Gwen

Andvari

Haflinger ♂

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Andvari
Gwen, 8 Jan. 2019
    • Gwen
      Pflegebericht 01.09.2013 - Ein Haflinger aus Schokolade?

      Schon seit Tagen herrschte bei uns die rege Diskussion um einen passenden Gefährten für die kleine Nimué. Dort gingen die Meinungen betreffend Rasse, Aussehen und Herkunft weit auseinander. Meine Mutti wünschte sich ein kleines Shetty, weil sie die so süß fand, als ich sie jedoch fragte, wer sich dann mit dem Tier beschäftigen würde, wurde es still im Raum. Kathy plädierte eher zu einem Warmblut, denn ihr Wunsch von großen Turnieren war noch nicht gestorben. Das wollte aber meine Mutti nicht und ein Warmblut auf unserer Ranch, hm... Letztlich blieb meine Meinung, welche besagte, dass es mir eigentlich total schnuppe war, immerhin musste das Fohlen zu Nimué passen. Da ich aber Sorge hatte, einfach übergangen zu werden und es in so etwas enden würde, wie mit den drei Tinkern, machte ich mich selbst auf die Suche. Ich war schon einmal voller Begeisterung auf eine kanadische Zucht gestoßen und entschied mich auch wieder für so eine, während ich suchte. Leider war ich nicht erfolgreich, also fragte ich in der Schule herum und wurde schließlich fündig. Es handelte sich um eine kleine private Haflingerzucht, welche aber laut dem Jungen, der mir alles erzählte, schon sehr erfolgreich gewesen sein soll. Er gab mir die Anschrift und da die Ranch auf meinem Heimweg lag – eigentlich nicht, aber was tut man nicht alles – machte ich mich direkt nach der Schule auf den Weg dort hin. Begrüßt wurde ich von einer netten älteren Frau, welche mir auf meine Bitte hin ein wenig über die Zucht erzählte. Sie besaßen einen stattlichen Zuchthengst und einige Stuten. Ein weiterer Hengst war momentan auf Probe da, hatte die Züchter auch sehr mit seinem ersten Nachkommen überzeugt, nur leider passte dieser so gar nicht in die Zuchtkriterien, weshalb er auch günstig abzugeben sei, da es sich auch bei ihm um einen Hengst handelte. So lernte ich Andvari kennen und ich war vom ersten Moment hin und weg, denn vor mir stand ein kleiner aufgeweckter Haflinger, doch es war kein typischer, sondern er war so dunkel wie eine Schokoladentafel. „Ein Schoko-Haflinger.“ lachte die Frau und zeigte mir auch noch einmal Mutter und Vater, beide waren ganz normale Lichtfüchse und nichts ließ auf so einen Erben schließen. Ich fragte, ob ich Andvari fotografieren dürfte, um ihn den Rest der Familie zu präsentieren. Als das gemacht war, fragte ich noch nach seinem Alter und die Antwort, dass auch er 7 Monate alt war, machte mich noch glücklicher. Zufrieden machte ich mich auf den Heimweg. Dort kam ich auch erst an, als es schon dunkel war und durfte mir eine Standpauke von meiner Mutter anhören, bis sie mich endlich ausreden ließ und dann plötzlich völlig aus dem Häuschen war. Auch Kathy fand Andvari einfach traumhaft und so war es schnell beschlossene Sache.
      Zu meinem Glück war der kommende Tag ein Samstag und so konnte ich ausschlafen, mich dann um den Stall kümmern und dann fuhren wir auch schon los, um Andvari zu holen. Die Züchterin freute sich riesig, als sie den Rest der Familie kennenlernte und ich hatte ihr extra noch Bilder von unserem Hof mitgebracht, damit sie wusste, wohin sie ihren kleinen Liebling gab. Außerdem stand es ihr frei, jederzeit mal vorbeizuschauen. Meine Mutti und sie klärten Preis und Papiere und dann luden wir Andvari auf. Der kleine Hengst war jetzt schon total neugierig und seine Züchterin hatte auch gesagt, dass ihn vor allem sein offenes Wesen auszeichnete. Zu viert fuhren wir wieder nach Hause. Dort luden wir das Kerlchen aus und da er anscheinend nichts besonderes an dem Umzug fand, beschlossen wir ihn gleich mit Nimué bekannt zu machen, welche auf der Stallweide stand. Andvari begrüßte sie schon überfreudig vom Zaun her und als wir sie dann zusammenließen war er total glücklich und wollte direkt spielen. Nur Nimué lehnte das Ganze dankend ab und machte erst einmal auf Zicke, ehe sie sich einbekam und gemeinsam mit Andvari begann zu spielen. Wir beobachteten die Kleinen noch ein wenig, ehe es Mittagessen gab.
    • Gwen
      Tierarztbesuch 01.10.2013 - Tierklinik Eden
      © Ravenna

