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Chapin

Allelujah, DRP

*2007, im Besitz seit dem 12.10.2019

Allelujah, DRP
Chapin, 12 Okt. 2019
    • Chapin
      Die Basse-Normandie
      07/2013, von Eddi | 8935 Zeichen​
      Ich schluckte meine plötzlich aufkommende Traurigkeit und Angst herunter, als ich mit dem Jeep auf das Gestüt Hayes End fuhr. Ab heute würde dieses schöne Gelände nicht mehr mein eigen sein. Alles war schon längst ausgeräumt, das einzige was noch da war, waren die Pferde. Um es kurz zu machen: wir zogen um, nämlich nach Frankreich, in die Basse-Normandie. Dort würde meine Pferde und mich ein neues Leben auf einem neuen Gut mit einem neuen Team erwarten. Schon heute würde ein Großteil dieser neuen 'Familie' mit anwesend sein und mir helfen. Unserer Weg würde uns in das kleine Städtchen Arromanches-les-Bains führen, welches an der nördlich-französischen Küste lag. Die Fahrt würde lang werden und wir hatten bereits eine Übernachtung eingeplant und auch die Stops waren fest auf der Karte verankert. Meine kompletten Sachen und auch die des Stalles hatten schon längst ihren Weg nach Frankreich gefunden und warteten dort nun auf die Besitzer. Wir würden ein altes Gut beziehen, welches bereits 1643 erbaut worden war und dessen Geschichte sich sehr auf die Falkenjagd und die Zucht für dort gebrauchte Pferde bezog. Nun würden wir uns dort niederlassen, um uns ein neues Leben aufzubauen. Ich musste aus dem jetzigen Alltag heraus und wollte mich ab sofort vollkommen auf die Pferde konzentrieren. Es gab insgesamt acht Fahrer, welche sich heute auf den Weg machten. Für meine Vollblüter hatte ich Theodor Adorno, unser künftiger Rennpferdetrainer, gebeten, diese mit zu umsorgen, während Susan, eine unserer Jockeys, fuhr. Mit diesen begannen wir auch nun mit dem verladen. Ich hatte Quall angerufen und die Tierärztin gebeten, allen eine Beruhigungsspritze zu geben und auch von Jackie hatte ich mir beruhigende Kräuter geben lassen, welche wir unter das Futter in den Pausen mischen würden. Die Hänger waren riesige Luxuswagen, in welche jeweils sechs Pferde an der Zahl ihren Platz fanden. Ideal für die Vollblüter. Zu erst führten wir die beiden Fohlen Cassiopeia und Deadly Ambition hinein. Beide waren seelenruhig und begannen direkt an ihrem Heu zu knuspern. Dann kamen Golden Ebano, Empire State of the Mind und Muskat mit hinein. Außer Muskat muckte keiner von den Hengsten herum. Jedoch wollten wir unsere Stute Khiara El Assuad in einem speziellen Hänger fahren, da sie bereits trächtig war. So hatten wir einen kleineren Hänger mit nur drei Boxen geliehen, in welchen nun unsere drei trächtigen Stuten Khiara El Assuad, Napayné und Nesquik einstiegen. Alle drei hatten eine Beruhigungsspritze hinter sich und wurden von Tom, einem unserer Pfleger, gefahren. Mit hinzu setzte ich Carter, unseren Stallmeister, welche sich mit jeglichen Problemen, welche auftreten könnten, auskannte. Dieses Gespann fuhr bereits los. In den Vollbluthänger stellten wir noch den jungen Altyn mit hinein und schon konnte auch dieser sich auf den Weg machen. Als nächstes würden die restlichen Fohlen ihren Weg in einen Hänger finden. Dieser würde in der Obhut unserer Pflegerin Talulah sein. Gemeinsam bereiteten wir die sechs Jungpferde auf die Reise vor. Dann musste Fairy Bluebird als Erste hinein, kurz darauf folgten Joyce und Tiny Girl ohne Probleme. Die kleine Mississle begann jedoch, uns zu terrorisieren und bockte auf der Rampe herum, so dass wir vor sie noch Limited und Quintesse hineinführten, bis auch sie mit hineinging. Nun konnte der dritte Hänger das Gestüt verlassen und sich auf die Reise machen. Die nächsten Kandidaten waren unsere Zwerge, die kleinen Welsh Ponys. Zuerst verluden wir Weihnachtswichtel und Little Big Girl. Als Puffer zwischen Stuten und Hengsten schoben wir die kleine Little Chocolate Chip ein, ehe dann Heartbreaker, Admiral und Juego folgten. Alle gingen ohne Probleme auf den Hänger, so das dieser wenigstens direkt lostuckern konnte. Nun kamen mehr oder weniger unsere Sorgenkinder, die Sportpferde. Pajero machte direkt zu Anfang Probleme und weigerte sich in den riesigen Hänger zu gehen. Erst mit Hilfe seines Kumpels Alazar bewegte er sich in das dunkle Loch. Zu unserem Erstaunen ging Candle in the Wind ohne zu Zögern in den Hänger, dabei hatte er so schlechte Erfahrungen gemacht gehabt. Auch Ejadon und Dr. Insektor folgten mir brav in den Hänger. So konnte auch dieses Paket losfahren. Für die beiden Tekken-Stuten Sonja und Mokka hatten wir einen normalen Hänger geholt, so dass die beiden Geschwister zusammen fahren konnten. Als die größten Probleme vom Hof waren, kamen wir zu den zweitgrößten, die blütigen Ponys. Zarin und Romance bekamen direkt einen Hänger für sich, dieses Tamtam würde ich mir nicht antun, die beiden würden nur Stunk verbreiten wollen. In den großen Hänger kamen stattdessen BonnyBoy, Vertigo, Allelujah und Lucane. Wenigstens war es hier so aufgeteilt, dass sich immer zwei recht nahe standen, so dass auch hier Frieden herrschte. Die Stuten Smooth'n Angel und Morning Sun kamen in ihren eigenen Hänger zusammen mit Kürbis und Freeway, welche ich kürzlich zu mir zurückgeholt hatte. Nun waren auch diese Tiere weg. Der auffahrende Hänger war für Aristo, Thorondor, Varulv und Guaranà bestimmt und ich liebte diese vier Hengste so sehr dafür, dass sie das Vertrauen in mich zeigten und mir ohne zu Mucken einfach folgten. Die letzten auf der Liste waren noch unsere Westernpferde. Für dessen Transport hatte sich unsere Westerntrainerin Elizabeth bereit erklärt. Zuerst verluden wir Apache's Tomahawk und Rubina Ravenclaw, kurz darauf folgten Joyna und Campéon und als letzter stieg Hidalgo in den Hänger. Nun waren alle Pferde verstaut und wir fuhren alle los. Wir waren schon zwei Stunden unterwegs, als wir den ersten Stop einlegten und alle Pferde kontrollierten. In jedem Hänger herrschte Ruhe, so dass wir die nächsten vier Stunden durchfuhren, ehe wir wieder eine Pause einlegten. Am Abend waren wir kurz hinter der französischen Grenze und schlugen auf einem kleineren Gestüt unser Lager auf. Für die Pferde hatte man provisorische Paddocks gebaut, auf welche wir sie nun einteilten und dann selbst total k.o. ins Bett huschten.
      Am nächsten Morgen waren wir alle früh um sechs bereit zur Abfahrt. Noch diesen Tag und Abends würden wir dann auf dem Gestüt La Fauconnerie stehen. Die Fahrt zog sich elend lang und ich dachte schon, wir würden niemals ankommen, doch als es bereits dämmerte, näherten wir und Bayeux, der nächstgrößeren Stadt und eine Dreiviertelstunde später waren wir in Arromanches-les-Bains angekommen. Einige meiner Mitarbeiter hatte ich bereits in Frankreich gelassen, damit diese alles für die Ankunft hatten vorbereiten können. Zudem lebten schon einige Pferde auf dem Gestüt. Nun luden wir nacheinander aus und brachten die Tiere in ihre Ställe. Diese waren zwischen Stuten und Hengsten aufgeteilt, wobei unsere englischen Vollblüter einen speziellen Stall bezogen, welcher direkt neben der Ovalbahn lag. Dieser Stall war Adornos voller Stolz, außerdem hatte er bestanden, Quartier auf dem Dachboden des Stalles zu beziehen, um immer bei den Pferden zu sein. Wir arbeiteten noch spät bis in die Nacht. Dann schickte ich mein Team schon in unser großes gemeinsames Haus, während ich noch einmal einen Rundgang machte. Ich begann im Rennstall, wo Theodor schon auf mich wartete. „Khiara hat die Fahrt gut überstanden, es gibt keine Probleme.“ ich musterte lächelnd die Rennikone, wie sie friedlich mit ihrem runden Bauch im Stroh lag und an ihrem Heu knabberte. „Ebano und Muskat haben sich tierisch aufgeregt, aber inzwischen haben sie sich mit ihrer Lage abgefunden. Empire war von Anfang an lieb und auch Cassy und Deadly haben keine Probleme gemacht.“ Ich nickte Theodor zu und sagte ihm, dass es gleich Essen geben würde, ehe ich hinüber in den Stutenstall lief. Die bereits in Frankreich angekommenen Stuten waren die Criollostute Curly Sue, welche ich von Sweetvelvetrose übernommen und direkt mitgenommen hatte, dann aber auch Nightfly, eine Reitponystute, welche ich aus schlechten Verhältnissen übernommen hatte, drittere war Oricono Flow, eine wunderbare Hannoveranerstute und die vierte im Bund war mein ganzer Stolz: die Brumby-Stute Lonely. Ich hatte mich riesig gefreut, als ich sie endlich hatte holen können. Diese vier standen schon seit einer Woche in Frankreich und genossen die ausführliche Pflege meines Teams. Neu war aber auch das Fohlen Feuervogel, welchen ich einfach nur wunderbar fand. Auch die dazugekommen Stuten schienen sich wohl zu fühlen. Bei Nessi und Nay schien alles okay zu sein, so dass ich in den Hengststall rüber huschte. Dort schaute ich auch nach den Neuankömmlingen. Diggin in the Dirth und Absinth waren zwei vielversprechende Reitponyhengste und besonders froh war ich über den Welshhengst Auftakt, welchen ich nun in meinen Reihen begrüßen durfte. Aber auch Serafino, ein Trakehner, war neu und mein ganzer Stolz. Ebenso wie Call me a Twist, den ich ebenso wie Sue von Sweetvelvetrose übernommen hatte. Allen schien es gut zu gehen, sodass ich beruhigt ins Haus ging und mitaß.

      Planungen
      08/2013, von Eddi | 3645 Zeichen​
      Draußen war es inzwischen dunkel, als ich den Stall betrat. Ich war gerade auf den Weg zu unseren Ponyhengsten, gemeinsam mit meinen Bereitern an der Seite. Wir waren nun schon einen Monat in Frankreich und nachdem sich alle eingelebt hatten, sollte die Arbeit beginnen. Heute stand deshalb eine Besprechung der Sportpferde an. Unser erster Kandidat war Auftakt, der erst kürzlich eingetroffene Welsh B Hengst. Damals war er äußerst bekannt gewesen und vor allem als Zuchthengst auch verdammt beliebt. „Ich bin dafür wir holen ihn seinen alten Ruf zurück. Heißt er muss wieder regelmäßiger auf Turniere und dann werde ich mit Janina sprechen, dass wir ihn aktiv in der Zucht einsetzen.“ Ich schaute in die Runde und bekam von überall her Zustimmung. „Mia? Nimmst du ihn öfters in dein Dressurtraining und auch du Judi, damit er ein wenig springt.“ Ich musterte den Hengst ausgiebig. Er hatte inzwischen wieder Muskeln aufgebaut und wie immer überzeugte er mit seinem kräftigen Hals. Er war einfach ein Traum von Welsh und ich wusste wie genial er das alles vererbte. Erst kürzlich hatte ich eine seiner Töchter aufgekauft und auch sie war ein Traum. Direkt neben Auftakt stand Diggin in the Dirth. Immer wenn ich den Reitponyhengst betrachtete, war ich froh, ihn gekauft zu haben. „Ich würde sagen, der Gute hat noch Zeit.“ lächelte ich. Leider hatte Dirth seine erste Hengstkörung in den Sand gesetzt, aber vielleicht war es auch einfach noch zu früh gewesen. Hinzugekommen war, dass die Körung überfüllt von Teilnehmern gewesen war und er so gar keine Chance hatte haben können. Das Gleiche galt für seinen Boxennachbarn Absinth. Den wunderbaren Schecken hatten wir aus schlechter Haltung übernommen und wollten ihn nun erst einmal wieder aufpäppeln, ehe überhaupt an ein ernsthaftes Training zu denken wäre. Deshalb galt auch für ihn momentan eher ruhigere Arbeit. Ganz im Gegensatz dazu stand unser Welshhengst BonnyBoy. Seit neusten stand sein erster Nachkomme bei uns im Stall und ich musste sagen, dass sich die kleine Nandalee herrlich machte. BonnyBoy stand fest im Training und auch sein Turnierplan für diese Saison war schon ausgearbeitet. Ebenso hofften wir auf baldige Nachkommen, wenn die Zucht erst einmal aktiv werden würde. Weniger Erfolge hatte Vertigo. Der Lewitzer war immer noch nicht prämiert und langsam gab ich die Hoffnung auf. Dabei hatte er so viel Potenzial im Springen, es war ein Traum, wenn man ihn springen sah. Allelujah war ein Problempferd der anderen Sorte. Momentan machte er es niemanden leicht, mit ihm zu arbeiten, weil er durch und durch ein Hengst war. Doch wir gaben nicht auf, denn auch er besaß ein enormes Potenzial und das wollten wir nutzen. Kürzlich hatten wir auch Lucane aus Samarti's Stall zu uns geholt und er hatte bisher keine schlechte Bilanz. Zwar noch keine Siege, aber immerhin hatte er sich im letzten Turnier gut geschlagen. Er war fehlerfrei durch den Militaryparcours gekommen, auch wenn wir dringend an seinem Tempo arbeiten mussten. Die letzten beiden unserer Führung waren Zarin und Romance. Kürzlich hatte ich die Hengste von Jackie einreiten lassen und seitdem gingen sie auch bei uns unter dem Sattel. Ich hatte leider noch keine Zeit gehabt mich auf einen der beiden zu setzen, aber meine Reiter schwärmten nur so von den locker flockigen Gängen, auch wenn beide gerne Flausen im Kopf hatten. Ich schüttelte nur lachend den Kopf, selbst im Alter würden die beiden immer noch gemeinsam Mist machen. Als wir alle Hengste durch hatten, zogen wir Bilanz und stellten die Planungen für den Rest des Jahres auf. Dabei verzogen wir uns ins Reiterstübchen, wo es eine Tasse Tee gab.

      Aufschub-Syndrom
      09/2013, von Eddi | 4537 Zeichen​
      An diesem Morgen fiel ich mehr oder weniger aus dem Bett, denn meine Motivation hatte heute ihren Tiefpunkt erreicht. Heute war der 25.09. und das hieß, dass ich mit den Abrechnungen für diesen Monat beginnen musste und darauf hatte ich so gar keine Lust. Unten in der Küche saß schon die Hälfte meines Teams am Frühstückstisch, also gesellte ich mich still dazu. Alle hatten gute Laune und die wirkte sich ansteckend auf mich aus. Bestens gelaunt lief ich dann in den Stall und half mit bei der Fütterung und dem Pferde rausbringen. Danach konnte ich mich leider nicht mehr drücken und machte mich auf den Weg in mein Büro. Dort beschäftigte ich mich mit meinem Schreibkram, hatte aber schon nach einer Stunde keine Lust mehr. Also schaute ich lieber überall mal vorbei. Im Stall herrschte gerade Hochbetrieb, da so eben Mias Reitschüler eingetroffen waren. Ich beschloss schon einmal in die Halle zu schauen, denn nachher würde ich sie dort bestimmt auch antreffen. In der Halle arbeitete Judi gerade mit Smooth'n Angel, sie schien sie das erste Mal zu reiten, denn die beiden hatten einige Probleme. Ich kannte die freche Stute inzwischen gut genug und gab ihrer Reiterin einige Tipps, so dass das Endergebnis dann besser aussah. Dann mussten die beiden die Halle aber auch schon verlassen, denn Mia kam. Heute war ihre Reitgruppe groß, denn es waren fünf Reiter! Sie hatte die Hengste gewählt, denn ich entdeckte Lucane, BonnyBoy, Diggin in the Dirth, Vertigo und Pinocchio. Ich wollte der Reitstunde ein Weilchen beiwohnen. Nach dem Warmreiten begann Mia mit dem Abteilungsreiten und forderte von ihren Reitern und Pferden alles. Zu meiner Zufriedenheit kamen die jungen Schüler äußerst gut mit den Pferden aus und Mia achtete auf jeden noch so kleinen Fehler, so dass die Pferde ordentlich geritten wurden. Nach einer halben Stunde verließ ich die bunte Gruppe und machte mich wieder in den Stall. Dort kam mir Tom grinsend mit zwei gesattelten Pferden entgegen. „Lust auf einen kleinen Ausritt?“ lächelte er und hielt mir die Zügel von Zarin hin, während er Romance an der Hand behielt. Ich wollte eigentlich verneinen, aber eine Entscheidung blieb mir verwährt. Vorsichtig schwang ich mich stattdessen in Zarins Sattel, Tom tat es mir gleich. Die beiden Hengste waren noch nicht allzu lange unter dem Sattel, machten sich aber richtig gut. Und sie liebten Ausritte über alles! Nach dem anfänglichen gemütlichen Schritt durch den Wald, wurde die Hengste an der Küste richtig munter. Wir hatten zu tun, im langsamen Tempo die Klippen hinabzusteigen. Unten am Strand konnte die beiden Jungspunde niemand mehr halten und wir ließen sie gewähren. Im vollen Tempo preschten sie den verlassenen Strand entlang und zeigten ihre Rennpferdqualitäten. Tom und ich hatten einen riesigen Spaß, denn trotz ihrem ständigen Unsinn im Kopf, konnte man den beiden Kerlen vollkommen vertrauen. Auf dem Rückweg kamen wir am Reitplatz vorbei, wo Tamzin gerade mit unserem Elitehengst Auftakt sprang. Wir hielten kurz an, damit ich mir ein Bild von dem Training machen konnte. Denn zu meinen Aufgaben gehörte es auch, zu kontrollieren, dass mein Team ordentlich mit den Pferden umging. Aber ich wusste eigentlich bei allen, dass ich ihnen vertrauen konnte. Auch Tamzin machte ihre Aufgabe super. Gemeinsam mit Tom sattelte ich die Hengste ab und brachte sie auf die Weide. Da gerade die Halle leer war, schnappte ich mir flott unseren Neuling Carachillo und sattelte ihn geschwind auf. Ich hatte ihn schon gestern unterm Sattel testen wollen, es aber leider nicht geschafft. Nun hatte ich wieder die Gelegenheit dazu und diesmal nutzte ich sie. Der junge Hengst hatte traumhafte Gänge und ließ sich einfach toll reiten. Nach einer Stunde mussten wir leider aus der Halle raus, da schon Mias zweite Reitgruppe da war. Diesmal waren die Stuten an der Reihe, es handelte sich um Morning Star, Nightfly und Animby. Die drei Reiterinnen schienen noch recht jung, dafür besaßen sie aber wirklich Talent. Ich brachte Carachillo wieder auf seine Weide und überprüfte, ob alle Ponys ihre Bewegung bekommen hatten. Den einzigen, den ich heute noch nicht gesehen hatte war Absinth. Aber als ich gerade von der Weide zurück zum Stall lief, hörte ich Meg. Sie arbeitete mit dem Junghengst im Longierzirkel. Der Schecke machte sich wunderbar. Das Training konnte sich echt sehen lassen. Da nun jedoch alles geschafft war, machte ich mich schweren Herzens wieder in mein Büro und setzte mich an den vollen Schreibtisch, die Arbeit würde sich nicht von selbst machen.

