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Cooper

| Bear Brooks Denahi ♀| EVB | 14p. |

| Bear Brooks Denahi ♀| EVB | 14p. |
Cooper, 4 Aug. 2020
Zion, adoptedfox, Stelli und 5 anderen gefällt das.
    • adoptedfox
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      05. März 2017 von Ofagwa
      Genesung
      .. der Wecker klingelte und ich rieb mir den Schlaf aus den Augen, es war 10 Uhr, heue würde mein Tag wieder so laufen wie die anderen in den letzten 2 Wochen.
      Ich nahm mir die Krücken und humpelte zur Küche um zu frühstücken." Tante Maddy hat angerufen, Tjark ist heute schon Zimt geritten, er war heute wohl wesentlich besser, und sie wollte fragen wie es dir geht", " Oh das freut mich, naja immerhin hat er Tjark bis lang noch nicht abgeworfen." Sagte ich und grinste, der Grund für meine Krücken war der kleine Falbhengst der vom Wesen her definitiv nicht nach seinem Daddy kommt.
      Zimt hatte mich vor 2 Wochen nach einem Rodeo in den Sand gesetzt und ich hatte mir das Schienbein angebrochen.
      " Hat sie gesagt wie es Flame und Anoki geht?"," Ja Flame geht es gut, der Tierarzt war da und hat sie gecheckt, das Fohlen ist gesund und wächst. Anoki hatte heute ein Training mit Joey, er hat ihn longiert oder sowas auf jeden Fall konnte er ihn heute berühren und das auch an der Brust"," oh sehr gut!", ja ja mein Anoki, der Mustang Hengst erwies sich als sehr misstrauisch und wirklich schwierig aber immerhin trat er nie, ja ich dachte natürlich an Zimt, der kleine frechdachs machte mir mein Leben echt schwer.
      Flame war außerdem tragend,
      sie stand zwar noch ziemlich am Anfang aber ich war zuversichtlich,dass es ein tolles Fohlen werden würde.
      "Ich habe vorhin Paulchen und Brouk auf die Koppel am Haus gebracht, wenn du willst geht doch in den Garten", sagte Mom und ich gehorchte. Humpelnder weise steuerte ich auf den Zaun zu, Paulchen grummelte sofort und kam freudig auf mich zu," na mein großer", ich schob ihn einen Keks zu und streichelte ihn, ehe Brouk dazu kam und sich auch seinen Keks abholte. Beide bekamen giraffenhälse und bettelten nach dem nächsten Keks, aber ich grinste nur und Tapete Richtung Hof. Immerhin war es heute warm und alle standen draußen. Zucker und Risandro hingegen kamen mir mit Lea und Lola auf ihren Rücken entgegen. Meine kleine Cousine dürfte Risandro ab und an reiten und ein Mädchen aus dem Dorf hatte Zucker für ein mal die Woche als Reitbeteiligung, die beiden Grüßen und ritten in Richtung Wald. Ich ging weiter zum Stall, durch ihn hindurch und dann zu den weiden. Denahi und Narla standen zusammen mit Rose und Socks auf der Weide, Narla kam sich wahrscheinlich wie eine Pflege Mama zwischen den ganzen Halbstarken vor. Ich ging weiter und schaute mir Grand und Fieber beim topen an, Lütti und Amor standen nur in der Ecke und genossen anscheinend die Sonne auf dem Pelz. Nach kurzer Zeit wurde mein Bein unter dem Gibs ganz warm, also flüchtete ich wieder Richtung Stall und setzten mich dort zu Mom und Kira, die gerade den Stall fegten. Als das dann aber auch zu langweilig wurde, beschloss ich mich in mein Zimmer zu setzten und etwas zu lernen, denn auch wenn ich nicht reiten oder großartig laufen konnte, meine Prüfungen standen trotzdem bevor.
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      21. Mai 2017 von Ofagwa
      Nach der Auktion
      Nachdem ich einige meiner Pferde durch den Tot meiner Tante Maddy abgeben musste, sind auch schon wieder zwei neue Mädels dazu gekommen. Mama hatte eine Anzeige in der Zeitung gelesen, dass ein nah gelegenes Gestüt die Zucht aufgab und alle Pferde unter den Hammer setzte. Wir müssen dahin, einige werden bestimmt vom Abdecker geholt , ja Mama.. noch etwas geknickt fuhren wir dort hin und gingen durch die Stallgassen, um uns die Auktionspferde anzusehen. Es waren viele renommierte Sportpferde dabei und so auch viele Zuchtstuten und deren Fohlen. In einer kleinen Abzweigung vom Stall befand sich ein sehr kleiner Laufstall, dort gingen kaum Besucher vorbei, doch mich zog es irgendwie zu diesem Zaun. "Oh, guck! Hier steht die beiden sind noch komplett roh was das reiterliche angeht und daher gehen sie auch nur zusammen weg.", Mama nickte zufrieden, denn die kleine Scheckstute hatte es mir sofort angetan und ihre Kameradin war auch ein Blickfang. Im Auktionsraum wurde dann nach ein paar anderen Pferden die Nummer des Laufstalles aufgerufen und man durfte beginnen zu bieten. Der Abdecker hob die Hand und damit war für mich klar, das ich die beiden mit nehmen würde. Ich bot ebenfalls und der Abdecker, er war ja kein Unmensch, bot natürlich nicht mehr gegen an. Es hallte durch den Raum und schon hatte ich zwei Pferde mehr im Bestand. Kurz nachdem ich die Auktion für mich entscheiden konnte, ging ich zu dem "Stand" an dem man bezahlte und die Pässe bekam. Dort bekam ich alles ausgehändigt und ging dann zum Laufstall um die beiden kleinen Mäuse aus dem dunklen Laufstall zu befreien. Das Stroh war komplett verdreckt und die weißen Beine der beiden waren eher dreckig als sauber. May Bee und Shorty kamen ohne Probleme mit mir und waren auch sehr ruhig und ließen sich von dem Trubel auf dem Hof nicht aus der Ruhe bringen. Am Hänger angekommen ging Shorty sofort ohne Probleme drauf, ihre kleine Freundin zögerte zunächst ehe sie dem Beispiel der Falbscheckstute folgte.
      .... später am Tag .....
      Bei uns angekommen luden wir die beiden Stute zunächst direkt auf einer der Parzellen am Stall ab. Die Klappe viel hinunter und die beiden staunten nicht schlecht, " haben sie noch nie eine Weide gesehen?", fragte Mom etwas verwundert, naja das würde ich zwar nicht unterschreiben, aber die beiden wirkten wirklich etwas verwundert über das Grün vor Ihren Nasen. Shorty ging als erste hinaus und rupfte sich sofort ein paar Halme ab. Denahi, die mit auf dieser Weide stand, kam angetrabt und sprach den beiden etwas Mut zu. Auch wenn die beiden Trakehner Damen etwas älter als meine einjährige sind, war ich zuversichtlich, dass sie sich verstehen würden. Shorty war bereits einige Meter getrabt, ehe May Bee sich auch traute und im wilden Galopp die Weide ablief. Brouk und Sankt Pauli, die nebenan stehen, wurden hellhörig und schauten dem bunten treiben gespannt zu. Ich ließ die Mädels erstmal in Ruhe und ging die Parzellen ab, um zu sehen ob es allen gut geht. Risandro und Lütt Lorbas standen in der Sonne und dösten nur so vor sich hin, während Amor Casdove und Fiebertraum ebenfalls aufgeweckt auf die Parzelle der Stuten schauten.
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      12. Juni 2017 von Ofagwa
      Denahi
      " kommst du?", frage ich Anuki der mich freundlich anwedelte, aber wohl nicht ganz realisierte was ich von ihm wollte ," gut dann bleib hier ", sofort verkrümelte sich der Malamute auf seinen Platz und ich ließ die Tür hinter mir zu fallen. " Anuki wollte nicht mit raus ", sagte ich zu meiner Mama als ich ihr auf dem Hof entgegen kam ," super dann weiß ich Bescheid", erwiederte sie und widmete sich wieder Ihren Blumen. Ich tapste in den Stall und holte Bear Brooks Denahi aus der Box ," Na meine kleine ", sagte ich und krauelte sie zur Begrüßung. " du musst jetzt leider mit kommen, dein Mittag kannst du später essen", redete ich mit mir selber als ich Denahi ihr Halfter umlegte. Ich führe die junge Stute aus ihrer Box und band sie gegenüber an der Bande an. In der Halle hörte man ein Pferd traben, Lea war wieder mal da und hatte sich Iceflower, die nebenbei ihre neue Lieblingsstute ist, geschnappt und bekam gerade von Tjark Unterricht. " ja ja gut das sie nicht mehr Brouk besitzt und reitet , mit ihm wäre sie tatsächlich nicht froh geworden ", sagte ich zu Denahi die nur miz ihrer Nase spielte und mich verdutzt ansah. Kurz nachdem ich Denahi geputzt hatte, legte ich ihr ein Knotenhalfter an und schnappte mir den leichten Jungepferdesattel damit Longe. Es ging zum Roondpen. " tik tik ", ich schnalzte mit der Zunge und Denahi stapfte tapfer um mich herum. Der Sattel lag noch neben mir auf dem Boden, die kleine Vollblutstute sollte sich erstmal etwas die Beine vertreten...
      einige Minuten später
      " Na komm her ", sagte ich zu der einjährigen Stute." Keine sorge ich will dich noch lange nicht reiten", sagte ich lachend als sie den Sattel ziemlich skeptisch ansah. Ich zeigte ihr den 3 kg leichten Ponysattel zunächst von allen Seiten ehe ich ihn auf ihren Rücken legte. " Genau !! schön stehen bleiben ", sagte ich und nahm den Sattel direkt wieder runter. Sie sollte jediglich lernen, dass neue Dinge nichts Böses sind und dazu wollte ich ihr direkt so viel wie möglich zeigen, denn mit 3 Jahren sollte sie dir ersten Rennen laufen. " bald ist der Spaß vorbei für dich meine Liebe", sagte ich und knuddelte sie, ich schwankte immernoch damit ob sie in den Springsport oder in den Rennsport gehen sollte. Klar wäre der Rennsport für sie auch noch mit vier oder fünf Jahren eine Möglichkeit, aber die meisten Einsteigerrennen sind für Pferde mit zwei oder drei Jahren gedacht wobei sie dann so oder so schon älter wäre als einige andere. Ich übte wieder die Zirzensik mit der kleinen Stute und dazu kam heute der spanische Schritt. " Los heb hoch... und komm... komm! ", wies ich sie an und die ersten paar Schritte klappern nach einigem üben inzwischen auch echt gut. Als nächstes übten wir wieder das Kompliment und das hinlegen, was sie beides von Anfang an angeboten hatte und nun waren wir dabei es zu perfektionieren. "Super Denahi!", lobte ich und schob ihr einen Keks zu. Nun lagen wir da so in der Sonne als Mama mit Candy um die Ecke kam, Denahi brummelte sofort denn nun ging es auf die Weide ...
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      26. September 2017 von Elsaria
      Besuch bei Bearbrook
      Ich hatte in der zeitung gelesen das ein renomiertes Gestüt hilfe benötigte und rief dort an und vereinbarte das ich heute schon vorbeikommen werde und mich um die Pferde zu kümmern.
      Als ich ankam kümmerte ich mich zuerst um Happy Fantasy. Die 4 jährige braune Englische Vollblutstute war im military ziemlich erfolgreich. Ich halfterte die stute auf und führte sie zum putzplatz dort striegelte ich sie ausgibig, ich wollte mit ihr etwas in der Dressur machen solange das wetter so drüb ist, sollte es sich aufziehen könnte ich evtl ins gelände. Ich sattelte und trenste sie auf und stieg auf. Im Schritt geht es in die halle dort wärmte ich die stute ordentlich auf ehe ich sie in den Trab versetzte. Ihr Trab war taktklar und schnell bald gallopierte ich sie an und merkte wie schnell die junge stute eigentlich schon ist. Da sie brav war beendete ich das Training zufrieden und führte die Stute noch ordentlich trocken ehe ich sie in die box brachte und zum nachbarn ging. Als nächstes kam eine Apaloosastute namens verdine, an ihrer Box stand das sie gerettet wurde und nur wellness und aufpepplungsprogramm hatte also entschloss ich sie ausgibig zu putzen und sie etwas in der halle laufen lasse ehe ich sie für 1h auf die weide stellte. Die stute rieb sanft ihren großen schädel an meiner schulter. „ He bin kein baum!“ lachte ich und befreite zuallererst ihre mähne und schweif von dem übrigen stroh. Hier und da sah man es ihr noch an das es ihr mal schlecht ging, nach der mähne bürstete ich das fell und krazte anschließend die hufen aus und fette diese ein. Danach gings kurz in die halle und bald sah ich das es die richtige entscheidung war. Sie pfefferte ihren hintern in die höhe, ich lies sie ihre runden laufen und fing sie ein um sie auf die weide zu bringen. Jetzt war das wetter wieder schön und machte das nächste pferd fertig. Mit Braddock the Parrot hatte ich kein leichtes brot das dickköpfige ponymix wollte partout nicht aus der box. Da alle mal einen schlechten Tag hatte beschloss ich ihn in der box zu putzen und ihn dann in ruhe zu lassen. Ivh band ihn an den gitterstäben an und fing an, doch das schlaue pony schaffte es immer wieder den knoten zu lösen und mit mir karusell zu spielen. So dauerte eine Putzaktion das höchstens 30 minuten dauerte gerne mal 1,5h. zum glück war keiner da der mich auslachen konnte. Dann beschloss ich mit den 2 Schettyhengsten spazieren zu gehen, zuerst holte ich Benji aus seiner box und striegelte den braunschecken sauber und zog ihm seine trense an, da er noch warten musste legte ich ihm das halfter noch über und holte den rapphengst niffler die 2 ponys scheinen sich zu verstehen, ansonsten wäre es unmöglich, vorallem traute ich mich das nur bei den kleinen, bei meinen großen trakehnerhengsten war das schier unmöglich und lebensgefährlich, wenn ich so da an Sir Outlaw denke. Als niffler fertig war schnappte ich mir benji und maschierte munter los. Eigentlich hatte ich Hunter versprochen 2 pferde zu bewegen aber ich entschloss mich zu soviele wie möglich zu schaffen, in einer stunde würde es mittag sein. Wir liefen an einem Feldweg entlang, Benji und Niffler benahmen sich vorbildlich und beide sind süßer als der andere. Ob die 2 gefahren sind? Bestimmt da können ja nur kleinkinder oder meine tochter drauf reiten, da sie recht schmal ist. Nach einer guten 3 viertel stunde brachte ich dann die 2 in die box und holte verdine von der weide runter, dann gönnte ich mir mein pausenbrot das ich in der früh mitnahm und überlegte wieviele ich noch schaffen würde. Am Nachmittag kümmerte ich mich noch um 4 fohlen die ich jeweils zu zweit in der halle laufen lassen wollte. Ich holte Denahi aus seiner box. Mit viel Geduld denn das junge Fohlen kannte das noch nicht so gut und ist in der lernphase, ich streichelte ihn etwas und lies ich in die halle und holte rainbow sein spielgefährten, die zwei fohlen hatten sichtlich spaß und tobten ausgibig in der halle. Ich lies sie in der halle kurz alleine um die anderen fohlenhalfter zu suchen und die 2 mal schon aufzuhalftern, als ich das geschafft habe holte ich zuerst denahi in die box dann rainbow. Nun brachte ich sonata in die halle und brachte trap hinterher auch diese 2 feuerten ihre energie aus den hintern und veranstalteten rennen. Hunter hatte wohl eine wunderbare nachzucht. Erschöpft fuhr ich heim.
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      25. Oktober 2017 | 13.287 Zeichen von sadasha
      „Jetzt bleib doch mal stehen!“ Kerry folgte mir schon den halben Tag und versuchte in ein Gespräch zu kommen. Aber ich hatte besseres zu tun, so besorgt sie auch wirkte. Ich war nun mehrere Monate in der Weltgeschichte unterwegs und hatte nun endlich Zeit für meine Pferde. Dass ich diese Zeit nicht für Kerry opfern würde, musste sie doch früher oder später begreifen. Verzweifelt seufzte sie, als ich die Boxentür zu Verdine aufschob. „Gut, dann halt so. Ich komme mit Braddock mit! Mir egal was du jetzt mit Verdine vor hattest!“ beschloss Kerry und wirkte stolz, endlich einen Weg gefunden zu haben mit mir zu sprechen. Schweigend machten wir die Pferde fertig und gingen dann in die Reithalle. Mirko war hier gerade dabei den Hufschlag wieder plan zu ziehen, also begnügten wir uns zum Warmreiten mit Zirkelreiterei. Braddock ‚The Parrot‘ schlurfte unter Kerry vor sich hin. Wenn Ruby das sehen würde, würde sie beide Hände über den Kopf schlagen. „Jetzt erzähl doch mal.“ forderte Kerry schließlich und sah mich erwartungsvoll an. „Du bist seit zwei Tagen wieder da und hast Nichts erzählt!“ beschwerte sie sich. „Was soll ich denn erzählen?“ brummte ich widerwillig und ging nun, da dieser gerade gezogen war, mit Verdine auf den Hufschlag. „Ich hab gearbeitet…“ antwortete ich schließlich und hörte wie Kerry abermals seufzte. „Und es ist nichts Spannendes passiert? Du warst doch auch bei deiner Freundin!“ fragte sie genervt. Ich lachte heiser. „Davon erzähle ich dir nicht.“ sagte ich bestimmt und galoppierte Verdine an, die sich freute endlich ans arbeiten zu kommen. Braddock und Kerry schlurften noch immer im Schritt und wenn Kerry es doch mal schaffte sich halbwegs durchzusetzen im langsamen Trab, vor sich hin. „Früher hast du mehr erzählt!“ sagte Kerry enttäuscht, als ich auf ihrer Höhe war. Für mich war das Gespräch beendet und so warf ich ihr nur einen flüchtigen Blick zu und widmete mich dann wieder Verdine. „Du siehst gestresst aus, deshalb hake ich nach.“ fing Kerry wieder an. „Wir machen uns alle Sorgen!“ Tief ausatmend parierte ich Verdine zum Schritt und sah rüber zu Kerry, die in der Mitte eines Zirkels stand und Braddock machen ließ, was er wollte. „Wenn du nicht willst dass er sich gleich mit dir wälzt, solltest du die Zügel aufnehmen.“ warnte ich sie die Stirn in Falten gelegt. Hektisch zog Kerry die Zügel zu sich, sodass Braddock den Kopf hob und seine Aufmerksamkeit wieder bei Kerry war. „Warum ich gestresst bin ist privat.“ sagte ich ruhig und versuchte den erstaunten Blick von Kerry zu ignorieren. „Auf einmal?“ flüsterte sie niedergeschlagen und ließ Braddocks Kopf abermals sinken. „Fängst du wieder an alles in dich hinein zu fressen, wie damals als wir uns kennenlernten?“ sagte sie noch immer leise, aber so laut, dass ich sie gut verstehen konnte. „Das war etwas anderes.“ meinte ich kühl und lobte Verdine, da sie heute trotz meiner gedanklichen Abwesenheit gut mitmachte. Kopfschüttelnd stieg Kerry ab. „Wenn du meinst.“ sagte sie abweisend und brachte Ruby’s Pony zurück in seine Box. Wirklich bewegt wurde Braddock nicht, aber das würde Ruby heute Abend schon merken. Ich arbeitete mit Verdine noch ein paar Minuten, ehe ich sie abritt und im Anschluss auf die Stutenweide brachte. Bis zum Abend beschäftigte ich noch Happy Fantasy und Felan. Mikro und Beth hatten sich ausgiebig mit den Fohlen befasst. Bear Brooks Denahi, What Rainbow, Fantastic Sonata, Rouge Trap, PFS Strolch, Golden Sugar, Little Miss Backyard, PFS‘ Storm Cat, Stars of Magic und CHH‘ Classic Spring standen in kleinen Gruppen aneinander gekuschelt auf den beiden Absetzerweiden. May und José hatten PFS‘ Savory Blossom, Raving Hope Slayer, Ehrengold, Moulan, Bear Totem’s Denali und Blütenzauber im Galopprennen trainiert. Gegen Abend kam Ruby um nach ihrem Pony zu sehen und beschäftigte dann auch noch Iseabail und Lady Lyneth Bowen.
      Am nächsten Tag war ich nach einer beinahe schlaflosen Nacht früh auf den Beinen und machte die beiden Junghengste Vikar und Mephisto soweit fertig. Die beiden waren noch nicht fertig eingeritten und so longierte ich sie vorbereitend. Der Beritt für die beiden würde außerhalb stattfinden. Anschließend machte ich mit Thomas, der ebenfalls noch nicht beritten war etwas Freidressur. Der große Hengst war nicht ganz so roh wie die beiden Tinker und würde unter meiner Hand fertig eingeritten. Ruby kam heute schon vormittags zum Stall. Nachdem sie mit ihrem Pony durch war schnappte sie sich Magical Touch von der Weide und putzte sie übergründlich, flechtete ihr Langhaar neu ein und begleitete mich dann auf einen Ausritt, bei dem ich Slap Happy ritt. „Wie kommt es, dass du so früh hier bist?“ wollte ich wissen und lächelte Ruby an, die sich in ihrer Zeit auf dem Hof verdammt gut gemacht hatte. Wenn sie so weiter macht, dann würde sie sicher eine gute Reiterkarriere hinlegen. „Ich hab heute keine Schule, weil zu viele Lehrer ausgefallen sind.“ erzählte sie mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Ich lachte kurz und trabte Scheppi dann an. Ruby folgte. „Aber nächste Woche hab ich ein paar Klausuren…“ fügte Ruby ernüchtert hinzu. „Ich bin froh, wenn ich endlich fertig bin.“ Schweigend schmunzelte ich. Alles was ich jetzt hätte sagen können, wird Ruby oft genug von Erwachsenen hören. Also beließ ich es dabei. Als wir wieder auf dem Hof waren kam uns Max mit Riven in a Dream und Scarlet in Birth entgegen, die er wohl zur Ovalbahn brachte. Ich kümmerte mich den Rest des Tages um Mr. Raw Depression und LMR Lady Luna. Kerry hielt sich heute fern von mir und versuchte Niffler und Benji in den Griff zu bekommen, die heute besonders aufmüpfig waren. Gegen Abend sah ich dass Abby sich mit Mister Blockhead beschäftigte. Der Tinkerhengst war noch recht neu auf dem Hof und zeigte durchaus Talent für die Dressur. Allerdings hätte ich nicht vermutet, dass Abby so viel aus ihm herausholen konnte wie ich da gerade sah. Da ich mit meinen Aufgaben für heute abgeschlossen hatte verweilte ich an der Bande und sah mir das Training an. Abby war ein Profi und ließ sich von Zuschauern nicht stören. Im Gegenteil, es schien sie anzufachen noch mehr Enthusiasmus reinzustecken. „Sieht gut aus, nicht wahr?!“ erschrocken fuhr ich herum und hätte Isaac beinahe eine Klatsche verpasst. Doch er hatte damit gerechnet und meinen Unterarm gepackt, bevor ich ihn erreichte. „Woah, ruhig Brauner!“ meinte er lachend und ließ mich los. „Du kommst spät.“ merkte ich an. „Ich komme immer spät, das ist eine Kunst für sich.“ meinte Isaac grinsend. Ich lachte und sah wieder zu Abby, die diese Anspielung wohl gehört hatte und angewidert den Kopf schüttelte. „Gehen dir die Witze aus?“ rief sie zu Isaac, doch Isaac fand sich immer noch äußert amüsant und ließ sich nichts anderes einreden. „Wie war deine Fortbildung?“ wollte ich wissen und ging mit Isaac ins Haus, wo wir ausgiebig über die Arbeit der letzten und der nächsten Tage sprachen. Kerry saß immer noch recht bockig daneben und schüttelte hie und da den Kopf. Als Isaac sich verabschiedete sah Kerry mich wieder mit diesem erwartungsvollen Blick an. „Was denn?“ fragte ich genervt. „Ihr habt euch mehrere Stunden nur über die Arbeit unterhalten? Im Ernst jetzt?“ sagte sie mit steinerner Miene. Ich zog den Kopf zwischen die Schultern. „Kann es sein, dass du das Problem hast, Kerry?“ fragte ich ein wenig forscher als gewollt. Ertappt sah sie mich an. „Ich bin nicht Gine!“ beteuerte sie empört und machte auf dem Absatz kehrt. „Dann mach nicht die gleichen Fehler wie sie.“ In Kerrys Gesicht mischte sich Traurigkeit. Für einen kurzen Moment sah es so aus, als würde sie noch etwas erwidern. Doch dann verabschiedete sie sich mit einer vollkommen deplatzierten Reserviertheit und verschwand. Was für eine scheußliche Lage…
      „Kerry hat sich heute und morgen krank gemeldet.“ meldete Mrs Clayton, als ich am nächsten Morgen zusammen mit Pitch im Halbschlaf die Treppe runterlief um mir den ersten Kaffee zu holen. „Was hat sie denn?“ fragte ich teilnahmslos, da ich noch nicht ganz begriffen hatte wer und was vor sich ging. „Hat sie nicht gesagt.“ Ich ließ ein Brummen vernehmen und nahm meine Tasse aus der Spülmaschine, trocknete sie kurz ab und nahm mir etwas frisch aufgebrühten Kaffee. „Soll ich hier bleiben?“ fragte ich den nächstbesten Mitarbeiter, der rein kam. Beth schüttelte eifrig den Kopf. „Fahr ruhig, wir kommen klar.“ sagte sie fröhlich und nahm sich ebenfalls eine Tasse Kaffee. Da meine nun leer war bedankte ich mich und schnappte mir Unterlagen, Leine, Jacke und Schlüssel, zog meine Schuhe an und ging mit Pitch raus. Regen. Immer noch regnete es und stürmisch war es noch dazu. Pitch, der mittlerweile kniehoch gewachsen war zog die Rute ein. Das war absolut nicht unser Wetter und die paar Meter bis zum Auto reichten aus um uns beide zu durchnässen. Der Weg führte uns heute zu einer Show für regionale Pferdezuchten. Zwar stellte ich selber nicht aus, aber es war immer gut zu wissen, mit wem man Kontakte schließen konnte.
      Auf der Show gab es viele Züchter der typisch britischen Rassen. Darunter auch einige Clydesdale und Shire Horse Züchter und ich glaubte sogar zwei Drum Horse Hengste zu sehen. Shire und Clydesdale Züchter verpönten Drum Horses meistens, da sie noch nicht lange als eigenständige Rasse galten. Ich für meinen Teil fand sowohl die einen, als auch die anderen interessant. Allerdings gefielen mir die heute anwesenden Drum Horses nicht so gut. Sie war zu schlaksig und zudem hatten sie beide eine Tovero Scheckung, was ich mit allen Mitteln zu vermeiden suchte. Sehr schön waren jedoch einige Shires. Kräftig gebaut mit ordentlich Halsung und Fesselbehang. Vor einem Exemplar blieb ich stehen. Ein Brauner ohne Blesse, mit vier symmetrisch weißen Beinen. Ein bisschen Weiß hatte er an der Stirn. Das Langhaar war zu shiretypisch verflochten und ließ die eigentliche Länge nur erahnen. Eigentlich war an diesem Pferd nicht viel Besonderes. Den Braunton hatten 90% aller braunen Shires und auch das nur sehr kleine Kopfabzeichen war nicht allzu selten. Es war seine Ausstrahlung die mir gefiel. Acht Jahre alt, gefahren und geritten, mit überschaubarer Showkarriere. Wie ich so das Informationsblatt durchlas sah ich aus dem Augenwinkel, wie sich ein Mann näherte. Neugierig wie Pitch war zog er leicht in dessen Richtung. Als der Mann neben mir stehenblieb und mich freundlich anlächelte wandte ich mich zu ihm. „Sie sehen aus, als hätten sie Ahnung?“ begann der schmale Mann etwas unsicher und sah kurz zu Pitch, den ich daraufhin zu mir zog. „Ich bin Züchter. Hunter Crowley.“ stellte ich mich vor und lächelte den Mann aufmunternd an. „Was für Pferde züchten sie, Sir?“ fragte er übertrieben höflich. „Hauptsächlich Englische Vollblüter.“ Und sie Mr …?“ Ich hatte den Herrn kalt erwischt. Eilig stellte er sich als Jayden Buck vor. „Ich baue mir gerade eine Shire Zucht auf.“ erklärte er und zeigte mir stolz seinen Deckhengst Clairkson. Er sah dem Hengst hier vor uns sogar ein wenig ähnlich, war aber wesentlich dunkler in der Farbe und hatte unregelmäßigere Beinabzeichen. Wir unterhielten uns eine Weile über die Pferdezucht, worauf man zu achten hatte und was bei den Shires als Zuchtziel galt. „Woher kennt ihr euch bei den Shires aus?“ wollte Jayden wissen, der mich noch immer siezte. „Ich habe eine Shire Stute für die Drum Horse Zucht.“ erklärte ich und rechnete eigentlich schon mit einem abfälligen Kommentar. Doch Jayden war interessiert. Mitten im Gespräch darüber ob Drum Horse eine sinnvolle Zucht war oder nicht, brach ich ab. Im Gehen fiel mir eine schwarze Stute auf, die im miserablen Zustand war. „Wieso stellt man sie hier aus?“ fragte ich empört. Die Stute hieß Bad Medicine und war lackschwarz. Sähe sie nicht aus wie ein Flickenteppich durch die ganzen Narben, wäre sie sicher ein hübsches Exemplar ihrer Rasse. Nicht ganz typisch, da weiße Beine eigentlich höchst erwünscht waren, aber ein Hingucker alle male. Auch Jaydens Blick haftete auf der Stute. „Die werden doch untersucht, bevor sie herkommen. Wie kann sie dann hier stehen?“ fragte er und warf einen Blick auf das Informationsblatt. In großen Lettern stand dort „Rette mich“. Es handelte sich hier also um ein Rettungspferd, aus schlechten Verhältnissen. Man suchte über die Show jemanden, der sich der Stute annahm. „Was hältst du davon?“ fragte mich Jayden und versuchte die Stute anzulocken, die sich im hintersten Eck ihres begrenzten Platzes verkrochen hatte. „Nicht viel.“ meinte ich knapp und musste eiskalt auf Jayden wirken, der es tatsächlich geschafft hatte, dass Bad Medicine ein paar Schritte auf uns zu tat. „Wieso nicht?“ fragte er ebenso knapp ohne den Blick von der Stute abzuwenden. „Weil man nicht weiß ob man es je wieder gerade biegen kann, was da falsch gemacht wurde.“ erklärte ich stumpf. „Dafür hätte ich keine Zeit.“ Jayden hatte dafür wenig Verständnis, ließ mir aber meine Meinung. Wir beschlossen gemeinsam etwas zu Essen und verabschiedeten uns nach dem gegenseitigen Versprechen in Kontakt zu bleiben was die Zucht betrifft. Ich machte zusammen mit Pitch noch einen Abstecher zu den Englischen Vollblütern, bevor wir uns auf den Heimweg machten. Zu Hause schrieb ich Käthe von meinem Tag und fragte gleichzeitig wie es bei ihr aussieht. Wir hatten seit einer gefühlten Ewigkeit nicht gesprochen.
    • adoptedfox
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      13. Februar 2018 | 14487 Zeichen von adoptedfox und sadasha
      Hunter | Mit Kopfzerbrechen lag ich wach. Käthe benahm sich wie ein Teenager, der nicht wusste ob er gute oder schlechte Laune hatte. Mit Sicherheit kam es mir auch nur so vor, aber es nervte mich. Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass es bereits 2 Uhr morgens war. Noch drei Stunden um Schlaf zu finden, bis der Arbeitstag beginnt. Eigentlich hatte Käthe nichts Schlimmes verbrochen. Wir hatten wenig Kontakt und als wir uns zufällig trafen war es komisch. Da kann Käthe auch nichts für, oder doch? Pitch riss mich aus meinen Gedanken. Er träumte und schlug dabei mit seinen Pfoten gegen das Bett, was mich richtig wach machte. Zwar kannte ich die Geräusche schon und sie versetzten mich nicht mehr in einen Schockzustand wie beim ersten Mal als ich sie hörte, aber dennoch saß ich jetzt kerzengerade im Bett und beobachtete den schwarzen Rüden. Punkt 5 Uhr sprang Pitch auf und lief im Zimmer auf und ab. Es dauerte nicht lange, bis mich das Geräusch der Krallen auf dem Parkett so nervte, dass ich aufstand um ihn rauszulassen. Bei der Gelegenheit machte ich mich gleich auch fertig für den Tag und bereitete im Anschluss Pitchs Frühstück vor. Mrs Clayton machte nebenbei Kaffee und warf ab und an einen argwöhnischen Blick auf das rohe Fleisch. „Das riecht fürchterlich.“ klagte sie und sog den Duft der ersten Tasse Kaffee ein um den Gestank loszuwerden. „Für Pitch duftet das gut.“ erwiderte ich und deutete zum Retriever, dem der Sabber schon aus den Lefzen hing. Da er dazu neigte sein Futter in einem Drei-Meter-Radius um sich herum zu verteilen wenn er fraß, fütterte ich ihn seit ein paar Monaten draußen. Auch heute stellte ich die Schüssel vor die Türe und Pitch trottete fröhlich hinterher um sein Frühstück auf dem überdachten Platz zu genießen.
      Ein paar Stunden später stand ich mit Kerry in der Reithalle und half ihr mit Vikar und Mephisto. Die beiden Junghengste waren zur Zeit im Beritt und bekamen daher besonders viel Aufmerksamkeit. Kerry hatte es mit Hilfe einer Trainerin bereits geschafft sie an das Zubehör und Reitergewicht zu gewöhnen, sodass nun die richtige Arbeit anfing. Nach gut zwei Stunden saßen wir wieder ab und brachten die zwei in ihre Boxen. “Ist bei Käthe und dir eigentlich alles in Ordnung?” fragte Kerry. “Wieso fragst du?” Wollte sie jetzt wirklich über meine Beziehung sprechen? “Weil sie lange nicht mehr hier war und du warst schon lange nicht mehr bei ihr. Am Hof gehen schon Gerüchte rund, dass es bei euch kriselt.” - “Gerüchte?” fragte ich lachend. “Jetzt lenk nicht ab! Ist alles in Ordnung?” - “Ich weiß es selbst nicht.” meinte ich schulterzuckend und machte mich auf die Suche nach Pitch. “Du solltest mit ihr sprechen, wenn du nichtmal selbst weißt was Sache ist. Das meine ich nicht nur als Psychologin, sondern auch Freundin.” Wahrscheinlich hatte sie damit recht. Sie hatte Recht. Ohne vorher anzurufen packte ich Pitch in den Wagen, den ich irgendwo bei den Weiden aufgegabelt hatte und fuhr los.
      Käthe | “Soll ich dir sicher keinen Helm bringen?” rief Erin mir über den Platz zu. Ich lachte gespielt und verneinte während ich damit beschäftigt war Smooth Gravity zu parieren. Die Stute machte es mir alles andere als einfach. Als ich sie endlich dort hatte wo ich sie wollte hielt ich neben Erin an und rieb mir mit dem Ärmel den Schweiß von der Stirn. “Du hättest sie Probe reiten sollen.” sagte sie vorwurfsvoll und reichte mir eine Flasche Wasser. “Sie muss sich erst einleben. Gib ihr etwas Zeit!” erwiderte ich und nahm einen kräftigen Schluck. “Einen Versuch noch!” motivierte ich mich selbst und nahm die Zügel auf. Konzentriert trabte ich die Stute an und wechselte durch die ganze Bahn um die Stute anzugaloppieren. Gravity kam mir jedoch einen Schritt zuvor und machte einen gewaltigen Satz nach vorn um mich abzusetzen. Was ihr gelang. “Du hättest dir einen Helm aufsetzen sollen.”
      Stöhnend rappelte ich mich auf und rieb mir die Schulter. “Was machst du denn hier?” fragte ich Hunter und lief zu Gravity die am Zaun stand und mich beobachtete. “Nach dir sehen.” gab er trocken zurück. “Jetzt hast du mich ja gesehen.” antwortete ich und öffnete das Tor um Gravity zurück in den Stall zu bringen. “Ich lass euch besser allein, ja?” flüsterte Erin und lächelte mir aufmunternd zu bevor sie ging. Ich zog der Stute die Zügel über den Hals, nahm die Trense ab und zog ihr ein Halfter an damit ich sie in der Stallgasse anbinden konnte. “Ich wollte nach dir sehen, weil wir sprechen müssen.” sagte er genervt. “Ich hör dir zu.” sagte ich ohne ihn anzusehen, nahm der Stute den Sattel ab und brachte ihn zusammen mit dem Zaum in die Sattelkammer. Mit schmerzverzerrtem Gesicht hob ich den Sattel auf seinen Platz und ging zurück zu Gravity und Hunter. Ich nahm den Hufkratzer aus der Putzbox und hob einen Huf der Stute an. “Du wolltest mit mir sprechen.” erinnerte ich Hunter und begann damit ihren Huf auszukratzen. “Hast du dich verletzt?” wollte er wissen und bemühte sich um eine nicht allzu besorgte Miene zu machen. “Natürlich habe ich mich verletzt, ich wurde gerade in hohem Bogen abgesetzt.” gab ich genervt zurück und drängte mich an ihm vorbei. “Dann fahre ich dich jetzt zum Krankenhaus.” - “Nein das wirst du nicht.” unterbrach ich ihn und sah auf. “Es geht mir gut. Zwei oder drei Tage, dann ist alles wieder in Ordnung.” - “Das.” Er packte mir forsch an die Schulter. “Ist nicht in zwei, drei Tagen wieder in Ordnung.” Ich stöhnte vor Schmerz auf und gab ihm aus Reflex eine Ohrfeige. “Was sollte das?” fragte ich und sah ihn vorwurfsvoll an. Er ignorierte meine Frage und bugsierte mich zu seinem Wagen. Pitch folgte uns fröhlich. “Ich bleibe hier!” fuhr ich ihn an und stemmte meine Hand gegen die Tür damit er sie nicht öffnen konnte. “Damit es schlimmer wird und du für Wochen ausgeknockt wirst, weil du nicht sofort zum Arzt gehen wolltest? Machst du das immer so? Sachen aufschieben?”- “Aufschieben?” fragte ich und wirbelte herum damit ich ihn ansehen konnte. “Du meinst also ich schiebe Sachen auf, ja?” - “Ja.” - “Zum Beispiel?” fragte ich und verschränkte die Arme. Er verdrehte genervt die Augen. “Jetzt gerade, zum Beispiel. Aber wenn du nicht willst. Dann geh halt und sitz es aus.” Er ließ mich los. “Ich bin auch der Meinung du solltest das abklären lassen…” warf Erin ein die, allem Anschein nach, schon eine Zeit lang in der Haustür stand und mitgehört hatte. Ich sah sie an und atmete hörbar aus. “Ich muss mich um…” begann ich, musste aber unterbrechen als Hunter die Wagentür öffnete und mich auf den Sitz schob. “Danke!” rief er Erin zu und ließ sich auf den Fahrersitz fallen. Er zog die Tür zu und verriegelte das Fahrzeug. “Hunter! Das ist Entführung!” rief ich und sah ihn an. “Sobald du aus dem Krankenhaus raus bist, fahre ich dich gerne zur Polizei, damit du mich anzeigen kannst.” meinte er spitz und fuhr los. Genervt schnallte ich mich an und sah aus dem Fenster. Die Fahrt über sprachen wir kein Wort miteinander. Auch im Krankenhaus schien es nicht besser zu werden. Die Notaufnahme war brechend voll und man teilte mir mit, dass es zirka 2 Stunden dauern würde bevor ich dran war. Nervös kaute ich auf meiner Unterlippe herum und ging nach draußen, wo ich mir von einem jungen Mann, der etwa mein Alter hatte, eine Zigarette lieh. Normalerweise rauchte ich nicht, aber manchmal war es eine Erfüllung.
      Hunter | Ich ging davon aus, dass Käthe frische Luft schnappen wollte, daher folgte ich ihr nicht sondern wartete geduldig. Als ich geistesabwesend aus dem Fenster sah konnte ich meinen Augen nicht glauben. Käthe mit einer Zigarette? Seit wann rauchte sie? Ohne nachzudenken ging ich raus und sah sie verwirrt an. “Was hab ich noch verpasst?” fragte ich fast schon enttäuscht, dass ich nichtmal davon etwas wusste. “Ich habe drei neue Pferde und habe die mobile Pferdepflege aufgegeben um meine Trainerlizenz zu erhalten und… sonst eigentlich nichts.” antwortete sie und blies mir den Rauch entgegen. Resigniert nickte ich und zog meine Schachtel Zigaretten aus der Tasche um mir eine anzumachen. “Wie sieht es bei dir aus?” fragte sie und sah mich an. “Wenn sich bei mir etwas Großes bewegt hätte, wüsstest du davon.” - “Das ist also der Grund weswegen du dich nicht mehr gemeldet hast.” - “Was?” verwirrt sah ich sie an. Ich hatte keine Lust wieder zu diskutieren. “Ach vergiss es!” sagte sie, warf ihre Zigarette auf den Boden und ging wieder hinein.
