Gwen

Back To Business

Deutsches Reitpony ♂

Back To Business
Gwen, 22 Aug. 2017
Zaii und Elii gefällt das.
    • Gwen
      Trainingsbericht 27.01.2015 – Springen E-A
      © Samarti

      „Was?! Du hast Elena schon wieder ein Deutsches Reitpony abgezogen?“, rief ich gespielt spöttisch aus, als Janina sich am Telefon meldete und mich darum bat, fünf ihrer Deutschen Reitponys zu übernehmen – zum Training. Eigentlich hatte ich mich nur für zwei oder drei von ihnen gemeldet, doch die übereifrige Reitponyfanatikerin hatte mir alle fünf aufgehalst, weshalb ich nur seufzend zustimmte, um ihr einen Gefallen zu tun.
      Bereits drei Tage später erreichten mich die fünf Reitponys. Es war allein eine Kunst gewesen, alle fünf nach Kanada zu verschleppen, denn bis die den VET-Check einmal alle bestanden hatten, war eine halbe Ewigkeit vergangen; zumindest, wenn man den Aussagen Janinas Glauben schenkte.

      „Na, Kleiner? Bereit fürs Training?“, begrüßte ich Back to Business, meinen ersten Kandidaten – der junge Hengst sollte in der Disziplin Springen auf ein schönes A-Niveau trainiert werden. Janina hatte mir erzählt, dass er bereits die Grundlagen des Springens beherrschte, auch schon ein wenig auf die Klasse A vorbereitet worden war und so sah ich es nicht als großartiges Problem, direkt auf E-Niveau einzusteigen. Zwar wurden durchaus ab und zu kleinere Sprünge ins Training mit einbezogen, dennoch warfen wir unser Auge eher darauf, Business auf das nächsthöhere Niveau vorzubereiten und nicht darauf, auf einer Stufe stehenzubleiben und auf der Treppe nicht mehr weiter hochzugehen.
      So kam es, dass wir nach nur wenig Zeit, die Back to Business bei uns verbracht hatte, bereits die niedrigeren A-Sprünge aufstellten. Mit einer Höhe von 90 bis maximal 95 Zentimetern war dies noch keine allzu hohe Steigerung im Vergleich zum E-Niveau, dennoch wollten wir uns langsam steigern und nichts überstürzen, um den Palomino nicht zu überfordern.
      Obwohl Back to Business doch sehr temperamentvoll und energiegeladen war, war er während des gesamten Trainings ziemlich konzentriert, schien ihm das Springen nicht gerade wenig Spaß zu machen – auch an Schwung aus der Hinterhand mangelte es ihm nicht. Das einzige, was bei ihm etwas problematischer wurde, war sein etwas stärkerer Vorwärtsdrang, den er nur zu gern völlig offensichtlich darlegte und zeigte. Teilweise musste ich ihn stark zurücknehmen, damit er mir nicht Hals über Kopf in das nächste Hindernis krachte, was besonders zu Anfang des Trainings gefährlich für uns beide hätte ausgehen können, mit der Zeit jedoch legte sich dieses hibbelige Auftreten etwas. Je länger und öfter wir trainierten, desto leichter wurde er zu händeln. Auch, wenn er es immer etwas eiliger hatte als ich, so gewöhnte man sich doch nach einiger Zeit auch daran und es war wohl nicht zu weit hervorgeholt, wenn man sagte, dass wir zwar unsere Zeit zum Warmwerden benötigten, später jedoch als Team miteinander arbeiten konnten.
      Aufgrund des jungen Alters des Reitponys war er teilweise noch sehr unbalanciert und ihm mangelte es noch etwas an Gleichgewicht, weshalb das Training immer mal wieder stockte und wahrscheinlich auch einiges mehr an Zeit und Geduld in Anspruch nahm, als ältere Pferde dies benötigt hätten. Trotzdem gab er sich sichtlich Mühe und sein Potential konnte man auch trotz alledem nicht verleugnen: Mit dem richtigen Training könnte er sicher erfolgreich im Sport laufen, sofern Janina ihn dafür vorsah.
      Nachdem die Sprünge auf dem niedrigeren A-Niveau sicher klappten, näherten wir uns immer mehr den höheren Anforderungen an – in einer Springprüfung der Klasse A konnten die Hindernisse eine Höhe von bis zu 110 Zentimetern und eine Weite von 125 Zentimetern aufweisen, was im Vergleich zu E dann doch eine relativ große Veränderung war. Auch, wenn wir stets Cavalettiarbeit einbauten und auch andere Denkspiele nutzten, um Back to Business bei Laune zu halten, hatte ich das Gefühl, dass er dies zumindest momentan gar nicht benötigte. Bei ihm hatte ich nicht einmal das Problem gehabt, dass er nicht bei der Sache war oder sich schnell ablenken ließ; dennoch ging ich lieber auf Nummer Sicher und nutzte abwechslungsreiches Training gut und gerne mal.

      Es dauerte zwar wirklich seine Zeit, bis ich Janina bestätigen konnte, dass Back to Business nun A-fertig war, doch umso stolzer war ich dann letztendlich auf das Ergebnis: Nicht nur sein Niveau hatte sich verbessert, auch hatte er in der Zeit einiges an Balance dazugewonnen; auch, wenn diese noch verbesserungswürdig war.
    • Gwen
      Trainingsbericht 26.02.2015 – Dressur E-A
      © Samarti

      Schon im Februar erwartete mich Back to Business wieder, diesmal sollte ich ihn jedoch in der Dressur auf ein A-Niveau bringen.
      Die Klasse A in der Dressur hatte einiges an neuen Anforderungen, die auf diesem Niveau dazukamen, welche wir Business näherbringen sollten. Während zwei neue Hufschlagfiguren auf ihn warteten, durfte er sich ganze zwei Tempi und vier Lektionen aneignen, doch ich war mir sicher, dass das keine Hürde war, die wir nicht bewältigen würden.

