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Samarti

Avanti, DRP *

*2008, im Besitz seit dem 12.05.2015

Avanti, DRP *
Samarti, 22 Feb. 2017
Dir, Veija und Tassila gefällt das.
    • Gwen
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      Jolympia!
      09/2015, von Gwen | 5580 Zeichen
      Es geschah eines Nachts, als uns urplötzlich ein Geistesblitz wiederfuhr. Oder auch nur der Hälfte von uns und der Rest schreite begeistert „Ja! Das machen wir!“ und hüpfte wild umher.
      Der Ursprung allen Übels war ausnahmsweise mal nicht ich, sondern Jojo. Sie kam auf die Idee, mal wieder etwas Besonderes zu veranstalten, etwas Großes und Tolles. Elisa war sofort Feuer und Flamme und schaltete (zu Elenas und meiner Enttäuschung) den Fernseher aus. Sie wusste, wie man uns zum Zuhören zwingen konnte.
      Leicht genervt rollte ich mich einmal über den Boden und setzte mich im Schneidersitz vor das Sofa. Elena tat es mir gleich, nachdem sie versucht hatte, Jojo aus ihrem Reich zu schieben, aber die verteidigte tapfer das Sofa und trällerte laut ein „BAAAAAAAAAAAAAAAAASOWNEYAAAAAAAAMAMABEATSEBAAAAH!“ (sofort wusste also jeder, welchen Film wir geschaut hatten...), worauf nur ein „Könnt ihr mich nicht einmal schlafen lassen?!“ aus dem oberen Flur von Matthew ertönte. Ich musste mir ein Lachen verkneifen, woraufhin ich direkt wieder mit „Hast du Tequila getrunken?“-Blick von Elena bedacht wurde und sie verzweifelt versuchte die Augenbraue nach oben zu ziehen.
      „Das lernst du nie“, beendete Jojo genervt das Spektakel, obwohl sie eigentlich diejenige war, wegen der es stattgefunden hatte… Und dann fing Elisa begeistert an zu erzählen, eine gefühlte halbe Stunde lang, durchweg.
      Ich hatte, wenn überhaupt, die Hälfte mitgenommen und verstanden, aber am Ende meldete ich mich sofort, als wir für den Namen abstimmten. Nur Jojo weigerte sich. „Doch! JOLYMPIA!“, johlten Elena und ich und Elisa saß stolz auf ihrem Sessel und schaute auf Jojo herab, die sich geschlagen gab und dementsprechend auch auf dem Sofa hing.
      Innerhalb von zwei Stunden, die sicherlich nicht ganz so nüchtern zu gingen wie sie es hätten sein sollen, stand alles für Jolympia was wir brauchten: Der Ablauf, die Teilnahmebedingungen, die Gewinne und natürlich das Bewertungssystem.
      „Und das bleibt geheim!“, warnte uns Elisa glucksend mit erhobenen Zeigefinger und wir alle nickten brav nacheinander. Was anderes blieb uns nämlich auch gar nicht übrig. „Gut, dann ist das beschlossene Sache. Morgen geht es an die Umsetzung!“

      In der Nacht klang das noch ganz überzeugend, aber am verkaterten Morgen waren wir alle nicht mehr so begeistert von der Idee. Nur Motivator Elisa ließ sich nicht blenden. Die war schon wach und schrieb fleißig auf Zettelchen rum.
      „Eeeendlich!“, bekamen wir nur zu hören, als sich Jojo, Elena und ich in die Küche schleppten. Für jeden stand bereits ein Glas Wasser bereit und daneben lag ein Aspirin. „Oho, an alles denkt sie“, meinte Elena leicht ironisch, nahm aber sofort einen Schluck.
      Eine halbe Stunde später hatte Elisa es tatsächlich geschafft, uns in Reitersachen und in den Stall zu zwingen. Na gut, ein bisschen waren wir freiwillig geflohen, nämlich vor Matthew, der dann plötzlich in der Küche aufkreuzte und Todesblicke verteilte. Besonders an Jojo.
      Ich war ein wenig überrascht, als ich in Elisas Stall Yakari stehen sah und fragte doch nochmal etwas unsicher nach, ob das mein Pferd war. „Klar, von wem denn sonst, du Dussel?“, meinte Elisa, als wäre es die selbstverständlichste Selbstverständlichkeit, dass mein (!) Pferd in ihrem (!) Stall stand.
      Elena nahm es mit einem Achselzucken zur Kenntnis, dass Tavasz hier war und holte sie aus ihrer Box. „Ich erinnere mich eh an nichts mehr“, meinte sie fröhlich und machte ihre Stute fertig. Ich tat es ihr gleich und draußen auf dem Hof trafen wir dann auf Elisa und Jojo.
      Elisa saß schon auf ihrem Avanti und war genauso aufgedreht wie der Reitponyhengst. Jojo saß dösend auf Muraco, den das nicht im Geringsten zu stören schien, dass seine Reiterin nur körperlich anwesend war.
      „Ich habe die drei Disziplinen ausgearbeitet! Und ihr werdet sie für mich testen“, erklärte Elisa uns begeistert. „Eli macht die Dressur, du und dein Hüpfewaldpony machen das Springen und Jojo schicken wir ins Gelände, in der Hoffnung, dass sie wiederkommt“