      Mit Sack und Pack kam ich gegen späten Nachmittag von meinem Besuch bei Svartur auch bei Gwen an um ihre beiden Haflingerfohlen zu untersuchen. Beide Fohlen hatten wunderschöne Namen und sahen sicher ebenso wunderschön aus - besonders auf das Wiedersehen mit dem kleinen Stutfohlen Nimué freute ich mich, denn sie stammte aus der Zucht meiner Freundin Jackie und ich hatte sie von klein auf gekannt. Nahanni Rivers war ein toller Hof - mit vielversprechender Zucht. Gwen begrüßte mich offenherzig und brachte mich auf die Koppel der beiden Haflingerfohlen. Sie drückte mir eines der Halfter in die Hand und gemeinsam führten wir die beiden Fohlen zum Putzplatz. Wir unterhielten uns ein wenig über die beiden, wie sie sich verhielten, wie die Kotabgabe war und wie sie sich sonst so eingelebt hatten. Locker banden wir die Stricke der beiden an die vorgesehenen Ringe. Als erstes widmete ich mich der mir schon bekannten Nimué und auch sie schien mich wieder zu erkennen, denn neugierig beobachtete sie meine Bewegungen, als ich mit den Händen ihren schmalen Körper abtastete. Von ihrer Mutter stammte eine Art Nervenstärke die sich nun zeigte - relativ ruhig, durch die Streicheleinheiten von Gwen ließ sie sich von mir untersuchen, während Andvari etwas nervös hin und her lief, um von allem auch ja nichts zu verpassen. Die junge Stute war rein äußerlich in bester Verfassung, zwar ein paar kleine Kratzwunden vom Spielen, doch diese stellten keinen Weltuntergang dar. Dann folgte die komplette Impfung, als ich die Spritze ansetzte zuckte sie kurz zusammen und ein leichter Schauer ran über ihren Rücken als der kalte Impfstoff ihre Venen hinab lief. Ganz so wie es bei einer eigenen Impfung sein würde. Das letzte Ärgernis für diesen Tag würde der Chip sein der in die linke Halsseite kurz hinter dem Ohr angebracht werden würde. Bei der Impfdosis hatte ich die schmalste genommen die es gab, doch leider gab es bei denen für den Chip nur eine Einheitsgröße. Doch auch das schaffte die kleine Stute ohne weitere Probleme. "Hier ist dann der Impfpass mit ihrer Zulassungsnummer unter der deine Nimué dann registriert ist. Die Entwurmung lasse ich dir hier, denn es ist sonst ein bisschen viel auf einmal für das kleine Immunsystem der beiden Fohlen. Ansonsten ist Nimué ein gesundes, junges Fohlen." Mit Andvari fuhr ich ebenso fort wie ich es schon zuvor bei Nimué getan hatte. Auch wenn ich bei ihm etwas mehr Schwierigkeiten hatte, denn der Kleine hätte sich wohl nur zu gerne auf die Vorderhufe gestellt, um mich aus jedem Blickwinkel zu sehen. So ein neugieriges Fohlen hatte ich selten erlebt und seine ulkigen Grimassen brachten mich zum Lächeln. Andvari zuckte als ich die Kanüle mit dem Chip ansetzte mehr zusammen als es die Stute zuvor getan hatte, doch auch er brachte die Prozedur hinter sich. Der kleine Hengst war wirklich wunderschön - ein Dunkelfuchs der sich wirklich sehen lassen konnte! "Auch mit diesem Kerlchen ist alles in bester Ordnung, das Selbe bei ihm mit der Entwurmung in etwa zwei Wochen kannst du sie den beiden verpassen. Sollte irgendwas sein - ruf mich an." Dann verabschiedete ich mich erneut von jemandem an diesem Tag.
    • Gwen
      Pflegebericht 01.10.2013 - Ein stacheliges Ungetüm

      Ich gähnte und drehte mich müde auf die andere Seite, leider mit meinem Wecker im Blickfeld. „Was?!“ stöhnte ich, es war bereits 10.30 Uhr und ich lag noch im Bett. Verwirrt schüttelte ich den Kopf und raffte mich auf. Zwar konnte ich es mir leisten auszuschlafen, denn ich hatte Herbstferien, aber andererseits war das auch vergeudete Zeit und ich ärgerte mich jedes Mal aufs Neue. Als mich im Bad fertig machte, erinnerte ich mich auch wieder, warum ich so verschlafen war. Für Deutsch musste ich ein Essay schreiben, welches ich auch gestern Abend angefangen hatte, denn ich wollte es so schnell wie möglich fertig bekommen. Leider hatte mir der abschließende Gedanke gefehlt, so dass ich bis spät in die Nacht vor meinem PC gesessen hatte. Als ich vor dem Spiegel stand und meine Zähne putzte, fiel mir auf, wie hell es im Zimmer war. Ein Blick aus dem Fenster genügte, um zu sehen, dass draußen die Sonne schien. Und das, obwohl es die letzten drei Tage ununterbrochen geregnet hatte! Sofort hüpfte ich hinunter in die Treppe, dort wartete noch ein Sandwich vom Frühstück auf mich, welches ich flott verschlang und dazu ein Glas Orangensaft trank. Mama war draußen im Garten und beschnitt die Büsche. „Huhu!“ rief ich und kam ihr entgegen. Neugierig wie ich war, wollte ich natürlich wissen, wo Kathy war. „Sie ist heute mit ihrer Schulfreundin in der Stadt.“ lächelte Mama und dann grinste sie mich an „Leicht verschlafen?“. Ich stöhnte nur und verschwand dann in Richtung Stall. Natürlich hatte Mama schon alle Pferde gefüttert und auf die Weiden gebracht, ich wollte mir aber Andvaris Halfter holen, um das hübsche Fohlen von der Weide zu holen. Wie immer kamen Vari und Mo fröhlich angetrabt und holten sich ihr Leckerli ab. Als ich dann nur Vari mitnahm, motzte die kleine Haflingerstute Mo zwar auf, aber ich ließ sie unbeeindruckt auf der Weide zurück. Stattdessen ging ich mit Vari zum Putzplatz, band ihn an und begann den kleinen Schokohafi gründlich zu putzen. Als das geschafft war, gar nicht so leicht bei so einem aufgedrehten Kerlchen, wollte ich mit dem Kleinen spazieren gehen. Wir liefen am See vorbei in den Wald, dieser erleuchtete in den verschiedensten Farben und das Laub knisterte unter unseren Schritten. Ich hatte den Herbst schon immer geliebt und hier in Kanada war er beinahe noch schöner! Auch Andvari schien der Wald zu gefallen und er inspizierte alles haargenau. Ich ließ meinen Gedanken freien Lauf und erschrak deswegen umso mehr, als Andvari plötzlich hochschreckte und sich hinter mir versteckte. Verwundert blickte ich mich um, konnte aber nichts ungewöhnliches entdecken, bis es vor meinen Füßen raschelte. Ein kleiner Igel sammelte sich sein Material für sein Winternest zusammen. „Vor dem Kleinen hast du Angst?“ grinste ich und trat einen Schritt zur Seite, so dass Andvari das fremde Getier in aller Ruhe betrachten konnte. Zögernd streckte er ihm die Nüstern entgegen und zog tief die Luft ein, ehe er den Igel anprustete und mich wieder mit seinem typisch selbstbewussten Blick anschaute. Ich tätschelte ihm sanft den Hals und ging dann weiter. Somit hatte Andvari zum ersten Mal in seinem Leben einen Igel gesehen und für mich war es ein amüsantes Schauspiel gewesen. Allmählich machten wir uns dann auf den Heimweg. Wieder auf der Ranch, brachte ich Andvari direkt auf seine Weide. Dort wurde er schon ungeduldig von Nimué erwartet. Ich ließ die beiden wieder lächelnd zusammen und brachte dann das Halfter zurück in den Stall. Mama wartete schon auf mich und gemeinsam misteten wir die Boxen aus, während ich ihr von Andvaris Begegnung mit einem stacheligen Ungetüm erzählte.
    • Gwen
      Hufschmiedbesuch 01.11.2013 - Hufschmiede Ferro di Cavallo
      © Zaii

