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Calypso

Argo - Connemara - 11 Punkte •

Stute - gekrönt - Im Besitz seit Mai 2016

Argo - Connemara - 11 Punkte •
Calypso, 13 Aug. 2016
Cascar gefällt das.
    • Calypso
      Alte Trainingsberichte
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      Distanz E auf A
      Veija | 3733 Zeichen

      Heute war ich zu einem besonderen Kunden unterwegs. Es handelte sich hierbei um ein Connemarapony. Nicht irgendeins, sondern eine wunderschöne Goldpalominostute von Ravenna. Es war nicht das erste Mal, dass ich zu Ravenna fuhr, weshalb ich schon wusste, wo alles war. Ich parkte den Wagen und begrüßte Ravenna, ehe ich in den Stall zu den Pferden ging. Argo streckte mir schon neugierig den Kopf entgegen, weshalb ich sie nicht lange suchen musste und sofort versuchte, sie mit einer Möhre zu bestechen, was im Endeffekt auch klappte. Ich halfterte sie auf und nahm sie aus der Box, ehe ich sie davor anband und ihr die Decke abnahm, bevor ich anfing zu putzen. Damit war ich recht schnell fertig, ehe ich ihre Satteldecke, den Sattel und die Trense holte. Dazu noch ein Vorderzeug und Gamaschen für die Vorderbeine. In der Distanz war ich nicht so erfahren wie in den Westerndiziplinen, doch bestimmt würden Argo und ich das hinbekommen. Das erste was sie brauchte war viel Kondition. Die hatte Ravenna auf meinen Wunsch hin auch schon mit ihr aufgebaut. Viel spazieren gehen, ausreien, longieren und in der Führanlage laufen lassen. Dazu noch viel Koppelgang. Ich würde ihre Ausdauer jedoch gleich auf eine harte Probe stellen, um zu schauen, ob es für Turnierniveau reichte. Doch zunächst zog ich die Gamaschen fest und machte ihr Halfter ab, ehe ich noch eine Longe und eine Peitsche holte. Damit bewaffnet ging ich in die Halle. Es war zwar noch hell und halbwegs angenehm draußen, was die Temperaturen anging, aber ich wollte zu erst etwas drinnen arbeiten.
      In der Halle angekommen gurtete ich nach, ehe ich die Zügel zusammenmachte und unter ihrem Kinnriemen hochband. So konnte sie sich nicht auf die Zügel treten. Gegen die Steigbügel konnte ich jetzt nichts machen, das musste sie lernen, dass diese ab und an Gegen ihren Bauch schlugen. So schickte ich sie mit der Peitsche von mir weg, so dass sie an der Bande vorbeitrabte. Ich hielt sie lange im Trab, wechselte die Seiten und parierte zum Schritt durch, ehe ich sie zum Angaloppieren aufforderte und sie in großen Sprüngen ganze Bahnen durch die Halle galoppierte. Nach einiger Zeit fing sie ganz schön an zu schnaufen, wehshalb ich sie zum Trab durchparieren lies und schließlich zum Schritt. Dann legte ich die Peitsche weg und ging auf sie zu, löste die Zügel und stieg auf, nachdem ich nachgegurtet hatte. Zu erst ritt ich die Grundlegenden Lektionen im Dressurreiten der Klasse E, ehe ich sie ein wenig nur im Schritt ritt, damit sie trocken wurde. Dann ging ich raus und in den Wald. Ich hatte mir vorher eine Karte zusammengestellt, die ich reiten wollte. Argo wollte auf geraden Strecken immer galoppieren, was ich ihr jedoch verbot. Sie durfte nur galoppieren, wenn es bergauf ging, damit sie zum einen schneller oben war und zum anderen ein Gefühl dafür bekam, was es hieß, einen Berg hochzugaloppieren. Auf den engen Biegungen und Kurven, sowie quer durch den Wald ritt ich die Stute nur im Schritt. Genauso bergab. Dort wollte sie zwar immer antraben, aber ich hielt sie zurück, bis wir wieder gerade waren. Dann durfte sie traben. Der Rückweg erfolgte genauso, obwohl ich sie ein wenig mehr galoppieren lies, damit wir schneller daheim waren, weil es anfing dunkel zu werden.
      Wieder am Hof angekommen erwartete uns Ravenna schon und nahm mir die Stute ab. "Also das Training verlief gut, sie kann auch jetzt in der Klasse A starten, jedoch solltest du viel mit ihr im Gelände gehen, damit sie ein Gefühl dafür bekommt, wann sie wo traben und galoppieren sollte, oder wo sie besser Schritt gehen sollte", erklärte ich Ravenna und verabschiedete mich dann. Heute und morgen oder übermorgen standen noch zwei Kunden an, die noch abgearbeitet werden mussten.


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      Distanz A auf L
      Ravenna | 4850 Zeichen

      Ich hievte den schweren Sattel von Argo auf den Rücken der Palominostute – wir hatten ihr einen hübschen Westernsattel gekauft, da der englische absolut nicht gepasst hatte. Außerdem hatten wir uns dazu beschlossen die Stute eher im Western zu fordern als in der Dressur – ebenso wie wir es mit Stormbringer getan hatten. Zwar waren Connemara´s eher weniger etwas geeignet für das Hüten von Kühen, doch eine einfache Pleasure konnten wir von ihnen schon verlangen. Allerdings wollte ich mich heute eher wieder ihrem Training in Sachen Ausdauer widmen. Jeden Tag schickte ich irgendwen mit der Stute entweder ins Gelände, oder sie kam für eine Stunde in die Führanlage. Da jetzt endlich langsam der Frühling das Land zu erreichen begann, schien heute sogar die Sonne, wenn auch nicht komplett ohne den mittlerweile gewohnten Nebel. Argo wandte mir ihren großen Kopf zu mit gespitzten Ohren betrachtete sie jeden meiner Handgriffe, brummelte ein wenig. Mit meiner roten – sogar selbstgestrickten – Mütze schwang ich mich schließlich auf ihren Rücken. Im gemütlichen Schritt, mit langen Zügeln – ich hatte mich für ein Knotenhalfter als Trense entschieden – zuckelten wir an den Hengstweiden in Richtung des in unserem Falle Ausgangstor. Erst überlegte ich einen Moment in welche Richtung ich gehen wollte und entschied mich dann für Loch Spelve, der Sand am Ufer des Sees konnte sicher nicht schaden. An einer Stelle war er wirklich tief, sodass ein Trab darin sicher gut an die Kondition und die Muskelmasse ging. Zumindest darin hatte die Stute seit ihrer Ankunft bei uns zugelegt – Muskeln, zwar hatte sie in ihrer Zeit als Filmpferd viel zu tun gehabt, allerdings war sie viel mehr vom Boden aus gearbeitet worden war. Weniger Wert wurde dabei auf ihre Muskeln gelegt und die Art wie sie geritten wurde – die Bremse kannte sie zu Anfang, eher dann wenn sie es wollte und Versammlung ein Fremdwort. Zwar raste sie nicht länger Kopflos um die Ecken des Platzes, aber sich wirklich lockern konnte sie sich dort nicht – ihr Element war das Gelände, hier war sie wunderbar zu händeln, schien entspannt und locker. Nun denn ich genoss den Anblick der sich rund um mich herum bot, seit einer Woche gab es auf der gegenüber liegenden eine ganze Herde von Schafen, jetzt lagen sie in dem Moos der Heide, jedes irgendwie einzeln. Wie sie so dort lagen, die Köpfe nicht erhoben erinnerten sie mich irgendwie an weiße Ostereier die in ihrem Nest aus Moos lagen. Ich lächelte schüttelte den Kopf und sah links von mir wie der Hof an uns vorbei zog. Erst als ich den nächsten Hügel wieder herunter ritt trabte ich Argo an – mittlerweile brachten wir es auf eine ganze Viertelstunde im Trab, die wir jeden Tag versuchten auf die 20 Minuten zu bringen. Wobei es bei dieser Übung auch ordentlich an meine Konstitution ging, denn die gesamte Zeit in dem doch leicht ungewohnten Westernsattel zu sitzen und leicht zu traben. Auf den Ohren, gleich über der roten Mütze, thronten meine Kopfhörer während mir nun der Soundtrack von The Lion King in den Ohren dudelte, konzentrierte ich mich auf den Trab, schloss eine kleine Weile die Augen um ihren Rhythmus besser zu treffen. Der Weg ging eh nur geradeaus, wir hielten uns etwas links neben der „Hauptstraße“, die in Wirklichkeit nur eine schmale Schotterstraße war, nur in Craighnure war sie richtig betoniert.
      Als ich die Augen wieder öffnete, sah ich bereits den riesigen Loch Spelve, vielleicht nicht ganz so historisch bewandert wie Loch Ness, aber immerhin gab er im Sommer die nötige Abkühlung!
      Ich parierte Argo am See in den Schritt zurück, der Blick auf mein Handy zeigte gute 15 Minuten im Trab, also durfte sie sich jetzt für 10 Minuten im Schritt ausruhen, anschließend würden wir eine weitere Trabphase im Sand absolvieren. Argo schnaufte kaum mehr – noch vor einer Woche hatte sich das ganz anders angehört. Ich klopfte ihr Stolz auf die Kruppe, lehnte mich dann halbwegs entspannt zurück und schaltete das Lied weiter – Hammerfall wollte ich nun nicht mehr hören. Als das Lied „Wolf“ ertönte, hörte ich auf mit dem Schalten, lenkte Argo auf den Strand hinunter. Erst nach dem Lied hieß ich Argo wieder antraben. In dem Sand musste sie die Hufe höher nehmen, weswegen ihr Trab ulkig eiernd wirkte, aber ich gewöhnte mich auch daran. Ich spürte wie Argo etwas angespannt wirkte, ja sie wurde merklich schneller – ich ließ ihr also die Zügel, gab eine leichte Hilfe und schon preschte Argo im Galopp nach vorn. Wir galoppierten eine Weile am Ufer des Sees entlang, da sah ich von der anderen Seite einen anderen Reiter näher kommen. Also parierte ich meine Stute durch, erkannte dann Julie auf ihrer Haflingerstute Lady Äppel. Ich begrüßte sie freundlich, verkürzte das Training auf jetzt und begleitete Julie nur im Schritt Richtung ihres Hofes. Wir hatten uns – wie immer – eine ganze Menge zu erzählen.

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      Dressur E auf A
      Pepe | 4196 Zeichen
      Mit kurzen Bewegungen bürstete ich das Fell der Connemarastute Argo. Ich hatte sie für einige Tage in meiner Obhut, um mit ihr etwas zu trainieren. Bei der Gelegenheit konnte Sarah mal wieder einen kleinen Besuch abstatten. „Gehst du in die Halle?“, fragte mich Ben im vorbeigehen. Ich nickte, sicher wollte er wieder etwas mit Joy arbeiten. Die beiden waren so toll zusammen! In Tagträumen versunken kratzte ich die Hufe der Stute aus und bemerkte gar nicht, wie sie anfing, den Putzkasten zu untersuchen. „Nicht…!“, rief ich ihr noch entgegen, doch sie hatte ihn schon umgeworfen. Lachte räumte ich ihn weg und sattelte die Stute.

      In der Halle gurtete ich nach und stieg auf. Mit einem leisen Schnalzen ließ ich die Stute antreten, sie folgte meinem Kommando mit einem fließigen Schritt. Ich mochte Argo vom ersten Augenblick an, sie war so unkompliziert und freudig bei der Arbeit. Nach einigen Runden nahm ich die Zügel auf und trabte locker an. Ich wollte, dass sich die Stute zuerst etwas löste, bevor ich mit neuen Lektionen beginnen wollte. Sanft fragte ich etwas Stellung durch die Zügel an und Argo nahm die Aufforderung an, mit etwas nachtreiben schickte ich sie ins lockere vorwärts-abwärts. Laut schnaubend flog Argo durch die Halle. Ich nahm die Zügel etwas mehr auf und galoppierte an. Der Galopp des Connemaraponys war ruhig und versammelt und so forderte ich sie gleich etwas heraus. Ich trieb Argo etwas mehr an und ließ ihr minimal Luft nach vorne, der Mittelgalopp war eines der neuen gefragten Anforderungen. Bemüht verlängerte sie ihre Tritte und ließ sich brav durchparieren. Den Mitteltrab zeigte die Stute schon fast von sich aus, da war nur minimal nachzuarbeiten. Sicherlich würde es später schwerer werden, sie anhaltender in die Versammlung zu bekommen. Im Trab ritt ich noch einige Hufschlagfiguren durch, die keine Probleme darstellten. Figuren wie Zirkel oder aus dem Zirkel wechseln, übte ich nicht gezielt, nur die 10-Meter Volten und die Schlagenlinien nahm ich mir vor. Im lockeren Trab absolvierten wir die Figuren, Argo bog sich artig in den Schlangenlinien. Damit konnte ich diese Übungen aus meinem Kopf streichen. Im Trab ließ ich mir die Zügel aus der Hand kauen und verlangsamte zum Schritt; ich wollte ich die ersten A-Dressur-Lektionen testen. Ich parierte zum Halt durch und ließ sie Stute rückwärts treten. Argos Ohren spielten und etwas zögerlich ging sie einige Tritte rückwärts. „Brav meine Süße!“, flüsterte ich ihr zu und klopfte sie am Hals. Die Stute schnaubte und weiter ging das Training. Am langen Zügel übte ich die Übung ‚Viereck verkleinern und vergrößern‘, die Stute fand es schon fast zu langweilig. Nun kam noch die letzte Übung an die Reihe. Argo hatte wieder etwas mehr Power und ich trabte an. Durch viele Trab-Schritt-Trab Wechsel ritt ich mir die Stute fein am Bein. Der einfache Galoppwechsel war nicht schwer, aber ich brauchte ein aufmerksames Pferd, an Verständnis mangelte es dem Pony ja schließlich nicht. Ich startete den ersten Versuch aus dem Schritt anzugaloppieren. Argo riss den Kopf hoch und trabte los. Sanft parierte ich durch und hielt etwas mehr Zügelkontakt und siehe da, die Stute galoppierte vorsichtig an. Ich bestärkte sie, indem ich die Zügel etwas länger ließ und nachtrieb, dann parierte ich wieder zum Schritt durch. Argo kaute auf dem Gebiss und ließ sich wie eine Feder auf den Zirkel lenken. Ich galoppierte wieder aus dem Schritt an, diesmal im Rechtsgalopp, parierte am Zirkelwechselpunkt zum Schritt durch und galoppierte im Linksgalopp wieder an. Voller Freude ließ schmiss ich die Zügel hin und ließ Argo ausgaloppieren. „Super, das sah echt klasse aus!“, rief mir Ben von der Bande aus zu. Natürlich hatte er mir zugesehen. Wie immer. Ich ritt die Stute im Schritt trocknen und brachte sie anschließend zurück auf den Hof. Es war mittlerweile gut warm geworden, Argo hatte sich die Dusche sowieso verdient. Die restlichen zwei Tage durfte sie hier auf der Koppel verbringen, vielleicht würde ich auch nochmal einen Proberitt starten, allerdings hatte ich das Gefühl, die Stute hatte alles begriffen. Mit einer Karotte verabschiedete ich sie auf ihren Paddock und räumte ihre Sachen zusammen.
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      Herzlichen Glückwünsch, Argo hat nun die Klasse A in der Dressur erreicht!
      Team des Willmore Stud

      Alte Pflegeberichte I
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      Täglicher Arbeitswahnsinn oder "Wie Smaug vor die Kutsche kommt"
      Ravenna | 7901 Zeichen

      „Hab Smaug heute morgen nochmal ein wenig im Training gehabt“ kam Hansi herein und gesellte sich zum Mittagstisch – ich war in der Planung eines Besuches von Vina, dort würde ich eine ihrer Stuten zu mir nehmen und ihre beiden neuen Pferde trainieren. Hansi derweil wollte sich um den Gelderländer kümmern, damit dieser eingefahren wurde. „Ja die Langzügelarbeit war ihm ja nicht unbekannt und das Zuggeschirr hat er die letzten beiden Wochen ja auch schon dabei getragen.“ Hansi grinste mich dann über den Tisch hinweg breit an „Ich hab ihm heute einfach mal einen Reifen hinter ihn gemacht“ ich schluckte hart – Smaug war brav, aber erst seit zwei Wochen im Training für die Kutsche, jetzt schon ein Gewicht zu ziehen? „Wahnsinnig brav, stiefelte durch die Bahn als hätte er nichts anderes in seinem Leben je getan, aber was soll es auch anders sein. Die Rasse ist mit einer Kutsche am Arsch so gesehen geboren.“ Dabei kratzte er sich leicht an Kind und grinste unverfroren in meine Richtung. Ich rollte ein wenig die Augen, nickte dann „Ich vertraue darauf ,dass er bei dir eine Menge lernt, aber geh es nicht zu schnell an, wenn er auch so brav ist – man kann schließlich nie wissen.“
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      Mit der Hand griff ich nach einem der Teller, der mir von Sarah entgegen gehalten wurde. Natürlich war sie berechtigt in ihrer Sorge um den Hengst, aber ich hatte ja mittlerweile Erfahrung im Training der Pferde. Aiden und ich beeilten uns mit dem Mittag zusehends, denn wir hatten noch den Paddock der Hengste zu reinigen und eine Box vorzubereiten. Sarah hatte sich während des Filmdreh´s in eine der mitgebrachten Stuten verliebt, nach langem hin und her mit Theo hatte der sie schlussendlich verkauft. Argo - dem Pferd aus der Serie Xena nachbenannt, war seit frühsten Jahren ein Filmpferd der extra Klasse, in einigen Serien und ein paar Filmen war sie mit von der Partie gewesen, sogar als das Pferd eines Lakotahäuptlings war sie schon dabei gewesen. Heute würde sie im Laufe des Nachmittags ankommen, da gab es noch eine Menge zu tun
      Argo mümmelte zufrieden an ihrem frisch gebrachten Heu, ließ sich von Kürbis aus Gesellschaft neben sich gar nicht ablenken in der Box – natürlich, sie war es auch gewöhnt. Ich strich ihr mit der Hand über die weiche Nüster, verabschiedete mich auch von Kürbis und kehrte zu meinem eigentlichen Job – Smaug zurück. Gemeinsam mit Aiden wollten wir erst einmal die Kutsche mit dem Transporter bei Julie abholen, wo sie noch immer stand. Anschließend die Stute Willow einspannen, mal sehen wie Smaug auf die Stute, die Kutsche und das mitnehmen reagieren würde, dann konnten wir ihn daran ein wenig gewöhnen. Sollte er das gut verkraften hatte ich bereits vor ihn etwas ins kalte Wasser zu schmeißen und vor die Kutsche zu spannen – oder eher das Trainingssulky, welches wir auch für Willow zu Anfang genommen hatten. „Los Komm, wir müssen los.“ Drängte Aiden bereits, also schwang ich mich hinter das Steuer, legte den ersten Gang ein und wir rollten die Einfahrt des Hofes hinaus. Die Fahrt würde nur knapp 5 Minuten dauern, also würde das kalte Auto sich nicht so schnell erwärmen. „Wirklich kalt geworden in den letzten Tagen“ murrte ich – ich hasste den Winter, zu allem Übel war hier auf der Insel auch noch der Nebel – momentan hatte man manchmal nicht mal Sicht auf 50 Meter, wenn überhaupt. Über Weihnachten hatte ich ursprünglich vorgehabt nach Deutschland zu meinen Eltern zu fliegen, doch hatte mich Sarah zu einem Ausritt zusammen mit Siobhan und Ty eingeladen, sodass ich meinen Eltern abgesagt – es war das einfach nicht wert…weder den Stress noch den Rest. „Tja…du hast Glück den letzten Winter nicht gesehen zu haben, da lag jetzt schon sehr hoch Schnee, dieses Jahr haben wir wirklich Glück.“ Aiden war hier geboren, oder zumindest in Schottland – er sprach Deutsch mit deutlichem Akzent, lernte jedoch außerordentlich schnell, wobei wir auch oftmals ins Englische sprangen, damit auch ich lernen konnte.
      Mit der Stute am Zügel – der Kutsche hinterher liefen wir neben einander her – Smaug zeigte sich mal wieder wunderbar diszipliniert, beäugte nur Willow von Zeit zu Zeit. Diese jedoch ignorierte den Hengst weitestgehend, suchte ihr Heil in der Arbeit womit die Arbeit sehr gut von der Hand ging. „Lass und eine kleine Runde um den Hof drehen mit den beiden“ schlug Aiden vor, also setzte sich mein Freund auf den Kutschbock, ich stieg hinten auf und führte Smaug um die Kutsche herum damit er dahinter laufen konnte. Und so setzte sich unser Tross in Bewegung, während es langsam begann zu dämmern – zumindest vermutete ich dies, denn der Nebel verdeckte die Sonne. Im Trab trottete Smaug hinterher, nahm ein wenig an Tempo zu und befand sich nun neben der Kutsche – mir gelang es nicht den Strick schnell genug herum zu dirigieren und quetschte mir dabei den Daumen ein. Mir gelang es nur knapp einen Laut des Schmerzes zu unterdrücken, leicht schüttelte ich die Hand – die Stelle puckerte und begann bereits ein wenig blau zu werden. Na Klasse…..
      Zumindest hatten wir das Training von Smaug ein ganzes Stück weiter angekurbelt, Aiden und ich wollten nun jeden Tag eine solche Tour machen – denn auch für Willow war es Training für ihre Distanzturniere.

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      Betreten senkte ich den Kopf – „Verdammt!“ murmelte ich. Cayden sah mich verwirrt an, legte den Kopf schief wie er es so oft tat. „Meine Eltern wollen zu Weihnachten hier her kommen!“ Auch Cayden schwieg einen Moment, während Kathi ungerührt in die Runde fragte „Was ist daran so schlimm?“ Erst rangen wir beide ein wenig an Worten „Naja, sie wissen noch nicht das wir uns verlobt haben, außerdem sind sie manchmal ein wenig anstrengend. Zudem feiern wir beide ja Weihnachten als Paganisten gar nicht offiziel – wir feiern bereits am 21.12 Yule und das haben sie bis heute nicht verkraftet.“ Meinte Cayden etwas zerknirscht. Wir berichteten vom letzten Jahr, dass wir beide bei ihnen verbracht hatten – als frisches Paar gemeinsam. Wir hatten keinerlei Geschenke mitgebracht, keine erwartet und das war etwas…naja weniger gut angekommen. „Im Grunde müssen sie es nun akzeptieren, dass hab ich auch schon am Telefon gesagt. Nur muss ich Vina Bescheid geben, dass es in diesem Monat wegen des Besuches nicht klappt.“
      In der Zwischenzeit beendeten wir unser gemeinsames Frühstück – heute waren Kathi und ich an der Reihe die Pferde zu versorgen, während sich Aiden und Cayden der Bewegung von Darym und Ikarus kümmern wollten, da noch kein Schnee lag wollten sie auf die Militarystrecke. Ich freute mich so unfassbar, dass sich Cayden so mit seinem neuen Hengst verstand. Hansi würde sich wieder dem Training mit Smaug widmen – nach über einer Woche lief der Hengst nun vollkommen sicher vor der Kutsche. Gerne hätte ich den Hengst mit einem der anderen zusammen angespannt, doch waren sie von der Größe her ziemlich unterschiedlich. 2Hansi? Was hast du heute vor mit Smaug?“ Der große Blonde Mann war noch beschäftigt unseren Abwasch zu erledigen und drehte mir bei seiner Antwort nicht den Kopf zu. „Da der Kleine jetzt so gesehen als Eingefahren gilt, hab ich auch gestern schon mit dem ersten Parcours für Turniere begonnen, wenn er in der A starten will.“ Ich nickte, dass würde Salera sicher freuen, denn der Hengst war jetzt bereits das November wieder hier in Schottland bei uns. „Sehr schön! Dann werde ich mich heute mal ein wenig Argo widmen und Bucks ein wenig bewegen. Die Mädels kommen später und wollen Little Grey und Kürbis auf dem Platz reiten, hast du da vielleicht ein Auge drauf?“ Hansi trocknete sich die Hände ab, nickte ebenfalls und damit verstreuten wir uns wieder in alle Richtungen auf dem Hof. Jeder ging seiner heutigen Arbeit nach – vom Stress her ließen wir uns wegen Weihnachten überhaupt nicht einnehmen. Am Nachmittag schaute ich nochmal bei Siobhan und ihrem kleinen Fionn vorbei – wahnsinnig, wie das Baby nun doch langsam nach einem Menschen ansah.

