adoptedfox

Ases Maskwamozi

Englisches Vollblut-Appaloosa Mix | Stute | Bay Leopard | 20P.

Ases Maskwamozi
adoptedfox, 4 Aug. 2018
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    • adoptedfox
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      23. Juli 2016 | von sadasha
      Pflege aller Pferde des Phoenix Valley

      „Wie heißt die?“ ungläubig sah ich meinen Bruder an, als er mir den Namen des Tigerscheck-Fohlens nannte, das er sich angeschafft hatte. „Ases Maskwamozi“ ließ er mich in absoluter Überzeugung wissen. „Das klingt falsch. Das spricht man bestimmt nicht so aus.“ Kopfschüttelnd nahm ich ihm die Papiere des Fohlens aus den Händen. „Ist ja auch egal. Sie wird eh einen Rufnamen bekommen.“ Ein wenig beleidigt verließ Kenneth das Haus um sich um seine neuen Youngster zu kümmern. Neben dem Tigerschecken, hatte er auch noch eine Falbscheckstute mit Rappfohlen auf den Hof geholt. Levisino's Hope und Leveneza. Die Abstammung konnte sich durchaus zeigen lassen. Endlich mal Pferde, bei dem einem die Namen im Stammbaum etwas sagten. Nachdem ich meinen Kaffe ausgetrunken hatte schlenderte auch ich in den Stall. Die Isländer hatten mittlerweile den größten Teil ihrer Winterwolle verloren und mussten nicht mehr allzu schlimm schwitzen von der kalifornischen Sonne. Vor allem um Óslogi sorgte ich mich immer wenn die Sonne besonders stark war. Zur Zeit hatte er auch mit einem hartnäckigen Sonnebrand auf der Nase zu kämpfen. Trotz Maske und Sonnencreme, ließ sich das manchmal nicht vermeiden. Der goldene Hengst war nämlich Entfesslungskünstler und wir konnten ihn nicht rund um die Uhr im Auge behalten. Félagi war da doch angenehmer. Auch er hatte immer mal einen leichten Sonnenbrand auf der Nase, war aber allgemein unkomplizierter in der Handhabe. Bis jetzt.
      Kenneth hatte den Fohlen und seiner Zuchtstute frisches Futter angeboten und die Tränken kontrolliert. „Amador kannst du heute vergessen. Der hat sich irgendwo die Schulter aufgerissen.“ Kenneth sagte das so nebenbei... Am liebsten hätte ich ihm dafür direkt den Kopf gewashcne, aber mein Schützling war mir wichtiger. Sofort rannte ich zu seiner Box um mir die Wunde anzusehen. Durch das trockene Klima hatte sich bereits eine Kruste gebildet und viel Dreck schien nicht reingekommen zu sein. An Reiten war nun jedoch erstmal nicht zu denken. „Ich longiere ihn trotzdem ab.“ Kenneth nickte und putzte an seinem Ghost Merchant herum, der wie immer nicht wirklich sauber werden sollte. „Ist das da ein Fleck im Fell oder vom Dreck?“ ich zeugte auf eine Stelle am Hals. „Keine Ahnung... Es wäre einfacher, wäre er ganz weiß.“ beschwerte sich Ken. „Tja...“ Ich hatte ihn schon beim Kauf gewarnt, aber er wollte nicht hören. „Warte ab bis dein Isländer ausschimmelt, du wirst das gleiche Probleme bekommen. Du wirst weinen!“ - „Der wird schöner schimmeln.“ scherzte ich und führte Amador vorbei und quer über das Gelände in die Reithalle. Es war heute einer dieser Tage, die viel zu heiß waren um überhaupt richtig zu arbeiten. Der Verbrauch an Trinkwasser stieg ins Unermessliche und wir konnten froh sein einen eigenen Wassertank zu haben, denn anderen Kaliforniern wurde die Wasserzufuhr dicht gemacht weil sie zu viel verbraucht hatten. Kaum zehn Minuten longiert pumpte Amador als hätte man ihn drei Stunden galoppieren lassen. Auch Kenneth war jetzt in der Reithalle. Niemand wollte bei dem Wetter länger draußen sein als unbedingt möglich. „Vielleicht solltest du ihn durchchecken lassen.“ Er wirkte ernst. „Find mal wen, der heutzutage schnell hier ist...“ Es war noch immer schwer akute Krankheiten und andere Wehwehchen schnell behandeln zu lassen. Sowohl tierärzte als auch Hufschmiede waren chronisch ausgebucht. Es brachte in diesem Moment nichts Amador noch weiter zu quälen. Also brachte ich den reinweißen Schimmel zurück in den Stall und ritt stattdessen Cadiz, einen der Hengste meines Bruders. Der Schecke war gut gelaunt und arbeitete fleißig mit. Später blieben nur noch Busted Cherry Cake und Fix the Flame übrig. Die Stuten wurden derzeit aktiv auf die Zuchtzulassung vorbereitet und würden vielleicht schon in einem halben Jahr durchstarten. Mal sehen was da noch kommt.
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      01. August 2016 | von sadasha
      Umgestaltung

      „Óslogis Sonnenbrand wird immer schlimmer, willst du da nicht mal was tun?“ Etwas mürrisch sah ich von meinem Tablet auf und blickte in das empörte Gesicht meines Bruders. „Mehr als ihn tagtäglich einzucremen und im Schatten zu halten, kann ich nicht.“ Kenneth setzte sich neben mich und schielte kurz auf mein Tablet, bis er mich weiter tadelte. „Die beiden Isländer gehen hier ein. Die gehören einfach nicht nach Kalifornien.“ Ich nickte zustimmend und ergriff das Wort. „Deshalb werde ich sie auch wieder abgeben.“ Nun war Kenneth verdutzt. Stockend suchte er nach Worten, doch es kam nicht mehr „A-“ oder „Mhm...“ dabei rum. Grinsend versetzte ich das Tablet in den Ruhemodus und legte es weg. „Ja Kenneth, ganz so blöd bin ich doch nicht.“ mit einiger Genugtuung beobachtete ich die Mimik meines kleinen Bruders. Sie änderte sich von verdutzt, zu grübelnd, zu sauer werdend und wieder zu verdutzt. „Wahrscheinlich gehen beide zusammen nach Norwegen und können da ihr Ponyleben genießen. Seit wir Royal Disturbance hier haben hab ich einen größeren gefallen an Mangalarga Marchadors und Campolina Pferden gefunden für die Gangreiterei. Die sind sogar hitze- und sonnenbeständiger, wenn man sich nicht grade einen Cremello anschafft.“ erklärte ich ausgiebig um Kenneth von seinem Zwiespalt zu erlösen. „Wann?“ - „Nebenbei...“ - „Aber, du...“ - „Ja, hatte ich, aber es ist besser für die Ponys.“ - Das war eignetlich sein Spruch, aber ich hatte immer noch Spaß daran ihn zu ärgern. „Und Polka D-“ - „Die war in der Karibik und hatte da keine Probleme. Dann wird sie hier auch keine Probleme kriegen.“ erwiderte ich sofort. Mein Bruder verfiel ins Grübeln und war irgendwann so sehr in Gedanken versunken, dass ich aufstand und im Stall noch den Fohlen sah. Leveneza und Ases Maswamozi gefielen mir mit jedem Tag mehr. Beide würde ich sicher nicht als Showpferde nutzen dürfen, dennoch brachte ich ihnen Unsinn bei, wenn Kenneth mal auf Reisen oder wenigstens für ein paar Stunden außer Sicht war. Die einzigen Auswirkungen, die Kenneth bemerkte waren ein ausgeglicheneres und besseres Verhalten im Training. Leveneza war trotz, dass sie die jüngere der beiden war schon etwas weiter was „Ruhig stehen“ und „Rückwärts gehen“ oder „Drehen“ betrifft. Ases Maskwamozi ist einfach eine langsame Lernerin. Dafür überzeugt sie in Präsenz, Farbe und ihren aberwitzigen Ideen, wenn sie sich mal wieder ablenken ließ.
      Mit Amador ist die Arbeit mittlerweile auch um einiges leichter geworden. Er ist zwar immer noch sehr aufbrausend und hengstig, lässt sich aber endlich direkt ordentlich arbeiten ohne dass man ihn ewig ablognieren muss. Es zeigt sich, dass es eine gute Idee ist ab und an mal einen ausgebildeten Pferdetrainer an seine Tiere zu lassen. Das ist nicht nur Training fürs Pferd, sondern auch für die Reiter. Die Trakehner hatten in letzter Zeit auf Turnieren ordentlich abgesahnt, wie Kenneth das nun geschafft hatte konnte ich mir nicht erklären. Immerhin hat er aktuell drei Pferde aktiv im Turniersport und muss nebenbei noch zwei Zuchtpferde und zwei Fohlen bespaßen. Ich hingegen kann mich voll und ganz auf die Hofarbeit konzentrieren, Bodenarbeit mit den Pferden lag im Moment im Vordergrund, da die Klimaanlage ausgefallen ist. Harte Arbeit war so unmöglich. Kenneth fuhr zwar jeden Tag zur Reithalle eines Freundes, aber solange ich mit meinen Pferden voran kam, begnügte ich mich so mit ihnen. Royal Disturbance würde ich mir heute etwas näher ansehen. Sie sah toll aus, wie die meisten Mangalarga Marchadors. Die Kombination aus Roan und Tobiano war schon ein seltener Anblick. Ihr ruhige, bestimmte Art tat den Rest. Sie stand sehr im Gangpferdetyp. Ich hatte schnell raus wie sie tickt und wie ich zwischen den Gangarten wechseln konnte. Es machte wahnsinnig Spaß Neues auszuprobieren, das war schon mit den Isländern toll. Aber aufgrund der akuten Brandbeschwerden bei Óslogi war an Arbeit mit ihm nicht zu denken. Er tat mir schon sehr leid, umso mehr freute es mich wahrscheinlich einen guten Platz für ihn und Félagi gefunden zu haben. Die beiden Junghengste liebten sich schon heiß und innig und könnten theoretisch auch als Bachelorpaar bestehen bleiben. Die neuen Besitzer haben aber meinen absoluten Segen, wenn sie die beiden legen wollen. Für die Zucht ist weder eine, noch der andere vorgesehen und wer weiß ob sie sich irgendwann doch quälen würden als Hengste in Ställen wo auch mal rossige Stuten stehen. Meine Gedanken verloren sich und ich wurde erst wieder wachgerüttelt, als mich die hübsche Scheckstute anstupste, an deren Box ich stand. Dankbar strich ich ihr über Nüstern und Maul, bevor ich wieder ins Haus ging. Kenneth war eingeschlafen, hatte mein Tablet auf dem Bauch liegen und sabberte eins der Sofakissen voll. Großartig. Ein Bild für die Götter. Der Sommer würde noch zwei bis drei Monate andauern. Solange läuft der Betrieb auf Sparflamme, in jeglicher Hinsicht.
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      29. August 2016 | 37207 Zeichen von Sammy
      Fohlen ABC

