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Fratzi

Aurélie

[center] [size="1"][IMG]http://i55.tinypic.com/1z5283a.jpg[/IMG] Zum Pferd [size="1"]Geburtsjahr: '09 Farbe: Liver Chestnut Abzeichen: helle Socken Rasse: Hannveraner Geschlecht: Stute Stockmaß: Wachstum Zuchtpapiere? noch nicht vorhanden Geschwister? keine Nachkommen? noch nicht Verliehen an: ///[/size] ____________________ Charakter & Beschreibung: [size="1"]Aurélie ist die perfekte Mischung ihrer Eltern. Sie geht für ihren Menschen über Leichen, ist eine umgängliche und höfliche Stute, genau wie ihr Vater. Auch hat sie das Aussehen ihrer Mutter geerbt, die trippelnden federleichten Gänge, die feinen Beine. Die Springveranlagung scheint jedoch mehr von Giacomo Casanova zu kommen, und mit einem Stammbaum wie dem ihren ist es nur eine Frage der Zeit, bis sie das Siegertreppchen erobern wird.[/size] ____________________ Qualifikationen [size="1"]Springen: E Dressur: E Military: E Western: E Distanz: E Fahren: E Galopprennen: E[/size] [size="1"]Gelassenheit: noch im Training Schmiede- & Verladefromm? ja[/size] ____________________ Schleifen [/size] [/center]

Aurélie
Fratzi, 8 Sep. 2010
    • Eddi

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      ... ein Tag lang Vertretung für Fratzi

      Rangoon, Way to Future, Raufbold, Sugar, Looking at Las Vegas, Shalom, Over the Mountains, American Baby, Implore the dark Sky, Millenium GC, Blackbeard, Alors on Dance, Darym, Don Caladrio, Anduin, Listen to your Heart, Odysee, Like Rain in the Desert, Swarovskis Salinera, Rheingold, Lightning Sugar, Aurelie, GH's Diamant, Shadow of Water & Diabolo

      Die Sonne schimmerte schon durch die grünen Äste der Bäume und zeigte die großen Nebelschwaden auf den Wiesen und Feldern. Der Herbst würde bald kommen. Die Blätter der Pappeln färbten sich schon bunt, sie waren zumeist die ersten im Herbst, die ihre Blätter verloren.

      Ich fuhr die Auffahrt zum Collier Lakes Stud hinauf. Da Fratzi heute einen wichtigen und leider auch sehr umfangreichen Termin am Ende der Stadt hatte, hatte ich beschlossen, dafür bei ihr einzuspringen. Den Gefallen war ich ihr für Muskat noch schuldig. Ich stieg aus und zog die kühle Morgenluft ein. Ein markantes Zeichen von Fratzis Hof war die große, eher riesige, Eiche in der Mitte des Hofes und Gestütes. Rundherum standen Gebäude und lagen weitläufige Wiesen. Ich schaute mir den Gestütsplan an, Fine und Fratzi hatten ihn mir extra angefertigt. Ich seufzte, denn ich hatte keinen Plan wo hin ich sollte. Doch da kam schon die Rettung, naja sie starrten mich misstrauisch an, aber was solls. “Hey, ich bin Eddi. Die Aushilfe für Fratzi.” sagte ich lächelnd, keine Unsicherheit zeigen, dachte ich mir nur. Die beiden jungen Herren mussten dann wohl Ben und Sam sein, die auf dem Gestüt arbeiteten. “Hallo. Ich bin Sam und das ist Ben.” Der eine deutete auf den anderen. “Hey.” sagte diese. Ich hatte jetzt schon für mich beschlossen, Sam netter zu finden. “Okay. Eigentlich ist mir alles klar, nur den richtigen Tagesablauf könnte ich noch gebrauchen. Fratzi meinte ihr könntet mir da schon helfen?” Super, Eddi, schieb Fratzi vor. Sie war immerhin die Chefin und was