Cascar

Antar ibn Dahr

Hengst | Araber | * 2016 | im Besitz seit 15.05.2018 | gekört: nein | gechippt: nein | geimpft: nein | Decktaxe/Leihgebühr: – (0 Punkte)

Antar ibn Dahr
Cascar, 15 Mai 2018
Bracelet und adoptedfox gefällt das.
    • Cascar
      Sammelbericht (Canyon)
      [12.11.2016]

      Heute Morgen wachte ich mit einem komischen Gedanken auf. Ich wusste nicht so genau, ob mich wirklich der Gedanke aus meinem Schlaf gerissen hatte, oder ob es doch nur ein lauter Vogelruf gewesen war, aber der Gedanke war und blieb auf irgendeine Weise beängstigend.
      Auch beim knappen und wenig nahrhaften Frühstück tauchte die kleine Idee immer wieder auf, sodass ich mich irgendwann dazu gezwungen sah, diesen mal genauer zu betrachten. Ich fragte mich tatsächlich, ob es nicht langsam sinnvoll wurde, mir Hilfe anzuschaffen. Ich fragte mich das, ich, die seit Jahren die pure Alleingängerin war und das war echt gruselig. Klar, bis jetzt bekam ich noch alles selbst gestemmt, aber wie lange würde meine Kraft reichen? Wie lange würde ich die Energie finden, jeden Morgen aufzustehen? Wie schnell könnte mein Leben eine unvorhergesehene Wendung nehmen und was würde dann mit all den Pferden werden?
      Bereits nach einer Minute wurde mir der Gedanke an den Gedanken zu viel und ich brach den Strom mit lauter Musik auf den Ohren ab. Für heute reichte es, mit dem Nachdenken über solche Unsinnigkeiten. Ich mochte das allein sein. Punkt.
      Nachdem es die letzten Tage unheimlich angenehmes Wetter gewesen war, leicht bedeckter Himmel mit einem frischen Wind vom Meer, hatte es diese Nacht extrem umgeschlagen. Bereits in der Nacht war das ganze Himmelsdach in einem Blitzregen explodiert und das ständige Grollen des Donners war bestimmt bis auf die andere Seite der Welt zu hören gewesen. Erst in den frühen Morgenstunden hatte sich der Kampf im Himmel gelegt, übrig geblieben war nur noch ein heftiger Regenguss, welcher auch jetzt noch nicht aufgehört hatte. In dem ich mir meine gelben Gummistiefel und meine Regenjacke überwarf, versuchte ich mich die paar Metern bis zum Stallgebäude durchzuschlagen. Mein Plan, nicht nass zu werden, funktionierte unheimlich gut. Scherz. Bereits nach zwei Metern tropfte mir das Wasser von den Haaren und meine Hosen verfärbte sich dunkelblau.
      Ich seufzte, als ich den Stall erreichte und endlich die Stalltür aufschieben konnte. Ich war ein großer Fan des Regens, gar keine Frage, aber jetzt im Herz konnte und wollte ich auf keinen Fall krank werden. Der Nachteil war auch, dass ich meine Pferde so nicht auf die Weiden bringen konnte und ich wusste, dass das die meisten nicht gerade toll fanden. Obwohl die Boxen für türkische Maßstäbe riesig waren, war es auch für die Pferde nichts schönes, den ganzen Tag stehen zu müssen.
      In aller Ruhe, heute würde ich wohl den ganzen Tag im Stall verbringen, begann ich damit, meine Pferde zu versorgen. Erst Heu nachlegen, dann die verschiedensten Futtermischungen und zum Schluss noch die Kontrolle des Wassers. Es war mittlerweile pure Routine für mich und normalerweise brauchte ich dazu auch nicht lange, aber heute nahm ich mir bei jedem meiner Pferde die Zeit, es kurz zu streicheln, ihnen etwas zu erzählen oder einfach nur die Nähe zu den Pferden zu genießen.
      Baraija und Tiara erwärmten mir mal wieder mein Herz, als ich sah, wie nah bei einander die beiden Stuten standen und obwohl eine Trennwand zwischen ihnen war, schienen sie die Wärme des anderen zu genießen. Schon des Öfteren hatte ich mich vorgenommen, die Box etwas umzubauen und nun, da ich sowieso nichts anderes tun konnte, nahm ich es in Angriff. Tiara und Baraija mussten deshalb natürlich in eine andere Box neben Barakah umsiedeln, welche allerdings nichts dagegen hatte, etwas Gesellschaft ihrer Freundinnen zu bekommen. Mit einem Akkubohrer bewaffnet, ich war erstaunt, dass ich den tatsächlich in meiner unordentlichen Werkstatt fand, machte ich mich an die Arbeit, um einige der oberen Holzlatten abzuschrauben. Fada Fid zwei Boxen weiter fand die Lautstärke gar nicht in Ordnung und gerade als ich die letzte Schraube gelöst hatte, trat sie mit aller Heftigkeit gegen die Boxenwände aus Holz. Ich musste schmunzeln, denn so zickig war die Süße sie selten, auch wenn ich sie gut verstehen konnte, nachdem sie bereits eine Nacht mit der Lautstärke des Himmels hatten schlafen müssen.
      Zufrieden betrachtete ich mein Werk und auch wenn ich wusste, dass es nicht gerade eine Meisterleistung gewesen war, würde ich damit Tiara und Baraija eine unheimliche Freude machen.
      Die beiden Stuten waren schnell wieder in ihren eigenen Boxen und gerade als ich die Tür von Baraija schließen wollte, fiel mein Blick auf das verstaubte Boxenschild. Es war noch gar nicht so lange her, als ich sie mir hatte anfertigen lassen, aber anscheinend schien der Stall reichlich viel Staub zu produzieren, sodass bereits die nächste Schicht die Schriftzüge verdeckte. Ich zog die Augenbrauen hoch, blickte einen Moment unschlüssig auf das Schild und entschied mich dann doch dafür, es mal wieder zu putzen.
      Besonders bei Loveletter und seinem Freund Asfari-Sharin war es fettig und staubig, dafür waren die Schilder der beiden Fohlen des Gestüts noch wie nagelneu. Die Hengste waren unheimlich hübsch und ich wusste, dass beide später ein wichtiger Bestandteil meiner Zucht werden würden. Dazu noch die Farben, mein Gott, die wurden jeden Tag aufs Neue schöner. Ich konnte es selbst noch nicht ganz fassen, dass sie mir gehörten. Arias besaß die seltene Farbe Bloody Bay und Antar ibn Dahr war ein bis jetzt noch dunkles Fohlen, welches später definitiv noch ausschimmeln würde.
      Ich fühlte mich unheimlich tatkräftig und das, obwohl es draußen immer noch regnete. Mit einem warmen Kaffee aus dem Büro im Stall, setzte ich mich, an einen Heuballen gelehnt, ins große Tor des Stalls und blickte hinaus in die Welt, in welcher hundert kleine Tropfen, Sekunde für Sekunde vom Himmel fielen und große Pfützen auf dem vertrockneten Boden bildeten. Die Erde schluckte das Wasser, als wäre sie kurz vorm verdursten gewesen und genau das war bestimmt der Fall. Es war selten, dass so spät im Jahr nur so wenig Regen vom Himmel kam, sodass wir diesen nun dringend gebraucht hatten.
      Hinter mir hörte ich ein lautes Wiehern. Bestimmt Arsil, denn kurz darauf folgte ein sanftes Schnauben und das konnte nur Lilli sein, welche gleich in der Box neben an stand.
      Mit einem liebevollen Lächeln auf den Lippen schloss ich die Augen und lauschte den Geräuschen der Natur. Fast schon wäre ich eingeschlafen, als mich ein kleines krächzendes Geräusch vor meinen Beinen wieder aufwachen ließ. Es war, was ich erst nach längerem hinschauen erkannte, unglaublicherweise ein kleines Katzenjunges. Wahrscheinlich erst vor wenigen Wochen geboren, schneeweiß und mit hellblauen Augen. Ich hätte nie gedacht, dass genau dieses kleine Tier, mein Leben um ein vielfaches verschönern würde.

