem Boden herum, um uns zu sagen, dass er wieder Aufmerksamkeit haben wollte, schließlich waren wir mit ihm hier. Ich lächelte Matthew leicht an, gab ihm ein Küsschen auf die Lippen und umfasste schließlich wieder den Führstrick des Deutschen Reitponys.
      „Lass uns zurückgehen.“

      Aufgewärmt mit einer warmen Tasse Früchtetee und eingehüllt in eine kuschelige, warme Decke lag ich auf dem Sofa und ließ mir den Tag noch einmal durch den Kopf gehen. Nachdem wir wieder auf dem Gestüt angekommen waren, hatte ich Bel Homme wieder in seine Box gebracht, wo er sogleich von seinen Freunden begrüßt wurde. Noch ein wenig Zeit hatte ich danach bei Goldherz verbracht, um mich bei ihr auszuheulen. Sie war für mich schon immer die beste Freundin gewesen, seit Michelle und ich uns getrennt hatten, und das würde auch auf ewig so bleiben. Nichts würde uns trennen können, dessen war ich mir sicher.
      Nun gut. Danach hatte Matthew mich abgefangen und beiseite gezogen, um noch einmal mit mir über das Geschehene zu sprechen, doch es war nichts Gutes dabei herausgekommen.
      „Du … es ändert sich doch jetzt nichts deswegen, oder?“, hatte er mich verunsichert gefragt und ich hatte ebenso unsicher auf meiner Unterlippe herumgekaut. Sie schmerzte noch immer ziemlich deshalb.
      „Nein. Matthew, du bist mein bester Freund, das bleibt auch so.“
      „Du fühlst nicht … dasselbe für mich?“
      „Ich … ich weiß es nicht. Es tut mir leid.“
      „Also nicht. Ich hätte es wissen müssen. Gott, ich verdammter Idiot!“
      „Es liegt doch nicht an dir, ich hab gesagt, dass ich mir nicht-“
      „Natürlich bist du dir nicht sicher. Du willst mich doch nur nicht verletzen. Hm. Ich bin kein kleiner Junge mehr, Elisa. Du kannst ehrlich zu mir sein.“
      „Ich bin ehrlich zu dir.“
      „Wie gern würde ich dir das gerade glauben.“
      „Aber-“
      „Nichts aber. Sag es mir doch einfach ins Gesicht, dass ich für dich nie mehr als nur ein einfacher Freund, vielleicht ein guter Freund sein werde.“
      „Das kann ich nicht.“
      „Wieso kannst du das nicht?“
      „Weil ich mir nicht sicher bin.“
      „Was zur Hölle weißt du überhaupt?! Hast du denn von gar nichts eine Ahnung? Mädchen, weißt du, dass ich mir den Arsch aufgerissen habe, um dir das Bestmögliche zu bieten? Immer war ich für dich da, immer habe ich versucht, es dir recht zu machen. Was bekomme ich dafür? Ein lausiges ʻich weiß es nichtʼ. Scheiße. Ich habe so viel versucht, um dich auf mich aufmerksam zu machen, aber du scheinst ja nur Augen für deinen Harry zu haben. Harry hier, Harry da. Kümmert es dich überhaupt, wie es mir geht? Wie ich mich dabei fühle? Anscheinend ja nicht.“ Er hatte langsam wie ein verbitterter, alter, einsamer Mann, der von seiner Frau betrogen worden war, geklungen. Dennoch konnte ich es ihm nicht verübeln. Auch, wenn er meiner Meinung nach überreagiert hatte.
      Einige wenige Tränen hatten sich den Weg aus meinen Augenwinkeln über mein Gesicht gebahnt, doch ich hatte es abgewendet, damit er es nicht hätte sehen können.
      „Ich … es tut mir leid“, hatte er plötzlich gemurmelt und mein Kinn mit seinen Fingern angehoben, bevor er auf dem Absatz kehrt gemacht hatte und verschwunden war.
      Vorhin hatte er mir die Tasse Früchtetee gebracht und sich noch einmal für seinen Wutausbruch entschuldigt. Ich war ihm nicht einmal sauer, ich konnte seine Reaktion verstehen. Nun saß er neben mir auf dem Sofa und beobachtete mich traurig, als würde ihn irgendetwas bedrücken. Was ich natürlich voll und ganz verstand – mich bedrückte die ganze Sache genauso sehr.
      „Matthew, es ist Weihnachten. Hören wir auf, über die Sache nachzudenken und genießen das Fest einfach, in Ordnung?“, schlug ich vor und rückte ein wenig näher zu ihm, sodass er einen Arm um mich legte und mich näher zu mich zog. Ein leichtes Lächeln stahl sich unbemerkt auf meine Lippen, und ich seufzte glücklich. Jetzt würden wir den Stress vielleicht für diesen Abend vergessen können. Morgen wäre noch genug Zeit, um sich mit dem Thema zu befassen. Oder nächste Woche. Nächster Monat. Nächstes Jahr …
      „In Ordnung.“
    • Samarti
      Pflegebericht 02. März 2014 - Kanada, wir kommen!