      Nach zwei Stunden wurde Käthe endlich aufgerufen. Die Schulter und der Ellenbogen waren geprellt und der Arzt riet ihr sich zu schonen. Dass sie das nicht tun würde stand außer Frage. “Wieso hast du dich nicht gemeldet?” fragte Käthe leise. “Weil ich nicht sicher war ob es richtig wäre. Deinem Vater ging es nicht gut und ich dachte du würdest dich lieber erstmal auf ihn konzentrieren. Ich wollte nicht stören. Ich war mir sicher, dass du dich gemeldet hättest, wenn es wieder passt.” - “Danke, jetzt fühle ich mich schlecht!” rief sie und rutschte tiefer in den Sitz hinein. Ich lachte leise. “Noch schlechter?” Doch anstatt zu antworten nickte sie nur. “Ich habe oft überlegt dir zu schreiben oder einfach vorbei zu fahren aber ich wollte dich nicht mit meinen Problemen belasten.” Seufzend stieg ich aus und ging um den Wagen herum um Käthe die Tür zu öffnen. “Also waren wir in etwa gleich blöd.” schloss ich und warf die Tür zu, nachdem Käthe ausgestiegen war. “Kann man so sagen, ja.” antwortete sie und lächelte. Wie sie da stand, noch immer an den Wagen gelehnt und lächelnd trotz ihrer Verletzung an der Schulter, war sie der schönste Mensch, den ich mir jetzt gerade vorstellen konnte. Es fühlte sich an als hätte jemand die Zeit angehalten, doch mein Herz raste dagegen an. Wie gerne würde ich sie jetzt... Doch ich hielt mich zurück. Wir hatten gerade erst unseren bisher größten Konflikt gelöst und da konnte ich jetzt nicht... oder doch? Unwillkürlich sah ich mich vor ihr, hatte meine Hände an ihre Hüfte gelegt und berührte sanft ihre Lippen mit meinen. Es war kein richtiger Kuss, es war mehr eine kaum spürbare Berührung. Doch sie weckte mich aus meiner Trance. Ein eiskalter Schauer durchlief meinen Körper und riss mich ein paar Schritte von ihr weg. Noch immer pochte mein Herz so stark, als wolle es mir aus der Brust springen. Ich atmete hörbar aus und fuhr mir durch die Haare, während ich mich langsam wieder beruhigte und zu ihr umdrehte. “Ist alles in Ordnung?” fragte Käthe besorgt und rieb sich die verletzte Schulter. “Alles Bestens.” gab ich verschmitzt lächelnd zurück. “Ich muss leider wieder fahren. Isaac ist heute quasi Alleine mit den Pferden und da muss ich mithelfen.” - “Schreiben wir heute Abend miteinander?” fragte sie, während sie auf mich zu kam und umarmte. “Ich habe dich wirklich vermisst.” flüsterte sie leise und lehnte ihren Kopf auf meine Brust. “Ich hab dich auch vermisst. Ich schreibe dir wenn wir mit den Pferden durch sind.” Ich konnte sie zwar nicht sehen, spürte aber dass sie zufrieden lächelte. “Dann schaue ich mal wie weit Erin mit den Pferden ist.” - “Melde dich, wenn du mich brauchst. Ich kann Isaac auch mal alleine lassen.” meinte ich schmunzelnd und öffnete die Fahrertür. “Mache ich, versprochen!” sagte sie lächelnd und entfernte sich ein paar Schritte vom Wagen damit ich fahren konnte.
      “Auch mal wieder da?” rief mi Isaac zu, der gerade mit Mr. Raw Depression von den Feldern zurück auf den Hof kam, als ich aus meinem Wagen stieg. Es war mittlerweile Spätnachmittag und eigentlich hätte ich ihm helfen müssen die Pferde zu versorgen, weil Kerry nur bis mittags da war. Entschuldigend hob ich die Hände und kam mit Pitch im Schlepptau zu ihm. “Es kam leider etwas dazwischen. Wer muss noch gemacht werden?” Isaac taxierte mich kritisch, während er Mr. Raw Depression auf eine unscheinbare, ruhige Art die Leviten las, da der Hengst versuchte einfach weiterzulaufen, obwohl Isaac stehen geblieben war. “Du kannst deine Vollblüter als abgehakt sehen. Ehrengold, Raving Hope Slayer und PFS Strolch hatte Kelly noch auf die Rennbahn gelassen und Slap Happy, Blütenzauber, Bear Totem’s Denali, Moulan, Riven in a Dream, Scarlet in Birth, LMR Lady Luna, PFS’ Savory Blossom, Happy Fantasy und CHH’ Classic Spring hab ich in der Führanlage laufen lassen. Golden Sugar, Stars of Magic, PFS’ Storm Cat, Little Miss Backyard, Fantastic Sonata, Rouge Trap, What Rainbow und Bear Brooks Denahi hat Kerry glaube ich zusammen von der einen zur anderen Weide geschickt. Keine Ahnung welcher Sinn dahinter stand, aber die Fohlen sind damit alle bedient gewesen, sodass ich sie zwischendurch nur zurück in die Boxen gebracht hatte. Immerhin soll es kommende Nacht wieder frieren. Achja, Benji und Niffler haben sich heute in den Haaren gehabt, die hab ich jetzt getrennt gestellt. Nicht dass du dich wunderst. Wir müssten jetzt noch die Großen machen und Verdine.” - “War Ruby da?” Isaac nickte. “Ja, war sie. Sie hat Braddock ‘The Parrot’ bewegt und ist dann wieder abgezischt. Die war wegen irgendwas verstört, schlechte Noten, Beziehungsdrama, weiß der Geier… Apropos Beziehungsdrama…” Wieder taxierte der Ire mich und wartete auf eine Antwort. Doch ich beschloss nicht auf diese Anspielung einzugehen. “Gut, dann schnappe ich mir als erstes Iseabail und Lady Lyneth Bowen. Du nimmst dir bitte Magical Touch und Felan vor.”
      Gesagt getan, beide machten wir uns an die Arbeit. Isaac ließ immer wieder Sticheleien vom Stapel und versuchte aus mir herauszuquetschen was denn jetzt mit Käthe und mir war, doch ich genoss es ihm den Gefallen nicht zu machen. Soll er ruhig ein bisschen grübeln, wenn es ihn so brennend interessierte. Nachdem die Stuten bewegt waren, blieben uns nur noch Mister Blockhead und Thomas. Als auch diese beiden Hengste zufrieden und müde in ihren Boxen standen war es schon längst Dunkel geworden. Die Uhr zeigte 11 Uhr abends. “Danke.” sagte ich knapp als Isaac sich in seinen Wagen schwang. “Du weißt, dass du dich immer auf mich verlassen kannst.” gab er zurück und knallt die Tür zu um loszufahren. Lachend wandte ich mich ab und ging noch einmal über den Hof um alle Tore und Türen zu kontrollieren. Nebenbei sammelte ich Pitch ein, der sich in einer leeren Box auf Mäusesuche begeben hatte. “Komm Junge.” rief ich und der schwarze Rüde folgte, wenn auch widerwillig. Als ich mir sicher war, dass der Hof gut abgeriegelt war ging ich ins Haus und sprang erstmal unter die Dusche, ehe ich mich aufs Bett warf und mein Telefon aus der Tasche kramte um mich bei Käthe dafür zu entschuldigen, dass es so spät geworden war.
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      12. März 2018 | 6955 Zeichen von sadasha
      Zweispänner
      Zwar kehrte so langsam der Frühling wieder ein, aber angenehm war das Wetter dadurch trotzdem noch nicht. Es war Grau und nass und an manchen Tagen wehte ein eiskalter Wind, der einen dazu zwang sich dick einzupacken. Heute blieb dieser aber aus und so konnte man mit einer leichten Jacke, ohne Schal und Mütze an die Arbeit gehen. Mit Kerry hatte ich gestern ein Gespräch über die Tinker, die sie größtenteils als Therapiepferde nutzen konnte. Felan langweilte sich und Kerry gingen die Ideen aus sie zu beschäftigen. Etwas Neues würde ihr gut tun und Kerry hatte außerdem Spaß am Fahrsport gefunden. Natürlich freute ich mich, dass sie damit einen Bereich gefunden hatte indem sie talentiert war, doch ich konnte nicht hexen und mit einen Fingerschnips die Veranlagung der anderen Tinker verändern, sodass sie ebenso engagiert im Fahrsport waren wie Felan. „Felan war so ausgeglichen, als sie regelmäßig im Zweispänner gefahren wurde.“ kam es da von Kerry. Die beiden anderen Stuten hingegen konnten mit dem Fahrsport nicht allzu viel anfangen und die Hengste würde ich um Nichts in aller Welt neben eine Stute spannen.
      Während ich Bear Brooks Denahi aufhalfterte und aus der geräumigen Fohlenbox holte dachte ich noch immer über dieses Gespräch nach. Doch es kam mir keine Lösung in den Kopf, die Kerry gefallen würde. „Hunter, ich habe nachgedacht.“ riss mich die zarte Frauenstimme aus meinen Gedanken. Ich klinkte den Strick ins Halfter und schob die Boxentüre hinter mit und Denahi zu. Kerry sprach weiter: „Ich darf deine Pferde zu meinen Zwecken nutzen, ohne dass ich dafür etwas zahlen müsste, im Gegenteil. Und da dachte ich, weil ich sowieso ein eigenes Pferd haben möchte, dass ich eines hole... in Absprache mit dir... das zu Felan passt.“ Ein wenig irritiert, fast schon misstrauisch sah ich sie an. „Möchtest du dich abkapseln?“ fragte ich und zog eine ernste Miene. Kerry lächelte. „Ein wenig, wäre das denn schlimm?“ Nun lächelte auch ich. Kerry war mir den ganzen Weg zur Reithalle gefolgt und hatte mir und dem Stutfohlen das Tor geöffnet, sodass wir nun im Sand standen. „Das weiß ich noch nicht. Aber solange du dir nur ein Pferd anschaffst sehe ich meine Existenz noch nicht in Gefahr.“ scherzte ich und klinkte den Strick aus Denahis Halfter aus. Kerry nickte glücklich und versprach nochmal auf mich zurückzukommen, sobald sie ein wenig recherchiert hatte.
      Gegen Mittag fand sich das halbe Team in der Küche ein. Mrs Clayton hatte für Alle gekocht. Obwohl aktuell keine Gäste auf dem Hof waren, stürzte sie sich tagein tagaus in Arbeit und behandelte das Team wie ihre Gäste. Ihr Mann erledigte indes den Papierkram und kümmerte sich um das Marketing. Beim Essen gesellte sich Kerry abermals an meine Seite. „Es gibt da eine Tinkerstute. Von einer sehr freundlichen Frau, die mehr für die Stute möchte, aber selbst keine Zeit mehr hat. Xana heißt die Stute und sie ist wohl super talentiert im Fahren. Da gab es auch ein Video und ich hab schon ein wenig mit ihrer jetzigen Besitzerin geschrieben. Bisher wurde sie nicht zweispännig gefahren, aber solange sie sich mit Felan versteht, kann man ihr den Rest beibringen. Bzw. du könntest das. Nicht wahr?“ Mit großen Augen voller Hoffnung suchte sie meinen Blick. Ich legte mein Essen kurz auf dem Tisch ab und bat sie mir das besagte Video und die Verkaufsanzeige zu zeigen. Xana war ein Fuchsschecke wie er im Buche stand und war soweit ich das sah typisch Tinker. Sie lief gut im Einspänner und schien dort eine solide Grundausbildung erhalten zu haben. Auf ein paar Bildern konnte man sehen, dass sie auch geritten wurde. „Wir können sie ja mal ansehen.“ schlug ich vor und aß weiter ohne auf eine Antwort zu warten. Natürlich stimmte Kerry ein.
      Zwei Wochen später standen wir auf einem Hof in Deutschland. Pferde verschiedenster Rassen wurden hier gehalten und Xana mischte sich gut unter die bunte Herde. Kerry unterhielt sich angeregt mit Xanas Besitzerin, während wir die Fuchsstute von der Weide holten. Ich fühlte mich absolut überflüssig, war aber neugierig wie sich der Schecke unterm Sattel machte. Die jetzige Besitzerin ritt die Stute vor und ließ anschließend Kerry Probereiten. Xana wirkte sehr kooperativ und Kerry hatte keine Probleme sie ordentlich zu reiten. Wir schlugen Kerry dann gemeinsam vor, Xana auch ein paar Minuten ins Gelände zu führen. Rein zur Sicherheit. Ich vermutete bereits, dass Xana ein absolutes Verlasspferd war, aber manche Pferde wussten sich außerhalb ihres geschützten Bereiches komplett anders zu verhalten. Wir begleiteten die beiden auf eine kurze Runde im Schritt rund um den Hof und meine Vermutung bewahrheitete sich. Kerry sprudelte vor Glück und lief rot an, bei dem Versuch ihre Begeisterung im Zaum zu halten, nachdem sie aus dem Sattel gestiegen war. Da auch ich keinen Einwand hatte beschlossen wir in Kontakt zu bleiben. Es gab noch andere Bewerber auf den Tinker und so musste sich Kerry noch ein wenig gedulden. Doch die Zusage, dass sie Xana kaufen konnte, kam schon bald.
      Es vergingen weitere, schier endlose Tage an denen Kerry vollkommen unkonzentriert bei der Arbeit war. Gerade für Mephisto und Vikar war das nicht gut, sodass ich die Arbeit mit den beiden frisch eingerittenen Hengsten übernahm. Kerry sollte sie nicht gleich nach dem Beritt verreiten. Ich war heilfroh, als endlich der Tag kam, an dem ein kleiner Pferdehänger auf den Hof fuhr und Xanas Besitzerin aus dem Wagen stieg. Ihre Miene war nicht ganz eindeutig, doch glücklich war sie nicht. Vielleicht erleichtert, aber sie war auch verbissen, traurig. Immerhin hatte sie die Tinkerstute jahrelang aufgepäppelt und umsorgt. Ich konnte verstehen, dass bei einem solchen Verkauf viel Wehmut mitschwang. Kerry hingegen stand die Euphorie ins Gesicht geschrieben. Sie kaufte ein gutes Pferd und konnte es kaum erwarten Xana mit Felan zusammen zu bringen. Doch erstmal wurde der Papierkram erledigt. Ich bat Beth darum sich um den Neuzugang zu kümmern, ehe Kerry Zeit hatte konnte es noch ein paar Minuten dauern.
      Der Pferdehänger war schon lange vom Hof gefahren und mit ihm Xanas nun ehemalige Besitzerin. Trotzdem saß Kerry noch mit mir am Tisch und starrte Löcher in die Luft. „Geht es dir gut?“ fragte ich vorsichtig wurde von Kerrys durchbohrenden Blick getroffen. Sie nickte ruhig. „Es ging mir schon lange nicht mehr so gut wie heute.“ Sie wirkte trotzdem wie betäubt und so ergriff ich die Initiative und stand auf um in den Stall zu gehen und zu sehen wie es Xana dort erging.
      Kerry setzte in den nächsten Wochen alles daran Felan und Xana einander näher zu bringen und ihr Plan ging auf. Die beiden Stuten duldeten einander und das war erstmal eine gute Basis. Das wöchentliche Training würde sie Stück für Stück zusammenschweißen. Es machte Spaß Kerry bei der Arbeit mit den Stuten zu beobachten. Zwar hatte ich nun wieder etwas mehr zu tun, musste ein paar der Arbeiten, die sonst Kerry erledigt hatte übernehmen, aber es war die Sache wert.
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      11. Juni 2018 | 13.173 Zeichen von sadasha
      Neuzugänge
      Als mitten in der Nacht das Telefon klingelte drehte ich mich zuerst noch einmal auf die andere Seite, in der Hoffnung den schrillen Ton ignorieren zu können. Doch sobald ich mich umgedreht hatte leckte mit Pitch hektisch über das Gesicht. Genervt schob ich ihn von mir weg und richtete mich ächzend mit einem Blick auf die Uhr auf. Wer zur Hölle ruft um 2:37am an? Die Vorwahl sagte mir nichts und das konnte nur bedeuten, dass der Anrufer von weit weg kam. Wenigstens erklärte das auch die irre Zeit. Verschlafen nahm ich das Gespräch an und brummte ins Telefon. "Ehm… Hunter?" Ich brummte erneut. Eine Frau war am anderen Ende der Leitung und die Verbindung stand eher schlecht als recht, sodass der Ton knisternd und rauschen bei mir ankam. "Hey! Wir hatten uns doch über deine Tinker unterhalten! Und was du suchst und ja… Ich hab eine tolle gefunden, Pearl carrier und… du wolltest keine Fohlen oder?" Nachdenklich schwieg ich. Cooper aus Kanada war am Telefon, doch auch bei ihr musste es jetzt schon spät sein. "Schläfst du auch mal?" brummte ich ohne ihre Frage zu beantworten. Sie lachte. "Ist doch noch früh hier! Oh, hab ich dich geweckt? -" sie brabbelte eine Entschuldigung und redete dann über ein Fohlen, das sie ebenfalls entdeckt hatte. "Double Dilute! Du suchtest doch sowas oder nicht? Und eine Stute! Warte, ich schicke dir Fotos. Und… Hunter ich hab die zwei gekauft, du kannst also nicht Nein sagen. Im Zweifelsfall werden die sicher auch klasse Therapiepferde für deine… Freun-, Kollegin?" Ich hatte nach Fotos mein Gehör eingestellt und kramte nach meinem Laptop. Pitch hatte seinen Kopf auf dem Bett abgelegt und sah mir schwanzwedelnd dabei zu wie ich versuchte klar zu werden. "Warte kurz, der Laptop braucht Strom…" unterbrach ich Cooper. "...und ich brauche Kaffee."
      Nachdem ich mir einen Kaffee gemacht und Pitch auf den Hof gelassen hatte, setzte ich mich mit dem Laptop ins Wohnzimmer wo auch das Ladekabel lag. Die Stute war bereits eingeritten und gefahren und komplett durchgetestet was Erbkrankheiten und Farben betraf. Für mich also perfekt und dass sie Pearl Trägerin war würde später noch mit Mephisto interessant werden. Das Tinkerfohlen war sehr kompakt gebaut trotz der Größe und sie sah auch ansonsten korrekt aus. Hier wurde nicht nur wegen der Farbe gezüchtet. Trotzdem sah ich mir auch die Linien der kleinen Stute ausgiebig an, ehe ich mich bei Cooper bedankte. Gemeinsam planten wir die Überfahrt nach England und klärten das Finanzielle. Als ich auflegte wurde es schon hell und auch Cooper war jetzt müde. Wir wünschten uns also noch eine gute Nacht und legten dann auf. Ich jedoch blieb jetzt wach. Ich ging ins Bad um zu Duschen und mich für den Tag fertig zu machen. Noch bevor einer der Angestellten eintrudelte hatte ich die Fütterung fertig, die ersten Pferde auf die Weiden gebracht und mistete die ersten paar Boxen, bis Beth zum Arbeitstag kam und mir das Werkzeug aus der Hand schnappte. "Guten Morgen!" meinte sie fröhlich und lächelte mich an. "Du hast wohl nichts Besseres zu tun, hm?" Ich verneinte grinsend und streckte mich ausgiebig, ehe ich aus Benjis Box ging. Der kleine Hengst stand zusammen mit seinem Shettykumpel Niffler auf einer doppelt gesicherten Weide aus denen sie nicht mehr ausbüchsen konnten. Zu meiner Überraschung kam mir Ruby entgegen, als ich Thomas von der Weide holen wollte um mit ihm zu arbeiten. Sie hatte ihren Ponyhengst Braddock 'The Parrot' an der Hand. "Mit dir habe ich erst am Nachmittag gerechnet. Keine Schule heute?" Sie grinste über beide Ohren und nickte. "Richtig. Es sind viele Lehrer krank und deshalb dürfen heute zwei Klassen zu Hause bleiben. Ich bin unter den Glücklichen." - "Na dann viel Spaß." meinte ich und ging weiter zu meinem Drum Horse Hengst. "Achja Hunter?!" rief Ruby noch und ich blieb kurz stehen. "Später kommen noch ein paar Freundinnen, können wir uns die Shettys dann leihen? Nur auf dem Hofplatz etwas Spielen mit den Ponys?" Ich nickte und gab ihr einen Daumen hoch, ehe ich wieder kehrt machte. Thomas stand zusammen mit Tank am Rand der Weide, wo das höchste Gras wuchs. Doch im Gegensatz zum Rappen graste er nicht, sondern beobachtete aufmerksam mein Verhalten. Vielleicht erkannte er, dass ich sein Halfter mitschleppte. Jedenfalls trabte er ein paar Schritte auf mich zu, sodass auch Tank kurz aufsah um zu überprüfen was seinen Kumpel aufmischte. "Guter Junge." lobte ich den Schecken und streichelte den kräftigen Hals, als er bei mir stand und sich das Halfter überziehen ließ. Den fast vierjährigen Hengst hatte ich seit Kurzem unterm Sattel und er machte sich soweit ganz gut. Die langen Beine bekam er noch nicht immer richtig geordnet, doch dafür übten wir das ja. Auch heute sattelte und zäumte ich ihn. In der noch recht kühlen Reithalle longierte ich Thomas zuerst ab und schwang mich dann in den Sattel. Im Moment arbeiteten wir an seinem Trab und den Übergängen zum Schritt. Hier und da, wenn die Motivation stimmte versuchten wir es auch schon mit kurzen Galoppphasen. Doch die waren kaum nennenswert und wirklich schlacksig in der Ausführung. In Trab und Schrott kam Thomas aber schon gut runter, l
      ernte sich zu entspannen und versuchte es mir Recht zu machen.
      Nach der Session mit dem Drum Horse Hengst rief ich bei Käthe an. Sie erzählte mir vom ein oder anderen Neuzugang und dass sie nun aufpassen müsse nicht noch mehr Pferde ins Boot zu holen. Ich erklärte ihr, dass es mir da im Moment nicht viel anders ging. Die beiden Neuzugänge Stonery und Hester würden wohl nächste Woche eintreffen. "Achja und wenn du ja jetzt eine Rappstute hast verlange ich ein Shooting zusammen mit Moulan und als Kontrast vielleicht Smooth Gravity, sollten die sich verstehen." meinte ich und lächelte bei dem Bild, das ich mir da zusammenstellte. Echo's Maiden sollte die Rappstute heißen. "Mit blauen Augen!" Ich war sehr gespannt sie kennenzulernen. "Und wenn du so denkst, kannst du Sympathy of the Devil auch gleich mit einplanen. Die ist auch schwarz-weiß." Ich brummte wohlwollend. "Und wen hat dir Occulta noch verkauft?" fragte ich neugierg. "Einen Hengst." sagte sie aufgeregt. "Valentine's Cantastor heißt er. Ein Brauner." Da ging mir sofort ein Licht auf. "Den habe ich gesehen, als ich sie mal besucht habe. Holst du die zwei ab oder werden sie dir gebracht?" Käthe schwieg. "Ich sehe dich nicht, das ist dir aber klar oder?" fragte ich vorsichtig. "Ja klar… Keine Ahnung, das haben wir noch nicht geklärt." Ich lachte leise. "Gut, ich komme später vorbei. Bearing Spots und Compliment erkennen mich vielleicht schon nicht mehr, so lange war ich nicht mehr da." Wir legten auf. Kerry hatte mittlerweile Vikar und Mister Blockhead für heute fertig, sodass sie nur noch die Stuten übrig hatte. "Venetia und Magical Touch spanne ich mir an und bin für etwa eine Stunde im Gelände." erklärte ich und ging mit den Halftern der beiden Stuten auf die Weide. Erleichtert dankte sie mir und schnappte sich das Halfter von Felan. Max und José sind fleißig mit CHH' Classic Spring und PFS Strolch. Die beiden Vollblüter räumten auf den Rennen aktuell viele Schleifen ab. Bald würde ich Bear Brooks Denahiebenfalls auf die Rennbahn schicken, doch ihr fehlte es noch an Ausbildung.
      Während ich mit den beiden Tinkerstuten unterwegs war überlegte ich was ich am nächsten Tag unternehmen wollte. Die beiden benahmen sich vorbildlich und wir hatten eine sehr entspannte Runde um das Gestüt herum. Die Schatten der Bäume ließen die brennende Sonne nicht zu uns durchdringen, sodass wir immer noch fit waren als wir auf den Hof zurück kehrten. "Crowley, sie sollten was essen!" rief mir Mrs. Clayton von der Türe zu. Ich brachte zuerst die beiden Stuten zurück auf die Weiden und schob die Kutsche die letzten paar Zentimeter in die Scheune, ehe ich zum Essen kam. Danach setzte ich mich mit Pitch ins Auto und fuhr nach Nottingham um Käthe zu besuchen.
      "Erin ist mit Hibana unterwegs." erklärte Käthe und küsste mich sanft zur Begrüßung. "Wir haben den Hof für uns!" Hinter ihr stand Amistad und stupste sie ungeduldig an. "Wir bringen den kurz weg ja? Dann zeig ich dir auf dem Rückweg Echo's Maiden und dann gehen wir rein. Die beiden anderen sind ja noch nicht hier. Aber ich hab Fotos!" erzählte sie stolz. Dass ich auch nach den beiden Fohlen gucken würde war selbstverständlich. For an Angel streckte neugierig den Kopf aus der Box, als wir an ihr vorbeigingen. Amistad war auch nicht abgeneigt gegenüber der hübschen Stute, doch Käthe kannte keine Gnade und zog den Scheckhengst weiter bis zu seiner Box. "Wo sind denn die Kleinen?" wollte ich wissen. Käthe zeigte nach draußen und ich beschleunigte meinen Schritt. Bearing Spots und Compliment standen gleich draußen, wenn man aus dem Stall kam und warteten darauf reingeholt zu werden. "Die sollen noch draußen bleiben, Hunter!" rief Käthe, als ich das Tor öffnete um mich auf die Weide zu mogeln. Sofort kamen die beiden zu mir und taxierten mich neugierig. Doch Leckerchen hatte ich heute nicht dabei. Besonders Compliment hatte nochmal einen ordentlichen Wachstumsschub. Ich ließ meinen Blick über die anderen Weiden schweifen. Grenzfee stand auch noch draußen zusammen mit der neuen Rappstute. Smarty Jones war der einzige, den ich noch nicht gesehen hatte. Aber er würde dann wohl in seiner Box stehen. Pitch fing an zu quängeln, weil ich ihn nicht mit auf die Weide gelassen hatte und bevor er richtig laut wurde kam ich lieber wieder raus und ging mit ihm Käthe hinterher ins Haus. Hier tauschten wir uns über unser beider Neuzugänge aus. "Ach, ich hab ganz vergessen dir Echo's Maiden zu zeigen." sagte Käthe schockiert. Doch ich unterbrach sie, ehe sie weitersprechen konnte. "Ich hab sie eben schon gesehen.
      Sie sieht toll aus. Wunderbar groß!" - "Und ihr Fell ist total samtig!" fügte Käthe hinzu woraufhin ich schmunzelte.
      Wir waren erst spät wieder heim gefahren und so schaffte ich es in dieser Nacht wieder nicht den verlorenen Schlaf nachzuholen. Doch es half nichts. Wenigstens war Kerry früher da und hatte sich schon Iseabail und Lady Lyneth Bowen gewidmet. Ich ging daher sofort über zu meinen Vollblütern. Kerry würde später noch Xana bespaßen. Ich begann mit Happy Fantasy. Die Stute kam grundsätzlich etwas zu kurz und deshalb gehörte mein Vormittag heute gänzlich ihr. Ich putzte sie ausgiebig, sattelte sie dann und ging mit ihr auf die Militarystrecke in Mitten der Rennbahn. Von hier aus konnte ich meinen Jockey bei der Arbeit zusehen. Sie hatten heute die Oldies Ehrengold und Mikado aus dem Stall geholt. In der Mittagspause erklärte ich den beiden dass ich mir als nächstes Mr. Raw Depression rausnahm. Die beiden nickten und sagten dann dass sie PFS' Savory Blossom und Raving Hope Slayer rennen wollten.
      Ich freute mich sehr, als am Nachmittag Isaac aus dem Urlaub kam. Übersäht mit noch mehr Sommersprossen als üblich und mit heller Fläche rund um die Augen, weil er wohl die Sonnebrille nicht abgenommen hatte bevor er sich an den Strand gelegt hatte. Freundschaftlich begrüßten wir uns und gingen zusammen in den Stall. Blütenzauber und Riven in a Dream waren die nächsten, die wir uns vornahmen. So heiß wie es war zogen wir uns in die Reithalle zurück, wo auch Abby schon den ganzen Tag war. Sie hatte sich mit Moulan beschäftigt und jetzt gerade ritt sie Scarlet in Birth warm. "Beth macht das mit den Fohlen gut oder?" fragte Isaac, der unsere Stallhilfe vor seinem Urlaub auserkoren hatte die Fohlenarbeit zu übernehmen. Sie hatte damit zu Beginn sehr zu kämpfen. "Sie hat sich gut mit ihnen eingespielt, ja." gab ich zurück. Besonders das Hengstfohlen Golden Sugar hatte sie ganz gut im Griff. Die Flausen von PFS' Storm Cat oder Stars of Magic waren dagegen ein Witz. Als wir mit den beiden Stuten fertig waren hatte Beth gerade Little Miss Backyard an der linken und Fantastic Sonata an der rechten Hand. "Könnt ihr nicht noch die letzten beiden übernehmen?" flehte sie und Isaac und ich tauschten vielsagende Blicke aus. Wir stimmten aber zu. So konnte Beth mit der Stallarbeit weiter machen und Isaac und ich schnappten uns What Rainbow und Rouge Trap. Die beiden Stuten brannten schon darauf die Welt zu erkunden. Als wir jedoch mit ihnen nach draußen gehen wollten um eine Runde um den Hof herum zu machen scheuten sie und wollten lieber wieder zurückgehen. Wir tasteten uns also eine Ecke vorsichtiger heran und ließen die beiden Stutfohlen in Ruhe gucken und das Tempo selbst bestimmen. Weit kamen wir so zwar nicht, aber wir konnten das Führtraining mit einem positiven Gefühl abschließen, als wir nach einer halben Stunde auf den Hof zurück kehrten um die Fohlen in ihre Boxen zu bringen wo sie übernachten würden.
      Am nächsten Tag hatten die meisten Pferde frei und so konzentrierte ich mich auf Slap Happy. Isaac hatte sich Bear Totem's Denali fertig gemacht und Kerry nahm LMR Lady Luna mit auf einen gemeinsamen morgendlichen Ausritt. Am Nachmittag kümmerten sich die beiden um Verdine und Tainted Whiz Gun, sodass ich frei hatte. Ich nutzte die Zeit um mit Pitch zum See zu gehen und die Woche ruhig ausklingen zu lassen. Nächste Woche würden die beiden Neuzugänge eintreffen und die Stallordnung wieder mal aufmischen.
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      Pflegebericht für alle Pferde des von Landsberg Gestüt's | 8141 Zeichen von adoptedfox
      Käthe | “Time flies! Morgen ist der sechste September. Kannst du das glauben?” stieß Erin überrascht aus, als sie einen Blick auf den Kalender an der Stallwand warf. Ich lachte auf, doch sie hatte Recht. Die Zeit verging wie im Flug und an manchen Tagen fragte ich mich, wie wir all die Arbeit bewältigen konnten. “Langsam wird es ernst. Vergiss nicht, nächste Woche kommt die erste Lieferung Heu.” sagte ich und sah sie nachdenklich an. Die anhaltende Dürre im Sommer hatte den Bauern in der Region zugesetzt und so organisierte ich 3 LKW-Lieferungen Heu aus Deutschland, um den Bedarf für den Winter decken zu können. “Schon längst notiert.” lachte sie auf und ging in die Sattelkammer, von wo sie keine Minute später mit Hibana’s Halfter in der Hand wieder kam. Ich seufzte und folgte ihr zu den Weiden. Hibana stand mit Grenzfee und For an Angel auf einer Weide, die beide ein Fohlen bei Fuß hatten. Missing Misty und Granada waren die ersten Fohlen, die auf dem Gestüt das Licht der Welt erblickten und beide entwickelten sich prächtig. Ich hielt Erin und ihrer Stute das Tor auf und achtete darauf, dass keines der beiden Fohlen folgte. “Das hab ich mir schon gedacht.” lachte ich und streckte den Arm hinter Hibana aus um Granada den Weg zu versperren. Erin reagierte ebenfalls und schloss das Tor. Ich streichelte der dunkelbraunen Stute den Hals, bevor ich mich von ihr trennte und zurück in den Hof ging. Sympathy of the Devil stand auf der kleinen Weide neben der unteren Stallanlage und sah kurz auf, als ich zu ihr an den Zaun trat und sie für eine Weile beobachtete. Sie, Ases Maskwamozi und Bear Brooks Denahi waren Neuzugänge auf dem Gestüt und genossen derzeit ihre Eingewöhnung, bevor sie in die Trainingseinheiten eingebunden wurden. Ich lächelte, als ich daran dachte, wie lang ich auf Hunter eingeredet hatte mir die Stute zu verkaufen, da sie doch so gut zu Smarty Jones passte und immer wieder blockte er ab, wechselte das Thema oder verließ, mit den Augen rollend, den Raum. Ich ging durch die Stallgasse und holte das Halfter von Echo’s Maiden, welches an ihrer Boxentür hing, um sie von der Weide zu holen. Die dunkle Stute sah auf, als ich das Tor zur Weide öffnete und stieß ein schrilles Wiehern aus, bevor sie mir entgegen galoppierte und nur wenige Meter vor mir zum stehen kam. Ich begrüßte Echo’s Maiden und zog ihr das Halfter an um sie in die Stallgasse zu führen, wo ich sie festband und aus der Sattelkammer meine Putzbox holte. Man sagt, dass dunkle Pferde weniger schnell schmutzig würden, doch auf meine Pferde traf das nicht im geringsten zu. Ich suchte 2 Striegel in meiner Putzbox und nahm einen in jede Hand um die getrockneten Verkrustungen aus dem Fell der Stute zu bekommen, die sich anscheinend im Matsch gewälzt hatte. Es dauerte eine Stunde bis ich fertig war. Ich ließ die Stute für einen Moment allein und ging in den Hof um die Striegel auf dem Boden auszuklopfen, bevor ich wieder zurück ging und die Putzutensilien in die Putzbox räumte. Da ich sie später noch brauchen würde schob ich sie etwas beiseite und ging dann wieder in die Sattelkammer um eine Longe, einen Kappzaum und eine Longierpeitsche zu holen. Ich öffnete das Halfter von Echo’s Maiden und zog es ihr auf den Hals, damit sie mir nicht entwischen konnte, während ich ihr den Kappzaum anzog und seinen Sitz überprüfte. Ich hatte den Kappzaum im Internet bestellt und von meinem Sattler anpassen lassen, da er, trotz der richtigen Größe, viel zu groß für meine Pferde gewesen war. Jetzt passte er perfekt. Ich hängte die Longe in einen der äußeren Ringe ein und löste das Halfter. Da Erin mit Hibana in der Reithalle war und ich die beiden nicht stören wollte, ging ich mit meiner Stute auf den großen Platz hinter der Halle und dem anschließenden großen Stalltrakt. Echo’s Maiden zeigte beim Training immer großen Arbeitswillen und ließ sich auch heute ohne große Diskussionen auf den Zirkel schicken, wo sie im Schritt ihre Runden zog. Ich sortierte die Longe in meiner Hand und blieb mit der Longierpeitsche hinter ihr. Die Stute reagierte fein auf die Hilfen die ich ihr gab und ließ sich in allen 3 Gangarten gut handeln. Schritt-Galopp, Galopp-Trab, Trab-Schritt. Im Kopf legte ich mir die geforderten Aufgaben für das Training vom Boden zurecht und rief sie von Echo’s Maiden ab, die sehr konzentriert bei der Sache war. Unter dem Sattel machte die Stute Fortschritte, doch ich wollte sie auch vom Boden aus fördern und gymnastizieren. Nach knapp einer Stunde erklärte ich das Training für beendet und holte die Stute zu mir. “Gutes Mädchen!” lobte ich sie und streichelte ihren Hals. Ich führte die Stute zurück auf die Weide und nahm ihr dort den Kappzaum ab um sie in den wohlverdienten Feierabend zu schicken. Erin hatte zwischenzeitlich Amistad bewegt und kam nun mit Complimentvon den Weiden zurück. “Der sieht aber nicht begeistert aus.” rief ich ihr lachend zu und zeigte auf den Hengst, der ihr nur widerwillig folgte. “Da muss er leider durch.” antwortete sie und zupfte am Strick in der Hoffnung, dass der Hengst sein Tempo beschleunigen würde. Ohne Erfolg. Ich schüttelte lachend den Kopf und ging auf die Weide zu Smarty Jones um nach dem Wohlbefinden des Hengstes zu schauen. Vor zwei Wochen hatte ich ihn auf einer Hengstkörung vorgestellt und sah seitdem täglich im Internet nach, ob die Ergebnisse schon bekannt waren. “Na, gehts dir schon etwas besser?” fragte ich den Hengst und kraulte ihn an der Brust, was er gut leiden konnte. Seit ein paar Tagen hustete Smarty Jones, weswegen er auf einem abgesteckten kleinen Areal allein stand. Wir bewegten ihn täglich vom Boden im Schritt und Trab um die Verschleimung zu lösen und fütterten ihm Hustenkräuter, was bisher auch ganz gut funktionierte. Trotzdem würde am Abend ein Tierarzt nach ihm schauen. Sicher ist sicher. Nachdem ich mit Bearing Spot’s im Roundpen war, wartete Erin bereits im Stall auf mich. Wir hatten zwischenzeitlich kurz miteinander gesprochen und uns dazu entschlossen mit den beiden Pferden Valentine’s Cantastor und Smooth Gravity auszureiten. Die beiden harmonierten miteinander und da sich auch das Wetter beruhigt hatte, wollten wir den Spätnachmittag natürlich noch genießen. Erin hatte beide Pferde bereits geputzt und gesattelt. Ich brachte Bearing Spot’s zurück auf die Weide und ging in die Sattelkammer um meinen Helm zu holen, bevor ich Erin die Zügel von Cantastor abnahm und die Steigbügel auf meine Länge einstellte. Wir ritten an den Weiden vorbei und schlugen an einer Gabelung den Weg in den Wald ein, vorbei an Feldern und einer alten, von Moos überzogenen Holzhütte die seit jahrzehnten verlassen war. Am Tag war diese Hütte ein wunderschöner Anblick, nachts würde ich, aus Angst, jedoch keinen Schritt in ihre Nähe wagen. Den Ausritt hatte ich wirklich gebraucht. Das Geräusch der Hufe auf dem Waldboden, der Duft von nassem Holz und das Licht, welches die untergehende Sonne warf, waren entspannend und aufregend zugleich. Wir nutzten die Galoppstrecken aus und hielten am Fischerweiher an um die Pferde trinken zu lassen, bevor wir uns in der Dämmerung wieder auf den Heimweg machten. Auf dem Hof angekommen sattelten wir die Pferde ab und kontrollierten ihre Hufe. “Ach man…” seufzte ich und stellte den Huf von Cantastor wieder ab. “Was ist denn?” fragte Erin, die um den Hengst herum lief um zu sehen was denn los war. Der Hengst musste im Wald auf eine Wurzel oder einen Stein getreten sein, denn ein Stück seiner Hufwand war ausgebrochen. “Das muss Hunter sich anschauen, so kann ich das nicht lassen.” sagte ich und kontrollierte die anderen Hufe, die in Ordnung waren. “Ruf ihn am besten gleich an.” riet Erin und brachte die beiden Pferde auf die Weiden, während ich ins Haus ging und die Nummer von Hunter auf meinem Telefon wählte. Glücklicherweise war der Huf nicht stark beschädigt, sodass meine Stimmung nicht allzu sehr gedämpft wurde. “Bear Brook Farrier, Crowley how may i help you?” klang es am anderen Ende der Leitung und ich lächelte. “von Landsberg hier. Ich brauche ihre Hilfe.” sagte ich und versuchte Hunter am Telefon zu erklären was passiert war. Er seufzte. “Ich schau es mir an.”
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      Storybericht inkl. Pflege von Hibana, Schneemann, Maeyr, Uschi, Delmara, Essence of Life, Buck or Two
      24.581 Zeichen von adoptedfox und sadasha

