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Waldvoegelchen

Badawi - Araber - Hengst

Badawi - Araber - Hengst
Waldvoegelchen, 9 Juli 2015
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    • Waldvoegelchen
      Vergangene Berichte

      Ally Ankunft von Cinn, Badawi, Nanook und Unitato
      Heute sollte wieder ein stressiger Tag werden, aber so war das eben, wenn man einen eigenen Hof mitten in Kanada besaß. Die Zuchthengste hatten gestern wieder Stress gemacht, weil ein paar der Stuten rossig geworden sind, aber wir hatten nur Lucero mit Season's Princess verpaart - Die anderen Hengste mussten leiden. Außerdem hatte ich mich entschieden, Smarty Jones und Marly's Pluie abzugeben, denn die beiden passten leider kaum in meine Zucht. Stattdessen hatte ich eine wunderschöne Palomino Traber Stute im Internet gesehen und sie würde eine perfekte Partnerin für meine Stute Bree abgeben, also hatte ich mich mit der Besitzerin in Kontakt gesetzt. Ob sie wirklich zu uns kommen würde, war noch unklar. Bei ihr stand allerdings auch der Friesenmixhengst Classic Cinnamon, der schon etwas länger zum Verkauf stand, durch sein unreines Blut aber noch keinen Interessenten gefunden hatte. Der Gute gefiel mir aber so sehr, dass ich nicht wiederstehen konnte und auch ihn zu mir auf den Hof holte. Außerdem hatte ich noch einen Araberjährling gefunden, der perfekt für meine geplante Hannoveranerzucht war, natürlich als Veredler. Und ein Highland Pony Züchter hatte mir eines seiner Fohlen angeboten, dass ich natürlich auch kaufte, allerdings sollte Nanook nur ein Profitpferd sein. Ich würde ihn großziehen, ausbilden lassen und dann wieder verkaufen, damit ich mehr Geld für neue Hannoveraner und Saddles hatte. An wen war noch unklar. Das gleiche galt für Unitato, der aus der Zucht meiner guten Freundin Janina stammte: Er war ein Quarter Horse, sollte aber genau wie Pluie sowohl Englisch als auch Western ausgebildet werden. Alles lief also auf Hochtouren und ich konnte es kaum erwarten, ein weiteres Fohlen aus meiner Saddlebred Zucht zu verkaufen und meinen ersten Hannoveraner zu kaufen.
      Heute kamen Badawi, Unitato, Cinna und Nanook an, also bereitete ich früh morgens die vier Boxen vor und nach halb 10 rollte der Hänger mit Unitato und Cinna auf den Hof. Die beiden waren ziemlich ruhig beim Verladen und ich konnte sie sofort in ihre Boxen stellen. Danach kamen noch Badawi und Nanook: Badawi zeigte uns sofort sein Temperament und stolzierte an der Stutenweide entlang, während Nanook fast gegen den Hänger rannte und dann aufgedreht herum stampfte. Auch die beiden konnten wir gut in die Boxen bringen. Abends fütterte ich alle Pferde dann noch und die vier hatten sich perfekt eingelebt.

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      Ally Vollgestopfter Sonntag
      Es war Sonntag. Jeder andere würde ausschlafen und sich auf den nächsten Tag vorbereiten, denn Montag hieß entweder Schule oder wieder Arbeit. Für mich hieß Sonntag aber, so wie jeder andere Tag in der Woche, um 6 aufstehen und die Pferde füttern. 20 mal zwischen Box und Futterkammer hin und her rennen und das alles bis 7 fertig kriegen, denn um 8 sollten alle Pferde auf die zugehörigen Weiden. Grölend schleppte ich mich aus dem Haupthaus heraus am Büro entlang und begrüßte Colton, mein Mitbewohner und Stallbursche. Ich wunderte mich immer, wie er schon morgens um 6 so wach und fröhlich sein konnte, aber nachdem ich erfuhr, wie viel Kaffee er trank, wurde mir so einiges klar. Er begrüßte mich mit einem freundlichen "Hallo!" und schob mir eine Tasse Kaffee hin. Eigentlich hasste ich Kaffee, aber so oft wie ich früh aufstand, brauchte ich Koffein. Um fünf nach war die komplette Tasse leer und Colton machte sich auf den Weg in die Zuchtstallungen, während ich den langen Spaziergang bis zum großen Offenstall hinter mich brachte. Drei Eimer voller Futter schleppte ich schon hinter mir her und sobald ich die Stalltür öffnete und das Licht anmachte, riefen mir ein paar Pferde entgegen. "Ich hab Hunger!" "Ey S*hlampe, auch mal wieder da?" ... Nein, Scherz, sie wieherten nur, aber könnten sie reden, würden sie genau das sagen. Erst ging es zu