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Samarti

Aponi, DRP

*2014, im Besitz seit dem 15. Mai 2015

Aponi, DRP
Samarti, 6 Juni 2016
Occulta und Mohikanerin gefällt das.
    • Samarti
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      Nichts geht über die Süßheit von Fohlen
      22. Mai 2015, von Gwen
      5973 Zeichen
      Wie wurde man am besten wach? Genau, indem man erst einmal die tausenddreihundertundzweiundvierzig Nachrichten las, die während der Nacht im Gruppenchat verfasst wurden. 90% stammten davon von Elisa, welche lallend irgendwelche Songtexte auf und ab trällerte und 10% von Elena beziehungsweise ihrer augenrollenden Smileys und den „BESOFFEN!“-Kommentaren. Gab es etwas Schöneres auf der Welt? Nein, natürlich nicht oder doch?
      Gerade als ich nur noch gefühlte weitere tausend Nachrichten vor mir hatte, wurde plötzlich meine Zimmertür aufgerissen und Kathy rannte im Pyjama in mein Zimmer, sprang auf mein Bett und entriss mir meine Decke. „Ey hallo?! Privatsphäre, Schönheitsschlaf, Ruhezeit? Schon mal was davon gehört?“, fauchte ich sie an, battelte zwei Sekunden um meine Decke und - verlor.
      „Okaaaay, was ist?!“, fragte ich, warf den Laptop beiseite und setzte mich in den Schneidersitz (Nein, ich bockte nicht! Ein bisschen vielleicht…). „Du musst sofort mit in den Stall! Mama hat eine Überraschung für dich! Es geht um Nayala!“, meinte Kathy und zwinkerte mir zu. Toll, jetzt hatte das dicke Ding wegen seinem Übergewicht auch noch eine Kolik bekommen?!
      Seufzend hob ich mich aus dem Bett und marschierte zum Schrank, sprang in Jeans und Shirt, ehe ich kurz darauf das Haus verließ und durch die kühle Morgenluft zum Stall stapfte. „Was gibt’s denn?“, fragte ich neugierig, als ich die Tür hinter mir gelassen hatte. Mein erster Blick galt Nayala, aber die stand zum Glück auf allen vieren und sah gar nicht mehr so dick aus wie sonst oder hatte ich einen Knick in der Optik?
      „Dein Geburtstagsgeschenk! Etwas verspätet, aber man kann sowas ja nicht immer beeinflussen“, meinte Mama entschuldigend und machte einen Schritt zur Seite. Ab dem Moment hatte ich vollen Blick auf das kleine schwarze Bündel, was neben Nayala im Stroh lag. „OH.MEIN.GOTT!“, quietschte ich aufgeregt und sank direkt vor dem Kleinen auf die Knie. Meine erste Amtstat? Ein Foto machen und den anderen schicken mit „#LIEBE#PUR#SCHAUTESEUCHAN!“
      Dann widmete ich mich vollkommen dem kleinen Bündel, was inzwischen von meinem Gequietsche geweckt worden war und zweifelnd zu seiner Mama aufschaute. Die futterte nur zufrieden ihr Heu und ignorierte mich weitestgehend. Also entschied das kleine Fohlen, dass ich okay war und schob mir vorsichtig sein Mäulchen entgegen. „Es ist ein Mädchen“, meinte Mama lächelnd und erst jetzt fiel mir auf, dass das Kleine sogar helles Langhaar hatte. Ein Windfarbener? Ein Rappwindfarbener? Da hatte sich Nayala ja ganz schön ins Zeug gelegt!
      Meinen restlichen Morgen verbrachte ich bei dem kleinen Zwerg und philosophierte über einen Namen, bis ich plötzlich Hufgeklapper hörte und dann Elisas neugierige Stimme. „Wo ist es? Ich muss es sehen! Und anfassen!“, quiekte es am anderen Ende des Stallgangs. Ich lehnte mich vorsichtig aus der Box und sah, wie Elisa Romantica in der Stallgasse anband und zu mir gehüpft kam, um dann genauso quietschend, wie ich vorhin, das Fohlen zu begrüßen.
      „Hast du schon einen Namen?“, fragte sie sofort und ehe ich mit Vorschlägen überhäuft wurde, sagte ich direkt „Nuriya?“, etwas unsicher, denn Elisa war sehr kritisch was Namen betraf. „Oh ja! Akzeptiert! Sehr akzeptiert!“, grinste sie und misshandelte den Namen direkt wieder nach allen Künsten einer Elisa: „Nuriyaiii! Nuriyaiii!“
      Mit geschürzten Lippen starrte ich sie an bis sie endlich aufhörte. „Ist ja schon gut! Aber weißt du eigentlich waaaaas? Hast du schon Aponi gesehen? Ich habe auch so ein super süßes Fohlen!“, meinte Elisa, sprang auf und weckte damit die frisch getaufte Nuriya. Die schaute wieder zweifelnd zu Mamapferd, die das ganze Getue aber rein gar nicht störte, stattdessen wurde Nayala mit Leckerlis vollgestopft, was ihr besonders gut gefiel.
      Dennoch schien auch sie froh, als wir sie endlich alleine ließen und sie sich entspannen konnte. Dann legte sie sich neben Nuriya, putzte ihr Fohlen kurz sanft, ehe sie sich erneut und vor allem liegend ihrem Heu widmete. „Ich glaube Nayala wird demnächst dauerträchtig und Dauer-Mama, wenn ihr die so verwöhnt“, meinte Elisa lachend und schnappte sich Romanticas Zügel.
      „Wir haben nur ein Pferd, also entweder du läufst oder steigst mit auf“, das war die Wahl die mir blieb. Da ich keine Lust hatte zu laufen, schwang ich mich hinter Elisa und den Sattel. „Juhu! Los geht’s“, meinte ich lachend und tatsächlich schafften wir es heil auf die andere Seite des Waldes.
      Dort wurden wir mit den bereits allbekannten Worten „Ihr seid doch bescheuert“, begrüßt, welche dem Mund des tollen Schwarzhaarigen entstammten, der gerade mit dem Junghengst Unbridled Dreams auf dem Reitplatz arbeitete, natürlich vom Boden aus. „Hallo Unbriddle!“, rief ich provozierend zurück und erhielt den Blick des Todes, aber nicht nur von Matthew sondern auch von Elisa, die meine Umgestaltung des Namens nicht sonderlich mochte und mich eiskalt vom Pferd schubste.
      „Das ist Aponi!“, meinte Elisa einige Minuten später stolz, nachdem ich wieder aufgestanden war und mein Krönchen gerichtet hatte. „Oh ist die süß!“, sagte ich und schlich mich schon professionell an das Reitponyfohlen heran, um es direkt komplett durchzuknuddeln. „Sie und Rozene werden tolle Gefährtinnen für Nuriya!“ und schon begann die Planung der Zukunft unserer Stutfohlen, durchaus etwas chaotisch.
      Währenddessen jagte Aponi im Zuckel-Fohlengalopp über die Weide und versuchte einen Schmetterling zu fangen. Da sie dabei aber nicht hinschaute wohin sie lief, rannte sie beinahe den Baum um, zumindest hätte sie es getan, wenn der Baum nachgegeben hätte. Natürlich wurde sie sofort von uns bemitleidet, getröstet und geknuddelt, also nach allen Künsten der Süßheit verwöhnt.
      Matthew quittierte das Ganze nur mit einem Augenroller (da machte er langsam Elena Konkurrenz), aber selbst er konnte Aponis Süßheit nicht widerstehen und knuddelte sie zumindest kurz vor unseren Augen. „Eigentlich verbringt er fast den ganzen Tag bei ihr!“, meinte Elisa lachend.
    • Samarti
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      Wannabe-Stalker
      05. Juni 2015
      11531 Zeichen
      „Eliiiisa! Lass uns shoppen gehen!“
      Es war Elena, die da mit einem breiten Grinsen im Gesicht auf mich zugelaufen kam und schließlich dann vor mir stehen blieb. Dabei wedelte sie mit einem Zettel herum, den sie in der Hand hielt.
      „Was ist das?“, hakte ich zuerst nach, und noch bevor ich die Frage vollends gestellt hatte, begann Eli: „Das ist ein Gutschein für den neuen Reitsportladen in Dauphin, da müssen wir später auch nochmal hin!“ Sie holte tief Luft, um fortzufahren: „Aber erstmal gehen wir für uns shoppen! Wo ist Matthew? Er muss die Tüten mitnehmen!“
      Nur kurze Zeit später war sie abgetaucht, ließ mich an der Weide wieder alleine stehen und ich entschloss mich dazu, einfach weiter die Fohlen beim Spielen zu beobachten.
      Pamuya war inzwischen schon ein Jahr alt, ebenso wie Aponi. Die zwei waren stets gemeinsam anzutreffen und verstanden sich mindestens genauso gut wie ihre Mütter. Ständig tobten sie zusammen über die Weide; und während Aponi dann die ruhigere war, die das Spiel aber mitmachte, erklärte Pamuya ihr die Spielregeln und sagte, wo es lang ging. Allein das Beobachten machte immer wieder Spaß, denn vor den Menschen verhielt Pam (so nannte Joline sie ständig, und obwohl ich es nicht wollte, irgendwie hatte es sich auch bei mir eingebürgert) total anders: scheu, zurückhaltend und beinahe ängstlich trat sie dem Menschen gegenüber – wenn sie ihm überhaupt gegenübertrat.
      Nachdem ich die beiden Fohlen noch eine ganze Weile beobachtet hatte, ohne, dass sie mich überhaupt bemerkt hatten, ließ ich schließlich den Blick über das Gestüt wandern. Hie und da erspähte ich zwischen den Bäumen hinten am Horizont einen Pferdekörper, welchen ich als den vom Multivitaminsaft einordnen konnte. Die stand nämlich momentan wieder mitten im Geländetraining. Allerdings schien es eher, als wäre das einfach ein gemütlicher Schrittausritt, denn sonderlich schnell bewegte sich das Paar nicht vorwärts.

