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Mohikanerin

Areion [0]

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Areion [0]
Mohikanerin, 28 Dez. 2023
Wolfszeit gefällt das.
    • Wolfszeit
      Tierarztbesuch | 19. November 2017

      PFS' Ljúfa, Stromer's Painting Gold, Kaythara El Assuad, Areion, Sika, scs Bluebell, River's Blue Lady Liquor, Silverangel, Papillon d'Obscurité, Silhouette of a Rose

      „So, hab ich wirklich alles eingepackt?“, murmelte ich zu mir selbst und begutachtete die volle Tasche. „Hast du vor auszuziehen?“, neckte mich William, welcher hinter mir am Kofferraum stand. „Sehr witzig. Nein, ich habe heute einfach etwas mehr Patienten.“, erklärte ich und schloss den Kofferraum des Geländewagens. „Pass mir gut auf meine Pferde auf.“, sagte ich zu dem jungen Mann und umarmet ihn kurz zum Abschied. Meine Arbeit würde mich diesmal nicht weit von zu Hause wegführen. Es ging zu den Pineforest Stables zu Occulta Smith nach Birmingham. Ich war gespannt auf ihr Gestüt, denn es war mir sehr wohl bekannt.

      Als ich die Auffahrt schließlich herauffuhr, war ich nicht weniger Beeindruckt, als erwartet. Es war nicht annähernd mit unserem kleinen Anwesen zu vergleichen und dennoch wirkte es gleichzeitig professionell und heimisch. Angekommen parkte ich meinen Wagen und sogleich trat eine junge Frau auf mich zu, welche sich als Occulta Smith vorstellte. Sie begrüßte mich und wartete, bis ich meine Tasche aus dem Auto genommen hatte. „Wollen wir gleich im Hauptstall anfangen.“, sagte sie und ich folgte ihr, während sie von den beiden Patienten berichtete, die dort auf uns warteten. „Das ist Goldy.“, sagte sie und wir blieben vor einer jungen Vollblutstute mit einer außergewöhnlichen Farbe stehen. Das Pferd spitzte neugierig die Ohren und trat an uns heran, als Occulta die Box öffnete. Die junge Frau hielt sie fest und ich begrüßte Goldy kurz, ehe ich mich an die körperliche Untersuchung machte. Zunächst hörte ich Herz und Lunge mit dem Stethoskop auf pathologische Geräusche ab, ehe ich die Lymphknoten auf Vergrößerungen abtastete. „Hier ist alles so weit wie man das von außen beurteilen kann in Ordnung.“, murmelte ich, ehe ich zum Kopf ging und der interessierten Stute in Maul, Augen, Nüstern und Ohren schaute. „Keine Rötungen, kein Ausfluss, die Zähne sehen auch gut aus.“, fuhr ich fort und klopfte ihr kurz den Hals, ehe ich wieder neben sie trat, um alle Gelenke durchzubewegen. Grade bei viel beanspruchten Turnierpferden im jungen Alter würden unentdeckte Verletzungen die Karriere früh und vor allem unnötig beenden. Goldy ließ es ruhig über sich ergehen, auch als ich zu guter Letzt noch Fieber maß. „Sie ist in einem wirklich guten Zustand, sowohl gesundheitlich als auch von Fütterung und Erscheinung her.“, fasste ich zusammen und strich ihr über den Rücken. „Führst du sie noch einmal durch die Stallgasse?“, bat ich die junge Frau und sie nickte. „Ihr Gangbild ist soweit auch gut.“, sagte ich. „Ich gebe ihr noch die Wurmkur und dann können wir auch schon weiter.“, erklärte ich dann und nahm mit diesen Worten meine vorbereitete Einmalspritze ohne Kanüle. Occulta hielt ihren Kopf runter und ich gab ihr die Paste rasch ins Maul, welche sie mit kritischem Schmatzen herunterschluckte. „Braves Mädchen.“, lobte ich sie und wir überließen ihr wieder die Box.

      „Als nächstes geht es zu Kaya. Ebenfalls ein junges Vollblut, genauso unkompliziert.“, informierte Occu mich und ich folgte ihr nickend. Bei Kaya begann die gleiche Prozedur von vorne. Wie erwartet war auch die junge Vollblutstute in einem ausgezeichneten Allgemeinzustand. Das war lange nicht so selbstverständlich und es machte mich immer wieder froh einen gut geführten Stall mit gepflegten Pferden zu finden. Gerade von dieser Größe und mit diesem Erfolg. „Auch bei ihr keine Auffälligkeiten. Sie ist gut beweglich, Maul, Ohren, Nüstern und Augen sind blande, die Temperatur okay und das Gangbild gut.“ Occulta nickte zufrieden. „Dann noch die Wurmkur und wir sind hier im Stall fertig.“, sagte sie und gemeinsam verabreichten wir auch ihr die Paste. „Begeisterung sieht anders aus.“, sagte ich belustigt und beobachtete Kaya. „Die Wurmkur ist laut Hersteller mit Apfelgeschmack, riecht auch nicht schlecht.“, sagte ich und zuckte die Schultern. „Trotzdem ist mir kein Pferd begegnet, dass davon zu überzeugen war.“ Ich verabschiedete mich von der Stute und wir gingen gemeinsam zum Nordstall.

      „Das ist Areion.“ Wir standen vor einem massigen Tinker mit auffallend hübscher Fellfarbe. „Hier ist wirklich jeder ganz besonders.“, sagte ich beeindruckt und warf auch in die anderen Boxen einen neugierigen Blick. „Ist er genauso brav?“, fragte ich und erhielt ein Nicken. „Wunderbar.“, lächelnd trat ich an den Großen heran und Occu hielt ihn derweil fest. „Bei dir muss man sich erstmal durchkämpfen.“, stellte ich belustigt fest und schob sein dichtes Fell bei Seite um ihn abzuhören. Er freute sich sichtlich über die Aufmerksamkeit, die ihm zu Teil wurde, während ich seine Lymphknoten auf Schwellungen abtastete. „Wunderbar.“, schloss ich ab und trat an seinen Kopf heran. Kurz rubbelte ich ihm die Stirn und führte dann die Untersuchung fort. „Na, haben wir hier einen kleinen Dickschädel?“, murmelte ich und musste mit etwas mehr Nachdruck sein Maul öffnen. „Nicht mit mir, mein Freund.“ Schmunzelnd gab ich ihm die Wurmkur und lobte ihn. Ich maß noch Temperatur und sah mir kurz seinen Gang an. „Gut.“, schloss ich ab. „Wie alt ist er?“, fragte ich Occu. „10 Jahre.“, antwortete sie und ich nickte. „Wir müssten mal an seine Zähne ran. Könntest du ein bisschen mehr Zeit für mich aufbringen, oder wollen wir das an einem anderen Termin machen?“, fragte ich sie. Wir entschieden uns für heute und brachten den Hengst an einen geeigneten Ort für die Behandlung. „Ich gebe ihm ein leichtes Beruhigungsmittel, ich nehme an du kennst das.“, begann ich zu erklären. „Das heißt er wird heute ein bisschen benommen sein, aber das wird schnell abgebaut, ist allerdings noch ein paar Tage im Blut nachweisbar. Er sollte die nächsten 48 Stunden auch kein Futter bekommen, dass viel Säure enthält, das würde die Zähne zu sehr angreifen.“ Sie nickte und ich gab ihm eine kleine Injektion, welche ich in der Zwischenzeit vorbereitet hatte. Als Areion langsam schläfrig wurde, banden wir gemeinsam seinen Kopf hoch und ich setzte die Maulsperre ein, ehe ich mit der Behandlung begann. Das meiste war einfach mit einer Handraspel zu korrigieren, nur an die Schneidezähne mussten wir mit einer elektrischen Maschine ran. Trotz Sedierung missfiel dem Hengst die Behandlung eindeutig Bei dem lauten Geräusch legte er missmutig die Ohren an und wich ein paar Schritte zur Seite aus, ließ es jedoch über sich ergehen. Eine große Wahl blieb ihm auch nicht. Nach einer dreiviertel Stunde war das Ganze beendet. Das große Tier wurde erlöst und trottete müde hinter Occulta her zurück in seine Box, während ich aufräumte.

      Als nächstes ging es in den Nebenstall, wo die meisten Patienten auf uns warteten. Es handelte sich um vier deutsche Reitponys. Als erstes ging es zu Sika, einer neunjährigen Stute. Sie sah uns aus misstrauischen, aber sanften Augen entgegen. Occulta beruhigte die anscheinend ein wenig schreckhafte Stute, während ich sie abhörte, abtastete und alle Gelenke durchbewegte. An der Hinterhand hatte sie eine kleine Schramme, vermutlich vom letzten Weidegang. „Das ist nichts, was wir behandeln müssten. Ab und an passiert das auf der Weide oder im Gelände, aber man sieht ja auch, dass sie nicht davon beeinträchtigt ist.“, erklärte ich und lobte die Stute. Auch das Fieber messen ließ sie über sich ergehen, ebenso die Wurmkur.

      „Wer ist jetzt an der Reihe?“, fragte ich Occu und sie zeigte mir Blue Lady Liquor, Lychee genannt. „Sie ist sehr freundlich und lernwillig - eigentlich.“ – „Eigentlich?“, wiederholte ich und betrachtete die Stute, welche eher unruhig, fast schon nervös wirkte. Occulta nickte. „Sie ist normalerweise die Ruhe selbst, liebt Menschen und das Arbeiten und ist ein gutes Turnierpony. Nur in letzter Zeit ist sie nervös, launisch und verspannt.“, erklärte sie. Nachdenklich betrachtete ich das Pony. „Wie alt ist sie?“, fragte ich. Vier Jahre. „Und dann schon gut Trainiert und erfolgreich. In der Medizin sagt man immer, häufige Krankheiten sind häufig und seltene selten. Ich kann mir gut vorstellen, dass ihr Magnesium fehlt. Grade bei jungen Pferden die dann noch gut im Training stehen, kann das vorkommen und das verändert tatsächlich das Wesen, beziehungsweise die Reizbarkeit. Ich schlage vor, wir nehmen einmal Blut ab, ich lasse dir ein Präparat da und informiere dich dann heute Abend über die Ergebnisse. Wenn ich falsch lag, müssen wir weitersuchen.“, erläuterte ich und Occu stimmte zu. Also entnahm ich zuerst alles für ein kleines Blutbild, Gerinnung und klinische Chemie, ehe ich mit der Routineuntersuchung begann. „Gut, sonst ist aber alles in Ordnung, entwurmt ist sie jetzt auch, das Präparat lasse ich dir hier.“ Mit diesen Worten packten wir zusammen und gingen zum nächsten Pony.

      Silverangel sollte ihrem Namen Ehre machen. Sie war ein bildhübsches und vor allem kooperatives Pony. Anstandslos ließ sie alle Untersuchungen über sich ergehen. „Gut.“, beendete ich nach nur wenigen Minuten. „Alles ist einwandfrei, sie ist in einem ausgezeichneten Zustand. Die körperliche Untersuchung ist ohne Befund, sie läuft rund und bekommt jetzt noch ihre Wurmkur.“, erklärte ich ihrer Besitzerin. Rasch drückte ich ihr Maul auf und gab dem Pony die Paste.

      Die nächste Patientin war Bluebell, ebenfalls ein deutsches Reitpony und die letzte von den vieren. „Hallo Bluebell.“, begrüßte ich sie und begann meine Arbeit. Bluebell schaute kurz und spielte mit den Ohren, richtete dann ihre Aufmerksamkeit aber wieder auf das Geschehen um sie herum im Stall. Ich horchte auch bei ihr auf Herz und Lunge, tastete die Lymphknoten ab, bewegte ihre Gelenke und warf einen Blick in Maul, Augen, Nüstern und Ohren. Zuletzt maß ich Fieber, auch sie war im Rahmen. „Dann entwurmen wir dich einmal.“, murmelte ich und griff nach Spritze Nummer sechs. Occulta hielt den Kopf fest und ich drückte den Inhalt der Spritze in das Maul des Pferdes. Ich sah mir noch einmal ihren Gang auf der Stallgasse an und nickte zufrieden. „Wunderbar.“, beendete ich unsere Arbeit im Nebenstall. Ich nahm meine Tasche und wir ließen die Stuten zurück, um zu den nächsten beiden Patienten zu gehen.

      Occu führte mich zum Putzplatz, wo zwei American Miniature Horses auf uns warteten. Ein Lächeln legte sich auf mein Gesicht und ich betrachtete die beiden kleinen Ponys. „Die beiden sind sehr umgänglich, die meiste Zeit stehen sie draußen auf der Weide.“, sagte die junge Frau und ich nickte. Zunächst ging ich zu Silhouette of a Rose, einer kleinen Silver Dapple Stute. Auch bei ihr begann ich mit dem Abhören von Herz und Lunge. „Man hört leichte Rasselgeräusche beim Atmen.“, stellte ich fest und richtete mich wieder auf. „Auch die Lymphknoten sind leicht angeschwollen, Ausfluss aus der Nase hat sie aber keinen. Ist dir bei ihr ein Husten aufgefallen?“ Occulta nickte. „Linda, eine der Pflegerinnen der Offenställe hat mir vor einer Woche berichtet, dass sie einen trockenen Husten hat. Wir wollten das zunächst beobachten und sie dann mit Vorstellen, wenn der Tierarzt kommt.“ Ich nickte und griff zu meiner Tasche. „Sie scheint sich eine kleine Infektion eingefangen zu haben. Ich gebe ihr ein paar Medikamente, welche grob gesagt den Husten lösen und ihr das Atmen ein wenig erleichtern, auch wenn sie noch nicht merkbar eingeschränkt scheint. Am besten trennst du sie von den anderen, bis sie sich erholt hat, was rasch gehen sollte. Der trockene Husten wird sich lösen und produktiver, dann sollte er abklingen. Wenn nicht melde dich nochmal, aber eigentlich wird ein gesundes Pferd gut damit fertig, sie ist ja auch noch jung.“, erklärte ich, ehe ich ihr die Medikamente verabreichte und die restliche Untersuchung fortführte, diesmal jedoch befundlos. Auch eine Temperaturerhöhung war nicht erkennbar.

      Papillon hingegen war fit und offensichtlich nicht gleich mit angesteckt. Auch ihre Gelenke waren in Ordnung und es gab nirgendwo ein Zeichen für eine Infektion. Wir entwurmten beide und ich streckte mich kurz. „Ungewohnte arbeitshöhe.“, sagte ich schmunzelnd und wir überließen die Ponys wieder den Mitarbeitern der jungen Frau, welche sie gleich eingewiesen hatte.

      „So, jetzt kommen wir zum letzten Pferd.“, begann Occu. „Ljúfa macht mir ein paar Sorgen. Sie wurde früh eingeritten, grade für einen Isländer, wenn auch schonend bewegt und trainiert. In der letzten Zeit wirkt sie sehr verspannt und scheint Schmerzen zu haben.“ Ich nickte und folgte ihr zu der jungen Rappstute. Zunächst checkte ich sie durch, wie die anderen auch, merkte beim Bewegen der Gelenke jedoch deutlich, dass es ihr missfiel. Sie schlug mit dem Schweif und wich aus. Ich bat Occu sie mir im Schritt und Trab vorzuführen. Ljúfa lief steif und unregelmäßig und ich bat sie wieder zu mir. „Das reicht, man sieht schon, dass sie Schmerzen hat.“ Occulta nickte. „Wir haben gemerkt, dass sie widerwilliger mitgearbeitet hat und das Training unterm Sattel gleich beendet, als klar war, dass sie Schmerzen hatte.“ – „Sehr gut, die Pause behaltet ihr in der nächsten Zeit auch noch bei. Ich gebe ihr jetzt einmal ein Schmerzmittel subkutan, sprich unter die Haut und einen Entzündungshemmer. Das bekommt sie die nächsten sieben Tage auch noch oral verabreicht. Zum einen nimmt das die Schmerzen bei der Bewegung, damit sie nicht durch eine falsche Haltung weiter verstärkt werden und zum anderen hemmt das alle entzündlichen Prozesse. Ich nehme an, ihr Sattel ist nicht Ursache der Probleme und der Hufschmied kommt bei dir auch regelmäßig. Vermutlich wird es wirklich die Belastung sein. Therapiebegleitend kann man Bodenarbeit machen, longieren und auch Wärmeanwendung oder Massagen. Ich persönlich bin kein Vertreter von alternativen Methoden wie Akupunktur oder ähnlichem, ob du das für deine Pferde möchtest, musst du selbst entscheiden.“, beendete ich meinen Ratschlag. „Wenn es nicht besser werden sollte meldest du dich nochmal. Medikamentös ist sie abgedeckt, wie du am besten weiter trainierst, wirst du ja auch aus Erfahrung wissen und vor allem individuell sehen, wie sie reagiert.“ Occu hörte zu und nickte. Zum Schluss entwurmten wir auch die Isländerstute und ich konnte mich am Späten Nachmittag von der jungen Frau verabschieden und die Heimreise antreten.

      Am Abend begab ich mich reichlich müde noch einmal in die Praxis, um das Blut von Lychee in die Geräte zu geben. Ich sollte Recht behalten. Der Stute fehlte es tatsächlich nur ein wenig an Magnesium, was ich Occulta noch telefonisch mitteilte, welche hörbar beruhigt war, dass wir nach keiner komplexen Ursache suchen mussten.

      © Loulou // 14681 Zeichen
    • Wolfszeit
      Jungpferde und ältere Jungpferde | 29. November 2017

      PFS’ Sarabi, PFS’ Counterfire, PFS’ A Winter’s Tale, PFS’ Stop Making Sense, Subsyndromal Symptomatic Depression, Daedra, Nosferatu, Areion, Sika, Parányi, Vychahr, Bintu Al-Bahri, Farasha, Islah, Numair, Lindwedel, Circus Dancer, tc Herkir, Ljóski, Vai Alida, Cabinet of Caligari, scs Bluebell, PFS’ Dancin’ to Jazz

      Oliver und ich sassen zusammen in der Reiterstube und beobachteten die Reitstunde durch die grosse Glasscheibe. Lisa stand in der Mitte und dirigierte fremde, sowie unsere eigenen Leute durch verschiedenste Bahnfiguren. Mit einem Lächeln beobachtete ich die kleine Suri, Lilys neue Freundin, die auf Nosferatu leichttrabte. Sie bewegte sich noch etwas unbeholfen und hatte nicht immer ganz denselben Takt wie das Pony unter ihr, aber sie gab sich sichtlich Mühe und versuchte ihren Körper gerade zu halten. Lily, die mit ihrem Tinker Areion ein eingespieltes Team war, ritt ihr natürlich um die Ohren, aber dafür, dass Suri erst seit zwei Wochen im Sattel sass, schlug sie sich richtig gut. Pony Nossi benahm sich ebenfalls tadellos. Sie buckelte nicht, war nicht zu schnell und liess sich von Lisa per Stimmkommandos fast fernsteuern. Ich wandte mich wieder an Oliver, der mich fast gleichzeitig ansah. «So?», fragte ich mit erwartungsvollem Blick, denn der Trainer hatte mich hierherberufen, um über die jungen Vollblüter zu reden. «The Training this morning was okay. But I still worry, because your horses were started about 9 months later than all the others. They missed their complete two-year-old debut.» «And?» «Well, they sure have gained lots of muscles, but they had less time to build bone substance and gain experience.» «Yes, but instead they were able to grow unaffected by rider weight during these extra months. And they had more time to grow mentally aswell», rechtfertigte ich. «I just want to make a suggestion. You may want consider starting the yearlings from last spring, because they would be at an ideal age now.» «Mambo and the others? Isn’t that too early?», fragte ich mit einem mulmigen Gefühl. «Look, it is normal in the racing industry to start them at about 18 to 20 months of age. They are 20 months old right now, plus you don’t have any of your so called ‘more mature’ two-year-olds to train for the coming season. You know we treat them very gentle and Jockeys aren’t lightweight for no reason.» Ich runzelte nachdenklich die Stirn. Weil ich schwieg, fuhr er fort. «The reason why I didn’t complain last year or the year before that was because those two-year-olds had late brith dates and those dates were also too far apart. It would have been impossible to start them at a reasonable time for the racing season, considering their differences in age. I admit that I manipulated you into breeding at a convenient time so that the foals last year were mostly born in march, so this issue wouldn’t come up again. Early training is crucial so that their bone structure can adjust to the strains of racing.» «I don’t know… Not so long ago they were just little foals. I mean, I remember Dollys birth as if it had been yesterday.» «But look at them now. Thoroughbreds grow extremely fast, they were bred like that for exact that reason.» «Give me a little time to think about it.» Er nickte und stand auf. Ich blieb noch eine Weile sitzen und beobachtete die Reitschüler. Sie mussten sich gerade am Schulterherein versuchen. Darren ritt auf Sika, die deutlich dreispurig lief. Zufrieden lächelte ich bei dem Anblick. Darren bemerkte, dass ich ihn beobachtete, als er an der Scheibe vorbeiritt und lächelte verlegen zurück. Bei Lily klappte das Schulterherein noch nicht ganz, also holte Lisa sie zu sich in die Mitte und zeigte ihr, wie sie den Unterschenkel halten musste. Danach waren schon bessere Ansätze erkennbar, aber natürlich noch weit weg von den erfahreneren Reitern. Nosferatu lief zuverlässig zweispurig geradeaus, mit leichter Innenstellung. Aller Anfang war nun mal schwer, aber ich wettete, dass Lisa Suri auch gesagt hatte, dass sie es einfach versuchen solle und noch nicht beherrschen müsse. Für den Galopp nahm die Reitlehrerin ihre jüngste Schülerin dann auch an die Longe, während die anderen auf der A-Volte blieben. Suri musste sich im Moment nur am Sattel festhalten und sich an den Bewegungsablauf gewöhnen, die Zügel hatte Lisa für sie über dem Widerrist verknotet, damit das Mädchen die Hände frei hatte. Nossi war ziemlich gut ausbalanciert und lief zuverlässig im Kreis. Suri musste ihre Hände als Balanceübung vom Sattel lösen und frei nach aussen strecken. Einmal wurde Nossi dann doch etwas schnell, sodass Suri sich kurz erschrocken festhielt, danach aber gleich wieder mutig weiterübte.