      Hunter | Jills Beerdigung lag nun drei Jahre zurück und dennoch fühlte es sich an, als sei es gestern gewesen als wir zusammen auf dem Weidezaun saßen und die Gegenwart der Pferde genossen. Pläne schmiedeten einen gemeinsamen Zuchtstall aufzubauen. Doch meine Cousine hatte leider nicht die Chance bekommen. Ein Gutes hatte ihre Beerdigung jedoch: Es führte die Familie zusammen. Wenngleich davon nun, drei Jahre später, nichts mehr zu spüren war. Ich saß alleine in der Kneipe mit einem Glas Scotch vor mir, dessen Bewegung im Glas ich nachdenklich beobachtete, während ich es mit beiden Händen auf dem Bodenrand kreisen ließ. Mein Telefon hatte ich heute stummgeschaltet, Pitch konnte auf dem Hof bleiben. Es gab heute Nichts, was mich erreichen sollte. Nur Isaac wusste wohin ich gegangen war und das auch nur, weil er mich mittlerweile lange genug kannte um meine Gewohnheiten zu kennen. Nicht mal Käthe wusste dass ich heute Trübsal blasen würde. Einmal im Jahr erlaubte ich mir das. Nach diesem Glas würde ich mir die unauffälligste Ecke des Ladens suchen, mich dort mit meinem Skizzenbuch hinsetzen und Erinnerungen aufzeichnen. Stunden später, ich wollte gerade nach Hause fahren und beendete deshalb den Ruhemodus meines Telefons, sah ich dass Erin mir geschrieben hatte. Käthe hatte einen Unfall und ist im Krankenhaus. Der Schock traf mich und ich rief gleich zurück. Doch Erin nahm nicht ab. Normalerweise hätte ich mir ein Taxi gerufen, das Motorrad später abgeholt, doch der Alkohol hatte den Nebeneffekt, dass das Hirn nicht mehr recht funktionierte. Ohne nachzudenken fuhr ich los in Richtung Nottingham. Ich fuhr Landwege und hatte Glück dass kein Verkehr auf diesen Straßen war. Dann stand plötzlich ein Reh auf der Straße. Ich hätte schwören können eine Sekunde zuvor war der Weg noch frei. Aus Reflex bremste ich. In meinem Kopf rief eine Stimme "Draufhalten!" aber hätte ich das getan wäre das für uns beide nicht gut ausgegangen. Trotzdem lenkte ich leicht ein, dann spürte ich wie mir das Rad wegrutschte und ich am nun wegspringenden Reh vorbeischlitterte. Als ich letztendlich den Lenker los ließ schlug ich unsanft auf den Boden auf. Erst als ich nicht liegen blieb sondern ohne mein Zutun weiterrutschte spürte ich dass mein Bein unter der Maschine fest hing. Im Straßengraben kam das Motorrad zum Stillstand und ich mit ihm. Mit der Kraft die ich noch aufbringen konnte versuchte ich mich darunter wegzuziehen, doch ich kam nicht weit. Ich versuchte mein Telefon zu erreichen, das in meiner Hosentasche war. Doch die Schmerzen waren zu stark. Es dauerte ewig, bis jemand vorbei kam und es war mein Glück, dass der Wagen ein paar Meter weiter anhielt und jemand zu mir kam. Die Schmerzen waren mittlerweile so stark, dass es mir alles drehte. Vermutlich trug der Alkohol auch seinen Teil dazu bei. Die Person aus dem Wagen kam zu mir und sprach mich mit zittriger Stimme an, doch so wirklich konnte ich das nicht wahrnehmen. Ich erzählte deshalb so gut ich konnte was passiert war und dass mein Bein eingeklemmt war, doch bevor ich zu Ende sprechen konnte dimmte ich weg und verlor das Bewusstsein. Als ich wieder aufwachte befand ich mich schon im Krankenwagen. Ich sah in ein fremdes Gesicht und registrierte jetzt, dass ich auf dem Weg ins Krankenhaus war. "In welches Krankenhaus fahren wir?" wollte ich wissen. Der Notarzt runzelte die Stirn bei dieser Frage. "Lincoln County Hospital" antwortete er. "Das geht nicht." murmelte ich. "Ich muss nach Nottingham." Verzweifelt richtete ich mich auf, versuchte es zumindest, denn weit kam ich nicht da ich fixiert wurde. "Wieso müssen Sie nach Nottingham?" fragte der Notarzt und versuchte mich wieder zu beruhigen. Er bombardierte mich regelrecht mit Fragen, bis ich schließlich nachgab. Man nahm meine Daten auf und fragte nach einer Kontaktperson. Ich bat darum meine Eltern und Isaac zu informieren. Wenn Käthe sowieso selbst im Krankenhaus lag war sie vermutlich nicht erreichbar. Im Krankenhaus brachte man mich von hier nach dort und kam schließlich zu dem Schluss, dass mein Bein ziemlich kaputt war um es einfach auszudrücken. Als ich endlich auf die Station gebracht wurde und ruhig im Zimmer lag schlief ich vor Erschöpfung ein ohne weiter nachdenken zu können.

