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Eddi

Amadahy

Lewitzer ♀

Amadahy
Eddi, 8 Dez. 2020
    • Eddi
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      Ankunft einer kleinen Schönheit
      22. Januar 2015
      Aus irgendeinem Grund lief die Lewitzerzucht momentan besser denn je und das ließ mein Herz wirklich aufgehen. Zum einen war vor kurzem eine weitere Stute gekrönt worden, so dass wir nun offiziell eine reinrassige Zuchtstute besaßen und außerdem hatten wir auch wieder Zuwachs bekommen. Heute sollte noch ein Scheckentier einziehen, auch wenn das ganze wirklich sehr spontan gewesen war. Leider hatte ich so gar nicht nein sagen können, als Elisa mir die Süße gezeigt hatte. Ich war sofort hin und weg von Amadahy, einer gescheckten Jährlingsstute, die schon jetzt all das verkörperte, was ich mit meiner Zucht aufbauen wollte - sowohl körperlich als auch charakterlich. Heute sollte die Hübsche bei uns ankommen und dementsprechend war ich natürlich aufgeregt, immerhin hatte Amadahy eine lange Reise hinter sich - nämlich von Kanada bis zu uns. Ich hatte für sie schon alles vorbereitet: die große Box war frisch eingestreut, das Heu sogar angefeuchtet, damit nicht so viel Stab herumflog und auch der Paddock war bereit, um bezogen zu werden. Und dann kam endlich der Transporter! Aufgeregt unterschrieb ich die Papiere, welche mir der Fahrer hinhielt und dann konnte ich endlich den Führstrick von Amadahy entgegen nehmen. Die kleine Stute schaute sich neugierig um, schien den Umzug aber doch ganz gelassen zu nehmen. Das erste Jahr ihres Lebens hatte sie vollständig auf einer Weide, immer zusammen mit Gleichaltrigen verbracht, und dennoch ließ sie sich ohne Probleme führen und folgte mir brav in den Stall. Sie schien ihre neue Box zu mögen und freundete sich direkt mit ihrer Boxennachbarin Nessaja an. "Na dann lass ich dich erst einmal ankommen.", meinte ich lächelnd, nachdem ich im Glück schwelgend fast eine halbe Stunde an der Boxentür gestanden hatte. "Sie ist da! Und sie ist so toll! Vielen, vielen Dank!
    • Eddi
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      Unterricht in Fohlenpflege
      02. März 2015
      Schon gut einen Monat war die kleine Amadahy inzwischen bei uns und hatte sich schon allmählich gut eingelebt. Das war aber kein Wunder, immerhin wurde sie täglich von Kat betüddelt, die sich inzwischen nicht mehr entscheiden konnte, ob sie erst Amadahy oder erst Paddington einen Besuch abstattete. Ihr Bruder Ethan tat das Ganze immer nur mit einem seufzenden Kopfschütteln ab, doch ich freute mich, dass meine Fohlen so gut versorgt wurden. Trotzdem musste ich Kat noch dringend in die Fohlen-Knigge einweisen, denn zu viel Verwöhnen war nicht gut und das würden die Zwerge sonst sehr schnell ausnutzen! Dementsprechend hatte Kat heute bei mir Fohlenstunde und das dazugehörende Fohlen war natürlich Amadahy! Darauf freute sich Kat besonders, auch wenn ich sie fast alle fünf Minuten ermahnen musste, Amadahy nicht permanent um den Hals zu fallen. Wir übten das Führen, Anhalten und Stillstehen am Putzplatz, was ganz schnell wirklich gut klappte, weil Amadahy einfach ein Engel war! Dann nahmen wir uns viel Zeit, um das Stutfohlen ordentlich zu putzen und das machte Kat auch besonders Spaß. Obwohl sie theoretisch keine Ahnung von Pferden hatte, hatte sie richtiges Händchen dafür und deshalb fragte ich sie direkt, ob sie etwas dagegen hätte, sich ab und an um die Fohlen zu kümmern und natürlich sagte sie sofort zu! Wir machten noch einen kleinen Spaziergang mit Amadahy, ehe die Kleine zurück zu ihren Freunden durfte.
    • Eddi
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      Der Sommer ist da
      30. Juli 2015

