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Bracelet

Angels Kiss │ Welsh x Mustang │ Stute

Angels Kiss │ Welsh x Mustang │ Stute
Bracelet, 16 Aug. 2013
    • Bracelet
      der ganz normale, alltägliche Wahnsinn

      „Ruuhiger. Ruhiger. Ruhiger.“,wiederholte ich mantraartig. Anastasia saß gerade auf Take my Hand und versuchte bereits das dritte Mal auf der Mittellinie Viererwechsel zu reiten. Handy spielte da allerdings wenig mit und raste los sobald Ana abwendete. „Parier die mal durch.“,sagte ich schließlich kopfschüttelnd. Meine Bereiterin seufzte: „Ich verstehe das einfach nicht. Was hat sie denn plötzlich?“ „Sie läuft nicht weg weil sie heiß wird. Ich glaube sie hat genug für heute. Sie kann’s einfach noch nicht. Nicht weil du’s ihr nicht gut genug erklärst, sondern weil sie es körperlich nicht schafft und das hat sie wohl schon im Kopf wenn wir sie abwenden.“,analysierte ich. Ana schaute traurig. „Komm, lass mich das nochmal testen. Sie soll noch einen schönen Fliegenden springen, dann reicht‘s für heute. Aber du bist jetzt auch schon so verkopft.“,sagte ich schließlich mit ziemlich neutralem Tonfall, auch wenn ich wusste, dass Anastasia das sicher zu denken gab. Die Brünette stieg ab und ich klopfte ihr auf die Schulter. „Mach dir keinen Kopf. Morgen wird’s wieder besser! Mach du in der Zwischenzeit schon mal Akira warm. Amelia hat sie bestimmt schon gesattelt. Ich reite dann anschließend die Aky und du lässt dir Simple Little Melody fertig machen und holst sie sobald ich Akira übernehme. Spiel ein wenig mit ihr. Üb das mit den Fliegenden, für dich. Du weißt, dass du eine gute Reiterin bist.“,versuchte ich Ana aufzumuntern. Ich wusste wie viel Spaß es ihr machte mit Melody, die ja mittlerweile S*** fertig und top im Training war, an den Lektionen zu feilen. Grundsätzlich war Anastasia ja einer sehr einfühlsame Reiterin, der es ein leichtes war Pferden neue Lektionen beizubringen oder bereits erlernte zu verbessern. In Handy hatte sie wohl gerade einmal wieder ihre Grenzen kennengelernt. Die Stute wusste schon wie sie uns austricksen konnte. Hier kam mir jedoch meine langjährige Erfahrung in der Pferdeausbildung zu Gute. Und auch reiterlich war ich schließlich auch schon weiter als Anastasia und konnte so noch ein paar Knöpfe mehr drücken als Ana.

      „Na komm.“,sagte ich ruhig, während ich mich auf den Rücken der braunen Stute setzte. Diese sah Anastasia hinterher wie sie die Halle verließ. „So du Filou. Konzentrier dich.“,gab ich grinsend von mir und holte mir die Stute im Schritt rasch ans Bein, ehe ich sie locker nach vorne trabte. Sie schnaubte bereits ganz schön, da wir schon über ihrer normalen Arbeitszeit lagen. Deswegen wollte ich die Wechselgeschichte nun auch rasch hinter mich bringen. Bevor ich allerdings an die Fliegenden ging ließ ich Handy ordentlich vor galoppieren, führte sie wieder zurück und ließ sie wieder nach vorne ziehen. Anschließend holte ich sie mir schön aufs Hinterbein und ritt einen Umkehrtwechsel. „Auußengalopp.“,nörgelte ich leicht mit dem Trakehnertier unter mir, das in diesem Moment nur so auf den Wechsel lauerte. Erst eine halbe Runde später ließ ich sie schließlich umspringen und wiederholte das Spiel in die andere Richtung. Da sie hier gut bei mir war ging’s dann wieder auf die Diagonale. Ich spürte schon davor wie Handy sich anspannte, den Rücken wegdrücken wollte und ordentlich Gewicht in den Zügel gab. „Neein.“,sprach ich ruhig mit ihr und führte sie absichtlich einmal mehr zurück. Schrittübergang. Angaloppieren. Schritt. Galopp. Wechsel! „Braaaaav!“,rief ich und lobte die Stute. Auf der nächsten Diagonale wiederholte ich das Ganze. Wieder gesetzt und durch. „Seehr Brav.“,lobte ich, ehe ich nach vier Sprüngen noch einen Wechsel einbaute. „Guuut!“,gab ich schließlich von einmal von mir, parierte sie zum Schritt durch und ließ die Zügel lang. Ich klopfte sie und ritt mit ihr aus der Halle hinaus. Da am Dressurviereck gerade Melvin mit dem Traktor unterwegs war und den Boden machte beschloss ich kurzerhand noch eine kleine Runde um die Koppeln mit ihr zu drehen. Als wir wieder zurück waren übergab ich sie an Amelia und sputete zur Dressurarena, wo Ana gerade Akira abtrabte. „Du kannst sie schon haben wenn du willst.“,rief mir meine Bereiterin gleich entgegen. „Gerne.“,gab ich zurück und wir vollführten den zuvor angesprochenen Pferdetausch.