Smarty Jones, der mich dankend anprustete, bevor er sein Müsli ins Maul stopfte, und danach zu Marly's Pluie, die neidisch zu Smarty herüber sah, bevor sie ihr eigenes Futter entdeckte. Dann bekam Skyrim seinen Müsli und ich musste neuen holen, bevor auch Bree und Cinn ihr Futter bekommen konnten. Dann stieg ich ins Auto und fuhr hinüber zur Fohlenweide, wo ich Bacardi, Siberia, Love, Bee, Badawi, Nanook und Unitato zusammen auf die große Weide ließ, nachdem sie ihr Futter bekommen hatten. Ich räumte dort im Stall ein wenig auf, bevor es zurück zum Hauptstall ging. Colton sattelte dort gerade Lucero und führte ihn zum Platz und ich entschied mich, Skyrim aus seinem Stall zu holen und ebenfalls zu satteln. Er war brav wie immer, nur ein wenig hibbelig, weil er bisher nur in der Box stand. Zusammen mit Colton ritt ich ihn ein paar Runden, und testete auch seine Dressurgrundlagen wieder aus. Zum Trocken reiten gingen wir eine kleine Runde um den Hof. Dann sattelte ich Marly's Pluie und Bree und ging mit den beiden Ausreiten. Erst auf Pluie und mit Bree als Handpferd, zurück ging es dann auf Bree und mit Pluie als Handpferd.
      Es war jetzt schon 14 Uhr und alle Pferde standen glücklich auf der Weide. Ich entschied mich, wieder zum Fohlenstall zu fahren, wo mich Nanook fröhlich begrüßte. Ich putzte ihn kurz und auch Siberia und Love durften eine kurze Striegelmassage bekommen. Colton kam um circa 15 Uhr herüber und wir nahmen Unitato und Bacardi auf einen kleinen Spaziergang zum See. Es war leider noch zu kalt, um die beiden ins Wasser zu lassen, sie tranken es aber fröhlich. Abends kam ich noch einmal wieder und putzte die Zuchtpferde mit Colton zusammen, dann kamen alle wieder in ihre Boxen mitsamt den Fohlen und ich konnte mich erschöpft in die Dusche stellen.

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      Ally Ein langer Tag
      Das Gestüt lag keinen einzigen Tag still. Immer gab es etwas neues zu tun und jeden Tag stand ich mit einer neuen To-Do-Liste auf. Heute war auch keine Ausnahme: Die Boxen des Privatstalls mussten gemistet und der kleine Fohlenoffenstall ebenfalls abgeäppelt werden. Seufzend rollte ich mich aus dem Bett und machte mich an die Arbeit. Im Privatstall waren es nur zwei Boxen, da Nick schon ein paar gemistet hatte, um 8 Uhr ging es dann rüber zum kleinen Fohlenoffenstall. Um 9 fuhr ich dann zurück auf das Hauptgründstück, wo ich die Boxen der Saddlebreds im Zuchtstall mistete. Skyrim freute sich, mich wieder zu sehen, und ich bereitete im Zuchtstall kurz das Futter vor, schüttete es jedem in den Trog und ging dann in den Privatstall, wo alle auch ihr Futter bekamen. Dann ging es zurück zu den Fohlen - zum Glück war der Weg mit dem Auto sehr kurz - und auch die Jungpferde bekamen ihr Futter. Ich und Nick tauschten die Heuballen bei den beiden Fohlenoffenställen aus und Cadence holte Classic Cinnamon aus seiner Box. Um 11 war Hochbetrieb im Stall und langsam trudelten alle Reiter ein. Badawi wurde aus der Box geholt und longiert, Cadence ritt mit Classic Cinnamon auf dem Dressurplatz und Hayley ließ Bree erst laufen, sattelte sie dann und ritt zusammen mit Cadence auf dem Platz. Janina und Anne kümmerten sich um Bacardi und Nanook, die sich um ein wenig Zuwendung freuten, und ich holte mir Never Be und English Love Affair und ließ sie erst etwas laufen, ehe ich mit beiden eine kurze Runde um den Hof drehte. Wir besuchten ebenfalls das Hauptgrundstück und Never Be fand Gefallen an Bree, die am Putzplatz abgesattelt wurde. Dann ging es wieder zurück in den Offenstall und Siberia wurde etwas beschäftigt. Anne longierte dann Unitato und dann ging es im Zuchtstall auch langsam zu. Silenc Dream und Casablanca gingen auf den Platz, Season's Princess wurde longiert und ich schnappte mir Draugsa und drehte mit ihr draußen eine kleine Runde. Während Yanetha, Fine Frenzy und Laurencio ebenfalls bewegt wurden, holte ich Skyrim aus seiner Box und putzte ihn gründlich, ehe ich auch mit ihm nach draußen ging. Ich drehte allerdings eine etwas größere Runde mit ihm und wir gingen auch kurz am See vorbei. Um 16 Uhr wurde es etwas stiller im Stall und ich stellte alle Pferde auf die Weide.