      Als sie mit dem Austraben begannen, verliess ich die Reiterstube und begab mich in den Nebenstall. Es war drei Uhr, aber der Himmel war so düster, dass es mir vorkam wie Abend. Der Himmel war mit grossen, bauschigen Wolken bedeckt und ein kalter Wind schlich sich durch meine Jacke hindurch bis zur Haut. Die Stuten im Nebenstall kümmerte das sichtlich wenig. Sie raschelten gemütlich in ihrem Stroh und unterbrachen diese Tätigkeit höchstens, um zu sehen, ob ich ihnen etwas Besseres zu Fressen brachte. So auch Parányi, als ich ihre Boxentür entriegelte. Sie drückte mir erwartungsvoll ihre dunkle Schnauze ins Gesicht, typisch unsanft für ein junges Pferd, wie ich bemerkte. Weil es so windete, hatte die rappfarbene Stute auch wenig später beim Putzen viel zu glotzen. Vorbeiwehende Blätter, galoppierende Fohlen in der Ferne… Die Stute sah sich alles mit aufmerksam hochgestrecktem Kopf an und blendete mich sozusagen aus. Mir war das schnuppe, solange sie mich nicht irgendwie anrempelte oder mir auf die Füsse stand. Das schien sie auch zu wissen, denn trotz der Ablenkung gab sie ihre Hufe brav und stand schön still. Jedenfalls bis eine grosse, weisse Plastiktüte über den Schotterweg fegte. Da fielen ihr die Augen fast aus den Höhlen und sie musste laut rasselnd Luft einsaugen. Ich klopfte ihr beruhigend auf den Hals und stellte sicher, dass sie mich bemerkte. Trotzdem stand sie nach einem folgenden Zusammenzucken etwas breitbeiniger da als zuvor. «Schon gut, Glupschi. Es wird dich nicht auffressen», lachte ich bei dem Anblick. Insgeheim beschloss ich, dass die Stute wiedermal ein wenig Anti-Schrecktraining brauchte. Auch Jonas, der dem Plastiksack hinterherlief, um ihn in die Mülltonne zu schmeissen, bemerkte Parányi und mich. «Haha, freu dich auf nachher; so wie die heute drauf ist werdet ihr’s lustig haben», rief er mir entgegen. Ich meinte lachend, dass das auch meine Sorge sei. Nichts desto trotz sattelte ich Parányi kurz darauf und führte sie fertig gezäumt zum Aufsteigen auf den Kiesweg. Ich hatte tatsächlich einen Ausritt mit ihr vor, allerdings war mir zugegebenermassen unwohl, wenn ich mir den grossen, schwarzen Angsthasen neben mir ansah. Da kam mir Lewis gerade recht, der Vychahr auf den Sandplatz führen wollte. «Hey!», rief ich, «do you want to join me and Parányi instead?» Er hielt an und überlegte kurz, dann gab er mir ein Daumen-Hoch und schwang sich auf den Rücken des Fuchshengstes. Ich erklomm mein Reittier ebenfalls und schloss zu ihm auf. «Wanna visit Rosie?», fragte Lewis. «Sure.» Wir ritten zwischen den Tannen hindurch in Richtung Fluss, trabten nach der Brücke den ganzen Schotterweg bis zur Wilkinson Farm und spazierten auf den Hof. «Good day Mr. Gordon. Is Rosie at home?» Der stämmige Chefpfleger der Farm wischte gerade den Platz vor dem Stall, als wir ihn überraschten. «I will inform her, just a moment.» Er verschwand im Stallgebäude und brachte die dunkelrothaarige Ex-Pflegerin von Pineforest Stable mit raus. Verwundert begrüsste sie uns. «I didn’t expect you to come today, what brought you here?» «Nothing really, we were just passing by and thought we’d say hello», erklärte ich. Sie meinte daraufhin, dass wir eigentlich gerade recht kämen, weil sie uns etwas zeigen wolle. Gespannt stieg ich ab und band Parányi beim Putzplatz an, Lewis tat es mir mit Vychahr unter Einhaltung genügenden Abstands gleich. Wir folgten Rosie zu den Weiden und entdeckten nebst den beiden friedlich grasenden Araberstuten Farasha und Islah auch noch eine weitere, graue Figur unter den Bäumen. Im ersten Moment dachte ich aus lauter Gewohnheit an First Chant, verwarf die Idee aber augenrollend sofort wieder – das Stutfohlen stand ja inzwischen auf unserer eigenen Fohlenweide zuhause. «That over there is Lindwedel. He’s a Fell pony, I bought him last week. He looked very cute with his curly mane and tail, so I thought ‘why not?’» «He sure is stunning. How old is he?» «16 years» «Really? And still so dark grey?», meldete sich Lewis zu Wort. «Yep. Doesn’t look like he will get much lighter, too.» «Nice. Gelding, I guess?», riet ich mit einem Blick auf die Weide mit den beiden Stuten. Rosie antwortete lachend «Of course.» Wir plauderten noch eine Weile, dann machten Lewis und ich uns wieder auf den Weg. Allerdings verliess ich den Hof nicht, ohne Anubis und Numair ein Leckerli zu bringen – wenn ich schon nicht wegen ihnen hier war. Bintu bekam auch eins, damit er nicht eifersüchtig wurde.

      Als wir von unserem Ausritt zurück waren, musste ich Parányi die Abschwitzdecke anziehen – obwohl sie am Bauch geschoren war. Wir hatten ein paar lustige Galopps und Geisterbegegnungen hinter uns, aber im Grossen und Ganzen war der Ausritt schön gewesen. Vychahr hatte sich von der Rappstute natürlich auch etwas anstecken lassen, war aber längst nicht so verschwitzt. Während ich Die Stute in ihre Box versorgte, hörte ich David und Elliot mit dem Anhänger zurückkommen. Die beiden hatten mit Dancin’ to Jazz ein Trail-Anfänger-Turnier besucht. Gespannt wechselte ich zum Parkplatz, sobald ich die Boxentür geschlossen hatte. Liebevoll lief ich zu Jazz und streichelte die Stute zur Begrüssung. «Heyy my beauty. How was she?» Elliot antwortete verschwörerisch «make a guess.» «…Last?», fragte ich besorgt. «Far off. They were placed second», enthüllte Elliot grinsend, und wurde prompt von meinem fröhlichen «yes!» abgewürgt. Ich umarmte den Hals der Stute und klopfte David stolz auf die Schulter. Meine Freude war gross, denn diese erste Platzierung der Stute zeigte mir, dass wir auf dem richtigen Weg waren. Nun durfte Jazz aber erstmal zurück in den Offenstall und ihre Ruhe geniessen. Diese Woche war wirklich hervorragend gelaufen, denn es hatten auch gleich drei unserer Stuten ihre Körungen geschafft: Vai Alida, Cabinet of Caligari und meine kleine Bluebell.

      Mit bester Laune ging ich ins Haus und machte mir eine Tasse Tee. Nach der Kälte draussen war das eine weitere Wohltat. Kafka, der bunte Kater, sass draussen auf dem Fensterbrett bei der Küche. Ich beobachtete ihn durch die Scheibe. Er schien irgendwas zu sehen, jedenfalls blickte er tiefgründig in die Ferne. Ich konnte es nicht sein lassen, ihn zum Spass zu erschrecken, indem ich das Fenster aufmachte und «Buh!» rief. Er sprang runter und peitschte mit dem leicht gesträubten Schwanz, dann verschwand er um die Hausecke. «Du hast mich und die Pferde oft genug überrascht, geschieht dir absolut recht», murmelte ich rechtfertigend, hatte aber trotzdem einen Anflug von schlechtem Gewissen. Eine weitere Katze entdeckte ich unweit entfernt unter den Büschen die den Reitplatz säumten. Sie war nichts weiter als ein dunkler Schatten zwischen den Zweigen, nur die grünen Augen sah man deutlich. Es handelte sich um die scheuste der vier Katzen, Moya. Ich wollte sehen, ob Lisa schon Fortschritte dabei gemacht hatte, das wollige Tierchen zu zähmen. Ich öffnete die Haustür und stellte zunächst angewidert fest, dass Kafka mir mal wieder eine Kopflose Maus dagelassen hatte – das schlechte Gewissen von zuvor verflüchtigte sich augenblicklich. Ich schob die kleine Leiche mit dem Fuss von der Terrasse ins Gras und näherte mich dann vorsichtig meinem Ziel. Moya war schon im Begriff aufzustehen und zu flüchten, also kniete ich rasch runter und lockte sie mit allem, was mir einfiel. Sie sah mich mit grossen Augen an, die misstrauischer nicht hätten sein können. Aber sie blieb kauernd unter dem schützenden Gebüsch, und liess mich ganz langsam näherkommen. Ich konnte schon fast den Arm nach ihr ausstrecken, als plötzlich Jonas von hinten rief «Was machst du da, Occu?» Ich zuckte zusammen, und bevor ich es realisierte, erkannte ich nur noch knapp einen schwarzen Schatten bei den Paddocks des Nebenstalls verschwinden. Enttäuscht richtete ich mich auf und strich mir die feuchten Hände an den Hosen ab. «Na toll, ich war so nahe dran», schmollte ich vorwurfsvoll an Jonas gewandt. «Die schwarze Katze? Die kann doch niemand streicheln. Sogar Lisa hat aufgegeben.» «Lisa ist auch dauernd hyperaktiv, da würd ich auch abhauen.» Wir lachten und schlenderten über den Hof. Zira entdeckte mich und kam vom Parkplatz her angerannt, fast an ihrer eigenen Zunge erstickend. Ich knuddelte sie liebevoll durch. «Wenigstens die ist anhänglich», stellte ich fest. «Und was ist mit mir?», meinte Jonas empört und umarmte mich spielerisch. «Ja ja, schon gut. Du brauchst mich nicht gleich zu zerquetschen. Wie war überhaupt dein Tag? Ich hab dich heute kaum gesehen, ausser beim Mittagessen und Plastiksack-Jagen.» «Ich war auch dauernd im Gelände unterwegs. Am Morgen mit Herkir, in Begleitung Ljóski und Lewis –» «Haha, ich vorhin auch. Wir waren mit Vilou und Parányi draussen.» «Ach, ich hab mich schon gefragt wo er steckte; ich war, nachdem du weg warst, mit Dancer auf dem Sandplatz, um Dressurarbeit zu machen und hab seine Sprüche bezüglich meines Stuhlsitzes vermisst.» «Der ist doch schon viel besser geworden, nicht?» Er zuckte mit den Schultern. «Wir können ja heute Abend zusammen zu Elliot in die Stunde gehen, dann wird er’s dir schon sagen. Ach ja, ich muss noch was Wichtiges entscheiden – Oliver hat mir schon Dampf unter dem Hintern gemacht.» «Was denn?» «Ob wir Generation Mambo schon jetzt einreiten sollen.» «Eiiigentlich sehen die ja schon ganz ordentlich aus, da hat der alte Olly schon Recht.» Beim Begriff ‘alter Olly’ musste ich belustigt glucksen. «Lass ihn das nicht hören, ja? Der reisst dir den Kopf ab. Aber ernsthaft, meinst du die sind so weit?» «Komm mal mit.» Wir liefen zu den Weiden und beobachteten die Stutfohlen eine Weile. Ich unterbrach das Schweigen nachdenklich. «Weisst du, Oliver hat schon Recht, wenn er sagt, dass sich der Körper der Vollblüter so früh wie möglich an die Belastung anpassen und entsprechend Substanz bilden sollte. Mit zunehmendem Alter ist der Effekt einfach nicht mehr derselbe, und gerade wenn sie noch im Wachstum sind, können sich mit dem richtigem Training die optimalen Strukturen entwickeln, damit sie später trotz der Rennbelastung lange gesund bleiben.» Jonas sprach zuversichtlich: «Ich meine, wenn du merkst, dass sie überfordert sind, kannst du jederzeit abbrechen und sie wieder auf die Weide stellen. Da könnte auch ein Oliver nichts entgegenhalten. Ausserdem kannst du sie im Voraus und zwischendurch Tierärztlich abchecken lassen, wenn das dein Gewissen beruhigt. Und zuletzt könntest du ja auch einen Kompromiss machen, indem du dich einverstanden erklärst, dass sie zwar schonend trainiert werden, aber nicht an Rennen starten bis sie dreijährig sind. So wäre zumindest der Einwand wegen des Knochenwachstums vom Tisch.» «Die Idee mit dem Kompromiss ist genau das, was ich gebraucht habe», rief ich dankbar aus. «Das Training selber leuchtet mir nämlich wie gesagt gewissermassen ein, aber mir war es ein Dorn im Auge, schon an den Rennen für die Zweijährigen teilzunehmen. Ich finde das einfach zu früh. Aber diesen Vorschlag werde ich Oliver nachher mal unterbreiten. Und sonst zieh ich mit seinem Plan nicht mit, Vogel friss oder stirb.» Mit einem beruhigten Gewissen streichelte ich Thalia, die an den Zaun gekommen war. Die beinahe schneeweisse Stute untersuchte mit ihrer rosa Schnauze meine Hand und schleckte mir die kalten Finger ab. Hinter ihr tauchten auch Dolly und Sarabi auf. Nur Daedra und Counterfire blieben zusammen mit den jüngeren Fohlen in der Mitte der Weide und grasten weiter. Bei Daedra würde ich mit dem Training auf alle Fälle auch noch warten, denn sie war im Herbst geboren und damit ein halbes Jahr jünger als die anderen. Das sah man ihr auch deutlich an.

      Wie beschlossen, redete ich gegen sieben Uhr mit Oliver, den ich in einer der Sattelkammern im Hauptstall erwischt hatte. Er war nicht nur einverstanden mit meinem Vorschlag, sondern wirkte damit sogar sehr zufrieden. Wir beschlossen, die Youngster morgen in den Hauptstall zu verschieben und mit der Gewöhnung an die Ausrüstung zu beginnen. In den nächsten Wochen würden sie noch vollkommen ohne Reitergewicht, an der Longe oder Doppellonge, trainiert werden. Erst dann wollten wir langsam die leichtesten der Jockeys auf ihre Rücken setzen und viel Schritt im Gelände reiten. Wenn alles gut lief, konnten wir danach mit der Trabarbeit beginnen. Ich bestand ausserdem auf die Tierärztlichen Untersuchungen. So konnte ich einigermassen entspannt zu Bett gehen.

      © Occulta // 17145 Zeichen
    • Wolfszeit
      Aftermath | 10. Februar 2018

      Satine, Dancing Moonrise Shadows, Ronja Räubertochter, PFS’ Dancin’ to Jazz, Moon Kiddy, Phantom, Fake xx, PFS’ Ljúfa, Estragon Sky, Areion, Co Pilot de la Bryére, Vychahr, Flintstone, tc Herkir, PFS’ Ljóski, Drømmer om Død, Circus Dancer, Feline, Unbreaking Soul of a Rebel, PFS’ Navy Sniper, PFS’ Bacardi Limited, Lovely Summertime, Burggraf, Cantastor, Chiccory ox, Sunday Morning, Rosenprinz, Empire State of Mind, Gleam of Light, Caspian of the Moonlightvalley, A Winter’s Day, Spotted Timeout, Framed in History, One Cool Cat, PFS’ Merino, Simba Twist, PFS‘ Cryptic Spots, Mikke, Khiara El Assuad, Indiana, Vai Alida, Sympathy of the Devil, Campina, Sumerian, Cabinet of Caligari, PFS’ Captured in Time, Kaythara El Assuad, Nosferatu, PFS’ Sarabi, PFS’ A Winter’s Tale, PFS’ Stop Making Sense, Subsyndromal Symptomatic Depression, PFS’ Counterfire

      Der Tag nach dem Sturm war von Aufräumarbeiten geprägt. Der Forstwart kam gegen Nachmittag vorbei, um die gefallenen Tannen einzusammeln, aber abgebrochene Äste mussten wir selber wegräumen. Damit waren wir den ganzen Morgen beschäftigt, denn es gab reichlich davon. Auch die Zäune mussten kontrolliert werden, bevor wir die Pferde wieder auf die Weiden lassen konnten; dazu schickte ich April los. Jonas, Ajith, Quinn, Oliver, Parker, Lisa und ich liefen die Galoppbahn ab und luden das Geäst in Schubkarren. Hier lag zum Glück nicht so viel Schnee (wenn im Moment auch mehr als sonst), sodass wir gut vorankamen. Insgesamt waren vier Tannen dem Wind zum Opfer gefallen. Sonst hatte es zum Glück aber kaum Schäden gegeben. Gegen Mittag waren wir soweit, dass wir die ersten Gruppen wieder rauslassen konnten. Wir zäunten alle Fluchtwege ab und liessen die Stuten aus dem Nebenstall auf die unterste, lange Weide laufen. Sie mussten nicht zweimal aufgefordert werden: alle trabten oder galoppierten sogar zwischen den anderen Weiden hindurch in Richtung der schneebedeckten Wiese. Satine trottete zuhinterst den anderen nach, offenbar nicht sonderlich bemüht, jemanden einzuholen. Die Stuten aus dem Offenstall kamen wie immer an den Zaun, um ihre Kolleginnen zu begrüssen. Shadow und Ronja steckten die Schnauzen zusammen, aber gingen kurz darauf quietschend wieder auseinander. Jazz beobachtete die beiden interessiert, bevor sie von Moon mit einem warnenden Ohrenspiel verscheucht wurde, weil diese ebenfalls zum Zaun wollte. Besonders Phantom hatte die Nase zuvorderst und schien erfreut über den Besuch. Nach dem Begrüssungsritual begannen die Stuten im Schnee zu scharren, um sich zu rollen, oder unter der weissen Decke nach müden Grashalmen zu suchen, während die Offenstallherde sich wieder unter die Bäume bewegte. Nur Fake und Ljúfa blieben beim Zaun, um miteinander zu spielen. Phantom behielt die schwarze Isländerstute vom Schatten der Bäume aus im Auge, machte sich aber nicht die Mühe, sie zu den anderen zu treiben. Er hatte noch immer ausgeprägtes Herdenverhalten, dass er wohl bis ans Ende seiner Tage behalten würde, doch inzwischen hatte er auch begriffen, dass ‘seine’ Stuten nirgends hinkonnten, weil der Zaun sie eingrenzte. Dadurch war er trotz seiner grossen Herde sichtlich entspannter geworden. Jonas und ich grenzten den unteren Teil des Weges ab und leiteten Mikke, Khiara, Indiana, Vai Alida, Sympathy, Campina, Sumerian, Caligari, Ciela und Kaythara auf die untere der beiden Weiden neben den Miniature Horse und Fohlen Offenställen. Anschliessend durften die übrigen Vollblutstuten auf die Weide daneben. Die Hengste teilten wir ebenfalls auf zwei der grossen Weiden ausserhalb des Hofes auf, auch die aus dem Nordstall. Normalerweise kamen nicht alle Pferde gleichzeitig raus, aber da heute Morgen der Weidegang wegen der Aufräumarbeiten ja ausgefallen war, konnten wir so die Zeit wieder wettmachen und inzwischen nochmal alle Boxen Misten, das Futter vorbereiten, oder die Stallgassen wischen. Das taten wir auch – zumindest bis Ajith mich darüber informierte, dass die meisten der Hengste auf der Weide neben dem Pinienwald verschwunden waren. Verdutzt und ungläubig sah ich ihn an. «U sure they aren’t just under the trees or somethin?» Er schüttelte grimmig den Kopf. Anscheinend waren Artemis, Areion, Donut und Baccardi (Senior) noch dort, aber die restlichen fehlten. «Aaaapril…», rief ich genervt durch den Hauptstall. Die Pflegerin tauchte hinter der nächsten Ecke auf und liess ein unschuldiges «hmm?» hören. «You said you checked ALL the fences, right?» «Well…» «Well what?» «I didn’t walk all the way ‘round of course, I mean, it would have taken me forever. But the parts that I checked looked all real good, so the rest should be fine, too.» «Doesn’t quite seem like it.», konterte ich ungeduldig und schickte Ajith los, um Oliver zu holen. Wir trommelten die verfügbaren Pfleger zusammen und planten die Suche rasch, danach schwärmten alle aus, um entweder per Auto oder per Pferd nach der ausgebüxten Herde zu suchen. Meine Vermutung war, dass die Pferde irgendwo im Pinienwald herumstreunten, oder aber hinter dem Wald auf einer Wiese – allerdings glaubte ich nicht, dass sie sich allzu weit von ihrem Zuhause entfernt hatten. Bevor wir überhaupt mit der Suche anfangen konnten, kam plötzlich Co Pilot, gefolgt von Vychahr, Ljóski, Flint, Herkir und Dancer seelenruhig von den Weiden her über den Kiesweg geschlendert. Unterwegs hielten sie immer mal wieder an, um Grashalme am Wegrand zu zupfen, oder mit den Miniature Horses die Schnauze zusammenzustecken. Ich hörte Lewis, der bereits in diese Richtung unterwegs gewesen war, laut lachen und beobachtete, wie er auf Pilot zuging, um ihn an seinem Halfter zu greifen und ihn zu streicheln, während ich mich selbst zügigen Schrittes auf den Weg dorthin machte. Grinsend stellte ich fest «That’s a fine boy. Brought your buddies home, didn’t ya?» Ich klopfte ihm stolz auf den Hals und nahm dann Ljóski und Herkir am Halfter, während Lewis Pilot und Vychahr führte, sodass die letzten beiden uns einfach folgten. Wir brachten alle zurück in ihre Boxen, wo die (eigentlich) Abendportion Heu auf sie wartete, sodass sie gewissermassen eine Belohnung für ihre freiwillige Heimkehr hatten. Herkir kniff Loki eifersüchtig ins Hinterteil, als dieser vor ihm reindurfte. Vilou wartete geduldig, bis Lewis Pilots Box geschlossen hatte. Dancer lief bereits selbstständig vor seine Boxentür und wartete dort, bis jemand für ihn öffnete, während Flint draussen blieb und neben dem Vorplatz graste, bis ich ihn abholte. Danach schlossen Lewis und ich uns der Suche nach den restlichen Pferden an. Zuerst hatte ich die Idee im Kopf, mit dem Fahrrad zu gehen – das konnte ich aber natürlich gleich wieder abhaken, angesichts des vielen Schnees. Also Rannten Lewis und ich kurzerhand zum Offenstall, schnappten uns Moon und Feline, schwangen Westernsättel über ihre Rücken und ritten im Halfter los. Zira, Sheela und Jacky rannten freudig nebenher, als wir den Weg am Waldrand runtertrabten. Lisa, Elliot und Jonas waren bereits vor Ort, als wir die ersten Pferde fanden. Jonas hatte Rebel an den Führstrick genommen. Er war mit Hilfe von Shadow problemlos an den Hengst rangekommen. Ich war einmal mehr froh, dass wir unsere Hengste so rigoros trainierten und erzogen, damit sie in jeder Situation händelbar und respektvoll blieben, ansonsten wäre die Fangaktion auf diese Weise undenkbar gewesen. Einen Haken gab es: die Neulinge, Sniper und Bacardi, hatten ebendiese Erziehung natürlich noch nicht erfahren. Daher waren sie recht aufdringlich, als wir mit den vielen Stuten in die Nähe kamen. Dennoch schafften wir es, die Gruppe hinter Jonas, Shadow und Rebel zurück zum Hof zu treiben. Sogar Dod lief brav mit, obwohl er ja manchmal recht eigenwillig sein konnte. Wann immer Sniper und Bacardi unseren Reittieren zu nahekamen, legten diese zuverlässig die Ohren platt und wiesen die Jungspunde zurecht. Besonders Moon war im ‘Cutting Modus’ und verstand keinen Spass mit aus der Reihe tanzenden Individuen. Sie machte ihren Hals rund, plusterte sich tänzelnd auf und schlug ab und zu mit dem Schweif, um ihre Gesten zu verdeutlichen. Als wir endlich alle Pferde wieder in ihre Boxen versorgt hatten, war es bereits vier Uhr. «Phew, alright. Thank you guys, let’s go back to work.» Unter zustimmendem Gemurmel zerstreuten sich die Pfleger wieder und Normalität kehrte ein. April schien sich ihren Fehler zwar immer noch nicht so recht einzugestehen, wischte aber gründlicher als sonst. Ich schüttelte den Kopf über dieses Verhalten, beschwichtigte mich selbst aber mit dem Gedanken, dass sie wenigstens sonst gut mitarbeitete.