      Hochwasser.
      Ein Wort, das allein schon dämlich genug klingt – welcher Idiot hatte sich das denn bitte ausgedacht?
      Nachdem Cornwall noch immer unter Wasser stand und unser ganzes Gestüt tatsächlich darunter zu leiden hatte, indem die Weiden, Reitplätze und auch die Reithalle nun völlig verstört worden waren, hatten Matthew und ich uns dazu entschieden, dass etwas Neues her musste. Und das so schnell wie möglich. Es war auch für die Pferde unzumutbar, sie noch im Stall stehen zu lassen, weshalb diese inzwischen schon auf dem neuen Gestüt untergebracht worden waren.
      So sehr es mir auch im Herzen wehtat, aus England wegzuziehen – hatte ich hier doch eine lange Zeit gelebt – so war es dennoch eine Erleichterung, dass wir zumindest unseren treuen Vierbeinern ein vernünftiges Zuhause bieten konnten. Obwohl wir erst vor knapp zwei Monaten nach Penzance gezogen waren, was für mich ein Stich ins Herz war. Ich liebte England, aber besonders nach der Zeit, die wir im ungewünschten Wasser verbracht hatten, wurde mir klar, dass dringend eine Lösung her musste.
      Zu meinem Glück sah Matthew, mit dem ich mich inzwischen wieder ziemlich gut verstand, das Ganze genauso; ebenso meine anderen paar Mitarbeiter. Bei einigen hatte ich Glück, Matthew, Sophia, Charles und seine Frau Lucy hatten beschlossen, mich zu begleiten, da ihnen die Lage in England förmlich zu Kopf stieg. Hätte ich mich zuvor nicht mit Matthew versöhnt, würde er mich mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht begleiten.
      So traf es sich gut, dass neben der Ranch Gwen, dessen Hengst Altair ich bereits im Training gehabt hatte, ein leerstehendes Gestüt zum Verkauf stand. Ursprünglich wollte ich nie nach Kanada ziehen – doch das Mädchen hatte mich dann schlussendlich doch überzeugen können und inzwischen war ich mir ziemlich sicher, dass uns eine schöne Zeit bevorstand. Natürlich war ich mir über die Wetterumschwünge in Kanada im Klaren, dennoch würde es mit Sicherheit eine interessante, neue Erfahrung sein.
      Die letzten Umzugskartons waren gerade verpackt, als jemand von hinten seine Arme um meinen Torso schlang und sein Kinn auf meiner Schulter bettete. Ohne hinsehen zu müssen, wusste ich, dass es sich um Matthew handelte.
      „Ich werde England vermissen“, murmelte er leise in mein Ohr. Sein Atem kitzelte auf meiner Haut; jagte mir einen wohligen Schauer über den Rücken und sorgte dafür, dass sich Gänsehaut auf meinem Körper ausbreitete.
      „Ich auch.“ Meine Stimme war kurz vorm Versagen. Ja, ich würde England vermissen – und wie ich das tun würde. In diesem Land hatte ich so viele Erlebnisse machen dürfen, war selbstständig geworden, hatte mein erstes, komplett eigenes Gestüt aufbauen können, hatte neue Freunde gefunden, Bekanntschaften geschlossen, mit Leuten zerstritten, meistens wieder mit jenen Leuten versöhnt, hatte mir eine neue Menge Pferde gekauft, hatte viele Pferde trainiert und, und, und. Ich könnte die Liste ewig weiterführen, doch irgendwas findet alles sein Ende.
      „Wir schaffen das. Zusammen.“ Er stockte kurz und senkte seine Stimme, während sich auf meinem Gesicht ein Lächeln ausbreitete.
      „Zusammen.“