      Beginnen taten wir mit den ersten Hufschlagfiguren – diese bestanden lediglich aus Schlangenlinien mit vier Bögen und zehn Meter-Volten im Trab. Aufgrund der teilweise schwankenden Balance des Reitponys war es anfangs schwierig für Business, engere Wendungen zu reiten, doch nach einiger Zeit verbesserte er sich stetig.
      Auch die beiden neuen Gangarten, die in einer A-Dressur dazukamen, benötigten vergleichsweise nicht viel Übung. Der Mitteltrab und der Mittelgalopp waren nichts, das uns länger als nötig aufhielt.
      Der dritte Teil des Trainings bestand aus den neuen Lektionen – dem Viereck verkleinern und vergrößern, dem einfachen Galoppwechsel, dem Zügel aus der Hand kauen lassen und dem Rückwärtsrichten. Während die Seitengänge anfangs völlig verwirrend für den Deutsche Reitponyhengst waren, verstand Business den einfachen Galoppwechsel doch relativ schnell. Auch das Schenkelweichen, welches dem Fuchs noch nicht so ganz geheuer war, übernahmen wir noch mit ins Training, denn es bildete die Grundlage für die Lektion Viereck verkleinern und vergrößern. Auch das Rückwärtsrichten beherrschte Business bald.
      Das Arbeiten mit ihm war trotz seines Vortwärtsdrangs gut möglich und als wir es dann vollbracht hatten, war ich umso zufriedener, Janina dies mitteilen zu können.
    • Gwen
      Trainingsbericht 25.03.2015 – Dressur A-L

      „Na klar! Bring‘ die drei einfach demnächst vorbei, dann spann ich sie noch spontan mit ein“, erklärte ich lächelnd und legte dann auf. Seufzend lehnte ich mich zurück und rechnete kurz. Der Monat hatte noch sechs Tage, allerdings fielen davon zwei weg, weil ich dank des Studiums einmal nach Winnipeg musste. Also hatte ich noch vier Tage übrig, an denen ich Pferde trainieren konnte. Problem war nur, dass sich meine Auftragsliste immer mehr verlängerte. Mit Janinas Pferden war ich nun schon bei fünf Pferden und das, obwohl dieses Wochenende auch noch das Jungpferdetreffen anstand und da auch noch einmal allerhand Vierbeiner bei uns eintrudeln würden. Ich überlegte also nicht lange und griff zum Telefon.
      „Elisa? Kann ich dich mit einspannen? Notfalls geht auch Matthew, aber ich muss gestehen, dass ich deine Gegenwart bevorzuge“, erklärte ich knapp und grinsend und natürlich sagte Elisa nicht nein, auch wenn ihr Monat auch nur noch sechs Tage hatte und sie sich um ihren Dressurlehrgang kümmern musste. Hach, was waren wir für tolle Organisationskünstler! Janina erwies sich schneller als gedacht, denn kurz nachdem ich das Haus verlassen hatte, piepte mein Handy. In der SMS stand, dass sie in zwei Stunden da sein würde, also musste ich mich schleunigst auf den Weg in den Stall machen und die drei Boxen vorbereiten, damit wäre der Stall dann auch voll belegt gewesen.
      Ein ziemlich großer Trailer fuhr auf unseren kleinen Hof und blockierte direkt die Einfahrt. Janina stieg aus und grüßte mich dankend. Dann luden wir die drei Reitponys aus: Lavengo, Hibiskus und Back to Business. Lächelnd begrüßte ich die drei und brachte sie gemeinsam mit Janina in die Boxen. Janina musste dann auch schon wieder los und so konnte ich mich direkt an die Trainingspläne der drei machen. Sie würden nur eine Woche hier sein, also sollte alles husch husch gehen. Die drei standen allerdings sehr gut im Training und waren topfit, also würde ich direkt loslegen dürfen.
      Lediglich bei Lavengo machte ich mir Gedanken, da sich der Hengst erst einmal an das kanadische Klima gewöhnen musste, ehe ich ihn guten Gewissens in der Distanz fördern könnte. Also entschied ich spontan, dass ich mit ihm heute noch einen kleinen Ausritt unternahm. So würden wir beide uns kennenlernen und er frische Luft schnappen dürfen.
      Gesagt, getan. Eine halbe Stunde später saß ich auf dem Schecken und ritt los. Sein Charakter war mir von Anhieb sympathisch und er würde sich als gutes Reitpferd erweisen. Schon bei unserem ersten gemeinsamen Ritt fiel mir auf, dass der Hengst wirklich fit war und ich die Anforderungen recht schnell würde hochschrauben können. „Für dich suche ich ein paar schöne Strecken heraus“, murmelte ich grinsend und kraulte ihm den Hals, während wir uns auf den Heimweg machten.
      Vor dem Stall lief bereits Elisa auf und ab und wartete schon ungeduldig auf mich. „Endlich!“, entfuhr es ihr genervt und sie begrüßte kurz Lavengo, ehe sie ihn eingehend musterte. Bei Elisa war kein Reitpony sicher, aber Lavengo konnte sich wahrscheinlich in Sicherheit wähnen, im Gegensatz zu Back to Business. „Ich trainiere ihn!“, meinte Elisa direkt, als ich Lavengo in die Nachbarbox stellte. „Fangen wir heute an?“, fragte sie und war schon dabei, den Palomino aus der Box zu holen und zu putzen. Widerspruch war zwecklos, weshalb ich die hübsche Hibiskus aus der Box holte und auch putzte.
      Nachdem beide Pferde gesattelt waren, machten wir uns auf den Weg in die Halle und schon ging es los. „Uff, ist die klein! Meinst du nicht, wir sollten lieber bei mir trainieren?“, und das durfte ich mir die ganze Zeit über anhören, während wir die Pferde warmritten. Erst als es an die Arbeit ging, verstummte Elisa und konzentrierte sich nur noch auf Back to Business. Ich tat es ihr gleich und probierte erst einmal aus, was Hibiskus schon alles konnte. Beide Ponys sollten in der Dressur auf das L-Niveau gebracht werden, also konnten wir ganz entspannt sein, dafür waren beide nämlich wirklich schon weit. Heute verbrachten wir das Training lediglich mit dem Trainieren der Seitengänge und Übergänge. Aber wir würden die Woche genug zu tun haben und nach dem Training willigte Elisa ein, dass sie täglich vorbeikommen und Back to Business trainieren würde. „Danke!“, meinte ich lächelnd und entließ sie.
      Die Woche ging verdammt schnell herum und ich hatte alle Hände voll zu tun, neben den eigenen Pferde auch die drei Einsteller zu versorgen und vor allem zu bewegen. Umso dankbarer war ich über Elisas Anwesenheit, die mir viel Arbeit bei dem Palomino abnahm. Mit Lavengo ritt ich täglich immer größer werdende Runden in den Nationalpark, dessen Gelände sich hervorragend für Distanzritte eignete. Wenn ich dann müde, durchgefroren und meistens auch pitschnass nach Hause kam, blieb nicht viel Zeit zum Ausruhen, ehe Elisa auf der Türschwelle stand und ich schon mit Hibiskus Training weiter machen musste. Abends fiel ich dann müde ins Bett, nachdem ich mir eine heiße Dusche gegönnt hatte.
      Es war Samstag, der letzte Tag, bevor es für die drei Reitponys nach Hause gehen würde. Heute hatte Elisa Matthew mitgebracht, der uns „bewerten“ sollte. Also es war immer gut, wenn jemand anderes einem auf die eigenen Finger schaute und Matthew war dafür perfekt. Insgeheim betete ich dennoch, dass er heute einen guten Tag hatte. Elisa und ich machten die beiden Reitponys fertig, wärmten sie auf und da es einigermaßen schön war, gingen wir auf den wesentlich größeren Außenplatz. Matthew jagte uns regelrecht durch die L-Lektionen und danach waren nicht nur die Pferde nass geschwitzt. Aber sein Fazit klang gut und ich würde die beiden Ponys guten Gewissens nach Hause schicken können.
      Und dann kam für mich erst die richtige Tortur. Nachdem Hibiskus und Back to Business versorgt waren, machte ich Lavengo und mich fertig und dann ging es gemeinsam mit Matthew ins Gelände. Das Gemeine: Er saß auf einem Quad. Tja und so mussten wir einige Kilometer im flotten Trab absolvieren, Berg auf und Berg ab. Dabei setzte der momentan typische Frühlingsregen wieder ein und durchnässte uns innerhalb einer Viertelstunde. Dafür war dann das Durchqueren des Flusses nur noch halb so schlimm und umso dankbarer waren wir dann, als wir die Prüfung mit Bravour geschafft hatten, Matthew nach Hause fuhr und wir uns ausruhen konnten.
      An dem Abend rief ich noch bei Janina an und berichtete ihr von der vergangenen Woche. „Stress pur, das sag ich dir! Aber dafür sind Hibiskus und Back to Business jetzt bereit für die kommenden L-Dressuren und Lavengo hat sich in den Anforderungen der Stufe A auch gut geschlagen und darf bestimmt bald sein nächstes Distanzturnier bestreiten“, meinte ich lächelnd, aber müde. Wir machten den Abholtermin für Morgen aus und dann fiel ich vollkommen erschöpft ins Bett.
    • Gwen
      Pflegebericht 25.07.2017 - Büroarbeit
      © Elii

