Sammy

Bearing Spots

Englisches Vollblut | Stute | gekrönt || RE: S*** (6) | DR: E (0) | SPR: L (2) | MIL: L (2)

Bearing Spots
Sammy, 21 Okt. 2019
    • Sammy
      Berichte aus Bearing Spots Fohlenzeit bei adoptedfox auf dem Gestüt Landsberg
      März 2017 - Februar 2018
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      07. März 2017 | 3387 Zeichen von sadasha
      Eigentlich waren die paar Minuten Fahrt zu Käthe ein Witz, wenn man die vorigen Arbeitsreisen daneben sah. Doch ich fuhr trotzdem, Nottingham war immerhin eine Stunde Autofahrt von Lincoln entfernt und das Bear Brook EC lag hinter Lincoln. Der Hof von Käthe war klein. Ein kleiner Stall mit bisweilen nur ein Bewohner: Bearing Spots. Als gute Bekanntschaft gab ich Käthe die freie Wahl, als sie auf der Suche nach einem Pferd für ihren Neustart in England war. Solange ich das Zuchtrecht behielt, sollte sie sich ausleben. Sie entschied sich für die Dominant White Stute, die zugegebener Maßen immer etwas zu kurz kam. Nichtmal die Hufe hatte ich ihr vor der Abreise gemacht. Die Schippe dafür kam sogleich, als Käthe anrief und einen Auftrag erbat.
      „Guten Morgen Hunter, du bist aber früh!“ noch im Halbschlaf blinzelte sie mich an und streckte sie ausgiebig. „Bist du gerade erst aufgestanden?“ fragte ich schmunzelnd und bekam zur Antwort ein müdes Nicken. „Komm erstmal rein, ich hab Kaffee aufgesetzt.“
      Wir frühstückten ausgiebig und gingen dann, beide etwas wacher, in den Stall zu Bearing Spots die schon sehnsüchtig auf ihr Futter wartete. Während Käthe der Kleinen ihre Frühstück bereitete sah ich mich in den Stallungen um. „Ich muss sagen, ich hab mit weniger Boxen gerechnet, so klein wie der Stall von außen aussieht.“ merkte ich erstaunt an und schlenderte wieder zurück. Den Moment in dem Bearing Spots genüsslich ihr Futter verputzte warteten wir ab, bevor wir sie herausholten und ich mir die Hufe ansah. „Führst du sie mir bitte einmal vor?“ bat ich und hockte mich hin um das Gangbild der jungen Stute besser beurteilen zu können. Keine Auffälligkeiten. „Gut gemacht.“ lobte Käthe und steckte der etwas hibbeligen Bearing Spots einen Apfelchip zu.
      „Sie ist ruhiger als erwartet.“ meinte Käthe, als ich mir den ersten Huf in die Hand nahm. „Sie kennt mich, das ist vielleicht mein Vorteil.“ gab ich zurück und nahm die Raspel von meinem Gürtel um kleine Korrekturen am Huf vorzunehmen. Viel Material war nicht da, aber für Bearing Spots war die Hufpflege wichtig um Fehlstellungen zu vermeiden. Auch die übrigen drei Hufe behandelte ich mit Vorsicht und Achtsamkeit, bis alle Unebenheiten, die Fehlstellungen verursachen konnten korrigiert waren. Die Behandlung war schnell erledigt und was ich das abgeraspelt hatte war lediglich ein Hauch altes Horn. Ungläubig sah Käthe mich an, die Bearing Spots immer wieder ein Leckerlie zuschob. „Nicht dein Ernst oder?“ Ich nickte und steckte die Raspel wieder weg. „Doch, sie ist fertig. Huffett braucht sie noch nicht, sie soll sich erstmal weiter entwickeln.“ erklärte ich. Natürlich ließ ich für das bisschen Arbeit beim Preis nach. „Okay.“ Käthe war sich noch immer nicht sicher ob es das jetzt wirklich gewesen sein konnte, das sah man ihr an.
      Selbstsicher löste ich den Strick von Bearing Spots und führte sie raus auf die Weide. „Die da hinten.“ meinte Käthe, die gefolgt war und wir gingen noch ein Tor weiter. Das junge Pferd sah sich aufmerksam um. Jetzt spürte man, dass ihr das alles noch sehr fremd war. Immer wieder wurde sie unruhig und kaum wurde das Halfter auf der Weide abgenommen rannte sie los und buckelte ausgiebig. „Ich denke sie lebt sich schnell ein.“ ermutigte ich Käthe als wir wieder auf den Hof gingen. Herzlich verabschiedeten wir uns, bevor ich in meinen Wagen stieg und wieder heim fuhr.

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      Tierarztbericht – Pferdeklinik & mobiler Tierarzt „Horse Heaven“ | Bearing Spots
      |10.03.2017 ©Möhrchen (2585 Zeichen, 425 Wörter)
      Der erste Termin nach meinem Urlaub führte mich auf das Gestüt von Landsberg, wo Käthe mit ihrem Stutfohlen Bearing Sports schon auf mich wartete. Die kleine hatte heute ihren ersten Tierarzttermin und sollte geimpft, gechippt und entwurmt werden.
      Ich streichelte der kleinen Stute den Hals, aber sie wich scheu zurück und versteckte sich hinter ihrer Beitzerin. Ich startete einen neuen Versuch und sie blieb widerwillig stehen um sich von mir anfassen zu lassen. Ich hörte zuerst kurz ihr Herz und ihre Lunge ab um festzustellen, ob sie gesund war und ich sie impfen konnte. Ich konnte nichts Auffälliges hören, also holte ich zuerst die Wurmkur aus meiner Tasche und bat Käthe, eine Schale mit Futter zu holen. Als sie mit einer kleinen Schüssel voller Pellets und Möhren zurück kam, hielt ich Bearing am Halfter fest und steckte ihr die Spritze mit der Wurmpaste seitlich ins Maul, noch bevor sie den Kopf wieder weg ziehen konnte. Sie wich verdutzt zurück und kaute widerwillig auf der ekligen Paste herum. Für den besseren Geschmack durfte sie erst einmal etwas aus der Schüssel fressen und Käthe kraulte ihr beruhigend den Kopf.
      „Leider müssen wir sich jetzt noch ein bisschen ärgern, meine Süße...“, sagte ich zu ihr und kraulte ihr den Hals. Ich zog den Mikrochip aus meiner Tasche und bat Käthe, Bearing am Halfter fest zu halten. Ich suchte die richtige Stelle am Hals und setzte dann die Nadel. Sie war relativ dick und dementsprechend unangenehm für die Pferde. Auch Bearing fand das gar nicht lustig, schmiss sich zurück und versuchte, sich auf die Hinterbeine zu stellen. Aber Käthe hielt sie fest und sprach beruhigend auf sie ein. Der Chip saß zum Glück trotzdem perfekt. Ich holte mein Lesegerät heraus und testete die Funktion des. Chips, es funktionierte wunderbar.
      Nun wollte die kleine Stute gar nicht mehr still stehen, tänzelte um uns herum und wollte auch ihr Futter nicht mehr fressen. Käthe versuchte, sie zu beruhigen, damit ich sie noch schnell impfen konnte. „Gleich hast du es geschafft, nur noch ein kleiner Pieks.“. Als sie für einen kleinen Moment ruhig stand, tastete ich die Vene und setzte die Impfung. Sie ließ es verhältnismäßig artig über sich ergehen und hatte es endlich geschafft. Zusammen mit der Futterschale brachte Käthe sie zurück auf einen kleinen Paddock.
      Ich trug die Chipnummer in Bearings Pass ein, trug die Impfungen ein und gab Käthe den Pass zurück. Dann verabschiedete ich mich von den beiden und machte mich auf den Weg zu meinem nächsten Termin.

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      05. April 2017; (c)FrauHolle
      Mit Schwung knallte ich die Autotür zu, nachdem ich mir meine Jacke vom Beifahrersitz geschnappt hatte. Ein Auftrag hatte mich auf Käthes Hof nach England verschlagen und ich freute mich riesig, Käthe und ihr Fohlen Bearing Spots kennenzulernen. „Hey, du bist sicher Denise? Ich bin Käthe“, eine junge Dame streckte mir freundlich die Hand entgegen. Käthe zeigte mir ihren kleinen Hof und kurz darauf hatten wir Bearing Spots aufgehalftert. Mit der kleinen Stute hatte ich heute ein ausgiebiges Schrecktraining vor und mein Kofferraum war vollgepackt mit interessanten Sachen, die ich extra für Bearing Spots mitgebracht hatte.
      Nachdem ich mich kurz mit Spots angefreundet hatte, schnappte ich mir die ersten Sachen aus dem Kofferraum. Neben einem Absperrband und einigen Hütchen, war auch eine Plane dabei. Sanft wedelte ich mit dem Absperrband umher. Als ich Spots damit berührte, zuckte sie kurz zusammen, bleib allerdings brav stehen. Neugierig tastete sich die Stute auf der Plane hervor, bis sie mit allen Vieren auf der Plane stand. Spots war ein sehr neugieriges Fohlen, was mir die Sache wirklich erleichterte. Vorsichtig legte ich die Plane auf Spots Rücken, woraufhin sie leicht nervös hin und her tänzelte. Ich redete beruhigend auf Spots ein und so langsam entspannte sie sich. Mit viel Geduld schaffte ich es, sie mit der Plane und dem Absperrband vertraut zu machen. Das Hütchen stellte für Spots kein Problem dar und sie ließ sich brav gefallen, dass ich sie am ganzen Körper mit dem Hütchen berührte. Bevor ich Spots eine Pause gönnen wollte, schnappte ich mir den Regenschirm, den ich aufspannte, nachdem ich ihn ihr in Ruhe gezeigt hatte. Erschrocken sprang Spots zurück und stellte ihren Schweif auf. Stück für Stück näherte sie sich dem Regenschirm an und schnupperte neugierig an ihm. Knappe 10 Minuten dauerte es, bis Spots sich entspannt mit dem Schirm überall berühren ließ. Nach einer guten Stunde Training gönnte ich ihr eine Mittagspause.
      Mit neuer Energie starteten wir am Nachmittag die zweite Runde. Ich hatte mich in der Zwischenzeit viel mit Käthe unterhalten und bei einem netten Spaziergang hatte sie mir die Landschaft rund um ihren Hof gezeigt. Für die zweite Hälfte des Schrecktrainings hatte ich mir so einiges überlegt. Mit einem großen Gymnastikball begann ich die Trainingseinheit und Spots beäugte neugierig den Ball. Ich gab ihr viel Zeit und nach und nach fasste Spots mehr Mut und schubste den Ball umher. Nachdem ich sie einige Zeit mit dem Ball spielen lassen habe, packte ich den Ball in die Ecke und holte drei Luftballons hervor. Ich berührte Spots mit dem Luftballon am ganzen Körper, warf ihn gegen ihren Körper und schoss ihn zwischen ihren Beinen durch. Spots ließ sich alles brav gefallen und ich beschloss, die Luftballons vor ihrer Nase platzen zu lassen. Ein lauter Knall ließ Spots zusammenzucken, doch nach dem dritten Ballon hatte sie sich an das Knallen gewöhnt. Als nächstes zeigte ich Spots den Stock, an dem ich Pfandflaschen und einen Müllsack befestigt hatte. Mit Schwung wedelte ich den Stock umher und Spots wich erschrocken zurück. Eine ganze Zeit lang wedelte ich damit herum, bis das junge Fohlen sich entspannte und sich die Berührungen gefallen ließ. Für die letzte halbe Stunde hatte ich mir den Autoreifen, die Seifenblasen und den Hula Hoop Reifen vorgenommen. Spots stellte sich wirklich professionell an und ich war begeistert, wie mutig sie auf neue Dinge zuging.
      Käthe hatte uns gespannt beim Training zugeguckt und freute sich, wie lässig ihre Stute war. Zusammen versorgten wir Spots, denn nach dem anstrengendem Tag brauchte sie dringend eine kleine Stärkung. Auch ich war ziemlich müde und machte mich, nachdem ich mich von Käthe verabschiedet hatte, auf den Weg nach Hause.

      30. September 2017 | 2830 Zeichen
      Nachdem ich den frisch aufgebrühten Kaffee in eine Thermoskanne gegossen hatte ging ich hinüber in den Stall um mich der Stallarbeit zu widmen. Ich brachte die Pferde gerade nach draußen auf die Weiden, als Erin’s Wagen auf den Hof fuhr. Vergangenen Monat bot Ich ihr einen Job als Pferdepflegerin an und noch bevor ich die Frage, ob sie Interesse hätte, stellen konnte stimmte sie freudig zu. Mit ihrer Hilfe erarbeitete ich Kurse für Pferd und Reiter die nun zwei Mal wöchentlich auf dem Hof angeboten wurden und dank der Reithalle regen Andrang fanden. Erin half mir bei der Stallarbeit und so waren wir bereits nach nur einer Stunde fertig. Ich griff nach dem Führstrick der an der Box neben mir hing und ging zu den Weiden um nach den Pferden zu sehen. Meine beiden Fohlen entwickelten sich großartig und Bearing Spots brachte letztens erst sogar ihre erste Schleife nach Hause. Compliment, der mittlerweile getrennt von Bearing Spots auf einer Weide mit den Wallachen der Einsteller stand, wird in den nächsten Wochen für eine Fohlenschau vorbereitet werden. Ich beobachtete die beiden noch eine Weile, bevor ich mich Smarty Jones, meinem Neuzugang, zuwandte und ihn ausgiebig begrüßte. Er hatte sich rasch eingelebt.
      “Na mein großer? Hast du Lust ein bisschen zu arbeiten?” fragte ich und zog sein Halfter zurecht bevor ich den Führstrick einhängte und den Hengst von der Weide in die Stallgasse brachte. Ich band Smarty Jones vor seiner Box an und nahm einen Striegel und eine Bürste aus der Putzbox um ihn zu putzen. Nachdem ich auch die Hufe ausgekratzt hatte legte ich die Utensilien zurück in die Putzbox und ging in die Sattelkammer um eine Longe zu holen. Ich tauschte den Führstrick gegen die Longe und führte den ruhigen Hengst in die Reithalle. “Wie macht er sich?” fragte Hunter der zwischenzeitlich erschienen war. “Ich weiß nicht, bisher hatte er Schonfrist.” antwortete ich ehrlich und warf ihm ein Lächeln zu, bevor ich mich wieder Smarty Jones widmete der im Schritt seine Runden auf dem Zirkel zog. Der Hengst arbeitete konzentriert mit, musste hier und da aber daran erinnert werden dass nicht er entschied wann das Training beendet werden würde. Nach einer guten halben Stunde holte ich Smarty Jones zu mir und lobte ihn ausgiebig. Hunter öffnete das Hallentor und zog an seiner Zigarette. “Gib ihm etwas Zeit, der wird noch!” sagte ich als ich seinen prüfenden Blick sah. Er rang sich ein lächeln ab und folgte mir zu den Weiden. Er öffnete das Tor und ließ mich mit Smarty Jones passieren. “Darf ich dich auf einen Kaffee einladen?” fragte ich Hunter als ich de Hengst in die Freizeit entlassen hatte. “Da sag ich nicht Nein.” antwortete er lächelnd und gab mir einen Kuss auf die Stirn. Wir gingen ins Haus und ich nahm mir vor, später noch mit den Fohlen spazieren zu gehen, sofern das Wetter hielt.

      07. Dezember 2017 | 4117 Zeichen
      Der Boden war noch gefroren als ich die Haustür hinter mir schloss und mich auf den Weg in den Stall machte. Die letzten Tage waren frostig und 2 Nächte lang hatte es sogar geschneit. Ich öffnete die Stalltür und sog den warmen Pferdegeruch tief ein bevor ich die Schubkarre aus der Futterkammer holte und sie mit Heu füllte. Als die Raufen auf den Weiden gefüllt waren brachte ich die Pferde auf eben diese und widmete mich der Stallarbeit. Smarty Jones schaffte es Tag für Tag seine Hinterlassenschaften in der gesamten Box zu verteilen. Manchmal holte ich die Pferdeäpfel sogar aus der Tränke! Nachdem die Boxen gemistet und frisch eingestreut waren legte ich jedem Pferd einen Apfel in den Futtertrog und ging zurück ins Haus um eine Tasse Kaffee zu trinken. Ich setzte mich an den Tisch und zog mein Telefon aus der Tasche um Hunter eine SMS zu senden. „Guten Morgen Hunter, tut mir Leid dass ich mich lang nicht gemeldet habe. Wie geht es Dir?“ schrieb ich und sendete die SMS ab.
      „Guten Morgen Käthe, wir haben uns lange nicht mehr gesehen. Etwas dagegen wenn ich später vorbei komme?“ So schnell hatte ich nicht mit einer Antwort gerechnet. Ich sagte ihm für ein späteres Treffen zu und stellte die nun leere Tasse in den Geschirrspüler. Ich ging zurück in den Stall und nahm einen Führstrick um Bearing Spots von der Weide zu holen. Aufmerksam trabte sie an den Zaun und ließ sich aufhalftern. In der Stallgasse band ich die junge Stute an und begann damit ihr dichtes Winterfell zu striegeln. Sie entwickelte sich großartig und ich plante sie langsam aber sicher an das longieren zu gewöhnen. Bevor ich sie in die Reithalle führte holte ich die Longe aus der Sattelkammer und hängte sie in den Führstrick ein. In der Halle angekommen wärmte ich Bearing Spots auf bevor ich mit ihr ein wenig trainierte. Sie machte ihre Sache gut sodass ich nach zirka 20 Minuten die Arbeit beendete und die Stute ausgiebig lobte. Ich brachte sie zurück auf die Weide und nahm Compliment mit in die Stallgasse um ihn zu putzen. In der vergangenen Woche war ich jeden Tag mit ihm spazieren um das Führen zu verbessern sodass ich ihm ein paar Tage Ruhe geben wollte. Nachdem ich den jungen Hengst gestriegelt hatte kratzte ich seine Hufe aus und brachte ihn zurück auf die Weide. Bevor ich Smarty Jones holte beobachtete ich den Hengst eine Weile. Ich genoss seinen Anblick. Sein helles Fell glänzte in der Sonne und auch der frostige Boden taute auf und glitzerte sanft. Ich lockte Smarty Jones an den Zaun und hängte den Führstrick in sein Halfter ein. Trotzdessen dass ich nicht wusste wann Hunter kam, entschied ich mich einen kleinen Ausritt mit Smarty Jones zu wagen. Ich band den Hengst in der Stallgasse an und begann sein weiches Winterfell zu striegeln. Nachdem ich die Hufe ausgekratzt hatte ging ich in die Sattelkammer um seinen Sattel und sein Zaumzeug zu holen. Ich sattelte Smarty Jones, setzte meinen Helm auf und führte den Hengst auf den Hof um aufzusteigen. Gemeinsam ritten wir eine Weile an der wenig befahrenen Straße entlang bevor wir einen abgelegenen Waldweg einschlugen. Bis auf eine lange Galoppstrecke war es ein entspannter Ausritt im Schritt und Trab. Ich lobte Smarty Jones ausgiebig für seine Gelassenheit und machte nach einer Stunde kehrt. Als wir auf die Straße zurück kamen bog gerade ein dunkler Wagen auf den Hof ein. „Schön das du da bist!“ sagte ich sanft lächelnd und hielt Smarty Jones neben Hunter an, der gerade aus dem Wagen gestiegen war. Er streichelte Smarty Jones den Hals und erinnerte mich beinahe vorwurfsvoll daran, dass ich mich ja nicht gemeldet habe. Ich blickte auf den Hals des Hengstes und atmete hörbar aus. „Hunter ich brauchte etwas Zeit für mich, dass hatte nichts mit Dir zu tun.“ bat ich um Verständnis und stieg ab. Ich schob die Steigbügel auf und führte Smarty Jones in die Stallgasse wo ich ihn absattelte und ihm eine Apfelhälfte gab. Als ich Smarty Jones auf die Weide brachte stand Hunter vor dem Haus und rauchte eine. Ich entließ den Hengst in seinen wohlverdienten „Feierabend“ und ging zu ihm hinüber um ihn auf eine Tasse Kaffee hinein zu bitten.

      17. Februar 2018 | 5491 Zeichen
      Obwohl es noch früh am Morgen war dämmerte es bereits und ein paar Amseln sangen ihre Lieder. Ich streckte mich, so gut es mit meiner verletzten Schulter eben ging und ging ins Bad um mich für den Tag vorzubereiten. Die Nacht war die erholsamste seit langem und ich war mir fast sicher, dass ich das dem Schmerzmittel aus dem Krankenhaus zu verdanken hatte. Ich lief über den Hof zu den unteren Stallungen und bereitete die Futterrationen der Pferde zu. Smarty Jones brummelte und klopfte ungeduldig mit dem Huf gegen seine Boxentür. “Beruhige dich, du bist doch gleich dran!” rief ich aus der Sattelkammer heraus und stellte alle Eimer in eine Schubkarre um sie unter den Pferden zu verteilen. Während die Pferde fraßen äppelte ich die Paddockboxen ab und brachte Heu auf die Weiden.
      “Guten Morgen!” rief Erin über den Hof nachdem sie aus dem Wagen gestiegen war.
      “Guten Morgen! Du bist ja schon da, hattest du nicht einen Termin?” fragte ich und zog mein Smartphone aus der Hosentasche um einen Blick auf die Uhr zu werfen. Erin winkte lachend ab.
      “Alles schon erledigt. Was macht die Schulter?”
      Ich tat so, als hätte ich ihre Frage nicht gehört und füllte den letzten Rest Heu in den Reifen vor mir. Erin schob die Frage, wie es mir mit meiner Schulter gehe, sicher nur vor um zu fragen wie es nun mit Hunter lief, nachdem er mich gestern ins Krankenhaus gebracht hatte und das wollte ich vorerst für mich behalten. Erin schien den Wink verstanden zu haben und ging in den Stall um mit dem ausmisten der Boxen zu beginnen. Ich lehnte die Schubkarre gegen die Stallwand und folgte ihr um meine beiden Jungpferde Bearing Spot’s und Compliment etwas zu beschäftigen. In den vergangenen Wochen verbrachten wir viel Zeit damit, die beiden im RoundPen an das longieren zu gewöhnen. Bearing Spot’s legten wir sogar schon einen Sattel auf damit sie das Gewicht auf dem Rücken kennenlernte. Ich holte die junge Stute aus ihrer Box und putzte sie ausgiebig, bevor ich die Longe aus der Sattelkammer holte und mit ihr in den RoundPen ging. Nach gut einer halben Stunde beendete ich das Training und klopfte der Stute lobend den Hals. Die Gangwechsel beherrschte sie an der Longe immer sicherer, nur am parieren und anhalten mussten wir noch feilen. Da Erin die Box gerade frisch eingestreut hatte brachte ich Bearing direkt auf eine der Weiden die ich zuvor für die Pferde vorbereitet hatte. Im Gegensatz zu Bearing Spot’s arbeitete Compliment heute konzentriert mit. Die beiden machten Fortschritte und ich konnte es kaum erwarten Hunter davon zu berichten. Als auch Compliment sich seinen “Feierabend” verdient hatte unterhielt ich mich kurz mit Erin und besprach den heutigen Tagesplan.
      “Gegen 16:00 Uhr kommen heute die Reitschüler, das dürfen wir nicht vergessen! Grenzfee und For an Angel wurden zur Nutzung angefragt. Die beiden müssen unbedingt ablongiert werden, sonst sind sie unausstehlich.” sagte ich und Erin nickte zustimmend. “Wenn du nichts dagegen hast würde ich mit Smarty Jones gern eine Runde ins Gelände gehen. Bei ihm brauch ich mir wegen meiner Schulter keine Gedanken machen.” fügte ich hinzu und sah sie bittend an. “Natürlich! Ein wenig Entspannung wird dir gut tun!” sagte sie lachend und dankbar ging ich in den Stall zu seiner Box um ihn zu begrüßen. Ich zog ihm sein Halfter an und brachte ihn hinaus in die Stallgasse wo ich den Hengst putzte, bevor ich seinen Sattel und sein Zaumzeug aus der Sattelkammer holte. Nachdem Smarty Jones gesattelt war, bandagierte ich noch seine Beine bevor ich ihm das Zaumzeug anzog. Ich holte meinen Helm und führte den ruhigen Hengst in den Hof um dort aufzusteigen. Erin longierte gerade Smooth Gravity im RoundPen. Ich winkte ihr kurz zu und schlug dann den schmalen Pfad, vorbei an den Weiden, in Richtung Wald ein. Über den Morgen wurde das Wetter zwar milder, kühl war es dennoch und ich war froh mir einen Schal mitgenommen zu haben. Nach einer Weile, als Smarty Jones endlich entspannter unter dem Sattel wurde, trabte ich ihn an und wechselte auf den Pfad an den Feldern vorbei, wo sich eine schöne Galoppstrecke befand. Ich galoppierte den Hengst an und ließ ihn frei laufen. Smarty Jones war durch und durch ein Verlasspferd und so stieß ich einen Jauchzer aus und klopfte ihm lachend den Hals bevor ich ihn parierte und im Schritt weiter ritt. Wieder zurück auf dem Hof nahm ich meinen Helm ab und hing ihn ans Horn des Westernsattels. “Mensch, ihr wart aber lange weg!” rief Erin und stemmte die Hände in die Hüften. “Wirklich? So lang kam es mir gar nicht vor.” sagte ich wahrheitsgemäß, hielt Smarty Jones neben ihr und stieg ab. “Die Pferde sind übrigens fertig. Mit Amistad war ich nach dem longieren auf dem Platz und bin ein paar Sprünge geritten. Der ist echt Klasse, der zieht richtig an wenn es auf den Sprung zugeht!” erzählte sie aufgeregt und folgte mir in den Stall wo ich Smarty Jones den Sattel abnahm und ihn in die Sattelkammer brachte. Ich stimmte ihr zu und bot ihr an, Amistad öfter auf dem Platz zu trainieren, sofern sie Lust dazu habe. “Nur zu gern!” rief sie mir zu und begann bereits damit dem Hengst die Hufe aus zu kratzen. Ich brachte Smarty Jones auf die Weide und bot ihm eine Apfelhälfte als Belohnung an, zu der er natürlich nicht Nein sagte. Bevor die ersten Reitschüler eintreffen würden, bereiteten wir die Reithalle vor und longierten Grenzfee und For an Angel damit die beiden ihre Reitschüler zufrieden stimmen würden. Am Abend lud ich Erin dazu ein, zum Abendessen zu bleiben.
    • Sammy
      Berichte aus Bearing Spots Fohlenzeit bei adoptedfox auf dem Gestüt Landsberg II
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      Pflegebericht für alle Pferde des von Landsberg TC | 13055 Zeichen von adoptedfox
      Käthe | ...kalt kalt kalt. Fröstelnd stand ich auf um das Fenster zu schließen welches ich über Nacht gern gekippt hatte. Die Sonne ging schon auf, wie spät ist es denn? Mit einem Blick auf die Uhr stellte ich fest, dass es erst 6:53 Uhr war. Da ich einmal stand beschloss ich direkt auf zu bleiben und ging ins Badezimmer um mich für den Tag fertig zu machen. Auf dem Weg in die Küche band ich meine Haare zu einem einfachen Pferdeschwanz zusammen und stellte die Kaffeemaschine an. Ein Blick in meinen Terminkalender verriet mir, dass für heute keine Kundentermine an standen und so plante ich den Tag, zumindest größtenteils, im Stall zu verbringen. Mit meiner frisch aufgebrühten Tasse Kaffee setzte ich mich an den Küchentisch und genoss die Ruhe im Haus. Früh am Morgen brauchte ich meine Ruhe.
      Es war kurz nach 8:00 Uhr als ich mich auf den Weg in den Stall machte. Erin’s Wagen stand bereits auf dem Parkplatz und da die Pferde weder wieherten, noch mit den Hufen gegen die Boxentüren klopften wusste ich, dass Erin sie bereits gefüttert hatte. “Guten Morgen!” sagte ich als ich in den Stall trat und nach ihr ausschau hielt. “Guten Morgen!” antwortete es aus der Sattelkammer und ich ging hinein um mich für einen Moment mit Erin zu unterhalten. Seit einer Woche war sie offiziell als Trainerin auf dem Trainings-Center angestellt und sie machte ihren Job mehr als gut, woran ich natürlich nie gezweifelt hatte! “Ich würde mich dann jetzt um die beiden Fohlen kümmern. Übernimmst du die anderen soweit?” fragte ich während ich eine Putzbox aus dem Regal nahm und eine Longe auf den Deckel legte. “Gern! Das Wetter soll sich bis Mittag bessern, wollen wir dann eine Runde ausreiten?” fragte sie etwas zögerlich und ich antwortete mit einem freudigen Ja. Das gleiche wollte ich ihr auch vorschlagen. “Bis später.” sagte ich, nahm die Putzbox und ging zur Box von Bearing Spots die bereits neugierig an der Tür wartete. Nachdem ich die Tür geöffnet hatte schob ich die junge Stute ein Stück zurück damit ich selbst eintreten konnte und die Box am Boden abstellte. Mit dem Striegel in der einen und der Bürste in der anderen Hand putzte ich in langen, massierenden Zügen das Fell. “Sobald es wärmer wird wirst du gebadet, du Schweinchen.” sagte ich lachend während ich versuchte den gelben Fleck aus dem hellweißen Fell zu bürsten. Mit dem Kamm kämmte ich ihre Mähne und den Schweif und kratzte die Hufe aus, bevor ich die Longe in das Halfter einhängte und sie aus der Box in die Stallgasse führte. Sie stieß ein schrilles Wiehern aus und bekam prompt von Compliment eine Antwort. Ich führte sie in den Roundpen und begann damit mit dem Carrot Stick, den ich mir vor kurzem besorgt hatte, ihren Körper entlang zu fahren um sie für Berührungen zu sensibilisieren. Aufmerksam folgten mir ihre Ohren. Ich lobte sie ausgiebig und schickte sie dann auf die Bahn um sie ein wenig zu longieren. Bald würde die Zeit kommen sie einzureiten und obwohl ich meinen Pferden alle Zeit der Welt gab, konnte ich es kaum erwarten. Im Schritt umrundete sie mich immer wieder bis ich meinen Arm leicht anhob und mit der Zunge schnalzte. Der Carrot Stick nutzte ich als Armverlängerung damit sie das Kommando besser umzusetzen wusste. Nach ein paar Bucklern trabte Bearing an und es dauerte nicht lange bis sie sich zu entspannen begann und abschnaubte. Mit einem lauten “Priiiima!” lobte ich sie und ließ sie noch ein paar Runden laufen bevor ich sie hielt und die Hand wechselte. Da dies noch nicht gut funktionierte ging ich für einen Moment zu ihr und führte sie ein paar Schritte bevor ich zurück in die Mitte des Roundpens ging. Zufrieden galoppierte ich die junge Stute an und genoss wie sie sich streckte und sichtlich gefallen daran hatte zu laufen. So wie ich merkte das sie unkonzentrierter wurde beendete ich das Training, holte sie zu mir und lobte sie ausgiebig. Zur Belohnung gab es ein Leckerchen aus meiner, bei den Pferden sehr beliebten, Hosentasche und brachte sie auf die Weide. Wieder zurück im Stall trat ich an die Box von Compliment der schon wusste was heute auf dem Plan stand und aufgeregt brummte. “Da kann es einer aber gar nicht abwarten, oder?” fragte ich ihn lachend und kraulte seine Stirn. Ich holte die Putzbox aus der Box von Bearing Spots und ging zu Compliment um auch ihn zu putzen, bevor es in den Roundpen ging. Compliment genoss das putzen sehr und streckte den Kopf in die Luft. Nachdem der junge Hengst fertig geputzt vor mir stand zog ich ihm das Halfter an und hängte die Longe ein um ihn in den Roundpen zu führen. An manchen Tagen fiel es ihm sichtlich schwer, sich von mir zu trennen und auf die Bahn schicken zu lassen und an anderen Tagen strotzte er so vor Energie, dass er es kaum erwarten konnte zu laufen. Heute war es ersteres. Ich führte ihn ein paar Schritte bevor ich mich langsam von ihm entfernte und er letztendlich im Schritt seine Runden zog während ich ihn von der Mitte aus “dirigierte”. Trotz anfänglicher Diskussion war Compliment doch schnell bei der Sache und arbeitete konzentriert und fleißig mit. Seine Balance im Trab und Galopp besserte sich von Training zu Training mehr und auch die Handwechsel klappten immer besser. Seit der Nutzung des Carrot Sticks fiel es Compliment wesentlich leichter die Kommandos auch ohne Zurufen zu verstehen, was mein Ziel bei allen Pferden war. Die Kommunikation ohne Worte. Sichtlich stolz beendete ich das Training und lobte ihn ausgiebig indem ich ihm den Hals kraulte und ihm ein Leckerchen in sein weiches Maul schob. “Du bist mein kleiner Musterschüler, nicht wahr?” sagte ich und klopfte seinen Hals bevor ich ihn auf die Weide brachte, wo Amistad bereits auf ihn wartete. Auf den Weg zurück in den Stall machte ich einen Abstecher in die Reithalle wo Erin gerade mit Smooth Gravity vom Boden aus arbeitete. Ich ging auf die Tribühne und beobachtete die beiden eine Weile bevor ich Erin zurief “Das ist wirklich der Wahnsinn oder?” Ich war mit Smooth Gravity vor ein paar Wochen bei einem Bodenarbeitskurs weil ich selbst mit meinem Latein am Ende war, doch seit dem Kursbesuch lief alles viel besser. Wir achteten auf unsere Körpersprache und gingen auf die Schimmelstute ein. “Ich denke wir haben uns viel zu viele Gedanken und Sorgen gemacht und sind nicht auf ihre Bedürfnisse eingegangen.” antwortete Erin, die Smooth Gravity angehalten hatte und ihren Hals kraulte. Ich nickte. “Welche Pferde stehen noch aus?” - “Hibana, Smarty Jones, Grenzfee und For an Angel.” Ich überlegte. “Machen wir noch Grenzfee und For an Angel, die anderen beiden nehmen wir dann für den Ausritt mit ins Gelände.” rief ich ihr zu und ging in den Stall zurück. Bevor ich mich Grenzfee widmete holte ich die Putzbox aus der Box von Compliment und stellte sie vor die Box von Grenzfee. Ich brachte die Longe zurück in die Sattelkammer und nahm von dort direkt den Sattel und die Trense von Grenzfee mit. “Na meine Große?” begrüßte ich die dunkle Stute und zog ihr ihr Halfter an, bevor ich sie in die Stallgasse führte wo ich sie fest band und einen Striegel aus der Putzbox nahm damit ich die Stute putzen konnte. In kreisenden Bewegungen striegelte ich ihr kurzes Fell um grobe Verschmutzungen zu entfernen, bevor ich die Bürste nahm und so lose Haare, Staub und Schuppen entfernte. Mithilfe eines Kamms kämmte ich ihre kurze Mähne, den Schopf und den Schweif bevor ich mich ihren Hufen widmete die ich auskratzte und auf Beschädigungen kontrollierte. “Die sind aber recht trocken. Da müssen wir gleich mal dem Hunter schreiben, hm.” sprach ich mit der Stute und zog auch gleich mein Telefon aus der Tasche um ihm eine kurze SMS zu senden.