      Und dann ging es auch schon los. Wir begannen am Reitplatz, wo wir unsere Pferde aufwärmten und dann Elena alleine zurückließen. Elisa las laut die Aufgaben vor und Elena bemühte sich, auf die doch sehr ruckartigen Kommandos so gut wie möglich zu reagieren. Ich bekam davon nicht viel mit.
      Elena und Elisa diskutierten nämlich wieder über die Kleidung und Ausrüstung, welche Pflicht sein würde. Und dann war ich dran. Insgeheim verließ ich mich vollkommen auf Yakari. Außerdem mussten wir den Parcours nur fehlerfrei durchreiten und Elisa einen Daumen hoch geben und schon war sie glücklich.
      Und dann wurde Jojo ins Gelände geschickt und wir alle ahnten nichts Gutes. Tatsächlich kam Muraco ohne Reiterin wieder. Die hatte aber einfach eine Pause gemacht, war eingeschlafen und Muraco war gegangen.
      Elena und ich gaben einen Daumen hoch für die Aktion und sammelten Pferd und Reiter wieder ein, so dass wir zwei Stunden später alle wieder vollkommen fertig und fast nüchtern am Stall ankamen. „Juche, ich will in mein Bett“, meinte Elena knapp und drückte Matthew einfach die Zügel von Tavasz in die Hand.
      „Ich nehme eins eurer Gästezimmer, ist doch okay, oder?“ und mit den Worten war sie verschwunden. Elisa machte sich kurz darauf an das Tippseln der Texte, fragte uns ab und an mal und gestaltete das Logo und das war mega cool!
      „Und bald schreibt jeder #Jolympia!“, meinte ich begeistert und während Jojo sich immer noch über den Namen aufregte, lachte Elisa nur über den Hashtag. „Warts nur ab, ich hab Recht!“, meinte ich nur, Menschen waren immerhin vorhersehbar.
    • Gwen
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      Dressur A-L
      09/2015 | 3925 Zeichen
      „Avanti!“ Auf einen leisen Pfiff hin hob der Reitponyhengst seinen Kopf und sah mich neugierig an. Dennoch machte er keine Anstalten, sich zu mir bewegen, weshalb ich durch den Weidezaun stieg. Seufzend zog ich ihm das Halfter über den Kopf und bewegte mich dann mit Avanti in Richtung Putz- und Waschplatz. Schon bald war er vollständig geputzt und ausgerüstet; das Training konnte losgehen.
      Da ich heute ein wenig unter Zeitdruck stand (Domenic sei Dank, er meinte, ich sollte ihm doch uuuunbedingt bei seinem Training mithelfen!), musste Avanti etwas kürzer treten, doch ich hoffte, dennoch mit der heutigen Einheit durchzukommen und ihm genügend Zeit widmen zu können.
      Die versammelten Gangarten hatte ich bereits einige Tage zuvor mit ihm geübt, sodass wir auf diese nicht mehr weiter eingehen mussten. Auch die Hufschlagfiguren – in einer L-Dressur waren die die acht Meter-Volten im Galopp, halbe Volte links und halbe Volte rechts, aus der Ecke kehrt mit acht Metern Durchmesser, durch die halbe Bahn und durch die Länge der Bahn wechseln – hatten wir bereits trainiert Das Training war bis dato gut verlaufen, ich hatte momentan wirklich nichts zu meckern.

      Schnell hatten wir den Außengalopp hinter uns gebraucht. Avanti war zwar flink und rasant unterwegs, aber nicht völlig lernresistent und zeigte dies auch.
      Beginnend mit der Kurzkehrt, parierte ich mein Pomy in den Schritt durch und bog ihn etwas nach links, indem ich mein Gesicht nach links verlagerte und zeitgleich mit dem inneren Schenkeltrieb. Mein äußerer Schenkel wanderte währenddessen eine Handbreit hinter den Sattelgurt, der äußere Zügel gab gleichzeitig etwas nach. Avanti trat daraufhin vorwärts-seitwärts, woraufhin ich mein Kreuz und meine Oberschenkel anspannte und eine kurze Parade am äußeren Zügel gab. Ich nahm meine eine Hand nach vorne und klopfte dem Hengst lobend den Hals, während ich auch mit der Stimme stolz auf ihn einredete. Stolz war in diesem Sinne nicht untertrieben, ganz im Gegenteil. Ich war tatsächlich erfreut darüber, dass er so schnell lernte.
      Wir wiederholten das ganze Prozedere – in den Schritt parieren, durch Verlagerung des Gewichts nach links, Treiben mit dem inneren Schenkel, Versetzung des äußeren Schenkels eine Handbreit hinter den Gurt und Nachgeben mit dem äußeren Zügel nach links biegen; sobald Avi vorwärts-seitwärts trat, Kreuz und Oberschenkel anspannen, kurze Parade am äußeren Zügel – immer wieder, bis ich mir sicher war, dass es wirklich saß und wir uns der Hinterhandwendung widmeten.
      Für diese Lektion hatten wir zwei Stangen in einem rechten Winkel zueinander auf dem Boden platziert, die als Begrenzung dienen sollten, da das Deutsche Reitpony natürlich noch nicht wusste, was von ihm verlangt wurde und dies eine sogenannte Hilfestellung sein sollte, damit das Training zu Beginn etwas leichter fiel.
      Um die Übung zu beginnen, ritten wir auf die Mittellinie und wendeten aus dem Schritt heraus, um daraufhin in die Ecke hineinzureiten. Als wir uns in der Ecke befanden, gab ich Avanti die benötigten Hilfen, sodass er sich um das innere Hinterbein drehen sollte. Sollte traf es wohl ganz gut, denn er wusste anfangs so ziemlich gar nicht, was ich von ihm verlangte. Mit einer Menge Geduld klappte es jedoch glücklicherweise irgendwann und zumindest in der Ecke drehte der Schecke sich um das innere Hinterbein. Wir wiederholten die Übung so lange, bis es wirklich hundertprozentig klappte und ich zufrieden gestellt worden war, dann machten wir uns daran, die Lektion durchzuführen, ohne die Stangen als Begrenzung auf dem Boden liegen zu haben. Es bedurfte zwar einiger Übung – und 'einiger' darf man in diesem Falle ruhig und gerne durch 'viel' ersetzen – doch irgendwann schafften wir es auch dies umzusetzen und zufrieden konnten wir das Training beenden, schließlich hatte sich Avanti jetzt alles angeeignet, was für eine L-Dressur von Nöten war und war somit offiziell L-fertig.
    • Gwen
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      Springen M-S
      10/2015 | 2559 Zeichen
      „Na, mein Kleiner?“ Leise begrüßte ich Avanti und holte ihn dann jedoch direkt aus seiner Box. In der letzten Zeit hatten wir uns mal wieder dem Springtraining gewidmet, da dies etwas vernachlässigt worden war, doch momentan waren wir wieder mittendrin.
      Nachdem ich ihn auf das Training vorbereitet hatte, begaben wir uns auf den Weg in die Reithalle, wo die Hindernisse bereits auf M-Niveau aufgestellt worden waren, damit wir uns damit am Anfang nicht mehr herumschlagen mussten und direkt ins Training einsteigen konnten.
      Bereits beim Aufwärmen, welches zwingend nötig war, um genügend Gelenkschmiere zu bilden und keine Folgeschäden hervorzurufen, spürte ich die fließenden, raumgreifenden Gänge des Schecken, die wahnsinnig weich zu sitzen waren. Und je lockerer Avanti beim Aufwärmen wurde, desto angenehmer wurden auch seine Gänge, auch, wenn ich diese Steigerung anfangs für schwierig gehalten hatte.
      Als das Aufwärmen soweit abgeschlossen war, machten wir uns an die ersten Sprünge auf dem M-Niveau, um Avanti noch einmal einen kleinen Einstieg zu bieten, ehe wir die Hindernisse auf das nächste Niveau erhöhen würden. Auch, wenn er bereits auf M**-Niveau war, so begannen wir nochmal auf dem M*-Niveau, welches mit einer maximalen Höhe von 130 Zentimetern und einer Höchstweite von 145 Zentimetern doch schon ausgesprochen anspruchsvoll war.
      Irgendwann konnten wir die Hindernisse höher stellen, sodass wir uns langsam, aber sicher dem gewünschten Niveau näherten und sogar schon einen kleinen Vorgriff auf S* nahmen, damit Avanti schön gefördert werden konnte. Hierbei betrug die Höhe nun bis zu 145 Zentimeter und die Weitsprünge konnten beliebig weit sein, was teilweise schon einige Schwierigkeiten hervorrufen würde, dennoch wollte ich den Reitponyhengst bestmöglich auf das S-Niveau vorbereiten.
      Die Parcours, die wir bestritten, fanden immer in der Halle statt, weswegen die minimale Hinderniszahl auf acht beziehungsweise neun Hindernisse festgelegt war. Dennoch gingen wir mehrere Hindernisse öfter an, falls das Pony falsch absprang oder aufkam, die Geschwindigkeit nicht passend kontrollierte oder eine Stange von ihrem Platz riss, was relativ oft geschah, da mein Reitponyhengst (wie sein Name schon verriet) es im Parcours immer ziemlich eilig hatte. So hatten wir zum Ende einer jeden Trainingseinheit trotzdem jedes einzelne Hindernis stets mindestens einmal erfolgreich absolviert, was natürlich auch für eine gute Erfahrung sprach, womit wir dann das Training auch immer beenden konnten und Avanti nun S-fertig im Springen war.
    • Gwen
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      Tierarztkontrolle
      10/2015, von Eddi | 3967 Zeichen
      „Und dafür findet ihr keinen anderen Tierarzt? Darf ich dann die Termine wenigstens direkt zusammenpacken um ein wenig Fahrtkosten zu sparen?“, fragte ich ein wenig unsicher und verkroch mich gedanklich unter meinem Schreibtisch. Das lohnte sich aber eigentlich nicht, denn immerhin hatte ich Elisa Cranfield nur am Telefon, sie konnte mir sowieso nichts. „Jaja, mach, Juli freut sich!“, meinte sie und legte auf. Oh toll, dann hatte sich das also auch geklärt. Seufzend schrieb ich den Termin in meinen Kalender, übermorgen ging es also nach Townsend Acres!
      Tja und so war ich ziemlich pünktlich an dem Morgen unterwegs, denn bei Elisa kam man ungern zu spät. Außerdem hatte mein Besuch eine elementare Bedeutung, denn ihr Hengst Avanti sollte demnächst bei einer Körung starten. Ich war ja gespannt, wie es aussah wollte sie mit zwei Hengsten starten. Gewagt, aber durchaus im Bereich des Möglichen. Avanti spielte dabei aber nur die Nebenrolle, das Augenmerk lag auf ihrem Liebling Cardillac, welchen ich erst vor kurzem untersucht hatte.
      Dieser war dann auch Gesprächsthema Nummer eins, als ich auf Townsend Acres ankam und direkt von Elisa in Beschlag genommen wurde. Die plapperte ununterbrochen, auch während sie mir Avanti vorführte und danach zum Putzplatz brachte. Selbst während ich ihren Hengst untersuchte, redete sie ohne Unterlass. Aber ich konzentrierte mich auf Avanti. Seine Gänge waren taktklar und einwandfrei gewesen. Auch seine Augen waren klar und seine Beißer standen in Reih und Glied. Nach dem Abhören und Abtasten war klar, dass der Hengst kerngesund war und geimpft werden konnte.
      Für Avanti hieß das viermal ein kleines Aua überstehen und jede Impfung litt Elisa mit und bemitleidete ihr armes Hengstchen. Wenigstens war er danach gegen Influenza, Herpes, Tetanus und Tollwut geimpft und auch die Wurmkur bekam er noch direkt hinterher und dann war er auch schon fertig und bereit für die kommende Körung. „Ich wünsche euch viel Erfolg!“, meinte ich und verbeugte mich ironisch vor den beiden. Doch Elisa winkte nur ab. „Mach dir nicht solche Mühen, es ist nicht Cardillac, nur Avanti.“