      Käthe | “Diese hier nehmen sie 3 Mal am Tag. Morgens, Mittags und Abends je eine Tablette. Sollten sie wider Erwarten ein Gefühl von Schwindel bekommen rufen sie uns bitte an.” erklärte mir die Krankenschwester und legte eine Packung Tabletten auf den Tisch neben meinem Bett. “In diesem Umschlag ist der Bericht für ihren Hausarzt. Haben sie jemanden der sie abholt oder sollen wir ein Taxi rufen?” fügte sie hinzu und sah mich fragend an. Ich überlegte einen Moment, bevor ich antwortete. “Darf ich telefonieren? Dann könnte ich das abklären.” Die Krankenschwester nickte und verließ mein Zimmer. Wenige Minuten später kam sie mit einem Telefon zurück und reichte es mir. Ich wählte Erin’s Nummer und hoffte, dass sie bereits wach war und ans Telefon gehen würde.
      “Guten Morgen, ich habe schon auf deinen Anruf gewartet. Wie geht es Dir? Was sagen die Ärzte?”
      Sie hatte das Gespräch kaum angenommen, da überschlugen sich schon ihre Worte.
      “Guten Morgen. Die Ärzte sagen ich bin glimpflich davon gekommen. Ich habe 2 geprellte Rippen und ein paar blaue Flecken. Kannst du mich abholen?” fragte ich sie, doch anstatt zu antworten folgte Stille. “Ist...Hunter nicht bei Dir?
      “Nein. Nicht das ich wüsste. Warte mal…” sagte ich und nahm das Telefon von meinem Ohr weg um mit der Krankenschwester sprechen zu können. Als sie auf meine Frage, ob Besuch für mich da gewesen wäre, verneinend den Kopf schüttelte, nahm ich das Telefonat wieder auf. “Nein, war er nicht.” Ich hörte, wie Erin vor sich hin murmelte bevor sie mir zusicherte in einer halben Stunde da zu sein. Wir verabschiedeten uns voneinander und ich gab der Krankenschwester das Telefon dankend zurück. Da ich von meinem gestrigen Unfall noch leicht benommen war, half sie mir meine Sachen in eine Tasche zu packen und brachte mich nach unten in die Empfangshalle, wo Erin bereits auf mich wartete. Sie nahm mir meine Tasche ab und hielt mir die Tür auf, damit ich in ihren Wagen einsteigen konnte. Während der Fahrt unterhielten wir uns wenig. Gedankenverloren fuhr Erin an der Abfahrt vorbei, die uns nach West Bridgford brachte. “Wo fahren wir denn hin?” fragte ich leise und sah zu ihr hinüber. “Nach Lincolnshire. Ich habe, bevor ich gefahren bin um dich abzuholen, auf dem Bear Brook EC angerufen. Hunter hatte einen Unfall mit dem Motorrad und liegt im Krankenhaus.” gab sie zu und warf mir einen kurzen Blick zu, bevor sie weitersprach: “Wir fahren ihn besuchen. Besser gesagt Du. Ich werde vor dem Zimmer warten.” Tausende Gedanken schossen durch meinen Kopf. Was war passiert? Nach einer knappen Stunde Fahrt - ich war zwischenzeitlich eingeschlafen - erreichten wir das Lincoln County Hospital. Nachdem wir an der Information nach der Zimmernummer gefragt hatten, standen wir nun vor der Tür des Zimmers in dem Hunter sich befand. “Willst du sicher nicht mit rein gehen?” fragte ich Erin, doch sie schüttelte den Kopf. “Ich warte vor der Tür.” Ich atmete tief durch und klopfte an die Zimmertür, bevor ich sie öffnete und in den Raum trat. Das Bein komplett eingegipst, lag er da und schlief. Ich trat näher an sein Bett und strich mit meinem Handrücken über seine Wange. Er verzog das Gesicht und öffnete die Augen blinzelnd. “Käthe?” fragte er ungläubig und setzte sich auf. Noch bevor ich antworten konnte beugte er sich nach vorn und umarmte mich. “Hunter…” stöhne ich schmerzerfüllt als der Druck seiner Oberarme gegen meine geprellten Rippen stärker wurde.

      Hunter | Ich ließ von ihr ab und musterte sie fragend. "Erzähl mir von deinem Unfall gestern." sagte ich und lehnte mich wieder in die Kissen. Käthe seufzte und atmete einmal tief durch, ehe sie begann von ihrem Tag zu berichten: "Ich war in Nottingham um das bestellte Futter für die Pferde abzuholen und als ich auf dem Heimweg war, hat mir jemand die Vorfahrt genommen und ist ungebremst in meinen Wagen gefahren. Der Arzt sagt, ich sei glimpflich davon gekommen mit meinen geprellten Rippen und den blauen Flecken.” Sie nahm meine Hand und sah mich eindringlich an. “Was ist mit dir passiert?” Einen Moment lang dachte ich noch über ihre Geschichte nach. "Ich hoffe den Idioten hat es mindestens genauso erwischt wie dich!" Sie zog ihre Augenbrauen hoch und sah mich mit mahnendem Blick an. “Sowas sagt man nicht Hunter.” Ich schnaubte verächtlich. "Ich lieg eh schon hier, was soll mir schon noch passieren?" - “Und warum liegst du hier?” - "Weil ich nicht in ein Reh reinfahren wollte." erklärte ich knapp und sah an mir runter. Mir wurde erst jetzt so richtig bewusst, dass ich wohl die nächsten Wochen ausfiel. An arbeiten konnte ich nicht denken, ans Reiten auch nicht. Ich würde nicht mal ordentlich mit Pitch gehen können. Geknickt schlug ich die Lider nieder und seufzte. “Wann ist das denn passiert?” fragte sie und ich tat erst so als hätte ich sie nicht gehört, gab dann aber nach, denn so wie ich Käthe kannte, würde sie nicht locker lassen. "Auf dem Weg ins Krankenhaus. Ich wollte nach dir sehen, als ich Erins Nachricht gelesen hatte." gab ich zurück und musterte sie besorgt. “Wir hatten gestern wohl beide kein Glück.” sagte sie und lächelte sanft. "Mhmm…" brummte ich zustimmend. "Das werden ein paar sehr, sehr langweilige Wochen…" ergänzte ich.
      Sobald ich mit Krücken laufen konnte entließ man mich nach Hause. Als Pitch mich sah freute er sich so sehr, dass er unter sich machte. Isaac und der Rest vom Team freuten sich zwar auch mich wieder auf dem Hof zu sehen, sahen aber doch recht abgekämpft aus. "Danke, dass du dich um Pitch gekümmert hast." sagte ich Isaac, der sich eines der Gästezimmer eingerichtet hatte, während ich weg war. Er nickte und half mir ins Haus, auch wenn ich das mit meinen Krücken schon gut im Griff hatte. Wir setzten uns ins Wohnzimmer und er berichtete mir, was auf dem Hof alles passiert war. Ich kramte im Anschluss mein Telefon hervor und versicherte mich, dass bei Käthe alles in Ordnung war. Kurz darauf rief mich Rin an. Sie klang verzweifelt. Sie war mittlerweile allein auf dem Hof und die vielen Pferde schaffte sie schlichtweg nicht. Sie wollte die Pferde aber auch nicht irgendwem überlassen. Sie hatte schon eine andere Kollegin gefragt ob sie ein paar Tiere übernehmen könnte, doch der Großteil stand noch immer bei ihr. Wir redeten lange und diskutierten Möglichkeiten aus. Bis wir zu dem Schluss kamen, dass ich die Pferde übernehmen würde, die ich auch so gekauft hätte, hätten ich sie zuerst entdeckt. Da sie schon genug Sorgen hatte ließ ich sie über meine Verletzung im Unklaren. Die Pferde würden dann in den nächsten Tagen eintreffen. Besonders auf Schneemann freute ich mich, da ich mich in den Hengst verliebt hatte noch bevor ich ihn auf seiner Hengstkörung ritt. Maeyr, Uschi und Delmara setzten ihm nur eine Sahnehaube auf. Nachdem ich aufgelegt hatte packte ich das Telefon weg und hievte mich vom Sofa um in den Stall zu gehen. Während ich weg war zog Essence of Life ein. Die Vollblutstute hatte ich per Zufall entdeckt und gekauft, sie aber aufgrund des Unfalls noch nicht ansehen können.