      Nachdem ich Aky fertig gearbeitet hatte wies ich Anastasia noch an als nächstes unseren Neuzugang Hokuspokus zu longieren, wenn sie mit Melody fertig war. Anschließend war auch noch Hannifee an der Reihe, die heute einen ruhigeren Trainingstag am Programm hatte. Sie hatte sich die letzte Zeit gut gemacht, wurde zur Zeit nur dreimal richtig dressurmäßig gearbeitet, einmal die Woche ausgeritten und einmal longiert. Für mehr bot sich leider auch nicht die Zeit im Moment, da gerade andere Prioritäten anstanden. Trotzdem baute die außergewöhnlich gefärbte Stute stetig an Muskeln auf und machte weiterhin ihre Fortschritte. So war es dann im Endeffekt auch gar nicht so wichtig, dass sie wohl auch fünfmal die Woche auf Pump Dressur geritten hätte werden können. Generell war sie ja zur Zeit noch am Anfang ihrer Karriere bei uns. Dennoch brachte mich das wieder an den Punkt, dass ich mir eingestehen musste, dass wir eigentlich mehr Personal hier auf dem DVTS brauchen würden.

      Nachdem das mit Anastasia geklärt war brachte ich Aky zurück in den Stall, wo sie unsere Pflegerin, aka Mädchen für Alles, Amelia, übernahm um sie zu versorgen.

      Es war nun kurz vor Acht, morgens, und somit also höchste Zeit, dass die Pferde auf die Koppel kamen. Melvin war gerade dabei den Beinschutz und die Fliegenhauben an die Pferde zu montieren. „Hej!“,grüßte ich ihn, was er freundlich erwiderte. „Sehr gut ihr seit ja schon voll bei der Sache.“,stellte ich fest als ich auch die übrigen Stallburschen in den Boxen entdeckte. „Jaja. Schon fast ein wenig spät.“,erwiderte er kritisch während er Vacondas Ohr durchs Koppelhalfter fädelte. Die Stute machte es ihm nicht leicht. Sie hatte noch Heu und wollte sichtlich lieber darin ihre Nase drin versenken. „Ach, das passt schon. Hauptsache richtig.“,merkte ich locker an. HGT‘s Nightmare in der Nebenbox wartete auch schon und steckte ihr Köpfchen in die Stallgasse; auch sie bereits im Alienlook.

      „Ich mache Takada rasch die Gamaschen drauf und nehme sie dann zusammen mit Nighti.“,sagte ich. „Okay, dann mach ich noch Christmas Joy und wir gehen gleich mit allen Vieren.“,meinte Melvin. Gesagt getan.

      Erst warteten die vier Grazien geduldig. Dann beschloss Nightmare los zu traben und Joy quittierte das mit einem heftigen Buckeln. Von jetzt auf gleich liefen sie los und galoppierten wild über die Wiese. Ein wunderschöner Anblick! Es dauerte nicht lange, da kamen sie an Winterzauber und Vintage Gold vorbei, die zuvor schon rausgebracht wurden und eben noch genüsslich gegrast, sich nun aber anstecken hatten lassen und mitliefen. Ich musste lächeln. Was eine Rasselbande. Viel Zeit zum Zusehen blieb allerdings leider nicht.