sie sagte, wurde gemacht. Ben seufzte, Sam grinste. “Also, zuerst bekommen alle ihr Kraftfutter, aber das ist schon getan. Dann werden alle geputzt und dann geht es entweder an die Arbeit oder auf die Weide.” erklärte mir Sam. “Ist ja ganz simpel.” grinste ich und folgte den beiden über den Hof zum Stall. Mir wurde das Fohlen Aurelie ’zugeteilt’. Ich seufzte. Klar, erstmal testen ob ich mit Pferden klar komme. Sarkastisch nahm ich Ben den Strick aus der Hand und führte Aurelie zum Putzplatz. Diese trappelte fröhlich neben mir her. Ich holte noch schnell die Putzbox, die unter der Eiche stand und konnte dann loslegen. Zu mir gesellte sich Sam mit Asi, der Mutter. Mich hatte es gewundert das Aurelie mir ohne zu meckern von ihrer Mutter weggefolgt war. Doch jetzt waren beide ja wieder vereint. Ich begann mit einem Striegel durch das dichte Fohlenfell zu gehen und versuchte möglichst viel Staub herauszubürsten. Während ich also kräftig arbeitete, kam Ben mit American Baby. Ich kannte die Stute noch von Sammy und so kam doch tatsächlich ein redseliges Gespräch zwischen uns drein zu Stande. Während Ben und Sam mir viel über das Collier Lakes Stud erzählten, erzählte ich ihnen von Hayes End und dem Hollybrook Stud. Aurelies Langhaar war ein komplizierter Fall, denn es war richtig dick. Nachdem ich mich durch ihr Haar gekämpft hatte, kratzte ich noch die Hufen aus und fettete diese auch ein. Aurelie gab brav die Hufen ohne Probleme. Als dann auch Sam fertig war, brachten wir Mama und Tochter auf die große, grüne, saftige Weide. Ich beobachtete die beiden lächelnd. Ben ließ noch American Baby dazu und dann tobten die drei über die Weide. “Weiter an die Arbeit.” lachte Ben und stieß mir mit seinem Ellenbogen in die Seite. “Hey!” rief ich erschrocken aus. “Pff, das hat wehgetan.” sagte ich sarkastisch, als Ben und Sam lachten. “Na passt nur auf.“ grinste ich und schubste die beiden von hinten, aber wirklich nur vorsichtig, ich konnte ja nicht ahnen, dass Ben sein Gleichgewichtssinn nicht so stark war wie sein Humor. Aber hey, letztendlich lachten wir alle drei. Und schon ging es zurück an die Arbeit. Spontan entschied ich mich für Odysee. Der Saddlebredhengst war einfach wow. Ben schnappte sich Don Caladrio und, so weit ich sah, nahm Sam Like Rain in the Desert. Der Pinto Hengst war toll. Sein Zeichen war seine Scheckung am Hinterteil, die wie ein Baum aussah. Wir drei fingen an die Pferde zu putzen und so langsam kannte ich Ben und Sam auch besser. Es wurde richtig lustig mit den beiden und so war es auch keine große Anstrengung, fast eine Stunde damit zu verbringen, Odysees Langhaar zu verlesen. In der Zwischenzeit hatten Ben und Sam schon Rain und Caladrio fertig geputzt. Sam war auch schon mit Diamant fertig, der junge Hengst tobte nun über die Weide. Stattdessen kümmerte sich Sam nun um Listen. Auch Ben hatte sich um ein Fohlen gekümmert, nämlich Millenium. Inzwischen war er dabei Darym auf Hochglanz zu putzen. Die beiden waren richtig schnell, wenn es darum ging sich um die Pferde zu kümmern. Ich bewunderte sie ja fast, wusste aber selber das es bei mir fast nicht anders war. Ich brachte den glänzenden Odysee nun auf die Weide und holte mir aus