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      Die Sache mit der Stallgasse
      Vampyrin & Ravenna | 25329 Zeichen

      Wir hatten die etwas stressigen Weihnachtsfeiertage mit meinen Eltern wunderbar hinter uns gebracht, am zweiten Feiertag hatten wir gemeinsam Siobhan und den kleinen Fionn besucht. Die Mutter von Ty und meine hatten der Mutter kaum eine Chance gegeben ihn zu halten – dabei hatte ich beinahe Tränen in den Augen gehabt. Nie würde meine Mutter einen eigenen Enkel in den Armen halten, das tat mir irgendwie dann doch Leid. Silvester war hier auf der Insel und in näherer Umgebung nicht viel los gewesen – umso besser war es für die Pferde gewesen. Zwar hatten wir gemeinsam ein wenig gefeiert, aber nicht sonderlich groß, die Arbeit musste weiter gehen.
      Freudig stand ich nun am Rande des Offenstalles beobachtete die Hengste, die mit dem gerade zu ihnen gelassen Gwyn umher tobten, sich aber nach wenigen Minuten schon wieder beruhigten. Es freute mich besonders, dass sich Draki und auch Moon so Klasse in unsere recht große Hengsttruppe integriert hatten – klar durch ihre kleinen Verletzungen standen sie nachts lieber drinnen in den Boxen, aber jeden Morgen kamen sie zu den anderen raus. Zwar hatte ich Moon eine Decke für den Winter geben wollen, doch Cayden winkte ab, da dies nur den Wärmehaushalt des Hengstes stören würde, Recht hatte er ja dabei. Gwyn hatte ich heute morgen leicht lahmen sehen, also hatte ich ihn aus dem Offenstall geholt und das rechte Vorderbein untersucht – da es jedoch weder heiß war oder geschwollen hatte er sich vielleicht erstmal nur vertreten. An die Pinnwand im Stall hatte ich gleich einen Zettel gepinnt, dass Gwyn beobachtet werden sollte, dann hatte ich die Zeit gleich genutzt um den Hengst ein wenig zu putzten.
      Ein Blick auf das Display meines Handys verriet mir die Uhrzeit – fast 9 Uhr – bedeutete unser Frühstück stand gleich an! Somit bewegte ich mich durch den feinen, aber zutiefst nervigen Nieselregen hinein ins Haus – das schlimme war gar nicht die Nässe an sich, aber wenn es mehrere Tage nur durchregnete, man durch den Nebel fast nichts sah und der Wind einem um die Ohren pfiff – machte die Arbeit im freien kaum Spaß. Zumindest ging es mir so…manchmal auch Hansi, diejenigen unter den Mitgliedern des Hofes die sich schon ewig in Schottland aufhielten oder gar hier aufgewachsen waren, tja die schienen dieses Wetter vollkommen zu ignorieren. Im Vorflur entledigte ich mich meiner gefütterten Gummistiefel, sprang ein wenig auf der Stelle um die innere kälte meiner Glieder loszuwerden, da ging die Tür erneut auf und Aiden kam mit nassen Haaren hinein. Zusammen mit ihm hatten wir seit um sieben den Paddock von den gröbsten Pferdeäpfeln befreit und die Pferde mit frischem Heu versorgt. Hansi hatte sich dazu bereit erklärt Moon und Draki zu den anderen zu stellen, während Cayden und Kathi sich heute um unser Frühstück kümmerten. Ich mochte diese Art der Aufgabenverteilung, rieb mir ein letztes Mal die Hände aneinander und hielt Aiden dann die Tür zum Rest des Flures auf. „Hinein in die gute Stube“ meinte ich und folgte ihm auf dem Fuße in die gemeinsame Küche des geräumigen Haupthauses. Mit einem plumpsen ließ ich mich an meinem Platz nieder, legte die Hände wohltuend um die Warme Tasse Tee und versuchte nippender Weise ihn mir einzuflößen. „Also…ganz ehrlich, wenn wir bei der Stallgasse nicht bald etwas tun, dann brech ich mir bei den dämlichen Holpersteinen noch den Hals!“ murrte ich ein wenig in die Tasse. Die anderen hatten sich auch bereits an den Tisch gesetzt, sodass sie auch mitbekamen wovon ich rede. Hansi warf ebenfalls eine Tirade gegen die Stallgasse ein – klar sie und der ganze Stall war noch aus der Gründungszeit des Hofes und man hing an der Nostalgie. Die alten Holzbalken, die Mauern aus Stein ließen einen an das Mittelalter denken, wenn man darin stand – aber nicht nur wir hatten Probleme mit den holprigen Steinen der Stallgasse, auch die Pferde eierten darüber hinweg. „Bevor wir hier im Haus neue Möbel besorgen, will ich erst die Stallgasse ordentlich haben – da ist mir die Nostalgie ehrlich gesagt egal!“ meinte Hansi – zwar war er mittlerweile ein Angestellter und durfte viele Entscheidungen treffen, doch die höchste Entscheidungsgewalt lag bei Kathi und Cayden, nach unserer Hochzeit auch bei mir.
      „Glaubst du wirklich ich hätte etwas dagegen? Diese Steine sind eine verdammte Todesfalle!“, murrte ich und streckte meine Hände aus um die verkrusteten Stellen zu zeigen, die ich mir am Vortag eingefangen hatte, als ich mich lang auf die Nase gelegt hatte.
      „Von dem Azubi den wir bald kriegen hatte ich euch erzählt richtig?“
      Schweigen.
      Alle in der Küche sahen mich ratlos an und ich meinte im Hintergrund die Grillen zirpen zu hören.
      „Es ist Winter, es gibt keine Grillen!“, murmelte ich. Obwohl ich nicht gedacht hätte, dass dies überhaupt möglich war, wurden die Blicke noch ratloser.
      „Oh.. also, wir kriegen vermutlich bald einen Azubi zugeteilt, ich habe letztens die Prüfung abgelegt und wir sind jetzt offiziell ausbildungsberechtigt. Hatte ich das echt nicht erzählt?“
      Schweigen.
      „Leute?!“
      Ich sah wie Hansi langsam den Kopf schüttelte. „Jetzt wisst ihr jedenfalls Bescheid!“, schmollte mich und vergrub mich hinter meiner Kaffeetasse.
      Den Rest des Frühstücks unterhielten wir uns nur noch über Belanglosigkeiten, dann sahen alle so schnell es ging zu, dass sie an die Arbeit kamen.
      Eigentlich hatte ich den Auftrag einen Handwerker zu finden, der die Stallgasse ausbessert, gerade an Cayden abschieben wollen, da war er auch schon an mir vorbeigehuscht und hatte die Tür hinter sich zugeworfen.
      „War ja klar, jetzt darf ich mich wieder um den langweiligen Mist kümmern“, zischte ich leise, schenkte mir noch einen Kaffee ein und begab mich dann Richtung Büro um die Arbeit rasch hinter mich zu bringen.

      Nachdem Kathi die Sache mit dem Azubi erwähnt hatte, hatten es seltsamerweise alle sehr eilig an die Arbeit zu kommen. Ich begleitete Aiden schnell in den Stall um mir Gwyn zu sichern, bevor jemand anderes die Möglichkeit hatte. Auch wenn ich es niemals zugeben würde bedeutete mir der Hengst verdammt viel, man konnte ihn fast als mein Lieblingspferd bezeichnen. Ach, streichen wir das 'fast'.
      'Gwyn's Bein beobachten', entzifferte ich aus der schnell hingekrakelten Notiz an der Pinnwand mit etwas Mühe. „So'n Mist!“, fluchte ich, dabei hatte ich eigentlich mit ihm auf den Geländeparcours gewollt.
      „Viel Spaß dabei Gwyn zu putzen!“, hörte ich Aiden aus einer der Boxen lachen. „Wieso?“, gab ich zurück, „ich dachte Sarah hätte das vorhin gemacht?!“
      „Mag schon sein, aber davon ist nicht mehr allzu viel übrig!“
      Wieder hörte ich ihn Lachen.
      „Du bist so ein schadenfrohes Ekel!“, zog ich ihn auf und seufzte laut als ich den (ehemals) schneeweißen Hengst sah, der mir freudig zuwieherte.
      „Du ebenfalls!“
      Er hatte sich offensichtlich gerade genüsslich im eigenen Dreck gewälzt und hätte so locker als Brauner durchgehen können. „Nein, nimm den Kopf weg!“, warnte ich, als er seinen großen, schmutzigen Schädel gerade an meiner Schulter reiben wollte. „Du bist 'ne elende Drecksau, weißt du das?“, murrte ich, trat einen Schritt zur Seite und gab ihm den Befehl aus der Box zu treten. Ein wenig stolz war ich schon darauf, dass er mir auf's Wort gehorchte, bei den anderen klappte das nie so gut. Gwyn stubste mir die Nase in den Bauch und ich musste unwillkürlich grinsen. „Abmarsch jetzt.“, befahl ich wieder etwas gefasster und der Hengst stellte sich mitten in die Stallgasse um sich nochmals gründlichst schrubben zu lassen.
      Gerade kämpfte ich mit einem großen Fleck auf Gwyn's Hinterteil, als Cayden mit Ikarus im Schlepptau den Stall betrat. Eine Weile gingen wir schweigend unserer Arbeit nach während im Hintergrund 'Heidevolk' aus den Boxen trällerten.
      „Könnt ihr diesen Krach nicht mal aus machen?“, knurrte Cayden, woraufhin er mit einen finsteren Blick von Aidan und mir bestraft wurde. Dennoch ging ich nach einem längeren Zögern zur Musikanlage und drehte sie leiser, aber nicht aus. Cayden konnte mit diesem 'Holländischen Käse', wie er es gerne nannte einfach nichts anfangen.
      Ich widmete mich wieder Gwyns Hintern und erneut herrschte Schweigen. Aiden räusperte sich. Wir blickten uns vielsagend an, die gleiche Frage auf den Lippen.
      „Uuund?“, sprach ich sie als erster aus „was hältst du von der Sache mit dem Azubi?“
      Einen Augenblick dachte ich er hätte mich gar nicht gehört und wollte die Frage gerade wiederholen.
      „Ich weiß nicht.“, murmelte er. Schweigen.
      Ich trommelte ungeduldig mit einer Hand auf Gwyns Rücken.
      „Ich weiß nicht.“
      „Du wiederholst dich.“, warf Aiden ein, allerdings so leise, dass nur ich ihn hören konnte.
      „Ich bin mir nicht sicher, ob wir wirklich schon wieder jemand neues hier haben müssen.“, dann fing er an zu grinsen. „Immerhin haben wir dich gerade erst halbwegs anständig erzogen.“ Die Bürste verfehlte Cayden nur knapp und fiel hinter ihm scheppernd zu Boden. Ikarus spitzte kurz die Ohren und verfiel dann wieder in seinen Halbschlaf.
      „Och ich weiß nicht, eine heiße Blondine die mir ein wenig zur Hand geht, hätte schon was.“, hörte ich Aiden lachen. Wir stimmten ein. Cayden verstummte als erstes und verfiel wieder in seine nachdenkliche Stimmung. „Aber was soll das heißen, wir kriegen einen zugewiesen? Nachher taucht irgendein Schwachkopf hier auf und bringt alles durcheinander..“
      „Wäre es dir lieber, wenn ich wieder den erstbesten Besoffenen vom Festival anschleppe, so wie Hansi?“, rief ich etwas lauter als beabsichtigt und sah belustigt wie Cayden zusammenzuckte. Hansi wollte wohl gerade zu einer Gegenwehr anstimmen, verstummte dann aber mitten im 'Eh', als er feststellte, dass er dem nichts entgegenzusetzen hatte. Mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht klopfte ich Cayden auf die Schulter. „Keine Sorge, das wird schon und es ist nicht so, dass wir den erstbesten Deppen von der Straße angedreht kriegen, das letzte Wort haben immer noch wir und die ein oder andere helfende Hand mehr kann wohl kaum schaden, allmählich wächst uns die Arbeit doch allen über den Kopf.“ Das schien seine Sorgen zumindest ein wenig zu zerstreuen. Gut gelaunt klatschte ich in die Hände. „Die Handwerker kommen übrigens in 2 Wochen.“ Mit diesen Worten auf den Lippen machte ich mich auf den Weg nach draußen um Argo einzusammeln, nicht ohne vorher die Musik wieder aufzudrehen wohl wissend was Cayden von dem 'Holländischen Käse hielt'.
      Ich kam gerade mit dem Hengst Bucks am Strick den Weg zum Stall hinauf – es regnete immer noch, dabei zog sich die Kälte bis in die Tiefe meiner Kleidung, sodass auch irgendwie das Gefühl hatte mir in die Hose gemacht zu haben. Ich seufzte betreten, froh gleich diesem Nebel – Nieselregen Gemisch aus dem Weg gehen zu können. Ich hatte bereits mit Braum ein wenig in der Halle longiert – der Kleine würde im Verlauf dieses Jahres ganz schonend angeritten werden und konnte sich bereits jetzt mit dem Gewicht eines Sattels anfreunden. Außerdem wollte ich später irgendwann mit dem Stutfohlen Primo Victoria ein kleines Führtraining für unsere nächste Fohlenschau machen. Bucks hingegen wollte ich ein wenig putzten – nachdem ich fast eine gute halbe Stunde damit zugebracht hatte ihn vom Paddock zu holen. Einerseits hatte es mich gefreut ihn wieder mit allen Hengsten in den Offenstall entlassen zu können nach seiner Genesung – er hatte ein Hufgeschwür gehabt, welches langsam aber sicher doch abgeklungen war. Auf der anderen Seite ließ er sich zwar mittlerweile „recht gut“ händeln, aber in vielen Situationen keilte er ohne ersichtlichen Grund aus. Aus diesem Grunde hatte ich auch den beiden Mädchen Maeve und Lia geraten von ihm Abstand zu halten, zumal sich Lia noch immer von ihrem gebrochenen Arm erholte. In letzter Zeit hatte ich mich oft in den Büchern wieder gefunden, im Internet geschaut und auch befreundete Trainer angeschrieben wegen dem „Problem“ mit Bucks. Im Grunde ging es ihm gut unter den Hengsten, er hatte seine Kumpels, genoss es draußen zu sein, sogar die Leckerli und Streicheleinheiten schien er zu genießen. Wir konnten alle nicht verstehen was in dem kleinen Pottockhengst so vor sich ging, klar war nur – er würde wahrscheinlich nie wie jedes andere Pferd werden, darin bestand aber auch ein Risiko für mich und jeden der ihn versorgte. Erst letzte Woche hatte er einen saftigen Tritt in Richtung Kathi ausgeteilt, dem sie nur knapp entgehen konnte. So in Gedanken versunken erschrak ich plötzlich als der Hengst gegen meine Schulter prallte – die Ohren tief angelegt. Kathi kam gerade aus dem Stall, in dem deutlich hörbar Musik drang, ich liebte die Tatsache,dass wir dort Boxen hatten! Bucks schien sich offenbar tierisch vor Kathi erschreckt zu haben, zappelte nun an der Hand und zeigte deutliche Ansätze vorn hoch zu gehen. Quietschend bewegte er sich plötzlich deutlich in meine Richtung, was mich dazu veranlasste den Strick sofort durch den Ring des Halfters gleiten zu lassen und aus der Bahn zu gehen. Wir nutzten nie einen Panikhaken, sondern nutzten einfach eine einfache Schnur, die problemloser durch den Ring zu ziehen war um aus dem Weg zu gehen. Im unruhigen Stechtrab bewegte sich der Hengst aus unserer Reichweite, drehte uns dann deutlich die linke Seite seines Körpers zu – nur allmählig schien die Fassung zurück zu kommen. Kathi war stehen geblieben, blickte zerknirscht lächelnd zu mir herüber – unser Sorgenkind! „Das fällt mir immer öfter auf….du bist von rechts gekommen….und schau er dreht uns seine linke Seite zu.“ Nachdenklich begann ich an meiner Unterlippe zu kauen, dachte an all jene Momente an denen er so reagierte. „Was sagst du dazu?“

      Wir sollten da dringend ‘nen Tierarzt drüber gucken lassen“. In Gedanken versunken beobachtete ich den Hengst, der immer noch etwas hin und her tänzelte. „Wollte Eddi nicht eh die Tage mal vorbeischauen? Dann kann sie ihn ja vielleicht gleich ein bisschen genauer untersuchen.“
      „Stimmt wohl.“
      „Gut, fragst du sie dann noch eben? Ich wollte gerade mit Argo ein wenig ausreiten, willst du mitkommen? Vielleicht kriegen wir die anderen Chaoten ja auch noch mit.“, grinste ich. „Jetzt mach dir keinen Kopf, so schlimm wird das mit Bucks schon nicht sein“, versuchte ich sie zu trösten, obwohl ich mir selber nicht sicher war, was ich von der Sache halten sollte.
      „Ja bitte, bringst du mir Yoomee mit?“
      „Klar.“

      Gut 10 Minuten später trat ich mit den beiden Ponys im Schlepptau wieder in den Stall und legte mich prompt lang über die Stallgasse.
      Argo legt die Ohren an, tänzelte ein paar Schritte zur Seite und sprang noch im selben Moment wieder zurück um Ikarus‘ Zähnen zu entgehen, wobei sie Yoomee gefährlich nahe in Richtung Wand stieß. Cayden reagierte zum Glück blitzschnell und trennte die Streithähne bevor schlimmeres passieren konnte.
      Hansi lachte.
      „Vollidiot!“, rief ich zu ihm rüber, murmelte Cayden ein zerknirschtes ‚Danke‘ zu und rappelte mich auf.
      „Sarah und ich wollen gleich ausreiten gehen, will wer mitkommen?“, fragte ich in die Runde und vergewisserte mich, dass die Pferde sicher angebunden waren.
      Eine Weile später verließen Cayden, Sarah, ich und Hansi, der etwas zerknirscht auf Ikarus saß, weil Gwyn leider noch nicht wieder ganz klar lief, den Hof. Eine Weile ritten wir schweigend den Trampelpfad entlang der von unserem Hof weg führte. Cayden eilte mit Darym ein ganzes Stück voraus, gefolgt von Sarah und Yoomee. Ich hatte schwer zu kämpfen mit Ikarus Schritt zu halten, offenbar war heute nicht Argo’s bester Tag.
      „Na, haste Angst dich nochmal auf die Nase zu legen wenn du zu schnell reitest?“, grinste Hansi zu mir herunter. Kurz darauf hatte er meine Gerte in der Seite. „Ich weiß schon warum ich die mitgenommen habe!“, lachte ich, als Hansi mich irritiert anschaute. „Und jetzt mal ein bisschen Respekt vor deiner Chefin, mein Lieber! Bevor du an mir rumkrittelst lern lieber mal das Einflechten!“
      „Da muss ich ihr allerdings rechtgeben, ich glaub die Knoten in Thowras Mähne krieg‘ ich nie wieder raus.“, grinste Sarah, die sich hatte zurückfallen lassen und nun neben mir ritt. Hansi öffnete den Mund und beschloss, dass es doch besser war nicht gleich ZWEI seiner Chefs gegen sich aufzubringen.
      „Cayden, wo willst du eigentlich so schnell hin?“, rief er stattdessen nach vorne, denn Pferd und Reiter waren bereits fast vollständig im langsam aufsteigenden Nebel verschwunden. Wir ließen die Pferde antraben um aufzuholen.
      „Also, wo wollen wir hin?“, fragte Sarah in die Runde.
      „Lasst uns die Runde am Meer lang nehmen, ich war schon ewig nicht mehr da!“, rief Hansi aufgeregt.
      „Och nööö..“, doch leider wurde meine fehlende Begeisterung einstimmig ignoriert und so schlugen wir den Weg Richtung Küste ein.

      Cayden – noch immer gut drei Pferdelängen vor uns – führte die Truppe hinunter zur Küste, auch wenn sich Kathi von dieser Idee nicht begeistern ließ. Für Yoomee und auch für Argo würde dies der erste Kontakt zum Meer werden. Ikarus wurde sichtlich schneller, kein Wunder, denn im Sommer hatten sich die Jungs hier unten Rennen geliefert. Zwar wurde der Vollbluthengst nun mehr auf Military trainiert, aber seine einstige Rennkarriere steckte ihm natürlich noch immer in den Knochen. Darym und Cayden hatten auch ihren Spaß am Sprung, denn der Hengst zeigte dafür wahrliches Talent darin. „Komm schon Kathi, zieh nicht ein solches Gesicht, oder hast du Angst nass zu werden?“ neckte sie Hansi von irgendwo weiter vorn und Kathi streckte ihm nur die Zunge raus. Ich beobachtete derweil unsere Umgebung, ganz anders als im letzten Winter in dem wir im Schnee versunken waren, gab es dieses Mal zwar eine Schweinekälte aber keinen Schnee. Noch jetzt lagen auf den Gräsern gefrorene Tautropfen, die den Eindruck von Schnee gaben. Erst in der letzten Nacht hatten wir Temperaturen von -10 Grad gehabt, sodass ich mich in meinen vielen Schichten von Sachen etwas ungelenk auf dem Pferd fühlte. Während allerdings mein Oberkörper wunderbar warm war, begannen meine Füße bereits in den Eisklumpenmodus zu gehen. Zwischen den Gräsern lagen mit ihrer dichten, weißen Wolle einige Schafe, die als solche beinahe nicht zu erkennen waren, sondern eher aussahen wie Nester. Als die Pferde den ersten Huf auf den etwas ungewohnt, tiefen Sand des Strandes setzten, senkten sie den Kopf um zu sehen was das denn genau war. Yoomee trabte etwas voran, ein kleiner Stechtrab mit hoher Beinaktion, da sie ganz offensichtlich den Sand nicht ganz Geheuer fand. Die anderen blieben stehen, bis ich mein Pferd etwas beruhigt hatte, dann ging es im Schritt weiter. „Langsam friert mir das Gesicht ein und meine Hände und Füße spür ich auch nicht mehr, dabei sind wir gerade mal ne Viertelstunde unterwegs“ stöhnte ich in Richtung Kathi, die mir nur einen erwidernden Blick zuwarf. Dann deutete sie nach vorn zu Ikarus, bei dem Hansi offensichtlich Probleme hatte ihn vom Schritt zu überzeugen. Gemeinerweise galoppierte sie nun an, preschte dicht zwischen Darym und Ikarus vorbei und rief irgendetwas das ich nicht mehr verstehen konnte. Auch ich gab Yoomee die Zügel und eine leichte Galopphilfe, folgte den anderen im rasenden Galopp. Argo und Kathi gelang es nicht lang an der Spitze zu bleiben, denn Ikarus holte sie in Windeseile ein, dahinter folgte Argo, die auch ordentlich Versengeld gab, dann kam Cayden auf Darym während ich das Schlusslicht bildete. Nach einer ordentlichen Runde im gestreckten Galopp parierten wir alle wieder zum Trab und anschließend zum Schritt durch. „Gewonnen“ feixte Hansi, grinste breit und hob die Faust in die Höhe – Ikarus stand bis knapp zu den Knöcheln im Wasser, während sich Kathi auf Argo von hinten nährte und ihm einen Stoß an der Schulter gab. Eigentlich nicht im bösen gemeint, verlor Hansi ein wenig das Gleichgewicht, dass Ikarus in dem Moment nervös zur Seite ging trug dann nicht gerade dazu bei das ihm wieder mehr Gleichgewichtssinn dazu kommen zu lassen. Da landete Hansi also im – wortwörtlich arschkalten Wasser und schneller als wir hätten „Achtung“ sagen hören können, war er auch schon wieder am Stand – seine komplette linke Seite war nass und einiges hing in seinen Haaren. „Okay, dann ist der Ausritt hier beendet – zurück zum Hof!“ kommandierte Cayden, der dem nun bereits ruhigeren Ikarus an den Zügeln hielt während Hansi mürrisch aufstieg. Ich jedoch wandte mich mit erhobenem Zeigefinger an Kathi „Lass solche Späße in Zukunft!“ befahl ich wobei ich mir ein fettes Grinsen ja doch nicht von den Lippen wischen konnte.
      Zurück am Hof versorgten wir die Pferde, gaben ihnen ein wenig Futter und schickten Hansi ins Haupthaus vor den Kamin. Anschließend teilten wir uns wieder auf, ich brachte die beiden Stuten zurück und Cayden die Hengste, während Kathi den Schmutz aus der Stallgasse etwas beseitigte – dieses Mal hatte sich keiner von uns auf die Nase gelegt. Cirilla und Primo befanden sich in einer der geräumigen Boxen, während wir den älteren Camilero zusammen mit Braum in einer anderen Box zu stehen hatten. Ansonsten befand sich kein Pferd in den anderen Boxen, morgen würde Smaug nun endgültig den Hof verlassen. Für heute jedoch hatten wir die Nase voll und gingen drinnen.