      Der Sommer war immer besonders stressig. Jedes Wochenende standen Turniere an, denn fast alle Pferde liefen in den unterschiedlichsten Klassen, was ein besonders gutes Zeitmanagment erforderte.
      Auch heute reichte es nur für einen kurzen Durchgang, da einiges an Bürokram anstand. Colin und Nate konzentrierten sich dafür auf das Training und waren gerade mit Coloured Belle und Golden Lights auf dem Springplatz. Danach sollten auch Dark Rubin, Colour GH’s Baila Conmigo und Long Island Icetea auf den Platz gehen. Der etwas mildere Tag heute sollte genutzt werden für Springgymnastik und Parcourspringen, je nachdem wie weit das jeweilige Pferd war.
      Poppysmic, Ékes und Tavasz hatten heute frei, genauso Kiss me Quick und Liscalina. Beides neue Stuten, die ich aus einer Insolvenz übernommen hatte. Auch Minstrel und Jacarta kamen auf diesem Weg zu uns, sowie Back to Business und die zwei Vierjährigen Dark Prince und Déchante. Da ich nicht alle behalten wollte und konnte, wurden die Pferde auf meine Freundinnen verteilt. Nur Jacarta und Minstrel würden letzten Endes bleiben.
      Da ich doch noch etwas Zeit hatte, drehte ich noch eine Runde bei den Koppeln. Am Morgen war alles noch etwas aufregender für die Pferde. Obwohl sie jeden Tag draußen standen, mussten vor allem die Hengste ihre Energie rauslassen. Cloud Nine und Clouded Sky galoppierten Seite an Seite über die Koppel, während Flavor of the Month und Flavor of the Weak bereits fertig waren mit Toben und sich eine schöne, braune Schicht aufgetragen haben. Mit dabei von der Vater-Sohn Partie waren auch Liberté’s Cresant Moon und Crescent Jewel und auch Csíny und Kalzifer standen in ihrer Nähe. Die vier grasten und sahen nur kurz hoch, als ich vorbei stiefelte.
      Die Büroarbeit sorgte nach drei Stunden doch für Kopfschmerzen, weshalb ich eine erneute Pause einlegte. Mittlerweile waren Colin und Nate mit Couleur du Deuil und Dark Chocolate aus dem Gelände zurück und berieten sich, welche Pferde als nächstes kamen. Die Wahl fiel schließlich auf Paint it Black und Császári. Für beide stand die Dressur heute an.
      Später würde wohl auch noch Romerico an die Longe kommen und ich reservierte mir Weltwunder für einen Ausritt. Dajeen hatte Glück und durfte heute freimachen.
      Bei meiner jetzigen Runde schaute ich noch bei den Kleinen vorbei. Millennium Falcon, Éllovas und Golden Cascade standen friedlich in ihrem Offenstall. Cover the Stars würde ich heute nicht besuchen. Da er momentan der einzige Junghengst war, stand er nicht am Hof.
      Seufzend schlappte ich schließlich zurück zum Haupthaus, um mich dort erneut vor meinen PC zu setzen. „Geh endlich! Du kannst morgen wieder mitmachen!“, rief mir Nate noch hinterher, was ich allerdings nur mit einem bösen Blick kommentierte.
    • Gwen
      Pflegebericht 12.08.2017 - Back to Gwen
      © Elii

      „Wie lange willst du eigentlich noch ignorieren, dass Entchen schon drei Jahre alt ist?“, quatschte mich Gwen von der Seite an. Ich ignorierte sie.
      „Okay, also noch eine ganze Weile?“, versuchte sie es erneut. Ich ignorierte sie.
      „Elena! Hört endlich auf damit! Du benimmst dich schon wie so eine alternative Ökotante, die ihr Pferd ewig am Knotenhalfter im Schritt spazieren führt!“
      DAS ging zu weit. Niemand nannte mich Ökotante und Gwen wusste ganz genau, dass sie damit einen wunden Punkt treffen würde. „Lass mich sie doch noch eine Weile wie ein Baby behandeln... Sie ist doch noch so klein!“, schluchzte ich und schüttelte meine Freundin an den Schultern. Nun gut, die Palominostute hatte schon eine Weile ein Stockmaß von 160 cm und wollte auch nicht damit aufhören.
      Gwen sah mich triumphierend an, als sie sich vom Durchschütteln erholt hatte und klopfte mir liebevoll auf die Schulter. „Ich lass dir deine Illusion“, sagte sie grinsend und streichelte der, nicht ganz so kleinen, Golden Cascade über die Stirn.
      Auch wenn sie ein Jahr älter war, stand sie noch im Offenstall bei Éllovas und Millenium Falcon. Erst im Winter würde ihr Umzug in den richtigen Stall stattfinden, was mir wirklich im Herzen weh tat. Dann konnte man es nicht mehr leugnen, dass sie langsam erwachsen ist.