      Um 22 Uhr wurde es sehr langsam dunkel und ich holte alle Pferde wieder rein. Ein paar der Privatpferde durften in den Offenstall, die meisten blieben allerdings in ihren Boxen. Schnaufend ließ ich mir um 23 Uhr ein Bad ein und um 24 Uhr lag ich schnarchend im Bett.
    • Waldvoegelchen
      Pflegebericht 4

      Badawi war einer meiner Neuankömmlinge auf dem Hof. Luke meinte, ich solle es doch ausprobieren, ihn mit Heimi zusammenstellen, der Araber war schließlich noch jung und Trakehner verträglich. Seitdem standen die beiden zusammen. Badawi kannte von seinem alten zu Hause schon viel und wir arbeiteten weiter mit ihm im Roundpen, so auch heute. Zwar stellte er sich hin und wieder etwas schwierig hin, doch Heimerdingers ruhige Ausstrahlung kam ihm wohl zu Gute.
      Ich holte den hübschen Araber von der Weide, wobei er einige Male mit dem Kopf schüttelte und nickte, und band ihn auf dem Hof an. Das Putzzeug stand schon bereit und Badawi musste gleich seine Nase in den Kasten stecken und ein paar Sachen rausschmeißen. Ich ermahnte ihn laut. Er stellte die Ohren auf, schaute gespannt zu mir und wartete ab, traute sich aber auch nicht, nochmal in den Putzkasten zu schauen. So tänzelte der Rappe beim Putzen hin und her, ich stellte ihn immer wieder gerade und wartete einen Moment mit dem weiterputzen, um ihm zu zeigen, er solle stehen bleiben. Gerade das Hufe kratzen war eine Tortur. es war nicht so, dass er kein Gleichgewicht hatte, er wollte einfach nur nicht. So lobte ich ihn ausgiebig, wenn er seinen Huf auch nur 1 Sekunde oben hatte.
      Nach dem Putzen legte ich ihm seinen Kappzaum an. Er wollte immer wegrennen, doch er wusste genau, dass er damit nicht bei mir durchkam. So war auch das schnell erledigt und ich konnte anfangen ihn zu longieren. Ich schickte ihn nach Außen und ließ ihn auf beiden Händen einige Runden im Schritt gehen, bis ich ihn losscheuchte. Anfangs war er schon zu Beginn einer Arbeitseinheit losgeprescht, das habe ich ihm aber schon abgewöhnt, indem ich ihn am Anfang immer einige Runden geführt habe und ihn dann bewusst losgescheucht habe, damit er sich auspowert. Das Auspowern machte ich momentan immer noch, als Belohnung für die braven Schrittrunden. Nach einigen Freudensprüngen und Haken schlagen war dann auch gut und ich konnte normal mit ihm weiterarbeiten. Die meiste Zeit ließ ich ihn in einem fleißigen Trab mit einigen Schrittpausen, den Galopp lies ich noch raus.
      Als ich fertig war führte ich ihn direkt vom Roundpen auf die Weide und zog ihm dort den Kappzaum aus.
    • Waldvoegelchen
      Pflegebericht 5

      Heute war ein wunderbarer Tag. Durch den wolkenlosen Himmel schien die freundliche Sonne auf meinen Hof hinab. Die Eiseskälte der letzten Tage fühlte sich dadurch samtig weich, aber auch auffordernd an. Ich entschied mich, heute ein wenig mit Badawi zuarbeiten. Er war deutlich umgänglicher geworden in den letzten Monaten. Er ließ sich brav von mir aufhalftern und das Stehenbleiben am Putzplatz war inzwischen auch kein Problem mehr. Ein Spielkind war er jedoch geblieben. Er war super neugierig und musste seine Nase in alles hineinstecken, was er nicht kannte. Oder er kannte es doch, wollte sich aber vergewissern, dass alles genau so war wie die letzten Male, bei denen er es untersucht hatte.