      Zwei Wochen später werkelten die Handwerker fleißig in der Stallgasse, der Termin für den Tierarzt war gelegt und Gwyn lahmte noch immer ab und an. Hansi jedoch war wegen einer Bronchitis erst einmal an das Bett gefesselt, da der Landarzt befürchtete daraus könnte eine Lungenentzündung werden. Kathi hatte ihm eine Tafel Schokolade als Entschuldigung geschenkt, sodass sie sich nun von neuem gemeinsam in die Pfanne hauen konnten. Braum machte im Round Pen mit dem baumlosen Sattel auf dem Rücken wirkliche Fortschritte und auch Aesi kam dem Thema einreiten immer näher. In der Arbeit vom Boden aus hatte sie etliche Erfahrung, Sattel und Trense waren ihr bereits geläufig und nach und nach würde ich mich auf ihren Rücken schwingen. Braum hatte jedoch noch eine ganze Weile Zeit bevor sich jemand auf seinen Rücken setzten würde. Argo hatte sich mittlerweile super eingelebt, wenn auch das Training etwas haperte, die Stute hatte in ihrer Filmzeit keine richtige Reitweise kennengelernt und die Dressur schien nicht ihr Steckenpferd zu sein. Kathi und ich spielten deshalb mit dem Gedanken, sie wie Stormbringer Western umschulen zu lassen. Aiden beschäftigte sich in der letzten Zeit besonders mit dem etwas fettleibigen Yael, damit dieser nicht noch weiter auseinander gehen würde und vor allem fitter. Zumindest zeigte der Hengst reges Interesse in der Dressur und wir wollten ihn einfahren in diesem Jahr um ihn für die kommende Turnier und Körungssaison vorzubereiten. Besonders legten wir auch Wert auf das weitere Training unserer Stuten, besonders der Connemaras damit wir bald mit ihnen auf geeigneten Krönungen starten konnten. Im Grunde jedoch legten wir nicht den kompletten Tag darauf aus, die Stuten und Hengste sollten einfach ihr Leben bei uns genießen können. Maeve und Lia waren jetzt in der Unterrichtsfreien Zeit oft auf dem Hof – kümmerten sich um ihre Lieblingsstute Soul Dance, gingen zusammen mit Draki und Moon spazieren und ritten fast jeden Tag. Noch mussten sie eine Menge lernen, das taten sie fleißig auf Kürbis und Eisblume, die als Lehrpferde wunderbar waren und lernten auch mit Soul Dance die Arbeit mit der Kutsche näher kennen. „Na wenn das so weiter geht, werden die beiden bald die Nachfolge hier antreten“ witzelte Cayden. Ich erwiderte darauf nichts weiter und biss in mein Toast belegt mit Käse, welches ich mir von drinnen mit gebracht hatte. Die Temperaturen waren noch immer kalt, aber man hielt es ganz gut draußen aus. Gamhain und Corvus erfreuten sich derweil an den Futterresten die Soul Dance rechts und links neben dem Futtereimer verteilte. „Mensch, fressen nicht ständig daneben schütten“ tadelte ich sie leicht und scheuchte die Köters beseite….ulkige Angewohnheit, die sie sich da angeeignet hatte. Ich strich ihr über die Rückenparte, flauschte durch das dicke Fell und erfreute mich einfach an der kleinen Stute. Es war Zufall gewesen, das ich ihre Verkaufsanzeige gesehen hatte und sofort ihre Besitzerin angeschrieben gehabt – ich und Amy waren es damals gewesen, die Soul eingeritten hatten. Das sich unsere Wege noch einmal kreuzen würden nachdem sie mit Pepe nach Kanada gegangen war, hielt ich zunächst gar nicht für möglich und nun befand sie sich in meinem Besitz. Sie war noch jung, hatte jedoch schon eine ganze Menge an gutem Training genossen. Es stand zur Debatte, sie vielleicht eine kleine Weile zu Vina ins Training zu geben zum Zirkuspony, doch so schnell wollte ich sie nun auch nicht wieder fort schicken – eine Reise nach Prag würde ziemlich lang für sie werden. Im Grunde konnte ich ihr einige Dinge auch selbst beibringen, oder Maeve und Lia würden dies sicher auch gern ausprobieren. Wundersam wie ich diese beiden Mädchen schon zum Inventar den Hofes zählte….
      Nach einer weiteren Woche sahen wir uns einer vollkommen erneuerten Stallgasse gegenüber in der weder wir noch die Pferde stolpern konnten. Kathi und ich „hüpften“ vor Freude durch die Gasse, grinsten uns beide Gegenseitig vollkommen dümmlich an und waren einfach nur froh. „So ist´s wirklich viel besser als der alte Zustand!“ sagte Hansi, der dick eingepackt, die Taschen mit etlichen Taschentüchern bestückt, noch immer heiser neben uns stand. Unmerklich hielt ich Abstand von ihm, da ich keinerlei Interesse daran hatte ebenfalls krank zu werden.
    • Calypso
      Alte Pflegeberichte II
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      Willkommen Auszubildener!
      Vampyrin & BluePearl & Ravenna | 20138 Zeichen
      "Fertig!" seufzt Cayden, lehnt sich in dem Stuhl weiter zurück, beginnt das Haarband um seine Haare herum zu lösen. In sanften Wellen fallen sie ihm den Rücken herunter. Auf nackten Füßen lief ich zu ihm hinüber über den Parkettboden, vor einem Jahr war dieser Dachboden noch nicht ausgebaut worden. Zwar waren es damals schon Dielen gewesen, doch musste man aufpassen das man sich ohne Schuhe keine Splitter in den Fuß jagte. Der Boden war das erste gewesen, dass renoviert worden war. Ansonsten hatte dieses Zimmer seinen Look behalten - graue Steine des Hauses zwischen den Steinen gab es einige Halterungen für Kerzen. Der große, aber vorallem alte Schreibtisch der darin stand diente Cayden als Arbeitsplatz. Auf ihm gab es etliche Kratzer seiner Vorbesitzer, auch an dieser Wand gab es Kerzen, die den Raum in heimeliges Licht tauchte. Zwar stand direkt neben ihm eine altersschwache Lampe, die jedoch selten brannte. Sacht ließ ich mich auf Caydens Schoß nieder, bis eben hatte ich auf der Chaiselounge gelegen mit einem Buch. Das geräumige Büro war an den Wänden nicht nur bedeckt mit einigen Kerzenleuchtern, sondern mit einer ansehnlichen Buchsammlung, die Dank mir auch immer größer wurde. "Was hast du da eigentlich gemacht? " fragte ich ihn leise flüsternd. "Ach ich hab Kathi die Abrechnung für das Futter und die Rechnung wegen der Stallgasse abgenommen. Außerdem alles geklärt damit Marens Caiphi hier unbeschadet auf dem Hof ankommt, sie kommt in zwei Tagen hier an." Ich nickte, ich hatte zugesagt die Stute von Maren einzureiten... erst vor ein paar Tagen war die da gewesen um sich wieder einmal Bucks zu widmen. Periodische Augenentzündung hatte die Diagnose gelautet... ihm die Arznei einzuflößen war nicht einfach gewesen. Ein leises Winseln ließ uns beide auf den Boden zu schauen, zu unseren Füßen hockte Corvus, wollte offenbar bei der Runde mitmachen. Mit seinen Rehbraunen Augen schaute er zu uns hinauf, im Sommer hatten wir eine Hundeklappe eingebaut, sodass sich nun beide Hunde entscheiden konnten ob sie im Stall oder Haus schlafen wollten. Gamhain jedoch schaffte es mit ihrer HD nicht mehr die Treppen hinauf, während Corvus also hier oben war hörte man Gamhain unten jammern. "Holst du sie hoch?" fragte ich an Cayden gewandt. Der Tag war angenehm gewesen, noch immer hing der Nebel in der Luft, es war kalt aber für wenige Stunden hatte die Sonne unsere Leiber beschienen. Argo befand sich bei Hansi im Training, meine Hilfskraft hatte mehr Erfahrung mit Westernlektionen. Aufgrund ihres bisherigen Daseins als Filmpferd war sie sowohl Western als auch Englisch "geritten", sie konnte auf Kommando halten und in jede Gangart wechseln, Dinge wie Versammlung, Haltung und Anlehnung waren ihr fremd. Da Argo eher an den Westernsattel gewöhnt gewesen war, hatten wir beschlossen sie ebenso wie Stormbringer Western auszubilden. Nun arbeitete Hansi fast jeden Tag mit der Palominostute, langsam gewann sie immer mehr an Muskeln dazu. Außerdem hatten wir in der letzten Woche zwei Neulinge dazu bekommen - Black Lemontree und Corry. Black hatte sich bei meinen Eltern schon einmal in meinem Besitz befunden...war der Vater von Blettur und somit Großvater von Uprising. Damit hatte ich nun drei Generationen an Islandhengsten bei uns, irgendwie freute ich mich daran. Corry war ebenso wie Soul Dance ein Exmoorpony, begabt vor der Kutsche und für sein Alter recht gelassen. Maeve kümmerte sich liebevoll um den jungen Hengst, im Round Pen hatte sie bereits auf seinem Rücken gesessen. Erst hatte ich die Überlegung gehabt ihn Kastrieren zu lassen, das Thema jedoch erstmal beiseite gepackt. Vor der Kutsche mit Soul wollte ich ihn dennoch mal probieren laufen zu lassen. Gemeinsam mit Cayden hatte ich begonnen die Lerneifrige Yoomee vor die Kutsche zu bringen - mit Willow im Gespann orientierte sie sich wunderbar an der erfahrenen Rappstute. Thowra hatte heute einen freien Tag gehabt, ebenso wie Kürbis. Letztere befand sich langsam im Aufbau Training nach ihrem Fohlen...für dieses Jahr hatten wir kein weiteres Fohlen mit ihr geplant. Ganz anders Greentea, die bereits tragend von Finlay war. Mit Yael hatten wir leider einen kleinen Rückschlag was das Gewicht anging, beim Holen seiner Sachen hatte sich der verfressene Hengst losgerissen und wahrhaftig den Weg in die Futterkammer gefunden. Erst bei meiner Rückkehr hatte ich sein Fehlen bemerkt und eine halbe Stunde mit suchen verbracht - ich hatte vermutet er sei zur Hengstkoppel gelaufen. Kathi hatte den Hengst schließlich in der Kammer entdeckt, seit dem Vorfall befand er sich in Boxenhaltung neben Bucks, seine Fütterung wurde kontrolliert und täglich ging es für ihn in die Führanlage, falls niemand die Zeit fand ihn zu longieren bis der Sattelgurt wieder ordentlich passen würde. Finlay dagegen hatte langsam eine schlankere Linie bekommen, was alle versammelten freute. Auch Gwyns Lahmen hatte sich verbessert, sodass Hansi auch ihn endlich wieder reiten konnte. Damit gingen Aiden, Hansi und auch Cayden fast jeden Abend noch in die Halle um ein wenig über die Hindernisse zu jagen, da die Geländestrecke noch etwas gefroren war. Cayden erhob sich aus dem Sessel, ich hörte wie er die knarzende Treppe hinunter lief und ein wenig schnaufend mit Gamhain auf dem Arm wieder hinauf kam. Corvus trappelte Rute wedelnd aus dem Raum und kam hinter der Bearded Collie Hündin hüpfend wieder hinein. Die beiden waren wirklich ein niedliches Pärchen geworden. "Ich staune das die beiden im Haus sind." sagte Cayden, da sie sonst lieber im Stall schliefen. Ich zuckte mit den Schultern "Wer weiß, vielleicht zu kalt draußen?" Cayden wuschelte Gamhain durch das Rückenfell, kam dann wieder zu mir an den Sessel. "Wollen wir ins Bett?" dabei sah ich wie er ein Gähnen nicht unterdrücken konnte. Sehnsüchtig starrte ich noch auf mein zugeschlagenes Buch hinüber, nickte dann jedoch, folgte ihm den Flur hinunter zu unserem Zimmer. Auch dieses Zimmer war eher rustikal als modern, doch genau dieser Stil gefiel mir besonders, zwar fehlten hier die Decken hohen Bücherregale unseres Büro´s , aber ein offener Kamin und das Bett in seiner Nähe sorgten für eine ähnliche bequeme Atmosphäre. Da ich vor knapp zwei Stunden Holz hinauf gebracht hatte, konnten wir nun ein Feuer in dem Kamin entfachen und ich schlüpfte unter die dicke Federdecke. „Morgen kommt der neue Azubi, ich bin wirklich gespannt auf ihn… auch wenn ich lieber auf eine weibliche Verstärkung gehofft hatte. Die anderen Bewerber haben aber einfach nicht so eine gute Figur gemacht wie Killian.“ Bemerkte ich zu Cayden, der sich gerade seiner Hose entledigte und anschließend zu mir unter die Decke kroch. Als seine kalten Füße meine berührten zog ich die meinen ein wenig weg, kuschelte den Rücken jedoch näher an seinen Oberkörper. „Wir werden es sehen, wann wollte er noch mal kommen?“ fragte er flüsternd irgendwo in meinen Haaren. „Puuh… irgendwie gegen Mittag, aber sicher bin ich nicht genau. Wir werden es beim Frühstück erfahren, denke ich.“ Setzte ich dazu, denn manchmal schlief Kathi doch etwas länger als Cayden und ich, die einfach Frühaufsteher waren – gegen 7 Uhr war unsere Nacht einfach vorbei. „Denke ich auch, aber er schien wirklich recht anständig und beim Probearbeiten hat er sich ja sowohl mit den Hengsten als auch den Stuten gut angestellt.“ Bemerkte Cayden, während ich bereits langsam dem Schlaf entgegen sank.

      Noch im Halbschlaf öffnete ich ein Auge und blickte auf meinen Wecker. „Verdammt!“, rief ich und war sofort hellwach. Es war fast halb 10, ich hatte mal wieder verpennt und um 11 sollte der neue Azubi hier aufkreuzen, was ich natürlich mal wieder vergessen hatte weiterzuleiten.
      In Rekordzeit war ich aufgestanden, geduscht und angezogen und hätte mich fast an meinem Toast verschluckt, während ich in den Stall hetzte. Keuchend stand ich in der Stallgasse und blickte mich um. Keiner da. „Hallooo?“, rief ich zaghaft ins Blaue hinein. Keine Antwort. „Na super, wo sind denn wieder alle?!“ murmelte ich und eilte in Richtung der Offenställe.
      „Wow, endlich mal etwas Leben hier“, rief ich Aiden zu der gerade mit der Schubkarre in einer Schlammpfütze steckengeblieben war. Nachdem wir sie mit vereinten Kräften hinaus gehievt hatten, verriet er mir, dass wohl zumindest Hansi und Sarah sich in der Reithalle aufhalten sollten.
      Ich bedankte mich für den Tipp und bald darauf hatte ich sie endlich gefunden.
      „Morgen!“, rief ich und die beiden wandten sich mir zu. Keiner schien sonderlich begeistert, dass ich mal wieder so spät dran war. „Hey, jetzt rück endlich mit der Sprache raus, wann genau soll Killian jetzt hier aufkreuzen?“
      „Um 11.“
      „Verdammt, so früh schon? Dann sollte ich mich wohl beeilen.“
      Jetzt wirkte sie noch weniger begeistert.
      „Wo ist Cayden, der muss doch bestimmt auch Bescheid wissen?“
      „Der ist grad erst weg, wollte ein wenig ins Gelände mit Darym. Aber wir brauchen den armen Kerl ja nicht gleich mit alle Mann belagern, dann kommt er halt später nach..“
      Damit war ich wohl knapp einer Kugel entgangen, ich wollte nicht noch mehr Ärger stiften und wandte mich an Hansi.
      „Ich wollte jetzt noch schnell sein Zimmer herrichten, wie sieht’s aus, kann ich mich in eure Wohnung trauen?“
      „Ach, über das bisschen Unordnung kannst du wohl hinwegsehen oder?“, grinste er zurück. Ich verdrehte die Augen und stieg die Treppe zur Wohnung hoch, die direkt über der Reithalle lag.
      Da Kathi noch einen Anruf bekommen hatte musste ich nun den Sitter spielen für unseren Jungspund auf dem Hof, Aiden hätte lieber ein Mädchen in unserer lustigen WG gehabt...aber man konnte ja nicht alles haben,was?
      Die Straße hinauf, Richtung Fähre in Craighnure führte mich die holprige Straße – nun parkte ich auf dem Platz, nahm das alberne Schild von Kathi entgegen auf dem in Gaelic und Englisch die Begrüßung von „Killian McKenzi“ stand. Also ging es nun zum Anleger, in der Ferne konnte ich bereits die Fähre kommen sehen, na immerhin war ich dieses Mal pünktlich. Eine kleine Flut von Menschen ergoss sich über den Anlegeplatz, ich präsentierte das Schild und wartete also bis ich ihn wieder erkannte oder er das Schild sehen konnte. Ob ich mich lächerlich fühlte? Und ob! Wie ich da also so mit dem Schild stand sah ich den leicht schlaksigen Jungen auf mich zukommen – er sah aus wie jemand der noch nie richtig hatte arbeiten müssen in seinem Leben. Mit Pferden konnte er umgehen, dass stand außer Frage – aber die Mistgabel konnte er noch nicht sonderlich schwingen. Auf Caed Crevan jedoch musste jeder seinen Teil beitragen, also würde aus dem schlaksigen vielleicht doch noch ein wirklicher Mann werden. Wobei nicht gesagt werden konnte, das er nicht ein hübsches Gesicht aufzuweisen hatte...irgendwie erinnerte er mich an jemanden. Genau das war mir bereits beim Vorstellungsgespräch und dem späteren Probearbeiten aufgefallen. Als wir an der Bushaltestelle vorbei zum Wagen liefen, sah ich das schwarzehaarige Mädchen von Siobhan dort stehen. Mit dem Handy in der Hand stand sie da, schaute auf die Anzeige der Buszeiten und verzog das Gesicht. „Die Kleine ist mir schon auf der Fähre aufgefallen, heißes Teil oder?“ meinte Killian zu mir, hatte mir in die Magengegend gestupst dabei. Mit hochgezogener Augenbraue sah ich ihn an „Heißes Teil, eh?“ meinte ich, schüttelte den Kopf...grün hinter den Ohren..Ich stiefelte zu ihr hinüber „Lost the bus?“ fragte ich sie, da ich nicht wusste wie viel Deutsch sie sprach. Mein Englisch war...nunja bescheiden, aber zumindest konnte ich es überhaupt!
      Na toll. Der nächste Bus würde erst in einer Stunde kommen. Und natürlich keinen Empfang. Das passt ja mal wieder gut zusammen. Ich könnte die Strecke laufen oder ich warte einfach. Zum Warten war es mir aber zu kalt. Ein Mann kam auf mich zu. Ich kannte ihm vom sehen her. Er gehörte zum Caed Crevan. „Yes. Can we speak german?“ Er nickte und so fragte ich: „Du fährst doch zurück zum Hof. Könntest du mich mitnehmen?“ Hätte ich nicht gewusst, dass er einer von Sarahs Angestellten war, hätte ich so etwas nicht gefragt. Für mich wäre es super, da ich so nicht warten musste. Meine Shoppingtour hatte ich beendet und es waren auch nur zwei Tüten. Ich brauchte mehr Reitklamotten.
      Durch das tägliche reiten brauchte ich öfters neue Handschuhe und auch mehr als zwei Reithosen. Vor allem, wenn es an die Turniersaison ging.
      „Natürlich, dann lernst du gleich unseren neuen Auszubildenden kennen – das ist Killian, soeben auch mit der Fähre hier angekommen“ stellte ich dem jungen Mädchen, den jungen Mann rechts von mir vor. Zusammen ging es dann also zum Auto, da auf dem Beifahrersitz der eigenwillige Russelrüde Corvus seinen Platz eingenommen hatte – verfrachtete ich die beiden Grünschnäbel auf die hinteren Sitze und machte mich auf die Heimreise – erst Richtung Classical Harmony und dann zu unserem Hof zurück. „Auf geht´s“
      „Wie lange bist du schon Auszubildende?...Ist die Schule eigentlich direkt hier auf der Insel oder wie läuft das hier?“ Hatte ich eine Planung? Nicht wirklich, Hauptsache ich musste nicht mehr bei meiner Mutter in der Wohnung in Edinburgh verbringen, langsam wurde es mir da zu eng. Meine Schule hatte ich fast 6 Jahre in Deutschland, bei meinen Großeltern absolviert, da meine Mutter gemeint hatte ich sollte so viele Sprachen lernen wie möglich. Zugegeben eine Sprachbegabung hatte ich wirklich, aber lies das jetzt nicht gern raus hängen. Aus blauen Augen sah sie mich, vollkommen frei von Unsicherheit von der Seite her an.
      „Ich bin Mittem im zweiten Lehrjahr, aber ich bin erst seit Ende Oktober hier. Mein alter Hof musste Insolvenz anmelden und da die Leiterin gut mit meiner jetzigen Chefin befreundet ist, hat sie sich darum gekümmert, dass ich hier meine Ausbildung beenden kann. Wenn du zur Grundschule möchtest, dann bist du hier richtig. Wir haben hier keine Schule. Es gibt Unterricht per Internet und ab und an müssen wir aufs Festland um Prüfungen abzulegen“, antwortete ich ihm. Er wusste aber schon, wie das mit der Ausbildung laufen sollte, oder? Er wirkte auf mich etwas verplant. Vielleicht lag es auch an der Tatsache, dass das gerade alles neu für ihn war. Ich glaube, ich war nicht viel besser als ich das erste mal gesehen habe wo ich arbeiten werde.
      Ich beugte mich ein wenig zu ihr herüber, der Typ vorn am Steuer sollte ja nicht gleich mitbekommen, dass ich oft ziemlich verpeilt und dazu noch faul war um irgendwas zu lesen „Ich hab die Unterlagen irgendwie im Zug liegen gelassen“ ich zuckte unbekümmert die Schultern. Irgendwie hatte ich mich immer durchgeschlagen, selbst durch die Schule – dabei war ich nicht mal ein schlechter Schüler, nur fehlte es mir bei vielem an Durchhaltevermögen. Ging es jedoch um die Pferde, da war ich sofort Feuer und Flamme, weshalb es mich freute die Ausbildung auf einem Hof wie Caed Crevan zu beginnen!
      Etwas besorgt schaute ich im Rückspiegel den beiden Grünschnäbeln zu, die sich wegen der vielen Sachen auf dem Rücksitz, eng aneinander quetschen mussten. Dieser Killian würde sich doch nicht etwa als einer dieser Womanizer herausstellen? Doch schätzte ich das junge Mädchen als Bodenständige Natur ein, zumindest machte sie diesen Eindruck auf mich. Ich zuckte leicht mit den Schultern, konzentrierte mich weiter auf die Straße – in knapp 5 Minuten würde ich das Mädchen eh auf ihrem Hof absetzten….verdammt das ich mir nie ihren Namen merken konnte.
      „Oh. Das ist ja blöd“, antwortete ich ihm. Kann ja mal passieren. Ich war anfangs auch etwas durch den Wind, als ich hier angekommen war. Es war alles so neu und schön gewesen. Auch die Begrüßung von Ty und Cayden war herzlich ausgefallen und man hat sich sofort wie Zuhause gefühlt. Anfangs hatte ich etwas Zweifel, dass es mit der Sprache schwer wird, aber das war unbegründet. Wir waren schon kurz vor Lochdon, sodass ich gleich auf dem Hof sein würde. Das wäre gut. Erstmal die neuen Sachen waschen und dann schnell einweihen. „Ich denke mal, dass sie dir bestimmt nochmal alles erklären werden, wie es ablaufen wird.“
      Gerade als ich ihr antworten wollte, hielt der Wagen an einem anderen Hof – dem Hof auf dem sich wohl wohnte - „Das denke ich auch“ bleibe versonnen sitzen, ehe ich merke...sie kann gar nicht aussteigen, wenn du es nicht tust. Mit der Hand fummelte ich an der Türklinke, gehe hinaus um ihr den nötigen Platz zu geben. „Wir werden einander sehen?“ stellte ich ihr offen eine Frage. Zumindest hätte ich dann jemanden, den ich auf dieser Insel kennen würde – in meinem Alter.
      „Wer weiß. Ich bin eigentlich immer hier auf Classical Harmony. Sarah besucht uns öfters. Du weißt ja, wo du mich finden kannst, wenn man sich nicht so mal sehen sollte“, antwortete ich ihm und nahm meine Einkaufstüten auf dem Kofferraum. Ob wir uns wiedersehen würden? Bestimmt irgendwann mal. Die beiden Höfe feierten öfters mal zusammen. Von daher würden wir uns schon über den Weg laufen. „Danke Hansi fürs mitnehmen.Das war echt nett von dir. Tschüss“, sagte ich zu dem Mann und schlenderte den Weg hoch zum Hof.
      Auf dem Weg zurück schien der junge Kerl recht dünn angebunden, doch mein Blick auf die Uhr verriet mir – ich musste mich langsam beeilen! Wir würden in weniger als einer halben Stunde besprechen wollen wer zum Distanzrennen kommen würde.

      Zusammen mit Cayden, Hansi(der etwas zu spät kam) und auch Julie,Kathi und natürlich Siobhan hockte ich mit der Liste der Anmeldungen am großen Küchentisch - wir hatten uns noch nicht 100% entschieden wen wir hatten nehmen wollen. Auch der neue Auszubildende hockte gleich mit bei dieser Veranstaltung. In den letzten zwei Stunden waren wir alle gründlich durchgegangen, hatten verglichen und schließlich schon zwei Entscheidungen getroffen. Auf unserer Liste standen bereits Django und Maren "Der Kleine ist zwar nicht sonderlich ängstlich, aber um ihn an die andere Umgebung hier zu gewöhnen, könnten wir ihn und Siobhans Falabellastute zusammen vor den Trainingssulky spannen - zumindest für´s erste." schlug ich dabei vor und bekam keinerlei Einwände. Da erhob Siobhan die Stimme "Ich dachte es sei eine gute Idee, Meg das Training mit Was immer du tust absolvieren zu lassen und später am Rennen teilzunehmen?" "Wunderbar! Dann kann unser Grünschnabel vielleicht gleich bei ihr mitmachen - als Zusammenarbeit?" warf Kathi fragend in die Runde. Siobhan überlegte kurz, nickte dann aber "Fänd ich gut" - auch Killian legte kein Veto ein.
      "Zurück zur Liste" ermahnte ich dann aber wieder - sonst wäre der Abend vorrüber und noch immer keine Entscheidung getroffen.
      Wir einigten uns auf Alicia und Nienke - sie würde einen eigenen Wagen mitbringen, was die Sache für uns erleichterte.
      Bei den Reitern und ihren Pferden knobelten wir eine Weile, dabei stand dort auch schon jemand fest "Vina kommt definitiv - sie war lange nicht hier und als Trainerin braucht sie nur eine Art der Anweisung, denn sie weiß auch wie man Ausdauer mit dem Pferd üben kann. So können wir uns auf die oder den letzten im Bunde sehr gut konzentrieren. Wobei eh jeder von uns einen der Teilnehmer betreut." warf ich bittend in die Runde. "Sieht aber ganz schön nach Freundschaftsbonus aus" murmelte Hansi leicht spöttisch(offensichtlich lauter als gedacht) zu Cayden. Trotzdem wurde der Vorschlag nicht abgelehnt und Vina und Wolfi landeten auf der Liste. "Dann darf ich jetzt aber auch entscheiden,ja?" kam Kathi in die Runde zurück, mit einer Tasse Kaffee, die dampfte und einen angenehmen Geruch verbreitete. In der anderen Hand trug sie eine weitere Tasse des schwarzen Gesöffs, die Hansi froh entgegen nahm. "Battle Scars - kommt zwar jetzt doof, wenn noch ein Tinker dabei ist, aber da entscheid ich jetzt in Symphatie für den Namen!" meinte sie leicht lachend, wobei Hansi und auch Julie sofort Partie ergriff. Ich schlug die Hände in die Luft "Ganz ehrlich reizen mich alle...aber so viel kann ich uns nicht zumuten und ehe wir jetzt per Los entscheiden, gut dann eben nach dem Namen. Wer nen anderen Einwand?" allgemeines Kopfschütteln - also wurden Joyce und Battle Scars ergänzt in der Liste.
      "Damit haben wir´s - wer bleibt zum Essen?"