      Schweigend ließ ich die beiden gehen und setzte schnell meine Kritzel-Unterschrift in den Impfpass des Reitponyhengstes. Dann sah ich mich suchend um. Ich hatte Juli zwar angeboten, zu ihr zu fahren, aber sie hatte am Telefon nur abgewunken und gemeint, sie käme mit Capulet rübergeritten. Elisa hatte das nur mit einem Kichern quittiert und gemeint, ich würde Spaß mit Capulet haben. Er sei ein wahres Katapult.
      Dass sie das ernst meinte, zeigte mir der gescheckte Hengst dann recht schnell, nachdem ich seine Besitzerin und ihn dösend auf einer Wiese im Sonnenschein gefunden hatte. Capulet mochte keine Tierärzte und zeigte das. Er mochte auch keine Reiter, weshalb auch Juli nicht so beliebt bei ihm war und er während des Vorführens einen stolzen Buckler losließ. Zumindest wusste ich so, dass bei ihm alles in bester Ordnung war.
      Dann wurde auch Capulet untersucht. Widerwillig ließ er sich in Augen und Maul schauen und drehte dann beleidigt den Kopf von mir weg. Bloß gut, denn so konnte ich ihn direkt abhören und abtasten, ohne dass er mir zu nahe kam. Auch Capulet war in bester Verfassung und topfit. Nun ging es also ans Impfen, das würde noch lustig werden.
      Mit jeder Spritze buckelte Capulet wilder und dann auch gerne schon davor. Es war gar nicht so leicht, überhaupt noch die richtige Stelle am Hals zu treffen. Umso dankbarer war ich, als auch endlich die letzte Spritze saß und wir es geschafft hatten. „Puh. Nicht noch einmal“, stöhnte ich entnervt und verabreichte Capulet noch seine Wurmkur. Eigentlich würgte ich sie ihm rein, da er partout sein Maul nicht öffnen wollte und ich das nur mit Julis Hilfe schaffen konnte.
      Danach waren wir drei fix und alle, aber zum Glück war Elisa so höflich und lud uns auf einen Tee ein, der die Nerven wieder beruhigte, während Capulet zufrieden auf einer Gastweide über das Gras buckelte.
    • Gwen
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      HK 475
      10/2015, von Elii | 3000 Zeichen
      „Ruhig Blut, Brauner“, witzelte Elisa herum, während ich auf dem Rücken ihres Reitponyhengstes Avanti saß, mehr oder weniger freiwillig. Da die Oberhexe nämlich selbst bereits mit Cardillac auf der Hengstkörung gestartet war, an der ich mit Avanti teilnahm, schaffte sie es selbst nicht, noch mit dem Schecken in die Halle einzureiten. Cardillac hingegen war bereits fertig und der sollte wohl momentan in dem aufgebauten Paddock fröhlich sein Heu zerkauen, während er mal wieder mit Leckerlis zugestopft werden würde. Würde er nicht selbst auf seine Figur achten, würde er wohl aufgehen wie ein Ballon – Elisa schien nämlich nichts gegen rollende Pferde zu haben.
      Es hatte, zugegebenermaßen, auch eine Weile gedauert, bis ich mich hatte erweichen lassen. Eigentlich war ich hartnäckig geblieben. Zumindest, bis Elisa mir ein Festmahl als Dankeschön versprochen hatte. Wahrscheinlich hätte ich mit Avanti trotzdem teilgenommen, wenn sie mir das nicht hoch und heilig geschworen hatte, aber warum sollte ich mich mit etwas zufriedengeben, wenn ich noch mehr herausschlagen konnte.
      Elisa hörte erst auf, Avanti zu betüddeln, als wir durch die Lautsprecher angekündigt wurden. Dennoch konnte sie es sich nicht nehmen lassen, nochmal Avantis eingeflochtene Turnierzöpfe zu untersuchen, meine Kleidung zurecht zu zupfen und mir dann einen Klaps auf den Hinterkopf zu geben. „Dass Avanti das schafft weiß ich, aber bitte gib dir einfach Mühe und gestalt es ihm nicht noch schwieriger!“, ermahnte sie mich dann, ehe sie sich schnellstens vom Acker machte und lieber auf der Zuschauertribüne neben Matthew, der ihr einen Platz freigehalten hatte, verschwand. Ich hingegen seufzte nur und trieb den Hengst dann an, um im Arbeitstrab in die Halle einzureiten.
      Auf der Mittellinie ging es bis zum Bahnpunkt X, an welchem Avanti geschlossen stehen bleiben musste und wo ich die Richter grüßte. Zugegeben: Ich hatte nur ein einziges Mal mit ihm trainiert, den Rest hatte Elisa gemacht. Aber ich brauchte auch nicht viel mehr Training, um mit ihm klarzukommen, ich schaffte das mit jedem Pferd. Wahrscheinlich hätte ich sogar Katapult vorbildlich durch die Körung manövriert, wenn ich ihn doch vorher nie geritten hätte.
      Obwohl ich deutlich zu spüren bekam, dass Avanti ordentlich Feuer unterm Hintern hatte, ließ ich mich davon nicht beirren und dirigierte ihn geradewegs auf die linke Hand, auf welcher wir heute begannen. Hier führten wir zuerst den Schritt, dann den Trab und anschließend den Galopp vor, dann wechselten wir durch die Länge der Bahn und zeigten auch auf der rechten Hand die drei Grundgangarten des Ponys. Ich hatte zwar so meine Mühe, schaffte es aber, Avanti (der seinem Namen mal wieder alle Ehre machte) zurückzuhalten und auch im Galopp einigermaßen zu versammeln. Anschließend wechselten wir wieder durch die halbe Bahn und überwanden noch drei Kreuze mit einer Höhe von etwa fünfzig Zentimetern, bevor wir wieder auf die Mittellinie abwendeten und uns von den Richtern verabschiedeten.
    • Gwen
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      Hufkontrolle
      10/2015, von Rhapsody |4881 Zeichen
      „Warum zur Hölle dachtest du, es wäre eine gute Idee, mit ZWEI Hengsten auf eine Körung zu gehen, wenn um dich herum nicht mal nachts um 3 Ruhe ist?!“