      Eine Katze, noch nie in meinem Leben war ich für so ein kleines Tier zuständig gewesen, aber jetzt, wo es so unsäglich durchnässt, mit bittenden hellblauen Augen vor mir gestanden hatte, musste ich es einfach hoch nehmen und das Junge in meine Jacke wickeln. Ich hätte es nie für möglich gehalten, aber ich bezeichnete den aufkommenden Schwung der Gefühle, als Muttergefühle und das beeindruckte mich selbst wahrscheinlich mehr, als jeden anderen. Durch den Regen rannte ich zurück zum Haus, mit diesem winzigen Jungen in meinen Armen. Es war eiskalt und schon fast befürchtete ich, dass er es nicht schaffen würde. Das erste Mal in meinem Leben bedauerte ich es, dass ich es noch nie für nötig gehalten hatte, mir Internet anzuschaffen, denn jetzt hätte ich dringend einen guten Rat gebraucht.
      Mit aller Mühe versuchte ich die nächsten Stunden das Junge aufzupäppeln und war ein weiteres Mal stolz auf mich, als ich wenig später am Abend dem kleinen Kerl beim Erkunden meiner Wohnung beobachten konnte. Er war zum Glück gut genährt und nur der kalte Regen schien ihn so geschwächt zu haben. Hätte ich ein Auto gehabt, so wäre mein erster Weg der zum Tierarzt gewesen. So musste ich es allerdings auf Morgen verschieben.
      Syntrofos, griechisch für Gefährte, nannte ich ihn, so, als hätte ich schon heute gewusst, dass er mich eine ganz schön lange Zeit begleiten würde.
    • Cascar
      Fohlenschau (Canyon)
      [24.11.2016]

      Es war eines der ersten Male, dass ich mich traute, eines meiner Pferde auf einer Fohlenschau vorzustellen. Kein Geld, keine Zeit und auch kein Auto, super Kombination. Allerdings hatte ich vor, mein kleines Gestüt bekannter zu machen, sodass ich einfach in den sauren Apfel beißen musste und mir einen Transporter mietete, mit welchem ich zusammen mit meinhcen beiden jüngsten Hengsten zu einer Fohlenschau fuhr. Antar und Arias, beide noch kein Jahr alt, waren die neueste meiner Errungenschaften und ich hatte es kaum fassen können, dass genau die beiden Prachtstücke später ein Teil meiner Zucht werden sollten.
      Auf dem Gelände fand ich einen etwas ruhiger gelegenen Platz, wo ich ohne Stress als erstes Antar für seinen Auftritt vorbereiten konnte. Sein graumelliertes Fell, die hübschen Abzeichen und das blaue Auge mussten die Richter einfach beeindrucken!
      Als es dann soweit war, gab ich Arias nochmal etwas Futter zur Beruhigung und machte mich dann mit Antar auf dem Weg zu dem Platz, auf welchem die Kür stattfinden sollte. Dank des milden Herbstwetters war der Platz umrundet von einer lauten Menschenmasse und ich hoffte, dass Antar davon nicht eingeschüchtert sein, oder gar streiken würde. Ich kannte den Junghengst mittlerweile so gut, dass ich wusste, dass er es hasste wenn etwas nicht so verlief wie er wollte.
      Über unseren Köpfen spuckte ein Lautsprecher ohrenbetäubend laut unsere Namen aus und zusammen mit Antar ibn Dahr betrat ich den Platz. Zu erst im Schritt, damit sich Antar an die Zuschauer gewöhnen konnte, ging ich eine Runde ganze Bahn, blieb dann in der Mitte des Platzes stehen und grüßte die Richter. Antar hatte die Ohren gespitzt und wich keinen Schritt von meiner Seite. Ich konnte mir vorstellen, dass es noch etwas viel beim ersten Mal war. Trotzdem zeigte ich den Richter dann Antars Trab, in dem ich erst ganze Bahn ging, dann auf den Zirkel ging, aus diesem wechselte und auch nochmal Antars andere Hand präsentierte. Antar stellte sich äußerst geschickt an, während ich gefühlt bei jedem zweiten Schritt stolperte.
      Um dies beim Galopp dann gekonnt zu vermeiden, entfernte ich den Strick von Antars Halfter und schickte ihn mit deutlichen Handbewegungen in den Galopp. Anfangs noch etwas unsicher, aber mit jedem Schritt sicherwerdender, raste er über den Platz und bewies allen Zuschauer, dass er jetzt schon nur so vor Kraft und Energie zerplatzte. Nach zwei Runden stellte ich mich ihm in den Weg und zeigte ihm damit, dass er umkehren sollte, was er auch mit einem kleinen eingebauten Freudensprung tat. Als er auch auf der anderen Hand galoppiert war, holte ich ihn wieder zu mir, hängte den Strick wieder ein und verabschiedete die Richter. Wir haben es geschafft, jubelte ich in Gedanken und brachte meinen kleinen Helden dann zurück zu unserem Transporter.
    • Cascar
      Sammelbericht (Canyon)
      [26.11.2016]