      “Hallo Liebster,
      hast du noch etwas Hufbalsam für mich übrig? Grenzfee’s Hufe sind recht trocken.
      Liebe Grüße, Käthe.”

      Nachdem die SMS gesendet wurde nahm ich den Sattel und legte ihn auf. Bevor ich den Gurt schloss zog ich die Schabracke glatt und richtete den Sattel aus. “Bist du dick geworden…” schnaufte ich als ich den Gurt nach oben zog und im letzten Loch verschloss. “Dich bewegen wir in nächster Zeit öfter, das kannst du mir aber glauben!” lachte ich und öffnete das Halfter um es ihr auf den Hals zu ziehen, damit ich ihr die Trense aufziehen konnte. Auf dem Weg in den Hof griff ich in der Sattelkammer nach meinem Helm und setzte ihn auf. Als ich mit Grenzfee auf den Platz ging hatte Erin das Training mit Smooth Gravity gerade beendet und hatte die Stute auf die Weide gebracht. “Ich longiere For an Angel noch, dann bin ich bereit!” rief sie mir zu und verschwand im Stallgebäude. Als wir den Dressurplatz erreicht hatten brachte ich Grenzfee in die Mitte, zog die Steigbügel nach unten und setzte mich mit Schwung in ihren Sattel. Ich ritt Grenzfee für eine viertel Stunde im Schritt auf der Bahn um sie aufzuwärmen, bevor ich sie antrabte und ein paar Bahnfiguren abritt. Grenzfee’s Stärke war die Dressur zwar nicht, dennoch waren Dressurlektionen auch für das Springreiten sehr wichtig und durften nicht vernachlässigt werden. Grenzfee arbeitete konzentriert mit und so gab ich ihr etwas mehr Zügel. Nach einem Handwechsel durch die ganze Bahn blieben wir auf eben dieser und nahmen etwas Tempo auf. Ich gab der dunklen Stute die Galopphilfen und sie fiel in einen weichen und doch raumgreifenden Galopp. An der kurzen Seite des Platzes verlangsamte ich das Tempo etwas, um auf der langen Bahn wieder zuzulegen um Grenzfee optimal zu gymnastizieren. Nach einer guten Stunde beendete ich das Training und parierte die Stute in den Schritt um sie trocken zu reiten. Ich ließ ihr die Zügel lang damit sie abkauen- und sich strecken konnte und klopfte ihr lobend den Hals. Die Sonne hatte sich inzwischen durch die grauen Wolken gekämpft und erwärmte die Luft zunehmend. Ich zog meine Fleecejacke aus und band sie mir so gut es ging um die Hüfte. Ich entschloss direkt zum Stall zu reiten und ritt den Schotterweg zwischen den Ställen entlang. Erin wartete bereits auf mich. “Ich habe Hibana und Smarty Jones bereits geputzt, ich hoffe das ist in Ordnung.” sagte sie und sah zu mir rauf. “Erin du bist ein Schatz!” sagte ich lachend und hielt Grenzfee am Stalltor an um abzusteigen. Ich führte die Stute hinein und band sie kurz an um den Sattel und die Trense abzunehmen und sie in die Sattelkammer zu bringen. Mit dem Hufkratzer kontrollierte ich nochmals ihre Hufe und brachte sie dann auf die Weide zu den anderen Pferden. Da Erin die Pferde bereits geputzt hatte gingen wir in die Sattelkammer um das Sattelzeug der Pferde zu holen. Hibana wurde von Erin englisch geritten und erhielt eine Sportausbildung da Erin vorhatte mit ihrem Pferd erfolgreich auf Turnieren zu starten. Wir trennten uns in der Stallgasse und ich ging zu Smarty Jones in die Box. Bevor ich ihn sattelte begrüßte ich ihn erstmal ausgiebig. Smarty hatte sich zu meinem Liebling entwickelt. Unter dem Sattel war er immer fleißig und konzentriert und ich schätzte seinen ruhigen Charakter sehr. Ich ging zurück an den Boxentür und griff den Sattel um ihn mit einem gekonnten Schwung auf den Rücken des rötlich schimmernden Hengstes. Ich zog das Pad glatt und schloß die beiden Gurte des Sattels, bevor ich zur Trense griff und sie ihm über zog und den Schopf aus dem Ohrriemen. “Also ich wäre fertig.” rief ich aus der Box und schaute nach Erin und Hibana. “Ebenfalls!” rief sie lachend und schob die Boxentür auf um die große Oldenburgerstute in den Hof zu führen. Ich folgte ihr und hielt Smarty neben Hibana an um aufzusteigen. Ich war immer wieder glücklich einen so ruhigen Hengst mein Eigen zu nennen der auch neben einer Stute überaus gelassen war. Damit Erin aufsteigen konnte nahm ich die Zügel von Hibana und hielt die Stute fest. Normalerweise nutzte Erin nämlich eine Aufstieghilfe, weil Hibana ziemlich unruhig werden konnte wenn ihr Reiter nicht beim dritten Mal im Sattel saß. Fertig für den Ausritt schlugen wir den Weg entlang der Weiden ein die in ein ruhiges Waldstück führte. Entspannt folgten wir den Waldwegen, unterhielten uns und nutzten einen breiten Grünstreifen am Waldrand für einen ungehaltenen Galopp. Nach einer gefühlten Stunde entschieden wir uns entlang der Straße zurück zum Hof zu reiten und immer wenn es möglich war, ritten wir nebeneinander. “Erin ich bin wirklich froh dich am Hof zu haben. Auf dich ist immer Verlass und auch wenn ich deine Chefin bin, pflegen wir ein freundschaftliches Verhältnis. Danke dafür.” sagte ich und sah zu ihr rüber. Sie lächelte verlegen und sah mich ebenfalls an. “Nicht dafür. Du hast so viel für mich getan und es macht mir einfach Spaß bei- und mit dir zu arbeiten.” Ich lächelte zufrieden und setzte mich wieder hinter den beiden ab, da ein Auto gefahren kam.
      Wieder am Hof sattelten wir unsere Pferde ab und während Erin die beiden auf die Weiden brachte, ging ich ins Haus um zwei Gläser und eine Packung Eistee mit nach draußen zu bringen den wir uns auf der kleinen Bank am Haus genehmigten. Da der Tag noch relativ jung war, würde ich die freie Zeit nutzen um einzukaufen und vielleicht würde ich auch einen Abstecher nach Nottingham in den Pferdeladen machen.

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      Pflegebericht für Bearing Spots und Compliment | 5929 Zeichen von adoptedfox
      Käthe | “Das kann doch nicht wahr sein…” seufzte ich, während ich Blatt für Blatt von der Küchenrolle abwickelte und auf die Kaffeepfütze am Boden legte. Der Tag war nur wenige Stunden alt und doch schien es, als würde ich vom Pech verfolgt. Nachdem ich heute morgen beinahe verschlafen hätte, ist mir beim anziehen meiner Lieblings Reithose doch tatsächlich eine Naht gerissen und nun das Malheur mit der umgekippten Kaffeetasse. Dann heute wohl keinen Kaffee ging es mir durch den Kopf während ich die durchtränkten Tücher in den Mülleimer warf. Ich steckte mein Telefon in die Hosentasche und machte mich auf den Weg in den Stall um die Pferde zu füttern. Mit der letzten Futterbestellung habe ich einen Eimer Kräutermüsli mitbestellt den ich unter das normale Müsli gemischt hatte um etwas Abwechslung in die tägliche Fütterung zu bringen. Den Pferden schien es zu schmecken. Als alle Pferde versorgt waren ging ich in die Sattelkammer um zu schauen, ob ich für die Pferde etwas gebrauchen könnte, wenn ich später schon in den Reiterladen fahren würde. “Guten Morgen! Kaffee gefällig?” Ich drehte mich um und Erin strahlte mich an. In ihrer Hand ein Blister mit 2 großen Kaffeebechern von Starbucks. “Guten Morgen! Nur zu gern, ich habe meinen heute Morgen auf dem Boden verschüttet…” gestand ich und nahm ihr dankbar einen ab. Wir setzten uns auf einen der Strohballen und beobachteten die Pferde, während wir unseren Kaffee tranken und den heutigen Tag besprachen. “Gegen 17:00 Uhr kommt heute jemand für eine Privatreitstunde. Sie ist mehrere Jahre nicht geritten und möchte wieder aufs Pferd. Wenn das Wetter sich so hält können wir den Dressurplatz nutzen.” sagte Erin und trank den letzten Schluck. “Gute Idee! Macht es dir etwas aus wenn ich dich mit der Stallarbeit allein lasse? Möchte mich um Bearing Spots und Compliment kümmern und dann in den Reitladen fahren. Brauchst du vielleicht noch etwas?” fragte ich und sprang vom Strohballen runter.
      “Gut das du fragst! Könntest du mir einen Salzleckstein für Hibana mitbringen?”
      “Gern! Dann schau ich mal ob ich die beiden motivieren kann.”
      Ich ging zur Box von Compliment der bereits aufgeregt mit dem Huf gegen die Boxentür schlug. Während ich die Boxentür öffnete mahnte ich ihn und schob ihn zurück. Nachdem ich den jungen Hengst ausgiebig begrüßt hatte zog ich ihm sein Halfter an und führte ihn aus seiner Box in die Stallgasse wo ich ihn fest band um ihn zu putzen. “Du Erin? Was würdest du zu einem Putzplatz draußen sagen?” fragte ich sie während ich an ihr vorbei in die Sattelkammer ging um eine Putzbox zu holen. “Keine schlechte Idee eigentlich.” antwortete sie etwas lauter, damit ich sie verstehen konnte und nickte mir zu als ich zurück zu Compliment ging. Ich plante mir am Wochenende ein paar Putzplätze anzusehen um mir dann einige Angebote geben zu lassen. Mit dem Striegel in der einen und der Bürste in der anderen Hand putzte ich den Hengst und schaffte es endlich seine letzten Winterfellbüsche zu entfernen. Nachdem seine kurze Mähne gekämmt und der Schweif verlesen war nahm ich mir einen Hufkratzer und kratzte seine Hufe aus. Da ich die Longe bereits aus der Sattelkammer mitgebracht hatte tauschte ich den Führstrick aus und führte den jungen Hengst in den Roundpen. Compliment war heute gut drauf und sofort bei der Sache. Vorbildlich ließ er sich wegschicken und zog im Schritt seine Runden, ein Ohr stets auf mich gerichtet. Als er allein durch meine Körpersprache antrabte und sogar taktklar galoppierte war ich unfassbar stolz. “Prima machst du das!” rief ich ihm zu und parierte ihn durch um die Hand zu wechseln was heute ohne Probleme klappte. Zufrieden holte ich den Hengst zu mir und klopfte seinen Hals. Länger als eine halbe Stunde arbeitete ich mit keinem der Jungpferde. Ich brachte Compliment direkt auf die Weide und ging zurück in den Stall um mich Bearing Spots zu widmen. Die junge Stute lief in ihrer Box bereits auf und ab und wieherte schrill. Während ich beruhigend auf die junge Stute einredete öffnete ich die Boxentür und schob sie zurück um ihr das Halfter anzuziehen, damit ich die Stute in die Stallgasse führen konnte. Ich band sie fest und nahm einen Striegel und eine Bürste um sie zu putzen. Das Bearing Spots Temperament hatte und zur Nervosität neigte war ja bekannt, aber heute schien sie besonders angespannt zu sein. Als ich sie einigermaßen geputzt hatte und die Hufe ausgekratzt waren führte ich sie aus der Stallgasse in den Roundpen. Die junge Stute kam mir jedoch zuvor und trabte nervös an. Die Versuche sie zu parieren scheiterten und stattdessen galoppierte sie an. Das wird heute wohl nichts dachte ich und ließ sie gewähren. Als sie sich einigermaßen beruhigt hatte holte ich sie zu mir und klopfte ihr den Hals. Das nächste Mal würde es besser werden. Ich führte Bearing Spots auf die Weide, wo bereits Hibana und Grenzfee warteten und entließ sie. Kaum hatte ich die Longe gelöst buckelte die Stute und galoppierte rasant über die Weide. Ich blieb einige Meter weiter stehen und beobachtete sie. Als sie auf das Weidetor zugaloppierte ging ich mit erhobenen Armen auf das Tor zu und rief laut “Hey!”. Bearing bremste zwar ab, schlug aber nach vorn aus und traf den Wassertrog. “Das kann doch nicht wahr sein.” sagte ich erschrocken und kletterte über den Zaun auf die Weide um mich Bearing Spots zu nähern, die sich humpelnd umdrehte und schnaubte. “Das hast du nun davon!” schimpfte ich sie und hängte die Longe wieder ein um sie in die Stallgasse zu führen. Erin half mir bei der Erstversorgung der Wunde. Als die Wunde gesäubert war und ein Verband die Blutung stoppte zog ich mein Telefon aus der Tasche um einen Tierarzt anzurufen. “Erin ich denke ich bleibe heute doch am Hof und bestelle online. Ich bestelle deinen Leckstein aber mit!” versprach ich ihr und strich mir die Haare aus dem Gesicht. Heute war wirklich nicht mein Tag und ich hoffte, dass er schnell vorbei gehen würde.

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      1770 Zeichen by Calypso
      Schnell kramte ich mein Handy aus der Hosentasche um einen Anruf entgegen zu nehmen. Etwas außer Atem meldete ich mich mit meinem Namen und hatte Käthe von Landsberg dran. Sie schilderte mir das ihre Jungstute sich am Bein verletzt hatte und blutete.“Okay also ich bin gerade in Birmingham unterwegs und könnte in einer Stunde bei euch sein. Macht nichts weiter an der Wunde, sonst wird’s schwierig falls es genäht werden muss......ja......okay bis später!“. Ich packte meine Sachen ins Auto und fuhr sofort los nach Nottingham. Der Verkehr war glücklicherweise auf meiner Seite und so kam ich tatsächlich nach 50 Minuten dort an. Käthe, wir kannten uns bereits, führte mich zu ihrer kleinen Stute Bearing Spots und schilderte mir den Hergang der Verletzung. Ich schüttelte schmunzelnd den Kopf „Du machst ja Sachen!“ Ich streichelte die Kleine vorsichtig und tastete mich am Vorderbein entlang und nahm den Verband ab. Es war nicht sehr tief oder an einer gefährlichen Stelle, aber trotzdem sollte ich es lieber nähen, dann würde man danach hoffentlich nichts mehr davon sehen. Ich erklärte Käthe meine Vorgehensweise und sie willigte ein. Sie hielt Bearing Spots am Halfter fest und ich holte meine nötigen Utensilien. Nach einigen Zappeleien und gut zureden haben wir es dann geschafft und die Wunde war zu. „So der Faden löst sich nach einiger Zeit von selbst auf. Es müsste eigentlich danach nichts mehr zu sehen sein.“ Käthe schien erleichtert zu sein und tätschelte ihr Pferdchen. „Du musst jetzt auch nichts schmieren an Salben oder sonst was. Sie darf sich ganz normal bewegen und dann sollte alles wieder gut werden.“ erklärte ich und packte meine Sachen zusammen.
      Die Pferdebesitzerin bedankte sich vielmals bei mir und so ging ein arbeitsreicher Tag zu Ende.