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      Ein Sturm zieht auf
      Ravenna | 7107 Zeichen

      Die Wolken am Himmel zogen sich unsanft zusammen, wurden grau – hier auf den Inseln kam es im Verlauf des Frühlings öfters zu heftigen Gewittern. Also schwang ich mich vom Rücken des jungen Hengstes, um ihn zurück in den Stall zu bringen. Seit nun mehr fast zwei Wochen befand sich Ghost in der richtigen Ausbildung zum Reitpferd. Seitdem ich ihn gekauft hatte zusammen mit Kathi hatten wir Übungen mit ihm gemacht, Hansi hatte viel Bodenarbeit gemacht und ihn bereits an Sattel und Trense gewöhnt. Jetzt hatte er vor knapp einer Woche das erste Mal einen Reiter auf seinem Rücken gehabt. Bis hier hin hatte der Hengst wirklich wunderbare Arbeit geleistet , weder gebuckelt noch sonst irgendwelche Unarten entwickelt.

      Wenige Minuten später betrat ich mit dem jungen Hengst am Zügel den Stall, einige Regentropfen hatten den Weg meinen Nacken hinunter gefunden. „Uuua...nächstes Mal nehm ich ein Tuch mit.“ flüsterte ich leise. Den leicht verschwitzten Hengst stellte ich in eine der Boxen als ich den Sattel in die davor vorgesehene Kammer brachte. Die Stirn kraus gezogen drehte ich mich im Kreis herum. „Wo hab ich denn jetzt seine..?“ da fand ich die grüne Abschwitzdecke, brachte sie zurück in die Box um sie ihm auf den Rücken zu legen. Als ich nochmal in die Kammer wollte um noch ein wenig Müsli zu holen, nahm ich leise geflüsterte Worte wahr. Ich drehte mich verwundert um, hatte ich das nicht vorher auch schon gehört oder war die Musik noch an? Da ich jedoch aus den Lautsprechern nichts hörte stiefelte ich die kleine Treppe zum Heuboden hinauf. Es gab nur zwei kleine Fenster, die sanftes Dämmerlicht erschufen. Genau unter so einem sah ich nun Cayden auf dem Boden sitzend, an seine Schulter gelehnt erkannte ich die kleine Lia, auf ihrem Gesicht konnte ich die Tränen erkennen. Cayden hielt sie im Arm strich mit sanften Bewegungen über ihren Rücken, murmelte dabei Worte auf Gälisch. Als er mich sah, hob er seine Hände um mich wieder davon zu scheuchen, ich nickte still und krabbelte die Leiter wieder hinunter. In letzter Zeit war Lia abweisender denn je gewesen, hatte sich sogar von Maeve abgekoppelt – sonst waren beide Freundinnen wie Geschwister. Ich schüttelte den Gedanken zunächst beiseite, dann lief ich hinaus in den leichten Nieselregen. Da sich die Wolken weiter zusammen zogen wollte ich Bucks noch in den Stall zu bringen – bei einem Gewitter im letzten Jahr war er schließlich ausgebrochen. Es war immer noch schwierig mit dem kleinen Pottockhengst, allerdings nahm er endlich wieder richtig zu, seine Mähne und der Schweif hatten beinahe wieder eine normale Länge. Allerdings wurde der Kleine schon wieder von seiner Augenentzündung geplagt, Maren hatte beim letzten Besuch erwähnt falls es nicht besser würde , müsste das Auge entfernt werden. Natürlich wollte ich das es dem Hengst besser ging, aber solche Maßnahmen fand ich doch etwas zu drastisch – beide Augen? Cayden und ich wollten in dieser Sache noch eine zweite Meinung einholen. Zusammen mit dem Pottockhengst brachte ich auch Moon in den Stall, der noch immer mit einer Decke herum lief – seine Arthrose machte momentan wieder einiges an Mucken. Erst letzte Woche hatte er eine leichte Kolik gehabt, ich machte mir wirklich Sorgen um meinen geliebten Hengst.

      Am Offenstall der Hengste traf ich Aiden und Hansi, die mir mit einer Schubkarre voller Pferdeäpfel entgegen kamen. „Für heute sind wir fertig!“ verkündete der blonde Hüne „Heute Nachmittag werd ich zusammen mit Catalina noch ein wenig was mit Dorn tun, soll ich dann Thwora mit hinüber zu Bella nehmen?“ In der letzten Zeit hatten wir hier oben eine Menge an Zuwachs bekommen, da sich Bella auf die Islandzucht spezialisiert hatte und sie noch keine fertigen Zuchtpferde gehabt hatte wollte ich ihr unter die Arme greifen. Sowohl Uprising als auch Thowra würden bei ihr ein gutes zu Hause finden, wenn auch letztere noch immer in meinem Besitz war – doch dort wurde sie Rassenspezifischer gefördert als es uns möglich war. Zurück im Stall sah ich gerade noch wie eine etwas geknickte Lia mit Argo am Halfter den Hof verließ und mir Cayden entgegen kam, auf seinem Gesicht lagen leichte Schatten. „Was ist los mit ihr?“ mein Verlobter nahm mir den Strick von Moon ab, begann dabei zu erzählen. „Lia´s Mutter..die Leukämie ist zurück, jetzt macht sie sich unheimliche Sorgen. Ihre Mutter ist im Krankenhaus auf dem Festland, nächste Woche wird Lia sie dort erst besuchen dürfen, da die Mutter wohl noch viele Arztbesuche hat. Außerdem befindet sich ihr Bruder momentan in einer Pflegefamilie in die wohl auch Lia gehen wird, um ihrer Mutter beistehen zu können.“ Mittlerweile saß ich auf einem der Eimer, die Hände auf meine Knie gestützt „Das hat sie wirklich nicht verdient….wie lang ist das letzte Mal her?“ Cayden zuckte die Schultern „Ich weiß es nicht genau, aber damals war die Mutter glaube ich gerade mit dem Bruder schwanger, deswegen wurde es erst festgestellt. Den Vater hat sie erst vor knapp drei Jahren verloren, jetzt vielleicht noch die Mutter“ er strich sich mit der Hand durch das Gesicht über den mittlerweile ziemlich langen Bart. „Ich hab sie einfach ein wenig getröstet“ jetzt zuckte er mit den Schultern „Sie erinnert mich so eine meine jüngere Schwester, immer darum bemüht alles beieinander zu halten. Im Unterschied das bei Lia wohl alles auseinander fällt. Sie hat gefragt ob...“ Cayden hockte sich vor mich zu Boden. „Sie würde gern das wir sie begleiten...wir sind so ziemlich das nächste was einer Familie kommt.“ jetzt lachte er auf, lächelte mir zu „Schließlich ist sie neben dem Internat hier am meisten...in der Zeit seitdem wir hier wohnen war sie selbst in den Ferien kaum bei ihrer Mutter zu Hause, sondern eher hier.“

      Dabei musste ich an die beiden oben auf dem Dachboden denken...schon immer hatte sich das junge Mädchen an meinen Verlobten orientiert oder an mir. Sie stellte für mich schon beinahe ein Teil der Familie dar. „Natürlich, wenn sie sich das wünscht kommen wir mit!“ verkündete ich flüsternd. Der Gedanke eine Jungendliche zu ihrer offensichtlich sterbenden Mutter zu begleiten zog mein Innerstes zusammen – das war etwas das sie nicht sehen dürfte. Auf der anderen Seite würde sich Lia´s Zukunft in den nächsten Monaten mehr als nur drastisch verändern, ich wollte ihr beistehen so viel ich es zumindest konnte.

      Wir besprachen bei einem Abendessen mit Lia noch wann genau wir zum Krankenhaus aufbrechen wollten. Einigten uns dann auf die nächste Woche, da Cayden und ich noch einen Termin bei einem Paganpriester hatten, der uns trauen würde. Zwar ließen wir uns auch noch offiziell vor dem Standesamt verheiraten, allerdings war das ganze erst in einem Jahr geplant – per Handfasting würden wir für ein Jahr und einen Tag einander versprochen werden und erst dann wahrhaftig heiraten. Wie ich fand war das ein wunderbarer Brauch, dem ich gern zugestimmt hatte. Das gab und die Zeit wahrhaftig herauszufinden ob wir miteinander klar kamen, wenn auch Siobhan immer meinte ich solle mir darüber keine Gedanken machen.

      Also würden wir in der nächsten Woche mal wieder auf das Festland fahren.

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      Mit der Wende der Sommersonne
      Ravenna |28554 Zeichen
      „Moment soll das etwa bedeuten?“ Sarah stand auf, die Hände vor der Brust verschränkt als wolle sie sich selbst schützen, ihre Augen huschten unruhig durch den Raum. Die letzten Wochen waren Nerven aufreibend gewesen, nicht nur in Anbetracht der Tatsache das wir kurz vor dem Handfasting standen. Es hatte uns ein ganzer Sturm an Entscheidungen getroffen.

      Vor knapp drei Wochen hatten wir beiden Lia ins Krankenhaus ihrer Mutter begleitet, die bereits seit geraumer Zeit gegen die Leukämie ankämpfte. Wir hatten Asmin McDubh bereits einmal kennengelernt, eine wirklich starke Frau die für ihre Kinder viel getan hatte. Jetzt jedoch verließ sie mit jeder Woche mehr und mehr die Kraft. Lia hatte es nicht lange in dem Raum gehalten in der ihre Mutter an das Bett gefesselt war, doch im Laufe unseres Besuches war klar geworden das nicht nur Lia gewollte hatte das wir beiden ins Krankenhaus kamen.

      „Meine Tochter sollte endlich wieder ein geregeltes fast normales Leben führen….wenn sie von eurem Hof erzählt, der Arbeit mit den Pferden und der Schule in Craighnure. Sie strahlt wie ich es seit Jahren nicht mehr gesehen habe. Es ist unwahrscheinlich das ich dieses Mal den Krebs überstehe...Angus ist bereits in einer liebevollen Pflegefamilie, der Kleine versteht ja kaum was mit seiner Mutter geschieht. Auch wenn sie Lia ebenfalls bei sich aufnehmen..“hier hatte ein Hustenanfall die Kranke unterbrochen. „Ich möchte einfach nicht das die beiden getrennt werden...genauso wenig möchte ich das Lia aus ihrem gewohnten Umfeld gerissen wird. Ich habe mit ihr darüber gesprochen, genauso wie mit dem Jugendamt. Wäre es für euch abwegig Lia und meinen Sohn bei euch aufzunehmen?“

      Diese Frage hatte Sarah und mich schon ziemlich überrascht, wir hatten über eine Bedenkzeit gebeten und drei Tage bekommen. Zurück auf dem Hof hatten wir mit Kathi und dem Rest des Teams darüber gesprochen. Im Grunde war uns im Falle Lia die Entscheidung nicht sonderlich schwer gefallen...ihr Bruder Angus jedoch war ein Kind von knapp 3 Jahren, das war eine ganz andere Liga gewesen. Gerade meine Partnerin hatte daran zu knabbern gehabt. Erst im letzten Jahr hatte sie ohne mein Wissen unser gemeinsames Kind abgetrieben, sie wollte nie eine Mutter werden. Zumindest war es das was sie immer erzählt hatte. Doch seitdem hatte sich einiges geändert...Fionn war in ihr Leben getreten, sie war seine Patin...oder würde es bei seiner Taufe werden. Sarah war im Umgang mit ihm anders geworden, hatte ihn in sein Herz geschlossen. Sie war einen ganzen Tag lang bei Siobhan verschwunden, doch als sie zurück kam stimmte sie wahrhaftig zu. „Machen wir sie zu einem Teil unserer Familie!“

      Nun waren zwei weitere Wochen, jede Menge Papier und Organisationskram, vergangen….neben der Hochzeit hatten wir kaum einen freien Moment für die Pferde gehabt. Da war ich mehr als froh gewesen einige der trainierten Pferde abgeben zu können. Ghost wurde jedoch nicht vernachlässigt, denn auch die Hochzeit von Siobhan und Ty rückte immer näher und wir wollten Ghost dem kleinen Fionn zur Taufe schenken. Neben der Entscheidung die Kinder bei sich aufzunehmen hatten wir ebenfalls einige unserer Pferde abgeben – nicht das uns diese Sache einfach gefallen wäre, aber weniger Pferde bedeutete auch etwas weniger Arbeit für alle von uns.

      Jetzt jedoch saßen wir – mal wieder – Büro unserer Jugendamtszuständigen und soeben mit einer weiteren „Überrraschung“ erfasst hatte. „Ja ganz richtig Frau Kyren. Sie haben die besten Voraussetzungen um beide Kinder bei sich aufzunehmen. Ein geregeltes Umfeld, im Falle des Mädchens wird sie weiterhin ihre Schule besuchen dürfen. Im Falle von ihrer Krankheit befinden sich in ihrem näheren Umfeld andere Menschen die sich um die Kinder kümmern können.“ Dabei musste ich mir ein Lachen verkneifen, wenn ich da an Hansi dachte dem wir Fionn lieber nicht übergaben da der Hüne ständig irgendwo gegen lief oder aber Kathi die noch viel weniger mit kleinen Kindern umgehen konnte….Im Grunde waren wir alle ein total chaotischer Haufen, dem wohl lieber kein Kind anvertraut werden sollte. „Nur gibt es eben diesen einen Fakt...um beide vollwertig mündig für die Kinder zu sein müsst ihr verheiratet sein, sonst wird das nur einem von euch übertragen oder jedem ein Kind.“

      Sarah setzte sich wieder auf den Stuhl, sah mit leicht entrücktem Blick zu mir hinüber. „Können wir das wagen?“

      Ich schluckte ein wenig, lächelte dann...“Wir haben eine Zucht gegründet….trainieren seit einiger Zeit Pferde und sind dabei zwei Kinder aufzunehmen. Na wenn wir das nicht packen, wer dann? Wieso noch ein Jahr warten, wenn es auch danach noch schief gehen kann. Lieber etwas riskieren….das haben wir doch immer so geregelt?“ Sarah nickte, ihre Augen dabei etwas glasig dann wandte sie sich unserer Sachverständigen zu „Also dann Miss Devencord, wir haben vor in knapp einer Woche ein Handfasting abzuhalten...wieso nicht auch am gleichen Tag eine wirklich offizielle Hochzeit auf dem Standesamt!“ Es breitete sich ein Lächeln auf dem Gesicht der sonst so streng wirkenden, tatrigen Frau aus „Dann möchte ich sie bitten hier zu unterschreiben und wir leiten alles weitere in die Wege.“

      Eine knappe Stunde später, einigem an Infomaterial und noch zwei anderen unterschriebenen Unterlagen, hockten wir vollkommen geflasht im Auto und sahen einander an. „Bin ich froh, wenn das alles vorbei ist!“ murmelte Sarah, als ich gerade den Motor anließ um in Richtung Caed Crevan aufzubrechen. Ich konnte ihr dabei nur zustimmen. „Unser verrückter Haufen auf dem Hof wird immer größer, bald bauen wir an!“ lachte Sarah auf, was in Anbetracht des Herrenhauses in dem wir wohnten lächerlich war. Es gab da noch den ein oder anderen Raum der überhaupt nicht genutzt wurde „Noch eine Woche dann sind wir richtig verheiratet. Kann ich irgendwie noch gar nicht richtig fassen. Aber so verrückt sind wir dann doch nicht.“ aus dem Augenwinkel sah ich ihren unverblümt skeptischen Ausdruck auf dem Gesicht und lachte auf „Ja okay...vielleicht doch ein wenig.“

      Der Weg nach Hause verging ohne weitere Besonderheiten, als wir allerdings zur Tür hinein kamen explodierte irgendetwas. „Woow“ Sarah ging vorsichtshalber in die Deckung, da es jedoch mehr wie Glas auf dem Boden klang und ein Fluch auf Schwedisch(zumindest denke ich das) hinterher kam.Es kostete nur einige Schritte bis zum Beginn der großen Küche, Hansi hockte auf dem Boden und kehrte Glas vom Boden auf. „Tja...eigentlich wollten wir den Met aufmachen um mit euch zusammen zu feiern. Aber der Depp hier schmeißt die lieber auf den Boden.“ dabei klopfte Kathi Hansi auf den die Schulter, der nur ein brummiges „haha“ verlauten ließ. „Kein chaotischer Haufen, eh?“ flüsterte Sarah leise zu mir.

      Trotzdem wurde der Abend ein wunderbarer...fast alle die uns Nahe standen waren bei uns um zu „feiern“. „Somit wird eure Hochzeit symbolisch also noch mehr als die Feier eurer Heirat, wir werden auch feiern das ihr Eltern werdet. Allerdings sind die Umstände besonders, ihr habt auf der einen Seite etwas zu feiern, andererseits verliert Lia ihre Mutter….eine schwierige Situation für euch.

      Unsere tägliche Frühstücksrunde war heute besonders schnell beendet gewesen „Also Aiden und ich kümmern uns darum das die Pferde heute auf die Weiden kommen – da werden sie jetzt auch bis zum Herbst bleiben. Allerdings würde ich sowohl Moon als auch Bucks viel lieber hier am Paddock lassen, damit wir sie besser unter Beobachtung haben. Killian, du bist heute für das Training von Eisblume, Green, Varulv und Kürbis verantwortlich – bei Fragen sind wir jederzeit da.“ Hansi schenkte sich noch einen Schluck Kaffee ein, genauso wie Kathi, die meine Ansprache fort führte „Dann werd ich mir heute mal Argo, Wisp und Yael zu genüge ziehen, vielleicht noch Abraham. Wobei der Spinner momentan schon wieder buckelt, vermute der Sattler muss echt mal kommen – das kann ja nicht sein. Mach später einfach mal einen Termin für uns.“

      „Wunderbar, dann kann ich mit Darym gleich mal dazu kommen, durch das viele Training müsste der Springsattel aufgepolstert werden.“ warf Cayden sogleich ein. „Gut dann für Abraham und Darym! Wolltest du heute wieder nach Morvern rüber Hansi?“ Der Hüne hob den Kopf, überlegte einen Moment lang – in letzter Zeit war er oft drüben bei Catalina und half ihr, als wolle er dem Vorbereitungsstress der Hochzeit entgehen. „Warscheinlich, vorher wollen Cayden und ich mit Darym und Yoomee erst noch auf die Geländestrecke – der Hengst soll ihr bisschen mehr Sicherheit im Parcours geben. Wollen demnächst auf ein Turnier mit der Kleinen. Anschließend mach ich noch etwas mit Gwyn, vielleicht nen Ausritt. Kommst du mit mir Aiden? Vielleicht mit Ikarus, der war auch lange nicht mehr gemütlich im Gelände.“ Aiden nickte nur bedächtig mit dem Kopf, da er den Mund noch vom Essen voll hatte. „Na dann sind ja fast alle aufgeteilt – ich selbst mach bisschen was mit Stormy. Lia kommt später noch vom Festland hierher und wollte sich mit einem Ausritt etwas ablenken.“ Wir wussten alle wovor, das ihre Mutter im sterben lag, war eine unschöne Gegebenheit, es fühlte sich einfach nicht richtig an! Zu gern würde ich ihr helfen wollen, doch ihr Leben befand sich momentan im Abwärtskurs, ihr stand ein Wechsel in die Pflegefamilie bevor, der Auszug aus dem Internat. Am meisten schien es sie zu zermürben das sie den Hof verlassen müsste. „Allerdings würde ich gerne das Training mit Yoomee machen, war schon lange nicht mehr auf unserer Strecke!“ dabei kratze ich mich am Kopf und lachte etwas gekünstelt, was Hansi mit einem Schulterzucken kommentierte „Meinetwegen!“ Somit verstreuten wir uns quer über den Hof um unseren Aufgaben nachzugehen – in knapp zwei Tagen würde die Hochzeit stattfinden.

      *~21.Juni.2015~*

      „Ich geh heute komplett vor die Hunde!“ nörgelte ich, auf dem Stuhl sitzend während meine Tante sich emsig um meine Haare zu kümmern begann. Meine Eltern hatten zugegeben etwas verwirrt auf meine Pläne reagiert...noch mehr darauf wie diese Hochzeit ablaufen würde – es war weit entfernt von einer kirchlichen Heirat, doch auch ziemlich entfernt von ihrer einfachen auf dem Standesamt. Gingen wir nämlich davon aus, so waren Cayden und ich bereits seit dem Morgen Mann und Frau, doch hatten wir eine waschechte Paganhochzeit vor uns! Wobei waschecht auch wieder falsch formuliert wäre, da es weder ein richtig noch ein falsch in unsrem „Glauben“ gab – wir hatten einige germanische, aber auch keltische Einflüsse kombiniert mit älteren schottischen Bräuchen. Da wir Lia nun als Familienmitglied bei uns aufnahmen hatten wir knapp eine Woche vor der Hochzeit noch einmal etwas in der Besetztung geändert – wir hatten Lia zu unserer Ringmaid gemacht. Ursprünglich hatten wir dafür sowohl Siobhan und Amy haben wollen, da wir nun jedoch mit einer wirklichen Maid aufwarten konnten waren die beiden von diesem Dienst entfernt worden. In Caydens Gelage den Schildbrüdern hatte sich jedoch nichts geändert – Ty, Aiden, Hansi und auch Ben waren zu diesen erwählt wurden. Zu Zeiten der „wahren“ Pagans waren diese Schildbrüder die Waffenbrüder eines Mannes gewesen – in den Schlachten als würdig, loyal und wertvoll erwiesen. Zu diesen Zeiten vielleicht nicht ganz so, doch auch sie hatten sich als die nächsten Freunde meines Mannes erwiesen. „Du wirst mir gar nichts gehen!“ erwiderte Catalina von der Seite, die Hände in die Hüfte gestützt. „Einige der Gäste sind bereits eingetroffen, deine Pferde wurden versorgt und jetzt kannst du dich gefälligst mal auf deinen Tag freuen!“