      Nachdem wir die nächste Partie bestens aus Dempsey, Hummels Enterprise, Cherokee Gold und Give me Chocolate raus gebracht hatten ließ ich Melvin zusammen mit den anderen weiter machen und huschte zu den Fohlen, beziehungsweise Jungpferden, hinüber. Backfett entdeckte mich als erste und streckte mir sofort ihr graues Näschen entgegen. „Helloow.“,begrüßte ich sie mit viel zu hoher Tonlage. Mit meinen Fohlen redete ich tatsächlich wie mit Kleinkindern, was auch nicht aufhörte wenn sie etwas älter wurden. Mit DVTS‘ Magic Movements zum Beispiel sprach ich auch nach wie vor so, obwohl der schicke Vollbluthengst von Magic Attack und aus meiner Roanstute I‘ve got the moves like Jagger mittlerweile überhaupt nicht mehr nach Babypferd aussah. „Wiieh.“,unterbrach Aiana meinen Gedankenausflug und holte mich zurück in die Realität. Auch sie wollte nun endlich etwas zu naschen haben. „Jaaja. Ihr seit mir ja welche.“,meinte ich seufzend und holte zwei kleine Äpfelchen aus meiner Tasche hervor. „Stopp!“,rief ich schließlich als auch DVTS‘ Daeny mich von hinten überfiel. „Ich muss den erst teilen.“,jammerte ich und halbierte die beiden rotgrünen Früchte mit meinem Taschenmesser: „So. Na da habt ihr.“

      Nachdem ich im alles kontrolliert und die Mäuse auf die Koppel entlassen hatte ging es noch zu DVTS‘ Takinou, der zur Zeit in einer der Abfohlboxen stand. In den nächsten Tagen sollte er in die Youngsterstallungen übersiedeln, wobei ich schon alles hergerichtet hatte, die Tränke in der entsprechenden Box aber einfach nicht funktionieren wollte, weshalb zur Zeit diese Zwischenlösung gefunden werden musste. „Na komm, Hüscher.“,sprach ich ihn an, bevor ich auch ihm die Gamaschen anlegte und Fliegenhaube, wie Halfter aufsetzte. „Los geht’s.“,sagte ich dann und ging mit ihm zu den Koppeln, wo er zusammen mit Pluie und Brouk stand, was ganz gut funktionierte. Takinou zeigte sich im Gegensatz zu den Stuten von vorhin ziemlich unspektakulär. Keine zwei Trabtritte von mir weg, gerade so, dass er das Gefühl hatte ich würde ihn nicht sofort wieder greifen und mitnehmen, steckte er die Nase auch schon in die leider nicht mehr ganz so saftige Wiese. Leider waren Teile schon sehr angefressen und ob es sich auszahlte jetzt noch ein weiteres Wiesenstück abzusperren wusste ich auch nicht. Immerhin begann ja schon der September und damit war die Koppelsaison erfahrungsgemäß ja leider auch schon bald wieder an ihrem Ende angelangt; vollkommen kaputtgetreten, weil zu feucht, sollte sie ja auch nicht werden um nächstes Frühjahr wieder ganz regeneriert zu sein.

      „Brace, wen soll ich denn als nächstes fertig machen?“,rief Amelia schließlich. „Äää.“,stammelte ich erstmal und musste erst überlegen wer heute aller noch auf dem Plan stand. „Springen will ich erst am Nachmittag. Anastasia soll heute noch Waldjunge, N‘oubliez Jamais, Seattle‘s GT‘aime, Master of Gold, Costa de la Bryére und Party Shaker longieren, bitte. Die brauchen nur ein wenig Bewegung, aber keine richtige Arbeit. Ich werde jetzt den Vormittag noch Dressur reiten. Starten wir vielleicht mit It‘s Showtime, dann Roommate, Traumfänger und zu guter letzt würde ich gerne noch Sir Donnerhall machen.“,beschloss ich dann. „Ach und Amelia?“,rief ich dann noch als sie sich schon auf den Weg machen wollte: „Hast du die Körung von Lead Me Home schon genannt?“ „Nein das mache ich aber heute Mittag gleich noch.“,kam zurück. „Mhm.“,murmelte ich darauf, ein wenig besorgt darüber, dass wir die Prüfung verpassen könnten wenn sie vergessen sollte. Ich hatte immer gerne alles rasch geregelt und in trockenen Tüchern.