      Ich sattelte Summertime und führte sie zum Sandplatz. Die Paint Stute hatte beim Striegeln schon ein paar erste Haare verloren, der restliche Plüsch war aber noch voll ausgebildet und glänzte seidig in der Wintersonne. Ich stieg auf und ritt sie ausgiebig warm, dann machte ich ein paar Reiningübungen. Wir arbeiteten am Stop aus verschiedenen Galoppgeschwindigkeiten. Sie beherrschte die Lektion zwar längst; ich wollte sie aber noch weiter verfeinern, sodass es auch auf kleinste Hilfen klappte. Im Schnee machte das echt Spass, weil es richtig schön spritzte, wenn sie gekonnt darauf herumrutschte. Der Schnee hatte genau die richtige Konsistenz dafür, denn er war schön pulvrig und leicht. Auch die Seitwärtsgänge nahm ich mir vor, damit die Stute schön weich am Schenkel wurde und sich auch gut biegen liess. Sie war voll bei der Sache und galoppierte sofort aus dem Schritt an, wenn ich das äussere Bein entsprechend zurücknahm. Manchmal war sie fast etwas zu eifrig und nahm mir die Hilfen vorweg. Dann bremste ich sie jeweils nochmal und versuchte es erneut, bis es zu meiner Zufriedenheit klappte. Während ich mit Summer meine Runden drehte, kam Lisa mit Burggraf dazu und ritt ihn in Dressur. Nach dem Ausbruch-Abenteuer schien der Hengst etwas geladen zu sein; er bockte ein paarmal kräftig, als Lisa Galoppwechsel üben wollte. Ich schmunzelte bei dem Anblick. Aristo war eben ‘voll im Saft’ und spürte wie die anderen Pferde den Schnee – oder den kommenden Frühling – oder den Vollmond - oder was auch immer gerade Grund zum herumhüpfen bot. Summer war inzwischen richtig toll vor dem Bein und galoppierte, wohl auch etwas angesteckt durch Aristo, bereits an, wenn ich nur daran dachte. Ich liess sie schliesslich austraben, wobei sie schön streckte und ihr Rücken mitsamt Popo locker durchschwang. «That’s a good girl». Ich versorgte sie nach dem Trockenführen (mit Winterfell schwitzte man eben doch etwas mehr als sonst, auch wenn der Bauch und die Brust geschoren waren), und machte schonmal alles bereit für’s Jungpferdetraining, doch bevor ich damit loslegen konnte, mussten wir zuerst noch die Pferde von der Weide holen. Also lief das ganze Spiel rückwärts: Wir zäunten alles ab, öffneten die erste der drei grossen Weiden und liessen Cantastor, Chiccory, Sunday, Quick, Empire, Light, Caspian, Winter, Spot, Frame, Cool Cat, Merino, Simba, Cryptic und Mambo, der unterwürfig zuhinterst mitlief, zurück in den Offenstall laufen. Bei so vielen Pferden auf einmal dauerte es einen Moment, bis alle drin waren. Die Pferde aus dem Nordstall hingegen waren ja bereits im Stall; Ajith und Parker hatten auch die restlichen schon reingeholt, damit sie nicht auch noch hatten entwischen können.


      Sobald auch die letzten, die Nebenstall Stuten, wieder in ihren Boxen standen, kümmerte ich mich um die zukünftigen Rennpferde. Sie wurden nun seit zwei Monaten ‘Trainiert’; das hatte bis anhin beinhaltet, dass sie an der Longe und Doppellonge Muskelaufbautraining mit vielen Übergängen erhalten hatten, und an die Ausrüstung gewöhnt worden waren – alles noch ohne Reiter. Das hatte mehrere Vorteile: zum einen kannten sie nun Stimmkommandos als Hilfe, zum anderen hatten sie bereits ein Startkapital an Muskeln, die ihnen halfen, den Reiter schadlos zu tragen. Heute wollten wir zum ersten Mal versuchen, jemanden auf den Rücken der Jungspunde zu setzen. Ich lief zu Counterfires Box und Streichelte sie zur Begrüssung. Sie musterte mich mit ihren frech, aber freundlich wirkenden Augen und zupfte an meinem Ärmel. Ich schob die Tür auf und streifte ihr das Halfter über, dann band ich sie in der Stallgasse an. Sie spielte mit der Kette, während ich sie striegelte, und brummelte, als Dolly von Quinn ebenfalls in die Stallgasse geführt wurde. Beim noch nicht straff trainierten Bauch fand ich eine Stelle, an der es sie wohl gerade juckte. Sie drehte den Kopf zu mir und spitzte die Lippe, als wollte sie mithelfen. Belustigt gluckste ich und schrubbte kräftiger. Nach dem Putzen zog ich ihr ein Knotenhalfter an und wartete noch kurz, bis die anderen auch fertig waren. Ausserdem holte ich zur Sicherheit eine Sturzweste aus der Sattelkammer. Während dem Warten zupfte Fire an der Regendecke vor ihrer Box herum, untersuchte den Stallboden, untersuchte Jacky, die nicht so recht wusste, was sie davon halten sollte und jeweils hilfesuchend zu mir hochschaute; versuchte Dolly zu nerven, oder scharrte ungeduldig. Ich war es längst gewohnt, dass es für junge Vollblüter, oder überhaupt junge Pferde, einfach nicht schnell genug gehen konnte. Thomas kam mit Mambo um die Ecke und winkte uns, zum Zeichen, dass er fertig war. Wir führten die Vierbeiner, gefolgt von Oliver und Ajith, durch die Stalltüren raus in den Innenhof und an der Führanlage vorbei in Richtung Halle. Es wurde nun immer dunkler draussen, aber in der Halle brannte glücklicherweise schon Licht. Als wir reinkamen, erblickte ich überrascht Lily und Suri, die mit Nosferatu spielten. Suri sass gerade auf Nossis blankem Rücken und wurde von Lily herumgeführt. «Hey girls. I see, you have fun, but would you mind to go out for a bit? We’d like to train the youngsters for a bit, and it would be safer for you not to be around…» «Jup, no probs Occu. C’mon Suri, we go for a walk outside!» Das dunkelhäutige Mädchen nickte und Lily zupfte am Stallhalfter, um Nossi wieder in Bewegung zu versetzen. Wir begannen unterdessen, die Vollblüter warmzuführen und am langen Führstrick ein wenig im Kreis zu schicken. Als ich das Gefühl hatte, dass Counterfire bereit war, zog ich mir die Sturzweste und den Helm an. Dann begann ich, neben der Stute auf und ab zu hüpfen, während ich mich leicht mit einer Hand auf den Widerrist stützte. Ich übte das von beiden Seiten. Als nächstes legte ich meinen Arm über ihren Rücken und klopfte ihr ausgiebig mit der Hand auf die gegenüberliegende Flanke, als Desensibilisierung. Ajith und Oliver stellten unterdessen in der Halle Cavalettis auf, als Aufstieghilfen. Zu solch einem führte ich Fire nun, und stellte mich darauf. Ich beobachtete ihr Ohrenspiel und ihre Körpersprache ganz genau, während ich mich über ihren Rücken lehnte, immer noch auf ihre Flanke klopfend. Ich wollte sie auf keinen Fall überrumpeln, deshalb nahm ich mir viel Zeit und stellte immer sicher, dass sie sich auf mich konzentrierte. Als ich mein Bein über ihren Rücken legte, kamen ihre Ohren zurück und sie drehte ihr Hinterteil vom Cavaletti weg. Ich blieb ruhig und richtete sie neu aus, dann versuchte ich es erneut. Ich liess mich langsam auf ihren Rücken gleiten und lobte sie ausgiebig mit Kraulen, dann stellte ich mich wieder auf das Cavaletti. Ich hatte soeben das erste Mal richtig auf ihrem Rücken gesessen! Total happy wartete ich einen Moment, bevor ich es ein zweites Mal versuchte, wieder erfolgreich. Diesmal blieb ich etwas länger oben und bewegte meine Beine ein wenig. Ich wiederholte das Spiel, bis es für Fire nichts Besonderes mehr war und sie sich vollkommen entspannte. Dann sass ich einfach oben und beobachtete eine Weile die anderen Jockeys. Sarabi hatte demonstrativ das Hinterbein angewinkelt, wobei ich mir nicht sicher war, ob es eine entspannte, oder eine drohende Geste war. Sie hielt aber brav still, während Parker auf ihr herumturnte. Bei den anderen sah es ähnlich aus; Thalia und Mambo untersuchten die Beine ihrer Reiter neugierig. Es sah ein Bisschen so aus, als wollten sie zu verstehen versuchen, was da auf ihrem Rücken vor sich ging. Es war gut, wenn sie sich damit auseinandersetzten, denn das bedeutete, dass sie auch wirklich etwas dabei lernen konnten. Nur Dolly schien nicht so begeistert von der Idee. Sie hatte einen eingeklemmten Schweif und zuckte immer wieder zusammen, wenn Quinn sich unerwartet bewegte. Sie seufzte tief und senkte den Kopf, aber ich sah ihr an, dass sie sich unwohl fühlte. Manche brauchen eben ein bisschen länger, sagte ich mir. Plötzlich bewegte sich Fire unter mir, sodass ich aus meinen Gedanken gerissen wurde. Die Stute hatte offenbar eine interessante Stelle im Sand entdeckt, die sie nun untersuchen wollte. Sie begann zu scharren, und ich dachte mir nichts dabei – bis sie auf einmal vorne in die Knie gehen wollte. «Woa, stop that girl!» ich zupfte am Knotenhalfter, denn ich wollte auf keinen Fall, dass sie schon beim ersten Reitversuch lernte, sich mit dem Reiter hinzulegen. Sie hielt inne und bog auf mein Zupfen hin brav ihren Kopf nach hinten. Ich liess mich von ihrem Rücken gleiten; jetzt durfte sie von mir aus Wälzen. Tat sie auch: wenig später begann sie wieder zu scharren und legte sich genüsslich grunzend in den Sand. Selbst Oliver konnte sich bei dem Anblick ein Lachen nicht verkneifen. Dolly glotzte zu uns rüber und vergass offenbar einen Moment lang Quinn auf ihrem Rücken, nur um dann wieder zusammenzuzucken, als diese abstieg. Als ich zur Glasscheibe des Reiterstübchens hinüberschaute, bemerkte ich belustigt, dass Lily und Suri das Welshpony verräumt hatten, um uns zuzusehen. Ich Winkte ihnen zu und führte Counterfire noch ein Weilchen herum, bis alle fertig waren und wir die Pferde zurück in den Hauptstall bringen konnten. In den nächsten paar Tagen wollten wir das spielerische Aufsitzen wiederholen und bereits ein wenig im Schritt herumreiten, danach erst würden die anderen Gangarten folgen; vor allem aber viel Trabarbeit. Ich war zuversichtlich, dass alles gut gehen würde. Der Tierarzt hatte die Pferde vor kurzem untersucht und als kerngesund befunden, was mir zusätzliche Sicherheit gab. Jacky und Zira waren froh, dass sie mich wieder begleiten durften. Ich hatte sie nicht mit in die Halle gelassen, damit sie die Jungpferde nicht hatten ablenken können. Jonas kam mir mit dem Wegräumen zu Hilfe und fragte mich darüber aus, wie es gelaufen war. «Also gelaufen ist noch nix, aber gestanden, wie ein Musterschüler», scherzte ich. «Klingt toll. Ich hab übrigens vorhin den schwarzen Flohpelz wieder gesehen.» «Flohpelz? Moya?» «Jup. Ist durch die Sattelkammer geschlichen. Da hat’s wohl Mäuse.» Als er wieder davonlief, lief ich ‘zufällig’ an besagter Sattelkammer vorbei. Zuerst entdeckte ich keine Katze, aber dann sah ich einen buschigen Schwanz hinter einer der Putzboxen hervorschauen. Ich schlich mich an und griff zielsicher zu. Meine Hand erwischte tatsächlich Fell, und ich konnte das schwarze Tier triumphierend hochhalten. «Hab ich dich!» Ich hielt sie auf meinem Arm fest; alles Zappeln nützte nichts. Sie hatte plattgelegte Ohren und geweitete Augen, ausserdem schluckte sie entsetzt. Ich streichelte und knetete das rauchschwarze, lange Fell. Es war seidig und weich wie Kaninchenpelz, obwohl es noch nie gebürstet worden war. Andererseits sah man schon die ein- oder andere verfilzte Stelle. Solches Fell war eben eigentlich nicht für Streuner gedacht, sondern für verwöhnte Wohnungskatzen, sodass Moya es so alleine nicht gründlich genug pflegen konnte. Ich trug das Raubtier, das sich inzwischen erstaunlich ruhig hielt (sie hatte wohl aufgegeben) in Richtung Haus. Lisa führte gerade Aristo vom Viereck runter, als sie mich, selbst im Dunkeln, mit der Katze entdeckte. «Waaas?! Ist das Moya? Du hast es echt geschafft sie anzufassen?» Naja, über meine Methoden wollen wir jetzt mal lieber nicht sprechen, aber «Ja, so könnte man es nennen», antwortete ich halb gedacht, halb gesprochen. Mit ihrem typisch faszinierten Gesichtsausdruck kam sie näher und streichelte den Kopf der Katze, die prompt einen neuen Fluchtversuch unternahm - natürlich erfolglos. «Was machst du jetzt mit ihr? Wenn du sie loslässt, ist sie gleich wieder weg, und wird in Zukunft vermutlich noch viel vorsichtiger sein…» «Ich nehme sie ins Haus und sperre sie für’s erste im Badezimmer ein. Du wolltest sie ja schon lange einmal vom Tierarzt impfen und durchchecken lassen. Danach schaue ich weiter.» Lisa nickte begeistert. Die anderen Katzen liess sie, seit sie alt genug dazu waren, regelmässig entwurmen und was auch immer dazugehörte, aber Moya war seit sie selbstständig geworden war praktisch nicht mehr angefasst worden. Ich hatte, wenn ich sie so ansah, auch einen regen Verdacht auf Flöhe oder Haarlinge – aber zu sehr wollte ich darüber jetzt wirklich nicht nachdenken. Ich konnte Lisa, die die entsetzte Katze noch immer mit ihren Händen malträtierte, abschütteln und durch die Haustür schlüpfen. Erst, als wir im Badezimmer waren und ich die Tür fest verschlossen hatte, liess ich das Tier los. Sie stürzte sofort in die hinterste Ecke des Badezimmers, unter die Toilette, und kauerte sich fauchend hin. «Ja ja, du wirst mir schon noch dankbar sein», murmelte ich schulterzuckend und huschte raus, bevor sie entwischen konnte. Ich holte im Pflegerheim eine Schüssel Katzenfutter von Lisa, wobei ich gleich noch ein wenig mit Africa und Blue herumalberte. Die beiden Graupapageien hatten eine Tonne Spielzeug in ihrer Voliere, aber verpassten trotzdem keine Chance auf Beschäftigung und Zuwendung. Ich öffnete die Voliere und kraulte Blues Kopf mit dem Zeigefinger, wobei er genüsslich die Federn aufstellte. Africa versuchte mich eifersüchtig in die Hand zu zwicken, sodass ich das Katzenfutter absetzen und beide gleichzeitig streicheln musste. Africa wollte mir schon auf die Schulter klettern, als sie genug vom Streicheln hatte – aber ich wusste, dass sie dann nur wieder mit meinen Haaren spielen würde (was nicht besonders angenehm war), also zog ich mich zurück und kümmerte mich wieder um die inzwischen jämmerlich miauende Katze im Badezimmer. Ich fand eine alte Haarbürste, welche ich opfern konnte, und ein Anti-Flohmittel für den Nacken, das ich auch für die Hunde benutzte. Der Futterschale wurde während meiner Anwesenheit kaum Beachtung geschenkt. Ich sass eine Weile an die Wand gelehnt und versuchte, Moya anzulocken, aber sie machte keine Anstalten es sich auch nur zu überlegen. Also schnappte ich sie mir wieder, was mir vor allem dank der rutschigen Badewanne gelang, und hielt sie auf meinem Schoss fest, während ich ihr Fell zu kämmen begann. Am Anfang wehrte sie sich wieder mit allem was sie hatte, aber ich hatte vorsorglich Gartenhandschuhe montiert und den langen Pullover anbehalten, weshalb ich gut geschützt war. Nach einer Weile wurde sie ruhiger und ich konnte vorsichtig alle Knoten lösen. Sobald ich fertig war und sie losliess, huschte sie wieder unter ihren Toilettenplatz und funkelte mir böse entgegen. Ich liess sie in Ruhe, denn es war inzwischen acht Uhr und ich hatte noch ein paar Dinge im Stall zu erledigen.

      © Occulta // 23135 Zeichen
    • Wolfszeit
      Aus dem Leben eines kleinen Mädchens | 30. April 2018

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      Mein Wecker klingelte hartnäckig, und gab keine Ruhe, bis ich meinen Arm ausstreckte, um den kleinen roten Knopf an der Seite zu drücken. Auf dem Display stand eine Acht mit zwei Nullen dahinter - ich kannte die Bedeutung dieser Ziffer nur zu gut. Ich wollte mich schon stöhnend wieder umdrehen, doch dann fiel mir ein, dass ich heute ja keine Schule hatte, weil die Lehrer eine Weiterbildung machen mussten. Sofort fühlte ich mich wacher und fand sogar die Kraft, vom Bett zu rutschen, um mich anzuziehen. Ich lief runter in die Küche, wo eine Schüssel Müsli auf dem Tisch für mich bereitstand. Ich kippte etwas Milch dazu und sortierte wie immer die einzelnen Müsliflocken während dem Essen. Ich fand es lustiger, die verschiedenen Flocken nacheinander zu essen, anstatt einfach alle miteinander in den Mund zu stopfen. Tante Occu hatte zwar schon irgendwie recht, wenn sie sagte, dass dann ja die letzten Flocken schon total aufgeweicht seien, aber ich ass einfach schnell genug, damit das nicht passierte. Occu und Jonas waren wie immer schon draussen bei den Pferden. Sie konnten nicht so lange schlafen, weil sie ja arbeiten mussten. Das fand ich zwar ein bisschen doof, weil wir so am Morgen nicht zusammen essen konnten, aber ich hatte mich daran gewöhnt und auf früher aufstehen hatte ich keine Lust. Am Anfang war ich da noch energievoller gewesen und hatte versucht, auch um halb sechs aufzustehen, aber mit der Zeit war es mir zu anstrengend geworden. Nach dem Essen zog ich mir die Jacke an (weil Occu mich sonst wieder reinschicken würde, obwohl ich eigentlich nicht kalt habe) und ging als erstes zu Areion rüber. Es ist schon cool, auf einem Hof zu leben. Früher, als ich noch bei Mum wohnte, musste ich immer mit dem Fahrrad zwanzig Minuten zum Stall fahren, um Paulchen zu besuchen. Hach Paulchen... Wie es ihm wohl geht? Die Tür und die Fenster zum Nordstall waren offen und die meisten der Pferde streckten entspannt ihre Köpfe raus, um die Morgensonne zu geniessen. Auch mein Teddy hatte die Augen halb geschlossen, zumindest bis er mich hörte. Er spitzte die Ohren und streckte mir den Kopf entgegen. Ich streichelte ihn zur Begrüssung. Im Stall lief Musik, denn die Pfleger waren gerade am Ausmisten und Wischen. Ich summte mit der Musik und sang ab und zu den Refrain mit, wenn ich ihn kannte. Ich merkte einmal gar nicht, dass Jonas hinter mir durchlief, bis er plötzlich auch mitträllerte. Lachend zog ich an Teddys Bein, damit er es mir zum Auskratzen gab. Ich konnte gut in seinen langen Behang greifen, um den Huf oben zu halten. Seine Barhufe waren vorne runder als hinten; das hatte mit der Verteilung des Körpergewichts zu tun, hatte mir Occu erklärt. Ich stellte sicher, dass wirklich kein Dreck mehr in den Furchen neben dem Strahl war, bevor ich den Huf wieder absetzte und Teddy lobend auf die Schulter klopfte. Er war wirklich ein tolles Pferd und ich vertraute ihm mittlerweile total. Und seit er den Stuten nicht mehr hinterhersah, war er auch super zum Reiten. Ich kämpfte mich noch mit dem Kamm durch seine Dicke Mähne und den Schweif, dann holte ich den Sattel. Ich führte ihn in die Halle und kletterte auf seinen Rücken. Zuerst musste ich ihn warmreiten, wie wir es auch immer in der Reitstunde machten. Wir waren nicht alleine in der Halle, auch Lisa und David waren mit Aristo und Artemis da. Artemis lief besonders toll. Er sah mit seinem feinen Hals und dem weissen Fell total schick aus, und David hatte ihm eine Hellblaue Schabracke mit silbernem Rand unter den Sattel gelegt. Mein Tinker trug heute seine rot-schwarze Schabracke, auf der sein Name aufgestickt war. Die hatte ich ihm mit meinem Taschengeld gekauft, als ich mit Occu auf einer Messe gewesen war. Ich trabte Teddy an und versuchte, möglichst gerade zu sitzen, die Absätze runter zu lassen und die Hände schön ruhig zu halten. Es war schwer, sich auf alles gleichzeitig zu konzentrieren und dann auch noch das Pferd zu steuern. Aber ich hatte Elliots und Occus Stimmen von den Reitstunden im Kopf. Im Galopp hielt ich mich manchmal ein bisschen an der Mähne fest, damit ich nicht das Gleichgewicht verlor. Ohne Sattel machte ich das auch immer. Ich machte eine kurze Pause und beobachtete neidisch, wie Lisa mit Burggraf Trabverstärkungen übte. Burggraf hob zwar die Beine nicht so schön wie zum Beispiel Vilou, aber er lief dynamisch und kraftvoll über die Diagonale. Teddy konnte das sowieso nicht so toll, weil er einfach anders gebaut war. Aber wenn Occu ihn ritt sah man wenigstens schon einen Unterschied zwischen normalem und verstärktem Trab. Irgendwann wollte ich das auch so gut können, aber ich musste zuerst noch längere Beine bekommen, damit ich besser treiben konnte. Skydive wird bestimmt auch so tolle Gänge haben wie Vilou, war ich mir sicher. Er trabt immer so schön über die Weide, und sein Galopp sieht total weich zu sitzen aus. Ich kann es kaum erwarten bis er eingeritten ist, aber das dauert leider noch ein Jahr. Ich kraulte Teddys Hals liebevoll und sagte ihm "Du bist aber auch super Teddy." Ich alberte noch ein bisschen herum, indem ich Teddy im Schritt nur mit Gewichtsverlagerung zu steuern versuchte. Es klappte nicht immer ganz so, wie ich das wollte und wir waren ein paarmal auf Kollisionskurs mit den aderen. Aber es machte Spass. Nachdem Teddy seine Karotten runtergschlungen hatte, führte ich ihn zu seinen Stallgenossen auf die grosse Weide am Pinienwaldrand. Er konnte es kaum erwarten und zog mich zugegebenermassen ein wenig durch die Gegend - er spürte mein Fliegengewicht eben kaum am anderen Seilende. Ich wusste zwar von Occu, dass ich seine Hinterhand bewegen musste, wenn er mir vorne zu stark wurde, aber das war auch leichter gesagt als getan, weil er mit seinem dicken Winterfell kaum was spürte. Wir kamen jedenfalls rasch beim Weidetor an, und ich hängte einfach den Strick aus, ohne grosses Drumherum. Teddy trabte zu seinen Kumpels - Herkir liess sich sofort auf ein kleines Renn-Spiel ein und auch Loki setzte sich in Bewegung, um die beiden zu verfolgen. Ich sah noch ein bisschen zu, dann lief ich zurück, wobei ich auf Sheela und Jacky stiess, die herumstreunerten. Ich fand beim Galoppweg einen Stock, den ich Sheela warf. Aber Jacky war schneller und kam stolz mit dem langen Ast im Maul zu mir getrottet. Sie gab ihn mir nicht sofort, sondern zog noch ein wenig daran. Ich bewegte ihn lachend hin und her, bis sie losliess. Sie wartete schon mit aufgerichteten Ohren auf den nächsten Wurf, die eine Vorderpfote anwinkelnd und bereit um loszuschiessen. Nach gefühlten 100 Würfen hatte ich keine Lust mehr, aber wäre es nach der Jack Russel Terrier Hündin gegangen, hätten wir noch den ganzen Morgen weiterspielen können. Sie wurde einfach nie müde und brachte das Stöckchen jedes mal zuverlässig zurück, während Sheela abgelenkt zwischen den Bäumen schnupperte.