      Der Junge, der meinem Auto die Reifen wechselte, war komisch. Immer wieder während seiner Arbeit blickte er zu mir hinüber und ich bereute schon die Entscheidung, mir keinen Leihwagen genommen zu haben, sondern einfach in der Werkstatt hatte warten wollen. Zugegeben, schlecht sah er nicht aus, aber diese Blicke brachten mich echt zum Schwitzen. Vom männlichen Geschlecht hatte ich mich schon immer fern gehalten.
      Klar, ich hatte vor Dreck stehende Stallschuhe, eine zerfetzte Jeans und ungekämmte Haare, aber der da am Boden sah mit seiner fettigen Arbeitshose und den schwarzen Hände auch nicht gerade sauber aus, als sollte das eigentlich nicht der Grund für sein Interesse sein.
      Es dauerte gefühlte Stunden bis die alten und abgefahrenen Reifen meines dreisig Jahre alten und ganz zufällig vor kurzem ersteigerten Chevrolet Trucks durch nagelneue ersetzt waren und ich rechnete jeden Augenblick damit, dass er sein Werkzeug fallen lies und mich irgendwo hin verschleppte. Bis er fertig war und sich mit seiner öligen Hand die Haare aus dem Gesicht strich, was eine dunkle Spur quer von einem Ohr zum anderen hinterließ, passierte nichts dergleichen, was mal wieder ein gutes Beispiel dafür war, dass ich einfach zu wenig unter Menschen war.
      Wie um sich von der schweren Arbeit zu erholen, stand er auf und lehnte sich erschöpft an mein blutrotes Gefährt, den einen Arm auf die Motorhaube gelegt.
      "Ein hübschen Wagen hast du hier." meinte er und klopfte mit der einen Hand nickend auf das Blech. Ich reagierte nicht darauf, wie auch, mein Mund war ausgetrocknet bis zum geht nicht mehr und ich wusste nicht so genau, ob das an dem Kerl da einige Meter vor mir lag oder an der genauso ekligen Luft in der Werkstatt, welche mich davon abhielt vernünftig atmen zu können.
      Aber anstatt mich nun nach keiner Antwort meiner Seits nach einem Date, dem Geld für die Reifen oder einem eventuellen Freund zu fragen, Achtung jetzt wird es äußerst unglaublich, spuckte sein Mund folgende Wörter aus: "Hast du am Wochenende Lust auf einen gemeinsamen Ausritt?" Mein bis dahin zugekniffener Mund fiel wahrscheinlich auf, als wäre er aus schwerem Stahl.
      "W-was?" fragte ich wenig elegant und blickte ihn verstörrt an.
      Er zuckte nur mit den Schultern und blieb immernoch ganz gelassen, würde ich übrigens auch gerne können.
      "Weiß nicht, du sahst einsam aus, ich bin einsam und da könnte man doch mal etwas zusammen machen, oder? Ein Ausritt war das naheliegendste, bei der uns gegebenen Situation."
      "Wo-woher weißt du denn, dass ich ein Pferd habe?" fragte ich immer noch leicht geschockt und ziemlich perplex. So als hätte er eine Brille auf, neigte er den Kopf nach unten und schaute dann mit einem leichten Grinsen zu mir hoch. Ich merkte, dass das bei meiner Kleidung und bestimmt auch meinem Geruch nicht gerade schwer zu erkennen war. So ein Mist, ich roch bestimmt meilenweit gegen den Wind, wie peinlich!
      "Nein wirklich! Ich fände es mega cool, wenn wir mal was zusammen machen. Ich bin übrigens-", kurzfristig besann er sich nochmal anders und zeigte mit einem Finger warnend auf mich. "Warte kurz, ja?" und dann huschte er, ohne eine Antwort zu erwarten, zu einem Waschbecken in der hinteren Ecke der Werkstatt, um sich den Dreck von den Händen zu schrubben.
      Witzig, so als hätte ich eine andere Möglichkeit als zu warten, denn immerhin hing mein Truck noch einige Zentimeter in der Luft.
      Ungeduldig trat ich von einem Fuß auf den anderen und wusste selbst nicht so recht, ob ich wollte, dass er schnell oder langsam wieder zurückkam. Schlussendlich dauerte es keine drei Minuten und der ansehnliche junge Mann kam mit sauberen Händen zu mir zurück. Bereits im Gehen kramte er auch einer Hosentasche einen abgerissenen Zettel und einen dreckigen Kuli, mit welchem einige Zahlen auf den Zettel pinselte. "Bittschön", meinte er, reichte mir den Zettel und blieb nur gefühlte 80 Zentimeter vor mir stehen. Ich hasste Jungs! Immer nahmen sie einem die Kraft zum Atmen und so ungerne wie ich es zugab, aber dieser Mechanikerboy, mit den langen lockigen Haaren und den olivgrünen Augen war echt mega heiß.
      Mein Aussehen war mir immer egal gewesen, aber nun strich ich mir nervös meine Haare glatt und tatsächlich war mein erster Gedanke, ob ich ihm gefiel. Aber logischerweise sollte ich das, denn welcher Junge sprach schon ein Mädchen an, was er nicht kannte und was er noch nicht mal als hübsch bezeichnete? Ja genau! Guter Gedanke Artemis! Ich nahm den Zettel nach längerem Zögern an.
      "Also nochmal. Ich bin Altair und es wäre mir eine große Ehre, wenn du mit mir am Wochenende einen Ausritt machen würdest."
      Altair. Ich mochte diesen Namen. Ich zuckte mit den Schultern und schaute kurz unschlüssig zu ihm hoch, bevor ich meinen Blick wieder auf den Zettel in meinen Händen richtete. Bevor ich ihm eine Antwort geben konnte, schallte eine tiefe Männerstimme aus einer der anliegenden Räume und nur wenig später kam ein älterer und sehr grimmig wirkender Mann durch eine Tür getrampelt.
      "Kara was soll das? Da drausen warten fünf weitere Wagen. Willst du deinen Job verlieren? Ja? Kein Problem! Denn wenn ich nochmal sehe, dass du während der Arbeitszeit dich mit anderen Dingen beschäftigst, dann fliegst du schneller hier raus als du denkst!" schrie er fast und zeigte wütend und mit schwabbelnden Fettbauch auf Altair vor mir, bevor er durch die Tür durch die er gekommen war, zurückwatschelte.
      Altair verdrehte genervt die Augen, drehte sich dann aber ohne noch etwas zu sagen um und ließ meinen Wagen mithilfe eines Hebels wieder zu Boden gleiten.
      Stumm bezahlte ich ihn, stieg in meinen Truck und ließ den Motor an. Ich war selbst überrascht von mir, aber bevor ich aufs Gas trat, kurbelte ich das Fenster nochmal nach unten. "Altair!" rief ich und Altair drehte sich nochmal zu mir um, "Ich melde mich bei dir."
      Ein glückliches Lächeln erschien auf seinem Gesicht und er nickte kurz. Dann gab ich Gas und verließ mit neuen Reifen die Werkstatt.
    • Cascar
      Sammelbericht (Canyon)
      [10.02.2017]