      Müde stampfte ich in Richtung Weide, vor mir die Schubkarre mit den acht Heunetzen herschiebend. Erst hatte man wochenlang Hitze, dann gewöhnte man sich allmählich daran und änderte seinen Tagesrhythmus und urplötzlich wurde es kalt. Richtig kalt, denn die 15-20°C waren nichts gegen die 36°C der letzten Woche. Bewölkt war es auch immer noch, aber wenigstens regnete es nicht mehr. Nicht, dass ich etwas gegen den Regen hatte. Den brauchten wir ja sogar, wenn ich nicht wollte, dass die gesamten Weiden weggebrutzelt wurden, aber eigentlich sollte ein Sommer aus einem gesunden Wechsel aus Sonnenschein und Regen bestehen und nicht zwei Wochen lang Grillen und danach zwei Wochen lang die Sintflut nachspielen.
      So wirklich konnte man da mit den Pferden nämlich auch nichts machen und das motivierte mich allmählich immer mehr dazu, die Ranch zu überdenken. Ich war eigentlich nicht der Mensch, der so leben konnte und wollte. Vor einem Jahr war es eher eine Flucht gewesen aus meinem alten Leben, eine zwanghafte Pause. Die aber nun mal nicht so einfach von Statten ging, wenn an einem selbst noch fast hundert Pferde dranhingen, dementsprechend die spontane Idee mit der Ranch. Was Besseres war mir ehrlich gesagt nicht eingefallen.
      Inzwischen verfügten wir ja immerhin über richtige Betten und eine nutzbare Küche. Sogar einen Fernseher hatten wir. Aber ich wurde nicht glücklich, denn das, was mir fehlte, war nicht da! Keine große Reithalle, keine gigantischen Reitplätze, keine Führanlage und keine großen schicken Stallgassen. Leise seufzte ich, während ich die Stimme meiner guten Freundin Elisa im Kopf widerhallen hörte „WAS? Schon wieder umziehen? Aber das kannst du doch nicht tun!“, hm ja, ein bisschen Recht hatte sie, aber ich musste, ich war nicht mehr glücklich.
      Ein bisschen ahnungslos war ich zudem, wohin ich wollte. Hier war es mir zu trocken, dass hatte Elisas Co-Trainerin Gwendolyn bereits korrekt angemerkt und wirklich Lust hatte ich auf diese Trockenheit nicht mehr. Erst war von dem Fluss gar nichts mehr übrig geblieben, nun überschwemmte er ein Drittel meiner Weiden – klasse. Undankbares Land, kein Wunder, dass ich es mir hatte leisten können. Apropos, der nächste Punkt: Ich hatte wieder Geld.
      Einige Pferde hatten erfolgreich ihre Körung bestanden und andere hatten uns verlassen, auf jeden Fall reichten meine Rücklagen dafür, um neu anzufangen. Mal wieder. Nur wo? Am liebsten, ehrlich, in Deutschland. Zurück zu den Wurzeln. Aber ich glaube dafür würde mich jeder meiner Bekannten lynchen, zumindest glaubte ich das, vielleicht hatte ich ja auch Glück – vielleicht auch nicht.
      Inzwischen war ich an der Weide angekommen und begann, die Heunetze zu verteilen. Durch die Hitze war das Gras eh schon mau geworden und nun war das, was es gegeben hatte, auch noch überschwemmt. Also musste ich zufüttern und deshalb warteten meine gescheckten Ungetüme auch schon ungeduldig auf ihr Frühstück. Die Kleinen hatten natürlich die größte Klappe und dementsprechend zwang sich Calimero II durch die großen Hengste hindurch und reservierte sich ein Heunetz. Das teilte er aber immerhin sozial mit seinem Kumpel Panta Rhei, aber man sollte es sich ja auch immerhin nicht mit allen versauen.
      Die beiden Junghengste machten sich toll und würden sich als würdige Nachfolger ihrer Papas erweisen. Besonders bei Calimero war ich auf seine Vererbung gespannt, einen Falbschecken hatte ich schon öfters in der Zucht haben wollen. Die anderen Hengste begannen auch in Ruhe zu fressen und ich machte mich daran, die Unterstände und die Weide abzumisten. Bei dem Schlamm war das leider unumgänglich, wenn ich Mauke vermeiden wollte. Noch ein Minuspunkt für die Ranch.
      Die Stuten hatte ich vorhin schon gemacht, also zumindest etwas hatte ich schon geschafft und nachdem ich dann endlich mit dem Abmisten fertig war (drei Schubkarren, hatte ich zum Misthaufen kutschieren dürfen), sammelte ich mir Elliot, Niyo und Caillou ein. Ich nahm die drei Hengste direkt mit und stellte sie erst einmal in die Boxen. Ich würde sie nacheinander abhandeln. Piccolos Blaze und Vertigo hatten heute frei, die beiden waren erst gestern auf einen längeren Ausritt mitgewesen und dementsprechend abgehandelt.
      Als erstes begann ich mit Elliot, der Hengst sollte so langsam auf die Körung vorbereitet werden und eigentlich sollte ich für ihn auch mal noch einen Trainer besorgen, damit dieser Monat nicht umsonst verstrich, aber na ja, man kannte mich ja. Also putzte ich den Schecken erst einmal gründlich, ehe ich ihn mir sattelte und dann marschierten wir raus zum Reitplatz. Dort wärmte ich ihn gründlich auf und dann arbeiteten wir nur ein wenig vorwärts-abwärts.
      Ich hatte Elliot ehrlich gesagt schon länger nicht mehr unter dem Sattel gehabt und deshalb wollte ich wieder langsam anfangen. Außerdem kannten der Hengst und ich uns noch nicht so gut, denn so lange war es noch gar nicht her, dass ich ihn von Jual übernommen hatte. Aber er war fleißig und arbeitete gut mit, das war mir direkt sympathisch.
      Nachdem Elliot versorgt war, putzte ich Caillou und machte ihn mir longierfertig mit Kappzaum und Longe. Ein bisschen Bodenarbeit würde dem Zuchthengst nicht schaden, damit er nicht zu kugelig wurde, aber das würde bei den momentanen Weiden ja sowieso nicht passieren. Pluspunkt für die Ranch. Caillou arbeitete gut an der Longe mit und zur Abwechslung baute ich auch ein bisschen Stangenarbeit an. Als das geschafft war, durfte er zurück in seine Box und bekam Belohnungsmüsli.
      Als letztes war Niyo an der Reihe. Meinen Scheckhengst wollte ich ein wenig Springen. Eigentlich hatte ich dafür auf unsere Geländestrecke gehen wollen, aber wie die aussah, musste ich ja nun niemanden erklären. Also erst einmal eine halbe Stunde draußen einen Parcours aufbauen – juhu!
      Aber Niyo dankte es mir, er sprang außerdem wirklich gerne und sehr motiviert. Es machte Spaß den Hengst zu springen und dementsprechend fiel es mir auch ein wenig schwer, mich doch irgendwann von ihm zu trennen, denn so wirklich toll passten wir auch nicht zusammen, aber das hatte ja noch Zeit.
      Nach den Hengsten machte ich mich nun noch an die Stuten. Mit Rosewell und Korah arbeitete ich weiterhin am Fohlen-ABC, denn heute stand das Hängertraining an der Reihe für meine beiden ältesten Stutfohlen. Für die etwas jüngere Amadahy blieben wir bisher noch beim Putzen und Führen, aber da zeigte sie sich auch wirklich gut. Frozen Bubble und Nabiri hatten noch ein wenig Ruhe. Sie waren die jüngsten und erst kürzlich ans Halfter und Führen gewöhnt worden und bei dem Wetter wollte ich sie eh nicht nerven.
      Stattdessen sammelte ich mir Talya, Amazed Marlin und Sikari ein und machte mich auf den Weg hoch zum Stall. They call her Fiorina hatte frei. Momentan hatte sie sowieso genug um die Ohren turniertechnisch und auch Donatella ließ ich heute in Ruhe. Momentan war sie in der Krönungsvorbereitung, welche bald stattfinden würde und heute war ihr einziger freier Tag in der Woche.
      Stattdessen beschäftigte ich mich mit den anderen Stuten. Talya longierte ich ordentlich, damit wir weiterhin an ihrer Selbsthaltung arbeiten konnten und sie motivierter untertrat. Amazed Marlin ritt ich heute in der Dressur, denn auch für sie stand eventuell bald eine Krönung an. Mit Sikari machte ich heute einen längeren entspannten Ausritt, das tat uns beiden gut und danach hatte ich es auch schon so gut wie geschafft. Jetzt hieß es erst einmal Mittagessen für mich und dann ging die Stallarbeit weiter.
    • Eddi
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      Alles hat ein Ende
      27. August 2015
      Grübelnd saß ich gemeinsam mit Kat und Ethan am Frühstückstisch. Ich wusste gar nicht so recht wie ich beginnen sollte, aber vielleicht fing ich einfach an, das wäre wohl das einfachste. „Leute? Ich muss euch was sagen“, meinte ich und zog die Stirn ein wenig kraus. Ethan und Kat sahen mich neugierig an, sie schienen mit nichts Besonderem zu rechnen, maximal mit einem neuen Pferd, aber sonst. „Es ist nicht das was ihr denkt“, sagte ich genervt und haute es dann einfach raus: „Ich ziehe weg. Die Ranch steht schon zum Verkauf.“
      Tja, da waren meine beiden Mitbewohner erst einmal baff, aber es ging nicht anders. Ich hatte die Pause in Wyoming wirklich genossen, aber es war langsam Schluss damit. Ich sehnte mich wieder nach einem richtigen Gestüt und nach Mitarbeitern und genau das wollte ich umsetzen. Kat und Ethan schwiegen, sie schienen nicht so recht zu wissen, was sie sagen sollten. Auch sie hatten diese Pause genutzt, um aus ihrem alten Stress heraus zu kommen, aber beide waren eher Stadtmenschen und nicht für das Land geschaffen und das hatten sie auch schon oft zugegeben.
      Wir frühstückten relativ schweigend zu Ende und dann machte ich mich auch schon auf den Weg nach draußen, die Pferde mussten immerhin versorgt werden. „Ich übernehme die Hengste!“, erklärte sich Ethan bereit und stand mit auf. Schweigend warf ich vier Heubündel auf die Schubkarre und machte mich auf den Weg in Richtung Stutenweide. Die Heunetze wurden alle frisch aufgefüllt und der Rest kam in die Raufen. Dann mistete ich die Unterstände und machte mich auf den Weg zu den Fohlen.
      Im Stall traf ich wieder auf Ethan, der nun auch fertig war. Gemeinsam brachten wir die neueren Pferde auf die kleineren Weiden und misteten deren Boxen aus. Neu waren Fandango und Scheherazade, welche immer noch getrennt von den anderen standen, das war mir doch lieber. Doch schon bald sollten dann auch sie umgesiedelt werden, aber ein wenig Zeit hatten wir ja noch. Da nun die grundlegende Arbeit fertig war, konnte ich mit dem Training beginnen. Dabei standen an vorderster Spitze unsere momentanen Körungskandidaten und davon hatten wir mehr als genug.
      Dementsprechend holte ich Classic Gold und CH’s Sun is Shining von der Weide. Zweitere packte ich erst einmal auf den Paddock und erstere wurde geputzt und zum Longieren fertig gemacht. Den Probedurchlauf für die Krönung hatten Classic Gold und ich schon hinter uns, nun wurde es langsam ernst und ich hoffte, dass das bald mal von Statten gehen würde. Hier in Wyoming hatten sie es nicht so mit regelmäßigen Krönungen, die waren manchmal Monate lang offen.
      Classic Gold longierte ich heute nur locker vorwärts-abwärts. Sie sollte fit bleiben, aber gestern waren wir auf einem Turnier gewesen, deshalb machten wir heute nur muskelkater-vorbeugendes Training. Sunny musste stattdessen mehr dran glauben. Die Araberstute sattelte ich mir und ging mit ihr für ein Stündchen auf den Reitplatz, um die kommenden Aufgaben durchzureiten und unsere Fehler noch auszubessern.
      Danach waren Ice Coffee und Cual Maniaca an der Reihe. Ich schnappte mir Kat für einen kleinen Ausritt und setzte die Anfängerin auf die brave Westernstute. Manni wäre nichts für sie gewesen, sie war viel zu zickig dafür. Der Ausritt verlief aber ganz entspannt, auch wenn Kat nur grummelnde Töne von sich gab. Wieder auf der Ranch traf ich auf Laurel, welche die Reitbeteiligung von Lila Wolken und Hákur war, dementsprechend waren die beiden Isländer heute versorgt.
      „Wenn du fertig bist, können wir auch noch einen Ausritt mit Milka Luflee und Hyreygur machen!“, bot ich ihr an und Laurel schien sich nach einem anstrengenden Schultag sichtlich auf diese Abwechslung zu freuen. In der Zwischenzeit bewegte ich Allelujah und Feuervogel, meine beiden hübschen Palominos. Mit beiden Junghengsten hatte ich genug zu tun und war danach eigentlich auch echt k.o., aber der Tag war noch nicht einmal zur Hälfte rum! Auf mich wartete nun noch ein Dressurtraining mit Dr. Insektor und ein Geländeritt mit Hollybrook’s Zarin. Ethan wollte uns auf Schneeleopard begleiten und das Training beobachten, außerdem wollte ich ungern alleine im Gelände springen, wenn doch einmal etwas passierte, hatte ich keine Hilfe vor Ort.
      Ethan versorgte danach beide Hengste, damit ich in der Zeit erst Animby und dann Absinth longieren konnte. So viele Pferde alleine zu bewegen machte definitiv keinen Spaß. Umso dankbarer war ich dann, als die ersten Pferdemädchen eintrafen. Ich hatte zwei feste Gruppen je fünf Mädchen erstellt, welche zweimal die Woche kamen und Reitunterricht bekamen. Sie hatten auch jeder ein eigenes Pflegepferd und so standen einige Minuten später fünf Stuten am Putzplatz und wurden vorbildlich versorgt.
      Dabei handelte es sich um Apache’s Tomahawk, Caribic Sue, Freeway, Walking in the Air und das Kürbisvieh. Die Mädchen liebten ihre Pferde und gingen immer sehr umsichtig mit ihnen um. Dementsprechend verlief auch die heutige Stunde wieder sehr entspannt und lehrreich. Am Ende standen alle Pferde wieder zufrieden auf den Weiden und die erste Gruppe zog ab. Aber die zweite stand schon in den Startlöchern.
      Da diese aber jünger war, holte ich die Pferde selbst von der Weide. Aus dem Grund fing ich mir Naimibia, Herbsttraum, Occani, Deep Silent Complete und Come Whatever May ein und nahm sie mit zum Putzplatz. Dort wurden sie direkt umzingelt und liebevoll versorgt. Für die zweite Gruppe stand heute ein Spazierritt an und deshalb nahm ich die kleine Little Chocolate Chip als Handpferd für mich mit, während ich mir Chou fertig gemacht hatte.
      Nach dem Ausritt ging es wie immer noch einmal zu den Shetlandponys und diese wurden dann mit Streicheleinheiten und Leckerlis umsorgt. Werina und Mondscheinsonate liebten das besonders, aber auch Window holte sich gerne das ein oder andere Leckerli ab. Hoppla stand mit bei dem kleinen Shetty und bekam dementsprechend auch Streicheleinheiten.
      Danach war auch die zweite Gruppe weg und nun war es bereits später Nachmittag. Ich gönnte mir eine Pause, bei welcher ich bei Khiara El Assuad und Quintesse of Xaras vorbeischaute. Die beiden standen grasend am Koppelzaun und ließen sich gerne ein wenig kraulen. Dann ging es für mich auch schon in den Endspurt. Sika, Cover the Sun, Morning Sun und Raunchy’s Limited wollten noch bewegt werden, außerdem musste ich auch noch bei Joyce vorbeischauen. Danach war ich für heute fertig, die Pferde bekamen noch ihr Abendheu und dann ging es unter die Dusche und zum Abendbrot.
      Am nächsten Tag saßen wir erneut schweigend am Frühstückstisch, bis Kat damit rausplatzte, dass sie eh wieder zurück nach New York kehren wollte und Ethan sich auch dafür entschieden hatte. „Das ist gut. Ich habe nämlich auch schon Interessenten für die Ranch“, meinte ich lächelnd und schaute in zwei entsetzte Gesichter, damit hatten sie anscheinend nicht gerechnet. Tja, so war das Leben.
      Der Tag begann wie jeder andere mit Füttern und Abmisten und dann ging es los mit dem Training. Heute widmete ich das vor allem den Hengsten und Fohlen. Zu allererst waren Leitz und Vertigo an der Reihe. Beide ließ ich freispringen. Danach ging es direkt im fliegenden Wechsel weiter, denn Sikari musste noch longiert werden und mit Rosewell arbeitete ich weiter am Fohlen ABC, das saß nämlich noch nicht so richtig. Piccolo’s Blaze, Niyo und Caillou hatten momentan frei, deshalb hatte ich genug Zeit, mich um unsere Nachzuchten zu kümmern. Korah schmuste ich nur, aber mit Panta Rhei und Amadahy ging es schon in Richtung Bodenarbeit.
      Danach war Talya an der Reihe, die junge Stute machte sich momentan wunderbar, allerdings war sie noch längst nicht an der Reihe. Erst einmal würde Amazed Marlin an einer Krönung teilnehmen und hoffentlich so in die Fußstapfen von They call her Fiorina und Donatella treten. Ebenso war Elliot erst kürzlich gekört wurden und nun der neuste Zuchthengst im Stall. Calimero II musste stattdessen erst einmal lernen, dass man während des Putzens still stand, da hatte er viel mit Frozen Bubble und Nabiri gemein, denn alle drei Fohlen waren die Unruhe in Person.
      Deshalb brauchte ich dann erst einmal eine Fohlenpause und holte mir Pajero und Heartbreaker für einen Ausritt. Heartbreaker ging als Handpferd mit und wir genossen den Ausritt wirklich, er war mal wieder richtig schön entspannt. „Ausritt mit den Westernpferden?“, fragte ich Kat und Ethan und natürlich sagten diese nicht nein. Also machten wir uns gemeinsam mit Dissident Aggressor, Call me a Twist und Morrigan auf den Weg. Die Weidezäune kontrollierten wir nebenbei auch direkt und schlichteten einen heftigen Streit zwischen Golden Ebano und Pawaneeh. Die beiden Vollbluthengste konnten sich noch nie wirklich leiden und zankten sich selbst über den Zaun hinweg an.
      Wieder da stattete ich kurz Aristo und Thorondor einen Besuch ab. Die beiden hatten heute frei, genauso wie Bandit und die drei schienen damit sichtlich glücklich zu sein. Im Gegensatz zu Hugo Boss, der nämlich mit mir in die Springstunde musste, genauso wie Carachillo und Varulv. Denn drei der gestrigen Reitmädels waren schon etwas fortgeschrittener und sprangen für ihr Leben gerne.
      Nach dieser Stunde wurden die Hengste abgesattelt und abgewaschen. Der Tag neigte sich bereits dem Ende zu, dabei musste ich noch Albertino longieren, mit Altyn ins Gelände und mit meinem geliebten He’s called Trüffel wollte ich noch ein wenig Bodenarbeit machen. Denn der junge Hengst stand seit neusten mit bei den großen und wurde allmählich zum Reitpony ausgebildet. Also theoretisch war er schon eingeritten, aber manchmal war er noch etwas schreckhaft und die Kommandos saßen noch nicht, aber genau das wollte ich heute ein wenig erarbeiten, damit dann das Training unter dem Sattel einfacher von der Hand gehen würde. So wie ich Trüffel kannte, würde er sowieso einwandfrei mitmachen und wir würden auch heute wieder große Fortschritte erzielen. Ich erahnte bereits, dass ich das kaum schaffen würde, aber ich gab mir Mühe und siehe da! Am Ende des Tages waren alle Pferde versorgt.
      Der nächste Morgen war von Stress geprägt, denn Kat hatte ein plötzliches Vorstellungsgespräch in New York erhalten und musste deshalb schon eher los. Ich war eigentlich gerade dabei, nach potenziellen Höfen zu schauen, als Ethan ins Haus gestürmt kam und mir wild gestikulierend erklärte, dass der Zaun der Jungpferde ein Leck zu haben schien und die Hälfte davon im Nirgendwo war. Toll.
      Also schnell anziehen und los auf die Suche. Vorher machte ich aber eine Bestandsaufnahme von den Verbliebenen und sperrte das doch beachtlich große Loch im Zaun ab. Da waren noch circa 8 Fohlen. Ich konnte Sibiria entdecken, Caruso, Paddington, Outlaw Torn, Dead Memories, Hollybrook’s Tiny Girl, Destiny Horror und Hollybrook’s Fairy Bluebird. Also fehlten eindeutig noch genug.
      Als erstes entdeckte ich mitten im Wald Prazzys Goldbell. Der wollte sich natürlich gar nicht einfangen lassen und kam nur zu mir, weil Shawnée wiehernd und im Eiltempo auf mich zugetrabt kam. Ethan hatte auch Glück und erwischte Dead Memories und Never look back. „Puh. Wäre der was passiert, wäre ich dran gewesen!“, meinte ich lachend und musste an Elisa denken.
      Es fehlten noch Mellow Billow und Mon petit écrou. Die beiden Stuten waren aber gar nicht so weit gekommen wie gedacht und ich hatte auch beim Einfangen Glück. Auf dem Heimweg mit beiden lief uns noch Cruel Twist of Fate über den Weg. Und wieder an der Weide entdeckte ich Ethan mit Unitato und Abendprinz. Nun fehlten ja nur noch…ach ne!
      Da hatte ich noch einmal Glück gehabt, denn Herbstmond lief noch bei ihrer Mama mit und Acariya hatte ich auch mit zu den Welshponys gepackt. Um Sacre Fleur brauchte ich mir momentan keine Gedanken machen, die verweilte noch bei ihrer Mama bei kira, wobei sie auch langsam abgesetzt werden müsste…
      Ein letztes Mal zählte ich durch um zu kontrollieren, ob wirklich jeder da war, dann konnte ich mich zufrieden der Tagesordnung widmen.
    • Eddi
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      Weihnachten
      30. Dezember 2015
      Pünktlich sieben Uhr morgens trällerte mein Wecker „Shake up the happiness, wake up the happiness…“ und versetzte mich zurück in das Gefühl der letzten Tage. Vor kurzem waren wir umgezogen und hatten es Anfang Dezember dann endlich geschafft, dass alle Pferde auf das neue Gestüt zogen und nun stand mir ein Neubeginn vor. Nochmal von vorne, aber es fühlte sich richtig und gut an.
      Seit Tagen verbrachten nun ich und die Pfleger vor allem auch Zeit damit, alles weihnachtlich zu schmücken, denn am 23. Dezember würden wir unsere Weihnachtsfeier haben und bis da waren es nun nur noch knapp vierundzwanzig Stunden, in denen allerhand geschafft werden musste. Die Pferde hatten zwischenzeitlich ein wenig Pause gehabt, denn ich hatte mich erst einmal ordnen müssen.
      Da das Gestüt aber über genügend Weiden verfügte, verbrachten sie ihre freie Zeit eben dort. Da der Winter momentan auch gar kein Winter war, konnten sie auch ungestört über die fast schon zu grünen Wiesen toben und ich musste ein wenig aufpassen, dass sie mir nichts zerstörten, aber so lange es trocken blieb, war alles gut. Tatsächlich war es dieses Jahr wirklich kein Winter. Stattdessen hatten wir täglich um die 15 Grad und Sonnenschein, es war eher wie Frühling.
      Dementsprechend fiel es alle Beteiligten schwer, sich wirklich in ein Winterfeeling zu versetzen, aber es blieb uns ja nichts anderes übrig, wenn in zwei Tagen Weihnachten sein würde. An sich hatte ich an dem Tag meinem ganzen Personal frei geben wollen, aber sie wollten zumindest bis Mittag noch ihren Dienst verrichten und mich bei der großen Anzahl an Pferden unterstützen. Dafür dankte ich ihnen sehr und am morgigen Abend würde jeder noch eine kleine Überraschung von mir erhalten.
      Doch nun musste ich mich erst einmal aus dem Bett schälen und mich allmählich fertig machen, denn die Pferde warteten schon auf ihr Frühstück und dann wollten sie auch schon hinaus auf die Weide. Bisher hatte ich nicht viel Personal, weshalb ich selbst noch kräftig mit anpackte. Jeder hatte eine bestimmte Aufgabe verteilt bekommen, weshalb sie Pferde schon gefüttert waren, als ich angezogen und gefrühstückt in den Stall trat. Stattdessen ging es nun auf die Weide. Immer mit zwei Pferden verließ ich den Stall und brachte sie auf ihre bestimmte Weide. Um dem Personal einen Leitfaden zu geben, hing zum einen im Stall ein großer Plan und zum anderen stand sowohl an den Boxen als auch an den Weiden, wer wo hingehörte. So konnte ich mir sicher sein, dass alle Pferde dorthin kamen, wo hin sie sollten.
      Die Fohlen waren heute wieder besonders aufgeregt, für sie konnte es nie schnell genug nach draußen gehen. Besonders Hidden Flyer und Exciting Force waren immer sehr stürmisch. Die beiden Vollblutfohlen waren noch nicht sonderlich lange in meinem Besitz, weshalb ich sie bisher nur schwer einschätzen konnte, aber ich gab mir Mühe und so langsam kam ich dahinter. Zumindest rissen sie sich inzwischen nicht mehr samt Halfter und Strick los, sondern warteten, bis ich diese entfernt hatten.
      Heute sollte ein normaler Alltag anstehen, trotz der Tatsache, dass der 22. Dezember war, hatten wir noch genügend Anmeldungen für unsere heutigen Reitstunden. Eine würde ich halten, die andere würde auf das Konto einer mobilen Reitlehrerin gehen. Doch vorher wollte ich das sonnige Wetter für einen Ausritt nutzen. Leider fand sich spontan kein Mitreiter, weshalb ich entschied, mich selbst auf Deep Silent Complete zu schwingen und Come Whatever May als Handpferd zu nehmen.
      Die beiden Warmblutstuten kannten sich schon lange und kamen sehr gut miteinander aus, es würde also ein ruhiger und entspannter Ausritt werden, so etwas hatte mir gefehlt! Danach konnte ich dann guten Gewissens in den Tag starten. Tatsächlich waren wir auch nur eineinhalb Stunden unterwegs und nachdem beide Stuten gut versorgt wieder auf der Weide standen, erwarteten mich schon die Reitstunden.
      Die erste Reitstunde hatte etwas eher begonnen, da die Reitlehrerin heute Nachmittag noch woanders hin musste. In ihr liefen nur Herbsttraum und Hugo Boss. Beide unter sehr erfahrenen und talentierten Nachwuchsreitern, welche eine wirklich gute Figur auf den Ponys machten und den Unterricht der Reitlehrerin befürwortete ich auch sehr. Meine Reitstunde würde für fünf Reiter sein, es war ausnahmsweise Abteilungsreiten, was ich ungern machte, aber es konnte auch Spaß machen.
      Ich muss ehrlich sein, die Lewitzer setzte ich an liebsten in den Reitstunden ein. Immerhin züchtete ich sie als talentierte Sportponys für Kinder und Jugendliche. Dementsprechend besaßen sie auch einen ruhigen und rücksichtsvollen Charakter, waren aber denn wirklich talentiert. Das war auch der Grund, weshalb ich für meine Reitstunde Donatella, Elliot, They call her Fiorina, Talya und Carachillo ausgesucht hatte. Schnell waren die Pferde verteilt und die Reiter damit beschäftigt, sie vorzubereiten, denn das musste man bei uns noch alleine machen. Sie hatten dafür gut eine halbe Stunde, je nachdem ob sie eher oder später kamen. Pünktlich um zwölf startete dann meine Reitstunde. Ich ließ sie die Pferde erst einmal aufwärmen und gab den ein oder anderen schon ein paar Tipps. Wir wechselten immer zwischen Abteilungsreiten und freiem Reiten, bei zweiteren nahm ich sie mir auch gerne mal einzeln auf dem Zirkel vor. Es lief wirklich gut, auch wenn ich das Gefühl hatte, danach schon heiser zu sein, aber was tat man nicht für die Jugend!
      Auch das Versorgen der Pferde beobachtete ich aufmerksam und war erst zufrieden, als es sowohl den Pferden als auch der Ausrüstung wirklich gut ging. Einer meiner Reiter schien gerade im Stress zu sein, denn ich fing ihm auf den Hof ab, wo er im fliegenden Wechsel von einem Pferd aufs andere sprang. Gerade kam er mit Scheherazade vom Distanztraining zurück und war nun schon auf halben Weg, um mit Cual Maniaca die nächste Runde anzutreten. Deshalb nahm ich ihm ein wenig Arbeit ab und führte meine braune Araberstute trocken, ehe ich sie noch abbürstete und dann auf die Weide brachte. Scheherazade barg sehr viel Potenzial, doch bisher hatte es sich noch nicht wirklich entfaltet. Leider.
      Da der morgige Tag gefüllt sein würde mit dem Programm unseres Weihnachtsfestes, hatte ich spontan eine Longenstunde doch noch auf heute geschoben. Das Pferd dafür war Kürbis, sie war ideal für die kleine Sechsjährige, welche uns hoffentlich öfters besuchen würde. Gemeinsam machten wir das Pferd fertig. Das Mädchen war sehr wissbegierig und scheute sich auch nicht, direkt nachzufragen. Heute machten wir an der Longe nur leichte Übungen, um ihre Balance und Konzentration zu stärken. Abschließend durfte sie noch ein paar Runden traben, ehe ich sie noch eine Runde um den Hof führte und dann war auch schon Schluss. Ohne Protest ging das zwar auch nicht, aber kommende Woche würde sie ja schon wieder da sein.
      Das Reitschulgeschäft konnte ganz lukrativ sein und ohne würde ich kurz über lang nicht auskommen, wiederum war mir aber das Wohl meiner Pferde wichtig und so basierte mein Prinzip darauf, dass auf jede Reitstunde mindestens zwei Korrekturstunden kamen und ein Pferd nie wirklich öfters als ein bis zweimal in der Woche lief. So dringend nötig hatten wir das Geld dann auch wieder nicht.
      Für den heutigen Nachmittag stand aber noch allerhand an. Ich wollte zumindest auch ein wenig mit helfen und es gab das ein oder andere Pferd, was wirklich nur ich ritt. Das war aus Prinzip Pajero. Den Schecken hatte ich schon, seitdem er ein Fohlen war, weshalb wir eine enge Bindung zueinander hatten. Für heute hatte ich mal wieder ein wenig Geländetraining eingeplant, das liebte er ja abgöttisch und besonders talentiert war er auch.
      Nach Pajero wartete schon mein zweiter Liebling: Thorondor. Jahrelang war ich seine Reitbeteiligung gewesen, dann war er in meinen Besitz gewandert und nun stand der wunderschöne Rappe bei mir im Stall und ging meinem Personal auf den Keks, denn er hatte einen sehr speziellen Charakter. Doch die Freiarbeit machte mit ihm tierisch Spaß und jeder bewunderte den Ausdruck und die Motivation des Pferdes, während wir über den Reitplatz tobten, es war wie immer sehr erleichternd.
      Für den heutigen Tag stand noch ein Springtraining mit Classic Gold an und eine Kutschfahrt mit Little Chocolate Chip. Danach telefonierte ich noch mit Occulta, welche momentan Naimibia als Leihstute für ein Fohlen besaß, schon bald würde meine hübsche Stute zurückkehren, da Occulta gerade dabei war, das Fohlen abzusetzen. Es war ein Traum von Reitpony geworden und wurde schon jetzt (zurecht) bewundert.