      Bevor ich mit der Dressurarbeit für heute begann holte ich noch Dreaming Of Better Days zusammen mit HMJ Grace aus der Box. Die Beiden waren wirklich vom ersten Tag an ein Herz und eine Seele und stritten auch praktisch nie, was ich für Stuten schon in gewisser Weise untypisch fand. Allerdings waren ja sowohl Grace als auch Dreamy wirklich zwei Schätze. „Na kommt ihr Zwei.“,sagte ich, nachdem sie erstmal stehen blieben und sich gegenseitig beschnupperten, nachdem ich die Pflugel aus ihrer Box geholt hatte. Für die Beiden ging es leider nach wie vor am Vormittag auf die Schlechtwetterkoppel, um Grace‘ Gewicht weiter gut im Auge behalten zu können, wobei man wirklich schon sagen musste, dass sie nicht wiederzuerkennen war.

      Der Vormittag endete zur Abwechslung mal ohne weitere, außergewöhnliche Vorkommnisse. Ich hatte also endlich mal in Ruhe Zeit mir etwas warmes zu essen zu kochen. Anschließend telefonierte ich noch mit Ginger, die mir von Tamana, Meereen, For Pleasure, Belmonts Beo und An Affair to Remember berichtete, denen es wohl zur Zeit allen ganz gut ging. In Zukunft wollte ich mir trotzdem irgendwann mal wieder selbst ein Bild machen und vorbei schauen.

      Nach dem Essen ging es für mich wieder zurück zum Stall. I‘ve got the moves like Jagger, Scarlet Sun, Donella, Birdcatcher, Sookie, Angels Kiss, Pinochio, Wastl, Hollywood King Gun, Romulus, Cornetto, Dreammaker, Cotsworlds Eik, Magic Attack, Mihály, Black Pearl und Golden Eye waren bereits schon wieder auf der Koppel. Zu Mittag waren sie nämlich zum Kraftfutter herein geführt worden, wie es bei den meisten meiner Pferde der Fall war. Drinnen geblieben war CLC‘ Papermoon, mein Neuzugang, den ich vor kurzem sehr spontan übernommen hatte. Für ihn war es der letzte Ausweg. Leider waren dabei aber Seiten seines Passes verloren gegangen und seine Vorgeschichte nicht mehr komplett rekonstruierbar, was ich wirklich schade fand. Trotzdem war ich froh das hübsche Pony gerettet zu haben und war gespannt auf den gemeinsamen Weg, wobei vor allem Anastasia ihn zur Zeit ritt, da sie nochmal etwas zierlicher war als ich.

      Ich hingegen wollte als nächstes Breathing your Love reiten, gefolgt von meinen beiden ebenfalls neu hinzugekommenen Barockpintos Miss Moonlight und Averything Black.

      Am Nachmittag folgte dann das Springen mit meinen Spring- und Vielseitigkeitspferden für diesen Tag.
    • Bracelet
      ,,Nyheter'' - Neuigkeiten
      März 2021