      Ich wollte mit ihm auf dem Platz ein wenig Bdenarbeit machen, also schnappte ich mir das Knotenhalfter und einen Bodenarbeitsstrick und ging mit ihm los. Auf dem Platz war er erstmal guckig, obwohl er alles kannte. Kurz ließ ich ihn, doch nach einer Weile fing ich an, ihn zu beschäftigen, da er eindeutig keine Angst hatte, sondern einfach gefordert werden musste. Ich verlangte von ihm losgehen und anhalten auf Kommando, was er mit Bravour meisterte. Dann blieb ich mit ihm stehen und machte erste Übungen zum Vorwärts/Abwärts, indem ich seinen Kopf in die Tiefe schickte. Das machte er zwar, allerdings blieb er sehr steif dabei und ließ den Hals nicht fallen, sondern spannte seine Oberhalsmuskulatur dabei an.
      Während der Übung kam Mr. Flynn am Platz vorbei, er wolle mit Susi spazieren gehen, ob ich denn mitkommen wolle. Ich stimmte zu, wollte allerdings meine Übung noch so weit voranbringen, dass wir mit etwas Positivem daraus gingen. In der Zwischenzeit holte Mr. Flynn Susi von der Koppel. Die Kleine war inzwischen unglaublich verzogen und ließ sich nurnoch mit Futter von der Weide holen. Ich sagte dem Mann regelmäßig, er müsste mal durchgreifen und nicht so gutmütig mit ihr sein, allerdings wollte er nicht, dass ich mich weiter einmischte. Sobald sie weg vom Futter war, wurde sie zeitweise zickig, beruhigte sich aber schnell wieder, wenn sie geputzt wurde, denn das liebte sie. Dann stand sie einfach nurnoch mit entlastetem Bein und hängender Unterlippe da und döste schnarchend vor sich hin.
      Als Mr. Flynn fertig war lobte ich gerade Badawi. Die Übung war komischerweise schwierig für ihn, denn ein tiefer Kopf ist die natürliche Fresshaltung eines Pferdes und geht normalerweise ohne große Muskelanspannung daher. Wir sind nicht wirklich weit gekommen. Ich hab die Übung in der Form abgeändert, dass ich ihn zuerst seinen Hals in die Länge strecken ließ und ihm dann die Anspannung nahm. Bei jeder Entspannung lobte ich ihn dann. Leider hatte ich trotzdem das Gefühl, dass er nicht ganz verstand, was ich von ihm wollte.
      Mit fiel auf, dass der schwarze Hengst noch nie hier im Gelände war, allerdings hatte ich keine großen Bedenken. Susi war sehr brav und tiefenentspannt, sodass Badawi sich an ihr ein Vorbild nehmen konnte. Lange konnten wir das aber nicht mehr machen, da der Araber bald seine Geschlechtsreife erreichen würde. Wir einigten uns auf einen kurzen Spaziergang, um es erstmal auszuprobieren. Susi zog immer wieder zum Gras, aber wenigstens dabei war Mr. Flynn konsequent, sodass sie es immer seltener versuchte. Badawi blieb alle paar Meter stehen und guckte, blieb war brav dabei. Lediglich bei einer Krähe, die gerade im Tiefflug war, spielte er sich auf. Er tänzelte auf der Stelle, hob seinen Schweif und wich mit der Hinterhand aus. Das war allerdings eindeutig nur Quatsch, denn ansonsten war er nicht angespannt und auf dem Hof begegnete er täglich Vögeln. Ich führte ihn einfach weiter und dann folgte er mir auch wieder entspannt.
      Auf dem Hof bekamen beide Ponys eine kleine Portion Möhren und wurden wieder auf die Weide entlassen.
    • Waldvoegelchen
      Pflegebericht 6

      Auch Badawi entwickelte sich zu einem jungen, prächtigen Hengst. Der Rappe wusste ganz klar mit seinem schwarzen Fell zu glänzen, so stolz trabte er die Wiesen auf und ab. Er hatte viel Temperament und Selbstbewusstsein entwickelt, das ihm bei seiner Ankunft eigentlich beides gefehlt hat. Ich wusste nicht, was ich mit ihm machen sollte. Ich hatte keine Zeit für Distanzritte und für den Reitbetrieb hier würde er sich absolut nicht eignen. Über eine Kastration hatte ich schon nachgedacht, den Gedanke schob ich immer weiter vor mich her, aber vielleicht war das am Ende die beste Lösung.