      Käthe | Ein paar Tage vergingen und langsam aber sicher konnte ich behaupten, dass es mir besser ging. Erst gestern waren Erin und ich gemütlich im Gelände unterwegs und genossen die Ruhe, die der Wald uns bot. Ebenfalls gestern wurde mein Wagen abgeholt, der nach dem Unfall zwar repariert werden konnte, ich mich aber dazu entschloss ihn zu verkaufen, weil es sich wirtschaftlich nicht gelohnt hätte. Da ich im Stall keine große Hilfe war räumte ich im Haus auf und probierte mich am Backen. Chocolat Chip Muffins sollten es werden. Ich hielt das Bild auf dem Tablet neben mein Ergebnis und stellte fest, dass sie gar nicht so schlecht aussahen wie ich im ersten Moment dachte. Ich öffnete das Küchenfenster und rief nach Erin, die ihre Stute Hibana gerade aus der Stallgasse führte.
      “Hast du Lust mit nach Lincolnshire zu fahren?” fragte ich sie und schien dabei so erwartungsvoll auszusehen, dass sie ohne zu zögern zusagte. Während sie ihr Pferd auf die Weide brachte, sortierte ich die Muffins auf ein Tablett und zog mir ein geblümtes Sommerkleid an. Erin, die schon im Wagen wartete, öffnete mir die Tür und musterte das Tablett in meiner Hand, dessen Inhalt durch eine Folie geschützt war. “Ich dachte ich bringe etwas kleines mit.” sagte ich und sah in ihr fragendes Gesicht. “Es sind Muffins.” fügte ich hinzu und schnallte mich an. “Hoffentlich bekomme ich einen ab!” sagte sie lachend und setzte den Wagen in Bewegung. Während der Fahrt unterhielten wir uns wenig, was an der Musik und den geöffneten Fenstern lag. Als wir das Bear Brook EC erreichten stellte Erin den Wagen auf dem Parkplatz ab und half mir dabei auszusteigen. Erin und Ich gingen zum Haus und klingelten. Mrs. Clayton öffnete die Tür und bat uns hinein. “Ich habe Muffins mitgebracht.” sagte ich stolz und stellte das Tablett auf den Tisch. “Die riechen ja großartig! Lange werden die hier nicht stehen.” sagte sie lachend und nahm die Folie ab. Ich nahm zwei Muffins heraus und ging in Richtung der Tür, als Mrs. Clayton mich darauf hinwies, dass Hunter sich in der Schmiede befinde. Ich bedankte mich und lief über den Hof um nach ihm zu sehen. “Darf ich reinkommen?” fragte ich und blieb im ohnehin geöffneten Tor stehen. Als Hunter aufsah und erkannte, wer da stand strahlte er mich an und bat mich rein. “Was machst du denn hier?” fragte ich ihn und hielt ihm einen der beiden Muffins hin. Er nahm ihn glücklich entgegen und sah dann auf die Werkbank vor ihm, auf der Hufnägel und Eisen wild durcheinander flogen. "Ich sortiere hier etwas um…" erklärte er. “Kann ich dir helfen?” bot ich ihm fragend an und nahm einen Bissen von meinem Muffin. Wow, die schmecken echt gut dachte ich und sah Hunter an. Er warf nochmal einen Blick die Arbeit und antwortete dann. "Nein. Aber ich kann das später weiter machen." Er biss vom Muffin ab und sah mich zufrieden kauend an. "Du hast da was." Ich wischte mit dem Handrücken über die Stelle die er mir gezeigt hatte und sah ihn an. “Besser?” fragte ich und nickte in Richtung seines Beins. “Wie lange bist du außer Gefecht?” - "Nur noch ein paar Wochen." erklärte er und fügte hinzu, dass es schon viel besser geworden sei. Nachdem ich meinen Muffin aufgegessen hatte beobachtete ich ihn eine Weile und sah dann nach draußen in den Hof. Hunter nahm seine Krücken und stand auf. "Gibt es noch mehr von denen?" er hielt mir das leere Papier vom Muffin vor die Nase. "Wenn dein Team noch welche übrig gelassen hat." meinte ich schulterzuckend. Gemeinsam schlichen wir über den Hof. "Falls nicht. Heute Abend grillen wir hier auf dem Innenhof. Magst du Erin anrufen und fragen ob sie auch kommen möchte?" überlegte er laut. “Du kannst sie selbst fragen, sie hat mich hergefahren.” sagte ich und ging vor, um die Tür zum Haus zu öffnen. Wie erwartet hatte es sich schnell herumgesprochen dass es im Haus eine Kleinigkeit gab und so fanden wir das gesamte Team des Bear Brook EC in der Küche vor. “Ältere Frauen backen immer noch am besten. Die Erfahrung macht es einfach aus.” sagte Isaac voller Überzeugung und biss von seinem Muffin ab. Mrs. Clayton und ich riefen gleichzeitig empört “Ältere Frauen?” auf und mussten dann lachen. Hunter schmunzelte nur und beobachte das Schauspiel. "Was brauchen wir noch für's Grillen?" fragte er an Mrs. Clayton gerichtet, die ihm prompt einen Einkaufszettel entgegen streckte. "Kommst du mit Käthe? Ich kann leider nicht fahren." meinte er grinsend. “Ich darf dein Auto fahren?” fragte ich ungläubig und drehte mich zu ihm um. "Unter diesen Umständen… Ja." sagte er und humpelte in den Flur um mir seinen Autoschlüssel rauszusuchen. "Kommst du?" rief er, als er ihn gefunden hatte. Ich zuckte mit den Schultern und grinste Erin an. “Fahr vorsichtig!” rief sie mir nach, doch die Tür fiel bereits ins Schloss. “Soll ich dir helfen?” fragte ich Hunter der die Beifahrertür schon geöffnet hatte. Er überhörte diese Frage und krackselte sich irgendwie selbst ins Auto, was zwar klappte, aber sehr unbeholfen aussah. Als er endlich saß und sich angeschnallt hatte grinste er mich an. Ich schüttelte den Kopf und ging um das Auto herum um selbst einzusteigen. Wir fuhren nach Lincoln um die Sachen zu besorgen, die Mrs. Clayton aufgeschrieben hatte und nahmen zusätzlich Bier und eine Flasche Wein mit. Zurück auf dem Bear Brook EC herrschte bereits reges Treiben. Alle halfen dabei den Grillabend vorzubereiten und Mrs. Clayton, die schon sehnsüchtig auf uns zu warten schien, lief uns entgegen um uns beim Ausladen zu helfen. Hunter wurde zu Isaac gerufen und gab mir einen flüchtigen Kuss, bevor er in Richtung der Stallungen verschwand. “Erin kommt übrigens gleich zurück. Sie fährt schnell und bringt die Pferde in die Boxen.” sagte Mrs. Clayton als sie meinen suchenden Blick bemerkte.

      Hunter | Wir hatten einen tollen Grillabend und auch die nächsten Tage liefen verhältnismäßig ruhig. Viel konnte ich sowieso nicht machen. Wenigstens war ich den Gips mittlerweile los und trug nur noch eine Bandage. Reiten durfte ich damit noch immer nicht, aber ich fuhr heute trotzdem mit Pitch zu einem alten Bekannten, den mein Vater noch aus seiner Zeit kannte. Sein Sohn hatte einen Tinkerhengst zum Verkauf stehen, den er selbst nie mehr reiten könnte. Es wäre aber wohl zu schade ihn im Stall versauern zu lassen, also soll er wieder in fördernde Hände. Interessant für mich, weil meine Tinker eher für den Fahrsport gebaut waren. Buck or Two sei aber ein Vielseitigkeitspferd. Pitch verfrachtet, setzte ich mich selbst ins Auto, kramte aber zuerst nach meinem Telefon um Käthe anzurufen. "Ich fahr nach Spilsby, ein Pferd ansehen. Hast du Zeit und Lust mitzukommen? Richtung Meer? Wenn wir da fertig sind, können wir ja einen Abstecher nach Skegness machen.", schlug ich vor und holte Käthe einige Minuten später ab. "Geht das mit deinem Bein?", fragte sie, als sie auf der Beifahrerseite einstieg. Ich lachte. "Was meinst du wie ich hergekommen bin?" Sie sah mich tadelnd an. "Du weißt wie ich das meine, Hunter!" Immer noch lächelnd setzte ich rückwärts um mich auf dem Hof zu drehen und dann rauszufahren. "Hast du Alles dabei? Schwimmsachen?", fragte ich, als wir auf dem Highway waren. Käthe nickte. "Warst du überhaupt schon mal in Skegness?" - "Nein! Aber ich hab es gegoogelt und das will ich mir nicht entgehen lassen." Aufgeregt lächelte sie mich an. "Ich möchte dann auch an die Greifautomaten gehen.", meinte sie. Ich lachte. "Das ist Betrug, das ist dir bewusst oder?" Ich warf einen kurzen Blick zu ihr rüber. Sie schüttelte den Kopf. "Wenn ich ohne ein Plüschtier wieder heim muss, bin ich traurig." Ich seufzte. Vermutlich würden wir heute zig Pfund in ein Plüschtier stecken, welches wir in jedem Spielzeugladen für ein paar Penny hätten kaufen können. Doch bevor wir zum Strand fuhren, machten wir einen Stop in Spilsby. Der Hof war klein und es gab hier so gut wie nur Tinker. Die Boxenschilder verrieten jedoch, dass es alles Einstaller waren. Alle, bis auf Buck or Two. Der Hengst war jedoch nicht in seiner Box, also gingen wir weiter über den Hof bis wir einem älteren Herren in die Arme liefen. "Sie müssen Mr. Crowley sein! Und das ist sicher Mrs Crowley. Hallo." grüßte er freundlich und ich sah Käthe schmunzelnd an, die erstmal klarstellte, dass wir nicht verheiratet waren. Der Herr nahm uns mit zu den Weiden und Paddocks. Auf einem kleinen Paddock stand Bucks schon parat und wartete nur darauf, dass man ihn mitnahm. "Er ist wirklich ein braves Pferd." erklärte der Mann, während er Bucks aufhalfterte und vom Paddock holte. Er band ihn an einer Stange vor dem Reitplatz an. "Ich hole eben seine Sachen." entschuldigte er sich und verschwand im Stall, während ich Bucks streichelte. Der dunkle Hengst streckte sich sofort lang und verzog die Schnute, als ich eine besonders gute Stelle am Mähnenansatz gefunden hatte. Pitch hatte sich neben mich gelegt und döste vor sich hin. Als der Mann mit Putzkiste und Trense zurückkam warf ich einen etwas unsicheren Blick zu Käthe, die den Kopf langsam schüttelte. Ihr war natürlich klar, dass ich eigentlich noch nicht reiten sollte. Ich legte die Leine ab und nahm mir eine der Bürsten aus der Box um dem Mann mit Bucks zu helfen. Käthe hatte inzwischen die Leine von Pitch aufgenommen und lehnte sich gegen die Stange. Bucks zog neugierig zu ihr rüber und stupste sie vorsichtig an, bis sie sich endlich ergab und ihn streichelte. Einige Minuten später stand der Rappe geputzt und gesattelt vor uns. Pitch war gänzlich eingeschlafen und Käthe kraulte immer noch Bucks Hals. Der Mann prüfte kurz den Platz und bat mich dann mit Bucks einzutreten, während er das Tor aufhielt. "Das fällt leider wieder zu, wenn man es nicht festhält.", erklärte er. "Also wenn sie wollen, er wurde die letzten Tage ein paar mal von anderen Einstallern bewegt. Ich kann Ihnen auch einen Sprung aufbauen, während sie ihn warm reiten." Während er das sagte ging er bereits zur kurzen Seite des Platzes wo die Sprünge in Teilen lagen. "Nein, kein Sprung.", sagte ich eilig und merkte erst im Nachhinein, dass ich das wohl ein wenig zu panisch gesagt haben musste. "Ich bin noch im Schongang, nach einer Verletzung.", entschuldigte ich mich sofort und stellte dann die Steigbügel am VS-Sattel auf meine Länge ein.

      Käthe | “Der wird sich wohl nie ändern, hm?” fragte ich Pitch und kraulte ihn am Hals, nachdem wir uns ein schattiges Plätzchen am Rande des Platzes gesucht und es uns in der Wiese bequem gemacht hatten. Hunter hatte mittlerweile im Sattel Platz genommen und zog abwechselnd im Schritt und Trab seine Runden. Der Hengst machte eine gute Figur unter dem Sattel und lief fleißig vorwärts. Auch als Hunter ihm die Galopphilfen gab reagierte er sofort und Hunter’s Gesichtsausdruck verriet mir, dass er sich gut aussitzen ließ. Nach zirka einer halben Stunde parierte er durch und blieb vor mir am Zaun stehen. “Was sagst du?” fragte er mit erwartungsvollem Blick und klopfte den Hals von Buck or Two. Ich zögerte. “Er ist sicher nicht verkehrt. Auch von der Ausbildung her.” sagte ich und lächelte besänftigend um ihm die Frage nach dem Aber abzuwehren. “Gib mir ein paar Minuten.” sagte er, stieg ab und führte den Hengst zum Tor, welches der Mann bereits geöffnet hatte. Ich sah, dass die beiden sich angeregt unterhielten und ahnte, dass der Hengst so gut wie gekauft war. Hunter bemerkte meinen Blick und winkte mich herbei. “Ich organisiere alles und melde mich die Tage.” sagte der Mann und reichte mir die Hand um mich zu verabschieden. Als auch Hunter und er sich die Hand gegeben hatten legte er seinen Arm um meine Hüfte und ging mit mir zurück zum Wagen. Auf einmal stieß er die Faust seines freien Arms hoch und jubelte. "Auf nach Skegness!" Bevor ich reagieren konnte drückte er mir einen Kuss auf die Lippen und öffnete die Beifahrertür um mich Platz nehmen zu lassen. "Du wirst Skegness lieben.", sagte er, als er sich hinter das Steuer setzte und den Wagen startete um loszufahren.
      Die Stadt am Meer war wirklich großartig. Wir starteten mit einem Bummel durch die Gassen und betrachteten dabei die schönen Fassaden der alten Häuser. Im Anschluss gingen wir an den Strand und nutzen hier Alles was Skegness zu bieten hatte: Einen Mini Freizeitpark, die Spielhalle, den weitläufigen Strand und natürlich das Meer. Es war ein wundervoller Tagesabschluss vom Restaurant aus den Sonnenuntergang zu beobachten. Es tat fast schon weh als Hunter diese ruhige Atmosphäre unterbrach um aufzustehen. "Es ist schon spät.", sagt er wehmütig und hielt mir seine Hand hin. Seufzend ergriff ich sie und ließ mich wie ein nasser Sack aus dem Stuhl ziehen. "Ich möchte bleiben.", klagte ich und folgte ihm schmollend.

      Zwei Tage später stand ich zusammen mit Hunter auf dem Parkplatz des Bear Brook EC und winkte den alten Herren mit Buck or Two auf den Innenhof. Der dunkle Hengst wurde erstmal in aller Ruhe mit der neuen Umgebung bekannt gemacht. Hunter hatte den Vormittag damit verbracht seine Box vorzubereiten. Auch den Futterplan von Buck hatte er etwas überarbeitet. Nach der Besichtigung konnte sich der Tinker erstmal in seiner Box ausruhen. Die Fahrt war zwar nicht allzu aufregend für ihn, doch er sollte sich erst einmal einleben, ehe er gearbeitet würde. Sobald ich sicher war, dass Alles um Buck herum geklärt war verabschiedete ich mich von Hunter und fuhr zurück nach Nottingham um mich um meinen eigenen Hof zu kümmern.
    • adoptedfox
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      Pflegebericht für alle Pferde des von Landsberg TC | 4978 Zeichen von adoptedfox
      Käthe | “Du gehörst ins Bett, my Dear.” ermahnte mich Erin, als ich den Stall betrat und meine Thermoskanne auf der Futterkiste abstellte. Ich seufzte. “...aber mir fällt die Decke auf den Kopf.” sagte ich mit erstickter Stimme und folgte ihr in die Sattelkammer. “Wie läuft es mit Funny Sugar?” fragte ich sie und nahm mir einen Führstrick. “Sehr gut! Die letzten Tage habe ich mit ihr vermehrt Bodenarbeit gemacht und unsere Verbindung wird immer besser!” erzählte sie euphorisch und ich freute mich darauf, die Entwicklung der beiden miterleben zu dürfen. Erin hatte die junge Stute im Oktober letzten Jahres gekauft um sie selbst ausbilden zu können und ich versprach ihr zu helfen, sollte sie meine Unterstützung benötigen. Sie öffnete den Spind von Hibana und nahm den Sattel, ein paar Gamaschen und die Putzkiste heraus. “Was möchtest du heute machen?” fragte sie mich auf dem Weg zu ihrer Box und ich überlegte einen Moment. “Ich denke ich striegel die Pferde nur ab, bringe sie auf die Weiden und vielleicht gehe ich eine gemütliche Runde ins Gelände.” antwortete ich und Erin nickte zustimmend. Wir unterhielten uns noch einen Moment, bevor ich mich auf den Weg machte und mich um die Pferde kümmerte. Nachdem sich die Fohlen Granada, Ivy’s Rhapsody und Missing Misty auf der Weide neben dem unteren Stallgebäude befanden und um die Wette galoppierten, ging ich zur Box von Lorelei. Lorelei war seit einer Woche auf dem Hof und stach, als Kaltblut, deutlich zwischen den Vollblütern hervor. “Na meine Große, wie geht es dir heute?” fragte ich sie und ging in die Box um ihr grobe Verschmutzungen und Streu, die sich im Fell verfangen hat, abzubürsten. Tiefenentspannt, stand sie mit ihrem dichten Winterfell vor mir und genoss die massierenden Bewegungen der Bürste.
      Da sie noch in der Eingewöhnung war, brachte ich sie auf die Koppel neben dem Haus, die wir abgetrennt hatten damit auch Westatlanta ihren Freigang genießen konnte. Ases Maskwamozi, Echo’s Maiden und Smooth Gravity brachte ich zusammen auf eine der großen Weiden und Bearing Spot's, Bear Brooks Denahi, Grenzfee und Sympathy of the Devil auf eine anschließende Weide, damit die Stuten untereinander trotz der Litze Kontakt halten konnten. For an Angel brachte ich zu den Fohlen auf die Weide. Als auch Amistad, Compliment und Valentine’s Cantastor auf den Weiden waren, kontrollierte ich noch einmal dass alle Tore fest verschlossen waren und ging in den Stall um Smarty Jones für den Ausritt fertig zu machen. Der Hengst war das Verlasspferd schlechthin und ich vertraute ihm in jeder Situation. Da ich angeschlagen war hielt ich es für besser, ihn für einen Ausritt zu wählen. Ich holte den Hengst aus der Box und band ihn in der Stallgasse an um ihn gründlich zu putzen. Nachdem ich seine Hufe ausgekratzt hatte ging ich in die Sattelkammer und holte ein paar Gamaschen, seinen Sattel und die Trense. Mit einer Grippe war es ein Kraftakt, den schweren Westernsattel auf den Rücken des Hengstes zu bekommen, doch ich nahm alle Kraft zusammen und legte ihn mit Schwung auf. Der Hengst schnaubte und wandte mir seinen Kopf zu als wolle er fragen, ob alles okay sei. Ich streichelte über seine Stirn und lachte. “Womit hab ich dich nur verdient, hm?” fragte ich ihn und er rieb sein zartes Maul an meinem Oberschenkel. Ich holte eine Abschwitzdecke aus seinem Schrank und legte sie ihn über die Kruppe. Wir hatten zwar keine Minusgrade, doch der Wind fühlte sich eisig kalt an. Ich trenste den Hengst und führte ihn auf den Hof zur kleinen Bank um aufzusteigen. “Nimm das mit, zur Sicherheit.” sagte Erin und drückte mir mein Smartphone in die Hand. Dankbar steckte ich es in meine Jackentasche und trieb den Hengst vorwärts. Als wir an den Weiden vorbeigeritten waren, schlugen wir den Weg entlang der Felder ein. Im Schritt ritten wir auf einem kleinen Pfad zwischen Waldrand und frisch gepflügtem Feld bis es zu nieseln begann und wir in den Wald abbogen. “Wir sollten viel öfter ausreiten, meinst du nicht auch?” fragte ich Smarty Jones und streichelte den Hals unter seiner nachgewachsenen Mähne. Als würde er mir zustimmen, stieß er ein kurzes Schnauben aus und richtete ein Ohr nach hinten. Auch wenn es mich fröstelte, genoss ich die Auszeit im Wald auf dem Rücken meines Lieblings. Die vergangenen Wochen waren nervenaufreibend gewesen. Beginnend mit der Heunot durch den heißen Sommer, über die Vorbereitungen für den Winter, bis hin zum Jahreswechsel hatten wir alle Hände voll zu tun und sogar Hunter, der ebenfalls nicht zu wenig Arbeit hatte, half wo es nur möglich war. Mit dem ersten Tag im neuen Jahr fiel alle Last von unseren Schultern und wir hofften auf ein besseres Jahr. Nach knapp 3 Stunden erreichten wir wieder den Hof. Ich sattelte den Hengst ab und brachte ihn mit einer Abschwitzdecke auf die Koppel zu Valentine’s Cantastor, mit dem er sich sehr gut verstand. Sichtlich am Ende räumte ich den Stall noch auf, bevor ich mich ins Haus zurück zog und mir ein Erkältungsbad einließ.
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      Pflegebericht für alle Pferde des von Landsberg TC | 1999 Zeichen von adoptedfox
      Verdine, Lorelei, Funny Sugar, Hibana, Ivy’s Rhapsody, Granada, Missing Misty, Westatlanta, Bear Brooks Denahi, Ases Maskwamozi, Bearing Spot’s, Echo’s Maiden, Smooth Gravity, Sympathy of the Devil, Grenzfee, For an Angel, Compliment, Amistad, Smarty Jones, Valentine’s Cantastor
      Käthe | Ein paar Monate waren vergangen, seit Hunter sich dazu entschlossen hatte den Hofbetrieb für geraume Zeit einzustellen und die Pferde an befreundete Sport- und Zuchtanlagen verkaufte. Wir verbrachten nur noch wenig Zeit miteinander und doch genoss ich jede Minute seiner Anwesenheit. Um Erin zu entlasten, die einmal wöchentlich Seminare an der Universität in Nottingham besuchte um ihre Trainerlizenz zu erhalten, stellte ich zwei zusätzliche Pferdepfleger ein die uns unterstützten. Die Reitstunden hatte ich aus dem Programm genommen, dafür bot ich aber immer wieder Kurse zu verschiedenen Themen an die mehr als gut besucht waren. Auch bei meinen privaten Pferden lief es bestens. Die Fohlen werden mehr und mehr an das Fohlen ABC herangeführt und beinahe wöchentlich waren wir mit unseren Pferden auf Turnieren vertreten. Mal mehr, mal weniger erfolgreich. Jetzt im Sommer zogen wir es vor, die Pferde in den frühen Morgenstunden zu bewegen damit sie die heißen Temperaturen auf den Weiden verbringen konnten. Abends, nachdem die Pfleger sich in den Feierabend verabschiedeten, sattelten Erin und ich die Pferde und ritten aus um den alltäglichen Wahnsinn hinter uns zu lassen. “Wollen wir heute Abend zum See reiten?” fragte Erin und setzte den Huf ihrer Stute Hibana ab. “Ich kann leider nicht. Hunter kommt heute vorbei und ich möchte ihn mit einem Abendessen überraschen.” antwortete ich ehrlich und streichelte der Stute den Hals.
      “Da freut er sich bestimmt! Mensch… ich finde es schade das er alles auf Eis gelegt hat.” Ich stimmte ihr zu. Auch wenn ich hinter ihm stand, machte ich mir Sorgen wie es weitergehen würde. Ich blieb noch ein paar Stunden im Stall und half Erin dabei die Pferde für die Koppel fertig zu machen, bevor ich mir eine Einkaufsliste schrieb und in die Stadt fuhr um alles für das Essen zu besorgen. Die kommenden Wochen waren bereits gut durchgeplant. Am meisten freute ich mich auf einen Dressurlehrgang, den ich für mich und Bear Brooks Denahi gebucht hatte.
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      Trainingsbericht Distanz E-A (EVG 1 - Niveau) | 18.682 Zeichen von Sammy
      "Käthe? Hier ist Samantha vom Hollybrook Stud Zuchtgestüt . Ich hab deine Verkaufsanzeigen gesehen und wollte mein Interesse an Bearing Spot's bekunden.", ratterte ich herunter, sobald Käthe sich gemeldet hatte. Die wunderschöne englische Vollblutstute, die sie verkaufte, wäre eine große Bereicherung für mein Gestüt. Ihr Vater war Spotted Timeout ein bekannter bunt gefleckter Zuchthengst des Gestüts Pineforest Stable. Auch mütterlicherseits hatte die junge Stute bestes Galopperblut geerbt, daher konnte ich mir diese Chance einfach nicht entgehen lassen.
      Käthe und ich kannten uns bereits aus früheren Zeiten und wurden uns schnell einig. Für 750 Joellen und ein Distanztraining für Käthe's Stute Bear Brooks Denahi sollte Bearing Spot's mir gehören. Wir vereinbarten, dass Käthe ihre Stute am nächsten Wochenende zu mir auf das Gestüt brachte. Distanztraining erforderte einigen zeitlichen Aufwand, daher konnte ich das Training nicht bei Käthe absolvieren. Sobald Denahi soweit war, würde ich mit der Stute zurück zu Käthe fahren und auf dem Rückweg Bearing Spot's mitnehmen.
      An diesem Abend verkroch ich mich in mein kreisrundes Türmchen und vergrub mich in ein Buch übers Distanztraining. Es war schon eine ganze Weile her, dass ich ein junges Pferd im Distanzreiten ausgebildet hatte, diese Disziplin war weit weniger gefragt als etwa die Kategorien der Vielseitigkeit oder der Galopprennsport. Dennoch traute ich mir die Aufgabe zu und freute mich auf die Herausforderung.