      "Hollybrook Stud Training Stables, Sie sprechen mit Samantha O`Neill. Was kann ich für Sie tun?", flötete ich gut gelaunt ins Telefon. Ich war gerade bei meinen fünf hochträchtigen Stuten gewesen und so langsam konnte ich die Geburt der Fohlen wirklich kaum noch abwarten. Indem ich einmal tief durchatmete, versuchte ich meine Euphorie zu zügeln und professionell zu wirken. Mir antwortete eine männliche, angenehme Stimme: "Guten Tag, hier ist Kenneth Jenkins vom Phoenix Valley in Kalifornien. Sie haben uns beim Kauf von Levistino`s Hope erzählt, dass Sie einen Trainingsstall betreiben und ich wollte fragen, ob Sie Zeit hätten, sich mit zwei unserer Pferde zu beschäftigen?"
      Mit einem Grinsen dachte ich an das erste Fohlen meines vielfach ausgezeichneten Hengstes Levistino und an ihr wundervolles neues Heim auf dem iberisch angehauchten Hof in den USA. "Ja, die nächsten Wochen hätte ich noch Zeit. Wann könnt ihr sie denn herbringen? Und um was für ein Training geht es denn genau?", fragte ich Kenneth. Ich stutzte, als er zögerte. Nach ein paar Sekunden Stille meinte er: "Hm also es geht um eine junge Trakehnerstute und um ein junges Fohlen. Es wäre wirklich besser, wenn du herkommen würdest, da die beiden ziemlich hitzig sind. Außerdem geht es bei dem Fohlen um das Fohen ABC, da wäre ein vorheriger stundenlanger Flug wohl nicht sehr zuträglich."
      Ich hörte mir alles in Ruhe an und stimmte Kenneth zu. Es war ja auch ein sehr, sehr langer Weg von England nach Kalifornien. Mit dem Stift im Mund blätterte ich in meinem Terminkalender. "Also ich könnte es schon einrichten zu kommen, wenn ich bei euch auf dem Hof unterkommen kann. Ich müsste dann allerdings schon in drei Tagen kommen, da ich auf meinem eigenen Hof wichtige Termine habe, die sich nicht verschieben lassen.", schlug ich ihm vor. Kenneth und ich diskutierten noch eine Weile über Details, dann legten wir auf. Immerhin hatte ich nun einen ganzen Haufen Arbeit vor mir, damit ich schon in zwei Tagen die Reise in die USA antreten konnte.
      ~*~
      Gähnend streckte ich meine verspannten Muskeln. Der Flug war wirklich elend lang gewesen, von der Verspätung mal ganz zu Schweigen. Ich wartete gerade am Gepäckband auf meinen Koffer, als mir von hinten jemand auf die Schulter tippte. Ich fuhr herum und sah in das lachende Gesicht von Kenneth Jenkins. "Grüß dich! Toll, dass das alles so klappt!", begrüßte er mich und ich erwiderte mit einem müden Lächeln. Kenneth verstand und hievte meinen Koffer vom Gepäckband, um mich gleich darauf zu seinem Auto zu führen. Draußen dämmerte es bereits und ich begrüßte auf dem wunderschönen Hof lediglich Kenneth`s Bruder Lucius, bevor ich mich im Gästezimmer des Haupthauses unter die Dusche und dann in das frisch gemachte Bett legte. Vor lauter Müdigkeit hatte ich nichtmal mehr Hunger.
      Am nächsten Morgen ging es mir bereits deutlich besser und ich ging gut gelaunt in die Küche. Dort saßen die beiden Brüder bereits am Frühstückstisch und sahen mich erstaunt an. "Warum bist du denn schon so früh wach? Wir dachten, wir lassen dich noch ein wenig schlafen.", sagte Lucius verwundert. "Ach, ich hab ja lange geschlafen. Außerdem kann ich es ehrlich gesagt kaum erwarten, euren Hof zu sehen. Und vor allem natürlich die Pferde! Ich bin auch wahnsinnig gespannt auf Hope und ihr Fohlen.", gab ich grinsend zur Antwort. Trotz dieser überzeugenden Erklärung weigerten sich die Brüder, mich ohne Frühstück aus dem Haus zu lassen, weshalb ich in Windeseile eine Tasse Kaffee und ein Marmeladenbrötchen herunterschlang. Auf dem Weg zum Hauptstall kabbelten sich die beiden die ganze Zeit, was ich nur mit einem breiten Grinsen quittierte. Da fühlte ich mich doch gleich wie bei mir zu Hause auf dem Hof, da "meine" Jungs dort auch immer am Zanken waren und so manches Mal auch ein wüstes Schimpfwort durch den Stall schallte. An diesem Punkt mischte sich dann meist meine Lieblingsangestellte Meg ein und das Chaos war perfekt.
      Ich sah mir alles mit großen Augen an und seufzte verliebt, als wir das wunderschöne Stallgebäude erreichten. Jede Box besaß ein Fenster, das auf den Reitplatz hinauszeigte und wo man auch hinsah, überall blühten rote Blumen. Nun wurde meine Aufmerksamkeit jedoch von den Pferden angezogen, die uns aus den Fenstern heraus beobachteten. Wir kamen an einem unglaublich beeindruckenden Schimmelhengst vorbei, den Lucius mir mit vor stolz geschwellter Brust vorstellte. Man merkte sofort, dass Amador sein ganzer Stolz war. Doch auch die anderen beiden Hengste konnten sich absolut sehen lassen. Als wir bei den Stuten angelangt waren, begrüßte ich glücklich meine ehemalige Stute Hope. Ich hatte sie selbst gezogen und entsprechend schwer war mir der Abschied gefallen. Umso mehr freute es mich natürlich, sie auf diesem wundervollen Hof in guten Händen zu wissen. Kenneth schien wirklich Ahnung vom Züchten zu haben und interessierte sich sehr für seine Pferde. Auch Hope`s Fohlen machte sich toll und ich bat die Brüder, mir ein Foto zu schicken, wenn sie ausgewachsen war. Nun stellten sie mir mein erstes Trainingspferd vor: Eine großramige Fuchsstute namens Fix the Flame. Die Stute schnoberte neugierig an meiner Hand und ich begann sofort damit, die Jenkins-Brüder über sie auszufragen. Dass ich sie im Military auf Klasse A trainieren sollte, wusste ich bereits. Ansonsten war die Stute für mich ein unbeschriebenes Blatt. Kenneth erklärte mir, dass sie erst vier Jahre alt und ein wahres Dressurtalent war. Hier lief die talentierte Stute bereits auf S**-Niveau und auch im Springen ging sie M-Niveau. Das waren sehr gute Voraussetzungen für unser Training, da die Dressur und das Springen untrennbar zur Vielseitigkeit gehörten. Ansonsten war Flame wohl sehr schreckhaft und verfügte über einen schier unstillbaren Bewegungsdrang. Und- der wohl wichtigste Punkt- sie war im Gelände kaum händelbar. Das würde mir höchst wahrscheinlich die größten Probleme bereiten, Vielseitigkeit ohne Gelände war natürlich völlig undenkbar.
      Wir gingen weiter an den Boxen entlang und blieben erst stehen, als wir zur Box eines Fohlens in Leopardenjacke ankamen. "Darf ich vorstellen, das ist Ases Maskwamozi! Der Name ist kompliziert, ich weiß! Du kannst sie Wamzi nennen, das machen wir alle.", sagte Kenneth, während er dem Fohlen sanft den Hals kraulte. Ich dachte eine Sekunde nach und meinte dann: "Bei dem Namen klingelt bei mir was. Sie stammt von Apache`s Tomahawk ab, oder?" Kenneth sah mich überrascht an: "Genau. Und von Mr. Raw Depression. Woher weißt du denn das?" Ich lächelte, von dem tollen Scheckhengst erwartete eine meiner Lieblingsstuten ein Fohlen. "Apache gehört seit kurzem mir. Eddi hat sie mir geschenkt." Mit dem jungen Fohlen sollte ich ein Fohlen-ABC machen und ich freute mich schon sehr auf die Arbeit. Lucius und Kenneth erklärten mir, dass Wamzi zwar gerne arbeitete, aber zuweilen die Aufmerksamkeitsspanne einer Fliege hatte, da sie sich von allem möglichen und unmöglichen ablenken ließ. Außerdem konnte sie außerordentlich schwierig werden, wenn sie sich langweilte. Ich behielt all diese Informationen in meinem Kopf, während wir den Hofrundgang beendeten.
      Anschließend begann ich sofort mit der Arbeit, immerhin hatte ich ja nicht unbegrenzt Zeit zur Verfügung. Ich beschloss mit Fix the Flame anzufangen und ließ mir von Lucius die Sattelkammer zeigen. Ich staunte nicht schlecht, als ich das ganze außergewöhnliche Zubehör sah. Ich hatte zwar gewusst, dass Lucius Show- und Stuntreiter war, doch die ganzen Sachen nun einmal live zu sehen, war doch noch einmal etwas anderes.
      ~*~
      Kurz darauf war ich wieder bei Fix the Flame und holte die hübsche Fuchsstute aus ihrer Box. Größentechnisch passten wir wunderbar zusammen und einem Leckerchen war die Trakehnerstute auch nicht abgeneigt. Ich putzte sie in aller Ruhe, auch wenn Flame ab und an zur Seite weg tänzelte, um das Treiben um uns herum im Auge zu behalten. Schon nach dem Putzen war mir furchtbar warm, ich hatte die Hitze Kaliforniens wohl ein wenig unterschätzt. Wie sollte das erst aussehen, wenn ich mit meinen beiden Trainingspferdchen fertig war? Dennoch bandagierte ich Flame`s Beine und führte die Stute in die klimatisierte Reithalle. Heute stand nur Bodenarbeit auf dem Programm, immerhin mussten wir uns erst einmal kennen lernen. Ich longierte die Stute anfangs und bewunderte ihre weichen, fließenden Gänge. Fix the Flame war sehr gut zu händeln und ich fragte mich, ob dies an der gewohnten Umgebung lag, oder ob sie heute einfach gute Laune hatte. Ihren Bewegungsdrang bemerkte ich trotzdem, aber das war ja auch nichts schlechtes. Er musste lediglich in die richtigen Bahnen gelenkt werden. Ich löste den Strick von Flame`s Trense und ließ die Stute freilaufen. Nachdem ich ihr grinsend zugesehen hatte, wie sie ein paar Runden im flotten Galopp durch die Halle drehte, machte ich sie mit einem leisen Pfiff auf mich aufmerksam und rief sie zu mir. Dabei hielt ich ihr die ersten Male ein Leckerchen entgegen, bis Flame schließlich auch ohne die ausgestreckte Hand zu mir kam. Ich lobte die große Stute und arbeitete noch ein wenig am Rückwärtsrichten und an den Seitengängen vom Boden aus. Flame konnte das natürlich schon alles, aber mir ging es heute auch wirklich nur darum, das fremde Pferd an mich zu gewöhnen. Nachdem das geschafft war, hakte ich die Longe wieder in Flame`s Trense ein und führte die Stute aus der Reithalle. Ganz kurz überlegte ich, ob ich noch eine kurze Runde ins Gelände laufen sollte, doch dann entschied ich mich doch anders. Flame hatte sich heute zwar wirklich tadellos benommen, doch mir war es lieber, wenn wir das Training mit einem positiven Ereignis abschlossen, anstatt mit einer möglichen Tortur im Gelände. Somit führte ich die Stute lediglich über den Hof, befreite sie von der Ausrüstung, kratzte ihre Hufe aus und fragte Kenneth, ob ich sie gleich auf eine Koppel bringen sollte. Der nickte dankbar, er war gerade damit beschäftigt, einen Mistfleck von rießigen Ausmaßen aus dem gescheckten Fell von Ghost Merchant zu bürsten. Ich erledigte meine Aufgabe und widmete mich gleich darauf meinem zweiten Kanditaten - dem Stutfohlen Ases Maskwamozi.
      ~*~
      Wamzi starrte mich mit hoch erhobenem Kopf und geblähten Nüstern an, als ich ihre Box betrat. Ich redete dem Fohlen beruhigend zu und das zeigte beinahe sofort Wirkung. Wamzi kam auf mich zu und untersuchte mich von oben bis unten. "Na deine Schüchternheit hat aber nicht sehr lange angehalten!", meinte ich lachend. Wamzi war bereits an das Halfter gewöhnt, machte allerdings noch des öfteren Ärger beim Führen. Dies wohl vor allem, weil sie sich nicht auf "ihren" Menschen konzentrierte, sondern auf all das was um sie herum passierte. Klar, war ja auch viel spannender als so ein doofer Zweibeiner. Ich führte das hübsche Stutfohlen zur Reithalle. Da der Reitplatz nicht umzäunt war, gab er kein geeignetes Trainingsgelände ab und außerdem war es in der Halle angenehm kühl. Ich kam aus England, da war ich eine solche Hitze einfach nicht gewohnt. Schon den Weg zur Halle gestaltete Wamzi äußerst schwierig. Das Stutfohlen tänzelte neben mir her und stolperte ein paar Mal über seine eigenen Füße, weil es so sehr damit beschäftigt war den Hals zu verdrehen - immerhin arbeitete Kenneth gerade mit Cadiz auf dem Platz. Als wir endlich in der Halle angekommen waren, schloss ich die Bandentür und befreite Wamzi von ihrem Halfter. Heute wollten wir erst einmal daran arbeiten, dass sie freiwillig zu mir kam. Vorerst ignorierte das Stütchen mich jedoch gekonnt und lief mit schwebenden Tritten in der Halle umher, um sich auch ja jede Ecke genaustens anzusehen. Ich rief sie bei ihrem Spitznamen, doch Wamzi drehte lediglich eins ihrer Ohren in meine Richtung. "Auch gut, wie du möchtest.", sagte ich. Dann stand ich auf, schlüpfte durch die Bandentür und holte mir den Klappstuhl und meinen gepackten Rucksack, den ich extra dort deponiert hatte. Ich trug alles in die Bahn, stellte den Klappstuhl auf und machte es mir mit einer Flasche Wasser und einem Buch bequem. Wie erwartet wurde es Wamzi sehr schnell langweilig. Sie blieb auf Höhe von C stehen und sah zu mir herüber. Ich ergriff die Gelegenheit und rief sie erneut. Dabei raschelte ich ein wenig mit den Seiten in meinem Buch und kramte gleich darauf eine Möhre aus meinem Rucksack. Wamzi kam neugierig näher. Ängstlich war das Stutfohlen wahrlich nicht. Als sie bei mir angekommen war, verfütterte ich die Leckerei an sie und strich ihr lobend über den Hals. Wamzi ließ sich die Streicheleinheiten kurz gefallen, dann beschäftigte sie sich mit meinem Rucksack und inspizierte anschließend den Stuhl. Ich dagegen packte nochmals ein Stück Möhre in meine Tasche und stellte mich ans andere Ende der Halle. Sobald Wamzi sich von den Gegenständen abwandte, rief ich sie wieder zu mir. Sie sollte auf diese Art lernen, dass sie nicht nur etwas gutes bekam, wenn sie artig war, sondern sich mit mir auch nicht langweilen musste. Kurz gesagt musste ich versuchen, mich möglichst interessant für das Punktepferd zu machen. Wieder überlegte Wamzi kurz, doch da sie meine Sachen schon gründlich betrachtet hatte, entschied sie, dass sie wohl doch lieber zu mir kam. Ich verfütterte wieder eine Möhre an sie und zeigte ihr dann eine Wurzelbürste. Damit fuhr ich mit fließenden Strichen über ihr Fell und Wamzi genoss die Behandlung sichtlich. Ich strich auch an den Beinen des Pferdekindes entlang, fuhr die Hinterhand hinunter und vom Widerrist über den Rücken. Die Jenkins-Brüder hatten bereits gute Arbeit geleistet, Wamzi ließ sich überall problemlos berühren und gab auf Kommando auch Huf. Ich lobte das Stütchen und dachte nach. Obwohl Kenneth mir erzählt hatte, dass Wamzi eine eher langsame Lernerin war, war sie doch schon recht weit, was das Fohlen ABC anging. Somit konnte ich heute, entgegen meiner Gewohnheit, ruhig auch ein wenig weiter gehen. Also versuchte ich Wamzi rückwärts zu schicken. Dafür stellte ich mich vor das Stutfohlen, legte den Zeigefinger auf ihre Brust und sagte: "Back!". Wamzi starrte mich nur verwundert an und versuchte doch tatsächlich, an meinen Finger heranzukommen. Ich lachte, als ihre Tasthaare mich kitzelten, konzentrierte mich dann jedoch schnell wieder auf unsere eigentliche Aufgabe. Ich übte nun leichten Druck aus, der Wamzi natürlich nicht wehtat, aber auch nicht angenehm war. Das Fohlen wich einen kleinen Schritt zurück und ich lobte sie postwendend. Ases Maskwamozi sah mich ein wenig verwundert an, also wiederholte ich das Ganze sofort. Andererseits gab es hier in der Halle so wenig Ablenkungen, dass sie sich tatsächlich einmal auf mich konzentrierte. Als ich sie zuverlässig ein paar Tritte rückwärts schicken konnte, lobte ich sie, verfütterte noch eine Karotte und brachte Wamzi wieder hinüber zum Stall. Der Weg dorthin war zwar genauso anstrengend, wie auch zuvor schon, doch ich hatte trotzdem das Gefühl heute ein gutes Stück weiter gekommen zu sein.
      ~*~
      Am nächsten Tag war ich schon wieder sehr früh auf den Beinen. Je früher ich das Training mit Fix the Flame und Ases Maskwamozi absolvierte, desto mehr konnten wir der schier unterträglichen Hitze entfliehen. Oder besser gesagt, konnte ich das. Die Pferde waren das Klima hier ja bereits gewohnt. Mit Wamzi wollte ich heute das Halftern und Führen üben und für Fix the Flame stand Dressurarbeit auf dem Programm. Da die hübsche Trakehnerstute sich gestern so gut benommen hatte, wollte ich heute gleich die erste Station des Trainings abhaken. Für Flame war dies sowieso reine Wiederholung.
      Ich begrüßte die Jenkins-Brüder und ging geradewegs zu Flame`s Box. Ich kraulte der Fuchsstute liebevoll die Stirn und freute mich zu sehen, dass sie mich schon zu kennen schien. Während ich sie vor ihrer Box putzte, ihre Beine bandagierte und sie anschließend aufsattelte, war Flame zwar etwas hibbelig, aber das war nicht weiter schlimm. Auch auf dem Weg zur Halle tänzelte das große Pferd neben mir her, da ich jedoch ruhig blieb, ließ Flame sich dennoch vorwärts führen. In der Halle angekommen spielten wir erst einmal mein absolutes Lieblingsspiel. Ich hatte mir schon fast gedacht, dass ich mit Flame um diesen Act nicht herum kommen würde, doch begeistert war ich trotzdem nicht. Blieb zu hoffen, dass die Stute keinen allzu großen Dickkopf hatte und schnell verstand, was ich von ihr wollte. Jedes Mal, wenn ich den Fuß in den linken Steigbügel setzte und Flame einen Schritt nach vorn, zur Seite oder zurück machte, führte ich sie im Kreis und stellte sie zurück in ihre Ausgangsposition. Als ich dann endlich im Sattel saß, ging das Ganze praktisch von vorn los, denn Flame sollte natürlich auch stehen bleiben, bis ich ihr das Kommando zum Antreten gab. Ich stieg zwar nicht wieder von ihrem Rücken, ritt nun jedoch immer einen kleinen Kreis, bevor ich Flame wieder zum Stehen brachte. Zu meiner Freude begriff die junge Stute schnell und schon bald stand sie auf dem Fleck, bis ich ihr leicht die Beine in die Seiten drückte und sie im Schritt antreten ließ. Ich ritt Fix the Flame am langen Zügel im Schritt um die Bahn und spürte dabei die geballte Power des Pferdes unter mir. Flame schritt eifrig aus und schoss auf das leichte andrücken meiner Beine hin in einer Art Stechtrab los. Ich nahm die Stute auf und hob mich im Leichttrab aus dem Sattel, um etwas Ruhe in das junge Pferd zu bringen. Flame gab nach einer Runde um die Bahn nach und drosselte ihr Tempo. Dennoch merkte ich, dass sie angespannt war. Bei jedem Geräusch, das von draußen in die Halle schallte, zuckte das große Pferd zusammen oder machte einen Satz zur Seite. Ich war gespannt, ob sie sich im Laufe des Trainings ein wenig beruhigen würde. Für die Vielseitigkeits-Dressur in Klasse A wurden die selben Aufgaben gefordert, wie auch für eine A-Dressur in der Einzeldisziplin. Genauer gesagt waren das das Rückwärtsrichten, die Schritt-Galopp-Übergänge, die Vorhandwendung und Viereck verkleinern und vergrößern. Das Ganze sollte für Flame natürlich ein Klacks sein. Indem ich mein äußeres Bein leicht zurücknahm und Flame nach innen stellte, ließ ich die Stute locker angaloppieren. Flame galoppierte mit weit ausgreifenden Sprüngen, auch wenn ich das Gefühl hatte, dass sie mir bei der kleinsten Unaufmerksamkeit meinerseits durchgehen würde. Ich bereitete die junge Stute mit mehreren halben Paraden auf das nun Kommende vor, versammelte sie ein wenig mehr, damit sie Gewicht mit der Hinterhand aufnahm und parierte das Fuchsstütchen schließlich zum Schritt durch. Der Übergang klappte auch vom Schritt in den Galopp hervorragend, sodass ich Flame kurz darauf bei A zum Halten brachte und sie eine Länge rückwärts richtete. Dies gehörte eindeutig nicht zu Flame`s Lieblingslektionen. Die Stute trat zwar rückwärts, war dabei aber sehr zögerlich und spielte nervös mit den Ohren. Ich redete beruhigend auf sie ein und wiederholte die Übung gleich nocheinmal. Zufrieden war ich trotzdem. Das Zögern konnte durchaus daher kommen, dass Flame mich kaum kannte. Ich trabte die Stute zwei Runden um die Bahn, bevor ich sie erneut zum Schritt durchparierte. Nun war das Viereck verkleinern und vergrößern an der Reihe. Dazu stellte ich Flame bereits in der zweiten Ecke der kurzen Seite nach außen, trieb dann mit dem äußeren Schenkel vorwärts-seitwärts, während der Innere verwahrend hinter dem Gurt lag. So ließ ich die Fuchsstute bis zur Mittellinie weichen, richtete sie kurz vor E geradeaus und lenkte sie nach ca. 2 Pferdelängen zurück zum Hufschlag. Die Lektion wiederholten wir dann auf der anderen Hand und natürlich auch im Trab. Fehlte nur noch eine Übung. Flame hüpfte zwar immer noch, wenn sie ein plötzliches Geräusch vernahm, ansonsten ging sie jedoch viel gelassener. Sie hatte den Rücken aufgewölbt und den Kopf gesenkt und ich strich ihr lobend über den Hals. "Wir haben es schon fast, meine Hübsche!", sagte ich aufmunternd zu ihr, als ich sie auf dem zweiten Hufschlag zum Stehen brachte. Trotz der Klimaanlage schwitzte ich und natürlich wartete auch Wamzi auf ihr Training - oder zumindest redete ich mir das ein. Flame absolvierte die Vorhandwendung ohne Schwierigkeiten, sodass ich sie gleich darauf am langen Zügel trocken reiten konnte.
      ~*~
      Als Flame versorgt war und ich Kenneth kurz von ihrem erfolgreichen Training berichtet hatte, widmete ich mich Ases Maskwamozi. Das Stutfohlen hatte schon ungeduldig Kreise in seiner Box gedreht, während ich mich in der Stallgasse mit Flame beschäftigt hatte. Offensichtlich konnte sie es nicht leiden, nicht beachtet zu werden. "Hallo du süße Maus", säuselte ich, als ich ihr das Halfter überstreifte. Wamzi untersuchte mich genaustens und malmte gleich darauf zufrieden ein Stückchen Apfel. Wie auch gestern schon, folgte Wamzi mir mit einigen Aussetzern, weil sie sich zu sehr von ihrer Umgebung ablenken ließ. Diesmal war mir das jedoch ganz recht, denn sie machte mich auf Kenneth und Lucius aufmerksam und ich führte die kleine Stute kurzerhand zu den beiden. "Hey ihr zwei! Meint ihr es wäre möglich, einen Pferdehänger auf eine der Koppeln zu stellen? Ich würde am liebsten schon heute mit dem Hängertraining anfangen. Wer weiß, wie Wamzi darauf reagiert.", trug ich mein Anliegen vor. Die beiden stimmten sofort zu, sich gleich an die Arbeit zu machen. Solange würde ich mit Wamzi wieder in die Reithalle gehen, um dort das Führen zu üben. Ich schloss die Bandentüre hinter uns und forderte Wamzi auf mir zu Folgen. Immer wenn das Stütchen nun stehen blieb, sich den Hals verrenkte, um nach draußen zu sehen oder mich sonst in irgendeiner Weise nicht beachtete, tat ich etwas unerwartetes. Mal schwenkte ich den Sommerhut, den ich mir heute extra aufgesetzt hatte, ein anderes Mal sprang ich einfach zur Seite. Der Strick hing dabei immer locker durch, doch in diesem Moment war ich für Wamzi sehr viel interessanter, als alles, was draußen vor sich ging. Schon nach nur drei solchen plötzlichen Bewegungen, folgte Wamzi mir mit gespitzten Ohren und beobachtete nun zur Abwechslung tatsächlich mich, um nur ja nichts zu verpassen. Ich grinste in mich hinein, drehte noch zwei Runden kreuz und quer durch die Halle und löste anschließend den Strick von Wamzi`s Halfter. Ich schickte Wamzi von mir Weg und rief sie erst nach einigen Minuten wieder zu mir. Zu meiner großen Freude schielte das Stutfohlen immer wieder zu mir herüber und kam auch sofort, als ich sie rief. Ich belohnte sie mit einem Leckerli und wiederholte das Ganze noch einige Male. Danach hakte ich den Strick erneut in Wamzi`s Halfter und führte das Stütchen aus der Halle. Es wurde Zeit, unser Führtraining auch außerhalb der Halle fortzusetzen. Hier gab es natürlich sehr viel mehr Ablenkungen und so musste ich meinen kleinen Affentanz ein paar Mal mehr vorführen, um Wamzi davon zu überzeugen, dass ich das beachtenswerteste Objekt hier draußen war. Glücklicherweise sahen uns die Jenkins-Brüder erst, als Wamzi mir gerade wieder aufmerksam folgte. "Wow, wie hast du denn das hinbekommen? Die ist ja total auf dich fixiert!", fragte Lucius erstaunt und ich antwortete nur grinsend, dass ich ihnen dieses kleine "Geheimnis" beim Abendessen verraten würde. Kenneth teilte mir noch mit, dass der Hänger auf der Koppel beim Stall bereitstand und ich führte Wamzi auf direktem Weg dorthin. Die Arbeit mit dem Hänger würde wahrscheinlich einige Zeit in Anspruch nehmen, deshalb wollte ich Wamzi heute einfach schon einmal damit vertraut machen. Ich ließ das Stütchen frei laufen und sah lachen zu, wie Wamzi immer wieder auf das Ungeheuer, dass da auf ihrer Weide stand, zulief und gleich darauf im gestreckten Galopp die Flucht ergriff. Wenn sie das noch ein paar Mal machte, was sie am Ende des Tages wahrscheinlich ziemlich müde. Als Wamzi den Hänger irgendwann nicht weiter beachtete, aber auch noch nicht sonderlich nah heranging, rief ich das Stutfohlen wieder zu mir und beendete das heutige Training. Wamzi ließ sich nun ganz ohne albernes Gehüpfe in den Stall führen, allerdings war ich mir nicht ganz sicher, ob sie nicht vielleicht einfach nur müde war. Wie auch immer, das würde ich in den nächsten Tagen mit Sicherheit herausfinden.
      ~*~
      Ich gähnte müde, als am nächsten Morgen bereits um kurz vor sechs Uhr mein Wecker klingelte. Heute stand Springtraining mit Fix the Flame an und das wollte ich nicht in der vollen Mittagshitze abhalten. Ich rollte mich aus dem Bett, drehte eine schnelle Runde durchs Bad und schlüpfte in meine Klamotten. Da ich nicht wusste, ob die Jenkins-Brüder schon wach waren, schlich ich auf Zehenspitzen aus dem Haus und ging sofort hinüber in die Reithalle, um Flame und mir einen netten kleinen A-Parcours aufzubauen. Da Flame auch hier schon auf einem sehr viel höheren Niveau ging, sollte der Parcours ihr keinerlei Schwierigkeiten bereiten. Doch für mich war eine solche Springstunde sehr aufschlussreich und vor allem auch notwendig, bevor es ins Gelände ging. So konnte ich mich darauf einstellen, wie Fix the Flame sich in einem Parcours benahm, wie gut sie mit verschiedenen Sprüngen zurecht kam und wie forsch sie die einzelnen Hindernisse anging. Zusätzlich zu meinem Parcours legte ich auch einige Trabstangen bereit und baute zwei Cavaletti auf. Dann lief ich in den Stall hinüber, wo ich vor lauter Tatendrang fast mit Lucius zusammenstieß. Der sah mich ein wenig verwundert an, stimmte mir aber zu, dass es angenehmer war, das Training schon jetzt abzuhalten. Ich lief zu Flame`s Box, begrüßte die große Stute und begann sogleich ihr kupferfarbenes Fell zu putzen. Flame genoss die Zuwendung sichtlich und ich freute mich auf das Training mit ihr. Nachdem ich Flame`s Hufe ausgekratzt, den Schweif verlesen und die Mähne gekämmt hatte, legte ich der Stute Gamaschen und Streichkappen an und sattelte sie anschließend auf. Ich selbst stattete mich mit Reithelm, Handschuhen und Schutzweste aus, bevor es endlich nach draußen ging. Flame tänzelte wie immer neben mir her. Die noch angenehm frische Luft schien der jungen Stute zu gefallen. Als Flame die Hindernisse sah, wurde sie noch nervöser und wir spielten wieder ein paar Runden das "Still-stehen-beim-Aufsitzen-Spiel", bevor es losgehen konnte. Wieder wärmte ich Flame zuerst im Schritt am langen Zügel auf, wobei ich die Stute recht oft zurückhalten musste, weil sie einfach antrabte. Sie schaute die bunten Hindernisse mit gespitzten Ohren an und schlug mit dem Kopf, als ich sie auch im Trab nur an den Sprüngen vorbeilenkte. "Ganz ruhig mein Mädchen, du darfst erst Springen, wenn du richtig aufgewärmt bist und dich benimmst. Ich lege wirklich überhaupt keinen Wert darauf, im Sand zu landen, nur weil du es zu eilig hast.", sagte ich fröhlich zu der aufgedrehten Stute und ritt sie Runde um Runde um die Hindernisse, bis Flame endlich im Rücken nachgab. Ihre Tritte wurden länger und weicher und sie nahm den Kopf nach unten. Ich kraulte ihren schlanken Hals und ließ sie nun über die Trabstangen gehen. Nachdem das gut klappte, galoppierte ich Flame mit einer leichten Hilfe an. Die Stute galoppierte brav an und sprang auch kontrolliert über die Cavaletti, doch als ich sie auf das erste Hindernis zulenkte, riss sie den Kopf hoch und wurde schneller. Als ich merkte, dass ich mit normalen Hilfen nicht mehr durchkam, setzte ich die sogenannte "Brücke" ein. Nicht schön fürs Pferd, aber immer noch besser, als wenn wir in diesem halbsbrecherischen Tempo über das Hindernis gehen würden. Ich schaffte es, Flame kurz vor dem Sprung abzuwenden, parierte die Stute durch und atmete ein paar Mal tief ein und aus. "Was sollte das denn Süße? So fangen wir das Ganze sicherlich nicht an!", schalt ich Flame mit ruhiger Stimme, bevor ich sie erneut angaloppierte. Diesmal ritt ich allerdings einen Zirkel und aus diesem heraus auf den ersten Sprung zu. Dadurch blieb Flame vor dem Sprung weniger Zeit um Blödsinn zu machen und wir setzten kontrolliert über den Steilsprung. Ich hatte zwar gut zu tun, die junge Stute an meinen Hilfen zu halten, doch dafür war ich absolut begeistert von ihrem Springvermögen. Wir flogen nur so über die Hindernisse hinweg und ich konnte mir absolut vorstellen, wie toll es sich anfühlen musste, höhere Sprünge mit der Stute zu gehen. Dies war jedoch heute nicht unsere Aufgabe. Ich beendete den Parcours, sprang die zweifache Kombination noch ein zweites Mal und ritt Fix the Flame dann am langen Zügel trocken. Der zweite Part ihrer Vielseitigkeitsausbildung war geschafft, ab morgen würden wir im Gelände arbeiten...
      ~*~
      Mit Ases Maswkamozi stand heute hauptsächlich Wiederholungsarbeit auf dem Programm. Nachdem ich das Stutfohlen geputzt hatte und wir auch das Hufe geben wieder einmal geübt hatten, führte ich sie kreuz und quer auf dem Hof herum. Anfangs an eher ruhigeren Stellen, dann auch direkt an den Ställen und Weiden vorbei. Jedes Mal, wenn Wamzi sich nicht mehr auf mich konzentrierte, hüpfte ich in die Luft, lief rückwärts und und und. Allerdings legte ich zwischendurch auch immer wieder kurze Pausen ein, da ich von einem jungen Fohlen nicht erwarten konnte, dass es sich eine längere Zeit lang konzentrierte. Auch das mussten Pferde erst lernen.
      Als Lucius mich so herumhüpfen sah, kam er lachend zu uns. "Du hast uns zwar gestern von deiner Methode erzählt, aber dass das so aussehen würde, hätte ich mir niemals vorstellen können! Ich bin wirklich froh, dass ich das mal zu Gesicht bekommen hab!", presste er während eines Lachanfalls heraus. Wamzi sah ihn erstaunt an und ich meinte nur: "Vielleicht sollte ich dein Gegacker in mein Repertoire aufnehmen, Wamzi scheint das sehr zu faszinieren!"
      Ich erklärte das Führtraining für beendet und führte Wamzi auf die Koppel, auf der der Pferdehänger stand. Wieder löste ich den Strick vom Halfter. Wamzi sollte von sich aus auf den Hänger gehen, dann würden ihre Besitzer damit später höchstwahrscheinlich auch nie Probleme haben. Anstatt das Fohlen jedoch wieder sich selbst zu überlassen, setzte ich mich diesmal auf die Rampe des Hängers und holte eine Möhre aus meiner Tasche. Wamzi, die in sicherer Entfernung zum Hänger ein paar Grashalme geknabbert hatte, hob den Kopf und sah aufmerksam zu mir herüber. Ich biss genüsslich von dem Gemüse ab und rief nach dem Fohlen. Wie sie es gelernt hatte, kam das Fohlen auch sofort auf mich zu, blieb jedoch gute drei Meter vom Hänger entfernt stehen und beäugte selbigen misstrauisch. Ich rief sie nochmals und biss, als sie nicht reagierte, wieder von der Möhre ab. "Süße Maus, wenn du dich nicht beeilst, bleibt nichts mehr für dich übrig. Tut mir sehr Leid!", sagte ich leise zu dem Stütchen. Dessen Mimik war momentan schon beinahe lesbar. Man konnte ihr den inneren Konflikt zwischen ihrer Neugierde und dem Drang , einen Sicherheitsabstand zu diesem Ungeheur von Hänger einzuahlten richtig ansehen. Ich erhob mich langsam, ging zu dem Fohlen hinüber und kraulte es. Dann setzte ich mich wieder auf die Rampe. Zögerlich kam Wamzi einen Schritt nach dem anderen näher und ich lobte das Stütchen sofort. Als sie schließlich sogar einen Vorderhuf auf die Rampe setzte, beschloss ich es für heute dabei zu belassen. Wir waren wieder einen großen Schritt weitergekommen und ich war mir sicher, dass Kenneth mit den Fortschritten seines Fohlens zufrieden war.
      ~*~
      Die nächste Woche verging wie im Flug. Ases Maskwamozi machte sich hervorragend, was das Hängertraining betraf und mit Fix the Flame war ich täglich im Gelände gewesen. Die junge Stute kannte das zwar bereits von ihrem Training auf E-Niveau, doch es war eine wahre Herausforderung, sie außerhalb des Hofes zu reiten. Anfangs hatte ich mit Flame deshalb zweimal täglich Spaziergänge um den Hof herum gemacht, bevor ich mich irgendwann das erste Mal in Begleitung von Kenneth auf Levistino`s Hope im Sattel hinaus wagte. Trotz Hope`s Gelassenheit, war ich bereits nach einer halben Stunde schweißgebadet. Flame sprang bei jedem Geräusch einen halben Meter in die Luft, ging durch oder versuchte zurück zum Hof zu rennen. Dementsprechend war ich nach unseren Ausritten auch immer völlig fertig und brauchte meistens erst einmal einen Mittagsschlaf, bevor ich mit Wamzi arbeiten konnte. An Tagen, an denen ich im Sattel mit Flame unterwegs war, machten wir zuvor meist ein wenig Bodenarbeit. Mal mit Stangen, mal ohne. Ich wiederholte auch das Schrecktraining, dass Flame mit einer mir ebenfalls bekannten Trainerin schon einmal durchlaufen hatte, doch sobald wir draußen waren, schien Flame das alles zu vergessen. Klar, immerhin konnte ja hinter jedem noch so kleinen Busch ein pferdefressendes Monster lauern! Was wussten wir doofen Menschen schon davon?
      An einem einigermaßen milden Tag wagte ich mich schließlich an die ersten Sprünge der Geländestrecke. Wieder war Kenneth dabei, Flame war noch nicht soweit, alleine ins Gelände zu gehen. Außerdem war es beim Geländespringen immer ratsam noch eine zweite Person dabei zu haben. Zu meiner großen Überraschung war Flame zwar schwer zu kontrollieren, aber sehr viel weniger schreckhaft, sobald sie Hindernisse vor der Nase hatte. Offensichtlich war die junge Stute so begeistert vom Springen, dass sie darüber sogar die "Gefahr" vergas, in der sie sich befand.
      Heute, am Tag vor meiner Abreise, wollte ich Flame das erste Mal die gesamte Strecke gehen lassen. Hope und Kenneth begleiteten uns. Kenneth war ein ebenso begeisterter Vielseitigkeitsreiter wie ich, dementsprechend froh war er über die Fortschritte, die Flame innerhalb dieser kurzen Zeit gemacht hatte.
      Ich hatte die Fuchstute bereits auf dem Hof über einige Stangenhindernisse springen lassen, um nicht sofort mit den festen Hindernissen im Gelände beginnen zu müssen. Flame war heute ganz gut drauf und reagierte auf jede meiner Hilfen. Im Gelände war sie gewohnt anstrengend, doch als ich sie auf den ersten Sprung der Geländestrecke zugaloppierte, besann sie sich wieder ein wenig. Wir flogen mühelos über die ersten Sprünge und kamen schon bald zum ersten Hinderniskomplex, welcher aus zwei Baumstämmen und einem Abhang bestand. Ich versammelte Flame, wir übersprangen den ersten Baumstamm, galoppierten den Abhang hinunter, übersprangen dann den zweiten Baumstamm und galoppierten auf der anderen Seite wieder aus der Senke heraus. Nun kam die erste längere Galoppstrecke. Ich gab die Zügel ein wenig nach und Flame schoss vorwärts. Wenn sie jetzt scheute, lag ich mit hoher Wahrscheinlichkeit im Dreck, doch die Stute benahm sich. Ich drosselte das Tempo wieder ein wenig, als die nächsten Hindernisse in Sicht kamen. Meine größten Bedenken galten dem Wasser. Auch das hatten wir tagtäglich geübt und Flame war irgendwann auch hindurch gegangen, Spaß machte es ihr jedoch keinen. Als das Wasser in Sicht kam, hob Flame den Kopf höher und sprang ein paar Mal um. Ich gab energische Schenkelhilfen und die Stute galoppierte durchs Wasser. Den Aussprung nahm sie mit einem rießigen Satz, doch das gab in der Geländeprüfung keine Abzüge. Ich lobte Flame und setzte die Strecke fort. Auch das zweite Wasser erforderte eine etwas deutlichere Aufforderung meinerseits, doch den Rest der Strecke meisterte die Fuchsstute beinahe spielend, sodass ich am Ende glücklich grinsend wieder mit Kenneth zusammentraf.
      "Ich würde sagen, Flame ist jetzt soweit, um sie in der Vielseitigkeit auf A-Niveau zu starten!", sagte ich fröhlich. Nun fehlte nur noch das Abschlusstraining mit Wamzi und meine Arbeit im sonnigen Kalifornien war erst einmal erledigt.
      ~*~
      Nachdem Flame ordentlich versorgt war, holte ich Ases Maskwamozi aus ihrer Box. Heute ließ ich mir beim Putzen besonders viel Zeit, da das meine Art war, mich von dem Stutfohlen zu verabschieden. Apaches Tochter machte ihr wirklich alle Ehre und ich war schon sehr gespannt auf ihren weiteren Werdegang. Ich übte ein letztes Mal das Hufe geben, führte Wamzi über den Hof und schließlich wieder auf die Weide, auf der der Hänger stand. Während meines Trainings mit Flame, hatte ich auch jeden Tag mit Wamzi gearbeitet, sodass das Fohlen mittlerweile brav in den Hänger ging. Heute wollte ich auch schon eine kleine Runde mit ihr fahren. Daher hatte ich Kenneth gebeten, den Hänger vor der Weide an sein Auto zu kuppeln. Wamzi ging ohne Anstalten in den Hänger und ich lobte das Fohlen liebevoll. Das hatte mich eine ganze Weile gekostet. Nach dem Tag, an dem Wamzi die Rampe betreten hatte, hatte ich mich immer ein Stückchen weiter in den Hänger hineingesetzt, bis das Fohlen schließlich neben mir gestanden hatte. Nun band ich Wamzi fest und strich ihr beruhigend über den gepunkteten Hals, bevor ich Kenneth zurief, dass er die Rampe schließen sollte. Er würde nur in Schrittgeschwindigkeit fahren und das auch nur für ein paar Minuten, deshalb blieb ich bei Wamzi im Hänger. Als Kenneth den Motor startete, scharrte das Fohlen aufgeregt mit dem Huf, blieb jedoch ansonsten ruhig. Der Hänger setzte sich in Bewegung und Wamzi war erst einmal vollauf damit beschäftigt, sich auszubalancieren. Ich verfütterte alle paar Sekunden ein Stückchen Möhre an sie und kraulte ihr unablässig den Hals, damit sie ihre erste Fahrt auch ja in guter Erinnerung behielt. Als Kenneth uns schließlich wieder die Rampe öffnete, strahlten wir beide über das ganze Gesicht. Damit hatte Wamzi das Fohlen ABC mit Bravour hinter sich gebracht und ich konnte guten Gewissens nach Hause fliegen....
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      07. November 2016 | von Sosox3
      Praktikum in Californien bei den Gebrüder Jenkins
      Pflege aller Pferde des Phoenix Valley