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      Neuzugänge | 13.173 Zeichen von sadasha
      Als mitten in der Nacht das Telefon klingelte drehte ich mich zuerst noch einmal auf die andere Seite, in der Hoffnung den schrillen Ton ignorieren zu können. Doch sobald ich mich umgedreht hatte leckte mit Pitch hektisch über das Gesicht. Genervt schob ich ihn von mir weg und richtete mich ächzend mit einem Blick auf die Uhr auf. Wer zur Hölle ruft um 2:37am an? Die Vorwahl sagte mir nichts und das konnte nur bedeuten, dass der Anrufer von weit weg kam. Wenigstens erklärte das auch die irre Zeit. Verschlafen nahm ich das Gespräch an und brummte ins Telefon. "Ehm… Hunter?" Ich brummte erneut. Eine Frau war am anderen Ende der Leitung und die Verbindung stand eher schlecht als recht, sodass der Ton knisternd und rauschen bei mir ankam. "Hey! Wir hatten uns doch über deine Tinker unterhalten! Und was du suchst und ja… Ich hab eine tolle gefunden, Pearl carrier und… du wolltest keine Fohlen oder?" Nachdenklich schwieg ich. Cooper aus Kanada war am Telefon, doch auch bei ihr musste es jetzt schon spät sein. "Schläfst du auch mal?" brummte ich ohne ihre Frage zu beantworten. Sie lachte. "Ist doch noch früh hier! Oh, hab ich dich geweckt? -" sie brabbelte eine Entschuldigung und redete dann über ein Fohlen, das sie ebenfalls entdeckt hatte. "Double Dilute! Du suchtest doch sowas oder nicht? Und eine Stute! Warte, ich schicke dir Fotos. Und… Hunter ich hab die zwei gekauft, du kannst also nicht Nein sagen. Im Zweifelsfall werden die sicher auch klasse Therapiepferde für deine… Freun-, Kollegin?" Ich hatte nach Fotos mein Gehör eingestellt und kramte nach meinem Laptop. Pitch hatte seinen Kopf auf dem Bett abgelegt und sah mir schwanzwedelnd dabei zu wie ich versuchte klar zu werden. "Warte kurz, der Laptop braucht Strom…" unterbrach ich Cooper. "...und ich brauche Kaffee."
      Nachdem ich mir einen Kaffee gemacht und Pitch auf den Hof gelassen hatte, setzte ich mich mit dem Laptop ins Wohnzimmer wo auch das Ladekabel lag. Die Stute war bereits eingeritten und gefahren und komplett durchgetestet was Erbkrankheiten und Farben betraf. Für mich also perfekt und dass sie Pearl Trägerin war würde später noch mit Mephisto interessant werden. Das Tinkerfohlen war sehr kompakt gebaut trotz der Größe und sie sah auch ansonsten korrekt aus. Hier wurde nicht nur wegen der Farbe gezüchtet. Trotzdem sah ich mir auch die Linien der kleinen Stute ausgiebig an, ehe ich mich bei Cooper bedankte. Gemeinsam planten wir die Überfahrt nach England und klärten das Finanzielle. Als ich auflegte wurde es schon hell und auch Cooper war jetzt müde. Wir wünschten uns also noch eine gute Nacht und legten dann auf. Ich jedoch blieb jetzt wach. Ich ging ins Bad um zu Duschen und mich für den Tag fertig zu machen. Noch bevor einer der Angestellten eintrudelte hatte ich die Fütterung fertig, die ersten Pferde auf die Weiden gebracht und mistete die ersten paar Boxen, bis Beth zum Arbeitstag kam und mir das Werkzeug aus der Hand schnappte. "Guten Morgen!" meinte sie fröhlich und lächelte mich an. "Du hast wohl nichts Besseres zu tun, hm?" Ich verneinte grinsend und streckte mich ausgiebig, ehe ich aus Benjis Box ging. Der kleine Hengst stand zusammen mit seinem Shettykumpel Niffler auf einer doppelt gesicherten Weide aus denen sie nicht mehr ausbüchsen konnten. Zu meiner Überraschung kam mir Ruby entgegen, als ich Thomas von der Weide holen wollte um mit ihm zu arbeiten. Sie hatte ihren Ponyhengst Braddock 'The Parrot' an der Hand. "Mit dir habe ich erst am Nachmittag gerechnet. Keine Schule heute?" Sie grinste über beide Ohren und nickte. "Richtig. Es sind viele Lehrer krank und deshalb dürfen heute zwei Klassen zu Hause bleiben. Ich bin unter den Glücklichen." - "Na dann viel Spaß." meinte ich und ging weiter zu meinem Drum Horse Hengst. "Achja Hunter?!" rief Ruby noch und ich blieb kurz stehen. "Später kommen noch ein paar Freundinnen, können wir uns die Shettys dann leihen? Nur auf dem Hofplatz etwas Spielen mit den Ponys?" Ich nickte und gab ihr einen Daumen hoch, ehe ich wieder kehrt machte. Thomas stand zusammen mit Tank am Rand der Weide, wo das höchste Gras wuchs. Doch im Gegensatz zum Rappen graste er nicht, sondern beobachtete aufmerksam mein Verhalten. Vielleicht erkannte er, dass ich sein Halfter mitschleppte. Jedenfalls trabte er ein paar Schritte auf mich zu, sodass auch Tank kurz aufsah um zu überprüfen was seinen Kumpel aufmischte. "Guter Junge." lobte ich den Schecken und streichelte den kräftigen Hals, als er bei mir stand und sich das Halfter überziehen ließ. Den fast vierjährigen Hengst hatte ich seit Kurzem unterm Sattel und er machte sich soweit ganz gut. Die langen Beine bekam er noch nicht immer richtig geordnet, doch dafür übten wir das ja. Auch heute sattelte und zäumte ich ihn. In der noch recht kühlen Reithalle longierte ich Thomas zuerst ab und schwang mich dann in den Sattel. Im Moment arbeiteten wir an seinem Trab und den Übergängen zum Schritt. Hier und da, wenn die Motivation stimmte versuchten wir es auch schon mit kurzen Galoppphasen. Doch die waren kaum nennenswert und wirklich schlacksig in der Ausführung. In Trab und Schrott kam Thomas aber schon gut runter, lernte sich zu entspannen und versuchte es mir Recht zu machen.
      Nach der Session mit dem Drum Horse Hengst rief ich bei Käthe an. Sie erzählte mir vom ein oder anderen Neuzugang und dass sie nun aufpassen müsse nicht noch mehr Pferde ins Boot zu holen. Ich erklärte ihr, dass es mir da im Moment nicht viel anders ging. Die beiden Neuzugänge Stonery und Hester würden wohl nächste Woche eintreffen. "Achja und wenn du ja jetzt eine Rappstute hast verlange ich ein Shooting zusammen mit Moulan und als Kontrast vielleicht Smooth Gravity, sollten die sich verstehen." meinte ich und lächelte bei dem Bild, das ich mir da zusammenstellte. Echo's Maiden sollte die Rappstute heißen. "Mit blauen Augen!" Ich war sehr gespannt sie kennenzulernen. "Und wenn du so denkst, kannst du Sympathy of the Devil auch gleich mit einplanen. Die ist auch schwarz-weiß." Ich brummte wohlwollend. "Und wen hat dir Occulta noch verkauft?" fragte ich neugierg. "Einen Hengst." sagte sie aufgeregt. "Valentine's Cantastor heißt er. Ein Brauner." Da ging mir sofort ein Licht auf. "Den habe ich gesehen, als ich sie mal besucht habe. Holst du die zwei ab oder werden sie dir gebracht?" Käthe schwieg. "Ich sehe dich nicht, das ist dir aber klar oder?" fragte ich vorsichtig. "Ja klar… Keine Ahnung, das haben wir noch nicht geklärt." Ich lachte leise. "Gut, ich komme später vorbei.Bearing Spots und Compliment erkennen mich vielleicht schon nicht mehr, so lange war ich nicht mehr da." Wir legten auf. Kerry hatte mittlerweile Vikar und Mister Blockhead für heute fertig, sodass sie nur noch die Stuten übrig hatte. "Venetia und Magical Touch spanne ich mir an und bin für etwa eine Stunde im Gelände." erklärte ich und ging mit den Halftern der beiden Stuten auf die Weide. Erleichtert dankte sie mir und schnappte sich das Halfter von Felan. Max und José sind fleißig mit CHH' Classic Spring und PFS Strolch. Die beiden Vollblüter räumten auf den Rennen aktuell viele Schleifen ab. Bald würde ich Bear Brooks Denahi ebenfalls auf die Rennbahn schicken, doch ihr fehlte es noch an Ausbildung.
      Während ich mit den beiden Tinkerstuten unterwegs war überlegte ich was ich am nächsten Tag unternehmen wollte. Die beiden benahmen sich vorbildlich und wir hatten eine sehr entspannte Runde um das Gestüt herum. Die Schatten der Bäume ließen die brennende Sonne nicht zu uns durchdringen, sodass wir immer noch fit waren als wir auf den Hof zurück kehrten. "Crowley, sie sollten was essen!" rief mir Mrs. Clayton von der Türe zu. Ich brachte zuerst die beiden Stuten zurück auf die Weiden und schob die Kutsche die letzten paar Zentimeter in die Scheune, ehe ich zum Essen kam. Danach setzte ich mich mit Pitch ins Auto und fuhr nach Nottingham um Käthe zu besuchen.
      "Erin ist mit Hibana unterwegs." erklärte Käthe und küsste mich sanft zur Begrüßung. "Wir haben den Hof für uns!" Hinter ihr stand Amistad und stupste sie ungeduldig an. "Wir bringen den kurz weg ja? Dann zeig ich dir auf dem Rückweg Echo's Maiden und dann gehen wir rein. Die beiden anderen sind ja noch nicht hier. Aber ich hab Fotos!" erzählte sie stolz. Dass ich auch nach den beiden Fohlen gucken würde war selbstverständlich. For an Angel streckte neugierig den Kopf aus der Box, als wir an ihr vorbeigingen. Amistad war auch nicht abgeneigt gegenüber der hübschen Stute, doch Käthe kannte keine Gnade und zog den Scheckhengst weiter bis zu seiner Box. "Wo sind denn die Kleinen?" wollte ich wissen. Käthe zeigte nach draußen und ich beschleunigte meinen Schritt. Bearing Spots und Compliment standen gleich draußen, wenn man aus dem Stall kam und warteten darauf reingeholt zu werden. "Die sollen noch draußen bleiben, Hunter!" rief Käthe, als ich das Tor öffnete um mich auf die Weide zu mogeln. Sofort kamen die beiden zu mir und taxierten mich neugierig. Doch Leckerchen hatte ich heute nicht dabei. Besonders Compliment hatte nochmal einen ordentlichen Wachstumsschub. Ich ließ meinen Blick über die anderen Weiden schweifen. Grenzfee stand auch noch draußen zusammen mit der neuen Rappstute. Smarty Jones war der einzige, den ich noch nicht gesehen hatte. Aber er würde dann wohl in seiner Box stehen. Pitch fing an zu quängeln, weil ich ihn nicht mit auf die Weide gelassen hatte und bevor er richtig laut wurde kam ich lieber wieder raus und ging mit ihm Käthe hinterher ins Haus. Hier tauschten wir uns über unser beider Neuzugänge aus. "Ach, ich hab ganz vergessen dir Echo's Maiden zu zeigen." sagte Käthe schockiert. Doch ich unterbrach sie, ehe sie weitersprechen konnte. "Ich hab sie eben schon gesehen. Sie sieht toll aus. Wunderbar groß!" - "Und ihr Fell ist total samtig!" fügte Käthe hinzu woraufhin ich schmunzelte.
      Wir waren erst spät wieder heim gefahren und so schaffte ich es in dieser Nacht wieder nicht den verlorenen Schlaf nachzuholen. Doch es half nichts. Wenigstens war Kerry früher da und hatte sich schon Iseabail und Lady Lyneth Bowen gewidmet. Ich ging daher sofort über zu meinen Vollblütern. Kerry würde später noch Xana bespaßen. Ich begann mit Happy Fantasy. Die Stute kam grundsätzlich etwas zu kurz und deshalb gehörte mein Vormittag heute gänzlich ihr. Ich putzte sie ausgiebig, sattelte sie dann und ging mit ihr auf die Militarystrecke in Mitten der Rennbahn. Von hier aus konnte ich meinen Jockey bei der Arbeit zusehen. Sie hatten heute die Oldies Ehrengold und Mikado aus dem Stall geholt. In der Mittagspause erklärte ich den beiden dass ich mir als nächstes Mr. Raw Depression rausnahm. Die beiden nickten und sagten dann dass sie PFS' Savory Blossom und Raving Hope Slayer rennen wollten.
      Ich freute mich sehr, als am Nachmittag Isaac aus dem Urlaub kam. Übersäht mit noch mehr Sommersprossen als üblich und mit heller Fläche rund um die Augen, weil er wohl die Sonnebrille nicht abgenommen hatte bevor er sich an den Strand gelegt hatte. Freundschaftlich begrüßten wir uns und gingen zusammen in den Stall. Blütenzauber und Riven in a Dream waren die nächsten, die wir uns vornahmen. So heiß wie es war zogen wir uns in die Reithalle zurück, wo auch Abby schon den ganzen Tag war. Sie hatte sich mit Moulan beschäftigt und jetzt gerade ritt sie Scarlet in Birth warm. "Beth macht das mit den Fohlen gut oder?" fragte Isaac, der unsere Stallhilfe vor seinem Urlaub auserkoren hatte die Fohlenarbeit zu übernehmen. Sie hatte damit zu Beginn sehr zu kämpfen. "Sie hat sich gut mit ihnen eingespielt, ja." gab ich zurück. Besonders das Hengstfohlen Golden Sugar hatte sie ganz gut im Griff. Die Flausen von PFS' Storm Cat oder Stars of Magic waren dagegen ein Witz. Als wir mit den beiden Stuten fertig waren hatte Beth gerade Little Miss Backyard an der linken und Fantastic Sonata an der rechten Hand. "Könnt ihr nicht noch die letzten beiden übernehmen?" flehte sie und Isaac und ich tauschten vielsagende Blicke aus. Wir stimmten aber zu. So konnte Beth mit der Stallarbeit weiter machen und Isaac und ich schnappten uns What Rainbow und Rouge Trap. Die beiden Stuten brannten schon darauf die Welt zu erkunden. Als wir jedoch mit ihnen nach draußen gehen wollten um eine Runde um den Hof herum zu machen scheuten sie und wollten lieber wieder zurückgehen. Wir tasteten uns also eine Ecke vorsichtiger heran und ließen die beiden Stutfohlen in Ruhe gucken und das Tempo selbst bestimmen. Weit kamen wir so zwar nicht, aber wir konnten das Führtraining mit einem positiven Gefühl abschließen, als wir nach einer halben Stunde auf den Hof zurück kehrten um die Fohlen in ihre Boxen zu bringen wo sie übernachten würden.
      Am nächsten Tag hatten die meisten Pferde frei und so konzentrierte ich mich auf Slap Happy. Isaac hatte sich Bear Totem's Denali fertig gemacht und Kerry nahm LMR Lady Luna mit auf einen gemeinsamen morgendlichen Ausritt. Am Nachmittag kümmerten sich die beiden um Verdine und Tainted Whiz Gun, sodass ich frei hatte. Ich nutzte die Zeit um mit Pitch zum See zu gehen und die Woche ruhig ausklingen zu lassen. Nächste Woche würden die beiden Neuzugänge eintreffen und die Stallordnung wieder mal aufmischen.

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      Pflegebericht für Bearing Spots und Compliment | 3795 Zeichen von adoptedfox
      Käthe | “Unglaublich wie heiß es heute ist, oder? Dabei hatten sie Unwetter gemeldet…” stöhnte ich und setzte den Huf von Compliment ab, den ich gerade ausgekratzt hatte. “Da sagst du was.” antwortete Erin und verschwand in der Sattelkammer. Die letzten Wochen vergingen wie im Flug und ohne Erin’s organisatorische Fähigkeiten wäre wohl einiges in Vergessenheit geraten. Nachdem ich Compliment fertig geputzt hatte ging ich ebenfalls in die Sattelkammer um das Fliegenspray und die Longe zu holen. “Hier ist es so angenehm…” sagte ich und ging an Erin vorbei die zustimmend brummte während sie, am Boden sitzend, ihr Sattelzeug einfettete. Ich öffnete den Spind, nahm die benötigten Utensilien heraus und ging zurück zu Compliment, der unruhig mit dem Huf auf dem Boden scharrte. “Immer mit der Ruhe, es geht ja gleich los!” beruhigte ich ihn und begann damit das Fliegenspray aufzutragen. Sowohl Compliment, als auch Bearing Spots zeigten sich aufmerksam und gelehrig bei der Arbeit vom Boden aus und ich freute mich schon darauf mit dem einreiten der beiden zu beginnen. Ich klinkte die Longe in das Halfter des Hengstes und löste den Strick, damit ich ihn in die Halle führen konnte. Ich schloss das Hallentor und schickte den Hengst auf den Zirkel wo ich ihn einige Runden im Schritt aufwärmte, bevor ich mit der Zunge schnalzte und er in einen lockeren, raumgreifenden Trab fiel. Stets ein Ohr auf mich gerichtet trabte er um mich herum und schien darauf zu warten galoppieren zu dürfen. Ich ließ ihn eine weitere Runde traben bevor ich meinen Arm etwas hob und “Gaaalopp!” rief. Er machte seine Sache gut und ich lobte ihn ausgiebig, als ich nach weiteren zwanzig Minuten das Training für beendet erklärte und den Hengst zu mir holte. Da er nicht stark schwitzte brachte ich ihn direkt auf die kleine Koppel neben der Stallanlage, bevor ich in dieser verschwand um mich selbst für ein paar Minuten abkühlte um Energie für das Training mit Bearing Spots zu tanken. Ich ging zu der Weide, auf der Erin die junge Stute heute morgen gebracht hatte und rief ihren Namen um sie zu mir zu locken. Tatsächlich sah sie auf, stieß ein grelles Wiehern aus und kam zum Zaun getrabt. “Na meine Große? Hast du Lust ein bisschen zu arbeiten?” fragte ich sie, während ich unter ihren Schopf griff um ihre Stirn zu kraulen, was ihr sichtlich gefiel. Ich nutzte den Moment und schlüpfte durch den Zaun um ihr das Halfter anzuziehen, damit ich sie in die Stallgasse führen konnte. Dort angekommen band ich sie vor ihrer Box an und holte die Putzutensilien. In langen Zügen striegelte ich ihr kurzes Sommerfell und bürstete sie nochmals ab, um lose Hautschuppen und Staub zu entfernen, bevor ich mich mit dem kämmen ihrer Mähne widmete. Als auch ihre Hufe ausgekratzt waren nahm ich den Strick von ihrem Halfter ab und hängte die Longe ein. Auch mit Bearing Spots ging ich in die Reithalle um dort mit ihr Tempo- und Handwechsel zu trainieren, die ihr dabei halfen balancierter zu laufen. Im Gegensatz zu Compliment war es der jungen Stute heute viel zu warm und ich entschloss, sie nach dem Training am Waschplatz abzuspritzen bevor ich sie wieder auf die Weide brachte. Entspannt schnaubend sank die Stute ihren Kopf und zupfte ein paar Grashalme, während ich kontrollierte dass die Tränken funktionierten. In der vergangenen Woche waren diese nämlich unerwartet ausgefallen und der Techniker riet mir, die Tränken ein paar Tage auf ihre Funktion zu überprüfen um sicherzustellen dass die Reparatur wirksam war. Und das war sie! Glücklicherweise.
      Erin, die sich noch immer in der Sattelkammer befand um ihr Sattelzeug zu waschen und zu fetten, würde heute Abend die Reitstunde übernehmen sodass ich mich spontan dazu entschied nach Lincolnshire auf das BearBrook EC zu fahren um Hunter einen Besuch abzustatten.
    • Sammy
      Berichte aus Bearing Spots Jungpferdezeit bei adoptedfox auf dem Gestüt Landsberg
      September 2018 - August 2019
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      Pflegebericht für alle Pferde des von Landsberg Gestüt's | 8141 Zeichen von adoptedfox
      Käthe | “Time flies! Morgen ist der sechste September. Kannst du das glauben?” stieß Erin überrascht aus, als sie einen Blick auf den Kalender an der Stallwand warf. Ich lachte auf, doch sie hatte Recht. Die Zeit verging wie im Flug und an manchen Tagen fragte ich mich, wie wir all die Arbeit bewältigen konnten. “Langsam wird es ernst. Vergiss nicht, nächste Woche kommt die erste Lieferung Heu.” sagte ich und sah sie nachdenklich an. Die anhaltende Dürre im Sommer hatte den Bauern in der Region zugesetzt und so organisierte ich 3 LKW-Lieferungen Heu aus Deutschland, um den Bedarf für den Winter decken zu können. “Schon längst notiert.” lachte sie auf und ging in die Sattelkammer, von wo sie keine Minute später mit Hibana’s Halfter in der Hand wieder kam. Ich seufzte und folgte ihr zu den Weiden. Hibana stand mit Grenzfee und For an Angel auf einer Weide, die beide ein Fohlen bei Fuß hatten. Missing Misty und Granadawaren die ersten Fohlen, die auf dem Gestüt das Licht der Welt erblickten und beide entwickelten sich prächtig. Ich hielt Erin und ihrer Stute das Tor auf und achtete darauf, dass keines der beiden Fohlen folgte. “Das hab ich mir schon gedacht.” lachte ich und streckte den Arm hinter Hibana aus um Granada den Weg zu versperren. Erin reagierte ebenfalls und schloss das Tor. Ich streichelte der dunkelbraunen Stute den Hals, bevor ich mich von ihr trennte und zurück in den Hof ging. Sympathy of the Devil stand auf der kleinen Weide neben der unteren Stallanlage und sah kurz auf, als ich zu ihr an den Zaun trat und sie für eine Weile beobachtete. Sie, Ases Maskwamozi und Bear Brooks Denahi waren Neuzugänge auf dem Gestüt und genossen derzeit ihre Eingewöhnung, bevor sie in die Trainingseinheiten eingebunden wurden. Ich lächelte, als ich daran dachte, wie lang ich auf Hunter eingeredet hatte mir die Stute zu verkaufen, da sie doch so gut zu Smarty Jones passte und immer wieder blockte er ab, wechselte das Thema oder verließ, mit den Augen rollend, den Raum. Ich ging durch die Stallgasse und holte das Halfter von Echo’s Maiden, welches an ihrer Boxentür hing, um sie von der Weide zu holen. Die dunkle Stute sah auf, als ich das Tor zur Weide öffnete und stieß ein schrilles Wiehern aus, bevor sie mir entgegen galoppierte und nur wenige Meter vor mir zum stehen kam. Ich begrüßte Echo’s Maiden und zog ihr das Halfter an um sie in die Stallgasse zu führen, wo ich sie festband und aus der Sattelkammer meine Putzbox holte. Man sagt, dass dunkle Pferde weniger schnell schmutzig würden, doch auf meine Pferde traf das nicht im geringsten zu. Ich suchte 2 Striegel in meiner Putzbox und nahm einen in jede Hand um die getrockneten Verkrustungen aus dem Fell der Stute zu bekommen, die sich anscheinend im Matsch gewälzt hatte. Es dauerte eine Stunde bis ich fertig war. Ich ließ die Stute für einen Moment allein und ging in den Hof um die Striegel auf dem Boden auszuklopfen, bevor ich wieder zurück ging und die Putzutensilien in die Putzbox räumte. Da ich sie später noch brauchen würde schob ich sie etwas beiseite und ging dann wieder in die Sattelkammer um eine Longe, einen Kappzaum und eine Longierpeitsche zu holen. Ich öffnete das Halfter von Echo’s Maiden und zog es ihr auf den Hals, damit sie mir nicht entwischen konnte, während ich ihr den Kappzaum anzog und seinen Sitz überprüfte. Ich hatte den Kappzaum im Internet bestellt und von meinem Sattler anpassen lassen, da er, trotz der richtigen Größe, viel zu groß für meine Pferde gewesen war. Jetzt passte er perfekt. Ich hängte die Longe in einen der äußeren Ringe ein und löste das Halfter. Da Erin mit Hibana in der Reithalle war und ich die beiden nicht stören wollte, ging ich mit meiner Stute auf den großen Platz hinter der Halle und dem anschließenden großen Stalltrakt. Echo’s Maiden zeigte beim Training immer großen Arbeitswillen und ließ sich auch heute ohne große Diskussionen auf den Zirkel schicken, wo sie im Schritt ihre Runden zog. Ich sortierte die Longe in meiner Hand und blieb mit der Longierpeitsche hinter ihr. Die Stute reagierte fein auf die Hilfen die ich ihr gab und ließ sich in allen 3 Gangarten gut handeln. Schritt-Galopp, Galopp-Trab, Trab-Schritt. Im Kopf legte ich mir die geforderten Aufgaben für das Training vom Boden zurecht und rief sie von Echo’s Maiden ab, die sehr konzentriert bei der Sache war. Unter dem Sattel machte die Stute Fortschritte, doch ich wollte sie auch vom Boden aus fördern und gymnastizieren. Nach knapp einer Stunde erklärte ich das Training für beendet und holte die Stute zu mir. “Gutes Mädchen!” lobte ich sie und streichelte ihren Hals. Ich führte die Stute zurück auf die Weide und nahm ihr dort den Kappzaum ab um sie in den wohlverdienten Feierabend zu schicken. Erin hatte zwischenzeitlich Amistad bewegt und kam nun mitCompliment von den Weiden zurück. “Der sieht aber nicht begeistert aus.” rief ich ihr lachend zu und zeigte auf den Hengst, der ihr nur widerwillig folgte. “Da muss er leider durch.” antwortete sie und zupfte am Strick in der Hoffnung, dass der Hengst sein Tempo beschleunigen würde. Ohne Erfolg. Ich schüttelte lachend den Kopf und ging auf die Weide zu Smarty Jones um nach dem Wohlbefinden des Hengstes zu schauen. Vor zwei Wochen hatte ich ihn auf einer Hengstkörung vorgestellt und sah seitdem täglich im Internet nach, ob die Ergebnisse schon bekannt waren. “Na, gehts dir schon etwas besser?” fragte ich den Hengst und kraulte ihn an der Brust, was er gut leiden konnte. Seit ein paar Tagen hustete Smarty Jones, weswegen er auf einem abgesteckten kleinen Areal allein stand. Wir bewegten ihn täglich vom Boden im Schritt und Trab um die Verschleimung zu lösen und fütterten ihm Hustenkräuter, was bisher auch ganz gut funktionierte. Trotzdem würde am Abend ein Tierarzt nach ihm schauen. Sicher ist sicher. Nachdem ich mit Bearing Spot’s im Roundpen war, wartete Erin bereits im Stall auf mich. Wir hatten zwischenzeitlich kurz miteinander gesprochen und uns dazu entschlossen mit den beiden Pferden Valentine’s Cantastorund Smooth Gravity auszureiten. Die beiden harmonierten miteinander und da sich auch das Wetter beruhigt hatte, wollten wir den Spätnachmittag natürlich noch genießen. Erin hatte beide Pferde bereits geputzt und gesattelt. Ich brachte Bearing Spot’s zurück auf die Weide und ging in die Sattelkammer um meinen Helm zu holen, bevor ich Erin die Zügel von Cantastor abnahm und die Steigbügel auf meine Länge einstellte. Wir ritten an den Weiden vorbei und schlugen an einer Gabelung den Weg in den Wald ein, vorbei an Feldern und einer alten, von Moos überzogenen Holzhütte die seit jahrzehnten verlassen war. Am Tag war diese Hütte ein wunderschöner Anblick, nachts würde ich, aus Angst, jedoch keinen Schritt in ihre Nähe wagen. Den Ausritt hatte ich wirklich gebraucht. Das Geräusch der Hufe auf dem Waldboden, der Duft von nassem Holz und das Licht, welches die untergehende Sonne warf, waren entspannend und aufregend zugleich. Wir nutzten die Galoppstrecken aus und hielten am Fischerweiher an um die Pferde trinken zu lassen, bevor wir uns in der Dämmerung wieder auf den Heimweg machten. Auf dem Hof angekommen sattelten wir die Pferde ab und kontrollierten ihre Hufe. “Ach man…” seufzte ich und stellte den Huf von Cantastor wieder ab. “Was ist denn?” fragte Erin, die um den Hengst herum lief um zu sehen was denn los war. Der Hengst musste im Wald auf eine Wurzel oder einen Stein getreten sein, denn ein Stück seiner Hufwand war ausgebrochen. “Das muss Hunter sich anschauen, so kann ich das nicht lassen.” sagte ich und kontrollierte die anderen Hufe, die in Ordnung waren. “Ruf ihn am besten gleich an.” riet Erin und brachte die beiden Pferde auf die Weiden, während ich ins Haus ging und die Nummer von Hunter auf meinem Telefon wählte. Glücklicherweise war der Huf nicht stark beschädigt, sodass meine Stimmung nicht allzu sehr gedämpft wurde. “Bear Brook Farrier, Crowley how may i help you?” klang es am anderen Ende der Leitung und ich lächelte. “von Landsberg hier. Ich brauche ihre Hilfe.” sagte ich und versuchte Hunter am Telefon zu erklären was passiert war. Er seufzte. “Ich schau es mir an.”

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      Storybericht inkl. Pflege von Hibana, Schneemann, Maeyr, Uschi, Delmara, Essence of Life, Buck or Two
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      Hunter | Jills Beerdigung lag nun drei Jahre zurück und dennoch fühlte es sich an, als sei es gestern gewesen als wir zusammen auf dem Weidezaun saßen und die Gegenwart der Pferde genossen. Pläne schmiedeten einen gemeinsamen Zuchtstall aufzubauen. Doch meine Cousine hatte leider nicht die Chance bekommen. Ein Gutes hatte ihre Beerdigung jedoch: Es führte die Familie zusammen. Wenngleich davon nun, drei Jahre später, nichts mehr zu spüren war. Ich saß alleine in der Kneipe mit einem Glas Scotch vor mir, dessen Bewegung im Glas ich nachdenklich beobachtete, während ich es mit beiden Händen auf dem Bodenrand kreisen ließ. Mein Telefon hatte ich heute stummgeschaltet, Pitch konnte auf dem Hof bleiben. Es gab heute Nichts, was mich erreichen sollte. Nur Isaac wusste wohin ich gegangen war und das auch nur, weil er mich mittlerweile lange genug kannte um meine Gewohnheiten zu kennen. Nicht mal Käthe wusste dass ich heute Trübsal blasen würde. Einmal im Jahr erlaubte ich mir das. Nach diesem Glas würde ich mir die unauffälligste Ecke des Ladens suchen, mich dort mit meinem Skizzenbuch hinsetzen und Erinnerungen aufzeichnen. Stunden später, ich wollte gerade nach Hause fahren und beendete deshalb den Ruhemodus meines Telefons, sah ich dass Erin mir geschrieben hatte. Käthe hatte einen Unfall und ist im Krankenhaus. Der Schock traf mich und ich rief gleich zurück. Doch Erin nahm nicht ab. Normalerweise hätte ich mir ein Taxi gerufen, das Motorrad später abgeholt, doch der Alkohol hatte den Nebeneffekt, dass das Hirn nicht mehr recht funktionierte. Ohne nachzudenken fuhr ich los in Richtung Nottingham. Ich fuhr Landwege und hatte Glück dass kein Verkehr auf diesen Straßen war. Dann stand plötzlich ein Reh auf der Straße. Ich hätte schwören können eine Sekunde zuvor war der Weg noch frei. Aus Reflex bremste ich. In meinem Kopf rief eine Stimme "Draufhalten!" aber hätte ich das getan wäre das für uns beide nicht gut ausgegangen. Trotzdem lenkte ich leicht ein, dann spürte ich wie mir das Rad wegrutschte und ich am nun wegspringenden Reh vorbeischlitterte. Als ich letztendlich den Lenker los ließ schlug ich unsanft auf den Boden auf. Erst als ich nicht liegen blieb sondern ohne mein Zutun weiterrutschte spürte ich dass mein Bein unter der Maschine fest hing. Im Straßengraben kam das Motorrad zum Stillstand und ich mit ihm. Mit der Kraft die ich noch aufbringen konnte versuchte ich mich darunter wegzuziehen, doch ich kam nicht weit. Ich versuchte mein Telefon zu erreichen, das in meiner Hosentasche war. Doch die Schmerzen waren zu stark. Es dauerte ewig, bis jemand vorbei kam und es war mein Glück, dass der Wagen ein paar Meter weiter anhielt und jemand zu mir kam. Die Schmerzen waren mittlerweile so stark, dass es mir alles drehte. Vermutlich trug der Alkohol auch seinen Teil dazu bei. Die Person aus dem Wagen kam zu mir und sprach mich mit zittriger Stimme an, doch so wirklich konnte ich das nicht wahrnehmen. Ich erzählte deshalb so gut ich konnte was passiert war und dass mein Bein eingeklemmt war, doch bevor ich zu Ende sprechen konnte dimmte ich weg und verlor das Bewusstsein. Als ich wieder aufwachte befand ich mich schon im Krankenwagen. Ich sah in ein fremdes Gesicht und registrierte jetzt, dass ich auf dem Weg ins Krankenhaus war. "In welches Krankenhaus fahren wir?" wollte ich wissen. Der Notarzt runzelte die Stirn bei dieser Frage. "Lincoln County Hospital" antwortete er. "Das geht nicht." murmelte ich. "Ich muss nach Nottingham." Verzweifelt richtete ich mich auf, versuchte es zumindest, denn weit kam ich nicht da ich fixiert wurde. "Wieso müssen Sie nach Nottingham?" fragte der Notarzt und versuchte mich wieder zu beruhigen. Er bombardierte mich regelrecht mit Fragen, bis ich schließlich nachgab. Man nahm meine Daten auf und fragte nach einer Kontaktperson. Ich bat darum meine Eltern und Isaac zu informieren. Wenn Käthe sowieso selbst im Krankenhaus lag war sie vermutlich nicht erreichbar. Im Krankenhaus brachte man mich von hier nach dort und kam schließlich zu dem Schluss, dass mein Bein ziemlich kaputt war um es einfach auszudrücken. Als ich endlich auf die Station gebracht wurde und ruhig im Zimmer lag schlief ich vor Erschöpfung ein ohne weiter nachdenken zu können.

      Käthe | “Diese hier nehmen sie 3 Mal am Tag. Morgens, Mittags und Abends je eine Tablette. Sollten sie wider Erwarten ein Gefühl von Schwindel bekommen rufen sie uns bitte an.” erklärte mir die Krankenschwester und legte eine Packung Tabletten auf den Tisch neben meinem Bett. “In diesem Umschlag ist der Bericht für ihren Hausarzt. Haben sie jemanden der sie abholt oder sollen wir ein Taxi rufen?” fügte sie hinzu und sah mich fragend an. Ich überlegte einen Moment, bevor ich antwortete. “Darf ich telefonieren? Dann könnte ich das abklären.” Die Krankenschwester nickte und verließ mein Zimmer. Wenige Minuten später kam sie mit einem Telefon zurück und reichte es mir. Ich wählte Erin’s Nummer und hoffte, dass sie bereits wach war und ans Telefon gehen würde.
      “Guten Morgen, ich habe schon auf deinen Anruf gewartet. Wie geht es Dir? Was sagen die Ärzte?”
      Sie hatte das Gespräch kaum angenommen, da überschlugen sich schon ihre Worte.
      “Guten Morgen. Die Ärzte sagen ich bin glimpflich davon gekommen. Ich habe 2 geprellte Rippen und ein paar blaue Flecken. Kannst du mich abholen?” fragte ich sie, doch anstatt zu antworten folgte Stille. “Ist...Hunter nicht bei Dir?
      “Nein. Nicht das ich wüsste. Warte mal…” sagte ich und nahm das Telefon von meinem Ohr weg um mit der Krankenschwester sprechen zu können. Als sie auf meine Frage, ob Besuch für mich da gewesen wäre, verneinend den Kopf schüttelte, nahm ich das Telefonat wieder auf. “Nein, war er nicht.” Ich hörte, wie Erin vor sich hin murmelte bevor sie mir zusicherte in einer halben Stunde da zu sein. Wir verabschiedeten uns voneinander und ich gab der Krankenschwester das Telefon dankend zurück. Da ich von meinem gestrigen Unfall noch leicht benommen war, half sie mir meine Sachen in eine Tasche zu packen und brachte mich nach unten in die Empfangshalle, wo Erin bereits auf mich wartete. Sie nahm mir meine Tasche ab und hielt mir die Tür auf, damit ich in ihren Wagen einsteigen konnte. Während der Fahrt unterhielten wir uns wenig. Gedankenverloren fuhr Erin an der Abfahrt vorbei, die uns nach West Bridgford brachte. “Wo fahren wir denn hin?” fragte ich leise und sah zu ihr hinüber. “Nach Lincolnshire. Ich habe, bevor ich gefahren bin um dich abzuholen, auf dem Bear Brook EC angerufen. Hunter hatte einen Unfall mit dem Motorrad und liegt im Krankenhaus.” gab sie zu und warf mir einen kurzen Blick zu, bevor sie weitersprach: “Wir fahren ihn besuchen. Besser gesagt Du. Ich werde vor dem Zimmer warten.” Tausende Gedanken schossen durch meinen Kopf. Was war passiert? Nach einer knappen Stunde Fahrt - ich war zwischenzeitlich eingeschlafen - erreichten wir das Lincoln County Hospital. Nachdem wir an der Information nach der Zimmernummer gefragt hatten, standen wir nun vor der Tür des Zimmers in dem Hunter sich befand. “Willst du sicher nicht mit rein gehen?” fragte ich Erin, doch sie schüttelte den Kopf. “Ich warte vor der Tür.” Ich atmete tief durch und klopfte an die Zimmertür, bevor ich sie öffnete und in den Raum trat. Das Bein komplett eingegipst, lag er da und schlief. Ich trat näher an sein Bett und strich mit meinem Handrücken über seine Wange. Er verzog das Gesicht und öffnete die Augen blinzelnd. “Käthe?” fragte er ungläubig und setzte sich auf. Noch bevor ich antworten konnte beugte er sich nach vorn und umarmte mich. “Hunter…” stöhne ich schmerzerfüllt als der Druck seiner Oberarme gegen meine geprellten Rippen stärker wurde.