      Einige Zeit später traf ich wieder auf Elena und Matthew, die sich momentan wohl verbal bekämpften. Eli war dabei der Meinung, dass Matthew unbedingt mitkommen müsste; der Mann hingegen hielt von der Idee so ungefähr … rein gar nichts.
      „Und was soll ich da?“
      „Na ja, auch mal ein bisschen was Neues kaufen …“
      „Eure Tüten tragen? Eure Taschen halten, während ihr in den Umkleidekabinen verschwindet, um zwölf verschiedene Kleidungsstücke anzuprobieren?“
      „Eiiigentlich darf man in eine Kabine meistens maximal fünf Sachen mitnehmen, aber nein, darum geht es doch gar nicht!“
      „Worum dann? Darum, dass ihr dann jemanden habt, der euch herumkutschiert und schließlich wieder nach Hause bringt?“
      „Elisa möchte gerne mehr Zeit mit dir verbringen!“
      In dem Moment klappte mir die Kinnlade herunter und ich starrte Elena wutentbrannt an, jeden Moment dazu bereit, sie anzuspringen und zu erwürgen. Woher nahm sie solche Behauptungen?! Genau so entstanden Gerüchte! So und nicht anders!
      „Ja, klar. Das klingt total überzeugend. Aber okay, wenn ich das Ganze nicht nur mit dir ertragen muss, komme ich natürlich liebend gern mit“, spottete Matthew und es hörte sich beinahe an wie ein „Was, Elisa ist dabei? Da muss ich mitkommen!“, aber das konnte ich mir auch nur eingebildet haben.

      „Ich fühle mich, als wäre ich im Shopping-Himmel!“, schwärmte ich, als wir den nächsten Laden betraten – gefolgt von Matthew, der rund sieben Tüten mit sich schleppen musste. Letztendlich war der arme Kerl nämlich doch als Packesel benutzt worden. Aber selbst schuld, wer auch unbedingt mitkommen wollte, musste sich dann wenigstens nützlich machen!
      Ich fühle mich, als würde ich vorm Computer sitzen und auf asos herumstöbern“, antwortete Eli mir hingegen, völlig verliebt in die ganzen Läden in Dauphin, und kam aus dem Staunen nicht mehr heraus, als sie ein schönes Oberteil nach dem anderen fand. Hin und wieder trauerte sie, dass es sooo viele schöne Kleider gab, sie aber keine Kleider trug – das konnte ich bei ihrer Figur absolut nicht nachvollziehen, aber Leute soll es ja schließlich geben!

      Irgendwann hatten wir unsere Shoppingtour beendet und saßen in einem Restaurant, das wirklich außerordentlich leer war. Nach einer Weile kam nur noch ein Mann hinzu, der aussah, als wäre er einer der Lkw-Fahrer, die ihre Wagen draußen vor der Tür parkten und auf dem Parkplatz hier nur einen Zwischenstopp einlegten.
      Auf unseren Tellern befanden sich dicke Burger; wahnsinnig lecker! Und während wir da so saßen, aßen und uns miteinander unterhielten, ging Elena irgendwann weg, um Servietten zu holen, da sie mal wieder gekleckert hatte. Kurz, nachdem sie aufgestanden und verschwunden war, sah ich es in unsere Richtung aufblitzen. Dezent unauffällig starrte ich in die Richtung, aus der der Blitz gekommen war und bemerkte den Lkw-Fahrer, der sein Handy verdächtig auffällig so hielt, dass die Kameralinse direkt auf mich deutete. Als er bemerkte, dass ich ihn ansah, wandte er schnell seinen Blick ab und aß weiter.
      „Matthew“, murmelte ich leise, „der Typ da hat mich gerade fotografiert, glaube ich.“
      Matthew zog als Antwort die Augenbrauen hoch, warf dem Typen einen beinahe bitterbösen Blick zu und für einen Moment schien es, als würde in seinen Augen pure Eifersucht aufflammen; dabei sah er aus wie ein Kind, dem sein Spielzeug weggenommen wurde, und das jetzt wahnsinnig wütend war.
      Auch, als Elena wiederkam, hatte Matthew sich noch nicht vollends beruhigt. Kurz hatte ich Elena erklärt, dass der Typ mich gerade kaum merklich fotografiert hatte und er dabei in ein Fettnäpfchen getreten war, denn sein Blitz war nun mal eingeschaltet gewesen.
      Während des Essen spürte ich trotzdem immer wieder den Blick des Mannes auf mir ruhen und als ich aufsah, trafen meine Augen genau auf seine. Eigentlich wollte ich in dem Restaurant keine verdammte Szene schieben, dafür war ich einfach nicht der Typ, aber jetzt gerade ging es nicht anders. Also legte ich mein Besteck beiseite, schob den Stuhl zurück und bewegte mich langsam in die Richtung des Lkw-lers.
      „Wenn du mich weiter so anstarren willst, dann sieh doch bitte einfach auf dein Handydisplay. Aber hör auf, mich so dämlich zu beobachten!“ Mit den Händen in die Hüften gestemmt machte ich dem Kerl eine mehr oder weniger klare Ansage, machte dann auf dem Absatz kehrt und lief wieder zurück zu meinen Freunden. Elena grinste siegessicher, Matthew hingegen schaute noch in die Richtung des Typen.
      „Was ist?“, fragte ich ihn, als ich am Tisch stand und er mich noch immer keines Blickes gewürdigt hatte.
      „Der Widerling da starrt immer noch auf deinen Arsch“, brachte mein Freund zähneknirschend heraus und ich schüttelte ungläubig den Kopf, bevor ich mich rasch hinsetzte, um dem Perversling da drüben keine weitere Chance zu geben, mich auch nur irgendwie zu beobachten. Da war Matthew aber auch schon aufgestanden und hatte sich diesmal seinen Weg zum Tisch des Typen gebahnt.
      „Es wird ja wohl noch möglich sein, hier in Ruhe essen zu dürfen, ohne von irgendwelchen ekelhaften Leuten belästigt zu werden!“, hörte ich nur noch Matthews donnernde Stimme, dass der andere Gast, der noch im Lokal saß, ihn ebenfalls beobachtete, störte den Schwarzhaarigen nicht. „Schon unverschämt genug, von irgendwelchen Fremden Fotos zu machen, sich dabei erwischen zu lassen und dann noch dreckig grinsend auf den Arsch von der Freundin eines anderes zu starren!“ Es kam mir vor, als nahm Matthew jetzt erst richtig Fahrt auf, doch da wurde er von der Kellnerin unterbrochen: „Bitte beruhigen Sie sich!“
      Enden tat es nur, weil ich mir schließlich ein Herz fasste, bezahlte und mit Elena und Matthew den Laden verließ. Auf dem Weg zum Auto und während der Fahrt zum neuen Reitsportladen sagte keiner ein Wort, viel zu groß war die Angst, Matthew nur noch mehr aufzuregen. Und das wollte hier niemand.

      „Lilli braucht pink! Pink! P-I-N-K!“, maulte Eli herum, als ich für meine neue Reitponystute nicht zur pinken Schabracke griff, die dort auf den Bügeln hing. Stattdessen wollte ich mir eigentlich eine in lime besorgen, ich liebte die Farbe einfach!
      „Tja, Pech für dich, Elisa! Lime gibt es nicht mehr in Pony!“, triumphierte die doofe Blondine dann schadenfroh, als ich schmollend vor dem Regal hockte und verzweifelt nach der passenden Größe suchte.
      „Okay, versuchen wir es nochmal mit einem anderen Farbton. Bordeaux vielleicht? Aber wenn es keine in Bordeaux gibt, die auch die richtige Größe hat, dann nehmen wir die Pinke mit! Bitte! Lilli sähe in pink so süß und niedlich und herzig aus!“, bettelte Eli, machte aber gleichzeitig noch einen weiteren Farbvorschlag. Grummelnd stimmte ich zu und suchte dann nach einer bordeauxfarbenen Schabracke in Ponygröße.
      Tja, was ein Fehlschlag! Auch die Schabracke war nicht mehr in Pony vorhanden, sodass ich mich wohl oder übel geschlagen geben musste und wir für Liluye dann doch noch die pinke Schabracke mitnehmen mussten (die ihr letztendlich sogar richtig gut stand, danke Elena!). Dazu passend gab es dann noch eine braune Trense; den richtigen Sattel hatten wir zum Glück bereits daheim.