      Steif war mein Blick auf den kleinen Fernseher vor mir gerichtet. Fast schon unbemerkt kraulte ich den kleinen weißen Kater zu meiner Rechten hinter den Ohren. Seit Tagen und Wochen wurden die Nachrichten von Tag zu Tag kurioser. Mein Land, das Land in welches ich gezogen war, es lief dem Untergang entgegen und so langsam schlich sich bei mir die Angst ein. Die Angst, dass der nächste Schritt den Krieg bedeuten würde. Ich hatte Angst um meine Pferde, all diese Pferde!
      Die Tür meiner Wohnung würde quietschend geöffnet und nur wenige Sekunden später ließ sich seufzend Altair neben mir nieder. "Na, schaust du schon wieder Nachrichten?" fragte er mich und machte es sich auf meiner Linken bequem.
      "Bleibt mir leider nicht viel anderes übrig, wenn ich nicht unerwartet von einer Bombe getroffen werden möchte. So weiß ich jedenfalls, wann unser Untergang bevorsteht."
      "Positiv wie immer, die Artemis, was?" meinte Altair neckisch. Ich antwortete nicht sofort.
      "Altair, das ist wirklich kein Spaß. Schau dir das mal an, wir sind in der Vergangenheit gelandet!"
      "Ne nicht ganz, wir haben Popcorn!" meinte er fröhlich und hielt mir eine Plastiktüte mit ziemlich ekligen und süßen Popcorn unter die Nase, welche er definitiv in dem Billigladen um die Ecke gekauft hatte. Altair grinste.
      "Na da sind wir aber weit zurückgerutscht, immerhin wurden Puffmaiskörner gefunden, welche etwa 4000 Jahre alt sind." Manchmal verstand ich selbst nicht, wie Altair es schaffte, mich in meinen schlechtesten Zeit so zum Lächeln zu bringen. Ein Lachen würde er heute nicht von mir zu hören bekommen, aber das Lächeln schenkte ich ihm gerne.
      Altair wechselte das Thema und schaute mich nun mit einem ernsten und nachdenklichen Blick an. "Wenn du das wirklich willst, dass würde ich mich auf die Suche nach einem Platz für unsere Tiere machen, der in einem sicheren Gebiet ist." Ich zog eine Augenbraue hoch.
      "Du machst dich auf die Suche." Zweifelnd blickte ich ihn an. Syntrofos schien sich aus unserer Unterhaltung ausgeschlossen zu fühlen und kletterte auf meinen Schoß, wo er sich laut schnurrend niederließ. Altair zuckte die Achseln. "Ja, ich denke, ich weiß schon, an wen ich mich wende."
      "Willst du mir es vielleicht auch verraten?"
      "Nö, es soll eine Überraschung für Syntrofos werden." Ohne mit der Wimper zu zucken blickte er mich weiter an. "Kommst du jetzt? Ich habe gedacht, du willst deinen neuen Pferden vielleicht eine Box vorbereiten." Mit diesen Worten stand er auf und verließ pfeifend und mit den Hüften schwingend die kleine Wohnung. Wieder erschien ein Lächeln auf meinen Lippen, merkte jedoch gleich den prüfenden Blick des Katers auf mir ruhen. "Schau mich nicht so an! Da läuft nichts zwischen uns!" Syntrofos zog die Läfzen nach oben und schenkte mir ein gruselig aussehendes, aber klar erkennbares Grinsen. "Wir sind nur Freunde!" Energisch verteidigte ich mich. "Er hilft mir bei der Stallarbeit, nur deswegen ist er hier und jetzt runter mit dir! Ausnahmsweise hat Altair nämlich Recht, die Boxen stehen an." Ich schaltete den kleinen Fernseher aus, zog meine grüne Jacke über und verließ dann, gefolgt von meinem weißen Schatten, das kleine Haus.

      Altair hatte bereits in dem kleinen Stalltrakt begonnen die drei restlichen noch leeren Boxen von Spinnenweben und altem Heu zu befreien. In der einen hatte wir über längere Zeit das Kraftfutter gehortet, welches nun allerdings etwas weiter in der neuen Futterstube zu finden war. Schweigend nahm ich mir eine weitere Mistgabel und half ihm dabei. Die Stallarbeit war für uns beide mittlerweile Routine geworden und wir hatten uns still auf eine Teilung des Stalls geeinigt. Seit dem Altair bei mir eingezogen war, seine alte Wohnung war ihm kurzfristig gekündigt worden, half er mir ihm Gegenzug die Pferde zu versorgen und kümmerte sich um die technischen Dinge auf dem kleinen Gestüt.
      Gegen drei am Nachmittag setzte dann ein strömender Regen ein und die dunkle Wand aus dem Westen rückte immer näher. In eine warme Decke eingehüllt saß ich auf einem hölzernen Stuhl am offenen Stalltor und wartete auf die Ankunft der drei neuen Pferde. In letzter Zeit hatte es einige gegeben, die ihre Pferde für nicht allzu viel Geld verkaufen wollten und auch wenn ich innerlich lange mit mir gekämpft hatte, hatte ich mich für drei dieser Pferde entschieden. Shady war schon länger gekauft, Cardiacs Kaufvertrag erst vor wenigen Tagen unterschrieben wurden und kleine Abqa Hasna war eine Rettungsaktion gewesen. Ich hatte natürlich nicht nein sagen können, als mich der Tierschutz darum gebeten hatte, sie aufzunehmen.
      "Artemis, ein Fahrer hat angerufen." Altair gesellte sich zu mir und hockte sich neben mich. Erschrocken drehte ich mich zu ihm um. "Alles gut Süße!" Altair hob beide Hände in die Luft, während ich ihn immer noch angstvoll anblickte. "Die Ankunft verzögert sich nur, sie stehen im Stau." Erleichtert atmete ich aus, zog die heruntergerutschte Decke wieder auf meine Schultern und blickte weiter hinaus in den Regen. "Ich habe gerade Arias und Antar von der weide geholt, die beiden sind völlig durchgefroren. Hilfst du mir, die Beiden mit Handtüchern trocken zu rubbeln?"
      Ich war dankbar für die Aufgabe und folgte Altair zu der größeren Box der beiden Jährlinge, welche sich vom ersten Moment an vertragen hatten.
      "Ich nehme Antar." Bestimmend zog ich den kleinen Kerl zu mir, welcher au dünnen Beinen zitternd vor mir stand. Für einen Araber hatte er recht langes Winterfell, welches durch den Regen jetzt schwer an seinem Körper klebte. Stumm versuchte ich mit dem etwas zu kleinen Handtuch den kleinen Kerl trocken zu kriegen und nach etlichen Schrubben, stand ein völlig verwirrter und zerzauster Hengst vor mir. Auch Arias sah nicht besser aus, dafür waren beide jetzt verhältnismäßig trockener als vorher.
      Da der Regen immer noch noch nicht aufgehört hatte und weit und breit auch kein Pferdeanhänger mit den drei neuen Pferden zu sehen war, entschied ich mich dazu, auch die anderen Pferde nach Hause zu holen. Nur zwei der Hengste, Arsil und Khadir, welche weiter im Innenland geschützt von Bäumen standen, würden den Regen wohl ohne mein Zutun überleben. Während ich Asfari-Sharin und Loveletter von ihrem Paddock holte, nahm sich Altair Bahar und Tiramisu an, welche zur Zeit noch einzeln auf einer Weide in der Nähe des Strandes standen.
      Nach den Hengsten kamen die Stuten. Die Angelegenheit war weniger einfach, da alle auf einer Weide standen. An sich war das ja kein Problem, aber Belaja wollte dort nicht ohne Fada Fid stehen. Fada verlässt die Wiese jedoch nicht ohne Barakah und Barakah wiehert dann Tiara hinterher. Mittlerweile hatte ich wegen dieses Problems jedoch einen Plan aufgestellt, welcher so aussah: Als erstes gehen Belaja und Fada, zusammen mit Barakah und Tiara. Baraija und Bardiyah kommen danach, gefolgt von Püppchen und Lilli. Hestia war eine unserer ältesten Stuten und ich befolgte ihren Wunsch, immer als letzte auf der Weide bleiben zu dürfen.