      Es war sonderbar eine Hochzeit zu feiern für mich...ich hatte nie damit gerechnet! Jetzt war ich hier inmitten meiner Freunde, meiner kleinen Welt an Familie die ich hier besaß. Trotzdem ich glücklich war hing das Schicksal von Lias Mutter schwer auf meinen Schultern, ein wahnsinniger Zwiespalt den auch Cayden ergriffen hatte. "Sag mal du gehst überhaupt nicht nach diesen traditionellen Bräuchen oder?" kam es gerade von Siobhan, die Fionn auf dem Arm hielt. Cayden hatte dem Winzling ein geschniztes Holzpferd gemacht, in dem Fionn nun seine ersten Zähne versenkte. Mittlerweile waren meine Haare zu einer komplizierten Flechtfrisur verwoben und es befanden sich jetzt im Raum nur noch Catalina, Siobhan, Amy,Kathrin und ursprünglich Lea, die jedoch war auf der Suche nach ihrem Freund war. Ich drehte mich mit dem Wickelgürtel in der Hand um,lächelte breit "Welche Bräuche genau meinst du?"
      "Was blaues,was neues - klingelt es da nicht bei dir?" warf nun Catalina statt Siobhan ein, die der jungen Frau neben sich jedoch ein Nicken schenkte. "Mhpf...klar bekannt ist es mir, aber ich war doch schon immer etwad anders, dann also auch meine Hochzeit! "
      "Natürlich dagegen ist auch absolut nichts einzuwerfen, die Kleider sind wirklich wunderschön." Dabei strich sie über den Tartanrock in dunkelrot,grün und Gold den meine engsten Freunde trugen, den Farben meines baldigen Clans. Auch klein Fionn hatten wir eine Hose verpasst in der Farbe, ein Leinenhemd und ein Tuch um ihn gegen den Wind zu helfen. "Wann er wohl den ersten Kilt trägt, so als Waschechter Highlander? " fragte ich um das Thema etwas abzulenken. "Waschecht ist er ja nun nicht wirklich, bin doch eigentlich eine Sassenach!"
      "Du hast einen Schotten geheiratet Mistress McLean,also seit ihr nicht länger eine Sassenach."
      "Tschuldige aber könntet ihr uns Nicht -Highlander mal erklären was das sein soll?" warf Amy ein,die einen Schluck von ihrem Getränk nahm, auch Cata sah etwas verwirrt aus. Siobahn und ich schenkten uns einen Blick, erinnerten uns wahrscheinlich jeder an die erste Begegnung mit dem Wort. "Früher war es wohl eine Art Schimpfwort, es bedeutet einfach nur so etwas wie Outlander,Stranger."
      Jetzt wurden wir allerdings unterbrochen von Kathi, Bella und Lea die gesammelt in den Raum "Langsam wirds eng" murmelte ich rückte näher zum Spiegel um endlich mein ankleiden zu beenden - wiedermal war ich die letzte! "Wir haben die Pferde nochmal mit Heu versorgt, Bucks in die Box gebracht zusammen mit Moon und dann umgezogen. Kann also nichts mehr schief gehen!"
      "Habt ihr eigentlich Julie schon gesehen?" fragte ich an Kathi gewandt, die den Kopf schüttelte. Ich hatte sie angerufen ob sie ihre Jungstute mitbringen würde,damit Pumpkin auf der Koppel spielerische Gesellschaft hatte. Wobei ich mir bei der ziemlich verspielten Yoomee kaum darum Gedanken machte. "Allerdings hat sie angerufen, sie muss laufen da der Hänger nen Platten hat."
      Zum Glück war die Distanz zwischen uns nicht so groß, wenn sie über unsere gepachtete Wiese lief sogar noch kürzer - vorausgesetzt Julie würde daran denken. Fertig angezogen ließ ich mich auf einen der Hocker sinken,wippte leicht mit den Füßen - wie immer war ich etwas zu früh dran. "Wann soll es eigentlich genau los gehen?" stellte nun Amy wieder die Frage.
      Unbestimmt zuckte ich die Schulter "Im Grunde bei Dämmerung in der letzten Zeit hat sie immer gegen 22 Uhr angefangen, aber da ja nun der längste Tag ist - vielleicht auch später. " Aus gleich zwei Richtungen kam ein Seufzen, welches ich sowohl Catalina als auch Siobhan zuordnen konnte,letztere wechselte den Arm mit einem offensichtlich sehr müden Fionn. "Willst du ihn bei uns im Gästezimmer in das Kinderbett verfrachten?" Da der Knirps öfter mal bei uns die Nächte verbrachte um den beiden auch Entspannung zu gewähren hatten wir ein Kinderbett für ihn besorgt, da das hin und her mit dem Reisebett nervig geworden war. "Ich glaube das ist ganz gut, das Babyphone nehm ich dann mit runter,mittlerweile schläft er allerdings ziemlich gut durch" Also verschwand Siobahn für die nächste halbe Stunde erst einmal während nun auch etwas verspätet Bella und Julie zu uns,langsam wurde der Raum etwas eng hier. Auch Lia kam noch einmal vorbei,sodass ich sie beiseite nahm, ihr mit auf die Person gerichtetem Finger alle vorstellte und ihr ihre Aufgabe nochmal erklärte. "I'm so bloody nervous, but you as bride...you're calm as always amd beautiful!" kam es so schnell über ihre blassen Lippen, das ich Mühe hatte sie zu verstehen aufgrund der Lautstärke in dem Raum hier. "Well...we're married since this morning before the law, now we just celebrate with family, friends and have a Paganwedding.This is why I'm not nervous. " ich strich ihr durch die lockigen blonden Haare "You're beautiful,too sweaty." Die Spur eines Lächelns huschte über ihr Gesicht, gesunde röte kam in ihre verblassten Züge. Ein Blick aus dem Fenster verriet mir den langsam beginnenden Sonnenuntergang, also erhob ich mich strich meine Kleider glatt und klatschte in die Hände. "Wir können uns dann zumindest schon nach draußen begeben."
      Ursprünglich hatte ich geplant gehabt das wir beide - Cayden und ich - zum Platz des Geschehens zu reiten, da unser gefundener Priester allerdings einiges an Respekt vor diesen Tieren hatte, war das einfach verplant worden. Im Endeffekt sogar besser für uns da wir nicht noch auf die Pferde achten mussten,sondern uns auf die Zeremonie konzentrieren konnten. In unserem Garten brannten bereits die Feuer, ein Gang aus Fackeln markierte den Weg den ich später hinunter getragen werden würde. Aus Lautsprechern drang leise Musik von Wardruna - gewählt um die nicht Metalfans nicht gleich zu vertreiben. Freudige Spannung schickte mir einen wohligen Schauer den Rücken hinab und ein Lächeln auf die Lippen. Meine Freundinnen gingen hinüber zu den anderen Gästen die entweder auf dem Boden neben den Feuern saßen oder herum standen. Dann wurde mein Blick auf vier hochgewachsene Männer gerichtet die sich auf die Tür zu bewegten. Ein letzter Blick auf den Kreis verriet mir das dort in der Ferne nun auch Cayden und der Priester seinen Platz in der Mitte eingenommen hatten. Es war Hansi der ein großes Rundschild in der rechten trug, in schwarzen Lettern war die Rune Tywaz darauf. Mit nunmehr klopfendem Herzen wurde ich auf dieses Schild gesetzt, während die vier Männer mich durch den Gang trugen ihnen vorweg mein Vater. Die ganze Zeremonie hier würde auf Englisch stattfinden, weshalb ich meinem Vater die gesprochenen Worte eingeprägt hatte und für unsere deutschen Gäste die Worte übersetzt hatte. Nervös schenkte ich Aiden zu meiner linken ein kleines Lächeln, der jedoch blickte stur nach vorn um sich auf die Zeremonie zu beschäftigen.
      Kurz vor dem Priester kamen wir zum stehen "Wer bringt die Braut in den Bund der Ehe?"
      "Mario Kyren" antwortete mein Vater mit fester stolzer Stimme. Die Nachricht das ausgerechnet ich heiraten würde hatte meine Eltern unheimlich gefreut, noch wussten sie allerdings nicht um die Erweiterung unserer Familie. Die vier Männer versuchten möglichst synchron in die Hocke zu gehen,damit ich mithilfe von Papa besser von dem Schild kam.

      Ein Blick auf meine Mutter am Rand, offenbarte mir ihre Tränen die silbern auf ihrer Haut schimmerten, trotzdem schenkte sie mir ein Lächeln. Mein Herz wollte am liebsten aus der Brust springen vor Stolz und Liebe zu meinen Eltern. Doch dachte ich auch an die Zeit zurück da ich mit meinen Pferden im Schlepptau von Hof gestürmt bin,mich Kopfüber in das Studium der Medizin geworfen hatte bis es mich komplett zerstört hatte. Mein Hof war pleite gegangen, ich hatte keine Ahnung was zu tun war und hatte mich nach Heartland zu Amy verschanzt. Dort war ich langsam wieder zu mir gekommen, hatte abgestreift was mir zu schaffen machte und begonnen Pferde zu trainieren - meine wirkliche Berufung gefunden. Nach und nach war meine Seele geheilt worden - vieles hatte ich auch Cayden zu verdanken. Nachdem der Friede mit mir geschlossen war, begann ich mich wieder meinen Eltern anzunähern - diese Pause hatte uns allen gut getan. Die restlichen Meter überbrückten mein Vater und ich Seite an Seite hinter uns folgten Lia und die Männer. Jeder von ihnen stellte sich in die vier Himmelsrichtungen, gerade aufgerichtet das Schwert vor sich in den Boden gestellt. Die Musik wurde lauter, der Wirbel der Trommeln immer eindringlicher - Hansi begann ins seiner Sprache melodisch mitzusingen. Als meine Hand die des kahlköpfigen Priesters berührte verstummte jedes weitere Geräusch um uns herum bis auf das prasseln des Feuers. Nun stand ich dem Priester und hinter ihm einem breit lächelndem Cayden gegenüber. Mein Mann - wie ungewohnt - trug einen traditionellen Plaid in den Farben seines Clans, an der Schulter gehalten von der Schnalle auf der "Fortiter" zu lesen war - Tapferkeit.
      "Willkommen zu dieser Stunde der Vereinigung zweier Menschen im Bund der Ehe. Wir stehen hier im Angesicht der Götter um Cayden Mc Alistair und Sarah Kyren zu ehelichen. " Mit einer Schale gefüllt mit blauer Farbe trat er auf Cayden zu zeichnete die Rune Wunjo auf seine Stirn nur um selbiges mit mir zu tun. Er begann anschließend damit den Kreis der Männer mit Wasser zu segnen, während Lia einen Kranz aus geflochtenen Blumen auf den Kopf bekam. In ihrer Hand mithilfe eines Tuches verborgen befand sich das neue Schwert von Cayden, wie es zu alten Zeiten Brauch gewesen war...er selbst trug eines an seiner Hüfte welches nun vom Priester Undr gezogen wurde. "Mit dem Bund der Ehe endet etwas altes um etwas neues beginnen zu lassen. " Damit winkte er Lia zu sich heran, schlug das Tuch beiseite - nun drehte Lia sich zu mir um. Ihre Nervosität schien gewichen, Stolz erfüllte nun ihren Blick als das Schwert zum Vorschein kam. " Mit dem Blute des alten soll das neue erwachen, möge Freya diese Verbindung segnen. Willst du Cayden McAlistair diese Frau zu der deinen nehmen, sie beschützen in Zeiten des Krieges, ihr Fels sein in Zeiten der Stürme dann sprich mit dem Segen der Götter deinen Eid!"
      Mit lauter Stimme und gälischen Worten begann er zu sprechen, nur wenige der Gäste verstanden ihn, selbst ich hatte meine Schwierigkeiten.
      "So as long as my body lives,and yours - we are one flesh. And when my body shall cease,my soul will still be yours. I swear by my hope in the gods,I shall be never parted from you." Damit drehte sich der Priester nun zu mir,mit gebrochenen gälischen Worten erwiderte ich den geleisteten Eid.
      Undr nickte wohlwollend in unsere Richtung, dann erhob er die Hand mit Caydens Kurzschwert. Als erstes ergriff er Caydens rechte Hand ritzte die Rune Wunjo nun auch in unsere Haut statt nur auf die Stirn gemalt. Mein Herz begann nun auch zu schlagen als die kalten Finger des Priesters mein Handgelenk nahm. Ich atmete tief ein als die Klinge den ersten Schnitt tat und es kostete mich meine Selbstbeherrschung ihm die Hand nicht zu entziehen. "Im Blute sind wir geboren,im Blute werdet ihr gebunden."
      Undr legte beide Hände mit der eingeritzten Rune aufeinander, unser beider Blut begann sich zu vermischen und wie aus einem Mund sprachen wir einen Schwur der schon so alt wie die Highlands selbst waren. "You are blood of my blood, and Bone of my bone. I give you my body that we two may be one. I give you my spirit, 'til our life shall be done. You are blood of my blood, and bone of my bone."
      Nun war es geschehen. ..Cayden und ich hatten auf die Ringe bei dieser Zeremonie verzichten. Was bedeutete schon ein Stück Papier und Metall für eine Verbindung? Wir würden durch den Blutschwur und die Rune in unserer Haut daran erinnert werden, denn wir waren Schmerz ein gegangen um diese Verbindung zu besiegeln. Für mich bedeutete das viel mehr und ich wusste das auch Cayden so dachte - gebunden durch Blut und Schmerz würden wir andere Krisen überstehen.
      Mit der freien Hand nahm Cayden von Lia das neue Kurzschwert entgegen,steckte es sich an den Gürtel.
      "Vor den Göttern seit ihr nun endgültig Ehemann und Eheweib, mögen sie diese Verbindung ehren und zur Kenntnis nehmen auf das sie halten mag." Während der Priester sprach legte er uns ein Band um die verschlungenen Hände, darauf erkannte ich einige Binderunen, sowie einzelne darunter wieder Wunjo welche für Harmonie und auch Partnerschaft stand.
      Jubel setzte um uns herum ein, dann traten einzelne Personen nach vorn oder in zweier Gruppen um wie zuvor der Priester ein Band um unser Handgelenk zu legen, jeweils begleitet mit einem kleinen Segensspruch. Als erstes trat Hansi nach vorn mit einem blauen Band "Glück brauche ich euch wohl nicht zu geben aber ich schenke euch mit diesem Band Verstehen...auf das ihr nicht nur einander versteht,sondern auch die Welt um euch herum." Weder Cayden noch ich sagten einen Satz dazu, senkten nur wippend den Kopf wie zu einer Verbeugung. Nach Hansi trat Aiden nach vorn „With this „ er hob das gelbe Band nach oben „ I give you courage. So you might fight for the ones in need.“ Nun waren es noch zwei Mitglieder der Schildbrüder nach Aiden war es an Ben nach vorn zu treten. „ Mit diesem Band gebe ich euch Vertrauen , damit ihr entscheiden könnt was richtig und falsch ist. Nutzt es um euch selbst durch schwierige Zeiten zu navigieren, verliert die Treue in eure Liebe nicht.“ Ty trat als letzter der vier auf uns zu, klopfte Cayden erst aufrichtig auf die Schulter, anschließend verschlang er sein graues Band mit einem geschickten Knoten „I´ll give you endurance, use it well to keep going even when you feel as though all hope and strength have left you.“ Ich war fast froh das er die Worte nicht in Englisch gesprochen hatte.

      Nun kamen langsam alle den Gang aus Fackeln hinauf um ihnen ein Band um die Hände zu schlingen und einen Segensspruch zu äußern. Nach meinen Eltern war es Caydens Vater der uns einen Teil seines Kilts gab, die Worte die er auf Gälisch zu uns sprach verstand ich zu meinem Bedauern nicht, ich würde Cayden später fragen müssen. Als erste unter meinen Freundinnen kam Amy zu uns ein dunkelrotes geflochtenes Band in den Händen „Möge eurer Weg euch stets leiten.“ Besonders freute es mich auch das ihr Großvater Jack, ihr Freund Ty und Lou gekommen waren – in ihrer Vertretung hatte Amy ebenfalls das Band geschlungen. Sie waren Teil geworden meiner ersten seelischen Heilung, deren Ende ich noch nicht erreicht zu haben glaubte. Nach Siobhan kamen auch Julie und Kathi nach einander auf uns zu. Bei so vielen Wünschen und Sprüchen konnte ich meine Tränen nun auch nicht mehr zurück halten, unaufhaltsam rannen sie in stummer Ehrfurcht meine Wangen hinab – ich hätte nie gedacht das ich einmal solche Freunde die meinen nennen könnte.

      „Mögen all Eure Träume wahr werden, mögen alle Himmel blau sein, mögen alle Freunde wahrhaft Freunde sein, mögen all eure Freuden vollkommen sein, mögen Glück und Lachen all Eure Tage erfüllen.“ sprach es Catalina aus, die zusammen mit Bella nebeneinander gekommen war. Doch auch Bella, die ich doch erst seit ein paar Monaten kannte, band eine Schleife zu den vielen anderen um unser Handgelenk und sprach „ Mögen tausend Sterne über euch wachen, wo immer ihr geht. Mögen euch tausend glückliche Stunden beschert sein, wo immer ihr steht. Möge eure Freundschaft wahrhaft und endlos sein.“

      Ich formte ein stummes Danke mit den Lippen. Nach ihnen kam Salera, die ich durch den Filmdreh und das spätere Training von Smaug ebenfalls erst seit kurzem zu meinen Freunden zählte. Joyce und ihr Helfer Ty, von der ich einst die Anzeige zugesteckt bekommen hatte die mich bewog Moon zu kaufen.

      Ich wusste am Ende nicht mehr wie viele Leute schließlich ihre Glückwünsche geäußert hatten, doch dem Bündel an Bändern zu urteilen dann doch eine ganze Menge – wir würden dies später über dem Bett aufhängen. Im Nachhinein hätte ich gern alle Sprüche mitgeschrieben oder wenigsten auf Video gehabt, so jedoch würden nur noch die Götter selbst von den Worten wissen – gewirkt in jedem einzelnen der Bänder. Nach dem Handfasting hatten wir uns die Hände gewaschen, desinfiziert und zumindest einen kleinen Verband angelegt. Danach hatten wir ein Festessen gegeben – nicht nur für uns als Vegetarier gab es einiges an Angebot. Hansi hatte doch Tatsächlich einen ganzen Ochsen besorgt, der komplett am Spieß gebraten worden war. Von dem Ding würden wir wahrscheinlich noch in drei Wochen etwas haben…

      Trotzdem hatten wir unseren Spaß bei Musik, Tanz und Undr ließ es sich natürlich nicht nehmen für einige Interessierte die Runen zu befragen. Am Abend mit einem kleinen Horn Met in der Hand saß ich in der Nähe des Feuers am Boden „Vor die Hunde bist du nun nicht gegangen, allerdings hast du eine Feier an die du dich immer erinnern kannst. Für meinen Geschmack vielleicht ein bisschen zu kitschig, aber trotzdem..nun ja nicht zu leicht nachzumachen!“ sprach Cata zu mir. Ich musste allerdings in mich hinein lächeln, sie war gerade 19 Jahre alt...damals hätte ich eine Heirat niemals in Frage gezogen doch nun mit knapp 25 Jahren war das ein anderer Gedanke.

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      Umzug in ein neues Heim
      Ravenna | 4616 Zeichen
      Plumpsend ließ ich mich einfach auf den Boden sinken „Also für heute bin ich vollkommen kaputt!“ sagte ich Richtung Cayden, der gerade mit einem weiteren Umzugskarton durch die Tür kam. Auch mein Mann sank neben mir zu Boden, während hinter ihm Lia hinein kam auf dem Arm den kleinen Angus. „Komm her Kleiner!“ ich streckte die Arme aus um ihn zu mir zu locken. Auf seinen tapsigen Beinen kam der Junge auf mich zu und warf sich mir fast in den Arm.

      Für ihn und natürlich auch für Lia hatten wir diesen Schritt gewagt. Bereits vor der Hochzeit war uns klar gewesen das wir unser Leben gehörig umkrempeln mussten. Lia würde wieder die Schule in Caighnure besuchen können. In Auchnacraigh war jedoch keine Schule und Busse fuhren nicht. Außerdem gab es im Ort keinen Kindergarten für Angus, doch wollte ich ihn nicht die ganze Zeit auf dem Hof behalten. Kontakt zu gleichaltrigen fand ich ziemlich wichtig.

      Wir hatten uns mit dem Team von Caed Crevan lange untehalten, die Dinge abgewägt und schließlich uns einen Ruck gegeben und den Schritt gewagt. Wir hatten unsere Pferde in Anzeigen gesetzt – die Zucht würden wir zugunsten der Kinder aufgeben. Den Trainingsstall jedoch weiter führen, komme was da wolle. Zusätzlich hatten wir einen baufälligen Hof zwischen Craighnure und der Scallastle Farm gekauft. Dorthin waren wir in der letzten Woche gezogen im Gepäck hatten wir Argo und Darym als Reitpferde für Lia, Cayden und auch mich. Außerdem noch Moon und Star Bucks – meine beiden Sonderlinge konnte ich einfach nicht abgeben. Allerdings stand in Planung auch für Lia ein Reitpferd zu finden, damit sie uns auf Ausritten begleiten durfte. Davon wusste sie allerdings noch nichts.

      Wie viele Tränen waren geflossen als Eddi Canary vor knapp zwei Tagen Kürbis und Varulv abgeholt hatte. Michelle hatte ihre beiden Schätze Yoomee und Wisp wieder zu sich genommen, Yoomee war sogar tragend gewesen. Es verband mich eine gute Freundschaft mit den beiden,sodass ich über alles in Kenntnis gesetzt werden würde. Auch Willow war in ein neues zu Hause gezogen höchstwahrscheinlich ebenfalls tragend von Varulv. Ich hatte Kathi Hilfe bei ihrer Zucht zugesichert, trotzdem würde ich mich eher auf das Training der Pferde konzentrieren.

      Diese waren zusätzlich zu unseren vier Pferden nämlich auch noch mitgekommen, Noir leistete Argo noch Gesellschaft bis Bucks kastriert war. Während wir nach dem Kauf zunächst einmal den Offenstall klar Schiff gemacht hatten und die Löcher in den Unterständen geflickt. Somit waren die Pferde als erstes auf dem Hof eingezogen, jetzt schleppten wir schon den ganzen Tag Kisten vom Auto hierher. Das Haupthaus war wunderbar renoviert worden, die letzte Familie die ihr gewohnt hatte war allerdings nicht an der Instandhaltung des restlichen Hofes interessiert gewesen – abgesehen von der Garage.

      „Wie viele Kisten sind jetzt noch im Jeep?“ fragte ich an Cayden gewandt, meine Arme fühlten sich momentan einfach lahm an. „Nur noch ein oder zwei, aber die mach ich noch!“ dann rappelte er sich auf, Angus riss sich los und stiefelte ihm begeistert hinterher. Mittlerweile redeten wir untereinander nur noch auf Deutsch, wenn wir wirklich allein waren. Weder Lia noch der Kleine würden sonst ein einziges Wort verstehen, wobei unsere Älteste wissbegierig war um ein paar Brocken unserer Sprache zu lernen.

      „Dann gehen wir beide jetzt also unsere Pferde füttern?“ fragte ich zu Lia, die sich ebenfalls mit mir erhob. Mit den Heunetzen standen wir jetzt am großen Heuballen und befüllten sie gemeinsam. Drei große für die Stuten und vier für unsere Hengste, damit ging es dann zum Offenstall. Lia nahm die drei Netze selbst und brachte sie zu Noir, Topas und Argo während ich unsere Hengste versorgte. Für Moon hatte ich noch einen extra Eimer Kraftfutter, sodass ich ihn zu mir lockte und ihm das Futter einfach vor dem Zaun gab. Darym kam erst einmal neugierig hinter her, steckte den großen,bunten Kopf quer durch das Gitter und schnappte unaufhörlich mit den Lippen. Moon ließ sich davon jedoch nicht stören und fraß vor sich her. Lia kam auch gerade, in ihrem Haar ein paar Halme vom Heu, die sie sich jetzt selbst heraus holte. „Noir ist ziemlich verfressen,was? Hat mich fast von den Füßen gerupft die kleine Kröte!“ sagte die vierzehnjährige lächelnd.

      Der Tag war noch nicht ganz zu Ende, also wollte ich mich heute noch dem Training von Noir und eventuell auch Topas widmen. „Ich wäre jetzt für Mittagessen? Dann geht´s noch ein bisschen an das Training und Cayden darf Kartons auspacken, aye?“

      Lia nickte bekräftigend, also ging es fix in die noch nicht annähernd fertige Küche.

      Alte Pflegeberichte III
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      Bucks und Angus
      Ravenna | 11.881 Zeichen
      Wir hatten mittlerweile zumindest das Zimmer von Angus von Caed Crevan auf unseren neuen Platz gebracht. Zudem hatte ich einige Händler vom Festland kontaktiert um nach einem guten Pferd für Lia zu suchen. In der näheren Auswahl war auch eine Haflingerstute von Julie gewesen, allerdings hätte diese noch angeritten werden müssen. Zwar unterstützte sie mich fleißig beim Anreiten von Topas, aber zu 100 % sicher schien sie sich nicht oder zumindest noch nicht zu fühlen. Cheveyo war mittlerweile angekommen, leichte Bodenarbeit hatten wir ebenfalls schon gemacht. In den Sattel wollte ich eventuell heute Abend steigen, nur zuvor wollte ich Catalina besuchen. Jedenfalls hatte ich Lia das erzählt. In Wahrheit hatte ich zwei Pferde gefunden die sie sich mal anschauen sollte. Ein Warmblut knapp 13 Jahre, zwar ohne Abstammung aber Lia wollte ja auch erste Erfahrungen auf Turnieren machen, da würde ein ruhiger älterer Wallach gut sein. Außerdem hatte er wohl eine 10 jährige Fjordstute. Bilder hatte ich selbst nicht eingefordert, Lia sollte die Schlussendliche Entscheidung treffen. Ich deckte den provisorischen Küchentisch, Angus hatte ich noch im Bett liegen gelassen da Cayden ihn später holen wollte. Lia hatte noch vor dem Frühstück einen Ausflug in den Stall gemacht um dort die Box von Argenté Noir zu säubern. Die Stute hatte sich ein wenig vertreten, deswegen hatten wir sie eine Woche in der Box mit Außenpaddock stehen lassen. Jetzt stand sie noch unter der Dusche um fertig für den Besuch bei Catalina zu sein bzw. Maeve denn ihre beste Freundin wohnte ebenfalls in Movern.


      ~Stunden später~


      Unschuldig grinsend rieb ich mir die Schulter, die Lia soeben mit der Faust sanft geboxt hatte. „Hätte ich das gewusst hätte ich Reitsachen mitgenommen!“ jammerte sie soeben. „Alles schon hinten im Auto.“ dabei streckte ich die Zunge nach ihr aus. Es war wunderbar zu sehen wie sich ein glückliches Lächeln auf ihrem Gesicht ausbreitete, dann den Anschnaller löste um zum Kofferraum zu flitzen. Während der Zeit schälte ich mich selbst aus dem Auto, rief den Herren an um unsere Ankunft anzukündigen. Der Herr älteren Alters kam auf uns zu, Lia hibbelte auf ihren Hacken hin und her vor Aufregung.

      Beide Pferde waren bereits von der Tochter des Mannes gesattelt worden, sodass wir mit beiden auf den Platz gehen konnten. Lia ritt den großen Warmblutwallach etwa 1,76 m Groß mit vier hochweißen Füßen bei fuchsfarbenem Fell. Die Fjordstute war einfach unwahrscheinlich fett, dafür allerdings ziemlich flott unterwegs, denn sie raste Lia auf dem Warmblut einfach hinterher. Es dauerte eine ganze Weile bis sie dem großen Pferd nicht mehr in den Arsch rennen wollte. Trotzdem stand für mich schnell fest, diese Stute würde wohl nicht zu uns kommen. Training war natürlich alles, aber eine solide Grundausbildung schien sie nicht genossen zu haben. Desweiteren hatte Lia mir schon zugeflüstert das der Funke einfach nicht übersprang.