      Die Blätter raschelten, als ich den Wagen parkte und ausstieg. Gwen kam mir bereits entgegen und wir begrüßten uns herzlich, denn ich war schon einmal auf ihrem Hof gewesen. Auf dem Weg zum großen Stallgebäude erkundigte ich mich nach Appollino; die Hufe des Hengstes hatte ich bei meinem letzten Versuch kontrolliert, außerdem hatte er sich im Fohlenalter eine Sehnenentzündung zugezogen. Ich war zufrieden, als Gwen berichtete, dass der Fuchs bei der Arbeit Fortschritte machte und das Bein nach wie vor keine Probleme bereitete.
      Während ich mir die Schürze umband und das Werkzeug bereit legte, kam Gwen mit einem der Haflingerfohlen aus dem Stall, die ich schon beim letzten Mal entzückend fand. Der Lichtfuchs reckte mir neugierig das samtene Maul entgegen, als ich ihr ein Leckerli aus meiner Hand darbot. Zufrieden nahm Nimué, wie sie mir vorgestellt wurde, die Leckerei entgegen, wenn auch nicht ganz sanft, sodass sie mich kurz zwickte. Ich winkte lachend ab und ließ mir die Gänge des Fohlens zeigen. Die Stute war noch kein Jahr alt und Gwen hatte mir bereits erzählt, dass es heute der erste Hufschmiedsbesuch bei beiden Kunden war. Nimué trat fleißig neben Gwen her, wobei diese Arbeit hatte, das Haflingerfohlen neben und nicht vor sich zu halten. Schritt und Trab waren dem Alter entsprechend noch nicht ganz ausbalanciert, ernsthafte Huferkrankungen oder Fehlstellungen ließen sich aber ausschließen. Gwen und ich vereinbarten, dass sie die Stute mit einem Eimer voller Äpfel und Karotten ablenken würde, während ich mir die Hufe ansehen sollte. Schon einige Wochen vor meinem Auftrag hatten wir telefoniert und Gwen hatte die aufgegebenen Hausaufgaben erledigt: Nimué blieb gelassen, während ich mit meiner Hand an ihrem Bein hinunterfuhr und gab mir den Huf nach Druck- und Stimmkommando. Während Gwen vorne lobte, tastete ich das Gelenk ab, bewegte es und kratzte anschließend den Huf aus. Nimué versuchte einmal, den Huf wegzuziehen, wahrscheinlich wurde es schwieriger, das Gleichgewicht zu halten. Doch als ich ihn nicht sofort freigab konzentrierte sie sich nochmal und so konnte ich den Huf ohne Absetzen weiter kontrollieren. Ich klopfte ihn zunächst mit der Rückseite des Hufkratzers ab, was der Haflinger mit dem Anlegen der Ohren quittierte, abschließend raspelte ich eine schmale Schicht Horn ab und begradigte eine entstandene Ecke in der Hufwand. Dann hatte Niumé die erste Hürde geschafft und konnte sich wieder auf vier Hufe stellen. Während Gwen der Stute den Eimer hin hob machte ich gleich mit dem zweiten Huf weiter. Auch hier ließ Nimué mich gewähren, während ich den Huf säuberte, abtastete und abklopfte. Wegraspeln musste ich diesmal gar nichts, die Stute hatte gesundes, festes Horn und es nutzte sich noch genug von selbst ab, ohne den Huf zu schädigen. Ich lobte und fuhr mit der Hand über die Seite der Stute, die Kruppe hinab bis ich ihren Hinterhuf verlangte. Zunächst zögerlich hob der Lichtfuchs ihn schließlich doch an und nachdem ich auch hier das Gelenk abgetastet und den Huf ausgekratzt hatte, fuhr ich mit der Raspel vorsichtig über die Hufwand, viel musste auch hier nicht gemacht werden. Fast fertig merkte ich, dass Nimué sich immer mehr in meine Richtung zu lehnen begann. Um nicht von einem Fohlenpopo begraben zu werden ließ ich den Huf sinken und sofort fing sich Nimué wieder. Neugierig drehte die junge Stute den Kopf und sah mir entgegen. Ich entschied mich, ihr eine kurze Pause zu gönnen – hätte ich das mal lieber sein lassen. Ich ging nach vorne zu Gwen und während wir uns unterhielten kraulte ich die Stute zwischen den Ohren. Kurze Zeit schien Nimué damit zufrieden, doch dann begann sie, mit ihrem Maul gegen meinen Unterarm zu stupsen und nach einem Leckerli zu betteln. Ich vertröstete sie, in dem ich mit dem Zeigefinger an ihrer Unterlippe Muster malte und ihn wegzog, wenn sie begann, die Lippen zu öffnen. So ging das Spiel eine Zeit lang bis Nimué plötzlich tief einatmete. Ich konnte leider nicht schnell genug reagieren und so hatte ich die Hand kurz darauf voller Pferdeschleim. Gwen und ich sahen uns kurz mit großen Augen an, dann mussten wir beide lachen. Der Haflinger stammte aus Deutschland und so war das raue Klima hier wohl noch etwas zu kühl und sie hatte sich erkältet. Während Gwen Nimué sofort anband, um mir ein Taschentuch zu holen beruhigte ich die junge Stute, die ziemlich verwirrt drein blickte. Nachdem ich mich sauber gemacht hatte, beschlossen wir, die junge Stute fertig zu machen und so hob ich den vorletzten Huf an, schnitt die Sohle minimal aus und ließ ihn dann wieder ab. Beim anderen Hinterbein wiederholte ich die Prozedur, wie immer brav ließ Nimué mich den Huf säubern und kontrollieren, auch das Bewegen des Hufes ließ sie über sich ergehen. So konnte ich den Huf schnell wieder absetzen und die junge Stute loben. Die Gänge des Haflingers waren nach wie vor großräumig und die zusätzlichen Unsicherheiten kamen durch die Hufbehandlungen und würden sich in den nächsten Tagen legen. Ich verabschiedete Nimué mit einem Leckerli, welches sie diesmal nahm, ohne mich zu zwicken und wartete dann auf meinen zweiten Kunden. Schlösse man nur von der Farbe auf die Rasse, so würde man bei Andvari wohl nicht zuerst darauf kommen, dass er, wie seine Weidefreundin Nimué, ein Haflinger war. Der Hengst sah aus, als wäre er mit Schokolade überzogen worden; so einen dunklen Haflinger hatte ich noch nicht gesehen! Während Gwen und ich uns über das Schokofohlen unterhielten führte Gwen mir die Gänge des jungen Hengstes vor. Eifrig und konzentriert schritt und trabte Andvari neben seiner Besitzerin her und auch hier ließen sich glücklicherweise Fehlstellungen und ernsthafte Huferkrankungen ausschließen. Ich stellte mich mit einem Leckerli vor, dann begann ich, die kleinen Hufe zu kontrollieren. Andvari steckte mit dem Kopf in dem Eimer voller Möhren und Äpfel und so war ich ihm höchstens lästig, als ich den ersten Huf aufnahm. Vollkommen auf die Leckereien konzentriert konnte ich den Huf des Dunkelfuchses problemlos auskratzen und das Gelenk abtasten und bewegen. Als ich begann, das Horn mit dem Hufkratzer sachte abzuklopfen zuckte Andvari kurz zusammen, beruhigte sich aber schnell und ließ sich von mir nicht weiter stören. Schnell war ich fertig und wechselte die Seite, um den rechten Vorderhuf aufzunehmen. Hier wiederholte ich die Prozedur, raspelte zusätzlich noch die Hufwand gerade und setzte den Huf dann wieder ab. Während ich über die Kruppe des Haflingers strich drehte dieser schmatzend den Kopf in meine Richtung, hob den Huf aber sofort, als ich leichten Druck ausübte. Gwen klopfte vorne Andvaris Hals, da sich der Inhalt des Eimers dem Ende entgegenneigte, und ich bewegte den Huf, tastete das Gelenk ab und kratzte den Huf aus. Wie auch Nimué waren Andavris Hufe aus hartem, festem Horn, also vollkommen gesund und dem Alter entsprechend nutzten sich die Hufe auch noch gut ab. Trotzdem schnitt ich eine schmale Schicht Zerfallshorn aus der Sohle, dann fehlte nur noch ein Huf. Es brauchte einige Anläufe, bis Andvari den Huf hob, doch mit gutem Zureden und dem ein oder anderen Apfel verlief dann auch hier die Hufkontrolle ohne Probleme und so hatte auch Andvari seinen ersten Hufschmiedsbesuch hinter sich gebracht. Ich lobte den Hengst, abschließend führte Gwen ihn nochmal vor. Zwar wirkte der Dunkelfuchs noch etwas vorsichtig, doch das war alles der Normalfall und so konnte Andvari in seine Box zurück gebracht werden, während ich die Schürze wieder abnahm und das Werkzeug zusammenräumte. Gwen kam zum Auto und nachdem ich ihr versichert hatte, dass sie sich jeder Zeit melden konnte, sollte mit den Hufen der kleinen etwas nicht in Ordnung sein, verabschiedeten wir uns und ich fuhr vom Hof, der in schöne Herbsttöne gehüllt war.
    • Gwen
      Pflegebericht 01.11.2013 - Kopfsache