      Es war ein Wunder, als es wenig später den letzten Regentropfen regnete und nur kurze Zeit später ein großer LKW mit drei Stuten im Gepäck die uneben Einfahrt entlang auf das Gestüt fuhr. Beide Männer waren recht nett und erledigten mit mir im Voraus den Papierkram, währenddessen sich Altair damit beschäftigte, alle drei Pferde aus dem Hänger auszuladen. Ich hatte mit Erstaunen festgestellt, dass Abby ein Kind von meiner geliebten Hestia war und war mir sicher, dass aus ihr eine wahre Pracht werden würde. Shady hatte bereits jetzt mein Herz im Sturm erobert, während Cardiac ziemlich eigenwillig war. Beide waren jedoch hervorragende Zuchtstuten und vielleicht würde es nicht mehr lange dauern, bis auch sie mir Süße Nachkommen schenken werden.
      Nachdem die drei Stuten ausgeladen waren und noch etwas perplex auf dem Hof standen, verabschiedete ich mich von den Pferdebringern und führte die drei zusammen mit Altair zu den neuen Boxen am Ende des Stalls. Es dauerte nicht lange und sie kauten glücklich an dem frischen Heu. Ich freute mich auf die Arbeit mit ihnen, entschied mich jedoch dazu, heute nichts mehr zu tun, außer gegebenenfalls etwas leckeres zu Essen und einen Film zu schauen, der lenkte immer gut von wichtigeren Themen ab. Altair sah ich bis zum Abendbrot nicht wieder und erst als der leckere Geruch von Brokkoliauflauf durchs Haus wabbelte.
      "Wo warst du denn so lange?" Frage ich erstaunt, als sich Altair von hinten näherte und sich dann auf der Arbeitsplatte neben mir aufstützte.
      "Ich sagte dir doch, dass ich unser kleines Problem klären wollte."
      "Und?"
      "Was und?"
      "Na hast du es geklärt?!"
      "Wenn du das sagst, dann klingt das so, als würde das Licht meines Autos nicht mehr gehen."
      "Das Licht deines Autos geht auch nicht mehr,"
      "Stimmt, da hast du nun auch wieder Recht."
      "Also? Was ist nun?"
      "Ich habe hunger."
      "Du Blödmann, du bekommst nichts, bevor ich nichts genaueres weiß!"
      "Jaja schon gut, du musst nicht immer gleich so brutal werden. Ich habe mit Nico gesprochen-" Endlich gab sich Altair geschlagen. Ich seufzte.
      "Mit dem weiteren Blödmann aus Norwegen? Woher kennst du den eigentlich?!?" Bestürzt schaute ich ihn an. Darauf hätte ich ja selbst kommen können, dass er gleich zu diesem "du Martin" rannte, immerhin hatte der ja jede Menge Geld und ich wusste, dass Altair sich gerne vom Geld locken ließ.
      "Ja genau der und Nico ist gar nicht so schlimm wie alle denken. Außerdem hatte ich dir schonmal erzählt, dass ich den im Urlaub vor ein paar Jahren kennengelernt hatte. Ich fand ihn nett und außerdem, was ja für uns der entscheidende Punkt ist, hat er uns seine Hilfe angeboten. Wir können unsere Pferde zu ihm nach Norwegen bringen und das ist immerhin eines der sichersten Länder dieser Welt."
      "Wie hieß das Gestüt? Irgendwas mit "T" oder so, ne?" Ich runzelte die Stirn, während ich aus dem warmen Ofen den lecker riechenden Auflauf holte und diesen eilig, weil ziemlich warm, auf dem Küchentisch abstellte.
      "Tyrifjord Ranch, genau. Unsere Pferde und auch wir wären sicher und mal ehrlich, juckt es dich nicht ein bisschen die Welt kennenzulernen?"
      Ich zuckte mit den Schultern. "Doch schon, ein bisschen."
      "Siehst du, dann steht dem ja nichts mehr im Weg."
      "Aber mein Gestüt-!"
      Altair kam auch mich zu und einen Moment hatte ich Angst, dass er mich küssen würde. Sein Blick lag weich auf meinem Gesicht und ließ mich automatisch einen Schritt nach hinten weichen. Altair legte jedoch nur seine Arme um meine Hüften und zog mich an sich. "Artemis, komm mit mir in den Norden. Öffne die Augen und sehe diese tolle Welt vor dir, nicht immer nur all das Negative."
      Lange Zeit sage ich nichts, ein Markenzeichen von mir, sondern genieße nur den warmen Körper meines Freundes. "Ok, ich komme mit."
    • Cascar
      Sammelbericht (Canyon)
      [06.08.2017]