      Ich lief zum Hauptstall und suchte von dort aus Tante Occu. Ich fand sie ziemlich schnell - nämlich in Shiras Box. Sie legte der jungen Ponystute gerade das Knotenhalfter an und führte sie raus zum Putzen. Ich half ihr dabei, indem ich das Stroh aus Shiras Schweif erlas. Als ich damit fertig war, sprayte Occu den Schweif ein bisschen ein, sodass er ganz seidig und weich wurde. Auch beim Hufe auskratzen durfte ich helfen, aber Occu stand daneben und passte auf, weil Shira manchmal noch etwas zappelig war. Nach dem Putzen führte Occu das Pony zum Roundpen. Sie hatte ein paar Gegenstände vorbereitet, an die sie Shira gewöhnen wollte. Ich nahm sofort den Regenschirm in die Finger und wollte ihn aufspannen, aber Occu meinte, ich solle damit noch warten. Zuerst liess sie Shira nämlich ein paar Runden im Kreis warmtraben. Dann durfte ich den Schirm immer wieder auf und zu tun und krach damit machen, zuerst weit weg, dann nahe bei ihr. Ich rannte mit dem Schirm um Shira herum, je nachdem was Occu mir sagte. Ich fand das super; Shira am Anfang nicht so. Aber sie gewönte sich schnell daran und wurde immer ruhiger. Wir übten auch mit einem Ball und mit Blachen. Als Occu Shira wieder zurück in die Box brachte, bog ich stattdessen zu den Miniweiden ab. Ich wollte mit Silver Lining spielen. Das Miniature Horse war nicht nur niedlich, sondern auch total intelligent und konnte über zwanzig verschiedene Tricks. Er hatte vorher einer Frau gehört, die nichts sehen konnte. Also war er sozusagen ihr Ersatzauge gewesen, hatte mir Occu erklärt. Ich fand das ziemlich cool, weil das ja auch für die Frau dann viel spannender als ein Blindenstock oder so sein musste. Sie hatte so gleichzeitig auch einen Freund gehabt. Aber jetzt lag sie im Spital und konnte nicht mehr so viel machen, also hatte sie für Lining ein schönes Zuhause gesucht. Das war echt lieb von ihr. Der graue miniatur Hengst kam neugierig zu mir und schleckte meine Hand ab. Er war ganz vorsichtig und nicht so frech wie Oreo, der mir in den Ärmel zwickte, weil er ein Leckerli wollte. Ich fand es einfach schade, dass Arctic Blue und Rapunzel jetzt nicht mehr hier waren, sondern mit Alufolie und Echo auf einer grossen Weide lebten. Die Beiden waren frühzeitig in Rente gegangen, damit Occu die Jungpferde problemlos unterbringen konnte. Arco ist immer so süss gewesen mit seiner grossen Blesse... Aber die Jungen Hengste waren auch süss, besonders Oreo hatte einen hübschen Kopf und war seiner Mutter ziemlich ähnlich. Ich wusste, dass Occu noch ein paar Nachkommen von Nachtfalke irgendwo auf einer Fohlenweide versteckt hatte, die sie erst hierherholen wollte, wenn der kleine schwarze Hengst gekört war, weil sie erst dann richtig mit ihnen auf Shows gehen konnte. Anscheinend war es günstiger und einfacher, sie bis dahin auswärts zu halten. Ich war gespannt, wie die Fohlen aussehen würden, denn ich hatte nur ein paar Babybilder gesehen. Ich zog meine Schuhe aus, denn ich hatte Lust, barfuss zu laufen. Ich wusste, dass ich vorsichtig sein musste und es gefährlich war, um die Pferde herum ohne Schuhe zu sein, aber ich war ja nicht mehr sooo klein und konnte gut auf meine Füsse aufpassen. Ich wusste auch, dass Occu kein Mitleid haben würde, wenn etwas passierte - weil sie mir gesagt hatte, dass ich dann selber schuld wäre. Deshalb war ich umso sorgsamer bedacht, keine Fehler zu machen. Das vom Morgen noch kühle Gras kitzelte meine Knöchel und ich liebte einfach das Gefühl, die Wiese unter meinen Sohlen zu spüren. Ich warf meinen rechten Schuh ein paar Meter weg und gab Lining das Kommando, ihn zu holen. Er brachte ihn mir zuverlässiger als ein Hund zurück, und ich kraulte ihn begeistert am Widerrist. Dann klopfte ich mit der flachen Hand auf den Boden, das Zeichen, dass er abliegen solle. Er liess sich neben mich ins Gras plumpsen und ich konnte halb auf ihn drauf liegen. Eine Weile beobachtete ich verträumt die vorbeiziehenden Wolken, während er einfach im Liegen weitergraste. Bis mir Lenny von oben seine Schnauze ins Gesicht drückte und an meiner Nase knabbern wollte. Ich lachte erschrocken los und Lining sah sich zu mir um, blieb aber ruhig liegen. Es war so süss, fast, als wollte er sichergehen, dass alles in Ordnung war. Ich stand auf und erlöste das silbergraue Hengstchen von seinem "Dienst". Meine Schuhe hätte ich fast vergessen, als ich unter dem Zaun durch zu den Ministuten rüberging. Und Becks wäre fast darüber getrampelt. Ich ging zu Peppy, die vom grasen aufsah und mir ein Stück entgegen kam. „Denkst du etwa, wir gehen schon wieder trainieren?“, fragte ich sie amüsiert. Manchmal kam es mir fast so vor, als freue sie sich richtig auf das Renntraining. Jedenfalls schien sie es zu lieben, über die für ihre Verhältnisse übergrosse Rennbahn zu flitzen, denn ich musste sie nie zweimal auffordern. Ich knuddelte die Shettystute; ihre Mähne war so schön weich. Ich zupfte etwas loses Fell aus einer Stelle an ihrem Bauch, die der Schermaschine entkommen war. Dort sah man, dass sie eigentlich immernoch einen Rest Winterfell gehabt hätte, wenn wir sie wegen des vielen Galoppierens nicht geschoren hätten. Ich legte mich über ihren Widerrist und schwang mein Bein über ihren kurzen Rücken. Noch konnte ich sie reiten, aber irgendwann würde ich zu gross für sie sein. Ich fand das schade, aber ich wollte ihr ja nicht schaden, also machte ich schon jetzt pläne, was ich alles mit ihr tun wollte, wenn es so weit war. Einfahren stand ganz oben auf dem Plan. Vielleicht konnten wir ja bei Sulky-Rennen mitmachen? Ich ritt ein wenig planlos über die Weide, so gut steuernd, wie es ganz ohne Ausrüstung nunmal ging. Einmal wurde Peppy etwas übermütig und begann zu traben, nach einer Weile sogar zu galoppieren. Ich griff in ihre Mähne und hielt mich gut fest, Angst hatte ich keine. Ich hatte das Gefühl, dass Peppy gleich wieder bremsen würde, und so war es auch. Sie trug mich neben Papillon und Chip, den Kopf wieder zum Grasen senkend. Um sie nicht weiter zu belästigen, rutschte ich vom Ponyrücken runter und entfernte mich. Ich kletterte auf einen der Bäume und legte mich auf einen dicken, waagrechten Ast, von dem aus man einen guten Blick über die Weide hatte. Ich zählte die Ameisen, die vor mir über die Rinde krabbelten und sich in keinster Weise von ihrer Arbeit ablenken liessen. Manche trugen Ästchen oder Blattstücke, die viel grösser waren als sie selbst. Unter dem Baum stand Kiwi, und sah neugierig zu mir hoch. Sie verlor das Interesse aber schnell wieder, denn Tiki lief unweit von ihr entfernt zielstrebig zum Offenstall. Ich erkannte Lewis, der wohl gerade die Vormittagsration Heu vorbeibrachte. Dakis halb quietschendes Brummeln war sogar von hier aus zu hören. Ich beobachtete belustigt, wie Chip und sie sich unterwegs rasch mit einer eindeutigen Geste angifteten, um zu klären, wer zuerst zum Heu durfte. Natürlich gewann Daki. Ich pfiff laut, sodass der Lewis sich umsah. Dann lachte ich laut, weil er mich auf dem Baum nicht sehen konnte. Durch das Lachen verriet ich mich, und er kam zum Baum gelaufen. "Little Miss, you shouldn't distract people from Work!" Ich grinste frech. "Since when are YOU working? Is Jonas ill or what?" "Ha! Just you wait, I'm gonna get you down here!" Er hängte sich an die untersten Äste, die er natürlich viel besser erreichte als ich. Der ganze Baum zitterte, als er sich etwas mühevoll hochhievte. "Ugh, it seems I'm a bit out of practice..." Gerade in diesem Moment kam Occu den Weg zu den Weiden runter. "What in the World are you doing?!", rief sie mit leicht strengem Unterton. Lewis sah mich erschrocken an, dann lachten wir herzhaft und kletterten runter. Papillon, die erst jetzt auf dem Weg zum Heu war, zuckte erschrocken zusammen, als Lewis sich runterfallen liess. "Hey ihr Kindsköpfe... Die Mini Hengstchen verzweifeln fast, weil ihre Heuration auf dieser Seite des Zauns feststeckt." Tatsächlich standen alle fünf ungeduldig am Zaun und glotzten mit gespitzen Ohren zu uns rüber. Ich hatte einen mittleren Lachanfall bei dem Anblick – es sah einfach zu süss aus. „Aber ernsthaft, ihr könnt nach dem Mittag wieder rumalbern. Jetzt gehen die Pferde erstmal vor.“ Ich sah unschuldig in die Wolken und Lewis stupste mich, so wie es auch Jonas dauernd tat. Dann machte er sich mit einem entschuldigenden „right away, boss“ zurück an die Arbeit und ich holte meine Schuhe, ehe ich Occu folgte. "Ab hier ziehst du die wider an", befahl sie, auf die Schuhe deutend, als wir in den Hauptstall abbogen. Ich gehorchte und wir machten uns auf die Suche nach Ajith. Wir fanden ihn mit Gabel und Mistschubkarre bei Khiaras Box. "I see, you're finished soon?" "Yea, April is doin' the boys." "Good. Can you prepare the babies afterwards?" Mit "babies" meinte Occu die jüngste Gruppe der Vollblüter, die gerade angeritten wurden. Soweit ich wusste, wollten sie vor dem mittag noch rasch ein wenig Dressur mit der Gruppe üben. Daedra war jetzt auch im Hauptstall und wurde mittrainiert, sie hatte aber noch einen kleinen Rückstand, weil sie ja ein bisschen jünger war. Occu fragte mich, ob ich nach dem Mittag noch rasch Thairu und Zazou mit ausreiten wollte, ehe Suri vorbeikam. Erstaunt fragte ich „kommt sie heute auch?“, weil ich davon gar nichts wusste. „Jap, sie hat vorhin angerufen und gefragt, ob du da bist. Ich hab ihr gesagt, dass du nichts vorhast am Nachmittag – ich hoffe das stimmt?“ „Klar!“, rief ich freudig. Es machte mir total Spass, mit Suri Reiten zu üben und wir waren mittlerweile beste Freundinnen. „Und ja, ich will mit Thairu raus. Darf ich sie diesmal wieder reiten?“ Occu nickte und ich machte einen kleinen Hüpfer. „Ich will noch schnell schauen, wie’s Chanda geht. Kommst du?“ Wir schlenderten zum Nebenstall und warfen einen Blick in die Box der neuen Criollostute. Sie war vorgestern angekommen und stand noch unter Quarantäne hier, weil sie etwas Nasenausfluss hatte. „Vielleicht ist sie auch auf Pollen allergisch, wie Elliot?“, fragte ich rätselnd. „Kann schon sein, aber ich denke eher, dass sie sich erkältet hat, weil sie beim Verladen vor Stress geschwitzt hat und es abends dann doch recht kühl war.“ Occu wollte sie später zu Moon und Feline auf die Stutenweide stellen, aber sie wollte erst sichergehen, dass die hübsche grullo-Scheckstute ganz gesund war. Sie kräftig aus und hatte schon sämtliches Winterfell verloren; so sah es jedenfalls aus. Chanda streckte neugierig ihre rosa Schnauze über die Boxentür und ich berührte sie mit meinen Fingern. Die Stute spielte mit ihren Lippen, um meine Finger in den Mund zu nehmen, aber ich passte auf und zog sie jedesmal lachend weg. „Ich geh jetzt zu den Youngsters, wenn du willst, kannst du natürlich zusehen kommen“, meinte Occu, sich zum Gehen wendend. Ich machte nur „nops, keine Lust“ und lief stattdessen wieder zum Nordstall. Ich hatte gestern eine Maus gesehen, die bei Vychahrs Box herumgeklettert war. Ich schlich mich vorsichtig an, aber es regte sich nichts ausser Circus Dancer und Vilous Mäulern, die eifrig im Stroh nach Heuhalmen suchten. Royal Champion war übergangsweise auch wieder hiergewesen. Occu hatte ihn ohne zu Zögern zurückgekauft, als sie seine Verkaufsanzeige gesehen hatte, aber der Platz im Nordstall war begrenzt und irgendwann würden ja Skydive, Clooney, Solas und Woody auch noch umziehen. Also hatte sie nun eine definitive Lösung für den jungen Schecken gesucht und ihn schliesslich zurück an seinen Geburtort gebracht, der Lake Mountain Ranch. Ich kannte den Hengst nicht so gut, aber es war natürlich immer schade, wenn ein Pferd vielleicht nicht hierbleiben konnte. Ich war jedenfalls froh, dass Occu Skydive ganz sicher behalten wollte.

      Beim Mittagessen erzählte Occu, dass Dolly diesmal schon viel entspannter gewesen sei und anfing, den Rücken loszulassen. Die junge Vollblutstute war momentan der Angsthase der Gruppe und brauchte einen Tick länger als die anderen, um sich in ihrer Aufgabe zu entspannen. Sogar Daedra war schon gelassener, wenn auch sehr temperamentvoll und lauffreudig. „Ach und Mambo hat wiedermal Eckenmonster gezählt. Ich hab ihn an der Reiterstuben-Seite kaum vorbeigebracht, ohne gleichzeitig Seitengänge zu üben. Aber sonst war er toll, er hat Fortschritte im Angaloppieren gemacht. Fire ist immernoch etwas zu heiss und kriegt dauernd einen Beinsalat, weil sie noch kaum Gleichgewicht hat. Wenn ich einen rauspicken müsste, wäre Snowflake im Moment mein Favorit. Sie ist schon so erwachsen und einfach nur praktisch im Umgang. Sarabi lässt sich zu leicht ablenken und testet schon jetzt ihre Grenzen, das wird bestimmt noch lustig mit der.“ Jonas stimmte nickend zu. Mit halb vollem Mund setzte er an „Wann denkst du –“, schluckte auf Occus strengen Blick hin runter und fügte hinzu „sorry, wann fangt ihr mit dem intensiveren Galopptraining an?“ „Oliver will mit dem schnelleren Intervalltraining Anfang Mai beginnen. Sie sind dann knapp drei Monate unter dem Sattel und haben mehr als genug Basisarbeit hinter sich. Unser Ziel ist es, ein erstes Renn-Debut im Spätsommer zu machen. Wenn das gut läuft, wollen wir die restliche Saison noch fleissig ausnutzen; wenn nicht, verlegen wir das Ganze auf nächsten Frühling und trainieren intensiv für die Dreijährigen-Saison.“ „Wann bringst du eigentlich Merino an ne Körung? Ich hab ihn heute mit Charly laufen gesehen und er macht sich in letzter Zeit wirklich gut. Ich bin sicher, er wird auch mal ein beliebter Zuchthengst.“ „Ja, er hat sich wirklich sehr verbessert. Das ist wohl auch Rachel Wincox Zu verdanken, die ihn an den letzten paar Rennen hervorragend geritten hat, als unsere eigenen Jockeys ausgebucht waren. Es war eine gute Entscheidung, sie zu engagieren.“ Jonas nickte zustimmend. Wir assen fertig und verräumten das Geschirr, dann rannte ich schonmal voraus zur Zebraweide. Thairu und Zazou chillten bei ihrem Unterstand. Thairu hatte ein Hinterbein aufgestützt und machte sich nicht mal ansatzweise die Mühe, ihr Gewicht zu verlagern als ich kam. Ich duckte mich zwischen dem Zaun durch und lief geradewegs auf sie zu. Occu brachte ihr und Zazous Knotenhalfter mit. Wir führten beide zum Nebenstall. Occu liess mich Thairu selber putzen, während sie Halluzination holte. Ich fand es so cool, dass Thairu bei ihrem Popo braune Streifenzwischenräume hatte, anstelle von weissen. Am Anfang hatte ich gedacht, dass es nur Dreck sei, aber ihr Fell hatte tatsächlich diese Farbe. Man sah auch ein paar verbleichte Streifen in den grösseren Lücken. Als ich Thairus wieder kurzes Sommerfell entstaubt hatte, kratzte ich ihre Hufe aus. Ich sah aus dem Augenwinkel, wie Occu mich, bzw. Thairu dabei beobachtete, damit sie eingreifen konnte, falls das Zebra rumzickte. Aber ich hatte das voll im Griff. Thairu gab sogar ihre Hinterhufe brav. Ich klopfte ihr lobend auf den Hals und nahm die nächste Bürste aus der Box. Ich durchfuhr die Stehmähne des Zebras damit und kraulte es dabei hinter den grossen, runden Ohren. Thairu mochte das besonders im Fellwechsel, aber auch, wenn es draussen ganz warm war. Ich bürstete auch den Zebraschweif, auch wenn es nicht sonderlich viel zu bürsten gab. Der ‚Fliegenwedel‘ wollte dauernd hin- und herschwingen, obwohl es noch kaum Insekten hatte – das war nicht gerade praktisch zum Putzen. Occu meinte aber, solange der Schweif schön ruhig wedelte, war alles in Ordnung. Ein stillstehender Schweif wäre wohl ein Zeichen von Anspannung gewesen. Ich hielt ihn trotzdem irgendwie fest und bürstete so schnell ich konnte. Dann half mir Occu beim Satteln. Sie war mit Hallu auch schon fast so weit, und während sie noch rasch fertig putzte, kümmerte ich mich auch rasch um Zazous Fell. Dann zäumte Occu Hallu und ich band einfach den Strick als Zügel ans Knotenhalfter. Wir ritten Thairu eigentlich fast immer nur mit Halfter, weil sie das lieber mochte und damit braver war. Occu nahm Zazou als Handesel mit. Wir stiegen auf und ritten zur Galoppwiese. Allerdings galoppierten wir heute mit Thairu nicht, weil sie etwas fit war. Auch Hallu spielte sich ein paarmal auf, den Kopf verwerfend und mit den Vorderbeinen stampfend. Sie war wohl etwas grantig, weil sie nicht gasgeben durfte. Occu ritt die eigenwillige Fuchsstute trotzdem gelassen einhändig, denn sie kannte sie ganz genau und hatte keine Angst vor dem aufmüpfigen Verhalten. Und Hallu wusste, dass sie nicht mehr als so herumzicken durfte. Zazou wollte manchmal lieber am Wegrand anhalten um zu fressen. Occu musste ihn dann jeweils sanft mit der Gerte zum Weiterlaufen ermutigen. Wir hatten es ziemlich lustig unterwegs, und Thairu schien es auch zu gefallen.

      Als wir zurückkamen, war Suri schon da. Sie half mir beim Wegräumen von Thairu und Zazou, danach gingen wir zu Nosferatu und Fake. Wir machten zusammen einen Ausritt über den Fluss in Richtung Wilkinson Farm und plauderten ausgelassen über Peppy und mein erstes Rennen vor ein paar Tagen. „But this stupid cow Fiona… Only because she won in her group she thinks she’s the best. It really pisses me off.” “Don’t worry, you’re gonna show ’em”, meinte Suri zuversichtlich. “After all you’ve got Peppy. She’s a super-unicorn-pony!” Ich fiel vor lachen fast von Fakes Rücken. Wir kamen an den Weiden der Wilkinson Farm vorbei und Suri bemerkte „Oh, there’s a grey pony I haven’t seen before.“ „That’s right, you have not come here for a while, huh? He’s called Lindwedel.“ „Lindwedel? What a funny name! I kinda like it.“ “How about we go pay him a visit?” Suri nickte begeistert. Wir ritten auf den Hof und banden unsere Ponys beim Waschplatz an. Rosie bemerkte uns und kam zur Begrüssung rüber. „Hey Ladies. What’s up?“ „Hi Rosie. Can I show Suri Lindwedel?“ „Sure.“ Wir liefen über die Weide und ich streichelte unterwegs Islah, die uns neugierig ein paar Schritte entgegengekommen war. Auch Lindwedel hob den Kopf und kam auf uns zu. Suri war sofort verzaubert von seiner langen Mähne und dem dunkelgrauen Fell. „He is really, really cute. I’m sure he would be fun to ride”, meinte sie verträumt. “That’s the first time I hear you talk like that. Usually it’s always been me, craving to ride other people’s ponies.” Suri lächelte verlegen. “You can just ask Rosie, you know. I’m sure she’d allow you to ride him.” Suri schüttelte eifrig den Kopf. “No no, it’s fine. I’m very happy with riding Nossi!” Ich zuckte gleichgültig mit den Schultern. Wir blieben noch einen Moment auf der Wilkinson Farm, dann machten wir uns wieder auf den Weg.