      „Gwen! Könntest du bitte noch deine Wäsche herunterbringen?“ rief meine Mutter vom Treppenabsatz hinauf in mein Zimmer. Ich stöhnte genervt und stand vom Schreibtisch auf, um den kleinen Haufen Wäsche; neben meiner Tür, die Treppe hinunter zuschieben. Dem kurzen Aufschrei zu folge, hatte ich auch direkt meine Mutti getroffen. „Tut mir leid!“ rief ich und musste grinsen, als ich Kathys Lachen hörte. Ich konnte nichts dafür, Mama hatte meinen Wäschekorb für irgendwas anderes missbraucht und lose die Wäsche runter zu schleppen, wollte ich nicht. Unten war es wieder ruhig und ich entschwand zurück an meinen Laptop. Nächstes Monat war es so weit und ich würde für drei Monate nach Österreich auf die Ausbildungsfarm Heartland gehen, um dort mein Praktikum zu machen. Inzwischen war ich mir ganz und gar nicht mehr sicher, ob das so eine gute Idee war. Aber ich wollte später so gerne Ausbilderin werden, also hielt ich an diesem Traum fest. Apropos Ausbilderin, ich hatte versprochen, mich heute noch um Andvari zu kümmern! Flugs lief ich die Treppe hinunter, schnappte mir in der Küche einen Apfel und lief durch den Wald zu den Weiden. Im Laufen brach ich den Apfel mühsam entzwei, denn als ich bei der Weide ankam, stürmten zwei verfressene Haflingerfohlen auf mich zu. Jeder bekam eine Hälfte, doch Andvari halfterte ich auch noch auf. Brav und neugierig wie er nun einmal war, störte ihn das nicht und er trottete fröhlich hinter mir her zum Stall. Dort band ich ihn am Putzplatz an und begann die Tortour des Putzens. Andvaris Aufgewecktheit war zwar zumeist schön, aber oft auch einfach nur penetrant. Auch heute war er wieder richtig hyperaktiv! Es dauerte ewig, ehe er mal stillhielt und ich ihn putzen konnte, von den Hufen ganz zu schweigen. Genervt stöhnte ich auf und war glücklich, als ich endlich fertig war, der Kleine brauchte dringend mehr Beschäftigung. Also gingen wir in die Halle und dort ließ ich ihn ein wenig frei laufen und toben. Währenddessen baute ich Trabstangen auf, einmal in Form eines L und dann noch normal drei hintereinander. Dann rief ich Andvari zu mir und begann mit ihm die Stangen zu überprüfen. Nachdem er entdeckt hatte, dass sie nicht böse waren, man sie aber auch nicht fressen konnte, ging ich einen Schritt weiter. Im Schritt marschierten wir über die Trabstangen, dann im Trab und sogar einmal (ungewollt) im Galopp. Andvari schien das Spaß zu machen, also nahm ich mir nun das L vor. Erst ging es einfach vorwärts dadurch und dann wurde Andvari rückwärts gerichtet und sollte wenn möglich nicht die Stangen berühren. Fünf Anläufe benötigten wir, um das zu schaffen! Dann hatte Andvari den Sinn aber verstanden und schien Spaß daran gefunden zu haben, so gefördert zu werden. Er war ein richtiger Frühentwickler, was ihn natürlich auch anstrengend machte, wenn man nicht aufpasste. Zum Abschluss übten wir noch die üblichen Stimmkommandos, zur Seite weichen und rückwärts richten. Als dass alles durch war, brachte ich ihn wieder auf die Weide. Zwar machte er so etwas gerne, aber er war noch ein Fohlen und die waren nicht berühmt für ihre ausdauernde Konzentration, außerdem hatte er heute ja super mitgemacht! Mit leicht abgefrorenen Händen schloss ich das Weidegatter und machte mich schnell auf den Weg zum Haus. Inzwischen lag überall Raureif und alles war schon mit einer dünnen weißen Schicht überzogen. Der Winter würde schon bald kommen.
    • Gwen
      Pflegebericht 01.12.2013 - 216. Fohlenschau