      Elisa zuckte mit den Schultern. „Carpe diem oder so. Carpe noctem.“

      „Carpe mein Arsch – wie willst du das denn hinkriegen?!“ fragte ich schließlich, obwohl ich die Antwort eigentlich schon kannte – ich wollte sie nur nicht wahrhaben.

      Elisa wusste das und grinste mich nur breit an. „Ich hab da eine Überraschung für dich!“ Aber weil ich so allwissend war, wartete ich gar nicht, bis sie mir die Überraschung verriet sondern glitt einfach vom Stuhl und ging in Richtung Stall.

      ***

      Nach einem kurzen Telefonat mit Adèle standen dann letzten Endes Cardillac, Avanti und Capulet fein säuberlich in der Stallgasse. Okay, eigentlich stand nur der König höchstpersönlich angebunden in der Stallgasse; Avanti kaute noch auf dem Heu herum und meine Lieblingsfranzösin hatte mir den Lewitzerhengst kurzerhand vorbeigebracht, sodass er sich jetzt den Bauch auf Elisas Weiden vollschlagen durfte.

      „Wenn du ihn nicht mit Eure Majestät anredest, wird er sauer,“ kommentierte Elisa von den billigen Plätzen (einem Gartenstuhl, den sie sich in den Stall geholt hatte), als ich mich mit meinen Sachen ans Werk machte. Alle drei waren sie Barhufer, weswegen ich mich um das Abnehmen von den alten Eisen gar nicht kümmern brauchte, sondern mich direkt an das Ausschneiden der Hufsohle machen konnte. Mein innerer Monolog, den ich bei der Arbeit immer irgendwie hatte, wurde dieses Mal des Öfteren unterbrochen – natürlich von unserem Lieblingsdiktator, dem irgendwie total egal war, dass er wohl noch andere Aufgaben hatte außer mir beim Abraspeln der Sohle zuzugucken und mir Sachen über Matthew zu erzählen, bei denen ich lieber vorsichtshalber weghörte.

      Auf meine äußerst höfliche Frage („Elisa, hast du eigentlich echt nichts besseres zu tun?“) bekam ich nicht mal eine Antwort, so sehr war sie gerade im Flow. Erzähl-Flow? Gab es so etwas überhaupt? Also bockte ich nur Cardillacs Huf auf, freute mich, dass der Hengst mich wohl als würdig empfand (woraufhin mein innerer Monolog sofort mit dem Hammerzeugs im zweiten Avengers-Film anfing) und schaltete einfach auf Durchzug.

      Erst, als ich bei Avanti schon den zweiten Huf soweit fertig hatte, hielt Elisa inne. „Hörst du mir überhaupt zu?“

      „Sollte ich?“ fragte ich scheinheilig zurück und fing mir dafür eine Heudusche ein. Elisa beließ es aber dabei, denn Avanti war so schön unruhig genug, da musste sie nicht auch noch Drama starten. Der arme Hengst. Nicht nur, dass jemand an seinen Hufen rumwerkelte, jetzt musste der andere komische Mensch auch noch mit Futter schmeißen! Dafür blieb er aber (verhältnismäßig) ruhig, und als ich auch den letzten Hinterhuf soweit fertig hatte, schickte ich ein Stoßgebet an den Himmel – denn jetzt würde der schwierige Teil kommen.

      „Wenn das jetzt so wird wie die Szene in Spirit, dann freu‘ ich mich,“ sagte Elisa, als ich Capulet auf ihrer Stallgasse anband („Wie du machst den hier? Damit ich den Dreck hab?!“). „Und ich mache natürlich Fotos.“

      Ich funkelte sie böse an. „Cap und ich sind mittlerweile best friends, okay?“ Das unterstrich der Hengst mit einer Kopfnuss, die er bestimmt nur lieb gemeint hatte und von der ich bestimmt keine Kopfschmerzen kriegen würde. Vielleicht.

      Naja, Elisa hatte bestimmt ein bisschen Ibuprofen im Haus. Alles halb so schlimm.