      Am kommenden Tag stand die Weihnachtsfeier an. Da diese pünktlich 13 Uhr beginnen sollte hieß es, den restlichen Kram schon vorher fertig zu machen und das war allerhand. Zum einen ritt ich vorher noch Allelujah, denn der hatte sich inzwischen seinen Ruf bei meinen Reitern gemacht und wurde tunlichst gemieden, weshalb ich die einzige war, die ihn vor allem gerne ritt. Danach longierte ich noch meinen Zwerg Hoppla, damit der kleine Kerl über den Winter weg nicht zu kräftig wurde und als letztes ließ ich noch einmal allen Stress von mir abfallen, während ich mit Albertino eine gemütliche Runde ins Gelände ging.
      Und dann ging schon unser Programm los! Beginnen tat das Ganze mit einem Führzügelwettbewerb. Endlich hatten wir eine Beschäftigung für unsere Zwerge gefunden. Werina und Mondscheinsonate liefen auch öfters als Gespann vor der Kutsche, aber Window blieb da immer ein wenig alleine im Nichtstun. Führzügelwettbewerbe und das Training mit den Zwergen machte ihm hingegen riesigen Spaß und unsere kleine Flauschkugel nahm tatsächlich ein wenig ab!
      Occani und Heartbreaker brauchten ein wenig mehr Beschäftigung. Zwar waren beide super kinderlieb und sehr geduldig, aber man sah ihnen doch an, dass es ihnen wesentlich mehr Spaß machte, gefordert zu werden. Sei es nun in der Dressur, im Springen oder im Gelände. Die beiden Welshs waren einfach für alles zu haben.
      Aus diesem Grunde hatten wir angeboten, die ein oder anderen kleinen Reiterinnen darauf vorzubereiten und alle waren wie verrückt gewesen. Es gab natürlich Schleifchen zu gewinnen und für jeden einen Nikolausstiefel mit Leckereien, so dass niemand leer ausging. Das Publikum hatte auch sichtlich Spaß! Danach sollten die Großen zeigen, was sie konnten, denn nun kam eine Hengstquadrille!
      „Bei der Auswahl der Pferde für die Hengstquadrille hatte ich lange mit mir gehapert, denn diese Pferde repräsentierten das Gestüt und sollten auch potenzielle Züchter anlocken. Also hatte ich versucht, so viel wie möglich mit einzubringen: Pawaneeh als Vertreter unserer Vollblüter, Cover the Sun lief als Sportpferd mit, Aristo zeigte die barocke Seite des Gestüts und zu guter hatte ich mich noch für Dissident Aggressor entschieden.
      Ich hatte alles dabei haben wollen und es war mir gelungen! Ich selbst saß auf Dissident Aggressor und jedes Pferd zeigte eine besondere Lektion, so dass Dissi und ich einen Spin zeigten, Aristo die Piaffe, Cover the Sun eine Pirouette und Pawaneeh überzeugte mit seinen Seitengängen. Der Applaus sprach auf jeden Fall für sich!
      Da ich wusste, wie beliebt es bei kleinen Kindern war, boten wir eine Art Ponyreiten an. Es waren immer größere Spaziergänge in das umliegende Gelände, circa eine Viertelstunde, bei welcher die Kinder geführt wurden. Dafür hatte ich Milka Luflee, Hyreygur, Varulv und Cheveyo ausgewählt, allesamt waren Hingucker aber totenbrav und das war das Wichtigste.
      Die Weihnachtsfeier war toll und alle hatten viel Spaß. Gegen 18 Uhr verließen allmählich alle das Gestüt und mit meinen engsten Leuten machte ich noch einen nächtlichen Ausritt bei Vollmond. Gut, nächtlich war übertrieben, aber 19 Uhr war es eben schon stockduster. Wir waren zu viert unterwegs und ritten unsere ruhigen Westernstuten: Kisshimbye, Like Honey and Milk, Ice Coffee und Apache’s Tomahawk. Schöner konnte man es nicht haben. Der Abend endete mit einer Weihnachtsfeier mit einem reichen Büffet und einer Dankesrede samt Geschenken für alle. Dann rückte auch der 24. Schon näher und ich würde allerhand zu tun haben.

      Wirklich viel Zeit hatte ich nicht, ich wollte alles schaffen, aber auch pünktlich 18 Uhr zu Hause sein, das hieß, dass spätestens halb fünf alles geschafft sein musste. Aus diesem Grund stand ich heute wesentlich eher auf, um nach der Fütterung direkt Khiara El Assuad, Golden Ebano und CH’S Sun is Shining in die Führmaschine zu packen.
      Während die drei beschäftigt waren, longierte ich meinen Junghengst Altyn, welcher sich momentan mehr als gut machte und mit dem ich wirklich zufrieden war. Dann widmete ich meine Aufmerksamkeit meinem Neuzugang Cola, welcher immer noch ein wenig in sich gekehrt war, was ich versuchte, mit Bodenarbeit aufzulockern. Wir machten Fortschritte, allerdings eben nur kleine. Da ich heute noch meinen Pferden etwas Gutes tun wollte, ritt ich noch Feuervogel und Morning Sun. Ich wusste, dass die beiden Reitponys sonst vor Langeweile vergingen.
      Da ich noch ein wenig Hilfe von meinem Personal am Morgen hatte, waren auch Lila Wolken, Possy Pleasure Mainstream und Sika bereits bewegt. Für Autumn Leave in the Sky und Dr. Insektor hatte sich auch noch jemand gefunden und so hatte ich doch schon fast meine Liste geschafft. Es war bereits früher Nachmittag, als ich noch zu einem Ausritt mit Flintstone und Schneeleopard aufbrach.
      Danach machte ich alles für den Abend bereit, denn die Pferde bekamen jeweils eine Extraportion Möhren, weil Weihnachten war. Dann ging ich zu meiner Kontrollrunde in den Fohlenstall. Amadahy, Frozen Bubble, Korah, Nabiri, Panta Rhei und Roswell vertraten stolz meine Lewitzerzucht. Es waren allesamt herrliche Nachkommen, auf welche ich mehr als stolz sein konnte.
      Auch über meine Welshponys konnte ich mich nicht beklagen. Acariya wurde von Tag zu Tag schöner, Sacre Fleur langsam immer selbstbewusster und zu Herbstmond brauchte ich nichts sagen, die wurde eh von alles und jedem geliebt und das zurecht! Shawnée und Siberia waren ja damals mehr Zufall gewesen, dennoch wollte ich die beiden Welsh Ds nicht mehr missen und auch heute bekamen sie wieder ihre Portion Knuddeln.
      Vor den Boxen von CH’s Destiny Horror und Hollybrook’s Fairy Bluebird blieb ich etwas länger stehen. Beide waren nun langsam bereit für den nächsten Schritt in ihr Dasein als Reitpferd, nur ich zögerte noch ein wenig, ich wollte ihnen so viel Zeit wie möglich geben. Das Gleiche galt für Tiny Girl, doch mein AMH unterschätzte ich zu gerne und wenn ich das tat, zeigte sie es mir auch deutlich.
      Der Tag neigte sich dem Ende und halb fünf standen alle Pferde in frisch gemachten Boxen, mit ihrer Ladung Heu für die Nacht. So konnte ich guten Gewissens duschen und mich umziehen, um dann pünktlich auf den Familienfest zu erscheinen.