      Liluye hatte natürlich die neuen Sachen direkt anprobieren müssen, als wir wieder auf dem Gestüt angekommen waren, und während ich das Zeug nun direkt einweihte (Eli hatte mich nämlich auch noch zu einer pinken Reithose überreden können, die ja super zur Schabracke passte), standen am Zaun vier Weiber, die allesamt total verliebt in Lilli und ihr neues Zubehör waren. Die Herzchenaugen waren kaum zu übersehen! Aber ich musste es auch zugeben – Lilli sah süß aus. Sie war wohl das einzige Pferd auf meinem Gestüt, das in einem knallig pinken Farbton immer noch total klasse aussah.

      „Wisst ihr eigentlich, was mir heute passiert ist?“, machte ich Gwen, Jojo und Joline neugierig, als ich gerade nach einer weiteren Scheibe Brot griff. Wir saßen am Esstisch, aßen zu Abend und unterhielten uns darüber, wie unser heutiger Tag verlaufen war.
      „Nein, erzähl!“ Gwen kaute fleißig auf ihrem Brot herum. Allerdings hielt sie das nicht davon ab, zu reden.
      „Gwen! Mit vollem Mund spricht man nicht!“, mahnte Jojo und wedelte drohend mit dem Zeigefinger vor dem Gesicht besagter Person herum.
      „Wir waren ja heute in diesem Burgerladen in Dauphin essen. Und da saß ernsthaft ein Typ, der mich fotografiert hat!“, setzte ich an und machte eine kunstvolle Pause, um das eben Gesagte auf die anderen beiden einwirken zu lassen.
      „Du bist halt einfach zu geil, Elisa“, grinste Gwenny und verstummte dann aber, als sie in meinem Gesicht las, dass das noch nicht alles gewesen war.
      „Ihr fragt euch bestimmt, woran ich das gemerkt habe.“
      Jojo schüttelte den Kopf. „Eigentlich frage ich mich das nicht, aber ja?“
      „Er hatte den Blitz an.“
      Gwen brach so in Lachen aus, dass sie sich am Brot verschluckte und Tränen in den Augen stehen hatte, während sie sich noch nicht so ganz zwischen Lachen und Husten entscheiden konnte. Dabei kippte sie immer wieder zur Seite und somit fast vom Stuhl, was Elena nur dazu veranlasste, ihr den letzten Schubs zu geben, sodass Gwen wirklich seitlich vom Stuhl fiel und auf den Boden pumpste. „Hey!“, empörte sie sich, wurde jedoch von allen ignoriert.
      Währenddessen saß Jojo nur stocksteif auf ihrem Stuhl und verzog ihre Lippen zu einem gerade Strich, ohne auch nur etwas zu sagen. Man konnte genau sehen, wie sie innerlich den Kopf schüttelte, sich die Hand vor den Mund schlug, und sich nur noch fragte …
      „Wo hat er nur dieses Handy her?“, brachte Eli hervor und kringelte sich vor Lachen, weshalb ich letztendlich auch einfach einstimme. Ich hatte also meinen eigenen, persönlichen Wannabe-Stalker!
    • Samarti
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      Kirschen
      13. Juli 2015, von Elii
      2973 Zeichen
      Quietschend sprang ich den Koppelzaun entlang, hatte mir Elisa doch versprochen, dass ich mit den Fohlen spielen durfte. Bei Babys konnte ich einfach nicht nein sagen!
      Auch Jojo stand am Koppeltor, in ihren Armen hielt sie eine große Schale Kirschen, die sie mit Händen und Füßen verteidigte. Dabei wollte ich doch nur eine einzige haben, Löwen waren definitiv so gierig, wie man es ihnen nachsagte. „Kommst du eigentlich mit?“, fragte ich Jojo, nach dem sie mich gut 5 Minuten mit ihrem, sehr niedlichen, Todesblick angestarrt hatte.
      Ihr Mund war voll mit Kirschen, sie hatte wohl Angst bekommen, dass ich welche abgreifen könnte, und sich gleich drei in den Mund geschoben. Aus diesem Grund bekam ich auch keine Antwort, sondern nur ein eifriges Nicken. „Aber verschluck dich nicht“, sagte ich und klopfte ihr dann ordentlich auf den Rücken, was ein schreckliches Husten ihrerseits auslöste. Ups. Ein oder zwei Kirschkerne waren bestimmt gesund, da war ich mir sicher.

      Während Jojo sich abmühte nicht zu sterben, schlüpfte ich unter dem Zaun hindurch und kuschelte mich sofort an Aponi. Das kleine Stutfohlen freute sich über die Streicheleinheiten und noch mehr um die Karottenstücke, die ich perfekt portioniert hatte für ihre kleine Schnute. Auch Pamuya kam alsbald zu uns und holte sich ihren Anteil, auch wenn sie das Kuscheln Aponi überlies. Rozene war die letzte die ankam, da sie es zuerst bei Jojo versucht hatte. Diese wollte aber nicht mal einem kleinen süßen Fohlen von ihren Kirschen abgeben, was, zugegebenermaßen, auch besser war.
      Die Bio-Möhren waren mit Sicherheit besser als die Kirschen, die Jojo sonstwo abgestaubt hatte.

      Nach einer halben Stunde kam urplötzlich Gwen angerannt und beschwerte sich lauthals darüber, das irgendjemand die Kirschen aus ihrem Garten geklaut hatte. Komischerweise war Jojo da schon urplötzlich verschwunden.
      Als guter kanadischer Bürger, mit einem Sinn für Gerechtigkeit verpfiff ich Jojo sofort. Sollte sie doch sehen, wie sie Gwen besänftigte, wenn sie mir schon nichts abgeben wollte.
      Mit mir selbst äußerst zufrieden setzte ich mich unter einen Baum unter der Koppel und schob den Ponyfohlen hin und wieder ein Möhrenstück zu.

      „Bleib stehen! Das sind meine Kirschen!“
      Unsanft wurde ich aus meinem Nickerchen erweckt und öffnete genervt die Augen. Was sich dann für ein Schauspiel bot, war allerdings um Welten besser, als zu schlafen. Jojo galoppierte den Feldweg neben der Koppel entlang, während Gwen mit hochroten Kopf hinterher rannte und mit Schimpfwörtern um sich warf.
      Bei genauerem Hinsehen erkannte man an Stars Sattel zwei große Packtaschen die tatsächlich voller kleiner roter Kirschen waren, die mit Sicherheit das Diebesgut aus Gwens Garten waren.

      Als mich Jojo entdeckte warf sie mir erneut ihren, immer noch niedlichen, Todesblick zu, der dieses Mal eindeutig ‚Verräter‘ sagte. Ich grinste nur breit und freute mich über das Spektakel, auch wenn mir Gwen ein klitzekleines bisschen leid tat.
    • Samarti
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      Kirschtrauma
      29. August 2015
      3511 Zeichen
      Pamuya hatte sich von ihrem Kirschtrauma immer noch nicht erholt. Immer, wenn sie die dunkelroten Früchte erblickte, suchte sie möglichst schnell das Weite. Das letzte Spektakel war dann doch nicht ganz spurlos an ihr vorbeigegangen, auch, wenn Elena und Jojo, die zwei Hauptverdächtigen in dem Fall, mir das mehrmals beteuert und sogar hoch und heilig versprochen hatten.

      So viel zum Thema Glaubwürdigkeit der „guten kanadischen Bürger mit einem Sinn für Gerechtigkeit“.

      Dementsprechend schreckte Pamuya heute sogar zurück, als sie Jojo nur am Weidezaun vorbeigehen sah, denn besagte Person hatte zwei Körbe in ihrer Hand. Ich konnte nicht genau erkennen, was sich in denen befand, und so genau wollte ich es wahrscheinlich auch lieber nicht wissen – es war immer besser, in die Probleme, die sich die Anderen von uns gegenseitig machten, nicht involviert zu sein und lieber keine Ahnung von nichts zu haben. Denn so entging man wenigstens der Gefahr, selbst noch für etwas bestraft zu werden, was man gar nicht getan hatte; und das nur, weil man Bescheid gewusst hatte. Also wandte ich ignorant meinen Blick ab, ließ Jojo Jojo sein und beschäftigte mich wieder mit meinen zwei Stutfohlen, die vor mir Schulter an Schulter standen und mich begutachteten. Aponi war diejenige, die zuerst zu mir gekommen war, als Anhängsel war Pamuya ihr dann irgendwann einfach hinterher getrottet. So ganz konnte die junge Stute ihre Schüchternheit eben noch immer nicht ablegen.
      Trotzdem gab es für die beiden nicht mehr als einige Karottenstücke, die sie jedoch dankend und zufrieden kauend entgegennahmen. Dass Aponi dabei etwas mehr abstaubte, weil sie einfach aufdringlicher war, schien Pamuya zwar nicht sonderlich zu stören (Teilen musste eben gelernt sein und Pamuya kannte die Bedeutung dieses Wortes anscheinend ziemlich gut), doch einige wenige wollte sie dann zumindest auch abhaben. Danach gab es für beide noch ein wenig Streichel- und Schmuseeinheiten, bei denen Aponi sich wieder mehr in den Vordergrund drängte und der Palomino lieber im Hintergrund blieb, doch stören tat dies keines der beiden Stutfohlen, also sollte es mir recht sein.