dem Stall Rheingold. Ich mochte das Warmblut und inzwischen war er auch meine Reitbeteiligung, am Ende des Tages könnte ich sicherlich einen Ausritt mit ihm machen. Doch nun galt es erstmal, alle Pferde sauber zu bekommen. Im schnellen Arbeitstempo machten wir weiter. So standen auch bald Darym, Rheingold und Listen auf ihren Weiden. Die nächsten waren Rangoon, Way to Future, Looking at Las Vegas, Sugar, Raufbold und Implore tue darken Sky. Ich kümmerte mich um Rangoon und Las Vegas. Die beiden Hengste hatten sich in der diesjährigen Turniersaison gut bewiesen, auch wenn sie wegen der Zuchtpause kaum Gelegenheit dazu gehabt hatten. Ben und Sam waren in ihrem Element und ich musste mich ranhalten, genauso schnell wie sie zu arbeiten. Wir hatten alle Hände voll zu tun, denn die Pferde waren doch recht dreckig. Kein Wunder bei 3 Tagen Regenwetter. Wenigstens schien heute die Sonne und der Himmel war herrlich blau. Mich freute es, dass Fratzi mir ihren Hof anvertraut hatte. Auch wenn Ben und Sam etwas kompliziert waren, zumindest hatte man es da als Frau nicht leicht, aber wozu gab es die Pferde? Bei den nächsten sechs Pferden suchte ich mir Over the Mountain und Shalom heraus. Zwei hübsche Classicponys die verkauft werden sollten. Ebenso Anduin und Lightning Sugar, die Ben sich holte. So viel ich wusste, wollten sich Fratzi und Fine nämlich auf Westernpferde spezialisieren. Früher hatten sie eine reine Mixzucht gehabt, die war wirklich groß gewesen, Heart of Asia, doch diesmal sollte es eine Privatzucht werden. Während ich in Gedanken versankt, putzte ich automatisch Shalom. Sam kümmerte sich dagegen wieder um Blackbeard, auch BB genannt, und Salinera. Ich musste grinsen als ich diesmal schneller als Ben fertig war, der sonst immer damit angab. “Pah! Deine Pferde waren ja auch viel kleiner.“ sagte er grinsend. „Aber auf viel dreckiger.“ konterte ich und führte die Ponys auf die Weide. Nun kümmerten sich Sam und Ben noch um Diabolo und Shadow of Water. Ich dagegen sollte kochen. „Na Grazie.“ seufzte ich und verschwand in die Küche. Dort fand ich jedoch nicht das vor was ich brauchte. Also fuhr ich am nächsten Supermarkt vorbei. Als Sam und Ben dann herein kamen war der Tisch gedeckt, Orangensaft stand da und eine Schüssel mit warmen Toast. Ich tischte mein geliebtes Pilzragout auf. „Was?“ fragte ich, als ich die kritischen Blicke sah. „Man, das ist das einzige was ich kann.“ sagte ich lachend und schon mir eine Gabel in den Mund. Ben und Sam taten es mir gleich, aber mit gewisser Vorsicht. Doch nach dem ersten Bissen schien es ihnen auch zu schmecken. Ich stellte für Fratzi eine Portion in die Mikrowelle. Den Rest aßen die Jungs auf. „Okay ich würde sagen jetzt Boxen ausmisten, oder?“ die beiden anderen nickten. Ich grinste, sprang auf und warf die leeren Teller in die Spüle. Binnen fünf Minuten hatte ich alles aufgewaschen und schon ging es an die Arbeit. Wir teilten uns die 25 Boxen irgendwie gerecht auf und dann klappte das alles. Binnen drei Stunden waren wir fertig. Ich seufzte zufrieden und wischte mir den Mist vom Arm. Ben meinte er müsste los. Doch ich verneinte. „Wir machen jetzt noch was mit den Pferden und wenn Fratzi dann kommt, machen wir einen Ausritt zu viert.