      Nach dem Ritt machten wir uns auf die Suche nach den Katzen, denn Suri hatte noch gar nie alle gesehen. Moya war inzwischen leicht zu finden. Sie lag am liebsten im Wohnzimmer auf der Couch zusammengerollt. Sie mochte es nicht, wenn man sie streichelte (ausser bei Occu), also versuchte ich es gar nicht erst. Sonst hätte sie wohl eh gleich wieder die Flucht ergriffen. Jonas hatte eine Katzenklappe in die Tür eingebaut und Moya durfte rein und raus, wann immer sie wollte. Aber sie benutzte lieber das Küchenfenster, anders als Kafka, der die Klappe voll ausnutzte und dauernd Occu in ihrem Büro nerven kam. Wir fanden Gismo in einer der Sattelkammern, auf einer Schabracke schlafend. Er blinzelte müde, als Suri ihn streichelte und streckte sich anschliessend ausgiebig, ehe er sich wieder auf die Seite legte und einfach weiterschlief. Um Shiva zu finden, brauchten wir deutlich länger. Sie kletterte ausnahmsweise mal nicht auf dem Heuboden herum, sondern jagte auf dem Feld hinter der Rennbahn Mäuse. Von Kafka war keine Spur zu finden, aber ich wettete, dass er auch irgendwo am Jagen war. Wir spielten auch nochmal eine Runde mit Jackie und Sheela im Garten hinter dem Haus. Lisa und David winkten uns zu, als sie vom Ausritt mit Sweets und Bluebell zurückkamen. Später hängten wir ein wenig auf den Bäumen auf den Weiden herum. Der Apfelbaum auf der Stutfohlenweide hatte ein paar coole Astgabelungen, in die man sitzen konnte. Die Fohlen beobachteten uns dabei neugierig. First Chant wurde immer hellgrauer. Occu meinte, sie werde vermutlich ganz weiss, wenn sie gross ist. Am Anfang hatte ich das gar nicht glauben können. Ich verstand vor allem nicht, warum Lindwedel dann nicht auch weiss war, mit seinem Alter. Darauf hatte auch Occu keine ausreichende Antwort gewusst, nur „ist halt manchmal unterschiedlich“. Ich fand Chime so süss (da war es wieder, mein Flair für ganz helle Pferde). Die kleine Stute war dünner als die anderen, aber genauso verspielt und agil. Die kraulte sich mit Karma am Widerrist, dann frassen beide Kopf an Kopf. Richtig Idyllisch. Suri war vom Baum geklettert und machte eine Blumenkette aus Löwenzahn. Sie kam aber nicht weit, bevor Reverie angetrampelt kam und die Kette auffressen wollte. Ich lachte amüsiert und half Suri, ihr Kunstwerk vor den gierigen Fohlen zu verteidigen. Es war ja nicht so, als hätte es rund um uns herum nicht noch mehr Blumen gehabt. Aber wie immer waren die frechen jungen Pferde besonders an denen interessiert, die wir in der Hand hielten. Nur Cranberry und Indy waren abseits und grasten friedlich. Irgendwann überliessen wir den Fohlen die Kette und wechselten die Weide. Am liebsten kletterte ich nämlcih immernoch auf die Bäume der Stutenweide, denn die waren schön gross und hatten trotzdem praktische Äste für den Aufstieg. Suri blieb lieber auf den unteren Ästen, während ich zum bluffen gerne bis in die Baumkrone kletterte. Die Pferde kümmerten sich nicht sonderlich um uns. Wir ernteten höchstens manchmal einen skeptischen Blick von Phantom. Aber plötzlich spitzte die Herde die Ohren, denn Occu kam zum Weidetor. Ich liess mich vom Baum ins Gras fallen und rannte zu ihr rüber. „Schon wieder barfuss?“, meinte sie streng, sagte aber nichts weiter, ausser „passt einfach auf, okay.“ „Was machst du?“, fragte ich neugierig, als ich das Knotenhalfter und den Strick in ihrer Hand sah. Suri gesellte sich nun auch neben uns und streichelte Zira, die sich aber nach wenigen Berührungen wegduckte und auf Occus andere Seite auswich. „Ich will noch ein wenig mit Matinée arbeiten.“ „Können wir zusehen?“, fragte ich sofort aufgeregt. „Aber nur, wenn ihr nicht stört.“ Wir liefen zurück zum Baum und holten unsere Schuhe, dann folgten wir Occu, die inzwischen die Mustangstute eingefangen hatte. Es klappte jetzt wirklich schon gut, ganz anders als am Anfang, als Occu sie noch jedes Mal 10 Minuten hatte jagen müssen. Wir begaben uns in die Halle, weil die Sonne unbarmherzig auf den Sandplatz runterbrannte. Occu führte die Stute in der Halle herum und liess sie immer wieder ein wenig weichen. Dadurch wurde sie aufmerksam und weich im Umgang. Sie führte Matinée über eine am Boden liegende Stange und liess sie mitten darüber anhalten. Dann schickte sie die Stute seitwärts der Stange entlang. Am Anfang hatte Matinée das nicht gemocht. Ich hatte es einmal beobachtet; sie war immer wieder erschrocken, als sie die Stange berührt hatte und Occu war es kaum gelungen, sie anständig über der Stange anzuhalten. Inzwischen konnte Occu sich sogar über den Rücken der Stute lehnen, ohne dass diese ausflippte. „Soll ich aufsitzen?“, fragte Occu plötzlich. Ich war etwas unsicher, ob das schlau war. Denn ich hatte schon gesehen, wie Matinée bocken und ausschlagen konnte. „Weiss nicht… Ist das nicht gefährlich ohne Sattel?“ „Ohne Sattel ist es viel weniger riskant, glaub mir. Man fällt vielleicht schneller runter, aber man kann dafür nirgens hängen bleiben. Es gibt nichts schlimmeres, als vom Pferd nachgeschleift zu werden.“ Das verstand ich. Occu sprang an Matinées Seite auf und ab, um zu testen, ob sie sich nachhaltig an die Bewegung gewöhnt hatte. Dann sprang sie hoch und lehnte sich über den Rücken der Stute, das angespannte Seil in der linken Hand haltend, damit sie sofort den Kopf kontrollieren konnte, wenn die Stute Mätzchen machte. Als Matinée ruhig blieb, wagte sie es, das rechte Bein auf die andere Seite zu legen und sich aufzurichten. Sie kraulte Matinée ausgiebig am Hals, bewegte die Beine ein wenig, und liess sich dann wieder runtergleiten. „So, das war’s. Ich bin das erste Mal auf ihr gesessen.“ Suri und Ich klatschten begeistert, auch wenn das ganze etwas unspektakulär ausgesehen hatte. Matinée spitzte die Ohren und zuckte zusammen, als sie das Geräusch unserer Hände hörte, blieb aber neben Occu stehen. „Ich mache jetzt noch ein wenig longenarbeit mit ihr. Lily, kannst du mir die blaue Longe holen?“ Ich nickte und brachte sie ihr. Wir legten ein paar Cavaletti auf die Mittelvolte, damit Occu die Stute darüberschicken konnte. Das sei gutes Rückentraining, erklärte sie mir und Suri. „I don’t want to ride her until she’s got more back muscles.” Sie sah aber schon viel besser aus als bei ihrer Ankunft, wie ich feststellte, als ich sie beim Stangentraben beobachtete. Als sie angekommen war, hatte man die Rippen zählen können und der Rücken war total eingefallen gewesen. Occu hatte auch eine Tierärztin hiergehabt, die bestätigt hatte, dass Matinée unter Rückenschmerzen litt, die aber zum Glück nur von Verspannungen herrührten, nicht von irgendwelchen bleibenden Schäden. Die Stute war inzwischen von einem Chiropraktiker gelockert worden, und Occu konzentrierte sich nun auf den korrekten Muskelaufbau, damit die Stute in Zukunft keine Probleme mehr haben würde. Matinée trug den Kopf schön tief und schnaubte ab. Man merkte, dass es noch anstrengend für sie war, die verschieden hohen Cavaletti auf der Kurve zu überwinden. Aber das Training zeigte seine Wirkung und die Stute schwang mit dem Rücken schön mit, wie Occu uns zeigte. Am Ende bekam sie ein Leckerli und durfte zurück zu Phantom auf die Weide. Obwohl sie heute so brav gewesen war, sah man doch deutlich, dass sie immernoch am allerliebsten einfach bei ihren Kumpels auf der Weide stand, weit weg von Menschen, Seilen und unheimlichen Gegenständen. Irgendwie verstand ich sie gut. Ich war schliesslich auch lieber hier auf dem Hof bei den Tieren, als in der Schule. Aber um später klarzukommen, musste ich nunmal alles Nötige lernen, und so war das auch bei Matinée.

      © Occulta // 33682 Zeichen
    • Wolfszeit
      Donnerwetter | 30. Juni 2018

      Empire State of Mind, Mikke, Khiara El Assuad, Indiana, Painting Shadows, Chiccory ox, Sunday Morning, Vai Alida, Sympathy of the Devil, Coulee, Rosenprinz, Iskierka, Gleam of Light, Caspian of the Moonlightvalley, Spotted Timeout, Shades of Gray, A Winter’s Day, Campina, Cassiopeia, Sumerian, Framed in History, One Cool Cat, PFS’ Stromer’s Painting Gold, Cabinet of Caligari, PFS’ Captured in Time, Kaythara El Assuad, tc Miss Moneypenny, PFS’ Merino, Simba Twist, PFS’ Cryptic Spots, Primo Victoria, PFS’ Sarabi, PFS’ A Winter’s Tale, PFS’ Stop Making Sense, Subsyndromal Symptomatic Depression, PFS’ Counterfire, Daedra, Drømmer om Død, PFS’ Bacardi Limited, PFS’ Navy Sniper, Ronja Räubertochter, Silverangel, Satine, Parányi, River’s Lychee, Nera, PFS’ Ljúfa, PFS’ Dancin’ to Jazz, Anubis, Numair, Tayr al-Diyari, Areion

      Es war wiedermal Morgen, sechs Uhr, ein gewöhnlicher Arbeitstag stand bevor. Ich streckte mir die Müdigkeit aus den Gliedmassen, begab mich in die Küche und stellte das Frühstück bereit. Jonas lag noch unter der Decke, und um ihn auf die Beine zu bekommen, musste ich ihn auskitzeln gehen. Selbst dann dauerte es noch einige Minuten, bis er genug Energie fand. Lily schlief munter weiter, sie musste ja wie immer erst um acht Uhr in die Schule. Moya schlich mir hungrig unter dem Küchentisch um die Beine. Ich bereitete deshalb rasch das Futter der rauchig schwarzen Langhaarkatze vor und stellte ihr den Napf hin. Sie nahm es dankbar an. Ich fütterte auch die drei Hunde, die schon mit glänzenden Augen eifersüchtig warteten. Danach ass ich selbst zuende und zog mir meine Reitsachen an. Draussen hörte ich die Pfleger, die gerade plaudernd zum Hauptstall liefen. Ich cremte mich noch rasch gegen die UV-Strahlung ein, dann verliess ich das Haus zusammen mit Jonas, Zira, Sheela, Jacky und Moya, die hinterherhuschte, bevor ich die Tür schloss. Zira blieb bei mir, Sheela folgte Jonas zum Nordstall und Jacky streunerte davon, um Mäuse zu jagen. So war es bei uns fast jeden Morgen – eine Abfolge von Ritualen. Im Hauptstall traf ich auf die Jockeys und Oliver. Sie besprachen gerade den heutigen Trainingsablauf. Ich hörte mit, obwohl ich schon wusste, was der Trainer vorhatte, weil er es immer zuerst am Vortag mit mir absprach. Ich ritt heute im Training auch wieder mit, und zwar in fast allen Gruppen. Als erste war die erfahrene Gruppe mit Chiccory, Sympathy, Coulee, Iskierka, Light, Caspian und Sunday dran. Ich öffnete Lights Box, streichelte den Rappen zur Begrüssung liebevoll und streifte ihm sein Lederhalfter, mit dem goldenen Namensplättchen auf der Seite, über die Ohren. Er folgte mir eifrig aus der Box und scharrte beim Putzen immer mal wieder ungeduldig. „Ja ja, ich weiss, dass es dir nicht schnell genug gehen kann. Aber benimm dich bitte etwas besser“, tadelte ich. Er sah mich nur mit einer Art unschuldigem Hundeblick an. Ich wischte die letzten Staubkörner von seinem Hinterteil, dann kratzte ich die Hufe aus und bandagierte seine Beine. Anschliessend konnte ich bereits satteln. Caspian hatte wieder nichts als Blödsinn im Kopf und zerzauste mir im Vorbeigehen mit seiner Schnauze die Haare. Ich band sie mir zugleich lachend und fluchend neu zusammen, während ich zur Sattelkammer lief. Gesattelt hatte ich schnell, obwohl es jedesmal eine Kunst war, die Pads und Satteldecken faltenfrei und in der richtigen Reihenfolge auf den Rücken zu packen. Aber nach all der Zeit konnte ich die individuelle Zusammenstellung für jedes einzelne Pferd im Schlaf. Ich zäumte Light und führte ihn raus, wo mir Ajith beim Aufsteigen half. Dann liefen wir auch gleich los in Richtung Rennbahn – hier lief einfach alles wie in einem Uhrwerk. Die Pferde gingen brav im Gänsemarsch und benahmen sich auch beim Aufwärmen im Trab und langsamen Galopp. Dann durften sie endlich aufdrehen. Wir machten ein anspruchsvolles Intervalltraining, denn bald war wieder ein wichtiges Rennen für Kierka, Chiccory, Light und Sunday. Coulee verbesserte ihre Zeit auch heute um ein paar Millisekunden. Sogar Iskierka benahm sich ausnahmsweise ganz gut und zickte kein einziges Mal rum. Sunday war nicht ganz auf der Höhe: er war etwas langsamer als am Vortag. Aber das machte nichts, denn die Zeiten hingen von so vielen Faktoren ab – war zum Beispiel gut möglich, dass ihm das etwas feuchtere Gras nicht passte. Ich war auch mit Sympathys Leistung zufrieden, konnte und wollte mich aber nicht so recht auf sie konzentrieren, denn die Stute hatte ich vor kurzem an eine gute Kollegin mit Spitznamen Fuchsel verkauft, zusammen mit ihrem Vater Cantastor. Der kommende Abschied machte mir zwar zu schaffen, aber ich wusste, dass es die beiden gut haben würden, denn Cantastor hatte ich damals von Fuchsel übernommen. Nun hatte sie einen neuen Hof und viel Platz, deshalb begrüsste sie es sehr, als ich sie wegen der beiden angesprochen hatte. Ich brauchte nunmal einfach wieder etwas mehr Luft im Hauptstall, besonders wenn ich in Zukunft noch ein paar Fohlen ausbilden wollte.
      Nach dem Training brachten wir die Pferde in den Freilauftrainer zum auskühlen. Wir beeilten uns mit dem Vorbereiten der nächsten Gruppe genauso, denn es wurde immer wärmer, je länger die Sonne am Himmel stand. Campina, Gray, Winter, Cassiopeia, Spot und Painting Shadows waren diesmal dran. Ich ritt Gray, und die lief grossartig. Sie setzte sich in einem Kopf-an-Kopf Rennen mit Paint klar durch. Aber am beeindruckendsten fand ich diesmal Campina, die ihre Beine so weit auszog, dass es beinahe unnatürlich aussah. Dadurch konnte sie mit jedem Galoppsprung mehr Boden als die anderen gewinnen. Da zeigte sich wiedermal ihr hervorragendes Blut. Ich war schon gespannt, was aus ihrer genetischen Tochter Call it Karma werden würde – von der Kombination aus Cataract und Black Bloom erhoffte ich mir grosses Potential. Winter war nicht herausragend, aber er lief in gewohnter Zuverlässigkeit die 1500 Meter und war gar nicht so sehr verschwitzt danach, wie Spot, der auch eine gute Ausdauer zu haben schien. Cassiopeia war diesen Frühling zu einem richtigen Kraftpaket mutiert. Ihre Schulter war beängstigend stark, aber sie musste im gegensatz zu Spot an ihrer Ausdauer noch arbeiten. Sie war mit Abstand am verschwitztesten von den sechs Pferden.
      Auch für die dritte Gruppe mit Sumerian, Framed in History, One Cool Cat, Cabinet of Caligari, Captured in Time und Kaythara El Assuad reichte es noch, doch danach wurde es bereits zu warm. Wir verschoben daher die letzten zwei Gruppen auf den späten Abend. Ich konnte mich also nach dem Training mit Frame voll und ganz den anderen Pferden auf Pineforest widmen. Zum einen machte ich eine halbe Stunde Reining auf dem Sandplatz mit Dod, wobei ich weiter an unseren Stops und Rollbacks arbeitete. Der Hengst war einfach ein purer Genuss zum Reiten, so feinfühlig und reaktionsfreudig. Wir feilten wirklich nur noch an kleinen Details, denn er war top ausgebildet und lief auf den schwersten Turnieren mit. Als nächstes kümmerte ich mich um Satine und machte einen eineinhalbstündigen Ausritt durch die Pinienwälder mit ihr. Der Schatten der Bäume war dabei eine wohltat, angesichts der immer stärker werdenden Sonnenstrahlen. Es ging gegen Mittag zu und ich wollte vor dem Essen noch rasch Jazz an der Doppellonge arbeiten. Die Stute sprach gut auf diese Art von Training an und war motiviert bei der Sache, völlig anders als noch am Anfang. Sie trabte ohne zu Zögern über die Stangen am Boden und folgte brav den Stimmkommandos für die Übergänge. Oft war sie schon im Galopp, bevor ich das Wort zuende Sprechen konnte.

      Nach dem Mittag ging es für mich weiter mit Bacardi Limited. Der Baccardi Sohn glänzte in der Nachmittagssonne so richtig kitschig. Sein dunkles Fuchsfell schillerte in vielen Orangetönen, und das obwohl ich ihn diesmal nicht ganz so gründlich geputzt hatte. Jonas und Darren begleiteten mich zusammen mit Sniper und Silver auf einen weiteren Ausritt. Wir ritten in Richtung Wilkinson Farm und nutzten den breiten Grasstreifen des Feldwegs nach der Brücke für einen flotten Trab. Bacardi hatte federnd weiche Gänge, sogar noch mehr als sein Vater, weshalb ich wohl den ganzen Ausritt ohne Probleme im Trab hätte machen können. Aber spätestens im Wald kurz nach Rosie’s Gestüt bremsten wir ab, weil uns wiedermal Dirt-Bike-Fahrer entgegenkamen. Zum Glück waren sie anständig und fuhren im Schritttempo an uns vorbei, so dass es keinen Ärger gab. Wenig später begegneten wir auch noch Rosie und Lucas, die mit Numair und Anubis unterwegs waren. Wir plauderten kurz und ich erfuhr, dass Diyari vor noch nicht all zu langer Zeit eine Haltershow gewonnen hatte. Ich gratulierte Rosie herzlich. Der Fuchshengst war wirklich ein Hingucker, und ich hoffte, dass ihre Zuchtpläne mit ihm aufgehen würden.
      Wieder zuhause versorgten wir die Ponys und ich machte bei Ronja weiter. Mit der Achal Tekkiner Stute arbeitete ich ein paar Dressurlektionen durch; nichts besonderes, nur Gymnastizierung. Sie lief am Ende schön vorwärts-abwärts und liess den Rücken schwingen, worüber ich sehr froh war. Vor einer Weile war sie nämlich wieder auf einem Distanzritt mit Lisa gewesen und hatte danach wohl etwas Muskelkater gehabt. Jedenfalls war sie ein paar Tage steif gegangen, aber jetzt schien alles wieder gut zu sein. Lily kam irgendwann nach vier Uhr aus der Schule zurück und begab sich wie immer sogleich zu ihrem Areion. Ich sah nicht, was die beiden heute trieben, weil ich mit Ljúfa auf der Ovalbahn war, aber sie hatte etwas von „Roundpen – Longieren“ gemurmelt. Ljúfa hatte durch unser ausgiebiges Training schon viel mehr Muskeln bekommen und nun kein Problem mehr, Reitergewicht zu tragen; sofern es sich nicht gleich um einen 80-Kilo-Mann handelte. Im Moment ritten eh nur Lisa und ich auf ihr, und wir waren beide halbe Protionen, wie Lewis immer so schön bemerkte. Ljúfa ging heute aber trotz ihrer neu gewonnenen Muskelkraft nicht so fleissig voran. Ich verstand die Stute; mit ihrem pechschwarzen Fell unter der brütenden Nachmittagssonne zu arbeiten, konnte nicht gerade sonderlich motivierend sein. Auch ich hatte keine Lust, noch mehr zu schwitzen. Also verkürzte ich die Töltarbeit und duschte sie nach dem reiten gründlich ab. Ich konnte förmlich zusehen, wie sie wieder trocknete, als ich sie zurück auf die Stutenweide brachte. Auf dem Rückweg zum Hauptstall, wo ich als nächstes Caprice bewegen wollte, bemerkte ich eine dunkelhaarige Frau mittleren Alters. „Ahh, Angelina Moore! …I suppose.“ “Yes, and you must be Occulta Smith?” “Occu is fine. Welcome on Pineforest Stable! I’m embarrassed to say I almost forgot that you planned to come today.” “Oh, don’t be. We were already welcomed by your daughter and husband.” “…Haha, he’s not my husband and Lily not my daughter, either. But close enough. We have kind of a patchwork family.” “Oh, sounds exciting. I have two kids, a daughter and a son. And a typical husband – always working or out with his buddies, so there’s lots of time left for horse riding.” “So, let’s see your black pearl!” “’Course. She’s waiting in the trailer.” Wir schlenderten plaudernd zum Parkplatz. Angy war eine neue Pensionärin. Ihre rappfarbene Murgesenstute namens Nera drehte neugierig den Kopf, als sie unsere Stimmen hörte. Wir öffneten die Klappe des Anhängers und Angy lud sie aus. Ein echtes Prachtexemplar, das mich etwas an die Ritterpferde aus diversen Filmen erinnerte. Sie hatte eine lange, gewellte Mähne und einen prächtigen Schweif. Ausserdem schien sie ziemlich umgänglich zu sein. Angy war meines Wissens zufolge Dressurreiterin und das auch recht erfolgreich. Ich war gespannt, mehr über dieses Pferd-Reiter-Paar zu erfahren. Ich zeigte den beiden ihre Box im Nebenstall und führte sie auf dem Hof herum. Angy hatte sich bisher auf die Fotos auf unserer Website verlassen, war aber nicht minder begeistert von der nun greifbaren Infrastruktur. Ich verliess sie nach einer Weile, um mich endlich um Caprice zu kümmern. Die neue Pensionärin hatte ja noch Lily, die irgendwann dazugekommen war und nun eifrig eine Frage nach der anderen stellte. Zira, die die ganze Zeit treu an meiner Seite blieb und die neue nur misstrauisch beäugt hatte, schien erleichtert darüber, dass wir jetzt wieder unsere eigenen Wege gingen. Sie sass stolz neben Caprice’s Boxentür und hielt Wache, als ich die Fuchsstute putzte. Auch später, als ich auf dem Sandplatz ein paar Trainingshindernisse übersprang, wartete sie neben dem Eingang im Gras liegend und behielt alles in ihrem Blick. Caprice war schön locker vom gestrigen Doppellongentraining. Sie schien allgemein sehr zufrieden und kraftvoll vorwärtszugehen; keine Spur von Anspannung. Die Hindernisse waren ein Kinderspiel für sie, im Vergleich zu jenen in den Military Events. Aber es ging ja nicht darum, die Stute zu überfordern, sondern sie mit interessanten, abwechslungsreichen Kombinationen bei Laune zu halten. Ausserdem konnte es nie schaden, ein wenig an Takt und Timing zu arbeiten. Gegen Ende bekamen wir noch Zuschauer: Lisa und David waren zurück von ihrem Ausritt mit Parányi und Lychee. Sie stellten sich am Eingang des Vierecks zu Zira und beobachteten mich eine Weile, bis es mir peinlich wurde und ich mit dem Austraben begann. „So so. Habt ihr nichts Besseres zu tun?“, tadelte ich freundschaftlich. Lisa entgegnete fröhlich: „Wir dürfen wohl mal Pause machen, oder etwa nicht, Boss?“

      Wenig später gingen wir nochmal mit Empire, Indiana, Rosenprinz, Khiara und Vai Alida raus – Charly und Thomas kamen ebenfalls mit. Danach war es Zeit für die Fortsetzung des Vollbluttrainings. Ein kühler Wind war aufgekommen, ideal für die abendliche Arbeit. Angy war noch hier und folgte ineressiert Oliver und Ajith zur Bahn. Die Jockeys und ich waren unterdessen bereits am Warmreiten. Ich sass in Miss Moneypennys Sattel und trabte so ruhig es ging hinter Simba her. Heute war irgendwie der Wurm drin; die junge Stute war unkonzentriert und viel zu geladen. „Was ist denn los, Penny. Du warst den ganzen Morgen auf der Weide, und gestern haben wir auch schon Intervalltraining gemacht. Trotzdem noch so viel überschüssige Energie?“, murmelte ich, während ich sie beruhigend zu kraulen versuchte. Aber es wurde auch während der Galopparbeit nicht besser. Immer wieder liess sie sich von Kleinigkeiten ablenken und machte Seitensprünge, oder versuchte, ihren Hals steif zu machen. Beim austraben sagte ich deshalb ernüchtert zu Oliver „We’ve seen better days, aye?“ Er nickte zuerst nur mit strengem Blick, meinte dann aber, dass Penny vielleicht in letzter Zeit etwas viel gearbeitet habe und eine kleine Pause brauche. Nicht alle Pferde waren gleich, und manche brauchten einfach einen etwas anderen Trainingsplan als andere. Das respektierte Oliver, und genau deshalb schätzte ich ihn so als Trainer. Primo, Merino, Cryptic und Goldy waren wie sonst auch gelaufen – im Moment keine herausragende Verbesserung, aber immerhin eine stabile Leistung. Die jüngste Gruppe hingegen wollte es wissen: gleich zwei neue persönliche Bestzeiten stellten sie auf (Counterfire und Sarabi), und alle inklusive Angsthase Dolly gingen heute problemlos in die Startmaschine. Mambo und Thalia waren von der Anstrengung viel nasser als die anderen, also duschten wir die beiden gleich nochmal komplett ab und bei den anderen, um die Haut zu schonen, nur die Sattellage und den Rest mit dem Schwamm. Angy war inzwischen nachhause gefahren. Ich ging bei der abendlichen Kontrollrunde, bevor ich ins Haus ging, sicher, dass sich Nera rundum wohlfühlte. Die Rappstute mümmelte zufrieden an ihrem Strohbett herum, also machte ich mir keine Sorgen. „Gute Nacht“, murmelte ich symbolisch an alle Pferde gewannt, dann gesellte ich mich noch ein wenig zu den Pflegern, die mit den beiden Papageien Africa und Blue spielten.