      Mit dem Wallach schien sie sich zwar anfreunden zu können, er lief auch wunderbar mit ihr durch die Bahn und schien tatsächlich mehr zu können. Nach dem Ritt stieg sie ab und kam mit dem Wallach am Zügel zu mir ein nachdenklicher Ausdruck lag auf ihrem Gesicht. „Und?“ unschlüssig zuckte die Kleine mit den Schultern, strich ihm über die Nüstern. „Er ist wahnsinnig lieb, mit ihm könnte ich sicher etwas erreichen aber „ kurz stockte sie hielt inne im Streicheln und sah mich dann wieder an. „Aber ich würde schon lieber bei einem Pony bleiben, die bin ich einfach gewohnt.“

      Also machten wir den Wallach wieder Weide fertig, da kam die Tochter mit einem kleineren Pony an uns vorbei. Ein hübscher Brauner mit Stehmähne, der seine Umgebung aufmerksam beobachtete. Sowohl Lia als auch ich starrten dem hübschen Tier hinterher, als der ältere Mann bei uns stehen blieb. „Aye Sassanach, do you like our Italian horse? He´s just a few days in Scotland, not exactly the age you where searching for, but if you wish to try him?“ Lia wirbelte begeisternd nickend zu mir herum, ich hatte jedoch etwas ganz anderes an dem Pferd entdeckt, es war ein Hengst. „I can see he´s still a stallion, wouldn´t think he´s the right horse for a 14 year old girl?“

      „Cielo is calm for his age, my seven year old grandchild could tame this stallion. When I remember it right his breed is called Arravani, but we should look for the breeding paper.“

      „Die Rasse ist mir eigentlich ziemlich egal!“ flüsterte Lia mir zu „Blettur bin ich doch auch schon mal geritten und Moon auch!“ Ich zuckte mit den Schultern im Grunde hatte sie ja Recht.

      Eine gute Viertelstunde später saß Lia im Sattel von Cielo. Ein breites Lächeln auf den Lippen als sie über ein kleines Cavaletti mit dem knapp 6 jährigen Hengst sprang. Es sah aus als gehöre sie dorthin. Trotzdem die beiden gut miteinander auskamen, vereinbarten wir zwei Probemonate mit dem jungen Hengst und machten einen Termin für die Abholung am nächsten Tag.


      Mit einer fröhlichen Lia fuhr ich anschließend nach Hause um das Training unserer nicht ganz heimischen Pferde anzugehen. Topas wollte ich heute zuerst im Round Pen ein wenig bewegen und anschließend mit ihr auf den Platz. Mittlerweile hatten wir uns vom ersten Reitergewicht zu ersten Übungen im Sattel hochgearbeitet. Die junge Stute stellte sich dabei nach wie vor hervorragend an. Auch Cata hatte uns bereits einen kleinen Besuch abgestattet um sich in den Sattel ihrer Lewitzerstute zu schwingen. Momentan arbeiteten wir besonders an der Balance in den einzelnen Gangarten, damit Topas lernte sich selbst zu tragen. Probleme stellten sich jetzt erst langsam ein, denn die junge Stute bot uns zwar die Anlehnung fast von selbst an neigte jedoch viel eher dazu sich einzurollen, weshalb wir Topas immer wieder hoch holen mussten. In Anbetracht der Tatsache jedoch das sie erst die knapp dritte Woche im Sattel war, ging das schon in Ordnung.

      Nach einer kurzen Longiereinheit, schwang ich mich in den Sattel der Lewitzerstute. Im Schritt folgten wir erst der ganzen Bahn um sie zu beschäftigen, ehe ich sie auch über die Trabstangen in der Mitte der Bahn laufen ließ. Ihr Trab war noch nicht allzu ausbalanciert, aber die Stangen ging sie an ohne ein Geräusch zu hinterlassen. „Feeein..“ lobte ich sie, vollführte noch eine Volte um dann noch einmal hinüber zu gehen. Schon eine Viertelstunde später machte ich Schluss, da die Mittagssonne jetzt begann erbarmungslos auf die Erde zu sengen begann.

      Cayden hatte uns ein Mittagessen vorbereitet, danach brachte ich Angus in sein Bett und las ihm noch eine Geschichte vor. Lia hatte noch ein paar Schularbeiten vorzubereiten, denn ihre Ferien würden erst in der nächsten Woche beginnen, somit hatten wir knapp 2 oder 3 Stunden freie Zeit. Wir bereiteten Cheveyo vor um ihn vor die Kutsche zu spannen, dabei bestieg Cayden dann seinen Hengst Darym um auch ihm ein wenig Bewegung zu verschaffen. Cheveyo machte sich gut vor unserem kleinen Trainingssulky, sodass ich auch schon kleinere Übungen einbauen wollte. Cayden hielt daraufhin den Hengst samt Sulky fest, während ich einige der toten jungen Äste die hier auf der Anhöhe standen in der Mitte zu brechen um sie in einem Slalom aufzubauen. Zwischen jedem Stück des Stockes ließ ich etwa drei bis vier Meter Platz, stieg dann wieder in den Sulky um den Hengst durch das Slalom zu dirigieren. Die Übung dauerte nicht lange, aber Cheveyo verstand schnell was von ihm verlangt wurde, so schafften wir den Slalom sogar im Trab ohne die Stöcker zu überfahren. „Er stellt sich wirklich nicht dumm an. Willst du ihn morgen auf einer richtigen Pacoursbahn ausprobieren, dann basteln wir was auf der abgetrennten Wiese.“ verwirrt sah ich hinüber zu Cayden. Wir sprachen mittlerweile mit Lia und auch den anderen hier in Schottland so viel in Englisch, das es sich wahnsinnig ulkig anfühlte plötzlich meine eigentliche Muttersprache zu hören. Ich lachte leise zuckte dann mit meinen Schultern „Ich denke es wäre sicherlich eine gute Idee ihn auf so eine Bahn vorzubereiten. Ab der Klasse L wird es schließlich etwas schwerer mit dem Parcours. Dabei gibt es eine Brücke, den Slalom und einen Abhang, außerdem gibt es immer eine extra Aufgabe zu bewältigen auf den Turnieren. Wenn wir dort mit ihm starten wollen sollte er ziemlich viel kennenlernen. Deswegen fände ich eine Abwechslung zwischen Schrecktraining, Training vor dem Sulky passend für sein Fahrtraining. Zusätzlich wollte ich mit ihm auch auf den Pacours gehen für sein Springtraining.“ Cayden nickte mir wohlwollend zu, sagte jedoch nichts weiteres zu mir.

      Als wir nach gut 1-2 Stunden wieder auf den Hof kamen schwirrte eine aufgeregte Lia gerade um das Haupthaus, dabei rief sie aufgeregt nach Angus. Besorgt brachten wir Darym und Cheveyo an den Anbindeplatz. „Was ist los?“ fragte Cayden Lia, die zu uns gerannt kam. „Ich hab meine Hausaufgaben erledigt als ich mal nach Angus schauen wollte, da war er plötzlich weg!“ Mir fiele fast die Augen aus dem Kopf, sah dann besorgt zu Cayden. Wo sollte er denn hin sein?

      Jetzt machten wir uns alle drei auf die Suche nach Angus, weit konnte er ja schließlich nicht sein. Der kleine Quatschkopf liebte kleine Versteckspiele, allerdings hatten wir ihn bisher immer davon schleichen sehen, da er dabei zu lachen pflegte. „Sucht nach Corvus, der Hund hängt ja ständig an Angus Fersen.“ rief ich den beiden hinterher, die Richtung Stall und Garage suchen wollten und ich in Richtung der Pferdewiesen.

      Kaum hatte ich diese erreicht, erhielt ich eine Nachricht auf meinem Handy

      >>Komm in den Stall. :)<<

      Also drehte ich wieder bei joggte in Richtung unseres Stalls, denn sie schienen Angus gefunden zu haben. Vielleicht hatte er sich wieder in den Heuboden verkrochen, der kleine Junge neigte dazu seitdem seine Mutter so krank geworden war sich zu verstecken.Die Tatsache das er noch nicht bei uns angekommen war spielte sicherlich auch eine große Rolle bei Angus Verhalten. Nach wie vor kannte ich mich besser mit Pferden aus als mit Kindern, trotzdem gab ich mir Mühe mit dem Kleinen eine Verbindung aufzubauen.

      Im Stall legte Cayden den Finger auf die Lippen mir bedeutend das ich leise bleiben sollte, deutete dann in die Box direkt vor sich, ich schluckte, es war die Box von Bucks. Dort drinnen bot sich mir ein mehr als interessantes Bild. Angus lag in einer Ecke der Box zusammen gekuschelt mit Corvus an seiner Seite. Das wirklich beeindruckende an dieser Szene war jedoch Bucks, der ehemalige Hengst stand dicht bei den beiden, sein kleiner,schmaler Kopf hing nach unten schwebte über den Schlafenden. Es sah fast so aus als würde mein kleines Wildpferd über die beiden wachen. Ich legte meine Hände und den Kopf auf den Rand der Box die Tür begann leise zu knarren und Bucks hob den Kopf in unsere Richtung. Noch war der neu gewordene Wallach von seiner OP vor knapp zwei Tagen etwas wackelig auf den Beinen, aber trotzdem schien es nicht so als würde er dem kleinen Jungen etwas tun. „Pass gut auf ihn auf.“ flüsterte ich leise.

      Obwohl Bucks so ruhig war platzierte ich mich mit einem Buch auf dem Außenpaddock um die beiden unter Beobachtung zu haben. Bucks kam sogar zu mir gelaufen, ließ sich ein wenig streicheln und blieb in der Sonne dösend stehen. Gegen Nachmittag rieb sich unser Angus schließlich die Augen, gähnte laut und kroch über Corvus hinweg. Sich noch die Augen reibend kam er auf mich zu, plumpste auf meine gekreuzten Beine und verkündete das er Durst habe. „Da dann holen wir dir jetzt mal was.“

      Auf dem Weg zum Haupthaus sinnierte ich über mein gar nicht mehr so wildes Pferd nach. Ob die Kastration den Anstoß gegeben hatte oder ob sich das Training endlich irgendwie auszahlte. Wir hatten ihn jetzt mehr als ein Jahr bei uns, er wurde kräftiger und seine Wunden an den Beinen sind nur noch kleine felllose Stellen. Es schien als würden auch seine seelischen Wunden täglich besser werden, darüber freute ich mich an diesem Tag fast am meisten.

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      Zayir zieht ein
      Ravenna | 16.209 Zeichen

      "Warum darf ich nicht? " quengelte Angus jetzt zun dritten Mal frustriert vor der kleinen Boxentür, über die er nicht zu blicken vermochte. Ich putzte gerade noch einmal Bucks über, während mein Hirn darüber nachdachte wieso Angus nicht auf ihm reiten durfte. Hier sah ich nun das wir den kleinen Angus in der Hinsicht etwas verwöhnt hatten, schließlich durfte auf jedem Pferd sitzen ihm zu erklären das sein Lieblingspony nun nicht ging, tja das verstand er nicht. "Ich darf ihn immer streicheln und zu ihm!" das war allerdings wahr. In Situationen in denen ich nicht an ihn heran kam konnte Angus den kleinen Rappschimmel zu sich rufen. An sich hatten die beiden eine wahrlich ulkige Beziehung. Dabei dachte ich besonders an einen der ersten Abende da er in Bucks Box neben Corvus im Heu geschlafen hatte. Damals hatte sich dieser gerade von seiner Kastration erholt, das und die gute Pflege machten aus ihm langsam ein umgänglicheren Partner Pferd. Wir wussten das wir ihn viel ansprechen mussten, er genoss es langsam mit entlastetem Hinterhuf geputzt zu werden. Alles Entwicklungen die ich vor einem Jahr nicht erwartet hatte.
      Ich ließ Bucks allein sein Futter verspeisen, ich hatte ihn ein wenig im Round Pen bewegt, langsam bekam der gute sogar Muskeln. Ich trat vor die Box,Angus stand da den Kopf im Nacken gelegt, die untere Lippe vorgeschoben kurz davor zu weinen. Ich hockte mich zu ihm mit herunter. "Bucks war einmal im Besitz eines schlechten Besitzers, er hat ihn nicht gut behandelt so wie wir. Er hatte einmal sehr große Angst vor Menschen,deswegen kannst du ihn nicht reiten. Das letzte Mal als es jemand versucht hat hat sich Bucks und auch die Reiterin schwer verletzt. Ich möchte nicht das dir etwas passiert." Angus schniefte leise,blickte zu der Boxentür und dann zu mir. "Aber wenn er jetzt wieder lieb ist und du ihn arbeitest,dann geht das doch,oder?" Ich antwortete nicht, was dem Jungen die Möglichkeit gab weiter zu antworten. "Wenn ich zu ihm gehe hat er mir nie etwas getan!" quengelte er erneut. Ich riss meine Augen auf,sah Angus an, kratzte an dem Kloß vorbei. "Was?!"
      Angus sah mich direkt an, zuckte mit den Schultern "Manchmal kann ich ihn auf der Wiese oder in der Box streicheln.Er hat sich schon hingelegt! "
      Mein Herz setzte kurz aus, sah den Jungen an. Jetzt in diesem Moment wurde mir wieder bewusst das wir uns darum kümmern mussten das er in den Kindergarten kam, ihn nicht aus Mitleid hier behielten. Ich konnte ihn mir nicht wie einen Hund um den Bauch binden mit einer Leine,aber es hätte schlimmes passieren können. Ich musste dringend mit Cayden darüber reden, wir mussten Angus besser im Blick haben auch wenn wir zu tun hatten.
      Jetzt schaute Bucks fast neugierig über die Boxentür, Angus zu ihm hinauf - irgendwie schien auch der Hengst einen Narren an ihm gefressen zu haben,sonst wäre wirklich etwas passiert. "Ich will jetzt mit Topas auf den Platz gehen,möchtest du mitkommen? " Angus schüttelte den Kopf, ließ sich trotzig vor der Box nieder. Sollte dies wirklich der erste Weinanfall des Jungen werden? "Vielleicht irgendwann kannst du ihn reiten,aber jetzt ist es zu früh." Er streckte mir die kleine Faust entgegen den kleinen Finger in Anstrengung abgespreitzt "Versprochen? !" Ich nickte und wir verharkten unsere Finger,dann zog ich ihn auf die Beine,küsste ihm sanft die Stirn und strich die braunen Locken aus dem Gesicht. "Willst du jetzt mit?" Jetzt nickte er eifrig und lief voraus.

      Im Laufe der nächsten halben Stunde half er mir – so gut es eben ging – dabei Topas von der Weide zu holen, sie zu putzen und natürlich auch fertig zu machen. Für Topas war das an sich auch eine Art von Training, denn Angus plapperte laut vor sich her und ließ sich besonders beim Hufe auskratzen besonders viel Zeit. Nachdem ich mich nach dem ersten Huf wieder aufrichten konnte tat mir mein Rücken einfach höllisch weh und dabei lagen noch drei Hufe vor uns. Mit dem kleinen Mann im Schlepptau bewegten wir uns in Richtung Platz, Beziehungsweise ich, denn Angus thronte oben auf Topas und grinste wieder breit vor sich her.


      Jetzt allerdings widmete ich mich wieder meinem Training mit Topas. Schon in den letzten Wochen hatten wir uns neben dem Springen immer mehr der Dressur gewidmet. Brav ließ sie sich jetzt in alle Biegungen lenken, arbeitete wie ich es gewohnt war fleißig mit. Manchmal war es etwas schwieriger, da die reine Dressur nicht ihre Stärke war, im Umkehrschluss bedeutete das eigentlich das sie sich dann schnell begann zu Langweilen. Topas war nicht die Art von Pferd die bei Langeweile auf dusslige Ideen kam, allerdings schaltete sie dann ab und das Arbeiten wurde schwieriger. Dann wurde ihre Lieblingsdisziplin schonmal Rückwärtsrichten, weil sie einfach nicht bei der Sache war. Deshalb hatte ich es mir zur Aufgabe gemacht vor der Arbeit mit Topas Trabstangen auf den Boden zu legen, ein Stangen L und einen Zirkel mit Stangen. Damit wurde gleich ihr V/A gestärkt, natürlich musste sie sich auch so selbst etwas tragen. Mit dieser kleinen Einheit an „Ablenkungen“ gestaltete sich unser Training nicht mehr zur Zerreissprobe.

      Gemeinsam hatten wir – ziemlich schnell – das Rückwärtsrichten erlernt und auch die anständige Anlehnung hatte keinerlei Probleme dargestellt. Einzelne Bahnfiguren wie Viereck vergrößern und Verkleinern hatte Topas bereits bei ihrer Grundausbildung kennengelernt, aber der Mitteltrab und Mittelschritt noch nicht. In dieser Phase konzentrierten wir unser Training nicht nur auf den Platz – Versammlung und Tempounterschiede konnten wir schließlich auch im Gelände üben. Dabei begleitete uns auch oft Lia auf Cielo, die für ihr erstes Dressurturnier fleißig mit ihrem Hengst zu üben begann. Heute widmete ich mich allerdings unserer großen Baustelle, dem einfachen Galoppwechsel. Immer wieder preschte sie zu zielstrebig voran oder war ich bekam sie nicht schnell genug umgestellt um sie nach drei Schritten in den Galopp zu bekommen. Das ärgerliche hierbei, es war nur ein Problem auf dem Platz – im Gelände hatten wir diese Übung schon sein einer Woche gemeistert. Aber heute machte Topas wieder super mit, was vielleicht an Angus liegen mochte der fröhlich auf und ab hüpfte und uns Mut zu rief. Nach diesem Training war ich zuversichtlich mit Topas demnächst vielleicht zusammen mit Lia auf dem Turnier zu starten.

      Mit einer verschwitzten Topas ging es zurück zum Stall, wo ich sie mit ihrem Kraftfutter ausstattete und anschließend Angus bei Cayden ablieferte, der sich gerade noch um das Garagendach kümmerte, schon gestern hatte Angus ihm immer wieder die Schrauben gegeben.


      Noir nahm ich heute auch wieder mit auf den Platz – irgendwie war heute im allgemeinen Dressurtag, denn Cayden hatte gefragt ob er sich heute Nachmittag um Antaris kümmern konnte. Da hatte ich natürlich nicht nein gesagt, so konnte ich den Nachmittag nutzten um im Haus noch ein paar Erledigungen zu machen, Lia von der Schule zu holen und mit ihr einen Einkauf zu tätigen, sonst blieb der Kühlschrank zum Wochenende leer. Zusätzlich hatten wir beschlossen einen ausgiebigen Ausritt am nächsten Morgen zu machen, die beiden Männer würden den Tag allerdings mit Picknickkorb und Decke auf der kleinen Kutsche verbringen, die der genügsame Cheveyo ziehen würde, ich würde mal wieder auf Argos Rücken kommen und Lia konnte sich nicht zwischen Noir und Topas entscheiden.Zusätzlich stand noch zur Debatte ob wir nicht auch Bucks bei unserem Ausflug mitnehmen sollten. Jetzt jedoch fokusierte ich mich wieder auf Noir, die schon fertig gesattelt am Anbinder stand. Vorher brachte ich nur noch Topas rasch zurück auf den Paddock, die junge Stute verstand sich prima mit Argo, es tat mir schon fast Leid sie eines Tages auseinander reißen zu müssen.

      Noir lief ordentlich am Zügel, ließ sich ohne weitere Probleme Biegen und Stellen und die Tempowechsel zeigten sich deutlich innerhalb einer Gangart, sodass es keine Probleme geben sollte einen versammelten Galopp oder Trab von ihr abzuverlangen. Aus der Arbeit im Round Pen hatte ich ihr bereits beigebracht was eine Hinterhandwendung war. Also schwang ich mich in den Sattel der Stute, stellte die Bügel ein um erst einmal im Schritt um dem Hufschlag zu laufen. Dann wurde begonnen mit leichten Trabphasen, Biegungen und ersten Volten. Noir kannte bereits den einfachen Galoppwechsel war also das stellen in einen anderen Galopp bereits gewohnt, deswegen wollten ich heute auf die verschiedenen Tempi innerhalb einer Gangart achten, also dem Arbeitstrab, dem Mitteltrab und dem versammelten Trab, wie auch im Galopp. Zusätzlich würde ich auch auf den Außengalopp ein wenig eingehen und schauen wie sie darauf reagierte. Denn Noir war zwar durchaus lernwillig, doch zeigte sie deutlich wenn ihr etwas nicht direkt passte. Nach der Aufwärmphase, den Tempiunterschieden im Trab und Schritt wagte ich mich an die Galopparbeit. Mein Trainingskind hebelte sich nicht aus der Anlehnung, doch schob sie sich oft über die Schulter hinweg aus der Biegung – der Außengalopp klappte bei ihr nicht hundertprozentig, doch geduldig ließ ich sie immer wieder durch parieren und von neuem angaloppieren. Nach und nach gelang es mir sie Konstant in der Biegung zu halten. Damit beendete ich ein vollkommen erfolgreiches Training für diesen Tag.

      Die Volten hatte ich bereits im gestrigen Training etwas verkleinert, denn in einer L Dressur gab es nur noch 8 Meter Volten, doch hatte diese Verkleinerung für sie keine Schwierigkeiten dargestellt. Mit Lia hatten wir Noirvom Boden aus das Kommando der Hinterhandwende gegeben und es im Verlauf des Trainings auf die Reiterhilfen übertragen. Die Kurzkehrt verlangte schon ein etwas intensiveres Training – zunächst absolvierten wir die Übung im Schritt. Die Hilfen die ich Noir gab waren die für eine Volte, als sie nun etwas seitwärts trat hielt ich die Vorwärtsbewegung auf indem ich Kreuz und Oberschenkel anspannte und gab am äußeren Zügel eine kurze Parade. Dabei sollte eine Art Halbkreis entstehen. So ritten wir nun jede einzelne Phase ab–Noir sollte zwar einen Schritt machen jedoch Seitwärts statt Vorwärts. Jedesmal wenn sie Seitwärts trat trieb ich wieder von innen nach um den nächsten Schritt auszulösen und hielt jedesmal die Vorwärtsbewegung auf. Zunächst misslang uns diese Übung ab und an..manchmal blieb sie auf dem inneren Hinterbein stehen, dann setzten wir die Wendung etwas größer an um uns danach darauf zu konzentrieren jeden Schritt gut auszureiten. Um ihr nun den Takt ein wenig zu vereinfachen tippte ich Noir mit der Gerte ein paar Mal auf die Hinterhand.

      Das heutige Training stand somit eigentlich nur im Üben des bereits erlernten, für eines der nächsten geplanten Turniere, auch die Krönung wollte ich langsam mit ihr angehen.

      Danach hatte ich erst einmal genug vom Training, ließ die Zügel länger und schaute auf dem Rückweg noch beim Cayden und Angus vorbei. Der schien allerdings schon fertig zu sein, denn ich hörte weder hämmern noch sah ich ihn, also brachte ich Noir unter den überdachten Putzplatz.

      Ich ließ mir Zeit dabei sie fertig zu machen, natürlich bekam auch sie eine Portion Futter und anschließend zu den anderen zurück.

      Ab diesem Punkt ahnte ich nicht das der Nachmittag anders verlaufen würde, als ich es mir im Kopf zurecht gelegt hatte. Im Haus erwartete mich auf der Couch ein dösender Angus, neben ihm mit einem dicken Wälzer Cayden – ein Vorteil an unserem Umzug. Wir kamen durch weniger Pferde auch einfach viel besser zum Lesen, lange ließ ich ihm jedoch nicht Zeit sondern setzte mich ihm einfach auf den Schoß um seine Lippen in einem Kuss zu fangen. Diese Momente der Ruhe gehörten uns seit Angus da war immer weniger, was natürlich nicht hieß wir litten darunter. Ich war kein Typ Mensch der seinen Partner ständig um sich haben musste. Cayden legte willig das Buch auf die Lehne der kleinen Couch, umschlang mich mit seinen starken Armen und ich spürte eine Hand fast besitzergreifend an meinem Po. Ich zog seine Hand lächelnd wieder höher, während der Kuss auch nicht versiegte, dann erwiderte ich die Umarmung und wir blieben eine ganze Weile so sitzten. Irgendwie war ich in diesem Moment unendlich müde und beneidete Angus für den Schlaf der seligen. Leise um den Jungen nicht zu wecken flüsterte ich Cayden zu „Der kleine Bengel ist doch tatsächlich schon wieder ohne Aufsicht zu Bucks in die Box, der soll sich sogar friedlich zu ihm gelegt haben.“ Ich spürte wie sich beim Windhauch an seinem Ohr Caydens Nackenhaare aufstellten, lächelte in mich hinein und sah dann in sein leicht besorgtes Gesicht und wissend sah er erst mich und dann den schlafenden Jungen an. „Wir sollten ihn wirklich bald in den Kindergarten stecken, er kann ja nicht auf ewig hier bleiben, jetzt wo Lia nicht da ist. Langsam hat er sich wirklich eingelebt, als du gestern Abend bei Siobhan warst hat er gefragt wo Mama ist.“ Ich sah ich etwas verwirrt an als er fort fuhr. „Hab ihm natürlich erzählt das die doch im Krankenhaus ist, da hat er mir ganz im Ernst erzählt das er doch jetzt auch eine andere Mama habe.“ Ein Schauer jagte meinen Rücken hinab, meine Nase begann verräterisch zu kribbeln und ich musste tief einatmen um die Tränen hinter ihrem Damm zu halten. Wahnsinn wie ich den Jungen in dieser kurzen Zeit in mein Herz geschlossen hatte. „Ach ja und unser Nachbar hat angerufen, es scheint wieder ein kleines Wolfsrudel auf die Insel geschafft zu haben, seine Hündin hat vor einiger Zeit einen Wurf Welpen gehabt, die sind jetzt knapp 5 Monate alt – sehen wohl ziemlich nach Wolf aus. Einerseits hat er uns dazu angehalten auf die Pferde zu achten , andererseits wollten wir doch eh noch einen Wachhund haben, ein letzter Rüde ist noch übrig.“

      Es dauerte ein wenig bis ich diesen Themawechsel überwunden hatte, doch da ich nicht länger flüstern wollte zog ich mich von seinem Schoß zzurück , ihn auf die Beine und lief in Richtung der – endlich – kompletten Küche. Dort konnten wir nun in normal Lautstärke sprechen. „Prinzipiell können wir ihn uns ja mal anschauen, dann warten wir aber auf Angus bis er wach ist und in zwei Stunden hol ich noch Lia von der Schule ab. Ich schlag vor dann fahre ich jetzt schon einkaufen, du überwachst den Knirps und wir treffen uns beide bei..?“ fragte ich da ich den Name des Nachbarn den er meinte nicht kannte „O´Donell“ aha ein Ire also in Schottland, interessant.