      Heute hatte der Frechdachs mal wieder Schabernack getrieben und wir hofften, dass dabei nichts passiert ist. Er meinte nämlich, einfach mal auf die Stutenweide einbrechen zu müssen und klebte wie Leim an Susi. Die war sichtlich genervt von dem großen Angeber, biss ihm in die Beine und in die Brust und schlug nach ihm aus. Also so hatte ich das kleine Schetty noch nie erlebt!
      Jedenfalls hatten wir alle Hände voll zu tun, den pubertierenden Araber von der kleinen weißen Kugel zu trennen. Als es uns gelang, sperrte ich ihn erstmal in den umgebauten Kuhstall und suchte die Stelle, an der er ausgebrochen war. Luke half mir, die Stelle zu reparieren und in Nullkommanichts waren wir auch schon fertig. Trotzdem blöd. Zäune ausbessern gehörte zwar zu den wöchentlich anfallenden Arbeiten, allerdings ist mutwillig zerstörter Zaun noch ärgerlicher, weil man weiß, dass es alle paar Tage wieder passieren kann.
      Als Maßnahme spannte ich noch eine weitere Elektrozaunlitze und prüfte den Strom - alles in Ordnung. Als ich wieder nach Badawi schaute, ging er ganz aufgeregt in der Box hin und her. Ich wusste nicht, wo ich ihn hinstellen konnte, damit er zufrieden graste. Mit den anderen Hengsten vertrug er sich leider überhaupt nicht mehr, obwohl das am Anfang kein Problem war. Ganz alleine ohne Sichtkontakt zu Artgenossen sollte er aber auch nicht stehen. Selbst das finde ich nicht gerecht, er musste irgendeinen Kumpel für Fellpflege und andere soziale Interaktionen haben. Ich stellte ihn erstmal weiter weg von den Stuten und brachte Heimi mit auf die Weide. Dem traute Badawi dann auch nicht auf die Murmel zu gehen, denn der Trakehner ließ sich gar nichts gefallen, wenn es um Streitigkeiten ging. In diesem Fall ließen sich die beiden auch zum Glück erstmal in Frieden.
      Da Badawi keine ernsthaften Verletzungen davongetragen hatte, eher ein paar blaua Flecke, wollte ich trotzdem noch einmal Susi kontrollieren. An ihr war auch nichts zu sehen, sie war nur leider noch immer etwas aufgeregt. Ich fing an, ihren Rücken zu kraulen und zu massieren und steckte ihr ein Leckerchen zu. Genau nach dem war sie plötzlich viel entspannter. Ich lachte und gab ihr ein Weiteres. Sie bekam nicht sonderlich oft Kekse, weil sie nunmal nur vom Angucken von Futter zunahm, aber hin und wieder war das okay. Ich streichelte ein letztes Mal über ihren samtigen Kopf, bevor ich mich anderen Aufgaben zuwandt und dabei über Badawi nachgrübelte.
    • Waldvoegelchen
      Pflegebericht 7
      Hengstkampf

      Ich saß mit Luke und Mr Flynn gemütlich bei Kaffee und Kuchen im Wohnzimmer. Das Feuerholz im Kamin verbreitete eine wohlige Wärme und es herrschte eine angenehm vorweihnachtliche Stimmung. Es war schön, die Sorgen mal ganz weit weg zu lassen und sich einfach nur um das Hier und Jetzt zu kümmern. Luke berichtete uns von seiner neuen Freundin. Die beiden waren frisch verliebt und erst zwei Wochen zusammen. Ich freute mich für die beiden. Sie wollte morgen vorbeikommen. Mit Pferden hatte sie nichts zu tun, hatte sogar etwas Angst vor den großen Tieren, aber schön fand sie die trotzdem.
      Nachdem der Kuchen verputzt war, schlug ich einen kleinen Spaziergang vor. Mr Flynn entschied, dass wir doch die Ponys mitnehmen konnten. Gesagt, getan. Ridcully und die weiße Stute wurden von der Weide geholt, und da wir kein drittes kleines Pony hatten, holte ich Dashing Blade. Der Hengst konnte sowieso nie genug Bewegung haben. Wir kratzten die Hufe der Tiere, Blade trenste ich auf und die Ponys durften mit Halfter und Strick mitkommen. Das schlimmste, was die tun konnten, war am Wegrand stehen bleiben und Gras fressen, wobei wir das schon ganz gut im Griff hatten.