      Stirnrunzelnd betrachtete ich meine Armbanduhr. 8 Uhr. Ich war gut in der Zeit. Die zweite Box war fertig eingestreut und vorbereitet. Zuvor hatte ich schon bei den Jungspunden alles für meinen neuen Nachwuchs vorbereitet, nun auch im Hauptstall alles beendet. Um 9 herum hatte sich der Pferdetransporter angekündigt, den ich schon freudig erwartete. Herbstblüte, die uns vor etwas mehr als einem Jahr verlassen hatte, kam wieder zurück. Ihre Besitzerin verkleinerte sich, weswegen ich die Chance nutzte um die Stute wieder zurück zu kaufen. Immerhin hatte ich die Zeit mit ihr immer sehr genossen und große Erwartungen in sie gehabt. Diese großen Träume für ihre Zukunft wollte ich nun in Eigenregie zu verwirklichen versuchen. Mittlerweile hatte ich ja auch noch eine zweite Gidranstute angekauft: Ineska. Neben besagter hübschen Fuchsstute wars ich noch eine Box frei, die ich soeben für Herbstblüte vorbereitete. Die zweite Box, bei den Hengststallungen, war für einen weiteren Hoffnungsträger reserviert: Konfetti. Der Trakehner mit dem klingenden Namen würde hoffentlich früher oder später nicht nur farblich frischen Wind in meine Zucht bringen. Der Name passte auf jeden Fall gut zu seinem Erscheinungsbild, denn sein Fell war mit vielen kleinen weißen Tupfen versehen, die schon an Konfetti erinnern konnten. Auch interessant gefärbt war Ávaldi, mein Isländernachwuchs, der aus der berühmten Atomics-Zucht stammt. Ich freute mich auf die neuen Aufgaben, die seine Ausbildung mit sich bringen würden. Jungpferdeausbildung war für mich generell wirklich sehr erfüllend; sie bereitete mir von Tag zu Tag Freude; zu sehen wie aus den kleinen Küken prächtige Schwäne wurden. Ich persönlich finde ja, dass Sportpferde je besser sie ausgebildet wurden und je aktiver sie im Sport gingen von Klasse zu Klasse schöner waren. Dies zeigte sich auch bei meinen Pferden auf dem Angus Og Stud, die ich leider recht selten zu Gesicht bekam. Umso spannender war es jedes Mal ihre Fortschritte zu beobachten, die dann noch stärker hervor kamen. For Pleasure hatte sich körperlich am meisten entwickelt. Der Fuchs stand mittlerweile voll im Training und sah das wirklich extrem athletisch aus. Aber auch An Affair To Remember, Belmonts Beo, Tamana und Meereen machten sich toll unter Gingers Führung.
      Während ich wartete erstellte ich noch rasch den Trainingsplan für die kommende Woche. Wir hatten mittlerweile zwei neue Mitarbeiter angestellt, die mir und Anastasia beim Bewegen der Pferde halfen. Noah Jonsson, ein wirklich talentierter schwedischer Dressurreiter, der bereits in der Juniorensparte überaus erfolgreich unterwegs war. Anschließend hatte er sich vor allem auf die Ausbildung von jungen Pferden spezialisiert, hatte jedoch zwei seiner eigenen Pferde bereits bis Grand Prix ausgebildet. In besagter Klasse befand er sich zuletzt immer an der 60%-Marke, konnte sich also gegenüber erfahreneren Reitern und Reitern mit qualitätsvolleren Pferden nicht durchsetzen. So schade es war, in keiner Sportart konnte man leider nach wie vor mit Geld so viel voran kommen wie im Reitsport, und umgekehrt auch scheitern. Ich teilte ihm zur Zeit noch keinen fixen Pferde zu, entschied nach Gefühl und schaute mir mal an wie es mit welchem Pferd lief, und welches ich doch lieber selbst ritt oder Anastasia zuteilte. Wirklich gut harmonierte es zwischen ihm und Waldjunge. Der rotbraune 1,70m große Hengst sah unter ihm beinahe aus wie ein Pony, aber es passte einfach. Er lief wunderschön und Noah hatte eine Gabe ihm die Lektionen nahe zu legen. Aus diesem Grund teilte ich ihm den Trakehner diese Woche gleich vier Mal zu. Mal sehen wo hin das führte. Auch ein Gespür für Pferde besaß Kristján. Rúnarsson. Seinerseits begnadeter Vielseitigkeitsreiter mit isländischen Wurzeln. Er kam auch überaus gut mit unseren heißeren Exemplaren klar, blieb immer cool und hatte ein eklatant gutes Gefühl für Distanzen. Auch bei ihm war ich mir sicher den richtigen Mann erwischt zu haben. Spätestens als er in seiner Probewoche Brouk federleicht durch den Parcours gesteuert hatte war ich mir diesbezüglich 100-prozentig sicher. So war es leider selten. Eigentlich hatte ich auch noch eine dritte Stelle ausgeschrieben gehabt, jedoch fand sich irgendwie niemand der mir zusagte. Was nicht kann, konnte allerdings noch werden, denn ich hatte das Inserat nach wie vor online gestellt. Genauso verhielt es sich mit meiner Ausschreibung für eine Lehrstelle bei uns auf dem DVTS, die ich allerdings erst heute Morgen freigeschalten hatte. Insgeheim freute ich mich nun jemandem diese Möglichkeit bieten zu können, ich selbst hätte mich damals extrem über eine solche gefreut.
      Nachdem ich in Gedanken den Plan erstellt hatte kamen schließlich die Pferde an.
      Als dieser Tagespunkt erledigt war stand noch Training auf dem Plan: Springgymnastik; sowohl für die Spring- als auch Vielseitigkeitspferde. Anschließend widmete ich mich dann noch Schickimicki, mit dem ich gerade vor allem an der Doppellonge arbeitete. Die Trense hatte ich ihm auch schon schmackhaft machen können, da war der Hengst überaus unkompliziert. Außerdem begann ich bereits jeden Tag ein wenig mit der Desensibilisierung. Ziemlich gleich gestaltete sich das Training momentan mit Nachwuchsstute Verve. Es war erstaunlich wie viel Bewegungspotential dieses Pferd mitbrachte. Sie war ganz die Mama; auch Vaconda faszinierte mich von Anfang an durch ihre einwandfreien Bewegungsabläufe. Trotzdem musste ich mir eingestehen, dass Verve noch eine Schippe mehr Qualität besaß, die sie zweifellos von Vychar in die Wiege gelegt bekommen hatte. So gut mir meine Erfolgsstute gefiel, Verve hatte noch dieses zusätzliche Extra. Zum Glück im Endeffekt; so sollte Zucht ja funktionieren. Das Beste von beiden Elternteilen mitbekommen; das war nichts was selbstverständlich war.