      Besorgt strich ich Hestia über die helle Stirn. Entspannt schloss sie die Augen und gab sich meinen Bewegungen hin. "Alles wird gut", flüsterte ich der Stute zu und lehnte vorsichtig meinen Kopf an den ihren. Erschrocken schreckte ich auf, als quietschend die Stalltür aufgeschoben wurde. Es war Addison. Ich war ihm dankbar, dass er sich um Hestia kümmerte, wir hatten nicht das Geld, uns von Außerhalb jemanden mehrmals die Woche auf den Hof zu bestellen. "Hey", sagte Addison und stellte seinen Koffer neben Hestias Box ab. "Hey", sagte auch ich und schob dann den Riegel zur Seite, um Addi in die Box zu lassen. "Ist dir eine Verschlechterung in den letzten Tagen aufgefallen?" Fragt er mich und betritt ihre Box. Ich schüttle den Kopf und erkläre ihm, während er Hestias Augen beleuchtete, wie sie sich in den letzten Tagen verhalten hatte. "Das Auge wird leider nicht mehr zu retten sein", erklärt mir Addi und nimmt mir damit meine restliche Hoffnung. Ich mochte diese Stute sehr und es tat mir Leid für sie, dass sie in der Mitte ihres Lebens ihr Augenlicht verlieren sollte. "Kann man denn gar nichts dagegen tun?" Fragte ich flehentlich. "Natürlich gibt es einige Medikamente dagegen, aber was ich dir raten würde, ist, dass ihr einfach versucht sie so gut wie möglich darauf vorzubereiten und ihr die Sicherheit gebt. Vielleicht holt ihr euch eine andere Stute dazu und gewöhnt Hestia daran, dass das ihre Leitstute ist." Versuchte Addi mich aufzumuntern. Er kam aus der Box und klopfte mir leicht auf die Schulter. "Ansonsten kann ich euch nur raten, so viel Stress und Unruhe wie nur möglich zu vermeiden und der Stute auf ihrem weiteren Weg Beistand zu leisten." Ich nickte. "Danke, wir werden natürlich alles versuchen. Es wird nur immer schwerer für sie in der Herde, vor allem da sie die Leitstute ist." "Ihr schafft das schon!" Sagte Addi aufmunternd und lächelte mich kurz an. "Ich habe gestern Abend Augentropfen für sie bestellt und ich hoffe, dass die nicht lange auf sich warten lassen werden." Dankbar lächelte ich. Es tat wirklich gut, einen Profi an der Seite zu haben, der uns dadurch führen würde. Addi verabschiedete sich von mir und ich blieb alleine zurück. Artemis war mit Bahar unterwegs, mehrere Tage wollte sie eine Trainingseinheit in den Alpen mit ihm machen. Sie hatte lange darauf gespart und ich freute mich für sie, dass sie es endlich geschafft hatte. Erst gestern hatte sie einige Bilder geschickt, von sich und natürlich von Bahar, wie er die steinige Landschaft erklomm. Als nächstes fütterte ich die Pferde. Ich liebte unseren neuen Stall. Vor allem den nordischen Charme und die warme Atmosphäre hatte mich beim ersten Betreten innehalten lassen. Er bot genügend Luft zum Atmen, geräumige Boxen mit so wenig Wand und Gitter wie nur möglich und einem guten Platz für Sättel und restliches Zubehör. Jedes Pferd hatte, wie vom Artemis gewünscht, sein eigenes Paddock und bekam täglich Auslauf. Allerdings machte mir die Arbeit zu schaffen. Oft fand ich zu wenig Zeit für mich oder Artemis und auch wenn Vuyo und Eyvind mehrmals die Woche halfen, so war es doch ein endloser Kreislauf. Ich hatte versucht mit Artemis darüber zu reden, jedoch war es ihr schwer gefallen, auch meine Sicht der Dinge zu verstehen. Sie liebte ihre Pferde über alles und manchmal kam es mir so vor, als würde diese Liebe auch die Liebe zwischen uns übersteigen. Es war nicht so, dass ich die Pferde aufgeben wollte. Ich wollte nur nach neuen Möglichkeit suchen, um auch die andern Dinge im Leben ausüben zu können. Und es gab neue Möglichkeiten, von Reitbeteiligungen bis zu Stallburschen. Es war noch früh am Morgen, die Pferde mussten gefüttert und dann auf die Weide geburracht werden. Eyvind hatte versprochen dann vorbeizukommen und mir zu helfen. Das beruhigte mich etwas. Ich begann bei den Hengsten. Bahars Box ganz vorne war leer und auch die Boxen der Jungpferde Antar ibn Dahr und Arias waren leer, da die beiden auf der Jungpferdeweide mit dem jungen Hengst von Nico standen. Tiramisu stürze sich verzweifelt auf den Hafer, als hätte er die letzten Stunden vor Hunger gequält in der Box stehen müssen. Khadir, Loveletter und Arsil nehmen den Hafer etwas entspannter entgegen, Asfari Sharin ignoriert den gefüllten Trog vollkommen. Nachdem auch die Stuten sind, kommt Eyvind püntklich wie immer zu mir in den Stall. Eyvind ist die gute Seele der Insel und jeder weiß, dass auf ihn immer Verlass ist. Er lebt stets ohne Vorurteile und es gibt niemanden, der sich nicht mit ihm versteht. Umso trauriger ist es, dass Eyvinds Glück in Sachen Liebe schon immer sehr bescheiden war und er seit vielen Jahren alleine lebt. "Du musst etwas raus, unter die Leute kommen, Mädchen kennenlernen!" Hatte ich schon oft zu ihm gesagt, doch er hatte nur den Kopf geschüttelt und mich angelächelt. "Ich bin doch glücklich, so wie es ist." War seine Antwort gewesen. Zusammen brachten wir die Pferde hinaus auf die Weiden. Die Stuten standen zusammen auf dem weitläufigen Gelände und mittlerweile kannten sie den Weg. Jeder von uns nahm immer drei der Stuten. Ich begann auf der einen Seite des Stalls, Eyvind auf der anderen. Cardiac, Abqa Hasna und Shady waren die ersten Kandidaten von mir, während sich Eyvind Hollybrooks's Barakah al Sanaa, Badriyah und Baraija genommen hatte. "Nimmst du nachher selber Hestia?" Rief er mir zu und zeigte mit vollen Händen auf die Stute. Ich nickte deutlich. Als nächstes nahm Eyvind I'll never leave you, Zanyah und Fada Fid, während ich für mich nur Hestia und Tiara Al-Bahri wählte. Addison hatte Recht, Hestia brauchte einen pferdigen Helfer an ihrer Seite und vielleicht war die junge Tiara dafür genau richtig. Eyvind brachte schnell noch Belaja und Pounts Püppchen auf die Weide und dann waren wir mit den Stuten fertig. Aber auch die vier Hengste waren schnell auf ihren Weiden. Schon lange teilten sich Tiramisu und Khadir eine Grünfläche und Asfari und Arsil, normalerweise stand bei den Beiden noch Bahar. Nach getaner Arbeit dankte ich Eyvind für seine Hilfe, wir verabredeten uns jedoch für den Nachmittag wieder zum gemeinschaftlichen Boxenausmisten. Ich war müde, die Arbeit zerrte an meinen Kräften und schon lange habe ich mich nicht mehr wirklich erholt gefühlt. Vielleicht war es ein Fehler gewesen, unsere Wohnung genau über den Stall zu bauen. Umso öfter und länger hielten wir uns deswegen dort auf. Allerdings war es nun auch um einiges leichter, für eine kleine Mittagspause mich einfach aufs Sofa zu legen und für einen Moment die Augen zu schließen. Tröge zog ich meinen Laptop zu mir heran und öffnete Safari. Ich brauchte Hilfe im Stall und vielleicht wurde ich ja im Internet fündig. Es gab genügend Reitbeteiligungen in unserer Nähe und ich markierte einige in den Favoriten, um Artemis bei ihrer baldigen Ankunft vielleicht doch von etwas Zuwachs im Stall überzeugen konnte. Müde schloss ich die Augen und verlor mich im Schatten des Tages.
    • Cascar
      Sammelbericht (Gwen)
      [14.04.2018]