      Endlich hatte ich den ganzen Trubel um den Check-In am Flughafen hinter mir und konnte mich nun auf den Flug nach Kanada begeben. Mein Handgepäck hatte ich rasch in der Ablage verstaut, nachdem ich meine Sitzreihe, F, gefunden hatte. Matthew war mir dicht auf den Fersen, die Anderen waren schon alle längst in Kanada, um das neue Gestüt auf Vordermann zu bringen. Ich seufzte leise und ließ mich dann auf meinen Sitz sinken, ehe ich mir die Ohrstöpsel ins Ohr steckte und Musik hörte. Meine Musik wurde aber leider Gottes nur kurz darauf von den nervigen Ansagen unterbrochen, die man sowieso vor jedem Flug hörte. Ich konnte sie inzwischen schon auswendig, schließlich flog ich nicht gerade selten, um neue Pferde zu holen oder einfach nur an internationalen Turnieren teilzunehmen.
      Zum Glück war die Ansage schon bald beendet und ich startete mein Handy erneut, um mich Flappy Bird zu widmen. Ich hasste dieses Spiel abgrundtief, hing ich doch immer noch bei meinem Highscore von 73 Röhren fest, doch ich wollte eben diesen unbedingt brechen. Das bedurfte nicht nur einer Menge Geduld, sondern auch viel Zeit – zu viel Zeit. Denn irgendwann gab mein Handyakku auf und ich musste mich anders beschäftigen, weshalb ich Matthew anstieß, welcher kurz zusammenzuckte und dann überrascht aufsah. Es dauerte nicht lange und wir waren in eine Unterhaltung darüber vertieft, wie es wohl in Kanada für uns weitergehen würde.