      Schur
      10/2013, von Eddi | 2603 Zeichen​
      "Auf, auf! Schnappt euch die Schermaschinen und Pferde und los gehts." Heute stand wieder ein anstrengender Akt an, denn die Sportponys mussten dringend geschoren werden, denn schon jetzt war unser Solarium permanent in Benutzung, damit das Winterfell der Pferde schnell wieder trocknete. Meine Helfer waren Meg und Tom, zu dritt würden wir es schon schaffen, außerdem besaßen wir nur drei Schermaschinen, was meiner Meinung auch reichte. Wir wollten mit den Ladys anfangen, also auf zur Stutenweide. Ich pfiff kurz und halfterte dann drei der Mädels auf. Meg drückte ich den Strick von Nightfly in die Hand, Tom durfte sich mit Morning Sun beschäftigen und ich nahm mir die wunderschöne Animby. Am Putzplatz banden wir sie nebeneinander an und überlegte kurz. "Bei allen drei Damen reicht eine Streifenschur, mehr brauchen sie erst einmal nicht." Sollten sie trotz der Schur immer noch schwitzen, würde noch mehr abkönnen, doch nun wurde das Muster grob mit Kreide vorgezeichnet. Schon schalteten wir die Maschinen ein und los gings. Animby fand die Maschine zwar gruselig, hielt aber bevorzugt still und ich lobte sie auch immer ausgiebig. Nightfly machte Meg keine Probleme, sondern stand brav da und döste vor sich hin. Nur Sunny war wieder stur wie eh und je, zappelte unentwegt, bis sie sich von Tom eine fing. Danach war erst einmal Ruhe im Schacht und Madame benahm sich. So waren wir recht schnell fertig und putzten die Stuten gründlich, um die Fellreste zu entfernen. Während Tom und Meg die Stuten wegbrachten, kehrte ich die Fellhaufen zusammen und säuberte kurz die Maschinen. Die anderen beiden brachten derweil die nächsten Kandidaten mit. Dabei handelte es sich um Auftakt, BonnyBoy und Vertigo. Alle drei wurden komplett geschoren, denn sie würden den Winter über ordentlich trainiert werden. Ich kümmerte mich um den Schecken und beeilte mich extra, denn als ich fertig war, kam Tamzin, um Vertigo abzuholen und für das Springtraining fertig zu machen. Auch BonnyBoy musste mit und wurde von Judi geritten. Nur Auftakt durfte wieder auf die Weide. Inzwischen war es Mittag und wir sollten uns beeilen. Die letzten drei waren Allelujah, Lucane und Carachillo. Denn auch die drei brauchten dringend eine Schur, wobei eine Streifenschur reichte. Nachdem mit den beiden fertig waren, wollten wir uns ein wenig entspannen. "Ein Ausritt?" lächelte ich und die anderen beiden nickten begeistert. Ich schnappte mir Zarin, Tom holte sich Romance und Meg durfte Pinocchio reiten. Wir machten die drei Hengste fertig und genossen dann das wenigstens trockene Herbstwetter, während wir ausritten.

      Hufkontrolle
      11/2013, von Pepe | 2237 Zeichen​
      „Hallo Pepe, ich hab von deinem Wochenspezial gehört, hättest du Zeit bei Allelujah und mir vorbeizusehen?“, fragte mich Edfriend am Telefon. „Klar, passt es dir heute Abend?“ Sie bejahte und ich legte auf. Am Abend machte ich mich auf den Weg in den Stall.
      „Hallo Edfriend, für wen kann ich denn heute etwas tun?“, fragte ich Edfriend. Sie führte mich zu dem Reitpony Hengst Allelujah, welcher bereits vor seiner Box wartete. Das Wetter war furchtbar, sodass mein Besuch heute im Stall stattfinden musste. Allelujah sollte heute Aluminiumeisen und den Stollen für den Winter bekommen. „Sonst ist alles in Ordnung bei ihm?“, fragte die Besitzerin als ich den rechten Vorderhuf des Hengstes aufnahm. Edfriend nickte undich bekann mit dem Hufmesser den Huf auszuschneiden. „Läuft er schon länger barfuß?“, fragte ich. „Nein, ich hatte ihn nur übergangsweise ohne laufen lassen, mit Eisen jedoch läuft er griffiger, finde ich.“ Der erste Huf war schnell ausgeschnitten und es folgten die beiden Hinterhufe und der zweite Vorderhuf. Allelujah beäugte meine Aktionen mit Misstrauen, blieb aber ruhig und artig, sicherlich lag das an der Anwesenheit seiner Besitzerin, welche ihm am Kopf kraulte. Dann nahm ich eine Feile zur Hand und feilte die Hufe glatt und eben. Als ich fertig war, maß ich die Hufe aus und holte vier Aluminiumeisen und Stollen aus meinem Wagen. Ich legte eines der Eisen auf einen der Hufe und begann es festzumachen. Anschließend schraubte ich die Stollen in die vorgefertigte Eisen, damit würde das Reitpony bei Schnee und auf Gras besseren Halt haben, als ohne. Als ich beim ersten Hinterhuf angekommen war, schien Allelujah wach zu werden und versuchte mir den Huf aus der Hand zu ziehen. Edfriend ermahnte ihn und ich griff etwas fester nach seinem Bein. Nach kurzer Zeit waren alle vier Eisen und Stollen fest auf Allelujahs Hufen. Ich bat Edfriend ihn einige Runden auf dem Hof zu führen. Das Pony lief klar und sicher auch ein Test auf der benachbarten Koppel im Trab war unauffällig. „Ich denke ich bin dann fertig. Er läuft sicher auf seinen neuen Eisen und sonst ist nichts auffälliges zu sehen.“ Ich streichelte Allelujah und verabschiedete mich von Edfriend. In der Dämmerung fuhr ich zurück auf meinen Hof.

      Weihnachtliche Vorbereitungen
      12/2013, von Eddi | 2401 Zeichen​
      „Kann jemand die Leiter festhalten?“ fragte Tom und wagte sich vorsichtig nach oben, denn er wollte endlich die blöden Girlanden im Stall befestigen. Die Idee, das ganze Gestüt weihnachtlich zu schmücken war von mir gekommen und bisher gefiel es mir äußerst gut! An der Spitze des Stalldaches hing ein roter Stern und auch von innen sollte er schön aussehen. Natürlich hatte ich mein ganzes Team mit einbezogen und nun hatten alle zu tun, damit fertig zu werden. Ich half auch fleißig mit, musste mich aber auch darum kümmern, vor Neujahr nun noch alles fertig zu bekommen, denn die Listen der Pferde musste ich dringend erneuern. Wer wann zum Tierarzt musste, wann welches Turnier gewesen war und und und... Auch die Pläne für kommendes Jahr mussten geschmiedet werden, doch erst einmal kümmerte ich mich gemeinsam mit Talulah um den Stall. Zuerst brachten wir alle auf die Weide, so schnappte ich mir Pajero und Alazar, während sie Sonja und Mokka nahm. Meg half uns direkt mit uns holte die unruhige Brumbystute Lonely aus ihrer Box. Sie machte allerdings so ein Theater wegen dem Weihnachtsschmuck, dass sie Tom beinahe von der Leiter warf. Wir waren froh, als sie sicher auf ihrer Weide stand. Dann holten wir noch Serafino, Ejadon und Dr. Insektor aus dem Stall. Danach konnten wir uns an die Stallarbeit machen. Dass überließ ich Talulah und Meg, während ich mir Mia schnappte und mich um die Sportponys kümmerte, welche auch noch auf die Weiden wollten. Ich nahm mir Alice und Animby, die beiden Schwestern, um sie auf ihre Weide zu bringen. Danach kam Mia mit Nightfly und Morning Sun und schon standen alle Stuten auf der Weide. Nun holte ich mir Auftakt und BonnyBoy, meine beiden schicken Welshhengste, beide gekört und mit hohen Punkten prämiert. Besonders auf Auftakt war ich stolz, dass er in meinem Stall stand. Gleiches galt aber auch für Zarin und Romance, meine beiden Lieblinge, die zwar immer Theater machten, aber mir trotzdem jedes Mal ein Lächeln ins Gesicht zauberten. Danach holten wir noch die Hengste Allelujah und Vertigo, welche ich übernahm, während Mia sich Lucane und Carachillo schnappte. „Irgendwie werden es auch nicht weniger Pferde.“ lachte sie und schnappte sich ihren Liebling, nämlich unseren Haflinger Pinocchio. Ich holte noch die beiden Jungspunde Absinth und Diggin in the Dirth aus dem Stall und schon waren wir fertig. Nun hieß es ran an die Stallarbeit!

      Frühjahrsputz
      04/2014, von Eddi | 7720 Zeichen​
      Punkt sechs klingelte mich mein Wecker aus dem Schlaf. Gähnend erhob ich mich aus dem Bett und schlafwandelte erst einmal ins Bad, um mir eine Ladung Wasser ins Gesicht zu schütten, damit ich erst einmal wach wurde. Heute war früher aufstehen angesagt, denn wir hatten Großes vor. Inzwischen war es April und das Wetter war nun immer zu 80% wirklich richtig schön, deshalb hatte ich entschieden, dass es so weit war: der Frühjahrsputz stand an. Nachdem ich mich in meine Stallklamotten geworfen hatte, lief ich hinunter in die Küche. Wiedermal war ich nicht die erste, stattdessen war Mia schon auf den Beinen und huschte wie ein aufgeschrecktes Eichhörnchen umher. Der Frühstückstisch war schon gedeckt, so dass ich mich einfach auf meinem Stammplatz niederließ. Auch die darauffolgenden Mitglieder des Gestüts schauten Mia verständnislos an und setzten sich verschlafen an den Tisch. Unsere Dressurreiterin war definitiv die einzige, die schon putzmunter war. Wir frühstückten gemeinsam und planten den heutigen Tag, wobei Mia immer ganz vorne mit dabei war. Sie nahm sich so viel vor, dass es sogar für sie knapp werden würde, dass alles zu schaffen. Als wir fertig waren und der Tisch abgedeckt, ging es in Richtung Stall. Wie jedes Jahr begann für die Pferde zu Ostern die Sommersaison und das hieß 24 Stunden Weide! Die Alteingesessenen hatten es schon im Gespür und waren ganz aufgeregt, als wir als große Mannschaft den Stall betraten. Die Herden hatte ich schon in den letzten Wochen eingeteilt und oft genug wechseln müssen, da die Pferde sehr wählerisch waren. Bei uns war es so, dass man eigentlich alle Hengste zusammenstecken konnte, denn die verstanden sich alle. Bei den Stuten sah das anders aus, denn da war Zickenterror an der Tagesordnung, deshalb hatte ich bei den Plänen besonders lang gebraucht. Am unkompliziertesten waren die Jährlinge und Jungpferde gewesen, wo schnell klar war, wer mit wem konnte und so wurden heute die großen Weiden eingeteilt und dann ging es auch schon an die Arbeit. Der Einfachheit halber brachten wir zuerst die Jüngsten raus, da deren Weiden am nächsten lagen. Außerdem wollten wir den Stuten mit Fohlen den Stress ersparen, also halfterte ich Napayné und Nandalee auf, während Meg sich Nesquik und Applaus holte. Gemeinsam brachten wir die beiden auf die große Weide direkt hinter dem Stall. Da auch Khiaras Fohlen Kaythara mit gleichaltrigen Artgenossen großwerden sollte, hatten wir die Vollblutstute und ihre Tochter in den letzten Wochen immer öfter probeweise zu den Welshs gestellt. Zu meiner Freude verstanden sich die Stuten und Fohlen einwandfrei, weshalb Khiara mit auf diese Weide durfte. Danach waren unsere Jungpferde an der Reihe, welche eine Weide bekamen, die zur Hälfte im Wald verschwand, denn ich war mir sicher, die Jungspunde würden zwischen den Bäumen ihren Spaß haben. Es war eine große Stutengruppe, bestehend aus Hollybrooks stolzer Nachkommin Fairy Bluebird, ihrer besten Freundin Joyce, der kleinen Tiny Girl und dann noch den beiden aufgeweckten Stuten Raunchy’s Limited und Fire of Quintesse. Die fünf waren schon halbe Ewigkeiten zusammen und verstanden sich ausnahmslos prima. Gemeinsam tollten sie ausgelassen über die Weide und ich freute mich sehr, sie so zu sehen. Die beiden Junghengste Prazzy’s Goldbell und Painted Blur standen immer noch in der Junghengstherde von Zaii und ich schaute wöchentlich bei meinen Lieblingen vorbei, ihnen ging es wunderbar! Somit waren Feuervogel und Altyn die einzigen Junghengste auf dem Gestüt und bekamen ihre eigene Weide. Nachdem die jungen Pferde fröhlich über die weiten Wiesen tollten, sollten nun auch die großen an die Reihe kommen. Ab sofort waren wir aufgeteilt und jeder kam stets mit zwei Pferden an der Hand aus dem Stall. „Lasst ihr bitte Pajero, Call me a Twist und Schneeleopard noch im Stall?“ meinte ich lächelnd, als ich soeben einige Pferde aufgehalftert hatte. Das rausbringen zog sich und dann war es plötzlich geschafft. Ich rief Mia und Meg zu mir und wir machten die drei verbliebenen Hengste fertig. Sie wurden kurz geputzt und bekamen dann allesamt nur eine Trense über. Danach schwangen wir uns auf die blanken Rücken, ich saß auf meinem geliebten Pajero, Mia nahm Twist und Meg ritt Leo. Ich wollte mit den beiden nun noch einmal alle Weiden abreiten und die Zäune, Versorgungsstände und Herden kontrollieren. Die ersten Weiden waren schnell gemacht und dann kamen wir an die riesigen Stutenweiden. Die Wiese von den Vollblütern war noch relativ klein im Vergleich zum Rest, dafür standen hier aber auch nur die beiden Tekken Mokka und Sonja, sowie die drei Rennpferde Cassiopeia, Destiny und Deadly Ambition. Zufrieden ritten wir weiter und kamen an die wohl kritischste Stutenweide. Um Weihnachtswichtel und Little Chocolate Chip machte ich mir keine Sorgen und auch Nightfly und Foxglove waren problemlos. Aber die drei Welshsstuten Animby, Alice und Herbsttraum legten es gerne auf Probleme an. Deswegen stand auch die Tinkerstute Freeway mit hier, denn wenn ihr die Zickereien zu weit gingen, zögerte sie nicht, sondern griff ein. Doch im Moment war alles friedlich, genauso wie auf der Nachbarsweide von den Westernstuten. Joyna und Chou grasten friedlich im Schatten, während Caribic Sue und Rubina Ravenclaw herumtobten. Apache’s Tomahawk kam sofort angetrabt als sie uns sah, denn sie schien es eindeutig auf Twist abgesehen zu haben, so dass wir flott weiterritten. Die Hengste hatte ich in drei riesige Herden aufteilen müssen. In der ersten waren unsere Welshzuchthengste Auftakt, BonnyBoy, Fürst der Finsternis und Single Malt vereint. Dabei standen auch Lucane, Vertigo, Pinocchio und Carachillo. Allesamt eine ruhige Truppe, weshalb wir Serafino, Ejadon und Dr. Insektor noch dazugesteckt hatten. Bei der nächsten Weide wurden wir freudig von Heartbreaker begrüßt, der seinen Freund Pajero schon sehnsüchtig vermisst hatte. Ich schwang mich von dessen Rücken, nahm ihm den Zaum ab und ließ auch ihn auf die Weide. Das war die Weide der Jungspunde und frechen Kerle, die sich aber allesamt wunderbar verstanden. Zum einen unsere Unzertrennlichen Zarin und Romance, dann Absinth und Dirth, wozu auch Allelujah. Yerai, Muskat und Mennesse brachten noch ein wenig Blut mit rein, so dass ich Breaker, Pajero und Alazar als Aufpasser mit dazugestellt hatte, nicht dass es die jungen Kerle doch einmal übertrieben. Bei der letzten Weide mussten dann auch Meg und Mia absteigen, denn Leo und Twist durften mit zur Thorondor, Aristo, Guarana, Pawaneeh, Magic Golden Dust, Hidalgo und Campeon auf die Weide und dann hatten wir es auch schon geschafft. Als endlich alle Pferde draußen waren, ging es an den Frühjahrsputz. Wie jeden Tag wurden die Boxen gemistet, aber diesmal nicht mehr eingestreut. Zudem wurden die ganzen Spinnenweben entfernt, die Fenster wurden geputzt und die Stallgasse gründlich gekehrt. Alles erstrahlte im neuen Glanz und die Sattelkammern wurden einmal komplett ausgeräumt, ehe wieder eingeräumt und aufgeräumt wurde. Die Sättel wurden öfters gefettet, doch das wurde heute auch direkt noch einmal gemacht. Ebenso wurden besonders dreckige Decken oder Bandagen gleich in den Wäschekorb geworfen. Zum Schluss war alles ordentlich eingeräumt und die Arbeit für heute geschafft und wie die Pferde, bekamen auch die Trainer heute frei. Die kommenden Wochen würden hart genug werden, denn dann hieß es Boxen und Ställe neu streichen, genauso wie die Zäune. Scharniere mussten neu geölt werden, das ein oder andere frisch lackiert werden oder gar ersetzt werden. Die Paddocks wurden abgebaut und der alte Sand entfernt, damit neuer Sand hingebracht werden konnte. Nach diesem kalten Winter sollte wieder alles auf Vordermann gebracht werden.