      Hunter | Ich ließ von ihr ab und musterte sie fragend. "Erzähl mir von deinem Unfall gestern." sagte ich und lehnte mich wieder in die Kissen. Käthe seufzte und atmete einmal tief durch, ehe sie begann von ihrem Tag zu berichten: "Ich war in Nottingham um das bestellte Futter für die Pferde abzuholen und als ich auf dem Heimweg war, hat mir jemand die Vorfahrt genommen und ist ungebremst in meinen Wagen gefahren. Der Arzt sagt, ich sei glimpflich davon gekommen mit meinen geprellten Rippen und den blauen Flecken.” Sie nahm meine Hand und sah mich eindringlich an. “Was ist mit dir passiert?” Einen Moment lang dachte ich noch über ihre Geschichte nach. "Ich hoffe den Idioten hat es mindestens genauso erwischt wie dich!" Sie zog ihre Augenbrauen hoch und sah mich mit mahnendem Blick an. “Sowas sagt man nicht Hunter.” Ich schnaubte verächtlich. "Ich lieg eh schon hier, was soll mir schon noch passieren?" - “Und warum liegst du hier?” - "Weil ich nicht in ein Reh reinfahren wollte." erklärte ich knapp und sah an mir runter. Mir wurde erst jetzt so richtig bewusst, dass ich wohl die nächsten Wochen ausfiel. An arbeiten konnte ich nicht denken, ans Reiten auch nicht. Ich würde nicht mal ordentlich mit Pitch gehen können. Geknickt schlug ich die Lider nieder und seufzte. “Wann ist das denn passiert?” fragte sie und ich tat erst so als hätte ich sie nicht gehört, gab dann aber nach, denn so wie ich Käthe kannte, würde sie nicht locker lassen. "Auf dem Weg ins Krankenhaus. Ich wollte nach dir sehen, als ich Erins Nachricht gelesen hatte." gab ich zurück und musterte sie besorgt. “Wir hatten gestern wohl beide kein Glück.” sagte sie und lächelte sanft. "Mhmm…" brummte ich zustimmend. "Das werden ein paar sehr, sehr langweilige Wochen…" ergänzte ich.
      Sobald ich mit Krücken laufen konnte entließ man mich nach Hause. Als Pitch mich sah freute er sich so sehr, dass er unter sich machte. Isaac und der Rest vom Team freuten sich zwar auch mich wieder auf dem Hof zu sehen, sahen aber doch recht abgekämpft aus. "Danke, dass du dich um Pitch gekümmert hast." sagte ich Isaac, der sich eines der Gästezimmer eingerichtet hatte, während ich weg war. Er nickte und half mir ins Haus, auch wenn ich das mit meinen Krücken schon gut im Griff hatte. Wir setzten uns ins Wohnzimmer und er berichtete mir, was auf dem Hof alles passiert war. Ich kramte im Anschluss mein Telefon hervor und versicherte mich, dass bei Käthe alles in Ordnung war. Kurz darauf rief mich Rin an. Sie klang verzweifelt. Sie war mittlerweile allein auf dem Hof und die vielen Pferde schaffte sie schlichtweg nicht. Sie wollte die Pferde aber auch nicht irgendwem überlassen. Sie hatte schon eine andere Kollegin gefragt ob sie ein paar Tiere übernehmen könnte, doch der Großteil stand noch immer bei ihr. Wir redeten lange und diskutierten Möglichkeiten aus. Bis wir zu dem Schluss kamen, dass ich die Pferde übernehmen würde, die ich auch so gekauft hätte, hätten ich sie zuerst entdeckt. Da sie schon genug Sorgen hatte ließ ich sie über meine Verletzung im Unklaren. Die Pferde würden dann in den nächsten Tagen eintreffen. Besonders auf Schneemann freute ich mich, da ich mich in den Hengst verliebt hatte noch bevor ich ihn auf seiner Hengstkörung ritt. Maeyr, Uschi und Delmara setzten ihm nur eine Sahnehaube auf. Nachdem ich aufgelegt hatte packte ich das Telefon weg und hievte mich vom Sofa um in den Stall zu gehen. Während ich weg war zog Essence of Life ein. Die Vollblutstute hatte ich per Zufall entdeckt und gekauft, sie aber aufgrund des Unfalls noch nicht ansehen können.

      Käthe | Ein paar Tage vergingen und langsam aber sicher konnte ich behaupten, dass es mir besser ging. Erst gestern waren Erin und ich gemütlich im Gelände unterwegs und genossen die Ruhe, die der Wald uns bot. Ebenfalls gestern wurde mein Wagen abgeholt, der nach dem Unfall zwar repariert werden konnte, ich mich aber dazu entschloss ihn zu verkaufen, weil es sich wirtschaftlich nicht gelohnt hätte. Da ich im Stall keine große Hilfe war räumte ich im Haus auf und probierte mich am Backen. Chocolat Chip Muffins sollten es werden. Ich hielt das Bild auf dem Tablet neben mein Ergebnis und stellte fest, dass sie gar nicht so schlecht aussahen wie ich im ersten Moment dachte. Ich öffnete das Küchenfenster und rief nach Erin, die ihre Stute Hibana gerade aus der Stallgasse führte.
      “Hast du Lust mit nach Lincolnshire zu fahren?” fragte ich sie und schien dabei so erwartungsvoll auszusehen, dass sie ohne zu zögern zusagte. Während sie ihr Pferd auf die Weide brachte, sortierte ich die Muffins auf ein Tablett und zog mir ein geblümtes Sommerkleid an. Erin, die schon im Wagen wartete, öffnete mir die Tür und musterte das Tablett in meiner Hand, dessen Inhalt durch eine Folie geschützt war. “Ich dachte ich bringe etwas kleines mit.” sagte ich und sah in ihr fragendes Gesicht. “Es sind Muffins.” fügte ich hinzu und schnallte mich an. “Hoffentlich bekomme ich einen ab!” sagte sie lachend und setzte den Wagen in Bewegung. Während der Fahrt unterhielten wir uns wenig, was an der Musik und den geöffneten Fenstern lag. Als wir das Bear Brook EC erreichten stellte Erin den Wagen auf dem Parkplatz ab und half mir dabei auszusteigen. Erin und Ich gingen zum Haus und klingelten. Mrs. Clayton öffnete die Tür und bat uns hinein. “Ich habe Muffins mitgebracht.” sagte ich stolz und stellte das Tablett auf den Tisch. “Die riechen ja großartig! Lange werden die hier nicht stehen.” sagte sie lachend und nahm die Folie ab. Ich nahm zwei Muffins heraus und ging in Richtung der Tür, als Mrs. Clayton mich darauf hinwies, dass Hunter sich in der Schmiede befinde. Ich bedankte mich und lief über den Hof um nach ihm zu sehen. “Darf ich reinkommen?” fragte ich und blieb im ohnehin geöffneten Tor stehen. Als Hunter aufsah und erkannte, wer da stand strahlte er mich an und bat mich rein. “Was machst du denn hier?” fragte ich ihn und hielt ihm einen der beiden Muffins hin. Er nahm ihn glücklich entgegen und sah dann auf die Werkbank vor ihm, auf der Hufnägel und Eisen wild durcheinander flogen. "Ich sortiere hier etwas um…" erklärte er. “Kann ich dir helfen?” bot ich ihm fragend an und nahm einen Bissen von meinem Muffin. Wow, die schmecken echt gut dachte ich und sah Hunter an. Er warf nochmal einen Blick die Arbeit und antwortete dann. "Nein. Aber ich kann das später weiter machen." Er biss vom Muffin ab und sah mich zufrieden kauend an. "Du hast da was." Ich wischte mit dem Handrücken über die Stelle die er mir gezeigt hatte und sah ihn an. “Besser?” fragte ich und nickte in Richtung seines Beins. “Wie lange bist du außer Gefecht?” - "Nur noch ein paar Wochen." erklärte er und fügte hinzu, dass es schon viel besser geworden sei. Nachdem ich meinen Muffin aufgegessen hatte beobachtete ich ihn eine Weile und sah dann nach draußen in den Hof. Hunter nahm seine Krücken und stand auf. "Gibt es noch mehr von denen?" er hielt mir das leere Papier vom Muffin vor die Nase. "Wenn dein Team noch welche übrig gelassen hat." meinte ich schulterzuckend. Gemeinsam schlichen wir über den Hof. "Falls nicht. Heute Abend grillen wir hier auf dem Innenhof. Magst du Erin anrufen und fragen ob sie auch kommen möchte?" überlegte er laut. “Du kannst sie selbst fragen, sie hat mich hergefahren.” sagte ich und ging vor, um die Tür zum Haus zu öffnen. Wie erwartet hatte es sich schnell herumgesprochen dass es im Haus eine Kleinigkeit gab und so fanden wir das gesamte Team des Bear Brook EC in der Küche vor. “Ältere Frauen backen immer noch am besten. Die Erfahrung macht es einfach aus.” sagte Isaac voller Überzeugung und biss von seinem Muffin ab. Mrs. Clayton und ich riefen gleichzeitig empört “Ältere Frauen?” auf und mussten dann lachen. Hunter schmunzelte nur und beobachte das Schauspiel. "Was brauchen wir noch für's Grillen?" fragte er an Mrs. Clayton gerichtet, die ihm prompt einen Einkaufszettel entgegen streckte. "Kommst du mit Käthe? Ich kann leider nicht fahren." meinte er grinsend. “Ich darf dein Auto fahren?” fragte ich ungläubig und drehte mich zu ihm um. "Unter diesen Umständen… Ja." sagte er und humpelte in den Flur um mir seinen Autoschlüssel rauszusuchen. "Kommst du?" rief er, als er ihn gefunden hatte. Ich zuckte mit den Schultern und grinste Erin an. “Fahr vorsichtig!” rief sie mir nach, doch die Tür fiel bereits ins Schloss. “Soll ich dir helfen?” fragte ich Hunter der die Beifahrertür schon geöffnet hatte. Er überhörte diese Frage und krackselte sich irgendwie selbst ins Auto, was zwar klappte, aber sehr unbeholfen aussah. Als er endlich saß und sich angeschnallt hatte grinste er mich an. Ich schüttelte den Kopf und ging um das Auto herum um selbst einzusteigen. Wir fuhren nach Lincoln um die Sachen zu besorgen, die Mrs. Clayton aufgeschrieben hatte und nahmen zusätzlich Bier und eine Flasche Wein mit. Zurück auf dem Bear Brook EC herrschte bereits reges Treiben. Alle halfen dabei den Grillabend vorzubereiten und Mrs. Clayton, die schon sehnsüchtig auf uns zu warten schien, lief uns entgegen um uns beim Ausladen zu helfen. Hunter wurde zu Isaac gerufen und gab mir einen flüchtigen Kuss, bevor er in Richtung der Stallungen verschwand. “Erin kommt übrigens gleich zurück. Sie fährt schnell und bringt die Pferde in die Boxen.” sagte Mrs. Clayton als sie meinen suchenden Blick bemerkte.

      Hunter | Wir hatten einen tollen Grillabend und auch die nächsten Tage liefen verhältnismäßig ruhig. Viel konnte ich sowieso nicht machen. Wenigstens war ich den Gips mittlerweile los und trug nur noch eine Bandage. Reiten durfte ich damit noch immer nicht, aber ich fuhr heute trotzdem mit Pitch zu einem alten Bekannten, den mein Vater noch aus seiner Zeit kannte. Sein Sohn hatte einen Tinkerhengst zum Verkauf stehen, den er selbst nie mehr reiten könnte. Es wäre aber wohl zu schade ihn im Stall versauern zu lassen, also soll er wieder in fördernde Hände. Interessant für mich, weil meine Tinker eher für den Fahrsport gebaut waren. Buck or Two sei aber ein Vielseitigkeitspferd. Pitch verfrachtet, setzte ich mich selbst ins Auto, kramte aber zuerst nach meinem Telefon um Käthe anzurufen. "Ich fahr nach Spilsby, ein Pferd ansehen. Hast du Zeit und Lust mitzukommen? Richtung Meer? Wenn wir da fertig sind, können wir ja einen Abstecher nach Skegness machen.", schlug ich vor und holte Käthe einige Minuten später ab. "Geht das mit deinem Bein?", fragte sie, als sie auf der Beifahrerseite einstieg. Ich lachte. "Was meinst du wie ich hergekommen bin?" Sie sah mich tadelnd an. "Du weißt wie ich das meine, Hunter!" Immer noch lächelnd setzte ich rückwärts um mich auf dem Hof zu drehen und dann rauszufahren. "Hast du Alles dabei? Schwimmsachen?", fragte ich, als wir auf dem Highway waren. Käthe nickte. "Warst du überhaupt schon mal in Skegness?" - "Nein! Aber ich hab es gegoogelt und das will ich mir nicht entgehen lassen." Aufgeregt lächelte sie mich an. "Ich möchte dann auch an die Greifautomaten gehen.", meinte sie. Ich lachte. "Das ist Betrug, das ist dir bewusst oder?" Ich warf einen kurzen Blick zu ihr rüber. Sie schüttelte den Kopf. "Wenn ich ohne ein Plüschtier wieder heim muss, bin ich traurig." Ich seufzte. Vermutlich würden wir heute zig Pfund in ein Plüschtier stecken, welches wir in jedem Spielzeugladen für ein paar Penny hätten kaufen können. Doch bevor wir zum Strand fuhren, machten wir einen Stop in Spilsby. Der Hof war klein und es gab hier so gut wie nur Tinker. Die Boxenschilder verrieten jedoch, dass es alles Einstaller waren. Alle, bis auf Buck or Two. Der Hengst war jedoch nicht in seiner Box, also gingen wir weiter über den Hof bis wir einem älteren Herren in die Arme liefen. "Sie müssen Mr. Crowley sein! Und das ist sicher Mrs Crowley. Hallo." grüßte er freundlich und ich sah Käthe schmunzelnd an, die erstmal klarstellte, dass wir nicht verheiratet waren. Der Herr nahm uns mit zu den Weiden und Paddocks. Auf einem kleinen Paddock stand Bucks schon parat und wartete nur darauf, dass man ihn mitnahm. "Er ist wirklich ein braves Pferd." erklärte der Mann, während er Bucks aufhalfterte und vom Paddock holte. Er band ihn an einer Stange vor dem Reitplatz an. "Ich hole eben seine Sachen." entschuldigte er sich und verschwand im Stall, während ich Bucks streichelte. Der dunkle Hengst streckte sich sofort lang und verzog die Schnute, als ich eine besonders gute Stelle am Mähnenansatz gefunden hatte. Pitch hatte sich neben mich gelegt und döste vor sich hin. Als der Mann mit Putzkiste und Trense zurückkam warf ich einen etwas unsicheren Blick zu Käthe, die den Kopf langsam schüttelte. Ihr war natürlich klar, dass ich eigentlich noch nicht reiten sollte. Ich legte die Leine ab und nahm mir eine der Bürsten aus der Box um dem Mann mit Bucks zu helfen. Käthe hatte inzwischen die Leine von Pitch aufgenommen und lehnte sich gegen die Stange. Bucks zog neugierig zu ihr rüber und stupste sie vorsichtig an, bis sie sich endlich ergab und ihn streichelte. Einige Minuten später stand der Rappe geputzt und gesattelt vor uns. Pitch war gänzlich eingeschlafen und Käthe kraulte immer noch Bucks Hals. Der Mann prüfte kurz den Platz und bat mich dann mit Bucks einzutreten, während er das Tor aufhielt. "Das fällt leider wieder zu, wenn man es nicht festhält.", erklärte er. "Also wenn sie wollen, er wurde die letzten Tage ein paar mal von anderen Einstallern bewegt. Ich kann Ihnen auch einen Sprung aufbauen, während sie ihn warm reiten." Während er das sagte ging er bereits zur kurzen Seite des Platzes wo die Sprünge in Teilen lagen. "Nein, kein Sprung.", sagte ich eilig und merkte erst im Nachhinein, dass ich das wohl ein wenig zu panisch gesagt haben musste. "Ich bin noch im Schongang, nach einer Verletzung.", entschuldigte ich mich sofort und stellte dann die Steigbügel am VS-Sattel auf meine Länge ein.

      Käthe | “Der wird sich wohl nie ändern, hm?” fragte ich Pitch und kraulte ihn am Hals, nachdem wir uns ein schattiges Plätzchen am Rande des Platzes gesucht und es uns in der Wiese bequem gemacht hatten. Hunter hatte mittlerweile im Sattel Platz genommen und zog abwechselnd im Schritt und Trab seine Runden. Der Hengst machte eine gute Figur unter dem Sattel und lief fleißig vorwärts. Auch als Hunter ihm die Galopphilfen gab reagierte er sofort und Hunter’s Gesichtsausdruck verriet mir, dass er sich gut aussitzen ließ. Nach zirka einer halben Stunde parierte er durch und blieb vor mir am Zaun stehen. “Was sagst du?” fragte er mit erwartungsvollem Blick und klopfte den Hals von Buck or Two. Ich zögerte. “Er ist sicher nicht verkehrt. Auch von der Ausbildung her.” sagte ich und lächelte besänftigend um ihm die Frage nach dem Aber abzuwehren. “Gib mir ein paar Minuten.” sagte er, stieg ab und führte den Hengst zum Tor, welches der Mann bereits geöffnet hatte. Ich sah, dass die beiden sich angeregt unterhielten und ahnte, dass der Hengst so gut wie gekauft war. Hunter bemerkte meinen Blick und winkte mich herbei. “Ich organisiere alles und melde mich die Tage.” sagte der Mann und reichte mir die Hand um mich zu verabschieden. Als auch Hunter und er sich die Hand gegeben hatten legte er seinen Arm um meine Hüfte und ging mit mir zurück zum Wagen. Auf einmal stieß er die Faust seines freien Arms hoch und jubelte. "Auf nach Skegness!" Bevor ich reagieren konnte drückte er mir einen Kuss auf die Lippen und öffnete die Beifahrertür um mich Platz nehmen zu lassen. "Du wirst Skegness lieben.", sagte er, als er sich hinter das Steuer setzte und den Wagen startete um loszufahren.
      Die Stadt am Meer war wirklich großartig. Wir starteten mit einem Bummel durch die Gassen und betrachteten dabei die schönen Fassaden der alten Häuser. Im Anschluss gingen wir an den Strand und nutzen hier Alles was Skegness zu bieten hatte: Einen Mini Freizeitpark, die Spielhalle, den weitläufigen Strand und natürlich das Meer. Es war ein wundervoller Tagesabschluss vom Restaurant aus den Sonnenuntergang zu beobachten. Es tat fast schon weh als Hunter diese ruhige Atmosphäre unterbrach um aufzustehen. "Es ist schon spät.", sagt er wehmütig und hielt mir seine Hand hin. Seufzend ergriff ich sie und ließ mich wie ein nasser Sack aus dem Stuhl ziehen. "Ich möchte bleiben.", klagte ich und folgte ihm schmollend.

      Zwei Tage später stand ich zusammen mit Hunter auf dem Parkplatz des Bear Brook EC und winkte den alten Herren mit Buck or Two auf den Innenhof. Der dunkle Hengst wurde erstmal in aller Ruhe mit der neuen Umgebung bekannt gemacht. Hunter hatte den Vormittag damit verbracht seine Box vorzubereiten. Auch den Futterplan von Buck hatte er etwas überarbeitet. Nach der Besichtigung konnte sich der Tinker erstmal in seiner Box ausruhen. Die Fahrt war zwar nicht allzu aufregend für ihn, doch er sollte sich erst einmal einleben, ehe er gearbeitet würde. Sobald ich sicher war, dass Alles um Buck herum geklärt war verabschiedete ich mich von Hunter und fuhr zurück nach Nottingham um mich um meinen eigenen Hof zu kümmern.

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      Pflegebericht für alle Pferde des von Landsberg TC | 4978 Zeichen von adoptedfox
      Käthe | “Du gehörst ins Bett, my Dear.” ermahnte mich Erin, als ich den Stall betrat und meine Thermoskanne auf der Futterkiste abstellte. Ich seufzte. “...aber mir fällt die Decke auf den Kopf.” sagte ich mit erstickter Stimme und folgte ihr in die Sattelkammer. “Wie läuft es mit Funny Sugar?” fragte ich sie und nahm mir einen Führstrick. “Sehr gut! Die letzten Tage habe ich mit ihr vermehrt Bodenarbeit gemacht und unsere Verbindung wird immer besser!” erzählte sie euphorisch und ich freute mich darauf, die Entwicklung der beiden miterleben zu dürfen. Erin hatte die junge Stute im Oktober letzten Jahres gekauft um sie selbst ausbilden zu können und ich versprach ihr zu helfen, sollte sie meine Unterstützung benötigen. Sie öffnete den Spind von Hibana und nahm den Sattel, ein paar Gamaschen und die Putzkiste heraus. “Was möchtest du heute machen?” fragte sie mich auf dem Weg zu ihrer Box und ich überlegte einen Moment. “Ich denke ich striegel die Pferde nur ab, bringe sie auf die Weiden und vielleicht gehe ich eine gemütliche Runde ins Gelände.” antwortete ich und Erin nickte zustimmend. Wir unterhielten uns noch einen Moment, bevor ich mich auf den Weg machte und mich um die Pferde kümmerte. Nachdem sich die Fohlen Granada, Ivy’s Rhapsody und Missing Misty auf der Weide neben dem unteren Stallgebäude befanden und um die Wette galoppierten, ging ich zur Box von Lorelei. Lorelei war seit einer Woche auf dem Hof und stach, als Kaltblut, deutlich zwischen den Vollblütern hervor. “Na meine Große, wie geht es dir heute?” fragte ich sie und ging in die Box um ihr grobe Verschmutzungen und Streu, die sich im Fell verfangen hat, abzubürsten. Tiefenentspannt, stand sie mit ihrem dichten Winterfell vor mir und genoss die massierenden Bewegungen der Bürste.
      Da sie noch in der Eingewöhnung war, brachte ich sie auf die Koppel neben dem Haus, die wir abgetrennt hatten damit auch Westatlanta ihren Freigang genießen konnte. Ases Maskwamozi, Echo’s Maiden und Smooth Gravity brachte ich zusammen auf eine der großen Weiden und Bearing Spot's, Bear Brooks Denahi, Grenzfee und Sympathy of the Devil auf eine anschließende Weide, damit die Stuten untereinander trotz der Litze Kontakt halten konnten. For an Angel brachte ich zu den Fohlen auf die Weide. Als auch Amistad, Compliment und Valentine’s Cantastor auf den Weiden waren, kontrollierte ich noch einmal dass alle Tore fest verschlossen waren und ging in den Stall um Smarty Jones für den Ausritt fertig zu machen. Der Hengst war das Verlasspferd schlechthin und ich vertraute ihm in jeder Situation. Da ich angeschlagen war hielt ich es für besser, ihn für einen Ausritt zu wählen. Ich holte den Hengst aus der Box und band ihn in der Stallgasse an um ihn gründlich zu putzen. Nachdem ich seine Hufe ausgekratzt hatte ging ich in die Sattelkammer und holte ein paar Gamaschen, seinen Sattel und die Trense. Mit einer Grippe war es ein Kraftakt, den schweren Westernsattel auf den Rücken des Hengstes zu bekommen, doch ich nahm alle Kraft zusammen und legte ihn mit Schwung auf. Der Hengst schnaubte und wandte mir seinen Kopf zu als wolle er fragen, ob alles okay sei. Ich streichelte über seine Stirn und lachte. “Womit hab ich dich nur verdient, hm?” fragte ich ihn und er rieb sein zartes Maul an meinem Oberschenkel. Ich holte eine Abschwitzdecke aus seinem Schrank und legte sie ihn über die Kruppe. Wir hatten zwar keine Minusgrade, doch der Wind fühlte sich eisig kalt an. Ich trenste den Hengst und führte ihn auf den Hof zur kleinen Bank um aufzusteigen. “Nimm das mit, zur Sicherheit.” sagte Erin und drückte mir mein Smartphone in die Hand. Dankbar steckte ich es in meine Jackentasche und trieb den Hengst vorwärts. Als wir an den Weiden vorbeigeritten waren, schlugen wir den Weg entlang der Felder ein. Im Schritt ritten wir auf einem kleinen Pfad zwischen Waldrand und frisch gepflügtem Feld bis es zu nieseln begann und wir in den Wald abbogen. “Wir sollten viel öfter ausreiten, meinst du nicht auch?” fragte ich Smarty Jones und streichelte den Hals unter seiner nachgewachsenen Mähne. Als würde er mir zustimmen, stieß er ein kurzes Schnauben aus und richtete ein Ohr nach hinten. Auch wenn es mich fröstelte, genoss ich die Auszeit im Wald auf dem Rücken meines Lieblings. Die vergangenen Wochen waren nervenaufreibend gewesen. Beginnend mit der Heunot durch den heißen Sommer, über die Vorbereitungen für den Winter, bis hin zum Jahreswechsel hatten wir alle Hände voll zu tun und sogar Hunter, der ebenfalls nicht zu wenig Arbeit hatte, half wo es nur möglich war. Mit dem ersten Tag im neuen Jahr fiel alle Last von unseren Schultern und wir hofften auf ein besseres Jahr. Nach knapp 3 Stunden erreichten wir wieder den Hof. Ich sattelte den Hengst ab und brachte ihn mit einer Abschwitzdecke auf die Koppel zu Valentine’s Cantastor, mit dem er sich sehr gut verstand. Sichtlich am Ende räumte ich den Stall noch auf, bevor ich mich ins Haus zurück zog und mir ein Erkältungsbad einließ.