      Das neue Gestüt war riesig. Mir stand der Mund vor lauter Staunen offen, als ich aus dem Taxifenster blickte und unser großes Gelände erspähen konnte. Überall erstreckten sich lange, grüne Wiesen, dichter Wald umgab uns und hin und wieder sah man einmal ein Feld. Kurzum: Es war unglaublich. Das CHS in England war im Vergleich zu diesem winzig gewesen und ich zweifelte daran, ob es gut war, ein solch großes Gestüt zu besitzen. Schnell schlug ich mir den Gedanken wieder aus dem Kopf. Wir hatten uns vergrößert und würden auch demnächst noch einige neue Pferde erwarten, weshalb so viel Platz vielleicht ein ziemlicher Vorteil war, sollten doch bald eventuell sieben weitere Zuchtpferde von Elena bei uns ankommen, um die wir uns kümmern sollten.
      Mein Weg führte mich zunächst einmal ins Haus, wo Matthew und ich die restlichen Kartons und Koffer ablegten, ehe er mich völlig unerwartet bei der Hand nahm. Ein leichtes Kribbeln breitete sich an der Stelle aus, weshalb ich lächelnd zu Boden sah und ihm nicht ins Gesicht blicken wollte. Er grinste kurz, zog mich dann aus dem Haus heraus und wir standen etwas ratlos auf dem Gestüt herum, da wir nicht wussten, wo was war – weshalb wir uns erst einmal zu dem längsten Gebäude begaben, welches, wie nicht anders zu erwarten, der Stall war.
      Die Pferde standen momentan alle in ihren Boxen und zermalmten zufrieden ihr Heu, während wir an den neuen Außenboxen vorbeiliefen. Diesmal hatten wir uns gegen die Innenboxen und für die Außenboxen entschieden, da die Pferde somit einfach mehr „Luft“ hatten, es schien ihnen allerdings auch zu gefallen. Scheinbar hatten sie alle die anstrengenden Reisen gut überstanden, lediglich Pushin' Jazz for Cash hatte eine kleine Schürfwunde an der Brust, welche jedoch nicht allzu schlimm aussah. Kein Grund, sich Sorgen zu machen.
      Casey brummelte mir freundlich zu und sah neugierig auf, als wir an ihrer Box vorbeiliefen, doch ich streichelte ihre Stirn nur kurz zur Begrüßung und wir liefen weiter. Rapsoul beachtete mich nicht weiter, ebenso Audio Delite at Low Fidelity – sie beide waren nur mit ihrem Heu beschäftigt und hatten keine Zeit für uns übrig. In der Box gegenüber der Mixstute stand eine Kabstrupper-Stute, die ich vor kurzer Zeit von Elena gekauft hatte, aber bisher noch nicht selbst in Empfang nehmen konnte, da sie sofort nach Kanada gebracht worden war, ohne einen Zwischenstopp in England einzulegen. Die Gute hieß Sambuca und wollte sich lediglich einige Streicheleinheiten erbetteln, ehe auch sie sich wieder dem Futter zuwandte.
      Die drei kleinen Fohlen auf unserem Gestüt Dajeen, Beverly und Lunaris schienen sich trotz ihres niedrigen Alters ebenfalls schon ziemlich gut eingelebt zu haben, widmeten doch auch sie sich lieber dem Futter, als mich zu begrüßen. Lediglich der neue Hengst im Bunde, ein Buckskin Roan aus der Zauberhaft, der vor einem Tag geboren worden war und dementsprechend noch wackelig auf den Beinen stand und sich nur bei Zauberhaft in der Box befand, sah mich etwas verängstigt an. Der kleine war ein Nachkomme von dem Deutschen Reitponyhengst Unique Affair, der in der Zucht Burnin' Valentine stand und hatte daher auch seinen Namen bekommen: Burnin' Unbridled Dreams.