      Von meiner Familie konnte kaum einer nachvollziehen, dass ich meine Feiertage mit den Pferden verbrachte, statt mit der Familie, obwohl ich zu jeder Feier trotzdem pünktlich kam, dennoch standen die Vierbeiner an erster Stelle. Diesen Morgen arbeitete ich ein wenig mit den Junghengst Abendprinz und Cruel Twist of Fate. Danach war HGT’s Unitato an der Reihe und dann noch Outlaw Torn. Die Jungpferde brauchten allerhand Beschäftigung, doch ich kam momentan kaum hinterher.
      Deshalb hatte Prazzy’s Goldbell allerhand Flausen im Kopf, genauso wie Paddington und gemeinsam machten sie nur Unsinn! War ich da immer froh über Caruso, der sich nichts anmerken ließ und ein Engel war. Am Ende meines Fohlenrundgangs betüddelte ich noch ein wenig Mon petit écrou, ehe ich mich an die richtige Arbeit machte.
      Vertigo, Caillou und Piccolos Blaze mussten geritten werden. Calimero II sollte noch longiert werden und dann wollte ich zumindest noch mit Joyce oder Sika eine Runde ins Gelände, für die Jungstuten war diese Erfahrung mehr als wichtig. Die restlichen würde ich auf die kommenden Feiertage schieben müssen, denn heute Nachmittag stand bereits die nächste Familienbevölkerung statt.
      Während dieser plante ich aber nur die kommenden Tage. Am morgigen Tag sah ich mich früh mit Amazed Marlin ausreiten, ehe ich gemeinsam mit Hákur neue Lektionen in Angriff nahm. Dann würde ich HGT’s End of Day longieren und an seinen Rückenmuskeln arbeiten, ehe ich etwas bodenarbeitstechnisches mit Fandango machen wollte.
      Am 27. Dezember ging es dann gemeinsam mit drei Freundinnen ins Gelände. Ich selbst ritt Quintesse, während ich den Rest auf Caribic Sue, Freeway und Walking in the Air verfrachtet hatte und dann stand tatsächlich schon fast 2016 vor der Tür! Ich würde Zarin und Golden Ebano ihre homöopathischen Tropfen am 31. Geben müssen, damit sie nicht vollkommen explodierten, wenn dann überall das Feuerwerk losging.
      Zum Glück bestand mein Stall größtenteils aus Pferden, denen das egal war .Call me a Twist und Bandit war das schnuppe, die würde auch neben einem Feuerwerk herlaufen. Morrigan war da nicht viel anders, nur He’s called Trüffel konnte ich da nicht so gut einschätzen, aber das würde sich noch zeigen, nun musste ich erst einmal diese Familienfeier hinter mich bringen!
    • Eddi
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      Frühjahrsputz
      02. April 2016
      Kurz nach Neujahr hatte unser Umzug stattgefunden, so dass wir nun seit fast vier Monaten in Holland lebten. Wie ich es bereits gewohnt war, zog sich alles unglaublich. Es hatte gut zwei Monate gedauert, bis alle Pferde umgezogen waren und ein festes Team hatte ich auch noch nicht, da war ich noch fleißig auf der Suche, aber trotzdem kehrte allmählich eine Routine ein. Und ich liebte unser Gestüt. Den Namen hatte ich so übernommen und so lebten wir nun auf Gestüt Sapala.
      Es lag zwischen Wäldern und Wiesen, ziemlich im Abseits und stellte eine herrliche Anlage da. Das wichtigste war zu Hauf vorhanden: Weiden. Zudem besaßen wir zwei Reitplätze und zwei Hallen plus weitere Trainingsmöglichkeiten wie eine Führanlage und zwei Longierzirkel. Und natürlich gigantische Stallungen, was für uns nun mehr als nötig war. Ganz nebenbei war ich ja in mein Wohnhaus verliebt, hier konnte man sich wohlfühlen!
      Den Pferden gefiel es auch, das spürte man deutlich und das Gelände war auch einfach mehr als idyllisch, denn außer unseren Heuwiesen gab es rundum kaum etwas anderes als Felder, Wiesen und Wälder. Ich war endlich in meinem Traumzuhause angekommen und wenn man sich etwas mehr Zeit nahm, war man mit einem halbstündigen Ritt auch direkt am Meer. Wir befanden uns im Friesland, genauer gesagt in Aurich und ziemlich nah an der Küste.
      Die frische Meeresluft tat allen gut und momentan arbeitete ich auch eine lange Liste an Bewerbungen ab, denn wir waren begehrter als gedacht. Nun war schon April 2016 und wie immer erfasste mich die Frühjahrsputz-Laune. Es gab schließlich immer etwas zu tun und es gab auch noch genug Kisten, die noch ungeöffnet irgendwo standen. Besonders in den Sattelkammern hatte ich bisher nur das Nötigste untergebracht, meine Pferde hatten zu viel Kram!
      Die waren momentan übrigens alle in ihrer Schonfrist. Der Umzug war auch für die kräftezehrend gewesen, aber glücklich waren wir alle. Außer ich in dem Moment, denn gerade klingelte mein Wecker – 5 Uhr in der Früh. Bisher sah es an Mitarbeitern noch mager aus, dementsprechend musste ich selber kräftig mit anpacken was Fütterung, Rausbringen und Misten betraf. Dazu kamen der Papierkram und die Vorstellungsgespräche und so bekam ich kaum noch die Gelegenheit zum Reiten.
      Angezogen, frisch gemacht und gefrühstückt tauchte ich im Stall auf und grüßte knapp die anderen Pfleger, die bereits angetanzt waren. Es war kurz nach sechs und draußen tatsächlich schon hell. Oh ich freute mich so auf den Sommer! Dann würden die Pferde auch 24 Stunden auf den Weiden stehen und wir hätten ein bisschen Arbeit weniger. Aber wirklich nur ein bisschen, denn im Sommer wollte ich alle wieder in Höchstform sehen – mich eingeschlossen.
      Füttern und Rausbringen fraß Zeit. Nachdem dann auch gemistet war, war es schon fast 10 Uhr und ich würde mich für das nächste Vorstellungsgespräch fertig machen müssen. Leider überzeugte mich der Herr um die 30 Jahre weder im Gespräch noch auf dem Pferd. Als Dressurtrainer hatte er sich beworben, weshalb ich ihm für den Proberitt Aristo ausgesucht hatte, einer unserer Dressurässer. Doch sein „Was, ein Barockpferd?“ hatte mich eigentlich direkt abgeschreckt und so hatte ich zwar ein freundliches „Ich melde mich noch einmal bei Ihnen“ herausgebracht, war aber erleichtert, als er weg war.
      Stattdessen ging der Stress direkt weiter, denn heute sollten einige neue Pferde kommen. Ich war dafür bekannt, regelmäßig aufzustocken und da meine liebe Freundin Julie aus privaten Gründen ihren Hof auflöste, kamen einige Pferde aus Schottland zu uns. Zum einen Van Deyk, ein toller Trakehnerhengst mit großem Potenzial, auf dessen Dasein ich mich schon jetzt freute. Des weiteren Ayumi, ein tolles Fohlen aus der Zucht von Siobhan, was mit einer tollen Abstammung daher kam. Dann noch Key, eine Vollblutstute, welche ich noch aus meiner Nasty Past Zeit kannte. Und als letztes was ganz witziges: Ridcully, ein American Miniature Horse. Er sollte das Gegenstück zu meiner Hollybrook’s Tiny Girl werden und dementsprechend war er sofort eingezogen.
      Heute tanzten die drei an, doch während ich noch gut eine Stunde Zeit hatte, schaute ich bei den ehemaligen Neuzugängen an. Die beiden Vollblutfohen Hidden Flyer und Exciting Force waren mir sehr schnell ans Herz gewachsen und entwickelten sich prächtig, ich hatte mich in beide wirklich verguckt. Da wir ja ein riesiges Gestüt hatten, kamen auch Anfang des Jahres zwei Reitponys zurück. Elisa hatte leider verkleinert und so kehrten Never look back und Raunchy’s Limited zurück. Hatte ich sie noch als zerzauste Jungpferde nach Townsend Acres gegeben, kamen sie nun als schicke Turnierponys zurück. Elisa verstand eindeutig etwas von ihrer Rasse und ihrem Geschäft.
      Dementsprechend hatte sie sich auch über Absinth’s erfolgreiche Körung gefreut und war sich sicher, dass Allelujah und Morning Sun genauso schnell ihre Punkte sammeln würden. Ich hatte da ja noch allerhand zu tun, denn sie waren nicht die einzigen Pferde, die in eine Körung geschickt werden sollten. Priorität hatte auch immer noch Feuervogel, den hätte mir Elisa sicherlich auch trotz Verkleinerung aus den Händen gerissen.
      Selbst bei unserem zerstruppelten Neuzugang Cola hatte sie bei ihrem Besuch (natürlich hatte sie ihre beiden Schätze eigens vorbei bringen müssen) neugierig begutachtet. Sie sah das Potenzial, was hinter dem vernachlässigten Pferd steckte. Wir beide kannten Cola schon sehr lange vom Sehen und Hören. Ich musste auch sagen, dass er sich wirklich ganz gut machte, genauso wie seine Leidensgenossin Autumn Leave in the Sky. Beide stammten aus schlechter Haltung und wurden bei uns nun wieder aufgebaut.
      Bei ihrem Besuch hatte Elisa natürlich meine Reitponys auf den Kopf gestellt. Paddington hatte sie unbedingt einen Besuch abstatten müssen und gestaunt, wie schnell der kleine Kerl wuchs. Mit Hugo Boss und Carachillo hatten wir einen entspannten Ausritt gemacht und ausgiebig geplappert, so wie es sich für zwei Frauen gehörte, ehe sie auch noch ihren Senf zu Naimibia und Sika gegeben hatte.
      Naimibia war schon gekört und bereits von ein paar Fohlen stolze Mutter, bei Sika sah ich das ja noch nicht so, doch Elisa ermunterte mich und sah die Rappscheckstute auch schon gekört. Während ich so schön in Gedanken schwelgte, kam der Transporter an und die neuen Pferde mussten versorgt und ausgeladen werden.
      Während Van Deyk erst einmal seine Box mit Paddock bezog, wollte ich Ridcully und das Stutfohlen direkt vergesellschaften. Auf einer kleineren Weide traf Ridcully auf Heartbreaker. Mein Welshhengst war der Chef unserer Zwergengruppe und wenn er Ridcully akzeptierte, würde das auch der Rest tun. Der Rest, das waren Window und Hoppla auch beide problemlos und so stand Ridcully eine halbe Stunde später bei unseren Zwergenhengsten und genoss das herrliche Wetter.
      Ayumi sollte heute nur auf CH’s Destiny Horror und Mon petit écrou treffen. Beides eher ruhigere und ältere Jungpferde und dementsprechend perfekt geeignet und siehe da, es klappte wirklich gut und auch das Fohlen war untergebracht. Um auch Van Deyk noch etwas Abwechslung zu bieten, ging ich mit dem Schecken eine kleine Runde über das Gestüt und kennte ihn etwas lernen.
      So wirklich zum Frühjahrsputz kam ich heute ja nicht, denn es standen noch zwei Schnupperstunden an. Ich hatte entschieden, im kleinen Rahmen gutes Reiten anzubieten und nutzte die Chance einer Ponyschule, um meine Zwerge unter einen Deckel zu bekommen. Da die Ponyhengste heute aber schon genug Aktion hatten, waren die Mädels an der Reihe.
      Tatsächlich hatte sich sogar jemand für Little Chocolate Chip gefunden. Ein kleines dreijähriges Mädchen schwärmte von Ponys und ihre Mutti schien selbst pferdevernarrt zu sein und so kamen sie heute mal zu Besuch. Auch Mondscheinsonate, Occani und Werina waren heute an der Reihe. Alle Kinder waren unter 10 Jahre und bekamen beim Putzen und Satteln die Unterstützung von mir und ihren Eltern (zumeist die Mütter).
      Als alle fertig waren, gingen wir auf den Reitplatz, wo wir erst ein kleines bisschen Theorie paukten und es dann endlich in den Sattel ging und wir die ersten kleinen Runden drehten und auch allerhand Übungen machten. Die Ponyschule war eine schöne Idee, aber ich brauchte auf jeden Fall Helfer. Zum Glück waren es heute nur Schnupperstunden, aber Kinder und Eltern waren mehr als begeistert und so war auch ich glücklich.
      Zweiteres war eine Reitstunde für Fortgeschrittene und unter 18-Jährige. Altersbeschränkungen waren mir an sich egal, aber für das Klima in der Stunde war so etwas doch immer sehr angenehm und die Erwachsenen waren auch immer lieber unter sich. Als Schulpferde hatten sich bereits damals unsere Lewitzer bewährt und auch heute wählte ich fünf von ihnen. Cheveyo, Donatella, They call her Fiorina, Piccolo’s Blaze und Elliot. Die Mädels waren begeistert von ihren Schecken und auch davon, dass man bei uns die Pferde selbst holte und fertig machte.
      Natürlich kontrollierte ich alles und gab Tipps, aber sie machten das wirklich gut. Auch im Viereck konnten sich die fünf Reiterinnen sehen lassen. Natürlich hatten sie ihre Fehler und Probleme, aber genau deshalb kamen sie ja zu uns. Anscheinend kamen diese Schnupperstunden mehr als gut an und während die Mädels quatschend abritten, baute ich meine Geschäftsidee aus, indem ich auch Reitstunden für reine Jungsgruppen und Senioren anbieten wollte. Alles Gruppen, die man so anlocken konnte.
      Mein Prinzip war lediglich, dass für das Pferd pro Reitstunde mind. zwei Korrekturstunden kamen, so dass einerseits sehr gute Schulpferde vorhanden waren, aber eben auch diese nicht überstrapaziert worden. Also würde sich das Pensum auch mehr als Gering halten. Nachdem alle Pferde versorgt waren, ging ich Lewitzerliste kurz durch:
      Vertigo wollte ich im Turniersport, so fiel er als Reitpferd für Schüler weg und bei Talya war ich mir auch nicht sicher, ob es das Richtige war. Genauso wie bei Elliot. Er hatte seine Sache heute gut gemacht, aber ich glaube, Caillou konnte ich mir da besser vorstellen. Und Amazed Marlin ließ ich bisher auch lieber außen vor, sie sollte sich auf ihre Krönung konzentrieren.
      Zum Glück hatten die Fohlen nicht solche Probleme. Sowohl Amadahy, Frozen Bubble, Nabiri und Rosewell als auch die beiden Hengstfohlen Panta Rhei und Calimero II tobten mit dem Rest zufrieden über die Weiden. Aber irgendwann würde auch für sie der Ernst des Pferdelebens kommen. Obwohl, sie hatte noch Zeit.
      Den Nachmittag verbrauchte ich im Büro und plante für die Fohlen. Das machte ich gerne und es war auch nötig, denn so erinnerte ich mich wieder daran, dass ich einige „Fohlen“ hatte, die schon längst nicht mehr so klein waren wie ich dachte, sondern schon mehr als bereit. Hollybrook’s Fairy Bluebird war eine tolle Ponystute geworden, nun bald sechs Jahre, hatte bisher aber noch keinen Reiter gesehen.
      Das Gleiche galt für Prazzy’s Goldbell, dabei wollte ich meinen geliebten Pajero-Sohn gerne langsam unter dem Sattel sehen, er würde seinem Vater alle Ehre machen! Apropos, einen Ausritt mit Pajero würde ich mir heute Abend noch gönnen müssen, zum Glück blieb es immer länger hell. Ach, ich war doch ganz froh, den Winter hinter mir zu haben, auch wenn der Sommer sicherlich wieder heiß werden würde.
      Bei Outlaw Torn war ich mir bezüglich der Ausbildung sehr unschlüssig. Er war bald vier und schon sehr weit, eben weil das bei Paint Horses so gehandhabt wurde, aber genau deshalb wollte ich ihm Zeit lassen und es war ja nicht so, als wäre das Reiten für ihn essentiell wichtig. Das sahen HGT’s Unitato und Cruel Twist of Fate nicht anders und so ließ ich meinen Westernpferden gerne mehr Zeit.
      Und dann gab es da noch meine Welshnachkommen. Alle behalten, nachdem die ältere Generation verkauft worden war. Herbstmond und Acariya waren bisher immer noch meine Favoriten, aber auch Sacre Fleur liebte ich, ebenso wie Shawnée und Sibiria, auch wenn ich nicht recht wusste, was ich mit zwei Welsh D Stuten anfangen sollte, aber irgendwas würde sich schon finden.
      Dann gab es da nur noch Abendprinz und Caruso. Zwei Fohlen sondergleichen, die ich beide sehr liebte. Geplant war in weiter Zukunft ein Fohlen aus Fairy von Zarin, welches als Gegenstück für Caruso dienen sollte, aber im Gegensatz zu Zarin war Fairy noch nicht gekört.
      Und dann hatte ich mich in die Araber verguckt, neben Abendprinz gab es bisher zwei Stuten: Scheherazade und CH’s Sun is Shining. Zwei wunderbare Tiere und eine sogar schön gekrönt. Aus der Zucht meiner besten Freundin Sammy würde mich auch noch ein wahrer Wüstenstürmer erwarten, aber bisher war er noch nicht so weit, ich freute mich aber schon auf ihn.
      Den heutigen Abend verbrachte ich zu meiner Freude dann doch noch auf den Pferd und erkundete mit Pajero die neuen Wege rund um das Gestüt und freute mich natürlich riesig, denn es war so toll! Irgendwann mussten wir einen großen Ritt ans Meer machen, aus unserer Frankreich-Zeit wusste ich, wie sehr Pajero das liebte.