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    • Wolfszeit
      Distanz A zu L | 30. Juni 2018

      Areion, PFS’ Bacardi Limited, PFS’ Navy Sniper, Chanda, PFS’ Dancin’ to Jazz, PFS’ Shadows of the Past

      Es war herrliches Wetter, das wir uns für den heutigen Distanzritt ausgesucht hatten. Naja, es war eher ein längerer Ausritt als ein richtiger Distanzritt, denn alle Pferde, die heute mitkamen, waren noch recht untrainiert. Wir wollten deshalb „nur“ insgesamt 60 Kilometer zurücklegen, in einem Tempo von 10 Km/h. Um bei Zeiten wieder zuhause zu sein, ritten wir schon um acht Uhr morgens los. Unsere Stecke lag diesmal in Richtung Süden und führte uns nach Knightwick. Man konnte es nichtmal wirklich ein Dorf nennen, aber es hatte dort eine hübsche Kirche und die Landschaft war wunderbar zum Reiten. Lily kam mit Areion mit, ich ritt Chanda. Ausserdem begleiteten uns Linda, April, Anne und Jason, mit Bacardi, Sniper, Shira und Jazz. Wir rechneten damit, gegen zwei Uhr zurück zu sein; so blieb danach noch mehr als genug Zeit für ein Springtraining mit Lily und Fake, das ich meiner Nichte versprochen hatte. Die ersten 15 Kilometer vergingen wie im Flug, danach merkten die Pferde, dass dies kein gewöhnlicher Ausritt war. Shira wurde zunehmend unsicher und man sah ihr an, dass sie am liebsten umgekehrt wäre. Trotzdem zogen wir munter weiter. Ab Stanford Bridge folgten wir so gut es ging dem Fluss Teme, der sich gesäumt von Büschen und schattenspendenden Bäumen durch die Landschaft schlängelte. Das war bei den zunehmend hohen Temperaturen um die Mittagszeit das einzig Vernünftige. Die Stimmung war herrlich. Überall zirpten Insekten und Vögel zwitscherten über unseren Köpfen. Die Natur um den Fluss herum schien extrem lebendig. Lily und April amüsierten sich, indem sie versuchten, die verschiedenen Vögel zu bestimmen, die sie unterwegs sahen. Angesichts der idyllischen Natur entspannte sich auch Shira wieder. Wir trabten viel und machten auch ein paar kurze Galopps über Felder. In Knightwick angekommen, pausierten wir eine Viertelstunde, ehe wir uns auf dem Heimweg machten. Lily stieg von Areions Rücken ab und streckte sich symbolisch. Dann überliess sie es mir, auf den Tinker aufzupassen und sah sich rasch ein wenig um. Ich checkte unsere Pferde durch und prüfte, ob noch alle fit waren. Mir fiel nichts Aussergewöhnliches auf. Schliesslich ritten wir zurück, diesmal weiter weg vom Fluss, mehr Richtung Osten. Wir kamen ein einziges Mal an eine häufiger befahrene Strasse, an deren Rand wir alle im Gänsemarsch entlanglaufen mussten, und bei der ich mir tatsächlich ein wenig Sorgen um unsere Sicherheit machte. Aber es lief alles gut und wir konnten kurz darauf wieder auf einen Feldweg abbiegen. Zurück auf Pineforest duschten wir die Pferde ab und grasten mit ihnen im Halbschatten der Tannen, bis sie einigermassen trocken waren.

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    • Wolfszeit
      Badewetter | 15. August 2018

      Empire State of Mind, Mikke, Indiana, PFS’ Sarabi, PFS’ Stop Making Sense, Unbroken Soul of a Rebel, Areion, Diarado, Co Pilot de la Bryére, Vychahr, Flintstone, Nosferatu, White Dream, Yoomee, Ronja Räubertochter, River’s Lychee, PFS’ Shadows of the Past, Nimué, Nera, Dancing Moonrise Shadows, Feline, Lovely Summertime, Farasha, Après la Pluie, Antarktik, Dakota S, Tigrotto, Blue Dawn’s Nachtfalke, PFS’ Arctic Silver Lining, PFS’ British Oreo Rascal, PFS’ Skydive, PFS’ Cupid, PFS’ Simply Priceless

      Es war herrliches Wetter draussen - behaupteten die einen, für die anderen (mich eingeschlossen) war die Hitze ein Graus. Ich wollte mich am Morgen kaum aus dem Haus bewegen, weil ich genau wusste, dass mir der Schweiss auch heute wieder nur so runterlaufen würde. Nichts desto trotz stand wie immer zuerst das Vollbluttraining an, und noch war die Luft angenehm kühl. Ich ritt auf Indiana mit, aber nicht zum Rennen, sondern um Trackpony zu spielen. Naja, ein bisschen rennen sollte die Stute schon, denn sie wurde ja mittlerweile im Military trainiert und da war so ein Renntraining zwischendurch ganz gut. Wir holten heute die Trackponys schon so früh raus, weil wir die jüngsten Vollblüter zuerst trainierten. Die der normalerweise ersten, erfahrendsten Gruppe waren vor kurzem fast alle ein Rennen gelaufen, also hatten sie heute noch frei, um sich vollständig zu erholen, und nahmen das Training erst morgen wieder auf. Für die Arbeit mit den Jungpferden war das "Ponying" ideal, weil die ruhigen Begleitpferde (wenn sie sich denn tatsächlich ruhig benahmen) ihnen Sicherheit vermittelten. Weil sie aber später an den Rennen kein Begleitpferd hatten (ponying war ja in England und allgemein Europa nicht üblich) trainierten wir so oder so beides. Nach einer Viertelstunde Vorbereitung, gingen die Jockeys und Pferde raus zum Aufsteigen. Ich kletterte selbstständig auf Indianas Rücken, während die Jockeys von Ajith und Oliver hinaufbefördert wurden. Iniana trug eben einen normalen Springsattel - da war das Aufsteigen kein Problem im Vergleich zu den kleinen Rennsätteln. Indiana und ich führten die Sechsergruppe auf dem Marsch zur Bahn an. Die weiteren Track Ponys waren heute Feline, Summertime, Caprice, Shadow und Flint, wobei letzterer Mambo begleitete. Wir trabten zuerst ausgiebig und ritten danach im leichten Sitz einen lockeren Galopp. Wie zuvor mit Oliver abgesprochen arbeiteten heute alle einzeln (nachdem die Track Ponys sie losliessen) und dem entsprechenden Pferd angepasst. Mit Indiana machte ich einen erfrischenden, etwas zügigeren Galopp bis zum 500-Meter-Pfosten und legte von dort an über 400 Meter etwas zu. April machte es mit Mambo ähnlich. Indiana und ich überholten die beiden unterwegs, denn er lief noch längst kein Finish-Tempo, aber der Hengst war gefordert und seine Nüstern weit geöffnet. Erst mit zunehmender Kraft würde er schneller werden und länger durchhalten. Nach dem Sprint nahm ich Indiana zurück und liess sie wieder im selben Tempo wie zuvor galoppieren, was ich mit meiner Armbanduhr überprüfte. Sie wehrte sich etwas gegen die Einschränkung und kaute missmutig auf ihrer Wassertrense herum. Ihre Nase war jetzt wieder auf der Senkrechten und ihre Galoppsprünge versammelt. Ich liess sie noch ein zweites Mal strecken, was sie freudig annahm. Oliver prüfte unterdessen die Geschwindigkeit der Jungpferde. Er sagte nichts, nickte aber zufrieden, als er die Zeit stoppte. Quinn klopfte Sarabi im leichten Sitz in den Bügeln stehend auf den Hals und liess sie langsam ausgaloppieren. Die anderen taten es ihr gleich. Ich arbeitete mit Indiana noch etwas weiter, bis ich das Gefühl hatte, dass sie genug ausgepowert war. Auch Caprice lief noch mit uns mit, die anderen waren schon mit den Jungpferden zurück zum Stall gelaufen. Als Darren und ich schliesslich auch zurückritten, sahen wir in der Ferne, dass Lisa, Jason und David mit den drei Westernpferden auf einen kurzen Ausritt zum Entspannen gegangen waren. Feline wurde gebadet, weil sie morgen mit Robin für ein 80er Springturnier gemeldet war. Die junge Frau machte den Schimmel-Criollo schick und wollte ihr sogar den Schweif einflechten. Auch Lily nahm an dem Turnier morgen teil, allerdings in der 60er Höhe und mit White Dream. Ich musste ihr höchstwarscheinlich später auch noch beim Einshamponieren helfen. Ich versorgte Indiana und half beim Vorbereiten der zweiten Rennpferdegruppe mit, dann brachte ich mit Ajith zusammen die Jungspunde aus dem Freilauftrainer, wo sie zum Abkühlen gewesen waren, zurück in ihre Boxen. Ich sah bei den Fohlen vorbei, quatschte mit Lewis, während Skydive mit meinem T-Shirt Ärmel spielte und beobachtete eine eher halbherzige Rauferei zwischen Simply Priceless und Cupid, ehe ich weiter zu Thairu ging.

      Das Zebratiergraste zufrieden mitten an der Sonne und zuckte weitaus weniger wegen der Fliegen als Zazou. Für die beiden war die Sommerhitze ideal, denn sie waren dafür ausgelegt, bei hohen Temperaturen in den Savannen Afrikas zu weiden. Die grossen, runden Ohren richteten sich interessiert nach vorne, als ich die Weide betrat. Thairu wusste mittlerweile, dass ich Abwechslung brachte, und natürlich auch immer etwas Essbares dabei hatte. Ich ging zu ihr und streichelte über ihre schwarze Schnauze, was sie sich stillhaltend gefallen liess. Dann fiel mir ein, dass ich vergessen hatte, das Halfter mitzubringen. Also probierte ich aus, ob die Zebrastute mir auch ohne Ausrüstung folgte. Ich lud sie mit eingedrehter Schulter ein und versuchte sie zu rufen. Doch Thairu sah mich nur einen Moment lang blöd an und graste dann friedlich weiter. Ich seufzte und holte das Lederhalfter des Zebras. Am Führstrick folgte sie mir brav und ohne Zögern sodass ich mich leicht veralbert vorkam. In solchen Momenten war ich froh, dass mir niemand zusah. Nichts desto trotz bürstete ich das gestreifte Fell durch und kämmte, was an der Stehmähne und dem dünnen Fliegenwedel zu kämmen war. Zazou belagerte uns hartnäckig. Er schien ebenfalls auf eine Massage zu hoffen, denn er stand immer wieder direkt neben mich und schleckte an meinem Arm. Die warme Zunge war etwas unanenehm bei dem Wetter. Thairu spitzte die Lippe, wenn ich sie vorne an der Brust kraulte. Vermutlich schwitzte sie dort besonders viel, und der getrocknete Schweiss juckte. Es war mittlerweile viertelvorzehn und die Sonne heizte die Atmosphäre immer weiter auf. Ich musste mit dem Zebra in den Schatten der Reithalle wechseln. Dort kratzte ich noch rasch die Hufe aus. Danach 'sattelte' ich das gestreifte Tier mit einem Bareback-Pad - der einzige Sattel, der auf den beinahe widerristlosen Rücken wirklich passte. Ich zog ihr ein Kopfstück mit Trense an, das nur einen Kinnriemen hatte. Sie mochte es, den Kopf möglichst frei zu haben und lief damit williger als mit einem komplett verschnallten englischen Zaum. Am liebsten mochte sie immer noch das Knotenhalfter, aber ich wollte heute etwas Dressur mit ihr machen und testen, wie gut sie sich an den Zügel anlehnen konnte. Es war auch mit Trense schwer genug, denn das Tier hatte mehr Unterhals als sonst was. Das war einfach Köperbau bedingt, denn Zebras waren nunmal nicht fürs Reiten gezüchtet. Ich führte Thairu auf den Sandplatz und stieg auf, indem ich an ihrer Seite hochsprang. Ich konnte das Aufsteigen ohne Sattel mittlerweile schon viel besser, aber manchmal brauchte ich trotzdem mehrere Versuche. Ich ritt Thairu im Schritt warm (wobei mir 'Warmreiten' heute etwas ironisch vorkam) und übte dabei schonmal an der Biegung der kurzen Reittiers. Gar nicht so leicht, wenn sich der Hals beliebig in einen starren Balken verwandeln konnte. Ich gab jedes Mal sofort nach, wenn sie sich darauf einliess und nachgiebig wurde, aber wir würden das sicherlich noch oft üben müssen. Wann immer ich zu viel verlangte, begann der Schwanz unwillig zu schlagen und die Ohren klappten nach hinten. Darauf musste ich hören, weil ich sonst Gefahr lief, in die Ungunst des Zebras zu fallen - was gewiss grenzenlose Sturheit nach sich ziehen würde. Ziel war es nicht, das Zebra zu dominieren, sondern es mit Abwechslung bei Laune zu halten und zur Mitarbeit zu ermuntern. Lily und ich waren ja schon ziemlich weit mit Thairu gekommen. Wir hatten ein freundschaftliches Verhältnis aufgebaut und sie liess inzwischen sehr viel mit sich machen. Aber wir mussten das gute Verhältnis bewahren und uns dem Tempo des Zebras anpassen. So kamen wir am Ende am besten voran. Heute bot mir Thairu zum Beispiel auf meine Hilfen hin einen schönen, fleissigen Trab an, den ich dankend annahm. Ich übte nun auch im Trab kleine Volten und Schlangenlinien um die vom Vortag noch aufgebauten Hindernisse herum. Später galoppierte ich sogar an und schaffte es, ein paar grosse Volten zu drehen, ehe Thairu wieder in den Trab fiel. Sie hatte einfach noch nicht genug Gleichgewicht unter dem Reiter, was es für sie umso anstrengender machte. Das verstand ich auch; ich war schon froh um die paar Runden, in denen sie sich echt bemüht hatte. Diese Leistungsbereitschaft, die bei ihr alles andere als selbstverständlich war, galt es zu fördern. Am Ende war sie zwar nie so am Zügel gelaufen, wie man es von Pferden kannte. Aber Elliot, der uns kurz zugesehen hatte, meinte, dass sie zumindest schön aktiv hinten gefusst hatte und einigermassen über den Rücken gelaufen war - sofern er das beurteilen konnte. Ich führte das Zebra zum Nebenstall und nahm ihr die Ausrüstung ab. Dann führte ich sie am Knotenhalfter in den Innenhof des Hauptstalls und parkierte sie bei den aus der Wand ragenden Anbinderingen. Ich schnappte mir den Schlauch und drehte den Wasserhahn auf, bis es in einer angenehmen Stärke aus dem Duschkopf floss. Thairu genoss das Bad mehr als ich dachte. Sie stand entspannt da und ihre Maulspalte wirkte zufrieden. Auch der Schwanz bewegte sich ruhig, was immer ein gutes Zeichen war. Ich entfernte das meiste Wasser mit dem Schweissmesser und nutzte danach die Gelegenheit, um die Hufe des Zebras ein wenig zu kürzen. Wenn das Horn feucht war, ging das deutlich leichter. Um halb Elf durfte das Tier zurück auf die Weide zu Zazou, der schon sehnsüchtig gewartet hatte.

      Vor dem Mittag wollte ich nun noch mit Empire ein paar Naturhindernisse springen. Es ging mir nicht darum, ihn total ins Schwitzen zu bringen, sondern eher ein wenig Gymnastik zu machen und seine Geschicklichkeit in Sachen Distanzen zu schulen. Oft verschätzte er sich nämlich und sprang noch etwas unpassend, wenn ich nicht ganz genau aufpasste. Das endete jeweils in lustigen Hasensprüngen oder eben mit fallenden Stangen. Auch heute hatten wir wieder ein paar Startschwierigkeiten, besonders, weil er den einen Kastensprung (obwohl schon gefühlte 1000 mal gesprungen) unheimlich fand. Vielleicht war das Licht heute anders, oder er sah eine Heuschrecke darauf sitzen - ich konnte wiedermal nur raten, was im Kopf des Schimmelhengstes vorging. Aber nach ein paar zögernden, grotesken Sprüngen glaubte er mir schliesslich, dass der Kasten keinen Appetit auf Pferdefleisch hatte. Und wenn Empire sich mal entschloss zu gehen, dann war er ein Traum. Wir hüpften mit Leichtigkeit über die Hindernisse, und selbst beim Wasser bremste er nicht, sodass es nur so um uns hochspritzte, als wir hindurchrasten. Deshalb lachte Jonas auch laut, als ich an der Halle vorbei zurück zum Hauptstall ritt. "Bist du runtergefallen?" "Nö", sagte ich, "Empire wollte einfach testen, ob man im Wasser genauso gut rennen kann." Er half mir schmunzelnd und übernahm den Hengst, als ich abstieg. Wir liefen gemeinsam zu Empires Box und versorgten den Schimmel, der zufrieden auf seinen Karotten herumkaute.

      Lily kam am Mittag pünktlich nachhause. Am Nachmittag hatte sie frei, also wollten wir zusammen zum Fluss reiten. Sie war schon eifrig am Badesachen bereitlegen. "Willst du wirklich ganz rein?", fragte ich, denn eigentlich hatte ich nur ein rasches Beine-Annässen im Sinn gehabt. "Klar! Es ist mehr als heiss genug!" Ich sah Jonas fragend an und er meinte schulterzuckend: "Lewis und ich waren gestern kurz mit Summer und Shadow am Ufer - das Wasser war jedenfalls gar nicht so kalt wie ich dachte." "Okay..." Ich überlegte kurz, dann holte ich mein eigenes Bikinioberteil und die Badeshorts. Nach dem Essen zog ich die Badesachen an und darüber ein Trägertop, nachdem Lily und ich uns gegenseitig eingecremt hatten. Wir mussten uns noch entscheiden, welche Pferde wir nehmen wollten. "Teddy will ich heute Abend in der Dressurstunde reiten, er hat das nötig", überlegte Lily laut. "Aber Nossi wäre bestimmt froh um ne Abkühlung - mit ihrem schwarzen Fell..." Ich nickte und beschloss: "Dann nehme ich Yoomee, die geht gut und gerne ins Wasser." Wir liessen Jonas mit den abzuwaschenden Pfannen in der Küche zurück und schlenderten zum Nebenstall. "Die Pfleger kommen nicht mit, oder?", fragte Lily. "Nö, die haben genug zu tun." "Gut." Sie grinste zufrieden, weil sie gerne ab und zu etwas mit mir alleine unternahm - das hatte sie mir jedenfalls mal so erklärt. Mir war es auch recht, keine grosse Sache daraus zu machen, sondern das Baden einfach unkompliziert zu zweit mit den Pferden zu geniessen. Wir putzten die beiden Ponystuten nur rasch, schliesslich gingen wir ja ganz ohne Sattel oder Pad. Als Zaumzeug reichten uns Knotenhalfter; so konnten wir auch nicht ausversehen im Maul herumziehen, falls wir das Gleichgewicht verloren. Sheela schlich gelangweilt um den Nebenstall herum, also beschloss ich, die Labradorhündin auch mitzunehmen. Sie mochte Wasser ohnehin sehr gerne. Auf mein Rufen hin kam sie sofort freudig angerannt und wollte gestreichelt werden. Zira wurde prompt eifersüchtig und drängte sich ziwschen mich und Sheela, sich auf meine Füsse setzend. Ich kraulte beide, lachend, weil das so typisch war. Kurz darauf führte ich Yoomee auf den Kiesweg und schwang mich auf ihren angenehm breiten Rücken. Lily kletterte ebenfalls bei Nossi hoch und rückte sich zurecht, dann warf sie einen bestätigenden Blick zu mir und wir konnten losreiten. Nosferatus Fell glänzte in der Nachmittagssonne und die rotbraunen Stellen wirkten besonders kontrastreich. Sie war einfach schick anzusehen, mit ihrem typischen, edlen Welsh-Kopf und der sportlich geschnittenen Mähne. Wenn ich nach hinten sah, konnte ich Yoomees Popo gemütlich auf und ab wippen sehen, ihr Schweif war leicht angehoben und wischte manchmal ein paar Fliegen von ihrer Flanke. Die beiden Vierbeiner spürten wohl ganz genau, dass sie heute nicht arbeiten mussten, sondern nur Spielereien auf dem Plan standen. Beim Wasser angekommen, forderten wir Nossi und Yoomee auf, ein paar erste Schritte hineinzugehen. Sheela machte es vor und sprang auf mein Handzeichen hin übermütig hinein. Zira trank erstmal ein paar Schlücke, ehe sie weitaus vornehmer hineinwatete. Die Pferde sahen sich zuerst den Flussboden an, bevor sie sich entschieden, hineinzusteigen. Yoomee fand, einmal drinnen, sofort Gefallen an der Abkühlung und scharrte kraftvoll. Nossi und Lily gingen nach kurzem eingwöhnen ‚all-in‘ und schwammen tatsächlich einen kleinen Bogen. Es war herrlich hier, wo das Flussbett über Jahrzehnte eine Art Mulde gebildet hatte, in der das Wasser langsamer floss und tief genug zum schwimmen war. Auch Yoomee und ich spielten eine Runde Flusspferd, wobei sie typischerweise die Oberlippe hochzog und ihre Zähne zeigte. Das war immer so lustig anzusehen. Lily fragte auch lachend, ob Nossi saubere Zähne habe, als die beiden auf uns zuschwammen. Später liessen wir die Pferde am Flussufer grasen und badeten alleine noch weiter, damit es ihnen nicht verleidete. Ums Abhauen machte ich mir keine Sorgen. Pineforest war in Sichtweite, also würden die beiden ohnehin als erstes dorthin zurückkehren. Und das tolle am Pineforest Park war, dass es hier kaum Strassen gab, und die paar wenigen waren kaum befahren. Aber Yoomee und Nossi entschieden sich am Ende sowieso wie erwartet dazu, das saftige Gras im Schatten der Bäume zu geniessen, anstatt stiften zu gehen. Die Zügel hatten wir natürlich abgenommen, damit sie sich nirgens verheddern konnten.