      Nach weiteren zehn Minuten Kuscheln mit den Jungstuten erinnerten wir uns schließlich, warum Gwen zu Besuch war. Back to Business war das Objekt ihrer Begierde und sie hatte schließlich ein verspätetes Geburtstagsgeschenk verdient, zumindest laut ihr. Letzten Endes konnten wir uns darauf einigen, dass sie den Kaufpreis und die Reisekosten übernahm, ich dafür aber seinen Sattel frisch anpasste. Nicht dass ich das nicht ohnehin schon getan hätte, aber ich willigte brav ein.
      Auch wenn Gwen schon Hals über Kopf in den Hengst verliebt war, wollte sie ihn heute trotzdem austesten. Ein kleiner Ausritt stand an und ich begleitete sie mit Cressi. Gwen hatte BtB früher einmal im Beritt gehabt, allerdings war das schon zwei Jahre her und der mittlerweile sechsjährige hatte sich sehr verändert. Mein brauner Hengst trug heute eine ganz besondere Schabracke. Liberté’s Cresant Moon war auf der linken Seite eingestickt und zusätzlich an bestimmten Stellen mit Glitzersteinen versehen. Auch Gwen viel das auf und sie war sichtlich beeindruckt. Ich ratterte dann, wie von Elisa geplant, den einstudierten Text runter. Auch wenn ich es deutlich ausführen musste und mit vielen positiven Adjektiven schmückte, so war die Kernaussage, dass es ein Geburtstagsgeschenk von Elisa an den Hengst war. Ich durfte, oder besser musste, sie immer anziehen, wenn wir den Hof verließen. „Damit jeder sieht, wie besonders Cressi ist!“, hörte ich Elisas quietschende Stimme in meinem Kopf.
      Gwen bemitleidete mich, als mein fast zweiminütiger Vortrag vorbei war. Auch sie hatte Angst, dass Elisa auf blöde Ideen kam, wenn sie mit BtB ein Reitpony bei sich auf dem Hof begrüßte. Den Ausritt über kam es uns immer wieder so vor, als würde uns jemand beobachten. Wir taten es aber schnell als Irrgespenst ab, schließlich würde Elisa eher bei mir im Stall lauern und Kiss me Quick anstarren, welche sie Ende August endlich bei sich begrüßen durfte. Seitdem das feststand, verbrachte sie jeden Tag auf dem Hof, „damit sich Kmq daran gewöhnt wie eine Königin behandelt zu werden“. Elisa war besonders. Sehr besonders. Und besonders nervig, wenn es um ihre Reitponys ging.
      Wir hielten kurz bei Gwens Hof, wurden dort von Ciaran mit einer Dose Cola begrüßt und machten uns schließlich auf dem Rückweg zu mir. BtB würde noch eine Weile bei mir bleiben, bis Gwen genug Zeit für den ganzen Papierkram für den Besitzerwechsel hatte. Bis dahin würde sie noch einige Male zu Besuch kommen, damit das Training auf ihrer Ranch in gewohnter Weise direkt weitergehen konnte.
    • Gwen
      Pflegebericht 25.09.2017 - Der Herbst kommt

      Es war September. Draußen war es bewölkt und diesig, denn der Morgennebel senkte sich nun allmählich als Nieselregen auf den Boden herab. Und ich war müde. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal vor null Uhr ins Bett gegangen war und in Ruhe ausgeschlafen hatte. Momentan konnte ich mir diesen Luxus zumindest nicht leisten.
      Ciaran war aktuell nicht da. Er stellte für das Gestüt seines Vaters Sportpferde auf großen Auktionen in Europa vor. Ich hatte ihn regelrecht gedrängt, dieses großartige Angebot anzunehmen, aber ich hätte nicht gedacht, wie anstrengend es war, hier alles alleine zu managen.
      Natürlich kümmerte sich Ciaran auch darum, direkt uns bekannter zu machen und hielt nach Pferden Ausschau. Einige Anzeigen hatte er mir auch bereits geschickt, aber momentan wollte ich unseren Stall vorzugsweise so klein halten wie er war.
      Aus diesem Grund hatte uns auch kürzlich Ginny My Love verlassen. Die Stute war ein tolles Pferd und hatte mir unglaublich viel Spaß gemacht, aber sie war und blieb ein westerngezogenes Pferd und dementsprechend kam es so wie es kommen musste: Für einen guten Preis zog Ginny auf eine Westernranch.

      Der Herbst hatte uns endgültig eingeholt und die Bäume verloren allmählich ihre Blätter. Erschreckend wie schnell es immer ging und schon vermisste man den warmen Sommer. Der Fokus lag ab jetzt auf den Nachwuchspferden, welche im Winter immer in den Vordergrund rückten. Die Jungspunde durften noch ein wenig Fohlen sein, während unsere „Oldies“ ihre wohlverdiente Winterpause erhielten, was Turniere und Ähnliches betraf.
      Sinfonie würde den Winter über weiterhin an kleineren Turnieren teilnehmen. Der Stute fehlte es generell noch an Routine und nichts war dafür besser geeignet, als die kleinen Vereinsturniere, die im Winter stattfanden. Auch Pinero sollte bald Turnierluft schnuppern und sich langsam an die Atmosphäre gewöhnen dürfen.
      Back to Business würde hingegen weiterhin aktiv im Training stehen, denn für ihn stand in geraumer Zeit seine Körung an und dafür sollte der Reitponyhengst fit sein. Dementsprechend würde auch er im Winter Turniere gehen. Ähnliches galt auch für Snow White Cassedy, wobei deren Stutenprämierung bereits für Oktober geplant sein würde.