      Blade benahm sich ausgesprochen gut beim Spaziergang. Er war zwar allgemein ein sehr liebes, personenbezogenes Pferd, aber das Tempo war absolut nicht seins. Die Kleinen gingen nunmal nur halb so schnell wie er. Ich musste ihn zwar ab und an etwas bremsen und eine Volte drehen, aber irgendwann hatte er herausgefunden, welche Geschwindigkeit wir von ihm wollten. Wir brauchten für eine Runde von 4km so etwa 45Minuten, aber wir haben auch keine Eile gehabt.
      Als wir wieder zurückkamen hörten wir nur Gequitsche von Pferden von der einen Hengstweide. Normalerweise vertrugen sich die Hengste ganz gut, aber sowas kam trotzdem ab und an mal vor. Als das Gezicke aber nicht aufhörte, drückte mir Luke Ridcully in die Hand und ging zu der Weide. Dazwischen gehen konnte er eh nicht, das war zu gefährlich. Ich band die Pferde an und ging ihm nach, Mr Flynn blieb am Putzplatz und kümmerte sich um die Tiere.
      An der Weide war ich ganz erschrocken. Badawi hatte sich schon wieder von seiner Weide befreit und forderte gerade Peacekepper heraus. Der ging eigentlich nie gegen etwas an und war eher rangniedrig, doch von so einem kleinen frechen Halbstarken ließ er sich dann doch nichts gefallen. Badawi versuchte immer, von hinten auf den älteren Hengst loszugehen, doch der schlug nach unzähligem Androhen dann aus und traf den Araber an der Brust. Das sah schon nach einem fiesen Treffer aus, ich hoffte da war alles gut gegangen. Badawi wandte sich aub und Peacekepper jagte ihm mit angelegten Ohren im Tiefflug nach, blieb dann aber irgendwann aufgeplustert und pustend stehen. Ich nutzte die Gelegenheit und fing den Rappen ein, der gerade sehr nah am Zaun stand, was das alles sehr einfach machte.
      Ich brachte ihn zunächst in eine Box. Dieses Pferd war echt ein Meister im Zerstören von Zäunen, wir musste also schon wieder eine Schwachstelle finden. Einfach durchschlüpfen konnte er bei sich nämlich nicht, dafür waren die Balken zu nah aneinander.
      Ich untersuchte ihn nochmal auf offene Stellen, aber fand nichts. Vermutlich wurde er wirklich nur einmal an der Brust getroffen, wo er wohl jetzt eine Prellung haben würde. Luke untersuchte derweil den Trakehner nachdem der sich beruhigt hatte, fand aber auch nichts. Wir würden die beiden die Tage beobachten und wenn uns etwas auffällt, noch den Tierarzt rufen. Bisher sah aber alles so aus, als wären wir mit einem Schrecken davongekommen.
    • Waldvoegelchen
      Helena liegt flach

      Kopfschmerzen plagten mich, als ich mich aus dem Bett quälte. Ich konnte mich kaum auf den Beinen halten und so richtig klar sehen fiel mir auch schwer. Diese Erkältung hatte mich richtig erwischt. Ich zog mir schwerfällig warme Kleidung über meinen Schlafanzug. Eine enge Jeans hätte ich kräftemäßig nicht mehr über meine Beine bekommen. Ich schlurfte die Treppe herunter und Luke schaute mich finster an. "Was amchst du hier unten? Geh wieder ins Bett!" befahl er mir. Bevor ich etwa erwidern konnte, drehte er mich an meinen Schultern um und half mir nach oben. "Ich kümmere mich um alles, bis es dir wieder gut geht." gab er sein Versprechen. Ohne die warmen Klamotten auszuziehen, fiel ich wieder ins Bett und war sofort weg.
      Luke derweilen machte sich auf und besorgte sich Karren und Schippe. Eine nach der anderen schob er sie leer zu den Weiden und voll wieder zurück. Unermüdlich säuberte er die Grasflächen, bis alles vorbildlich aussah. Daraufhin brachte er Dashing Blade zum Putzplatz und striegelte sein glänzendes Fell. Dabei wurde er desöfteren von dem goldenen Hengst angeknabbert, nie grob, sondern immer liebevoll. Luke arbeitete mit Blade auf dem Roundpen und das Pferd zeigte richtig, was er konnte. Nach einer anfänglichen Zurschaustellung seiner prächtigen Gänge fing er an, gut mitzudenken und fleißig zu sein.