      Umzug
      07/2014, von Eddi | 10.215 Zeichen​
      Als ich heute Morgen aufstand, schien bereits die Sonne leicht durch meine Gardinen. Lächelnd schlug ich die Decke auf und sprang aus dem Bett. Mein Kater war auch direkt wach und folgte mir schnurrend mit ins Bad. Während ich duschte und mich fertig machte, putzte er sich gründlich. Eine halbe Stunde später waren wir fertig und liefen hinunter in die große Küche. Heute waren wir ausnahmsweise mal die ersten. Also gab es für meinen Kater sein Futter und ich schob die Brötchen in den Backofen. Danach machte ich die Kaffeemaschine fertig und machte den Wasserkocher für den Cappuccino an. Nun kochte ich noch die Eier und während alles so verlief wie es geplant war, deckte ich den Frühstückstisch. Pünktlich um acht kam mein gesamtes Team zusammen und wir frühstückten gemeinsam. Mia hatte die Post hineingeholt und verteilte die Briefe an die jeweiligen Empfänger. Ich hatte eine Postkarte meiner guten Freundin Lea erhalten, welche gerade ihren Urlaub an der Ostsee genoss. Lächelnd las ich ihre Worte, wenn sie nur wüsste was momentan hier los wäre. „Wir müssen heute die Jungpferde noch umweiden, sonst können die Bauarbeiten nicht beginnen.“ meinte Tom und ich nickte ihm zu. „Ja das machen wir heute.“ erklärte ich und hatte in Gedanken schon den heutigen Tagesablauf geplant. „Tamzin, Mia? Ihr fahrt heute aufs Turnier, richtig?“ hakte ich noch einmal nach, eigentlich wollte ich nur schauen, dass jeder wusste, was los war. „Ja, genau. Ich nehme Taktlos und Muskat mit.“ meinte Mia. „Talulah wollte wegen der Versorgung mitkommen, ansonsten habe ich eben Alazar und Vertigo dabei.“ fügte Tamzin hinzu. Ich nickte den beiden zu und gähnte leicht. Genüsslich biss ich in mein Brötchen und trank einen Schluck Cappuccino. „Wie geht es den Fohlen?“ fragte ich in die Runde und bekam direkt eine Antwort. „Nüsschen geht es wunderbar und Rosewell ist zwar noch schüchtern, aber ihr geht es bestens.“ erklärte Meg mir. Sie liebte Fohlen und war nur zu gerne bei den jungen Pferden unterwegs. Wir frühstückten zu Ende und dann machten wir uns auch schon an die Arbeit, denn die kommenden Wochen würde auf dem Gestüt viel los sein. Momentan bauten wir nämlich um, so dass es gar nicht so leicht war, für alle Pferde eine neue Weide zu finden, ohne den Bauarbeiten im Weg zu stehen. Aus diesem Grunde mussten die Jungpferde jetzt auch weichen. Also begannen wir unseren Tag mit Weide bauen. Es mussten insgesamt zwei Weiden her, damit wir Hengste und Stuten trennen konnten. Eine Stunde verbrachten wir damit und dann waren die großen Weiden am Rande des Waldes fertig. Nun hieß es die Jungpferde holen. Mit Halftern bewaffnet machten sich Tom, Meg und ich auf den Weg. Ich schnappte mir Prazzy's Goldbell, Feuervogel und Painted Blur, Tom fing sich Altyn und He's called Trüffel und Meg nahm schon die zwei Stuten Hollybrook's Fairy Bluebird und Joyce mit. Der Weg zu den neuen Weiden war weit und das nutzten die Hengste zu gern zum toben aus. Ich war froh, als wir dann endlich die erste Ladung drüben hatten. Nun liefen wir noch einmal um noch Hollybrook's Tiny Girl, Raunchy's Limited, Quintesse of Xaras, Rosewell und Shawneé zu holen. Danach waren wir sogar schon fertig. Während Meg und Tom die alten Weiden abbauten, lief ich zu unserem Stallgebäude. Momentan waren dort alle Mutterstuten mit Fohlen aufgestallt, allerdings wollte ich auch diesen Auslauf gönnen. Als erste halfterte ich Khiara El Assuad auf und brachte sie gemeinsam mit ihrem kleinen Stutfohlen Khaytara El Assuad auf die Weide vor dem Stall. Danach holte ich noch Napayné und Nesquik, unsere Welshstuten. Nandalee und Applaus waren voller Tatendrang und hüpften aufgeregt nebenher und freuten sich riesig auf Khaytara. Fröhlich jagten die kleinen Fohlen über die Weide, während die Stuten friedlich nebeneinander grasten. Nun holte ich noch Mokka mit ihrem frisch geborenen Fohlen Mon petit écrou aus dem Stall und ließ sie heute auf eine der kleineren Weide, denn noch wollte ich die beiden lieber alleine lassen, nur Mokkas beste Freundin Sonja durfte bisher mit zu ihr und dem Fohlen, weshalb ich die drei gerne zusammen stellte. Nachdem auch diese Pferde versorgt waren, nun konnte ich mich nicht länger drücken, denn die Bauarbeiter rückten an und direkt kam der Chef zu mir. Gemeinsam brüteten wir über den Plänen und diskutierten über die Aufteilungen. Ich wollte meinen Pferden ein anderes Leben gönnen und baute deshalb das gesamte Gestüt um. Es sollen zwei neue Paddocktrails und drei Aktivställe gebaut werden. Hinzu kommen sollten fünf Mini-Offenställe, in welchen immer nur 2-3 Pferde leben würden und zu guter Letzt noch einige Doppelboxen mit großen Paddocks für Gästepferde oder auch für unsere Pferde, wenn etwas großes anstand. Mein Team unterstützte mich dabei tatkräftig und schon bald würden die Umbauten fertig sein. Ich musste nur noch die neuen Herden einteilen und dann würden die Pferde auch schon bald auf ihre neuen Weiden ziehen dürfen. Aber heute waren wir davon noch weit entfernt. Lächelnd schlenderte ich über das Gestüt und verabschiedete Mia und Tamzin, sie würden erst heute Abend wieder zurückkommen. Ich entschied mich stattdessen, zu unseren Zwergen zu schauen. Also schnappte ich mir in der Futterkammer sechs Möhren und wanderte zu den Weiden, wo Werina, Mondscheinsonate, Weihnachtswichtel und Little Chocolate Chip standen. Als ich sie rief, kamen sie sofort angesaust und holten sich ihr Leckerchen ab. Danach schaute ich bei den Jungs Heartbreaker und Window vorbei und auch sie bekamen noch eine Möhre. „Guten Appetit, meine Lieben.“ meinte ich lächelnd und ging dann, denn im Stall stand die Teambesprächung an, wer nun was machen würde. Judi wollte heute mit Carachillo und danach mit Capriciasso zur Geländestrecke und die beiden trainieren. Danach würde dann eine Springstunde für ihre jungen Nachwuchsreiter anstehen. „Wen willst du heute mitnehmen?“ fragte ich, um zu wissen, wer dann noch bewegt werden müsste. „Ich wollte gerne Lucane, Nightfly, Pinocchio, Naimibia und Diggin' in the Dirth nehmen.“ erklärte Judi mir und ich nickte. „Alles klar.“ meinte ich lächelnd und verschwand. „Tom? Reitest du heute Absinth und Serafino?“ trug ich ihn auf und suchte dann Meg. „Komm, wir machen einen Ausritt mit Zarin und Death Pop Romance.“ meinte ich lächelnd, damit die junge Auszubildende eine kleine Pause bekam. Heute war sehr angenehmes Wetter und so konnten wir viel traben und galoppieren, was den beiden Hengsten sehr gut tat. Danach bat ich sie noch, sich auf Foxglove zu schwingen. Ich wollte stattdessen Allelujah beschäftigen, für ihn stand heute Longieren an mit viel Stangenarbeit, denn einfach war er immer noch nicht, aber es wurde langsam besser. Als ich mit dem Palomino fertig war, holte ich meinen Liebling Pajero von der Weide, um mit ihm unsere Geländestrecke als lockeren Spaß zu reiten. Wie immer war er super drauf und es war ein toller Ritt. Danach war noch Dr. Insektor an der Reihe. Unser Hengst hatte sehr gute Fortschritte gemacht und vielleicht würde er bald an Turnieren teilnehmen können. Für Ejadon gab es heute frei, denn er hatte die letzten zwei Tage mit Turnieren verbracht. Guaranà ging mit Monty heute eine kleine Runde ins Gelände, um ihn fit zu halten. Mennesse nahm er als Handpferd mit, damit der direkt auch bewegt wurde. Die spanischen Schönheiten Thorondor, Yerai und Aristo hatten heute auch frei, also bewegte ich nur noch Freeway. Danach war erst einmal das Mittagessen an der Reihe. Heute gab es Hefeklöße mit Vanillesoße und Kirschkompott. So kamen wir alle wieder zusammen und konnten eine kleine Pause machen, ehe es mit der Arbeit weitergehen würde. Am Nachmittag war noch genug zu tun und da drei Leute heute fehlten, mussten wir anderen uns besonders ins Zeug legen. Mein erster Gang nach dem Mittagessen war zu Carter, denn ich wollte mich über das Training der Vollblüter informieren. „Wenn es öfter mal ein paar Rennen geben würde, dann könnten Cassiopeia und Deadly Ambition auch einmal zeigen, was in ihnen steckt, aber momentan sieht es dort ja ziemlich mager besetzt aus. Pawaneeh lasse ich jetzt nebenbei aktiv auch in Dressur und Springen trainieren, das braucht er, so kann Susan ihn auch im Rennen besser kontrollieren. Magic Golden Dust macht sich gut im Training und ist topfit. Und Destiny Horror, na ja, ich denke die Dressur wäre eher was für die Hübsche.“ erzählte er mir und ich saugte alles in mir auf. Auch bei unseren Westernpferden tat ich momentan nicht gar so viel, das überließ ich lieber Monte und Elizabeth. Stattdessen schaute ich in die Halle, wo Monte gerade Unterricht gab. Vier junge Menschen hatte er unter seine Fittiche genommen. Heute wurden dadurch Rubina's Ravenclaw, Joyna, Apache's Tomahawk und Caribic Sue trainiert. Wie ich hörte waren Monte und Elizabeth schon mit Schneeleopard und Campéon unterwegs. Call me a Twist hatte momentan frei, denn er verbrachte gerade seine Zeit viel lieber mit potenziellen Stuten auf der Weide. Seitdem er gekört war, hatten wir nämlich äußerst viele Deckanfragen bekommen. Hidalgo wurde gerade von Elizabeth geritten. Die Stuten Chou und Ice Coffee hatten heute frei. Zuletzt standen meine Lieblinge an, die Ponys aus den Wales. Meine kleine Welsh Zucht war inzwischen schon gigantisch und ich freute mich jedes Mal, bei ihnen vorbeizuschauen. Die beiden Hengste Auftakt und Bonny Boy befanden sich inmitten der Turniersaison. Animby, unsere jüngste Stute, wurde hingegen auf ihre Krönung vorbereitet, denn sie sollte auch bald mit in die Zucht einsteigen dürfen. Fürst der Finsternis und Alice von Landwein hatten momentan eine Pause und liefen vermehrt in den Reitstunden der Fortgeschrittenen mit und gingen mit ihren Reitern auch die ein oder anderen Turniere. Die hübsche Herbsttraum hatte sich inzwischen wunderbar eingelebt und ich war ernsthaft am überlegen, mir aus ihr ein Fohlen zu ziehen. Zuletzt war da noch Single Malt, welcher bisher noch Schonfrist hatte. Der Tag ging schneller vorbei als gedacht und abends saßen wir alle beisammen am Tisch zum Abendbrot. Mia und Tamzin waren sehr erfolgreich auf den Turnieren unterwegs gewesen und auch bei den anderen hatte es heute super geklappt. Zufrieden konnten wir so mit dem Tag abschließen.
    • Chapin
      Jedes Ende ist auch der Anfang von etwas Neuem
      09/2014, von Eddi | 31.548 Zeichen​
      Ich saß auf meinem Bett und starrte die Wand an. Dort türmten sich Bilderrahmen mit Aufnahmen der vergangenen Jahre: Pferde über Pferde, Turniererfolge, junge Zuchtfohlen und auch Bilder meines Teams.
      Ich seufzte leise.
      Alles war so gelaufen wie man es sich wünschte, doch dann entschied sich das Schicksal für einen anderen Weg.
      Der letzte Monat hatte mich fertig gemacht – ich fühlte mich ausgebrannt und unfähig, irgendetwas zu tun.
      Es fing mit der unschönen Nachricht an, dass dem Gestüt plötzlich hinten und vorne das Geld fehlte, obwohl unsere Buchführung perfekt war. Natürlich wurde so der groß geplante Umbau des Gestüts abgebrochen und wir saßen auf immensen Schulden.
      Ich ging dem Problem nach und setzte alle Hebel in Bewegung, um die Ursache unserer Schulden heraus zu bekommen. Zu aller Entsetzen wurde uns mitgeteilt, dass unser Jockey Roy Geldwäscherei hinter meinem Rücken betrieben hatte.
      Nach seiner Entlassung und dem Gerichtsverfahren schien sich allmählich alles wieder einzurenken, doch das sollte nicht lange anhalten:
      Mia, der gute Geist unseres Gestütes verließ uns – ohne ein Wort, ohne Abschied. Sie verschwand einfach und somit eigentlich unsere beste Mitarbeiterin, zumindest dachten wir das.
      Inzwischen wissen wir, dass sie damals mit Roy gemeinsames Spiel betrieben hatte, denn die Buchführung lag leider in ihren Händen und wir alle hatten ihr blind vertraut.
      Ein langes Hin und Her vor dem Gericht begann und aus einer guten Freundin wurde plötzlich eine Todfeindin, welche dem Gestüt nichts schlimmeres als das Aus wünschte. Auch wenn wir letztendlich den Prozess gewannen, ließen mich die Ereignisse nicht mehr los.
      Mein Kopf schrie regelrecht nach Veränderung und ich wusste auch, dass ich hier nur noch kaputt gehen würde.
      Es war kurz vor 18 Uhr, als ich das Esszimmer betrat. Wie immer war der Tisch bereits gedeckt und Talulah brachte gerade die Töpfe hinein. Wie jeden Abend aßen wir gemeinsam und diese Zeit wollte ich für eine Ankündigung nutzen.
      Als alle am Tisch saßen, stand ich seufzend auf, es fiel mir schwer die Worte auszusprechen, doch ich wusste, dass es das Beste war.
      „Meine Lieben, es fällt mir nicht leicht, euch das zu sagen, doch ich denke, es ist die beste Entscheidung für alle. Ich werde Frankreich verlassen, ohne euch... Es tut mir leid.“
      Von allen Gesichtern trafen mich entsetzte Blicke, nur Carter – unser Stallmeister – nickte mir bedächtig zu. „Es wird Zeit, diesen Ort zu verlassen und neue Wege zu suchen.“ sagte er mit seiner rauen Stimme. „Ihr seid jung! Euer ganzen Leben liegt noch vor euch, also lebt!“
      Drei Wochen war dieser eine Abend nun schon her und seitdem hatte sich alles verändert.
      Der große Umzug war vorbereitet und stand kurz bevor. Die Pferde hatten bereits das Land verlassen und waren schon auf den Weg in ein neues Leben.
      Mein Team hatte seine Ablösung erhalten, das Gestüt war verkauft und auch von einigen Pferden hatte ich mich schwermütig verabschiedet.
      Sie würden ihren Ruhestand auf deutschen Wiesen bei einer guten alten Freundin genießen, denn nur dort wusste ich sie sicher und geborgen. So hatte ich auch meiner Familie einen Besuch abstatten können und ihnen alles erklären können.
      Doch der letzte Abend auf dem Gestüt kam zu schnell, viel zu schnell.
      Plötzlich fühlte ich mich nicht mehr bereit, denn es war eine Reise ins Ungewisse, bei welcher ich vollkommen auf mich alleine gestellt war.
      Ein letztes Mal wollte ich durch unsere Stallungen wandern, Carter begleitete mich dabei - er war als einziger bis zum Schluss geblieben.
      Alle Boxen waren leer, wirkten kalt und trist. Aber ich wusste, dass sie schon bald wieder mit neuem Leben gefüllt werden würden.
      Als Carter mich noch einmal zum Abschied umarmte und dann alleine die Stallgasse entlang lief, überkamen mich alle Gefühle – Wut, Trauer, Furcht und auch die Hilflosigkeit.
      Weinend lehnte ich mich an die Stallwand, sank auf den Boden und ließ meinen Gefühlen freien Lauf.
      Schon als Carter längst den Stall verlassen hatte, sah ich am Ende der Stallgasse immer noch den alten Mann in seinem schwarzen Mantel mit dem schwarzen Hut. Er war die Seele des Stalles gewesen und während ich an ihn dachte, durchlebte ich noch einmal alle Erinnerungen, welche ich in den letzten zwei Jahren hier gemacht hatte.
      „Ich danke dir...“ murmelte ich und schloss seufzend die Augen.
      Unsicher schaute ich mich um.
      Die Räume waren riesig und doch strahlten sie eine gewisse Vertrautheit aus. „Du bist jung, lebe!“ hörte ich Carter in meinen Gedanken und musste weinen.
      Kurz nachdem wir in Wyoming angekommen waren, erreichte mich die Nachricht, dass er uns für immer verlassen hatte. Es traf mich mehr, als ich gedacht hätte, doch plötzlich wurde mir bewusst, was ich verloren hatte.
      Ohne ihn wäre ich niemals dort angelangt, wo ich jetzt war. Ich verspürte einen tiefen Hass auf alle, die uns in Frankreich das Leben schwer gemacht hatten und gab ihnen die Schuld an Carter's Tod.
      Einzig und allein der Gedanke an Carters Worte, ließ in mir ein Feuer entfachen.
      Schmunzelnd betrat ich den Stall, er war so viel kleiner! Wirkte fast winzig und fad im Gegensatz zu meinen damaligen Stallungen, doch es gefiel mir - ich liebte es!
      Viel Arbeit stand an, doch ich hatte ja nun alle Zeit der Welt und ich wollte keine Minute davon vergeuden.
      Fast einen Monat lebte ich mutterseelenallein auf der Ranch, denn ich brauchte dringend Abstand zu den Menschen. In diesem Monat steckte ich all mein Herzblut in die Ranch, um sie wieder auf Vordermann zu bringen.
      Auch wenn die Vorbesitzer sie gut abgegeben hatten, entsprach sie nicht ganz meinen Wünschen, besonders was die Haltung der Pferde betraf.
      Aus den circa vierzig Boxen im Stall baute ich zwanzig großräumige Boxen für die Pferde ein. Den Stall würden wir nicht sonderlich oft brauchen, weshalb nicht für alle Pferde Platz sein musste, aber wenn er genutzt werden musste, dann sollten die Pferde auch ideal gehalten werden.
      Auch die über 60ha Weideland mussten neu eingezäunt und kontrolliert werden. So stand ich jeden Tag um 6 Uhr auf, um mein Arbeitspensum zu schaffen.
      Die Zeit alleine hatte mir gut getan und so konnte ich meinen geliebten Vierbeinern auch wieder gegenüber treten, ohne mich verstellen zu müssen. Heute war der Tag, an dem auch sie in ihr neues Leben eintauchen würden.
      Nach und nach brachte man sie auf meine kleine Ranch und trotz meiner abgeneigten Weise den Menschen gegenüber, waren diese stets hilfsbereit und freundlich – und ab da veränderte sich etwas in mir.
      Es war Zeit, die Vergangenheit zu vergessen und vollkommen neu anzufangen. Aus diesem Grunde lud ich alle Helfer am Abend zum Grillen ein.
      An diesem Abend bot mir jeder seine Hilfe an, auch wenn ich diese dankend ablehnte und erklärte, dass ich das hier alleine schaffen wollte – doch selbst dafür hatten sie Verständnis.
      Lächelnd verließ ich die Feier und stattete meinen Stuten noch einen kleinen abendlichen Besuch ab. Grinsend musterte ich die kleine Herde. Bisher hatten sich meine Pferde nicht daran gewöhnen können, plötzlich so ein gigantisches Areal nutzen zu dürfen.
      Immer wenn sie mich am Zaun entdeckten, kamen sie hilfesuchend angaloppiert und sammelten sich um mich. Auch jetzt hörte ich ihre Hufen auf dem festen Erdboden, doch diesmal kamen sie mir im gemächlichen Schritt entgegen.
      Ich spürte den plötzlichen Umschwung der Gefühle in der Herde. Sie wurden nicht mehr beherrscht von Unsicherheit und Verzweiflung. Plötzlich wirkten sie ruhig, entspannt und glücklich – und irgendwie fand ich mich in diesem Umschwung selbst wieder.
      Lächelnd begrüßte ich meine Kleinste. Chips schnoberte mir sanft am T-Shirt entlang und ich sank auf die Knie, um sie ein wenig zu kraulen. Natürlich wollten aber auch die anderen liebkost werden, weshalb ich kurz darauf Freeways große weiche Nüstern in meinem Nacken spürte und merkte, wie sie mir sanft durch die Haare wuselte.
      Die Stuten strahlten ein beständiges Gefühl von Wärme und Zufriedenheit aus, welches sich auch direkt auf mich übertrug und ich mich in das Gras setzte, um einfach mit ihnen gemeinsam den Abend ausklingen zu lassen.
      Apache ließ sich neben mir nieder und schaute mir tief in die Augen. Sie war die Leitstute und mit ihrer Fürsorge und Geduld kümmerte sie sich um jedes einzelne Herdenmitglied. Für sie gehörte ich dazu und so brachte sie auch mir tiefstes Vertrauen entgegen.
      Selbst die sonst recht ungestüme Khiara stand dösend neben uns und entspannte sich zunehmend, während Naimibia und Ice Coffee noch ein wenig mit ihren Spinnereien beschäftigt waren.
      Die beiden waren jung und noch recht neu in der Herde, dennoch hatten sie sich sofort wohlgefühlt und waren auch diejenigen, die stets Leben in die Herde brachten.
      „Was würde ich nur ohne euch tun?“ lächelte ich und lehnte mich an Freeways Beine - hier bei den Pferde fühlte ich mich wohl.
      Ein schrilles Geräusch ließ mich hochfahren. Verwirrt blickte ich mich um und suchte nach dessen Quelle. Als ich den alten Wecker neben mir erblickte, erinnerte ich mich an alles, was in den letzten Wochen vorgefallen war und stöhnend ließ ich mich zurück auf die Matratze fallen.
      „Wyoming.“ murmelte ich und stand grummelnd auf. Fluchend starrte ich die am Boden liegende Matratze an – wie sehr sehnte ich mich nun doch nach einem richtigen Bett!
      Ich muss ehrlich sagen, dass ich mir um die Wohnungseinrichtung keine großartigen Gedanken gemacht hatte, damals wollte ich einfach nur so schnell wie möglich weg. In der ersten Nacht war mir dann aufgefallen, dass ich nichts besaß – nicht einmal ein Bett.
      Meinen Nachbarn war das natürlich nicht entgangen und so hatte ich schnell von hier und dort Spenden erhalten.
      Dazu gehörte auch diese Matratze und auch wenn sie schon wesentlich bessere Tage gesehen hatte, war ich sehr dankbar für dieses Geschenk.
      In meiner Küche befanden sich insgesamt zwei nutzbare Objekte: ein Stuhl und eine Kaffeemaschine. Zweiteres gab sehr gewöhnungsbedürftige Geräusche von sich, als ich sie in Gang setzte. Eigentlich war ich auch kein Kaffeetrinker, doch im Moment war ich sehr dankbar über dieses koffeinhaltige Getränk.
      Während also das Wasser durch das Kaffeepulver sickerte, verschwand ich im Bad – das einzige Zimmer, was man guten Gewissens nutzen konnte.
      Ein unangenehmer Knall ließ mich jedoch das Zähne putzen unterbrechen und als ich samt Zahnbürste im Mund zurück in die Küche lief, konnte ich meinen Augen nicht trauen.
      „Oh Gott...“ murmelte ich entsetzt und während ich noch überlegte, wie ich am schnellsten zu der Steckdose gelangen konnte, entschied sich die Kaffeemaschine dafür, in weitere tausend Kleinteile zu explodieren und den Inhalt im gesamten Raum zu verteilen.
      Mit einem Lächeln hatte mir die alte Dame vor einer Woche diese Maschine in die Hände gedrückt, allerdings schien ich kein Händchen zum Kaffee kochen zu haben.
      Grummelnd marschierte ich zurück ins Bad, um mich dann zumindest um das Übelste in der Küche zu kümmern.
      Eine Tasse Kaffee konnte ich aus den Resten der Kanne dann doch noch zusammenkratzen, also war die Mühe nicht ganz umsonst.
      Ich machte mich gerade am Unterstand der Hengste zu schaffen und schob Breakers neugierige Nase nun zum dritten Mal zur Seite, als ein nervtötendes Geräusch die friedliche Stille am Morgen durchbrach.
      Es war ein Automotor und ich war sofort argwöhnisch, denn ohne Hintergedanken verfuhr sich niemand hierher, die Ranch lag schließlich mitten im Nichts.
      Thorondor blickte sofort wachsam zum Hof hinüber und legte die Ohren an. Auch er sah die Kommenden eher als Eindringlinge statt als Gäste an.
      Sanft strich ich ihm über dem Hals. „Ich schaue nach.“ meinte ich beruhigend und verließ die Weide.
      Während ich mich auf den Weg zum Hof machte, drehte sich mein Magen bereits beim Anblick des schmucken schwarzen Autos um. Als dann noch zwei schick gekleidete Personen ausstiegen, wurde ich sofort misstrauisch.
      Ich stützte die Hände in die Hüfte und musterten die beiden, wurde dann aber auf einmal überrumpelt. „Hallo! Ich bin Kat!“ sprudelte die blonde Frau plötzlich los und umarmte mich überschwänglich.
      Verdutzt starrte ich sie an, während der Mann neben ihr verzweifelt zwischen uns hin und her blickte.
      „Entschuldigen Sie das Verhalten meiner Schwester. Ich bin Ethan Karamakov und sie ist Katarina Karamakov“ murmelte er nur und kratzte sich verlegen am Hinterkopf. Ich schüttelte jedoch nur den Kopf und blickte dann grinsend auf.
      „Ihre Einstellung gefällt mir, das sollte man tatsächlich öfter so handhaben.“ lachte ich und alle Anspannung fiel von mir ab.
      Wie ich schnell erfuhr, lebten die Geschwister Karamakov eigentlich in New York – sah man ihnen ja auch überhaupt nicht an – und hatten von einem unbekannten Onkel eine Rinderfarm geerbt.
      „Ja und diese Rinderfarm ist direkter Nachbar dieser Ranch hier - also wenn man das bei den Entfernungen Nachbarn nennen kann.“ erklärte Ethan mir.
      Wir saßen auf der Verandatreppe des Hauses, denn leider konnte ich meinen Gästen weder Sitzplätze noch Kaffee anbieten, während wir uns unterhielten.
      „Können wir für ein paar Tage bei dir wohnen?“ platzte Kat ohne große Umschwänge heraus und erneut blieb mir nichts anderes übrig, als sie ungläubig anzustarren.
      „Du warst doch vorhin im Haus, oder? Hast du gesehen wie es dort aussieht?“ fragte ich zweifelnd. Für zwei Übernachtungsgäste hatte ich nun gar nichts da – im Moment war ich schließlich froh, selbst eine Matratze zu haben.
      „Aber auf der Farm kann man nicht wohnen! Unser Onkel muss ein elender Trinker gewesen sein, denn so eine verlauste Bude habe ich noch nie gesehen, da ist das hier ein Luxushotel!“ stöhnte Kat theatralisch und Ethan nickte nur zustimmend.
      Seufzend willigte ich ein. „Aber eure Matratzen müsst ihr euch selbst besorgen!“ warnte ich die beiden, welche mich nur schon von einem bis zum anderen Ohr angrinsten.
      „Ach, da ist noch was.“ meinte Ethan vorsichtig, während wir Kats fünften Koffer die Treppe hinauf hievten. „Und das wäre was? Noch mehr Koffer?“ fragte ich entsetzt, schon bald würde man gar nicht mehr zählen können.
      „Äh, nein.“ meinte Ethan grinsend. „Auf der Farm steht ein Pferd. Wie ich hörte bist du Tierärztin? Der kleinen Stute geht es nämlich nicht sonderlich gut.“ erklärte er und sofort wurde ich hellhörig, denn wenn es um die geliebten Vierbeiner ging, scheute ich keine Mühen.
      So war unsere nächste Amtshandlung zur Farm zu fahren und nach dem Tier zu schauen. Da ich selbst nicht über einen fahrbaren Untersatz verfügte, fuhr Ethan mich und natürlich kam Kat auch mit.
      Bei dem Zustand der Ranch hatte Kat ausnahmsweise mal nicht übertrieben. Die Zäune der Weiden waren marode und mit Stacheldraht versehen und auch die beiden Viehherden sahen nicht sonderlich glücklich aus.
      Ethan erklärte mir, dass er bereits Abnehmer für die Tiere und die Farm suchte, denn er und Kat würden sich gewiss nicht hierum kümmern.
      Dabei zeigte er mir auch den Stall und öffnete vorsichtig die obere Hälfte der Stalltür, damit ich hineinschauen konnte.
      Meine Augen mussten sich erst einmal an die Dunkelheit gewöhnen, denn bisher sah ich nichts. Doch dann erkannte ich den schemenhaften Umriss eines Pferdes und stutzte. „Ist sie gesattelt?“ fragte ich verwirrt und Ethan nickte.
      „Sie ist der Grund, weshalb wir diesen...Ort hier geerbt haben.“ meinte Kat grinsend. „Sie hat dem ollen Trinker eiskalt eine vor die Zwölfe gegeben, das hat ihn dann doch mal diesen Rest gegeben.“ lachte sie und schnalzte der Stute freundlich zu.
      Die wiederum drehte uns ihr Hinterteil zu und drohte, auszuschlagen, wenn wir noch einen Schritt näher kommen würden. „Das wird ja lustig.“ murmelte ich und Ethan sah mich bestürzt an.
      Ihm schien das Leid der Stute doch näher zu gehen, als er es zugeben wollte, aber das waren eben Männer – Gefühle zeigen ging gar nicht.
      Wir ließen die Stute hinaus in ihren „Auslauf“, damit ich sie zumindest ein wenig besser sehen konnte. Sie sah von weiten aus wie ein wilder Mustang, zumindest was ihr Aussehen und den Charakter betraf.
      Nur die feingliedrigen Beine und der elegante Kopf wiesen eindeutig darauf hin, dass sie ein Reitpony sein musste.
      Wir gaben der Stute etwas Heu, denn sonderlich genährt sah sie auch nicht aus und während sie gierig fraß, nutzte ich ihre Unkonzentriertheit und befreite sie von dem ekligen Sattelzeug.
      Der Sattel war viel zu groß und die Trense stank schon von Weitem nach vermoderten Leder, kein Wunder, dass sich die Stute so gewehrt hatte.
      Vorsichtig betrachtete ich die Stute näher und sah, dass sie noch recht überbaut war, älter als drei Jahre konnte sie nie sein, eventuell war sie sogar erst zwei Jahre alt. Während ich jedoch über ihr Alter philosophierte, merkte sie meine Anwesenheit, machte auf der Hinterhand kehrt und versetzte mir einen deftigen Tritt gegen den Oberschenkel.
      Erschrocken wich ich zurück, leider viel zu spät, so dass ich mir nur noch den schmerzenden Schenkel halten konnte. „Na danke auch!“ stöhnte ich genervt und humpelte zurück zum Zaun.
      „Ist alles okay? Soll ich lieber den Notarzt rufen?“ quietschte Kat verzweifelt und zückte schon ihr Handy. Nur knapp konnte ich sie davon abhalten. „Ach Quatsch! Das wird ein blauer Fleck, mehr nicht.“ meinte ich beruhigend und lehnte mich gegen den Zaun, um die Stute zu betrachten.
      „Sie muss hier weg.“ erklärte ich Ethan und er nickte. „Aber wohin?“ fragte er verzweifelt und starrte die junge Stute an, welche wütend in unsere Richtung blickte und die Ohren anlegte.
      Murrend überlegte ich und überwand mich dann doch, denn jetzt war ich an der Reihe, meinen Mitmenschen mal wieder ein wenig freundlicher gegenüber zu treten.
      „Sie kann mit zu uns.“ meinte ich und Kat hatte direkt wieder einen Freudenausbruch und fiel mir um den Hals. „Danke, danke, danke!“ jauchzte sie glücklich.
      Während ich zwanghaft überlegte, wie wir diese Stute überhaupt auf die Ranch bekommen würden, war Kat schon wieder verschwunden.
      Erst einige Minuten später tauchte sie wieder auf, vollkommen in Spinnweben und Heu gehüllt. „Schaut mal was ich gefunden habe!“ meinte sie und reichte mir einen Stapel modriger Papiere, welche ich aus Reflex beinahe fallen ließ, denn sie waren einfach nur eklig!
      Es waren die Papiere der Stute und auch wenn nicht mehr viel zu erkennen war, konnte ich zumindest Name und Geburtsjahr entziffern. „Die Kleine heißt Pina und ist erst 2012 geboren.“ meinte ich und blickte zu der Stute.
      Verzweifelt versuchte ich den Dreck von ihrer Rasse zu kratzen, leider gelang mir das nicht wirklich und außer, dass dahinter „...pony“ zu lesen war, war nichts weiter deutlich, dennoch war ich mir ziemlich sicher, dass sie ein DRP war.
      Ich hatte mich mit den Papieren beschäftigt und Kats Geschwafel kein Gehör geschenkt, doch jetzt wo ich fertig war, bekam ich sie wieder vollkommen mit und starrte sie zweifelnd an.
      „Die Stute rüberführen? Hast du sie noch alle? Guck sie dir mal an, die schlägt uns alle k.o.!“ meinte ich entsetzt und schüttelte nur den Kopf.
      „Und was machen wir dann?“ fragte sie vorsichtig.
      Drei Stunden später fuhr ein super moderner Pferdehänger auf meine Ranch. Seufzend starrte ich aus dem Fenster. Ich hatte zwar Ethan gesagt, er solle einen ordentlichen Pferdehänger ausleihen, allerdings hätte ich anscheinend auch dazusagen müssen, dass wir weder eine riesige Sattelkammer noch ein halbes Reiterstübchen dazu brauchten.
      Vorsichtig lotste ich Ethan um den Stall zum großen Tor, denn ich hatte bereits einen Plan im Kopf, wie wir die Stute in ihre Box bugsieren würden.
      Während seiner tollkühnen Lenkmanöver mit dem Hänger zerstörte Ethan nicht nur meine gut gepflegten Sonnenblumen, sondern auch das halbe Stalltor. „Dankeschön.“ fauchte ich unsanft und stieg aus, um noch größere Schäden zu verhindern.
      Den Hänger fuhren wir nah an das Tor heran und dann bereitete ich geschwind eine der großen Boxen vor, um der Stute für die kommenden Tage einen angenehmen Platz bieten zu können.
      In die Box gelang sie durch eine von mir selbst gebaute Gasse und diese war auch vollkommen von Nöten, denn mit vollem Tempo sprang sie aus dem Hänger und rannte blind darauf los. Umso dankbarer war ich, als sie dann wohlbehalten in der Box stand.
      „In ein paar Tagen darf sie auf die Weide, aber vorerst bleibt sie hier drin.“ meinte ich strikt und ließ mir auch von den Karamakovs auch nicht reinreden.
      Als ich am nächsten Morgen die Augen aufschlug, war jegliche Leere in mir verschwunden.
      Ich war endlich zu Hause angekommen.
      Stattdessen stieg eine unheimliche Motivation in mir auf und ich sprang von der Matratze auf.
      Eigentlich hatte ich einen Kaffee machen wollen, bis mir einfiel, dass meine Maschine ja ins Gras gebissen hatte. „Was solls.“ meinte ich fröhlich und schnappte mir ein paar Kekse und ein Glas Orangensaft zum Frühstück.
      Verschlafen kam mir Kat entgegen. „Auf Matratzen schlafen ist grauenvoll.“ stöhnte sie und rieb sich den Nacken. Ihr folgte auch Ethan, welcher sich hilflos umsah. „Kein Kaffee?“ seufzte er und ließ sich auf den Stuhl in der Küche fallen.
      „Euch auch einen wunderschönen Morgen.“ grinste ich und warf Kat die Packung Kekse und Ethan die Flasche O-Saft zu. „Was anderes gibt es nicht – zumindest nicht hier. Ich verschwinde jetzt in den Stall.“ meinte ich und war schon auf den Weg nach draußen, ehe Kat mich zurückrief.
      „Können wir dir behilflich sein? Ich meine wir wollen ja was für unsere Unterkunft hier leisten!“ meinte sie aufrichtig und ich schaute sie nur zweifelnd an. „Außer bei der Pflege der Pferde helfen, kann ich euch nichts anbieten und ich weiß nicht, ob ihr überhaupt Sachen dabei habt, die alt genug dafür sind.“ meinte ich grinsend und verschwand nach draußen.
      Im Stall schaute ich nach erst einmal nach Pina. Diese lag noch dösend im Stroh, schreckte aber sofort hoch, als ich ihre Boxentür öffnete. „Ist ja gut, es gibt ja nur Frühstück.“ meinte ich entschuldigend und stellte ihr den Eimer mit dem frischen Mash hin.
      Misstrauisch begutachtete Pina den Eimer, näherte sich ihm dann vorsichtig und fing kurz darauf gierig an zu fressen. „Wenn du lieb bist, darfst du bald auch raus zu meinen Mädels.“ lächelte ich und verließ die junge Stute, welche mir misstrauisch hinterherblickte.
      Als ich aus dem Stall kam, verschluckte ich mich beinahe, an dem Rest meines Frühstücks. Kat stand vor mir, in Pseudo-Cowgirlklamotten und hatte die Hände in die Hüfte gestürzt. „Es kann losgehen!“ meinte sie.
      Ich schüttelte den Kof. „Kat! Schau mich an. Alte Schuhe, Jeans, T-Shirt – mehr nicht! Und setze diesen scheuslichen Hut ab!“ lachte ich und machte mich auf den Weg, um den Jungpferden ihr morgendliches Heu zu bringen und den Unterstand zu säubern.
      „Aber die Verkäuferin meinte, so was zieht man hier im Wilden Westen an.“ meinte Kat, welche mir hinter hereilte. „Im Wilden Westen?“ wiederholte ich ihre Worte. „Im Ernst?“
      Momentan hatte ich noch einiges an Arbeit, denn die Pferde hatten sich an ihr neues Heim noch nicht gewöhnt und verbrachten die Tage meist in der Nähe der Unterstände. Dementsprechend sah es dort auch aus.
      „Euch gehören 24ha, nutzt sie doch!“ meinte ich lachend und scheuchte die Jungpferde auseinander, damit sie uns zumindest jetzt nicht auf der Pelle hingen.
      „Kat, am besten stellst du deine Schubkarre neben meine und dann einfach den Mist reinschaufeln, okay?“ fragte ich und konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen, als ich ihren angewiderten Blick sah.
      Gemeinsam waren wir jedoch schnell fertig und konnten die Schubkarren zum Mist fahren und leeren.
      „Oh, wer bist du denn?“ schwärmte Kat mit hoher Stimme und hätte Tiny Girl wohl am liebsten auf den Arm genommen. „Wie ein kleiner Hund!“ lachte sie und wuschelte der neugierigen Stute durch den Schopf.
      Während ich die Stroh- und Heubündel auf die Schubkarren lud, blickte Kat angewidert an sich herunter. „Ethan! Schau mich mal an – das ist ekel... toll!“ versuchte sie sich selbst zu ermutigen.
      Der versteckte seine Schadenfreude nicht sonderlich und grinste seine Schwester hämisch an. „Willst du auch mal? Immerhin hast du auch hier geschlafen!“ lachte Kat ihn an und Ethan Grinsen verschwand urplötzlich. „Ich muss jetzt erst einmal in die Stadt.“ meinte er nur kurz angebunden, stieg in seinen schwarzen Jeep und verschwand.
      „Männer.“ meinte ich lachend.
      „So siehst du viel besser aus!“ meinte ich lächelnd, denn ich hatte Kat neu eingekleidet in sinnvolle Sachen. „Dann kannst du mir auch wirklich behilflich sein.“ meinte ich grinsend und deutete auf ihre Schubkarre.
      Wir fuhren das frische Stroh zu den beiden Unterständen der Jungpferde und verteilten es darin. Danach wurden die Heunetze neu aufgefüllt, ehe ich Kat eine Bürste in die Hand drückte. „Jetzt werden die Tränken geschrubbt.“ meinte ich lächelnd und deutete auf den alten Trog.
      Momentan war dieser wirklich von Nöten, denn die Jungpferde sahen nicht ein, den Fluss als Trinkquelle zu nutzen, dafür fanden sie ihn noch viel zu gruselig, also musste der Wassertrog her.
      Nach fast einer weiteren halben Stunde waren wir bei den Jungpferden fertig und Kat rutschte fertig den Zaun hinab, um sich auf den Boden zu setzen. „Gott ist das anstrengend!“ meinte sie stöhnend und schüttelte sich das Stroh aus dem Haar.
      „Aber sie danken es dir.“ meinte ich lachend, als Joyce und Shawnée neugierig Kats Gesicht beschnupperten und sie sanft an der Schulter kraulten. Kat schreckte erst verzweifelt zurück, nahm es dann aber lachend hin.
      „Diese Tiere sind wirklich etwas besonderes! Ich mag ja am meisten den Goldenen dort.“ meinte Kat und deutete in Altyns Richtung. Dieser hob neugierig den Kopf, ehe er sich von uns abwand, um Prazzy und Painted Blur hinterherzujagen. Die drei Hengste liebten das riesige Gelände und erkundeten es jeden Tag aufs Neue.
      Die Stuten waren da viel vorsichtiger, besonders Rosewell und Nüsschen blieben lieber immer nahe beim Unterstand und Bluebird leistete ihnen Gesellschaft. „Eine bunte Gruppe...“ murmelte ich und ließ den Blick über die große Herde schweifen. Ganz hinten am Fluss entdeckte ich Quintesse und Limited. Die beiden Stuten waren nicht annähernd so schüchtern, sondern eher neugierig und mutig.
      Es dauerte ein Weilchen bis ich Feuervogel entdeckte und noch länger suchte ich nach Trüffel. Der kleine Welsh B Hengst verschwand regelrecht in dem hohen Gras.
      „Und wer ist das?“ fragte Kat und deutete auf eine schlanke Gestalt, welche relativ weit abseits stand und graste. „Das ist Destiny und sie ist manchmal lieber für sich alleine.“ erklärte ich und klatschte in die Hände.
      „So, genug gefaulenzt! Die anderen Pferde wollen auch noch versorgt werden!“ grinste ich, während Kat erschrocken aufstöhnte.
      Bevor wir jedoch zu den Hengsten gingen, wollte ich noch einmal nach Pina schauen. Die kleine Stute stand gelangweilt in ihrer Box und als wir kamen, bewegte sie ihre Ohren sogar einmal kurz vor in unsere Richtung.
      „Warum muss sie drin bleiben?“ fragte Kat stirnrunzelnd und trat an die Box der Stute heran. Pina zog sich direkt zurück und beobachtete uns misstrauisch. „Ich glaube kaum, dass wir sie ohne Unfall bis zur Weide und abends auch wieder zurückbringen. Ich möchte sie erst einmal wenigstens handzahm bekommen.“ meinte ich seufzend und musterte Pina – das würde noch ein langer Weg werden und ich wusste, dass nicht ich diejenige war, die ihn beschreiten sollte.
      Kurz nachdem wir den Stall wieder verlassen hatten, kam Ethan aus der Stadt zurück. „Im Diner gab es mehr als gedacht!“ meinte er grinsend und hielt seine vollen Hände hoch.
      Links hatte er drei Pappbecher in einer Pappe und rechts eine große Tüte. Kat und ich setzten uns auf die Treppe der Veranda und dankten Ethan für den Kaffee.
      „Oh ja, den brauche ich jetzt!“ seufzte Kat glücklich und verbrannte sich bei ihrer Gier direkt die Zunge. „Aua!“ fauchte sie und versuchte es nun mit pusten.
      „Ich habe uns auch was für das Abendessen mitgebracht.“ meinte Ethan und packte drei Aluteller aus. Auf jedem befand sich eine Portion Nudeln mit Bolognese.
      Während ich schon zu essen begann, schaute Kat misstrauisch auf das Essen. „Ich glaube ich dusche mich erst einmal, vorher bekomme ich keinen Bissen herunter!“ meinte sie stöhnend und verschwand im Haus.
      Ich aß noch auf und machte mich dann auf den Weg zu den Hengsten. „Brauchst du noch Hilfe?“ fragte Ethan vorsichtig nach, doch ich konnte ihn beruhigen und schüttelte nur den Kopf. Die Gesellschaft von Kat heute Morgen reichte erst einmal für die nächsten drei Tage.
      Mit der Schubkarre machte ich mich auf den Weg zum ersten Unterstand – verfolgt von Allelujah und Absinth. Den beiden Junghengsten schien gerade langweilig zu sein und ich ahnte auch schon, dass sie mir bald tierisch auf den Geist gehen würden.
      „Autsch!“ fluchte ich kurze Zeit später und hielt mir den Arm. Allelujah drehte buckelnd um und verschwand zu der kleinen Gruppe am Zaun, um diese aufzumischen. Schneeleopard und Call me a Twist nahmen ihn aber direkt in die Mangel, um ihm zu zeigen, wer der Chef war.
      „Kleiner Mistkerl...“ murmelte ich seufzend, denn Allelujah hatte den Moment meiner Unaufmerksamkeit genutzt, um mich mal wieder zu ärgern.
      Als dann aber Pajero dazu kam, huschte Allelujah davon. Mein geliebter Schecke blieb vorsichtig vor mir stehen und begrüßte mich, indem er mir ins Gesicht blies. „Auf dich ist immer Verlass.“ meinte ich lächelnd.
      Auch bei den Hengsten wurden die Unterstände frisch eingestreut und die Heunetze neu aufgefüllt. Als alles geschafft war, wollte ich den späten Nachmittag noch ein wenig mit den Pferden genießen und gesellte mich so zu Aristo und Thorondor, welche friedlich grasten.
      Dann packte mich plötzlich wieder der Tatendrang. Ich pfiff den jungen Zarin zu mir und dieser folgte mir brav bis zum Gatter, wo ich ihn aufhalftern konnte. „Komm! Wir erkunden die neue Gegend.“ meinte ich lächelnd und führte ihn in den Stall. Dort putzte und sattelte ich ihn, ehe es auch schon los ging.
      „Auf auf in neue Abenteuer!“
      Wir waren drei Stunden unterwegs und ich genoss die herrliche Ruhe in der Wildnis, für mich gab es keinen schöneren Ort. Auch Zarin war vollkommen entspannt und schritt ruhig daher.
      Natürlich durfte er sich auch einmal austoben, aber in dem neuen Gelände war er eher vorsichtig, nachdem er vor Schreck wegen eines Koyoten beinahe gestolpert und hingefallen wäre.
      Als wir wieder ankamen, holte mich der Anblick des Jeeps zurück in das Hier und Jetzt. Seufzend schwang ich mich aus Zarins Sattel, es war komisch, zu wissen, dass die Karamakovs nun eine Weile mit hier lebten, das Einsiedler-Dasein hatte mir eigentlich sehr gut gefallen.
      „Menschen bringen doch nur Unglück.“ murmelte ich zu Zarin, nachdem ich ihn zurück auf die Weide ließ. Noch einmal lief ich zum Unterstand um alles zu kontrollieren und da fand ich auch die beiden Hengste, welche ich heute noch gar nicht gesehen hatte: Doc und Pawaneeh. Kurz kraulte ich beide, ehe ich gähnend die Weide verließ.
      Für heute reichte es mir und ich warf mich schon früh auf meine Matratze. Davor versuchte ich möglichst Ethan und Kat zu umgehen, um nicht noch in ein tiefgründiges Gespräch gezogen zu werden.
      Aber anscheinend war der Tag für die beiden auch anstrengend gewesen, so dass es heute nicht mehr sonderlich viel zu sagen gab.
      Ich lag dennoch noch lange wach im Bett und dachte über die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft nach. Es war so viel passiert, obwohl ich noch gar nicht lange in Wyoming war, dabei hatte ich doch meine Ruhe gewollt?
      Und nun war irgendwie doch alles anders gekommen als gedacht. Ich schwankte zwischen den beiden Möglichkeiten entweder die Karamakovs schon bald wieder wegzuschicken, damit ich erneut meine Ruhe haben könnte oder es als Schicksal anzunehmen, dass sie hier waren und es sich vielleicht auch gut auf die Ranch auswirken würde.