      Auch Sonic Syndicate war gut angekommen, ebenso Nacromancer in the Dark und Nickles 'n Dimes, auf den ich inzwischen meine ganzen Hoffnungen setzte. Der schon etwas ältere Kerl hatte eine ausgesprochen interessante Fellzeichnung, die auch der Farbzucht neues Leben einhauchen würde. Romantica und Ace of Clubs, die Farbwechsler-Stute, hatten wir inzwischen wieder auf dem Gestüt, nachdem sie eine Zeit lang bei Lisa auf dem Hof gelebt hatten, wo sie in der Dressur jeweils eine Stufe höher trainiert worden waren. Monsta lag dösend in ihrer Box und schien nicht mehr hungrig zu sein; sie blickte allerdings auch nicht auf, als ich an ihrer Boxentür vorbeiging und kurz herein sah. Das letzte meiner inzwischen sieben Sportponys war nun Firebird geworden, die junge Sooty Palomino-Stute, die ich von kira gekauft hatte.
      Schließlich folgten noch die Zuchtpferde, die wir uns einen Moment lang ansahen und bei denen wir kontrollierten, ob alles in Ordnung war. Beginnend bei Herbstblatt arbeiteten wir uns weiter voran, besuchten Pamino, Dahiba, Da Vinci und auch Star's Diamond nacheinander. Bei Goldherz verharrten wir eine Sekunde – sie brummelte mir erfreut zu und schmiegte sofort ihren Kopf gegen meine Brust, als sie mich sah. Das zwischen uns hatte sich wirklich zu etwas Besonderem entwickelt, so kitschig es sich jetzt auch für Außenstehende anhören mag. Sie war schon immer mein Lieblingspferd gewesen und nichts oder niemand könnte sich jemals wieder zwischen uns stellen, waren wir doch inzwischen beste Freunde geworden. Sie begleitete mich überall hin und das bereits seit fast fünf ganzen Jahren. Um nichts in der Welt würde ich sie jemals eintauschen oder hergeben wollen, so viel stand fest.
      Nachdem ich mich von Goldherz lösen konnte, liefen Matthew und ich zur nächsten Box, in der Zauberhaft ihr Heu fraß. Direkt neben ihr stand der einen Tag alte Hengst von Unique Affair, der es mir schon im ersten Moment angetan hatte. Ich hoffte wirklich, dass aus ihm mal ein ganz Großer werden würde, denn die richtigen Veranlagungen dazu hatte er allemal.
      Die letzten drei vergebene Boxen waren von den drei Neuen belegt worden. Wir hatten sie, wie auch Star's Diamond und Zauberhaft, von Husky kaufen können und so standen sie nun bei uns in Kanada. Ebenso wie Sambuca waren auch sie sofort nach Kanada gebracht worden, sodass ich sie zuvor noch nicht wirklich hatte sehen können.
      Der erste Hengst war ein Brauner, der bereits zwölf Jahre alt war; Dancer in the Moonlight. Der Hengst war ziemlich menschenbezogen, was mir schon in den ersten Sekunden auffiel: Er kam sofort zu mir, drückte sein Maul gegen meine Jackentasche und suchte nach Leckerlis, wollte aber zeitgleich auch gestreichelt werden.
      Daraufhin folgte Kronjuwel, der Papa von meiner Stute Zauberhaft. Er war ein wirklich schöner Buckskin, wurde ebenfalls im Jahre 2002 geboren und sein Charakter ähnlich wie der von Dancer in the Moonlight. Liebenswert, menschenbezogen und einfach ein Prachtkerl, der nicht nur sein faszinierendes Äußeres, sondern auch sein Interieur bisher immer mit vollem Erfolg weitergeben konnte.
      Das letzte der drei neuen Ponys war eine gekrönte Deutsche Reitponystute, die ich bereits von früher nur zu gut kannte. Inzwischen hatte ich eine stolze Zahl von vier gekrönten Deutschen Reitponystuten im Stall stehen, was mich ziemlich erfreute – war es doch vor gut zwei Monaten lediglich Goldherz, die bei mir im Stall stand. Nun jedoch hatte auch Star's Diamonds Mutter, Star, zu uns gefunden, die früher mal Juliane gehört hatte, mit der ich vor einigen Jahren mal das Gestüt Liberté geführt hatte. Ich war besonders froh darüber, sie bei mir haben zu können, strahlte sie doch schon früher solch einen Lebensmut aus, dass er beneidenswert war. Zwar war sie inzwischen schon fünfzehn Jahre alt, führte sich aber dennoch immer noch auf, als wäre sie eine dreijährige Stute, die erst noch eingeritten werden müsste.