      „Los! Raus aus den Federn!“ rief meine Mutter und klopfte Kathy und mich aus dem Schlaf. Gähnend erhob ich mich und blickte mich müde um. Es war gerade einmal sieben Uhr Morgens, doch heute stand wieder ein wichtiges Event an. Wir wollten mit unseren Andvari zu einer Fohlenschau fahren. Durch Zufall hatte Kathy entdeckt, dass momentan eine für Haflinger eröffnet war und da hatten wir sofort die Chance genutzt und uns angemeldet. Mit Andvari hatten wir nicht viel üben müssen, er konnte schon recht viel und mit seinem Selbstbewusstsein konnte sowieso nichts schiefgehen. Dann hatten wir noch ein schickes Lederhalfter bestellt und schon konnte es losgehen. Heute war es dann so weit und Mama war aufgeregter als wir, denn als ich in die Küche kam, war der Tisch bereits gedeckt und sie wuselte umher, um ihre Liste abzuhaken. Ich frühstückte in aller Ruhe und machte mich dann auf den Weg in den Stall, um unser Fohlen aus dem Schlaf zu schütteln. „Guten Morgen, Kleiner! Heute wird’s interessant!“ lächelte ich und wuschelte ihm durch die Mähne, während er langsam aufstand und sich streckte. Ich ließ ihn noch ein wenig in Ruhe, damit er wach werden konnte und fütterte stattdessen erst einmal den Rest des Stalles. Als ich damit fertig war, holte ich Andvari aus der Box und begann ihn gründlich zu putzen, denn er sah aus wie ein kleines Ferkel! Aber mit ein wenig Arbeit und Spray war auch das schnell wieder geschafft. Kathy und ich packten Andvari in seine Transportsachen ein, während Mama den Jeep vorfuhr. Gemeinsam luden wir den Kleinen ein und machten uns dann auf den Weg. Eigentlich begann die Fohlenschau erst Nachmittags, doch hier lag meterhoher Schnee und wenn man da einigermaßen pünktlich kommen wollte, musste man schon recht früh losfahren. So war es dann auch für uns und wir gurkten ewig hinter einem Schneeschieber hinterher, um langsam vorwärts zu kommen. Wir waren dann genau eine Stunde vor Beginn da und machten uns direkt an die Arbeit. Mama kümmerte sich um die Anmeldung und die Nummer, während Kathy und ich Andvari ausluden, noch einmal putzten und ihm das neue Halfter überzuziehen. Als wir dann fertig waren, machten wir uns schon auf den Weg zum Platz, denn wir hatten die Nummer 001. Also würden wir als erste an der Reihe sein und sollte dementsprechend schon ein wenig eher vor Ort sein. „Warum muss ich das noch einmal machen?“ lächelte ich Kathy unruhig an und strich unserem jungen Haflingerhengst sanft über den Hals. „Das schafft ihr schon!“ sagte Mama aufmunternd. Ich führte Andvari auf einen kleineren Zirkel und kontrollierte noch einmal, ob das Halfter saß, der Strick gut befestigt war und auch, ob meine Kleidung noch in Ordnung war. So aufgeregt war ich schon lange nicht mehr gewesen! Aber es war schließlich auch meine erste Fohlenschau überhaupt und für unseren jungen Haflinger galt das Gleiche, nur dass er im Gegensatz zu mir mutiger war. „Und nun begrüßen wir einen jungen Hengst seiner Sonderklasse, Andvari!“ tönte es durch die Lautsprecher und ich atmete nochmals tief ein und wieder aus. Mit einem leichten Zupfen bedeutete ich Andvari, dass er in den Trab wechseln sollte und so betraten wir die Halle. Ein Raunen ging durch die Reihen, als alle den schokofarbenen Haflinger zu sehen bekamen und auch die Richter wurden plötzlich äußerst aufmerksam. In einem gleichmäßigen Tempo führte ich Andvari in die Mitte der Halle, zu X. Dort hielten wir an, ich korrigierte kurz Andvaris linkes Vorderbein und wendete mich dann den Richtern zu, um sie mit einem Kopfnicken zu grüßen. Wir standen nah vor den Richtern, damit diese Andvari im Stand begutachten konnten. Als sie uns dann mit einem Nicken das okay zum weitermachen gaben und ich zückte den Strick, um mit Andvari im Schritt auf den Hufschlag zu wechseln. Wir gingen auf den Mittelzirkel, von welchem aus uns alle gut sehen konnten. Eine Runde gingen wir im Schritt, in der zweiten zeigte ich nochmals den Trab unseres Haflingerhengstes und die dritte Runde ließ ich ihn galoppieren. Danach parierte ich ihn zum Stand durch und löste den Strick, damit er sich nochmals alleine durch die Halle bewegen durfte. Ich klatschte sanft in die Hände und Andvari verstand sofort, mit hoch erhobenen Haupt und Schweif fegte er stolz durch die Halle und ich musste mir ernsthaft ein Lachen verkneifen, als er an die Bande schoss und neugierig die vorderste Reihe der Zuschauer anschnaubte. Wie erhofft zeigte sich unser junger Hengst tatsächlich noch einmal in allen Gangarten und schien einen guten Eindruck hinterlassen zu haben. Ein zweites Nicken folgte von dem mittleren Richter, ehe der sich wieder auf seine Mitschriften konzentrierte. Ich pfiff leise und sofort drehte Andvari um und kam zu mir getrabt. Ich lobte ihn und kraulte ihm kurz die Stirn, ehe er sich wie von selbst wieder aufhalftern ließ. In aller Ruhe führte ich ihn zu X, stellte ihn ordnungsgemäß auf und verabschiedete mich von den Richtern. Im Schritt führte ich Andvari aus der Halle und draußen kam uns auch schon der Rest der Familie entgegen. Andvari wurde mit Lob und Leckerlies überhäuft und ich war einfach nur froh, dass ganze ohne große Komplikationen überstanden zu haben. Mama lobte uns noch einmal und dann machten wir uns wieder auf den Weg zum Hänger. Da es nicht gar so viele Teilnehmer war, würden wir schon bald das Ergebnis erfahren. In der Zwischenzeit gingen wir mit Andvari ein Ründchen in der verschneiten Landschaft spazieren, ehe wir es uns im Hänger mit Keksen und Tee gemütlich machten und auf die Auswertung warteten. Nach einer Stunde wurden dann auch alle Teilnehmer aufgerufen und wir befanden uns wieder in der Halle. Gespannt hörte jeder dem Moderator zu, welcher die Sieger nun verkünden würde. „Mit einer erstaunlichen Gesamtnote von 9.6 gewinnt der schokoladenfarbene Andvari von der Nahanni Rivers Ranch!“ tönte es aus den Lautsprechern und ich konnte es gar nicht glauben. Gemeinsam mit dem Haflinger holten wir die Auszeichnung ab und klatschten danach auch noch für den Reservesieger. Anscheinend hatte Andvari die Richter in vollster Linie überzeugt und so fuhren wir überglücklich nach Hause, wo erst einmal in einer kleinen Runde gefeiert wurde. Das hieß Sekt für Mama, Orangensaft für Kathy und mich und für Andvari gab es ein leckeres warmes Mash mit Karotten.
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    • Gwen
      Pflegebericht 01.01.2014 - Bunte Dinge