      Regen, Regen, Regen ...
      03/2015, von Eddi | 7775 Zeichen​
      Die letzten Wochen war das Wetter richtig frühlinghaft gewesen und ich hatte bereits geahnt, dass sich das nie und nimmer ewig so halten würde und ich sollte Recht behalten… Als ich heute Morgen meine Jalousien öffnete, begrüßte mich ein grauer Himmel und in kleinen Fäden regnete oder nieselte es, wie man es nahm. Seufzend schlüpfte ich in meine Reitsachen, wusch mich kurz und band die Haare dann zum typischen Pferdeschwanz zusammen, nach fünf Minuten dort draußen würden sie sich sowieso einmal um die halbe Welt kräuseln.
      Unten in der Küche erwartete mich eine ebenso unmotivierte Kat, die mir mit einem „Guten Morgen“ eine Kaffeetasse reichte. Am Tisch saß Ethan vor zwei beschmierten Toastbroten. Irgendwie schien er aber noch total zu schlafen und bekam auch meinen Versuch, ihm einen einigermaßen guten Morgen zu wünschen, gar nicht mit. Ich dankte Kat für das Lunchpaket und die Thermoskanne, welches ich beides ein paar Minuten später auf der Bande in der Halle deponierte, dass Zeug würde mir wahrscheinlich heute das Leben retten.
      Und genau so einen Tag wollte ich meinen Hengsten widmen. Dafür würde ich die Vierbeiner aber nicht auf ihrem riesigen Areal suchen müssen, denn die meisten standen in kleinen Grüppchen in den Unterstanden oder unter den Baumgruppen. Doch erst einmal wurden auch sie gefüttert und ausgiebig versorgt. Die „Stall“arbeit brachte ich auch direkt hinter mich, indem ich erst die Unterstände ausmistete und dann noch die beliebten Ecken abäppelte.
      Nachdem das geschafft war und ich trotz Regenmantel schon kalt war, schnappte ich mir Vertigo, Allelujah und Heartbreaker. Alle drei nahm ich mit in die kleine Stallgasse vor der Halle und band sie dort im trockenen an. Dann lief ich noch einmal zurück und holte noch Pajero und Call me a Twist. Die beiden gekörten Hengste durften jeweils eine trockene Box beziehen, in welcher auf sie eine Ladung Heu wartete und sie trocknen durfte, denn ich wollte sie nachher reiten.
      Dann kamen auch schon Kat und Ethan in den Stall. Erst einmal bauten wir in der Halle die kleine Springgasse auf, ehe wir die drei Ponyhengste ausgiebig putzten und dann am Zaum in die Halle führten. Ich hatte Allelujah, da er sich doch gerne mal ein wenig gebärdetete, während Ethan Vertigo hatte und Kat sich um den kleinen, aber frechen Breaker kümmerte. Ethan machte immer den Anfang, weil Vertigo am erfahrensten war. Dann schickte ich Allelujah hinterher und als letztes war Breaker an der Reihe. Irgendwann sprangen die drei auch von alleine und wir konnten in aller Ruhe zuschauen.
      Nach einer halben Stunde fingen wir sie ein, Ethan brachte sie zurück auf die Weide, während wir beiden Mädels die Gasse abbauten. Dann sattelte ich mir Call me a Twist und ging mit ihm in die Halle. Der Hengst war inzwischen gekört und deckte auch erfolgreich, aber natürlich wollte ich ihn durch Turniere auch noch ein wenig bekannter machen, also hieß es für uns trainieren! Wir gingen einige Lektionen durch und wie immer führte Twist sie mit einer klaren Präzision aus, die ich nur von ihm kannte. Zufrieden versorgte ich ihn und machte mir stattdessen Pajero fertig.
      Anfangs wollte ich auch mit ihm in die Halle, aber schnell merkte ich, dass mein geliebter Schecke voller Power steckte und so machten wir trotz des Wetters einen rasanten Ausritt und bauten allerhand Natursprünge mit ein. Pajero und ich liebten das Risiko und auch wenn wir uns zweimal fast hinlegten, jagten wir weiter durch den Regen. Danach mussten wir uns aber im Stall echt erst einmal eine Aufwärmphase gönnen, ehe er zurück auf die Weide durfte und ich weitermachen konnte.
      Als erstes holte Dr. Insektor von der Weide, putzte den Rappen kurz und longierte ihn dann circa zwanzig Minuten in der Halle, um seine Rückenmuskulatur zu fordern. Dabei kamen auch Trabstangen und Cavaletti zum Einsatz. Den gleichen Spaß machte ich danach auch noch mit Aristo, ehe die beiden Hengste eine der Boxen beziehen und sich ausruhen durften. In der Zwischenzeit hatte ich Thorondor von der Weide geholt und übte nun mit ihm an der Hand die Lektionen der hohen Schule. Niemand glaubte mir, dass der Rappe bereits 26 Jahre alt war, denn er sah nicht nur aus wie erst 10 Jahre sondern benahm sich auch so. Irgendwann konnten wir auch zur Freidressur übergehen und wie jedes Mal machte es einfach einen totalen Spaß, mit dem Hengst zu arbeiten.
      Anstrengender war dahingegen der Junghengst Zarin, der es heute echt auf jedes Späßchen anlegte. Schon beim Putzen und Satteln war er eine Nervensäge und als ihm meine aufwärmenden Lektionen zu langweilig wurden, machte er nur Unsinn unter dem Sattel. Also sammelte ich mich und forderte von ihm alles: Gangwechsel, Handwechsel, Seitengänge. Und binnen einer halben Stunde war der Hengst wesentlich ruhiger und geschmeidiger, so dass ich mit ihm arbeiten konnte. Manchmal war er einfach noch genauso anstrengend wie das kleine Hengstfohlen von damals!
      Umso entspannter war dann die Einheit mit Schneeleopard. Der Criollo arbeitete traumhaft mit, war aufmerksam und lernte sehr schnell. Insgeheim trainierte ich ihn ja für eine Körung, aber die war leider bisher noch weit entfernt. Nachdem ich nun wieder wesentlich entspannter war, konnte ich auch gut mit dem jungen Absinth arbeiten, den ich heute „nur“ an die Longe nahm und ausgiebig eine halbe Stunde arbeitete.
      Mein Vollbluthengst Pawaneeh hatte heute frei. Stattdessen bekam er nur eine ausgiebige Massage und durfte dann wieder zurück. Vor einer Woche hatte er erfolgreich seine Körung bestanden und dementsprechend hatte er jetzt erst einmal Schonfrist, denn die Vorbereitung war für uns beide hart gewesen, aber es hatte sich gelohnt! Aber nicht, dass ich damit Ruhe hatte! Nein nein… Der zweite Vollbluthengst stand bereits in den Startlöchern für seine Kür: Golden Ebano gehörte seit Februar mir und war nun auch endlich bei uns angekommen und seit seiner Ankunft trainierten wir für die kommende Körung. Sowohl Tierarzt als auch Hufschmied hatten ihn schon unter die Lupe genommen und so gesehen stand uns auch nichts mehr im Wege!
      Mehr Ruhe hatte dafür momentan unser Lewitzerhengst Piccolo’s Blaze. Nachdem die Deckzeit nun rum war, pausierte er zufrieden und genoss die Zeit auf der Weide. Ab und an arbeitete ich natürlich auch mit ihm, aber der Scheckhengst hatte bereits eine erfolgreiche Laufbahn hinter sich, so dass ich keinen Grund sah, ihn großartig zu trimmen. Ebenso entspannt lief das Leben unseres kleinen Pinochios ab. Inzwischen hatte ich Kat damit beauftragt, sich um den zwergischen Tigerschecken zu kümmern und das machte sie zu gerne. Pino brachte ihr alle wichtigen Dinge bei und so kamen die beiden echt schnell vorwärts!
      Als ich Golden Ebano nach unserem Training zurück auf die Weide brachte, dämmerte es bereits, aber der Regen ließ nicht nach. Ich war nass und hundemüde, so dass ich den beiden letzten Hengsten nur einen kurzen Besuch abstattete. Gemeinsam standen die beiden unter den großen Tannen und schienen bereits zu schlafen. Es handelte sich um Bandit und Dissident Aggressor. Bandit war inzwischen ein Weilchen hier und ich war immer noch stolz, mit welcher Leichtigkeit der Hengst seine Körung bestanden hatte, aber Dissident Aggressor konnte er damit nicht in den Schatten stellen!
      Erst vor zwei Tagen hatte der Westernhengst an einer Körung teilgenommen und dort dermaßen abgeräumt, dass ich immer noch sprachlos war. Täglich kamen nun Mails, ob ich den Hübschen nicht verkaufen würde. Das war aber auch nicht anders gewesen, als er noch nicht gekört war, doch nun stieg das Interesse noch einmal ein Stückchen an! Lächelnd kraulte ich meine beiden liebsten Hengste, ehe ich mich dann niesend verabschiedete und mir erst einmal eine heiße Dusche gönnte, ehe ich einfach todmüde ins Bett fiel und sofort einschlief.