      Beverly war inzwischen im Training so weit, dass sie unter dem Reiter schon im Schritt, Trab und Galopp lief – und das sogar auf beiden Händen. Zwar hatte sie noch immer kleinere Probleme bei der Balance, doch da wir es mit ihr nicht überstürzten, würden diese auch in Zukunft wahrscheinlich nicht zu größeren heranwachsen. Hauptsächlich kümmerten sich tatsächlich Gwen und ich uns um die Ausbildung des Roans, denn Gwen war die Öko-Tante Nummer Eins auf dem Gestüt und wer war besser dazu geeignet, ein Pferd oder Pony bestmöglich durch Bodenarbeit zu fördern, wenn es nicht meine liebste Nachbarin war?
      Richtig: niemand.

      Meine Fuchsstute Vendetta, die bereits eingeritten war, machte immer größere Fortschritte unter dem Sattel und so mussten wir nicht nur selten darauf achten, dass sie sich nicht übernahm. Denn so frech und stur wie sie auch sein konnte, wenn es darum ging, Neues zu erlernen und kennenzulernen, war sie ganz vorn mit dabei. Da konnte es ihr nicht schnell genug gehen, das Pony war bei so etwas fast immer hochkonzentriert dabei und zeigte nicht selten, wie lernfähig sie wirklich war.
      Da wir jedoch stets ein Auge auf sie hatten, sollte mir das nur recht sein. Lieber so, als ein Pferd, das durchgehend unmotiviert und für nichts zu begeistern war. Und immer, wenn ich mir dies vorstellte, war ich doch ziemlich froh, gerade Vendetta zu haben.
    • Samarti
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      Fohlenspielzeit
      22. September 2015, von Gwen
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      „Vergiss es Eli, geh weg!“
      „Aber…“
      „Nimm eins von Elisas Fohlen, die freut sich!“
      „Ich will aber Nuriya, die ist noch so klein und lieb!“
      „Nein verdammt, das ist mein Fohlen!“
      Und dann betrat Elisa den Raum und beendete die Diskussion mit einem „Oh ja, Eli du kannst Aponi nehmen!“ – Schon war das Problem gelöst. Auch wenn Elena noch ein paar Minuten bocken musste, spätestens als sie Aponi sah und sich in ihr flauschiges Fohlen-bald-Winter-Fell einkuscheln konnte, war alles vergessen.
      Ich warf Elisa einen erleichtert dankenden Blick zu, doch die freute sich nur darüber, dass sie ihr Pferd mal wieder gekonnt untergebracht hatte. „Perfekt und ich nehme Pamuya!“, meinte sie nur und stürmte an mir vorbei.
      Wir hatten uns zu einem Fohlentreff verabredet, weil wir es gut fanden, wenn die Kleinen ein wenig untereinander spielen und toben konnten. Außerdem war uns nichts Besseres eingefallen, um die Fohlen zu bespaßen.
      Da Nuriya noch zu jung war, um alleine auf Reisen zu gehen, war Mama Nayala mitgekommen, indem ich sie gesattelt und hergeritten hatte. Nuriya war uns vorbildlich und brav gefolgt und gerade waren wir trotz orkanartiger Sturmböen bei Elisa angekommen und dort hatte uns Elena direkt vor dem Stall angefangen.
      Während Elisa und Elena mit ihren beiden Fohlen draußen auf dem Platz schon Blödsinn anstellten, sattelte ich noch schnell Nayala ab und gesellte mich dann dazu. Nuriya war anfangs etwas ängstlich, die beiden Reitponyfohlen waren auch schon älter und größer als sie. Aber als sie sah, dass Pamuya und Aponi nicht bissen, spielte sie motiviert mit.
      Nayala konnte ich sogar am Rand etwas grasen lassen ohne dass sie hektisch nach ihrem Fohlen sah. Nachdem sich die Stute auch entspannt hatte (sie war als Mama genauso eine Zicke wie sonst auch), machte ich mit ihr etwas Bodenarbeit. Zumindest Köpfchenarbeit sollte sie während ihrer Fohlenzeit haben, mit Reiten war noch nicht so viel, denn Nayala war weder schon wieder so fit (wir begannen langsam), noch war viel möglich, ohne dass Nuriya zwischen ihre Beine geriet.
      Dementsprechend durfte ich mir heute auch oft genug den „Dein Pferd ist zu fett“-Kommentar von Elena anhören, ehe sie sich hinter Aponi versteckte und unschuldig auf Elisa zeigte. Die bekam das gar nicht mit, weil sie meistens von drei Fohlen belagert wurde, schlauer Weise hatte sie sich nämlich mit Leckerlis eingedeckt, zu Missgünsten von Elena.
      Wir hielten uns noch gut eine halbe Stunde auf dem Platz auf, wenn man mit Fohlen spielen konnte, verging die Zeit immer wie im Flug. Dann entschieden wir uns noch für einen kleinen Spaziergang, so konnte ich das Führen direkt mit Nuriya üben. Dafür, dass es unsere ersten Versuche waren, lief es genauso gut wie bei Elisa und Elena, aber das sagte ich natürlich nicht.
      Aponi und Pamuya liefen natürlich sehr vorbildlich neben ihren beiden Führerinnen her, ab und an taten sie vielleicht etwas anderes als das, aber das hielt sich natürlich in Grenzen. Und so kamen wir auch wieder heil auf Townsend Acres an. Ich packte Nayala und Nuriya heimlich mit auf eine Weide und gesellte mich zu Elena und Elisa, denn da gab es mal wieder kostenlosen, heißen Kakao und bei dem Wetter konnte ich den gut gebrauchen.
    • Samarti
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      Die Kombination aus Fohlen und Schnee
      29. November 2015
      3792 Zeichen
      „Und ständig dieser Lääärm!“
      Elena war es, die die Liedzeilen lautstark über das gesamte Gelände schrie (obwohl sie darauf bestand, dass sie sang) und demnach nicht gerade wenig dazu beitrug, dass sich alle in unmittelbarer Umgebung die Ohren zuhielten. Der andere Grund dafür war nicht einmal wichtig genug, um ihn zu nennen.
      Nichtsdestotrotz wagte ich mich in ihre Nähe, um den blonden Teufel in Richtung des Stallgebäudes zu schieben. Ich war nicht ohne Grund auf ihrem Hof, heute war es nämlich nicht sie, die sich bei mir durch schnorrte. Aber dank der Tatsache, dass Elena heute noch einiges zu tun hatte und sich davor irgendwie drücken wollte, hatten wir zwei uns dazu entschieden, uns ein wenig mit den Vierbeinern zu beschäftigen. Genau das war auch der Grund dafür, weshalb ich Romantica hinter mir herzog und in der anderen Hand noch den Strick hielt, der eigentlich an Rozenes Halfter befestigt sein sollte.
      Eigentlich.
      „DAS FOHLEN IST LOS!“, rief ich dann quer über das Gelände und hoffte einfach, dass sich schon irgendjemand erbarmen und Rozene suchen würde. Der Silver Buckskin hatte nämlich selten etwas anderes als Blödsinn im Kopf.
      Nathan und Colin, beide alarmiert von meinem Hilfeschrei, sprinteten nur den Bruchteil einer Sekunde später los – schienen aber beide nicht zu wissen, wohin überhaupt.
      Demotiviert seufzte ich. „Deine Angestellten sind genauso inkompetent wie du, Elena.“ Schon saß ich auf Romanticas Rücken und machte mich selbst auf die Suche nach dem entlaufenen Fohlen.