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      Pflegebericht für alle Pferde des von Landsberg TC | 1999 Zeichen von adoptedfox
      Verdine, Lorelei, Funny Sugar, Hibana, Ivy’s Rhapsody, Granada, Missing Misty, Westatlanta, Bear Brooks Denahi, Ases Maskwamozi, Bearing Spot’s, Echo’s Maiden, Smooth Gravity, Sympathy of the Devil, Grenzfee, For an Angel, Compliment, Amistad, Smarty Jones, Valentine’s Cantastor

      Käthe | Ein paar Monate waren vergangen, seit Hunter sich dazu entschlossen hatte den Hofbetrieb für geraume Zeit einzustellen und die Pferde an befreundete Sport- und Zuchtanlagen verkaufte. Wir verbrachten nur noch wenig Zeit miteinander und doch genoss ich jede Minute seiner Anwesenheit. Um Erin zu entlasten, die einmal wöchentlich Seminare an der Universität in Nottingham besuchte um ihre Trainerlizenz zu erhalten, stellte ich zwei zusätzliche Pferdepfleger ein die uns unterstützten. Die Reitstunden hatte ich aus dem Programm genommen, dafür bot ich aber immer wieder Kurse zu verschiedenen Themen an die mehr als gut besucht waren. Auch bei meinen privaten Pferden lief es bestens. Die Fohlen werden mehr und mehr an das Fohlen ABC herangeführt und beinahe wöchentlich waren wir mit unseren Pferden auf Turnieren vertreten. Mal mehr, mal weniger erfolgreich. Jetzt im Sommer zogen wir es vor, die Pferde in den frühen Morgenstunden zu bewegen damit sie die heißen Temperaturen auf den Weiden verbringen konnten. Abends, nachdem die Pfleger sich in den Feierabend verabschiedeten, sattelten Erin und ich die Pferde und ritten aus um den alltäglichen Wahnsinn hinter uns zu lassen. “Wollen wir heute Abend zum See reiten?” fragte Erin und setzte den Huf ihrer Stute Hibana ab. “Ich kann leider nicht. Hunter kommt heute vorbei und ich möchte ihn mit einem Abendessen überraschen.” antwortete ich ehrlich und streichelte der Stute den Hals.
      “Da freut er sich bestimmt! Mensch… ich finde es schade das er alles auf Eis gelegt hat.” Ich stimmte ihr zu. Auch wenn ich hinter ihm stand, machte ich mir Sorgen wie es weitergehen würde. Ich blieb noch ein paar Stunden im Stall und half Erin dabei die Pferde für die Koppel fertig zu machen, bevor ich mir eine Einkaufsliste schrieb und in die Stadt fuhr um alles für das Essen zu besorgen. Die kommenden Wochen waren bereits gut durchgeplant. Am meisten freute ich mich auf einen Dressurlehrgang, den ich für mich und Bear Brooks Denahi gebucht hatte.
    • Sammy
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      Ein Punktepferd zieht ein!
      01. September 2019
      folgt
    • Sammy
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      Umbaupläne & eine Freundin für Elfentanz!
      18. Oktober 2019
      "Ana, nimmt sie zurück! Sie verarscht dich!", rief ich über die Sandbahn. Dort kämpfte meine beste Arbeitsreiterin mit meiner erfolgreichen Vollblutstute Successful Dream. Bisher war nur ich auf dem Rücken der jungen Stute gesessen, doch Ana hatte sich in den letzten Wochen so hervorgetan, dass ich beschlossen hatte, ihr eine Chance zu geben. Bisher lief es allerdings nicht wirklich gut. Die braune Vollblutstute spielte mit Ana. Die ersten Minuten war sie vorbildlich im ruhigen Galopp an den Rails entlanggelaufen, doch nun wurde Dreamy immer schneller und driftete von den Rails weg. So viel also zu meinem Plan, das Training der Rennpferde hauptsächlich vom Boden aus zu überwachen. Ich sah auf die Uhr. Dream's Trainingszeit war gleich vorbei, dann kam der nächste Pulk Vollblüter an die Reihe. Meine Verkaufspferde Ghostbuster, Tschiwabschischi und Pirate Island waren ebenso wie Success Story xx, die erfolgreiche Mama von Dreamy, bereits ein Trainingsrennen gelaufen. Ghost, Tschiwi und Island gingen demnächst zurück zu Flair, die die drei Pferde gezüchtet hatte. Ich riss mich aus meinen Gedanken und sah wieder zur Bahn. Ana saß mittlerweile im Sattel, anstatt in den Bügeln zu stehen und versuchte so, Dreamy's Tempo zu drosseln. Die junge braune Stute hatte allerdings augenscheinlich überhaupt keine Lust, sich ihrer Reiterin unterzuordnen, denn sie begann nun, im Zickzack über die Bahn zu rennen. Ich konnte kaum hinsehen. Eingreifen konnte ich allerdings ebenso wenig. Ana war eine gute Reiterin, ich musste nun wohl einfach darauf vertrauen, dass sie die temperamtenvolle Stute in den Griff bekam.
      "Oh, oh Dreamy hat wohl wieder ihre fünf Minuten, was?", ertönte da Samuel's Stimme. Der junge Mann saß auf meinem Schimmelhengst Pawaneeh. Das Vollblut, dass schon etliche Schleifen mit nach Hause gebracht hatte, war der Vater meiner Stute Kagami El Assuad und damit der Großvater von Kagami's Tochter Kazumi Princess El Assuad. Die junge Scheckstute hatte heute genau wie ihre Mama ihren freien Tag. Sie warteten im Stall auf ihr Frühstück, dass es wie üblich erst nach der Morgenarbeit gab. Gleich hinter Samuel und Pawaneeh folgte Donald, der den Rapphengst El Racino führte. Das wunderschöne lackschwarze Vollblut war zu einem richtig stattlichen Hengst herangewachsen und bereitete mir jeden Tag viel Freude. Während Pawaneeh auf der Bahn mittlerweile recht gut zu händeln war, stach Racino ab und an immer noch der Hafer. Dabei interessierte es das inzwischen neunjährige Vollblut auch herzlich wenig, dass es unter den Rennpferden nun bald zu den alten Hasen gehörte. Rennen liefen beide Hengste kaum noch, aber ab und zu genossen sie einen schnellen Galopp auf der Bahn und genau den würden sie heute morgen auch bekommen. Vorausgesetzt, wir bekamen Dreamy von der Bahn. Sobald das verrückte Jungpferd jedoch die beiden schönen Hengste entdeckte, wurde es langsamer und kam freiwillig auf den Ausgang zugaloppiert. Ich stellte mich an die Lücke in den Rails und hob die Arme. Dreamy fiel in einen zuckeligen Trab und schließlich in den Schritt. Erleichtert griff ich nach ihren Zügeln und tastete ihre Beine ab. "Es tut mir so Leid, Sammy. Sie hat einfach nicht auf mich gehört.", sagte Ana niedergeschlagen. "Ich weiß schon Ana. Es ist nicht deine Schuld. Ich hatte nur die Hoffnung, dass Dream sich mittlerweile ein wenig mehr mit anderen Reitern arrangieren würde. Aber wenn sie auf der Rennbahn schon so abgeht, brauchst du es in der Halle oder auf dem Platz gar nicht erst versuchen.", sagte ich. Dream liebte die Rennbahn. Der Dressur konnte sie dafür herzlich wenig abgewinnen. Sobald es in die Halle ging, wurde Successful Dream mürrisch und fing an, Blödsinn zu machen. Auch ich hatte in diesen Momenten meine liebe Not, die junge Stute einigermaßen unter Kontrolle zu halten. "Immerhin hat sie dich nicht in den Sand gesetzt. Frag mal Donald, den lässt sie an schlechten Tagen nicht einmal in ihre Nähe.", sagte ich aufmunternd. Donald hob zur Bestätigung seinen muskulösen Arm, auf dem ein verblassender blauer Fleck zu sehen war, wo Dream ihm gezeigt hatte, wie wenig sie ihn in ihrer Nähe haben wollte. Das junge Vollblut war ebenso unberechenbar wie talentiert. Dennoch war Successful Dream, genau wie ihre Lieblingsfreundin Kazumi Princess El Assuad bereits gekrönt. Fohlen würden die beiden aber in nächster Zeit noch nicht bekommen. Dreamy stupste mich an und ich strich ihr über die weiche Nase. Dann drückte ich Ana die Zügel in die Hand. "Bring sie zurück in den Stall, ich muss jetzt hier weiter machen, sonst werden wir heute nicht mehr fertig. Oh und bring danach Bearing Spots raus.", gab ich meine Anweisungen. Ana führte Dreamy geknickt weg. Ich grinste. Die junge Frau durfte gleich Bearing Spots reiten. Das junge Punktepferd war noch nicht allzu lange in meinem Besitz und machte momentan quasi die ersten Schritte auf der Rennbahn. Im nächsten Frühjahr sollte sie dann die ersten Rennen gehen. Gleiches galt für die Scheckstute Little Miss Backyard und meine geliebte Pirate's Pride. Letztere war ein Fohlen von Pirate Island und Ghostbuster und hatte ihre Jungpferdezeit auf einer riesigen Weide verbracht. Nun wurde Pride bald drei Jahre alt und war somit soweit, zu arbeiten. Ich war schon unglaublich gespannt, wie sich das Stütchen machen würde. Aber mit solch erfolgreichen Eltern musste Pride einfach talentiert sein. Nun übernahm ich jedoch erst einmal El Racino. Der schöne Rappe drückte sein weiches Maul in meine Hand und ich strich ihm über die schneeweise Blesse. Racino war schon immer mein Baby gewesen und würde es wohl auch immer bleiben. Deshalb würde er auch nicht zurück zu Flair gehen. Von dem Rapphengst würde ich mich niemals trennen können. Donald warf mich in den Sattel und ging dann los, um PFS' Storm Cat fertig zu machen. Morgens lief hier alles wie am Fließband, damit die Vollblüter möglichst früh mit ihrem Rennbahntraining fertig waren. Ich strich Racino über den glänzenden Hals und ritt den Hengst durch die Öffnung der Rails. Samuel folgte uns mit Pawaneeh. Wir wärmten die Hengste zunächst im Uhrzeigersinn auf. Ich nahm die Zügel auf und trabte Racino an. Der Rappe lief mit schwungvollen Schritten los und trug mit flott um die Bahn. Als ich ihn schließlich im Arbeitstempo angaloppieren ließ, drängte er sofort gegen das Gebiss. "Ist Pawa auch so heiß?", rief ich über die Schulter zu Samuel. "Jap. Gut, dass es gleich losgeht.", kam es postwendend von Samuel zurück. Ich wendete Racino in einem großen Zirkel und gleich darauf schloss Samuel mit Pawaneeh zu uns auf. Als wir den 800-Meter-Pfosten erreichten, gaben wir die Zügel nach und die beiden Hengste schossen vorwärts. Racino wechselte so fliegend in den Renngalopp, dass Pawaneeh sofort eine Pferdelänge zurückfiel. Beide Hengste waren so talentiert und erfahren, dass es in den Rennen zwischen den beiden tatsächlich meist auf Glück ankam. Diesmal hatte Racino den besseren Start erwischt und es war unwahrscheinlich, dass der Schimmel uns einholen würde. Der Rappe streckte sich immer mehr und verschlang mit jedem Galoppsprung regelrecht den Boden unter sich. Ich kauerte mich so tief ich konnte über seinen Hals und ließ Racino ansonsten machen. Hatte der schöne Hengst ersteinmal freie Bahn, war er kaum noch zu schlagen. So kam es auch, dass wir eine knappe Länge vor Pawaneeh und Donald über die Ziellinie schossen. Ich stellte mich in die Bügel und pullte Racino auf. Der schöne Hengst schüttelte den feinen Kopf und wehrte sich ein wenig. Scheinbar wäre er gerne noch weitergelaufen. "Schon gut mein Hübscher. Wir wiederholen das bald und dann darfst du wirklich rennen." Sowohl El Racino als auch Pawaneeh waren Steher, also Pferde für längere Distanzen. Allerdings konnte ich sie ja nicht bei jedem Training die volle Distanz gehen lassen, wenn ich sie nicht überfordern wollte. Wir parierten die Hengste zum Schritt durch und ritten auf die Öffnung in den Rails zu. Dort warteten bereits Ana mit Bearing Spots, Donald mit PFS' Storm Cat und Brian mit Backup und Ace of Spades. Brian machte sich nichts aus dem Rennreiten und ich zwang ihn nicht dazu. Solange wir genug Reiter waren, konnte Brian sich den anderen Disziplinen widmen. Neben dem jungen Mann lief Edward. Ihn hatte ich auf meinem Heimflug von Kanada mit HMJ 7786 Elfentanz kennengelernt und kurzerhand mit auf mein Gestüt gebracht, da er eine neue Bleibe suchte. "Brian wollte mir keins der Pferde geben, er sagte, dass müsstest du entscheiden.", meine Edward ein wenig mürrisch. Ich sprang von Racino's Rücken und lachte. Du kannst Racino trocken führen und versorgen. Ich muss mich jetzt nämlich um unser Kätzchen kümmern." Mit diesen Worten drückte ich Edward Racino's Zügel in die Hand und ließ mich von Donald in PFS' Storm Cat's Sattel werfen. "Dann reitet Donald Bearing Spot's?", fragte Ana unsicher. Ich schüttelte den Kopf. "Donald übernimmt Ace of Spades und Samuel reitet Backup. Du übernimmst ab jetzt Bearing Spot's. Zumindest, wenn ich sie nicht selbst reite." Ana machte große Augen. Ich war bekannt dafür, dass ich neue Pferde erst einmal ausschließlich selbst ritt, sodass diese Ausnahme ein großer Vertrauensbeweis war. Ana strahlte und sah sich nach Donald um, der ihr sofort in Spot's Sattel half. Dann ging der Mann zu Ace hinüber und schwang sich in deren Sattel. Brian und Samuel tauschten Pferde und so machten wir vier Reiter uns auf den Weg. "Ach Brian, bringst du mir dann Little Miss Backyard? Wenn Edward es sich zutraut, kann er dir auch helfen.", rief ich über die Schulter. Die Scheckstute war zwar unglaublich schön und ebenso talentiert, aber vollkommen unberechenbar. Sie war noch nicht soweit, mit anderen Pferden auf der Bahn zu laufen. Nun konzentrierte ich mich aber erst einmal auf Storm Cat. Die wunderschöne Schimmelstute aus dem bekannten Gestüt Pineforest Stable von Occulta zählte zu meinen absoluten Lieblingen. Und das wusste sie auch. Unser Kätzchen war einfach rundum wunderbar. Sie hatte ein angenehmes Temperament, ließ sich toll reiten und gab bei jedem Training alles. Ana konnte auch gar nicht mehr aufhören zu grinsen und strich Spotty unentwegt über die schwarz-weiße Mähne. "Ana, du weißt schon, dass wir zum arbeiten hier sind, ja?", neckte ich sie. "Werden wir ja auch. Aber sie ist so schön. Und so süß!", strahlte Ana. Die beiden Jungs verdrehten nur die Augen. Ace of Spades lief schon lange keine Rennen mehr, aber ich setzte sie gerne im Training mit den jüngeren Pferden ein. Auch Backup zählte zu meinen erfahrenen Rennpferden, war sie doch genauso alt wie mein Liebling Kagami El Assuad. Allerdings hatte Backup das Pech gehabt, immer in Kagami's Schatten zu stehen, obwohl die Stute keineswegs untalentiert war. Wir wärmten die vier Stuten ordentlich auf. Sie sollten heute über knapp 1.200 Meter rennen. Allerdings noch ohne Startbox, da wir das mit Bearing Spot's und Storm Cat erst noch üben mussten. Was die Kondition anging waren alle Stuten in Topform, daher sollte diese Distanz kein Problem sein. Ich blickte zum Eingang der Bahn zurück und sah Brian winken. Er würde unsere Zeit stoppen. Also hatte Edward ihn überredet, sich um Little Miss Backyard kümmern zu dürfen. Wir stellten unsere Pferde in einer Linie auf und trabten an. Diesen Start hatte ich mir aus Australien abgeschaut und fand ihn für die Trainingsanfänge ganz praktisch. Ich fasste die Zügel nach und sprach leise auf mein Kätzchen ein. Die graue Stute wollte rennen. Als wir die Markierung erreichten wechselten wir fast synchron in den Galopp und kauerten uns über die Hälse unserer Stuten. Backup fiel sofort zurück, die Stute kam im Endspurt gerne von hinten. Ace positionierte sich wie üblich in der Mitte, doch Bearing Spot's lief direkt neben uns. Storm Cat drängte gegen das Gebiss und legte ein wenig an Tempo zu. Ich hielt sie zurück, da ich nicht wollte, dass sich die junge Stute so früh zu Beginn des Rennens schon mit einem Kopf-an-Kopf Duell mit Spotty auspowerte. Bearing Spot's lag nun mit einer Halslänge vor uns und Storm Cat ließ sich überzeugen, auf dem zweiten Platz zu bleiben. Da wir ganz innen an den Rails liefen, hatten wir in den Bögen die bessere Position. Im zweiten Bogen machte das Kätzchen langsam Boden gut und schloss zu Spotty auf. Auf der Zielgeraden blickte ich unter meinem Arm hindurch und sah, wie Samuel auf Backup heranfegte. Das erfahrene Rennpferd hatte sich seine Kräfte perfekt eingeteilt und nun ausreichend Reserven für einen starken Endspurt. Ich ließ Strom Cat mehr Zügel. Spotty brach neben uns ein wenig ein, die Stute hatte sich zu früh verausgabt. Doch auch mein Schimmelchen war inzwischen ziemlich am Pumpen. Der frühe Kampf mit Spotty forderte seinen Tribut. Storm Cat lief eine halbe Länge vor Spotty, doch da kam Backup von außen und zog an uns vorbei. Die schöne braune Stute ging mit einer Länge Vorsprung über die Ziellinie und Samuel lobte sie begeistert. Ich ließ Storm Cat auslaufen und parierte sie dann durch. "Super geritten, Samuel! Ana, du natürlich auch. Unsere beiden Stütchen müssen einfach noch lernen, dass sie sich ihre Kräfte einteilen müssen. Donald? Wie war Ace?", wandte ich mich schließlich an den jungen Mann auf der kräftigen Rappstute. "Sie war gut, kann aber definitiv nicht mehr mithalten. Aber ich glaube, sie hatte Spaß an dem Rennen.", antworte Donald. Die Rappstute war inzwischen 18 Jahre alt und ging nur noch im Training mit, um die Jungpferde zu unterstützen. Ab und an genoss das Vollblut aber einen spritzigen Ritt. Wir dirigierten die vier Stuten zum Ausgang der Bahn und ich sprang vom Rücken meines Kätzchens. Die Schimmelstute schwitzte ziemlich, aber Brian würde sich darum kümmern, sie trockenzuführen. Der junge Mann kam in diesem Moment auch schon auf mich zu und nahm mir das Stütchen ab. Gleich darauf erschien Edward mit Little Miss Backyard. Er lachte: "Das ist ja vielleicht ein Clown. Die wollte die ganze Zeit über spielen!" Ich grinste und trat an die Seite der schönen Scheckstute. "Stimmt. Sie ist eine ganz besondere Stute. Nur unter dem Sattel haben wir noch viel Arbeit vor uns.", gab ich zurück. Edward half mir in den Sattel und ich nahm die Zügel auf. Missy wölbte sofort den Hals und tänzelte auf der Stelle. Ich strich ihr über den braun-weißen Hals. "Ganz ruhig Missy. Wir machen heute nur ein leichtes Training.", sagte ich zu der Stute. Ich ritt im Schritt auf die Bahn und ritt im Uhrzeigersinn an den Außenrails entlang. Außen war Missy leichter zu kontrollieren, als auf der Innenseite der Bahn. Ich trabte die schöne Stute an und trabte im Rhythmus von Missy's Schritten leicht. Die Stute wurde schneller, lief dabei aber gleichbleibend gleichmäßig, also ließ ich sie gewähren. Als ich schließlich in den Galopp wechselte, fühlte sich die Stute unter mir an, wie ein Pulverfass, dass jeden Moment in die Luft gehen konnte. Ich spielte mit den Zügeln und versuchte, Missy's Aufmerksamkeit mit halben Paraden bei mir zu halten. Wir fegten mit langen Sprüngen um die Bahn, doch noch gehorchte Missy mir. Plötzlich brauste etwas über unsere Köpfe. Missy quiekte erschrocken und wechselte mit einem riesigen Satz in den Renngalopp. Sie schoss quer über die Bahn zu den Innenrails und ich musste meine gesamte Reitkunst aufwenden, um Missy davon abzuhalten, in die Rails zu rennen. Ich gab zwei harte Paraden mit dem äußeren Zügel und atmete erleichtert auf, als die sensible Stute wieder ein wenig nach außen driftete. Eigentlich hielt ich nichts von zu heftigen Zügelhilfen, doch alles war besser, als mit Missy durch den Zaun zu krachen. Es dauerte eine ganze Weile, bis ich die Stute wieder unter Kontrolle bekam und als ich sie schließlich zum Schritt durchparierte, keuchten wir beide. Edward kam über die Bahn auf uns zugelaufen. Ich saß mit zitternden Beinen ab und strich Missy über den nassen Hals. "Was zur Hölle war das?", fragte ich Edward mit dünner Stimme. "Ne Drohne. Die ist erst über mich drüber geflogen und dann über die Bahn. Als Missy abgegangen ist, ist das Ding ganz schnell verschwunden.", erklärte Edward, während er nach Missy's Zügeln griff und die Stute vorwärts führte. Mein Blick verfinsterte sich. "Dieser miese Sack. Diesmal ist er zu weit gegangen!", fluchte ich vor mich hin. "Du weißt, wer das war?", fragte Edward überrascht. "Ohja. Wir hatten das blöde Ding schon mehrmals auf dem Gestüt, aber bisher hat Meyer zumindest den vorgeschriebenen Höhenabstand eingehalten. Scheu gemacht hat es die Pferde natürlich trotzdem, aber das heute ist ja wohl die Höhe.", ereiferte ich mich. "Heute steht sowieso ein Ausritt mit Arriba und PFS' Devil in Prada an. Du kannst mich begleiten und wir reiten hin.", beschloss ich kurzerhand. Glücklicherweise hatte ich sogar Kameras an der Rennbahn, um das Training der Pferde im Nachhinein nochmals ansehen zu können. Das bedeutete aber auch, dass der Vorfall mit der Drohne ebenfalls auf dem Band zu sehen war. Gemeinsam versorgten wir Little Miss Backyard und erzählten dann den anderen von dem Vorfall. Sie ereiferten sich ebenso wie ich. Von uns hatte jeder schon Erfahrungen mit dem blöden Ding sammeln dürfen und ich war schon mehrmals bei Mr. Meyer gewesen, um mit ihm zu reden. Diesmal würde ich wesentlich deutlicher werden.

      ~*~

      Nach dem alle Pferde gefüttert waren, begannen wir damit, die Tiere, die heute frei hatten, hinaus auf die Koppeln zu bringen. Neben den englischen Vollblütern, die ja ihr Training alle schon hinter sich hatten, waren das vor allem meine Verkaufspferde. Napayné, Apaches Tomahawk, Mississle und Panta Rhei würden zurück zu Eddi ziehen, sobald meine Freundin Zeit hatte, die Pferde abzuholen. Solange durften die vier natürlich auf meinem Gestüt bleiben und wurden auch weiterhin bewegt. Auch für die beiden Achal Tekkiner Candle in the Wind und Ivory hatte ich bereits einen potenziellen Käufer gefunden. Cascar interessierte sich für das hübsche Pärchen. Der Paso Fino Hengst Wannabe kam zusammen mit Branagorn, Pierre, dem Appaloosa Dream of Wyoming und den Ponys Juego, Hollywood Undead und den Hollybrook Nachkommen Hollybrook's Classic Moment, Hollybrook's Bloody Valentine, Hollybrook's Zarin und Eddi's Dead Pop Romance auf die Hengstkoppel. Meine Einzelgänger Black Soul, Someone, Wüstentänzer, BMs Caradoc, Hollybrook's Casanova kamen alle auf Einzelkoppeln. Damit waren die Hengste unter meinen Verkaufspferden untergebracht. Fehlten die Stuten. Es fiel mir immer noch nicht leicht, mich von all den Pferden zu trennen, doch es war nötig, um mich auf das Hauptziel der Zucht zu konzentrieren. Bei einigen Pferden hing auch noch in der Schwebe, ob ich sie nicht in den Ruhestand auf ein schönes Gestüt außerhalb schicken sollte. In der Auswahl dafür standen vor allem Glammy, Mizzi, Salwa, Chaira, Precious Scream und Dorina, da die Stuten alle schon älter waren und in ihren Leben viel geleistet hatten. Ich seufzte, weil ich doch mehr mit diesem Thema zu kämpfen hatte, als gedacht. Wir brachten nun nacheinander Angels Fall First, Hollybrook's Barakah al Sanaa, Sharley, Little Miss Sunshine, Adina De Ra'idah, Cirilla, Pangäa, Middle Ages, Girlie, BB's Harmony, American Baby, Hollybrook's Tiny Girl, Kolibri, Hollybrook's Fairy Bluebird und Golden Flair auf die Koppeln. Für die beiden Quarter Horse Stuten American Baby und BB's Harmony hatte ich bereits mehrere Interessenten und musste mich nur noch entscheiden, in welchen Teil der Welt die beiden Stuten zukünftig ziehen sollten.

      ~*~

      Um mich von dem unliebsamen Thema der Verkaufspferde abzulenken, stand als nächstes die Pflege meiner Feenpferdchen an. Dies waren meine Ponys, unter anderem der Überrest meiner geliebten New Forest Ponys. Das Hauptzuchtziel umzulegen, war mir nicht leicht gefallen, doch die Vielseitigkeitspferde waren einfach meine große Leidenschaft. Dennoch würden meine Knutschkugeln immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben, allen voran mein nunmehr einziger New Forest Ponyhengst Hollybrook's Cheeky Jot. Der hübsche Pintaloosa war auf meinem damaligen Gestüt geboren worden und ich hatte ihn aufgezogen. Auch seine Mutter Magical Moment würde mich niemals verlassen. Ich strich GE's Ljósfari, der neben Cheeky Jot stand, liebevoll den dichten, hellen Schopf aus der Stirn und führte die beiden Hengste gemeinsam nach draußen. Cheeky Jot war unfassbar eigen, was andere Pferde - vor allem Hengste - anging, doch den hübschen Isländer mochte er. Daher waren die beiden Ponyhengste nun Weidekumpanen. Erst gestern hatten Ana und ich mit ihnen einen ausgiebigen Ausritt gemacht, daher hatten die zwei heute ihren freien Tag. Auch die New Forest Stuten Magical Moment, Thousand Sunny, Isola della Pirateria, Fairylike Facility, Naboo und Aimiliani brauchten heute nicht zu arbeiten. Während Magic, Sunny, Aimiliani und Fairy mir wahrscheinlich auch ohne Halfter gefolgt wären, waren Naboo und Isola immer noch schwierige Pferde. Naboo sprang zwar jedes Hindernis, das ihr vor die Nase kam, hatte mich aber schon so oft in den Sand gesetzt, wie kaum ein anderes meiner Pferde. Und die schöne Isola hatte eine sehr schwierige Vergangenheit und das Vertrauen in uns Zweibeiner niemals wieder völlig gewonnen. Die Stute vertraute mir zwar inzwischen soweit, dass ich sie umsorgen und auch reiten durfte, doch anderen Menschen gegenüber war sie noch immer unheimlich scheu. Ich hoffte, dass ich bei Elfentanz mehr Erfolg haben würde. Momentan sah es allerdings ganz danach aus und das freute mich sehr. Die Arbeit mit der schönen jungen Stute stand heute Nachmittag auch noch auf dem Plan. Allerdings durften zuvor meine Minipferdchen, also meine American Miniature Horses auf die Koppeln. Die vier großen waren mittlerweile alle gekört und hatten zurzeit Trainingspause. Somit kamen meine beiden Hengste Rumpelstielzchen und Darkwood's Storm Dancing Feather zusammen auf die Koppel. Anfangs hatten sich die Miniaturhengste überhaupt nicht leiden können, doch nach unzähligen gemeinsamen Trainingseinheiten hatten sie sich miteinander angefreundet. Das war mir nur recht. Die Minis konnten nämlich nicht auf die Koppeln der Ponys und Großpferde, da der Abstand zwischen Zaun und Boden zu groß war. Daher hatte ich für meine kleine Nebenzucht zwei extra Koppeln eingerichtet. Die richtigen Koppeln mit Holzzäunen wurden gerade noch gebaut. Sowieso hatte ich momentan Baupläne auf meinem Schreibtisch liegen. Ich wollte den Hengsttrakt vom Stall absplitten und eine zweite Reithalle zwischen Stuten- und Hengsttrakt setzen. So mussten wir bei schlechtem Wetter und im Winter nicht immer über den gesamten Hof laufen und hatten zudem mehr Platz, um die Pferde zu trainieren. Eventuell würde ich auch eine zweite Longierhalle mit direktem Zugang zum Stall bauen lassen, da waren sich mein Bauleiter und ich allerdings noch nicht ganz einig. Schon im nächsten Frühjahr sollte mit den kostspieligen Arbeiten begonnen werden und im selben Zug würden auch die Koppeln für meine Minis fertiggestellt werden. Ich ließ den Schecken und den Roanhengst laufen und hielt das Band des Elektrozauns für Brian offen, der mir mit dem wunderschönen Punktepferdchen PFS' Arctic Alinghi folgte. Alinghi war zwar noch Jungpferd und noch längst nicht gekört, allerdings war er mit seinen drei Jahren schon zu alt, um mit den Stütchen in seinem Alter zusammen auf einer Koppel zu stehen. Daher hatten Brian und ich ein kleines Stück der Koppel von Feather und Rumpel abgetrennt, um die Hengste miteinander zu vergesellschaften. Wir kehrten gerade zurück in den Stall, als Ana und Edward die beiden Miniature Horse Stuten Miniature America's Narnia und Porcelain Doll aus den Stallungen führten. Die beiden Damen waren beide trächtig und ich konnte die Geburt der Fohlen kaum abwarten. Immerhin hatten die Babys eine hervorragende Abstammung und äußerst talentierte Eltern. Noch mehr freute ich mich allerdings auf das erste Fohlen von Arctic Alinghi mit Porcelain Doll. Das würde sicherlich eine wunderbar seltene Fellfarbe werden. Brian stieß mich an und holte mich damit zurück in die Gegenwart. Die beiden Jungstuten PFS' Glenn's Cookie und PFS' Beck's Little Diva wieherten nämlich schon ungeduldig in ihren Boxen nach uns. Sie wussten genau, dass ihre Weidekumpanen bereits draußen waren und wollten nun natürlich auch hinaus. Ich atmete auf, als alle Feenpferdchen draußen waren.