      Die gleiche Prozedur wiederholte er mit Peacekepper. Der war heute allerdings sehr aufgewühlt und sah hinter jeder Ecke Gespenster. Bei ihm hatte Luke wirklich Mühe, Konzentration zu fordern. Ständig sprang das farbige Pferd zur Seite und guckte durch die Gegend, anstatt ordentlich und entspannt zu laufen. Das war wohl der Frühling, der in seinen Gliedern steckte.
      Badawi und Felicitas bekamen heute einen Tag Pause. Luke holte sie zwar raus und Mr. Flynn war so nett, die beiden zu putzen, aber das war es dann auch. Die Jungspünde hatten sowieso besseres zu tun. Zum Beispiel toben auf der Weide oder grasen oder Schabernack machen. Mit Bocksprüngen verabschiedeten sie sich also in den freien Tag.
      Jack und Heimerdinger holte Luke gleichzeitig. Mr. Flynn hatte auch Lust, mal wieder auf einem größeren Pferd zu sitzen. Luke machte Heimi fertig und entdeckte eine kleine Wunde am Bauch, zum Glück nicht in Sattellage. Die desinfizierte er kurz, aber etwas ernstes war es nicht. Mr. Flynn massierte Jack regelrecht mit den Bürsten, das ließ sich der braune Hengst sichtlich gefallen. Geputzt und ausgerüstet drehten die beiden dann eine recht große Schrittrunde, sodass der Himmel sich langsam rosa färbte, als sie zurückkamen. Die Pferde wurden glücklich und zufrieden auf die Weide entlassen und grasten friedlich vor sich hin.
      Da sieht man mal, auf meine Männer kann ich mich verlassen.
    • Waldvoegelchen
      Kälteeinbruch

      Furchtbar warm war es hier nie. Aber wenn man wenigstens 13°C misst und am nächsten Tag plötzlich nurnoch 5°C, dann tut es verdammt nochmal weh! Einerseits am Kopf, denn auf Wetterumschwünge reagierte ich empfindlich, andererseits an den Händen, weil kalte Finger + harte Arbeit = nicht sooo schön. Aber meckern konnte man viel, das war den Pferden auch egal. So schleppte ich mich also nach draußen und äppelte die Koppeln ab. Peacekepper kam ganz neugierig an und hatte kurzerhand dann doch Schiss vor dem Mistkarren, den er schon tausendmal gesehen hatte. Als er dann zum dritten Mal ankam, schickte ich ihn bestimmt weg, denn so kam ich nie zu irgendwas.
      Als ich fertig war, was hier ja leider alleine immer ziemlich lange dauerte, schnappte ich mir Dashing Blade von der Wiese. Er wurde einmal übergeputzt und longiert. Ich arbeitete mit ein paar Stangen, ließ ihn sich ordentlich strecken und richtete ihn zwischenzeitlich rückwärts, um ihn von da antraben zu lassen. Er machte das hervorragend und war erstaunlich konzentriert. Ich fand noch ein Leckerli in der Tasche, dass er genüsslich fressen durfte.
      Mit Jack ging ich ins Gelände. Ich ritt viele Tempoveränderungen, hauptsächlich im Galopp. Im Trab ließ ich ihn ein paar Hügel rauflaufen. Man merkte, dass er dann angaloppieren wollte, weil das weniger anstrengend war, er blieb aber trotzdem immer im richtigen Tempo. Seine Kondition ist momentan echt auf Höchstform, um ihn noch weiter zu fördern fehlte mir leider die Zeit. Da er etwas stärker geschwitzt hatte, entließ ich ihn mit einer Abschwitzdecke auf die Weide, die ich ihm später wieder abnehmen würde.
      Mit Peace machte ich heute ein wenig Schrecktraining. Dabei war es mit wichtig, dass er zwar auch vor den Dingen an sich keine Angst hatte, aber hauptsächlich, dass er auf mich achtete und sich entspannte, wenn ich es tat. Das war schwieriger, als ich es gewohnt war, da ich eigentlich nur neugierige, ruhige Pferde hatte. Jedenfalls hatte ich das Gefühl, wir machten eher Rückschritte als Fortschritte bei dem Thema. Beim Reiten blieben wir wenigstens auf unserem Stand, aber voran kamen wir leider auch nicht so wirklich.
      Badawi lotste ich auch zur Bodenarbeit. Er sollte Gehorsam lernen und aufmerksamer dem Menschen gegenüber sein. Ich führte ihn über den Hof und forderte mit Aufgaben seine Aufmerksamkeit. Er ließ sich immer wieder ablenken, doch kam zu mir zurück, wenn ich etwas von ihm verlangte. Trotzdem tänzelte er noch zu viel um mich herum, wenn er stehenbleiben sollte. Wenn er sich bewegte, wenn er stehen sollte, schickte ich ihn ein paar Schritte zurück und ging wieder ein paar vor und blieb wieder stehen. Doch sobald sein Fokus wieder auf etwas anderes gelenkt wurde, tänzelte er wieder herum. Als ich ihn zehn Sekunden stehen lassen konnte, beendete ich das Training. Ein kleiner Erfolg, aber besser als nichts.