      Aus dem „nur mal gucken“ wurde nichts, denn genau wie Lia verfiel auch ich in eine Stimmlage die einiges höher war als sonst und verkündete „Oh wie süß!“ das Erbe des Wolfes konnte er tatsächlich nicht von der Hand weisen, aber er hatte das zottige, nach allen Seiten abstehende Fell seiner Mutter, einer hübschen Irish Wolfhoundhündin, geerbt. Also war es beschlossene Sache, der muntere Kerl würde mit uns nach Hause kommen und Lia hatte auch schon einen Namen gefunden „Zayir“ sollte das Kerlchen heißen. Ursprünglich hieß dies wohl brüllender Löwe, sie nannte ihn deswegen so da er während des ganzen Besuchs immer wieder weit das Maul aufgerissen hatte um zu gähnen und dabei ein leises Quietschen von sich gab. Stolz saß Zayir auf der Rückbank zwischen Angus und Lia, die ihre Hände einfach nicht von dem Junghund lassen konnten.

      Spannende Zeiten standen uns nun bevor, denn ein Wolfshybrid konnte durchaus nicht ohne sein, mit einem Tierarzt musste geklärt werden wie viel Wolf in ihm steckte, denn schon die Hündin im letzten Jahr hatte Hundeblut besessen und schließlich hatten ihre Jungen überlebt. Ich hoffte nur inständig die Wölfe würden sich von meinen Pferden fern halten, gerade von Bucks der doch gerade auf dem Weg der Genesung war. Vielleicht würden wir den Strom auf den Zäunen erhöhen und eine zusätzliche Litze ziehen, aber erst würden wir sehen ob wir Spuren in der Nähe fanden.

      Corvus war begeistert von unserem Neuzugang, der fürs erste nicht mit in unser Haus sollte, damit er sich an draußen gewöhnte und kein Couchhund werden würde wie unser älterlicher Corvus mittlerweile. Ich machte ihm eine Box zurecht mit einem Wassereimer, dem alten Körbchen von Gamhain, die wir leider hatten über die Regenbogenbrücke schicken müssen und natürlich ließ es sich Corvus nicht nehmen bei dem Neuankömmling zu bleiben.

      Langsam wuchs unsere Familie immer mehr.

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      April 2016, by Canyon

      Pflege und Ausritt

      Ich hätte nie gedacht, dass die Gips Reminder Ranch so viele Pferde beherbergte, jedoch waren immer noch welche zu versorgen, nachdem ich bereits bei den Jungpferden und einigen Trainingspferden gewesen war.
      Die ganze Mannschaft versammelte sich sogleich vor den nächsten Pferden, welche auf die Weide gebracht werden sollten. Wieder gab Verena die Anweisungen, was nun genau passieren sollte. Natürlich hatten auch alle anderen bereits den täglichen Ablauf verinnerlicht, jedoch war es lieb von ihr, dass sie es für mich nochmal erklärte.
      »Wie immer kommen alle Pferde auf ihre Weiden, oder wartet, was haltet ihr von einem gemeinsamen Ausritt, nachdem die Arbeit im Stall erledigt ist?«, fragte sie in die Runde. Darauf gab es viel Genicke und zustimmendes Gemurmel, was wohl bedeuten sollte, dass alle damit einverstanden waren.
      »Gut, dann sucht euch jeder ein passendes Pferd aus und sagt mir Bescheid, welches ihr nehmen wollt, nicht, dass es ausversehen mit nach draußen gebracht wird.« fügte sich noch hinzu und wandte sich dann an mich, als alle auseinander wuselten, um ein Pferd zu wählen und mit der Arbeit zu beginnen. »Möchtest du denn mitkommen? Es würde mich sehr freuen und außerdem hättest du gleich noch ein kleines Dankeschön.« fragte Verena mich freundlich.
      Klar freute ich mich auch und wollte gerade zu einem Dankeschön ansetzen, als ein junger Mann den Stall betrat. Natürlich erkannte ich ihn sofort wieder, ich hatte ja erst vor kurzem ein Pferd von ihm gekauft und würde sogar bald zu Besuch auf seiner Ranch sein, um ein Pferd zu trainieren, aber hier hätte ich ihn jetzt nicht unbedingt erwartet.
      Svejn hielt mir freundlich seine Hand zu einer Begrüßung entgegen und drückte Verena kurz, welche ihm auch so gleich erklärte, dass ein kleiner gemeinsamer Ausritt anstand. Svejn zögerte kurz, ließ sich aber dann doch dazu überreden, sich uns anzuschließen.
      »Verena, welches Pferd würdest du mir denn zutrauen?«, fragte ich sie, nachdem die Diskussion mit Svejn beendet schien. Sie überlegte kurz und ich sah ihr deutlich an, wie sie all ihre Pferdenamen durchging, bevor sie sagte: »Amarula, die ist echt geländesicher und mit ihr auszureiten macht echt viel Spaß. Das ist die hübsche Paint Stute, gleich am Anfang des Stalls.«
      Ich bedankte mich bei ihr und folgte den anderen dann in den Stall, wo sie bereits dabei waren, die Pferde aufzuteilen.
      Zu erst waren natürlich wieder die Hengste an der Reihe. Immer diese Männer, welche einfach keine Geduld hatten! Zum Glück waren es nur acht, sodass sich vier zusammen fanden, welche sie nach draußen bringen würden.
      Darunter war auch eine weitere Aushilfe, welche Samuel hieß und hier für etwas Geld ab und zu auch mal mit anpackte, wie mir Aaron erklärte. Ich merkte ihm jedoch an, dass er Samuel nicht ganz so mochte, wie er zu gab und als ich nochmal etwas tiefer nachhackte, erzählte er mir auch seine Gründe. »Er ist einfach anstrengend und weiß ständig alles besser und dazu hat er noch Ähnlichkeiten mit Caleb-« Hier beendete er seine Erklärung und wandte sich von mir ab.
      Samuel schien sich das Sagen etwas an sich gerissen zu haben, obwohl er nicht zum Team gehörte, denn er verteilte an Octavia, Aaron und mich die Pferde. Ich war trotzdem recht zufrieden mit meinen Beiden: Stormbringer und Abraham van Helsing. Samuel teilte sich selbst Soul Sisters Brother of Time und Genuine Lil Cut, sodass für Octavia und Aarin nur noch What Lies Ahead, Willo' the Wisp und Cauldron of Renascence und Race is Hope übrig blieben. Zu viert führten wir die Hengste auf die Weiden, während die anderen im Stall bereits die Stuten fertig machten und auf die Weiden brachten.
      Als wir zurück kamen, sah ich gerade noch, wie Svejn und Verena zu zweit die fünf restlichen Stuten auf die Weide brachten und sich dabei genüsslich über etwas lustiges zu unterhalten schienen.
      Ich stupste Octavia leicht an und fragte sie dann nach den Pferdenamen, denn ich wollte so schnell wie möglich all diese ganzen Namen lernen.
      »Das große Vollblut was Verena führt heißt Drag Me To Hell und daneben ist Supernova. Beide stehen zur Zeit auch zum Verkauf. Dieser Svejn führt KS' Steel Heart, Snuff und Yoomee, für die sucht Verena wahrscheinlich auch einen neuen Besitzer. Also falls du Interesse hast - «
      Ich schüttelte schnell den Kopf, musste aber trotzdem lachen. »Ne du, ich habe genügend bei mir zu Hause stehen!«
      Octavia zuckte nur mit den Schultern und verschwand dann im Stallgebäude – Ein interessantes Mädchen.
      Da gerade alle anderen bereits dabei waren ihre Pferde für den Ausritt fertig zu machen, schloss ich mich ihnen an und machte erste Bekanntschaft mit Amarula van Helsing, einer hübschen Paint Horse Stute, welche sich darüber zu freuen schien, dass es wieder hinaus in die Natur ging.
      Wie auch alle anderen putzte ich sie ausgiebig und gründlich, jedoch mit einem Blick auf die anderen, und ließ mir dann von der jungen Amy ihr Sattelzeug zeigen.
      Interessanterweise war ich doch genauso schnell wie die ganze Mannschaft, welche sich vor dem Stall versammelte und nur noch auf Verena und Svejn wartete, welche natürlich etwas länger gebraucht hatten.
      So lange wie ich noch Zeit hatte, versuchte ich die Namen der Pferde zu lernen, welche mit auf den Ausritt kommen würden. Wenn ich einen Namen nicht wusste, benahm ich mich etwas kindisch und fragte den nächstbesten, bis ich ihm Kopf eine kleine Liste von allen hatte.
      Octavia würde den hübschen Argo reiten, Alexis die Cherokee Rose, Aaron den großen Sacramento XX, Amy Lovely Summertime, Samuel Funky Powerbabe, Aliena den hübschen Spooks Gotta Gun und Riley Wimpys Little Devil.
      Als auch Verena und Svejn mit gesattelten Pferden aus dem Stall kamen, hatte ich die Namen schnell erfragt und ärgerte mich darüber, dass ich nicht selbst erkannt hatte, dass das Pferd an Verenas Seite niemand anderes als Bella Dun Del Cielo war, eine der bekanntesten Pferde der Ranch. Den Namen des Hengstes neben Svejn hörte ich jedoch das erste Mal: Hollywood's Silver Dream. Trotzdem gefiel er mir und passte dazu noch perfekt zu Bella.
      Ich schwang meiner Amarula nun die Zügel über den Hals und suchte mir einen etwas größeren Stein, von welchem aus ich mich in den bequemen Westernsattel der Stute zog. Um ich herum taten es mir neun Leute gleich, sodass wenige Sekunden später ein kleiner Tross das Gelände verließ.
      Schon nach wenigen hundert Metern hatten sich kleine Grüppchen gebildet, je nachdem wie schnell ein Pferd ging un natürlich auch, welches Pferd und welcher Reiter sich mit wem gut verstand.
      Ich ritt zusammen mit Svejn und Verena an der Spitze, fühlte mich jedoch etwas unwohl, als die beiden über Geschichten erzählten, welche ich nicht verstehen konnte. Ich ließ mich deswegen bald etwas zurück fallen und fand mich neben Samuel und seinem Funky wieder, welche uns gekonnt ignorierten.
      Mich störte es nicht weiter, so hatte ich jedenfalls genügend Zeit mich umzusehen und mich mit meiner Amarula zu beschäftigen.
      Auch als wir gemeinsam das Tempo erhöhten, schienen Funky und Amarula nebeneinander bleiben zu wollen, was ich extrem knuffig fand.
      Wir waren nicht lange unterwegs und trotzdem hatte ich das Gefühl, jede Menge von der Landschaft gesehen zu haben und dazu war ich noch mit Amarula fast perfekt zurecht gekommen, aber das war ja auch von einer Trainerin zu erwarten!
      Insgesamt war das Tempo recht langsam gewesen, doch das war kaum aufgefallen, da vorallem viel erzählt und gelacht wurde, auch wenn einige, vorallem Samuel, sich aus den meisten Gesprächen heraus hielten.
      Zurück auf dem Gestüt ließ sich jeder aus dem Sattel gleiten und putzte sein Pferd etwas über, bevor auch diese zu den anderen auf die Weide kamen.
      Es war bereits Nachmittag und bis ich heute Abend bereits wieder nach Hause fahren würde, wartete noch einige Stallarbeit auf uns. Nicht nur Ställe mussten ausgemistet werden, sondern auch Heunetze aufgefüllen, Weiden abgeäppeln und Futter vorbereiten stand auf dem Plan, sodass jeder alle Hände voll zu tun hatte.
      Ich half vorallem im Stall, wo ich die Hinterlassenschaften der Pferde, Box für Box in die Schubkarre und dann auf den Misthaufen beförderte.
      Die Sonne ging bereits unter, als ich meinen Rucksack aus dem Haus holte und mich von allen verabschiedete, denn auch ich musste wieder nach Hause, wo genauso viel Arbeit auf mich wartete. Ich war mir sicher, dass es nicht mein letzter Besuch auf der Gips Reminder Ranch gewesen war!
    • Calypso
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      Mai 2016 - 4363 Zeichen
      Heute war es wieder soweit, ich würde meine neue Stute Argo auf der Gips Reminder Ranch bei Veija besuchen. Ich hatte sie zwar vor einiger Zeit gekauft, konnte sie allerdings noch nicht zu mir holen da sie noch ein Fohlen bei Fuß hat. Aber das stellte für mich keinerlei Problem da, ich fuhr gerne zur Ranch und außerdem war der kleine Hengst auch zuckersüß. Bevor ich los fuhr packte ich noch ein paar Möhren und Äpfel ein und zog meine Stallschuhe an. Die ganze Autofahrt über freute ich mich riesig und ich malte mir bereits sämtliche Szenen aus was ich mit Argo alles machen würde wenn sie endlich bei mir ist. Aber bis dahin musste ich noch gut 3 Monate warten. Nach ca. 2 Stunden Fahrt rollte mein Wagen endlich auf die Gips Reminder Ranch und als ich ausstieg kam mir Veija schon freudestrahlend entgegen und umarmte mich zur Begrüßung. Nach einem kurzen Plausch über dies und das und dann ging Veija mit mir zu den Koppeln wo Argo und ihr Fohlen Rising of Storm standen. "Mensch ist der schon wieder gewachsen" staunte ich und hielt Argo eine Möhre hin "Na, und du bist auch eine gute Mama?!" wie zur Bestätigung schnaubte Argo und bewegte den Kopf hoch und runter. "Wir haben hier auch noch ein wenig Putzzeug, wenn du magst und einen Strick dann kannst du auch ein bisschen mit den beiden Spazieren gehen" erklärte mir Veija. Halfter hatten die beiden sowieso schon dran, auch Rising of Storm. Damit verabschiedete sich Veija vorerst, sie hatte ja auch noch anderes zu tun auf ihrem Hof. Ich holte einen Striegel und fing an Argo´s Fell zu bearbeiten, das aber gar nicht so schmutzig war. Die Stute guckte sich nach mir um, ob ich auch alles richtig machte, und fing dann wieder an zu grasen. Der kleine Hengst hingegen war sehr neugierig. Er stupste mich von Zeit zu Zeit mal an oder knabberte an meiner Jacke. Ich ließ ihn am Striegel schnuppern und strich ihm damit auch mal übers Fell. Er ließ es brav über sich ergehen, aber dann wurde das ihm zu langweilig und er stürmte los, schlug Haken und trabte dann wieder zurück zu seiner Mutter. Ich musste andauernd schmunzeln wenn ich den Kleinen beobachtete und musterte im selben Moment Argo. Sie war so ruhig und gelassen, ließ sich überhaupt nicht beeindrucken wenn ihr Fohlen so wild herum sprang, aber trotzdem hatte sie ein wachsames Auge auf ihn. Ach ich freute mich einfach schon so sehr wenn ich die Stute bei mir Zuhause willkommen heißen konnte. Als ich nun mit dem Fell soweit fertig war nahm ich mir eine Bürste für das Langhaar und durchkämmte dieses vorsichtig. Jetzt wollte ich aber noch eine kleine Runde spazieren gehen. Rising of Storm hatte zwar ein Halfter dran, aber ich hatte gehört das er am Strick laufen noch etwas gruselig fand und auch ohne brav mitgehen würde. Ich hakte den Strick also bei Argo ein und machte das Gatter von der Koppel auf. Argo folgte mir bereitwillig und guckte sich nur einmal nach ihrem Fohlen um. "Na komm jetzt gehts raus!" rief ich dem kleinen Hengst zu und schnalzte zweimal. Rising guckte auf, wieherte einmal laut und trabte dann schnell zu seiner Mutter. Ich schlug einen Feldweg, direkt neben der Koppel ein. Argo hatte einen flotten Schritt drauf und auch Rising of Storm folgte brav. Ab und zu blieb er mal stehen und knabberte am Gras, aber als er merkte das eine Mutter schon weiter ging guckte er das er schnell wieder Anschluss fand. Wir waren knapp 20 Minuten unterwegs als wir wieder am Koppeleingang ankamen. Argo wartete brav bis ich das Gatter geöffnet und den Strick abgemacht hatte. So kannte ich das bei vielen Pferden nicht, die sonst immer stürmisch und ungeduldig ihrem Besitzer schon fast umrempelten um schnell auf die Koppel entlassen zu werden. Der kleine Hengst hingegen war überglücklich wieder Zuhause zu sein und verabschiedete sich mit ein paar Bocksprüngen von mir. Ich lächelte den beiden nach und streichelte Argo hinter den Ohren und über die Nüstern, denn sie stand noch erwartungsvoll am Tor. Natürlich hatte ich noch einen Apfel und steckte den ihr zu. "Wir sehen uns bald wieder" hauchte ich der Stute zu und wandte mich zum gehen. Auf dem Hofgelände suchte ich dann nochmal Veija auf um mich von ihr zu verabschieden. Wir unterhielten uns noch ein Weilchen und ich versicherte ihr natürlich bald wieder vorbei zu schauen und letztendlich würde es eh nicht mir lange dauern bis ich Argo mitnehmen konnte.
    • Calypso
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      August 2016 - 5031 Zeichen
      Es war ein wunderschöner Freitag Nachmittag um die 23 Grad, leicht bewölkt aber die Sonne spitzte ab und zu mal heraus. Perfektes Ausreit Wetter schoss es mir in den Kopf. Meine Stute Argo war jetzt seit ein paar Monaten endlich bei mir eingezogen und jeden Tag war ich so dankbar dieses Pony gefunden zu haben. Lange Rede kurzer Sinn, ich machte mich sofort auf den Weg zum Stall, holte ein Halfter und lief gut gelaunt zu den Koppeln. Ich musste nur kurz pfeifen und Argo hob den Kopf, spitzte die Ohren und trottete gemütlich zum Gatter "Ja Hallo" begrüßte ich sie und streichelte ihr mit meiner flachen Hand komplett über die Stirn bis zu den Nüstern. Natürlich gab es auch was feines für den Gaumen. Sanft streifte ich ihr das Halfter über und führte sie den Weg hinab zum Hof. Dort war jetzt natürlich einiges los da ich nicht die einzige war mit meiner Ausreit Idee. Vor dem Stall band ich Argo an und holte unsere Putztasche. Mir fiel sofort auf sich in meiner Putztasche wieder eine gewisse Unordnung breit gemacht hatte und das konnte ich gar nicht leiden. Ich musste unbedingt wieder ausmisten, alte Sprayflaschen oder kaputte Bürsten aussortieren und wegschmeißen. Na gut das musste jetzt warten, schließlich will Pony jetzt geputzt werden. Ich nahm den Gummistriegel in die eine und eine weichere Bürste in die andere Hand und begann ihr Fell zu bearbeiten. Ein wenig staubig war es vom wälzen aber ansonsten recht sauber. Für die Beine nahm ich eine etwas härtere Bürste um den festen Dreck von den Fesseln zu bürsten. Argo genoss die Sonne und döste so vor sich hin. Ihre Augen schlossen sich manchmal etwas und ihre Lippen bewegten sich sachte. Vorsichtig bürstete ich ihre Mähne und den Schweif etwas durch und kratzte zum Schluss noch die Hufe aus. Danach schnappte ich mir einen Besen und den Mistboy und kehrte meine Seite vom Putzplatz. Bevor ich Argo sattelte zog ich meine Sneaker noch aus und wechselte sie gegen meine Boots. Danach holte ich ihr Westernpad, den Westernsattel und ihre Trense. Nach wenigen Minuten war sie gesattelt und ich konnte aufsteigen. Im Schritt gingen wir vom Hof und unser Weg führte uns erst durch die Ortschaft. Argo machte Straßenverkehr ja überhaupt nichts aus. Danach bogen wir in einen Waldweg ein und ich ließ Argo ruhig antraben. Die Luft war so schön frisch und man hörte nichts außer die Hufe auf dem Boden und Vogelgezwitscher. Ich genoss diese Ruhe und ging nach einer Weile wieder Schritt da wir ein Stückchen bergauf reiten mussten. Die Stute passte immer gut auf wohin sie trat und drosselte ihr Tempo etwas. Ab und zu blieb sie mal stehen und schnupperte am Boden. Die Zügel hatte ich die ganze Zeit über lang und Argo konnte sich genüsslich strecken und in die Gegend gucken. Irgendwann ließen wir den Wald hinter uns und vor uns kam eine große, hügelige Wiesenfläche zum Vorschein. Ein bisschen Abseits standen Kühe die grasten und interessiert zu uns herüber schauten. Hier trabte ich Argo wieder locker an und nach ein paar Metern gab ich ihr Küsschen, das Kommando zum angaloppieren. Das tat sie auch willig und galoppierte flott in der leichten Traktorspur. Ich begab mich in den leichten Sitz und hielt die Zügel in einer Hand. Das war das Gefühl das ich so sehr liebte...diese Freiheit und Ungezwungenheit. Nach dieser langen Galoppade parierten wir wieder durch zum Schritt und kamen an einem Bauernhof vorbei. Kurz mussten wir wieder auf einer kleinen Straße laufen bis sich wieder ein neuer Feldweg fand. Nun ritten wir wieder in´s Tal, denn ich wollte unbedingt noch an die Isar damit Argo auch ein bisschen planschen konnte. Nach einer Viertelstunde waren wir endlich wieder unten angekommen und man konnte schon das Rauschen des Flusses hören. Über einen kleinen, unscheinbaren Pfad gelangten wir zum Kiesstrand der typisch ist für die Isar. Argo wusste genau was passieren würde und ihr Schritt wurde schneller, sie liebte Wasser einfach. An einer seichten Stelle ließ ich sie langsam in´s Wasser laufen. Gleich am Anfang senkte sie ihren Kopf und fing das Schnauben an im Wasser. Dann scharrte sie schon langsam mit den Vorderhufen. "Na komm noch ein bisschen weiter rein können wir schon" motivierte ich sie und lenkte sie noch weiter rein. Tief war die Isar hier sowieso nicht. Das Wasser schäumte um uns herum auf und Argo scharrte immer heftiger mit den Vorderhufen und erfreute sich daran wie es nur so spritzte. Wir liefen ein Stück durch das Wasser und mein Pony durfte noch ein wenig was trinken. Dann machten wir uns auch schon langsam wieder auf den Heimweg. Wir galoppierten nochmal einen kurzen Waldweg entlang und nach einer knappen halben Stunde kamen wir wieder auf unserem Hof an. Zufrieden stieg ich ab und sattelte Argo schnell ab. Ein wenig hatte sie auch geschwitzt und so beschloss ich sie noch abzuspritzen. Danach bekam Argo noch ihre Portion Obst und ein bisschen Kraftfutter und durfte den restlichen Abend in ihrer Box verbringen. Ich blieb noch ein Weilchen bei ihr, streichelte sie und mistete meine Putztasche noch aus.
    • Calypso
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      Hufschmiedbericht Argo

      Den Umzug gerade erst überstanden, führte es mich heute nach Deutschland zum Isartal Hof von Veronika Steglmeier. Eines ihrer Pferde namens Argo sollte die Hufe gekürzt bekommen und danach würde mich mein Weg weiter nach Norwegen führen, zu einem alten Bekannten und seinen Pferden. Der Flug nach Deutschland schlauchte mich ein wenig, doch mein Ziel war bald erreicht und ich würde wenigsten Rachel eine Nachricht schicken, dass ich wohlbesonnen angekommen war, während sie ihren Hof alleine mit Valerie und Abby bewirtschaften musste und hier und da mal die Aufträge selbst bearbeiten müsste.
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      Ich hatte es glücklicherweise durch meine Muttersprache Deutsch geschafft mich hier durchzufragen und den Isartal Hof gut erreicht, da wurde ich auch schon von Veronika herzlich in Empfang genommen. „Ich danke Ihnen vielmals, dass sie wegen einem Pferd doch noch die lange Reise haben angetreten. Argo wartet schon angebunden in der Stallgasse“, sagte sie mit einem Lächeln auf dem Gesicht. „Ist gar kein Problem gewesen. Ich fliege später noch nach Norwegen.“ „Ach, dann trifft sich das ja gut.“ Ich nickte grinsend und begleitete die junge Frau zu ihrem dösenden Pferd. Argo, so wie die Stute hieß, glänzte als sei sie aus purem Gold. Eine tolle Palominostute, die sich später sogar noch als gekört herausstellte und mal ein Filmpferd war. Argo döste so vor sich hin und zeigte mir gegenüber nur mildes Interesse, bis ich mich an ihren Hufen zu schaffen machte und sie bevor ich sie schnitt kurz kontrollierte. Da ihre Hufe nicht sonderlich lang waren, musste auch nicht viel weg. Beim Raspeln und Feilen kooperierte sie super mit und döste auch hier die meiste Zeit. Ich hatte mich auf etwas Anderes eingestellt gehabt, ganz nach dem alten Sprichwort: ‚Nicht alles was glänzt ist Gold.‘ Nach gut einer halben Stunde, mehr oder weniger, war ich dann auch mit ihr fertig und unterhielt mich noch ein Weilchen über Argo und ihre beiden anderen Pferde. Gegen 16 Uhr machte ich mich dann auch schon wieder zum Flughafen auf. Der Flug nach Norwegen stand an.
    • Calypso
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      Januar 2017 - 4748 Zeichen - Ein Ausritt an den Strand