      „Warum soll ich denn jetzt nach Californien?“, fragte ich Rachel neugierig. „Ich habe vorhin bei Kennet Jenkins angerufen und habe dir dort ein einwöchiges Praktikum gesichert. Die beiden haben viel um die Ohren mit ihren Pferden und Lucius wird dir was über das Stuntreiten und das Showreiten erklären. Ken zeigt dir dann Sachen, was die Pferdezucht betrifft und der Umgang mit Fohlen.“ Mein Mund blieb offenstehen. „Dein Ernst? Show- und Stuntreiten? Ich glaub’s nicht.“ „Doch, du fliegst morgen rüber. Ich würde an deiner Stelle deine Sachen packen. In der Woche wird Cleavant dann kastriert und du hast einen Wallach und keinen Hengst mehr zur Pflege“, sagte meine Tante streng und drehte sich dann um und ging in den Stall zu ihrem Hengst Cherti. Ich stand noch eine Weile da und starrte Löcher in die Luft bis ich mich in mein Zimmer machte und meine Sachen zusammenpackte. In California lagen die Temperaturen noch zwischen 20 – 35°C und somit war es um einiges wärmer als in Mazedonien. Ich würde die Woche schon überleben ohne Cleavant, aber doch verletzte es mich irgendwie, dass er kastriert wurde. Auch wenn er ein komischer Mix war, konnte man doch sicher mit ihm züchten. Vielleicht war er hier auf unserem Hof einfach nur falsch…
      Der Flug war länger als geplant und die Landung nahm mich genauso mit wie damals von Canada nach Mazedonien. Meine Ohren taten weh, ich war fertig wie ein Lachsbrötchen und wartete nach der Passkontrolle auf meinen wohl etwas zu groß geratenen Koffer. Die ganzen Kontrollen hier dauerten immer eine Ewigkeit. Aber immerhin wurde ich von Kenneth und seinem Bruder Lucius herzlichst in Empfang genommen.
      „Du musst Valerie sein“, stellte Kenneth erfolgreich fest und ich nickte nur kurz. „Das ist mein Bruder Lucius“, sagte er und deutete dabei auf den etwas kleineren Mann neben ihn, der mich nur mit einem kurzen Grinsen begrüßte, „Und ich bin Kenneth.“ Ich reichte ihm die Hand und stellte mich auch noch einmal vor. Die Blicke der beiden waren unbezahlbar, als sie meinen Koffer entdeckten und Lucius sich bereit erklärte, diesen zu schleppen. Er hatte Kraft, hatte aber wohl nicht mit dem Gewicht gerechnet. „Was hast du darin? Klamotten oder doch eher Ziegelsteine“, fragte er mich und schaute mich mit schiefgelegten Kopf an. „Alles was ich brauche“, grinste ich und sah mich um. Der Flughafen war riesig und ziemlich modern, so hatte ich mir das ganze hier gar nicht vorgestellt. Die Fahrt zum Anwesen dauerte nur länger als gedacht und ich war sowieso schon vom Flug fertig, dass ich im Auto kurzerhand auch noch einschlief. Die Zeitverschiebung machte mir auch etwas zu schaffen, aber ich schlief die paar Stunden zum Hof sehr gut im Auto. Kenneth konnte sehr gut Auto fahren und ich wurde sofort wach, als Lucius am Steuer saß. Er hatte einen etwas rasanteren Fahrstil und ich murmelte jedes Gebet, das ich kannte vor mir her. „War das arabisch?“, fragte mich Ken neugierig und ich nickte. „Ja, muslimisch geprägt“, sagte ich und sah auf die Straße, die wir gerade einbogen. Lucius schluckte. „Gut, das wir gleich da sind.“
      Tag 1 – Monday
      Mein Tag begann bereits um sieben Uhr morgens mit dem Füttern der Pferde. Wir hatten allein in der Reitschule fast so viele Pferde wie die beiden Brüder, aber trotzdem hatte ich am Anfang noch Mühe, die Pferde auseinander zu halten. Ich schaute also lieber doppelt und dreifach auf die Boxenschilder um den Pferden die richtige Ration zu geben, als dass ich ihnen womöglich zu viel oder zu wenig zu fressen gab. Allein vom ersten Anblick her, hatten mir Morgane, eine Dark Bay Tobiano Stute, Leveneza, ein Rappfohlen mit vier weißen Stelzen und Senda Oscura, eine rabenschwarze Stute angetan. Als die Pferde den Futterwagen rollen hörten, wurden sie alle ein wenig unruhig, ließen mich aber alle brav bis auf Morgane den Weg zum Futtertrog durchschreiten. Die noch junge Stute schüchterte mich doch ein wenig ein. Bei ihr war ich froh, als sie mich heile aus der Box raus ließ. „Ärgert die dich?“, fragte mich Kenneth und ich sah etwas verwirrt zu ihm ans andere Ende der Stallgasse. „Morgane ist noch jung. Keine vier Jahre alt und auch sonst immer etwas launisch. Als sie hier hinkam, war sie die Diva und Zicke in Person. Sie ließ sich nicht kraulen, machte Palaver und und und. Aber mittlerweile lässt sie sich auch mal kraulen und streicheln. Man muss sich nur mal durchsetzen und sie muss dir ein wenig vertrauen können. Dann geht das.“ Er demonstrierte es noch kurz und begann dann mit dem Verteilen des Heus. „Nimm dir mal Busted Cherry Cakeund S’Cada und führ sie dort hinten auf die Weide. Danach kannst du Leveneza und Ases Maskwamozi auf die Weide führen. Ghost Merchant undCadiz können auf die andere Weide. Danach kannst du grad die Stallgasse fegen“, erteilte mir Kenneth meine Aufgaben zu und ich gab nicht mehr als ein kurzes „Ok“ raus. „Ist was?“, fragte er mich feinfühlig und ich schüttelte mit meinem Kopf. „Nein, ich bin nur nicht so der extrovertierte Typ Mensch“, sagte ich und nun war es Ken, der nur ein Nicken brachte. „Alles klar, wenn du das gemacht hast, kannst du was essen. Wir sind ja keine Unmenschen“, zwinkerte er und ich lächelte. „Danach kannst du meinem Bruder ja zuschauen und etwas lernen“, sagte er und schaute auf seine Uhr, für mich ein kleines Zeichen mich an meine Arbeit zu machen.
      Zuerst nahm ich mir die Scheckstute ans Halfter und dann erst S’Cada. Die dunklere der beiden, war ihres Verhalten zu urteilen auch noch jung und etwas unausgeglichener. Ihr Schritt war zügiger als der von Busted Cherry Cake und so hatte ich vielleicht doch ein paar mehr Probleme als auf Briar Cliff. Gut, dort kannte ich auch schon die Pferde etwas länger. Mit den Jungpferden, ging das ganze irgendwie leichter. Leveneza wartete sogar bis ich ihrer Freundin den Strick vom Halfter löste, sodass die zwei zusammen los tollten. Der Porzellanschecke Ghost Merchant stupste mich sanft mit seiner hellgrauen Schnauze an auf dem Weg zur Weide. Blieb auch ruhig, fast so wie ich es von Cleavie gewohnt war.
      Ich beeilte mich beim Fegen der Stallgasse und hatte nun von 8:00 bis um 8:30 Uhr eine kleine Pause in der ich ein Toast mit Marmelade aß. Ich hatte die Marmelade aus den vereinigten Staaten vermisst. Bis ich 16 wurde, hatte ich sie beinahe täglich auf dem Tisch gehabt und jetzt seit eineinhalb Jahren hatte ich endlich wieder den Genuss auf der Zunge. Kenneth schrieb mir, dass ich nun Leveneza wieder reinholen solle und sie ein wenig über den Hof führen könnte, wenn ich wollte und davor noch schnell drüber putzen sollte und so machte ich mich wieder an die Arbeit und spülte schnell ab und stapfte zur Weide. Die Sonne war noch lange nicht am höchsten Punkt, raubte mir mit ihrer Hitze aber dennoch ein paar Nerven.
      Leveneza musste ich von der Weide holen gehen, ließ sich aber super von mir leiten. Ases trottete mir hinterher und ich versuchte sie leicht abzuschütteln, damit sie nicht mit uns durchs Tor trappelte. Es gelang mir auch zum Glück und nur Levenza und ich durchquerten das Tor bis hin zur Stallgasse, an der ich sie anband. Sie blieb erstaunlicherweise ruhiger als ich dachte beim Putzen und ich fand gleich ihre Lieblingsstelle an der sie lustig die Schnute verzog und die Luft ‚kraulte‘. Ich putzte sie ausgiebig und führte sie dann gut 15 min und übte mit ihr das Stehen bleiben und weitergehen. Wenn sie nicht rechtzeitig stehen blieb, richtete ich sie zurück. Das hatte ich von Rachel gelernt gehabt und bisher gingen die meisten ihrer Pferde ordentlich vom Boden aus. Aber auch das machte die Rappstute neben mir gut. Als ich fertig war, stellte ich sie wieder auf die Weide. „Valerie!“, rief Lucius dunkle Stimme quer über den Hof und ließ mich aufzucken. Ich konnte doch bis jetzt nichts falsch gemacht haben. Ich eilte zu ihm in den Stall und sah etwas misstrauisch in die Stallgasse. „Hmm?“, machte ich und sah, dass er gerade die lange, dichte Mähne einflocht. „Komm mal her und schau mir gut zu, okey“, sagte er und ich trat näher. Der Schimmel schaute mich nur mit angelegten Ohren an. „Er hat heute einen guten Tag“, grinste Lucius und klopfte dem Hengst auf die Schulter. Als er fertig war hielt er den geflochtenen Zopf am Ende fest und fragte mich ob ich gesehen hätte, wie er geflochten hatte und ich nickte. „Ja? Gut. Dann kannst du das ja nochmal machen“, grinste er neckend und löste den gesamten Zopf noch einmal. „Ihr Ernst?“, fragte ich perplex nach. „Klar, du willst ja auch was lernen, also auf“, grinste er weiterhin und ich sah ihn nur ungläubig an. Schließlich machte ich mich dann aber doch an die Mähne und versuchte Amador so gut es ging, zu ignorieren. Es dauerte doch etwas länger als bei Lucius, doch ich gab mir Mühe nicht völlige Hilfslosigkeit darzustellen und zog den Zopf etwas enger und bekam am Ende ein Lob. „Ich flechte ihm noch den Schweif ein und dann geh ich mit ihm auf den Platz, du kannst mir zuschauen wie wir für unsere nächste Show proben. Vielleicht inspiriert dich das ja bei Cleavant. Den Kleinen, haben wir im Übrigen zusammen mit Hunter Crowley gesehen und ihn ermutigt ihn mitzunehmen.“ Meine Augen blitzten auf. „Echt?“, fragte ich neugierig und hakte weiter nach. „Ja, wir waren gerade in England unterwegs und fanden ihn zusammen mit Braddock, einem fast gleichen Mix in einer Hobbyzucht zum Verkauf. Beide hatten was. Während Braddock so ziemlich das beliebte Kinderpony war, war Cleavant der Hingucker mit seiner weißen Brust. Fast wie ein Pinguin“, erzählte er mir weiter und ich grinste über beide Ohren. „Dann muss ich mich bei ihnen ja noch bedanken“, sagte ich und tat dies auch gleich. „Du kannst mich gerne duzen.“ Ich nickte kurz, schaute ihm dabei zu, wie er den Schweif hochband. Danach legte er ein schickes Sattelzeug drauf und führte ihn zum Reitplatz mit einer Longe bewaffnet. Er longierte Amador vorher ab und ich konnte sogleich begreifen wieso. Amador hatte Pfeffer im Arsch – Verdammt viel Pfeffer. Erst nach einer Weile auf beiden Händen beruhigte er sich allmählich und wurde ruhiger. Dann stieg Lucius auch schon auf und warf mir die Longe entgegen, die ich glücklicherweise auch noch fing. „Anders kann man den hier nicht arbeiten“, sagte er mir und begann dann auch schon gleich im Schritt mit dem spanischen Schritt, ging dann über in den Spanischen Trab und blieb in der Gangart. Lucius lieferte mir eine tolle Show, in der ich viel über die beiden lernte und als er fertig war, bat er mich darum Senda Oscura zu putzen und im Anschluss zu Satteln. Ihr Sattelzeug würde ich in ihrem Spind finden. Ich nahm den Auftrag gerne an und watschelte auch schon zu der Stute und nahm sie langsam aus der Box. Und schon lutschte sie an meinem Rücken am T-Shirt rum. „Hör auf“, murmelte ich und band sie an. Sie genoss die Pflegeeinheiten und lutschte weiter an der Wand vor ihr. „Senda, du hast eine Macke“, schmunzelte ich und kratzte ihr gerade die Hufe aus, als ich ihre Schnauze auf meinem Rücken spürte. Während ich sie sattelte und dann ihre Bandagen wickelte, sah ich wie Kenneth über den Hof irrte und irgendwen suchte. Ich machte mir aber nichts draus und ging meiner Arbeit wieder nach. Lucius kam mir gerade entgegen und fragte mich dann ob ich reiten könne. Ich bejahte verwirrt. „Dann reite sie im Schritt ein wenig warm, ich komme gleich nach. Ich bringe Amador gerade auf die Weide.“ Wieder nickte ich und stieg dann auf dem Reitplatz mit einem leicht mulmigen Gefühl auf die Stute auf. „Auf geht’s“, murmelte ich und war fasziniert von ihrem zielstrebigen Schritt. Die ersten paar Runden blieb ich auf dem Hufschlag, rang mich aber dann an andere Bahnfiguren. Ich ritt jetzt bestimmt seit 30 Minuten und wunderte mich so langsam, wo Lucius denn blieb. Nun betrat auch Kenneth den Reitplatz mit seiner Stute Fix the Flame und arbeitete sie in der Dressur weiter. Es dauerte noch ein paar Minuten bis Lucius zu mir kam. „Es hat ein wenig länger gedauert“, rief er um die Ecke und ich sah zu ihm rüber. Etwas zu ruckartig, denn jetzt schmerzte mein Nacken. Er hatte einen Apfelschimmel neben ihm stehen und ich sah ihn verwirrt an. „Und was ist mit Senda?“, fragte ich nach und er sah mich von Lucero aus nachdenklich an. „Hmm. Dann reite sie ein wenig im Trab und Galopp und dann kann sie auf die Weide. Danach kannst du Estrada holen und sie spazieren führen“, sagte er und ich gehorchte. Ich ritt sie im Trab und hatte Mühe zu entdecken ob sie gerade trabte oder im Rack unterwegs war. Dann galoppierten wir auf beiden Händen. Immerhin konnte ich das gut unterscheiden. Als ich Senda Oscura trocken ritt, sagte mir ihr Besitzer, dass ich Estrada doch nicht führen brauchte. Sie käme heute nur auf die Weide und ich könnte dann jetzt Feierabend machen. Heute Abend würden sie mir die Stadt zeigen.
      Tag 2 – Tuesday
      Der zweite Tag war weniger anstrengend. Ich fütterte wieder alle Pferde und fegte nach dem Heu verfüttern wieder die Stallgasse. Heute erzählte mir Ken dann mehr über die Zucht und ich verbrachte die meiste Zeit bei ihm und hörte aufmerksam zu. Er erklärte mir, was er sich bei der Verpaarung von den Elternteilen von Ases Maskwamozi gedacht hatte. Die Kleine hatte die Farbe der Mutter geerbt und dazu das Talent des Vaters. Mr. Raw Depression kannte ich sogar vom Sehen. Ein toller Hengst mit viel Potenzial. Ases würde wohl in seine Fußstapfen treten. „Und wie kam S’Cada zu euch?“, fragte ich neugierig und schaute auf die Rappstute neben der Buckskin Tobiano Stute Levistino’s Hope. „Sie ist noch nicht lange hier, ist auch etwas stürmisch. Levistino’s Hope ist da schon anders. Sie hat uns auch Leveneza als Fohlen gebracht und zeigt so ihre Zuchttauglichkeit schon sehr deutlich. S’Cada kommt sogar von einer Freundin von uns.“ Ich nickte stumm und lauschte aufmerksam seiner Erzählung und schon führte mich Kenneth zu Ases damit ich in der Jungpferdeerziehung ein wenig weiter kam. Auch wenn sie sich bei mir sehr unaufmerksam zeigte, gab mir Kenneth Tipps wie ich ihre Aufmerksamkeit bekommen konnte. Wurde sie zu temperamentvoll, zügelte ich sie mit Rückwärtsrichten und hoffte insgeheim, dass sie nicht steigen würde. Das Problem hatten wir heute teilweise noch mit Deila, doch das hatte wohl gesundheitliche Probleme. Die Sonne zwang uns sogar zu einer längeren Pause und erst gegen Abend spürte ich die Anstrengung.
      Tag 3-4 – Wednesday + Thursday
      Den heutigen Tag plagte ich mich mit sehr viel Muskelkater rum, doch auch heute fütterte ich die Pferde dreimal am Tag und mistete heute alle Boxen aus. Danach half ich Kenneth auch wieder bei seinen Jungspunden und durfte auch über Morgane drüber putzen, was ich als Ehre empfand, denn die Scheckstute war biestig, fast schon wie unsere Bailey. Nach der Pause half ich Lucius dann wieder und durfte Senda wieder reiten. So langsam vernarrte ich mich in das Pferd, auch wenn ich Cleavant ganz schön vermisste. Senda war da schon schöner Ersatz. Wenn man das so nennen konnte. Die Hälfte meiner Zeit hier auf dem Hof war schon vergangen und ich sehnte mich irgendwie doch nach Mazedonien. Mal sehen wie die nächsten Tage vergehen würden. Ich longierte gegen Abend noch Estrada Dourada auf beiden Händen und lobte sie am Ende ausgiebig. „Geh mit der noch eine Runde spazieren, die ist ja pitschnass“, sagte mir Luci, wie ich ihn in Gedanken nun immer zu nennen pflegte. Ich nickte wieder und legte ihr noch eine Abschwitzdecke über und führte sie ein paar Runden um den Hof bis sie trocken war und ich Heu und Kraftfutter verfütterte. Am Abend machte ich mich dann auch schon wieder mit den beiden in die Stadt und schaute nach ein paar Souvenirs, die ich für Rachel, Smetti und Abby holen würde. Morgen wäre mein letzter Tag hier in Kalifornien und ich legte mich noch einmal richtig ins Zeug. Ich putzte zusätzlich das Sattelzeug der Pferde und durfte noch etwas Zeit mit Senda verbringen und Morgane putzte ich auch wieder. Am Donnerstag war sie besser drauf als den Tag zuvor. Konnte aber auch an der Bestechung liegen, die ich ihr für danach aufgehoben hatte. Mit Ghost Merchant und Fix the Flame ging es dann auch zu einer Körung und Krönung, sodass ich noch was Aufregendes erlebte und am Abend mit den beiden noch die beiden Pferde auslud. Freitag morgen flog ich wieder nach Hause.
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      02. März 2017 | 20513 Zeichen von adoptedfox
      Pflege für alle Pferde des Phoenix Valley
      Ankunft

      Mittwoch. Vor wenigen Minuten noch setzte mein Flug zur Landung an und schon stand ich inmitten der Menschenmenge, welche darauf wartete abgeholt zu werden. Die Sonne stand genau über dem Flughafen und die Luft wurde nur durch die leichte Frühlingsbrise abgekühlt. Ich sah mich um und hoffte zu erkennen, wer mich abholen würde. Und da entdeckte ich Ihn. Er stand etwas Abseits mit einem Schild in der Hand auf welchem in großen Druckbuchstaben "Käthe -> Phoenix Valley" stand. Ich hängte meine Reisetasche über die Schulter, nahm meinen Koffer und ging Ihm mit einem Lächeln entgegen. "Hi, ich bin Käthe!" begrüßte ich Ihn, stellte meinen Koffer ab und machte anstalten seine Hand zu schütteln doch er kam mir zuvor, nahm meine Hand, zog mich an sich und umarmte mich. "Ich bin Kenneth, schön Dich zu sehen! Wir war dein Flug? fragte er mich während er mich aus der Umarmung entließ und nahm gleichzeitig meine Reisetasche ab. "Weniger anstrengend als ich erwartet hatte." antwortete ich Ihm ehrlich und folgte Ihm zum Kofferraum, wo ich meinen Koffer neben die Reisetasche stellte die er bereits hineingelegt hatte. Während der Fahrt zur Anlage unterhielten wir uns über die Pferde, meine Arbeit und wie es mich nach England verschlug. Nach einer Weile fuhren wir auf den Parkplatz des Phoenix Valley ein. Kenneth nahm meine Reisetasche und meinen Koffer aus dem Kofferraum und bat mich Ihm zu folgen. Während wir über den Hof zum Hauptgebäude liefen, erklärte mir Kenneth das man mich im Gästezimmer unterbringen würde für die Zeit des Aufenthalts. Dort angekommen stellte er meinen Koffer und meine Reisetasche vor das Bett und teilte mir mit, das er im Stallgebäude der Stuten auf mich warten würde. Ich nutzte seine Abwesenheit um mich umzuziehen. Eine schlichte Reithose und ein leichtes Top. Ich zog meine Stiefeletten an und ging aus dem Gebäude zu dem Stalltrakt, den ich für den Bereich der Stuten hielt.
      Tag 1
      Er ging mit mir von Box zu Box und stellte mir die Pferde vor. "Ok, ich denke es ist das einfachste wenn ich mich zuerst um die Fohlen kümmere, dann kann ich diese zusammen auf eine Weide stellen während ich mich um den Stall kümmere. Oder?" fragte ich. Kenneth sah mich an und antwortete mir lachend "Perfekt, kommst du zurecht? Dann schauen Lucius, mein Bruder und Ich nach dem Wagen, der macht nämlich Probleme.". Mit den Worten verschwand er aus der Stallgasse in Richtung Hof. Ich wandte mich den beiden Stutfohlen Ases Maskwamozi und Leveneza zu. Kenneth berichtete mir, dass die beiden Fohlen vom Ausbildungsstand am weitesten wären und so entschloss ich mit beiden eine Runde spazieren zu gehen um die Umgbung kennen zu lernen. Behutsam zog ich Ases Maskwamozi das Halfter über und führte das Fohlen in die Stallgasse, wo ich es mit einem geschickten Knoten anband um Leveneza zu holen. Ich begrüßte beide Fohlen ausgiebig, nahm eines in die linke, das andere in die rechte Hand und zu dritt verließen wir die Stallgasse. Wir wandten uns dem Weg zu, welcher von Bäumen gesäumt war um im kühlen Schatten zu laufen. Leveneza nahm die Umgebung aufmerksam wahr, die Ohren spielten und schienen jedes Geräusch einzusaugen. Ases Maskwamozi hingegen schien nur Levenza zu folgen. Mehrfach versuchte sie mich auszutricksen und den Rückweg anzustreben, doch mit Geschick konnte ich sie immer wieder überreden uns weiter zu begleiten. Die Wege um den Hof schienen miteinander verbunden, denn langsam ließen sich die Umrisse des Stallgebäudes erahnen. Auf dem Hof angekommen ließ ich die beiden Stutfohlen trinken und brachte beide auf die Weide. "Na, was stellen wir denn mit euch 2 hübschen an?" fragte ich als ich die Stallgasse betrat und ging zu der Box mit Stracciatella. Die kleine Stute sah gelagweilt aus und schenkte mir, bis auf 1 zugewandtes Ohr, keinerlei Aufmerksamkeit. Ich öffnete die Boxentür und wandte mich ihr langsam zu. "Keine Sorge, wir wollen Dir doch nichts schlechtes, hm?" sprach ich beruhigend auf das junge Fohlen ein und streichelte dessen Hals. Vorsichtig wanderte meine Hand zum Mähnenkamm, weiterhin kreisende Bewegungen streichelnd. "Super machst du das!" lobte ich Stracciatella, die aufzutauen schien. Ich holte aus meiner Hosentasche 1 Bananenchip und bot ihn Ihr an. Neugierig schnaubte sie in meine Handfläche und nahm den Bananenchip zwischen die weichen Lippen. Er schien Ihr zu schmecken, denn kaum war der erste verschwunden, schob sie Ihr weiches Maul in Richtung meiner Hose. Ich lachte "So aber nicht! Erst die Arbeit, dann das Vergnügen!". Ich strich in sanften Bewegungen in Richtung Rücken. Mit meiner anderen Hand griff ich in den Trog, wo ich zuvor einen weichen Striegel positioniert hatte. Ich bewegte den Striegel in der gleichen kreisenden Bewegung am Rücken des Fohlens, wie zuvor meine Hand. Stracciatella schien sich selbst nicht sicher zu sein, ob sie dies gut oder schlecht fand. Ich beschloss das Training für den heutigen Tag zu beenden und gab Stracciatella zur Belohnen noch einen Bananenchip. Das letzte Fohlen, Phoebe, beobachtete mich bereits neugierig als ich aus Stracciatella's Box kam. Als ich die Boxentür öffnete spürte ich eine Hand auf meiner Schulter, es war Kenneth. "Wenn du magst..." sagte er und reichte mir ein kleines Halfter. "Sie wird mir doch nicht die Hand abbeißen, oder?" fragte ich und erhielt statt einer Antwort nur ein verlegenes Schulterzucken. Er schloss die Boxentür hinter mir, blieb jedoch stehen und sah mir zu. Ich ließ mich nicht beirren strich mit beruhigenden, sanften Bewegungen über den Hals der Stute. Das Halfter war bereits geöffnet, sodass es mir leicht fiel das Genickstück sanft über Ihren Hals zu streifen. Vorsichtig zog ich Ihr das Halfter an und schloss es locker. Sobald ich meine Hand entfernte schlug die junge Stute ein paar Mal mit dem Kopf. Sie schien nicht erschrocken über das klappernde Geräusch welches die Halfterschnallen verursachten, im Gegenteil, es schien sie zu amüsieren! Lobend kraulte ich Phoebe die Brust und steckte ihr einen Bananenchip als Belohnung zu. Kenneth reichte mir durch die Boxenstäbe einen Strick. Ich nahm ihn und befestigte ihn am Halfter der Stute und führte sie in die Stallgasse. Dort band ich sie aber nicht an und griff stattdessen nach dem Striegel aus Stracciatellas Trog um in kreisenden Bewegungen über Phoebes kurzes Fell zu streichen. Es schien ihr nichts auszumachen, jedoch entschied ich das Training zu beenden, da ich die Stute nicht überfordern wollte. Damit Stracciatella nicht als einziges Fohlen im Stall bleiben musste, brachte ich auch Phoebe zurück in Ihre Box.
      Während die beiden Fohlen Ases Maskwamozi und Levenza nicht in Ihren Boxen waren, nutzte ich die Zeit um diese auszumisten. Ich schob die halb gefüllte Schubkarre an die Box von Stracciatella, öffnete die Boxentür und ging hinein. Behutsam sammelte ich alle Pferdeäpfel und das nasse Stroh ein und beförderte es in die Schubkarre. Das gute Stroh verteilte ich, wie bei den anderen beiden Boxen, über die kahlen Stellen. Den Vorgang wiederholte ich anschließend auch bei Phoebe und den anderen Stuten im Stall. Nachdem auch die letzte Schubkarre auf dem Misthaufen entleert wurde, schnappte ich mir ein paar Strohballen um die Stallboxen entsprechend aufzufüllen. Als die Boxen der Stuten und Fohlen gemistet und neu eingestreut waren schob ich die Schubkarre hinaus in den Hof, lehnte die Mistgabel gegen das Stalltor und kehrte mit einem Besen die Stallgasse sauber. Mit jedem Bürstenstrich über den Stallboden wirbelte Staub auf. Als die Arbeit erledigt war beschloss ich die beiden Fohlen wieder in die Boxen zu bringen. Da ich zuvor bereits mit beiden spazieren war und dies super funktionierte, etschloss ich auch dieses Mal beide Fohlen zeitgleich zum Stall zu bringen. Zurück in der Stallgasse traf ich Kenneth, der sich gerade ein Halfter und einen Strick nahm. "Hast du Lust auf eine Runde spazieren? Ich würdeMorgane nehmen und wenn du magst, kannst du Fix the Flame nehmen." ich nickte zustimmend und brachte die beiden Fohlen in Ihre Boxen. Kenneth hat bereits beide Stuten aufgehalftert und in die Stallgasse gebracht. Geschickt löste ich den Knoten und bevor ich mich versah, befanden wir uns auf einem kleinen Waldpfad. Kenneth erzählte, das dieser Pfad angenehm für Spaziergänge mit Pferden wie Fix the Flame war, da Sie sich so an die Umgebung gewöhnte und man Ihr gleichzeitig zeigen konnte, das es außerhalb der sicheren Box nicht nur Gefahren gab. Morgane schien die Ruhe selbst zu sein, aber Kenneth versicherte mir, das dies nur ein trügender Schein ist. Über diesen Pfad kamen wir auf der Rückseite der Stutstallung an. Kenneth nahm Morgane mit in Richtung der Reithalle, während ich Fix the Flame wieder in Ihre Box brachte. Nachdem die Boxentür fest verschlossen war und ich Fix the Flame einen Bananenchip zusteckte, begab ich mich auf die gegenüberliegende Boxenseite und holte Levistino's Hope undBusted Cherry Cake aus den Boxen. Ich entschied mich mit beiden Pferden dazu, die erste Route entlang zu spazieren, welche ich bereits mit den Fohlen erkundet hatte. Beide Stuten verhielten sich vorbildlich und schienen, genau so wie ich, den warmen, sonnigen Tag zu genießen. Nachdem wir zum Hof zurückgekehrt waren stellte ich die Stuten in Ihre jeweiligen Boxen. Gerade als ich die Boxentür zu Estrada Dourada öffnete, suchte jemand anderes meine Aufmerksamkeit. "Hey, wenn du Estrada beschäftigst, kannst du an Ihrer Gelassenheit arbeiten? Der Hufschmied hat nicht jedes Mal die Zeit mit einer aufmüpfigen Stute zu diskutieren!" hallte es die Stallgasse entlang und ich war mir sicher, dass es sich nicht um Kenneth gehandelt haben kann. "Du bereitest deinen Besitzern also Kopfzerbrechen, hm?" fragte ich die Stute und strich ihr sanft über die Stirn. Ich zog Ihr das Halfter über und führte Sie in die Stallgasse, wo ich sie vor Ihrer Box festband. Ich nahm mir aus der Putzbox einen Hufkratzer und aus der Sattelkammer einen zusätzlichen Strick. Schon als ich mit meiner Hand am Bein der Stute entlang striff, schien sich diese merkbar zu verspannen. Ich sprach beruhigend auf die Stute ein und wiederholte den Vorgang immer wieder, bevor ich den Huf hoch nahm und in der Luft behielt. Immer wenn ich den Huf in der Luft hielt, zählte ich bis 5 und setzte Ihn sanft wieder ab. Nach einigen Wiederholungen nutzte ich zusätzlich den Hufkratzer um der Stute zu zeigen, das Ihr nichts geschieht und es nur um ihr Wohl ging. Von Wiederholung zu Wiederholung wurde die Stute entspannter und ruhiger. Ich klopfte lobend Ihren Hals und brachte sie zurück in Ihre Box, wo sie ein paar Bananenchips von mir bekam. Der Tag neigte sich langsam aber sicher dem Ende zu. Ich entschied, mit Senda Oscura noch eine Runde spazieren zu gehen, bevor ich den Stalltrakt für den Tag verließ und mich dem Bett in meinem Gästezimmer widmete.
      Tag 2
      Mit dem ersten aufgeregten zwitschern der Vögel wurde ich wach. Ich betrat das Badezimmer und bereitete mich auf den Tag vor. Auf dem Weg nach draußen hielt mir Kenneth eine Brottüte vor die Nase. "Frühstück nicht vergessen junge Dame!" sagte er lächelnd und ich nahm diese dankend entgegen. Bevor ich mich den Pferden widmete ging es zur Fütterung. Ich betrag die Futterkammer und richtete die Futterrationen für die Pferde. Nach und nach leerte ich jeden Eimer im Trog der Pferde, bis alle schmatzend ihr Frühstück genossen. Ich ebenso, denn ich hatte es mir gerade auf einem Strohballen gemütlich gemacht und nahm das Sandwich aus der Brottüte. Ich sollte mir für die Heimreise ein paar Sandwiches von Kenneth wünschen, denn sie schmeckten fabelhaft! Gestärkt nahm ich mir eine Longe aus der Sattelkammer und ging hinüber zu den Stuten. Ich hing die Longe an die Box von Corde de la cerise und begann die Stute in Ihrer Box zu putzen. In langen Zügen strich ich mit dem Striegel in der einen und der Bürste in der anderen Hand über das Fell der hübschen Stute. Die Mähne und den Schweif säuberte ich lediglich mit meinen Fingern und sammelte so Strohhalme heraus und löste Knötchen. Mithilfe des Hufkratzers säuberte ich die Hufe und nahm die Stute dann am Halfter und führte sie zur Boxentür. Dort hakte ich die Longe am Halfter ein und führte die Stute zur Reithalle. Ich positionierte mich in die Mitte der Halle und schickte die Stute nach außen auf den Zirkel. Sie schien arbeitswillig, denn sie setzte sich sofort in Bewegung und lief im Schritt Ihre Runden. Nach ein paar Runden schnalzte ich mit der Zunge und Corde de la cerise fiel in einen lockeren Trab. Die Stute war aufmerksam, hielt ein Ohr aber stets zu mir gerichtet. Im Galopp powerte sie sich offenbar erst aus, bevor sie zur eigntlichen Arbeit zurück kam. Ich lies sie gewähren. Ich nahm die Longe auf und ließ die Stute in den Schritt parieren und letztendlich stehen. Mithilfe einer lockeren Armbewegung gab ich der Stute zu verstehen, das ich einen Handwechsel möchte und nach einer kleinen Diskussion trabte die Stute auch auf der linken Hand auf dem Zirkel. Die anfängliche Anspannung war schnell verflogen und so holte ich die Stute zu mir, lobte sie ausgiebig und brachte sie zurück in Ihre Box. Den gleichen Ablauf versuchte ich bei S'Cada, jedoch zeigte sie mir eindeutig, das es ihr absolut nicht passte arbeiten zu müssen. Nach minutenlangen Diskussionen und wildem gereiße an der Longe holte ich die Stute zu mir und nahm die Longe ab. "Gut, dann bleibst du halt hier. Tob dich aus!" sagte ich bestimmt und verließ die Halle. Offenbar schien ihr das auch nicht wirklich Recht, denn sobald das Hallentor geschlossen war stürmte die Stute los und buckelte. Währenddessen nutzte ich die Zeit um die Boxen der Hengste auszumisten und neu einzustreuen. Als die Arbeit beendet war ging ich zurück zur Halle, wo eine ausgepowerte S'Cada bereits auf mich zu warten schien. "Na, alles klar?" rief ich ihr zu und schloss das Hallentor hinter mir. Ich ging ruhig auf die Stute zu und klopfte ihren Hals. Die Longe wieder eingehakt, gingen wir aus der Halle zurück in die Stallgasse. Ich brachte S'Cada in Ihre Box zurück und nahm ihr das Halfter ab. Als ich die Stallgasse der Hengste betrat wartete bereits Kenneth auf mich. "Bevor du dich mit unseren Jungs beschäftigst rate ich Dir an, Amador zum Schluß zu arbeiten. Und sei vorsichtig, er ist das, was sich alle unter einem Hengst vorstellen!" sagte er und redete auf mich ein aufzupassen. Ich beschloss auf ihn zu hören und ging zur Box von Cadiz. Ich strich ihm sanft über die Nüstern und tauschte sein Stallhalfter gegen eine Trense. Bereits auf unserem eigenen Gestüt lernte ich schnell, das es leichter war einen Hengst mit einer Trense, als mit einem Halfter auszuführen. Ich nahm mir, auf dem Weg an der Sattelkammer vorbei, eine Longierbrille und Longe und tauschte diese gegen die Zügel ein. Zusammen gingen wir nach draußen und schlugen den ruhigen Waldpfad ein. Der heutige Tag würde nicht so heiß werden wie der gestrige, zumindest hoffte ich das. Cadiz lief im Schritt neben mir, sodass es eine ruhige und entspannte Runde wurde. Zurück im Stall tauschte ich Cadiz gegen Ghost Merchant ein. Er war ein hübscher Hengst und gefiel mir auf Anhieb. Auch mit Ihm lief ich auf dem Waldpfad entlang. Ghost Merchant war aufmerksam und nahm seine Umgebung genauestens auf. Einige Male versuchte er mich zu überholen, doch das wusste ich mit einem einfachen Wendemanöver zu unterbieten! Da mir der Hengst gefiel gab es, zurück in der Box, einen Bananenchip.
      Bevor ich mich an Amador versuchte, wandte ich mich Lucero zu. Schon als ich in die Box kam stieß er mir seinen gewaltigen Kopf schnell entgegen und schnupperte an meiner Hosentasche. Als wüsste er was sich in Ihr befindet, knabberte und zog er am Stoff umher. "Hey du Spinner, lass das!" sagte ich und schob seinen Kopf beiseite. Ich legte ihm das Halfter an und führte ihn aus der Box auf den anhängenden Reitplatz. Da ich nicht wusste wie der Hengst sich verhält hielt ich es für die beste Idee mit Halfter und Longe zu arbeiten. Ich stellte mich mit dem Hengst auf den Zirkel und strich mit der Schlaufe der Longe über den Hals und die Schulter des Hengstes. Dies schien ihm keine Probleme zu bereiten, so begann ich damit das Longenende über seinen Rücken zu legen und herunter zu ziehen. Lucero verspannte sich, sobald er bemerkt wie das Seil heruntergezogen wird. Ich sprach beruhigend auf ihn ein und wurde langsamer, sodass er sich auf das Gefühl, welches das Seil verursachte, einlassen konnte. Schon nach ein paar Wiederholungen wurde der Hengst merklich ruhiger und entspannter. Das ich das Longenende schließlich über seinen Rücken warf bereitete ihm keinerlei Probleme mehr. Ich lobte den Hengst ausgiebig für seine Geduld und Mitarbeit und schob ihm ein paar Bananenchips zu. Diese schienen ihm zu schmecken denn sofort bettelte er nach mehr. Ich verwehrte Ihm den Zugang in meine Tasche und führte ihn zurück in seine Box. Ich schloss die Boxentür und wandte mich Amador zu. Dieser legte bereits die Ohren an, als ich auch nur zur Box trat. Ich ging in die Sattelkammer und holte ein festes Rope, sowie ein Knotenhalfter. Behutsam öffnete ich seine Boxentür und betrat diese, während ich beruhigend auf den Hengst einsprach. Die Ohren noch immer angelegt ging er ein paar Schritte auf mich zu und beobachtete mich. Ich ging ebenfalls auf den Hengst zu und sprach weiterhin beruhigend auf ihn ein. Er lies zu das ich ihn berührte und ich nutzte den Moment, ihm das Knotenhalfter anzuziehen. Ich entschloss zuerst mit dem Hengst in die Reithalle zu gehen um ihn ein paar Runden laufen zu lassen, bevor wir einen Spaziergang unternahmen. So konnte er sich auspowern und ich konnte mir ein Bild über ihn verschaffen. Allein der Weg in die Halle war kein Zuckerschlecken. Amador zog am Rope und versuchte auf der kurzen Strecke mehrmals sich mir zu entziehen und strebte den Sprung nach vorn an. Ohne mich! Ich wendete ihn immer und immer wieder, blieb stehen und richtete rückwärts. In der Halle angekommen ließ ich ihn sich auspowern. Er setzte sofort zum Galopp an und hielt diesen minutenlang am Zirkel. Irgendwann schien ihm die Lust zu vergehen und nach ein paar Buckler und gezielten, gegen mich gerichteten Tritten, lief er mit gesenktem Kopf im Schritt. Ich lobte ihn mit sicherer Stimme und ließ ihn zum Stand hin parieren. Bestimmt ging ich auf den Hengst zu und klopfte seinen Hals. "Na, hast du Lust auf Entspannung?" fragte ich ihn und ging in Richtung Hallentor. Kenneth erwartete mich bereits und öffnete das Tor. "Wer hätte gedacht das eine so zierliche Frau diese Eskarpaden aushält!" sagte er sichtlich beeindruckt und schloss das Hallentor hinter mir. "Ich begleite euch, es ist gerade Luft und sollte doch etwas passieren kann ich eingreifen" bot er an und ehe wir uns versahen, befanden wir uns im Wald. Kenneth erzählte mir von Amador und wie sie zu ihm kamen. Ebenso erfuhr ich, das ich am Tag zuvor seinen Bruder Lucius kennenlernte und er sich gleich für dessen forschen Ton entschuldigte. Er sei im Stress gewesen als er mich bei den Pferden sah. Ich beschloss ihm zu vergeben. Kenneth erkundigte sich nach dem Stand meiner Arbeit und bot mir an doch noch einen weiteren Tag zu bleiben um Kalifornien kennenzulernen. Ich nahm diesen Vorschlag dankend an, entgegnete jedoch das ich dafür am Abend kochen würde als Dankeschön. Kurz bevor wir auf den Hof einbogen stemmte Amador seine Hufe in den Boden, riss den Kopf in die Luft und stieß ein durchdringendes Wiehern aus. "Halt ihn fest....!" sagte Kenneth und sah sich um. Doch alles was er entdeckte war sein Bruder Lucius, der mit Morgane über den Hof lief. Ich hielt Amador fest und richtete ihn rückwärts um seine Aufmerksamkeit zu erhalten und um ihn dazu zu bringen weiter zu gehen. Es funktionierte und schon wenige Minuten später fanden wir uns auf dem Hof ein. "Wir bringen Amador besser auf die Weide, nicht das er uns schon wieder die Box zertritt." sagte Kenneth und nahm mir den Hengst ab. Ich wandte mich der Stallgasse der Hengste zu und begann diese für die Mittagszeit zu füttern. Als jeder der Hengste, bis auf Amador, schmatzend mit dem Maul in den Trog schauten, ging ich hinüber zu den Stuten und bereitete auch ihnen das Futter zu. Als auch die Stuten gefüttert waren ging ich zurück ins Haupthaus und besprach mit Kenneth und Lucius den Rest des Tages, sowie den Tagesablauf für Morgen. Ich freute mich schon auf die Führung durch Kalifornien, doch noch mehr freute ich mich darauf wieder nach Nottingham zu reisen. Auch wenn ich die warmen Sonnenstrahlen auf meiner Haut vermissen werde.
    • adoptedfox
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      20. Juni 2017 | 20029 Zeichen von adoptedfox
      Pferdepflege von Landsberg