      Weniger halb so schlimm (ein Viertel schlimmer) war dann, als es an die eigentliche Arbeit ging. Elisa wurde schnell dazu verdonnert, Caps Kopf zu halten, sodass ich die Vorderhufe wenigstens ohne große Unterbrechungen von einem aufdringlichen Pony machen konnte. Trotzdem versuchte er nach wie vor, mir den Huf wegzuziehen. Würde das erst ein Spaß werden, wenn ich bei den hinteren Hufen angelangt war!

      Das Aufbocken mochte er auch ganz und gar nicht, was dann vor allem bei den Hinterhufen zu Versuchen, seitlich auszuschlagen, endete. Ganz schaffte er jedoch nicht – ich hatte keine neuen blauen Flecken am Ende des Tages – aber es war trotzdem nervig. „Ich glaub, ich hol mir für den ‘nen anderen Hufschmied,“ murmelte ich vor mich hin.

      „Oder du wälzt ihn das nächste Mal einfach auf Adèle oder Zoe ab. Frag mich eh, wieso du dir das jetzt antust,“ meinte Elisa, natürlich viel zu spät.

      Mit Ach und Krach schaffte ich es dann doch noch, ihm auch die Hufe noch mit Huföl einzufetten, dann war ich fertig. Sowohl mit der Arbeit als auch nervlich.

      „Dafür schuldest du mir was,“ warnte ich Elisa vor, die mich sofort mit großen, unschuldigen Augen ansah.

      „Aber er ist schon viel ausgeglichener als in der Anfangszeit bei mir! Und Joline kommt super mit ihm klar, was willst du mehr? Du kannst doch eh nicht Westernreiten!“

      Da hatte sie wohl recht. Also ließ ich mich volllabern mit Capulets Vorzügen, bei denen ich, ähnlich wie vorhin, einfach abschaltete.
    • Gwen
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      Harte Nuss
      11/2015 | 7698 Zeichen
      Skeptisch betrachtete Matthew den Welsh B-Hengst, den ich gerade eben aus dem Hänger führte. „Er sieht jung aus“, stellte der Dunkelhaarige dann kritisch fest und beäugte den Schecken genau.
      „Der sollte eigentlich mindestens fünf oder sechs sein, das passt auf jeden Fall vom Alter her. Ich weiß, dass er seit 2012 bei Elena steht und sie meinte, er hätte vorher jahrelang nur auf einer Weide gestanden. Aber keine Ahnung, wie alt er genau ist.“
      „Elena? Die hat solche kleinen Ponys bei sich?“
      „Nicht unsere Nachbarin“, grinste ich und boxte Matthew gegen die Schulter. „Ich rede von Elena Delgardo von den Briar Cliff Stables. Sagt dir das mehr?“
      „Hab davon bestimmt schon mal gehört … Zumindest der Name kommt mir bekannt vor.“ Matthew nickte und ich lächelte kurz. „Gut. Magst du mir mit ihm eben helfen?“ Ein erneutes Nicken von Matthew folgte, dann übernahm er den Führstrick des kleinen Ponys, während ich die Laderampe wieder hochklappte und den Hänger verschloss. Noch war der Hengst erstaunlich ruhig – Elena hatte mir da ganz anderes erzählt, was mich erwarten würde. Wahrscheinlich war er einfach nur müde von dem Flug und der langen Fahrt, wer wusste das schon.

      Für das Training mit dem, zugegebenermaßen doch sehr kleinen, Hengst hatte ich Joline bei Seite gezogen. Obwohl das Springreiten normalerweise nicht so wirklich ihr Gebiet war und sie dies eigentlich nicht trainierte, war sie dann doch hin und wieder dafür zu begeistern und könnte Pferde in dieser Disziplin auch trainieren, wenn sie denn wollte. Ich allerdings war mit meinen knapp 1,70 Metern etwas zu groß für Overo und so wollte ich mich nicht noch auf ihn setzen. Joline mit ihren knapp 1,60 Metern passte da schon eher drauf und das Ganze sah dann auch um einiges stimmiger aus.

      Auch, wenn Joline den „Zwerg“ ziemlich unter Kontrolle hatte, versuchte er doch immer mal wieder, seinen Willen durchzusetzen und einfach mal den Sturkopf einzuschalten. Dann wurde auch Joline dickköpfig und oft standen sie eine ganze Weile nur herum, bis es selbst Overo zu langweilig wurde und sie mit der Arbeit fortfuhren.
      Die Bodenarbeit, mit der wir einstiegen, tat ihr Übriges: Anfangs war Overo teilweise wirklich unberechenbar gewesen. Wenn er keinen Bock auf irgendetwas hatte, schnappte er – und wollte so erreichen, dass man machte was er wollte. Dann buckelte er manchmal, stampfte genervt mit dem Vorderhuf auf und legte die Ohren so an, dass sie fast horizontal waren.
      Nach und nach bauten sie dann aber eine (sehr lose) Vertrauensbasis auf und legten so das Fundament für das weitere Training. Hier ging es größtenteils ins Gelände. Trotz des Schnees. Während ich dann mit einem anderen meiner Hengste – meistens waren dies Intoxicated, Don Johnson oder Azrael; also die, auf die ich mich im Gelände wirklich zu 100% verlassen konnte und die sich nicht von einem spritzigen Hengst neben sich beeindrucken ließen – nebenher ritt, saß Joline auf dem Rücken des Rappschecken und wirkte neben mir noch viel kleiner.
      Auch diesmal unternahmen wir wieder einen kleinen Ausritt in die weiten Kanadas. Der Schnee bedeckte die Landschaft nur so und so bot sich uns bereits Ende November ein äußerst weihnachtliches Bild. Zugegeben, ich hasste Schnee, aber in diesem Moment war es sogar ganz schön, wenn man mit Overo und Kronjuwel durch die Landschaft ritt und einfach mal entspannen konnte. Kronjuwels Ruhe übertrug sich bereits nach kurzer Zeit auf Overo und so wurde es sogar ganz angenehm mit dem sonst so dickköpfigen, eigensinnigen Hengst.