      Ich gähnte müde, nachdem ich die gesamten Boxen ausgemistet und frisch eingestreut hatte. Momentan war Vollmond und da konnte ich einfach miserabel schlafen, deshalb war ich schon seit sechs Uhr Morgens unterwegs und hatte mich direkt an die Stallarbeit gemacht, denn was weg war, war weg. Den Vormittag wollte ich unseren beiden Fohlen widmen, weshalb ich mir direkt deren Halfter schnappte und zur Weide lief. Draußen lag immer noch hoher Schnee und es wurde nicht weniger, im Gegenteil, jede Nacht schneite es wieder von Neuen. An manchen Stellen standen Andvari und Nimué knietief im Schnee und wateten vorsichtig durch die weiße Pracht. Als sie mich jetzt entdeckten, kamen sie neugierig angetrabt und holten sich ihre Belohnung dafür ab, denn beide bekamen ein Leckerli, ehe ich sie aufhalfterte und mitnahm. Nimué kam nur noch mit ihrer dicken Decke auf die Weide, aber seitdem war sie auch nicht mehr erkältet und konnte den ganzen Tag auf der Weide stehen. Andvari brauchte so etwas nicht, dem ging es so oder so wunderbar. Im Stall band ich beide Fohlen an und holte die Putzboxen, um die beiden ein wenig zu verwöhnen. Sauber machen brauchte man momentan nämlich eher weniger, denn beide wälzten sich nur zu gerne im Schnee. Dennoch putzte ich einmal gründlich drüber und fettete vor allem ihre Hufen ein, damit diese nicht austrockneten. Danach kümmerte ich mich noch um das flauschige Langhaar, ehe wir fertig waren. Als nächstes ging es in die Halle, wo ich beide Fohlen laufen ließ, damit ich in Ruhe einen kleinen Parcours aufbauen konnte. Denn heute stand ein wenig Schrecktraining an, also holte ich Luftballons, bunte Stangen und Regenschirme aus unserem Schuppen und schmückte die Halle damit. Andvari kam direkt neugierig an und beschnupperte alles, während Nimué sich bevorzugt in die hinterste Ecke verzog und von dort das ganze Geschehen still betrachtete. Mit einem Pfiff holte ich sie aber zu mir und nahm beide Fohlen wieder an die Stricke, um ihnen die gefährlichen Dinge zu zeigen. Nimué hatte bei jeder Station Muffensausen, doch irgendwann bekam auch sie sich ein, was vor allem Andvari zu verdanken war, welchem das ganze Zeug kein bisschen störte. Zweimal überwand ich gemeinsam mit ihnen den Parcours, ehe ich dann wieder alles abbaute. Zum Schluss spielte ich mit den beiden Fohlen Fangen, was ihnen besonders viel Spaß machte. Diesmal war Nimué die, welche besonders mutig war und sich so umso schwerer fangen ließ. Dank des Rennens wurde uns allen warm und mit einem wolligen Gefühl konnten wir zurück in den Stall. Dort machte ich Nimué wieder ihre Decke um, ehe die beiden zurück auf ihre Weide durften. Da spielten sie zu Zweit weiter Fange und genossen das sonnige Wetter. Ich verließ sie nach einer Weile, denn ich musste dringend Geschichte lernen, denn bald stand die nächste Klausur an.
    • Gwen
      Pflegebericht 01.02.2014 - Neue Motivation!