      „Scheint, als ginge es ihnen allen gut“, bemerkte Matthew das Offensichtliche und ich lachte als Antwort nur kurz auf. „Ja, da magst du recht haben. Zum Glück haben sie die Reise alle gut überstanden“, seufzte ich erleichtert und fügte dann hinzu: „Aber jetzt werden wir erst einmal unsere neue Nachbarin begrüßen gehen.“
    • Samarti
      Pflegebericht 31. August 2014 - Von getrennten Wegen und langen Reisen

      In letzter Zeit hatte ich schon einige Flüge in verschiedene Länder hinter mir – ins regnerische England, ins heimische Deutschland oder auch einfach zurück nach Kanada.
      All dies änderte jedoch nichts daran, dass ich ständig wieder verreiste, um mir Neuankömmlinge anzusehen, die eventuell ein neues Zuhause auf meinem Gestüt finden sollten.
      Bis heute. Denn als ich heute vor meinem riesigen Stallgebäude stand, mir die Pferdenasen ansah, die sich über die Boxentüren streckten, zog sich mein Herz bei diesem Anblick zusammen. Ich wusste, dass ich viele Pferde besaß, und leider Gottes konnte ich mich nicht in vierzig Stücke schneiden und jedem die Aufmerksamkeit geben, die ihnen zustand.
      Umso klarer wurde mir allmählich, dass es so nicht weitergehen konnte. Denn auch, wenn wir massig Platz auf dem Gestüt hatten und jede Menge Leute hier arbeiteten, tat es mir im Herzen weh, zu sehen, wie ich mich nicht persönlich um jedes kümmern konnte. Matthew griff mir tatkräftig unter die Arme, Joline half, wo sie konnte und auch der Rest des gesamten Teams ließ mich nicht im Stich.
      Doch ich wollte es ändern – ändern, dass viele von ihnen vernachlässigt wurden. Zumindest von mir. Es waren meine eigenen Pferde und ich sollte mich wenigstens ab und zu selbst um sie kümmern und nicht einfach abfertigen. Vierzig Pferde kosteten sehr viel Zeit; Zeit, die ich nicht hatte.
      Deshalb fanden sich bisher bereits ganze sieben Pferde wieder, die ich in den Ruhestand entließ. Nicht, weil sie zu alt waren, sondern einfach, weil es ihnen dort besser gehen würde. Ich könnte mich noch immer mit ihnen beschäftigen und sie gesund und munter wissen, brachte ich es doch nicht übers Herz, sie gehen zu lassen. Vier gekörte Hengste standen nun dort gemeinsam mit Bel Homme, Firebird, meiner lieben Casey, Lucane und Nikan. Ich wollte nicht, dass die Hengste überfordert wurden, sie hatten der Zucht lange genug gedient. Nacro war vor nicht allzu langer Zeit gekört worden, doch irgendwie hatte ich nur diese Bestätigung gebraucht, dass er es schaffen könnte. Er sollte nie ein Zuchthengst werden, ihm machte die Arbeit auf dem Platz oder ruhige Ausritte im Gelände viel mehr Spaß. Genau wie Herbstblatt war er in einigen Disziplinen ziemlich stark vertreten, doch dies war nicht mein Verdienst. Nach Jahren stellte sich dann heraus, dass beide in jungen Jahren überfordert worden waren. Herbstblatts Gelenke machten das hohe Niveau nicht mehr mit, er hatte Schmerzen und wollte nicht mehr. Bei Nacro sah das Ganze besser aus, er hatte keine Gelenkprobleme – doch nach der Erfahrung mit dem Schwarzbraunen wollte ich den Braunen nicht demselben Risiko aussetzen, weswegen ich mich dazu entschied, ihn auf eine der weiten Wiesen Kanadas zu entlassen.
      Nikan und Lucane standen dort, weil sie dann doch verhältnismäßig schon alt waren – sie würden dennoch weiter gearbeitet werden, sie waren die perfekten Gefährten für ruhige Ausritte im Gelände.
      Und Casey … Ja, Casey hatte wohl dasselbe Schicksal wie einst ihre Mutter erlitten: eine Verletzung an der Beugesehne. Eines der Ferienkinder des mehr oder weniger unregelmäßig laufenden Ferienbetriebs hatte sie zu der Zeit geritten, und als es über einen Sprung ging, war Casey blöd aufgekommen und erstmal in Quarantäne geschickt worden, da sie stark lahmte. Als der Tierarzt später eintraf, entdeckte er jene Verletzung.
      Seufzend riss ich mich von dem Anblick der acht Pferde los und nahm die Arme vom Zaun, wo ich sie zuvor abgestützt hatte. Mein Koffer stand bereits vor der Haustür, wartete darauf, endlich mitgenommen zu werden. Und während Julien noch vor der Haustür stand und seinen gerade auf den Hof hievte, begab ich mich auf den Weg in seine Richtung, um mir meinen Koffer zu schnappen und mich ein achtes Mal zu vergewissern, dass ich doch wirklich alles dabei hätte. Der fast zehn Jahre ältere Mann lächelte mir aufmunternd zu, als er meinen sehnsüchtigen Blick bemerkte, der in Richtung Casey ging. Die acht würden bald ihre Reise zu einem kleineren Gestüt in der Nähe antreten, wo sie den Rest ihres Leben würden verbringen dürfen.
      Ich hatte mich bewusst dagegen entschieden, Matthew mitzunehmen. Er machte seine Arbeit gut und wir verstanden uns prima, doch nach seiner Abfuhr fühlte ich mich von ihm irgendwie … verarscht, um es auf gut Deutsch zu sagen.
      Apropos gut Deutsch: Unsere Reise war lang, und sie führte uns in verschiedene Länder. Nach Deutschland, um Salera Darym wieder zurückzubringen, von dem ich mich trennen wollte, dann auf Gaitanos Gestüt, die Carachillo wieder zu sich nahm. Mit beiden wurde ich nicht warm, deshalb war es für sie besser, ein neues Heim zu finden, wo sie genügend Aufmerksamkeit bekamen.
      Als ich ein letztes Mal über die Schulter sah und den bunten Haufen der Deutschen Reitponys erblickte, versetzte es mir einen Stich, doch dann wandte ich den Blick nach vorn und auf den dunklen Jeep, der uns zum Flughafen fahren würde.
      Und direkt im Anschluss würde es uns nach Wyoming verschlagen. Julien war total darauf aus, endlich mal wieder Ranchboden unter seinen Füßen zu haben, und da es Eddi auf eine Ranch verschlagen hatte, hatte ich ihn gefragt, ob er mich nicht begleiten wollte. Ich wusste noch nicht, wie lang wir dort bleiben würden, weshalb ich praktisch für einige Wochen ausgerüstet war. Dennoch war ich gespannt, wie Eddis Ranch aussah und wie sie sich bisher so als Einsiedlerin machte – und vor allem, ob die Umgebung nun wirklich so an den Wilden Western erinnerte, wie sie zu sagen pflegte. Zudem schwärmte sie ständig davon, dass ich völlig überwältigt von Wyoming sein würde und sie doch endlich ihren endgültigen Platz gefunden hatte.
      Ich hatte ja keine Ahnung, welch Überraschung mich dort erwartete.
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  • Album:
    3 - Pferde im Ruhestand
    Hochgeladen von:
    Samarti
    Datum:
    4 Juni 2013
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    Aus der: Adona
    Von: Black Attack