      Tag 1
      Ich brauche ganz dringend Zeit für mich stellte ich fest als ich mit müden Augen in das kleine Badezimmer meines Hotelzimmers ging. Am Abend zuvor war ich, nachdem meine Pferde versorgt waren, noch zum Flughafen gefahren um ein Last-Minute-Ticket nach Deutschland zu buchen. Mein Weg führte mich nach Caenheide im beschaulichen Nordrhein-Westfalen. Nachdem ich mich angezogen hatte verließ ich das Hotel und ging zu meinem Mietwagen. Ich stieg in den Wagen und gab die Adresse in das Navigationssystem ein. Glücklicherweise war mein Hotel nur zirka 25 Minuten vom Hof entfernt und da der Hof in einem Landschaftsschutzgebiet lag konnte ich die Fahrt dorthin genießen. Als ich den Hof erreichte stellte ich den Wagen auf dem Parkplatz ab und begab mich in den Stall. Ich begrüßte die Pferde und stellte fest, dass mir ein paar nicht unbekannt waren. Da es noch früh am Morgen war begann ich damit die Pferde zu füttern. Während die Pferde fraßen ging ich mit einer Schubkarre hinüber auf die Weiden und sammelte Pferdemist. Gleichzeitig kontrollierte ich die Zäune, konnte aber keine Beschädigungen feststellen. Ich wollte den heutigen Tag nutzen um mich den Fohlen zu widmen und begann mit Focus. Der schöne Braunschecke wirkte gelangweilt als ich an seine Box trat. Ich ging in die Box und hielt Focus meine Hand hin damit er mich kennenlernen konnte. Neugierig schob er sein kleines Maul über meine Handfläche als würde er etwas suchen. Mit meiner anderen Hand strich ich langsam über seinen Hals und bewegte sie in kreisenden Bewegungen in Richtung Rücken. Die Berührungen schienen ihm nichts auszumachen. Ich ging zur Boxentür und griff nach dem kleinen Halfter welches beim öffnen der Tür auf den Boden fiel. Behutsam legte ich den offenen Genickriemen über seinen Hals und zog ihm das Halfter auf. Bevor ich es schloss verharrte ich einen Moment. Ich lobte Focus ausgiebig als das Halfter geschlossen war und führte ihn an die Boxentür damit ich eine weiche Bürste aus der Putzbox nehmen konnte. Sanft strich ich über sein weiches Fohlenfell und entfernte so Staub und lose Haare. Um Focus nicht zu überfordern beendete ich die Trainingseinheit, ging aus der Box und verschloss diese. Ich würde die Fohlen erst später auf die Weide bringen. Neben Focus' Box schob Skittles bereits ihr Maul durch die Stangen und suchte meine Aufmerksamkeit. Ich öffnete die Boxentür und begrüßte das freundliche Stutfohlen. Während ich mit meinen Händen über ihren zierlichen Körper fuhr um sie an Berührungen zu gewöhnen ließ sie den Kopf hängen und fand offensichtlich gefallen an der Massage. Während ich zur Boxentür ging um das Halfter von der Halterung zu nehmen sprach ich beruhigend mit dem jungen Fohlen. Auch bei Skittles legte ich zuerst den Genickriemen um den Hals bevor ich das Halfter auf ihren Kopf zog. "Prima! Du bist ja eine ganz kluge!" lobte ich sie als das Halfter geschlossen war. Skittles schüttelte kurz ihren Kopf, schien aber kein Unwohlsein zu empfinden. Ich nahm die Bürste, die ich zuvor in den Trog ihrer Box gelegt hatte und strich in sanften, kreisenden Bewegungen über ihr weiches Fell. Zufrieden lobte ich Skittles und ging für einen kurzen Moment aus ihrer Box um einen Führstrick zu holen. Ich hängte den Strick in ihr Halfter und führte sie aus der Box. Das Focus neugierig an die Boxentür trat war ein Vorteil für mich, denn so konnte ich die Tür öffnen und den zweiten Strick in sein Halfter hängen. Mit einem Fohlen in der linken- und einem in der rechten Hand ging ich zu einer der großen Weiden und entließ sie für den heutigen Tag. Ungestüm galoppierten die beiden davon. Ich ging zurück in die Stallgasse und wand michPhoebe zu. Das junge Stutfohlen war mir nicht unbekannt und ich begrüßte sie mit einem Leckerchen. Ich zog Phoebe das Halfter an und führte sie hinaus in die Stallgasse wo ich sie vor ihrer Box fest band. Ich nahm eine Bürste aus der Putzkiste und begann ihr kurzes Fell zu bürsten um es von Staub und Schmutz zu befreien. Da Phoebe mit dem Hufe geben noch unsicher war steckte ich den Hufkratzer in meine Hosentasche und beschloss mit ihr zu üben. Behutsam strich ich mit meinen Händen ihre Beine entlang und nahm den Huf für ein paar Sekunden hoch. Ein paar Mal entzug sie mir den Huf, doch das war in Ordnung. Beruhigend sprach ich mit Phoebe während ich den Huf hielt und mit der Bürste des Hufkratzers säuberte. Als alle 4 Hufe sauber waren lobte ich sie ausgiebig. Ich löste den Knoten im Strick und führte Phoebe über den Hof zu den Weiden um sie zu den anderen beiden zu bringen. Nun wand ich mich Stracciatella zu. Ich begrüßte die junge Stute ausgiebig nachdem ich die Box betreten hatte. "Na hast du Lust etwas zu lernen?" fragte ich sie und kraulte der jungen Stute die Stirn. Ich hatte das Halfter bereits mit in die Box genommen und lies Stracciatella nun daran schnuppern. Ich öffnete das Halfter und legte den Genickriemen sanft auf ihren Hals auf. Vorsichtig zog ich ihr das Halfter an und streichelte der Stute beruhigend den Hals. Stracciatella wirkte erst unsicher, fand aber gefallen am klappern wenn sie den Kopf schüttelte. Der Anblick war amüsant und ich konnte mir ein lachen nicht verkneifen. Ich hängte den Strick in das Halfter ein und führte sie aus der Box. In der Stallgasse band ich sie fest und griff nach der Bürste um die junge Stute zu putzen. Da auch für Stracciatella das Hufe geben unbekannt war, ging ich mit viel Ruhe vor und wurde überrascht. Stracciatella hatte überhaupt kein Problem mit dem Hufe geben und so konnte ich auch die Hufe auskratzen. Stolz lobte ich sie und schob ihr ein Leckerchen zwischen ihre weichen Lippen. Während sie es genüsslich zerkaute löste ich den Strick und ging mit Stracciatella zu den Weiden, wo ich sie zu ihren Freunden entließ. Mit den letzten beiden Fohlen plante ich einen Spaziergang zu unternehmen um die Gegend kennenzulernen. Ich ging in die Box von Leveneza, zog ihr das Halfter an und führte sie hinaus in die Stallgasse wo ich sie vor ihrer Box fest band. Ich holte einen Striegel und eine Bürste aus der Putzbox und begann Leveneza zu putzen. Mit den Fingern zog ich lose Strohhalme aus dem Schweif und der Mähne. Ich kratzte die Hufe der Stute aus und ließ sie in der Stallgasse angebunden stehen um mich ihrer Boxennachbarin Ases Maskwamozi zuzuwenden. Nachdem ich ihr das Halfter angezogen hatte führte ich sie neben Leveneza in die Stallgasse und band sie an der Boxentür fest. Ich klopfte den Striegel, den ich gerade noch für Leveneza verwendet hatte, auf dem Boden aus damit ich Ases Maskwamozi putzen konnte. Mit dem Hufkratzer säuberte ich ihre Hufe und auch bei ihrem Langhaar benötigte ich keinen Kamm. Ich fuhr mit meinen Fingern durch die feinen Haare um so Knötchen zu lösen. Nun, da beide Fohlen geputzt vor mir standen räumte ich die Putzbox zusammen Ich öffnete die Knoten der Führstricke und ging dann mit beiden Fohlen hinaus in den Hof. Die Natur der Caenheide wirkte unheimlich beruhigend und ich freute mich auf den Spaziergang. Wir wählten einen schmalen Schotterpfad der zwischen zwei Feldern durch führte. Ases Maskwamozi und Leveneza liefen brav neben mir her und hin und wieder schaffte Levenza es ein Büschel Gras zu erhaschen. An einer Weggabelung gingen wir nach rechts und wir hatten eine gute Wahl getroffen, da wir dem Hof entgegen liefen. Ich brachte die beiden Fohlen zu ihren Freunden auf die Weide und ging in die Stallgasse wo ich damit begann die Boxen auszumisten. Ich fegte die Boxen leer und wusch die Tränken aus. Nachbdem ich die Schubkarre auf dem Misthaufen ausgeleert hatte lehnte ich sie gegen die Stallmauer und löste ein paar Lagen vom Strohballen ab um sie in den Boxen aufzuschütteln. Als die Boxen fertig eingestreut waren kehrte ich die Stallgasse sauber und bereitete das Futter für die Fohlen zu. Ich sah auf die Uhr. Der Tag verging wie im Flug und ich nahm mir vor, für heute Ruhe walten zu lassen. Zurück im Hotel ging ich sofort ins Bett.
      Tag 2
      Heute war ich etwas früher auf den Beinen und nutzte die Zeit um in einem kleinen Café zu halten. Ich wählte einen Coffee-to-Go, das war für die Fahrt das einfachste. Ich parkte den Wagen und trank den letzten Schluck aus meinem Kaffeebecher bevor ich ausstieg und mich an die Arbeit machte. Heute würde ich mich den Pferden widmen. Auf dem Weg in das Stallgebäude stellte ich fest das die Fohlen gestern noch in die Boxen gebracht wurden. Das war in Ordnung und mit den Besitzern der Caenheide besprochen. Ich wandte mich dem ersten Pferd im Stalltrakt zu, Ostid OC. Der schöne Hengst klopfte mit dem Huf gegen die Boxentür und wirkte unruhig. Ich sprach beruhigend auf ihn ein und öffnete die Boxentür um ihm das Halfter überzuziehen. Ich führte ihn hinaus in die Stallgasse und band ihn an. Ich ließ ihn für einen Moment allein und holte die Putzbox aus der Sattelkammer. Mit langen Zügen striegelte ich sein Fell um es von Staub und Schmutz zu befreien. Ich nahm den Mähnenkamm aus der Putzbox und legte Striegel und Bürste wieder hinein. Sorgfältig kämmte ich Mähne und Schweif des Fuchses und kratzte anschließend seine Hufe aus. Ich ging in die Sattelkammer und holte eine der Longen. Zurück bei Ostid hängte ich die Longe in das Halfter ein und löste den Strick. Ich führte den Fuchs auf den großen Sandplatz und führte ihn in den Zirkel. Im Schritt zog er seine Runden, ein Ohr stets auf mich gerichtet. Ich schnalzte mit der Zunge und Ostid fiel in einen lockeren Trab. Er arbeitete fleißig an der Longe und auch die Handwechsel bereiteten ihm keine Probleme so das ich ihn im Galopp noch ein paar Runden auspowern lies. Ich parierte den Hengst durch und holte ihn zu mir. Lobend klopfte ich seinen Hals und brachte ihn direkt auf die Weide wo er sich nun entspannen konnte. Zurück im Stall ging ich zur Box von S'Cada. Ich begrüßte die Stute ausgiebig und zog ihr das Halfter an. Den Strick hatte ich bereits eingehängt und konnte sie so direkt in die Stallgasse bringen wo ich sie vor Ihrer Box fest machte. Ich nahm einen Striegel und eine Bürste aus der Putbox und begann das Fell der Stute zu putzen. Sorgfältig bürstete ich ihr dunkles Fell und legte Striegel und Bürste zurück in die Putzbox um mir einen Mähnenkamm zu nehmen. Ich kämmte die kurze Mähne und fuhr mit meinen Fingern durch den Schweif, bevor ich diesen ebenfalls kämmte. Nachdem auch die Hufe ausgekratzt waren zog ich mein Telefon aus der Hosentasche um mir die Beschreibungen der Pferde anzusehen. Ich hatte vor mir S'Cada spazieren zu gehen und wollte ein zweites Pferd mitnehmen. Damit es nicht zu Streitigkeiten kam fiel meine Wahl auf Estrada Dourada. Die champagnerfarbene Stute stand gegenüber von S'Cada in ihrer Box. Ich begrüßte die Stute durch die Boxenstangen, nahm das Halfter vom Sattelhalter und ging hinein. Brav ließ sie sich das Halfter anziehen und folgte mir hinaus in die Stallgasse. Ich band sie etwas versetzt an und begann sie zu putzen. In langen Zügen striegelte ich ihr Fell und hatte mit einer Stelle ganz besonders zu kämpfen. Estrada Dourada hatte sich über Nacht in ihre Hinterlassenschaften gelegt, doch zum Glück waren die Stellen bereits getrocknet und konnten mit etwas Druck ausgebürstet werden. Ich kämmte ihre Mähne und ihren Schweif und kratzte sorgsam ihre Hufe aus. Nun, da beide Pferde geputzt vor mir standen räumte ich die Putzutensilien auf die Seite und löste die Stricke. Mit beiden Pferden verließ ich die Stallgasse und nahm mir vor den gleichen Weg zu gehen, wie bereits am Tag zuvor mit den Fohlen. Das Wetter war heute zugezogen und ich hoffte inständig das es nicht zu regnen beginnen würde. Doch das Wetter hielt sich und die Stuten nahmen aufmerksam ihre Umgebung auf. Bevor wir zum Hof zurück gingen hielt ich mit beiden Stuten auf einer Wiese und lies sie etwas grasen. Der Weg zurück zum Hof verlief unspektakulär und ich brachte die beiden auf eine Weide. Die Stricke legte ich ins Gras nahe des Tors. Ich ging zurück zum Stall und wandte mich Fix the Flame zu. Nachdem ich die schöne Stute begrüßt hatte zog ich ihr das Halfter an und führte sie aus ihrer Box in die Stallgasse. Ich band die Stute vor ihrer Box an und griff in die Putzbox um Striegel und Bürste in die Hände zu nehmen. In langen Zügen putzte ich das rotbraune Fell der Stute und wandte mich ihrem Langhaar zu. Sorgfältig kämmte ich die Mähne. Bevor ich den Schweif kämmte zog ich "gesammelte" Strohhalme heraus und löste Knötchen. Als ich auch die Hufe der Stute ausgekratzt hatte ging ich zur Box von Senda Oscura. Neugierig trat sie an die Boxentür als ich diese öffnete und sie begrüßte. Ich nahm das Halfter vom Sattelhalter und zog es der dunklen Rappstute an. Noch bevor ich sie aus der Box führen konnte schob sie sich bereits an mir vorbei. "Hier geblieben!" mahnte ich sie und band sie vor ihrer Box an. Sie wirkte aufgeregt und blieb kaum ruhig stehen. Ich beeilte mich damit sie zu putzen und hatte gerade mit den Hufen einiges zu tun. Entweder sie verlagerte ihr Gewicht so sehr auf das Bein, welches ich hielt, das es mir unmöglich war sie zu halten oder sie entzog mir den Huf. Als ich endlich den letzten Huf ausgekratzt hatte strich ich mit dem Handrücken über die Stirn. Hoffentlich würde sie beim Spaziergang ruhiger werden! Ich löste zuerst den Strick von Senda Oscura und dann von Fix the Flame. Mit den beiden Stuten verließ ich die Stallgasse und ging hinaus in den Hof. Da es hinter dem Hof ein kleines Waldstück gab entschied ich mich für diesen Weg in der Hoffnung, dass Senda Oscura entspannter werden würde. Wir folgten dem schmalen Schotterweg der in den Wald führte und als hätte Senda meine Gedanken gehört, entspannte sie sich zusehends. Im Wald war es kühl und leider trieben ein paar Mücken ihr Unwesen. Nach einer entspannenden Runde im Wald schlugen wir den Weg in Richtung der Caenheide ein. Auf dem Hof angekommen brachte ich die beiden auf die Weide zu den anderen Stuten. Ich ging zurück in den Stall und widmete mich Ghost Merchant. Der Porzellanschecke stand ruhig in seiner Box. Ich öffnete die Boxentür und begrüßte den schönen Wallach bevor ich ihm das Halfter über zog und ihn in die Stallgasse führte. Ich band den Hengst vor seiner Box an und begann damit ihn zu putzen. Ghost Merchant war ein sauberer Hengst der es auch in seiner Box vor zog seine Hinterlassenschaften in eine Ecke zu platzieren. Demnach hatte sein helles Fell auch keine unansehlichen Flecken. Nachdem ich auch die Hufe ausgekratzt hatte ging zur Box von Ostid wo ich die Longe über den Sattelhalter gehängt hatte. Ich hängte die Longe in das Halfter von Ghost und führte ihn hinaus auf den Reitplatz. Von allein ging er auf den Zirkel und ich ließ ihn ein paar Runden im Schritt warm werden. Er arbeitete fleißig mit und setzte die Kommandos, die man ihm gab, gewissenhaft um. Nach ein paar Hand- und Geschwindigkeitswechseln parierte ich den Hengst durch und holte ihn zu mir. Ich lobte ihn ausgiebig und schob ihm ein Leckerchen zu. Ich führte Gost Merchant vom Reitplatz zur Nordweide wo er sich nun entspannen konnte. Bevor ich zurück in den Stall ging machte ich eine kleine Pause und ging zu meinem Wagen um mir einen Schluck aus der Wasserflasche zu genehmigen. Der Blick auf mein Telefon war ernüchternd. Keine verpassten Anrufe, keine Nachrichten. Ich entschied mein Telefon im Wagen zu lassen, trank noch einen großen Schluck und ging wieder zu den Pferden in den Stall. Ich ging zur Box von Morgane und öffnete die Tür. "Na Morgane? Wie gehts Dir denn?" fragte ich die Stute und hielt ihr die Hand zur Begrüßung hin. Die wirkte wenig begeistert das ich in ihrer Box stand, deswegen wollte ich mich mit Vorsicht nähern. In kreisenden Bewegungen streichelte ich ihren Hals und zog ihr das Halfter über. Ich führte sie hinaus in die Stallgasse und band sie vor ihrer Box an. Ich machte mich daran Morgane zu putzen und kämmte sorgfältig ihr Langhaar. Ich war erstaunt das sie keinerlei Zicken machte als ich ihr die Hufe auskratzte und lobte sie dafür. "Komm wir bewegen dich ein bisschen." sagte ich und holte die Longe. Nachdem ich die Longe in das Halfter eingehängt hatte führte ich Morgane auf den Reitplatz. Sie hatte Lust zu laufen was sie sofort zeigte in dem sie sich von mir ab wand und fleißig voranschritt. Ich sortierte die Longe in meiner Hand und achtete darauf das Morgane sie mir nicht aus der Hand zog. Morgane lief sowohl auf der linken- als auch auf der rechten Hand klar und folgte, wenn auch etwas widerwillig, den Kommandos. Im Galopp zeigte Morgane ihren Charakter und zog das Tempo an. Ich parierte sie in den Schritt und lies sie ein paar Runden laufen bevor ich ihr das Kommando gab, galoppieren zu dürfen. "Viel besser!" lobte ich sie. Sie hatte sich ordentlich ausgepowert und sich den Weidegang verdient. Ich holte Morgane zu mir und klopfte ihr lobend den Hals. Ich brachte sie auf die Weide und ging zurück in den Stall. Ich brachte die Longe zurück in die Sattelkammer und wandte mich Corde de la cerise zu. Ich begrüßte die nervös wirkende Scheckstute und führte sie hinaus in die Stallgasse, nachdem ich ihr das Halfter aufgezogen hatte. Im Stall angebunden machte ich mich an das putzen der Stute. Mit langen Zügen striegelte ich ihr Fell um Schmutz zu entfernen und bürstete nochmals nach. Sorgfältig kratzte ich die Hufe aus und bürstete festgesetzten Schmutz ab. Als ich auch die Mähne und den Schweif gekämmt hatte gab ich der Stute ein Leckerchen. Während des putzens hatte sie mehrfach an meiner Hosentasche geschnuppert und ich dachte es wäre ok wenn sie eins bekäme. Ich blickte zur Stalltür und sah das es langsam zu dämmern begann. "Na komm, eine Runde schaffen wir noch oder?" fragte ich Corde de la cerise und ging zu ihrer Boxennachbarin Busted Cherry Cake die ich mitnehmen wollte. Man hatte mir mitgeteilt das Busted Cherry Cake sich gegenüber anderen Stuten zickig verhielt, doch ich hoffte das beste. Nachdem ich auch Busted Cherry Cake geputzt hatte kratzte ich noch die Hufe aus und war bereit. Ich löste den Knoten aus dem Strick von Busted Cherry Cake und führte die an Corde de la cerise vorbei. Mit beiden Pferden an den Händen verließ ich die Stallgasse und entschied mich für den Feldweg. Damit die beiden Stuten keinen Streit anfangan konnten führte ich sie weit voneinander entfernt was ungemein zu helfen schien. Busted Cherry Cake fand es viel interessanter hier und da ein Grasbüschel zu ergattern. Nach einer 20-minütigen Runde schlugen wir den Rückweg ein. Ich brachte Busted Cherry Cake auf eine einzelne Weide nahe der Stutenweide und stellte Corde de la cerise zu den Stuten. Nun wartete nur noch ein Pferd auf mich, der Hengst Cadeau. Ich begrüßte den Hengst in seiner Box und führte ihn in die Stallgasse. Auch wenn ich ziemlich kaputt war gab ich mir die größte Mühe beim putzen und kämmte sorgsam seine Mähne und seinen Schweif. Als auch die Hufe ausgekratzt waren ging ich nochmals in die Sattelkammer und holte die Longe. Ich nahm den Strick ab und hängte die Longe in das Halfter ein. Ich führe Cadeau auf den Reitplatz welcher langsam in rotes Licht getränkt wurde. Cadeau zeigte Fleiß und arbeitete gut mit. Zum Abschluß ließ ich ihn ein paar Runden ausgelassen galoppieren bevor ich das Training beendete und ihn zu seinen Freunden auf die Weide brachte. Bevor ich mich an die Stallarbeiten machte brachte ich die Longe und die Putzutensilien zurück in die Sattelkammer. Gewissenhaft mistete ich die Boxen in diesem Stallbereich aus und fegte die Boxen leer. Mithilfe eines Schwamms wusch ich die Pferdetränken aus und brachte die volle Schubkarre ein letztes Mal auf den Misthaufen. Ich streute die Boxen wieder ein und kehrte die Stallgasse durch damit alles sauber war. Da es bereits dunkel wurde bereitete ich das Futter für die Pferde zu. Die Hofbesitzer würden die Pferde später in den Stall bringen. Ich streckte mich erschöpft aus und ging zu meinem Wagen. Ich fuhr zum Hotel zurück und stieg unter die Dusche. Das hab ich jetzt so nötig dachte ich und genoss das heiße Wasser auf meiner Haut. Am nächsten Tag würde es zurück nach Nottingham gehen.
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      05. Oktober 2017 | 11205 Zeichen von sadasha
      Der Boden war vom Regen der letzten Tage so durchweicht, dass man aufpassen musste die Wiesen durch das Beweiden nicht gänzlich zu zerstören. Die Pferde störte das herzlich wenig. Sie waren auch glücklich, wenn sie die abgesteckten Bereiche nutzen konnten, die so oder so schon vom Schlamm durchzogen waren. Der Aufruhr der letzten Wochen hatte sich gelegt. Die Pferde kamen langsam aber sicher in ihrem neuen Alltag an und auch das Team wirkte Hand in Hand, als wären es schon immer knapp dreißig Pferde gewesen, die es zu versorgen galt. Doch bis vor Kurzem lebten auf diesem Hof lediglich das Ehepaar Ziegler mit zwei eigenen Stuten. Der Rest der Pferde waren Einsteller. Dass ihr Bestand an eigenen Pferden so rasch auf beinahe zwanzig Pferde wachsen würde, damit rechnete niemand. Doch die Auflösung des Phoenix Valley Gestüts in Kalifornien kam den Zieglers wie gerufen. Sie hatten den Entschluss ein Sportpferde Gestüt aufzubauen schon in ihrer Ausbildung gefasst. Sie hatten Jahre lang hart gearbeitet um sich nun diesen Traum gemeinsam erfüllen zu können. Unter der Voraussetzung, dass sie alle Pferde nehmen, bekamen sie von den Jenkins Brüdern sogar ein unschlagbares Angebot zugesichert. Als die Pferde endlich in Deutschland ankamen war die Überraschung groß. Entgegen ihrer Erwartungen, befanden sich alle Pferde in gutem Zustand. Die iberischen Pferde fanden schnell einen neuen Besitzer in England und die Morgan Horse durften bis auf Weiteres auf Caenheide bleiben. Franziska Ziegler hatte Spaß an ihnen und würde sie alsbald auf Shows vorstellen wollen. Dafür schienen die beiden Stuten wie gemacht und es würde dem Hof nur zu Gute kommen, da die Preisgelder solchers Shows sehr üppig ausfielen. An Ausrüstung mangelte es den Pferden des ehemaligen Phoenix Valley Gestüts nicht. Alle Teile waren sehr gepflegt und manche schienen sogar maßgefertigt zu sein. Immer wieder drängte sich dem Ehepaar die Frage auf, wieso die beiden Brüder ihren Hof aufgaben. Doch es erschien ihm unhöflich, diese Frage laut auszusprechen, also beließen sie es bei den Gedanken.
      Sobald die Pferde auf dem Hof waren wurde klar, dass die zwei nicht in der Lage waren so vielen Pferden ohne Unterstützung gerecht zu werden. Sie hatten zwar Sabine Faber, die ihnen bei der allgemeinen Pflege und Versorgung half, doch das reichte nicht. Sie brauchten Unterstützung beim Training der Pferde. Zwei Wochen ließen sie sich Zeit und sprachen auch mit Sabine immer wieder die verschiedenen Bewerbungen durch. Sie ließen Trainer vorbeikommen um sich die Arbeit gleich am Pferd anzusehen und schließlich fiel die Wahl auf Dominik Seiler fürs Springreiten und auf Anna Schwab fürs Dressurreiten. Die beiden könnten unterschiedlicher nicht sein, aber sie machten ihre jeweilige Arbeit gut. Außerdem wirkten sie sehr sympathisch, was ihnen durchaus Pluspunkte verschaffte.
      Heute ging der erste Monat zu Ende. Der erste Monat mit knapp zwanzig Pferden im eigenen Besitz und erst heute konnte das Ehepaar Ziegler sagen, dass sie sich wieder eingelebt hatten. Eingelebt in diese neue Situation. Mit dem Monat hörte auch endlich der Regen auf, der sie die letzten Wochen begleitet hatte. Endlich zeigte sich die Sonne und es wurde wieder etwas wärmer. Immerhin war Sommer! Und eigentlich war es zur Sommerzeit schön in Caenheide. Doch dieses Jahr, beschränkte sich die schöne Zeit des Sommers auf gerade mal eine handvoll Tage. Motivierter als üblich ging jeder auf dem Gestüt seiner Arbeit nach. Die Pferde waren gefüttert, die Boxen gemistet und Sabine war dabei die Wiesen zu überprüfen. Leon und Franziska saßen mit einem Block und Stiften mitten im Hof und planten das weitere Vorgehen. Man wusste schon, dass nicht alle Pferde auf dem Hof bleiben würden. Vor allem der Deckhengst Ghost Merchant war den beiden ein Dorn im Auge, wegen seines Overo-Gens. Es brachte zwar eine interessante Scheckung, aber auch den Tod mit sich. Letzteres allerdings nur, sollte es reinerbig auftreten. Zu riskant sei es, dass der Deckhengst für eine Stute genutzt würde, bei der das Gen im Phänotyp nicht erkennbar ist. Im schlimmsten Fall gibt es dann nicht nur einen Toten bei einer Totgeburt. Dass das Ehepaar ohne den Overo gar keinen Deckhengst hätte schien nicht von Wert zu sein. “Sicherheit geht vor.” und “Wir haben auch noch vielversprechende Jungpferde, die seinen Platz irgendwann einnehmen können.” waren die Totschlag-Argumente. Keiner kam gegen die Meinung der beiden an. Auf die Frage, was mit dem Hengst passieren sollte, wenn er schon nicht mehr für die Zucht genutzt würde, reagierten sie unsicher. Vielleicht sollte er gelegt werden, das wäre die sicherste Methode. Vielleicht hätte ein anderer Züchter Spaß an ihm. Doch wollen die beiden das verantworten? Nein. Eigentlich wollen sie das nicht. “Wir können das ein ander mal entscheiden.” hieß es immer, wenn es zu diesem Punkt kam. Auch Busted Cherry Cakes Zukunft stand noch nicht geschrieben. Die großrahmige Stute hatte zwar ihre Mutterqualitäten schon einmal unter Beweis gestellt, doch irgendetwas schien das Paar auch an ihr zu finden, das sie zögern ließ, sie fest in ihre Pläne einzugliedern.
      Die beiden Reitplätze des Hofes waren durch die Trainer belegt. Dominik beschäftigte Morgane und Anna Fix the Flame. Das Ehepaar beschloss sich deshalb in der Reithalle um May Bee und Yuno zu kümmern. Die beiden Fuchsstuten kamen von verhältnismäßig kleinen Höfen und waren die ersten Pferde von Franziska und Leon. “Komm schon, muss das jetzt sein?” genervt wippte Leon mit dem Fuß, als er sah, dass seine Frau gerade damit begann die Mähne ihrer Stute einzuflechten. Auf einem Mähnengummi kauend wandte sie sich kurz von ihrem Werk ab um ihm eine Antwort zu geben: “Ja. Und wenn du schon hier herumstehst: Mir sind da eben ein paar Mähnengummis runtergefallen. Hebst du die bitte auf?” Es grenzte wohl an ein Wunder, dass Leon das verstanden hatte. Vielleicht war er aber auch nur aufmerksam genug um die Blicke von Franziska zu verfolgen. Schwer seufzend hockte er sich auf den Boden um die Gummis einzusammeln und zurück in die Tüte zu packen. “Nein, nein! Ich brauche ein paar!” rief Franziska nun ohne eines der bunten Helferlein zwischen den Zähnen und lachte ihren Mann an. “Bevor die wieder alle runterfallen, gebe ich sie dir lieber einzeln an, Madame.” tadelte er ihr und gab im nächsten Moment das erste Mähnengummi an.
      Als Franziska fertig war, gingen die beiden mit ihren Fuchsstuten in die Reithalle und ritten einige Minuten warm. “Hast du von der Jagd gehört?” fragte Franziska ihren Mann um ein Gespräch zu beginnen. Leon schüttelte den Kopf. “Welche Jagd?” wollte er wissen und sie erzählte ihm davon. Schnell wurde ihm klar, dass sie sehr gerne zu dieser Jagd fahren würde, egal ob mit oder ohne ihn. Wissend lächelte er sie an. “Mit welchem Pferd wolltest du hin?” Das Feuer in ihren Augen loderte kurz noch etwas heller auf, als sie begriff, dass sie ihren Mann wiedermal unterschätzt hatte. “Mit Cadeau?” sagte sie unsicher und beobachtete die Mimik von Leon. Dieser lächelte unbeirrt weiter. “Gute Wahl. Aber du solltest trotzdem ein wenig mehr mit ihm machen, wenn du eine sicheren Ritt auf fremden Boden mit ihm haben möchtest.” Er legte die Stirn kurz in Falten und starrte gedankenverloren auf den gewölbten Pferdehals vor ihm. “Lass uns abreiten und dann mit Cadeau und Estrada Dourada ausreiten um zu sehen wie gut das klappt. Ihr kennt euch nicht so lange und von Estra weiß ich, dass sie sich draußen ruhig verhält.” Franziska nickte ein wenig übereifrig, was Leon lachen ließ.
      “Es hat sogar aufgehört zu regnen!” sagte Franziska, die noch immer vor Begeisterung sprudelte, als sie mit Cadeau unterm Sattel den Hof verließ. “Freu dich nicht zu früh.” entgegnete ihr Mann mit einem Fingerzeig auf die dunklen Wolken etwas weiter hinten am Himmel. “Da kommt noch etwas auf uns zu.” Cadeau und Franziska schlugen sich ganz gut. Nach gut einer Stunde Geländeritt waren alle vier komplett durchnässt. Leon hatte Recht behalten mit seiner dunklen Vorahnung. Wenige Minuten, nachdem sie den Hof verlassen hatten setzte der Regen ein. Zuerst sturzbachartig und später nieselig, aber weiterhin stetig. “Wie fühlst du dich auf ihm?” fragte Leon seine Frau, als er langsam aber sicher den Drang verspürte heim zu wollen. Franziska zügelte den dunklen Hengst und parierte ihn bis zum Schritt durch, bevor sie antwortete. “Er ist eine Geländeversicherung, sag ich dir.” verkündete sie fröhlich. “Das freut mich sehr mein Schatz.”
      Am vorigen Abend noch hatte sich Franziska für die Jagd gemeldet und fieberte von nun an darauf zu. “Das wird ein toller Abschluss der Geländesaison!” Auch das Team durfte an ihrer Euphorie teilhaben. Sabine tat gleich so, als würde sie ihre Chefin nicht hören und striegelte stumm Ostid OCs rotes Fell. Leon stand einen Gang weiter und kratzte die Hufe von Corde de la cerise aus. “Beschäftigte lieber deine Pferde…” murmelte er undeutlich als Franziska an ihm vorbeilief. Sie schnaubte verächtlich, schnappte sich aber Senda Oscuras Halfter und machte sich von Dannen. “Dominik ist mit S’Cada in der Halle.” meldete Sabine sich zu Wort. Leon zeigte mit einem Nicken, dass er verstanden hatte. “Dann geh du mit Ostid auf den Platz, ich sag Franziska bescheid.” Bis zum Mittag waren alle mit den ausgewachsenen Pferden beschäftigt.
      Nachmittags ging es dann an die Arbeit mit den Fohlen. Das Team machte sich einen Spaß daraus zu sehen wer mit seinem Fohlen am Weitesten kam, natürlich immer auf das Wohlbefinden der Vierbeiner bedacht. Die zweifach prämierte Leveneza schlug sich dabei besonders gut. Aber auch Ases Maskwamozi war äußerst wesensfest. “Die macht trotzdem nur Unfug…” meckerte Sabine, als Ases mal wieder in eine komplett andere Richtung wollte als sie. Dominik hatte sich den jüngsten im Bunde geschnappt. Focus war das letzte Fohlen vom 2017er Jahrgang. Übrig blieben dann noch Stracciatella, Phoebe und Skittles. Die drei waren etwas auf dem gleichen Ausbildungsstand und wurden heute besonders gefördert, da sie zuletzt beim Hufschmied ein wenig Probleme gemacht hatten.
      “Babe?” Leon sah seine Frau ernst an, als das letzte Fohlen wieder im Stall stand. Verwundert sah sie ihn an. “Ich… möchte Corde de la cerise decken lassen. Dieses Jahr schon.” - “Sicher? Wie kommst du darauf?” Er zog den Kopf zwischen die Schultern. “Sie gefällt mir und ich habe mich auch schon nach einem Hengst umgesehen… ich hätte sogar Namen für das Fohlen…” Franziska fiel die Kinnlade runter. “Du hast es jetzt aber eilig, wir reden da gleich drüber ja?”
      Am Abend zeigte Leon seiner Frau alles, was er sich zurecht gelegt hatte. “Deo Volente also? Du möchtest die Bryère Linie weiterführen?” prüfend sah Franziska ihren Liebsten an. “Gut erkannt. Ich denke das wäre eine sehr hochwertige Anpaarung.” - “Und Namen hast du auch schon? Lass mal hören.” - “Der einzige, der dir gefallen würde wäre Devotion.” Er zählte noch ein paar andere seiner Gedanken auf, die Franziska jedoch so abwegig fand, dass sie irgendwann lauthals zu lachen begann. “Das arme Pferd!” - “Ich hab dich gewarnt!”
      Die beiden bewarfen sich noch eine Weile mit unmöglichen Pferdenamen und ließen den Tag schließlich bei einem Glas Rotwein ausklingen.
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      12. Dezember 2017 | 9061 Zeichen von sadasha
      Das Gestüt Caenheide liegt auf dem Flachland, wo in der Regel nur sehr wenig bis kein Schnee liegen bleibt, egal wie kalt der Winter wird. Dieses Jahr jedoch war ein „Einmal im Jahrzehnt“-Winter. Seit nun fast einer Woche schneit es jeden Tag und der Boden konnte das kühle Nass schon nach ein paar Stunden nicht mehr aufsaugen. Die ganze Gegend wurde in Weiß getunkt. Eine eisige Brise wehte Franziska um die Nase, als sie dick eingepackt in den Stall ging um Sabine bei der Versorgung der Pferde zu helfen. Die beiden Frauen freuten sich über den Schnee, wenngleich er den Verkehr auf den Straßen deutlich erschwerte. Die Pferde wurden nur noch in kleinen Gruppen auf die Weiden gelassen um die Verletzungsgefahr zu verringern. Die besonders wertvollen Zuchtpferde wurden sogar nur zum Training rausgebracht.
      In Gedanken versunken füllte Franziska einen Futtertrog nach dem anderen und brachte dabei beinahe die Futterpläne durcheinander. „Woran denkst du?“ wollte ihre Freundin wissen. Verträumt lächelnd wandte sich Franziska zu ihr um zu antworten. „Heute kommen neue Pferde an und wir haben endlich Namen für das Fohlen aus Morgane. Ich hoffe auf eine Schimmelstute, dann würde es meins werden. Leon hätte gerne einen Hengst, den er dann General taufen kann.“ Die junge Frau schnaubte verächtlich und zeigte eine herablassende Handbewegung. Sabine wusste, dass sie dazu nichts sagen sollte und lächelte nur vielsagend. In die kleinen Reibereien der Zieglers sollte man sich als Angestellter nicht einmischen. Man konnte nie wissen ob es Ernst oder Spiel war. In der Regel klärte sich diese Frage mit der Zeit von selbst. „Ich hoffe nur, dass es ein braves Fohlen wird.“ sagte die ältere Frau schließlich in ihrer sanften Art.
      Nach der Fütterung war der gesamte Stall erfüllt von den Kaugeräuschen der Pferde. Hier und da schnaubte eines oder schlug mit dem Schweif gegen die Boxenwand. Irgendein Fohlen rief weit hinten im Stall nach seiner Mutter, was ein paar der Stuten dazu veranlasste ihr Frühstück zu unterbrechen und in Richtung des Rufes zu lauschen. Alles wirkte sehr idyllisch und warm, während Franziska draußen an die klirrende Kälte erinnert wurde. In einer Stunde sollte Deo Volente zusammen mit St Pauli eintreffen. Die beiden Rapphengste sind eine gute Ergänzung für die Trakehnerzucht. Beide waren begabte Springpferde und konnten schon die ein oder andere gute Nachzucht vorweisen. Einen jungen Hengst hatte Franziska erst vor Kurzem gekauft. Sie wusste zwar, dass sie keinen Bedarf mehr an weiteren Hengsten hatten, aber Sacred Assault hatte ihr unglaublich gut gefallen. Der Fünfjährige sollte zunächst schonend eingeritten werden. Das knirschen des Schnees verriet Franziska, dass Sabine nun bei ihr stand. Ohne sich umzudrehen fragte sie: „Sind die Boxen für die Neuankömmlinge fertig?“ – „Ja. Die vier können kommen.“ gab sie im Vorbeigehen zurück. „Kaffee?“ rief sie ihrer Chefin zu ohne sich noch einmal umzudrehen. Franziska sog die klare, kühle Luft tief ein und ging im Ausatmen los. Neue Pferde waren immer mit viel Aufregung verbunden und heute kamen gleich vier an. Als sie in die Küche kam stand ihr Mann bereits vor der Kaffeemaschine. Gespielt tadelnd sah sie ihn an. Er grüßte die beiden Frauen fröhlich und schenkte dann auch ihnen je eine Tasse Kaffee ein, ehe er sich setzte. „Was machen wir nur?“ fragte Franziska verzweifelt. „Können wir die Pferde nicht nach und nach zu uns holen, wie das normale Menschen machen?“ Sie lachte leise und auch auf Leons Lippen zeichnete sich ein verwegenes Lächeln ab. „Seit wann sind wir schon normal, Liebes? Wir packen das schon! Vier sind Nichts im Vergleich zur Übernahme der Phoenix Valley Pferde. Das machen wir mit Links.“ – „Besser nicht mit Links.“ korrigierte Franziska ihn sofort. Im Laufe des Morgens gesellten sich auch Dominik Seiler und Anna Schwab dazu, was die Runde komplett machte. Die beiden Trainer unterhielten sich angeregt, als sie das Haus wieder verließen um an die Arbeit zu gehen. Sie hatten im Moment viel damit zu tun, die beiden Stuten Leveneza und Ases Maskwamozi einzureiten. Seit Kurzem war Sacred Assault noch mit von der Partie. Doch sie wirkten keinesfalls überfordert. Das Ehepaar Ziegler hatte ein zuverlässiges, gut funktionierendes Team aufgebaut. Das Training der Turnier- und Zuchtpferde wurde gerecht, je nach verfügbarer Zeit unter allen Mitarbeitern aufgeteilt.
      Nun war der Tagesablauf heute etwas anders. Die Trainer machten sich zwar über ihre Berittpferde her, Franziska, Leon und Sabine jedoch warteten ungeduldig auf die Ankunft der beiden neuen Hengste. Mit gut 30 Minuten Verspätung fuhr dann endlich der Trailer auf den Hof. „Das müssen sie sein!“ sagte Franziska aufgeregt und sprang auf um rauszurennen und auf dem glatten Boden auszurutschen. „Vorsicht!“ rief ihr Mann und fing sie etwas unbeholfen auf, bevor sie sich verletzen konnte. Beschämt lächelte sie ihn an und ging dann deutlich bedachter auf den Trailer zu, der mittlerweile zum Stehen gekommen war. Eine Frau um die 40 trat aus der Fahrertüre und begrüßte die Drei höflich. „Zweimal Lackschwarz?“ scherzte sie. Leon und Franziska nickten aufgeregt und rieben sich frierend die Hände, während Sabine und der Gast die Trailertüre weit aufschoben. Zwischen den Hengsten hatte man eine Box frei gelassen. Eigentlich konnte man mit diesem Fahrzeug insgesamt vier Pferde transportieren. „In den leeren Boxen waren zwei Wallache, die ich vor diesen beiden in ihre neuen zu Hause gebracht habe. Sie waren also nur auf dem letzten Stück so isoliert.“ erklärte sie. Wieder nickte das Ehepaar angespannt, voller Vorfreude. Die beiden Hengste sahen schläfrig aus und machten keine Anstalten von selbst aus dem Trailer zu steigen. Franziska konnte es ihnen nicht verübeln. Im Trailer herrschte eine schnuckelige Wärme und der Geruch von frischem Stroh und Heu lag in der Luft. Sabine löste den Strick von Deo Volente und schob seine Tür beherzt auf. Das schabende Geräusch der Schiene weckte die Gemüter der Rappen und Bewegung kam in die Szene. Sabine führte den älteren Hengst ruhig zur Reithalle, wo er sich erst einmal lösen konnte, nachdem sie ihm die Transportgamaschen abgenommen hatte. Danach ging es zum ersten Mal in seine neue Box. St Pauli bekam anschließend die gleiche Behandlung. Nachdem beide Hengste dampfend und ihre erste Futterration kauend in ihren neuen Boxen standen kehrte Sabine zurück auf den Innenhof. Die Dame mit dem Trailer war schon längst wieder abgefahren und Franziska und Leon warteten auf sie um die Ankunft der nächsten Pferde zu besprechen.
      Die beiden Stuten Shorty und Aphedril könnten unterschiedlicher kaum sein. Bei Shorty stand außerdem noch nicht fest, ob sie auf dem Gestüt bleiben würde. Overo Schecken wollte das Ehepaar eigentlich nicht in ihrer Zucht haben, Ghost Merchant wurde deshalb schon in seine wohl verdiente Rente geschickt. Shorty jedoch war noch jung. Einzig ihre Abstammung und ihr Potential waren interessant. Die Zeit würde zeigen, wie sich ihre Zukunft geben wird. Aphedril, das stand fest, würde ihren Lebensabend auf diesem Gestüt verbringen. Leon hatte sich gleich in diese Stute verliebt und er würde sie selbst einreiten, nachdem sie sich eingewöhnt hatte. Vom Gebäude her war die Tigerscheckstute ein klasse Allrounder und würde ihn in der Vielseitigkeit sehr glücklich machen, wenn sie sich wie erhofft entwickelte.
      Am Nachmittag spitzte sich die Wetterlage wie bisher jeden Tag dieser Woche erneut zu. Der Wind nahm zu und auch der Schneefall wurde heftiger. Dicke Flocken fielen dicht an dicht auf den eh schon weißen Boden. Schneeverwehungen verblendeten die Übergänge von Straßen und Wegen und an eine Weiterarbeit Draußen war nicht zu denken. In der Halle tummelten sich Dominik, Anna und Leon mit ihren Schützlingen. Franziska und Sabine beschäftigten sich derweil mit den Fohlen und bereiteten im Anschluss das Essen für die Mannschaft vor. Abends hatte das bunte Treiben in Halle und Stall endlich ein Ende. Es wurden heute nicht alle Pferde bewegt, das war aber bei einem Team dieser Größe und Pferden dieser Menge nicht ungewöhnlich. Zufrieden aßen die Fünf und berichteten von ihren Fortschritten.Dominik und Anna blieben dabei immer wieder bei ihren Berittpferden hängen, wobei Leon sich darauf versteifte wie toll Corde de la cerise doch heute mitgearbeitet habe. Franziska und Sabine tauschten immer wieder argwöhnische Blicke aus und lachten an den denkbar unmöglichsten Stellen, weil sie die Euphorie ihres Teams als sehr überheblich empfanden. Es herrschte Hochstimmung, während draußen das Chaos wütete. Sie ahnten noch nicht, dass der viele Schnee auch für sie noch Tücken bereit hielt. Er nagte jetzt schon an den Barrikaden und es fehlte nur noch ein Müh um die ersten Steine zum fallen zu bringen.
      Aber für heute schien die Welt noch perfekt zu sein. Die vorweihnachtliche Stimmung, die neuen Pferde, die Erfolge im Training. Das alles ließ nur Gutes verheißen. Nicht im Traum dachten die Fünf daran, dass irgendetwas in den nächsten Tagen ihre Stimmung kippen könnte. Niemals.
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      16. Februar 2018 | 6274 Zeichen von sadasha
      Sie musste sich ja unbedingt Reitponys holen. Jetzt hat sie den Salat. Wenig begeistert sah Leon seiner Frau dabei zu wie sie versuchte die Reitponyhengste Thornheart und PFS’ Heart of Ocean davon abzuhalten sich gegenseitig zu Tode zu beißen. Er wartete darauf gerufen zu werden und just in diesem Moment: “Leon! Komm mal bitte!” Schmunzelnd lief er rüber und legte sich gespielt nachdenklich eine Hand ans Kinn. “Jetzt lass das, das ist nicht witzig!” Franziska war verzweifelt darum bemüht wenigstens einen der Hengste vom Boxenfenster weg zu halten. Leon lachte gehässig. “Du hast recht. Aber... “ Er kam nicht dazu seinen Satz zu Ende zu sprechen, da Franziska ihn beherzt weg schubste. “Hallooo? Jemand zu Hause?” rief sie nun ebenfalls lachend. “Wir müssen die Hengste umordnen. So geht’s nicht.” Leon zog entgeistert die Brauen hoch. “Ach WIRKLICH?” meinte er sarkastisch und nahm sich nun den anderen der beiden Hengste vor. “Welchen möchtest du woanders haben?” Franziska überlegte kurz und beschloss dann Thornheart wegzubringen, da immerhin er der Neuzugang war. Ocean hatte das Hausrecht. Gemeinsam sortierten sie das Geplänkel und brachten den jüngeren der beiden Hengste erstmal in Einzelhaft auf eine Weide. Mittlerweile hatte sich Sabine auf dem Hof eingefunden und war sichtlich verwirrt von der leeren Box neben Ocean. “Lass dir das von Franzi erklären. Ich nehm mir jetzt St Pauli raus, der ist weniger auf Drama aus, wenn du verstehst was ich meine.” scherzte Leon und tat wie geheißen.
      Währenddessen hatte Franziska Phoebe und Leveneza von der Weide geholt. Die beiden Jungstuten benötigten nur noch etwas Feinschliff um vom Fohlen-und Jungpferde-ABC zu den Vorbereitungen des Beritts überzugehen. Die junge Deutsche übte deshalb fleißig die Geländesicherheit. Die beiden Stuten machten sich wunderbar und zeigten sich unbeeindruckt von den meisten Gegebenheiten solange sie gemeinsam ausgeführt wurden. Sabine mistete unterdessen die Boxen, während Dome und Anna Ases Maskwamozi und Aphedril im Training hatten. Die beiden Tigerschecken waren noch nicht beritten und machten noch ein paar Probleme in der Vorbereitung. Doch die Trainer übten sich in Geduld mit den beiden Knalltüten.
      Als Leon von seinem Ausritt mit Pauli heimkehrte beobachtete er die beiden auf dem Reitplatz. “Sieht chaotisch aus. Wo ist denn das Problem?” wollte er wissen, bekam jedoch nur ein. “Geh wieder arbeiten, Klugscheißer!” von der genervten Anna zugeschrien. Dafür würde sie sich später reuemütig entschuldigen. Immerhin war Leon ihr Chef, aber in Stresssituation reagierte die junge Frau gerne mal etwas voreilig. Leon hob entschuldigend die Hände und ging in den Stall um nun Scared Assault, St Paulis Sohn fertig zu machen. “Ey, das ist meiner.” beschwerte sich Franziska, als sie ihn dabei erwischte. Prüfend blickte er sich um. “Dann nimm du eben Vakany. Die ist meine, aber ich weiß wie gern du sie reitest.” Er warf ihr einen Kuss zu und widmete sich dann wieder dem Rappen neben ihm. Franziska murmelte irgendwas vor sich her, während sie zu Vakany schlenderte und sie schließlich aus der Box holte. “Wieso weißt du das?” fragte Franziska schließlich, kurz bevor Leon mit Sacred Assault die Gasse verließ. “Weil du meine Frau bist und ich Alles über dich weiß.” Wie er das so sagte klang es gruselig. Franziska erschauderte und lachte dann. “Ja ja klar…” meinte sie und wank ab. Leon lachte gespielt irre und machte sich auf den Weg zur Reithalle.
      “Franzi?” Sabine war mit dem Misten fertig und stand nun an der Bande der Reithalle um Franziska und Vakany beim Training zu beobachten. Leon und Sacred Assault beschlagnahmten den hinteren Teil der Halle. “Sagmal, was ist denn bei den Ponyhengsten los?” Im Trab kam Franziska zur Bande. “Gut, dass du das erwähnst. Du bist ja jetzt fertig oder?” Sabine nickte. “Wir müssen Thornheart von den anderen Hengsten trennen, der ist streitlustig. Hast du vielleicht Lust dir da etwas zu überlegen? Du hast da so viel Erfahrung mit.” Dem bittenden Blick ihrer Chefin konnte Sabine nicht widerstehen. Sanft lächelte sie. “Mache ich. Soll ich mich danach um die restlichen Fohlen kümmern?” fragte sie. Franziska überlegte kurz. “Stracciatella und Skittles mache ich nachher noch. aber du könntest Focus noch übernehmen.” - “So machen wirs.” Gleich machte sie kehrt und ging an die Arbeit. “Ich freue mich schon auf General und Devotion.” fügte Leon hinzu, dessen Gedanken zu den Fohlen abgeschweift waren, die noch gar nicht auf dieser Welt weilten. “Lebst du jemals im Hier und Jetzt, mein Schatz?” fragte Franziska liebevoll lächelnd. “Tue ich! Pensive Cuddlepot und Louvré zum Beispiel mache ich nachdem ich mit ihm hier fertig bin. Die hast du in deiner Planung nämlich vergessen. Siebhirn.” Er zwinkerte um ihr zu zeigen, dass er das nicht bissig meinte und Franziska lachte. “Die beiden sind Neu, was erwartest du von mir! Nenn mich nicht so! Das bekommst du später zurück!” drohte sie immer noch lachend und galoppierte Vakany an. Leon brummte schmunzelnd und verkniff sich seinen Kommentar zu dieser Drohung.
      Gegen Nachmittag stand der Weidewechsel an. Senda Oscura, Estrada Dourada, Paminta, May Bee, Yuno, Morgane, Corde de la cerise, S’Cada, Fix the Flame, Princess Sansa, Arcany, Eismärchen und Busted Cherry Cake wurden reingeholt und die Hengste Ghost Merchant, Cadeau, Ostid OC, Deo Volente, Pauli und sein Sohn, Red Diamond, Emrys und die Streithähne wurden auf die kleinen Weiden aufgeteilt. Der Tage neigte sich schon bald dem Ende zu. Sabine war schon am Nachmittag in den Feierabend gegangen und Anna und Dominik blieben bis zum Abendessen. Erst als alle Mitarbeiter den Hof verlassen hatten schlossen Leon und Franziska sämtliche Türen und Tore ab. Schließlich sah Franziska ihren Mann tadelnd an. “So, jetzt bist du fällig!” Verwirrt stand Leon da, bis ihm die Geschichte von heute Mittag wieder einfiel. “Du hast es also nicht vergessen?” Sie schüttelte mit dem Kopf. “Ich habe die Zeit genutzt um meine Rache zu planen.” Hämisch grinsend kam sie näher. Leon hatte keine Chance ihr zu entfliehen. Im Endeffekt hatte auch er Spaß an diesem Spiel. Sie ließen den Tag nun ausklingen und die Arbeit und die damit verbundenen Sorgen fielen wie eine schwere Last von ihnen ab, ehe sie sich schlafen legten.
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      30. März 2018 | 8119 Zeichen von sadasha
      Ein Haflinger