      Und der Rest wurde über den Winter über fit gehalten und würde dann im Frühjahr wieder aktiv in den Turniersport starten. Unsere Jüngsten hatten auch viel frei im Winter, denn wir hatten mit den Großen genug zu tun.
      Außerdem würde sich dort erst einmal genug Aufregung auftun, wenn Ende des Monats die zwei neuen Hengstfohlen einziehen würden. Ich hoffte einfach, dass Ohnegleichen und Prismatic die beiden Neuankömmlinge freundlich aufnehmen würden. Aber eigentlich machte ich mir dahingehend keine Sorgen.
      Nuriya und Hollybrook’s Arce würden den Winter über noch zu zweit stehen und dann gegen Frühjahr in die große Stutenherde wechseln. Das würde auch noch interessant werden. Um Arce machte ich mir da keine Sorgen, sie war sehr problemlos. Aber Nuriya kam ab und an schon sehr nach ihrer Mutter und das schrie dann doch förmlich nach Zickenkrieg und Machtspielchen.

      Momentan verfolgte ich einen strengen Tagesablauf, um alle Pferde unter den Hut zu bekommen. Das war tatsächlich nicht so einfach, wenn man alleine war. Immerhin gestaltete es sich schon schwer, wenn man zu zweit war. Aber man tat ja schließlich sein Bestes.
      Ein bisschen mehr Freizeit gab es deshalb vor allem für Altair, Tawny Bawny und Ameya. Das waren so die drei Kandidaten, welche auch mal zwei Tage Pause am Stück vertrugen. Am wichtigsten war immer die Bewegung von Shenandoah und Ceredwen. Da kam bei beiden definitiv der Blutanteil durch, bei der einen mehr, bei der anderen weniger.
      Neelix behielt ich auch immer im Blick. Der Lewitzer war ein toller Hengst, aber er musste gearbeitet und beschäftigt werden, sonst kam der sture Ponykopf durch und das war definitiv kein Spaß. Aber immerhin war es immer wieder eine Freude, den Schecken zu reiten. Er blieb dahingehend definitiv eines meiner Lieblingspferde.
      Gleiches galt für Ohnezahn, der ja sowieso eine leichte Sonderstellung einnahm und auch wenn wir ab und an mal nur spazieren gingen oder nur Bodenarbeit machten, beschäftigte ich ihn immer seine sechs Tage die Woche. Bei ihm fand ich das besonders wichtig.

      Schwer tat ich mich hingegen mit den Furiosos. Seitdem es Ciaran gab, übernahm er beinahe immer Kedves und Fagy, weil er eher der Typ für Großpferde war und man gewöhnte sich diese Routine dann wirklich an. Dementsprechend war es für mich eine große Abwechslung, die beiden wieder mal zu reiten und zu arbeiten.
      Aber ich konnte mich nicht beschweren, denn Ciarans Arbeit war wirklich gut und beide Pferde waren in Topform. Das Gleiche galt für Dead Memories, der wiederum eher meiner Obhut unterlag, denn ich liebte den Reitponyhengst noch wie am ersten Tag.
      Memo legte auch jedes Mal aufs Neue eine unglaubliche Ruhe und Zuverlässigkeit an den Tag, so dass es nie einen Moment gab, wo ich keine Lust auf den Rotfalben gehabt hätte. Dank sei solchen Pferden, denn umso leichter fiel einem dann die Arbeit mit Kandidaten wie Nayala.
      Eigentlich hatte ich gehofft, dass ihr Temperament irgendwann mit der Zeit nachlassen würde. Pustekuchen. Für ein New Forest Pony total untypisch strotzte Nayala immer noch vor Stolz und Zickigkeit. Und so langsam gab ich es auf, zu hoffen, dass sie das irgendwann ablegen würde.
      Deshalb war die Arbeit mit Nayala immer ein bisschen wie Roulette. Man wusste nie mit welcher Stimmung Nayala nun ankommen würde und wie das Training verlief. Aber gut, so etwas konnte man auch als positive Eigenschaft ansehen.
      So lange das Wetter noch hielt, würde ich die Stute auf jeden Fall noch viel im Gelände auspowern und beschäftigen, denn erfahrungsgemäß machte sie dort am liebsten mit. Heute hatte ich auf jeden Fall noch alle Hände voll zu tun. Aber nachdem nun alle Pferde auf den Weiden standen und die Boxen gemacht waren, ging ich erstmal wieder ins Haus und gönnte mir mein Frühstück und eine heiße Tasse Cappuccino. Auch in so einer schweren Zeit wurde ich nicht zum Kaffeetrinker und den Geruch von Ciarans Kaffeemaschine vermisste ich auch als einziges gar nicht.
    • Gwen
      Pflegebericht 31.10.2017 - Langer Tag