      ~*~

      Meine Mitarbeiter hatten auch die Vielseitigkeits- und Shopferde schon hinaus gebracht und wir mussten uns nun nur noch um die Ranchpferde kümmern, bevor es endlich Mittagessen gab. Prada und Arriba waren bereits für den Ausritt zu Mr. Meyer verplant, doch die anderen sechs Westernpferde bekamen heute richtiges Training. Donald schnappte sich wie üblich seinen Liebling, den schicken Quarter Horse Hengst Golden Indian Summer, während Samuel sich sofort für den Paint Horse Hengst Dissident Hawk meldete. Die Westernpferde passten nun so überhaupt nicht in mein Zuchtkonzept, aber ich konnte mich von diesen achten nicht trennen. Meine Lieblinge waren die Paint Horse Stute My Golden Heart, die ich schon seit einer gefühlten Ewigkeit besaß und die Jungstute Grace's Cookie 'n Cream. Ana hielt sich aus dem Training der Westernpferde heraus, doch Brian setzte ich kurzerhand auf die Rappscheckstute The Morticains Daughter und Edward bekam die wunderschöne Your possible Pasts unter den Hintern. Ich selbst kümmerte mich um Heart. Für unsere Palominoroanstute Cookie 'n Cream stand heute Gelassenheitstraining auf dem Plan. "Also Leute, auf gehts. Donald, Samuel, ihr geht mit den beiden Herren auf den Platz. Für alle fünf Pferde steht heute Reining an. Donald, du hast bei euch beiden das Sagen.", gab ich meine Anweisungen. Samuel verdrehte die Augen, sagte jedoch nichts. Jeder wusste, dass Donald sich neben mir am Besten mit der Westernreiterei auskannte. So trennten sich vor dem Brunnen am Haupthaus unsere Wege und ich ritt auf My Golden Heart als erstes in die Halle ein. Brian und Edward folgten mir. Daughter und Possy waren beide solch erfahrene Westernpferde, dass ich auch keine allzu passionierten Westernreiter auf ihre Rücken lassen konnte. Wir wärmten die Stuten in aller Ruhe auf und begannen dann mit dem Training. Alle drei Stuten liefen im Reining bereits in der höchsten Leistungsklasse, weshalb das Training mit ihnen hauptsächlich eine Wiederholung der schon gelernten Lektionen war. Als ich an der Reihe war, galoppierte ich My Golden Heart locker an, wendete bei A auf die Mittellinie ab und ließ die Scheckstute Gas geben. Etwa bei X gab ich der Stute eine ganze Parade und sie schlitterte in einem herrlichen Sliding Stop zum Halt. "Boah, das war cool! Kann ich das auch machen?", rief Edward begeistert. Ich nickte, ließ Brian jedoch den Vortritt. Morticains Daughter brauchte eine sicher Hand und auch wenn Brian's Herz nicht gerade für die Westernreiterei schlug, so besaß er trotzdem unglaublich viel Einfühlungsvermögen und kam mit jedem noch so schwierigen Pferd auf dem Gestüt zurecht. Auch Daughter legte einen sauberen Stopp hin und ich erklärte Edward nochmals kurz, was er zu tun hatte. Das Paar galoppierte die Mittellinie hinunter und als Edward nur leicht am Zügel zupfte, zog Possy sofort die Bremse. Ich grinste über Edward's verdutztes Gesicht, als die zwei einige Meter weit rutschten und dann zum Stehen kamen. "Ich weiß ja nicht, sah aus, als hätte Possy die ganze Arbeit alleine gemacht. Also sollte ich wohl nur sie loben, meinst du nicht auch?", zog ich ihn auf. Edward lachte nur und rieb der dunklen Palominostute liebevoll über den Hals. Ich nickte wohlwollend. Edward passte wirklich hervorragend zu uns. Auch Brian war zufrieden und schien seine Vorbehalte gegen den stets grellbunt gekleideten Paradiesvogel langsam zu überwinden. Wir ritten die Stuten trocken und versorgten sie. Anschließend schnappten sich Edward und ich die beiden Criollostuten PFS' Devil in Prada und Arriba und machten uns auf dem Weg zum Dörfchen Sway. Prada und Arriba waren beide absolute Lebensversicherungen im Gelände, daher waren sie perfekt für unsere kleine Mission geeignet. Während wir weg waren, würde Ana mit Cookie 'n Cream das Gelassenheitstraining absolvieren und dann mit den Jungs Pizza zum Mittagessen bestellen. Wir ritten vom Hof und ließen die Stuten antraben. Ich strich Prada über den hellgrauen Hals und die weiße Mähne. Ich liebte mein junges Criollostütchen über alles. Auch Edward schien mit seinem Reittier, der glänzenden Palominostute, sehr zufrieden. Wir trabten an den inzwischen verblühten Heidefeldern entlang und anschließend ein kleines Stück durch den Wald. "Du hast es hier wirklich wunderschön.", staunte Edward. Ich nickte stolz. "Das Gestüt war ein absoluter Glückskauf. Es war quasi nichts vorhanden, als die Außenmauer und das Gelände an sich. Ich hab natürlich viel reingesteckt, aber es hat sich wirklich gelohnt und ich ziehe nie wieder weg von hier, wenn ich nicht unbedingt muss.", erklärte ich ihm. Er nickte verstehend. Wir erreichten das Dorf und die Menschen grüßten uns freundlich. Da Sway nur ein kleines Dörfchen war, kannte man sich untereinander und mittlerweile behandelten mich die meisten Menschen wie eine Einheimische. "Sammy! Was machst du denn heute hier? Bist du zum Einkaufen da?", fragte mich die dickliche Bäckerin, als wir die Straße entlangritten. Ab und an ging ich tatsächlich mit Prada oder Arriba einkaufen, wenn es nicht allzu viel zu besorgen gab. "Nein, Margie, heute nicht. Wir sind auf dem Weg zu Mr. Meyer. Er hätte durch seine blöde Drohne heute früh fast einen Unfall verursacht.", erklärte ich. Die Frau wurde puterrot im Gesicht. "Dieser alte Mistkerl! Er geht uns allen mit dem Ding auf die Nerven, aber wenn es jetzt auch noch gefährlich wird, geht das ja wirklich zu weit! Wir sollten Eddi Bescheid geben, der weiß vielleicht was zu tun ist.", ereiferte sie sich. Ich lächelte ihr zum Dank für die Unterstützung zu und wir ritten weiter. Eddi war der ortsansässige Polizeiwachtmeister. Doch ich wollte ihn nur hinzuziehen, wenn es nicht anders ging. Immerhin war Mr. Meyer ein einsamer Mann, der nur ein wenig Ablenkung suchte. Vor dessen Haus angekommen, sprang ich aus dem Sattel und drückte Edward Prada's Zügel in die Hand. Die Porzellanscheckstute wäre wahrscheinlich auch so an Ort und Stelle stehen geblieben, doch wer wusste schon, was für Gerätschaften Mr. Meyer noch aus seinem Hut zaubern würde. Ich drückte auf die Klingel und gleich darauf wurde die Tür aufgerissen. "Sie! Was erlauben sie sich, mich zu stören?", fuhr er mich gereizt an. Ich verzog keine Miene und meinte höflich: "Aber Mr. Meyer, sie sagten mir, vor 12 Uhr wäre ein Besuch angemessen. Und es ist vor 12. Außerdem habe ich eine dringende Angelegenheit mit ihnen zu besprechen, die keinerlei Aufschub duldet." Mr. Meyer zog angesichts meiner gewählten Wortwahl die Augenbrauen nach oben. Seiner Meinung nach sollten in "seinem" Land nur gebürtige Engländer leben. Da ich das nun einmal nicht war, gehörte ich hier nicht her. Als er sich wieder gefasst hatte, fragte er: "Und diese Angelegenheit wäre?" "Ihre Drohne. Sie ist heute morgen viel zu dicht über mein Gestüt geflogen. Ihretwegen ist eines meiner wertvollsten Rennpferde durchgegangen und hätte sowohl sich, als auch mich schwer verletzen können.", sagte ich, so freundlich ich konnte. Mr. Meyer's Gesicht verdunkelte sich noch mehr. "Das müssen sie erst einmal beweisen. Ich weiß von nichts.", sagte er und wollte mir die Tür vor der Nase zumachen. Ich stellte blitzschnell den Fuß dazwischen, da begann der Mann zu toben. "Nana, was ist denn hier los?", fragte da plötzlich eine dunkle Stimme. Eddi schob sich an mir vorbei und forderte Mr. Meyer auf, aus dem Haus zu kommen. Ich schilderte ihm das Problem, da er nun ja schon einmal hier war und ignorierte Mr. Meyers Gezeter. "Kannst du denn irgendwie beweisen, dass es die Drohne unseres geschätzten Mr. Meyers war?", fragte Eddi mich. Ich wusste, dass er auf meiner Seite war, doch Eddi hielt sich immer ganz genau an das Gesetz und ließ jegliche Sympathie außen vor. Ein Charakterzug, den ich sehr schätzte. "Ich hab ein Video. Ich zeichne die Trainingseinheiten auf der Rennbahn immer auf, um das Training im Nachhinein bewerten zu können.", gab ich sofort zurück. Mr. Meyer schnappte empört nach Luft. "Das ist ja eine Verletzung des Persönlichkeitsrechts! Mich einfach so auf Video aufzunehmen!", schrie er. Ich warf einen Blick auf die Pferde, doch Prada spielte lediglich ein wenig unruhig mit den Ohren, blieb jedoch brav neben Arriba stehen. Die wiederum interessierte sich überhaupt nicht für das Gebrüll. "Mr. Meyer. Damit haben sie zum einen gerade zugegeben, dass es sich um ihre Drohne handelt, zum Zweiten, dass sie so tief geflogen sind, dass sie damit auf dem Bild der Kameras zu sehen sind und zum Dritten ist das keine Verletzung des Persönlichkeitsrechts. Sie allerdings haben einen Verstoß dagegen begangen. Ich nehme das Ganze auf und übergebe es an den Richter. Ich gehe aber davon aus, dass er ihnen verbieten wird, die Drohne nochmals über Sammy's Gestüt zu fliegen.", sagte Eddi geschäftsmäßig. "Aber, aber... Dagegen werde ich vorgehen!", wetterte der Mann weiter. "Tschau Mr. Meyer. Notfalls sehen wir uns vor Gericht.", sagte ich nun deutlich kühler. Die Unverschämtheit dieses Mannes ging mir allmählich gehörig auf den Keks. Ich drehte mich um, nahm Edward Prada's Zügel ab und schwang mich in den Sattel. Eddi kam mir hinterher. "Das bekommen wir schon hin. Der gute Mann terrorisiert das ganze Dorf mit seinem blöden Spielzeug, aber das geht nun wirklich zu weit. Vielleicht spricht der Richter ja gleich ein generelles Verbot aus. Das würde wahrscheinlich das ganze Dorf freuen." "Danke für deine Hilfe, Eddi. Das heute Morgen war echt kritisch und ich hab herzlich wenig Lust drauf, dass wegen diesem blöden Ding irgendjemandem etwas passiert. Selbst wenn gerade kein Reiter in Gefahr gerät, wenn die Pferde auf der Koppel Panik bekommen, ist das auch nicht gerade lustig.", sagte ich. Eddi nickte verstehend. Wir plauderten noch kurz und ich füllte von Prada's Rücken aus ein Formular aus, mit dem ich Anzeige erstattete. Dann machten sich Edward und ich auf den Rückweg zum Gestüt.

      ~*~

      Nach dem Mittagessen stand das Training der Überflieger an. Die Überflieger waren meine Hauptzuchtpferde, also meine Vielseitigkeitsstars. Ana hatte sich bereits mit den beiden Fohlen Picturesque Diova und meinem kleinen Liebling Jeune Mariée beschäftigt. Die zwei beherrschten inzwischen das Fohlen ABC sehr gut, doch eine kleine Wiederholung ab und an schadete nicht. Meine Zuchthengste hatten heute frei. Daher ließen wir mein erfolgreichstes Vielseitigkeitspferd Levistino, den wunderschönen Trakehnerschecken Cadeau, den Hannoveraner Incendio, den Holsteiner Fantastic Fly und den schwarz-weiß gescheckten Pride & Prejudice für heute in Ruhe. Ich versammelte Edward, Ana und Brian um mich und teilte ihnen jeweils eine der Stuten zu. Edward sollte meine Cremellostute Samiyah reiten, Ana mein Schimmelchen Reminiscent Inspiration und Brian das Fuchsstütchen Coeur de Lilith. Letztere war gerade mitten in der Vorbereitung für ihren Stutbuchwettbewerb. Ich selbst würde die Rappstute Leveneza reiten. Donald und Samuel würden mit der Rappstute Wild Lady Roxanne und dem Schimmelchen Lamira einen ausgiebigen Ausritt machen. Auf unserem Plan stand eine nette kleine Dressurquadrille, da alle Stuten ausgemachte Balletttänzer waren. Vor allem die lackschwarze Leveneza. Wir verschwanden in den Boxen unserer Pferde und machten sie in Ruhe fertig. Ich duldete keine Eile beim putzen und satteln, da ich nicht wollte, dass die Pferde gestresst ins Training gingen. Dasselbe galt auch für das Versorgen nach dem Training. Ich strich Leveneza über das samtweiche Maul und zog ihr den schwarzen Schopf aus dem Stirnband des Zaumzeugs. Dann führte ich die Stute hinaus auf den Hof. Lilith, Inspiration und Samiyah folgten uns. In der Halle angekommen, gurteten wir nach, stellten die Steigbügel ein und schwangen uns in die Sättel. Edward hatte ich selbstverständlich vorreiten lassen, denn Samiyah war nicht unbedingt einfach. Die Cremellostute war recht eigensinnig und setzte sich deutlich zur Wehr, wenn ihr etwas nicht passte. Lilith war meine große Hoffnung, daher durfte Brian sie reiten. Er war der beste Dressurreiter unter meinen Angestellten. Inspiration war temperamentvoll, doch Ana kam gut mit dem Schimmelchen klar. Wir wärmten die Pferde unabhängig voneinander auf. Leveneza fühlte sich einfach großartig an. Die Rappstute stammte von Levistino ab, daher sah ich ihrer Zukunft mit Spannung entgegen. Sie war bereits als Fohlen gekrönt worden und nun schickte ich sie allmählich auf Turniere. Die Stute schmiss ihre weißen Beine von sich und trabte mit großen Schritten diagonal durch die Bahn. Lilith und Brian kamen uns entgegen und ich lächelte, da die Fuchsstute ebenso wunderbar lief wie mein schwarzes Stütchen. Als die vier Stuten gut aufgewärmt waren, bildeten wir Paare. Ana ritt mit Inspiration neben mich und Brian lenkte Lilith neben Samiyah, die prompt die Ohren anlegte. "Zicke.", murmelte ich leise. Aber Edward kam gut mit meiner Prinzessin klar und so beruhigte sie sich schnell wieder. Ich schaltete über mein Handy die Musikanlage ein und wir begannen mit dem Quadrillentraining. Alle vier Stuten arbeiteten schön mit und wir machten große Fortschritte. Wir bildeten Paare, lösten sie bei Erreichen des Hufschlags auf und kamen kurz darauf wieder zusammen. Paarweise wechselten wir gegeneinander durch die Bahn und aus dem Zirkel. Am Ende des Trainings war ich mehr als zufrieden mit Mensch und Tier. Ich lobte mein Rappstütchen, sprang aus dem Sattel und führte Leveneza zum Stall zurück. Dann versorgte ich die Stute liebevoll. "Also Leute, fertig?", fragte ich kurz darauf. Nun stand nämlich eine Springstunde an. Edward ritt Unannounced Pleasure, Ana Mahira und Brian Cassidy. Ich würde die Stunde geben und dabei gleich die Form aller drei Stuten bewerten. Die drei machten ihre Pferde fertig und ich ging schon einmal den Parcours ab. Alle drei gingen im Springen auf S-Niveau, heute waren die Hindernisse jedoch nur ca. auf M-Niveau. Kurz darauf führten die drei Reiter die beiden Hannoveraner und die Trakehnerstute auf den Platz, gurteten nach und schwangen sich auf die Rücken ihrer Pferde. Ich gab vom Zaun aus Anweisungen und sah zu, wie die Stuten zum Aufwärmen ihre Runden drehten. Schließlich gab ich Brian ein Zeichen, mit Cass den Anfang zu machen. Die Fuchsstute war ein routiniertes Springpferd und Brian führte sich mit sicherer, aber weicher Hand durch den Parcours. Ich zeigte ihm den erhobenen Daumen, als das Paar den letzten Sprung überwand, als wäre es ein Haufen Streichhölzer. Brian ritt Cassidy nun schon einmal trocken, während Ana mit Mahira an den Start ritt. Die wunderschöne Scheckstute wurde im Parcours gerne ein wenig heiß, doch Ana hatte das temperamentvolle Tier gut im Griff und flog nur so mit ihr über die Hindernisse. Zuletzt waren Edward und Unannounced Pleasure an der Reihe. Die Falbscheckstute war von den dreien die Erfahrenste, dennoch konnte ich erkennen, dass Edward auch im Springreiten außerordentlich versiert war. Seine Reitausbildung musste wirklich hervorragend gewesen sein. Als auch die beiden den Parcours erfolgreich abschlossen, brachten wir die Stuten gemeinsam zurück und ich sprach mit Edward über seine Zukunft auf dem Gestüt. Ich wollte den jungen Mann gerne hierbehalten und Edward stimmte begeistert zu. Da er mit allen Angestellten und mit den Pferden gut zurechtkam, passte er perfekt zu uns. Vor den Stallungen trennte ich mich von Edward und ging hinüber zur Fohlenkoppel, auf der momentan Hollywood Undead II und HMJ 7786 Elfentanz untergebracht waren. Mit einem Eventpferdchen lief es ziemlich gut. Inzwischen ließ Elfentanz sich ohne Probleme aufhalftern und auch führen. Vor anderen Menschen und Pferden hatte die schöne braune Stute aber immer noch unglaubliche Angst. Ich ging zu Elfentanz auf die Koppel und begrüßte das Stütchen. Mittlerweile wich Elfentanz nicht mehr aus, wenn ich auf sie zutrat. Sie kam mir zwar noch nicht entgegen, doch das würden wir auch noch schaffen. Gleich darauf ließ ich die Trakehnerstute stehen und ging zum Elektroband, das durch die Hälfte der Koppel gespannt war. Ich hakte es aus und hängte es weg. Elfentanz warf den Kopf hoch und starrte mich alarmiert an. "Alles gut Mäuschen.", sagte ich beruhigend zu ihr. Dann ging ich zu der Palominostute Hollywood Undead II und hakte den Führstrick in ihr Halfter ein. "Komm meine Süße, es wird Zeit, dass ihr euch mal richtig kennen lernt.", sagte ich zu der schönen Stute. Holly sah ganz allmählich wieder besser aus. Das Fell begann in altem Glanz zu erstrahlen und die Knochen zeichneten sich nicht mehr so deutlich ab. Selbst Muskelansätze waren ganz langsam wieder zu erkennen. Ich führte die Stute auf Elfentanz' Seite hinüber und blieb etwa in der Mitte der Koppel mit ihr stehen. Dann setzte ich mich mit dem Führstrick in der Hand ins Gras und wartete ab. Holly warf einen Blick hinüber zu der braunen Stute, doch sie hatte Elfentanz während der letzten Tage nun immer gesehen, daher verlor sie schnell das Interesse an dem anderen Pferd. Im Gegensatz zu meiner Elfe hatte Holly begriffen, dass das andere Tier ihr nichts tat. Holly senkte den Kopf und begann friedlich Gras zu rupfen. Elfentanz dagegen stand stocksteif in ihrer Lieblingsecke der Koppel und ließ die Palominostute nicht aus den Augen. "Komm doch her, meine Elfe. Dir passiert hier nichts, versprochen.", rief ich leise nach der Stute. Elfentanz spitzte die braunen Ohren mit den schwarzen Spitzen, die ich so liebte, blieb aber an Ort und Stelle. Dafür stupste mich nun Holly an, als wollte sich die ältere Stute darüber beschweren, dass ihr weniger Aufmerksamkeit zuteil wurde als Elfentanz. Ich strich der schönen Stute über die Blesse und entzog Elfentanz nun meine gesamte Aufmerksamkeit. Das wiederum passte der braunen Stute nicht wirklich. Sie hatte sich während der letzten Tage daran gewöhnt, dass sie mein Mittelpunkt war, wenn ich bei ihr auf der Koppel oder in der Box war. Sie war gekrault, geputzt, massiert und mit Apfelstückchen verwöhnt worden. Und nun brachte ich einfach ein anderes Pferd auf ihre Koppel und kümmerte mich nur noch um dieses?! Elfentanz machte einen unsicheren Schritt in unsere Richtung und blieb dann wieder stehen. Als nichts passierte - Holly blickte nicht einmal auf - machte die Stute einen zweiten und einen dritten Schritt, bis sie irgendwann nur noch etwa eineinhalb Meter von uns entfernt war. "Feines Mäuschen!", lobte ich sie mit leiser Stimme und erhob mich dann langsam. Glücklicherweise hatte ich mein langes Bodenarbeitsseil in Holly's Halfter eingehakt, sodass ich nun problemlos zu Elfentanz gehen konnte, ohne, dass die ältere Stute mir hinterherkam. Ich strich Elfentanz über das samtene Maul und dann über Stirn und Augen, so wie sie es besonders gerne hatte. Dann kraulte ich Elfentanz weiter, während ich Holly zu mir rief. Die Trakehnerstute kam ein paar Schritte näher und machte dann den Hals lang, um Elfentanz zu beschnuppern. Die braune Stute wurde sofort wieder bewegungslos. Doch Holly sog nur die Luft durch ihre Nüstern ein, schnaubte und begann dann wieder zu grasen. Elfentanz machte große Augen, als könne sie kaum glauben, dass nichts weiter passiert war. In Zeitlupe senkte nun auch sie den Kopf und rupfte ein paar Halme Gras, die andere Stute dabei immer im Auge. Ich nahm Holly den Führstrick ab und entfernte mich ein paar Schritte. Elfentanz sah kurz zwischen mir und Holly hin und her, als würde sie damit rechnen, dass die Stute nun auf sie losging. Holly sah aber nur kurz auf und widmete sich dann wieder dem Gras. Vielleicht schmeckte es auf dieser Seite der Koppel ja auch besser? Ich lächelte und kletterte durch den Zaun, von wo aus ich die beiden Stuten noch ein wenig beobachtete. Auch wenn Elfentanz noch skeptisch war, begann sie doch in unmittelbarer Nähe zu Holly zu grasen und das war für mich ein riesiger Fortschritt!