      „Kann ich Argo wieder haben? Ich mag sie sooo gern und du hast auch gesagt das wir gut zusammen passen! Ja? Darf ich?“ schmunzelnd lief ich mit der kleinen Molly über den Hof zu den Stallungen. Molly war 8 Jahre alt und gehörte praktisch schon zum Hofinventar, wenn man es so nennen wollte. Heute hatte ich mit ihr und noch zwei anderen Mädchen einen Ausritt geplant, da heute endlich mal ein regenfreier Tag war. Zu dieser Jahreszeit ist Wales eher ungemütlich, windig und kalt und eigentlich regnet es so gut wie immer, außer heute! „Dann hole sie doch schon mal. Die anderen beiden werden auch bald kommen.“ antwortete ich dem auf und ab hüpfenden Mädchen, das sogleich ein jubelndes „Jaaa!“ raus rief. Sie ist immer so süß wenn sie sich freut, dachte ich mir und machte mich auf den Weg um Rhoda und Caresse zu holen. Als ich mit den beiden Stuten in die Stallgasse kam zum putzen, stand Molly mit meinem Connemarapony Argo schon längst da und bearbeitete ihr Fell. In dem Moment kamen auch Grace und Amy. Grace kannte ich schon, sie war 14 Jahre alt und nahm bei uns regelmäßig Reitunterricht. Amy, eine Freundin von Grace, kannte ich zwar noch nicht aber ich wusste das sie reiterfahren war und uns heute gerne mal begleiten wollte auf einem Ausritt. „ Hallo ihr zwei! Grace du kannst dir Norisk schnappen und für dich Amy hab ich hier Caresse. Eine ganz liebe Criollostute.“ erklärte ich und machte mich dann daran meine Rhoda zu putzen. Amy und Caresse wurden schnell warm miteinander und bei Grace und Norisk hatte ich sowieso keine Bedenken. Nach einer halben Stunde waren alle gesattelt und getrenst. Argo bekam noch eine Ausreitdecke drauf, da sie geschoren war, und dann konnten wir alle aufsteigen. „Alle dick angezogen? Es wird windig!“ fragte ich in die Runde, was mit einem Kopfnicken beantwortet wurde. „Na dann mal los.“ Ich hatte vor Richtung Broad Haven zu reiten und dort mit den Mädels an den Strand zu gehen, da waren wir schon lange nicht mehr. Zuerst führte uns unser Weg über eine asphaltierte Straße, neben uns weite Wiesen, ab und an ein einzelner Hof oder ein paar Wohnhäuser. Das Wetter war kühl und grau, aber im Gegensatz zu den letzten Wochen wirklich angenehm. Molly plapperte während des ganzen Ritt´s und ließ uns an ihrem Pferdewissen teilhaben „Wusstet ihr das es bei Friesen nur Rappen gibt? Und das Shire Horse ist das größte Pferd das es gibt, und....“ wir hatten es bestimmt schon zum tausendsten mal gehört, aber taten weiterhin überrascht und interessiert und konnten uns das ein oder andere Grinsen nicht verkneifen. Nach ein paar Trabeinheiten erkundigte ich mich bei Amy ob bei ihr und Caresse alles gut lief und sie zufrieden war. „Alles super!“ gab sie mir zur Antwort und ich drehte mich zufrieden wieder nach vorne. Das schätzte ich an meinen Pferden so, dass ich fast jeden drauf setzen konnte ohne Angst haben zu müssen das sie irgendeinen Unsinn machen. Schon bald kamen wir in der Kleinstadt an und mussten noch ein Stück durch den Ort reiten. Die Pferde waren das gewohnt und ihnen machten Lärm, Menschen und Autos nichts mehr aus. „Gehen wir an den Strand?“ „Ja. Hier musst du dann Norisk bisschen zurück halten, manchmal wird er übermütig.“ erklärte ich Amy und wir bogen zum Strand ein. Dieser war fast menschenleer, außer ein paar Hundebesitzer und einzelne Spaziergänger, und Touristen verschlug es hier her seltener. „Wenn wir gleich galoppieren bleiben wir hintereinander und auf Caresse einfach schön locker sitzen, sie galoppiert eh sehr geschmeidig“ erklärte ich und trabte dann locker an. Ich wollte kein Wettrennen oder unkontrolliertes dahin preschen, dafür waren mir Molly und Amy noch zu unerfahren. Der Wind blies uns um die Ohren und die Pferdehufe hinterließen ihre Spuren im Sand. Meine Norikerstute Rhoda war heute überraschend motiviert und legte einen fleißigen Galopp an den Tag. Ich drehte mich einmal um um nach dem rechten zu sehen, aber das was ich sah gefiel mir sehr gut. Als der Strandabschnitt sich dem Ende neigte hob ich meine Hand als Zeichen zum durchparieren. Die Pferde schnaubten und die Reiter hatten sichtlich Spaß daran gehabt und tätschelten die Pferdehälse. Ich lächelte in die Runde und zusammen schlugen wir den Heimweg ein. Nach einer Stunde kamen wir, etwas fröstelnd, wieder auf dem Hof an. Meine langjährige Freundin und Hofpartnerin Emilia empfing uns besprach mit mir ein paar Dinge die anstanden und erledigt werden mussten. Die drei Mädels sattelten derweil ab und versorgten die Pferde. „Ich flechte Argo noch Zöpfchen ein, damit die Mähne nicht so dreckig wird.“ meinte Molly und organisierte sich bei mir ein paar Mähnengummis. Zum Schluss bekamen alle in ihren Boxen noch eine Portion Obst und Möhren und ich verabschiedete die Mädels.
    • Calypso
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      Juli 2017 - 2660 Zeichen - Morgendliche Routine

      Wir hatten Ende Juli und das Thermometer schaffte nicht die 20 Grad Marke. Die letzten Tage hatte es auch viel geregnet und alles war matschig und irgendwie ungemütlich. Wenigstens schafften es heute ein paar einzelne Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke durchzubrechen. Ich zog mir meine Softshelljacke und die Gummistiefel über und machte mich auf den Weg zu meinen Lieblingen im Offenstall. Die Schubkarre und der Mistboy standen schon bereit und so konnte ich loslegen. Als ich das Gatter hinter mir schloss, kamen sogleich Rhoda, Argo und der kleine Maverick in meine Richtung. „Gibt noch nichts für euch, erst muss sauber gemacht werden.“ ich schob die Schubkarre zum Unterstand der Pferde und fing dort mit dem Misten an. Norisk lag dort im Heu und ließ sich nicht stören als ich neben ihm das schaufeln anfing. Maverick hatte das Interesse an mir verloren und scheuchte die große Noriker Stute Rhoda etwas umher. Maverick war in letzter Zeit viel gewachsen und hatte sich allgemein gut entwickelt. Er war jetzt 7 Monate alt und allmählich konnten wir uns schon Gedanken über das Absetzen machen. Als ich im Unterstand soweit fertig war, schob ich die Mistkarre weiter und arbeitete den kompletten Paddock ab. Argo holte sich zwischendurch ein paar Streicheleinheiten von mir ab und auch Norsik hatte sich aus seiner bequemen Position erhoben und versuchte nun mit der Nase unterm Zaun an das Gras zu kommen. „Hallo Veronika!“ riefen zwei Mädchenstimmen im Takt. Ich drehte mich um und winkte ihnen zu „Hallo ihr Zwei. Habt ihr nichts zu tun?“ scherzte ich und sah die beiden an. Die beiden 13 jährigen Mädchen waren aus dem Nachbarort und kamen oft vorbei um kleinere Arbeiten zu erledigen, sie machten das unheimlich gerne. „Dürfen wir Rhoda putzen?“ fragte die eine und die andere hatte sich sogleich ein Halfter geschnappt. Ich musste grinsen und mein Blick viel auf die Stute. Ja, sie hatte die letzten Regentage gut ausgenutzt um sich so richtig einzusauen. Ich nickte und die Mädels kamen herein und nahmen Rhoda mit. Ich war auch soweit fertig und brachte die Schubkarre zum Misthaufen, wo ich sie sogleich leerte. Dann holte ich Heu und verteilte dieses im Offenstall. Argo und Norsik stürzten sich gleich darauf und ich kuschelte noch etwas mit Maverick. Mittlerweile hatte er verstanden was Respekt bedeutete und war zum Menschen nicht mehr so ungestüm wie anfangs. Als ich mit allem fertig war, schaute ich noch kurz bei den Mädchen vorbei ob alles gut lief mit Rhoda. Die Stute sah mittlerweile schon wieder wie ein Pferd aus und die beiden freuten sich wie Schneekönige als ich sie lobte und meinte, Rhoda hätte noch nie besser ausgesehen.
    • Calypso
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      November 2017 - 3763 Zeichen
      Bei uns in Wales zog langsam der Winter ein. Jetzt Ende November wurde es immer kühler und feuchter. Schnee gab es noch keinen, aber das war in unserer Region an der Küste eher selten der Fall das wirklich eine weiße Schneedecke zum Schneemann bauen einlud. Es war 7.30 Uhr und heute war ich mit dran zum ausmisten, da ein Pfleger aus gesundheitlichen Gründen ausfiel. Ich begann mit Mit meinen Hengsten und brachte sie auf ihre Winterkoppel. Die große Sommerkoppel war jetzt geschlossen und damit meine Jungs natürlich viel Bewegungsdrang hatten, bekamen sie eine extra Winterkoppel und den großen „Matsch“ Paddock gab es ja auch noch. Ich holte mir zuerst Companero und Fantasio und brachte die beiden nach draußen. Danach noch Kantarro, Fame, Chulo, Kajano und el Alba Ardiente. Ich war stolz darauf das ich meine Hengste zusammen in einer Junggesellen Herde halten konnte. Das Thema Hengsthaltung war immer noch sehr umstritten und ich hielt absolut nichts von Einzelhaft. Getrennt von den Stuten klappte das sehr gut und die Hengste hatten sowieso alle ein wunderbares Sozialverhalten, wie ich fand. Mein jüngster und neuester Hengst, PFS Dreaming of Revenge, wurde noch langsam an die anderen gewöhnt. Er stand im Nachbarpaddock während die anderen auf der Koppel waren und so konnten sie sich mit Sicherheitsabstand beschnuppern und kennenlernen. Aber auch das lief bis jetzt so gut das ich ihn wohl bald in die Herde lassen würde.

      Nach den Hengsten waren die Criollo Stuten an der Reihe. Auch sie hatten ein Winterdomizil bekommen und liefen zu viert brav am Strick neben mir her. Ashitaka, Caresse, Fermina und Sabandija warteten geduldig bis ich alle Stricke entfernt hatte und trotteten los um sich ein schönes Plätzchen zu suchen. Ashitaka fing gleich an sich zu wälzen und in kürzester Zeit war nicht mehr viel von der Rappstute zu erkennen. Ich hätte ihnen gerne länger zugesehen, aber die Arbeit machte sich nicht von alleine. Um kurz vor 10 Uhr war ich fertig mit ausmisten und neu einstreuen und musste jetzt nur noch zu meinen Offenstallpferden. Als ich an den Zaun heran trat und nach den Pferden pfiff, kam der kleine Maverick sofort angetrabt und reckte mir seinen Kopf entgegen. „Na du kleine Maus!“ ich kraulte ihn hinter den Ohren und da kam auch schon seine Mama Argo mit an den Zaun. Ich holte dann die Schubkarre und begann auch den Offenstall abzumisten. Löwenherz, auch ein Neuankömmling bei uns, stand etwas abseits und beobachtete mich interessiert. Er wurde gut aufgenommen in der kleinen Herde und machte sich gut. Aber trotzdem blieb er noch auf sicheren Abstand, er hatte schon viel mitgemacht in seinem Leben. Die Noriker Stute Rhoda lag im Unterstand im Stroh und machte keinerlei Anstalten sich zu bewegen, sodass ich misten konnte. „Auf geht’s Fräulein, hoch mit dir!“ spornte ich sie an und tippte sie etwas energischer am Po an. Irgendwann stand sie dann auch auf, schüttelte sich und lief von Dannen. Als ich auch hier endlich fertig war und noch eine ordentliche Portion Heu verteilt hatte, versuchte ich mich ein wenig Löwenherz zu nähern. Ich bedrängte ihn nicht, hielt meine Hand ihm entgegen und wartete darauf das er einen Schritt auf mich zu machte. Er war schon sehr interessiert und ließ sich dann auch von mir streicheln, aber auf schnellere unbedachte Bewegungen meinerseits reagierte er schreckhaft und ergriff die Flucht. Ich ließ es für heute sein und war sowieso schon sehr stolz das er sich in der kurzen Zeit doch sichtlich wohl hier fühlte, in seiner neuen Herde. Bevor ich ging kuschelte ich noch ein wenig mit Norisk, der es sichtlich genoss! Im Kopf ging ich schon wieder ein paar Termine durch und plante den Tag. Vielleicht hätte ich heute auch endlich mal wieder Zeit für einen Ausritt. Mal sehen.
    • Calypso
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      3898 Zeichen by Calypso - 24.03.2018
      So langsam zog auch bei uns der Frühling ein. An ein paar Tagen hatten wir schon richtig schöne 13 Grad erreicht und trocken war es auch endlich. Es war Mittag und ich gab gerade zwei Mädchen auf Argo und Rhoda Reitunterricht. Beide zogen, unabhängig voneinander, im Trab ihre Runden. „Rhoda darf ruhig flotter laufen, musst nicht so zaghaft mit ihr sein! Und Argo nicht zu fest halten. Auch mal locker lassen......ja und wieder annehmen, locker lassen. Ich weiß heute ist sie spritzig, aber du machst das gut!“ Nach weiteren 15 Minuten war die Stunde beendet und die beiden ließen die Pferde noch am langen Zügel über den Platz schreiten. „Ihr zwei kommt ja jetzt allein zurecht oder? Ihr könnt dann absatteln, den beiden noch Futter geben und einfach wieder in den Offenstall stellen.“ Die Mädchen nickten und ich verließ zufrieden den Reitplatz, da kamen schon die nächsten um die Ecke die was von mir wollten. „Hey Veronica!“ grüßte mich mein Stallhelfer Harry und hatte seine Tochter Lilly im Schlepptau „Harry! Hallo Lilly“ grüßte ich sie zurück und lächelte. „Lilly ist heute zu Besuch und da wollten wir fragen ob wir uns eins der Pferde ausleihen dürfen für einen Spazierritt?“ fragte Harry. Ich musste nicht lange überlegen, Harry war sehr verantwortungsbewusst und ich vertraute ihm meine Pferde gerne an. „Natürlich, nehmt euch einfach Sabandija.“ Harry nickte und bedankte sich bei mir, Lilly strahlte übers ganze Gesicht, sodass ich auch grinsen musste. Nun machte ich mich daran den Pferden ihr Mittagessen zu geben, mein Verlobter Luke und Emilia halfen mit. Ich war beim Offenstall und hiefte das Heu aus dem Schubkarren und verteilte alles im Unterstand. Dawn und Time in a Bottle kamen sofort angetrabt und inspizierten alles. Es machte mich so glücklich das die beiden von Tag zu Tag zutraulicher wurden und ihren Platz hier gefunden hatten. Maverick und Horik kamen auch dazu und Norisk und Löwenherz blieben erst noch in ihrer Ecke stehen und beobachteten alles. Die zwei waren, seit Löwenherz bei uns eingezogen ist, fast unzertrennlich und ich hatte das Gefühl das Norisk dem Tinker eine gewisse Sicherheit gab. Nach ein paar Streicheleinheiten mit jedem machte ich mich weiter an die Arbeit. Ich brachte die Stuten Fermina und Ashitaka noch für ein paar Stunden auf die Weide und machte das selbe dann mit den Hengsten Chulo, Fantasio, Companero, PFS Dreaming of Revenge, El alba Ardiente und Kantarro. Als Luke mich dabei sah rief er mir zu „Vroni, Fame kannst du drinnen lassen, den nehme ich gleich für´s Training!“ ich nickte und setzte meinen Weg fort. Nachdem ich die Wassertröge auf den Weiden kontrolliert und aufgefüllt hatte, ging ich ins Haus und setzte mich an den PC. Ich war seit einiger Zeit in Kontakt mit einer jungen Dame, Mareth Lindström aus Schweden. Ich war auf sie aufmerksam geworden da sie eine Anzeige nach einem robusten Freizeitpony geschaltet hatte. Ich musste sofort an Horik denken, auch wenn ich ihn selbst erst wieder seit ein paar Monaten besaß, aber bei mir war seine Zukunft recht ungewiss. Es stellte sich schon die Frage ob er Hengst bleiben konnte oder wo ich ihn einsetzen sollte. Ich hatte viel zu tun mit der Criollo Zucht und einige Jungpferde deren Ausbildung im Vordergrund stand. Ich konnte mir Horik sehr gut im wilden Skandinavien vorstellen und vorallem das er ein treuer Freizeitkumpel werden könnte. Ich hatte der Familie Lindström schon einige Bilder und Videos von ihm geschickt und bald wollte Mareth nach Wales kommen um ihn sich anzusehen. Ich war gespannt und schrieb ihr eine E-Mail mit möglichen Terminen. Gegen Nachmittag sah ich Luke dann beim Training mit Fame zu, bis Jasmine kam und mich daran erinnerte das gleich eine kleine Gruppe von Kindern kommen würde und sie die zwei Fohlen El alba Ardiente und PFS Dreaming of Revenge bräuchte. Ich willigte ein und ging im Kopf schon wieder weitere Planungen durch.
    • Calypso
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      2883 Zeichen by Calypso - 16.09.2018
      „Was für ein schöner Herbsttag“ „Ja, da haben wir wirklich Glück gehabt mit dem Wetter.“ entgegnete Jasmine und führte Löwenherz und Argo zum Putzplatz. Ich hatte Rhoda und Sabandija am Strick und führte sie zu den anderen. Jasmine übernahm heute für mich den Sonntagsausritt mit drei Kindern aus dem Dorf. Das veranstalteten wir fast jeden Sonntag wenn das Wetter passte. „Okay ich glaube die Kinder kommen gerade, du kommst jetzt alleine klar oder?“ Jasmine nickte und nahm die Kinder in Empfang. Ich vertraute ihr voll und ganz und konnte mich so meiner Arbeit widmen. Ich holte mit der Schubkarre Heu und verteilte dieses im Offenstall. Sogleich kam Maverick angelaufen und ich guckte mich nach Dawn um. Sie war weit und breit nicht zu sehen, hm komisch ich hatte gar nicht mitbekommen das sie jemand heraus geholt hatte. Das ließ mir keine Ruhe und ich sah mich auf dem Hof um. Jasmine sattelte gerade, mit den Kindern, die Pferde und Harrison kam aus dem Hengststall heraus. „Hey Harry, hast du Dawn gesehen? Sie war nicht im Offenstall.“ den Kopf schüttelnd kratzte Harry sich am Kopf „Nein, ich war die ganze Zeit beim ausmisten.“ „Okay, trotzdem danke.“ ich lief weiter meine Runde und kam zum Roundpen, wo ich eine mir wohl bekannte Stimme vernahm. Ich sah Luke mit der Mustangstute und war erleichtert. Er stand in der Mitte, seinen rechten Arm ausgestreckt und etwas in geduckter Haltung. Dawn kam langsam auf ihn zu und stupste ihn mit den Nüstern an der Hand an. Das war ihre Erlaubnis sie streicheln zu dürfen, und das tat Luke auch. Danach zogen die beiden ihre Kreise und Wendungen und Dawn folgte ihm, ohne Seil oder Hilfsmittel. Sie machte sich von Tag zu Tag besser, vertraute immer mehr und ich war guter Dinge das dieses Pferd ein treuer Wegbegleiter werden konnte. Ich ließ sie weiter arbeiten und beschloss mit Fermina zu arbeiten. Die Criollo Stute stand mit den anderen Stuten bereits auf der Koppel. Nachdem ich sie geputzt und gesattelt hatte, ging ich mit ihr in die Halle und wir trainierten gute 40 Minuten. Fermina war gut drauf und arbeite super mit. Ich war stolz auf meine junge Stute. Als sie versorgt war, ging ich ins Haus und machte etwas Büroarbeit. Kurze Zeit später sah ich durchs Fenster Jasmine mit der Ausreitgruppe zurück kommen. Alle sahen zufrieden aus, die Pferde, die Kinder und Jasmine auch. Ich ging derweil alle E-Mails durch, schaute nach zukünftigen Turnierstarts und organisierte alles was in nächster Zeit anstand.
      Gegen späten Nachmittag holten wir dann die Pferde von den Koppeln. Luke und Harry gingen zu den Hengsten und holten Companero, Kantarro, Fantasio, Fame, Norisk, Time in a Bottle, Colorido, El Alba Ardiente, Chulo und PFS Dreaming of Revenge. Ich holte inzwischen noch Ashitaka und Rovina. Dann machten wir zusammen das Futter fertig und gaben es allen Pferden. Somit ging wieder ein Tag auf unserem Hof zuende.
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  • Album:
    Gnadenweide
    Hochgeladen von:
    Calypso
    Datum:
    13 Aug. 2016
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    Argo

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    Rufname:
    Geburtsdatum/Alter: 2001, 17 Jahre
    Geschlecht: Stute


    Stammbaum
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    aus der: Aurora ~ von: Heronimus
    aus der: ✗ ~ von: ✗ | aus der: ✗ ~ von: ✗


    Exterieur
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    Größe: 147 cm
    Rasse: Connemara Pony
    Fellfarbe: Goldpalomino
    Gencode: ee Aa Crcr
    Abzeichen: hl. weiße Fessel



    Interieur
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    Charakter

    Argo ist eine von Grund auf gelassene Stute, die so schnell nichts aus der Ruhe bringen kann. Am Set eines Filmes, der Ablauf eines Turnieres oder sonstige Veranstaltungen lassen die Stute so gut wie kalt. Allerdings ist Argo auch sehr menschenbezogen - lässt selbst eine siebenjährige durch die Gegend gurken, Anfänger und Wiedereinsteiger - sie spielt Mutter für jeden.


    Beschreibung
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    Ihr angeborener Vorwärtsdrang, die schnelle Gangart machen sie neben dem Film Einsatz zusätzlich für die Distanz interessant. Bisher wurde die Stute mehr vom Boden aus gearbeitet, als von Sattel aus weshalb sie gerade in der Dressur einige Dinge aufzuholen hat trotz ihrer 14 Jahre.



    Vorgeschichte

    Argo kommt von der Gips Reminder Ranch und hat dort unter anderem als zuverlässiges Film- und Showpferd gedient. Auch als Zuchtstute hat sie dort noch ein wundervolles Fohlen zur Welt gebracht und sich als super Mutter bewiesen.

    Zuchtinfos
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    [SK 429] Alle Rassen

    Gekört/Gekrönt:
    Vorgesehen für die Zucht: ja
    Leihmutterschaft/Deckaxe: 130 Joellen

    Nachkommen


    Doineann, Maverick

    Besitzer: Calypso
    Vorbesitzer: Ravenna - Veija
    VKR/Ersteller: Salera (verfallen)
    Aktueller Wert: 2.300 Joellen

    Trainingsstände
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    Fohlen ABC ✗ | Eingeritten ✓ | Eingefahren ✗


    Bodenarbeit
    Treiben + Bremsen ✓ | Rückwärtsrichten ✓ | Durchparieren, Antraben/Galoppieren, Halten ✓
    Abstand halten ✓ | Wenden + Handwechsel ✓ | Abruf ✓

    Freiheitsdressur/Zirzensik
    Kompliment ✓ | Knien ✓ | Spanischer Schritt ✓ | Piaffe ✗
    Passage ✗ | Steigen ✓ | Sitzen ✓ | Liegen ✓ | Ziegenbock ✓
    Stöckchen holen ✓

    Trainingsstand
    am Boden gerarbeitet ab 2002
    anlongiert seit 2003
    Eingeritten seit 2004
    Filmpferd seit 2005

    für Anfänger geeignet
    Gelände sicher
    Schussfest
    Feuerfest


    Reitpferde-Ausbildung
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    Dressur: E A L
    Galopprennen: E
    Springen: E A
    Military: E
    Fahren: E A
    Distanz: E A L M S
    Western: LK5 (E), LK4 (A), LK3 (L), LK2 (M), LK1 (S)

    PotentialAufstieg durch Turnier | Training • nicht weiter gefördert

    Pleasure | Hunter Hack | Hunter under Saddle


    Erfolge
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    SW 415, 3. Platz 289. Springturnier(Hunter Hack^^), 1. Platz 283. Westernturnier, 2. Platz 284. Westernturnier, 3. Platz 285. Westernturnier, 3. Platz 257. Distanzturnier


    Gesundheit
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    Gesundheitszustand

    Letzter Tierarztbesuch:
    Letzter Hufschmiedbesuch: 03.9.16
    Gesamteindruck:
    Akute Krankheit/en: ✗
    Chronische Krankheit/en: ✗
    Erbkrankheit/en: ✗



    Hufe/Beschlag

    Beschlag Vorne ✗
    Beschlag Hinten ✗

    Hufbeschaffenheit:
    Hufkrankheit/en: ✗