      Nachdem wir mit dem Geländetraining etwas weiter vorangeschritten waren und so besonders Overos Ausdauer, Stärke und generell die gesamte Kondition verbessert hatten, widmeten wir uns den Anfängen des Springtrainings: der Cavalettiarbeit. Joline saß stets auf dem Rücken des kleinen Hengstes und arbeitete mit ihm, während ich vom Boden aus zusah und Kritik ausübte, wenn es nur ging. Denn auch Joline hatte noch nicht ganz ausgelernt. Das störte den Hengst allerdings nicht sonderlich, denn zumindest war Joline in der Lage, ihn auf das Springreiten vorzubereiten. In der Klasse A betrugen die Höhen eines Sprungs maximal 110 Zentimeter und auch die Weite der Sprünge durfte 125 Zentimeter nicht überschreiten. Dennoch stiegen wir zuerst mit Cavalettis ein, machten Overo so das Springen etwas schmackhaft und achteten besonders auf die richtige Technik, die der Hengst an den Tag legte. Auch, wenn er tatsächlich des Öfteren einen „schlechten Tag“ (oder sollte ich „schlechte Woche“ sagen?) hatte, so war er doch nicht ganz lernresistent und zeigte nicht immer seinen Widerstand.
      Wenn er es dann tat, trug auch Joline ihren Dickkopf immer wieder an die Oberfläche und machte das so lange, bis es Overo wirklich zu dumm wurde – dann beruhigten sich beide wieder und das Training konnte weitergehen.
      Auf die Cavalettiarbeit, die wir zunächst nur an der Longe und schließlich unter dem Sattel in Angriff genommen hatten, folgten die ersten kleinen Hindernisse. Nun lag es daran, Overos Bascule über dem Sprung aufrecht zu erhalten, also eine schöne, gebogene Rückenlinie, sodass das Pony seinen Rücken über dem Sprung nicht wegdrückte. Das wäre besonders auf Dauer nicht sonderlich gesund und sogar ziemlich schädlich, weshalb wir solche Probleme direkt bei der Wurzel packen und endgültig beseitigen wollten, indem wir ihm direkt die richtige und korrekte Ausführung beibrachten.
      Wir begannen mit niedrigen Hindernissen, stellten dann die Höhen und Weiten immer höher. Overo zog anfangs vor dem Sprung ziemlich stark an, sodass Joline Mühe hatte, ihn vor dem Sprung ordnungsgemäß zu versammeln, doch mit der Zeit lernten beide dazu: Joline, wie sie sein Tempo besser regulieren konnte und Overo, dass es viel leichter war, passend zu springen als verwundert über das Hindernis zu straucheln und möglicherweise unschön auf dem Boden aufzukommen.
      Einmal kam Matthew mit Avanti während des Trainings in die Reithalle – und verschwand genauso schnell wieder. Ein kurzer, böser Blick in Richtung Matthew reichte, um ihm zu verdeutlichen, dass der Zeitpunkt mehr als ungünstig wurde. Waren andere Pferde während des Trainings in der Nähe, war Overo nämlich meist wahnsinnig unkonzentriert und ihn dann bei sich zu behalten stellte sich als mehr als nur schwierig heraus. Zum Glück hatte er von dem „Eindringling“ nicht viel mitbekommen und sprang weiter durch den Parcours.
      Es dauerte zwar eine Weile, besonders, weil wir Overo mit den Höhen nicht überfordern wollten (110 Zentimeter waren immerhin nur noch knapp zwanzig Zentimeter weniger als seine Widerristhöhe betrug) und „sauer“ machen wollten, sodass ihm die Lust am Springen vergehen würde. Nichtsdestotrotz hatten wir es am Ende des Trainings geschafft, ihn im Springen A-fertig zu trainieren, also könnte er rein theoretisch einen A-Parcours ohne Probleme springen. Vorausgesetzt, er wollte das.

      „Er bleibt noch bis Dezember, oder?“, fragte Joline schließlich, als die letzte Trainingseinheit für beendet erklärt worden war und sie sich nach vorn lehnte, um Overo den Hals zu streicheln und ihn dann zwischen den Ohren zu kraulen. Der Hengst war viel zu erschöpft, um jetzt noch irgendwie Widerstand zu leisten, und wenn er ehrlich wäre, würde er wohl auch zugeben, dass er die kleine Schmuseeinheit ziemlich wertschätzte. Leider war Overo da ein hartnäckiger Genosse, der so etwas nicht gerne zeigte, und so schüttelte er nur prustend den Kopf.
      „Ja, nächsten Monat geht es weiter.“ Ich grinste. „Wieso, macht das Springreiten etwa doch mehr Spaß als erwartet?“
      „Irgendwie schon“, lächelte Joline und stieg dann ab. „Und jetzt auf einen Ausritt mit Adona und Goldherz? Was denkst du?“
      Jetzt lachte ich. „Bin dabei!“
    • Gwen
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      Neues Jahr, neues Glück
      02/2016 | 1369 Zeichen
      Mit Sicherheit hatte ich schon wieder über die Hälfte meiner Pferde aussortiert. Was am Anfang ziemlich gemein klang, war allerdings gar nicht so gemeint.
      Viele geblieben waren allerdings nicht. Von Ace of Clubs hatte ich mich nicht trennen können, genauso wie von Audio Delite at Low Fidelity, Romantica, Trés Jolie und auch Ocean Water. Die Damen würden auf jeden Fall erst einmal bleiben, ebenso wie Liluye und Hall of Fame CU.
      Bei den Hengsten sah das da schon anders aus: Hier hatte ich nur noch sechs, und bei zweien war ich mir nicht einmal mehr ganz sicher. Momentan bestand der Hengststall allerdings nur noch aus Avanti, Azrael, Intoxicated, Tenacious, Levi und Cardillac. Besonders letzterer würde es mir wahrscheinlich nicht wirklich verzeihen, würde ich ihm Umzugsstress antun.
      Die Kleinen fielen mir besonders schwer. Aponi und Pamuya blieben auf jeden Fall, genau wie Nessaja. Von Beverly und Pina könnte ich mich auch nicht trennen, Chesmu würde auch dort bleiben, wo er hin gehörte. English Love Affair war zwar noch nicht so lange hier, aber bei ihr war ich mir schon wieder nicht mehr so sicher. Auch Vendetta müsste ich mir noch einmal durch den Kopf gehen lassen.
      Alles in allem war es schon wieder eine ziemliche Bestandsverkleinerung gewesen, die ich hier hatte über mich ergehen lassen. Aber hey, anscheinend brauchte ich das einmal im Jahr.
    • Gwen
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      Die Pokémon im eigenen Stall
      07/2016 | 5592 Zeichen
      „LAPRAS!“
      „Wo?!“
      „Könnt ihr vielleicht weniger hier rumschreien? Ich versuche gerade zu lesen. Danke.“ Joline seufzte auf und verdrehte die Augen.
      „Nein, lies woanders“, ertönte es im Einklang von Matthew und mir, was Joline nur dazu brachte, genervt aufzustehen und sich in ein anderes Zimmer zu begeben.
      Eigentlich hätte ich nicht erwartet, dass wir hier in der Nähe wirklich einen PokéStop haben würden. Tatsächlich war aber mein Gestüt einer – warum auch immer. Musste wohl jemand damals eingereicht haben, als man bei Ingress die Portale selbst noch einschicken konnte.
      Jedenfalls hatten sowohl Matthew als auch ich dann ziemlich viel Spaß daran, den PokéStop vom Sofa aus zu aktivieren und einfach immer Lockmodule anzuschmeißen, wenn es gerade die Gelegenheit dazu gab. Meist waren es dann nur Taubsis, Raupys, Hornlius – obwohl die ja zum Leveln alle echt pures Gold waren – oder eben ein nerviges Rattfratz. Bei denen konnte man ja wohl wirklich schon von einer Plage sprechen …
      Nur jetzt war gerade ein wildes Lapras aufgetaucht.
      „Wie viel hat deins?“, grinste ich Matthew an, zufrieden mit der Anzahl der CP, die mir bei meinem angezeigt wurden.
      „Das ist doch nicht wahr? Ich bin Level 17, warum kriege ich ein 43er Lapras?!“
      „Haha, meins hat 1200!“ Ich war versucht, die Zunge rauszustrecken, aber das wäre wohl doch ein wenig zu viel. Zumindest sollte es Matthew ein wenig stören, dass ich drei Level unter ihm war. Tja, wäre er auch mal Level 14 geblieben.