      ~*~

      Die Woche verging wie im Flug und schon kam ein schicker Pferdehänger in Sicht, der sich träge auf das Gestüt zubewegte. In den letzten Tagen hatte es viel geregnet und die Zufahrtsstraße zum Gestüt war nicht unbedingt angenehm zu passieren. Schon gar nicht, wenn man ein Pferd im Hänger hatte! Ich lief zum Parkplatz, um das Gespann in Empfang zu nehmen und begrüßte Käthe herzlich. Dass sie selbst gekommen war, zeigte mir nur, wie sehr sie an ihrer Stute hing. Als sie Denahi aus dem Hänger führte, war mir auch schlagartig klar, warum. Die schlanke Red Roanstute sah sich mit hoch erhobenem Kopf und gespitzten Ohren um und sog zitternd die Luft durch die weit geblähten Nüstern ein. Ihre rötliche Mähne flatterte im Wind und sie tänzelte aufgeregt neben Käthe her, als diese sie in Richtung der Stallungen führte. "Das ist wirklich ein atemberaubend schönes Pferd!", sagte ich ehrfurchtsvoll. Käthe grinste: "Ja, ich musste auch all meine Überredungskünste aufwenden, um sie zu bekommen. Aber das war es wert!" Ich nickte, denn die Begeisterung für neue, vielversprechende Pferde konnte ich absolut nachvollziehen. Ich zeigte Käthe die Box, die wir für Denahi vorbereitet hatten und die junge Frau lächelte zufrieden. Das Stütchen stand im Trainingstall neben PFS' Storm Cat, einer umgänglichen und sehr sozialen Jungstute. Käthe führte Denahi in ihr vorübergehendes Zuhause und begrüßte dann Storm Cat und Little Miss Backyard. Da die beiden Vollblüter früher Hunter gehörte hatten, kannte Käthe sie natürlich. Ich lud die junge Frau noch auf eine Tasse Kaffee und ein Stück frisch gebackenen Kuchen ein, was Käthe dankend annahm. Bevor sie sich auf den Heimweg machte, schauten wir noch einmal kurz bei Denahi vorbei und versicherten uns, dass es der Schönheit an nichts fehlte.

      ~*~

      "Morgen meine Süße!", säuselte ich liebevoll. Bear Brooks Denahi war nun seit drei Tagen bei mir auf dem Gestüt und hatte sich gut eingelebt. Gestern hatten wir ein wenig Bodenarbeit gemacht, um uns aneinander zu gewöhnen. Immerhin sollte ich am Ende der Trainingszeit einen Ritt über 39 Kilometer absolvieren, der uns einiges abverlangen würde. Distanztraining gehörte zwar mit zu den zeitintensivsten Disziplinen, doch es war auch unglaublich abwechlungsreich. Mein Trainingsplan für Denahi bestand aus Bodenarbeitseinheiten, Schrecktraining, Spaziergängen, Dressurtraining und natürlich Trainingsritten in möglichst abwechslungsreichem Gelände. Meine Devise bei der Ausbildung von guten Distanzpferden lautete: "Tue so viele Dinge wie möglich." Das war selbstredend nicht auf die zeitliche Dimension bezogen, sondern bedeutete, das Pferd an so viele verschiedene Dinge und Situationen wie möglich zu gewöhnen. Mein Ziel war es, dass meine Trainingspferde sich auf die Ausflüge freuten und gerne mitarbeiteten. Nur dann waren später auch Distanzritte über mehrere Etappen möglich. Für heute stand ein erster kurzer Ausflug in die benachbarte Heide an. Ich wollte sehen, wie Denahi sich draußen im Gelände verhielt. War sie eher schreckhaft? Neugierig? Gelangweilt? Das alles musste ich wissen, bevor wir mit dem richtigen Ausdauertraining beginnen konnten. Ich strich Denahi die rote Mähne aus der Stirn und gab ihr einen Kuss auf die samtenen Nüstern. Einer meiner Fehler: ich knutschte all meine Tiere. Denahi schnoberte an mir, als ich ihr das Halfter überzog und folgte mir dann brav aus der Box. Die junge Stute hatte sich bisher als sehr umgänglich erwiesen, ich war gespannt, wie sie sich nun unter dem Sattel benahm. Doch zuerst einmal nahm ich mir viel Zeit, um Denahi's seidenes Fell zu bürsten, die Hufe auszukratzen und Mähne und Schweif zu verlesen. Anschließend massierte ich die Stute eine Weile, um ihre Muskeln zu lockern. Erst dann sattelte ich Denahi auf und schützte ihre Beine mit Gamaschen. Ich kontrollierte die Ausrüstung, stattete mich selbst mit Helm, Schutzweste und Handschuhen aus und schwang mich in den Sattel. Denahi wartete mit gespitzten Ohren auf mein erstes Kommando und ich strich ihr lobend über den Hals. Käthe hatte ihre Stute wie erwartet gut ausgebildet. Ich winkte Samuel zu, der gerade meine wunderschöne Stute Leveneza vorbeiführte und dirigierte Denahi vom Hof. Die junge Stute schritt eifrig aus und sah sich mit erhobenem Kopf und gespitzten Ohren um. Allerdings wirkte sie nicht nervös. Zu dieser Zeit stand die Heide in voller Blüte und ich genoss den herrlichen Anblick. Ich ließ Denahi im flotten Schritt gehen und achtete dabei sehr genau auf die Stute. Auf längeren Ritten würde ich mehrmals Denahi's P/A-Werte messen, doch diese Werte sagten nichts über den Zustand von Knochen, Gelenken und Sehnen aus. Sie benötigen wesentlich länger um sich anzupassen, als Herz, Lunge und Kreislauf. Viele Distanzpferde, die zu hart und zu schnell trainiert wurden, hatten daher entsprechende Probleme. Da man den Zustand von Knochen und Co nicht einfach so messen konnte, musste man das Pferd als Ganzes genau beobachten. Die Red Roan Stute zeigte keinerlei Ermüdungsanzeichen und schwitzte auch nicht. So drehten wir eine schöne Runde durch die Heide und machten auf dem Rückweg noch einen kleinen Abstecher im Dörfchen Sway. Obwohl es ein kleines Dorf war, herrschte einiger Trubel. Es war Markttag und dementsprechend viele Menschen waren auf der Straße unterwegs. Nun wurde Denahi doch ein wenig nervös, doch als ich leise auf sie einredete, beruhigte sie sich wieder. Die Leute im Dorf kannten mich und meine Angewohnheit, mit meinen Pferden Ausflüge ins Dorf zu unternehmen. Einige kamen auf uns zu und bestaunten das wunderschöne Pferd auf dem ich saß. Nach ihrem anfänglichen Unbehagen sonnte sich Denahi schon bald in der ihr zuteil werdenden Aufmerksamkeit und beschnoberte ein paar neugierige Kinder, die sich vorsichtig an das schöne Pferd heranwagten.
      Wieder auf dem Hof angekommen, befreite ich Denahi von der Ausrüstung und massierte sie ausgiebig. Dann durfte sie zusammen mit PFS' Storm Cat auf die Koppel. Die beiden Stuten verstanden sich gut und so musste Denahi weder alleine stehen, noch sich für die vergleichsweise kurze Zeit dem Stress einer Herdeneingliederung aussetzen.

      ~*~

      Die Tage vergingen rasend schnell. Heute stand ein wenig Dressurtraining auf dem Plan. Das traf sich ganz gut, denn es schüttete wie aus Eimern. Denahi machte sich hervorragend. Sie arbeitete stets begeistert mit, lernte schnell und hatte sich in den letzten vier Wochen sowohl körperlich als auch psychisch weiterentwickelt. Allmählich neigte sich unser Training auch dem Ende zu. Inzwischen unternahmen wir dreimal die Woche lange Ausdauerritte im Gelände. Auf jeden solchen Trainingstag folgte ein Tag mit leichtem Dressurtraining oder Bodenarbeit und einmal die Woche hatte Denahi ganz frei. Begonnen hatten wir mit 15-Kilometer-Ritten im Schritt und das in flachem Gelände. Dann hatte ich begonnen, Denahi über längere Abschnitte - anfangs für etwa zehn Minuten - traben lassen. Das hatten wir dann behutsam ausgebaut, indem ich erst die Länge der Strecke erhöht und dann anspruchsvolleres Gelände gewählt hatte. Erst am Anfang der Woche hatte Denahi ihren ersten 39-Kilometer-Ritt absolviert, nun mussten wir nur noch das Tempo ein wenig erhöhen. Denahi holte mich mit einem sanften Stupser aus meiner Gedankenwelt heraus und ich strich ihr lächelnd über die samtene Nase. Das Stütchen war mir richtig ans Herz gewachsen und es würde mir nicht leicht fallen, sie in knapp zwei Wochen wieder zu verabschieden. Aber mit etwas Glück durfte ich das Stütchen später noch einmal trainieren, vorausgesetzt natürlich, Käthe war zufrieden mit dem jetzigen Training. Ich sattelte Denahi auf und führte sie hinüber in die Reithalle. Dort gurtete ich nach, stellte die Steigbügel ein und schwang mich in den Sattel. Wie üblich ritt ich die schöne Red Roan Stute im Schritt warm, indem ich Zirkel, einfache Schlangenlinien und groß angelegte Volten ritt. Mit einem leichten Schenkeldruck und einem leisen Schnalzen ließ ich Denahi antraben. Für den Anfang ließ ich die Zügel lang und Denahi ihr Tempo selbst wählen. Erst als wir ein paar Hand- und Tempowechsel absolviert hatten, nahm ich die Zügel auf. Denahi reagierte sehr feinfühlig auf jegliche Hilfen und lauschte mit nach hinten gedrehten Ohren auf meine Stimme. Dann fragte ich einige Klasse-A Lektionen ab, wie Rückwärtsrichten, einfache Galoppwechsel und Viereck verkleinern und vergrößern. Dabei achtete ich darauf, die Zügelhilfen nur unterstützend zu geben und Denahi weitgehend über Schenkel- und Gewichtshilfen zu dirigieren. Da die Stute so leichtrittig war, klappte das entsprechend gut. Nach einer knapp zwanzig Minuten beendete ich das Training und ritt Denahi in aller Ruhe trocken. Diese Zwischeneinheiten dienten nur als Ausgleich zu den Geländeritten und sollten die junge Stute daher nicht zu sehr anstrengen.
      Nachdem ich Denahi versorgt und in ihre Box gebracht hatte, schickte ich Käthe einen kurzen Zwischenbericht, dem ich auch ein Foto der Stute anfügte. Immerhin wusste ich aus eigener Erfahrung, wie sehr man seine felligen Vierbeiner vermissen konnte.

      ~*~

      Ehe ich mich versah, war auch schon das letzte Wochenende unserer Trainingszeit gekommen. Heute war Samstag und ich war schon in aller Frühe bei Denahi im Stall. Immerhin hatten wir heute 39 Kilometer zu bewältigen und das Wetter war nicht gerade atemberaubend. Schon morgen würde ich mich dann mit der Roan Stute auf den Weg zum Gestüt von Landsberg machen, um Denahi nach Hause zu bringen und vor allem auch endlich Bearing Spot's in Empfang zu nehmen. Ich freute mich schon riesig auf mein neues Pferdchen. Doch nun war erst einmal Bear Brooks Denahi an der Reihe. Denahi hatte zuvor nur ein leichtes Frühstück bekommen, das ihr nicht schwer im Magen liegen würde. Die Satteltaschen waren gepackt und mein Regenumhang lag oben auf. Ich kontrollierte nochmals mein Gepäck. Darin befand sich mein Proviant, ein paar Leckerchen, ein kleines Notfalltäschchen mit den wichtigsten Medikamenten und Verbandsmaterial und natürlich mein Pulsmessgerät. Da man in der EVG 1-Kategorie nur eine Etappe zu bewältigen hatte, brauchten wir kein extra Futter, Wasser oder Decken. Trinken konnte Denahi unterwegs an einem der zahlreichen Bäche, die den New Forest Nationalpark durchkreuzten.
      Nachdem das Fell des Stütchens glänzte, die Hufe ausgekratzt und Mähne und Schweif verlesen waren, machte ich mich daran Denahi auszustatten. Erst als Gamaschen, Sattel, Satteldecke und Trense ordentlich saßen, befestigte ich die Satteltaschen und führte Denahi dann aus dem Stall. Bis zum Start unserer heutigen Strecke hatten wir knapp 15 Minuten Weg vor uns - die perfekte Aufwärmstrecke. Vor- und Nachbereitung waren beim Distanzreiten beinahe genauso wichtig, wie der Ritt an sich. Denahi schnupperte aufgeregt in die Luft, sie merkte, dass heute etwas anders war, als sonst. Ich strich ihr über den seidigen Hals und bewunderte das Spiel ihrer kräftigen Muskeln. Dann schwang ich mich in den Sattel und verließ den Hof.
      Als wir den Beginn unserer Route erreichten, stieg ich ab, um Denahi's P/A-Wert zu messen. Gleich darauf ging es auch schon los. Denahi schritt gewohnt eifrig aus und schon kurz darauf trabte ich sie an. Noch hatten wir ebenes Gelände vor uns, später ging es hoch in den Wald. Denahi drängte auf höheres Tempo und ich gab nach und ließ sie angaloppieren. Wir hatten so an ihrer Ausdauer gearbeitet, dass auch ruhige Galoppeinheiten einem erfolgreichen Distanzritt nicht im Wege standen. Alles in allem wollte ich das Tempo aber eher gemächlich halten, da Denahi die nötige Ausdauer für die ganz großen Turniere nicht durch schnelle, harte Ritte erlangen würde. Nun aber genoss ich den weichen, schwungvollen Galopp des Stütchens. Ich stand in den Steigbügeln und gab nur ab und an halbe Paraden, damit Denahi nicht schneller wurde. Als wir den Waldrand erreichten, parierte ich Denahi zum Schritt durch, denn nun ging es bergauf. Dennoch schritt Denahi weiter flott aus und sah sich aufmerksam um. Obwohl sie ein englisches Vollblut war, war die junge Stute wirklich erstaunlich nervenstark. Ich kannte das Gelände um das Gestüt herum wie meine Westentasche und brauchte daher keine Karte, um den schmalen Pfad zu finden, auf den wir nun abbiegen mussten. Unwegsames Gelände gehörte zum Distanzreiten dazu, daher hatte ich natürlich auch Denahi daran gewöhnen wollen. Der Pfad wurde rechts und links von Gebüsch gesäumt und schlängelte sich in engen Bögen den Berg hinauf. Ich ließ die Zügel lang, damit Denahi sich ihren Weg selbst suchen konnte. Ich vertrat hinsichtlich jeder Disziplin die Auffassung, dass die Pferde eine gewisse Selbstständigkeit entwickeln sollten. Beim Distanzreiten galt das jedoch umso mehr. Als Reiter konnte man einfach nicht jede Unebenheit im Auge behalten und ein Pferd das unaufmerksam dahinlatschte, war einer wesentlich höheren Verletzungsgefahr ausgesetzt. Denahi suchte sich umsichtig ihren Weg und so ging es weiter den Hang hinauf. Als wir endlich oben angekommen waren, sprang ich aus dem Sattel und führte Denahi im Schritt ein paar Minuten auf und ab. Nach anspruchsvollen Streckenabschnitten war es wichtig, die P/A-Werte zu kontrollieren. Bei hochblütigen Pferden sollte der Wert nach wenigen Minuten auf 64/40 fallen, sonst war das bisherige Tempo zu hoch gewesen. Zu meiner Freude war der Wert bei Denahi im perfekten Bereich, sodass wir gleich weiterreiten konnten. Nun kam der zweite anspruchsvolle Teil des Weges - es ging bergab. Auch diesen Streckenabschnitt bewältigten wir im Schritt und Denahi tastete sich umsichtig voran, während ich mich im Sattel zurücklehnte, um das Pferd so wenig wie möglich zu belasten. Als wir den Waldrand erreicht hatten, begann es zu regnen. Ich zog mir meinen Mantel über und ließ Denahi antraben. Die Stute war noch immer munter und trabte begeistert an. Daher entschloss ich mich, das Stütchen nochmals galoppieren zu lassen. Wir waren beide nicht sonderlich wild darauf, pitschnass zu werden. Die schnellere Gangart änderte an diesem Umstand natürlich nichts, doch sowohl die Stute als auch ich hatten nach der anstrengenden Kletterei viel Spaß an dem flotten Tempo. So erreichten wir in leichtem Galopp das Gestüt. Vor den Stallungen glitt ich vom Rücken der Stute und führte sie sofort wieder vorwärts. Samuel kam aus dem Stall und sattelte die Stute ab, noch während ich sie umher führte. Dank dem Regen waren wir beide von oben bis unten mit Schlamm bespritzt und ich sehnte mich nach einer ausgiebigen Dusche. Zunächst führte ich Denahi jedoch in den Stall und maß ein letztes Mal den P/A-Wert der Stute. Zufriedend nickend führte ich das Pferdchen gleich darauf weiter. Denahi war in bester Verfassung und so konnte ich sie Käthe guten Gewissens zurückbringen und ihr den Stufenaufstieg ihrer fleißigen Stute verkünden. Nun befreite ich Denahi auch noch vom Rest ihrer Ausrüstung und brachte sie anschließend in den Waschstand. Dort säuberte ich sie mit einem Schwamm und sammelte die Schlammklümpchen aus ihrem langen Schweif. Erst als kein einziger, noch so kleiner Schmutzfleck das Fell des Pferdes verunstaltete, zog ich das überschüssige Wasser ab. Gleich darauf drehte ich mit dem frisch gewaschenen Pferd schon wieder meine Runden durch den Stall. Erst als Denahi so gut wie trocken war, stellte ich sie unter das Rotlicht. Auf diese Anschaffung war ich besonders stolz, die Pferde genossen das angenehm warme Licht nach anstrengenden Trainingseinheiten sehr. Zum Abschluss des Pflegeprogramms bekam Denahi nun noch eine ausgiebige Massage, während der sie langsam die Augen schloss und ab und an zufrieden brummelte. Ich grinste. Das hatte sich die Stute wirklich redlich verdient.