      Es war ein kühler Morgen als wir auf dem Gestüt Hara Artemis eintrafen. Trotz der Frühe herrschte dort bereits reges Treiben, denn das große Arabergestüt suchte für seine Schützlinge neue Liebhaber. Aus diesem Grund waren auch wir angereist und musterten neugierig die Umgebung. Hier und da wurden bereits Pferde für den Transport fertig gemacht oder auf Anhänger geführt. In Stall und Halle traf man wiederum auf potenzielle Interessenten, welche sich ihre Favoriten vorzeigen ließen. Auch wir wurden direkt herzlich in Empfang genommen und einmal herum geführt. Unsere Interesse betraf einen schneeweißen Araberhengst, einer der Vorzeigepferde des Gestüts. Sein Name war Khadir und mit seine zwölf Jahren war er bereits solide ausgebildet. Außerdem hatte er schon allerhand Nachkommen vorzuweisen, doch für uns war die Zucht nicht interessant. Khadir sollte stattdessen vielmehr als Showpferd fungieren und momentan schien sein Charakter perfekt. Auch beim Vorführen und Vorreiten zeigte er sich von seiner besten Seite und so stand für uns schnell fest: Der sollte es werden. Es wurden alle Einzelheiten mit der Besitzerin besprochen und dann verabschiedeten wir uns auch schon wieder und ließen den wilden Trubel des Gestüts hinter uns. Schon bald würde der hübsche Schimmel bei uns einziehen.
    • Cascar
      Ankunft von Antar ibn Dahr
      [15.05.2018]

      Ich strecke mich genüsslich, als ich aus der Haustür trete und mich warme Sonnenstrahlen empfangen. Kire wuselt zwischen meinen Beinen nach draußen, sodass ich beinahe das Gleichgewicht verliere, aber ich lasse mich nicht aus der Ruhe bringen und begebe mich ganz in Ruhe zu Auto. Ich muss heute nämlich zum Flughafen, den neuen Familienzuwachs abholen.
      Ich muss zugeben, überlege ich während der Fahrt, dass ich an ebenjenem nicht ganz unschuldig bin. Antar ibn Dahrs Anzeige habe ich im Internet aufgestöbert. Die Verkäuferin ist Artemis, die ich vergangenen Sommer ja kennen und schätzen gelernt habe und deswegen habe ich in den Jährling, der heute in Neuseeland die Hufe auf den Boden setzen wird, vollstes Vertrauen.
      Auf dem Flughafen funktioniert auch alles recht reibungslos – er ist überschaubar und das WCS ist gut bekannt, sodass ich nur die Zollformulare unterschreiben und mit der Kreditkarte die Einreisegebühr bezahlen muss, bevor ich den jungen Hengst erstmals kennen lerne. Da ist er angebunden, in einem dafür vorgesehenen Raum, hat ein kariertes Tischtuch über den Augen und zuckt verschreckt zusammen, als ich mich leise redend nähere und ihn schließlich am Hals berühre. Mir tut er gleich ganz leid, er scheint recht stressanfällig zu sein. Vorsichtshalber lasse ich das Tuch aber dann doch da, wo es ist, und führe den Guten langsam ins Freie. Er folgt mir nur zöglerich, logisch, aber ich lasse ihm die Zeit. Ein Flughafenmitarbeiter öffnet dann die Rampe meines Anhängers und so kann ich den werdenden Schimmel in einem Rutsch hineinbugsieren und dann auch endlich seine Augen frei machen. Wie schön sie sind, mit den weißen Wimpern. Antar erleidet dann kurz einen Stellenschock, weil er im Hänger ist und ich vor ihm stehe, dann kanbbert er zöglerich am Heunetz. Ich lobe ihn, dann wird die Rampe rasch verschlossen und ich schwinge mich wieder auf den Fahrersitz.
      Keine halbe Stunde später biege ich langsam und im großen Bogen in die Hofeinfahrt. Stani und Oliver kommen mir gleich zur Hilfe und gemeinsam bugsieren wir den Hengst auf den bräunlichen Asphalt und dann in eine Einzelbox mit geräumigen Paddock. Da bleibt er jetzt erstmal für einige Stunden, zum fressen und aklimatisieren. Am Nachmittag soll er dann noch auf die Koppel – auch zum Akklimatisieren – und wirklich vergesellschaftet wird er dann erst morgen. Bisher macht er jedenfalls einen fiten Eindruck auf mich und ich freue mich wirklich schon sehr auf die Zeit mit dem Lieben.
    • Cascar
      Bericht
      [16.05.2018]

      Antar ibn Dahr hat am Morgen jede Menge Heu in der Mähne und außerdem einen hässlichen Fleck an der linken Flanke, weil er sich mitten in die Pferdeäpfel gelegt hat. Trotzdem wiehert er und scheint auch sonst ausgesprochen glücklich darüber, mich wiederzusehen. Ich begrüße ihn eben so herzlich, halftere ihn dann auf und führe ihn eine Runde über den Hof, bevor ich ihn in der Stallgasse anbinde und rasch überputze. Dabei wird klar, dass Antar recht annehmliche Manieren mitbringt. So gibt er bereits die Hufe und bemüht sich zumindest, geduldig und ruhig vor mir zu stehen. Ich lobe ihn dafür, dann ist es so weit und der junge Hengst darf zu Lucifer und Blomquist auf die Offenstallweide.
      Die Hengste spitzen neugierig die Ohren, als ich dem werdenden Schimmel das Halfter abnehme. Sie kommen näher und beschnuppern den Neuankömmling, dann gibt es so manches Gerangel und etliche angelegte Ohren. Nach knapp zehn Minuten ist dennoch klar, dass Antar der Herr im Hause ist – kein Wunder, er überragt die anderen beiden ja auch fast um eine ganze Hand und ist sich auch sonts seiner Sache recht sicher. Trotzdem atme ich erleichert auf. Eine Vergesellschaftung von Hengsten ist nie ganz ohne und so bin ich doch ganz glücklich über diesen Verlauf.
    • Cascar
      Bericht
      [30.05.2018]

      Antar hat sich gut eingelebt. Ich schaue täglich nach ihm, stelle aber stets fest, dass er bis zur Nase eingedreckt neben Lucifer und Blomquist grasend einen sehr glücklichen Eindruck macht. Heute habe ich mir da mal ein bisschen Abwechslung ausgedacht. Dafür geselle ich mich gegen neun Uhr auf die Offenstallweide des Hengstes, nehme mir Zeit, ihn zu begrüßen und halftere ihn schließlich auf. So zockeln wir dann gemütlich in den Stall, wo Antar erstmal lauthals nach seinen Kollegen wiehert, ich ihn aber dann doch halbwegs beruhigen und putzen kann. Auch das Hufe auskratzen klappt und so kassiert mein Lieber gleich das erste Leckerchen.
      Dann geht es einfach mal auf einen ausführlichen Spaziergang. Freilich muss Antar ibn Dahr dafür sehr viel Vertrauen in mich legen, vor allem, da wir zu zweit alleine unterwegs sind, aber genau das ist ja auch der Grundstein für unsere weitere gemeinsame Arbeit. Ich plane bereits, im kommenden Monat mit dem Longieren zu beginnen.
      Antar indes übersteht unsere Zitterpartie, die sehr zögerlich und von Seiten des Pferdes skeptisch beginnt, aber zunehmend lockerer wird. Natürlich zuckt er trotzdem ganz schön zusammen, als ein Traktor an uns vorbeifährt und wirkt auch erleichtert, als ich ihn wieder auf die Weide entlasse. Aber – er ist mitgekommen und hat mich damit eindeutig als Führungsperson akzeptiert und als Bezugsperson zumindest in Erwägung gezogen. Wenn wir das die kommenden Tage wiederholen, sollte einer guten gemeinsamen Zeit nichts im Wege stehen.
    • Cascar
      Sammelbericht
      [26.06.2018]