      ~*~

      Ich ging in den Stall und schnappte mir den Araberhengst Shamal. "Edward? Lust noch einen kleinen Ausritt zu machen?", rief ich dem jungen Mann zu, der ein wenig verloren vor der Box meiner Lewitzerstute Rosewell stand. Seine Augen leuchteten auf. "Klar! Die anderen haben irgendwie alle ihre Aufgaben und plötzlich war ich alleine im Stall.", sagte er. Ich nickte. "Du kannst Khamar al Sanaa nehmen. Das ist der weiße Araberhengst. Dann können wir dir auf dem Ausritt auch ein paar Pferde zuteilen, um die du dich fest kümmerst.", sagte ich. Brian und Ana waren gerade mit den Araberstuten Saddy und My lovely Horror Kid auf dem Springplatz und tobten sich ein wenig aus. Beide Araberdamen waren furchtbar schwierige, hitzige Pferde, die man mit viel Konsequenz und Geduld reiten mussten. Doch Brian und Ana kannten sich ja aus. Mein drittes Araberstütchen war PFS' Isis. Das wunderschöne Jungpferd hatte inzwischen das Fohlen ABC hinter sich, doch ich arbeitete noch nicht allzu viel mit ihr. Dasselbe galt für die Welsh D Stute PFS' Daydream of Money. Ihr späterer Zuchtpartner Roi du Soleil hatte heute frei. Auch meine drei Liebhabertraber Damon's Dynamo, Ehawee und Rainbow durften ihren freien Tag auf den weitläufigen Koppeln genießen. Bei Dynamo war es damals Liebe auf den ersten Blick gewesen und schnell hatte ich mich entschieden, dass der edle Hengst unbedingt eine passende Stute brauchte. Da ich mich nicht dazu durchringen konnte, mich von Ehawee oder Rainbow zu trennen, würden vorerst beide bleiben. Donald und Samuel waren mit den Andalusierhengsten Ojos Azules und Negresco im Gelände. Eigentlich hätten sie Edward ja mitnehmen können. Aber wahrscheinlich hatten sie sich ohne meine Erlaubnis nicht getraut und ich hatte allen klar gemacht, dass ich beim Training mit Elfentanz nicht gestört werden wollte. Edward und ich machten die beiden Araberhengste fertig und verließen schon kurz darauf den Hof. Diesmal nahmen wir einen anderen Weg und kamen eine knappe Viertelstunde später zu meiner Galoppstrecke. Shamal wölbte den Hals und tänzelte seitwärts. Er wusste genau was jetzt kam. Khamar war wesentlich rittiger als sein jüngerer Boxennachbar. Er war zwar gespannt und man sah das Feuer in seinen Augen, doch er wartete geduldig ab, bis er die entsprechende Erlaubnis zum Rennen bekam. "Du musst ein bisschen aufpassen. Die beiden sind schon etliche Rennen gelaufen, aber ich will nicht, dass das hier zu einem ausartet. Geh du mit Khamar an die Spitze, das wird ein gutes Training für meinen Feger hier.", sagte ich, während ich mich bemühte, den jungen Hengst in einem ruhigen Trab zu halten. Shamal ging beinahe in die Luft, als Edward sich mit dem Schimmel vor uns setzte und angaloppierte. Ich musste all mein reiterliches Können aufbringen, um Shamal in einen kontrollierten Galopp zu bekommen. Doch irgendwann fügte sich der Hengst. Ich strich ihm lobend über den Hals und ließ ihn zu Khamar aufschließen. Edward sah überrascht zu mir hinüber, doch als er sah, dass ich meinen Hengst unter Kontrolle hatte, wandte er sich wieder nach vorn. Er strahlte. Ich konnte es ihm nicht verübeln. Khamar war ein wundervolles Pferd, das auf die leiseste Hilfe hörte und dessen Galopp sich anfühlte, als säße man auf einer fluffigen, weißen Wolke.
      Zurück im Stall wurde allmählich schon alles für die Abendfütterung vorbereitet. Ich ging im Kopf meine Pferde durch. Donald und Samuel waren schon länger von ihrem Ausritt zurück und Brian und Ana kamen gerade mit den Stuten Cuchara und Where's Sleep aus der Halle. Ich sah sie gespannt an. "Wir haben ein bisschen Freiheitsdressur gemacht. Das macht mit den zweien so viel Spaß!", schwärmte Ana begeistert. Ich nickte zufrieden. "Dann ist jetzt ja nur noch Amayyas übrig.", sagte ich. Amayyas war mein wunderschöner Red Roan Berberhengst. Allerdings kam außer Brian und mir niemand mit ihm zu recht und der junge Mann war heute wirklich bereits auf genügend Pferden gesessen. Sofort schallte Samuels entsetzte Stimme um die Ecke: "Ich war gestern dran, heute hole ich ihn nicht rein!" Ich verdrehte die Augen. "Ich hole ihn. Und dann gehe ich noch eine Runde mit ihm auf den Springplatz. Ihr könnt solange ja schonmal das Heu verteilen, Kraftfutter vorbereiten und die Pferde reinholen. Aber denkt dran, Finger weg von Elfentanz und Holly!", mahnte ich nochmals, dann verschwand ich in Richtung der Hengstkoppeln. Edward folgte mir. "Darf ich mal versuchen, ihn einzufangen? Scheinbar reißt sich ja niemand darum, sich um ihn zu kümmern.", fragte er. Ich sah ihn von der Seite an. "Klar. Wenn du hier arbeitest, musst du ihn eh irgendwann rausbringen. Momentan ist jeden Tag ein anderer dran und die meisten sind nicht gerade froh darum. Wenn sie irgendwie können, bestechen sie Brian damit er sich um Amayyas kümmert.", sagte ich mit einem Grinsen. Bei den Koppeln angekommen, zeigte ich auf das herrliche Tier, das sofort seinen feinen Kopf hob und zum Zaun getrabt kam. "Das ist ja ganz einfach!", freute sich Edward. Doch sobald Amayyas sah, dass er und nicht ich die Koppel betrat, machte er auf der Hinterhand kehrt und galoppierte davon. Edward stöhnte und ich lachte. Amayyas lief noch zweimal vor Edward davon, dann verlegte er sich darauf, dem jungen Mann zu drohen, wenn er ihm zu nahe kam. Schließlich erbarmte ich mich und fing Amayyas ein. Ich liebte den Roan abgöttisch, aber manchmal machte er es mir wirklich nicht leicht. Im Stall angekommen kam Samuel um die Ecke und sah uns fragend an. Als er jedoch sah, dass ich Amayyas führte, wirkte er erleichtert. Es kratzte ziemlich an seinem Stolz, dass er mit dem Berber nicht zurechtkam. Ich strich Amayyas das rötliche Langhaar aus der Stirn und machte den Hengst mit routinierten Handgriffen fertig. Auf dem Platz ließ er erst einmal ein wenig Dampf ab, bevor er bereit war, ordentlich mit mir zu arbeiten. Dann jedoch lief es wie am Schnürchen. Amayyas nahm jeden Sprung mit einer fast schon spielerischen Leichtigkeit und sah sich am Ende des Parcours eifrig nach einem weiteren Hindernis um. "Na komm mein Großer. Es ist schon spät und du verpasst sonst dein Abendessen.", vertröstete ich ihn, als ich ihn trocken ritt und aus dem Sattel sprang. Es war ein langer Tag gewesen und ich freute mich schon riesig auf meine Badewanne. Voll mit nach Lavendel und Rosen duftendem Schaumbad. Ein bisschen schöne Musik und eine Chai Latte und ich hatte die Aussicht auf einen perfekten Abend.
    • Sammy
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      Galopprennen E-A
      zusammen mit Little Miss Backyard, PFS' Storm Cat & Pirate's Pride
      31. Dezember 2019
      "Guten Morgen ihr Süßen! Alle bereit für den heutigen Tag?", rief ich fröhlich, als ich an diesem Morgen meine Stallungen betrat. Für meine vier englischen Vollblutstuten PFS' Storm Cat, Little Miss Backyard, Bearing Spots und Pirate's Pride war heute ein großer Tag. Alle vier sollten den Aufstieg in die Klasse A des Galopprennens schaffen. Wie üblich im Abschlusstraining würde ich alle vier Stuten selbst reiten. Für den Aufstieg in Klasse A des Galopprennens mussten mein Kätzchen, Missy, Spotty und Pride sauber aus der Startbox springen und gegen ein anderes Pferd ein kleines Rennen laufen. Wie im Plan vorgesehen, ging ich zuerst zur Box von PFS' Storm Cat. Die wunderschöne Vollblutstute sollte gleich Anfang des neuen Jahres an einem Stutbuchwettbewerb teilnehmen, den sie mit Sicherheit auch erfolgreich bestreiten würde. Mein Kätzchen hatte bereits dreizehn Schleifen auf Turnieren eingeheimst und war damit am Schnellsten körfertig gewesen. Sie brauchte den heutigen Stufenaufstieg für die Teilnahme am Wettbewerb auch nicht, doch das Leben ging ja auch nach einem möglichen Sieg weiter. Ich öffnete Kätzchen's Boxentür und begrüßte die junge Stute, indem ich ihr liebevoll über die samtene Nase strich. Ich liebte Storm Cat über alles und war immer noch ziemlich stolz darauf, ein Vollblut aus Occulta's bekannter Zucht ergattert zu haben. Plötzlich flog Cat's Kopf hoch und die Stute sah mit gespitzten Ohren über die Boxentür. "Morgen Sammy! Kann ich helfen?", fragte Edward gähnend. Ich lachte. Edward tat sich mit dem frühen Aufstehen wirklich schwer, doch er gab sich immer beste Mühe. "Klar! Du könntest mir Spotty fertig machen, sie ist gleich nach Cat dran. Ansonsten kannst du Samuel und Donald fragen, ob du ihnen helfen kannst. Ana überwacht heute das Training. In diesem Moment tauchte die junge Frau auch schon auf. Sie wollte unbedingt Jockey werden, doch ihr zweitgrößter Wunsch war es, Vollblüter zu trainieren. Beides lernte sie zur Zeit bei mir auf dem Gestüt. So gesehen war dieser Tag nicht nur für meine Stuten wichtig, es war auch Anas erster Alleingang als Trainerin - auch wenn ich ihre Anweisungen natürlich insgeheim prüfte. Ich holte Cat aus der Box und band sie draußen auf der Stallgasse an. Die erfolgreiche Stute sollte heute gegen Kagami El Assuad laufen. Mein bereits gekörtes englisches Vollblut war nicht ganz einfach im Umgang, aber unglaublich schnell. Daher hatte ich sie als Trainingspartnerin für Cat ausgesucht. Die schwierige Little Miss Backyard bekam dagegen mein erfahrenes Rennpferd Ace of Spades als Gegner, um ein wenig Ausgleich zwischen den Temperamenten zu schaffen. Doch erst einmal war nun Cat dran. Ich putzte das Schimmelchen in aller Ruhe, bandagierte ihre Beine und sattelte sie anschließend auf. Cat bekam diesmal nicht den Arbeitssattel, sondern den leichteren und noch kleineren Rennsattel auf. Immerhin wollte ich alles so ähnlich wie möglich zu einem echten Rennen gestalten. Nachdem ich das Vorderzeug verschnallt und Cat aufgetrenst hatte, rief ich nach Samuel. Er hatte die Aufgabe bekommen, Kagami zu reiten. "Komme!", antwortete er prompt und führte die schöne Palominostute aus der Putzbox. Kagami hatte bisher erst ein einziges Fohlen bekommen und würde demnächst schon Oma werden. Doch sie hatte die Trennung von Princess nicht gut verkraftet, weshalb ich mich entschieden hatte, sie erst einmal nicht mehr decken zu lassen. Stattdessen ging Kagami nun wieder Turniere und machte sich als Vielseitigkeitspferd gar nicht mal schlecht. Wir führten die Pferde aus dem Stall hinaus und ließen uns von Edward und Donald in die Sättel werfen. Cat tänzelte auf der Stelle und schlug mit dem Kopf. Ich streichelte ihr den seidigen Hals und nahm die Zügel auf. Cat wollte rennen, doch sie war dabei nie außer Kontrolle. Das liebte ich so sehr an der jungen Stute. Da hatte es Samuel mit Kagami schon ein wenig schwerer. Die Palominostute fiel immer wieder in einen zuckeligen Trab und hüpfte jedes Mal zur Seite, wenn der Wind durchs Gebüsch fuhr. Als wir die Pferde auf die Sandbahn dirigierten, ließen wir sie erst einmal an den Außenrails entlanggehen und zwar im Uhrzeigersinn. Cat trabte eifrig über die Bahn und als ich schließlich in den leichten Sitz ging, wechselte sie leichtfüßig in einen gleichmäßigen Galopp. Schließlich wendete ich mein Stütchen und trabte zur Startbox. Kagami sollte zuerst einrücken und führte ihr übliches Theater auf, bis ich sie schließlich scharf anfuhr. Kagami kannte die Startbox und spielte sich einfach nur gerne auf. Storm Cat dagegen war ganz wild darauf, in ihren Stand einzurücken. Das intelligente Vollblut wusste genau, dass sie nach dem Start aus der Box rennen durfte. Ich balancierte mich über Storm Cat's Rücken aus und griff in die kurze graue Mähne, um mich auf den Start vorzubereiten. Gleich darauf schellte die Glocke und die Türen sprangen auf. Storm Cat erwischte den perfekten Start und setzte sich direkt vor Kagami dicht an die Rails. Dann streckte sie sich und legte mit jedem Galoppsprung an Tempo zu. Doch Kagami war eine starke Gegnerin. Auf der Zielgeraden schob sie sich langsam an Storm Cat's Flanke heran. Das jedoch motivierte mein Schimmelchen dazu, umzuspringen und ihren Turbo einzuwerfen, wie ich ihren Endspurt gern nannte. Stück für Stück zogen wir Samuel und Kagami davon und schossen über die Ziellinie. Ich strich Storm Cat begeistert über den Hals und stellte mich in die Bügel, um die Stute zu verlangsamen. Cat schüttelte übermütig den Kopf, fiel aber artig in den Trab und schließlich in den Schritt.
      Am Ausgang der Bahn sprang ich aus dem Sattel, drückte Cat einen Kuss auf die Nüstern und übernahm dann Pirate's Pride von Edward. Samuel dagegen übergab Kagami an Donald und übernahm dafür Bearing Spots. Spotty ließ sich von so gut wie jedem reiten, solange sie nur laufen durfte. Daher hatte ich beschlossen, dass Samuel das schöne Punktepferd reiten sollte, während ich mich um Pirate's Pride kümmerte. Die wunderschöne Pride war die Tochter meiner Vollblutstute Pirate Island und meines ehemaligen Hengstes Ghostbuster. Ghost war inzwischen schon wieder zu seiner Züchterin Flair gezogen und kam dort als Zuchthengst zum Einsatz. Ich strich Pride über die Schnippe und Edward warf mich in den Sattel. Samuel saß bereits auf Spotty's Rücken. Die beiden jungen Stuten waren noch nie gegeneinander gelaufen und so war ich sehr gespannt, wie dieses Rennen ausgehen würde. Ich war der Meinung, dass Pride grundsätzlich schneller war als Spotty, doch die junge Stute ließ sich zuweilen noch recht schnell ablenken und verlor dadurch an Boden. Edward und Donald führten Kagami und Cat im Schritt umher, damit die Stuten sich abkühlen konnten. Gleich danach würden sie zurück zu den Stallungen gehen und die letzten beiden Pferde für heute fertig machen - Missy und Ace. Pride machte einen kleinen Satz zur Seite und holte mich damit zurück ins Hier und Jetzt. Ich lachte. "Schon gut, meine Süße. Du hast ja Recht. Jetzt wo Cat ihren Stufenaufstieg mit solcher Bravour gemeistert hat, sollen du und Spotty das auch schaffen!", sagte ich liebevoll. In aller Ruhe wärmten wir Spotty und Pride auf und ritten dann auf die Startbox zu. Während Spotty anstandslos hineinging, prustete Pride nervös und plusterte sich auf. Ich rahmte sie mit meinen Beinen ein und redete leise auf das Stütchen ein. Wie all meine Vollblüter hatte Pride schon früh gelernt, in die Startbox zu gehen. Aber zuweilen führte sie sich eben ein wenig auf. So war das mit temperamentvollen Vollblutpferden. Als Pride endlich in der Startbox stand, hatte ich gerade noch Zeit, mich ordentlich hinzusetzen, da sprangen auch schon die Türen auf und das Rennen begann. Pride hatte einen denkbar schlechten Start, während Spotty perfekt absprang und sofort in den Renngalopp wechselte. Ich dirigierte Pride zu den Rails und gab der jungen Stute Zeit, ihren Tritt zu finden. Sobald das geschafft war, schoss Pride vorwärts, doch Spotty hatte einen großem Vorsprung. Ich kauerte mich so flach ich konnte über Pride's Rücken und die Stute verlängerte ihre Galoppsprünge. Am Anfang der Zielgeraden griffen wir an. Langsam aber sicher holten wir Spotty ein. Allerdings lief mein Punktepferd noch nicht volles Tempo. Samuel ließ sie trödeln, anstatt seinen Vorsprung auszubauen. Das kam ihm nun teuer zu Stehen. Als er das nächste Mal nach hinten blickte, war Pride's Nase bereits auf Höhe von Spotty's Bauch. Ich trieb die Stute mit meiner Stimme vorwärts, doch die Aufholjagd hatte das Stütchen geschlaucht. Spotty gab nun Gas und obwohl Pride alles gab, reichte es für den Sieg nicht mehr aus. Knapp hinter der schönen Stute flogen wir über die Ziellinie. Ich ließ Pride auslaufen und parierte sie dann durch. Samuel machte dasselbe mit Spotty und sah mich schuldbewusst an. Er wusste, dass sein Verhalten ihn beinahe den Sieg gekostet hätte, der nach Pride's schlechtem Start eigentlich sicher gewesen war. Dennoch war Pride wunderbar gelaufen und hatte den Stufenaufstieg genau wie Spotty mit Leichtigkeit geschafft.
      "Hey Missy, na wie geht's uns heute?", fragte ich fröhlich, als ich das herrliche Scheckstütchen von Edward übernahm. Edward rollte die Augen und übergab mir Little Miss Backyard. Dann warf er mich in den Sattel, während Missy ihm einen Schubs versetzte, der Edward zum Straucheln brachte und beinahe dazu führte, dass ich auf ihrer anderen Seite eine Bruchlandung hinlegte. Ich hielt mich gerade noch in Missy's Mähne fest und setzte mich schnell richtig in den Sattel, da die Stute gleich darauf einen Hüpfer machte. "Mhm, verstehe schon. Gut aufgelegt, wie immer also.", sagte ich mit Grabesstimme, grinste dabei aber. Missy war ein Clown, aber ein verdammt schneller Clown. Ich beeilte mich, das Stütchen auf die Bahn zu dirigieren, damit sie ein wenig überschüssige Energie loswerden konnte. Samuel wärmte währenddessen die Rappstute Ace of Spades auf. Ace war keine wirkliche Konkurrenz für Missy, doch bei der jungen Scheckstute ging es mir eher darum, dass sie lernte, mit anderen Pferden gemeinsam zu laufen. Sonst würde das mit den wirklichen Galopprennen eher schwierig werden. Sobald Missy auf der Bahn war, wollte sie lossprinten und ich musste mein gesamtes reiterliches Können aufwenden, um das Stütchen im Trab zu halten. Als ich sie schließlich angaloppieren ließ, machte Missy einen riesigen Satz vorwärts. Ich nahm die Zügel auf und beschäftigte mein übereifriges Stütchen mit vielen halben Paraden. Zudem lenkte ich sie auf einen relativ kleinen Zirkel, um sie zu beschäftigen. Als wir die beiden Stuten schließlich in die Startbox einrücken ließen, war ich schon ziemlich am Ende. Aber den schwierigsten Teil hatte ich geschafft. Die Türen sprangen auf und Missy schoss vorwärts. Ich hielt sich zurück und wir setzten uns hinter Ace of Spades an den Rails fest. Missy kam gerne von hinten, da sie einen unglaublichen Endspurt hatte. Dafür musste ich sie jedoch erst einmal davon überzeugen, nicht gleich vorneweg zu rennen. Missy kämpfte kurz gegen mich, doch dann fügte sie sich in ihre Rolle und wartete ab. Am Ende des Bogens lenkte ich Missy auf die Außenbahn und wir flogen regelrecht an Ace vorbei. Miss wurde immer länger und wir schossen mit unglaublichen sechs Längen Vorsprung über die Ziellinie. Ich pullte mein Stütchen auf und parierte sie strahlend durch. "Yes, das wäre Nummer vier! Alle habens geschafft.", jubelte ich fröhlich. Damit waren Little Miss Backyard, Bearing Spots, Pirate's Pride und PFS' Storm Cat im Galopprennen auf Klasse A trainiert.
    • Sammy
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      Neues Jahr, neues Glück?!
      09. Januar 2020
      Gähnend rollte ich mich herum und schlug auf meinen Wecker, um den nervtötenden Piepston auszustellen. Das blöde Ding hatte seit Neustem eine Macke und schaltete automatisch auf diesen Ton um, anstatt mir meine geliebte Aufwachmusik zu gönnen. Es war Anfang Januar und heute hatte ich mir einen trainingsfreien Tag eingeplant. Auf meinem Programm standen heute diverse Planungen für das Jahr und vielleicht der ein oder andere entspannte Ausritt in das herrlich schneebedeckte Gelände, rund um mein Gestüt. Meine englischen Vollblüter hatten heute Morgen frei, daher konnte ich es mir erlauben, länger im Bett zu bleiben. Die Morgenfütterung bekamen meine Angestellten auch ohne mich hin. Ich drehte mich auf den Bauch, legte den Kopf auf die Arme und ließ das letzte Jahr Revue passieren. Es war einiges vorgefallen. Gutes, wie Schlechtes. Das nun kommende Jahrzehnt war das wohl Entscheidendste meines Lebens. Würde ich den richtigen Mann finden? Würde ich Kinder haben? Wie entwickelte sich das Gestüt und vor allem die Zucht? Würden all meine Verkaufspferde ein schönes Zuhause finden? Und ganz aktuell: Wie würde meine schöne Trakehnerstute HMJ 7786 Elfentanz beim Abschlusswettbewerb des Horse Makovers abschneiden? Letzteres war für meine Zukunft als Trainerin natürlich enorm wichtig. Wer sich in diesem Wettbewerb platzierte, würde mit Sicherheit auch in Zukunft genügend Aufträge bekommen. Und auch die Prestige für mein Gestüt wäre enorm. Allerdings zweifelte ich in letzter Zeit daran, ob mein großes Gestüt der richtige Ort für eine sensible Stute wie Elfentanz war. Ich liebte das Stütchen und sie liebte mich, doch ich war mir nicht sicher, ob sie hier wirklich jemals zur Ruhe kommen konnte. Anderen Pferden gegenüber war Elfentanz noch immer sehr scheu und zurückhaltend und gerade von Hengsten hielt sie überhaupt nichts. Auf Springturnieren glänzte mein Makeoverpferdchen absolut, bei der Dressur gingen ihr noch zu sehr die Nerven durch. Daher hatte ich mich auch gegen die Teilnahme an einem Stutbuchwettbewerb entschieden. Es war einfach noch zu früh. Dafür stand mit meinem Elfentanz bereits morgen das Abschlusstraining für den Aufstieg in die Klasse L der Dressur an. Im Training machte sich Elfentanz ganz wunderbar. Sie war intelligent, arbeitete immer fleißig mit und wollte unbedingt gefallen. Zumal ihre Grundgangarten ein echter Traum jedes Dressurreiters waren. Dennoch - momentan spielte ich mit dem Gedanken, die schöne Stute nach dem Wettbewerb an jemanden zu verkaufen, der einen kleineren Hof sein eigen nannte. Oder jemanden, der noch gar kein Pferd hatte und Elfentanz in einem kleinen, ruhigen Pensionsstall unterbringen konnte. Allein der Gedanke mich von dem jungen Pferd zu trennen, bereitete mir Bauchschmerzen, doch ich wollte, dass es Elfentanz an nichts fehlte. Ich seufzte und schlug die Bettdecke zurück. Dann schüttelte ich den Kopf, um den traurigen Gedanken zu vertreiben. Diese Entscheidung musste ich noch nicht jetzt fällen. Elfentanz hatte in den letzten drei Monaten so viele Fortschritte gemacht, vielleicht lernte sie ja noch, mit dem Trubel der mit einem Gestüt wie meinem nun einmal einherging, umzugehen. Ich sprang unter die Dusche, kuschelte mich in meinen Lieblingspulli und eine Leggins und ging hinunter in die Küche. Dort bereitete ich mir ein leckeres Frühstück bestehend aus Obstsalat, Latte Macchiato und Naturjoghurt zu und setzte mich in mein Wohnzimmer auf die Couch. Dort stand schon mein Laptop bereit. Außerdem bedeckten diverse Blätter meinen Wohnzimmertisch. Unter anderem waren das die Baupläne für mein Gestüt. Der Umsatz im letzten Jahr war - vor allem durch meinen Trainingsbetrieb - ziemlich gut gewesen, daher hatte ich mich entschieden, in neue Anlagen zu investieren. Die ein oder andere davon würde mir mit Sicherheit noch mehr Trainingspferde einbringen und auch das Training mit meinen eigenen Vierbeinern erleichtern.
      Die erste und wichtigste Veränderung war ein Umbau der Stallungen. Da ich mich von vielen Pferden trennte, hatte ich für diese Maßnahme endlich den benötigten Platz. Stuten- und Hengsttrakt würden zukünftig komplett voneinander getrennt sein. Der gesamte Hengsttrakt wurde abgerissen, der Stutentrakt blieb bis auf vier neue Putzboxen mit Rotlichtanlagen so wie er war. Direkt an den Stutentrakt sollte eine Reithalle angebaut werden. Vom Stutentrakt aus, kam man in der Mitte der langen Seite in die Halle hinein. An die kurze Seite bei A sollte es einen zweiten Ausgang geben, der direkt an den Hengsttrakt anschloss. So mussten wir bei Regen, Unwetter und im Winter nicht immer über die gesamte Anlage laufen, um mit den Pferden zu trainieren. Weiterhin sollte es auf dieser Seite meines Gestüts einen kleinen Außenreitplatz und einen weiteren überdachten Roundpen geben. Die Anlagen auf der anderen Seite würden immer noch meine Haupttrainingsorte sein, doch gerade wenn ich einmal Events auf meinem Gestüt veranstaltete, gestaltete sich das alltägliche Training meiner Pferde eher schwierig. Auf diese Art und Weise konnte ich den Weg, der zu Koppeln und Stallungen führte einfach absperren und meine Pferde und Pfleger hätten ihre Ruhe. Die zweite große Neuerung war ein Pferdeschwimmbad. Ich besaß viele Sportpferde, die außerhalb der Wintermonate mehr als zwölf Stunden auf den weitläufigen Koppeln verbrachten. Da waren Verletzungen leider keine Seltenheit. Ganz davon abgesehen, war Schwimmtraining eine hervorragende Methode, um Muskeln aufzubauen. Gerade bei Jungpferden, um sie auf das Einreiten vorzubereiten, aber auch bei Sportpferden, die nach einer Verletzung wieder antrainiert werden sollten. Das Schwimmbad kostete mich fast so viel, wie meine großzügige Reithalle, doch es war schon lange mein Traum gewesen, eine solche Anlage mein Eigen nennen zu dürfen. Die vorerst letzte Neuerung war mein ganzer Stolz, da mir nicht bekannt war, dass es in der näheren und ferneren Umgebung eine solche Anlage gab. Das Training meiner Rennpferde hatte mich in diesem Winter vor größte Herausforderungen gestellt, da die Bahn zur Zeit unmöglich zu benutzen war - trotz dem Spezialboden auf meiner Sandbahn. Deshalb hatte ich beschlossen, eine Indoor-Rennbahn zu errichten. Sie würde die Sandbahn ersetzen. Damit war sie zwar ein wenig kleiner, als meine normale Grasrennbahn, doch ich konnte meine Vollbüter im Winter genauso trainieren, wie im Sommer. Früher hatte ich mit den Vollblütern im Winter einfach andere Trainingsschwerpunkte bearbeitet, zum Beispiel hatten vermehrt Bodenarbeit, Spaziergänge und Dressur auf dem Plan gestanden. Doch seit Successful Dream im Training war, klappte das nicht mehr so wirklich. Die junge Stute wurde fürchterlich unleidig, wenn sie nicht richtig rennen durfte. Und das war bei dieser Witterung nunmal weder im Gelände noch auf der Bahn möglich. Daher hatte das junge Vollblut des Öfteren versucht, in der Halle durchzustarten, was beinahe damit geendet hätte, dass wir beide in der Bande hingen. Seit letztem Jahr hatte ich nun ein weiteres Pferd, das so tickte - Little Miss Backyard. Die wunderschöne Scheckstute war beinahe noch eigensinniger als Dreamy und machte das Training zwar interessant, aber auch ein wenig anstrengend. Die beiden Stuten waren im Moment reine Pulverfässer und das wollte ich im nächsten Winter unbedingt vermeiden. Die Investition, die ich für diese Rennbahn war enorm, doch ich hoffte, damit auch ein wenig Geld reinholen zu können. In den USA flog man seine Rennpferde oft in wärmere Staaten, um sie auch im Winter starten zu lassen. Ich bot nun mit meiner Rennbahn englischen Trainern die Möglichkeit, dasselbe hier zu tun. Außerdem würde ich benachbarten Höfen anbieten, ihre Pferde im Winter entweder bei mir einzustellen oder zum Training herzufahren. Das würde natürlich auch wieder Einnahmen bringen. Die Indoor-Rennbahn würde eine bewegliche Startbox und diverse Tribünen besitzen. Außerdem sollte es Kameras geben, um das Training seines Tieres aufzuzeichnen und zu analysieren. Wenn all diese Vorhaben erst einmal in die Tat umgesetzt waren, würde mein Gestüt definitiv eines der bestausgestattetsten in ganz England sein.
      Ich lächelte bei dem Gedanken daran und klappte dann meinen Laptop auf, um den Fohlenkalender zu öffnen. Im letzten Jahr hatte ich mir endlich meinen Traum erfüllt und zwei Stuten von meinem Spitzenhengst Levistino decken lassen. Der Trakehner war der erste und noch immer einzige Gewinner von Jolympia und darauf war ich mächtig stolz. Die Entscheidung darüber, welche meiner Stuten ich von Levistino decken lassen sollte, war mir absolut nicht leicht gefallen. Die beiden Stuten, auf die meine Wahl gefallen war, waren meine Cremellostute Samiyah und meine Chestnut-Frame-Overo Stute Mahira. Beide hatten eine sehr gute Abstammung und bereits einige Schleifen eingeheimst. Außerdem erhoffte ich mir durch ihre Fellfärbung interessante Farben für die beiden Fohlen. Weiterhin war mein absoluter Liebling - Levistino's Enkelin Leveneza trächtig von meinem Trakehnerhengst Cadeau. Ihr Fohlen würde als deutsches Sportpferd eingetragen werden und hoffentlich die Talente seiner Eltern erben. Und dann war da natürlich noch Corde de la Cerise. Occulta hatte die schöne Stute im letzten Jahr von Levistino decken lassen, was bedeutete, dass ich noch ein reinrassiges Trakehnerbaby erwartete. Auch meine beiden Hannoveranerstuten Unannounced Pleasure und Reminiscent Inspiration waren hochträchtig. Während Reminiscent Inspiration von meinem Hannoveranerhengst Incendio gedeckt worden war, hatte ich bei Pleasure meine erste Vollblut-Warmblut-Paarung vorgenommen. Die wunderschöne Buckskin-Tobiano Stute war trächtig von meinem erfolgreichen Vollbluthengst Pawaneeh, der durch seine hervorragende Abstammung glänzte. Auf dieses Fohlen war ich besonders gespannt.
      Aber natürlich würde ich auch einige reinrassige Englische Vollblutfohlen bekommen. Meine Stute Backup war ebenfalls trächtig von Pawaneeh und meine geliebte Kazumi Princess El Assuad, der Nachkomme der berühmten Khiara El Assuad, war trächtig von meinem Rapphengst El Racino. Dies bedeutete, dass hoffentlich bald acht niedliche Pferdebabys meinen Hof bevölkern würden. Die Termine waren von Ende Januar bis Mitte März angesetzt und ich war sehr gespannt, ob meine Stuten sich daran halten würden. Ich checkte die Termine für die Kontrolluntersuchungen der Stuten und nahm mir vor, gleich heute nach den Abfohlboxen zu sehen. Man konnte ja nie wissen, ob eine der Stuten auf die Idee kam, ihr Baby früher auf die Welt zu bringen. Eigentlich hätte ich auch Successful Dream gerne decken lassen, doch die Stute war mir noch zu unausgelastet, um Mama zu werden. Vielleicht würde sie im nächsten Jahr ihr erstes Fohlen bekommen. Ich träumte noch eine Weile vor mich hin und stellte mir die acht niedlichsten Pferdebabys vor, die meine Fantasie hervorbringen konnte. Insgeheim träumte ich ja von einem Silver Buckskin aus der Anpaarung von Levistino mit Samiyah, doch diese Chance war extrem gering. Außerdem wollte ich mit den Fohlen Geld verdienen, was bedeutete, dass ich sie verkaufen musste. Und das würde mir auch schon ohne außergewöhnliche Fellfarben schwer genug fallen...