      Hitze
      07/2015, von Eddi | 6915 Zeichen​
      Irgendwie war es mir ein Rätsel wie man bei der Hitze noch irgendetwas machen sollte. Die Pferde liebten inzwischen den langen Flusslauf, der über das Weideland ging. Manche standen den halben Tag drin und wenn man doch mal reiten wollte, hatte man oftmals ein verschlammtes Pferd.
      Wenn ich ritt, dann aber sowieso nur in der Frühe oder ganz schön spät abends. Heute war mal wieder ersteres an der Reihe. Tatsächlich wollte ich heute Morgen sogar drei Pferde schaffen.
      Den Anfang machte Hollybrook’s Zarin. Langsam aber sicher wollte ich den hübschen Hengst auf die Körung vorbereiten und da kamen wir nicht umhin, auch mal unter dem Sattel zu arbeiten. Schnell geputzt und gesattelt war der Hengst und heute anscheinend sogar recht motiviert.
      Noch arbeiteten wir viel an den Grundlagen, aber zur Abwechslung nahm ich auch die Seitengänge und verstärkten Gangarten mit hinein. Immerhin sollte Zarin an unserem Training Spaß haben und nicht gelangweilt das machen, was ich von ihm forderte.
      Heute lief es wirklich gut und so ritt ich den Hengst nach einer Stunde zufrieden ab und dann gab es erstmal eine erfrischende Dusche und die Portion Müsli, ehe es zurück auf die Koppel ging.
      Nächster Kandidat auf meinem Plan war Schneeleopard. Auch ihn wollte ich irgendwann gerne gekört sehen, gerade weil ich schon eine Criollostute im Stall stehen hatte, die zur Zucht zugelassen war. Schneeleopard war schon lange in meinem Besitz und wir hatten uns nie wirklich Gedanken um die Zucht gemacht, aber irgendwann kam auch das auf.
      Auf Turnieren war der Tigerschecke erfolgreich und auch unter dem Sattel lief er traumhaft, dennoch war er noch nicht weit genug für die Körung, also hieß es: Üben, üben, üben. Auch heute wieder und wieder die ganzen Lektionen. Auch Schneeleopard bekam danach eine erfrischende Dusche und sein Belohnungsfutter.
      Letzter Hengst für diesen Morgen sollte Golden Ebano sein. Endlich wollte ich mal wieder etwas für die Muskeln meines Vollbluthengstes tun, der sich so wunderbar entwickelt hatte. Fleißig lief er unter mir und besaß auch eine schöne Selbsthaltung. Ebano war auch noch recht motiviert, aber zum Ende hin hatte auch er keine Lust mehr.
      Ich versorgte auch noch ihn und dann hieß es auch schon Heuraufen auffüllen, Tränken kontrollieren, Wassercontainer auffüllen und die allbekannten Stellen abmisten beziehungsweise die Unterstände ausmisten. Takräftige Unterstützung erhielt ich dabei von Ethan und Kat und zu dritt war man dann doch gegen Mittag fertig.
      Die Mittagshitze verbrachten wir in unserem Pool. Für den hatten wir alle zusammengelegt und es hatte sich wirklich gelohnt. Ich wusste gar nicht, was ich ohne das Teil noch bei der Wärme machen würde.
      Nach dem Mittagessen war ich für einen Ausritt. Heute Abend sollte ich eine kleine Gruppe an Touristen durch unsere Gegend führen (ja, auch ich musste irgendwie Geld verdienen) und ich wollte vorher lieber noch einmal kontrollieren, ob mit der Strecke auch wirklich alles in Ordnung war.
      Kat setzte ich auf Aristo, Ethan auf Dr. Insektor und ich nahm mir Thorondor. Letzterer war zwar schon inzwischen ein altes Relikt, aber immer noch fit und so trug er mich auch heute wieder stolz durch die amerikanische Landschaft. Der Weg war wirklich wie geschaffen und man kam an vielen Wasserstellen vorbei, die für eine Pause einluden. Perfekt!
      Bevor ich mich jedoch den fremden Menschen würde widmen müssen, kam noch ein Neuankömmling aufs Gestüt. Vor kurzem hatte ich mal wieder Siobhan in Schottland besucht und auch ein kleines Mitbringsel mitgenommen, beziehungsweise kam das jetzt an.
      Es handelte sich um einen Hengst, ein schweres Warmblut, namens Albertino. Er war sogar schon gekört und deshalb das wunderbare Gegenstück zu Wita und so hatte ich nicht nein sagen können!
      Der Fuchs wurde uns gebracht und durfte sich dann erst einmal alleine auf der kleineren Weide einleben und sich an das doch andere Wetter gewöhnen. Die Nacht würde ich ihn in den kühlen Stall bringen und dann mal schauen wie er sich einleben würde.
      Albertino hatte ich ein wenig betüddelt und geputzt, aber dann wurde es auch schon Zeit, gemeinsam mit Ethan die Pferde für den Ritt zu holen. Wir hatten tatsächlich fünf Touristen, die reiten wollten. Ich hatte entschieden, dass wir sie zu zweit begleiteten: Ich vorneweg und Ethan als Katzenauge hinterher.
      Kat blieb derweil auf der Ranch. Sie kümmerte sich um die Bezahlung und Versorgung der Touristen. Na das würde lustig werden…
      Ethan und ich holten die sieben Pferde von der Weide. Da die Stuten heute frei hatten, waren wir mit Hengsten unterwegs. An sich eventuell ein waghalsiges Manöver, wer aber unsere Hengste kannte, wusste, wie sicher das war.
      Ethan setzte ich auf Call me a Twist und ich nahm mir Dissident Aggressor. Beide Hengste machten etwas her und würden die Ponybande gut unter ihre Fittiche nehmen. Die bestand im Übrigen aus Absinth, Bandit, Hugo Boss, Carachillo und Hýreygur.
      Da wir die Pferde lieber selber fertig machten (sonst landete ein Sattel noch verkehrtrum auf dem Pferd), waren diese auch schon fertig, als die Touristen kamen. Kat hatte alle mit Helmen ausgestattet und sie belehrt, also hoffte ich einfach, dass es klappen würde. Es waren drei Frauen und zwei Männer, eigentlich jedes Alter war vertreten und der Ausritt wurde besser als gedacht.
      Alle Reiter hatten angegeben, dass sie fortgeschritten waren und das waren sie auch und so konnten wir einen herrlichen Ausritt machen, bei welchem ich mir auch keine Gedanken um meine Pferde machen musste. Die waren wirklich in guten Händen.
      Wir machten auch allerhand Pausen und ich konnte viel über unser Gebiet erzählen, was die Touristen auch sichtlich ansprechend fanden. Zu Hause halfen sie dann alle bei der Versorgung der Pferde und als „Belohnung“ gab es von Kat dann Sandwiches und kühle Limonade. Ich glaube aus der Geschäftsidee würde doch noch was werden.
      Eigentlich war ich dann schon fertig mit der Welt, aber leider noch nicht mit den Pferden. Am Abend ritt ich noch meine beiden Junghengste Allelujah und Monster Delusion. Mit Pajero ging ich auf unsere Geländestrecke. Der große Schecke musste dringend mal wieder ein wenig Dampf ablassen und da war Military genau das Richtige.
      Dann machte ich noch einen letzten Ausritt mit Pawaneeh, bei welchem ich den kleinen Heartbreaker als Handpferd mitnahm. Die beiden Schimmel benahmen sich wirklich wunderbar und ich konnte den Abend genießen. Wir bekamen sogar eine kühle Dusche von oben, denn plötzlich fing es an wie aus Eimern zu gießen.
      Spät am Abend verließ ich mit Kat noch einmal das Haus und wir putzten Pinochio, Hoppla und Window. Unsere drei kleinsten Hengste. Als dann auch die betüddelt waren, hatte ich alle Hengste für den heutigen Tag geschafft und Morgen würde der ganze Stress wieder von vorne anfangen. Die To-Do-Liste war schon lang genug: Zäune kontrollieren und reparieren, den Flusslauf abreiten, Weiden instand halten et cetera.