      Endlich schien die Sonne und das sogar schon am Morgen. Trotzdem war es noch bitterkalt, sobald man das Haus verließ. Es half nichts. In dicker Jacke und mit Handschuhen machten sich Leon und Franziska an die Stallarbeit. Die Pferde schlugen aufgeregt gegen die Boxen und warteten auf ihr Futter. Nach der Fütterung wurden sie nacheinander auf die Weiden gebracht, sodass gemistet werden konnte. Als Sabine heute eintraf, war das Ehepaar bereits fertig. “Was machst du hier? Du bist krankgeschrieben.” wollte Franziska von ihrer Freundin wissen. Diese zog die Schultern hoch. “Mir fällt zu Hause die Decke auf den Kopf. Durch das Antibiotikum geht es mir gut. Gib mir eine leichte Aufgabe, bitte. Alles ist besser als nutzlos zu Hause rumzuhocken.” Leon warf Sabine einen missbilligenden Blick zu, ließ aber seine Frau die Angelegenheit klären. “Du steckst uns noch Alle an, Sabine.” erklärte sie und sah Hilfe suchend zu Leon, der bereits das Weite suchte. Sabine schüttelte den Kopf. “Ich nehm seit drei Tagen Medikamente, ich bin sicher nicht mehr ansteckend!” beteuerte sie und brachte Franziska endlich dazu einzulenken. “Wehe dir wenn nicht.” drohte sie lächelnd. “Du könntest das Zubehör pflegen. Die Saison beginnt gerade wieder und wenn nicht jetzt, wann wäre dann der perfekte Zeitpunkt?” Franziskas Blick wanderte an Sabine herab. “Aber zieh dir bitte Handschuhe über.” Sabines freudige Antwort wurde in einem Hustenanfall erstickt, doch sie machte sich gleich darauf auf den Weg in die Sattelkammer.
      Dominik und Anna waren mittlerweile auch eingetroffen und kümmerten sich um die beiden Berittpferde Ases Maskwamozi und Aphedril. Leon hatte sich heute ganz den Fohlen verschrieben. Er ratterte seine kleinen Fohlen-ABC Einheiten mit Focus durch. Der kleine Wirbelwind gab mittlerweile bereitwillig jeden seiner Hufe, ließ sich ins Maul schauen und ordentlich hin und her führen. Im Gelände war er aber noch etwas unsicher. Mit der Zeit würde sich auch das legen. Schließlich war Focus erst ein paar Monate alt. Franziska zog mit ihrem Mann gleich indem sie Stracciatella, eine junge Appaloosastute abfragte. Sie war ein paar Monate älter als Focus, was ihr aber leider nicht mehr Sicherheit verschaffte. Zwar möchte sie ihrem Menschen gefallen und tut Alles für eine ausgiebige Schmuseeinheit, doch bei neuen Aufgaben wurde sie nervös. Franziska übte deshalb vor Allem das Spazierengehen. Dazu gehörten auch ein paar das Vertrauen stärkende Übungen auf dem Platz. Neben der Arbeit schweiften Franziskas Gedanken immer wieder zu Sabine, die in der Sattelkammer hockte und mit Wasser, Seife und Fett das Zubehör mehr als gründlich reinigte. Auch die zwei kaputten Halfter nahm sie sich zur Hand und vernähte sie neu. Sie sahen danach zwar nicht mehr so toll aus, waren aber wenigstens wieder einsatzbereit. Immer wieder hörte man Sabine husten oder niesen. Gut klang das nicht und Franziska machte sich Sorgen. Auch an Leon zog das nicht spurlos vorbei, doch er sorgte sich mehr um die Konzentration seiner Ehefrau. “Jetzt hör auf dich verrückt zu machen, Schatz. Sabine ist 16 Jahre älter als du. Meinst du wirklich dass sie nicht weiß was sie sich zumuten kann und was nicht?” Er sah sie innig an. “Komm, bring Stracciatella weg, die weiß gar nicht mehr wohin mit sich. Und dann gehen wir mit Phoebe und Skittles eine Runde über die Felder.” Franziska hatte noch immer diesen besorgten Gesichtsausdruck, doch sie willigte ein. Sie schloss das Training mit der wirklich desorientiert wirkenden Stracciatella mit einer einfachen Übung ab und schnappte sich dann das übrig gebliebene Stutfohlen. Nach dem Spaziergang besuchte Franziska Sabine in der Sattelkammer, die gerade dabei war das Leder einer auseinander gebauten Trense zu fetten. “Lust auf eine Pause?” fragte sie sanft und legte ihr eine Hand auf die Schulter. “Ich mach uns beiden einen frischen Kamillentee. Kein Tütenzeug, frisch!” schlug sie zustimmend nickend vor. Sabine lachte. “Dann hilf mir noch schnell mit der Trense, ich lasse keine angefangene Arbeit zurück.” gab sie forsch zurück.
      Beim Tee bekam Sabine einen Anruf. Sie begann über beide Ohren zu strahlen, als sie auflegte. “Heute ist ein großartiger Tag!” platzte es aus ihr heraus. Verwirrt runzelte Franziska die Stirn. “Weil?” - “Weil ich gerade eine Ankaufbestätigung bekommen habe. Ich bekomme ein Pferd.” Nun wurden auch Franziskas Augen groß, sie lehnte sich nach vorne und sah auf das Handy ihrer Mitarbeiterin. “Wirklich? Was für eines? Wie kommt es dazu? Hast du ein Foto?” Verzweifelt tippte und wischte Sabine auf ihrem Handy herum und ein paar Momente später knallte sie selbiges mit dem Display nach unten auf den Tisch. “Keine Ahnung wie das geht. Ich finds nicht mehr. Vielleicht hab ich es auch gelöscht.” Frustriert und verärgert sah sie zu Franziska, die aufmunternd lächelte. Sabine seufzte. “Er ist ein Haflingerhengst und heißt Golden Samurai. Er ist sogar gekört! Ich würde dir so gerne das Bild von ihm zeigen, aber ich glaube ich hab es wirklich gelöscht.” erzählte sie und lächelte nun wieder. Franziska nickte wissend. “Ist doch nicht so schlimm. Wann kommt er denn an? Können Leon und ich irgendwas vorbereiten? Wie verträglich ist er?” Die beiden Frauen saßen noch gut eine Stunde am Tisch und besprachen wie sie den Hengst in den Hofalltag eingliedern wollen. Erst als Leon völlig durchnässt ins Haus kam wurde ihnen bewusst wie viel Zeit verstrichen war. “Pensive Cuddlepot und Louvré sind jetzt auch beschäftigt. Die tragenden Stuten hab ich wieder reingeholt und Dominik und Anna arbeiten noch mit den letzten Trainingspferden. Und was habt ihr so produktives geschafft? In der Sattelkammer stehen noch ein paar Sachen?” Franziska wank ab. “Du übertreibst maßlos. Wir haben nur etwas besprochen. Jetzt geh duschen und hau dich danach vor den Fernseher. Wir kochen was. Sabine bleibt heute zum Essen, dann berichten wir dir was es Neues gibt.” meinte Franziska und tat wie geheißen.
      Auf dem Hof herrschte hektisches Treiben am Tag der Ankunft von Sabines Haflingerhengst. Die Box war hergerichtet, Jungpferde und tragende Stuten auf die Weiden gebracht und andere Hengste in neue Boxen umsortiert. Alles so, dass Golden Samurai erstmal möglichst wenig Kontakt zu den eingesessenen Pferden hatte. Zwar wurde von Allen Seiten immer wieder versichert, dass der Hengst ein freundlicher und menschenbezogener Kandidat war, doch das Ehepaar Ziegler wollte auf Nummer sicher gehen. Gerade Morgane und Corde de la Cerise, die beiden noch tragenden Stuten durften sich jetzt nicht mehr großartig aufregen oder gar verletzen. Jeden Moment könnte es bei den beiden soweit sein. Devotion und General, so sollten die zwei Fohlen heißen, wurden bereits erwartet. Gegen Mittag fuhr dann endlich der obligatorische Pferdehänger auf den Hof. Franziska und Leon hatten ihre Sabine noch nie aufgeregter erlebt. Sie hatte sich von ihrer Erkältung gerade erst erholt und wirkte gerade wieder, als sei sie kurz vor dem Kollabieren. Im Umgang mit dem Neuzugang jedoch war sie sanft wie eh und je. Golden Samurai sah sich mit aufgeblähten Nüstern und gespitzten Ohren um, sowie er von der Rampe getreten war. Er war nervös, hatte aber ein selbstbewusstes Auftreten dabei. Beim Flehmen sog der die verschiedensten Düfte seiner neuen Heimat auf und wirkte im Anschluss noch aufgedrehter. “Ruhig, Hübscher!” sagte Sabine sanft und strich dem Hengst über die Nase, sodass er den Kopf wieder ein wenig sank. “Ich führe ihn ein bisschen herum. Wir haben ja bereits Alles geklärt.” sagte sie bestimmt und wandte sich ab. Franziska und Leon unterhielten sich mit dem Händler noch ein wenig, ehe er den Hof verließ und die zwei wieder an die Arbeit gingen. Erst am späten Nachmittag fragten sie bei Sabine nach ob alles in Ordnung sei.Sabine nickte glücklich, man sah ihr jedoch an dass der Tag für sie auslaugend war. Golden Samurai war offenbar kein einfaches Pferd, doch auch er würde sich einleben und Sabine würde die Herausforderung noch lieben lernen. Sie war nur etwas aus der Übung. Franziska hatte noch ein paar aufmunternde Worte für sie, ehe sie sich verabschiedeten.
    • adoptedfox
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      02. August 2016 | von Sosox3
      Hufschmiedbericht für Ases Maskwamozi & Leveneza