      Finden tat ich Rozene dann circa zwei Stunden später. Die Suche hatte ich längst aufgegeben, stattdessen hatte ich Elena dazu verdonnert, die Augen offen zu halten und mir Bescheid zu geben, sollte Rozene auftauchen. Das mochte vielleicht etwas unzuverlässig klingen, wenn ich ein kleines Fohlen einfach so „sich selbst“ und „seinem Schicksal“ überließ, aber die Kälte machte mich auch fertig und ich hatte Mühe, die Augen offen zu halten. Sonderlich verantwortungsbewusst war es tatsächlich nicht. Dennoch kannte Rozene den Weg nach Hause und wusste, dass Autos und wilde Tiere Abstand benötigten. Ganz zu schweigen davon, dass die meisten wilden Tiere schon im Winterschlaf lagen und hier eh kaum Autos auf den Straßen fuhren, besonders im Winter nicht.
      Dass ich Rozene dann tatsächlich bei Aponi und Pamuya auf der Weide wiederfand, machte mich nicht ganz so glücklich wie es das vielleicht tun sollte. Je älter Rotze (ja, an dieser Stelle war das tatsächlich mehr als angebracht) wurde, desto frecher und unberechenbarer wurde sie. Das war teilweise ganz schön anstrengend, wenn man mal mit ihr arbeiten wollte und sie ihre täglichen Eskapaden machte – da verging einem recht schnell die Lust.
      Die drei Ponyfohlen entdeckten gerade den Schnee wieder für sich. Das letzte Mal hatten sie nicht ganz so viel davon gehabt, dementsprechend war es gerade umso aufregender für sie. Während Aponi nacheinander alle vier Beinchen hob, um das kalte Etwas abzuschütteln, hatte Pamuya ihre Nase schon tief in den Schnee gesteckt und blies immer wieder Luft hinein. Als sie dann schnaubte und der Schnee ihr plötzlich ins Gesicht spritzte, quiekte sie laut auf, sprang mit allen Vieren gleichzeitig in die Luft und kam dann auf wackligen Beinen wieder zum Stehen. Lange währte dies jedoch nicht, denn schon im nächsten Moment tobte sie durch den Schnee, dass ich Angst hatte, dass sie ausrutschen würde. Tat sie dann zum Glück nicht.
      Und Rozene? Die hatte sogar herausgefunden, dass sie den Schnee gezielt nach den anderen beiden Stütchen schmeißen konnte, indem sie ein wenig auf die Nase nahm und dann den Kopf wild schüttelte, dass das Weiß nur so durch die Luft flog.
      Rozene war also in ihrer kleinen Fohlenherde das, was Elena bei uns war: gemein.
    • Samarti
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      Neues Jahr, neues Glück
      15. Februar 2016
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      Mit Sicherheit hatte ich schon wieder über die Hälfte meiner Pferde aussortiert. Was am Anfang ziemlich gemein klang, war allerdings gar nicht so gemeint.
      Viele geblieben waren allerdings nicht. Von Ace of Clubs hatte ich mich nicht trennen können, genauso wie von Audio Delite at Low Fidelity, Romantica, Trés Jolie und auch Ocean Water. Die Damen würden auf jeden Fall erst einmal bleiben, ebenso wie Liluye und Hall of Fame CU.
      Bei den Hengsten sah das da schon anders aus: Hier hatte ich nur noch sechs, und bei zweien war ich mir nicht einmal mehr ganz sicher. Momentan bestand der Hengststall allerdings nur noch aus Avanti, Azrael, Intoxicated, Tenacious, Levi und Cardillac. Besonders letzterer würde es mir wahrscheinlich nicht wirklich verzeihen, würde ich ihm Umzugsstress antun.
      Die Kleinen fielen mir besonders schwer. Aponi und Pamuya blieben auf jeden Fall, genau wie Nessaja. Von Beverly und Pina könnte ich mich auch nicht trennen, Chesmu würde auch dort bleiben, wo er hin gehörte. English Love Affair war zwar noch nicht so lange hier, aber bei ihr war ich mir schon wieder nicht mehr so sicher. Auch Vendetta müsste ich mir noch einmal durch den Kopf gehen lassen.
      Alles in allem war es schon wieder eine ziemliche Bestandsverkleinerung gewesen, die ich hier hatte über mich ergehen lassen. Aber hey, anscheinend brauchte ich das einmal im Jahr.
    • Samarti
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      Frühlingsgefühle
      22. März 2016, von Gwen
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      Ich war nicht die einzige, die sich über die ersten Frühjahrsblüher und den Sonnenschein freute. Auch meine Pferde genossen es sichtlich und mit ihnen gingen an solchen Tagen auch mal die Gefühle durch. Die Stuten waren da meist noch ganz akzeptabel, aber die Hengste und ihre Frühlingsgefühle… Da konnte man nur den Kopf schütteln. Avenger war da besonders einer der Kandidaten, welcher mich auf die Palme brachte.
      Schon heute beim von der Weide holen und beim Putzen war er ätzend gewesen. Er war nur am Zappeln gewesen, unruhig und nervig. Ich hatte gar nicht gewusst, dass der sonst so stille Hengst so eine ohrenbetäubende Stimme haben konnte, aber ja, die konnte er haben. Nun hatte ich ihn aber schon einmal geputzt, da wollte ich auch etwas mit ihm machen.
      Aus den Frühlingsgründen ging es aber direkt in die Halle, auch wenn ich den Sonnenschein echt lieber auf dem Platz genossen hätte, aber da wäre er mir am Ende auch noch abgehauen. Schon in der Halle war es schwer genug, die Aufmerksamkeit von Avenger zu erhaschen. Deshalb übte ich viel das Führen von beiden Seiten, das Rückwärtsrichten und das Halten. So bekam ich den Hengst langsam auf meine Seite, so dass wir auch an unseren Seitengängen weiterüben konnten.
      Ebenso machte ich noch ein wenig bei der Stellung und Biegung weiter, welche Avenger besonders auf der rechten Hand schwer fiel, schrecklich, wenn alle deine Pferde Linkshänder waren, ob sie sich da an mich anpassten? Na hoffentlich nicht. Zum Ende hin machte Avenger jedenfalls für seine Verhältnisse ganz akzeptabel mit, so dass es für ihn zur Belohnung wieder auf die Weide ging.
      Ich war aber auch ehrlich gesagt ganz froh, den Clown nun wieder los zu haben und ich fragte mich immer noch, was mich geritten hatte, diesen Kerl in meinen Stall zu lassen. Hätte ich ihn damals nur einer Rettungsorganisation überlassen, das wäre einfacher gewesen. Genauso kompliziert war mein erstes eigens gezüchtetes Fohlen:
      So langsam entwöhnte ich Nuriya erfolgreich, aber sie war manchmal wirklich noch wortwörtlich am Schreien, so dass ich spontan einen Entschluss gefasst hatte, Nuriya würde den Sommer auf Townsend Acres verbringen. Fehlen würde es ihr dort an nichts. Ich würde sie auch regelmäßig besuchen, aber sie würde einmal komplett weg von ihrer Mama sein und ich konnte endlich mal wieder meine Ruhe haben.
      Die letzten Monate hatten wir schon fleißig das Fohlen-ABC geübt, damit mein Fohlen Elisa nicht auf den Keks gehen würde, sondern sich ganz unauffällig in den Alltag miteinbrachte und der würde ab heute losgehen, denn heute war der Umzug! Nuriya wusste noch nichts von ihrem Glück und schien auch nichts zu ahnen, als ich sie von der Weide holte und dann in aller Ruhe putzte und fertig machte.
      Ich verpackte den Umzug als Spaziergang und so marschierte das Fohlen neugierig neben mir her durch den Wald, bis wir vor den Toren von Townsend Acres standen. Elisa erwartete uns bereits, ich hatte ihr vorhin schon Bescheid gegeben, wann wir da sein würden. Da wir es einfach halten wollten, würde Nuriya ins kalte Wasser geworfen werden.
      Für die kommenden Monate hatte sie drei andere Stutfohlen an ihrer Seite und die standen schon auf ihrer schönen großen Weide und tobten gerade über das grüne Gras. Nuriya beobachtete sie aufmerksam, wirkte aber doch sehr schüchtern. Es dauerte nicht lange, bis die anderen sie entdeckten und an den Zaun getrabt kamen, um den Neuling anzuglotzen und anzuschnuppern.
      Das kalte Wasser kam für Nuriya dann in dem Moment, als ich sie auf die Weide ließ und hinter ihr das Gatter schloss. Natürlich befand ich mich auf der anderen Seite ohne Fohlen, so dass mich keine umrempeln konnte. Nuriya stand wie angewurzelt da, während die anderen neugierig näher kamen und sie beschnupperten.
      Pamuya, Elisas charakterlich unscheinbares Reitponyfohlen, war die Chefin der Herde und dementsprechend kontrollierte sie auch als erstes den Neuankömmling. Witzigerweise verstanden sie sich auf Anhieb und so war Nuriyas Aufenthaltserlaubnis schon so gut wie gesichert. Als nächstes durften dann auch Aponi und English Love Affair einmal Hallo sagen, ehe die vier urplötzlich im Galopp losschossen und über die Weide jagten.
      „Perfekt, problemloser hätte es nicht werden können“, meinte Elisa zufrieden und musterte ihre Fohlen. „Ausländern stets aufgeschlossen“, fügte sie grinsend hinzu. Die „Ein New Forest unter DRPs“-Witze hatte ich mir jetzt schon zur Genüge einverleiben dürfen, so dass ich nur genervt mit den Augen rollte und Elisa nur keinen Knuff in die Seite gab, weil ich zu einem kostenlosen (und späten) Frühstück eingeladen wurde, was ich mir natürlich nicht verspielen wollte.
    • Samarti
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      Jungpferdetreffen
      30. Mai 2016, von Gwen
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      Es war früh am Morgen, als ich schon auf Townsend Acres rumwuselte. Mein letzter Kurs war nun doch schon zeitbedingt ein Weilchen her und dementsprechend war ich noch aufgeregter als sonst, wenn das denn überhaupt noch ging. Dabei fand heute „nur“ das Jungpferdetreffen statt, also eine eigentlich recht entspannte Veranstaltung und trotzdem war ich gestresst.
      Die Boxen für die Pferde und die Zimmer für die Gäste waren bereits hergerichtet. Damit ich auf jedes Pärchen eingehen konnte, kamen dieses Mal lediglich vier Pferdemenschen zu uns. Außerdem nahm auch Elisa am Treffen teil. Das war für mich eine gute Reflektion meiner Veranstaltung, wenn ich direkt das Feedback von meiner Mitstreiterin erhielt.
      Da ich noch etwas Zeit hatte, ehe dann alle eintrudeln würden, wollte ich schon einmal unseren Seminarraum für die spätere Besprechung herrichten. Jeden Pferdebesitzer erwartete eine liebevoll hergerichtete Mappe, zugeschnitten auf sein Pferd und dazu auch eine kleine Süßigkeit und natürlich ein Glas und eine Flasche Wasser. Somit war man komplett versorgt. Für die Besprechung hatte ich auch eine Powerpointpräsentation hergerichtet, so hatten wir alle alles auf einen Blick.
      Es war bereits früher Nachmittag und allmählich kamen auch unsere Gäste. Zuerst traf Occulta ein, welche den langen Weg von England zu uns gereist war. Ich begrüßte sie herzlich und lotste sie auf den Parkplatz des Gestüts. Dort half ich ihr beim Ausladen des jungen Pferdes. Der Parkplatz lag direkt hinter dem Stall, so dass die Pferde schnell dort waren, wo sie hingehörten.
      Occulta hatte natürlich ein englisches Vollblut mitgebracht. Miss Moneypenny hieß die Hübsche und war auch charakterlich sehr angenehm im Umgang. Natürlich war sie sehr aufgeregt, als sie aus dem Hänger stieg und schaute sich erst einmal um. Da es auch noch sehr ruhig war, ging ich gemeinsam mit Occulta zum Reitplatz, wo sich Penny erst einmal die Beine vertreten durfte und Dampf ablassen konnte.
      Danach zeigte ich ihr noch die Box für die Stute. Die Box war groß und geräumig und verfügte über einen Paddock. Alles wurde von Penny genauestens unter die Lupe genommen, ehe auch schon das Heunetz an der Reihe war. Da das Pferd nun versorgt war, zeigte ich Occulta noch ihr Zimmer. Da es dieses Mal nur vier Gäste waren, hatte jeder ein Einzelzimmer erhalten, welche wir liebevoll hergerichtet hatten.
      Occulta ließ ich nun erst einmal alleine, denn ich sah bereits den nächsten Hänger auf das Gestüt fahren. „17 Uhr ist Besprechung unten im Saal!“, rief ich ihr noch zu und verschwand dann wieder nach draußen, um Cooper in Empfang zu nehmen. Sie wirkte etwas aufgeregter, allerdings hatte sie, im Gegensatz zu Occulta, auch noch nie an einem unserer Kurse teilgenommen.
      Auch ihr zeigte erst einmal den Parkplatz und half ihr dann beim Ausladen von Aywy, ebenfalls eine Vollblutstute. Sie wirkte sehr zurückhaltend und versteckte sich vorzugsweise hinter Cooper. Dementsprechend ließ ich das Austoben auf dem Platz ausfallen und zeigte direkt die frisch hergemachte Box. Die schien Aywy auch schon mehr anzusprechen und sie schien sich in den vier Wänden wohlzufühlen.
      Auch Cooper zeigte ich den Weg zu Gästehaus und ihr Zimmer für dieses Wochenende. Danach ging es für mich wieder hinunter, denn mit einem Schwung trafen nun noch Eddi und Annabell ein. Zu meinem Glück kam aber auch gerade Elisa des Weges und nahm mir direkt Eddi ab. Mit ihr hatte sie bestimmt sowieso wieder genügend zu besprechen, da konnte sie ihr dann auch direkt die Box für Acariya zeigen und das Gästezimmer.
      Dementsprechend konnte ich mich in aller Ruhe um Bella und ihre Isländerstute Blaer kümmern. Blaer war erst drei, aber meines Wissens eine der ältesten in dieser Jungpferderunde. Bella hatte auch schon feste Pläne für ihre Stute und wollte das Jungpferdetreffen gerne genau dafür nutzen. Auch ihr zeigte ich die Box und dann ihr Gästezimmer.
      Inzwischen war auch nicht mehr sonderlich viel Zeit bis zur Besprechung, weshalb ich mich darauf schon einmal vorbereitete. Denn pünktlich 17 Uhr saßen alle an dem für sie vorgesehenen Platz und stöberten neugierig in den Mappen herum. Mit einem leichten Räuspern machte ich auf mich aufmerksam und besprach mit meiner Gruppe den Ablauf des kommenden Wochenendes.
      Mit den Fragen am Ende und noch ein wenig Small-Talk machten wir so auch gut die Stunde bis zum Abendessen voll. Somit ging es dann auch direkt für alle in den Essenssaal. Heute gab es Kartoffelgratin und als Nachtisch zu den sommerlichen Temperaturen Obstsalat. Für alle, die Lust hatten, stand zum Abend dann auch noch ein kleiner Spaziergang mit den Pferden über das Gestüt an.
      Tatsächlich trafen gegen halb acht auch alle am Stall ein und machten ihre Jungpferde fertig. So konnten sich alle noch einmal die Beine vertreten und Kontakte knüpfen. Um die Pferde nicht zu sehr zu überfordern, gingen wir nur eine größere Runde um das Gestüt, so dass wir immer in der Nähe blieben und jederzeit umkehren konnten.
      Dann wurde es auch bei uns ruhiger. Alle zogen sich zurück und bereiteten sich für den morgigen Tag 3vor. Dieser würde vor allem dem eigentlichen Jungpferdetreffen dienen. Heute hatten erst einmal alle ankommen und sich ausruhen dürfen und so würden wir uns morgen bei alter Frische wiedersehen.