      Am nächsten Morgen ging es wieder früh raus und wieder war viel los, wie eigentlich jeden Tag auf dem Gestüt. Zur Abwechslung beschäftigte ich am Morgen aber erst einmal Thorondor mit viel Bodenarbeit, damit mein Berber nicht verrückt wurde, denn nur Weide war für ihn einfach gar nichts und so war er einer der wenigen, die mich mindestens fünfmal die Woche zu Gesicht bekamen.
      Ach und die Führanlage hatte ich sehr schnell ins Herz geschlossen. Spätestens als sie Pawaneeh und Golden Ebano die nötige Bewegung verschaffte. Bei Classic Gold und Khiara El Assuad war die aber noch wichtiger. Die Vollblüter wären mir sonst explodiert. Wer witzigerweise auch richtig Gefallen daran fand, war Freeway, unsere Tinkerstute. Eigentlich ein Pferd, was ich nie in die Führanlage gepackt hätte, aber sie liebte es.
      Heute war mal wieder Bewegungstag, gestern hatte ich ja Pause gehabt. Am Morgen longierte ich Deep Silent Complete und Herbsttraum, ehe ich mit Come Whatever May auf den Springplatz ging. Flott weiter ging es mit einem Ausritt: Apaches Tomahawk als Reitpferd und Caribic Sue als Handpferd. Was die Bewegung betraf, kamen mir die Schnupperstunden recht. Heute war wieder eine und so waren Kürbis, Lila Wolken, Milka Luflee, Walking in the Air und Quintesse beschäftigt und ich auch.
      Danach hätte ich zu gerne eine Pause gehabt, raffte mich aber noch auf Like Honey and Milk zu longieren. Ihre Vorbesitzerin war immer sehr hinterher, dass es der Stute gut ging und so kam sie auch jetzt definitiv nicht zu kurz. Eine Pause stand an und die genoss ich auch wirklich, denn heute Abend hatte ich etwas Besonderes für meine treuen Pfleger geplant. Bisher dachten sie, sie würden zu einer Besprechung antanzen müssen, dementsprechend ahnten sie nichts.
      Doch als es dann so weit war, eröffnete ich ihnen einen Ausritt an den Strand und alle waren begeistert. Wir waren zu elft, also eine ziemlich große Mannschaft, die gute und ruhige Pferde benötigte. Guten Gewissens hatte ich mir direkt Schneeleopard rausgepickt und dann die beiden Westernstuten Ice Coffee und Kisshimbye. Flintstone und Joyce kamen auch zum Einsatz. Die Hälfte war abgedeckt. Für mich hatte ich Fandango rausgesucht, mein kleiner Sonderling im Stall und so fehlten nur noch fünf Pferde und wir waren vollständig. Call me a Twist und Dissident Aggressor waren sowas von mit dabei und dann nahm ich noch Bandit und Albertino mit. Als letztes hatte Varulv die Ehre und so ging es gefühlt auf einen Riesen-Ausritt, den alle Beteiligten sehr genossen, denn am Strand erwartete uns auch noch ein Lagerfeuer.