      Ich bin gerade am Ausmisten, als Stani, Ewa und Oliver einmal die ganze Tekkentruppe auf die Koppel führt. Dazu gehören Kazoom, Worgait, Cyclone, Yacedor Gepir, Distraction, Blomquist und Lucifer. Antar ibn Dahr ist gleich darauf ganz aufgebracht, wird aber zum Glück zusammen mit Ashqar und Cherti auch auf die Weide verfrachtet.
      Zu ihnen stoßen, nachdem ich im Südweststallung fertig bin, die mittlerweile sehr gut harmonierenden Wallache Bem-Te-Vi, Bixs und Hic Rhodus, hic Salta! sowie Klappstuhl und Empire of Darkness.
      Auch die Stuten genießen heute einen freien Tag und so wandern auch Spearmint, Spearmint's Cavale Miellée, Versatilely Gold, Spotted Frischkäse, Mrs. Fluffy und Cheetah auf die Weide.
      Getrennt von ihnen folgen die Stuten des Hauptstalls. Die bereits von Carina gearbeitete Earl Grey's Darjeeling führt eine lange Schlange, bestehend aus Himmawallajugaga, Charelle, CH's Unglück, Ashinta, Devrienterreuth, Taste of Desire und letztendlich Omega an, die dann gleich mal eine kräftige Galopprunde auf der Koppel drehen. Ich schaue den Pferden eine Weile zu, dann geht es wieder an die Arbeit. Boxen und Paddocks sind auszumisten und Futter zu mischen.
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  • Album:
    WCS - Südweststallung
    Hochgeladen von:
    Cascar
    Datum:
    15 Mai 2018
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  • [​IMG]



    Zuchtname des Pferdes: Antar ibn Dahr

    Rufname: Antar



    Besitzer: Alois R. Winterscape

    Vorbesitzer: Canyon

    Vorkaufsrecht: Canyon



    Tierarzt: Eddi Caen

    Hufschmied: Rolf Martens

    Ausbilder: keiner

    Reitbeteiligung: keine



    Stall: Südweststallung

    Weide: Offenstallweide

    mit Blomquist und Lucifer



    Einstreu: Stroh

    Futter: Heu, Saftfutter

    Anmerkungen: keine




    Antars Spind folgt

    Portrait noch nicht vorhanden

    [​IMG]



    Von: unb.

    unb. x unb.





    Aus der: unb.

    unb. x unb.





    Zur Zucht zugelassen:



    Züchter: Canyon

    Zucht: Hara Artemis



    Gencode: unbekannt

    Vererbung: unbekannt

    Nachkommen: keine

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    Geschlecht: Hengst (männlich)

    Geburtsdatum: 2016

    Rasse: Araber

    Herkunft: Hara Artemis



    Stock-/Endmaß: 157 cm

    Art: Pferd

    Typ: Vollblut





    Fellfarbe: schimmelt aus

    Langhaar: weiß

    Abzeichen: keine

    Sonstige Erkennungsmerkmale:

    Derzeitige Abzeichen werden

    später nicht mehr erkennbar

    sein.

    [​IMG]

    ausgeglichen ◆◆◆◆ unausgeglichen

    aufmerksam ◆◆◆◆ unaufmerksam

    introvertiert ◆◆◆◆ extrovertiert

    intelligent ◆◆◆◆ unintelligent

    selbstbewusst ◆◆◆◆ unsicher

    temperamentvoll ◆◆◆◆ ruhig

    geduldig ◆◆◆◆ ungeduldig

    streitlustig ◆◆◆◆ friedlich

    freundlich ◆◆◆◆ bösartig

    arbeitsfreudig ◆◆◆◆ faul

    nervös ◆◆◆◆ beständig

    sozial ◆◆◆◆ unsozial

    naiv ◆◆◆◆ dominant

    loyal ◆◆◆◆ untreu







    Charakterbeschreibung: Antars Charakter zeigt sich derzeit besonders im Umgang mit seinen

    Artgenossen. Dort ist er klar der Anführer der Herde, aber gleichzeitig sehr sozial. Das bedeutet zum

    einen, er ist seinen Kameraden treu und krault gerne mal den Rücken, zum anderen sucht er sich seine

    Unterhaltung durch Raufereien und allgemeines Temperament in ebenjenen. So kann man Antar

    durchaus als sehr interessiert und extrovertiert, aber auch dominant bezeichnen.



    -

    Geschichte: Antar ibn Dahr ist ein junger Hengst, der bereits eine weite Reise hinter sich hat. In

    Neuseeland wächst er nun zusammen mit den Tekkinerhengsten des WCS wohlbehütet auf,

    bevor im Herbst sein Training beginnt und er nächstes Jahr eingeritten werden wird.



    [​IMG]

    Eignung: Distanz, Western







    Distanz: E A L M S S* S** S***

    Distanzritte: EL EVG1 EVG2 EVG3 EVG4 CEN* CEN** CEN*** CEN****







    Western: E A L M S S* S**

    Western Pleasure: LK5 LK4 LK3 LK2

    Reining: LK5 LK4 LK3

    Trail: LK5 LK4 LK3 LK2 LK1

    Cutting: keine Teilnahme

    Barrel Racing: LK5 LK4

    Pole Bending: keine Teilnahme

    Roping: keine Teilnahme

    Hunter under Saddle: LK5 LK4 LK3




    -



    Wendigkeit: E A L M S



    Turnierbedingter Aufstieg | Trainingsaufstieg | Potential





    Auszeichnungen: keine

    [​IMG]



    Fohlen ABC:

    Longiert: ✘

    Eingeritten:

    Eingefahren: ✘


    Reitweise: noch keine;

    Western geplant

    Beurteilung: anhänglich,

    interessiert, meistens

    arbeitsfreudig



    Gelassenheitstraining:

    Hindernisgewöhnung:

    Hängergewöhnung:

    Startboxgewöhnung:


    Roundpen: keine Erfahrung

    Reitplatz/Reithalle: keine Erfahrung

    Gelände: keine Erfahrung

    [​IMG] Gechippt:

    Geimpft:

    Bekannte Krankheiten: keine

    Anmerkungen: kerngesund







    Hufzustand: gut

    Prüfstand: verfallen

    Beschlag vorn: keiner

    Beschlag hinten: keiner

    Anmerkungen: begrenzt schmiedtauglich