      Mit einem Seufzen betrachtete ich mein Spiegelbild, denn so langsam gefiel mir ganz und gar nicht mehr, was ich da sah. Über den Winter war ich unendlich faul geworden und hatte mir doch tatsächlich Speck angefuttert. Da ich mich inzwischen selbst unwohl fühlte, war ich schon seit einer Weile auf der passenden Möglichkeit für mich, um wieder aktiver und fitter zu werden. Natürlich hatte mich Youtube bezüglich dieser Tatsache nicht enttäuscht und nach einer Weile war ich dann doch fündig geworden und hatte den Channel einer jungen Frau gefunden, deren Übungen sogar mir Spaß machten! Da es alleine einfach nur elend mühsam war, sich zu motivieren, hatte ich mir Amber mit ins Boot geholt und ab heute wollten wir damit anfangen. So war sie nach der Schule mit zu mir gekommen und wir hatten uns direkt an das Work Out gemacht. Kathy hatte tatsächlich auch mitgemacht und so hatten wir zu Gute-Laune-Musik unseren Sport gemacht und nun fühlte ich mich tatsächlich auch schon besser. „Das müssen wir öfter machen!“ grinste Amber und ich nickte freudig, denn es machte wirklich Spaß. Ich hoffte nur, dass meine Motivation nicht zu schnell davoneilen würde. „Wollen wir noch einen Spaziergang mit Andvari machen?“ fragte ich Amber lächelnd, denn mir fiel ein, dass ich unseren kleinen Schokohaflinger in letzter Zeit ein wenig vernachlässigt hatte. Amber nickte eifrig und schien heute bei bester Laune zu sein, denn sonst zögerte sie immer arg, wenn ich das Thema Pferd ansprach. So würden wir heute auch noch das tolle Wetter nutzen und ein wenig frische Luft schnappen. Gemeinsam liefen wir zur Fohlenweide und holten uns Andvari in den Stall. Während ich Amber mit ihm warten ließ, holte ich flott die Putzbox und dann begannen wir schon, den kleinen Kerl sauber zu machen. „Puh! Der haart ja!“ stöhnte Amber und wischte sich die Pferdehaare aus dem Gesicht, welche ihr so eben entgegen geflogen waren. Ich musste lachen und war gerade nur so bei bester Laune, der Tag hatte tatsächlich bisher keine seiner schlechten Seiten gezeigt. Der erste Schultag war zwar wieder zäh gewesen, aber durch einen gelungenen Deutschvortrag und 13 Punkten in dem Mathetest, hatte ich es gut überlebt. Als wir mit Andvari fertig waren, band ich ihn los und wir machten uns auf den Weg. Wie immer liefen wir am See vorbei in den Wald, um dann schon bald auf den großen Ebenen zu sein, welche weiß und glitzernd vor uns lagen. „Herrlich! Genau deshalb bin ich so gerne bei dir!“ seufzte Amber glücklich und ich lächelte fröhlich. Ich wünschte mir so sehr, sie würde Begeisterung am Reiten finden, denn mit ihr würden Ausritte sicherlich Spaß machen! Doch ich mied das Thema und hoffte einfach, dass Amber von selbst darauf zu sprechen kommen würde. Stattdessen genoss ich heute einfach den Tag und nahm mir dabei ein Beispiel an Andvari. Auch der kleine Hengst war bei bester Laune und wuselte fröhlich durch den Schnee, um ein Rotkehlchen aufzuschrecken. Ich beobachtete ihn grinsend und staunte darüber, wie sehr er in dem letzten Jahr doch schon gewachsen war. Es würde nicht lange dauern und er würde nicht mehr wie ein Fohlen aussehen. Mit Amber unterhielt ich mich noch angeregt und wir planten schon den Frühling, wenn er bald kommen würde. Nach einer Weile machten wir uns auf den Heimweg, wo wir schon lautstark von Nimué begrüßt wurden, welche Andvari anscheinend stark vermisst hatte. „Ihr müsst auch lernen, alleine unterwegs zu sein!“ grinste ich und wuschelte den beiden Hafifohlen sanft durch die Schöpfe, ehe wir die Weide verließen. Gerade fuhr Ambers Mum auf den Hof und wurde auch schon von meiner abgefangen. Sie unterhielten sich noch ein wenig, ehe ich Amber zum Abschied umarmte und ihr noch winkte, als sie davonfuhr. Zufrieden verschwand ich in den Stall, um ein wenig in der Sattelkammer aufzuräumen, ich hatte den dringenden Drang, irgendetwas zu tun!
    • Gwen
      Pflegebericht 01.03.2014 - Großer Geburtstagsspaziergang

      Ich gähnte müde und drehte mich vom Fenster weg, ehe ich mich unter der Decke wieder zusammenkugelte. Dann fiel mir wieder ein, warum ich so müde war: Gestern hatte ich meinen Geburtstag gefeiert und wir hatten noch lange Spiele gespielt und Filme geschaut. Erst um zwei hatten wir uns in die Betten verzogen und als ich nun auf die Uhr schaute, traf mich beinahe der Schlag, es war schon 10 Uhr! Sofort sprang ich aus dem Bett und wäre beinahe über Amber gefallen. Meine Freundin hatte bei mir auf einer Matratze übernachtet und bis vor einigen Sekunden nun tief und fest geschlafen. Nun rollte sie sich erschrocken zur Seite, um sicher zu gehen, von mir nicht erquetscht zu werden, sollte ich doch fallen. Gemeinsam zogen wir uns an und putzten Zähne, ehe wir hinunter in die Küche huschten. Mama hatte den Tisch schon gedeckt und holte gerade die Brötchen aus den Backofen. Auch Kathy kam nun die Treppe herunter und gemeinsam frühstückten wir erst einmal ausgiebig. Alle hatten immer noch beste Laune und ich fragte Amber und Kathy, ob wir einen Spaziergang machen wollten. Denn draußen war herrliches Wetter, die Sonne schien und die Vögel zwitscherten fröhlich vor sich hin. Da wir alle noch tief und fest geschlafen hatten, hatte Mama sich um die Pferde gekümmert, so dass diese nun schon gefüttert auf ihrer Weide standen. Kathy holte ihren geliebten Appollino von der Weide, während Amber und ich uns auf den Weg zu den Fohlen machten. Im Stall trafen wir wieder zusammen und putzten die drei Pferde erst einmal gründlich. Alle verloren geradezu ihr Winterfell und schnell war die gesamte Stallgasse eingesaut. Ich kehrte es flott zusammen, ehe es weiter auseinanderwehte und als wir dann fertig waren, machten wir uns auf den Weg. Im Wald duftete es einfach herrlich nach den Kräutern und Blumen und die Bäume wurden allmählich grün. Apollo kam mit seiner Größe auch an einige Äste und knabberte fröhlich daran herum. Die Fohlen gaben sich mit den Kräutern zufrieden und so ließen wir die drei ein wenig ihren Spaß haben. Amber hatte inzwischen kaum noch Angst vor Pferden, sondern war inzwischen richtig motiviert, etwas mit zu machen. Ich gab die Hoffnung nicht auf, dass sie eventuell irgendwann auch einmal im Sattel sitzen würde. Doch im Moment war ich einfach glücklich, dass sie überhaupt mitkam. Während wir spazieren gingen, unterhielten wir uns über die Zukunftspläne. Denn ich war 18 geworden und das Abi hatte ich auch bald in der Tasche. Meine Zukunft stand mit dem WHT Ausbildungsbetrieb schon so gut wie fest, nur Amber wusste noch nicht ganz, welche Richtung sie einschlagen sollte. Ich motivierte sie ja zum Grafikdesign, denn sie konnte toll malen. Doch das war auch nicht das richtige für sie. Wir überlegten ein Weilchen, aber etwas schönes viel uns nicht ein. Als wir wieder auf der Ranch waren, brachten wir die Pferde zurück auf die Weide und ich verabschiedete mich von Amber, welche jetzt nach Hause fuhr.
    • Gwen
      Pflegebericht 01.04.2013 - Wellnesstag für die Kleinen