      Erfrischende Abkühlung
      07/2015, von Eddi | 9358 Zeichen​
      Es war mal wieder schön, ausschlafen zu können und nicht wegen der Hitze schon so früh am Morgen draußen rumturnen zu müssen. Momentan zogen die Sommergewitter nur so über Wyoming und dementsprechend runtergekühlt war es nun auch, man konnte eigentlich schon wieder lange Sachen anziehen, beziehungsweise sollte es sogar, denn wenn man so stur blieb wie ich, sah man auch so aus wie ich diesen Morgen: blass und total verschnupft.
      Seufzend entschwand ich ins Bad um mich dort zumindest einigermaßen ansehnlich zu machen. Draußen war der Himmel grau, aber es regnete wenigstens nicht, also würde ich zumindest nicht noch einmal vollkommen nass werden. Unten in der Küche war auch bereits Kat unterwegs und bot mir direkt ein Glas Wasser und ein Aspirin an. „Danke“, murmelte ich knapp, schluckte die Tablette und frühstückte dann. Zumindest das, was ich herunterbekam.
      Trotz Erkältung musste die Pferde bewegt werden und besonders die Zuchtanwärter. Eine unerwartete Pause im Training von meinen Vierbeinern konnte ich mir schlichtweg nicht leisten. Also schlüpfte ich nach der Fütterung in meine Reitsachen und es ging direkt los. Wie dankbar ich war, den Stall nicht als reinen Stall gelassen zu haben, sondern aus ihm zumindest eine kleinere Halle zu machen. Bei dem regnerischen Wetter würde ich heute öfter dorthin ausweichen müssen.
      Erst einmal wollte ich die Körungskandidaten abarbeiten, denn diese hatten momentan schlichtweg Vorrang. Deshalb holte ich mir Classic Gold aus der Box, band sie direkt davor an und nahm ihr die Stalldecke ab. Classic Gold war das typische Vollblut, nicht nur einen typischen Namen hatte sie, nein, sie sah auch ziemlich genau so aus, wie sich jeder ein Vollblut vorstellte. Nur, dass sie nicht mehr sonderlich oft auf der Rennbahn zugegen war. Eine sehr gute Karriere hatte sie da dennoch hingelegt, aber wir widmeten uns inzwischen bevorzugt der Distanz und als erfrischende Abwechslung dazu auch dem Geländereiten.
      Für ein Vollblut war Classic Gold sehr ruhig und entspannt und auch heute ließ sie sich wunderbar von mir longieren. Wir waren inzwischen auf M-Niveau was die Distanz betraf, dementsprechende Ausdauer besaß die Stute auch. Ebenso strotzte sie nur so vor Muskeln und war eigentlich so gut wie bereit für die Krönung. Wir hatten sogar schon eine rausgesucht und gemeldet, nur hinfahren mussten wir noch.
      Nach der lockeren Trainingseinheit deckte ich Classic ein und führte sie noch zum Abtrocknen eine Runde über den Hof. Classic war bei dem Wetter genauso empfindlich wie ich und deshalb ging ich lieber auf Nummer sicher. Außerdem bekam sie wieder ihre Stalldecke drauf und dann ging es zurück in die Box. Eigentlich Ironie, wenn man sein Pferd Ende Juli eindecken musste, aber was solls. Ich war ja das beste Beispiel dafür, was passierte, wenn man es ignorierte.
      Nach Classic Gold war die zweite Krönungskandidatin an der Reihe. CH’s Sun is Shining hatte sich inzwischen gut bei uns eingelebt und war auch momentan im Training. Dass sah man der jungen Araberstute an und wie immer war sie ein wenig aufgeregt, als ich sie von der Weide in den Stall holte und sie fertig machte. Da sie demnächst noch zum Trainer kommen würde, wollte ich sie nur locker vorwärts-abwärts reiten und es dann für heute dabei belassen.
      Sunny lief sehr fleißig vorwärts und es war immer ein pures Vergnügen die Stute zu reiten, ehrlich. So war auch dieser Ritt wieder sehr angenehm und ich konnte das Training zufrieden beenden. Nachdem Sunny versorgt war, holte ich Hollybrook’s Zarin. Ich liebte den Hengst ja abgöttisch, aber zwischenzeitlich waren wir echt einfach nicht vorwärts gekommen. Es hatte kein vor und kein zurück gegeben, schrecklich.
      Seit kurzem trainierte ich nun wieder mit ihm und ritt ihn auch regelmäßig auf Turnieren. Der Witz war, der Hengst liebte das Fahren. Davon war ich nun gar kein Fan, aber Zarin zu liebe hatte ich mein Wissen erneut aufgefrischt und motiviert zeigte sich der Hengst nun auch vor der Kutsche. Ich hoffte ja inständig, dass ich mit diesem Argument Elisa überzeugen könnte, den Hengst auch zu trainieren, sie mochte das Fahren doch genauso sehr wie er.
      Heute longierten wir aber nur, denn sowohl fürs Reiten als auch fürs Fahren waren starke Rückenmuskeln wichtig und da fehlte es Zarin gerne mal noch. Also mussten wir das aufarbeiten. Zarin machte fleißig mit und während er so seine Runden um mich drehte, musste ich daran denken, wie er als kleines Fohlen noch mit der Mama über die Weide getrippelt war. Zu süß!
      Nach Zarin schwang ich mich in den Sattel von Leitz. Zuvor hatte ich draußen auf dem Platz eine gute halbe Stunde damit verbracht, einen Springparcours aufzubauen. Keine spaßige Sache. Leitz war wie immer motiviert, beinahe zu motiviert und ich hatte ab und an zu tun, den großen Holsteiner wirklich unter Kontrolle zu haben. Aber ihm machte es Spaß und so arbeiten wir eben auch an unseren Problemchen. Damit ich den Parcours nicht nur für ein Pferd aufgebaut hatte, schwang ich mich fast direkt von einem Palomino auf den nächsten. Kat hatte angeboten, Leitz zu versorgen und so hatte ich mir direkt Allelujah geschnappt.
      Der aufmüpfige Kerl konnte ruhig mal wieder arbeiten. Da hatte ich mir von Elisa auch einen Chaoten andrehen lassen. Allelujah hatte sich inzwischen echt gebessert, aber manches Mal war er einfach noch anstrengend und genauso schrecklich wie am Anfang seiner Tage. Da seine größte Leidenschaft das Springen war, arbeitete er heute auch wunderbar mit und ich konnte mich wirklich nicht beklagen. Motiviert nahm er die Hindernisse, blieb dabei aber dennoch bei mir und reagierte sensibel auf meine Hilfen. Als Belohnungen gingen wir dann noch eine kleine Runde im Schritt ins Gelände, ehe er zurück auf die Weide durfte.
      Eigentlich war ich mit meiner Erkältung jetzt schon an meinen Grenzen, aber ich hatte nicht einmal die Hälfte der Pferde geschafft. Nachdem mich Laurel, die Reitbeteiligung von Lila Wolken, beinahe ewig angebettelt hatte, hatte sie es nun tatsächlich geschafft, dass wir mit den beiden Isländern zu einem Kurs fürs Gangreiten fahren würden. Laurel auf Lila Wolken und ich auf Hákur. Ganz so überzeugt war ich von der Idee ja noch nicht wirklich, aber als Besitzerin von inzwischen vier Isländern blieb mir nicht sonderlich viel übrig.
      Deshalb hatten Laurel und ich uns für heute auch zum Training verabredet. Motiviert sattelte das junge Mädchen die Scheckstute, während ich mir meinen hübschen Falben fertig machte. Gemeinsam wärmten wir die beiden dann auf und schon ging es los. Lila Wolken und Laurel waren ein klasse Team und was die da teilweise auf der Bahn zeigten, war beeindruckend! Da konnten Hákur und ich noch nicht wirklich mithalten, aber gut, irgendwie würden wir das auch noch hinbekommen, da war ich mir sicher. Zum Glück war Hákur heute auch nicht allzu motiviert, so dass ich heimlich einiges auf ihn schob.
      Nachdem die Isländer geschafft waren, fragte Laurel, ob sie mir noch helfen könnte. Ich grinste sie fröhlich an. „Wenn du genügend Lust und Zeit hast, hier gibt es noch genug zu tun“, meinte ich lachend und sie nickte begeistert. Sicherlich würde ich eine RB nicht auf alle meine Pferde lassen, aber Laurel war talentiert und vor allem verantwortungsbewusst. Bei ihr waren Pferde wirklich gut aufgehoben, aber den Ruf hatte sie sich natürlich auch erst einmal erarbeiten müssen. Nun sammelte sie dafür aber auch das Lob und den Lohn.
      „Du kannst gerne Morning Sun reiten und danach noch Animby longieren“, meinte ich und schon war Laurel verschwunden, auch nicht schlecht, wenn man eine Aushilfe hatte, zwei Pferde weniger. Ich machte mir stattdessen Ice Coffee fertig. Seit neustem plante ich, auch die Paint Stute langsam in Richtung Körung zu bekommen, sie wäre das ideale Gegenstück zu Twist und das wollte ich mir auf keinen Fall entgehen lassen. Außerdem baute Jani sich im Moment wieder eine aktive Westernzucht auf und als Leihpferde gab ich meine Vierbeiner dort nur zu gerne hin.
      Nach der Westernstute ritt ich auch noch Dr. Insektor. Mit ihm war es das gleiche Spiel wie mit Zarin, momentan kamen wir einfach nicht voran. Aber ich hoffte einfach, dass der Hengst nur Zeit brauchte und dann würde das klappen. Stattdessen machte ich dann noch ein wenig Bodenarbeit mit Schneeleopard und ging eine Runde mit Absinth spazieren. Beide Hengste waren motiviert mit dabei und dementsprechend klappte auch alles gut. Als nächstes beschäftigte ich mich mit Feuervogel. Wir ritten heute nur ein wenig ohne Sattel in der Halle, denn so wirklich Lust hatte ich nicht mehr und Feuervogel hatte sich sowieso ein Päuschen verdient. Grinsend musste ich immer an Elisa denken, wenn ich ihn ritt.
      Danach lud ich Laurel noch zu einem Ausritt ein. Für den setzte ich sie auf Sika und ich machte mir Cual Maniaca fertig. Wir erfrischten eine lange Trockenphase zwischen den Regengüssen und konnten den Ausritt sogar richtig genießen. Zu guter Letzt versorgten wir die beiden Pferde und ich musste nur noch zwei Chaoten bewegen, dann hätte auch ich es endlich geschafft.
      Scheherazade longierte ich heute nur und Cover the Sun ritt ich dressurmäßig, der junge Hengst sollte auch langsam ins Training. Ich war mir aber sicher, dass er das mit Bravour schaffen würde. Zufrieden versorgte ich auch noch ihn und dann gönnte ich mir eine heiße Dusche, um mich danach in eine Decke auf dem Sofa einzumümmeln.