      Am Ende des Tages stand noch weiteres Organisatorisches auf dem Plan. Da sich in letzter Zeit trainingstechnisch mal wieder einiges verändert hatte, wir auf die kommende Turniersaison zusteuerten und die ein paar Stuten diesen Frühling abfohlen sollten, ging es mal wieder daran die Futterpläne anzupassen. Amelia hatte mir bereits ein paar Pläne vorgelegt, die ich eigentlich nur noch absegnen musste. Dabei war es auch immer wichtig kein Pferd zu vergessen, denn sonst standen die Pfleger am Ende da und wussten nicht was das jeweilige Pferd nun bekommen sollte. Bei unserer Anzahl an Pferden schon manchmal eine Herausforderung, so simpel es in der Theorie auch klang. Amelia war deshalb schon einigermaßen strategisch vorgegangen und hatte die Jüngsten mal wieder auf der ersten Liste. Ich fuhr also murmelnd mit dem Finger über das Papier: „WHC French Affair, DVTS‘ Glühwürmchen, PV Phantom from Alaska, DVTS‘ Daeny, Aiana, DVTS‘ Takinou, Backfett, DVTS‘ Magic Movements, Verve, Schickimicki, Sir Bacardi, DVTS‘ Seattle‘s Wintertime, DVTS‘ Cascadeur de la Vie, DVTS‘ Colour the Nightsky, Bambina, Caddylack, Vina, Chestnut uund VK Gunna Whiz. Okay gut soweit, nächster Zettel.“ Ich blätterte um und las weiter: „Cara Mia, Vaconda, Hokuspokus, Hannifee, Brouk, Pluie, Balounito, Waldjunge, CHH‘ Sence Of Humor, Seattle‘s GT‘aime, It‘s Showtime, Master Of Gold, N’oubliez Jamais, HMJ Grace, HGT‘s Nightmare, Poltergeist, Party Shaker, Costa de la Bryére, Takada, Dreaming Of Better Days, Christmas Joy, Vintage Gold, Winterzauber, Hummels Enterprise, Roommate, Traumfänger, Cherokee Gold, Akira, Take my Hand, Give me Chocolate, Miss Moonlight, Breathing Your Love, Wastl, Averything Black, Mihály, Ineska, Dreammaker, CLC‘s Papermoon, Scarlet Sun, Lead me Home, Magic Attack, Cornetto, Cotsworlds Eik, Romulus, Sir Donnerhall, Hollywood King Gun, Nephilim Son Of Angel & Devil, Pinochio, Simple Little Melody, Angels Kiss, Birdcatcher, Sookie, Donella, Black Pearl, Golden Eye und last but not least I‘ve got the moves like Jagger.“ Ich räusperte mich kurz, während ich nickend noch einen leeren Zettel zur Hand nahm. „Gut, das passt soweit. Dann fehlen nur noch Herbstblüte, Konfetti und unser kleiner Ávaldi von Atomic. Herbsti bekommt was sie früher auch bekommen hat, Konfetti starten wir mal mit Hafer, zwei Mal täglich je eine Schippe und schauen uns das die kommenden Wochen mal an. Uund Ávaldi, ja, da passen wir eh nur das Heu an.“
      Als das geklärt war schlüpfte ich für diesen Tag ein letztes Mal in meinen dicken Mantel, zog mir die Kapuze tief ins Gesicht und versenkte meine Füße in meinen gefütterten Moon-Boots, ehe ich mich nach draußen in dei Kälte wagte. Der eisige Wind schlug mir ins Gesicht und ließ mich erschaudern. So sehr ich dieses Land liebte, mindestens genau so sehr hasste ich die Witterung. Eine eigenartige Mischung. Eigentlich sollte man annehmen ich würde mich mit meinen klimatischen Präferenzen in Italien, Spanien, oder an einem anderen sonnigen, warmen Fleckchen am wohlsten fühlen, doch irgendetwas hatte dieses Land an sich, dass immer schon eine tiefe Sehnsucht in mir geweckt hat. Ich besaß eine sonderbare Verbindung zu diesem Ort, die sich aus jedem Blickwinkel meiner Logik nicht begründen ließ.
      Als ich schließlich das rettende Stalltor des Hauptstalles erreichte sog ich, während ich diese beinahe geräuschlos beiseite zog, tief die aufgewärmte Luft ein. Im Stall hatte es für die winterlichen Verhältnisse eine angenehme Temperatur, dennoch waren alle Pferde wieder warm eingedeckt, insbesondere natürlich meine aktiven, großteils geschorenen Sportpferde. Man glaubte es kaum, wenn man sie selbst fühlte, aber die Pferde arrangierten sich alle samt sehr gut mit unseren Witterungsverhältnissen.
      „Aaah!“,fuhr ich schließlich hoch, als mich eine Fellnase von hinten scharf attackierte und aus meinen Gedanken riss. Pluie hatte sich langsam vorgetastet und mich schließlich mit seiner Oberlippe erreichen können. Das große, bereits so erfolgreiche, aber doch noch so schlaksige, junge Pferd beäugte mich neugierig. Er schien nicht verstanden zu haben warum ich denn zusammen gefahren bin, wollte er doch eigentlich nur mal wieder einen kleinen Late-Night-Snack von mir. Ungeachtet seinem erst recht fragenden Ausdruck legte er nun das Köpfchen wieder schief und streckte sich in meine Richtung. Er hatte die Situation bereits wieder abgeharkt und forderte nun seine Belohnung ein, dafür einmal wieder ein furchtloses Riesenfohlen gewesen zu sein. Immerhin hatte ja selbst ich mich erschreckt und er war cool gebliebene. Bei den Gedanken was sich unser Plüsch wohl so denken würde musste ich breit grinsen. Was ein Glück ich nicht mit diesem Pferd hatte!
      Nach meiner Begegnung mit dem Plüsch tappte ich, bewaffnet mit meiner Taschenlampe, weiter durch die Stallgasse. Wie jeden Abend sah ich noch einmal nach meinen Vierbeinern und ob auch alles im Stall im Ordnung war. Dabei war mir der Hauptstall um ehrlich zu sein am liebsten, denn der schirmte mich, wer hätte es gedacht, am Besten von Wind und Wetter ab. Dennoch wurde natürlich auch meine nicht im großen Stall befindlichen Fellnasen jeden Abend noch ein Besuch abgestattet bevor es für mich unter die Bettdecke ging.
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  • Album:
    DVTS' Nebenstallungen ♥
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    Bracelet
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    16 Aug. 2013
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  • Angels Kiss