      Der Badespass hielt knapp eine Stunde an. Weil der Fluss heute etwas mehr Strömung hatte als die letzten Tage, und kurz darauf auch noch ein angenehmer, aber rauer Wind aufzog, wurde ich misstrauisch. Tatsächlich entdeckte ich daraufhin ein paar mächtig aufgebauschte Wolken am Horizont. Ich rief Lily zurück und wir machten uns, nass aber glücklich, auf dem Heimweg. Nachdem wir die Ponys versorgt hatten, begann es bereits zu tropfen. Ein typisches Sommergewitter, das in einer halben Stunde oder so bestimmt schon weitergezogen sein würde, vermutete ich. Lily fand es lustig, in den Badesachen unter dem bald darauf herunterprasselnden Platzregen herumzurennen. Ich joggte, erwachsen wie ich war, einfach zurück ins Haus und zog mich um. Obwohl ich meine Nichte insgeheim um ihre Sorglosigkeit und Freiheit beneidete. Waren wir nicht irgendwann alle so gewesen? Ich streichelte Moya, die mir schon wieder um die Beine schlich. Die schlaue Langhaarkatze hatte im Haus Schutz vor dem Regen gesucht - ein bisschen feucht war sie trotzdem. Ein lautes, eher krächzendes Miauen ertönte plötzlich, als Reaktion auf das Streicheln; aber es konnte nicht Moya gewesen sein, denn sie hatte eine hohe, niedliche Stimme. Die Quelle stand hinter mir, und schaute mich mit senkrecht aufgestelltem Schwanz, blinzelnd an. "Kafka, ich mach dich zu einem Sitzpolster, ich schwör's!" Der Kater erkannte, dass ich nicht so erfreut war ihn zu sehen, wie es umgekehrt der Fall sein musste. Er nahm reissaus, sobald ich aufstand. Vielleicht hatte er mich auch absichtlich provoziert, das traute ich ihm sehr wohl zu. Ich hatte ihn schon so oft aus dem Haus rausgeschmissen, dass er doch mittlerweile wissen musste, dass er hier nicht reingehörte. Moya durfte auch nur drinnen wohnen, weil sie noch nie tote Tiere reingebracht hatte und mittlerweile stubenrein war - ganz im Gegenzug zu dem Schildpattkater. Kafka flitzte durch die Katzenklappe, bevor ich ihn zu fassen bekam. Und ich fragte mich einmal mehr, ob sich die Investition in eine Chip-Erkennungs-Klappe nicht lohnen würde. Die restlichen beiden Katzen, Gismo und Shiva, probierten es gar nie. Sie waren im Hauptstall zuhause, wo die Pfleger sie fütterten und sie auf den alten Fleece-Decken schliefen. Kafka schien höhere Ansprüche zu haben, aber dann musste er zuerst lernen, sich zu benehmen. Ich hatte das Gefühl, dass Moya es einfach mehr in ihren Genen hatte, Hauskatze zu sein. So wie sie auch das Langhaar im Gegenzug zu den anderen geerbt hatte. Aber ich konnte wiedermal nur spekulieren.

      Draussen schüttete es wie aus Kübeln. Ein wunder, dass ich keine Hagelkörner sehe, dachte ich bei dem Krach den die schweren Tropfen machten. Aber bereits nach zehn Minuten liess die Intensität nach. Lily kam rein, den ganzen Boden volltropfend. "Ab ins Bad! Du machst mir den ganzen Parkett feucht", tadelte ich. Ich rubbelte ihre Haare mit dem Handtuch trocken. Danach zogen wir uns wieder richtige Reitsachen an und verliessen das Haus. Es roch nach nassem Asphalt und Gras - ein Geruch den ich liebte. Die Luft war durch den Schauer leider kaum abgekühlt, sondern bloss etwas feuchter geworden. Trotzdem gab es noch ein paar Vierbeiner zu beschäftigen. Während ich Vilou putzte, bekam ich eine SMS von Rosie. Sie fragte, ob ich einen Sonnenuntergangsritt mit ihr machen wolle. Ich willigte sofort ein, denn ich konnte es kaum erwarten, wiedermal mit ihr zu plaudern. Vilou scharrte ungeduldig, weil ich dem Smartphone anstelle von ihm meine Aufmerksamkeit widmete. Ich beeilte mich und striegelte den Fuchshengst dann eifrig weiter. Er genoss die kreisenden Bewegungen und wippte je nach dem mit dem Kopf mit. Es schien ihm aber auch widermal zu viele Fliegen zu haben, weshalb er nicht immer schön still stand, sondern mit dem Schweif wischte und sich zu kratzen versuchte. Er zeigte mir manchmal mit einer Kopfbewegung, wo es ihn juckte, damit ich ihn dort besonders intensiv striegeln konnte. "Faulpelz", murmelte ich, als er wieder so eine Stelle anzeigte, bei der er sich hätte verbiegen müssen, um sie zu erreichen. Ich entfernte den Staub aus seinem Fell mit der Bürste und säuberte mit dem Schwamm seinen eigentlich weissen Nasenrücken und die Nasenlöcher. Manchmal, wenn die Sonne besonders stark schien, cremten wir ihn sogar mit Sonnenschutz ein. Bei Winter, Ciela und den anderen Pferden mit viel rosa Haut musste das sogar noch gründlicher gemacht werden. Sie alle waren im Hochsommer gefärdet für Sonnenbrand und wir bemühten uns, sie jeweils erst gegen Abend oder die Nacht hindurch auf die Weide zu lassen. Nur, wenn sie früh morgens Renntraining hatten, dann mussten sie erholt sein und konnten nicht die ganze Nacht lang spielen.

      Vilou war wegen der Hitze verständlicherweise etwas träge. Ich motivierte ihn trotzdem zu einem anständigen Schritt, beschränkte die Lektionen aber auf leichte Trabarbeit und ein paar Seitengänge, ohne viel Galopp. Er war trotzdem ziemlich verschwitzt am Ende unserer Übungseinheit, genauso wie ich. Man könnte nicht meinen, dass ich vorher im Wasser war, stellte ich seufzend fest. Ich klebe schon wieder. Ich duschte Vilou gründlich ab und wusch mein Gesicht bei der Gelegenheit auch gleich nochmal. Eine fette Pferdebremse kam angebraust und wollte sich auf das Hinterteil des Fuchshengstes setzen. Ich zielte vorsichtig und erwischte sie mit der flachen Hand. Vilou, der beim Surren des dicken Brummers bereits angespannt die Ohren zurückgeklappt hatte, schien erleichtert und verscheuchte stattdessen mit seinem Maul ein paar Fliegen an der Brust. Jetzt gerade schwirrten besonders viele Viecher um ihn herum, weil er nass war. Also zog ich ihn rasch mit dem Schweissmesser ab und brachte ihn dann im Nordstall in Sicherheit. Es war schon halb fünf, aber ich war zu faul, um mich zu hetzen. Ich beschloss, Co Pilot bloss an die Longe zu hängen. Geputzt war der Rappschecke schnell, denn er war überhaupt nicht schmutzig. Auch in den Hufen war fast nichts drin – der Boden auf der Weide war zu trocken, um sich in den Strahlfurchen zu verfangen. Pilot folgte mir brav wie ein Lamm zum Roundpen und war trotz der unbarmherzigen Sonne motiviert. Ich achtete darauf, dass er schön untertrat und vorwärts-abwärts lief, um den Rücken zu heben. Ich fand jedoch, dass er hinten links nicht ganz taktklar ging und tastete besorgt sein Bein ab. Erfühlen konnte ich nichts, und warm war es auch nicht. Trotzdem liess ich ihn sicherheitshalber Schritt gehen und versorgte ihn nach zwanzig Minuten. Ich beschloss, am Abend nochmal mit ihm Spazieren zu gehen, damit er trotzdem genug Bewegung bekam. Vorläufig rief ich den Tierarzt nicht, denn es war gut möglich, dass er einfach verspannt war, oder eine unvorteilhafte Bewegung auf der Weide gemacht hatte. Ich erkannte auch, dass er nach der leichten Longenarbeit schon etwas besser lief, also sah ich meine Vermutung bestätigt.

      Ich hörte ein Auto auf den Parkplatz fahren, während ich Pilot zurück in seine Box brachte. Als ich aus dem Nordstall in die heissen Sonnenstrahlen trat, sah ich Angelina Moore aussteigen. „Good afternoon Angie“, grüsste ich die Pensionärin freundlich. Sie erwiederte es und öffnete die Autotür für ihre Kinder, Alec und Susan. Die beiden waren heute zum ersten Mal dabei. „Hey you two. Are you going to ride today, too?“, fragte ich lässig. Alec sah seine Mutter kurz an, dann meinte er: „We only watch and help grooming Nera, until she’s a bit older and not so wild.“ “Ahh, I see. But you did ride before, didn’t you?” “Yes. With Barney. A lot”, antwortete die kleine Susan. Angie fügte rasch hinzu: “…Our old horse. He was very gentle and sweet tempered, and, at his age, no longer feeling the need for speed. It was too cute how he paid attention tho the kids.” “Hmm, if your Mum is okay with it, we have some very gentle ponies here aswell, so you don’t have to wait and watch only.” Ich schmunzelte, als Alecs Augen zu leuchten begannen, und er sich abermals begeistert umsah. Angie nickte, und Susan quetschte erfreut. Gerade, als ich mich fragte, wo sie sich schon wieder herumtrieb, hörte ich Lilys Stimme hinter mir. „Occu, do you want me to look after them? I’d like to show them around.“ Meine zwölfjährige Nichte versuchte erwachsen zu klingen, ich wusste aber genau, dass sie sich darauf freute, Unsinn mit den beiden auszuhecken. „Alright, you can take over for me later, since I still have to take care of some four-legged friends after that.” Auch Angie kam mit, als wir zum Nebenstall liefen. Wir hatten hier kürzlich etwas umstrukturiert und Ronja auf die Stutenweide umgesiedelt. Die Ponys standen nun alle zuvorderst, die Warmblut Stuten näher bei den Weiden. Susan kam aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. „So many pretty ponies!“, rief sie aus, während sie bei einem nach dem anderen auf Zehenspitzen über die Boxentür spähte. Von Lychee bekam sie sogar einen etwas groben ‚Kuss‘, sodass sie fast rückwärts umfiel. Alec und Lily lachten laut, und Susan selbst fand es nach einem kurzen Schrecken auch lustig. Lily verkündete entschlossen: „Alec can take Nimué. I would have gone on a hack with her later, but that doesn’t matter. She’s a very nice pony, don’t worry.“ Alec reagierte auf den letzten Teil mit Empörung. „I wouldn’t mind even if she was bucky. I ride pretty well.“ “That so?”, entgegnete Lily schulterzuckend. Ich schlug vor, dass wir für Susan entweder Peppy oder eines der Miniature Horses satteln konnten. „Ich bleibe mit Alec hier, wir putzen Nim schonmal“, beschloss Lily. Der rothaarige Junge sah sie verwundert an, als hätte sie gerade Chinesisch gesprochen. „You speak german?“ Lily grinste nur stolz. Wir liessen die beiden zurück und begaben uns zu den Weiden. Angie nannte Susan schon von weitem die Namen der Ponys, die man sah – jedenfalls so weit sie sie selbst schon wusste. „That beautiful silver gray one over there is Silver Lining. The black one is Nachtfalke, I think”, mit einem fragenden Blick zu mir. Ich nickte. „The black and white one is easy to remember – he’s called Oreo, just like the cookies you like so much.“ “And the white one?“, wollte Susan wissen, mit dem Finger deutend. „She’s not white, she has creamy fur. Her name’s Daki, and she’s the big boss out here”, antwortete dismal ich. Wir betraten die Weide und ich musste auch alle restlichen Ponys noch nennen, ehe die Sechsjährige zufriedengestellt war. Dann führte ich sie zu Tigrotto, die ich am geeignetsten hielt. Gemeinsam putzten wir das braune Stütchen, und Susan durfte sogar selbst den kleinen, baumlosen Sattel auf ihren Rücken legen. Beim Führen verlangte das Mädchen meine Hilfe, weil sie sich noch nicht ganz selbst getraute und ihr ihre Mutter dabei sonst auch immer geholfen hatte, wie sie mir erklärte. Ich versprach ihr aber unterwegs schonmal, dass Tio ganz lieb war. „Sometimes, the ponies at the other barn tried to bite me…“, erzählte sie schüchtern. Angie bestätigte: “Yeah, they got a bit naughty when the kids brought carrots.” Alec und Lily waren schon auf dem Sandplatz. Alec stieg gerade mit Hilfe von Lilys Räuberleiter in Nims Sattel. „Willst du selbst nicht auch reiten?“, fragte ich meine Nichte. „Nö, ich hab ja später noch Reitstunde.“ Angie sah noch zu, wie ihre beiden Kinder die ersten paar Runden drehten, dann wandte sie sich ab, um Nera putzen zu gehen. Weil ich kein Risiko eingehen wollte, pfiff ich Lisa zu uns rüber, die gerade zum Pflegerheim unterwegs war, und fragte sie, ob sie ein Auge auf die Kinder haben könne. Bei der Gelegenheit begann sie auch gleich wieder zu plaudern, sodass ich am Ende doch noch fast eine Viertelstunde vertrödelte. „… And then Diarado saw that deer, just a few meters away, and the deer stared back at him – you should have seen his face, it was hilarious!“ “Yea, I’m sure it was… I really need to get going now”, drängte ich, mit einem symbolischen Blick auf die Uhr. Ich entkam ihren Fängen und schaffte es, mich bis halb neun Uhr mit Shira, und nochmals mit Pilot zu beschäftigen. Letzteren führte ich wie versprochen ein wenig auf den Feldwegen in der Nähe des Hofs herum und liess ihn immer mal wieder ein paar Grashalme knabbern, während Zira und Jacky nebenher liefen und durch das hohe Maisfeld streiften. Langsam wurde es ein wenig kühler, worüber ich sehr dankbar war.

      Um neun Uhr brachte ich schliesslich Rebel zum Aufsteigen auf den Kiesweg und ritt dann Richtung Wilkinson Farm. Die Familie Moore war längst wieder nachhause gefahren, und Lily ritt wie angekündigt mit Teddy in Elliots Abenddressurstunde mit. Ich musste noch rasch auf Rosie warten, als ich bei der Farm angelangte. Sie ritt auf Farasha, hatte aber Antarktik zusätzlich als Handpferd dabei. Rebel brummelte beim Anblick der beiden Araberstuten zur Begrüssung. Bei den hübschen Damen verstand ich das nur zu gut. Bei dem liebevollen Grunzen blieb es aber, und er benahm sich während des ganzen Ausritts tadellos. Sobald die Sonne untergegangen war, schwirrten und sirrten die Mücken um uns herum, was ziemlich nervig war. Ich versuchte, sie so gut es ging zu ignorieren, aber selbst Rosie schlug immer mal wieder genervt um sich. Wir lachten herzhaft darüber und unterhielten uns über die letzten paar Tage. „Pluie gives me a bit of concern these days. She is very thin, but the vet is unsure why…” “Ahh, it did not yet get better? Maybe she still hasn’t adapted to her new home?” “I can’t tell if she’s unhappy, she doesn’t really look like it. Tough she is full of beans and very jumpy at the moment. I feel like she just uses up way too much energy and that might be the reason.” “Did you try giving her magnesium? I heard that if they’ve got a lack of it, they act all nervous and stressed.” “I think I’ll try that. If it doesn’t help, it won’t hurt either, I guess.” Wir kehrten erst gegen halb elf Uhr zurück und verabschiedeten uns. Ich ritt alleine im Dunkeln mit Rebel zurück nach Pineforest Stable. Die Hengste aus dem Nordstall waren auf der Weide – sie durften im Sommer über Nacht raus. Ich sattelte Rebel ab, bürstete ihn durch und brachte ihn dann ebenfalls dorthin, wo seine Kumpels bereits friedlich grasten.

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    • Wolfszeit
      Dressur M zu S | 31. August 2018

      Caspian of the Moonlightvalley, A Winter’s Day, Primo Victoria, PFS’ Navy Sniper, Yoomee, PFS’ Shadows of the Past, Nera, Chanda, PFS’ Dancin’ to Jazz, Tayr al-Diyari, PFS’ Arctic Silver Lining, PFS’ Arctic Rainstorm, PFS’ British Oreo Rascal, PFS’ Glenn’s Dare to Shine, PFS’ Bacardi Limited, PFS’ Dressy Miss Allegra, PFS’ Merino, Simba Twist, PFS’ Cryptic Spots, White Dream, Fake my Destiny, Tic Tac, PFS’ Kicks-a-Lot, Vychahr, Parányi, Satine, Areion, Diarado, Co Pilot de la Bryére, Circus Dancer

      Wir hatten trotz der Hitze heute wieder viel vor; Dressurtraining, to be exact. Es war bereits Nachmittag, somit erwischten wir leider gerade die heisseste Tageszeit. Das liess sich kaum vermeiden, denn den ganzen Morgen hindurch hatten wir auch schon gearbeitet, und die Pferde bis spät in die Nacht wach zu halten war auch keine gute Option. Deshalb brachten Lisa und ich im Voraus ein paar Wasserflaschen zum Reitplatz und stellten einen Sonnenschirm auf, damit wenigstens die Trainerin nicht unter der prallen Sonne gebraten wurde. Es kam heute extra eine externe Dressurtrainerin auf Platz, die uns und die Pferde etwas fördern sollte. Lisa ritt also heute selber auch mal in der Stunde mit, anstatt sie zu leiten. Der Name der Trainerin lautete Fiona Ramsey; eine S-Dressurreiterin die auch schon international gestartet war. Ich war gespannt auf ihr Coaching und putzte zuerst gut gelaunt Yoomee. Lisa bereitete Shira vor, Linda hatte White Dream neben mir und Yoomee angebunden und Lily ritt natürlich wieder Fake. Jonas machte nicht mit, sondern sah nur zu und reichte uns später die Wasserflaschen, wenn wir eine Pause brauchten. Anne und Robin sattelten im Nordstall Sniper und Baccardi. Darren und David waren unterdessen bei den Stuten im Offenstall und kümmerten sich um Chanda und Jazz. Auch Angelina Moore war mit ihrer Stute Nera dabei, und sogar Rosie war mit Tayr zu uns rübergeritten. Sie wartete mit dem schicken Rennaraber vor dem Nebenstall und plauderte mit mir, während ich meine Connemarastute striegelte. Fiona kam etwas früher als gedacht und sah uns schonmal beim Satteln zu. Danach trudelte ein Pferd-Reiterpaar nach dem anderen auf dem Sandplatz ein und Fiona unterrichtete uns schon beim Aufwärmen. Wir mussten eine grosse acht quer über den Platz reiten, und dabei stets die richtgie Stellung und den Abstand zum Vordermann wahren. Ausserdem machten wir viele Schlangenlinien und Seitenwechsel. Fiona war also sehr fokussiert auf Biegung und Abwechslung. Nach einer Weile durften wir die Pferde nochmal richtig strecken lassen, ehe wir mit der eigentlichen Arbeit anfingen. Yoomee schnaubte zufrieden ab und trabte locker vorwärts. Diese erste Trainingsstunde war wie eine Art Einstieg in die Dressurarbeit, denn die Pferde waren allesamt noch nicht sehr weit in der Dressur ausgebildet. Deshalb forderten wir auch nur einfache Lektionen, wie korrekte Übergänge oder leicht verstärkten Trab. Auch einfache Galoppwechsel liess uns Fiona machen, wobei sie wiederum genau darauf achtete, dass wir die Pferde richtig umstellten. Sie schien wirklich ein Auge für Feinheiten zu haben und gab wertvolle Tipps in denn richtigen Momenten. Ich war ihr zum Beispiel dankbar, als sie mich darauf hinwies, dass ich mit der äusseren Hand zu sehr mitging in den Kurven, oder dass ich mich wiedermal leicht nach vorne neigte, als ich angaloppieren wollte. Auch für Lily und Fake hatte sie ein paar Tricks auf Lager, damit die Hackneyponystute ihr volles Bewegungspotential ausschöpfen konnte. Ich sah, wie Jonas den beiden mit einem stolzen Ausdruck zusah. Die erste Runde dauerte eine Dreiviertelstunde, dann liessen wir die Pferde austraben und bereiteten die nächste Gruppe vor. Währenddessen waren Quinn, Parker, Thomas, Rita, Charly und April mit Caspian, Merino, Primo, Winter, Simba und Cryptic an der Reihe. Dem was ich beim Putzen von Parányi sah nach zu urteilen, lief es auch bei ihnen gut, obwohl die Vollblüter doch etwas mehr Power zeigten und mit der konstanten Anlehnung noch etwas Mühe hatten. Um Fiona eine Pause zu gönnen, nahmen wir uns reichlich Zeit zum Putzen und tratschten mehr mit Rosie, die noch einen Moment länger blieb. Tayr scharrte schon ungeduldig, als sie sich schliesslich auf den Heimweg machte. Ich sattelte Parányi und brachte sie auf den Platz, gefolgt von Satine, Vychahr, Co Pilot, Circus Dancer und Diarado. Jetzt kamen wir richtig ins Schwitzen. Diese sechs Vierbeiner liefen bereits höhere Dressur und kannten die meisten Lektionen, sodass wir aus dem Vollen schöpfen konnten, was Fionas Erfahrung als Grand Prix Reiterin anging. Sie gab uns wertvolle Tipps um die Piaffe zu verbessern und zeigte uns, wie wir den verstärkten Trab noch eindrucksvoller aussehen lassen konnten. Parányi machte fleissig mit und gab sich Mühe. Sie konnte zwar noch keine Piaffe, aber dafür glänzte sie bei den Galoppwechseln. Und Vychahr beeindruckte Fiona mit seinem schwungvollen Bergaufgalopp an der langen Seite. Nur das rechtzeitige Bremsen vor der Ecke bereitete ihm und Lisa noch etwas Schwierigkeiten.