      Der Weg zum heutigen Kunden führte mich heute zu Kenneth Jenkins, einem sich im mittleren Alter befindenden Züchter und seinen beiden Zuchtfohlen Ases Maskwamozi und Leveneza. Beides waren Pferde aus interessanter Linie und toller Jacke. Der Züchter wusste was er verpaarte und was er wollte.
      Auf dem Hof angekommen, staunte ich erstmal. „Mach den Mund wieder zu, es zieht.“ „Och Smetti, jetzt halt den Mund. Es ist nicht intelligent seine Ausbilderin so zu behandeln, Schätzchen“, grummelte ich und bekam einen komischen Blick zugeworfen.
      Wir betraten zu dritt den Stall und Kenneth brachte uns zuerst die kleine Ases Maskwamozi. Ein Absetzer in Leopardenjacke. Der Vater hätte genauso gut auch mein Magic Attack sein, aber der war ja nicht gekört, was echt schade war. Aber ich war mit ihm ja auf einem guten Weg ihn auf die Körung und Turniere vorzubereiten.
      Die Junge Stute war bei der Kontrolle noch sehr unkonzentriert, machte sich aber blendend. Sie war noch sehr jung, arbeitete aber gut mit. Ihre Hufe waren in einem guten Zustand, nur minimal zu lang. Hier und da ließ sie sich etwas ablenken. Beim Kürzen gab ich ihr oft eine Pause, damit sie sich ein wenig ausbalancieren konnte. „Das machst du ganz brav“, lobte ich sie und kraulte ihren gefleckten Hals. Nach einer Weile war ich fertig und die kleine Stute bekam ein kleines Stück Möhre.
      Das nächste Fohlen war die jüngere Stute Leveneza, eine Rappscheckstute von bedeutsamen Eltern und wenig weißen Stellen. Am auffälligsten waren ihre weißen Beine. Elegant stapfte sie auch uns zu, zeigte sich dann aber ziemlich schüchtern uns gegenüber. Die ganze Zeit über war sie ziemlich desinteressiert und wäre am liebsten zu ihrem Besitzer gegangen, aber ihre Hufen wurden nun mal gerade von Smetti gearbeitet, der seine Arbeit auch sehr gut verrichtete. Ich hatte immer ein Auge auf ihm. Endlich war er fertig und wir stellten eine Rechnung aus. Ich war von mir zwar etwas enttäuscht, dass es so lange gedauert gatte, aber immerhin hatte ich den Auftrag noch erledigt.
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      28. April 2018 | 8564 Zeichen von sadasha
      "Ich liebe ihn, Leon!" schwärmte Franziska, während sie den bunten Hengst unter ihr kraulte, der wohlig schnaubte. Eine halbe Stunde waren die beiden auf dem Reitplatz bei schwülwarmen Wetter. Leon kam gerade von einem Ausritt mit Ghost Merchant zurück. Der alte Hengst genoß seinen Ruhestand und musste nicht mehr so hart arbeiten wie seine jüngeren Kollegen. Red Diamond, auf dem Franziska gerade saß war sogar noch ein bisschen älter. Die beiden Rentner würden ihre guten Gene vielleicht noch ein paar mal vererben, ehe sie auch aus der Zucht herausgezogen würden. Dass Franziska ihren Schecken liebte wusste Leon schon. Dennoch freute er sich darüber seine Frau glücklich zu sehen und lächelte seelig, während er sie dabei beobachtete wie weiter mit dem Pferd arbeitete. "Eh Faulpelz!" beschwerte sich Dominik, als er aus der Reithalle kam. "Nicht rumstehen, weiter arbeiten." Leon nickte. "Wen hast du schon fertig?" erkundigte er sich und sein Springreiter dachte nach, bevor er die Pferde aufzähle: "Busted Cherry Cake, Morgane, Corde de la Cerise und Yuno." Abermals nickte Leon. Die beiden tragenden Stuten hätte er sowieso nicht großartig bewegen können. "Keine Lust auf die Hengste?" Dominik lachte rau und schüttelte den Kopf. "Anna hat sich die Hengste vorgenommen und wie du siehst kommen die Stuten auch bei euch beiden etwas zu kurz heute." Er deutete auf Franziska und Leon. "Ich bring die Gute hier jetzt rein. Wenn du nicht noch weiter nutzlos herumstehen willst, kannst du mir ja folgen, damit wir als nächstes zusammen ins Gelände gehen können. May Bee freut sich sicher das Wissen aus eurem Training weiter zu festigen. Und ich komme mit Paminta mit." Ohne zu antworten nahm Leon die Zügel seines Hengstes auf und wandte sich zum Gehen. Ein Blick in den Himmel verhieß jedoch nichts Gutes. Er ahnte, dass sich etwas zusammenbraute und zweifelte an Dominiks Idee jetzt auf die Geländestrecke zu gehen. Vermutlich war es auch nur die Angst davor sein Wissen zu prüfen. Schließlich hatte Leon sich immer ganz gut vor den Cross Country Pferden gedrückt, seit er vom Lehrgang wieder heim gekommen war. Wenigstens würde er gleich nicht alleine sein. Falls etwas passierte, war gleich Hilfe zur Stelle.
      Franziska beendete alsbald die Session mit ihrem Liebling und nahm sich als nächstes Deo Volente aus der Box. Der Rappe stand mit seinen sieben Jahren in der Blüte seines Lebens. Besonders im Springen war er begabt, doch Franziska forderte auch ihn heute in der Dressur. Er befand sich auf E Niveau, würde aber mit etwas Hilfe auch eine A Dressur schaffen, da war sich die Blondine sicher. Sorgfältig putzte sie das seidige Fell und holte dann Sattel und trense aus der Kammer. Im Verbeilaufen sah sie Anna, die gerade Cadeau zurück in seine Box brachte. Franziska beobachtete sie aus dem Augenwinkel dabei, wie sie als nächstes St Pauli fertig machte. Heute morgen hatte sich Anna mit den Jungpferden Sacred Assault und Thavila beschäftigt. Deo schlug unruhig mit dem Schweif, als Franziska den Sattelgurt anzog. "Zieh den Bauch ein!" scherzte sie und streichelte den Rappen kurz, ehe sie in die Zügel griff und ihn auf den Reitplatz führte. Schwungvoll stieg sie auf und ritt den Rappen im Schritt an. Sie ließ ihm viel Zügel, sodass er sich noch strecken konnte. Beim Warmreiten legte die Reiterin nicht allzu viel Wert auf Formvollendung. Deo nutzte seine Freiheit und schnaubte über den sandigen Boden. Erst als Anna mit Paulchen ebenfalls auf den Reitplatz kam hob er neugierig den Kopf und wurde wieder unruhiger. Franziska war nun gezwungen die Zügel richtig aufzunehmen. Die beiden Hengste hatten sich für diesen Tag entschieden nicht gut Freund zu sein. Beide spielten sich etwas auf und machten es den Reiterinnen schwer sich voll und ganz auf die Reiterei zu konzentrieren. Doch auch mit solchen Situationen mussten sie umgehen. Auf Turnieren ließ sich so etwas auch nicht unbedingt vermeiden.
      Nachdem der Tag gut verlaufen war begannen Leon und Franziska den nächsten Tag mit dem Training von Fix the Flame und S'Cada.Es war regnerisch und hatte sich das Paar in ihrer Reithalle einen kleinen Parcours aus Cavaletti und Stangen aufgebaut. Die beiden Stuten wurde jedoch vorher zuerst gründlich warm geritten, ehe mit der Stangenarbeit angefangen wurde. Irgendwann gesellten sich Dominik und Anna mit Ostid OC und Vakany dazu.Der Fuchshengst war jedoch deutlich abgelenkt von so viel weiblicher Präsenz. Dominik verabschiedete sich deshalb ins Gelände, nachdem Ostid gut aufgewärmt war. Zwar konnte er bei dem Wetter nicht viel anstellen im Gelände, doch er würde wissen was er tut. Nach der Mittagspause sah Franziska bei Sabine nach dem Rechten. Die ältere Frau übernahm das Fohlentraining. Gerade hatte sie Phoebe zwischen und heute früh hatte sie mit Pensive Cuddlepot geübt. Die hübsche Scheckstute machte große Fortschritte beim Führtraining. "Kann ich dir helfen? Die meisten Pferde haben heute Pause und das schaffen die drei schon ohne mich." fragte Franziska. Sabine lächelte. "Sehr gerne! Ich bringe die Kleine eben weg. Dann können wir mit Stracciatella und Skittles eine Runde gehen." Gesagt getan. Franziska holte aus der Sattelkammer die beiden Fohlenhalfter und zwei Stricke und kam Sabine dann auf dem Weg zur Fohlenbox entgegen. Die beiden Stutfohlen freuten sich endlich Auslauf zu bekommen. "Das Wetter ist leider so unbeständig und wir wollen die jungen Pferde nicht bei Gewitter und Sturm draußen stehen haben." entschuldigte sich Franziska und kassierte eine tadelnden Blick ihrer Mitarbeiterin. "Hör auf dich zu rechtfertigen. Ich weiß, dass ihr nur das Beste für eure Pferde wollt." Draußen sahen sie zwei wie Leon mit Aphedril in die Halle ging. "Viel Spaß mein Schatz." rief er seiner Frau zu und verschwand im Dunkeln.
      Nach dem Spaziergang standen die Boxen von Leveneza, Ases Maskwamozi und Emrys leer. Die drei Jungpferde standen in den Kinderschuhen was ihren Beritt betraf und Franziska hielt es für keine gute Idee die drei gleichzeitig in einer Halle zu haben. Doch wenn Leon da anderer Meinung war, musste sie darauf vertrauen, dass er die Situation unter Kontrolle hatte. Doch auch Sabine wirkte nicht begeistert von dieser Konstellation. Sie brummte leise vor sich hin, ehe sie mit einer Idee aufkam. "Am besten machen wir weiter wie bisher und nehmen und einfach die nächsten zwei Fohlen raus." Sie zuckte mit den Schultern. "Gute Idee." meinte Franziska und stülpte das Halfter, das eben noch an Skittles Kopf saß über Nase und Ohren von Louvré. Sabine nahm sich stattdessen Focus vor. Bei diesem Spaziergang redeten die zwei viel über die Reitponys. Thornheart hatte sich auf dem Gestüt prächtig entwickelt und würde bald für die wichtigen Prüfungen vorbereitet werden. Auch das ein oder andere turnier sollte der kleine Hengst laufen. Anna hatte sichtlich Spaß an ihm und allein durch seinen schönen Körperbau und die Farbe war der Hengst interessant für die Sportponyzucht. "Stell dir vor, wenn Pleasing groß ist. Ein Fohlen von den beiden!" schwärmte Franziska und brachte Sabine damit zum Lachen. "Das kann ich mir noch nicht vorstellen, Liebes." Pleasing war einfach noch zu klein. Doch jeder Genetikliebhaber würde erkennen welch Farbpotential in dieser Anpaarung steckte. "Apropros Ponys… Golden Samurai wurde seit zwei Tagen nicht bewegt und ich glaube heute wird es mal wieder Zeit. Das Wetter ist zwar blöd, aber für einen Ausritt reichts. Solange die anderen die Halle blockieren?" Franziska nickte. "Gute Idee. Dann komme ich mit PFS' Heart of Ocean mit. Die vertragen sich zwar nicht gut, aber wir müssen ja nicht aneinander kleben." Die beiden Frauen machten sich mit diesem Vorsatz auf den Heimweg und putzten im Anschluss die beiden ausgesuchten Hengste. In der Halle bewegten Anna, Leon und Dominik aktuell die übrigen Ponys: Eismärchen, Arcany und Princess Sansa.
      Spät am Abend als die Mitarbeiter das Gestüt schon verlassen hatten sattelten Franziska und Leon abermals Pferde. Die beiden Morgan Stuten Senda Oscura und Estrada Dourada durften die frische Gewitterluft schnuppern. Es hatte sich mächtig abgekühlt und die Thermik hatte jetzt ausgesetzt. Das Gewitter war kurz und heftig. "Wie lange glaubst du halten uns Morgane und Corde de la Cerise noch vor, was sie tragen? Ich möchte meine Devotion haben!" fragte Leon seine Frau auf halber Strecke. Sie zog eine Grimasse. "Wen fragst du da? Ich möchte auch endlich meinen General!" Dass die beiden Stuten zu ihrer Überraschung noch am nächsten Tag mit nur wenigen Stunden Abstand fohlen würden, konnten sie nicht ahnen.
    • adoptedfox
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      Pflegebericht für alle Pferde des von Landsberg Gestüt's | 8141 Zeichen von adoptedfox
      Käthe | “Time flies! Morgen ist der sechste September. Kannst du das glauben?” stieß Erin überrascht aus, als sie einen Blick auf den Kalender an der Stallwand warf. Ich lachte auf, doch sie hatte Recht. Die Zeit verging wie im Flug und an manchen Tagen fragte ich mich, wie wir all die Arbeit bewältigen konnten. “Langsam wird es ernst. Vergiss nicht, nächste Woche kommt die erste Lieferung Heu.” sagte ich und sah sie nachdenklich an. Die anhaltende Dürre im Sommer hatte den Bauern in der Region zugesetzt und so organisierte ich 3 LKW-Lieferungen Heu aus Deutschland, um den Bedarf für den Winter decken zu können. “Schon längst notiert.” lachte sie auf und ging in die Sattelkammer, von wo sie keine Minute später mit Hibana’s Halfter in der Hand wieder kam. Ich seufzte und folgte ihr zu den Weiden. Hibana stand mit Grenzfee und For an Angel auf einer Weide, die beide ein Fohlen bei Fuß hatten. Missing Misty und Granada waren die ersten Fohlen, die auf dem Gestüt das Licht der Welt erblickten und beide entwickelten sich prächtig. Ich hielt Erin und ihrer Stute das Tor auf und achtete darauf, dass keines der beiden Fohlen folgte. “Das hab ich mir schon gedacht.” lachte ich und streckte den Arm hinter Hibana aus um Granada den Weg zu versperren. Erin reagierte ebenfalls und schloss das Tor. Ich streichelte der dunkelbraunen Stute den Hals, bevor ich mich von ihr trennte und zurück in den Hof ging. Sympathy of the Devil stand auf der kleinen Weide neben der unteren Stallanlage und sah kurz auf, als ich zu ihr an den Zaun trat und sie für eine Weile beobachtete. Sie, Ases Maskwamozi und Bear Brooks Denahi waren Neuzugänge auf dem Gestüt und genossen derzeit ihre Eingewöhnung, bevor sie in die Trainingseinheiten eingebunden wurden. Ich lächelte, als ich daran dachte, wie lang ich auf Hunter eingeredet hatte mir die Stute zu verkaufen, da sie doch so gut zu Smarty Jones passte und immer wieder blockte er ab, wechselte das Thema oder verließ, mit den Augen rollend, den Raum. Ich ging durch die Stallgasse und holte das Halfter von Echo’s Maiden, welches an ihrer Boxentür hing, um sie von der Weide zu holen. Die dunkle Stute sah auf, als ich das Tor zur Weide öffnete und stieß ein schrilles Wiehern aus, bevor sie mir entgegen galoppierte und nur wenige Meter vor mir zum stehen kam. Ich begrüßte Echo’s Maiden und zog ihr das Halfter an um sie in die Stallgasse zu führen, wo ich sie festband und aus der Sattelkammer meine Putzbox holte. Man sagt, dass dunkle Pferde weniger schnell schmutzig würden, doch auf meine Pferde traf das nicht im geringsten zu. Ich suchte 2 Striegel in meiner Putzbox und nahm einen in jede Hand um die getrockneten Verkrustungen aus dem Fell der Stute zu bekommen, die sich anscheinend im Matsch gewälzt hatte. Es dauerte eine Stunde bis ich fertig war. Ich ließ die Stute für einen Moment allein und ging in den Hof um die Striegel auf dem Boden auszuklopfen, bevor ich wieder zurück ging und die Putzutensilien in die Putzbox räumte. Da ich sie später noch brauchen würde schob ich sie etwas beiseite und ging dann wieder in die Sattelkammer um eine Longe, einen Kappzaum und eine Longierpeitsche zu holen. Ich öffnete das Halfter von Echo’s Maiden und zog es ihr auf den Hals, damit sie mir nicht entwischen konnte, während ich ihr den Kappzaum anzog und seinen Sitz überprüfte. Ich hatte den Kappzaum im Internet bestellt und von meinem Sattler anpassen lassen, da er, trotz der richtigen Größe, viel zu groß für meine Pferde gewesen war. Jetzt passte er perfekt. Ich hängte die Longe in einen der äußeren Ringe ein und löste das Halfter. Da Erin mit Hibana in der Reithalle war und ich die beiden nicht stören wollte, ging ich mit meiner Stute auf den großen Platz hinter der Halle und dem anschließenden großen Stalltrakt. Echo’s Maiden zeigte beim Training immer großen Arbeitswillen und ließ sich auch heute ohne große Diskussionen auf den Zirkel schicken, wo sie im Schritt ihre Runden zog. Ich sortierte die Longe in meiner Hand und blieb mit der Longierpeitsche hinter ihr. Die Stute reagierte fein auf die Hilfen die ich ihr gab und ließ sich in allen 3 Gangarten gut handeln. Schritt-Galopp, Galopp-Trab, Trab-Schritt. Im Kopf legte ich mir die geforderten Aufgaben für das Training vom Boden zurecht und rief sie von Echo’s Maiden ab, die sehr konzentriert bei der Sache war. Unter dem Sattel machte die Stute Fortschritte, doch ich wollte sie auch vom Boden aus fördern und gymnastizieren. Nach knapp einer Stunde erklärte ich das Training für beendet und holte die Stute zu mir. “Gutes Mädchen!” lobte ich sie und streichelte ihren Hals. Ich führte die Stute zurück auf die Weide und nahm ihr dort den Kappzaum ab um sie in den wohlverdienten Feierabend zu schicken. Erin hatte zwischenzeitlich Amistad bewegt und kam nun mit Compliment von den Weiden zurück. “Der sieht aber nicht begeistert aus.” rief ich ihr lachend zu und zeigte auf den Hengst, der ihr nur widerwillig folgte. “Da muss er leider durch.” antwortete sie und zupfte am Strick in der Hoffnung, dass der Hengst sein Tempo beschleunigen würde. Ohne Erfolg. Ich schüttelte lachend den Kopf und ging auf die Weide zu Smarty Jones um nach dem Wohlbefinden des Hengstes zu schauen. Vor zwei Wochen hatte ich ihn auf einer Hengstkörung vorgestellt und sah seitdem täglich im Internet nach, ob die Ergebnisse schon bekannt waren. “Na, gehts dir schon etwas besser?” fragte ich den Hengst und kraulte ihn an der Brust, was er gut leiden konnte. Seit ein paar Tagen hustete Smarty Jones, weswegen er auf einem abgesteckten kleinen Areal allein stand. Wir bewegten ihn täglich vom Boden im Schritt und Trab um die Verschleimung zu lösen und fütterten ihm Hustenkräuter, was bisher auch ganz gut funktionierte. Trotzdem würde am Abend ein Tierarzt nach ihm schauen. Sicher ist sicher. Nachdem ich mit Bearing Spot’s im Roundpen war, wartete Erin bereits im Stall auf mich. Wir hatten zwischenzeitlich kurz miteinander gesprochen und uns dazu entschlossen mit den beiden Pferden Valentine’s Cantastor und Smooth Gravity auszureiten. Die beiden harmonierten miteinander und da sich auch das Wetter beruhigt hatte, wollten wir den Spätnachmittag natürlich noch genießen. Erin hatte beide Pferde bereits geputzt und gesattelt. Ich brachte Bearing Spot’s zurück auf die Weide und ging in die Sattelkammer um meinen Helm zu holen, bevor ich Erin die Zügel von Cantastor abnahm und die Steigbügel auf meine Länge einstellte. Wir ritten an den Weiden vorbei und schlugen an einer Gabelung den Weg in den Wald ein, vorbei an Feldern und einer alten, von Moos überzogenen Holzhütte die seit jahrzehnten verlassen war. Am Tag war diese Hütte ein wunderschöner Anblick, nachts würde ich, aus Angst, jedoch keinen Schritt in ihre Nähe wagen. Den Ausritt hatte ich wirklich gebraucht. Das Geräusch der Hufe auf dem Waldboden, der Duft von nassem Holz und das Licht, welches die untergehende Sonne warf, waren entspannend und aufregend zugleich. Wir nutzten die Galoppstrecken aus und hielten am Fischerweiher an um die Pferde trinken zu lassen, bevor wir uns in der Dämmerung wieder auf den Heimweg machten. Auf dem Hof angekommen sattelten wir die Pferde ab und kontrollierten ihre Hufe. “Ach man…” seufzte ich und stellte den Huf von Cantastor wieder ab. “Was ist denn?” fragte Erin, die um den Hengst herum lief um zu sehen was denn los war. Der Hengst musste im Wald auf eine Wurzel oder einen Stein getreten sein, denn ein Stück seiner Hufwand war ausgebrochen. “Das muss Hunter sich anschauen, so kann ich das nicht lassen.” sagte ich und kontrollierte die anderen Hufe, die in Ordnung waren. “Ruf ihn am besten gleich an.” riet Erin und brachte die beiden Pferde auf die Weiden, während ich ins Haus ging und die Nummer von Hunter auf meinem Telefon wählte. Glücklicherweise war der Huf nicht stark beschädigt, sodass meine Stimmung nicht allzu sehr gedämpft wurde. “Bear Brook Farrier, Crowley how may i help you?” klang es am anderen Ende der Leitung und ich lächelte. “von Landsberg hier. Ich brauche ihre Hilfe.” sagte ich und versuchte Hunter am Telefon zu erklären was passiert war. Er seufzte. “Ich schau es mir an.”
    • adoptedfox
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      Storybericht inkl. Pflege von Hibana, Schneemann, Maeyr, Uschi, Delmara, Essence of Life, Buck or Two
      24.581 Zeichen von adoptedfox und sadasha

      Hunter | Jills Beerdigung lag nun drei Jahre zurück und dennoch fühlte es sich an, als sei es gestern gewesen als wir zusammen auf dem Weidezaun saßen und die Gegenwart der Pferde genossen. Pläne schmiedeten einen gemeinsamen Zuchtstall aufzubauen. Doch meine Cousine hatte leider nicht die Chance bekommen. Ein Gutes hatte ihre Beerdigung jedoch: Es führte die Familie zusammen. Wenngleich davon nun, drei Jahre später, nichts mehr zu spüren war. Ich saß alleine in der Kneipe mit einem Glas Scotch vor mir, dessen Bewegung im Glas ich nachdenklich beobachtete, während ich es mit beiden Händen auf dem Bodenrand kreisen ließ. Mein Telefon hatte ich heute stummgeschaltet, Pitch konnte auf dem Hof bleiben. Es gab heute Nichts, was mich erreichen sollte. Nur Isaac wusste wohin ich gegangen war und das auch nur, weil er mich mittlerweile lange genug kannte um meine Gewohnheiten zu kennen. Nicht mal Käthe wusste dass ich heute Trübsal blasen würde. Einmal im Jahr erlaubte ich mir das. Nach diesem Glas würde ich mir die unauffälligste Ecke des Ladens suchen, mich dort mit meinem Skizzenbuch hinsetzen und Erinnerungen aufzeichnen. Stunden später, ich wollte gerade nach Hause fahren und beendete deshalb den Ruhemodus meines Telefons, sah ich dass Erin mir geschrieben hatte. Käthe hatte einen Unfall und ist im Krankenhaus. Der Schock traf mich und ich rief gleich zurück. Doch Erin nahm nicht ab. Normalerweise hätte ich mir ein Taxi gerufen, das Motorrad später abgeholt, doch der Alkohol hatte den Nebeneffekt, dass das Hirn nicht mehr recht funktionierte. Ohne nachzudenken fuhr ich los in Richtung Nottingham. Ich fuhr Landwege und hatte Glück dass kein Verkehr auf diesen Straßen war. Dann stand plötzlich ein Reh auf der Straße. Ich hätte schwören können eine Sekunde zuvor war der Weg noch frei. Aus Reflex bremste ich. In meinem Kopf rief eine Stimme "Draufhalten!" aber hätte ich das getan wäre das für uns beide nicht gut ausgegangen. Trotzdem lenkte ich leicht ein, dann spürte ich wie mir das Rad wegrutschte und ich am nun wegspringenden Reh vorbeischlitterte. Als ich letztendlich den Lenker los ließ schlug ich unsanft auf den Boden auf. Erst als ich nicht liegen blieb sondern ohne mein Zutun weiterrutschte spürte ich dass mein Bein unter der Maschine fest hing. Im Straßengraben kam das Motorrad zum Stillstand und ich mit ihm. Mit der Kraft die ich noch aufbringen konnte versuchte ich mich darunter wegzuziehen, doch ich kam nicht weit. Ich versuchte mein Telefon zu erreichen, das in meiner Hosentasche war. Doch die Schmerzen waren zu stark. Es dauerte ewig, bis jemand vorbei kam und es war mein Glück, dass der Wagen ein paar Meter weiter anhielt und jemand zu mir kam. Die Schmerzen waren mittlerweile so stark, dass es mir alles drehte. Vermutlich trug der Alkohol auch seinen Teil dazu bei. Die Person aus dem Wagen kam zu mir und sprach mich mit zittriger Stimme an, doch so wirklich konnte ich das nicht wahrnehmen. Ich erzählte deshalb so gut ich konnte was passiert war und dass mein Bein eingeklemmt war, doch bevor ich zu Ende sprechen konnte dimmte ich weg und verlor das Bewusstsein. Als ich wieder aufwachte befand ich mich schon im Krankenwagen. Ich sah in ein fremdes Gesicht und registrierte jetzt, dass ich auf dem Weg ins Krankenhaus war. "In welches Krankenhaus fahren wir?" wollte ich wissen. Der Notarzt runzelte die Stirn bei dieser Frage. "Lincoln County Hospital" antwortete er. "Das geht nicht." murmelte ich. "Ich muss nach Nottingham." Verzweifelt richtete ich mich auf, versuchte es zumindest, denn weit kam ich nicht da ich fixiert wurde. "Wieso müssen Sie nach Nottingham?" fragte der Notarzt und versuchte mich wieder zu beruhigen. Er bombardierte mich regelrecht mit Fragen, bis ich schließlich nachgab. Man nahm meine Daten auf und fragte nach einer Kontaktperson. Ich bat darum meine Eltern und Isaac zu informieren. Wenn Käthe sowieso selbst im Krankenhaus lag war sie vermutlich nicht erreichbar. Im Krankenhaus brachte man mich von hier nach dort und kam schließlich zu dem Schluss, dass mein Bein ziemlich kaputt war um es einfach auszudrücken. Als ich endlich auf die Station gebracht wurde und ruhig im Zimmer lag schlief ich vor Erschöpfung ein ohne weiter nachdenken zu können.