“ Erklärte ich grinsend. Also teilten wir uns auf. Ich schnappte mir Millenium und ging mit der Stute in die Halle zum Longieren. Sam hatte Spaß daran mit Diamant einen kleinen Gelassenheitsparcours zu absolvieren. Und Ben würde Lightning Sugar auf dem Reitplatz reiten, damit die Stute gut trainiert an den Verkäufer ging. Nach Millenium machte ich Las Vegas startklar und ritt mit ihm auf den Springplatz. Auch Sam schwang sich in den Sattel. Er ritt mit Listen ein wenig durch das Gelände. Die Stute hatte die letzten Tage schon genug Training gehabt. Ben war mit Sugar fertig, als ich mitten im Training steckte. Doch er wusste was zu tun war. Ich konnte sehen das er Sugar abspritzte und dann auf die Weide brachte. Heute war aber auch schönes Wetter. Las Vegas würde eine kleine Dusche auch vertragen. Nach zehn Minuten gesellte sich Ben mit Anduin zu mir auf den Platz. Das kraftvolle Kaltblut hatte feine Gänge. Als dann auch Ben mit Darym kam, ritt ich Vegas ab und versorgte ihn abschließend. Inzwischen war es schon Spätnachmittag und Fratzi würde in einer Viertelstunde kommen. Ich holte die Jungs von ihren hohen Rössern und ordnete an, dass die beiden sich ihre Ausrittspferde fertig machen sollten und ich meins und Fratzis machen würde. Für Fratzi nahm ich Odysee und ich selbst wollte Rheingold reiten. Da es zu keinen Zickereien kommen solle, beschlossen wir, nur Hengste zu nehmen. So ritt Sam kurzerhand Desert und Ben wollte Don Caladrio reiten. Als Fratzi dann tatsächlich ankam, erwarteten sie schon vier fertige Pferde und drei fertige Reiter. Sie zog sich schnell um und schwang sich in Odysees Westernsattel. Zu viert ritten wir Richtung Feld. „Und haben sich die Jungs benommen?“ fragte Fratzi lachend nach. „Naja, ja. Und mein Pilzragout hat ihnen auch geschmeckt, für dich steht noch was in der Mikrowelle, es sei denn sie haben es schon mitgefuttert.“ antworte ich grinsend, während die Jungs schwiegen. „Wettrennen über das Stoppelfeld?“ „Aber klar!“ tönte es von allen Pferden und als erstes preschte Caladrio los, ich gab Rheingold die Galopphilfe, er raste neben Odysee her und auch Desert preschte neben uns her. Sicherlich ein schöner Anblick: Vier Pferde, die über ein gold leuchtendes Stoppelfeld preschen, während hinter ihnen langsam die Sonne untergeht.

      ~ 10.000 Zeichen by Edfriend
    • Fratzi
      Waschtag
      ...und es wird schäumen...



      Ein bisschen verstimmt hob ich meinen Po aus dem Bett. Mich hatte mal wieder das Fernweh gepackt, ich vermisste die Autobahn, den Geruch von Kühlwasser aus der Klimaanlage und das dumpfe Dröhnen meines Hemi-Motors durch die dunkel getönten Scheiben. Ja, ich musste raus. Dringend. Aber erst hieß es ab in den Stall. Gestern war die Arbeit über die ganze Woche aufgeteilt worden, ich hatte mir wenig vorgenommen, unter dem Vorwand Buchführung machen zu müssen. 'Mal sehn, vllt sag ich Sam dass ich wegfahr...' sinnierte ich. Ich hatte meine Jungs angeschwindelt und kam mir mies dabei vor.
      Ich summte Asphalt Cowboy vor mich hin, während ich mich fertigmachte und mir eine Tasse Tee eingoss. Asphalt Cowboy traf mich, ich war vom Scheitel bis zur Sohle einer.