      Obwohl ich weder trank noch irgendwas desgleichen tat, fühlte ich mich am nächsten Morgen verkatert. Ein langer Ritt plus ein langer Abend waren nichts für jemanden, dessen Wecker fünf Uhr morgens klingelte und so kam ich auch fast zu spät zum Proberitt meiner eventuellen neuen Reitlehrerin. Diese hatte ich auf Altyn gesetzt, was etwas fies war, aber mir dann auch direkt zeigte, dass sie die richtige war, denn mein junger Hengst lief unter ihr wirklich traumhaft, nachdem sie zusammengefunden hatten.
      Halb dösend bespaßte ich nach diesem Erfolg Cover the Sun im Longierzirkel mit etwas Stangenarbeit. Die nutzte ich kurz darauf auch noch einmal mit Possy Pleasure Mainstream, um Rücken- und Bauchmuskeln zu aktivieren. Eigentlich war meine Liste heute mehr als lang, aber aus privaten Gründen bekamen Hákur und HGT’s End of Day frei, so dass ich nur mit Dr. Insektor ins Dressurtraining musste und danach eine Pause im Gelände mit Cual Maniaca einlegte.
      „Ich bewundere dich für dein Durchhaltevermögen!“, hörte ich dann am Telefon, als ich mit meiner Mutti bezüglich meines Geburtstags Ende April sprach, denn ich lud sie nach Holland ein. Und bisher waren sie nicht abgeneigt. Währenddessen ließ ich He’s called Trüffel und Hýreygur freispringen, aber trotz maximaler 50cm war zweiterer einfach nicht begabt.
      Mein Abend endete wieder mal auf dem Pferderücken, nämlich auf Morrigans, welcher mich entspannt gen Gestüt trug, nachdem wir einmal über die schöne Waldwiese gejagt waren und nun genüsslich entspannt in unseren Feierabend spazierten.
    • Eddi
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      Sommer der Veränderungen
      04. Juni 2016
      Wie jede meiner Entscheidungen war auch diese gut und ausgiebig durchdacht, ehe sie in die Tat umgesetzt wurde und ich hatte natürlich auch hier und da ein wenig mit mir gehapert. Aber nun, da alles in trockenen Tüchern war, fühlte es sich einfach nur gut an. Wir hatten inzwischen Juni und unser Umzug war nun schon wieder ein halbes Jahr her, so fühlte es sich noch gar nicht an.
      Aber eins konnte ich sagen: Ich war endlich angekommen. Das Gestüt in Holland war das, was ich mir immer gewünscht hatte. Wir hatten alles was wir brauchten und ich entschied, es so für mich zu optimieren, wie es am besten war. Und deshalb hatte ich an unserer Pferdeanzahl ein wenig herumgeschraubt. Von fast achtzig Pferden war ich auf zwanzig runtergegangen.
      Der Grund hierfür war einfach, dass ich keine Lust mehr auf so einen großen Betrieb hatte. Ich wollte auch nicht wieder ein zehn- bis zwanzigköpfiges Team einstellen, sondern endlich mal selbst einen Überblick über alles haben. Somit hatte ich viele Pferde in ihren wohlverdienten Ruhestand geschickt und einige wenige zogen auch um – meist zu guten Freunden oder zu ihren vorherigen Züchtern (was genau genommen bei mir das Gleiche war).
      Heute war einer dieser Tage, an denen ich wirklich keine Entscheidung bereute, sondern an der ich mich so leicht und glücklich fühlte wie schon lange nicht mehr, als pünktlich sieben Uhr mein Wecker klingelte. Seit Ende Mai war es nun morgens sehr entspannt, denn wir hatten die Pferde erst über den Monat Mai hinweg angeweidet und nun standen sie 24 Stunden, sieben Tage die Woche, draußen auf den großen Sommerwiesen. Beste Entscheidung überhaupt für Pferd und Mensch.
      Keine frühe Fütterung, kein Rausbringen und kein Boxenmisten. Natürlich mussten auch die Weiden regelmäßig auf Tränken und Zäune kontrolliert werden, aber trotzdem war es einfach entspannter. Dies würde hoffentlich bis August oder September so bleiben können, danach würde es nur noch ganztags auf die Weide gehen und nachts dann in die Box.
      Entspannt trat ich den Weg ins Bad an, wo ich mich in aller Ruhe fertigmachte, ehe ich in der Küche die üblichen Handgriffe vollführte. Kaffeemaschine an für den Cappuccino und Milch in die Mikrowelle für das Müsli. Während ich so am Tisch saß und frühstückte, spielte ich mit dem Gedanken, dass ein kleinerer Hund gut in das große Haus passen würde, aber diese Anschaffung ließ ich mir lieber noch einmal durch den Kopf gehen.
      Pünktlich um acht war ich dafür dann draußen im Stall und machte mich auf den Weg zum schwarzen Brett. Acht Uhr ging es bei uns generell los und dann traf auch mein Team ein. Ja, trotz drastischer Verkleinerung hatte ich mich für Mitarbeiter entschieden. Anfangs nur für zwei, aber durch Zufall waren wir nun zu viert. Neben zwei bereits fertigen Bereitern, gab ich momentan einer jungen Auszubildenden die Chance, sich bei uns zu beweisen und bisher machte sie sich gut.
      Und dann trudelten die drei auch nacheinander ein. Tassilo und Alexandria waren meine beiden professionellen Bereiter. Das Schöne war, dass beide sich auch nicht scheuten im Stall anzupacken, weshalb ich nicht extra Pfleger eingestellt hatte, sondern wir so nicht nur die Pferde unter uns aufteilten, sondern eben auch die Stallarbeit und die letzten Monate hatte das mehr als gut geklappt.
      Tamara war unsere Auszubildende und schien sich bei uns pudelwohl zu fühlen. Sie passte aber auch einfach in unsere Gruppe, als wäre sie das fehlende Puzzleteil gewesen. Insgeheim plante ich sie ja schon für nach ihrer Ausbildung bei uns ein, immerhin würden die Fohlen und Jungpferde irgendwann auch ins feste Training eingebunden werden und dann brauchten wir definitiv noch einen vierten Reiter, wenn man sich den direkt selbst ausbildete, hatte man doch eine Win-Win-Situation.
      Zu Beginn ihrer Arbeit auf meinem Gestüt hatte jeder fest Pferde zugeteilt bekommen. Diese Zuteilungen waren nicht endgültig, aber mir war es lieber, wenn eine Person regelmäßig mit den gleichen Pferden arbeitete, als dass es ständig wechselte. Natürlich setzte sich auch mal jemand anderes auf das Pferd, aber Ziel war es eben, dass jeder so seine Ziele auch schaffen konnte.
      Wie jeden Morgen trafen wir uns nur kurz am schwarzen Brett bezüglich der Absprache, was denn an dem Tag alles so anstand. Heute war ausnahmsweise gar nicht so viel los, außer dass hoffentlich die neue Futterlieferung kommen sollte, aber das packte ich auch alleine. Bei der Verspätung konnten mir die werten Herren das Futter ruhig auch direkt in die Futterkammer tragen.
      „Gut, dann steht ja alles. Aber wie wärs heute Abend mal mit einem Ritt ans Watt? Da war ich schon lange nicht mehr und heute soll es zwar schön, aber nicht so schrecklich warm werden“, schlug ich vor und bekam von allen anderen eine begeisterte Zusage. Wir waren zwar alle sehr zielstrebig und wollten die Pferde in Topform halten, aber gegen so einen entspannten Ausritt hatte definitiv niemand was.
      Heute blieb alles beim Alten, also hatte ich mal wieder meine drei Lieblinge zum Reiten. Den Anfang machte ich heute mit Pajero. Mein schöner Falbschecke trieb sich irgendwo in den hintersten Ecken der Sommerweide herum und schien das grüne Gras sichtlich zu genießen. Auf mein Rufen reagierte er dennoch und auch wenn es des Weges wegen länger dauerte, kam er mir irgendwann entgegengelaufen.
      Zur Begrüßung streckte ich ihm meine Hand hin, ehe ich ihn kurz kraulte und dann aufhalfterte. Für Tami nahm ich direkt Cover the Sun mit, da sich der junge Trakehnerhengst sowieso gerade bei uns herumtrieb. Da ich sein Halfter nicht dabeihatte, musste er mit einem Strick um den Hals vorliebnehmen, aber das klappte auch ganz gut.
      Am Weidetor nahm ihn mir Tami dann dankend ab. Sunny war ihr liebstes Pferd bei uns. Sie hatte sich vom ersten Tag an in den Trakehner verguckt und ich konnte es ihr wirklich nicht übelnehmen, er war ein tolles Pferd, sowohl reiterlich als auch charakterlich. Mit Pajero an meiner Seite musste ich da aber definitiv nicht eifersüchtig sein.
      Gemeinsam ging es für uns zum Putzplatz. Wir entschieden uns für draußen, da mit Sonne und Wind wirklich angenehm war. Die Pferde dösten entspannt nebeneinander, während wir uns ans Putzen machen. Im Verlauf von Putzen und Satteln kam auch Alexa mit Feuervogel um die Ecke. Natürlich war ich neugierig und fragte, was sie heute vorhatte.
      „Longieren. Wir wollen die Rückenmuskeln und seine Selbsthaltung mal noch ein wenig fördern“, erklärte sie lächelnd, während sie den dichten Schweif des Hengstes verlas. Ich zeigte ihr einen Daumen nach oben und lud dann Tami dazu ein, bei meiner Stangenarbeit mitzumachen. Pajero liebte Stangenarbeit und die Muskeln förderte es auch ungemein, den beiden Hengsten würde das definitiv nicht schaden.
      Als wir den Putzplatz verließen, wünschte ich Alexa noch viel Spaß und machte mich dann auf den Weg zu unserem großen Reitplatz. Pajero gab ich Tami als Handpferd, so dass sie beide Pferde im Schritt in einer Runde um den Platz aufwärmte, während ich einige Stangenkombinationen aus Trabstangen und Cavalettis aufbaute.
      Des Spaßes halber packte ich auch noch ein Kreuz mit hinein und nahm Tami dann dankend wieder mein Pferd ab. Wir ritten beide Hengste erst einmal ausgiebig im Schritt und Trab warm, ehe es an den Galopp ging und danach auch die Stangen mit eingebracht wurden. Ich liebte Stangenarbeit, besonders mit Pajero, denn dann war mein junger Hengst sehr aufmerksam und fleißig bei der Sache mit dabei.
      Bei Tami und Sunny sah es nicht anders aus und ich nahm mir ab und an gerne die Zeit, die beiden ausgiebig zu beobachten, immerhin war sie ja bei uns in Ausbildung. Ich musste aber sagen, dass ich sehr zufrieden mit ihr war. Ihr Mentor war Tassilo, auch wenn Alexa sie gleichermaßen unterstützte. Unterricht erhielt sie regelmäßig von beiden, da sie doch unterschiedliche Schwerpunkte hatten.
      Tami bedankte sich häufig für die Chance, die ich ihr gab. Doch ich winkte nur ab, immerhin hatte meine Menschenkenntnis mich mal wieder nicht im Stich gelassen und Tami war sowohl als Reiterin als auch als Teammitglied ein Segen. Ich musste grinsend, als sie mich gefragt hatte, was denn Tassilo überhaupt bei so einer Mädchengruppe machte.
      Das Argument, dass ein Kerl definitiv sehr viel Ruhe reinbrachte, hatte sie aber schnell akzeptiert und genau das war auch der Grund gewesen, weshalb ich gerne zumindest einen Mann im Team hatte haben wollen und siehe da, wir waren bisher eine sehr harmonische Gruppe.
      Nach gut einer Stunde ritten wir die beiden Hengste ab. Im Stall wurden sie dann abgesattelt und abgeduscht, ehe beide am Putzplatz ihr Kraftfutter erhielten. Wenn die Pferde 24 Stunden auf der Weide standen, gab es keine einheitliche Fütterung im Stall und so bekam jedes Pferd seine Portion nach getaner Arbeit. Wer frei hatte, wurde genau aus diesem Grund trotzdem einmal am Tag zum Stall geholt, so bekam auch jedes Pferd täglich Aufmerksamkeit.
      Danach ging es aber auch direkt wieder auf die Weide. Während Tami dann später ihren Unterricht beim Mentor haben würde, wollte ich mich mit einigen Jungspunden beschäftigen. Aber vorher schaute ich noch bei Tassilo vorbei, welcher gerade mit Dr. Insektor in der Halle arbeitete. Ich liebte den lackschwarzen Hengst und bewunderte seine Gänge.
      Er war ein altes Geschenk einer guten damaligen Freundin und man sah ihm sofort an, dass diese ein Genie gewesen war, was die Zucht betraf. Doc, wie wir ihn kurz nannten, verfügte nicht nur über ein wunderbar harmonisches Exterieur, sondern auch über einen netten Charakter und über wirklich tolle Gangarten und die brachte Tassilo auch sehr gut zur Geltung.
      Lächelnd verschwand ich wieder von meinem Beobachtungsposten und holte mir stattdessen Amadahy von der Weide der Stutfohlen. Mein kleines süßes Lewitzerfohlen wuchs so schrecklich schnell. Inzwischen war sie schon eine Zweijährige und das sah man ihr auch an. Für heute hatte ich aber nicht viel mit ihr geplant, sondern nur ein bisschen Betüddeln und Spazierengehen.
      Da Amadahy es aber sowieso liebte, die Gegend zu erkunden, war das genau das Richtige für sie und wir waren auch wirklich lange unterwegs, denn auch ich erkundete nur zu gerne die Natur rund um das Gestüt. Als wir wiederkamen, konnten wir auch kurz Tami bei ihrer Reitstunde zuschauen. Sie saß auf unserem Welshhengst He’s called Trüffel, welcher die doch recht schmale und kleine Reiterin hervorragend abdeckte. Generell waren wir alle relativ klein, immer nur um die 1.60-1.65m, während da Tassilo mit seinen 1.80m für uns ein Riese war und dementsprechend auch eher die großen Pferde bevorzugte.
      Mit seinem ruhigen Gemüt war er zumindest ein toller Lehrmeister und selbst ich ließ mich regelmäßig von ihm korrigieren, weil sein Unterricht wirklich Spaß machte. Das sah man auch Tami und Trüffel an, die motiviert ausführten, was Tassilo vorgab. Momentan arbeiteten sie, so viel ich wusste, an dem einfachen Galoppwechsel.
      Ich brachte Amadahy zurück auf die Weide und verschwand dann ins Haus, denn zu meinem Leidwesen war ich heute mit Kochen an der Reihe. Mittagessen gab es immer bei mir und für alle. Wir wechselten uns aber täglich mit dem Kochen ab, denn wir waren alle nicht begeisterte Köche. Ich war heute besonders kreativ und machte Kartoffelgratin.
      Pünktlich um zwölf trudelten dann auch alle am Essenstisch ein und es konnte losgehen. Wir nutzten das gemeinsame Essen auch immer zum Austausch und so erzählte Alexa von ihrem erfolgreichen Springtraining mit unserer schweren Warmblutstute Walking in the Air. „Also was Wita manchmal leistet, ist unfassbar! Sie kann ja echt schwerfällig und faul sein, aber wenn man einmal ihre Motivation angekurbelt hat, geht sie ab wie Schmitz‘ Katze“, erzählte sie lachend und auch ich war begeistert von der Entwicklung der Stute, seitdem sie die Aufmerksamkeit erhielt, die sie brauchte.
      Da es über Mittag immer recht warm wurde, hatten die Reitpferde um die Zeit definitiv Pause. Stattdessen widmeten wir uns da den Jungpferden und heute wollten wir ein wenig Schrecktraining in der Halle machen und sie danach ein wenig abspritzen. Alles Dinge die selbstverständlich waren, aber unsere Kleinen erstmal lernen mussten.
      Und so ging es dann gemeinsam zur Weide der Jungpferde, jeder mit einem Halfter bewaffnet. Das Einfangen war kein Problem, denn kaum hatten wir die Weide betreten, wurden wir von den jungen Pferden umringt, welche uns neugierig musterten. Sie liebten es, mit den Menschen zu arbeiten, aber sie standen ja dafür auch den Rest des Tages draußen.
      Da sie mir sowieso schon am T-Shirt-Zipfel hing, nahm ich direkt Korah. Tami schnappte sich Calimero II, sie liebte den bunten Schecken. Und Tassilo und Alexa nahmen sich Herbstmond und Paddington und schon waren wir eine Vierergruppe. Gemeinsam ging es in den Stall, wo wir die vier ordentlich putzten. Bei Herbstmond haperte es manchmal noch am Stillstehen, aber dadurch, dass sie unter den älteren stand, guckte sie sich vieles ab.
      Lächelnd beobachtete ich Tami. Bevor sie zu uns gestoßen war, hatte sie ihre Ausbildung bereits auf einem anderen Gestüt begonnen. Jedoch war dort einiges schiefgelaufen, woran sie auch definitiv keine Schuld traf, aber dennoch hatte sie vieles abbekommen. Letztendlich hatte sie gekündigt und noch einmal von vorne anfangen wollen und hier war sie nun – bei uns.
      Besonders die Arbeit mit den Fohlen machte ihr Spaß und ich plante sie auch schon bei der Ausbildung der Pferde mit ein. Heute stand für die vier Jungpferde nur ein Spaziergang an. An sich klang es nicht besonders, aber es förderte ihr Vertrauen in den Menschen, ihre Gelassenheit und die Tatsache, dass sie sich ordentlichen führen ließen. Danach ging es für sie auch wieder auf die Weide und jeder ging seinen Wegen nach. Wir verabredeten uns für heute Abend 17 Uhr zum Ausritt.
      Tassilo kümmerte sich außerdem heute um die Kontrolle der Weiden, so dass ich etwas mehr Zeit hatte und mir Outlaw Torn von der Weide holte. Outlaw wurde dieses Jahr vier Jahre alt und war der Liebling von allen. Momentan longierten wir ihn regelmäßig, damit er Muskeln aufbaute und regelmäßig machte er nun Bekanntschaft mit Sattel und Trense.
      Bisher waren wir uns alle einig, ihn englisch einzureiten. Die meisten unserer Westernpferde wurden auf beide Varianten geritten, denn wir alle waren mehr Englischreiter. Und so würde es für Outlaw auch direkt so losgehen. Immerhin hatte er auch großes Talent in der Distanzreiterei.
      Heute machte ich wieder ein bisschen longieren mit dem leichten Trainingssattel, damit er sich in aller Ruhe daran gewöhnen konnte. Bisher juckte ihn das aber sowieso recht wenig, ich war also guten Wissens, dass das Einreiten kein Problem mit ihm sein würde.
      Normalerweise machte ich gegen Nachmittag die Kontrollgänge, aber da die mir heute abgenommen wurden, holte ich mir Raunchy’s Limited von der Weide. Inzwischen war ich ja mehr als froh, dass meine kleine Schönheit wieder bei uns war. Sie wurde ihrem Vater immer ähnlicher und das freute mich natürlich riesig.
      Da Raunchy ein absolutes Allroundpony war, wollten wir heute mal auf den Springplatz gehen. Murrend musterte ich ihre Springausrüstung, wir brauchten dringend einen neuen Sattel, vor allem seitdem das Micklem nun da war und ihr wirklich hervorragend stand.
      Nichtsdestotrotz passte der Sattel und erfüllte seinen Zweck, er war nur nicht mehr so schön wie damals. Ich putzte und sattelte Raunchy und wärmte sie dann mit einer Runde um den Hof auf, ehe wir in allen drei Gangarten auf den Platz Bahnfiguren ritten und dann Trabstangen und Cavalettis dazu nahmen. Am Ende gingen wir zweimal den E-Parcours durch und ich war wirklich zufrieden mit der Leistung meiner Stute.
      Für sie gab es nun eine kühle Dusche und ihr Kraftfutter, ehe es dann zurück auf die Weide ging, wo sie ausgelassen zurück zu den anderen beiden Stuten trabte. Dann machte ich mich auf die Suche nach einem Helferlein und traf Alexa. „Ich bin grad fertig mit dem Dressurtraining mit Call me a Twist, ich habe also Zeit“, erklärte sie lachend.
      Denn ich brauchte sie auch, ich wollte heute zum ersten Mal einen Menschen auf Unitatos Rücken setzen. Er war schon wesentlich weiter als Outlaw, kannte bereits Sattel und Trense und machte einen sehr guten Eindruck. Ich machte ihn gemeinsam mit Alexa fertig und dann ging es in die Halle. Dort spielte ich Reiterlein und Alexa hatte unseren silbernen Hengst an der Longe.
      Er sollte mich erst einmal nur aufsteigen lassen und gut wars für heute. Wir man es von den Westernpferden gewohnt war, lief alles mit viel Ruhe ab und wir waren schnell fertig. Lächelnd lobte ich ihn ausgiebig und auch Alexa war sehr zufrieden.
      Kurz bevor es dann zu unserem Ausritt gehen sollte, holte ich mir noch einmal Acariya von der Weide und betüddelte mein hübsches Welshpony. Insgeheim war sie für mich schon das Gegenstück für Trüffel, wobei Herbstmond ihr da auch große Konkurrenz machte. Für Acariya stand heute ein wenig Führtraining auf dem Plan, damit sie langsam sicherer wurde, bisher war es mit ihr immer noch ein ziemliches hin und her.
      Wie es so war, kam dann letztendlich die Chefin zu spät. Total abgehetzt, aber immerhin war Thorondor gesattelt und ich war auch fertig. Alexa, Tami und Tassilo saßen schon hoch zu Ross und warteten grinsend auf dem Hof auf mich. „Ja ja“, murmelte ich nur lachend, führte Thorondor zur Aufstieghilfe und schwang mich in den Sattel und schon konnte es losgehen.
      Wir brauchten circa eine halbe Stunde zum Strand, wenn wir einige Trab- und Galoppstrecken einbauten. Es war eine ruhige Gruppe und das, obwohl es drei Hengste und eine Stute waren. Tami hatte ich nämlich auf Like Honey and Milk gesetzt, während die anderen beiden Aristo und Dissident Aggressor ritten.
      Wir genossen den schönen Abend und machten uns mit dem Sonnenuntergang im Rücken auf den Heimweg. Weit waren wir vom Gestüt nicht mehr entfernt, als es anfing zu donnern und zu blitzen. „Äh, also wenn wir trocken bleiben wollen, sollten wir einen Zahn zulegen“, meinte Alexa und ließ Dissi antraben. Wir taten es ihr gleich.
      Leider half alles nichts und wir wurde trotz dessen noch pitschnass, kurz bevor wir am Stall ankamen. Dort versorgten wir fix die Pferde, ehe wir gemeinsam ins große Haus eilten. Dort bot ich jedem erstmal eine Dusche an, immerhin hatte ich sowieso drei Badezimmer und während die drei duschten, kümmerte ich mich um Tee und das Abendbrot, ehe auch ich nochmal unter die Dusche sprang.
      Draußen rumorte hingegen ein schönes Sommergewitter vor sich hin. „Also wenn ihr wollt, könnt ihr auch über Nacht hierbleiben. Ich habe zwar nur zwei Gästezimmer, aber dafür noch eine Luftmatratze“, meinte ich lachend und die anderen dankten mir nur erleichtert. Bei dem Wetter wollte keiner mehr nach Hause fahren.
    • Eddi
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      Unser Alltag bei Hitze
      20. Juli 2016
      Vier Uhr morgens klingelte mein Wecker und warf mich unsanft aus meinen Träumen. In Anbetracht der momentanen Lage fiel es aber sogar mir Morgenmuffel gar nicht so schwer, mal früher aus dem Bett zu kommen. Grund war das Wetter: Schon ab 10 Uhr konnten wir momentan um die 30 Grad verzeichnen und das kollidierte doch immer etwas mit dem Training der Pferde.
      Also standen wir früher auf und trainierten die Pferde zwischen 6 bis 9 Uhr und hatten danach unsere Ruhe. Meistens schaffte man in der Zeit sogar alle und die, die an dem Tag eh weniger zu tun hatten, konnte man dann auch auf die Abendstunden schieben. Die übernahm dann zumeist mich, damit ich mein Team in den frühen Feierabend schicken konnte, wenn sie schon 6 Uhr bei mir im Stall standen.
      Da kam uns nun auch die 24 Stunden Weide im Sommer zu Gute, denn wir hatten nicht nur ausgeglichene und zufriedene Pferde, sondern auch einfach weniger Arbeit. Keine ständigen Fütterungen oder Misten. Stattdessen bekamen die Pferde ihr Futter nach der Arbeit und die Weiden wurden regelmäßig gewechselt und brachgelegt, sodass wir uns das Abmisten sparen konnten.
      Für mich ging der erste Weg ins Bad, denn etwas Wasser im Gesicht und Zähneputzen machten mich meistens schon ganz gut wach. Ich trank keinen Kaffee, dementsprechend konnte ich meine Energie sowieso nicht von dort hernehmen und ein warmes Getränk im Sommer wäre sowieso mein Tod gewesen.
      Stattdessen warf ich mich gleich in eine Reithose und ein Top und flocht meine Haare nach hinten – schon war ich bereit für alles. Unten in der Küche gab es wie immer ein recht mageres Frühstück, denn ich aß immer erst nach dem Training, damit kamen mein Körper und ich besser klar. So war ich dann schon um fünf im Stall unterwegs und war somit die erste.
      Ich mochte die Ruhe am Morgen, wenn ich noch ganz alleine auf dem Gestüt unterwegs war, ich brauchte das und dementsprechend erfreute sich mein Team immer über sehr angenehme Arbeitszeiten. Auch heute würde sie spätestens Mittag entlassen sein. Irgendwie war ich heute sehr motiviert, was die Dressurarbeit betraf und hatte mich schon im Halbschlaf jemanden herausgepickt.
      Es dauerte eine Weile, bis ich meinen Falbschecken auf der großen Sommerweide entdeckte, aber auf seinen Namen hin, kam Pajero auch sofort auf mich zugetrabt. Ein bisschen schummelte ich, denn ich steckte ihm als Belohnung auch direkt eine Karotte zu, ehe ich ihn aufhalfterte.