      Käthe | “Diese hier nehmen sie 3 Mal am Tag. Morgens, Mittags und Abends je eine Tablette. Sollten sie wider Erwarten ein Gefühl von Schwindel bekommen rufen sie uns bitte an.” erklärte mir die Krankenschwester und legte eine Packung Tabletten auf den Tisch neben meinem Bett. “In diesem Umschlag ist der Bericht für ihren Hausarzt. Haben sie jemanden der sie abholt oder sollen wir ein Taxi rufen?” fügte sie hinzu und sah mich fragend an. Ich überlegte einen Moment, bevor ich antwortete. “Darf ich telefonieren? Dann könnte ich das abklären.” Die Krankenschwester nickte und verließ mein Zimmer. Wenige Minuten später kam sie mit einem Telefon zurück und reichte es mir. Ich wählte Erin’s Nummer und hoffte, dass sie bereits wach war und ans Telefon gehen würde.
      “Guten Morgen, ich habe schon auf deinen Anruf gewartet. Wie geht es Dir? Was sagen die Ärzte?”
      Sie hatte das Gespräch kaum angenommen, da überschlugen sich schon ihre Worte.
      “Guten Morgen. Die Ärzte sagen ich bin glimpflich davon gekommen. Ich habe 2 geprellte Rippen und ein paar blaue Flecken. Kannst du mich abholen?” fragte ich sie, doch anstatt zu antworten folgte Stille. “Ist...Hunter nicht bei Dir?
      “Nein. Nicht das ich wüsste. Warte mal…” sagte ich und nahm das Telefon von meinem Ohr weg um mit der Krankenschwester sprechen zu können. Als sie auf meine Frage, ob Besuch für mich da gewesen wäre, verneinend den Kopf schüttelte, nahm ich das Telefonat wieder auf. “Nein, war er nicht.” Ich hörte, wie Erin vor sich hin murmelte bevor sie mir zusicherte in einer halben Stunde da zu sein. Wir verabschiedeten uns voneinander und ich gab der Krankenschwester das Telefon dankend zurück. Da ich von meinem gestrigen Unfall noch leicht benommen war, half sie mir meine Sachen in eine Tasche zu packen und brachte mich nach unten in die Empfangshalle, wo Erin bereits auf mich wartete. Sie nahm mir meine Tasche ab und hielt mir die Tür auf, damit ich in ihren Wagen einsteigen konnte. Während der Fahrt unterhielten wir uns wenig. Gedankenverloren fuhr Erin an der Abfahrt vorbei, die uns nach West Bridgford brachte. “Wo fahren wir denn hin?” fragte ich leise und sah zu ihr hinüber. “Nach Lincolnshire. Ich habe, bevor ich gefahren bin um dich abzuholen, auf dem Bear Brook EC angerufen. Hunter hatte einen Unfall mit dem Motorrad und liegt im Krankenhaus.” gab sie zu und warf mir einen kurzen Blick zu, bevor sie weitersprach: “Wir fahren ihn besuchen. Besser gesagt Du. Ich werde vor dem Zimmer warten.” Tausende Gedanken schossen durch meinen Kopf. Was war passiert? Nach einer knappen Stunde Fahrt - ich war zwischenzeitlich eingeschlafen - erreichten wir das Lincoln County Hospital. Nachdem wir an der Information nach der Zimmernummer gefragt hatten, standen wir nun vor der Tür des Zimmers in dem Hunter sich befand. “Willst du sicher nicht mit rein gehen?” fragte ich Erin, doch sie schüttelte den Kopf. “Ich warte vor der Tür.” Ich atmete tief durch und klopfte an die Zimmertür, bevor ich sie öffnete und in den Raum trat. Das Bein komplett eingegipst, lag er da und schlief. Ich trat näher an sein Bett und strich mit meinem Handrücken über seine Wange. Er verzog das Gesicht und öffnete die Augen blinzelnd. “Käthe?” fragte er ungläubig und setzte sich auf. Noch bevor ich antworten konnte beugte er sich nach vorn und umarmte mich. “Hunter…” stöhne ich schmerzerfüllt als der Druck seiner Oberarme gegen meine geprellten Rippen stärker wurde.

      Hunter | Ich ließ von ihr ab und musterte sie fragend. "Erzähl mir von deinem Unfall gestern." sagte ich und lehnte mich wieder in die Kissen. Käthe seufzte und atmete einmal tief durch, ehe sie begann von ihrem Tag zu berichten: "Ich war in Nottingham um das bestellte Futter für die Pferde abzuholen und als ich auf dem Heimweg war, hat mir jemand die Vorfahrt genommen und ist ungebremst in meinen Wagen gefahren. Der Arzt sagt, ich sei glimpflich davon gekommen mit meinen geprellten Rippen und den blauen Flecken.” Sie nahm meine Hand und sah mich eindringlich an. “Was ist mit dir passiert?” Einen Moment lang dachte ich noch über ihre Geschichte nach. "Ich hoffe den Idioten hat es mindestens genauso erwischt wie dich!" Sie zog ihre Augenbrauen hoch und sah mich mit mahnendem Blick an. “Sowas sagt man nicht Hunter.” Ich schnaubte verächtlich. "Ich lieg eh schon hier, was soll mir schon noch passieren?" - “Und warum liegst du hier?” - "Weil ich nicht in ein Reh reinfahren wollte." erklärte ich knapp und sah an mir runter. Mir wurde erst jetzt so richtig bewusst, dass ich wohl die nächsten Wochen ausfiel. An arbeiten konnte ich nicht denken, ans Reiten auch nicht. Ich würde nicht mal ordentlich mit Pitch gehen können. Geknickt schlug ich die Lider nieder und seufzte. “Wann ist das denn passiert?” fragte sie und ich tat erst so als hätte ich sie nicht gehört, gab dann aber nach, denn so wie ich Käthe kannte, würde sie nicht locker lassen. "Auf dem Weg ins Krankenhaus. Ich wollte nach dir sehen, als ich Erins Nachricht gelesen hatte." gab ich zurück und musterte sie besorgt. “Wir hatten gestern wohl beide kein Glück.” sagte sie und lächelte sanft. "Mhmm…" brummte ich zustimmend. "Das werden ein paar sehr, sehr langweilige Wochen…" ergänzte ich.
      Sobald ich mit Krücken laufen konnte entließ man mich nach Hause. Als Pitch mich sah freute er sich so sehr, dass er unter sich machte. Isaac und der Rest vom Team freuten sich zwar auch mich wieder auf dem Hof zu sehen, sahen aber doch recht abgekämpft aus. "Danke, dass du dich um Pitch gekümmert hast." sagte ich Isaac, der sich eines der Gästezimmer eingerichtet hatte, während ich weg war. Er nickte und half mir ins Haus, auch wenn ich das mit meinen Krücken schon gut im Griff hatte. Wir setzten uns ins Wohnzimmer und er berichtete mir, was auf dem Hof alles passiert war. Ich kramte im Anschluss mein Telefon hervor und versicherte mich, dass bei Käthe alles in Ordnung war. Kurz darauf rief mich Rin an. Sie klang verzweifelt. Sie war mittlerweile allein auf dem Hof und die vielen Pferde schaffte sie schlichtweg nicht. Sie wollte die Pferde aber auch nicht irgendwem überlassen. Sie hatte schon eine andere Kollegin gefragt ob sie ein paar Tiere übernehmen könnte, doch der Großteil stand noch immer bei ihr. Wir redeten lange und diskutierten Möglichkeiten aus. Bis wir zu dem Schluss kamen, dass ich die Pferde übernehmen würde, die ich auch so gekauft hätte, hätten ich sie zuerst entdeckt. Da sie schon genug Sorgen hatte ließ ich sie über meine Verletzung im Unklaren. Die Pferde würden dann in den nächsten Tagen eintreffen. Besonders auf Schneemann freute ich mich, da ich mich in den Hengst verliebt hatte noch bevor ich ihn auf seiner Hengstkörung ritt. Maeyr, Uschi und Delmara setzten ihm nur eine Sahnehaube auf. Nachdem ich aufgelegt hatte packte ich das Telefon weg und hievte mich vom Sofa um in den Stall zu gehen. Während ich weg war zog Essence of Life ein. Die Vollblutstute hatte ich per Zufall entdeckt und gekauft, sie aber aufgrund des Unfalls noch nicht ansehen können.

      Käthe | Ein paar Tage vergingen und langsam aber sicher konnte ich behaupten, dass es mir besser ging. Erst gestern waren Erin und ich gemütlich im Gelände unterwegs und genossen die Ruhe, die der Wald uns bot. Ebenfalls gestern wurde mein Wagen abgeholt, der nach dem Unfall zwar repariert werden konnte, ich mich aber dazu entschloss ihn zu verkaufen, weil es sich wirtschaftlich nicht gelohnt hätte. Da ich im Stall keine große Hilfe war räumte ich im Haus auf und probierte mich am Backen. Chocolat Chip Muffins sollten es werden. Ich hielt das Bild auf dem Tablet neben mein Ergebnis und stellte fest, dass sie gar nicht so schlecht aussahen wie ich im ersten Moment dachte. Ich öffnete das Küchenfenster und rief nach Erin, die ihre Stute Hibana gerade aus der Stallgasse führte.
      “Hast du Lust mit nach Lincolnshire zu fahren?” fragte ich sie und schien dabei so erwartungsvoll auszusehen, dass sie ohne zu zögern zusagte. Während sie ihr Pferd auf die Weide brachte, sortierte ich die Muffins auf ein Tablett und zog mir ein geblümtes Sommerkleid an. Erin, die schon im Wagen wartete, öffnete mir die Tür und musterte das Tablett in meiner Hand, dessen Inhalt durch eine Folie geschützt war. “Ich dachte ich bringe etwas kleines mit.” sagte ich und sah in ihr fragendes Gesicht. “Es sind Muffins.” fügte ich hinzu und schnallte mich an. “Hoffentlich bekomme ich einen ab!” sagte sie lachend und setzte den Wagen in Bewegung. Während der Fahrt unterhielten wir uns wenig, was an der Musik und den geöffneten Fenstern lag. Als wir das Bear Brook EC erreichten stellte Erin den Wagen auf dem Parkplatz ab und half mir dabei auszusteigen. Erin und Ich gingen zum Haus und klingelten. Mrs. Clayton öffnete die Tür und bat uns hinein. “Ich habe Muffins mitgebracht.” sagte ich stolz und stellte das Tablett auf den Tisch. “Die riechen ja großartig! Lange werden die hier nicht stehen.” sagte sie lachend und nahm die Folie ab. Ich nahm zwei Muffins heraus und ging in Richtung der Tür, als Mrs. Clayton mich darauf hinwies, dass Hunter sich in der Schmiede befinde. Ich bedankte mich und lief über den Hof um nach ihm zu sehen. “Darf ich reinkommen?” fragte ich und blieb im ohnehin geöffneten Tor stehen. Als Hunter aufsah und erkannte, wer da stand strahlte er mich an und bat mich rein. “Was machst du denn hier?” fragte ich ihn und hielt ihm einen der beiden Muffins hin. Er nahm ihn glücklich entgegen und sah dann auf die Werkbank vor ihm, auf der Hufnägel und Eisen wild durcheinander flogen. "Ich sortiere hier etwas um…" erklärte er. “Kann ich dir helfen?” bot ich ihm fragend an und nahm einen Bissen von meinem Muffin. Wow, die schmecken echt gut dachte ich und sah Hunter an. Er warf nochmal einen Blick die Arbeit und antwortete dann. "Nein. Aber ich kann das später weiter machen." Er biss vom Muffin ab und sah mich zufrieden kauend an. "Du hast da was." Ich wischte mit dem Handrücken über die Stelle die er mir gezeigt hatte und sah ihn an. “Besser?” fragte ich und nickte in Richtung seines Beins. “Wie lange bist du außer Gefecht?” - "Nur noch ein paar Wochen." erklärte er und fügte hinzu, dass es schon viel besser geworden sei. Nachdem ich meinen Muffin aufgegessen hatte beobachtete ich ihn eine Weile und sah dann nach draußen in den Hof. Hunter nahm seine Krücken und stand auf. "Gibt es noch mehr von denen?" er hielt mir das leere Papier vom Muffin vor die Nase. "Wenn dein Team noch welche übrig gelassen hat." meinte ich schulterzuckend. Gemeinsam schlichen wir über den Hof. "Falls nicht. Heute Abend grillen wir hier auf dem Innenhof. Magst du Erin anrufen und fragen ob sie auch kommen möchte?" überlegte er laut. “Du kannst sie selbst fragen, sie hat mich hergefahren.” sagte ich und ging vor, um die Tür zum Haus zu öffnen. Wie erwartet hatte es sich schnell herumgesprochen dass es im Haus eine Kleinigkeit gab und so fanden wir das gesamte Team des Bear Brook EC in der Küche vor. “Ältere Frauen backen immer noch am besten. Die Erfahrung macht es einfach aus.” sagte Isaac voller Überzeugung und biss von seinem Muffin ab. Mrs. Clayton und ich riefen gleichzeitig empört “Ältere Frauen?” auf und mussten dann lachen. Hunter schmunzelte nur und beobachte das Schauspiel. "Was brauchen wir noch für's Grillen?" fragte er an Mrs. Clayton gerichtet, die ihm prompt einen Einkaufszettel entgegen streckte. "Kommst du mit Käthe? Ich kann leider nicht fahren." meinte er grinsend. “Ich darf dein Auto fahren?” fragte ich ungläubig und drehte mich zu ihm um. "Unter diesen Umständen… Ja." sagte er und humpelte in den Flur um mir seinen Autoschlüssel rauszusuchen. "Kommst du?" rief er, als er ihn gefunden hatte. Ich zuckte mit den Schultern und grinste Erin an. “Fahr vorsichtig!” rief sie mir nach, doch die Tür fiel bereits ins Schloss. “Soll ich dir helfen?” fragte ich Hunter der die Beifahrertür schon geöffnet hatte. Er überhörte diese Frage und krackselte sich irgendwie selbst ins Auto, was zwar klappte, aber sehr unbeholfen aussah. Als er endlich saß und sich angeschnallt hatte grinste er mich an. Ich schüttelte den Kopf und ging um das Auto herum um selbst einzusteigen. Wir fuhren nach Lincoln um die Sachen zu besorgen, die Mrs. Clayton aufgeschrieben hatte und nahmen zusätzlich Bier und eine Flasche Wein mit. Zurück auf dem Bear Brook EC herrschte bereits reges Treiben. Alle halfen dabei den Grillabend vorzubereiten und Mrs. Clayton, die schon sehnsüchtig auf uns zu warten schien, lief uns entgegen um uns beim Ausladen zu helfen. Hunter wurde zu Isaac gerufen und gab mir einen flüchtigen Kuss, bevor er in Richtung der Stallungen verschwand. “Erin kommt übrigens gleich zurück. Sie fährt schnell und bringt die Pferde in die Boxen.” sagte Mrs. Clayton als sie meinen suchenden Blick bemerkte.

      Hunter | Wir hatten einen tollen Grillabend und auch die nächsten Tage liefen verhältnismäßig ruhig. Viel konnte ich sowieso nicht machen. Wenigstens war ich den Gips mittlerweile los und trug nur noch eine Bandage. Reiten durfte ich damit noch immer nicht, aber ich fuhr heute trotzdem mit Pitch zu einem alten Bekannten, den mein Vater noch aus seiner Zeit kannte. Sein Sohn hatte einen Tinkerhengst zum Verkauf stehen, den er selbst nie mehr reiten könnte. Es wäre aber wohl zu schade ihn im Stall versauern zu lassen, also soll er wieder in fördernde Hände. Interessant für mich, weil meine Tinker eher für den Fahrsport gebaut waren. Buck or Two sei aber ein Vielseitigkeitspferd. Pitch verfrachtet, setzte ich mich selbst ins Auto, kramte aber zuerst nach meinem Telefon um Käthe anzurufen. "Ich fahr nach Spilsby, ein Pferd ansehen. Hast du Zeit und Lust mitzukommen? Richtung Meer? Wenn wir da fertig sind, können wir ja einen Abstecher nach Skegness machen.", schlug ich vor und holte Käthe einige Minuten später ab. "Geht das mit deinem Bein?", fragte sie, als sie auf der Beifahrerseite einstieg. Ich lachte. "Was meinst du wie ich hergekommen bin?" Sie sah mich tadelnd an. "Du weißt wie ich das meine, Hunter!" Immer noch lächelnd setzte ich rückwärts um mich auf dem Hof zu drehen und dann rauszufahren. "Hast du Alles dabei? Schwimmsachen?", fragte ich, als wir auf dem Highway waren. Käthe nickte. "Warst du überhaupt schon mal in Skegness?" - "Nein! Aber ich hab es gegoogelt und das will ich mir nicht entgehen lassen." Aufgeregt lächelte sie mich an. "Ich möchte dann auch an die Greifautomaten gehen.", meinte sie. Ich lachte. "Das ist Betrug, das ist dir bewusst oder?" Ich warf einen kurzen Blick zu ihr rüber. Sie schüttelte den Kopf. "Wenn ich ohne ein Plüschtier wieder heim muss, bin ich traurig." Ich seufzte. Vermutlich würden wir heute zig Pfund in ein Plüschtier stecken, welches wir in jedem Spielzeugladen für ein paar Penny hätten kaufen können. Doch bevor wir zum Strand fuhren, machten wir einen Stop in Spilsby. Der Hof war klein und es gab hier so gut wie nur Tinker. Die Boxenschilder verrieten jedoch, dass es alles Einstaller waren. Alle, bis auf Buck or Two. Der Hengst war jedoch nicht in seiner Box, also gingen wir weiter über den Hof bis wir einem älteren Herren in die Arme liefen. "Sie müssen Mr. Crowley sein! Und das ist sicher Mrs Crowley. Hallo." grüßte er freundlich und ich sah Käthe schmunzelnd an, die erstmal klarstellte, dass wir nicht verheiratet waren. Der Herr nahm uns mit zu den Weiden und Paddocks. Auf einem kleinen Paddock stand Bucks schon parat und wartete nur darauf, dass man ihn mitnahm. "Er ist wirklich ein braves Pferd." erklärte der Mann, während er Bucks aufhalfterte und vom Paddock holte. Er band ihn an einer Stange vor dem Reitplatz an. "Ich hole eben seine Sachen." entschuldigte er sich und verschwand im Stall, während ich Bucks streichelte. Der dunkle Hengst streckte sich sofort lang und verzog die Schnute, als ich eine besonders gute Stelle am Mähnenansatz gefunden hatte. Pitch hatte sich neben mich gelegt und döste vor sich hin. Als der Mann mit Putzkiste und Trense zurückkam warf ich einen etwas unsicheren Blick zu Käthe, die den Kopf langsam schüttelte. Ihr war natürlich klar, dass ich eigentlich noch nicht reiten sollte. Ich legte die Leine ab und nahm mir eine der Bürsten aus der Box um dem Mann mit Bucks zu helfen. Käthe hatte inzwischen die Leine von Pitch aufgenommen und lehnte sich gegen die Stange. Bucks zog neugierig zu ihr rüber und stupste sie vorsichtig an, bis sie sich endlich ergab und ihn streichelte. Einige Minuten später stand der Rappe geputzt und gesattelt vor uns. Pitch war gänzlich eingeschlafen und Käthe kraulte immer noch Bucks Hals. Der Mann prüfte kurz den Platz und bat mich dann mit Bucks einzutreten, während er das Tor aufhielt. "Das fällt leider wieder zu, wenn man es nicht festhält.", erklärte er. "Also wenn sie wollen, er wurde die letzten Tage ein paar mal von anderen Einstallern bewegt. Ich kann Ihnen auch einen Sprung aufbauen, während sie ihn warm reiten." Während er das sagte ging er bereits zur kurzen Seite des Platzes wo die Sprünge in Teilen lagen. "Nein, kein Sprung.", sagte ich eilig und merkte erst im Nachhinein, dass ich das wohl ein wenig zu panisch gesagt haben musste. "Ich bin noch im Schongang, nach einer Verletzung.", entschuldigte ich mich sofort und stellte dann die Steigbügel am VS-Sattel auf meine Länge ein.

      Käthe | “Der wird sich wohl nie ändern, hm?” fragte ich Pitch und kraulte ihn am Hals, nachdem wir uns ein schattiges Plätzchen am Rande des Platzes gesucht und es uns in der Wiese bequem gemacht hatten. Hunter hatte mittlerweile im Sattel Platz genommen und zog abwechselnd im Schritt und Trab seine Runden. Der Hengst machte eine gute Figur unter dem Sattel und lief fleißig vorwärts. Auch als Hunter ihm die Galopphilfen gab reagierte er sofort und Hunter’s Gesichtsausdruck verriet mir, dass er sich gut aussitzen ließ. Nach zirka einer halben Stunde parierte er durch und blieb vor mir am Zaun stehen. “Was sagst du?” fragte er mit erwartungsvollem Blick und klopfte den Hals von Buck or Two. Ich zögerte. “Er ist sicher nicht verkehrt. Auch von der Ausbildung her.” sagte ich und lächelte besänftigend um ihm die Frage nach dem Aber abzuwehren. “Gib mir ein paar Minuten.” sagte er, stieg ab und führte den Hengst zum Tor, welches der Mann bereits geöffnet hatte. Ich sah, dass die beiden sich angeregt unterhielten und ahnte, dass der Hengst so gut wie gekauft war. Hunter bemerkte meinen Blick und winkte mich herbei. “Ich organisiere alles und melde mich die Tage.” sagte der Mann und reichte mir die Hand um mich zu verabschieden. Als auch Hunter und er sich die Hand gegeben hatten legte er seinen Arm um meine Hüfte und ging mit mir zurück zum Wagen. Auf einmal stieß er die Faust seines freien Arms hoch und jubelte. "Auf nach Skegness!" Bevor ich reagieren konnte drückte er mir einen Kuss auf die Lippen und öffnete die Beifahrertür um mich Platz nehmen zu lassen. "Du wirst Skegness lieben.", sagte er, als er sich hinter das Steuer setzte und den Wagen startete um loszufahren.
      Die Stadt am Meer war wirklich großartig. Wir starteten mit einem Bummel durch die Gassen und betrachteten dabei die schönen Fassaden der alten Häuser. Im Anschluss gingen wir an den Strand und nutzen hier Alles was Skegness zu bieten hatte: Einen Mini Freizeitpark, die Spielhalle, den weitläufigen Strand und natürlich das Meer. Es war ein wundervoller Tagesabschluss vom Restaurant aus den Sonnenuntergang zu beobachten. Es tat fast schon weh als Hunter diese ruhige Atmosphäre unterbrach um aufzustehen. "Es ist schon spät.", sagt er wehmütig und hielt mir seine Hand hin. Seufzend ergriff ich sie und ließ mich wie ein nasser Sack aus dem Stuhl ziehen. "Ich möchte bleiben.", klagte ich und folgte ihm schmollend.

      Zwei Tage später stand ich zusammen mit Hunter auf dem Parkplatz des Bear Brook EC und winkte den alten Herren mit Buck or Two auf den Innenhof. Der dunkle Hengst wurde erstmal in aller Ruhe mit der neuen Umgebung bekannt gemacht. Hunter hatte den Vormittag damit verbracht seine Box vorzubereiten. Auch den Futterplan von Buck hatte er etwas überarbeitet. Nach der Besichtigung konnte sich der Tinker erstmal in seiner Box ausruhen. Die Fahrt war zwar nicht allzu aufregend für ihn, doch er sollte sich erst einmal einleben, ehe er gearbeitet würde. Sobald ich sicher war, dass Alles um Buck herum geklärt war verabschiedete ich mich von Hunter und fuhr zurück nach Nottingham um mich um meinen eigenen Hof zu kümmern.
    • adoptedfox
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      Besuch auf der Nahanni River Ranch zum Halloween Special im Jahr 2018
      23469 Zeichen von Gwen

      Es war soweit! Der 31. Oktober war endlich da. Celeste lief schon den gesamten Tag summend durch die Gegend und war wie ein kleines wirres Irrlicht, während sie alles vorbereitete. Hazel hatte mir bei den Leckereien für das Büffet geholfen. Alles war natürlich passend zu Halloween gestaltet. So gab es kleine schokoladige Spinnen, Gespenster aus Marshmellowmasse, Kürbis-Törtchen, Hexenbesen zum Knabbern und vieles mehr.
      Während wir uns also um Kostüme und Leckereien kümmerten, war Ciaran die glorreiche Aufgabe zugekommen, den Stall und die Halle zu gestalten. Denn um die künstlichen Spinnweben riss sich keiner von uns und da er nun einmal der Größte war, ja nun ja. Aber natürlich halfen wir ihm und platzierten auch überall unsere geschnitzten Kürbisse mit den Grabkerzen (weil die so wunderbar lange brannten) darin.
      Schon vor zwei Tagen hatten wir mit denen begonnen und mir taten die Hände immer noch vom auslöffeln weh, aber es hatte sich gelohnt. Schon gegen 13 Uhr sah der Stall wirklich großartig aus! In jeder Ecke konnte man etwas entdecken. Auch hatten wir selbstgebastelte Gespenster, Fledermäuse und Spinnen verteilt.
      Die meisten unserer Gäste waren bereits gestern angereist, viele aber auch erst heute. Wir hatten hinter dem Stall ein Stallzelt aufgebaut, aber es standen auch Boxen bei unseren Nachbarn zur Verfügung. So war für die pferdigen Unterkünfte gesorgt. Die Reiter durften sich aussuchen, ob sie sich ein warmes Gästezimmer nahmen oder die Nacht auf unserem Heuboden verbrachten.