      Mit der quietschgrünen Teetasse in der Hand marschierte ich in den Stall hinüber, wo ich mir einen kleinen Holzschemel aus der Sattelkammer holte. Ben brauchte ihn immer um Sättel von den hohen Wänden zu pflücken, sonderlich groß war er nicht. Mit der Teetassenhand öffnete ich den Riegel an Aurélies Box und schob die Tür auf. Das Kohlfüchslein in der Mitte der Box legte interessiert den Kopf schief und blitzte mich mit den kohlschwarzen Augen an, während ich meinen Schemel in die Türöffnung stellte und mich daraufsetzte. Ich streckte die Hand aus und die Kleine kam mir entgegen, nach ein paar Streicheleinheiten und zwei Schlucken Tee legte sie ihren Kopf auf meine Schulter. War der schon immer so schwer gewesen? Grinsend kraulte ich Aurélies Widerrist, während sie mit den Lippen an meinem Rücken herumspielte, wie es ihr der Sozialtrieb befahl. Sanft drückte ich ein bisschen später ihren Kopf weg und stand auf. Ich stellte den Schemel samt Tasse vor die Box und nahm mit der anderen Hand Aurélies Halfter vom Haken, legte es ihr an und führte sie aus der Box in die Stallgasse. Munter klapperte sie neben mir her, den Kopf wie ein Sternengucker zu mir hochgedreht. Sie war zum knutschen süß, wie die kecken Äuglein zu mir hochblickten, als wäre ich die Größte. Ich drückte ihr einen Schmatz zwischen die Nüstern, band sie an einem Balken unter dem Giebel fest und ging zurück in den Stall, wenig später kam ich bepackt wieder heraus. Ich hatte den Schemel von eben dabei, einen Putzkoffer, Glanzspray, Pferdeshampoo und Huffett, das volle Programm. Die kleine Stute war noch ziemlich klein, deswegen war ich genau auf der richtigen Höhe, wenn ich auf dem Schemel saß und sie putzte. Sie war nicht sonderlich dreckig, aber ich wollte sie glänzen sehen. Die reguläre Putzerei ließ sie brav über sich ergehen, genoss die Aufmerksamkeit richtig. Was nun folgte kannte sie nicht, aber ich war mit ihr schon am See im Wasser gewesen, Wasserscheue zeigte die Kleine nicht, das wusste ich. Ich krallte mir einen Gartenschlauch, der hinterm Hauseck am Garteneingang lag und zog ihn bis zu ihr. Dann ging ich wieder ums Haus und drehte den Hahn auf, nur ein bisschen, damit kein großer Druck im Wasserstrahl entstand. Ein Quieksen von meinem Fohlen signalisierte mir dass das Wasser wirklich losgegangen war und sie offenbar wieder ihre Nase am Schlauch gehabt hatte um ihn zu beknabbern. Kichernd ging ich zurück zu ihr und begann mit der Dusche. Es war herrlich warm und ich durchnässte sie von oben bis unten, Mähne und Schweif inbegriffen. Dann seifte ich sie ein rubbelte hier, knibbelte da, bis sie mit vor nässe gelocktem Fell und Schaumkronen auf der Kruppe vor mir Stand und sich amüsierte wie ein Schneeprinzesschen. Ich holte meine Kamera, bevor ich ihr ein Schaumkrönchen auf dem Kopf formte und abdrückte. Eine ganze Serie Fotos schoss ich, bevor ich die Kleine trockenrubbelte und sie auf den Paddock in die Sonne stellte damit sie trocken wurde. Den Putzkasten räumte ich wieder in den Stall, dann ging ich ins Haus. Den Rest der Waschutensilien brauchte ich noch für später, wenn Aurélie trockenwar...

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      Mit Musik auf den Ohren stürmte ich treppauf, treppab durchs Haus, räumte Sachen in meinen großen Seesack und schleppte größere Sachen auf ein Häufchen im Flur. Dann schmierte ich mir Brote, holte zwei Spezi aus dem Keller und stellte alles in den Kühlschrank, dann griff ich mir das Telefon.