      Felicitas hatte heute frei. Ich beobachtete sie, wie sie graste. Sie war eine schöne junge Stute geworden. Normalerweise quirlig, sah sie so friedlich schon beinahe elegant aus. Ich freute mich schon darauf, zu sehen was die Dressurarbeit mit ihr brachte. Auch, wenn ihre Stärke definitiv im Gelände liegen würde.
    • Waldvoegelchen
      Heute war ein kleiner Ausritt geplant. Mr Flynn setzte sich auf Jack, Luke auf Heimerdinger, Helena auf Peacekepper und eine Freundin von Helena auf Dashing Blade. Alle machten ihre Pferde selbst fertig, dann ging es auh schon raus ins Gelände. Die Pferde waren brav und keiner wollte überholen. Allerdings ging die Truppe auch nicht das Risiko ein, zu galoppieren. Das konnte weder Peace noch Blade gut, deshalb blieb es beim Trab als schnellste Gangart. Spaß hatten alle trotzdem. Es wurde viel gequatscht und gelacht und die Pferde waren tiefenentspannt. Die Sonne kitzelte allen auf der Nase, die Frühjahrswärme tat gut. Als alle wieder auf dem Hof ankamen, freuten sich die Pferde auf eine Extrahand voll Müsli. Das gab es manchmal als Belohnung.
      Im Anschluss schauten Helena und Luke noch nach Felicitas und Badawi. Bei denen sah auch alles prächtig aus. Die beiden hatten aber heute frei und musste nichts tun. Badawi brutzelte ein wenig in der Sonne und Feli senkte ihren Kopf in das frische Gras. Für die kleine ein echter Festschmaus. Bald würden die beiden auch eine Karriere als Reitpferd einschlagen.
    • Waldvoegelchen
      Auch ein Beauty Tag muss mal sein. Zuerst holten Helena, Luke und Mr. Flynn Badawi, Felicitas und Dashing Blade von den Koppeln und putzten die Pferd gründlich. Gewaschen wurde nicht, dafür war es sowohl zu kalt, als auch zu nass, sodass die Tiere sofort wieder dreckig wären. Heute ging es eher um Zeit mit den Pferden. So hatte das augiebige Putzen eine massierende Wirkung. Badawi hatte zwar keine Lust, stehen zu bleiben, deshalb war es für ihn noch ein gutes Geduldstraining.
      Nach den Dreien kamen Heimerdinger, Jack und Peacekepper an die Reihe. Die Hengste genossen es sichtlich und dösten friedlich während sie verwöhnt wurden. Anschließend brachen Helena, Luke und Mr. Flynn noch zu einem kurzen Spaziergang auf. Die klare Luft tat gut und die Pferde freuten sich, nicht arbeiten zu müssen. Nach dem Spaziergang wurden alle wieder auf ihre Koppel entlassen.
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  • Album:
    Wohlverdienter Ruhestand
    Hochgeladen von:
    Waldvoegelchen
    Datum:
    9 Juli 2015
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    Von: Unbekannt
    Aus der: Unbekannt
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    Rasse: Araber
    Geschlecht: Hengst
    Geburtsdatum: 04.04.2013
    Farbe: Rappe
    Stockmaß: wird ca. 1,55 m
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    Beschreibung:
    Badawi ist zwar kein Problemfall, kommt uns aber öfter vor wie einer. Er ist extrem schüchtern und rennt auf der Weide vor dem Halfter weg, scheut vor alles und jedem und Bodenarbeit ist mit ihm unmöglich. Trotzdem ist er sehr intelligent, wenn man mal sein Vertrauen und seine Aufmerksamkeit hat, denn oft kann er auch von den anderen Pferden abgelenkt sein. Wir wollten ihn schon lange von den Fohlen trennen, aber der Kleine schreit bei den Erwachsenen immer so herum, dass wir es für besser hielten, ihn doch bei Bee, Love, Bacardi und den anderen zu halten.
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    Ersteller: Waldvoegelchen
    Besitzer: Ally
    Vorkaufsrecht: Waldvoegelchen
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    Springen E - Dressur E
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    PSD | offizieller Hintergrund