    von - Starucks Coffee

    von - unbekannt
    aus der - unbekannt


    aus der - Angel Eyes

    von - Chico
    aus der - Starlight


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    Rasse - Mustang x Welsh
    Fellfarbe - Brauner
    Abzeichen Kopf - //
    Abzeichen Beine - //

    Stockmaß - 147 cm
    Jahrgang - 2009
    Geschlecht - Stute

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    Beschreibung

    Angels Kiss ist eine sehr brave und mutige kleine Stute.Sie liebt Streicheleinheiten und lange Spaziergänge. Angels Kiss sieht die Arbeit jetzt noch als Spiel und eignet sich durch ihre Geduld hervorragend als Westernpferd. Die kleine Stute ist sehr flott und setz aber auch manchmal ihren Dickkopf durch.Trotzdem versucht sie immer ihr bestes zu geben.

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    Besitzer - Bracelet
    Mittbesitzeer - Luci
    Ersteller - CrazyCleo
    Großmaler - Fratzi
    VKR[lebenslang!] - CrazyCleo und Globalesser

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    Wert - ?
    Verkäuflich?

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    Qualifikationen
    Eignung - Western

    Galopprennen Klasse E-Einsteiger
    Western Klasse A-Anfänger
    Spring Klasse A-Anfänger
    Militairy Klasse E-Einsteiger
    Dressur Klasse E-Einsteiger
    Distanz Klasse E-Einsteiger

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    Schleifen/Auszeichnungen

    1. Platz 207. Westernturnier
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    Zubehör

    folgt​