      "Hey, hier ist Sam. Ich kann grad nicht rangehn, hinterlasst Namen und Nummer und ich ruf zurück" klang die melodische Stimme aus dem Hörer. Er klang glücklich, was mir ein Lächeln ins Gesicht trieb. Es piepte und ich hinterließ kein Sprüchlein wie immer, sondern laberte drauflos, als stünde er wirklich vor mir: "Hey, hier is Fratz..Hör mal, mir wird das alles zuviel hier, ich muss mal wieder raus...Ich fahr mit Fine an die See, wir übernachten da im RAM und kommen dann wieder...Sei nich böse dass ich einfach abhau, bitte füttere Sirius wenn ich weg bin" sprach ich.
      Ich kam mir mies vor. Wichtiges auf die Mailbox zu quatschen war gar nicht mein Fall, Arbeit stehen und liegenzulassen auch nicht.
      Aurélie war inzwischen trocken, und ich trug tonnenhaft Glanzspray auf, bügelte mit dem Kamm die Mähne glatt und fitzelte jedes Schweifsträhnchen so, dass es schnurgerade herunterfiel. Sam hatte der kleinen Stute beigebracht stillzustehen und den Kopf schön zu halten, damit man sie auf Fohlenschauen begutachten lassen konnte. Ich gab der Kleinen nun das Kommando, band sie los und trat ein paar schritte zurück, bevor ich Fotos machte. Im Hintergrund hatte ich unser weißes Haus, der wilde Wein, der sich schon dunkelrot färbte. Es waren wunderschöne Fotos, ich nahm mir vor sie sobald wie möglich auszudrucken. Nach getaner Arbeit stellte ich Aurélie auf die Weide zu ihrer Mutter Asi, auch hier entstanden ein paar Fotos. Sam würde sich heute abend um die beiden kümmern, wie ich dem Plan von gestern entnommen hatte.
      Ich zückte erneut mein Handy, diesmal um Fine anzurufen. Es gab ein sehr kurzes Telefonat während ich die Putzsachen endgültig verräumte und Sirius aus seinem Zwinger auf den Hof ließ, dann legte ich auf, rammte das Handy in die Hosentasche und rannte ins Haus.
      Fine und ich hatten uns lang nicht gesehen, und nun stand endlich wieder ein gemeinsamer Ausflug an. Ich holte den Proviant aus dem Kühlschrank und stellte ihn ins Fach zwischen den vorderen Sitzen, meinen Seesack und den Rest meiner Sachen parkte ich im Fußraum des Fonds. Dann drehte ich den Zündschlüssel um, der Motor röhrte auf und Kies stob zu beiden Seiten davon, als ich die Einfahrt hinunterbrauste. Den Kies, den würde ich neu harken müssen, die dunkelbraunen Striemen konnten nicht bleiben...
      Aber nun hieß es erstmal ausspannen am Meer. Ich war einer dieser Menschen, die Sorgen auf Knopfdruck vergessen können, was mir jetzt zugute kam. Auf der Autobahn fiel der Stress vollends von mir ab, und als Fine wenig später auf meinen Beifahrersitz glitt und wir uns umarmten war die Welt wieder völlig in Ordnung. Zu meiner Linken der Sonnenuntergang, rechts von mir Fine und im Mund ein Schnittchen brauste ich in meinem geliebten Wagen nach Norden, während wir Musik hörten und quatschten.
      Ein Hotel hatten wir nicht, ein Ziel hatten wir nicht. Machte auch nichts, Asphalt Cowboys fanden ihren Weg immer...
    • Julia
      Verschoben 27.10.11
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  • Kategorie:
    Himmel - ungepflegte Pferde
    Hochgeladen von:
    Fratzi
    Datum:
    8 Sep. 2010
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