      Abschied
      08/2015, von Eddi | 11.925 Zeichen​
      Grübelnd saß ich gemeinsam mit Kat und Ethan am Frühstückstisch. Ich wusste gar nicht so recht wie ich beginnen sollte, aber vielleicht fing ich einfach an, das wäre wohl das einfachste. „Leute? Ich muss euch was sagen“, meinte ich und zog die Stirn ein wenig kraus. Ethan und Kat sahen mich neugierig an, sie schienen mit nichts Besonderem zu rechnen, maximal mit einem neuen Pferd, aber sonst. „Es ist nicht das was ihr denkt“, sagte ich genervt und haute es dann einfach raus: „Ich ziehe weg. Die Ranch steht schon zum Verkauf.“
      Tja, da waren meine beiden Mitbewohner erst einmal baff, aber es ging nicht anders. Ich hatte die Pause in Wyoming wirklich genossen, aber es war langsam Schluss damit. Ich sehnte mich wieder nach einem richtigen Gestüt und nach Mitarbeitern und genau das wollte ich umsetzen. Kat und Ethan schwiegen, sie schienen nicht so recht zu wissen, was sie sagen sollten. Auch sie hatten diese Pause genutzt, um aus ihrem alten Stress heraus zu kommen, aber beide waren eher Stadtmenschen und nicht für das Land geschaffen und das hatten sie auch schon oft zugegeben.
      Wir frühstückten relativ schweigend zu Ende und dann machte ich mich auch schon auf den Weg nach draußen, die Pferde mussten immerhin versorgt werden. „Ich übernehme die Hengste!“, erklärte sich Ethan bereit und stand mit auf. Schweigend warf ich vier Heubündel auf die Schubkarre und machte mich auf den Weg in Richtung Stutenweide. Die Heunetze wurden alle frisch aufgefüllt und der Rest kam in die Raufen. Dann mistete ich die Unterstände und machte mich auf den Weg zu den Fohlen.
      Im Stall traf ich wieder auf Ethan, der nun auch fertig war. Gemeinsam brachten wir die neueren Pferde auf die kleineren Weiden und misteten deren Boxen aus. Neu waren Fandango und Scheherazade, welche immer noch getrennt von den anderen standen, das war mir doch lieber. Doch schon bald sollten dann auch sie umgesiedelt werden, aber ein wenig Zeit hatten wir ja noch. Da nun die grundlegende Arbeit fertig war, konnte ich mit dem Training beginnen. Dabei standen an vorderster Spitze unsere momentanen Körungskandidaten und davon hatten wir mehr als genug.
      Dementsprechend holte ich Classic Gold und CH’s Sun is Shining von der Weide. Zweitere packte ich erst einmal auf den Paddock und erstere wurde geputzt und zum Longieren fertig gemacht. Den Probedurchlauf für die Krönung hatten Classic Gold und ich schon hinter uns, nun wurde es langsam ernst und ich hoffte, dass das bald mal von Statten gehen würde. Hier in Wyoming hatten sie es nicht so mit regelmäßigen Krönungen, die waren manchmal Monate lang offen.
      Classic Gold longierte ich heute nur locker vorwärts-abwärts. Sie sollte fit bleiben, aber gestern waren wir auf einem Turnier gewesen, deshalb machten wir heute nur muskelkater-vorbeugendes Training. Sunny musste stattdessen mehr dran glauben. Die Araberstute sattelte ich mir und ging mit ihr für ein Stündchen auf den Reitplatz, um die kommenden Aufgaben durchzureiten und unsere Fehler noch auszubessern.
      Danach waren Ice Coffee und Cual Maniaca an der Reihe. Ich schnappte mir Kat für einen kleinen Ausritt und setzte die Anfängerin auf die brave Westernstute. Manni wäre nichts für sie gewesen, sie war viel zu zickig dafür. Der Ausritt verlief aber ganz entspannt, auch wenn Kat nur grummelnde Töne von sich gab. Wieder auf der Ranch traf ich auf Laurel, welche die Reitbeteiligung von Lila Wolken und Hákur war, dementsprechend waren die beiden Isländer heute versorgt.
      „Wenn du fertig bist, können wir auch noch einen Ausritt mit Milka Luflee und Hyreygur machen!“, bot ich ihr an und Laurel schien sich nach einem anstrengenden Schultag sichtlich auf diese Abwechslung zu freuen. In der Zwischenzeit bewegte ich Allelujah und Feuervogel, meine beiden hübschen Palominos. Mit beiden Junghengsten hatte ich genug zu tun und war danach eigentlich auch echt k.o., aber der Tag war noch nicht einmal zur Hälfte rum! Auf mich wartete nun noch ein Dressurtraining mit Dr. Insektor und ein Geländeritt mit Hollybrook’s Zarin. Ethan wollte uns auf Schneeleopard begleiten und das Training beobachten, außerdem wollte ich ungern alleine im Gelände springen, wenn doch einmal etwas passierte, hatte ich keine Hilfe vor Ort.
      Ethan versorgte danach beide Hengste, damit ich in der Zeit erst Animby und dann Absinth longieren konnte. So viele Pferde alleine zu bewegen machte definitiv keinen Spaß. Umso dankbarer war ich dann, als die ersten Pferdemädchen eintrafen. Ich hatte zwei feste Gruppen je fünf Mädchen erstellt, welche zweimal die Woche kamen und Reitunterricht bekamen. Sie hatten auch jeder ein eigenes Pflegepferd und so standen einige Minuten später fünf Stuten am Putzplatz und wurden vorbildlich versorgt.
      Dabei handelte es sich um Apache’s Tomahawk, Caribic Sue, Freeway, Walking in the Air und das Kürbisvieh. Die Mädchen liebten ihre Pferde und gingen immer sehr umsichtig mit ihnen um. Dementsprechend verlief auch die heutige Stunde wieder sehr entspannt und lehrreich. Am Ende standen alle Pferde wieder zufrieden auf den Weiden und die erste Gruppe zog ab. Aber die zweite stand schon in den Startlöchern.
      Da diese aber jünger war, holte ich die Pferde selbst von der Weide. Aus dem Grund fing ich mir Naimibia, Herbsttraum, Occani, Deep Silent Complete und Come Whatever May ein und nahm sie mit zum Putzplatz. Dort wurden sie direkt umzingelt und liebevoll versorgt. Für die zweite Gruppe stand heute ein Spazierritt an und deshalb nahm ich die kleine Little Chocolate Chip als Handpferd für mich mit, während ich mir Chou fertig gemacht hatte.
      Nach dem Ausritt ging es wie immer noch einmal zu den Shetlandponys und diese wurden dann mit Streicheleinheiten und Leckerlis umsorgt. Werina und Mondscheinsonate liebten das besonders, aber auch Window holte sich gerne das ein oder andere Leckerli ab. Hoppla stand mit bei dem kleinen Shetty und bekam dementsprechend auch Streicheleinheiten.
      Danach war auch die zweite Gruppe weg und nun war es bereits später Nachmittag. Ich gönnte mir eine Pause, bei welcher ich bei Khiara El Assuad und Quintesse of Xaras vorbeischaute. Die beiden standen grasend am Koppelzaun und ließen sich gerne ein wenig kraulen. Dann ging es für mich auch schon in den Endspurt. Sika, Cover the Sun, Morning Sun und Raunchy’s Limited wollten noch bewegt werden, außerdem musste ich auch noch bei Joyce vorbeischauen. Danach war ich für heute fertig, die Pferde bekamen noch ihr Abendheu und dann ging es unter die Dusche und zum Abendbrot.
      Am nächsten Tag saßen wir erneut schweigend am Frühstückstisch, bis Kat damit rausplatzte, dass sie eh wieder zurück nach New York kehren wollte und Ethan sich auch dafür entschieden hatte. „Das ist gut. Ich habe nämlich auch schon Interessenten für die Ranch“, meinte ich lächelnd und schaute in zwei entsetzte Gesichter, damit hatten sie anscheinend nicht gerechnet. Tja, so war das Leben.
      Der Tag begann wie jeder andere mit Füttern und Abmisten und dann ging es los mit dem Training. Heute widmete ich das vor allem den Hengsten und Fohlen. Zu allererst waren Leitz und Vertigo an der Reihe. Beide ließ ich freispringen. Danach ging es direkt im fliegenden Wechsel weiter, denn Sikari musste noch longiert werden und mit Rosewell arbeitete ich weiter am Fohlen ABC, das saß nämlich noch nicht so richtig. Piccolo’s Blaze, Niyo und Caillou hatten momentan frei, deshalb hatte ich genug Zeit, mich um unsere Nachzuchten zu kümmern. Korah schmuste ich nur, aber mit Panta Rhei und Amadahy ging es schon in Richtung Bodenarbeit.
      Danach war Talya an der Reihe, die junge Stute machte sich momentan wunderbar, allerdings war sie noch längst nicht an der Reihe. Erst einmal würde Amazed Marlin an einer Krönung teilnehmen und hoffentlich so in die Fußstapfen von They call her Fiorina und Donatella treten. Ebenso war Elliot erst kürzlich gekört wurden und nun der neuste Zuchthengst im Stall. Calimero II musste stattdessen erst einmal lernen, dass man während des Putzens still stand, da hatte er viel mit Frozen Bubble und Nabiri gemein, denn alle drei Fohlen waren die Unruhe in Person.
      Deshalb brauchte ich dann erst einmal eine Fohlenpause und holte mir Pajero und Heartbreaker für einen Ausritt. Heartbreaker ging als Handpferd mit und wir genossen den Ausritt wirklich, er war mal wieder richtig schön entspannt. „Ausritt mit den Westernpferden?“, fragte ich Kat und Ethan und natürlich sagten diese nicht nein. Also machten wir uns gemeinsam mit Dissident Aggressor, Call me a Twist und Morrigan auf den Weg. Die Weidezäune kontrollierten wir nebenbei auch direkt und schlichteten einen heftigen Streit zwischen Golden Ebano und Pawaneeh. Die beiden Vollbluthengste konnten sich noch nie wirklich leiden und zankten sich selbst über den Zaun hinweg an.
      Wieder da stattete ich kurz Aristo und Thorondor einen Besuch ab. Die beiden hatten heute frei, genauso wie Bandit und die drei schienen damit sichtlich glücklich zu sein. Im Gegensatz zu Hugo Boss, der nämlich mit mir in die Springstunde musste, genauso wie Carachillo und Varulv. Denn drei der gestrigen Reitmädels waren schon etwas fortgeschrittener und sprangen für ihr Leben gerne.
      Nach dieser Stunde wurden die Hengste abgesattelt und abgewaschen. Der Tag neigte sich bereits dem Ende zu, dabei musste ich noch Albertino longieren, mit Altyn ins Gelände und mit meinem geliebten He’s called Trüffel wollte ich noch ein wenig Bodenarbeit machen. Denn der junge Hengst stand seit neusten mit bei den großen und wurde allmählich zum Reitpony ausgebildet. Also theoretisch war er schon eingeritten, aber manchmal war er noch etwas schreckhaft und die Kommandos saßen noch nicht, aber genau das wollte ich heute ein wenig erarbeiten, damit dann das Training unter dem Sattel einfacher von der Hand gehen würde. So wie ich Trüffel kannte, würde er sowieso einwandfrei mitmachen und wir würden auch heute wieder große Fortschritte erzielen. Ich erahnte bereits, dass ich das kaum schaffen würde, aber ich gab mir Mühe und siehe da! Am Ende des Tages waren alle Pferde versorgt.
      Der nächste Morgen war von Stress geprägt, denn Kat hatte ein plötzliches Vorstellungsgespräch in New York erhalten und musste deshalb schon eher los. Ich war eigentlich gerade dabei, nach potenziellen Höfen zu schauen, als Ethan ins Haus gestürmt kam und mir wild gestikulierend erklärte, dass der Zaun der Jungpferde ein Leck zu haben schien und die Hälfte davon im Nirgendwo war. Toll.
      Also schnell anziehen und los auf die Suche. Vorher machte ich aber eine Bestandsaufnahme von den Verbliebenen und sperrte das doch beachtlich große Loch im Zaun ab. Da waren noch circa 8 Fohlen. Ich konnte Sibiria entdecken, Caruso, Paddington, Outlaw Torn, Dead Memories, Hollybrook’s Tiny Girl, Destiny Horror und Hollybrook’s Fairy Bluebird. Also fehlten eindeutig noch genug.
      Als erstes entdeckte ich mitten im Wald Prazzys Goldbell. Der wollte sich natürlich gar nicht einfangen lassen und kam nur zu mir, weil Shawnée wiehernd und im Eiltempo auf mich zugetrabt kam. Ethan hatte auch Glück und erwischte Dead Memories und Never look back. „Puh. Wäre der was passiert, wäre ich dran gewesen!“, meinte ich lachend und musste an Elisa denken.
      Es fehlten noch Mellow Billow und Mon petit écrou. Die beiden Stuten waren aber gar nicht so weit gekommen wie gedacht und ich hatte auch beim Einfangen Glück. Auf dem Heimweg mit beiden lief uns noch Cruel Twist of Fate über den Weg. Und wieder an der Weide entdeckte ich Ethan mit Unitato und Abendprinz. Nun fehlten ja nur noch…ach ne!
      Da hatte ich noch einmal Glück gehabt, denn Herbstmond lief noch bei ihrer Mama mit und Acariya hatte ich auch mit zu den Welshponys gepackt. Um Sacre Fleur brauchte ich mir momentan keine Gedanken machen, die verweilte noch bei ihrer Mama bei kira, wobei sie auch langsam abgesetzt werden müsste…
      Ein letztes Mal zählte ich durch um zu kontrollieren, ob wirklich jeder da war, dann konnte ich mich zufrieden der Tagesordnung widmen.
    • Chapin
      Tierarztkontrolle
      10/2015, von Eddi | 1443 Zeichen​
      Heute ging es für mich fix in den eigenen Stall. Wirklich nur fix, weil ich spontan keinen anderen Tierarzt auftreiben konnte. Meine eigenen Pferde ließ ich ja normalerweise lieber von anderen Tierärzten untersuchen, aber heute blieb mir nichts anderes übrig. Meine drei Reitponyhengste sollten für ein großes Turnier fit sein und Übermorgen ging es auf die lange Reise für Feuervogel, Absinth und Allelujah. Alle drei hatten großes Talent, aber es sollte vor allem als Training für sie dienen und als Gewöhnung an eine neue Atmosphäre.
      Als erstes war Feuervogel an der Reihe. Ich ließ ihn mir von der Pflegerin vorführen und untersuchte dann erst einmal Augen und Zähne. Danach hörte ich ihn ab und dann wurde er noch von mir abgetastet. Alles war in bester Ordnung. Er bekam seine Influenza- und Herpesimpfung und die Wurmkur verabreicht und war dann auch schon fertig, so erfüllte er alle wichtigen Bereiche für das Turnier. Als nächstes war Absinth an der Reihe.
      Auch ihn ließ ich vorführen, untersuchte ihn dann gründlich, ehe auch er geimpft und entwurmt wurde. Zu guter Letzt war Allelujah an der Reihe. Mein hübscher Palomino war eindeutig kein Fan vom Tierarzt und machte das auch nur allzu deutlich. Er war sehr unwillig und wollte am liebsten gar nicht still halten. Trotzdem hatte ich auch ihn bald untersucht, abgehört und abgetastet. So war auch Allelujah geimpft und entwurmt und meine drei Hengste bereit für ihre große Reise.