      Der zweite Tag begann ganz entspannt mit einem üppigen Frühstück – sowohl für die Zwei- als auch die Vierbeiner. Am Vormittag sollte dann die erste Trainingseinheit stattfinden. Diese hatte ich etwas entspannter angesetzt, denn ich wollte die Paare erst einmal kennenlernen, ehe ich großartig mit der Arbeit begann.
      Die Jungpferde hatten die Nacht in ihren Boxen bestens überstanden und wirkten allesamt sehr entspannt. Man sah ihnen an, dass sie von erfahrenen Pferdemenschen stammten, die schon ab dem Fohlenalter auf eine gute Ausbildung achteten. Während wir uns nach und nach im Stall versammelten und die Pferde putzten, unterhielt ich mich mit jedem einmal.
      Grundsätzlich wollte ich gerne wissen, wie die Reise hierher verlaufen war. Fast alle kamen von weit her, lediglich Cooper hatte es selbst nach Kanada verschlagen. Somit hatte sie den kürzesten Weg gehabt. Aber anscheinend hatte es bei niemanden Probleme gegeben. Die Jungpferde kannten das Hängerfahren und auch die Überreise per Schiff oder Flugzeug hatte keins gestört.
      Ich hatte also eine bereits erfahrene und entspannte Gruppe. Somit plante ich für unsere erste Trainingseinheit, welche von zehn Uhr bis circa halb zwölf andauern sollte, doch schon etwas mehr ein. Während alle noch putzten, verschwand ich bereits in die Halle und baute klare Stationen auf, so dass wir untereinander gut kommunizieren konnten und sich keiner in die Quere kam.
      Ich baute den Kurs wie einen Zirkel auf, so dass an jeder Station immer ein Paar war und an der jeweiligen Übung arbeiten konnte und von mir Tipps erhielt. Dann wurde so oft gewechselt, bis jeder überall einmal gewesen war. Bei fünf Teilnehmern gab es also auch fünf Stationen.
      Als alle in der Halle angekommen waren, erklärte ich ihnen genau dieses Prinzip und dann gingen wir kurz nacheinander die Stationen durch. „Station eins ist recht simpel. Ihr sollt euer Jungpferd durch die Stangengasse führen und an den Markierungen anhalten. Dabei soll euer Pferd wirklich stillstehen ohne zu Zappeln. Außerdem müsst ihr die Gasse auch rückwärts passieren“, erklärte ich knapp die beiden dort liegenden Stangen.
      Station zwei war ähnlich, hier ging es jedoch um Seitengänge, beziehungsweise das seitliche Weichen. Zum einen sollten die Jungpferde seitlich über eine Stange laufen, so dass die Stange immer unter dem Bauch des Pferdes war und dann sollten sie hier auch schon allein auf das Kommando „Herum“, sich in die Richtung drehen, welche sich der Mensch vorstellte.
      Station drei war eher eine Denkaufgabe. Hierbei sollte das Mitdenken der Pferde gefördert werden. An der Bande hingen zwei weiße Blätter, eines komplett leer und auf dem anderen ein dickes schwarzes Kreuz. 3 Meter vor der Bande ein weißer Strich. Es war ein Intelligenztest für Pferde, welchen die Teilnehmer auch ruhig zu Hause wiederholen konnten. An der weißen Linie am Boden ging es los und das Pferd sollte auf die beiden Blätter zugeführt werden. Wenn es sich dafür entschied, das Blatt mit dem Kreuz zu berühren, gab es eine Belohnung in die unter den Blättern stehende Futterschüssel.
      Natürlich wurden die Blätter nach jedem dritten Durchgang ausgetauscht, so dass das Jungpferd wirklich mitdenken musste. Einige Teilnehmer sahen bei der Aufgabe auch sehr zweifelnd zu mir und schienen sich nicht sicher zu sein, ob das wirklich so klappen konnte, wie ich mir das vorstellte. Aber zu meinem Glück hatte ich alles schon im Voraus selbst ausprobiert.
      Station vier behandelte die alltäglichen Dinge wie Decke überlegen oder das Einsprühen mit Mähnenspray und Fliegenspray. Oder auch Bandagen und Gamaschen anlegen. Dafür hatten wir genügend aussortierte Sachen gesammelt, die nun auch guten Gewissens von den Jungpferden durch den Dreck gezogen werden durften.
      Und die letzte Station war eine Konzentrationsaufgabe für Pferd und Mensch. Das Pferd sollte eine kleine Volte um den Menschen drehen, ohne, dass sich dieser mitdrehte. Einfache Aufgabe, schwere Umsetzung. Und nachdem wir nun mit den Erklärungen durch waren, ging es los. Jeder positionierte sich an einer Aufgabe und es ging los.
      An jeder Station waren immer circa zehn Minuten eingeplant. In der Zeit konnte ich den Zirkel auch einmal rundrum gehen und gegebenenfalls helfen. An Station eins fand ich Eddi, aber obwohl Acariya ein wenig brauchte, bis sie manchmal verstand, was ihre Besitzerin wünschte, klappte es spätestens beim dritten Anlauf, so dass meine Hilfe nicht von Nöten war.
      Auch an Station zwei mit Occulta und Penny sah es gut aus. Ich gab Occu lediglich den Tipp, noch ein Stück mehr vor ihre Stute zu treten, um ihr gar nicht die Möglichkeit des Vorwärts zu geben. So fiel es Penny auch viel leichter, direkt seitlich zu gehen. Und an Station drei war gerade Elisa. Die hatte diese Aufgabe von Anfang an mit einem Stirnrunzeln betrachtet, war aber inzwischen begeistert, dass Aponi tatsächlich das weiße Blatt vom Kreuz unterschied.
      Blaer, welche an Station vier zu finden war, ließ sich entspannt von Bella eindecken und auch einsprühen, lediglich die Gamaschen an den Beinen fand sie höchst komisch und doof. An der letzten Station war Cooper mit ihrer Stute Aywy. Ihr half ich am meisten, da dies auch die schwierigste Station war. Aywy lief immer so lange, bis sie aus Coopers Sichtfeld verschwand. Mit ein bisschen Konzentrationsübung für Cooper klappte das dann aber auch. „Die Stute muss merken, dass du ganz genau weißt, wo sie sich gerade befindet“, erklärte ich lachend und läutete dann den Wechsel ein.
      Generell hatte kaum einer großartig Probleme. Am Anfang waren die Jungpferde immer etwas argwöhnisch, aber das ließ zumeist dann schnell nach. Diese erste Trainingseinheit sollte meine Teilnehmer aber auch gar nicht vor große Probleme stellen, sondern einfach ein wenig Spiel und Spaß in die Gruppe bringen und das schien mir auch sehr gut zu gelingen.
      Pünktlich halb zwölf waren dann auch alle mit Stationen und Fragen durch und für die Jungpferde ging es auf die vorgesehenen Weiden, während die Zweibeiner sich nun auf das Mittagessen freuen durften. Die zweite Trainingseinheit würde dann 14 Uhr stattfinden und war dann wesentlich umfangreicher als die erste.