      Nachdem auch diese Stunde geschafft war, kippte ich erstmal eine halbe Wasserflasche runter und setzte mich beim Nebenstall an die Wand gelehnt in den Schatten, sobald die Rappstute versorgt war. „Alles klar, Occu?“, fragte Jonas mitfühlend, als er mich sah. Ich nickte müde aber grinsend. Es hatte trotz der Hitze Spass gemacht und ich hatte das Gefühl, durchaus ein paar nützliche Inputs bekommen zu haben. Bevor Fiona wieder abreiste, wollte ich ihr aber noch ein wenig von unserem Training mit den Miniature Horses zeigen. Die wurden zwar nicht geritten, aber am langen Zügel konnten auch sie ziemlich anständige Dressurlektionen erlernen. Mit Tiki und Kiwi demonstrierten wir schon etwas komplexere Übungen, während Oreo, Lining, Acira und Darling vor den Augen der Trainerin an den Grundlagen feilten. Auch Allegra, mit der wir erst vor kurzem überhaupt angefangen hatten, zeigte immerhin schonmal schöne Übergänge. Fiona war begeistert von den Minis und nahm sogar selber mal die Zügel von Oreo in die Finger. „He’d be so handsome under saddle, if he only was a warmblood“, stellte sie belustigt fest, als Oreo mit meiner Hilfe einen ansatzweise funktionierenden Spanischen Schritt vorführte. Zuletzt gab es noch ein kleines Highlight für Lily. Sie hatte eigentlich nur noch schnell Areion auf dem Platz bewegen wollen, jetzt wo der ganze Trubel vorbei war. Aber Fiona nahm sich die Zeit, ihr mit dem Tinker ebenfalls noch eine halbe Stunde Einzelunterricht zu geben. Lily kam sogar dazu, ihre ersten Galoppwechsel zu reiten, was aber natürlich nur klappte, weil Lisa das in letzter Zeit so intensiv mit Areion geübt hatte. Lily hatte ein breites Grinsen auf dem Gesicht, als sie ihren Tinker nach dem Unterricht strecken liess. Ich war Fiona dafür extrem dankbar. Nun liessen wir sie aber endlich ziehen und verabschiedeten uns. Es war ein anstrengender, aber toller Nachmittag gewesen.

      © Occulta // 7042 Zeichen
    • Wolfszeit
      KriegerHerz Hufschmiede | 04. November 2018

      Mein Wecker riss mich aus meinem Schlaf. Vor Schreck fiel ich daher aus meinem Bett und lag ausgestreckt auf dem Boden. Als mir einfiel das ich heute einen anstrengenden aber hoffentlich sehr erfolgreichen Tag hatte, ich hatte heute sogar zwei Aufträge in meinem Kalender eingeschrieben. Der erste führte mich zu den Pineforest Stables, einem Rennpferdegestüt unter der Leitung von Occulta Smith. Als ich mich fertig gemacht hatte und alles in meinem Truck verstaut war, stieg ich ein und fuhr los. Mein Radio war laut aufgedreht und begeleitete mich bis zu meinem Ziel mit lautstarker Musik. Als ich endlich angekommen war, wurde ich bereits von Occulta erwartet und durch den Hofeingang gewunken, sie bedeutete mir wo ich parken und mein "Zeugs" aufbauen konnte und verschwand dann bereits um das erste Pferd zu holen. Das Pferd mit dem Namen Miss Moneypenny, hatte schöne blaue Augen und war bereits mit ihren 4 Jahren Siegerin eines Galopprennens. Als Occulta sie zu mir führte wurde sofort mein ganzen Outfit untersucht und an meinen Handschuhen geknappert. Ich lachte und tätschelte die Stute am Hals. "Es kann sein das sie etwas unruhig steht... aber das lässt sich händeln.",erklärte Occulta und ich nickte verständlich. Es war gut das sie mich vorwarnte, so konnte ich mich bereits auf das kommende einstellen. Das erste Hufeisen war schnell entfernt und Penny lies es ohne Probleme mit sich machen. Bei dem zweiten Hufeisen, war Penny ebenfalls ziemlich ruhig obwohl man ihr bereits ansah das sie nervös wurde. Die letzten beiden Hufeisen konnte ich auch noch entfernen ohne Probleme. Nun wurde es schwieriger, immerhin musste ich nun die neuen Renneisen anbringen. Doch mit Occultas Hilfe schaffte ich es alle Hufeisen anzubringen und Penny einigermaßen ruhig zu halten. Danach waren wir fertig und Occulta tauschte Penny gegen das nächste Pferd aus, den Tinkerhengst Areion. Gelassen kam der Hengst zu mir und schnupperte an meinem Handschuh. "Na du?",fragte ich und lächelte den Tinker freundlich an. Bei ihm musste ich die großen Hufe nur feilen und ausschneien, da er Barhufer war. Areion stand da wie ein Teddybär und lies alles ruhig mit sich machen, wodurch wir schnell fertig waren und Occulta meinen letzten Patienten zu mir brachte. "O gott! Wie süß ist die den bitte!",rief ich aus und starrte das Mini pferdchen vor mir an. Kicks-a-Lot war eine American Miniature Horse Stute mit niedlichen blauen Augen und einen knuffigen rotbraunen Fleck bei ihrem Auge. Occulta lachte bei meinem kurzem Aufschrei und erklärte mir das die "Ice Princess" aus der Hofeigenen Zucht stammte und ihr ganzes Leben bis jetzt hierlebte. Während Occulta mir mehr über die Zucht erzählte machte ich mich wie auch bei Areion daran die kleinen Hufe von Kicks-a-Lot zu feilen und auszuschneiden. Die kleine Stute hatte es auf jedenfall faustdick hinter den Ohren und versuchte mir oft ihr Bein zu entziehen oder mich irgendwo zu zwicken, jedoch wich ich ihr gekonnt aus und erledigte meinen Auftrag. Zufrieden streifte ich mir meine Handschuhe von den Händen und meinte:"Alles erledigt!" Daraufhin verabschiedete ich mich von Occulta und fuhr nachhause.

      © Sisicat // 3250 Zeichen
    • Wolfszeit
      Hufschmiedbericht | 09. Dezember 2018

      Areion, PFS' Bacardi Limited und PFS' Navy Sniper

      Es war heute noch immer etwas windig, doch der Sturm war dabei sich zu legen. Auf dem Gestüt gab es nun viel zu tun. Eine Dreiviertelstunde hatte ich noch Zeit, bevor ich mich auf den Weg nach Birmingham machen musste. Die Sonne hatte schwer damit zu kämpfen durch die dichte Wolkendecke durchzubrechen, doch das diesige Herbstlicht gefiel mir. Mirko und Beth waren schon dabei die Ställe zu misten und ich ging mit Pitch die Weiden ab und warf dabei heruntergefallenes Geäst in eine Schubkarre. Leider schaffte ich es nicht alle Weiden abzulaufen, ehe ich meine sieben Sachen packen und aufbrechen musste.
      In Birmingham sah es nicht besser aus. Auch hier dominierte die Wolkendecke und in der Luft lag der Geruch von feuchter Erde. Auf dem Pineforest Stable bog ich gleich nach links ab und platzierte meine mobile Schmiede neben einer der Putzstangen. In aller Ruhe stellte Amboss und Hufbock bereit. Occulta bemerkte mich, als ich gerade den Werkzeuggürtel anlegte. "Guten Morgen. Du bist früh! Nach dem Sturm letzte Nacht hätte ich mit einer Verspätung gerechnet." Wir umarmten uns freundschaftlich und warfen dann beide einen prüfenden Blick auf meine Aufbauten. "Ich hätte mich gemeldet, wenn ich mich verspätet hätte.", erklärte ich höflich und lächelte sie an. "Lily ist noch im Bett, deshalb bring ich dir zuerst eines der Ponys. Irgendwelche Wünsche?", fragte sie und drehte sich um als ich mit dem Kopfschütteln begann. Sie brachte mir zuerst PFS' Bacardi Limited. Occulta führte ihn gleich im Trab vor, sodass ich mir seine Hufe und Beine ansehen konnte. Der junge Hengst war bereits beschlagen und die Eisen saßen trotz der endenden Beschlagsperiode recht fest. Spricht für ihn, würde mich aber mehr Kraft kosten. Als Bacardi angebunden stand machte ich mich kurz mit ihm bekannt und griff dann nach dem ersten Huf. Ich tastete das Horn mit dem Daumen ab und prüfte dann nochmal den Sitz des Eisens. Mithilfe der Werkzeuge und etwas Kraftaufwand löste ich es vom Huf und legte es zur Seite. Das Horn war fest und gesund und gleichmäßig nachgewachsen. Mit dem Hufmesser entfernte ich das alte Horn, schnitt den Strahl frei und stutzte im Anschluss auch die Hufwand mit Hilfe einer Zange zurück. Zuletzt Raspelte ich den Huf plan und schliff alle Kanten ab. Auch die Hufwand bearbeitete ich kurz. Erst jetzt nahm ich ein neues Eisen zur Hand und prüfte ob die Größe passen könnte. Ich hatte schon immer ein gutes Augenmaß, mit dem ich auch jetzt wieder richtig lag. Lediglich ein paar kleine Anpassungen musste ich vornehmen, ehe ich das Eisen mit ein paar Nägeln aufschlagen konnte. "Guter Junge.", lobte ich den Dunkelfuchs und streichelte ihm vom Hals über Schulter und Rücken, während ich zum nächsten Huf ging. Bacardi ließ das Prozedere dösend über sich ergehen. Die Arbeit mit dem Hufschmied kannte er bereits, lediglich die lauten Schläge aufs Eisen fand er nicht so prickelnd, da sie ihn bei seinem Dämmerschläfchen störten. Doch mehr als ein Ohren anlegen, genervtes Aufstampfen und Schweifschlagen, war nicht drin. Nach einer Weile stand der hübsche Ponyhengst mit neuen Schuhen vor mir. Ich überprüfte abermals mein Werk und pinselte dann alle vier Hufe mit Hufbalsam ein. "Fein.", ich zog einen Haferkeks aus der Tasche und bot ihn dem Hengst an. Vom Weitem hörte ich das helle Lachen von Occulta, noch ehe mich Bacardi mit strafendem Blick abwies. "Er ist wählerisch, versuchs am besten gar nicht erst." Sie schmunzelte und brachte den Hengst zurück in den Stall. Unverrichteter Dinge steckte ich den Keks zurück in die Tasche. Wer nicht will, der hat schon. Dann ist der eben für einen der anderen Kandidaten.
      Occulta brachte mir nun den zweiten Ponyhengst namens PFS' Navy Sniper. "Diese Farbe sieht man selten bei Reitponys.", bemerkte ich und sie nickte zustimmend. "Da sind wir auch recht stolz drauf, glaub mir." Sie band Snipes, nachdem sie ihn vorgeführt hatte, an die Putzstange und verschwand wieder in die Stallungen. Der Hengst beobachtete mich mit seinem klugen Blick und wirkte deutlich wacher als sein Kumpel Bacardi. Er genoss die kurze Streichelheit und gab mir dann brav den ersten Huf. Die alten Eisen ließen sich bei ihm ein wenig leichter lösen, worum ich ihm sehr dankbar war. Auch sein Horn war von guter Qualität. Mit einigen Handgriffen schnitt ich den Huf aus und den Strahl frei. Wie schon bei seinem Vorgänger stutzte ich auch hier die Hufwand zurück und raspelte alles Plan, da Snipes ebenfalls neue Eisen bekommen sollte. Immer wieder lobte ich das Pony, das ein wenig gelangweilt nach Beschäftigung suchte und mir am Werkzeuggürtel herumfummelte, während ich die Passform des neuen Eisens überprüfte. Die Nagellöcher mussten auf der weissen Linie sitzen. Noch einmal an den Amboss und ich konnte endlich aufnageln. Snipes nervte es, dass er nicht mehr an mich herankam, als ich an den Hinterhufen zugange war und so drehte er sich immer mal wieder etwas weg. "Junge, ruhig stehen ist nicht so dein Fall, hm?", fragte ich erschöpft nachdem ich zum x-ten mal meine Position korrigiert hatte, da Snipes einen Schritt zur Seite getan hatte. Ächzend richtete ich mich auf und überlegte wie ich den Hengst beschäftigen konnte, damit ich in Ruhe weitermachen konnte. Dann fiel mir ein, dass ich noch etwas Hundespielzeug von Pitch im Auto hatte. Ich suchte mir einen Eimer und warf das Spielzeug da rein um es Snipes vor die Nase zu setzen. Neugierig stöberte er darin herum und machte es sich nun zur Aufgabe die verschiedenen Teile zu überprüfen. Zumindest war er solange damit beschäftigt, dass ich meine Arbeit zu Ende bringen konnte. Auch seine Hufe pinselte ich mit Hufbalsam ein, bevor Occulta ihn abholte und einen argwöhnlichen Blick auf den Eimer mit Hundespielzeug warf. Sie entschloss nicht nachzufragen und kam dieses Mal ohne Pferd zurück.
      "Wie wärs mit Kaffee?", fragte sie und deutete mir an ihr ins Haus zu folgen. Ich räumte den Großteil der Sachen zurück in den Wagen und fegte den Putzplatz kurz ab, ehe ich ihr folgte. "Lily müsste jeden Moment fertig sein, aber eine Pause schadet dir ja sicher auch nicht, oder?" Sie zwinkerte mir zu, schaltete die Kaffeemaschine ein und setzte mir eine Tasse aus dem Schrank vor die Nase. Wir unterhielten uns über die Vollblüter und kamen irgendwann auf das Thema "Schwere Entscheidungen". Ich hatte selbst den ein oder anderen Rentner auf dem Hof, brachte es jedoch nicht übers Herz sie an einen Gnadenbrothof abzugeben. Viel lieber hielt ich mir eine Rentnerherde für die nicht mehr aktiven Pferde. Doch auch um jüngere Partner ging es in dem Gespräch. Pferde, die einfach nicht mehr attraktiv oder gesund genug für die Zucht oder den Sport waren, für viele ein Tabuthema. Wir gingen das jedoch offen und analytisch an. Die kürzlichen Ereignisse auf dem Pineforest Stable waren erschreckend und regten nicht nur Occulta selbst zum Nachdenken an. Erfreulicher war es dann, als die Sprache auf einen ihrer gesunden und munteren Hengste kam. Zumindest war das für mich erfreulich, denn ich hörte deutlich heraus, dass sie den Hengst schon noch gerne halten würde, aber einfach nichts mehr mit ihm anzufangen wusste. Ich ließ sie von Sunday Morning erzählen und bot ihr an den Hengst zu übernehmen, ehe sie ihn in Rente schickte.
      Wir beschlossen noch einmal darüber zu schlafen und dann erst Entscheidungen zu treffen, denn just in dem Moment kam Lily in die Küche gestürmt und begrüßte uns freudig. "Areion ist jetzt bereit!", erklärte sie feierlich. Gemeinsam gingen wir zurück zum Putzplatz, wo ich mein Zeug wieder aufstellte. Lily und Occulta holten den Tinkerhengst. Sein Langhaar war hübsch eingeflochten und die Mähne sogar mit Bändern verziert. Über Lilys Versuche höchst professionell aufzutreten musste ich schmunzeln. Sie führte mir den Hengst im Trab vor und band ihn dann an der Stange fest. Wollte man ihr helfen wurde man abgewiesen mit den Worten: "Nein, ich schaff das alleine, aber danke für das Angebot!". Sie beobachtete neugierig, alles was ich von nun an machte und stellte zwischendurch ein paar Fragen zur Arbeit. Areion interessierte das nicht die Bohne. Der Tinkerhengst war sehr gelassen und döste ruhig vor sich hin. Bei den Hinterhufen musste ich ihn ein wenig überreden sie anzuheben. "Die gibt er manchmal nicht so gern.", kommentierte Lily. Die Hufe des wolligen Hengstes waren unbeschlagen und wuchsen recht breit. Im Sommer sicherlich wie bei vielen Kaltblütern ein Risiko für brüchige Hufe. Doch man kümmerte sich hier sehr gut um die allgemeine Gesundheit der Pferde, weshalb auch Areions Horn einwandfrei war. Da er keine Eisen trug schnitt ich die Hufwand nur soweit zurück, dass sie weiterhin als Träger fungieren konnte. Als ich mit dem Ausschneiden der vier Hufe fertig war pinselte ich sie noch mit Hufbalsam ein. Lily hielt mir dabei das Döschen hin und las interessiert das Kleingedruckte darauf. "Super, vielen Dank!", sagte sie und gab mir die Dose zurück, bevor sie Areion zurück in den Stall brachte. Occulta und ich klärten jetzt noch alles Übrige. "Ich räum hier noch auf und fahr dann sofort los.", erklärte ich. Wir verabschiedeten uns also schonmal, falls wir uns nicht mehr sahen. In wenigen Minuten hatte ich das gesamte Werkzeug, inklusive dem Hundespielzeug, wieder im Wagen verstaut. Den Platz fegte ich abermals ab und brachte den Eimer dahin zurück, wo ich ihn her hatte. Erst als ich alles noch einmal auf seine Richtigkeit überprüft hatte setzte ich mich in den Wagen um nach Hause zu fahren.

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  • Teddy ist 15 Jahre alt.

    Aktueller Standort: Kalmar Stuteri, Kalmar [SWE]
    Unterbringung: großes Stallgebäude; Box [9h], Paddock [15h]


    –––––––––––––– s t a m t a v l a

    Aus: Unbekannt (IRE) [Tinker]
    MMM: Unbekannt ––––– MM: Unbekannt ––––– MMV: Unbekannt
    MVM: Unbekannt ––––– MV: Unbekannt ––––– MVV: Unbekannt


    Von: Unbekannt (IRE) [Tinker]
    VMM: Unbekannt ––––– VM: Unbekannt ––––– VMV: Unbekannt
    VVM: Unbekannt ––––– VV: Unbekannt ––––– VVV: Unbekannt



    –––––––––––––– h ä s t u p p g i f t e r

    Zuchtname: Areion
    Rufname: Teddy
    Farbe: Brauner Schecke (Tobiano)
    [Ee Aa nT]
    Geschlecht: Hengst
    Geburtsdatum: 2008
    Rasse: Gypsy Vanner (Sec B) (Tinker) [x]
    Stockmaß: 153 cm

    Charakter:
    ausgeglichen | lieb | verschmust | geduldig | fleissig | ab und zu etwas stur

    Der Hengst hat charakterlich viele Seiten, die man erst nach einer gewissen Zeit kennen lernt. Jedoch hat
    er ein an sich ausgeglichenes Gemüt, geht mit Kindern, seinen Bezugspersonen und vor allem Fohlen sehr
    sanft um. Stur wird er nur, wenn er weiß, dass es mit Personen gelingt, die ihn nicht kennen oder auch
    wenn er mal keine Lust hat. Ansonsten ist Areion ein sehr lernwilliger Partner und bemüht sich in jeder
    Hinsicht alles recht zu machen. Was er liebt sind Streicheleinheiten, was er nicht so gern mag sind laute
    und störende Geräusche. Er würde in keinster Weise losrennen, dennoch zieht er sich in diesen Situationen
    zurück und spielt missmutig mit seinen Ohren.
    Areion verfügt über einen kompakten, aber überaus kräftigen und gut proportionierten Körper. Er hat
    sowohl einen rassetyischen Ramskopf, mit großen Augen, als auch ein dickes Winterfell inklusive jeder
    Menge Fesselbehang und Bart. Er hat eine gute Brusttiefe und würde sich schon allein durch seine
    körperlichen Auszeichnungen gut in einer Zucht machen.
    Der Hengst ist in seinen GGA sehr ausdauernd, schwungvoll, raumergreifend und trittsicher, was jeden
    Reiter beruhigt. Da Areion oftmals stur und faul sein kann, ist es wichtig konsequent zu bleiben.
    In Irland auf einem der Urgestüte der Rasse gezüchtet, kam Areion schon früh an's Fahren. Bis er fünf Jahre
    alt war musste er keinen Sattel tragen und wurde schließlich bei seinen zweiten Besitzern erst eingeritten.
    Er zeigt hier ein besonderes Talent für's Trail reiten und würde mit etwas Übung sicher auch in anderen
    Western Disziplinen eine gute Figur machen. Nach vier weiteren Jahren landete der schöne Hengst mit den
    auffälligen Stichelhaaren abermals auf einem Tinkermarkt in Irland, wo er vom Bear Brook EC aufgekauft
    wurde um dort nach ein paar Wochen Aufbautraining wieder voller Frische in ein neues zu Hause
    entlassen zu werden.
    Auf dem Pineforest Stable wurde der Hengst weiter in einigen Disziplinen gefördert und von seiner
    Besitzerin Lily sehr geliebt. Nach einigen Jahren wurde sich jedoch dazu entschlossen, dass Areion
    abgegeben würde und Hunter hat sich sehr darüber gefreut, als Occulta ihm das Angebot machte Areion
    zurückzunehmen. Auf dem Gut Schwarzfels wird der Tinker nun gekört und darf sein Leben als Deckhengst
    genießen.


    –––––––––––––– t ä v l i n g s r e s u l t a t

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    Dressur S [S'] – Springen L [L] – Fahren A [L] – Western E [E] – Distanz L [M]

    April 2016 Einfahren, Fahren E zu A
    Juli 2016 Probereiten und Training, Dressur E zu A
    August 2016 Training, Dressur A zu L
    Januar 2017 Training, Dressur L zu M
    August 2017 Training, Distanz E zu A
    Juni 2018 Training, Distanz A zu L
    August 2018 Training, Dressur M zu S
    März 2019Training, Springen E zu A
    Mai 2019 Training, Springen A zu L
    Juli 2019 Training, Distanz L zu M

    Ebene: International
    Einsatz: -
    Distanz: -

    März 2016
    [BSW 439] Pferde ohne SW-Schleife

    August 2017
    [SW 475] Pferde mit braunen Augen

    Dezember 2017
    3. Platz, 342. Militaryturnier
    3. Platz, 422. Westernturnier

    Januar 2018
    2. Platz, 425. Neujahrswesternturnier
    1. Auslosung

    November 2018
    2. Platz, 469. Westernturnier
    1. Auslosung
    1. Platz, 370. Distanzturnier

    Mai 2019
    3. Platz, 22. Synchronfahren

    Oktober 2022
    [SW 555] Kaltblüter und Mixe

    x 2023
    x. Platz, x


    –––––––––––––– a v e l

    [​IMG]

    Gekört durch HK 515 im September 2022.

    Zugelassen für: Tinker
    Bedingung: -
    DMRT3: CC [Dreigänger]
    Lebensrekord: -
    Leihgebür: 267 J. [Verleih auf Anfrage]

    Fohlenschau: 0,00
    Materialprüfung: 0,00

    Körung
    Exterieur: 6,03
    Gesamt: 7,03

    "x"

    Gangpferd: 0,00


    –––––––––––––– a v k o m m e r

    Areion hat 0 Nachkommen.
    • 20xx Name (aus: Name)


    –––––––––––––– h ä l s a

    Gesamteindruck: gesund, im Training
    Krankheiten: keine
    Roentgen: ohne Befund

    "x"

    Beschlag: Falzeisen [Stahl], Voll


    –––––––––––––– s o n s t i g e s

    Eigentümer: Name [100%]
    Pfleger: x
    Trainer: x
    Fahrer: x
    Züchter: [IRE]
    VKR / Ersteller: Mohikanerin

    Punkte: _gekört

    Abstammung [0] – Trainingsberichte [0] – Schleifen [0] – RS-Schleifen [0] – TA [0] – HS [0] – Zubehör [0]

    Spind – HintergrundPuzzel PNGEquidenpass

    Areion existiert seit März 2016.