      Der Tag startete grau und diesig, so dass es mir wirklich schwerfiel, mich aus dem warmen Bett zu bewegen und mich auf den Weg ins kalte Bad zu machen. Seufzend machte ich mich dort fertig und schlüpfte danach in meine Stallsachen. Umso glücklicher war ich, als ich unten in der Küche ankam und sah, dass Ciaran bereits das Frühstück machte.
      Ich fütterte in der Zwischenzeit unsere Katze Ivy und die beiden Hunde Shiva und Clyde. Der junge Dalmatinerrüde war mittlerweile gut in die Höhe geschossen und machte Shiva langsam größentechnisch Konkurrenz. Nur im Gegensatz zu der schwarzen Labradorhündin war er immer noch ein halbes Hemd.
      Der Morgen startete schweigend, denn sowohl Ciaran als auch ich waren eher Morgenmuffel und ganz und gar nicht gesprächig. Aber es funktionierte auch ohne Worte ganz gut und gemeinsam machten wir uns dann auf den Weg in den Stall. Die Hunde und Katze warteten auch schon darauf, dass es rausging, wobei sich Ivy an der Haustür kurzerhand dagegen entschied, als ihr der kalte Herbstwind entgegen geweht kam.
      Während die Hunde ihre täglichen Rituale durchführten, verschwanden wir im Stall und fütterten die Pferde, ehe diese nacheinander auf die Weide durften und wir uns um das Misten der Boxen kümmerten. So wurde man auf jeden Fall munter und warm wurde einem auch.
      So waren wir dann bestens vorbereitet, um erneut zu den Weiden zu laufen und die Pferde zu holen, mit denen wir heute arbeiten wollten. Ciaran war etwas fixer als ich. Er sammelte sich Dead Memories und Back To Business ein und lief wieder hoch zum Stall.
      Ich wollte vorher noch kurz bei den Jungpferden vorbeischauen. Gerade jetzt in der Herbstzeit betüddelten wir diese noch einmal regelmäßiger, ehe der Fokus im Winter dann vermehrt auf den Großen lag.
      Die Gruppe hatte wirklich gut zueinander gefunden und stand zufrieden grasend auf der Weide. Die ersten Spielereien waren vorhin schon von Statten gegangen, als wir sie rausgeschafft hatten. Jetzt probierte es Prismatic gerade noch einmal bei PFS‘ Disparo de Fiasco, der aber gerade nicht so viel Lust zu haben schien.
      Also verzog sich Pria recht schnell wieder und versuchte es bei Ohnegleichen. Der ging sofort darauf ein und ein paar Sekunden später fegten meine Ponyfohlen einmal quer über die Weide, stiegen und kappelten sich. Es war immer herrlich, ihnen dabei zuzuschauen.
      Und auch wenn man hätte meinen können, dass es bei den Mädels anders aussehen würde, machten Hollybrook’s Arce und Nuriya genauso viel Quatsch. Die beiden standen ihres Alters wegen allerdings schon mit in der großen Gruppe der Stuten, aber ich wollte dort jetzt sowieso hin, also konnte ich meine beiden Jungstuten auch noch kurz begrüßen.
      Nuriya würde nun bald drei Jahre alt werden und das sah man ihr langsam auch an. Das Gleiche galt für Arce, wobei ich hoffte, dass die Stute nicht gar so schnell ausschimmeln würde, da durfte sie sich ruhig noch etwas Zeit lassen.
      Die beiden standen gerade nebeneinander, schauten aber neugierig in meine Richtung, als ich in ihre Richtung gestiefelt kam. Eigentlich wollte ich jetzt aber Snow White Cassedy und Ameya einsammeln. Ich halfterte die beiden Stuten auf und machte mich mit ihnen zurück auf den Weg in den Stall.
      Dort war Ciaran schon dabei, seine beiden Hengste zu putzen. Dead Memories stand am Putzplatz, während Back to Business bereits geputzt war und gerade ein wenig unter dem Solarium entspannen durfte.
      Aus dem Grund ging ich vorzugsweise an den anderen Putzplatz, nahm aber Ciaran etwas Arbeit ab, indem ich ihn Memo die Stalldecke überwarf und den Hengst noch einmal in die Box packte, denn zuerst würde Ness an der Reihe sein, welcher nun auch schon gesattelt wurde.
      Aktuell stand der Reitponyhengst sehr viel im Training, denn im kommenden Monat wollten wir ihn auf einer Hengstkörung vorstellen und dementsprechend sollte er sich von seiner besten Seite präsentieren.
      Ich putzte auch fix beide Stuten und packte dann Ameya in die Box, bevor ich Cassis sattelte. Auch die Schimmelstute hatte nächsten Monat ihren großen Tag, aber wir waren sehr optimistisch, dass sie ohne großartige Probleme bestehen würde. Nichtsdestotrotz musste auch sie in Topform sein.
      So ging ich mit ihr erst einmal eine kleine Runde um den Hof, um sie bei den herbstlichen Temperaturen gut aufzuwärmen. Dann gingen wir auf den Platz, wo ich sie noch in allen Gangarten warmritt und dann einige Lektionen auf L-Niveau abfragte. Vor allem arbeiteten wir momentan aber an den Grundlagen, denn die waren es, die auf der Prämierung gesehen wollen würden.
      Das hieß Takt, Losgelassenheit und Anlehnung. Cassis machte ihre Sache heute einwandfrei und nachdem ich sie abgeritten hatte, brachte ich sie zurück in den Stall, wo ich sie unters Solarium packte.
      Ich war eher fertig als Ciaran, der noch eine kleine Runde mit dem Hengst ins Gelände ging. Deshalb konnte ich direkt Ameya fertigmachen und Ciaran würde sich dann um Cassis kümmern. Ameya wollte ich heute nur longieren, baute dafür aber auch Stangen und Gassen auf, denn Kopfarbeit war ja bekanntlich auch sehr wichtig.
      Die Stute machte auch wirklich fleißig mit, auch wenn man sie am Anfang etwas sehr motivieren musste. Wir arbeiteten viel an der Geraderichtung, damit sie auf dem Zirkel nicht mehr auf die innere Schulter fiel. Das wurde auch zunehmend besser, ebenso ihre Selbsthaltung. Der Kopf schliff weder irgendwo auf dem Boden, noch war sie eine Giraffe.
      Umso effektiver waren dann die zwanzig Minuten Arbeit, aus welchen Ameya auch sichtlich verschwitzt herausging und sich erstmal noch ausgiebig in der Halle wälzen durfte, eh ich sie als nächste unters Solarium packte und so in der Halle Platz machte für Ciaran.
      Nachdem die Stute wieder auf der Weide stand, holte ich Kedves und Ceredwen und band beide am Putzplatz an. Nacheinander putzte ich sie und sattelte sie dann auch, so dass ich pünktlich fertig war, als auch Ciaran wiederkam.
      Wir wollten gemeinsam eine Runde ins Gelände gehen. Das Wetter hatte sich zwar nicht unbedingt gebessert, aber zumindest regnete es auch nicht mehr. Von daher konnten wir uns nicht beklagen. Clyde und Shiva begleiteten uns und so würden die Hunde auch schon ihre große Runde für heute wett haben.
      Es war auch ein sehr netter Ausritt, eher auf Entspannung und frische Luft ausgelegt, als auf Arbeit. Das brauchten die Pferde auch mal, besonders die beiden unter uns, die sehr oft auf Turnieren unterwegs waren. Dementsprechend zufrieden waren sie dann auch, als wir wieder am Stall ankamen.
      Wir versorgten beide Pferde und brachten sie zurück auf die Weiden, ehe es direkt weiterging. Zu zweit mit so vielen Pferden war doch ein ganzes Stück Arbeit und manchmal fragte ich mich, ob ein weiterer Bereiter nicht doch ganz schlau wäre.
      Ich kümmerte mich heute noch um unsere beiden jungen Knabstrupper Sinfonie und Pinero. Mit ersterer machte ich nur etwas entspannte Bodenarbeit, um ihr Abwechslung und Kopfarbeit zu geben. Mit der Bodenarbeit konnte man gut die Aufmerksamkeit und Konzentration schulen und gerade bei Sinfonie war das sehr wichtig.
      So fühlte sich die Stute nicht mehr so schnell bei allem überfordert und wurde generell im gesamten Umgang entspannter und ruhiger. Außerdem machte es ihr nebenher auch sichtlich Spaß. Pinero longierte ich heute hingegen und arbeitete wieder viel an Takt und Losgelassenheit.
      Das wurde bei dem jungen Hengst auch immer besser und ich war sehr zufrieden. Noch lief er eher weniger unter dem Sattel, meist nur ein- bis zweimal die Woche. Aber er zeigte sich sehr souverän. Da er kürzlich noch einmal einen starken Wachstumsschub gehabt hatte, ließen wir ihm etwas mehr Zeit, so dass sich sein Körper an die neuen Gegebenheiten gewöhnen konnte.
      Ciaran hatte es sich in der Zwischenzeit leicht gemacht, sich Tawny Bawny und Nayala geschnappt und war eine Runde spazieren gegangen. Aus dem Grund holte ich mir Altair von der Weide, putzte kurz drüber, trenste ihn und schwang mich dann ohne Sattel auf seinen Rücken, um Ciaran entgegen zu reiten.
      Er war tatsächlich eine riesige Runde gegangen und es dauerte gut eine Viertelstunde bis wir die drei einholten. Das war dann gepaart mit riesigem Begrüßungswiehern und die Hunde hatte ich natürlich auch dabei, war ja nicht so, als dass wir uns nicht den gesamten Tag sahen, da musste erst einmal so ein Theater gemacht werden.
      Gemeinsam machten wir uns dann wieder auf den Heimweg, so dass auch Altair für heute etwas lockere Bewegung bekommen hatte. Wir versorgten die drei letzten Pferde noch und danach war es auch schon geschafft. Während Ciaran sich in die Küche begab, um etwas Essbares zu zaubern, machte ich im Stall bereits alles für den Abend fertig, so dass die Pferde dann nur noch in die Boxen müssten und sonst alles schon erledigt war.
      So hatten wir heute den Tag doch schnell rumbekommen und sogar noch etwas freie Zeit behalten.
    • Gwen
      Hufschmiedbesuch 14.11.2017 - Big Bear Farrier
      © ceres