      ~*~

      Am nächsten Tag führte ich Denahi früh am Morgen aus dem Stall und in den bereitstehenden Hänger. Der Regen hatte glücklicherweise aufgehört und die Straßen waren auch schon wieder einigermaßen trocken. Die Stute war fein säuberlich geputzt und trug ihre Transportdecke und -gamaschen. Denahi's Ausrüstung war bereits im Hänger verstaut und Samuel saß auf dem Beifahrersitz. Wenn ich mit Pferden unterwegs war, fuhr ich ungern alleine - vor allem wenn ich die Pferde noch nicht gut kannte. Ich band Denahi fest, kraulte ihr nochmals den Widerrist und schloss dann die Rampe. "Auf geht's, bringen wir dich Käthe zurück!", sagte ich mehr zu mir , als zu der Stute.
      Wir kamen nach einer ereignislosen und ruhigen Fahrt auf dem Gestüt von Landsberg an und ich streckte mich erst einmal ausgiebig. Käthe hatte uns kommen sehen und stand schon ungeduldig neben dem Hänger. Ich begrüßte sie und schon war die junge Frau verschwunden, um ihr Pferd in Empfang zu nehmen. Ich konnte das absolut nachvollziehen. Käthe umarmte Denahi, während ich die Rampe hinunterließ. Gemeinsam brachten wir die Stute in ihre Box und verschwanden dann in Käthe's Büro, um den Papierkram zu erledigen. Erst einmal berichtete ich von Denahi's Training und händigte ihr auch eine Bescheinigung über den Stufenaufstieg aus. Anschließend unterzeichneten wir den Kaufvertrag für Bearing Spot's. Das schöne englische Vollblut war bereits transportfertig und so verabschiedete ich mich von Käthe und Denahi und fuhr mit meinem neuen Pferd im Gepäck nach Hause.
      30. Dezember 2019 | 5824 Zeichen
      Jahresrückblick
      Endlich wieder zuhause… Ich hatte die Weihnachtsfeiertage bei meinen Eltern in Greifswald verbracht und so sehr ich die Zeit mit der Familie auch genoss, freute ich mich auch auf mein Zuhause. Ich legte die Schlüssel in die kleine Schale auf der Anrichte und brachte meine Koffer ins Schlafzimmer. Zum auspacken würde ich später Zeit finden. Ich nahm mir eine halbe Stunde um anzukommen, bevor ich mich umzog und auf den Weg in den Stall machte. Das Wetter war unbeschreiblich. Die Sonne strahlte vom nahezu wolkenlosen Himmel und ließ den winterlichen Frost funkeln.
      Nichtsdestotrotz war es eisig kalt. Ich zog den Schal enger um meinen Hals und schob die Enden unter den hohen Kragen meines Pullovers. Nach nur einer viertel Stunde Fahrt erreichte ich den Hof. Ich stellte meinen Wagen auf dem Parkplatz ab und griff in den Fußraum hinter dem Beifahrersitz um die Karotten mitzunehmen, die ich am Abend zuvor noch gekauft hatte. “Habt ihr Weihnachten gut überstanden?” fragte ich in den Stall und begrüßte meine Pferde Bear Brooks Denahi, Smarty Jones und HMJ8345’s Continental. Ich legte jedem der drei eine Karotte in den Futtertrog und ging in die Sattelkammer um die Karotten zu verstauen. Meine Pferde belegten hier 3 große Sattelschränke die, nach einem Tausch mit einer anderen Einstellerin, nebeneinander standen. Ich holte meine Putzbox aus dem Regal und ging zur Box von meinem Hengst Smarty Jones. Vor ein paar Jahren hatte ich in den Kleinanzeigen eine Reitbeteiligung auf einem englischen Vollblut gefunden und war seither vernarrt in diese Rasse. Als der Gedanke des eigenen Pferdes aufkam, bot mir die Besitzerin an sich umzuhören und keinen Monat später sahen wir uns bereits die ersten Vollblüter an. Anfang des Sommers fand ich dann die Anzeige von Smarty Jones. “Westerngerittener Allrounder sucht neue Wirkungsstätte” hieß es im Titel und allein das Bild des Hengstes hatte mein Interesse geweckt.
      Ein paar Tage- und einige e-Mails später saß ich im Flugzeug um mir den Hengst anzusehen.
      “...eigentlich dachte ich an einen Wallach. Eventuell sogar eine Stute. Aber das ich in ein anderes Land reisen muss um mir ein Pferd anzusehen hätte ich nicht gedacht.” seufzte ich und war hin- und her gerissen. Die Besitzerin meiner Reitbeteiligung lachte und klopfte mir auf die Schulter.
      “Man bekommt immer das, womit man am wenigsten rechnet. Ich hab damals nach einem Haflinger gesucht.” Und sie behielt, wie zu oft, Recht.
      Unter dem Sattel zeigte sich der Hengst von seiner besten Seite. Er reagierte fein auf Hilfen, hatte saubere und klare Gänge und ließ sich einfach wunderbar aussitzen. Als der Hengst wieder in seiner Box stand und ein paar Halme Heu aus dem Netz zog unterhielt ich mich mit der Besitzerin.
      “...das ist der aktuelle Stand. Das Gestüt liegt mir am Herzen und ich möchte nicht das es verkauft wird. Ich möchte den Traum meiner Mutter aufrecht erhalten. Es ist das beste wieder nach Deutschland zu ziehen. Viele der Pferde gehen in die Zucht von Freunden, doch bei ihm ist das etwas komplizierter. Das hatte ich dir ja geschrieben. Ich würde mich freuen wenn er einen Endplatz findet wo er so geschätzt wird, wie er ist.” Ich hörte aufmerksam zu und nickte. “Bitte entschuldige meine Unhöflichkeit. Darf ich dir einen Kaffee anbieten?” Ich nahm das Angebot dankend an und folgte der jungen Frau, die kaum älter als ich zu sein schien, ins Haus. Im Flur hingen ein paar Bilder ihrer Pferde und ich blieb stehen um sie mir anzusehen. “Das ist doch aber nicht Smarty Jones, oder?” fragte ich und zeigte auf das Bild. Die junge Frau drehte sich um und lachte. “Nein das ist Bear Brooks Denahi. Die beiden sehen sich ähnlich, nicht wahr?” Ich nickte mit dem Kopf. “Das tun sie in der Tat.”
      Dankend nahm ich die Tasse Kaffee und setzte mich an den Küchentisch. Die junge Frau holte ihren Laptop und setzte sich mir gegenüber. Wir sprachen sowohl über den Hengst, als auch über die Stute und wenig später fanden wir uns in der Reithalle wieder. “Die hat auf jeden Fall mehr Feuer.” rief ich der jungen Frau, die sich mir als Käthe vorgestellt hatte, zu und wechselte im Galopp auf den Zirkel. Nach einer halben Stunde hielt ich die Stute an, stemmte eine Hand in die Hüfte und nickte.
      Am nächsten Morgen kam ein Tierarzt auf den Hof um eine AKU durchzuführen und nur wenige Stunden später waren die Kaufverträge unterschrieben. Für beide Vollblüter. Käthe hatte mir ein Angebot gemacht das ich nicht abschlagen konnte. Einige Wochen später konnte ich die beiden im neuen Zuhause Willkommen heißen. Entgegen aller Pläne vervollständigte HMJ8345’s Continental wenige Monate später das “rote Trio”.
      Man bekommt immer das, womit man am wenigsten rechnet.
      Ich klopfte Smarty Jones den Hals und ging in die Sattelkammer um seine Trense und das Bodenarbeitsseil zu holen. Da die Halle voll belegt war entschied ich mich mit meinen Pferden zum Jahresende eine Runde spazieren zu gehen und da auch bei uns schon einige Raketen und Böller gezündet wurden, entschied ich mich zur sicheren Variante. Mit dem Gebiss ließen sich die Pferde doch noch etwas mehr kontrollieren als am Knotenhalfter. Ich ging sowohl mit Smarty Jones, als auch mit Bear Brooks Denahi und Continental eine große Runde ohne Zwischenfälle im Wald spazieren. Wieder im Stall räumte ich die Sattelschränke auf schrieb eine Liste mit Dingen, die ich im neuen Jahr unbedingt besorgen musste. Lederpflege, Mähnenspray, eine Tüte Leckerchen und auch die Stallapotheke hatte es bitter nötig aufgefüllt zu werden. Ich steckte den Zettel in meine Hosentasche und verabschiedete mich von meinen Pferden. Morgen fand die Jahresabschlussfeier des Reitvereins statt und ich freute mich schon auf das Essen und das darauffolgende gemütliche Beisammensitzen. Das Jahr 2019 war bewegend und ich war gespannt was das neue Jahr bereit hielt.
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      Bear Brooks Denahi: Distanz A-L (EVG2) | 24.266 Zeichen von Sammy | 4 Punkte
      Freudig fieberte ich dem Weihnachtsmorgen entgegen. Ich war nicht sonderlich religiös, doch ich liebte die Weihnachtszeit. Alles leuchtete und glitzerte. Ganz zu schweigen vom Plätzchenduft, der aus beinahe jedem Fenster strömte. Auch mein Hof war selbstredend festlich geschmückt und die Pferde hatten Tannenzweige zum Spielen in ihren Paddocks. Ganz nebenbei hatte ich mich für ein Weihnachtswichteln angemeldet und mein Wichtel war Johanna Röder aus Deutschland. Ich hatte mich riesig gefreut, die junge Frau gezogen zu haben, denn ich wusste sofort, was ich ihr schenken wollte. Heute würde ich auch mein eigenes Wichtelgeschenk bekommen und war fürchterlich gespannt, was und von wem es sein könnte. Ich setzte mich in mein Büro, wo seit einigen Wochen beinahe rund um die Uhr Weihnachtsmusik lief und schrieb Johanna eine E-Mail. Ich hatte beschlossen Johanna und ihre beiden Pferde HMJ8345’s Continental und Bear Brooks Denahi auf mein Gestüt einzuladen, um beide Stuten im Distanzreiten zu trainieren. Für Continental würde dieses Training zeitgleich ein weiteres Gelassenheitstraining darstellen, da uns im Wald auf den kilometerlangen Distanzritten natürlich viele vermeintliche Gefahren begegnen konnten. Ich wartete kurz, bis die Mail sicher versendet war und fuhr den Rechner dann hinunter. Nun durfte ich erst einmal mit all meinen Angestellten Heiligabend feiern und es wartete ein regelrechtes Festmahl auf mich.
      ~*~
      Bereits am nächsten Morgen hatte ich eine Antwort von Johanna in meinem Postfach. Die junge Frau freute sich sehr über mein Geschenk und wollte schon in wenigen Tagen mit ihren beiden Stuten anreisen. Da sie ihre Pferde in einem Reitstall untergebracht hatte, würde ihr drittes Pferd, der Hengst Smarty Jones auch gut versorgt werden. Ich informierte gleich mein Team und setzte mich dann in mein Büro, um Trainingspläne für die beiden Stütchen auszuarbeiten.
      ~*~
      Als Johanna einige Tage später auf meinem Gestüt ankam, begrüßten wir uns herzlich. Wir hatten uns erst vor einiger Zeit bei der Horse Makeover Show gesehen und ich hatte nicht schlecht gestaunt, wie sehr sich Continental entwickelt hatte. Inzwischen war das Quarterponystütchen auch eingeritten und hatte bereits das erste Turnier bestritten. Während Johanna das Fuchspony aus dem Hänger führte, übernahm ich die Roanstute Denahi. In dieses Vollblut verliebte ich mich bei jedem Anblick aufs Neue und freute mich daher umso mehr, die schöne Stute wieder trainieren zu dürfen. Denahi sollte im Distanzreiten bereits Klasse L erreichen, was einem EVG 2-Ritt von 59 Kilometern entsprach. Bei diesen Ritten wurde die Strecke auf zwei Etappen gesplittet. Etwa auf der Hälfte erfolgte ein medizinischer Check. Continental dagegen sollte Klasse A, also EVG1 erreichen. Das entsprach einer Streckenlänge von 39 Kilometern. Größtenteils würden wir die beiden Stuten dennoch gemeinsam trainieren können. Genau das war auch meine Absicht gewesen, damit Contintental von der neuen Umgebung und den langen Ausritten nicht überfordert wurde. Heute hatten die beiden Pferde jedoch erst einmal frei. Wir quartierten Continental wieder neben meinem Makeover-Pferdchen Elfentanz ein und Denahi bezog die Box direkt nebenan. Nachdem wir uns versichert hatten, dass es den beiden Stuten an nichts fehlte, gingen wir hinüber ins Haus und ich tischte Johanna Winterpunsch-Tee und meine Lieblingskekse auf. Den Keksteller hatte ich seit gestern bereits zweimal aufgefüllt, da meine Jungs ihn quasi mit einem Happs leer essen konnten. Johanna war vor allem von meinen bemalten Tannenbaum-Keksen begeistert, die ich stundenlang mit voller Hingabe verziert hatte. Wir redeten über alles Mögliche und Unmögliche, aber vor allem natürlich über unsere Pferde und das Makeover. Die drei Monate waren beinahe um und dann hatten wir nur noch einen Monat Zeit, um uns auf die große Abschlussshow vorzubereiten. Ich hatte noch absolut keine Ahnung, was ich dort zeigen wollte und war ziemlich erleichtert, als Johanna mir erzählte, dass es ihr genauso ging. Allerdings waren wir uns einig, dass die Teilnahme eine wunderbare Erfahrung war. Am Nachmittag sattelten wir meine beiden Stuten Cassidy und Coeur de Lilith und machten einen Ausritt in den schneebedeckten New Forest National Park. „Mensch, bei dir ist es so schön! In Deutschland regnet es seit Tagen ununterbrochen!“, meinte Johanna. „Ja, dieses Jahr haben wir wirklich Glück. Dafür sind wir im Herbst fast abgesoffen, weil es nur noch geschüttet hat.“, lachte ich. Tiefer im Wald war der Boden einigermaßen trocken, sodass wir die Pferde locker angaloppieren ließen. Der Wind stach ein wenig in den Augen, doch Cass, Lilly und wir beiden Zweibeiner hatten unseren Spaß. Zurück auf dem Gestüt zeigte ich Johanna die Trainingspläne, die wir ab morgen gemeinsam in die Tat umsetzen würden.
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      Am nächsten Morgen stand ich an der Sandbahn und beobachtete das Training meiner Rennpferde. Ich hatte extra speziellen Sand für den Bau besorgt, damit ich meine Rennpferde auch im Winter trainieren konnte. Vorausgesetzt natürlich, es war nicht alles völlig vereist. Für nächstes Jahr wollte ich eine Innenbahn bauen, da die Vollblüter neben meinen Vielseitigkeitspferden den Schwerpunkt meiner Arbeit bildeten. Bearing Spots galoppierte gerade locker über die Bahn. Das junge Punktepferd machte sich wirklich gut und lief momentan mit riesen Sprüngen in Richtung Krönung. Am anderen Ende der Bahn trabten Pirate’s Pride und PFS‘ Storm Cat nebeneinanderher. Als ich Schritte hörte, riss ich mich vom Anblick meiner hochbeinigen Vollblüter los und drehte mich um. „Morgen, hast du gut geschlafen?“, fragte ich fröhlich. Johanna gähnte herzhaft. „Viel zu gut. Ich hätte problemlos auch noch länger schlafen können, aber was würde ich damit bitte für einen Eindruck bei euch Frühaufstehern machen?“, grinste sie. Ich lachte. „Naja, das Morgentraining ist gleich vorbei. Dann steht die Morgenfütterung für die Pferde auf dem Plan und anschließend die für uns. Spätestens zu Letzterem hätte ich dich sowieso geweckt.“, sagte ich. Bearing Spots beendete ihr Training als Erste. Ana lenkte sie mit leuchtenden Augen vom Geläuf. Sie liebte das Stütchen und genau deshalb durfte sie den Großteil ihres Rennbahn-Trainings übernehmen. Johanna strich dem schönen Pferd über die Nase, bestaunte aber auch Pride und Cat, die kurz darauf von der Bahn kamen. „Super gemacht, Leute. Kümmert ihr euch mal ums Füttern, ich mache solange Pancakes.“, verkündete ich, woraufhin lautes Jubeln von Cat’s Rücken erschallte, was die junge Stute dazu veranlasste, erschrocken zur Seite zu springen. Ich zog die Augenbrauen hoch und Samuel sprang mit knallrotem Kopf vom Rücken der Schimmelstute, um sie zu beruhigen. Dann ging ich gemeinsam mit Johanna ins Haus, um das Frühstück für die ganze Bande vorzubereiten.
      Knapp zwei Stunden später waren wir endlich soweit, um mit der ersten Trainingseinheit von Denahi und Continental beginnen zu können. Heute stand ein sehr ausgiebiger Spaziergang auf dem Plan. So konnten wir gleich sehen, wie gut das Quarterpony-Stütchen mit der neuen Herausforderung zurechtkam. Wir hatten die beiden schönen Stuten in aller Ruhe geputzt und sie anschließend mit Gamaschen, Halftern und langen Bodenarbeitsseilen ausgestattet. Wir selbst trugen gefütterte Stiefel und warme Jacken. Zudem hatte ich einen Rucksack mit Proviant auf dem Rücken. Für mich war das Lauftraining bei Distanzpferden schon absolute Routine, doch Johanna musste sich an die ganze Sache erst einmal herantasten. Ich band Continental los und führte das Stütchen hinter Johanna und Denahi aus dem Stall. Wir liefen an den Stutenkoppeln vorbei und durch das hintere Hoftor hindurch, in Richtung Waldrand. Continental hielt sich dicht bei mir und sah sich mit großen Augen und gespitzten Ohren um. Denahi war dagegen die Ruhe selbst. Sie blickte interessiert durch die Gegend, schien dabei aber nicht nervös zu sein. Diese Ruhe übertrug sich langsam auch auf das Fuchsstütchen neben mir. Ich lächelte. Genau das war meine Hoffnung gewesen. Wir liefen eine ganze Weile am Waldrand entlang, bevor wir schließlich in den Wald abbogen. Nachdem wir einen flachen Hügel hinaufgestapft waren, erreichten wir meine Galoppstrecke und trabten mit den Pferden neben uns an. Johanna hatte ein wenig damit zu tun, Denahi in einem angenehmen Tempo zu halten und ich damit, Continental’s Konzentration auf mich zu lenken. Das Pony hatte im Schritt genügend Zeit gehabt, sich ausgiebig umzusehen, doch jetzt im Trab fiel ihr das zunehmend schwerer. Während ich Johanna den Tipp gab, Denahi mit leichtem Zupfen am Führseil zu beschäftigen, lenkte ich Continental von den vermeintlich pferdefressenden Bäumen und Büschen ab, indem ich mein Tempo variierte und mal langsamer, mal schneller wurde. Da Continental stets darum bemüht war, alle Kommandos prompt auszuführen, achtete sie irgendwann mehr auf meine Signale, als auf ihre Umgebung. Ich lobte das Stütchen und wir parierten unsere Pferde zum Schritt durch. Johanna und ich hatten beide rote Nasen und rote Backen und ich war wieder einmal froh über mein regelmäßiges Lauftraining. Denahi war noch topfit, während Continental allmählich ein wenig müde wirkte. Ich führte Johanna und die Pferde zu einer schönen kleinen Lichtung und wir tauschten die Pferde. Während Johanna und Continental eine kleine Verschnaufpause bekamen, würde ich mit Denahi ein paar Steigungen meistern. Immerhin war ging die Vollblutstute bereits sicheres EVG1-Niveau, weshalb ihre größere Ausdauer kein bisschen verwunderlich war. „Falls Continental alleine unruhig wird, kannst du ein bisschen Bodenarbeit mit ihr machen. Nichts körperlich anstrengendes, aber Übungen, bei denen sie sich auf dich konzentrieren muss. Je länger sie im Gelände unterwegs ist, desto eher merkt sie, dass ihr hier nichts passiert.“, gab ich Johanna ein paar letzte Tipps, bevor ich mit Denahi die Lichtung verließ. Continental wieherte uns sofort hinterher und Denahi antwortete brummelnd, doch ich führte die Stute konsequent vorwärts. Bei Distanzritten war es völlig normal, streckenweise mit anderen Pferden zusammenzugehen und streckenweise alleine zu sein. Umso besser, wenn Continental dies gleich zu Anfang unseres Trainings lernte.
      Ich kletterte mit der Vollblutstute Hügel hinauf und hinunter. Die ganz Steilen erklommen wir im Schritt, die flacheren auch im Trab. Denahi arbeitete gut mit und ich war wesentlich flotter außer Atem, als die junge Stute. Als wir zur Lichtung zurückkehrten, war ich ziemlich müde. Aber immerhin waren Continental und Johanna nun bereit für den Rückweg. Die Ponystute wirkte nach der kleinen Pause ausgeruht und munter und wieherte Denahi fröhlich entgegen. „Eine klitzekleine Aufgabe hätte ich aber noch für unsere beiden Hübschen, bevor wir uns auf den Heimweg machen.“, sagte ich grinsend. Hier in der Nähe gab es eine recht breite steinerne Brücke, die so dicht von Bäumen überdacht war, dass man sie auch im tiefsten Winter problemlos passieren konnte. Der Fluss darunter war auch so gut wie nie eingefroren, sodass er fröhlich unter der brücke dahinrauschte. Continental spitzte schon meterweit vor der Brücke die Ohren und brummelte ängstlich. Denahi hatte die Brücke bei unserem letzten Distanztraining schon kennengelernt und hob nur etwas skeptisch den Kopf. Ich nickte Johanna zu, damit sie mit dem Vollblut die Führung übernahm. Denahi betrat vorsichtig die Brücke, folgte Johanna aber artig. Continental dagegen stemmte etwa zwei Meter vor dem Fluss die Beine in den Boden und weigerte sich, auch nur einen Schritt vorwärts zu gehen. „Na komm meine Süße, die Angst vor dem Springbrunnen hast du doch im Herbst auch ganz hervorragend überwunden!“, lockte ich das fuchsfarbene Stütchen mit sanfter Stimme vorwärts. Angespornt von meiner aufmunternden Stimme und Denahi, die am anderen Ufer stand, lief Continental bis an den Rand der Brücke. Dort blieb sie wieder stehen und rollte ängstlich mit den Augen. Ich lief über die Brücke und ließ das Bodenarbeitsseil dabei locker durchhängen. Nun standen Johanna, Denahi und ich auf der einen und Continental auf der anderen Seite. Das gefiel dem hübschen Makeover-Stütchen überhaupt nicht. Sie trat von einem Bein aufs andere und setzte schließlich wie in Zeitlupe einen Huf auf die Brücke. Johanna und ich lobten Continental sofort und ermunterten sie, weiterzugehen. Schritt für Schritt kam das Pony auf uns zu und erreichte schließlich das andere Ufer. „Fein, du Süße. Wusste ich doch, dass du das kannst. Und es war doch gar nicht mal so schlimm, oder?“, fragte ich Continental. Wir überquerten die Brücke nochmals, doch diesmal blieb ich in der Mitte stehen und gab Continental ein Stückchen Banane. Ich hoffte, dass die Stute die Brücke so mit etwas Positivem verknüpfen würde. Nach diesem spannenden Erlebnis führten wir die Stuten zurück in Richtung Gestüt und kamen eine gute Stunde später ziemlich erledigt dort an. Wir versorgen Continental und Denahi umsichtig und brachten sie zurück in ihre Boxen, wo sie sich eifrig über ihr Heu hermachten. Den Abend hatten die Stuten frei, morgen wollten wir dann mit den beiden auf dem Platz ein wenig Bodenarbeit machen, um ihr Vertrauen in uns zu stärken, aber auch, um den Muskelaufbau zu unterstützen.
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      „So ist es fein!“, lobte ich Denahi am nächsten Tag, als die junge Stute auf mein Kommando hin artig einige Schritte rückwärts trat. Heute übte ich mit dem großen Vollblut und Johanna übernahm das Ponystütchen. Es war noch relativ früh am Morgen, doch da heute Mittag wieder ein ausgiebiger Spaziergang anstand, hatten wir zeitig beginnen wollen. Ich hatte alle möglichen Dinge in die Halle geschleppt. Ein paar Stangen lagen in verschiedenen Abständen auf dem Boden, in der Ecke wartete der kleine pinke Ball auf seinen Einsatz und mein Tor aus Flatterbändern hatte auch seinen Platz gefunden. Somit konnten wir in die Bodenarbeit gleich noch ein wenig Gelassenheitstraining einbauen. Das kannten zwar beide Stuten schon, aber eine kleine Auffrischung konnte sicherlich nicht schaden. Johanna ließ Continental gerade im Kreis um sich herumtraben und erweiterte nach und nach den Radius, sodass Continental schließlich über die Stangen lief. Das Pony senkte den Kopf und schätzte umsichtig den richtigen Abstand ein, um über die Stangen zu traben. Ich nickte zufrieden. Auch ich erzog meinen Pferden immer ein gewisses Maß an Selbstständigkeit an. Das förderte das Selbstvertrauen der Tiere und konnte so manchen reiterlichen Fehler ausgleichen. Denahi brummelte ungeduldig, um meine Aufmerksamkeit wieder auf sich zu lenken. Ich lächelte. „Alles gut, du Hübsche. Wir machen sofort weiter.“, besänftigte ich sie und widmete mich dem Regenschirm. Als ich den Schirm aufklappte, machte Denahi einen kleinen Hüpfer, beruhigte sich aber schnell wieder. Auch das Flatterband-Tor war keine große Herausforderung für die schöne Stute. Ich strich Denahi über den glänzenden Hals, gab Johanna ein Zeichen und löste den Führstrick vom Halfter der Stute. Dann räumte ich Regenschirm und Stangen auf die Seite und rollte Denahi den Ball zu. Continental spitzte sofort die kleinen Öhrchen und sah Johanna aus ihren großen braunen Augen an. Diese lachte nur und löste den Führstrick. Vorsichtig trabte Continental auf Denahi zu und kurz darauf entbrannte ein wildes Spiel zwischen den beiden Stuten. Sie bissen und traten nach dem Ball und sprangen in großen Sprüngen hinter ihm her. Wir beiden Zweibeiner lachten solange, bis uns die Bäuche weh taten. Erst als beide Stuten genug hatten, fingen wir sie wieder ein und brachten sie zurück in den Stall. Ich kürzte unseren Nachmittagsspaziergang in Gedanken um ein beträchtliches Stück, da die Stütchen jetzt doch wesentlich mehr getobt hatten, als eigentlich geplant. Aber Pferdetraining lief nun einmal nicht immer strikt nach Plan und wenn das passierte, hieß es kreativ werden.
      ~*~
      Die Tage vergingen wie im Flug und schon stand der Tag unserer Abschlussritte auf dem Programm. Johanna und ich hatten besprochen, nach 35 Kilometern die Verfassungskontrolle einzubauen. Für Continental war der Ritt nach dieser ersten Etappe zu Ende, für Denahi war dann etwas mehr als die Hälfte geschafft. Wir putzten die Stuten wie immer sehr sorgfältig und statten sie dann mit ihrem Zubehör aus. Dazu gehörten neben den bequemen Wanderreitsätteln und dem Zaumzeug auch Vorderzeug, damit die Sättel nicht verrutschten und natürlich Gamaschen. Zudem trugen beide Tiere Halfter über ihren Zäumungen. In den Satteltaschen befanden sich Pulsmessgerät, Kompass, Brötchen für uns, etwas Hafer für die Pferde und Thermoskannen mit Tee. Außerdem hatten wir jeweils eine Regendecke zusammengerollt an den Sätteln verschnallt. So gerüstet, machten wir uns in aller Frühe auf den Weg.
      Die letzten Wochen waren zwar anstrengend, aber sehr erfolgreich gewesen. Einen Tag in der Woche hatten beide Stuten frei gehabt. Die restliche Zeit hatten wir sorgfältig verplant. Bereits am dritten Tag waren wir nicht mehr neben den Stuten hergelaufen, sondern geritten und hatten die Distanz immer weiter vergrößert. Da Denahi ja weiter im Training war, als Continental, waren wir irgendwann zu dritt losgeritten. Johanna hatte Denahi übernommen und war dann mit Samuel auf Devil in Prada weitergeritten, während ich mit Continental zum Hof zurückgekehrt war. Beim ersten Mal hatte ich beinahe sofort vom Rücken des Stütchens steigen und neben ihr hergehen müssen, doch inzwischen meisterte Continental den Rückweg auch alleine ziemlich gut. Ich hatte die Strecke so gewählt, dass Denahi und ich unseren Zwischenstopp auf dem Gestüt einlegen konnten. So musste ich meine Mitarbeiter nicht durch die Gegend jagen und Continental war direkt zu Hause, wenn sie den anstrengenden Ritt hinter sich hatte. Denahi und ich würden anschließend noch einmal eine große Schleife von guten 25 Kilometern zurücklegen, um dann zum Gestüt zurückzureiten.
      Ich übernahm mit Continental die Führung und freute mich riesig, als die kleine Stute eifrig ausschritt. Inzwischen genoss das Stütchen unsere Ritte zum größten Teil. Außerdem liebte sie meine Galoppstrecke. Es war wunderbar zu sehen, wie viel Lebensfreude das Quarterpony mittlerweile ausstrahlte. Ich ließ die Zügel locker und ließ Continental ihr eigenes Tempo finden. Denahi und Johanna schlossen zu uns auf, sobald der Weg es zuließ. Als wir in den Wald ritten, trabten wir die Pferde an und legten so ein gutes Stück der Strecke zurück. Beide Stuten hatten deutlich Kondition aufgebaut und vor allem bei Continental waren die Muskeln der Hinter- und Vorhand nun deutlich zu sehen. Wir überquerten die Steinbrücke, die keine der Stuten noch großartig schreckte und kletterten im Schritt einen Hügel hinauf. Nach etwa zwanzig Kilometern legten wir eine kurze Rast ein. Während Johanna die Führstricke in die Halfter einhakte, maß ich den Puls der Stuten und grinste zufrieden. Bisher lief unser Abschlusstraining wie geschmiert. Johanna und ich genehmigten uns ein paar Schlucke Tee aus den Thermoskannen, aßen eines unserer Brötchen auf und gaben den Stuten je eine halbe Hand voll Hafer. Dann ging es auch schon weiter – immer noch bergauf.
      Als wir den Berg schließlich erklommen hatten, gönnten wir den Stuten wieder eine kurze Verschnaufpause und galoppierten sie dann auf einer ebenen Strecke locker an. Denahi streckte sich und machte einen übermütigen kleinen Hüpfer, während Continental sich bemühte, mit den größeren Schritten der Stute mitzuhalten. Allerdings hatten Johanna und ich von vornherein verabredet, dass sie Richtung Ende mit Denahi voraus reiten würde. Zum einen war das Tempo der Ponystute für das Vollblut zu langsam, zum anderen war es ja auch für Denahi ein richtiges Stufentraining. Denahi zog weiter an und Johanna blickte sich fragend zu mir um. Ich parierte Continental zum Schritt durch und zeigte Johanna den erhobenen Daumen. Diese drehte sich daraufhin wieder nach vorn und ließ Denahi ein wenig mehr Zügel, worauf die Stute ein wenig schneller wurde und in ihren gewohnten Rhythmus fand. Continental stellte die kleinen Öhrchen auf und wieherte ihrer Freundin hinterher, doch ich wartete, bis die beiden außer Sicht waren, bevor ich das Pony wieder angaloppieren ließ. Anfangs versuchte Continental noch, schneller zu werden, doch schließlich akzeptierte sie, dass sie nun mit mir alleine war und fiel in einen ruhigen Arbeitsgalopp. Ich rieb ihr lobend über das fuchsfarbene Fell und stellte mich in die Bügel, um Continental so wenig wie nur möglich zu belasten. Schließlich parierte ich die süße Maus wieder zum Schritt durch und wir machten uns an den Abstieg. Das war in meinen Augen immer der beschwerlichste Teil. Die Strecke des Weges, die noch einigermaßen flach abfiel, blieb in Continental’s Sattel, doch schließlich sprang ich vom Rücken des Ponys und wir suchten uns vorsichtig unseren Weg. Continental hüpfte nur einmal zur Seite, als ein Vogel aus einem Busch aufflog, doch ansonsten lief alles paletti. Als wir schließlich mein Gestüt erreichten, hatte Denahi bereits den Vet-Check hinter sich. Den hatten Ana und Samuel übernommen, da sie sich damit gut auskannten. Sie kamen nun auch sofort auf mich zu und übernahmen Continental. Ich genehmigte mir einen Schluck Tee und wickelte mein zweites Brötchen aus, nur um mich gleich darauf auf Denahi’s Rücken zu schwingen. Unser Timing war perfekt. Johanna hatte die schöne Stute gerade erst wieder aufgesattelt und winkte mir nun zu, bevor sie sich liebevoll um ihr Pony kümmerte.
      Ich dagegen lenkte Denahi wieder vom Hof und konzentrierte mich die ersten Minuten ganz auf den Gang der Stute. Denahi schritt federnd aus und sah sich mit wachen Augen um. Von Müdigkeit keine Spur. Bestens. Damit konnte der zweite und letzte Teil der Strecke beginnen. Mit einem leichten Schenkeldruck ließ ich Denahi antraben und bog diesmal in Richtung Heide ab. Dort konnten wir wunderbar galoppieren, bevor es wieder in den Wald und in einem großen Bogen zurück zum Gestüt ging. Denahi reagierte auch auf die leichtesten Hilfen meinerseits und galoppierte mit großen, gleichmäßigen Sprüngen vorwärts. Ich wickelte meinen Schal fester um mein Gesicht, denn allmählich wurde es kalt. Daher war ich eigentlich ganz froh, als wir den Waldrand erreichten. So waren wir wenigstens vor dem eisigen Wind geschützt. Ich parierte Denahi zum Schritt durch und dirigierte sie auf einen schmalen Pfad, der sich den Berg hinaufwand. Schritt für Schritt arbeiteten wir uns vorwärts und legten eine kurze Rast ein, als wir den breiteren Waldweg erreichten, der mein Ziel war. Ich strich Denahi über die samtweiche Nase, kontrollierte ihren Puls und die Ausrüstung und schwang mich dann wieder in den Sattel. Allmählich schwand das Tageslicht und ich merkte, dass die Stute müde wurde. „Alles gut, meine Hübsche. Nur noch drei Kilometer, das ist gar nichts.“, sagte ich aufmunternd zu ihr. Kaum, dass wir den Wald verlassen hatten, hätte ich meine Worte am liebsten zurückgenommen. Es schneite dicke Flocken und ein beißender Wind schlug uns entgegen. Ich ritt solange wie möglich am Waldrand entlang und ließ Denahi dann über die Wiesen nach Hause traben. Das war zwar nicht ganz der geplante Streckenverlauf, von der Kilometeranzahl unterschieden sich beide Wege jedoch nicht. Und so froren das Vollblut und ich wenigstens nicht an Ort und Stelle fest.
      Die Lichter des Gestüts kamen in Sicht und ich atmete erleichtert auf. Denahi legte von ganz allein noch einmal an Tempo zu und wir trabten flott über den Hof und vor den Stall. Ich sprang aus dem Sattel und flüchtete mich in der Stute in die behagliche Wärme des Stutentrakts. Sofort war Johanna bei uns und half mir, die Stute von der nassen Ausrüstung zu befreien. Dann maßen wir den Puls und rieben sie mit Stroh trocken. Sowohl Denahi als auch Continental hatten ihren Stufenaufstieg mit Bravour gemeistert und ich war sehr stolz auf meine beiden Trainingspferdchen!
      ~*~
      Als Johanna sich am nächsten Tag mit ihren beiden Stuten auf den Heimweg machte, umarmten wir uns herzlich. Ich mochte die junge Frau und freute mich bereits auf ein Wiedersehen. Dieses würde ja spätestens in gut eineinhalb Monaten beim Abschluss des Horse Makeover in Canada stattfinden und ich war gespannt darauf, wie sich Continental bis dahin entwickeln würde…
    • adoptedfox
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      Pflegebericht | 10. März 2020 | 4632 Zeichen
      Seufzend lehnte ich mich über das Lenkrad meines Wagens und blickte hinaus zu den Wolken. Es war ein regnerischer Tag und der harsche Wind wiegte die Bäume, als habe er vor sie zum schlafen zu verführen. Ich schloss den Reißverschluss meiner Jacke und lehnte mich nach hinten um meine Tasche von der Rücksitzbank zu holen. Sie war schwerer als ich es in Erinnerung hatte und doch schaffte ich es, sie nach vorn auf meinen Schoß zu heben. Nachdem ich einen letzten prüfenden Blick auf die dunklen Wolken über mir geworfen hatte, öffnete ich die Tür und lief schnellen Schrittes über den Hof. An der Tür angekommen verriegelte ich den Wagen und steckte den Schlüssel in das Schloss, damit er mir nicht aus der Hand fallen würde während ich die Tasche auf dem Boden abstellte. Ich holte die Post aus dem Briefkasten und begab mich ins Haus. Vor einem Monat waren meine Pferde HMJ8345’s Continental, Bear Brooks Denahi, Smarty Jones und ich auf das weitläufige Gelände der Willowbranch Farm umgezogen. Mein Leben hatte sich um 180 Grad verändert und obwohl es eine Menge Mut gekostet hat, war ich überglücklich mit meiner Entscheidung.
      Ich stellte meine Tasche auf dem Küchentisch ab und warf einen Blick aus dem Fenster. Blanton’s Gentleman und How ‘Bout Moonies standen mit gesenkten Köpfen im Unterstand des Paddocks und dösten, während unmittelbar vor ihnen das Wetter tobte. Ich schüttelte lächelnd den Kopf und ging die Post durch, bevor ich ins Büro ging uns sie in die entsprechenden Ablagen verteilte. “Das erledige ich heute Abend.” murmelte ich und begann die Knöpfe meiner Bluse zu öffnen. In Blusen, Röcken und Kleidern fühlte ich mich alles andere als wohl und doch kam ich nicht drum herum wenn es um wichtige Termine und Treffen ging. Ich warf die Sachen aufs Bett, schlüpfte in meine Lieblingsreithose und zog einen Hoodie aus dem Kleiderschrank. Auf dem Weg in den Stall band ich meine Haare zu einem Pferdeschwanz zusammen und knotete eine Schleife in die Bänder meiner Kapuze. Thomas und Martin, meine beiden Pferdepfleger, waren gerade dabei die Boxen der Pferde zu misten als ich das Stallgebäude betrat. Four Bar Chocolate Becks, Chapman, Smarty Jones und die beiden Stuten standen entspannt in ihren Boxen. Ich ging in die Sattelkammer und begann das Futter für die Pferde herzurichten. Für Smarty Jones kochte ich zusätzlich eine Portion Mash. Während die anderen Pferde sich bereits im Fellwechsel befanden, lief es bei ihm schleppend. “Gut das du da bist!” sagte ich als Thomas in die Sattelkammer kam. “Ich zieh das Gladiator für Smarty Jones schon auf und leg es in seinen Futtereimer. Gibst du ihm das später bitte?” fragte ich ihn und griff nach der Flasche, die im Regal stand. “Natürlich.” antwortete er und nahm die Abschwitzdecken der beiden Hengste, die auf der Koppel standen, mit. Thomas war kein Mann großer Worte. Er war nur wenige Jahre älter als ich und besaß ein schier endloses Wissen über Pferde. Ich war mehr als froh ihn am Hof zu wissen. Ein paar Minuten später kamen die beiden mit den Hengsten im Schlepptau zurück in den Stall. Ich gab in jeden Eimer einen Apfel und eine Karotte und ging dann zu meinem Sorgenkind. “Na mein Großer?” begrüßte ich den Hengst und ging zu ihm in die Box. Seit einer Woche bekam er nun das Ergänzungsmittel und langsam schien es bergauf zu gehen. Er wirkte wacher und hier und da konnte ich die ersten Büschel seines dichten Winterfells herauslösen. “Ich hab mir schon Sorgen gemacht, Mensch.” sagte ich und klopfte seinen Hals. Als wollte er mich besänftigen schnaubte er und rieb seinen Kopf an meiner Schulter. Ich verließ die Box für einen Moment und holte sein Halfter, damit ich ihn auf dem Putzplatz etwas striegeln konnte. Martin lachte, als er vorbei lief. “Soll ich eine Box fertig machen? Das wird doch ein zweites Pferd.” er zeigte auf den fellbedeckten Boden und griff nach dem Besen um einen Haufen zu bilden. “Die Kur scheint zu helfen.” gab ich zurück und setzte den Zackenstriegel erneut an. Eine halbe Stunde war ich damit beschäftigt den Hengst wieder auf Hochglanz zu bringen und ich war mehr als zufrieden mit dem Ergebnis der Putzsession. Ich brachte Smarty Jones zurück in seine Box und holte das Mash aus der Sattelkammer um es ihm zu geben. “Lass es dir schmecken.” sagte ich und und zog die Boxentür zu. “Ich hätte das doch gemacht…” Martin hatte den Putzplatz bereits aufgeräumt und lächelte mich verschmitzt an. Ich bedankte mich bei ihm und ging dann ins Haus um mich der Büroarbeit zu widmen. Für morgen hatte ich keine Termine und ich freute mich schon darauf, endlich wieder Zeit mit meinen Pferden verbringen zu können.
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      Trainingsbericht Springen A-L | 25. April 2020 | 6055 Zeichen
      Ein großer Jeep fuhr auf den Hof und hielt schräg vor dem Stall. Lächelnd stieg eine junge Frau aus, eine nette Abwechslung zu den sonst recht robusten Transportfahrern. Ich grüßte sie herzlich und unterschrieb fix alle Papiere, ehe wir die Stute ausluden. Es handelte sich um ein neues Berittpferd: Eine englische Vollblutstute, 7 Jahre alt und in einer sehr schicken Lackierung. Bear Brooks Denahi war ein Red Roan und mit ihren schlanken Beinen und den doch guten 1.66m Stockmaß machte sie ganz schön was her.
      Aufgeregt blähte sie die Nüstern und schnaubte einmal der Fahrerin kräftig ins Gesicht. Ich lachte und nahm ihr die Stute ab, um sie in ihren Paddock zu führen. Dort durfte sie sich erst einmal die neue Umgebung anschauen und sich von der langen Fahrt die Beine vertreten. Ich verabschiedete die Fahrerin und widmete mich dann dem Gepäck, welches die Stute mitgebracht hatte.
      Nachdem alles in der Sattelkammer verstaut war, begrüßte ich Denahi in Ruhe. Sie hatte wenige Male gewiehert und sehr verdutzt geschaut, als sie auch tatsächlich eine Antwort von den weiter entfernten Weiden bekommen hatte. "Du lernst die anderen noch kennen, aber heute bleiben wir erst einmal unter uns", meinte ich lächelnd und tätschelte der Stute sanft den Hals.
      Die ersten drei Tage widmeten wir uns tatsächlich erst einmal dem Ankommen und Eingliedern. Denahi stellte ich mit einer meiner ruhigen Stuten zusammen auf eine kleinere Weide, so dass sie während ihrer Zeit Kontakt zu anderen Pferden hatte, wir aber dennoch jegliches Risiko minimierten. Auch gingen wir die ersten Tagen viel spazieren, damit sie die Umgebung kennenlernte und in Ruhe ankommen konnte.
      Doch irgendwann ging auch diese Schonfrist vorbei und wir machten uns an das, weshalb Denahis Besitzerin die Stute zu mir geschickt hatte: Trainieren. Denahi sollte im Springen weitergebracht werden, vorzugsweise auf L-Niveau. Aktuell ging sie solide auf A und war auch schon auf einigen Turnieren vorgestellt worden. Sie machte wohl ihre Aufgabe sehr gut, hatte jedoch ein ungünstiges Manko für ein Springpferd: Sie mochte kein Wasser. Ansonsten war sie ein arbeitswilliges und motiviertes Pferd, weshalb ich mich schon sehr auf unser Training freute.
      Der Sprung von A zu L war schon ordentlich. Die generelle Sprunghöhe im L-Springen befand sich bei 1.15m und die Parcours bestanden aus mindestens sieben bis acht Hindernissen. Außerdem wurden zweifache und dreifache Kombinationen abgefragt und Wassergräben bis zu einer Weite von drei Metern waren erlaubt. Wir hatten also viel vor uns.
      Unabhängig davon arbeiteten wir zunächst weiter auf A-Höhe. Ich wollte Denahi sicherer im Parcours machen. Sie sollte Abstände besser einschätzen können und noch feiner auf den Reiter hören. Wir arbeiteten viel mit Kombinationen. Mal mit mehr Galoppsprüngen zwischendrin und somit einem versammelteren Pferd und mal mit weniger Galoppsprüngen und dementsprechend wesentlich raumgreifenderer Galoppade.
      Zusätzlich arbeiteten wir an der Versammlung in den Kurven. Die Parcours wurden schnittiger und so musste auch Denahi sich in manchen Linienführungen wesentlich besser ausbalancieren und gut an den Hilfen stehen. Erst als diese Grundlagen verbessert waren, wagten wir uns langsam an technische Aufgaben wie neue Kombinationen und neu eingebaute Wendungen.
      Denahi wurde zweimal die Woche gesprungen. Zweimal die Woche stand wiederum Gymnastikarbeit an, entweder geritten oder an der Longe. Und zweimal die Woche gingen wir wiederum ins Gelände, um ihre Kondition und Balance zu schulen. Außerdem brauchten auch Hochleistungssportler mal eine Auszeit, weshalb die Geländetage neben dem einen komplett freien Tag wichtig für die Muskulatur und den Geist der Stute waren.
      Und ganz nebenher ritten wir fast jedes Mal an einen Fluss, Bach oder See. Erst ritten wir immer nur vorbei, dann mit Begleitung, wobei das Begleitpferd immer zufrieden ins Wasser stiefelte und wir arbeiteten weiter an dem, was bereits Johanna, Denahis Besitzerin, fleißig geübt hatte: Die Angst vor dem Wasser verlieren.
      Es war schon gut, wenn Denahi auch nur in die Nähe des Wassers ging, mehr wollte ich vorerst nicht. Und nachdem dieser Schritt gemacht war, baute ich Wassergräben in das Training ein. Erst kleine unter den eigentlichen Sprüngen und dann ohne Stangen darüber. Mit Stangen darüber hatte sich Denahi immer noch ganz gut motivieren lassen, bei dem alleinigen Wassergraben brauchte es jedoch drei Anläufe, ehe sie nicht mehr scheute.
      Ab da gingen wir einfach über Gewohnheit. Denahi zögerte noch lange bei jedem Wassergraben, doch sie sprang, wenn man sie nur beherzt genug dazu motivierte. Und es bedurfte immer wieder Wiederholungen. Wieder und wieder an den Wassergraben heranreiten und Denahi motivieren. Es wurde auf jeden Fall besser und irgendwann befand sich die Stute auf einem sehr guten Trainingsstand.
      Somit rief ich ihre Besitzerin an und vereinbarte die Heimfahrt. Denahi hatte keinerlei Probleme mit der L-Höhe. Auch Kombinationen, Wendungen und neue Parcourslinien saßen einwandfrei. Sie hatte konditionsmäßig auch noch einmal gut aufgebaut und schön viel Kraft entwickelt, mit welcher sie sich deutlicher auf die Hinterhand setzen konnte. Ebenso hatte sich ihre Springmanier verbessert, was aber aufgrund der anspruchsvolleren Höhe beinahe von alleine funktioniert hatte.
      Ihre Wasserphobie hatten wir nicht gänzlich ändern können, aber sie war zumindest weniger geworden. So lange, wie es sich um Wassergräben als Hindernis handelte, welche links und rechts ein Ende hatten, sprang Denahi. Bei zu starker Spiegelung der Sonne zögerte sie ab und an noch, doch eine halbe Parade reichte stets, um die Stute wieder an die Hilfen zu bekommen und sie souverän springen zu lassen.
      Also ging es für Denahi wieder nach Hause, diesmal um einiges an Erfahrung reicher. Die tolle Stute würde ihrer Besitzerin sicherlich noch viel Freude machen und ich war gespannt, wann wir uns mal auf einem Turnierplatz wiedersehen würden, denn der Turnierkarriere der Stute stand auf jeden Fall nichts im Wege.
    • adoptedfox
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      CHH’ Mr. Buckminster | Sorayia | CHH’ Fleeing Skipping Stone | CHH’ Mahduri | Tag, you’re it!
      CHH’ Comeath | CHH’ Zéniba | CHH’ Stanley | Newton | Aywy
      Sajé | Glamour of Death | Smelyalata | Sekuoia | Cryfirra
      PFS’ Phaeleh | Bear Brooks Denahi | Flúx | CHH’ Primary Secession | Seoki
      Siúil A Rún | Amplitude | Sweet Disaster | Northern Downpour | Cyoue
      London Grammar | Losco | Aikon Aszu | CHH’ Elhae | CHH’ Chroma | Mellow
      CHH’ Ian | CHH’ Guinness | CHH’ Jeevan | CHH’ Polychromed Biosphere | Élon
      Percy | Wilfred | Quiet Giant | Pudgy | Liav HMJ 4549