      Gemeinsam ging es zurück in den Stall, wo ich ihn gründlich putzte und fertigmachte. Da es noch recht früh war, sprühte ich ihn nur kurz mit etwas Fliegenspray ein, denn mehr bedurfte es momentan nicht. Dann sattelte ich ihn auch schon, ehe ich noch meine Reitstiefel anzog und den Helm aufsetzte und dann wurde noch getrenst, ehe wir auf unseren Reitplatz gingen.
      In aller Ruhe wärmte ich Pajero im Schritt auf, ehe ich nach zehn Minuten in den Leichttrab überging. Unsere Lösungsphase bestand vollkommen aus einem schönen Vorwärts-Abwärts und einer gesunden Dehnungshaltung und beinhaltete auch alle drei Gangarten. Danach war Pajero locker und flockig unterwegs, so dass ich ihn allmählich aufnahm und große Wendungen ritt. Viele Zirkel und Schlangenlinien in allen Variationen.
      Erst dann ging es zur richtigen Arbeit über. Heute hatte ich mir die Seitengänge herausgepickt und ich begann mit simplen Schenkelweichen, ehe ich an den langen Seiten Travers und Renvers abfragte. Pajero war sehr motiviert bei der Sache dabei und brachte einen schönen Schub aus der Hinterhand mit, während er mir vorne am Maul sehr leicht auf den Zügeln lag.
      So ritten wir auch gute Traversalen. Pajero war kein Dressur-Ass, beziehungsweise war es nicht seine Parade-Disziplin, obwohl er darin sehr viel Potenzial mitbrachte und es auch Tage gab, wo er es sichtlich liebte. Heute war so ein Tag und nach einem lockeren einfachen Galoppwechsel, parierte ich zum Trab durch und trabte noch ein wenig leicht, ehe ich ihn abritt.
      Dazu gingen wir immer eine entspannte Runde um den Hof, das war angenehmer, als noch zehn Minuten im Schritt auf dem Viereck herumzukreiseln. Am Stall angekommen traf ich auch bereits auf Tassilo und Alexandria, welche mich freudig begrüßten. Alexa sichtlich aufgeweckt und motiviert und Tassilo eher noch in seinem Halbschlaf. Unsere Auszubildende Tamara würde heute eine Stunde später anfangen.
      Lächelnd sprang ich aus dem Sattel und führte Pajero in den Stall, um ihn fix abzusatteln und dann gründlich abzuduschen. „Soll ich dir jemanden von den Damen mitbringen?“, fragte Alexa mich neugierig und ich dankte ihr für den ersparten Weg. „Raunchy’s Limited wäre toll!“
      Nachdem Pajero fertig war, erhielt er noch in einer Schüssel sein Kraftfutter und alle nötigen Zusatzstoffe, ehe ich ihn zurück auf die Weide brachte. Im Stall erwartete mich dann schon das zweite Pferd. Lächelnd betrachtete ich die Tochter von Raunchy, einem damals sehr bekannten Reitponyhengstes. Sie war ihm teilweise doch ähnliches, als ich es am Anfang geglaubt hatte.
      Momentan hatten wir drei Pferde im Training, bei welchen als nächster großer Punkt die Leistungsprüfungen auf den Plan standen. Witzigerweise standen die drei auch gerade am Putzplatz:
      Raunchy, welche aber noch Zeit hatte und momentan noch in der Ausbildung steckte. Dann Dr. Insektor, der Favorit von Tassilo, welcher allerdings auch noch eine Menge Turniererfahrung sammeln musste. Und dann noch Feuervogel, der inzwischen schon so weit war, dass wir eigentlich den nächsten Termin einer Hengstkörung in Angriff nehmen konnte. Heute wurde er von Alexa geritten und ich bat sie, doch schon einmal direkt für die dort vorgesehene Kür zu trainieren.
      Dann machte ich mir in aller Ruhe Raunchy fertig. Sie war eine fleißige und stets motivierte Stute, ein wahres Arbeitstier. Dementsprechend achteten wir bei ihr darauf, dass sie zwar ihren einen komplett freien Tag in der Woche erhielt, aber sonst beschäftigt war. Heute wollte ich mit ihr Cavalettiarbeit machen und an ihrer Rittigkeit arbeiten.
      Aus dem Grund gab ich sie Alexa zum Warmreiten als Handpferd mit, während ich auf dem Springplatz alle nötigen Cavalettis aufbaute und dann mein Pferd wieder abholte. Die beiden Hengstreiter verzogen sich auf das Dressurviereck und so hatten wir vollkommen unsere Ruhe.
      Nachdem ich Raunchy ausgiebig in allen Gangarten aufgewärmt und auch einige Grundkenntnisse der Dressur abgefragt hatte, begannen wir mit den Cavalettis.
      Es gab gerade und welche auf gebogener Linie. Es gab sie für jeden Abstand für jede Schrittart und so hatten wir definitiv genügend Beschäftigung. Raunchy kam während der Arbeit sehr schön an den Zügel heran, auch wenn ich sie manchmal noch etwas mehr herausreiten musste, damit sie fein vor der Senkrechten blieb und sich selber trug. Aus dem Grunde strich ich auch regelmäßig über, damit ich kontrollierte, ob sie wirklich selbst in der Haltung war.
      Raunchy war danach sichtlich verschwitzt und auch ich konnte mich nicht beklagen, aber das Training hatte sich gelohnt. Raunchy war sehr gut bei der Sache gewesen. Dementsprechend hatte sie sich die kühle Dusche und ihr Futter auch verdient. Bevor es auf die Weide ging, erhielt sie die gleiche Pflege, wie ich sie vorhin auch Pajero zu teil hatte lassen werden.
      Bevor die Pferde wieder auf die Weide gingen, wurden sie an allen markanten Stellen für Fliegen mit Kokosöl eingeschmiert. Das betraf die Partie um Augen und Nüstern, die Ohrenspitzen, Brust, Bauchnarbe und je nachdem Schlauchsack oder Euter. Abschließend gab es dann auch noch einmal das Fliegenspray als Schutz und dann durften sie auch zurück auf die Weide.
      So hatten wir gut umsorgte Pferde, die selten zerstochen von der Weide kamen und da sowieso jeder jeden Tag bewegt wurde, konnte man das problemlos danach noch fix machen. Tassilo und Alexa waren auch gerade beim Einschmieren als dann auch Tami bei uns eintraf. Ich begrüßte sie lächelnd und teilte ihr direkt ihre heutigen Pferde zu.
      Als Auszubildende stand sie noch mehr unter meiner Leitung als die anderen beiden und manchmal glaubte ich, dass sie darüber auch sehr dankbar war. Ich versuchte stets, ihr das richtige Maß an Freiheit und Hilfe zu gewährleisten. Heute würde ich sie sogar direkt begleiten, denn wir gingen gemeinsam auf die Geländestrecke.
      Dabei hatte ich ihr Cover the Sun zugeteilt, während ich mir He’s called Trüffel von der Weide einsammelte. Wieder am Stall informierte ich mich kurz über die Pläne von Tassilo und Alexa und konnte so bereits Vertigo und Walking in the Air von meiner Blaupause streichen. Danach machte ich mir meinen liebsten Welshhengst fertig und dann ging es los.
      Für die beiden Hengste war das Geländetraining immer eine willkommene Abwechslung, denn ihre Stärken lagen eigentlich woanders, aber jeder sprang gerne in der Natur, sowohl Reiter als auch Pferde. Dementsprechend hoch war dann auch tatsächlich die Motivation und sieben Uhr morgens war es auch noch sehr angenehm mit den Temperaturen.
      Und so verging der Morgen eigentlich wie im Flug. Ich ritt als nächstes noch Thorondor, da er ja sowieso der Sonderling war. Erstaunlicherweise mit seinen 27 Jahren noch mehr als fit und dementsprechend befand er sich im regelmäßigen Dressurtraining, denn ich fand, das es genau das war, was er brauchte.
      Und dann waren wir eigentlich schon durch, denn den Abschluss machte ein Ausritt, den wir zu viert unternahmen. Tassilo auf Aristo, Alexa auf Call me a Twist, Tami auf Dissident Aggressor und ich auf Like Honey and Milk. „Wieso hast du überhaupt so viele Westernpferde?“, wurde ich erneut lachend von meinem Team gefragt und ich konnte nur die Schultern zucken, denn ich wusste es selbst nicht.
      Was ich aber beschlossen hatte und was auch bereits im vollen Gange war, war die Ausbildung von allen in die englische Reitkunst. Die meisten von ihnen kannten die Grundlagen bereits und man musste sie eigentlich nur wieder wachrütteln und wir alle fanden, dass die Westernpferde englisch geritten fast noch schicker aussahen.
      Wieder am Stall plapperten wir fröhlich bis mir beim nachzählen der zu reitenden Pferde jemand auffiel. „Äh, und was ist mit Naimibia?“, fragte ich seufzend, denn ich war tatsächlich schon im Entspann-Modus. „Longiert. Sogar mit Trabstangen“, meinte Tami fröhlich und ich hätte meiner Azubi um den Hals fallen können.
      In der Zeit in der ich also Thorondor und Tami Naimibia gearbeitet hatten, hatten sich die anderen beiden schon mit den Jungpferden beschäftigt. Es war so, dass die bei uns wirklich ihr Leben im Herdenverband unter Gleichaltrigen genießen durften. Das einzige an Training für die unter Dreijährigen war einmal die Wochen Führ- und Putztraining, also das Fohlen-ABC.
      Ab drei ging es dann langsam an die Bodenarbeit. Erst einmal Schrecktraining und neue Führübungen, ehe dann auch das Longieren mit auf dem Plan stand. Ab vier durften sie dann Sattel und Trense kennenlernen und in Richtung des fünften Lebensjahrs ging es dann an das Anreiten. Ich ließ mir da inzwischen viel Zeit, denn damit hatte ich die besten Erfahrungen gemacht.
      Fakt war auf jeden Fall, dass uns unsere Zwerge langsam aus dem Alter herauswuchsen, in denen wir uns kaum mit ihnen beschäftigten mussten. Herbstmond war unsere Jüngste, denn sie war erst kürzlich ein Jährling geworden. Darauf folgten Paddington und Amadahy, beide zwei Jahre alt. Die drei bekamen uns regulär nur einmal die Woche zu Gesicht und dann auch immer mal einen anderen, damit sie sich daran gewöhnten.
      Bis vor kurzem hatten Korah, Calimero II und Acariya auch noch dazu gehört, aber so langsam ließ es sich nicht leugnen, dass die drei mehr beschäftigt werden wollten. Also ab sofort dreimal die Woche. Zum Glück waren ja meine Angestellten immer sehr angetan von der Arbeit mit den Zwergen, so dass ich bei Unlust und Bedarf immer mal was abschieben konnte.
      Und dann gab es da noch Outlaw Torn und HGT’s Unitato, die beide schon so langsam auf das Dasein in den Herden der „Erwachsenen“ zugingen. Gut, Unitato war dieses Jahr sechs Jahre geworden und langsam etwas überfällig, aber ich hatte ihn erst recht spät gekauft und ihm so noch seine Zeit geben wollen. Outlaw war mit vier Jahren nun in der Blüte seiner Jugend und durfte allmählich eben alle wichtigen Dinge kennenlernen.
      Das Wichtigste war aber, dass die, die heute dran waren, schon von Tassilo und Alexa gemacht worden waren und wir uns so erleichtert zurücklehnen konnten. Stattdessen mussten nun nur noch die Tränken auf den Weiden kontrolliert und gesäubert werden und dann waren noch die Unterstände dran, welche gereinigt und aufgefrischt werden mussten (es waren große überdachte Plätze mit Sand als Boden), ebenso wie die Heunetze und zu guter Letzt mussten natürlich die Fohlen noch gekuschelt werden.
      Gegen Mittag waren wir dann meist mit allem durch und konnten uns entspannt zurücklehnen. Ich mich in meinem Büro und meine Mitarbeiter in ihren Autos auf den Heimweg. Dafür lohnte es sich doch, schon vier Uhr vom Wecker aus dem Bett geworfen zu werden.
    • Eddi
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      Tag der offenen Tür
      07. August 2016
      Unmotiviert öffnete ich langsam die Augen, als mein Wecker klingelte. Ich hatte Angst vor dem Fensterausblick, denn obwohl wir inzwischen August hatten, regnete es gefühlt permanent. Doch ich wurde nicht enttäuscht, denn die Sonne schien und der Himmel war blau! Das Wetter für heute war so wichtig, weil bei uns der Tag der offenen Tür anstand. Es würde zwar erst 10 Uhr losgehen, aber ich hoffte sehr, dass sich das Wetter bis dahin halten würde.
      Dementsprechend gab es auch noch viel zu tun und so beeilte ich mich auch im Bad und danach in der Küche, damit ich kurz vor sieben schon im Stall war. Auch mein Team war heute früher da. Und wir kümmerten uns um die täglichen Stallarbeiten, ehe wir noch die Reste vollrichteten, die wir gestern nicht geschafft hatten. Das Gestüt sollte für die Gäste immerhin besonders ansprechend sein.
      Die Eröffnung würde mit einer Hengstparade beginnen, dementsprechend mussten vier Hengste gewaschen und geputzt werden. Nach langem Überlegen hatten wir uns für Aristo, Pajero, Thorondor und Dissident Aggressor. Tami und Alexa holten die Hengste, während Tassilo und ich alles am Putzplatz vorbereiteten. Aristo hatten wir gestern bereits gewaschen und ausnahmsweise einmal eingedeckt. Bei Pajero und Dissident mussten nur noch einmal die weißen Abzeichen und die Schweife gewaschen werden.
      Wir waren alle schwer beschäftigt, sahen aber 10 Uhr bestens aus und ritten in die mehr als volle Halle ein. Das Gestüt hatte sich verdammt schnell gefüllt und es herrschte ein reger Betrieb, doch als wir in die Halle ritten, wurde es plötzlich mucksmäuschenstill. Wir hatten eine schöne Kür einstudiert und es lief alles so, wie man es sich wünschte. Die Hengste machten bestens mit und repräsentierten in vollen Zügen unser Gestüt.
      Nach der Vorstellung gaben Alexa und ich unsere Pferde ab und blieben in der Halle, um die Gäste zu begrüßen und ein wenig über das Gestüt und unsere Pferde zu erzählen. Da sie das Aushängeschild für uns waren, würden Tami und Tassilo nacheinander noch unsere restlichen Hengste vorreiten, doch bis dahin hatten sie noch ein wenig Zeit, denn wir erzählten noch einiges.
      Dann ritt unsere junge Tami auf Call me a Twist in die Halle ein und präsentierte den Hengst in allen drei Gangarten. Nachdem sie sich verabschiedete, kam direkt Tassilo auf Cover the Sun. Mit ihm zeigte er auch einige höhere Dressurlektionen, denn Sunny war als Trakehner mit der Abstammung und Farbe sehr beliebt. Und dann kam noch He’s called Trüffel, welcher sich allerhand „Awr!“- und „Oar!“-Rufe einsammelte. Er sah aber auch wirklich entzückend aus mit den kleinen Turnierzöpfchen.
      Nach einer kurzen Pause präsentierten unsere Reiter noch unsere beiden Anwärter Feuervogel und Dr. Insektor. Wobei ich betonte, dass Feuervogel wahrscheinlich demnächst sein Zuchtzertifikat erhalten würde. Nach der Hengstschau kehrte für uns erst einmal Ruhe ein und die Besucher verstreuten sich auf dem Gestüt. Aus Gründen unserer Bekanntheit hatten wir einen kleinen Markt mit Buden errichten lassen, wo sich kleinere Händler präsentieren durften.
      Ebenso gab es ein paar Essensstände und ich einige Vorträge von kleineren und unbekannteren Personen, deren Konzept ich aber sehr gut fand. Dementsprechend war für gutes Programm gesorgt. Die gesamten Leute hatten wir bereits gestern eingewiesen und alles vorbereitet, weshalb heute Morgen alles sehr reibungslos verlaufen war. Ein Großteil waren auch freiwillige Helfer, welche uns treue Dienste leisteten.
      Nebenbei boten wir auf dem Reitplatz Kinderreiten an. Dafür hatten wir Raunchy’s Limited, Like Honey and Milk und Walking in the Air gesattelt und führten die Kinder immer für einige Runden. Die Anfänger beziehungsweise Nicht-Reiter blieben mit den Führenden auf dem Reitplatz, während Fortgeschrittene eine Runde außen über die Wiesen spazieren durften, natürlich dennoch geführt und immer als Pflicht mit Helm.
      Der Tag nahm so seinen Lauf und am Nachmittag hatten wir noch etwas Besonderes geplant, denn wir machten den Weg zu unseren Fohlen- und Jungpferdeherden frei. Die Weiden waren geschlossen gewesen, aber da diese Pferde unsere Zukunft verkörperten, durften sie nun auch einmal angeschaut werden.
      Erstaunlicherweise wurden wir von einer großen Traube an Menschen begleitet und alles schienen neugierig zu sein und die meisten hatten auch direkt Herzchen in den Augen. Wir verteilten auch kleine Möhrenstückchen und unter unserer Aufsicht, durften die Kleinen durch den Zaun gefüttert und gestreichelt werden.
      Als erstes kamen natürlich unsere mutigsten an den Zaun: Outlaw Torn, Paddington und Amadahy. Nachdem die drei die Lage gesichert hatten, rückte auch der Rest neugierig näher. Schon bald standen auch HGT’s Unitato und Acariya am Zaun. Die restlichen drei beschäftigten sich lieber mit sich selbst, denn Calimero II tobte gerade mit Herbstmond und Korah wild über die Weide.
      Auf ein Rufen meinerseits kamen aber auch sie an den Zaun und holten sich ihre Belohnungen ab. Nach einer halben Stunde entschwanden wir jedoch auch wieder bei den Fohlen und ließen sie in Ruhe. Auch das Kinderreiten war bereits beendet und die Stuten genossen ihren freien Abend auf der Weide. Wir versammelten uns langsam alle auf dem Hof, denn nun kam der besondere Abschluss!
      Zur Feier des Tages gab es ein riesiges Lagerfeuer mit kostenlosem Knüppelbrot und Kartoffeln in Alufolie und vieles mehr. Ebenso hatte sich Tassilo um einige Kleinigkeiten bezüglich eines Feuerwerks gekümmert. Es war nicht riesig oder besonders lang, aber es war schön und machte sichtlich allen ihre Freude und so konnten wir den Tag wunderbar an einem Lagerfeuer ausklingen lassen.
    • Eddi
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      Weihnachten!
      24. Dezember 2016
      Selbst am 24. Dezember klingelte mein Wecker pünktlich sechs Uhr. Doch ich hatte bereits meinem Team angekündigt, dass wir den Tag heute ruhig angehen würden. Dennoch entschied ich mich gegen das Ausschlafen, denn umso eher wäre dann alles geschafft. Aus diesem Grund quälte ich mich zugegebenermaßen etwas mühsam aus dem Bett, um dann meinen Weg ins Bad anzutreten.
      Ein wenig wacher, angezogen und gewaschen betrat ich danach die Küche und machte mir erst einmal einen Tee. Praktischerweise direkt in einem Thermobecher, welchen ich dann direkt mit hinaus in den Stall nahm. Mein Team hatte ich für heute erst ab acht Uhr eingeplant. Deshalb stand für mich auch etwas mehr an.
      Während ich meinen Tee schlürfte, bereitete ich die Futtereimer vor, ging dabei vorbildlich nach den Futterplänen, die ich schon so gut wie auswendig konnte. Hier ein bisschen, dort ein bisschen – bis die Schubkarre bis obenhin mit Eimern gestapelt war. Dann fuhr ich einmal durch die lange Stallgasse und alle Pferde hatten ihr Frühstück.
      Seit Oktober standen sie nun nachts in den Ställen. 18 Uhr holten wir sie abends rein und morgens ging es 8 Uhr auf die Weiden. Also hatten sie nun noch genügend Zeit zum Futtern und ich auch für mein Frühstück. Dabei musterte ich lächelnd die weihnachtliche Dekoration, welche Alexa und Tami extra im gesamten Stall angebracht hatten – es sah wirklich toll aus.
      Pünktlich acht Uhr trudelten meine drei Teammitglieder ein und wir machten uns auf den Weg, die gesamten Pferde auf ihre Weiden zu bringen. Heute würde es für die Pferde bereits 15 Uhr zurück in den Stall gehen, damit ich mein Team auch eher nach Hause schicken konnte. Einen Tag im Jahr würden sie das überleben, zumal sie große, offene Boxen mit Paddocks besaßen.
      Dennoch durften sie nun erst einmal den schönen Wintertag genießen. Zu meiner puren Enttäuschung lag bei uns bisher kein Schnee. Da kam tatsächlich nur schwer Weihnachtsfeeling auf… Kurz darauf trafen wir uns im Reiterstübchen zur Besprechung des heutigen Tages. Viel stand nicht an, es sollten heute alle eigentlich großteils frei haben.
      „Ein neues Pferd kommt!“, meinte ich fröhlich und musste ungewollt grinsen als ich an Maelis dachte. Die junge Trakehnerin kannte ich schon seit ihrer Geburt und hatte ihren Werdegang stets neugierig verfolgt und nun war es so weit, dass sie tatsächlich auf Gestüt Sapala ziehen würde! Dafür würde ich ihrer Vorbesitzerin eigentlich noch einmal danken müssen.
      Doch nun musste für die Stute erst einmal eine Box und ein abgestecktes Stück Weide hergerichtet werden. Während Tami und ich die Box machten, gingen Alexa und Tassilo raus, um sich um die Weide zu kümmern. Maelis bekam ein abgestecktes Stück neben den anderen Jungstuten, damit sie sich kennenlernen konnten.
      Da Tami und ich schon eher fertig war, bereiteten wir die „Weihnachtsgeschenke“ für unsere Fohlen vor. Jedes Fohlen bekam zwei Leckerlis und eine große Möhre. Wir teilten sie nur schon jetzt auf, damit wir später im Gedränge nicht untergehen würden. Dann schnappten wir uns Alexa und Tassilo und liefen zu den Weiden.
      Die Jungpferde und Fohlen hatten heute frei. Generell ließen wir die Kleinen den Winter über immer Pferd sein, nur selten übten wir mit ihnen mal grundlegende Dinge. Dennoch schauten wir jeden Tag ausgiebig nach dem Rechten und heute gab es da sogar Leckerchen dafür.
      Das kam bei den Fohlen natürlich mehr als gut an. Direkt als erstes kamen Outlaw Torn und HGT’s Unitato angelaufen, immerhin waren sie auch die größten. Ich spürte Tassilos vorwurfsvollen Blick im Nacken. „Ja ja! Im neuen Jahr werden sie eingeritten“, seufzte ich. Die beiden waren langsam wirklich überfällig, doch ich sah sie immer noch gerne als Babys an.
      Dann schob ich mich durch zu Herbstmond und Korah, zwei junge Stuten, die lieber immer geduldig im Hintergrund warteten und dafür sollten sie natürlich belohnt werden. Ich mochte beide sehr, nicht nur, weil sie eigene Nachzuchten waren, sondern auch, weil sie charakterlich totale Herzchen waren und dazu auch noch einfach süß aussahen.
      Auf meinem Weg zurück lief ich auch Paddington über den Weg. Der Junghengst war immer sehr ruhig und überlegt, er würde später ein tolles Sportpony werden. Bei Calimero II war ich mir da noch nicht so sicher. Stürmisch kam er von hinten und schob Paddington zur Seite. Bei mir versuchte er es auch, aber ich schob ihn direkt zurück. Kurz übten wir das rückwärts weichen, ehe er als Belohnung sein Futter bekam.
      In der Zwischenzeit waren auch Acarya und Amadahy zu ihrem Weihnachtsgeschenk gekommen und während wir noch hier und da kraulten, hörten wir plötzlich ein Auto auf den Hof fahren. „Maelis!“, rief ich erfreut und es fühlte sich an, als würde man eine alte Freundin wiedertreffen. Dankend nahm ich dem Fahrer die Stute ab und brachte sie direkt auf ihre Weide. Dort bekam auch sie noch ihr Weihnachtsgeschenk, ehe sie sich erst einmal die Beine vertreten durfte.
      Zu Weihnachten gehörte natürlich auch ein Weihnachtsausritt und da wir nun mit allem fertig waren, schnappten wir uns alle ein Pferd. Heute wollten wir es relativ ruhig haben, weshalb Tami sich direkt Walking in the Air aussuchte. Alexa wählte Call me a Twist, Tassilo suchte sich nach langem Überlegen dann Like Honey and Milk heraus und ich holte Teasie von der Weide.
      In der fröhlichen Runde ging es ins Gelände und wir genossen den freien Tag sichtlich. Mehr hatten wir für heute auch nicht geplant. Nach dem Ausritt misteten wir noch alle Boxen und bereiteten schon einmal Heu und Futter für die Nacht vor. Außerdem mussten wir noch einiges für die kommende Woche besprechen, denn dort hatten wir unser jährliches Weihnachtsfest geplant.
      Zu sehen sein würde eine Quadrille, sowohl Dressur als auch Springen, ebenso veranstalteten wir auch ein kleines Turnier. Dann gab es noch die ein oder andere Showeinlage und das Ponyreiten durfte natürlich auch nicht fehlen.
      An diesen Tagen war immer sehr viel auf dem Gestüt los, weshalb wir alle noch einmal die Ruhe genossen, ehe der große Trubel losgehen würde. Deshalb beendeten wir den heutigen Tag auch früher als sonst, denn alle wollten nun zu ihren Familien und den Weihnachtsfesten. Auch ich war zu Hause eingeladen und nachdem ich alles auf dem Gestüt abgesichert und mich fertiggemacht hatte, machte ich mich auf den Weg.
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  • Album:
    Stutenstall
    Hochgeladen von:
    Eddi
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    8 Dez. 2020
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  • Name: Amadahy
    Geboren: 2014
    __________________