      Nach knapp sieben Minuten ging das Lockmodul dann auch wieder aus und Matthew und ich entschlossen uns dafür, dass es heute wohl genug gewesen wäre. Ich hatte immerhin mein Blitza entwickeln können und ein Lapras gefangen, bei Matthew war es ein recht gutes Aquana geworden und im Großen und Ganzen waren wir doch ziemlich zufrieden. Also beschloss ich, nur noch einmal eine Runde durch die Ställe zu drehen und mich dann schlafen zu legen; immerhin war es schon wieder kurz nach Mitternacht. Matthew hatte mir sogar empfohlen, das zu tun. Ich solle doch mal lieber nach meinen eigenen „Pokémon“ sehen ... Am liebsten hätte ich ihm für den Spruch eine reingehauen, aber ich konnte mich gerade noch beherrschen.
      Beginnen tat ich im Stall der Stuten. Momentan befanden sich hier nur fünf von ihnen, zumindest nachdem ich vor einer Weile den Bestand mal wieder etwas reduziert hatte. Inzwischen waren hier nur noch Hall of Fame CU, Ace of Clubs, Très Jolie, Liluye und die gute alte Ocean Water anzutreffen. Vielleicht würde Beverly auch bald hierher umziehen. Je nachdem, wie sie sich machte, würde sich das wohl in der nächsten Zeit herausstellen.
      Ich checkte nur, ob die Boxen alle vernünftig geschlossen waren und verteilte kurz Streicheleinheiten, bevor ich noch das Licht ausmachte und dann die große Stalltür verschloss.
      Daraufhin ging es weiter zum Hengststall. Sechs waren es hier an der Zahl, und bis auf Allelujah, der noch nicht sonderlich lange wieder bei mir war, und Tenacious waren inzwischen alle erfolgreich gekört. Intoxicated, Levi, Cardillac und Avanti hatten den Stress bereits hinter sich und die Körungen erfolgreich für sich gewonnen. Mal sehen, wie es mit ihnen weitergehen würde. Avanti war ja bereits Papa geworden, und sein Nachkomme hatte sich auch echt entwickelt. Kam ganz nach dem Papa.
      Auch hier ging ich nur einmal kurz von Box zu Box und machte mich dann auf den Weg zum Stall der Kleineren, wo auch Beverly momentan ja noch stand. Liberté's Nessaja fand sich hier auch noch wieder, mal sehen, wann sie den Umzug in den anderen Stall eintreten würde – allzu lange dauerte es bestimmt nicht mehr, sie hatte sich echt gut gemacht. Bei Pina war das ein wenig komplizierter, sie war noch immer sehr kritisch, was die Menschen um sie herum betraf und auf größere Menschenmassen reagierte sie leider nicht sonderlich positiv, was aber auch total nachvollziehbar war. Mit ihr hatten wir noch eine Menge Arbeit vor uns.
      Chesmu hatte sich auch wirklich entwickelt und er wuchs immer mehr zu einem schicken Hengst heran. Der Gute war ja inzwischen auch schon dreieinhalb Jahre alt und meine Erwartungen in ihn waren tatsächlich sehr hoch. Allerdings versprachen sowohl seine Abstammung als auch der junge Hengst selbst, dass er wohl noch einmal einen beeindruckenden „Lebenslauf“ vermerken könnte.
      Aponi und Pamuya waren noch immer beinahe unzertrennlich. Flightless Bird hatten sie jedoch sehr schnell aufgenommen und so bildeten die drei jetzt ihre eigene kleine „Clique“. Leslie war dabei eher diejenige, die immer schüchtern im Hintergrund blieb, während die anderen neue Kontakte knüpften. So war es auch, als Accomplishment, die Neue, dazustieß und sie sich alle erst einmal aneinander gewöhnen mussten. Das Baby unter den vier Stutfohlen sah zwischen den älteren immer sehr zierlich und zerbrechlich aus, machte aber schnell klar, dass das keineswegs auf ihren Charakter zutraf. Stattdessen wollte sie ihren Willen sehr stark durchsetzen und ließ dies auch den Rest wissen. Obwohl Aponi und Pamuya das nicht so recht in den Kram passte (Leslie hatte da wenig beizusteuern, die akzeptierte das einfach), fügte Accomplishment sich doch recht schnell in die wachsende „Gang“ ein und so waren sie dann schon zu viert. Bald würde auch noch Empire of Irony dazustoßen, noch verweilte die allerdings auf dem Pineforest Stud. Mal sehen, wie das mit denen dann werden würde. Für heute hatte ich jedenfalls genug und schloss auch den Stalltrakt der Jüngeren sorgfältig ab, bevor ich wieder ins Haus ging und noch einen Rauch anschmiss. Man wollte ja nicht unnötig Lockmodule verballern.
    • Gwen
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      Die schönste Zeit des Jahres
      11/2016 | 5603 Zeichen
      Weihnachten näherte sich – wieder einmal. Man merkte jetzt schon jedem an, der auf dem Gestüt lebte oder beschäftigt war.
      Dieses Jahr hatte es sogar mich schon ziemlich erwischt. Meine Stimmung hob sich schon, wenn ich nur an Weihnachtsmärkte und Glühwein dachte. Glücklicherweise gab es zur heutigen Zeit auch in Kanada schöne Weihnachtsmärkte, auf denen man sich die Zeit totschlagen konnte – mit Glühwein natürlich.
      Aber bevor ich mich heute Abend mit Joline auf einen dieser Weihnachtsmärkte begeben würde, hatten wir noch einiges vor uns. Denn obwohl meine Vierbeiner momentan in ihre wohlverdiente Winterpause entlassen worden waren und heute sowieso Ruhetag hatten, also demnach nicht ganz so viel zu tun war, wollten sie doch zumindest alle ein wenig Beschäftigung haben.
      Beginnen taten wir mit den Stuten. Matthew und Sophia hatten uns ebenfalls begleitet, sodass es alles noch etwas schneller gehen würde. Ich entschied mich dafür, Très Jolie und Ace of Clubs einfach eben in der Halle ein wenig laufen zu lassen, damit sie sich ihre Beine vertreten konnten (die Paddocks waren zur Zeit leider eine Zumutung für jedes Pferd) und es dauerte nicht lange, bis die beiden Stuten fröhlich durch die Halle galoppierten. Sophia, Matthew und Joline machten mit Hall of Fame CU, Liluye und Ocean Water lieber einen gemütlichen, völlig entspannten Schrittausritt durch einen der Wälder, die sich hier nur so tummelten.
      Nach einer Weile verfrachtete ich meine beiden Stuten wieder in ihre Boxen und gab ihnen noch die Abendportion Futter, ehe es mich schon zu den Hengsten verschlug. So ganz wusste ich noch nicht, was ich mit ihnen heute anfangen sollte. Grundsätzlich waren ja alle recht sozial untereinander und es gab keine wirklichen Dominanzkämpfe, dennoch wollte ich die sechs Hengste nicht mal eben so mir nichts, dir nichts frei in der Halle laufen lassen. Intoxicated hatte ich dann kurzerhand an die Longe genommen, um ihn wenigstens ein bisschen zu arbeiten, genau wie es auch bei dem schicken Rappen Levi der Fall war. Allelujah ließ ich allein in der Halle laufen, bei ihm war es dann doch noch zu riskant, ihn mit den anderen so frei laufen zu lassen, nachdem sich seine ganze Energie angestaut hatte. Zuletzt blieben dann noch Avanti, Cardillac und Tenacious. Auch die drei durften noch ein paar Runden in der Halle drehen, bevor es für sie auch wieder zurück in die Boxen ging.
      Für die Jungpferde und Fohlen nahm ich mir dann etwas mehr Zeit. Die Anderen waren inzwischen auch von ihrem Ausritt zurück und so schnappte sich jeder eins der vier Reitponyfohlen: Matthew beanspruchte Aponi für sich, Joline halfterte Pamuya auf und Sophia kümmerte sich um Flightless Bird, während ich Accomplishment unter meine Fittiche nahm. Für die Kleine hatten wir noch immer keinen passenden Spitznamen gefunden, obwohl sie doch schon eine ganze Weile bei uns war. Die kreative Eingebung, auf die wir alle hofften, blieb aber leider momentan noch aus. Die vier Stutfohlen wurden allesamt ausgiebig verwöhnt und praktisch blitzeblank geputzt, ehe es für sie wieder in die Boxen ging. Auch PFS‘ Empire of Irony durfte sich noch einer Putzeinheit unterziehen und schien auch dies sichtlich zu genießen, denn der Anglo-Araber schloss zufrieden die Augen und begann spontan zu dösen. Generell war sie doch schon sehr zutraulich für ihr junges Alter, ließ sich aber dennoch Zeit dabei, bis sie jemandem wirklich vertraute.
      Beverly und Pina liefen inzwischen beide wirklich sehr gut unter dem Sattel – zumindest für ihren Ausbildungsstand. Pina ließ sich zwar nur von mir reiten, weshalb ich mir für sie immer besonders viel Zeit nehmen musste, doch bei ihrer Vergangenheit war das kein Wunder. Dementsprechend störte es mich auch nicht, dass sie so gesehen eine Extrabehandlung benötigte, denn ihre Fortschritte machten sowieso alles wieder wett und Trainingsfortschritte verfolgte man doch immer wieder gern, wenn man wirklich sehen konnte, was man bereits alles erreicht hatte. Liberté’s Nessaja nahm ich ebenfalls noch kurz an die Longe, damit sie sich wenigstens etwas bewegen konnte.
      Zu guter Letzt kam dann noch Chesmu dran. Der Gute hatte sich in der letzten Zeit wahnsinnig gemacht und inzwischen war er doch tatsächlich schon fast ganze vier Jahre alt – wie die Zeit verging! Chessi war von einem kleinen, süßen Fohlen zu einem wahnsinnig schicken Hengst herangewachsen, dessen war er sich aber auch mehr als nur bewusst. Mit dem goldenen Fell und dem seidigen Langhaar könnte man ihn inzwischen fast für ein Barbiepferd halten. Glücklicherweise benahm er sich nicht wie Cardillac, denn sonst wäre der Vergleich wirklich treffend.
      Auch Chesmu durfte sich eine Weile an der Longe austoben und ihn schien das wirklich zu freuen. Ein paar Freudensprünge und Buckler waren schon drin, als er angaloppieren sollte. Auch, wenn dies sich relativ schnell legte, schlich sich doch ein Grinsen in mein Gesicht, als ich ihn so beobachtete.