      Nach dem Frühstück wollte ich mir heute mal besonders viel Zeit für unseren Jährlingshengst Andvari nehmen. Nachdem ich die leere Tasse in den Geschirrspüler gestellt hatte, zog ich meine Turnschuhe an und lief hinaus in den Stall. Es war schon um neun und die Sonne schien bereits an einem strahlend blauen Himmel. Gut gelaunt fütterte ich erst alle Pferde und brachte sie danach auf die Weiden. Nur Andvari blieb bei mir und wurde in der Stallgasse angebunden. Neugierig musterte er mich und schien wissen zu wollen, was ich jetzt vorhabe. Ich holte seine Putzbox und begann damit, ihn gründlich mit dem Federstriegel zu bürsten, um ihn von seinem Winterfell zu befreien. Ich striegelte ihn eine halbe Ewigkeit, doch danach sah er schon viel besser aus. Danach schnappte ich mir die Wurzelbürste und säuberte seine Beine. Wie immer hielt Andvari wunderbar still und ließ sich verwöhnen. Nun konnte ich mit der normalen Kardätsche noch einmal über sein Fell gehen, ehe ich mir meine Magic Brush schnappte und ihn vollends zum glänzen brachte. Danach sah mein halbwüchsiger Hengst richtig toll aus! Er war auch schon enorm gewachsen und ging ging bestimmt schon an die 1,30m Stockmaß. Ich kratzte noch seine Hufen aus und fettete diese gründlich ein, denn das durfte nicht fehlen. Danach kämmte ich noch Mähne und Schweif und schon waren wir fertig, zumindest mit Andvari. Der durfte nun auf seine Weide und als nächstes war Madame Nimué an der Reihe.
      Sie war nicht so begeistert, ihre Weide schon wieder verlassen zu müsse, doch ich konnte sie schnell überzeugen. Auch sie band ich in der Stallgasse an und holte ihre Putzbox. Wie auch bei Andvari bearbeitete ich sie zuerst mit dem Federstriegel und ihr puscheliges Fell zu entsorgen. Danach machte ich auch ihre Beine und holte schnell einen Eimer warmen Wasser, in welchen ich die Wurzelbürste tunkte, damit ich die Mistflecken von ihren weißen Beinen entfernt bekam. Das klappte sogar richtig gut und so war auch das schnell geschafft. Auch Nimué putzte ich auf Hochglanz, was ihr sichtlich gefiel. Ihre Hufen wurden ebenfalls ausgekratzt und eingefettet, auch wenn Nimué dabei nicht so stillhielt, wie ihr Weidegenosse. Nimué besaß im Gegensatz zu Andvari die typische Haflingerfarbe und deshalb auch weißes Langhaar. Jedoch hatte ich Schweif bei dem Matsche-Frühlingswetter ein wenig gelitten, so dass ich ihn in den Wassereimer tunkte und mit dem waschen begann. Erst kürzlich hatte ich Kamillen-Shampoo für die Pferde bestellt, welches jetzt direkt zum Einsatz kam. Gründlich schäumte ich Nimués Schweif ein, ehe ich ihn wieder auswusch und danach strahlte er richtig schön weiß. Da er noch nicht sonderlich lang war, trocknete er sehr schnell und ich konnte ihn noch einmal durchkämmen, danach fiel er fluffig und locker hinunter. Zufrieden mit meinem Werk brachte ich auch Nimué zurück auf ihre Weide. Die Großen hatten heute frei, denn ich wollte mir mal die Zeit nehmen, um auch im Stall einen Frühjahrsputz vorzunehmen. Die Spinnweben mussten mal wieder entfernt werden und die Fenster konnten auch einmal geputzt werden. Außerdem mussten die Boxen wie jeden Tag ausgemistet werden, so dass genug Arbeit vor mir lag.
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  • Album:
    Sportponys
    Hochgeladen von:
    Gwen
    Datum:
    8 Jan. 2019
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  • Rufname: Andvari
    Geburtsjahr: 2013

    Von: Abajo
    Aus der: Lady Äppel

    Rasse: Haflinger
    Geschlecht: Hengst
    Farbe: Dunkelfuchs
    Stockmaß: 1.56m

    Beschreibung:
    Andvari ist ein Haflinger der etwas anderen Art. Zum einen fällt er schon durch seine seltene Farbe auf und zum anderen durch seinen großen und sportlichen Körperbau, als Pony kann man Andvari kaum noch bezeichnen. Stattdessen präsentiert er sich als großrahmiger Sporthaflinger, welcher schon jetzt sehr schöne Ansätze in der Dressur und im Springen zeigt.
    Auch charakterlich kann man sich bei Andvari nicht beklagen. Von seinen Eltern hat er nur das Beste vererbt bekommen, so dass er trotz seines jungen Alters und der Tatsache, dass er ein Hengst ist, sehr lernwillig und motiviert mitarbeitet. Auch im Umgang ist er wunderbar ruhig und ein wahrer Vorzeigehengst.


    Ersteller: sweetvelvetrose
    Besitzer: Gwen
    Vorkaufsrecht: sweetvelvetrose


    Dressur E - Springen A

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