      Zu Beginn des Novembers mache ich mich abermals auf den Weg in den Riding Mountain Nationalpark. Ich kenne meine Auftraggeberin mittlerweile und genauso gut kenne ich es, dass auf dem Weg zu ihr das Wetter mir einen Strich durch die Planung macht.
      Die ganze Nacht hatte es geschneit und die Sicht war mittlerweile zwar frei, doch die Straßen nun unter dem Schnee begraben. Mein orangener Transporter leidet mit jedem neuen Meter, meine Hände sind am Lenkrad vereist, das Armaturenbrett zeigt -8 Grad.
      Nach neun komme ich auf def ebenfalls verschneiten Nahanni Rivers Ranch an. Das blaue Wasser der umgebenden Seen spiegelt sich leuchtend auf dem weißen Schnee wieder und auch das kleine Gestüt steht und trotz harmonisch dem Wintereinbruch.
      Am Stallgebäude treffe ich auf Gwendolyn Campbell. Sie wartet ungeduldig auf mich, auch sie ist in eine dicke Jacke und Handschuhe eingepackt, doch nimmt sie es mir nicht übel, dass ich mich mal wieder verspätet habe. Ich entschuldige mich trotzdem und schiebe es mal wieder aufs Wetter.
      „Wem zu Ehren darf ich heute meine Gastfreundschaft hier genießen?“, frage ich.
      Miss Campbell lacht kurz auf und deutet dann in den Stall. „Back to Business, einem unserer etwas neueren Hengsten.“
      Ich folge ihr in den Stall. Er ist geräumig, mit hübschen Boxen und einer schönen Atmosphäre, selbst für kalte Morgenstunden, so wie es diese sind. Sie führt mich zu einer Box, vor der bereits ein kleiner Hengst angebunden ist. Er hat goldenes Fell und eine helle Mähne und er erinnert mich an ein Pferd von Zuhause, das einer guten Freundin gehört. „Hübsch“, sage ich nur und nicke anerkennend. „Was gibt es zu beachten?“ Ich fahre mit meiner Hand den Körper des Pferdes ab, spüre seinen Puls und die tiefe Wärme, die diesen Geschöpfen zu Grunde liegt.
      „Eigentlich nichts — er ist sehr netter Gefährte, du solltest mit ihm keine Probleme haben.“ Auch Miss Campbell stellt sich zu ihrem Hengst und krault ihm fürsorglich den Hengst.
      „Dann einfach einmal korrigieren und Eisen drauf?“ Sie nickt. „Gut, du kannst ihm gerne noch etwas Heu zur Beschäftigung bringen, ich hole in der Zeit meine Sachen.“

      Als wir uns wieder am Pferd einfinden, sind wir beide gut ausgerüstet. Ich mit meiner Werkzeugtasche und Miss Campbell mit einem Sack Heu für BtB.
      „Einmal vorführen bitte“, wies ich die junge Frau an, die den Sack abstellte, ihren Hengst abband und mir schließlich den Lauf des Tieres vorstellt, damit ich mir einen ersten Eindruck über eventuelle Fehlstellungen machen kann. „Vorne sind die Hufe etwas mehr abgenutzt, aber noch nicht so schlimm, dass ich etwas dagegen unternehmen würde“, sage ich und beginne mit der Arbeit.
      Vorsichtig hebe ich den ersten Huf des Hengstes, begutachte ihn einen Moment und beginne dann das alte Horn abzuraspeln und zu schleifen, den Strahl etwas zu überarbeiten und dem Huf eine gesunde Form zu geben. An den Vorderhufen nehme ich deutlich weniger weg und achte eher darauf, trotz der leichten Abnutzung eine gute Hufform zu behalten. Bei den Hinterhufen bin ich um einiges großzügiger und auf dem Boden sammeln sich immer mehr Hornreste.
      Nach dem Ausschneiden, gehe ich zurück zum Transporter und suche aus den verschiedenen Hufeisengrößen die richtige aus. Der kleine Ofen im Innern des Wagens ist bereits vorgeheizt und nachdem ich mir die Hände daran erwärmt und von der Steifheit befreit habe, lege ich alle Hufeisen hinein. Ich bin mir jetzt schon sicher, dass die Eisen für die Vorderhufe geändert werden müssen, bei den Hinterhufen hoffe ich auf mein Glück.
      Meine Hände sind warm und die Hufeisen auch. Ich nehme eines heraus und bearbeite es solange bis es passt. Nach einem kurzen Wasserbad lege ich es auf den erhobenen Huf des Hengstes auf und das überstehende Horn verschmort mit dem neuen Laufwerk.
      „Der erste sitzt“, sage ich erleichtert und wische mir symbolisch den Schweiß von der Stirn. Auch bei BtB ist jeder Huf ein Individum, sodass auch die restlichen Hufeisen für ihn maßgefertigt werden müssen. Auch nach vielen weiteren Minuten steht BtB noch gelassen in der Stallgasse, kaut genüsslich am Heu und lässt sich von seiner Besitzerin den Kopf graulen. „Das sollte es gewesen sein“, sage ich und schmiere mir die staubigen Hände an meiner Hose ab. „Bitte noch einmal vorführen“, bitte ich Miss Campbell, die ihren Hengst sofort auch ein zweites Mal vorführt.
      „Na das fühlt sich doch gut an“, sagt sie selbst, als sie wieder neben mir steht.
      „Das sieht auch gut aus“, sage ich zufrieden. „Und da auch BtB entspannt und ausgeglichen aussieht, wäre meine Arbeit wohl ein weiteres Mal getan.“
      Miss Campbell bedankt sich noch bei mir und während sie ihren Hengst endlich in seine Box bringen kann, hole ich mir einen Besen aus meinem Wagen und fege die Stallgasse wieder sauber.
      Nachdem ich für Miss Campbell die Rechnung mit zitternden Händen geschrieben und gegeben habe, verabschieden wir uns voneinander. Ich steige in meinen Wagen, starte mit einigen Schwierigkeiten den Motor und während ich vom Gestüt rolle, sehe ich im Rückspiegel noch Miss Campbells winkenden Hände. Ich winke zurück, obwohl ich weiß, dass sie es nicht sehen kann.
    • Gwen
      Tierarztbesuch 14.11.2017 - Pferdepraxis Sapala
      © Eddi