      „Joliiiine, wir können los!“, rief ich durchs Haus, nachdem ich mir meine Jacke noch übergestreift hatte und in meine Schuhe schlüpfte.
      Besagte Person kam die Treppe heruntergestolpert und grinste mich nur an. „Ja, ich bin so-“, sie hickste kurz, „-weit!“ Dann kicherte sie kurz, weil sie sich versprochen hatte.
      Ein Blick auf die Tasse in ihrer Hand, aus der noch etwas Dampf stieg, verriet sowieso schon alles. „Ist das Glühwein?“, wollte ich wissen und zog fragend eine Augenbraue hoch. Das Nicken ihrerseits hatte zur Folge, dass wir uns einfach zu zweit mit Glühwein auf dem Sofa niederließen, Lost laufen ließen und uns einen gemütlichen Abend machten.
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  • Album:
    2.2 - Südstall
    Hochgeladen von:
    Samarti
    Datum:
    22 Feb. 2017
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    Rufname: --
    geboren: September 2008


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    Rasse: Deutsches Reitpony
    Geschlecht: Hengst

    Farbe: Bay Splashed White (Aa Ee Splspl)
    Stockmaß: 144 cm

    Beschreibung:

    Avanti macht seinem Namen alle Ehre und zwar egal, wo. Ob nun auf der Weide, die Stallgasse entlang oder im Parcours - der Hengst ist kaum zu stoppen, wenn er einmal Fahrt aufgenommen hat. Dementsprechend feinfühlig und doch konsequent muss man mit dem Jungspund umgehen, der gerne einmal Flausen im Kopf hat und durchaus frech sein kann.
    Aber obwohl er manchmal seine fünf Minuten hat, ist Avanti ein Pferd, auf das man sich im Notfall immer verlassen kann. Wenn es drauf ankommt, überzeugt er durch seine ruhige und aufmerksame Art. Er versteht sehr schnell, was man sich von ihm wünscht und in den meisten Fällen ist er auch sehr willig, diesen Wünschen nachzugehen.

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    Besitzer: Samarti
    Ersteller: Elii

    Dressur L - Springen S - Military M - Distanz A

    HK 475
    219. Distanzturnier
    330. Dressurturnier
    96. Synchronspringen
    225. Militaryturnier


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    Offizieller Hintergrund

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