    Geburtsdatum: 26.04.2000

    Geschlecht: Wallach

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    Rasse: Deutsches Reitpony
    Rassetyp: Pony
    Fellfarbe: Brauner
    Langhaarfarbe: schwarz
    Augenfarbe: dunkelbraun
    Abzeichen: Stern, Schnippe, 3x weiße Fessel
    Stockmaß: 1,48

    Gesundheit:
    *
    /*****
    Hufzustand: *****/*****

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    Charakter: frech, verspielt, benimmt sich oft noch wie ein junges Pferd, sehr anhänglich und verschmust
    Beschreibung: Bel Homme ist ein sehr interessantes Pony. Er ist einerseits frech, kann aber auch der Engel auf Erden sein. Unter dem Sattel ist er ein Traum. Seine federleichten, schwungvollen Gänge, die für ein Pony recht ungewöhnlich sind, verzaubern jeden. Wegen seinem Kopf sieht er immer noch aus wie ein Jährling, da er einen Fohlenkopf hat.
    Geschichte: -- Persönliche Geschichte: Bel Homme ist der Sohn der Stute meiner Mutter und ich bin mit ihm aufgewachsen. Ich wollte ihn schon immer auf Joelle haben und damit er nun auf ewig bei mir bleiben kann, steht er nun auf der Gnadenweide.

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    Besitzer: Samarti
    Vorbesitzer: --
    Mitbesitzer: --
    Züchter: Monsterflosse
    Vorkaufsrecht: Monsterflosse
    Reitbeteiligung: --

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    Zucht: --
    Teilnahme an Wallachschauen: Ja
    Richtnote: 9.45

    Nachkommen: --
    Geschwister: --

    Besonderheiten: --

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    Dressur: E
    Springen: E
    Military: E
    Distanz: E

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    41. Wallachschau
    40. Wallachschau

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    --