      ~*~

      "Sammy?! Sagmal, kommst du heute auch mal noch nach draußen? Ich hab Holly und Elfentanz gesattelt. Komm schon, wir wollten doch ins Gelände!", weckte mich Edward, indem er an meine Haustür hämmerte. Ich schreckte von der Couch hoch und wankte zur Tür. Mist, da war ich doch einfach wieder eingeschlafen. Ich rieb mir die Augen und öffnete die Tür. Edward strahlte mich an und zog dann die Augenbrauen hoch. "Ähm Sammy, du hast da Tinte im Gesicht, weißt du?", grinste er. Ich wurde rot. "Ich hab über Fohlennamen nachgedacht und muss dabei eingeschlafen sein.", gab ich zu. Edward rollte nur die Augen. "Reitest du so aus? Ich meine, Elfentanz lässt dich sicherlich auch in dem Aufzug auf ihren Rücken, aber ich stelle mir das doch ein bisschen kalt vor.", zog er mich auf. Nun war es an mir, die Augen zu verdrehen. "Gib mir zwei Minuten, ich komme gleich.", rief ich, während ich schon auf dem Weg nach oben war.
      Kurz darauf stand ich dick eingepackt neben meinem Elfenpferd. Die junge braune Stute schnoberte mich liebevoll ab, als ich behutsam nachgurtete und ihr über den inzwischen recht muskulösen Hals strich. Edward saß bereits auf meiner Trakehnerstute Hollywood Undead II, die zu Elfentanz bester Freundin geworden war. "Wenn du dann mit deinem Liebesgeflüster fertig bist, könnten wir vielleicht los? Ich friere ja schon auf Holly fest.", maulte Edward gespielt genervt. Ich rollte nur mit den Augen, schwang mich auf Elfentanz' Rücken und ließ die Stute sofort antreten. Holly trabte ruckartig an, um zu uns aufzuschließen, was Edward unsanft durchrüttelte. "Blöde Kuh!", schmollte der, aber ich lachte nur. Edward's Eltern hatten Geld wie Heu, hatten ihn aber rausgeschmissen, weil er seinen Job in einem renommierten Stall hingeworfen hatte. Ich hatte den jungen Mann kennengelernt, als ich Elfentanz nach Hause gebracht hatte und ihm angeboten, auf meinem Gestüt mitzuarbeiten und dafür kostenlos hier zu wohnen. Mittlerweile war Edward mein bester Freund. Dass er schwul war erleichterte die ganze Sache, denn alle Mädchen, die ich kannte, verknallten sich sofort in den gut aussehenden Mann. Wir ritten vom Hof in Richtung Heide. Dort war ich im Winter nicht allzu oft, da man aufgrund der Witterung meist nur im Schritt reiten konnte, doch heute stand sowieso nur ein gemütlicher Spazierritt auf dem Plan. Elfentanz schritt ruhig vorneweg und ich konnte kaum glauben, welch große Fortschritte die Stute in den letzten drei Monaten gemacht hatte. Sie war so sehr über sich hinausgewachsen, wie es ich niemals erwartet hätte. Als ein Vögelchen aus einem Gebüsch flog, zuckte Elfentanz kurz zusammen und richtete beide Öhrchen nach hinten, um auf mich zu lauschen. Ich klopfte ihr beruhigend den Hals und es ging weiter. Früher wäre die sensible Stute in solchen Momenten völlig ausgeflippt. Wenn sie so weitermachte, wurde sie noch zum echten Verlasspferd. Das wäre bei ihrer Vergangenheit ein richtiges Wunder.
      Nach fast zwei Stunden kehrten wir auf das Gestüt zurück und versorgten Holly und Elfentanz umsichtig. Die zwei durften gemeinsam auf einen der größeren Paddocks, während ich mal einen Rundgang durch meine Stallungen machte. Heute begann ich im Hengsttrakt. Levistino und Cadeau waren gerade mit Samuel und Donald draußen im Gelände. Brian arbeitete mit seinem Liebling Amayyas in der Halle an ein wenig Bodenarbeit und Patrick ging mit Incendio spazieren. Somit waren die ersten beiden Hengste, die ich begrüßte, der Holsteiner Fantastic Fly und das deutsche Reitpferd Pride & Prejudice. Ich strich beiden über die samtenen Mäuler und ging dann weiter. Pawaneeh und El Racino standen gemeinsam mit Ojos Azules und Negresco auf der Koppel. Die vier Hengste verstanden sich recht gut und ich war sehr froh, dass Racino endlich Artgenossen gefunden hatte, mit denen er auskam. Weiter ging es zu Damon's Dynamo, Khamar al Sanaa und Shamal. Letzterer war heute so liebesbedürftig, dass er mich am liebsten gar nicht mehr gehen lassen wollte. "Heute Nachmittag mache ich auch mit dir einen schönen langen Ausritt, versprochen, mein Hübscher!", tröstete ich ihn, als ich meinen Rundgang fortsetzte. Die Ponyhengste Roi du Soleil, Hollybrook's Cheeky Jot, Rumpelstielzchen, Darkwood's Storm Dancing Feather und GE's Ljósfari begrüßten mich ausgelassen. Auch bei PFS' Artic Alinghi verbrachte ich ein wenig Zeit. Das süße Miniature Horse war mittlerweile fast ausgewachsen und versprach ein wunderschöner Hengst zu werden. In diesem Frühjahr würde ich bei ihm mit dem Dressurtraining beginnen und ihn dann langsam auf eine passende Hengstkörung vorbereiten. Die beiden Westernhengste Dissident Hawk und Golden Indian Summer standen ruhig gemeinsam auf ihrem Paddock und beobachteten das Treiben um sich herum. Im Frühjahr würden sie alle in provisorische Stallungen umziehen, damit der Stall umgebaut werden konnte. Doch noch hatten sie ihre wunderschönen Boxen mit den dazugehörigen Paddocks. Ich blickte mich ein letztes Mal im Hengststall um und ging dann weiter zu den Stuten. Dort begann ich bei den Westernpferden. Meine Criollo's PFS' Devil in Prada und Arriba schmusten ein wenig mit mir, während meine Paint Horse Stute My Golden Heart mich völlig ignorierte. Die schöne Stute war sehr aufmerksamkeitsbedürftig und scheinbar hatte ich ihr in letzter Zeit zu wenig davon gewidmet. The Morticains Daughter und Your possible Pasts standen zur Zeit sehr gut im Training und auch mein Nachwuchspferdchen Grace's Cookie 'n Cream machte sich gut. Die Welsh D Stute PFS' Daydream of Money war nun auch allmählich so weit, angeritten zu werden und ich war sehr gespannt darauf, ob sie so gut zu Roi du Soleil passen würde, wie ich mir das vorstellte. Meine beiden absoluten Lieblinge bei den Stuten waren aber das Trakehnerfohlen Jeune Mariée, die zu einer wunderschönen, eleganten Stute heranwuchs und mein Araberfohlen PFS' Isis. Im Grunde liebte ich sie jedoch alle. Picturesque Diova war wunderschön geworden und auch PFS' Beck's Little Diva und PFS' Glenn's Cookie brachten meine Augen zum leuchten. Beide hatten sich zu einmalig schönen Ponys entwickelt und würden meine kleine Nebenzucht um ein Vielfaches bereichern. Ich ging weiter und erreichte mein neuestes Pferd - Pashmina. Sie sollte die Partnerin für meinen Berber Amayyas sein und ich konnte noch immer kaum glauben, dass die edle Stute endlich mir gehörte. Als ich die Box von Where's Sleep erreichte, war ich nicht überrascht, die schöne Stute mit dem traumhaften Langhaar drinnen vorzufinden, während die meisten anderen Pferde den Nachmittag auf ihren Paddocks verbrachten. Sleepy wurde nicht gerne nass oder dreckig und hielt sich im Winter daher lieber drinnen auf, als draußen herumzutollen. Das war für mich völlig in Ordnung, Hauptsache war, dass die Stute die Möglichkeit bekam, nach draußen zu gehen. Meine Traberstuten Rainbow und Ehawee standen gemeinsam auf einem Paddock, da sie ziemlich unzertrennlich waren. Erst vor kurzem hatte ich entschieden, die beiden doch erst einmal zu behalten. Irgendwie träumte ich eben doch von zwei reinrassigen Dynamo-Fohlen. Cuchara tollte draußen herum und schenkte mir daher weniger Beachtung, aber dafür kamen meine beiden Araberstuten Saddy und My lovely Horror Kid sofort herein, als sie mich kommen hörten. Auch meine Ponys freuten mich, dass ich sie besuchte - obwohl ich das ja jeden Tag tat. Rosewell legte mir den Kopf auf die Schulter und Magical Moment drückte mir ihren Kopf gegen die Brust. Das hatte das wunderschöne Tier schon getan, als sie zu mir auf den Hof gezogen war und seitdem war es ihr Markenzeichen. Allerdings hatte sich mein Goldpferdchen vor zwei Wochen verletzt, weshalb sie nicht mit den anderen Ponies hinaus auf die kleine Koppel durfte. Dort standen also im Moment nur Naboo, Fairylike Facility, Aimiliani, Thousand Sunny, Isola della Pirateria, Porcelain Doll und Miniature America's Narnia. Meine englischen Vollblutstuten standen dafür alle in ihren Boxen, beziehungsweise auf den Paddocks. Princess und Backup würden demnächst in den Abfohltrakt umziehen, damit sie mehr Ruhe hatten. Für Dreamy, Kagami El Assuad, Ace of Spades, Success Story xx, Pirate's Pride, Bearing Spots, PFS' Storm Cat und Little Miss Backyard ging es dagegen mit dem gewohnten Training weiter. Die letzten drei sollten auch gleich Anfang des Jahres bei einem Suttbuchwettbewerb mitmischen, den sie sicherlich erfolgreich absolvieren würden. Nun fehlten nur noch meine heißgeliebten Warmblüter. Natürlich machte ich erst Halt bei meinen hochträchtigen Stuten Corde de la Cerise, Unannounced Pleasure, Samiyah, Mahira, Reminiscent Inspiration und Leveneza. Auch diese sechs Stuten würden demnächst umziehen, damit sie ihre Ruhe hatten. Lamira, Cassidy, Wild Lady Roxanne, Coeur de Lilith und Hollywood Undead II sollten dagegen weiterhin bei den Winterturnieren um den Sieg kämpfen. Vor allem auf Lilith war ich unsagbar stolz. Ihr erstes Fohlen konnte ich kaum erwarten, doch das war frühstens nächstes Jahr soweit, da die junge Stute erst vor kurzem gekrönt worden war. Ich ging weiter und öffnete die Tür zum Abfohltrakt. Alle acht Boxen waren bereits vorbereitet und dick eingestreut. Außerdem war die Wächter-Kammer geputzt und aufgeräumt. So nannten wir das kleine Zimmer, in dem in der heißen Phase immer einer von uns schlafen würde, um die Stuten zu beobachten, ohne sie zu stören. Ich lächelte. Meine Mitarbeiter hatten an alles gedacht und alles vorbereitet, bevor ich auch nur ein Wort sagen musste. Was konnte man sich als Arbeitgeber schon mehr wünschen?
      Als letztes machte ich einen Abstecher zu meinen Verkaufspferden. Auch wenn ich sie verkaufte, bedeuteten sie mir unglaublich viel. Daher tat ich mich bei manchen auch recht schwer, einen Besitzer auszuwählen. Dennoch hatten mich im letzten Jahr einige Pferde verlassen. Noch hier waren aber Hollybrook's Barakah al Sanaa, Candle in the Wind, Girlie, Apaches Tomahawk, Hollybrook's Tiny Girl, Hollybrook's Fairy Bluebird, Hollybrook's Zarin, Cirilla, Middle Ages, Ivory, Wannabe, Pangäa, Chaira, Napayné, Glammy, Eddi's Dead Pop Romance, Dream of Wyoming, BB's Harmony, Wüstentänzer, Juego, Pirate Island, American Baby, Hollywood Undead, Kolibri, Dorina, Branagorn, Hollybrook's Casanova, Hollybrook's Classic Moment, Hollybrook's Bloody Valentine, BMs Caradoc, Black Soul, Angels Fall First, Someone, Mizzi, Pierre, Salwa, Sharley, Little Miss Sunshine, Golden Flair, Precious Scream und Adina De Ra'idah. Dieses Jahr mussten sie unbedingt einen geeigneten Platz finden, denn ich brauchte den Platz für meine Zucht und die neuen Fohlen...
    • Sammy
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      Hufschmiedbericht
      von Elsaria
      18. Januar 2020

      Heute ging es nach England zu Samantha O´Neill. Ich kannte die junge Gestütsbesitzerin bereits vom Make Over Spektakel. Ihr wurde die Stute HMJ 7786 Elfentanz, der sie den Namen gab anvertraute. Diese wäre nun heute mein Kandidatin neben Bearing Spots. Mein Flieger ging letzte Nacht schon und ich war gerade im Mietauto für Hufschmiedbedarf auf dem Weg zum Hollybrook Stud. Ich hatte meine Lieblingsmusik im CD Player und summte zu den Liedern fröhlich mit. Endlich kam ich auf dem schön gepflegten modernen Hof an und wurde von Samantha begrüßt. Sie hatte mir schon einige Informationen bei der Auftragserteilung gegeben, da sie nur jetzt Zeit hatte fingen wir mit Elfentanz an. Die wunderschöne Trakehnerstute hatte ich noch total verwahrlost und abgemagert in Erinnerung. Erstaunlich was 3 Monate Pflege und Zuwendung ausmachen. Sam hatte gut mit ihr gearbeitet. Ich bewunderte die braune Stute als sie gebracht worden war. Sam stand bei Elfentanz und redete beruhigend auf sie ein. Ich ließ Elfentanz meine Hand beschnuppern und strich ihr sanft über den Hals. “ Na, meine Schöne, brauchst keine Angst zu haben, ich tue dir nichts, ich gebe dir nur ein paar neue Schuhe! Da stehen wir Frauen doch darauf, oder nicht?!” scherzte ich mit ihr. Ich holte die alten Eisen ab und schnitt die Hufen auf die richtige Länge ab. Ich lobte die Stute immer wieder. Ihre neuen Eisen waren bereits im Ofen. Ich holte eins, und schlug es auf dem Amboss auf ihre Größe zurecht dann brannte ich das Eisen auf das Horn. Ihr tat das nicht weh, es qualmte nur und es stank und manche Pferde werden da nervös, so auch Elfentanz. “Hoho, Süße ist ja gut!” sagte ich und lenkte die Stute dann ab. Ich machte dies gleich mit den anderen Hufen damit sie diese Prozedur nicht nochmal machen musste, und bekam ein Leckerlie, ich lobte die Stute. Inzwischen waren schon 45 Minuten vergangen, normalerweise wäre ich etwas schneller aber bei Elfentanz wollte ich mir Zeit lassen und alles mit der Ruhe machen. Hektik und nicht auf sie eingehen, wäre für die Stute genau das Falsche gewesen. Außerdem bot mir Samantha an, auf dem Hof zu übernachten, falls ich nicht beide an einem Tag schaffte, dies ließ den “Zeitdruck” etwas abfallen. Als die Stute sich wieder beruhigt hatte, nagelte ich die Eisen, die in der Zwischenzeit wieder kalt waren auf den Huf und zwickte die Enden der Nägel ab und feilte diese rund. Dies machte ich bei den anderen auch und fettete die Hufe zum Schluss noch ein. Brauchen würde es die Stute nicht, aber es sah einfach schön aus. Es war Mittag geworden ich wurde zum Essen eingeladen und nahm dankend an. Am Nachmittag wollte ich mich der nächsten Stute Bearing Spots widmen. Samantha erklärte mir wie die Stute aussah und wo sie sich befand, da sie am Nachmittag auf einem wichtigen Termin sei. Das Essen schmeckte wirklich vorzüglich. Nachdem ich mich etwas ausgeruht hatte ging ich wieder in den Stall und holte Bearing Spots aus ihrer Box. Die Stute war wunderschön, sie sollte auch die Eisen erneuert werden. Sie bekam Alueisen. Ich holte die alten Eisen herunter. Schnitt die Hufe wieder auf ihre Länge und strich der wunderschönen Stute den Hals. Dann nagelte ich die Alueisen auf ihre Hufen und fettete diese ein. Dann brachte ich sie wieder zurück in die Box räumte auf und fuhr nachhause.
    • Sammy
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      Körvorbereitung
      von Eddi
      18. Januar 2020
      Ich stieg aus dem Auto und atmete tief die saubere Luft ein. Erst vor zehn Tagen war ich bei meiner Freundin Sammy gewesen, um ihr Horse Makeoverpferd durchzuchecken. Diesmal stand der medizinische Check von drei Vollblutstuten an, die noch in dieser Woche an einem Stutbuchwettbewerb teilnehmen sollten. Vorausgesetzt natürlich, es war alles in Ordnung. Davon ging ich bei Sammy's Pferden allerdings aus. Sammy hatte mich gehört und kam freudestrahlend auf mich zu. Dabei zog sie den Reißverschluss ihrer Jacke so weit es ging zu. Es war wirklich kalt in England und das Hollybrook Stud Gestüt lag unter einer dicken Schneedecke begraben. Als hätte Sammy meine Gedanken erraten, grinste sie und meinte: "Wir haben jetzt mehr Schnee als an Weihnachten! Aber das Gelände ist zur Zeit herrlich." Ich lächelte. Endlich hatte ich mir mal wieder die Zeit genommen, einige Tage hier zu verbringen. Ich würde Sammy sogar zu dem Stutbuchwettbewerb begleiten. Das bedeutete aber auch, dass wir den Nachmittag mit einem ausgiebigen Ritt durch die wunderschöne Landschaft füllen konnten. Doch zuerst einmal waren nun meine Patienten an der Reihe. Sammy führte mich über den Hof und in den Stutentrakt hinein. Dort war bereits eine wundeschöne Apfelschimmelstute in einer der Putzboxen angebunden und sah uns mit gespitzten Ohren entgegen. "Das ist Cat. Oder mit vollem Namen: PFS' Storm Cat. Ich hab sie von Pineforest Stable aus Occulta's Zucht.", stellte Sammy mir das junge Vollblut stolz vor. Ich konnte sie absolut verstehen, das Schimmelchen war einfach herrlich anzusehen. Storm Cat streckte den Kopf nach vorn und beschnoberte mich vorsichtig. Ich stellte meine Tasche ab und begann gleich mit der Untersuchung. Zuerst hörte ich Herz und Lunge ab und kontrollierte die Temperatur. Cat versuchte mich dabei die ganze Zeit zu beobachten, aber eindeutig aus Neugierde und nicht aus Angst. Auch der kurze Blick in Augen, Ohren und Maul lieferte keine Auffälligkeiten. Cat war kerngesund. Ich absolvierte noch die Beugeprobe, dann band Sammy die Stute los und führte sie im Schritt und Trab die Stallgasse hinunter. Das Kätzchen lief gleichmäßig und taktrein und machte den Eindruck, als würde sie am liebsten noch ein paar weitere Runden drehen. Allerdings hatten Sammy und ich ja noch zwei weitere Kandidaten zu versorgen. Daher brachte meine Freundin das Stütchen zurück in ihre geräumige Box und brachte mir das nächste Pferd.
      Auch Bearing Spots war ein wunderschönes englisches Vollblut mit perfektem Exterieur und einer außergewöhnlichen Fellfärbung. Also genau Sammy's Beuteschema. Zumal das Stütchen wohl auch eine ganze Menge Talent besaß. Im Gegensatz zu der freundlichen Storm Cat hob Spotty misstrauisch den Kopf, als sie mich an der Putzbox stehen sah. Erst als Sammy ihr gut zuredete und sie energisch vorwärts führte, ging die Stute in den Stand hinein und ließ sich anbinden. Ich nahm mir ein wenig mehr Zeit und strich Spotty sanft über die samtige Nase. Dabei redete ich leise auf sie ein, bevor ich mit der Untersuchung des Punktepferdchens begann. Bearing Spots war etwas drahtiger als Cat, doch man sah beiden Stuten an, dass sie sehr gut im Training standen. Bei Spotty führte ich zuerst die Beugeprobe durch, damit sie sah, dass nichts Schlimmes passierte. Erst danach hörte ich Herz und Lunge ab, schaute in Ohren, Augen und Maul. Die Temperatur maß ich zum Schluss, da ich schon damit rechnete, dass das der jungen Stute nicht sonderlich gefallen würde. Tatsächlich quietschte Spotty empört und schlug mit dem Kopf. Sammy beeilte sich sie loszubinden und ließ sie antraben. Spotty lief eifrig neben meiner Freundin her und fiel anschließend nur widerwillig wieder in den Schritt. Doch auch sie hatte den Check problemlos bestanden und durfte an der morgigen Krönung teilnehmen.
      Gleich darauf kam Sammy mit meiner letzten Patientin wieder: Little Miss Backyard. Das Stütchen tänzelte mehr neben Sammy her, als dass sie lief und stieg spielerisch in die Luft, als aus dem Hengsttrakt Gepolter ertönte. Sammy zupfte am Führstrick und führte Missy vorwärts, um sie bei mir anzubinden. Die wunderschöne Scheckstute zappelte herum und beschnoberte mich von oben bis unten. Als ihre Tasthaare mich am Hals kitzelten, wich ich kichernd zur Seite aus. "Was bist du denn für ein Clown?", fragte ich lachend. Sammy grinste nur und strich ihrer Stute liebevoll über die weiche Nase. Die Untersuchung von Missy dauerte länger, als die der beiden anderen Vollblüter zusammen. Das verrückte junge Pferd alberte mit uns herum und sprang andauernd zur Seite. Doch schließlich war auch bei Missy der Check abgeschlossen. Sammy brachte ihr Scheckstütchen zurück in ihre Box und ich packte solange meine Tasche zusammen.
      Dann drehten wir gemeinsam eine Runde durch den Stall, da ich mir mein Pferd für den Ausritt selbst aussuchen durfte. Ausgeschlossen waren natürlich Sammy's hochträchtige Stuten, die ich demnächst auch einem gründlichen Check unterziehen würde. Doch nun war erst einmal Freizeit angesagt. Sammy und ich hatten uns wie immer viel zu erzählen und wo ging das schon besser, als im wunderschön verschneiten New Forest National Park?!
    • Sammy
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      Galopprennen A-L
      zusammen mit Little Miss Backyard, PFS' Storm Cat & Pirate's Pride
      19. Januar 2020
      "Guten Morgen meine Süßen! Bereit für den nächsten Stufenaufstieg?", fragte ich fröhlich, als ich an diesem Samstagmorgen den Stall meiner Stuten betrat. PFS' Storm Cat, Little Miss Backyard, Bearing Spots und Pirate's Pride sollten heute den Stufenaufstieg in die Klasse L des Galopprennens schaffen. Für Cat, Missy und Spotty ging es bereits morgen zum Stutbuchwettbewerb. Daher würde später meine gute Freundin Eddi kommen, um die drei Vollblüter einem letzten Checkup vor der Krönung zu unterziehen. Ich war aber überzeugt davon, dass alle drei ihn problemlos bestehen würden. Pride dagegen hatte noch ein wenig Zeit, bevor es für sie ernst wurde. Sie war jünger als die anderen Stuten und daher auch im Training noch nicht so weit. Auf der Rennbahn machte sich die junge Falbstute allerdings bereits ganz hervorragend. Heute würden die vier Vollblütern zum allerersten Male alle gegeneinander laufen. Ana ritt Pride, Samuel Spotty und Donald Cat. Ich würde mich auf Little Miss Backyard setzen. Die junge Scheckstute war noch immer das schwierigste meiner jungen Vollblutpferde, daher würde ich es selbst reiten. Alle vier Stuten hatten während der letzten Wochen ein konsequentes Ausdauertraining vollzogen und standen nun wunderbar im Training. Sie hatten schlanke Muskeln ausgebildet und waren schneller geworden. Da alle vier Steher waren und ich keine Sprinter züchtete, passten die Pferdchen auch wunderbar zu meinen Zuchtzielen. Ich betrat Missy's Box und strich der hübschen Stute über die Stirn. Neben mir kratzte Samuel gerade Cat's Hufe aus. Edward würde unsere Zeit stoppen und war schon ganz aufgeregt, angesichts dieser neu übertragenen Verantwortung. Ich schnappte mir eine Bürste und fuhr über Missy's geschecktes Fell. Die Stute flehmte und brachte mich damit zum Lachen. Ana schimpfte derweil mit Pirate's Pride, da die junge Stute sich weigerte, zur Seite zu treten. Ana kam eigentlich mit jedem Pferd gut klar, doch an Pride biss sie sich die Zähne aus. Zumindest im Umgang. Unter dem Sattel waren die beiden ein tolles Team. Als Missy's Fell glänzte, kratzte ich ihre Hufe aus, verlas den Schweif und kämmte ihre kurze Mähne. Dann bandagierte ich Missy's Beine und legte ihr sanft den leichten Rennsattel auf den Rücken. Den Gurt verschnallte ich erst einmal recht locker, bevor ich das Vorderzeug einstellte. Als Missy aufgetrenst war, zog ich mir meine Schutzweste über, setzte den Helm auf und zog die Handschuhe an. Eine Gerte brauchte ich bei der temperamentvollen Stute nicht. Ganz im Gegenteil. Damit würde ich wohl schneller im Dreck landen, als ich "Piep" sagen konnte. "Wie schauts Leute?", rief ich aus der Box und schon sahen mir drei zu allem bereite Gesichter entgegen. Natürlich ging es bei diesem Abschlusstraining nicht darum, wer das Rennen gewann, aber dennoch wollte jeder von uns sein Trainingspferd zum Sieg führen. Wir führten die Pferde aus den Boxen und gurteten vor dem Stall nach. Cat tänzelte aufgeregt zur Seite, als Edward Samuel in den Sattel warf. "He, he, du darfst ja gleich loslegen!", lachte der junge Mann. Spotty und Pride blieben brav stehen und Missy zu meiner großen Überraschung ebenfalls. Zumindest solange, bis ich halbwegs im Sattel saß. Dann trabte die energiegeladene junge Stute los. Ich fasste die Zügel nach und lenkte sie in eine enge Volte, um sie zum Schritt zu verlangsamen. Dann ging es auch schon auf zur Rennbahn. Die Sandbahn war glücklicherweise für ein Rennen geeignet, auch wenn sie nicht so groß war wie meine geliebte Grasbahn. Wir wärmten die Pferde in aller Ruhe auf und rückten dann einer nach dem anderen in die Startboxen ein. Ich startete mit Missy in der Mitte, was mir überhaupt nicht gefiel. Die Startglocke läutete und die vier Stuten schossen aus der Startbox. Missy setzte sich sofort an die Spitze, also an die Position, auf der ich sie keinesfalls haben wollte. Cat war dicht hinter uns und ich konnte nach einem Blick unter meinem Arm hindurch sehen, dass Samuel kämpfte, um die Stute daran zu hindern, an uns vorbeizuziehen und so zu viel Kraft zu verschwenden. Ich spielte mit leichten Paraden an den Zügeln, um Missy zu verlangsamen und schließlich zog Cat außen an uns vorbei. Pride rückte an der Seite auf und ich hielt Missy noch immer zurück. Die Stute hatte einen unschlagbaren Endspurt, aber dafür durfte sie sich nicht jetzt schon verausgaben. Als wir endlich am Ende des Feldes unsere Position bezogen hatten, waren wir schon im letzten Bogen angelangt. Storm Cat führte, dicht gefolgt von Pride. Spotty war zwischen den Rails und Pride eingeklemmt und konnte deshalb nicht das Tempo gehen, das sie wahrscheinlich gerne gehen würde. Als wir auf die Zielgerade einbogen, gab ich die Zügel nach und Missy schoss vorwärts, als hätte man ein Fass voll Dynamit gezündet. Wir zogen an den anderen Pferden vorbei, als wären sie Standbilder. An der Spitze brach Cat ein - das hohe Anfangstempo forderte nun seinen Tribut. Spotty zog an ihr vorbei und lag nun Kopf an Kopf mit Pirate's Pride. Doch nun kam Missy. Die langen Beine der Stute verschlangen den Boden der Bahn förmlich und schlussendlich schossen wir mit einer knappen Pferdelänge Abstand über die Ziellinie. Ich riss die Hand in die Höhe und lobte Missy überschwänglich. Auch die anderen pullten ihre Pferde nach und nach auf und gemeinsam ritten wir zum Ausgang der Bahn, wo Edward uns schon strahlend erwartete. Alle Pferde hatten ihren Stufenaufstieg geschafft und nun war ich mehr als gespannt auf die morgige Krönung.
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  • Album:
    Blitzstarter
    Hochgeladen von:
    Sammy
    Datum:
    21 Okt. 2019
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  • Bearing Spots
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    Spitzname: Spotty

    --------------------------------------------------
    ~ Abstammung ~
    Von:
    Spotted Timeout
    V: ?
    M: ?
    Aus der: Bear Totem's Denali
    V: ?
    M: ?
    --------------------------------------------------

    Rasse: Englisches Vollblut
    Geschlecht: Stute
    Geburtsdatum: 14. Mai 2016
    Stockmaß: 1,65m
    Fellfarbe: Dominant White
    Gencode: ?
    Kopfabzeichen: Blesse
    Beinabzeichen: ///

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    ~ Beschreibung & Charakter ~

    Bearing Spots ist das, was man sich unter einem typischen Vollblut vorstellt.
    Während ihr robuster Körperbau und das loyale Wesen auf der einen Waagschale ruht, lodert ihr Temperament auf der anderen.
    Unbekanntem gegenüber zeigt sie sich misstrauisch, verliert aber nicht den Kopf und fordert von ihrem Menschen eine Entscheidung was zu tun ist.
    Bearing Spots zeigt sich ambitioniert im Rennsport, stellt sich aber auch den Aufgaben im Springen und in der Dressur.
    Aufgrund ihrer Abstammung ist die Stute eine Bereicherung für das Gestüt.
    Bearing Spots wird schonend eingeritten und soll sowohl auf der Bahn, als auch im Viereck begeistern. Später soll sie dann die Vollblut-Linie des Hollybrook Stud Zuchtgestüts ergänzen.

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    Besitzer: Sammy
    Vorbesitzer: adoptedfox
    Ersteller: sadasha
    Vkr: /

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    ~ Qualifikationen ~
    Galopprennen: S***
    Dressur: E
    Springen: L
    Military: L


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    ~ Schleifen ~
    [SK466] Alle Stuten
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    FS 262
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    485. RE | 489. RE | 491. RE | 494. RE | 502. RE
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    503. RE
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    300. SynSPR | 567. SPR
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    409. MIL | 411. MIL
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    ~ Sonstiges ~
    Zuchtfähig: Ja
    Nachkommen: ///

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    Hintergrund by Samarti! ♥
    Offizieller HG