      Man merkte es immer recht schnell, wenn bestimmte Körungen immer näher rückten. Dann sammelten sich die Kundenaufträge und man wurde von überall angerufen und um kurzfristige Termine gebeten. Gwendolyn Campbell hatte dahingehend bei mir Glück, denn heute hatte ein anderer Kunde abgesagt, so dass ich sie und ihren Hengst noch fix in meinen Tagesablauf einschieben konnte.
      Die Nahanni Rivers Ranch kannte ich bereits gut, denn Gwen und ihre Pferde gehörten zu meinen Stammkunden. Umso neugieriger war ich natürlich auch auf ihren neuen Hengst, der mir dann witzigerweise auch noch bekannt vorkam. Es handelte sich um Back To Business und er war ein deutsches Reitpony, was lange Zeit bei einer gemeinsamen Freundin im Stall gestanden hatte.
      Nun lebte er hier in Kanada und schien sich auch sichtlich wohl zu fühlen. Gwen führte mir den Hengst kurz vor, dann hörte ich ihn ab und kontrollierte Ohren, Augen und Nüstern. Alles sah in Ordnung aus und der Hengst wirkte auch rundum fit. Seine Impfungen waren auch alle aktuell und er war erst kürzlich entwurmt wurden.
      Also kontrollierte ich nur noch die Temperatur und tastete den Hengst kurz ab, ehe wir auch schon fertig waren. Back To Business durfte zurück in die Box und ich stellte ihm sogleich sein Gesundheitszertifikat aus. Dieses überreichte ich dann Gwen und wünschte ihr noch viel Erfolg für die baldige Körung. Sie war sichtlich aufgeregt, aber bei so einem Hengst machte ich mir da keine Sorgen, der würde mit Leichtigkeit durch die Körung kommen.
    • Gwen
      Pflegebericht 14.11.2017 - 492. Hengstkörung

      Mein Blick fixierte die Turnierzöpfe von Back to Business und ich versuchte möglichst gleichmäßig zu atmen. Normalerweise war ich vor Wettbewerben tiefenentspannt, aber wenn man permanent Ciarans prüfenden Blick auf sich spürte, war man gar nicht mehr ruhig. "Ist irgendwas? Hat er was oder ich?", fragte ich dann endgültig entnervt und holte so Ciaran aus seinen eigenen Gedanken und er starrte mich kurz entsetzt an.
      "Äh nein, alles gut!", das waren also die Männer... Starrten einen die ganze Zeit an und dachte wahrscheinlich nur daran, wo sie als nächstes Essen bekommen würden. Oh man. Aber immerhin war ich jetzt wieder entspannt und das noch rechtzeitig, denn gerade wurden wir auch schon aufgerufen. Wir waren im mittleren Feld, was mich nicht besonders glücklich gemacht hatte.
      Zum einen hatten wir eine sehr ungenaue Zeitspanne gehabt, die wir warten mussten, denn Verzögerungen gab es immer. Und dann würden wir danach aber auch noch relativ lange warten dürfen. Dennoch war ich ganz froh, wenn wir dann unsere Kür hinter uns gebracht hätten. Im Arbeitstrab ritten wir in die Halle und blieben geschlossen bei X stehen, um die Richter zu grüßen.
      Danach trabten wir erneut an und gingen auf die linke Hand. Back To Business war zu hundert Prozent bei mir und reagierte sehr flüssig auf Schenkel- und Zügelhilfen. Dort zeigten wir uns sowohl im Trab als auch im Galopp, ehe wir mit einer einfachen Bahnfigur die Hand wechselten und auf der anderen Seite nochmals alle drei Gangarten vorführten.
      Die Kür verlief ohne Probleme und Zwischenfälle. Da sie sehr simpel gehalten war, hätte mich das aber auch gewundert. Immerhin bestritt Back To Business an Wochenenden regelmäßig Turniere in höheren Klassen und war somit bestens ausgebildet. Wir standen am Ende auch wieder geschlossen bei X und verabschiedeten uns von den Richtern.
      Draußen erwartete uns bereits Ciaran mit einer Abschwitzdecke, um den Hengst bei den kalten Temperaturen vor dem Auskühlen zu bewahren. Beim Abreiten ließ ich mir auch viel Zeit, denn wir würden noch zur Genüge warten müssen. Zum Glück hatten wir eine Box angemietet, so dass Back To Business die Zeit dann in Ruhe verbringen und bereits sein Futter fressen konnte, während wir auf das Ergebnis warten würden.
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  • Album:
    Sportponys
    Hochgeladen von:
    Gwen
    Datum:
    22 Aug. 2017
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    640px
     

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  • Rufname: BtB, Ness
    Geburtsjahr: 2011

    Von: Sonic Syndicate

    von: Sonic -- aus der: Salma

    Aus der: Zauberhaft

    von: Kronjuwel -- aus der: Zauberfee

    Rasse: Deutsches Reitpony
    Geschlecht: Hengst
    Fellfarbe: Minimal Sabino Palomino
    Stockmaß: 146 cm

    Beschreibung:
    folgt

    Ersteller: Elii
    Besitzer: Gwen
    Vorkaufsrecht: Elii


    Dressur M - Springen A - Military A

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    Offizieller Hintergrund