      Wie ich es schon von meiner Gruppe gewohnt war, war sie pünktlich wie eh und je mit bestens vorbereiteten Pferden. Da wir auch nur Stuten hatten, blieb das Macho-Gehabe komplett aus und bisher waren sich die restlichen Pferde auch noch nicht sehr nahegekommen. Aber das würde sich demnächst ändern.
      Doch zuerst erwartete meine Teilnehmer ein wirklich bunter Schreckparcours. Alle hatten irgendwann schon einmal Schrecktraining mit ihren Pferden gemacht und nun war die Halle einfach nur bunt mit Luftballons, Flatterbändern, Tonnen und Pylonen. „Also. Elisa macht mit Aponi den Anfang, dann gliedert ihr euch einfach ein und wir gehen einmal als Gruppe komplett durch und danach jeder einzeln.“
      Als Gruppe war es für die Jungpferde auch nur halb so gruselig. Aponi kannte sowas schon zur Genüge und auch wenn sie hier und da mal zögerte, ging sie als gutes Vorbild voran. Auch Acariya und Penny machten gut mit, ebenso wie Aywy und Blaer. Da sie alle immer ein Pferd vor sich hatten, was sich traute, trauten sie sich auch automatisch und schnell hatten wir alle den Parcours einmal geschafft.
      Nun war jeder einzeln dran. Das hieß, der Mensch musste dem Pferd so viel Vertrauen geben, wie es Pferde untereinander machen. Bei Aywy haperte es hier und da, denn sie war ja generell eher zurückhaltend und vorsichtig. Aber dennoch bekam Cooper sie durch jedes Hindernis. Bei Bella und Blaer war manchmal viel Überzeugungskunst seitens Bella gefragt, denn Blaer war manchmal nicht von dem Sinn überzeugt, durch einen Flattervorhang zu marschieren.
      Am Ende hatten es alle geschafft und jeder war sichtlich stolz. Dinge, die nicht gleich geklappt hatten, wurden noch einmal wiederholt und dann wurde es aber auch Zeit, dass die Jungpferde ihre Pause erhielten. Es war aber auch schon 16 Uhr und so hatten alle nur eine Stunde Pause, ehe ich sie wieder zusammenpfeifen würde.
      Als letzte Aktion an diesem Tag stand nämlich noch eine Art Quadrille an. Damit diese aufging, hatte meine kleine Nuriya die Ehre, aushelfen zu dürfen. Momentan stand sie sowieso in der Jungstutengruppe bei Elisa und war so direkt griffbereit. Zu sechst hatte ich ein kleines Programm einstudiert, bei welchem die alltäglichen Dinge wie Führen, Halten, Weichen und vieles mehr zum Einsatz kamen.
      Die Besonderheit für unsere Jungpferde war nun, dass sie zum einen als Teil einer großen Gruppe liefen und zum anderen auch immer ein anderes fremdes Pferd an ihrer Seite hatten. Dazu hatte ich Blaer und Penny zusammengepackt, Aywy und Nuriya und als letztes Acariya und Aponi. Führen würden Cooper und ich, da auch ich die Aufgaben kannte. Diese sagte ich immer frühzeitig an und dann wurden sie spontan ausgeführt.
      Es wurden Volten gelaufen, angehalten und möglichst synchron rückwärtsgerichtet und ich ließ viele Bahnfiguren einfließen, welche die Reiter natürlich in- und auswendig kannten, für die Jungpferde aber noch neu waren. Zu meiner Freude gab es auch nirgendwo großartige Zickereien. Alle kamen miteinander aus und so hatten wir viel Spaß an diesem Tag.
      Zum krönenden Abschluss durften die Jungpferde zusammen noch über den Reitplatz toben und miteinander spielen, natürlich alles unter unserer Aufsicht, ehe es für sie in den Stall ging, wo auch schon das Abendbrot wartete. Auch einige Teilnehmer klagten über knurrende Mägen und so konnte ich mit meiner Überraschung herausrücken: Der Abschlussfeier mit Lagerfeuer!
      Matthew hatte bereits fleißig für uns gegrillt und ein schönes Büffet hergerichtet, welches auch mit strahlenden Augen in Empfang genommen wurde. Highlight war das große Feuer, an welchem man auch Marshmellows und Knüppelbrot machen konnte. Und so ging der Kurstag allmählich zu Ende.