      Die letzten Tage des Sommers vergingen wie im Flug. Ich sog die frische Luft des Morgens tief ein und machte mich, mit einem lachenden und einem weinenden Auge, auf den Weg zu den Pferden. In zwei Wochen würde mein Praktikum auf den Chattahoochee Hill’s enden. Ich würde vieles hier vermissen, doch ich freute mich auch schon auf meine bevorstehende Ausbildung als Trainerin. “Guten Morgen!” rief ich in den Stall und half dabei die Pferde auf die Weiden und Paddocks zu bringen. Sekuoia, Flúx und CHH’ Guinness blieben als einzigste im Stall zurück. Nach einer kurzen Besprechung in der Sattelkammer trennten sich die Wege der Pfleger und Trainer in verschiedene Richtungen. Bevor ich mich meinen Aufgaben widmete, ging ich an den Zaun der großen Weide und beobachtete eine Weile die Pferde. “Sei nicht traurig. Wer weiß, vielleicht sitzt du in ein paar Jahren selbst am Schreibtisch und planst das Training der Pferde hier.” munterte Cooper mich auf und stieß mir ihren Ellenbogen sanft in die Rippen. Ich lächelte.
      “Vielleicht hast du Recht.”

      17. September 2020 - Pflegebericht - 1046 Zeichen
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  • Album:
    |CHH Mares|
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    Cooper
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    4 Aug. 2020
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  • [​IMG]
    Bear Brooks Denahi

    Denny

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    Exterior

    Rasse Englisches Vollblut
    Herkunft Kanada
    Geschlecht ♀
    Alter 7

    Stockmaß 166
    Deckhaar Red Roan
    Langhaar rot
    Abzeichen unterbrochene Blesse

    vr [x] | vl [x]| hr [] | hl [x]

    [​IMG]

    Interior

    freundlich | ausgeglichen | sozial

    Charakter/ nature
    Bear Brooks Denahi ist eine freundliche und umgängliche Vollblutstute.
    Obwohl sie aus einer englischen Zucht für Rennpferde stammt, hat sie kaum Rennerfahrung.
    Mit vier Jahren wurde die Stute in der englischen Reitweise ausgebildet
    und zeigt sich seither vielseitig talentiert. Bear Brooks Denahi ist fleißig
    und stets darum bemüht ihren Menschen zu gefallen. Ihre einzige Schwäche ist Wasser.
    Ob die Pfütze auf dem Reitplatz, der Strahl aus dem Schlauch oder der
    Wassergraben unter dem Hindernis - Wasser ist unheimlich. Die Stute ist handelbar,
    aber es bedarf eine Hand voll Überzeugungskraft und starke Nerven.

    Beschreibung/ description
    ///

    Sozialverhalten/ social behavior

    1 (schwierig)-5 (unproblematisch) points
    herd [5] | conspecific [5] | towards humans [5]

    Problematiken/ Ängsten
    Wasser

    [​IMG]

    Breed Information

    Körschleife
    xxx

    Nachkommen
    xxx

    Gencode
    xxx

    Besitzer Cooper Chattahoochee
    VKR sadasha
    Ersteller sadasha
    Zucht BearBrook EC

    Ancestry
    aus der♀ Bear Totem's Denali
    von
    aus der


    von♂

    von
    aus der

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    Achievements & Qualifications
    eligbility: Springen | Distanz | Dressur
    Dressur E A L M S S* S** S***
    Springen E A L M S S* S** S***
    Military E A L M S S* S** S***

    Distanz E A L M S S* S** S***
    Rennen E A L M S S* S** S***
    Western E A L M S S* S** S***
    Fahren E A L M S S* S** S***


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    Grinds & Successes

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    SW512


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    Training & Educational State
    Fohlen ABC [X] | Eingeritten [X] | Rittigkeit [5] | Gelassenheit [4]
    1(schwierig)-5(unproblematisch)
    Halftern [5]
    Trensen [5]
    Satteln [5]
    Führen [5]
    Putzen [5]
    Anfassen [4]
    Ladefromm [4]
    Schmiedefromm [4]

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    Health Condition
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    (TA + HS) Verzeichnis
    Chronische Erkrankung
    xxx
    Akute Erkrankung
    xxx

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