      So allmählich füllte sich unser Hof deshalb auch mit Menschen und Pferden. Celeste war besonders stolz auf ihre Halloween-Playlist, welche unseren Stall mit schaurig schöner Musik erfüllte. Gut hörbar und doch auf einer leiseren und angenehmen Lautstärke. Der Beginn unseres Halloween-Specials näherte sich und während meine drei Leute verschwanden, um die Pferde fertig zu machen, schlüpfte ich bereits in mein Kostüm und stellte mich dann am Eingang der Halle bereit. Celeste ließ gekonnt dreimal einen Gong ertönen, damit alle wussten, dass die Show begann. Schon bald war es mucksmäuschenstill auf unseren gefüllten Tribünen und ich trat hervor, in die Mitte der Halle. Dort waren bereits vier niedrigere Sprünge als großes Kreuz angeordnet, schön dekoriert mit einer Menge Kürbissen, Spinnenweben und natürlich passen zu Halloween in schwarz-orange.
      „Ich begrüße euch alle ganz herzlich auf unserer Ranch und freue mich jetzt schon sehr auf den heutigen Tag! Uns wird ein spannendes Programm erwarten, das kann ich versprechen. Beginnen wird die hauseigene Springquadrille – auch meine Wenigkeit,“, und ich deutete lächelnd hinab auf mein bereits angezogenes Kostüm, „ehe dann nach einer kleinen Pause zum Umräumen das Kostümreiten stattfinden wird! Kostümspringen würde tatsächlich weitaus mehr passen und wir sind gespannt auf die heutigen Kostüme. Daraufhin folgt im Anschluss direkt der Gelassenheitsparcours, damit auch die kleinen Vierbeiner ihr Können zeigen können und den Abschluss machen die Trickshows von einigen Teilnehmern. Wir können also neugierig auf die ganzen Paare und ihre Vorführungen sein! Danach sind alle herzlich zum Büffet eingeladen. Dementsprechend bitten wir um die Aufmerksamkeit für alle Teilnehmer, denn danach ist alle Zeit der Welt für Unterhaltungen, Essen, Tanzen und Lachen. Ich freue mich auf den Abend mit euch und würde sagen, wir beginnen!“
      Lächelnd entschwand ich wieder und schwang mich in der Stallgasse direkt auf Levis Rücken.
      Natürlich hatten wir für die gesamte Musik und Technik extra jemanden engagiert. Es war niemand geringeres als Ciarans Bruder, der Technik über alles liebte und Halloween anscheinend auch und sich förmlich um die Stelle gerissen hatte. Dementsprechend gingen nun in der Halle aber auch die Lichter aus, ehe nur ein fahles Dämmerlicht und die gesamten Kürbisse und Kerzen leuchteten. Dann begann er mit tiefer Stimme vorzulesen. Der Ausschnitt stammte aus der Offenbarung des Johannes, dem letzten Buch des Neuen Testaments, in welchem er von der Apokalypse, dem jüngsten Gericht, schrieb. Ja, bei unseren Kostümen hatte ich mir einige Gedanken gemacht, immerhin wollten die Leute doch eine große Show:
      „Dann sah ich: Das Lamm öffnete das erste der sieben Siegel; und ich hörte das erste der vier Lebewesen wie mit Donnerstimme rufen: Komm! Da sah ich ein weißes Pferd; und der, der auf ihm saß, hatte einen Bogen. Ein Kranz wurde ihm gegeben und als Sieger zog er aus, um zu siegen.“
      Bereits als er begonnen hatte zu lesen, öffneten sich die Hallentüren und Celeste ritt auf dem weißen Ohnezahn in die Halle hinein. Sie trug eine weiße Toga und eine goldene Krone, in der einen Hand den Bogen und in der anderen Hand die Zügel. Ohnezahn wiederum trug den Kranz um den Hals. Im Galopp ritten sie in die Halle und drehte eine große Runde, während unser Sprecher vorlas.
      Als sie erneut an der Hallentür vorbeigaloppierte, öffnete sie sich wieder und diesmal schloss sich Ciaran auf dem roten Dead Memories an und folgte ihr im flotten Galopp, während weiter die Stimme aus dem Off ertönte:
      „Als das Lamm das zweite Siegel öffnete, hörte ich das zweite Lebewesen rufen: Komm! Da erschien ein anderes Pferd; das war feuerrot. Und der, der auf ihm saß, wurde ermächtigt, der Erde den Frieden zu nehmen, damit die Menschen sich gegenseitig abschlachteten. Und es wurde ihm ein großes Schwert gegeben.“
      Es wurde sichtlich deutlich, dass Ciaran und Memo den Krieg darstellten. Und mit dem großen Schwert und seiner dunkelroten Kleidung kamen sie auch sehr gefährlich daher. Doch wie wir alle wussten, gab es vier apokalyptische Reiter und deshalb war nun tatsächlich ich am Zug:
      „Als das Lamm das dritte Siegel öffnete, hörte ich das dritte Lebewesen rufen: Komm! Da sah ich ein schwarzes Pferd; und der, der auf ihm saß, hielt in der Hand eine Waage. Inmitten der vier Lebewesen hörte ich etwas wie eine Stimme sagen: Ein Maß Weizen für einen Denar und drei Maß Gerste für einen Denar. Aber dem Öl und dem Wein füge keinen Schaden zu!“ Und so schloss ich mich auf dem rabenschwarzem Levi hinter die bereits galoppierenden Pferde in der Halle an. Da ich selbst, zu meiner Schande, keinen Rappen besaß, der dieser Aufgabe gewachsen war, hatte ich mir kurzerhand Elisas schicken Hengst geklaubt. Im Gegenzug für kostenloses Essen und Alkohol hatte sie auch sofort eingewilligt. So ritt auch ich einhändig, um in der einen Hand die Waage zu halten. Ich war komplett schwarz gekleidet und angemalt. Mein Mantel war zerfetzt und dreckig und ich hatte auch im Gesicht auch leicht die Knochen hervorzeichnen lassen, immerhin stellte ich den Hunger dar.
      Nun fehlte nur noch der letzte apokalyptische Reiter: Hazel auf Neelix. „Als das Lamm das vierte Siegel öffnete, hörte ich die Stimme des vierten Lebewesens rufen: Komm! Da sah ich ein fahles Pferd; und der, der auf ihm saß, heißt „der Tod“; und die Unterwelt zog hinter ihm her. Und ihnen wurde die Macht gegeben über ein Viertel der Erde, Macht, zu töten durch Schwert, Hunger und Tod und durch die Tiere der Erde“.
      Man musste zugegeben, dass das letzte Paar mit Abstand das beste Kostüm von uns hatte. Neelix hatten wir mit weißem und grauem Farbpulver beworfen, so dass er auch einen leichten Nebel nach sich zog, als er in die Halle galoppierte. Auch Hazel war grau. Grau gekleidet und grau angemalt, sie trug sogar eine graue Perücke, denn ihre roten Haare hätten sonst das Kostüm zerstört.
      Sie war übersät von grauen Fetzen und kam so den Vorstellungen des vierten Reiters sehr nahe. In ihrem grauen Gesicht zeichnete sich ein Totenkopf ab, auf den war Celeste besonders stolz gewesen. Und als wir nun alle in der Halle waren und der Sprecher geendet hatte, setzte schaurige Musik ein. Zuerst sehr kriegerisch und schnell, so dass wir noch zwei Runden ritten, ehe wir auf der kurzen Seite so zur Mitte abbogen, dass wir alle nebeneinander geschlossen stehen bleiben konnten und die Musik verstummte.
      Eine kurze Verbeugung jedes Reiters, dann setzte wieder die Musik ein und der Sieg ritt los, gefolgt vom Krieg, dem Hunger und dem Tod. Ich liebte Springquadrillen und umso toller war es nun, zu einer dazu zu gehören. Die Pferde machten ihre Sache wirklich gut und so führten wir unser Programm auf.
      Hintereinander über die Hindernisse, zu zweit oder quer. Es machte wirklich Spaß und als wir uns nach einer fetzigen Abschlussrunde wieder nebeneinander auf der Mittellinie einfanden, war der Applaus wirklich groß. Im Galopp entschwanden wir aus der Halle, doch ich kehrte schnell zurück und bedankte mich für den Applaus und kündigte die kurze Pause ein.
      „Gebt uns fünf Minuten und es geht weiter mit schaurigen und schönen Kostümen!“. Dank der vielen Helfer war die Halle wirklich um Nu umgeräumt, zumal wir alles bereits so vorbereitet hatten, dass alle wussten, was wohin gehörte und schon stand nach fünf Minuten der kleine Parcours für das Kostümspringen bereit.
      „Begrüßen wir nun Occulta Smith auf scs Sugar and Sweets!“, geschwind kamen die beiden hineingeritten, grüßten und begannen den Parcours. Es waren nur Hindernisse auf E-Höhe, denn es ging diesmal vielmehr um die Zeit und möglichst fehlerfrei den Parcours zu bewältigen. Außerdem war es zumeist nicht leicht, mit Kostümen auch noch zu springen, aber das erste Paar legte wirklich eine schöne Runde hin.
      „Eine wunderbare Runde, vielen Dank! Nun sehen wir Käthe von Landsberg auf Ases Maskwamozi!“ und als die Türen sich öffneten, ritten Pippi Langstrumpf, kleiner Onkel und Herr Nilsson in die Halle ein und grüßten knapp. Ich lächelte fröhlich. Zwar war es nicht zwingend das Kostüm meiner Wahl, aber es war wirklich fantastisch und mit so viel Liebe gestaltet. Die beiden jagten förmlich durch den Parcours und blieben tatsächlich auch fehlerfrei und legten somit eine sportliche Zeit vor. „Na, ob das Paar noch jemand besiegen kann. Schauen wir mal, was Alicia Grey und Lettenhof’s Nanuk können!“, und es ritt in vollkommen Pink gekleidet das nächste Paar in die Halle ein und startete den Parcours.
      Leider endete diese Runde mit einem Fehler, auch wenn die Zeit wirklich einwandfrei gewesen war. „Eine unglaublich schnelle Runde! Da kann so ein Fehler durchaus passieren, trotzdem großartige Leistung. Mal schauen, was Caleb O’Dell und GRH’s A Gun Colored Lena dazu sagen?“
      Und so ritt der erste Westernreiter des heutigen Tages ein, doch davon sah man nicht viel. Das Paar zeigte ein besonders kreatives Kostüm: Teufel und Engel in einem. Die beiden machten, besonders durch ihre Flügel, schon etwas her. Zu einer Seite trug die Stute einen schneeweißen Engelsflügel, während auf der anderen Seite das Gegenstück verweilte: Ein rabenschwarzer und zerfetzter Flügel.
      Sie machten auch während des Parcours eine gute Figur, waren leider reicht langsam, aber fehlerfrei. „Tja, das ist der Preis für den zerstörten Flügel, so schnell wie sie wollen, konnten sie leider nicht mehr fliegen. Vielen Dank ihr beiden! Begrüßen wir nun den vorletzten Reiter: Nathan Scott auf Cornet“ und als das Paar einritt, jubelten einige Leute auf den Tribünen auf – das waren eindeutig die Harry Potter Fans, denn das Paar trat auf als Harry Potter auf einem Hippogreifen. Trotz des aufwändigen Kostüms legten die beiden eine fehlerfreie und schnelle Runde ab und rutschten somit offiziell auf den zweiten Platz. „Hut ab! Nun bleibt es spannend, was können Fritzi Tersteegen und Painted Blur noch aufzeigen?“, fragte ich und war selbst gespannt. Das letzte Paar ritt ein. Und ich staunte nicht schlecht: Alt, aber bewährt, ritt da vor uns nun der kopflose Reiter auf einem rabenschwarzen Pferd hinein.
      Die Reiterin ritt einhändig, da sie unter dem zweiten Arm einen Kürbis, ihren Kopf, trug. Die beiden sprangen trotz dessen eine wirklich schöne Runde und verfehlten nur knapp die Bestzeit von Käthe und Ases Maskwamozi. „Wow! Respekt, einhändig und dann trotzdem so fix unterwegs! Wenn ich richtig sehe, landen die beiden somit auf dem zweiten Platz!“, und ich klatschte lobend in die Hände, als das Paar die Halle wieder verließ.
      „Vielen Dank für diese tollen Kostüme und nun wird erneut umgeräumt, während sich draußen schon die Kleinen bereit machen, sind wir weiterhin gespannt!“, meinte ich lächelnd und wandte mich dann ab, um mit beim Umräumen zu helfen. Währenddessen verteilten Hazel und Celeste im Publikum Popcorntüten und Cola, und natürlich wurde die Zeit für viele Gespräche genutzt.
      Schnell war die Halle umgeräumt und ein schauriger Gelassenheitsparcours präsentierte sich vor unseren Augen. „Trick or Treat würde ich sagen! Mal schauen, ob unsere Kleinen Saures oder Süßes bekommen. Es startet Ylvie Seidel mit BR Dress to Impress. Ob sie ihrem Namen gerecht wird?“, und das kleine Paint Horse trat in die Halle ein.
      Der Gelassenheitsparcours bestand aus einer orangenen Plane, einem Slalom ausleuchtenden Kürbissen (oh ja, so etwas konnte durchaus einige Schauer bei Pferden auslösen), außerdem aus einem Vorhang aus Leinentüchern und Spinnweben und abschließend aus einer Brücke. Das erste Paar meisterte den Parcours wirklich gut.
      Daraufhin sahen wir erneut Käthe von Landsberg mit ihrem Vollblutfohlen Granada. Die Kleine hatte tatsächlich etwas Panik bei den Kürbissen und wäre beinahe noch in einem gelandet. Mit viel Geduld bekam Käthe sie jedoch auch gut durch den Parcours. Auch Lily Adams, eine junge Zwölfjährige, konnte den Parcours gemeinsam mit ihrem Fohlen PFS‘ Skydive hinter sich bringen. Wir sahen noch Alicia Grey mit Townsend Cosmopolitan, Bernie Brooks und Painted Taloubet, Bellamy Blake mit PFS‘ Unclouded Summer Skies, ebenso wie Tamara Meyrohe mit Merida und zuletzt Rachel Wincox mit Mytil. Allesamt legten den Parcours gut bis sehr gut ab. Alle Hindernisse wurden über- oder durchquert und die Kleinen zeigten sich heute von ihrer mutigsten Seite.

      „Noch einmal einen kräftigen Applaus für unsere Kleinen und dann machen wir weiter!“, und zack kam die nächste Umräumaktion, dabei wurde die Halle jedoch einfach leergeräumt und schon ging es weiter. „Nun, meine Damen und Herren, haben wir es bereits 17 Uhr und wir kommen zu den Trickshows! Sind wir also gespannt und begrüßen Occulta Smith mit Blue Dawn’s Nachtfalke!“.
      Das Paar kam in die Halle und das Thema wurde schnell deutlich: Geister. Der kleine Nachtfalke trug zu Beginn ein großes, schneeweißes Tuch und auch die Reiterin war in weiß gekleidet. Die beiden präsentierten eine schöne, freie Gelassenheitsdemonstration mit größeren und kleineren Tüchern zu angenehmer Musik.
      So zeigten sie unter anderem das Abliegen auf dem großen Tuch, spielerisches Freilongieren, ebenso wie spanischen Schritt und ein schönes Kompliment. Die beides gaben ein gutes Bild ab und bekamen auch gehörig Applaus. „Wunderbar! Nun folgen Käthe von Landsberg und Smarty Jones! Begrüßen wir nun wild wild west bei uns!“.
      Im wilden Galopp ritt das Paar in die Halle. Die Reiterin passend zum Thema gekleidet, das Pferd vollkommen frei ohne Zubehör. Käthe gab drei Schüsse aus einem Schreckschussrevolver ab und hatte somit auf jeden Fall die gesamte Aufmerksamkeit des Publikums. Kurz darauf sprang sie vom Rücken des Pferdes und nach einer kurzen Pause, in der der Hengst weitergelaufen war, rief sie ihn zurück.
      Es folgte eine schöne Einheit des Freilongierens inklusive Rückwärtsrichten, Seitwärtsgängen und vielen weitere Lektionen. Kurz darauf wurde auch noch die Gelassenheit des Hengstes unter Beweis gestellt, als Käthe ihm zwei Jutesäcke voller klappernder Dosen auf den Rücken legte und durch ein Tor hindurch schritt, welches laut knarzendes geöffnet wurde. Smarty Jones folgte ihr seelenruhig. Kurz darauf nahm sie ihm die Dosen wieder ab und als sie sich bückte, schnappte er spielerisch nach ihr.
      Es folgte ein kurzes freies Spiel des Paares, ehe der Hengst sich zuletzt verbeugte. Während das Publikum bereits klatscht, steigt Käthe wieder auf und dreht ein paar Runden im Galopp durch die Halle, zeigte einen gekonnten Zirkelwechsel mit fliegendem Galoppwechsel, ebenso wie eine Galopppirouette und wie sie gekommen sind, so verließen sie auch wieder die Halle: im Galopp.
      „Wow! Ich würde sagen, nun sind wir alle wach und hellauf begeistert! Dankeschön! Nun als nächstes Ylvi Seidel auf Inyan!“ Das Pferd trug lediglich ein War Bridle und in die Mähne war eine große Feder geflochten, während Inyan zusätzlich um sein Auge einen grünen Kreis gezeichnet bekommen hatte. Die Reiterin trug eine Regalia, traditionell für die Lakota. Pfeil und Bogen waren ebenfalls von der Partie und auch dieses Paar ritt im flotten Galopp in die Halle hinein. Zu Beginn demonstrierte Ylvi ihre Schießkünste, ehe sie den Wallach auf Kommando ablegen ließ und auf ein unsichtbares Zeichen hin sich sogar auf die Seite legte. Ylvi schoss noch einmal auf eine weit entfernte Scheibe und traf erneut. Dann ließ sie Inyan aufstehen und zeigte eine kleine Demonstration aus freiem Longieren und spanischem Trab. Kurz darauf zeigte sie uns noch das Abrufen des Hengstes, leider sah Inyan das anders und vollführte seine eigene Show, indem er zwar auf Ylvi zulief, aber an ihr vorbeisauste und quer durch die Halle bockte. Auf einen zweiten Pfiff kam er jedoch sofort und so war man sich nicht sicher, ob das erste nicht doch geplant gewesen war. „Eine wunderbare Vorstellung, vielen Dank! Nun würde es noch einmal etwas mehr Wild West, denn wir begrüßen nun Caleb O’Dell auf GRH’s A Gun Colored Lena!“. Das Paar, gekleidet als typisches Westernpferd und Cowboy, ritt auch im Galopp in die Halle. Caleb trug einen schwarzen Hut, ein schwarzes Hemd und ebenso schwarze Chaps und Boots. Auch das Pferd war schwarz gekleidet: schwarzes Blanket und ein schöner dunkelbrauner Sattel. Jedoch war das Paar ohne Sattel unterwegs.
      Im Affenzahn ritten sie nun in die Halle und legten kurz vor Ende der Halle einen Sliding Stop hin, ehe Caleb sein Pferd bis zur Mitte der Halle rückwärtslaufen ließ. Dort verweilten sie jedoch nur kurz, ehe es rasant mit einem Spin weiterging. Und das vollkommen frei, denn Caleb streckte seine Arme zu den Seiten weg.
      Nach einer kurzen Verschnaufpause galoppierten sie auf einem Zirkel und zeigten einige fliegende Galoppwechsel, ehe sie einen weiteren Sliding Stop vollführten. Erneut zeigten sie vier Spinrunden auf jeder Hand und verlassen abschließend rückwärts die Halle. Dabei zog Caleb seinen Hut und verbeugte sich.
      „Was für ein Abgang!“, übertönte ich den lauten Applaus. „Das letzte Paar für heute: Tamara Meyrohe und Polka Dot. Liebe Leute, es wird noch einmal klein und süß!“. Und so war dem auch: Ein kleines gepunktetes Pony lief vor seiner Reiterin am Langzügel in die Halle hinein.
      Die beiden präsentierten zunächst ihre Langzügelarbeit. Im versammelten Galopp betraten sie Halle und parierten in der Mitte zum Halt. Daraufhin zeigten sie uns einige Lektionen: Passage, Piaffe und Traversalen in jede mögliche Richtung. Aufgrund der Shettygröße sah alles mehr als knuffig aus.
      Kurz darauf ließ Tamara ihr Pony sich ablegen und nahm ihr die gesamte Ausrüstung ab.
      Nun folgte noch ein Einblick in die Freiarbeit: Zu Beginn wurde das Pony von Dannen geschickt und raste seine Runden durch die Halle, nur um sofort zu stoppen und zu der Reiterin zu sausen, als diese es rief. Kurz vor Tamara stieg das Pony und während die Reiterin rückwärts lief, folgte Polka Dot ihr auf den Hinterbeinen.
      Im Trab umkreiste das Pony daraufhin seine Reiterin, doch schon bald standen sie nebeneinander und zeigten Seitwärtsgänge, Rückwärtsrichten und ein flottes Galoppieren, immer schön synchron. Abschließend blieben sie abrupt stehen und überkreuzten jeweils ihre Beine. Den Abschluss machte der spanische Schritt, ehe die beiden im Passage-Tempo wieder in die Mitte der Halle liefen und sich dort Polka Dot verbeugte. Das Publikum applaudierte laut und auch ich bedankte mich. „So! Nun kommt in ein paar Minuten noch die Siegerehrung und dann heißt es Essen!“, meinte ich fröhlich und entschwand kurz, um mir die Siegerlisten aushändigen zu lassen.
      Kurz darauf erschien ich wieder in der Halle. Aufgrund von Zeit und der teilweise größeren Entfernung der Boxen, würden nur die Reiter die Schleifen in Empfang nehmen. „Beginnen wir mit dem Kostümreiten! Auf dem dritten Platz mit einer tollen Zeit und ohne Fehler: Nathan Scott auf seinem Hippogreifen! Daraufhin auf dem zweiten Platz unser einhändig reitender kopfloser Reiter Fritzi Tersteegen, der doch ein Ticken schneller gewesen ist, aber leider nicht schnell genug. Denn der erste Platz geht an Käthe von Landsberg mit Ases Maskawamozi! Herzlichen Glückwunsch an die drei!“ Nachdem der erste Applaus verstummt war, ging es weiter. „Dann hat unsere Jury sich kritisch mit den Kostümen auseinandergesetzt und ich muss ehrlich gestehen: Die Aufgabe hätte ich nicht gerne gehabt, denn eine Entscheidung war wirklich, wirklich schwer! Auf den dritten Platz wurde jedoch das Kostüm Harry Potter und sein Hippogreif gewählt! Ein kleiner Applaus! Auf dem zweiten Platz finden wir nun Engel und Teufel von Caleb O’Dell! Hier ein besonderer Respekt an die tollen Flügel! Und zu guter Letzt: Der erste Platz geht an den kopflosen Reiter! Der mit seinem Kostüm einfach genau Halloween getroffen hat und wirklich ein schönes Kostüm zeigte! Applaus für Fritzi Tersteegen!“
      Es folgten die Gewinner des Gelassenheitsparcours. Dort ging der dritte Platz an Bellamy Blake mit PFS‘ Unclouded Summer Skies. Den zweiten Platz ergatterten sich Alicia Grey und Townsend Cosmopolitan und auf den ersten Platz landeten Lily Adams (unsere jüngste Teilnehmerin) mit PFS‘ Skydive!
      Für alle teilnehmenden Fohlen gab es ein kleines Bund Möhrchen und die Reiter durften ihre Schleifen einstecken und so kamen wir zur letzten Auswertung, den Trickshows. „Auch hier wieder! Ein Glück saß ich nicht im Entscheidungskomitee, ich fand nämlich allesamt wirklich einwandfrei, aber nun muss man ja doch Plätze verteilen, also bitteschön: Auf dem dritten Platz Caleb O’Dell mit seiner fetzigen Western-Show! Und auf dem zweiten Platz finden wir Ylvi mit ihren Bogenschießkünsten, definitiv verdient! Und zu guter Letzt: Der erste Platz geht an Tamara Meyrohe mit ihrem süßen Punktepony und der kreativen Show! Einen Applaus für die drei und noch einmal einen umso lauteren Applaus für alle heute hier aufgetretenen Paare. Ich finde, das haben wirklich alle wunderbar gemacht! Vielen Dank für euer Kommen und eure Mühen. Es war eine Freude, euch und euren Pferden zuzuschauen! Und nun eröffne ich das Büffet und die Tanzfläche und wünsche allen Anwesenden noch einen tollen Abend!“
      Lächelnd verabschiedete ich mich mit einer Verbeugung und hielt noch kurz Small-Talk mit einigen Teilnehmern, um ihnen nochmals für ihr Danken zu kommen. Allen teilnehmenden Leuten hatten wir eine kleine Geschenktüte fertig gemacht, immerhin kamen alle von weit her. In der Tüte fanden sich einige Snacks, die meisten natürlich wieder passend zu Halloween, außerdem Soda-Dosen und natürlich auch Leckereien für die Pferde.
      Celeste hatte außerdem für jeden einen kleinen Anhänger gestaltet, auf dem stand „Halloween Special 2018, wir waren dabei!“ – und wie konnte es anders sein? Es war ein orangener Kürbis mit grinsender Fratze, aber immerhin einer netten Fratze.

      Ich gesellte mich nun noch zum Büffet, denn nach dem langen Tag hatte ich definitiv auch Hunger und bediente mich somit an den ganzen Köstlichkeiten. Zum Reden fand man hier auch sofort jemanden und so würde der Abend noch ganz schön lang werden. Aber schön war es! Und gelohnt hatte es sich auch allemal!​


    • adoptedfox
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      Pflegebericht für alle Pferde des von Landsberg TC | 4978 Zeichen von adoptedfox
      Käthe | “Du gehörst ins Bett, my Dear.” ermahnte mich Erin, als ich den Stall betrat und meine Thermoskanne auf der Futterkiste abstellte. Ich seufzte. “...aber mir fällt die Decke auf den Kopf.” sagte ich mit erstickter Stimme und folgte ihr in die Sattelkammer. “Wie läuft es mit Funny Sugar?” fragte ich sie und nahm mir einen Führstrick. “Sehr gut! Die letzten Tage habe ich mit ihr vermehrt Bodenarbeit gemacht und unsere Verbindung wird immer besser!” erzählte sie euphorisch und ich freute mich darauf, die Entwicklung der beiden miterleben zu dürfen. Erin hatte die junge Stute im Oktober letzten Jahres gekauft um sie selbst ausbilden zu können und ich versprach ihr zu helfen, sollte sie meine Unterstützung benötigen. Sie öffnete den Spind von Hibana und nahm den Sattel, ein paar Gamaschen und die Putzkiste heraus. “Was möchtest du heute machen?” fragte sie mich auf dem Weg zu ihrer Box und ich überlegte einen Moment. “Ich denke ich striegel die Pferde nur ab, bringe sie auf die Weiden und vielleicht gehe ich eine gemütliche Runde ins Gelände.” antwortete ich und Erin nickte zustimmend. Wir unterhielten uns noch einen Moment, bevor ich mich auf den Weg machte und mich um die Pferde kümmerte. Nachdem sich die Fohlen Granada, Ivy’s Rhapsody und Missing Misty auf der Weide neben dem unteren Stallgebäude befanden und um die Wette galoppierten, ging ich zur Box von Lorelei. Lorelei war seit einer Woche auf dem Hof und stach, als Kaltblut, deutlich zwischen den Vollblütern hervor. “Na meine Große, wie geht es dir heute?” fragte ich sie und ging in die Box um ihr grobe Verschmutzungen und Streu, die sich im Fell verfangen hat, abzubürsten. Tiefenentspannt, stand sie mit ihrem dichten Winterfell vor mir und genoss die massierenden Bewegungen der Bürste.
      Da sie noch in der Eingewöhnung war, brachte ich sie auf die Koppel neben dem Haus, die wir abgetrennt hatten damit auch Westatlanta ihren Freigang genießen konnte. Ases Maskwamozi, Echo’s Maiden und Smooth Gravity brachte ich zusammen auf eine der großen Weiden und Bearing Spot's, Bear Brooks Denahi, Grenzfee und Sympathy of the Devil auf eine anschließende Weide, damit die Stuten untereinander trotz der Litze Kontakt halten konnten. For an Angel brachte ich zu den Fohlen auf die Weide. Als auch Amistad, Compliment und Valentine’s Cantastor auf den Weiden waren, kontrollierte ich noch einmal dass alle Tore fest verschlossen waren und ging in den Stall um Smarty Jones für den Ausritt fertig zu machen. Der Hengst war das Verlasspferd schlechthin und ich vertraute ihm in jeder Situation. Da ich angeschlagen war hielt ich es für besser, ihn für einen Ausritt zu wählen. Ich holte den Hengst aus der Box und band ihn in der Stallgasse an um ihn gründlich zu putzen. Nachdem ich seine Hufe ausgekratzt hatte ging ich in die Sattelkammer und holte ein paar Gamaschen, seinen Sattel und die Trense. Mit einer Grippe war es ein Kraftakt, den schweren Westernsattel auf den Rücken des Hengstes zu bekommen, doch ich nahm alle Kraft zusammen und legte ihn mit Schwung auf. Der Hengst schnaubte und wandte mir seinen Kopf zu als wolle er fragen, ob alles okay sei. Ich streichelte über seine Stirn und lachte. “Womit hab ich dich nur verdient, hm?” fragte ich ihn und er rieb sein zartes Maul an meinem Oberschenkel. Ich holte eine Abschwitzdecke aus seinem Schrank und legte sie ihn über die Kruppe. Wir hatten zwar keine Minusgrade, doch der Wind fühlte sich eisig kalt an. Ich trenste den Hengst und führte ihn auf den Hof zur kleinen Bank um aufzusteigen. “Nimm das mit, zur Sicherheit.” sagte Erin und drückte mir mein Smartphone in die Hand. Dankbar steckte ich es in meine Jackentasche und trieb den Hengst vorwärts. Als wir an den Weiden vorbeigeritten waren, schlugen wir den Weg entlang der Felder ein. Im Schritt ritten wir auf einem kleinen Pfad zwischen Waldrand und frisch gepflügtem Feld bis es zu nieseln begann und wir in den Wald abbogen. “Wir sollten viel öfter ausreiten, meinst du nicht auch?” fragte ich Smarty Jones und streichelte den Hals unter seiner nachgewachsenen Mähne. Als würde er mir zustimmen, stieß er ein kurzes Schnauben aus und richtete ein Ohr nach hinten. Auch wenn es mich fröstelte, genoss ich die Auszeit im Wald auf dem Rücken meines Lieblings. Die vergangenen Wochen waren nervenaufreibend gewesen. Beginnend mit der Heunot durch den heißen Sommer, über die Vorbereitungen für den Winter, bis hin zum Jahreswechsel hatten wir alle Hände voll zu tun und sogar Hunter, der ebenfalls nicht zu wenig Arbeit hatte, half wo es nur möglich war. Mit dem ersten Tag im neuen Jahr fiel alle Last von unseren Schultern und wir hofften auf ein besseres Jahr. Nach knapp 3 Stunden erreichten wir wieder den Hof. Ich sattelte den Hengst ab und brachte ihn mit einer Abschwitzdecke auf die Koppel zu Valentine’s Cantastor, mit dem er sich sehr gut verstand. Sichtlich am Ende räumte ich den Stall noch auf, bevor ich mich ins Haus zurück zog und mir ein Erkältungsbad einließ.
    • adoptedfox
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      Pflegebericht für alle Pferde des von Landsberg TC | 1999 Zeichen von adoptedfox
      Verdine, Lorelei, Funny Sugar, Hibana, Ivy’s Rhapsody, Granada, Missing Misty, Westatlanta, Bear Brooks Denahi, Ases Maskwamozi, Bearing Spot’s, Echo’s Maiden, Smooth Gravity, Sympathy of the Devil, Grenzfee, For an Angel, Compliment, Amistad, Smarty Jones, Valentine’s Cantastor


      Käthe | Ein paar Monate waren vergangen, seit Hunter sich dazu entschlossen hatte den Hofbetrieb für geraume Zeit einzustellen und die Pferde an befreundete Sport- und Zuchtanlagen verkaufte. Wir verbrachten nur noch wenig Zeit miteinander und doch genoss ich jede Minute seiner Anwesenheit. Um Erin zu entlasten, die einmal wöchentlich Seminare an der Universität in Nottingham besuchte um ihre Trainerlizenz zu erhalten, stellte ich zwei zusätzliche Pferdepfleger ein die uns unterstützten. Die Reitstunden hatte ich aus dem Programm genommen, dafür bot ich aber immer wieder Kurse zu verschiedenen Themen an die mehr als gut besucht waren. Auch bei meinen privaten Pferden lief es bestens. Die Fohlen werden mehr und mehr an das Fohlen ABC herangeführt und beinahe wöchentlich waren wir mit unseren Pferden auf Turnieren vertreten. Mal mehr, mal weniger erfolgreich. Jetzt im Sommer zogen wir es vor, die Pferde in den frühen Morgenstunden zu bewegen damit sie die heißen Temperaturen auf den Weiden verbringen konnten. Abends, nachdem die Pfleger sich in den Feierabend verabschiedeten, sattelten Erin und ich die Pferde und ritten aus um den alltäglichen Wahnsinn hinter uns zu lassen. “Wollen wir heute Abend zum See reiten?” fragte Erin und setzte den Huf ihrer Stute Hibana ab. “Ich kann leider nicht. Hunter kommt heute vorbei und ich möchte ihn mit einem Abendessen überraschen.” antwortete ich ehrlich und streichelte der Stute den Hals.
      “Da freut er sich bestimmt! Mensch… ich finde es schade das er alles auf Eis gelegt hat.” Ich stimmte ihr zu. Auch wenn ich hinter ihm stand, machte ich mir Sorgen wie es weitergehen würde. Ich blieb noch ein paar Stunden im Stall und half Erin dabei die Pferde für die Koppel fertig zu machen, bevor ich mir eine Einkaufsliste schrieb und in die Stadt fuhr um alles für das Essen zu besorgen. Die kommenden Wochen waren bereits gut durchgeplant. Am meisten freute ich mich auf einen Dressurlehrgang, den ich für mich und Bear Brooks Denahi gebucht hatte.



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  • Album:
    von Landsberg Stuten
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    adoptedfox
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    4 Aug. 2018
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    Stute
    Ases Maskwamozi | englisches Vollblut-Appaloosa Mix | 06. April 2014
    Stockmaß: 1.59cm
    Gewicht: 395.00kg
    Fellfarbe: Bay Leopard



    • Abstammung •
    Von Mr. Raw Depression
    Von Unbekannt Aus der Unbekannt

    Aus der Apache's Tomahawk
    Von Midnight Golden Fox Aus der Apaches Apricot



    • Charakter •
    unkonzentriert | anhänglich | temperamentvoll | aufgeschlossen

    Bunt, laut, lebensfroh, rein. Die schönen Seiten der jungen Stute sind unübersehbar. Leider mangelt es ihr durch den ständigen Drang etwas zu Tun an Auffassungsvermögen. Sie sucht sich immer wieder neue, eigene Aufgaben. Dabei kommen sehr lustige Bilder zu Stande, die die Menschen meist zum Lachen, ihre Besitzer aber zur Verzweiflung, bringen. Die aufgeweckte Stute sucht die Aufmerksamkeit. Sie ist ein Ausbruchkünstler und hält ihre Pfleger stets auf Trab. Hat sie ein gewisses Level an Energie losgelassen kann man aber auch mit ihr ganz gut arbeiten und hat am Ende des Tages ein glückliches, ausgelastetes, Pferd im Stall stehen.

    Sie ist schmal gebaut und wirkt in ihrer Körperform sehr edel und stolz. Ihre Grundgangarten, sind wie auch die ihres Vaters lupenrein und klar. Ihre blühende Fantasie und unschuldige Reinheit machen sie zu einem geborenen Entertainer. Überall wo man sie sieht, steht sie automatisch im Mittelpunkt der Geschehnisse.




    • Qualifizierungen & Erfolge •
    Fohlen ABC ✔ | Eingeritten ✔ | Eingefahren x

    ● Schleifenaufstieg
    Trainingsaufstieg Potential
    Dressur E A L M S
    Lektionen der Dressur: E A L LM LP M S

    Springen E A L M S S*
    Stilspringen & Zeitspringen: E A A* A** L M M* M** S S*

    Military E A L M S
    Geländestrecke: CIC/CCI* CIC/CCI** CIC/CCI*** CIC/CCI****

    Western E A L M S
    Western Pleasure: LK5 LK4 LK3 LK 2 LK1
    Reining: LK5 LK4 LK3 LK 2 LK1
    Trail: LK5 LK4 LK3 LK 2 LK1

    Distanz E A L M S S* S** S***
    Distanzritte: EL EVG1 EVG2 EVG3 EVG4 CEN* CEN** CEN***


    Offiziell
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    Inoffiziell
    1. Platz beim Kostümreiten beim Halloween Special der Nahanni Rivers Ranch

    Zuchtverband
    -
    GHP - Prüfungen + Reiterspiele
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    Abstammung: 2
    Schleifen: 18
    HS: 0
    TA:
    0
    Trainer: 0
    Zubehör: 0
    Gesamt: 20



    Zuchtinformationen
    Zur Zucht zugelassen: nein
    Eingetragene Zucht: von Landsberg
    Züchter/Herkunft: Caenheide


    Nachkommen
    0/5

    Besitzer: adoptedfox (Käthe von Landsberg)
    VKR/Ersteller: sadasha



    • Gesundheitszustand •
    Letzter Tierarztbesuch: -
    Chronische Krankheit/en: -
    Erbkrankheit/en: -


    Letzter Hufschmiedbesuch: -
    Hufkrankheit/en: keine
    Sonstige Unterlagen
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