      Zum Glück waren alle sehr erwachsen gewesen und zumindest recht früh nach null Uhr im Bett verschwunden. Dennoch sahen die meisten sehr müde aus, als sie am Frühstückstisch saßen. Ich hatte die Chance genutzt und nach dem Essen gleich noch die Abschlussbesprechung angesetzt. Diese bestand einfach aus einem Feedback von beiden Seiten.
      Alle schienen sichtlich zufrieden und ich gab ihnen auch die ausgefüllten Mappen zurück. Darin fanden sie eine Zusammenfassung der Übungen, welche wir gestern gemacht hatten und auch einige weiterführende Aufgaben, damit sie auch für später noch genügend Beschäftigung hatten.
      Und dann wurde es auch für alle Zeit, sich allmählich auf den Heimweg zu machen. Gegen zwölf Uhr verließen uns die letzten und die Ruhe kehrte auf Townsend Acres wieder ein. Gemeinsam mit Elisa frischte ich die Gästezimmer und -boxen auf, ehe ich mich meinem Bericht zu diesem Kurs befasste. Es war ein schönes Wochenende gewesen, mit tollen Menschen und tollen Pferden!
    • Samarti
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      Die Pokémon im eigenen Stall
      26. Juli 2016
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      „LAPRAS!“
      „Wo?!“
      „Könnt ihr vielleicht weniger hier rumschreien? Ich versuche gerade zu lesen. Danke.“ Joline seufzte auf und verdrehte die Augen.
      „Nein, lies woanders“, ertönte es im Einklang von Matthew und mir, was Joline nur dazu brachte, genervt aufzustehen und sich in ein anderes Zimmer zu begeben.
      Eigentlich hätte ich nicht erwartet, dass wir hier in der Nähe wirklich einen PokéStop haben würden. Tatsächlich war aber mein Gestüt einer – warum auch immer. Musste wohl jemand damals eingereicht haben, als man bei Ingress die Portale selbst noch einschicken konnte.
      Jedenfalls hatten sowohl Matthew als auch ich dann ziemlich viel Spaß daran, den PokéStop vom Sofa aus zu aktivieren und einfach immer Lockmodule anzuschmeißen, wenn es gerade die Gelegenheit dazu gab. Meist waren es dann nur Taubsis, Raupys, Hornlius – obwohl die ja zum Leveln alle echt pures Gold waren – oder eben ein nerviges Rattfratz. Bei denen konnte man ja wohl wirklich schon von einer Plage sprechen …
      Nur jetzt war gerade ein wildes Lapras aufgetaucht.
      „Wie viel hat deins?“, grinste ich Matthew an, zufrieden mit der Anzahl der CP, die mir bei meinem angezeigt wurden.
      „Das ist doch nicht wahr? Ich bin Level 17, warum kriege ich ein 43er Lapras?!“
      „Haha, meins hat 1200!“ Ich war versucht, die Zunge rauszustrecken, aber das wäre wohl doch ein wenig zu viel. Zumindest sollte es Matthew ein wenig stören, dass ich drei Level unter ihm war. Tja, wäre er auch mal Level 14 geblieben.

      Nach knapp sieben Minuten ging das Lockmodul dann auch wieder aus und Matthew und ich entschlossen uns dafür, dass es heute wohl genug gewesen wäre. Ich hatte immerhin mein Blitza entwickeln können und ein Lapras gefangen, bei Matthew war es ein recht gutes Aquana geworden und im Großen und Ganzen waren wir doch ziemlich zufrieden. Also beschloss ich, nur noch einmal eine Runde durch die Ställe zu drehen und mich dann schlafen zu legen; immerhin war es schon wieder kurz nach Mitternacht. Matthew hatte mir sogar empfohlen, das zu tun. Ich solle doch mal lieber nach meinen eigenen „Pokémon“ sehen ... Am liebsten hätte ich ihm für den Spruch eine reingehauen, aber ich konnte mich gerade noch beherrschen.
      Beginnen tat ich im Stall der Stuten. Momentan befanden sich hier nur fünf von ihnen, zumindest nachdem ich vor einer Weile den Bestand mal wieder etwas reduziert hatte. Inzwischen waren hier nur noch Hall of Fame CU, Ace of Clubs, Très Jolie, Liluye und die gute alte Ocean Water anzutreffen. Vielleicht würde Beverly auch bald hierher umziehen. Je nachdem, wie sie sich machte, würde sich das wohl in der nächsten Zeit herausstellen.
      Ich checkte nur, ob die Boxen alle vernünftig geschlossen waren und verteilte kurz Streicheleinheiten, bevor ich noch das Licht ausmachte und dann die große Stalltür verschloss.
      Daraufhin ging es weiter zum Hengststall. Sechs waren es hier an der Zahl, und bis auf Allelujah, der noch nicht sonderlich lange wieder bei mir war, und Tenacious waren inzwischen alle erfolgreich gekört. Intoxicated, Levi, Cardillac und Avanti hatten den Stress bereits hinter sich und die Körungen erfolgreich für sich gewonnen. Mal sehen, wie es mit ihnen weitergehen würde. Avanti war ja bereits Papa geworden, und sein Nachkomme hatte sich auch echt entwickelt. Kam ganz nach dem Papa.
      Auch hier ging ich nur einmal kurz von Box zu Box und machte mich dann auf den Weg zum Stall der Kleineren, wo auch Beverly momentan ja noch stand. Liberté's Nessaja fand sich hier auch noch wieder, mal sehen, wann sie den Umzug in den anderen Stall eintreten würde – allzu lange dauerte es bestimmt nicht mehr, sie hatte sich echt gut gemacht. Bei Pina war das ein wenig komplizierter, sie war noch immer sehr kritisch, was die Menschen um sie herum betraf und auf größere Menschenmassen reagierte sie leider nicht sonderlich positiv, was aber auch total nachvollziehbar war. Mit ihr hatten wir noch eine Menge Arbeit vor uns.
      Chesmu hatte sich auch wirklich entwickelt und er wuchs immer mehr zu einem schicken Hengst heran. Der Gute war ja inzwischen auch schon dreieinhalb Jahre alt und meine Erwartungen in ihn waren tatsächlich sehr hoch. Allerdings versprachen sowohl seine Abstammung als auch der junge Hengst selbst, dass er wohl noch einmal einen beeindruckenden „Lebenslauf“ vermerken könnte.
      Aponi und Pamuya waren noch immer beinahe unzertrennlich. Flightless Bird hatten sie jedoch sehr schnell aufgenommen und so bildeten die drei jetzt ihre eigene kleine „Clique“. Leslie war dabei eher diejenige, die immer schüchtern im Hintergrund blieb, während die anderen neue Kontakte knüpften. So war es auch, als Accomplishment, die Neue, dazustieß und sie sich alle erst einmal aneinander gewöhnen mussten. Das Baby unter den vier Stutfohlen sah zwischen den älteren immer sehr zierlich und zerbrechlich aus, machte aber schnell klar, dass das keineswegs auf ihren Charakter zutraf. Stattdessen wollte sie ihren Willen sehr stark durchsetzen und ließ dies auch den Rest wissen. Obwohl Aponi und Pamuya das nicht so recht in den Kram passte (Leslie hatte da wenig beizusteuern, die akzeptierte das einfach), fügte Accomplishment sich doch recht schnell in die wachsende „Gang“ ein und so waren sie dann schon zu viert. Bald würde auch noch Empire of Irony dazustoßen, noch verweilte die allerdings auf dem Pineforest Stud. Mal sehen, wie das mit denen dann werden würde. Für heute hatte ich jedenfalls genug und schloss auch den Stalltrakt der Jüngeren sorgfältig ab, bevor ich wieder ins Haus ging und noch einen Rauch anschmiss. Man wollte ja nicht unnötig Lockmodule verballern.
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  • Album:
    2.3 - Weststall
    Hochgeladen von:
    Samarti
    Datum:
    6 Juni 2016
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    Rufname: --
    geboren: Februar 2014


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    Rasse: Deutsches Reitpony
    Geschlecht: Stute
    Farbe: Rappschimmel (aa Ee Gg)
    Stockmaß: im Wachstum

    Beschreibung:
    Das erste, was man auf der Fohlenweide sieht, wenn man auch nur in ihre Nähe gelangt, ist die kleine Rappschimmelstute Aponi, die fröhlich quiekend über das Gras hüpft und den Eindruck erweckt, dass sie gerne ein kleiner Schmetterling wäre, der mit Leichtigkeit durch die Lüfte schwebt und vom Winde getragen wird – genauso wie die bunten Falter, die sie ständig über die Wiesen jagt. Und wenn sich dann mal einer der Schmetterlinge auf die Einbuchtung zwischen ihren Nüstern setzt, bläht sie diese erfreut auf, schnaubt leise und hält dann still, bis der kleine Freund sich verabschiedet hat; nur, um ihn dann spielerisch zu verfolgen.
    Aber auch so ist Aponi ganz und gar jenes Fohlen, welches sich keine Chance entgehen lässt, ihre kleinen Spielchen zu unterbrechen. Auch mit Menschen verbringt sie gerne Zeit, obwohl sie anfangs etwas schüchtern herüberkommen mag; dies ist allerdings ganz und gar nicht der Fall. Vorsichtig ist das Ponyfohlen, wenn es etwas Neues kennenlernt, doch nach nur wenig Überwindung schreitet sie mutig auf Unbekanntes zu. Genau das ist es, was sie so liebenswürdig, verschmust und vertrauensvoll macht.

    Besitzer: Samarti
    Ersteller: Elii

    [FS 258] Alle Fohlen
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    [FS 260] Einfarbige Fohlen
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    Offizieller Hintergrund