    Von: Dacapo
    Aus der: Amanda
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    Rasse: Lewitzer
    Geschlecht: Stute
    Farbe: Braunschecke
    Stockmaß: 145cm


    Beschreibung:
    Amadahy ist eine ruhige und ausgeglichene Stute. Sie ist schon seit ihrer Geburt sehr menschenbezogen und scheint die Zweibeiner auch immer äußerst interessant zu finden. Dementsprechend gerne arbeitet sie auch mit ihnen zusammen. Wenn man mit Amadahy etwas macht und sei es nur Spazieren gehen, ist sie stets mit Feuereifer dabei und entdeckt nur zu gerne ihre Umwelt. Schon jetzt hat sie kaum Angst vor neuen Dingen und fremden Situationen. Wie eine Große meistert sie alle neuen Eindrücke und zeigt so schon jetzt, was für eine wundervolle Stute sie ist.

    Ersteller: Samarti ♥
    Besitzer: Eddi
    Vorkaufsrecht: Samarti


    Fahren S*** - Springen S

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    [SW 464] Maximal fünfjährige Pferde
    2. Platz 9. Synchronfahren
    1. Platz 11. Synchronfahren
    1. Platz 265. Synchronspringen
    1. Platz 13. Synchronfahren
    3. Platz 14. Synchronfahren
    2. Platz 269. Synchronspringen
    3. Platz 15. Synchronfahren
    1. Platz 272. Synchronspringen
    2. Platz 16. Synchronfahren
    2. Platz 17. Synchronfahren
    1. Platz 20. Synchronfahren
    1. Platz 278. Synchronspringen
    __________________


    Gekört: nein

    Nachkommen:
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