      Der Parcours des Schreckens
      10/2015, von Eddi | 4892 Zeichen​
      „Oh ja, Eddi, das war die beste Idee! Mit Allelujah an einem Halloweenparcours teilnehmen! Der ist nämlich auch so entspannt und ruhig und so!“, das war die Motivationsrede, die ich von Allelujahs Vorbesitzerin und Vorsitzenden für die Rechte der DRPs zu hören bekam, als ich ihr bei einem Telefonat begeistert von meinen Plänen erzählte. Sofort zog sich mein Mund zu einem Strich, aber ich würde das trotzdem durchziehen, auf jeden Fall! Das dachte ich in dem Moment und das hielt auch lange an. Die ganze Fahrt zum Turniergelände über, die ganze Vorbereitungszeit über. Und dann saß ich auf Allelujah und versuchte ihn auf dem Abreitplatz aufzuwärmen und plötzlich war ich mir doch nicht mehr so sicher, ob das so eine gute Idee war.
      Nichts gegen Allelujah! An sich war der ein tolles Pferd, wenn er nicht die anderen Pferde anzickte und biss oder versuchte den Helfer in die Flucht zu schlagen oder einfach mal wie wild über den Platz buckelte und so eigentlich alle Anwesenden in Gefahr brachte. Das Ganze hatten wir inzwischen hinter uns, nun lief der Palomino unter mir ganz entspannt im Trab vorwärts. Ich war jedoch angespannter denn je und wartete nur auf die nächste Explosion meines Ponyhengstes. Kein Wunder, dass Elisa diesen Reitponyhengst freiwillig aus ihren Reihen hatte gehen lassen. Mich wunderte das nicht mehr.
      Und dann kam unser Aufruf und mir sackte das Herz noch viel weiter runter als nur in die Hose. Ich glaube ich hatte es während dem Einritt irgendwo verloren. Allelujah war ruhig. Zu ruhig. Das bedeutete nichts Gutes und vor uns tat sich nun der Platz mit dem Parcours auf.
      Hatte ich schon erwähnt, dass wir abends starteten? Das heißt, es war bereits dunkel und selbst mir bereitete die eine oder andere Ecke Sorgen, was würde dann wohl Allelujah dort sehen? Also versuchte ich mich zu entspannen und auf die vorgelesenen Aufgaben der Sprecherin zu hören. Die Betonung lag auf „versuchen“. Allelujah gab sich da gar keine Mühe. Schon beim Betreten des Vierecks hatte ich eine Giraffe als Pferd, die versuchte, ihren Kopf wie eine Eule einmal um sich selbst zu drehen, um wirklich alles zu sehen. Und so starteten wir in die erste Aufgabe.
      Ein Tor aus bunten Flatterbändern, die natürlich in Halloweentypischen Farben gehalten wurden: Orange-schwarz. Diese wehte unruhig im leichten Abendwind hin und her und als wir kurz davor standen, sah Allelujahs Blick aus wie ein „Du hast sie nicht mehr alle!“. Ich brauchte relativ lange, um ihn dazu zu bewegen, zumindest die Nase durchzustecken und dann folgte innerhalb einer Sekunde und durch einen riesigen Satz der restliche Körper des Hengstes auf die andere Seite. Ojemine!
      Die nächste Aufgabe war nicht viel besser, denn Allelujah sollte über eine Plane gehen und das rückwärts und die Plane war orange. Ich selber erschrak, als die Plane laut knisterte, während Allelujah sie betrat. Zu meinen Freuden blieb er diesmal aber relativ entspannt, auch wenn er den Durchgang wieder mit einem kleinen Hüpfer beendete. Nun gut, sie wurden kleiner, immerhin.
      Nun fragte ich mich ehrlich, welcher grausame Mensch sich die dritte Aufgabe ausgedacht hatte? Ein Slalom aus Kürbissen. Und nicht normale Kürbisse, nein, alle mit gruseligen Fratzen und natürlich leuchtend. Allelujah schnupperte am ersten, sprang drei Sätze zurück und blähte warnend die Nüstern. Er war also kurz davor, die Kürbisse nacheinander auseinander zu nehmen. Dementsprechend schwer war es auch, mit ihm den Slalom zu durchqueren und ihn davon abzuhalten, einen dieser Kürbisse anzugreifen. Da kam der bissige Hengst auf jeden Fall gut zur Geltung. Würde bestimmt positiv in die Wertung eingehen…
      Die nächste Aufgabe war für uns aber entspannt. Ich sollte Allelujah mit einem schwarzen Umhang überall berühren. Allelujah war Decken sowieso gewöhnt und sah dieses Teil auch als eine an, außerdem drohte ihm auch sonst keine weitere Gefahr, so dass er entspannt dastand, während ich ihn fleißig überall am Körper betatschte. Juhu! Eine Aufgabe ohne Aufmucken geschafft!
      Die letzte Aufgabe war wortwörtlich die Krönung des Abschlusses: Eine Pfütze. Wie sollte ich dieses Pferd durch eine Pfütze bekommen? EINE PFÜTZE.
      Das schien sich auch Allelujah zu fragen und sprang gefühlt eine Viertelstunde immer um den Rand der Pfütze herum. Darüberspringen zählte übrigens auch nicht als bestanden, das hatten wir dann schon einmal für die anderen Teilnehmer in Erfahrung gebracht. Nun gut. Ich konnte Allelujah zu einem nassen Huf bewegen, dann gab ich auf. Was nicht wollte, das wollte halt nicht.
      Erleichtert verließen wir den Platz und wurden von einer fies grinsenden Elisa begrüßt. Hätte ja ahnen können, dass die hier auch noch aufkreuzte, so eine Show ließ sie sich doch nicht entgehen. Stattdessen lobte sie Allelujah auch noch ausgiebig für diese Katastrophe und stopfte ihn mit Möhren zu. Ich erahnte, woher er seinen miserablen Charakter herhatte.

      Springen E-A
      10/2015, von Gwen | 3065 Zeichen​
      „Hui! Ich wusste gar nicht, dass Allelujah so ein Arschloch war!“, meinte Elisa prustend und klopfte sich den Sand vom Hintern. Etwas verwirrt musterte ich erst sie und dann den Palomino, der friedlich inmitten des Platzes stand und sich sichtlich wohl fühlte. Heimlich war ich zutiefst froh, auf Morning Sun zu sitzen. Morning Sun hatte ich selber bereits schon einmal trainieren dürfen und außerdem war sie wirklich lieb, ganz im Gegensatz zu Allelujah.
      Elisa sammelte ihr Pferd ein und verließ gemeinsam mit mir den Platz, ehe sie sich wieder in den Sattel schwang und uns noch zu der Abreitrunde ins Gelände begleitete. Wir hatten diesen Monat leider noch eine ziemlich lange Liste an Berittpferden und nebenbei eigentlich auch noch unsere eigenen, so wirklich hinterher kamen wir aber nicht, da wir jedem Pferd gerecht werden wollten.
      Allelujah und Morning Sun stammten von Eddi aus den Niederlanden und waren mal wieder bei uns zu Besuch. Letzten Monat hatten wir für die beiden Jungpferde leider keinen Platz mehr gehabt, weshalb wir das nun nachholen wollten, aber so wirklich hinterher kamen wir trotzdem nicht.
      Beide waren schon seit einer Woche da und während ich mit Morning Sun wirklich passable Fortschritte machte, konnte man das von Elisa und ihrem ehemaligen DRP nicht behaupten. Allelujah war eindeutig nicht die Art von Pferd, die super gerne mitarbeitete oder sich für seinen Reiter aufopferte, im Gegenteil…
      Da wir etwas Abwechslung verlangt hatten, trainierten wir beide momentan im Springen und bereiteten sie auf A-Turniere vor. Anfangs hatte auch Morning Sun dabei arge Probleme gehabt, besonders was die Koordination im Parcours betraf, aber sie besaß das Potenzial zum Springen, es musste nur entfaltet werden.
      Bei Allelujah war das theoretisch auch so, nur wollte er es schlichtweg nicht entfaltet bekommen, aber Elisa hatte einen Narren an ihm und vor allem an der Herausforderung gefressen und würde ihn erst nach Hause schicken, wenn sie mit ihm in bester Zeit einen A-Parcours durchsprungen wäre, aber das würde wohl noch dauern…
      Zwei Wochen hatten wir Zeit und ich nutzte diese, um zweimal täglich mit Morning Sun zu trainieren. Meistens zusammen mit Elisa, manchmal aber auch alleine. Tendenziell hatte ich aber immer einen anderen Trainer mit dabei, denn vier Augen sahen schließlich mehr als zwei. Außerdem wechselten wir ab und an sogar die Pferde, auch wenn ich davon nicht sonderlich begeistert war, Allelujah zu reiten.
      Elisa leistete bei ihm jedoch gute Arbeit, denn am Ende der zweiten Woche konnte sogar ich ihn ohne Probleme und Mätzchen reiten und wir schafften den A-Parcours im ersten Durchlauf. Nur der Oxer war immer noch etwas tricky und ich dachte erst, Allelujah würde mir verweigern. Mit ein paar positiven Gedanken packten wir das aber doch.
      So hatten wir relativ schnell auch die beiden DRPs abgehakt und konnten sie schon bald auf die Heimreise schicken, nachdem wir die Zertifikate ausgestellt hatten. Zwei Pferde konnten also von der Liste gestrichen werden, was Elisa und ich zufrieden zur Kenntnis nahmen.

      Springen A-L
      11/2015, von Sammy | 5542 Zeichen​
      "Eddiiiiii!", rief ich freudig und fiel meiner Freundin um den Hals. Ich hatte mich bereit erklärt, einige ihrer Pferde zu trainieren. Normalerweise schreckte ich ein wenig vor der Entfernung zurück, doch da ich momentan sowieso oft in Kanada war, um das Training von Fantastic Fly und Levistino auf Samartis Hof zu verfolgen, hatte ich Eddi natürlich sofort zugesagt. "Wie schauts aus mit deinen Umzugsplänen? Wenn du nicht merh am anderen Ende der Welt wohnst, kann ich dich endlich wieder öfter besuchen kommen!", fragte ich sie grinsend. Eddi verzog nur das Gesicht: "Kommt schon noch alles, im Moment hab ich aber noch nicht alles geregelt. Noch längst nicht alles, das ist so viel Arbeit!" Ich nickte mitfühlend und sie führte mich in ihr Ranchhäuschen, wo wir uns erstmal einen Kaffee genehmigten. Ende November war es auch schon recht kalt in Wyoming, doch wenigstens war es momentan noch trocken. Eddi sprach mit mir durch, welche Pferde am nötigsten noch ein Training brauchten und ich versprach ihr, so viel mit ihnen zu arbeiten, wie ich konnte. Nach unserem Kaffee brachte sie mich sofort zu ihrem Deutschen Reitponyhengst Allelujah, der im Springen auf Klasse L trainiert werden sollte. "Bei ihm musst du ein bisschen aufpassen, er ist gegenüber Fremden ziemlich misstrauisch. Aber zum Glück bist du ja kein Mann." Eddi starrte grübelnd in die Luft und erst als ihr mein fragender Blick auffiel, sprach sie weiter: "Ich weiß nicht warum, aber er mag keine Männer. Also so wirklich gar nicht. Naja, auf jeden Fall ist er ab und an ein bisschen aggressiv, nur damit du notfalls darauf vorbereitet bist." Ich nickte und schickte sie dann mit den Worten weg, dass ich das schon hinbekommen würde und sie ruhig ihrer Arbeit nachgehen konnte. An der mangelte es auf der Ranch nie, darum wollte ich meine Freundin auch nicht länger aufhalten, als unbedingt nötig. Der hübsche Palominohengst starrte mich mit hoch erhobenem Kopf und gespitzten Ohren an und ich blieb erst einmal vor ihm stehen und sah mir den Boden zu seinen Füßen an. Dann ließ ich den Blick langsam hochwandern, nahm die schlanken Beine und die kräftige Brust war. Immer darauf bedacht, mich langsam und bedächtig zu bewegen, zog ich eine Möhre aus meiner Tasche und biss genüsslich hinein. "Mhm, ist die lecker! Du willst ja sicherlich nichts abhaben, oder Allelujah?", fragte ich den Ponyhengst, während ich auf dem Stück Karotte herumkaute. Der Hengst spitzte die Ohren und kam zögernd näher. Ich streckte ihm die flache Hand hin und er nahm das Freundschaftsangebot vorsichtig in seine weichen Lippen. So konnte ich sein Halfter ergreifen und ihn festbinden. Während des Putzens war Allelujah brav, doch als ich ihm den Sattel auf den Rücken legte, klappte der Hengst die Ohren nach hinten und giftete mich an. "Freund, wag es nicht nach mir zu schnappen, sonst muss ich dich kürzer anbinden!", sagte ich drohend zu dem Palomino, während ich den Gurt behutsam anzog. Nachdem ich Allelujah auch aufgetrenst hatte, führte ich ihn zur Halle. Dort hatte ich mit Eddi bereits einen netten L-Parcours aufgebaut. Als Allelujah die Hindernisse sah, hatte ich seine Aufmerksamkeit sofort verloren. Er sah die bunten Sprünge mit gespitzten Ohren an und konnte es auf einmal kaum noch erwarten, in die Halle zu kommen. Ich schloss die Bandentür hinter uns, stellte den Hengst auf der Mittellinie auf und gurtete nach. Zum Glück hatte mein langjähriger Umgang mit Pferden meine Reaktionsschnelligkeit geschult, denn ich konnte gerade mit einem Satz zurück ausweichen, als Allelujah den Kopf wandte, um mich zu beißen. Mit einem schnellen Klaps auf die Nase wies ich das aufmümpfige Pony zurecht, schloss den Gurt und schwang mich in den Sattel. Sofort hatte ich das Gefühl, von hier oben besser mit dem Hengst zurecht zu kommen. Sein Gang war leicht und federnd, er lief aufmerksam vorwärts und gehorchte jeder Hilfe aufs Kommando. Ich wärmte den Palomino um die Hindernisse herum auf, ritt über ein paar Trabstangen und galoppierte schließlich auf das erste Hindernis des Parcours zu, der insgesamt aus sieben Sprüngen bestand. Die Maximalhöhe lag bei 1,20 Metern, die Maximalweite bei 1,35 Metern. Allelujah galoppierte frisch auf den ersten Steilsprung zu, schätzte den richtigen Absprungpunkt selbstständig ab und flog mit mir darüber hinweg, als wäre das Hindernis überhaupt nicht vorhanden. Vor der nachfolgenden zweifachen Kombination nahm ich das Tempo ein wenig zurück, sodass die Distanz zwischen den Sprüngen passte. Nun ging es um eine enge Wendung und im verstärkten Galopp auf den 3 Meter breiten Wassergraben zu. Der junge Hengst war nun voll in seinem Element. Er stieß sich kraftvoll vom Boden ab und setzte sicher auf der anderen Seite des Grabens wieder auf. Ich klopfte ihm den glänzenden Hals und fixierte sofort den ersten Sprung der dreifachen Kombination. Diese bestand aus einem Oxer und zwei Steilsprüngen. Allelujah gehorchte jedem noch so kleinen Signal meinerseits und ich konnte kaum glauben, dass dies dasselbe Pferd war, das mir gerade am Boden noch so viel Ärger gemacht hatte. Als wir mit viel Luft über den letzten Sprung - eine knallrot gestrichene Mauer - geflogen waren, parierte ich Allelujah zum Schritt durch und klopfte dem Reitponyhengst begeistert den Hals. Er hatte so super mitgearbeitet, das hatte ich wirklich nicht erwartet. Ich ritt den Palomino in aller Ruhe trocken, versorgte ihn anschließend und machte mich dann sofort auf die Suche nach Eddi. Es war noch recht früh, ein Pferd schaffte ich heute mit Sicherheit noch....

      Weihnachten!
      12/2015, von Eddi | 17.017 Zeichen​
      Pünktlich sieben Uhr morgens trällerte mein Wecker „Shake up the happiness, wake up the happiness…“ und versetzte mich zurück in das Gefühl der letzten Tage. Vor kurzem waren wir umgezogen und hatten es Anfang Dezember dann endlich geschafft, dass alle Pferde auf das neue Gestüt zogen und nun stand mir ein Neubeginn vor. Nochmal von vorne, aber es fühlte sich richtig und gut an.
      Seit Tagen verbrachten nun ich und die Pfleger vor allem auch Zeit damit, alles weihnachtlich zu schmücken, denn am 23. Dezember würden wir unsere Weihnachtsfeier haben und bis da waren es nun nur noch knapp vierundzwanzig Stunden, in denen allerhand geschafft werden musste. Die Pferde hatten zwischenzeitlich ein wenig Pause gehabt, denn ich hatte mich erst einmal ordnen müssen.
      Da das Gestüt aber über genügend Weiden verfügte, verbrachten sie ihre freie Zeit eben dort. Da der Winter momentan auch gar kein Winter war, konnten sie auch ungestört über die fast schon zu grünen Wiesen toben und ich musste ein wenig aufpassen, dass sie mir nichts zerstörten, aber so lange es trocken blieb, war alles gut. Tatsächlich war es dieses Jahr wirklich kein Winter. Stattdessen hatten wir täglich um die 15 Grad und Sonnenschein, es war eher wie Frühling.
      Dementsprechend fiel es alle Beteiligten schwer, sich wirklich in ein Winterfeeling zu versetzen, aber es blieb uns ja nichts anderes übrig, wenn in zwei Tagen Weihnachten sein würde. An sich hatte ich an dem Tag meinem ganzen Personal frei geben wollen, aber sie wollten zumindest bis Mittag noch ihren Dienst verrichten und mich bei der großen Anzahl an Pferden unterstützen. Dafür dankte ich ihnen sehr und am morgigen Abend würde jeder noch eine kleine Überraschung von mir erhalten.
      Doch nun musste ich mich erst einmal aus dem Bett schälen und mich allmählich fertig machen, denn die Pferde warteten schon auf ihr Frühstück und dann wollten sie auch schon hinaus auf die Weide. Bisher hatte ich nicht viel Personal, weshalb ich selbst noch kräftig mit anpackte. Jeder hatte eine bestimmte Aufgabe verteilt bekommen, weshalb sie Pferde schon gefüttert waren, als ich angezogen und gefrühstückt in den Stall trat. Stattdessen ging es nun auf die Weide. Immer mit zwei Pferden verließ ich den Stall und brachte sie auf ihre bestimmte Weide. Um dem Personal einen Leitfaden zu geben, hing zum einen im Stall ein großer Plan und zum anderen stand sowohl an den Boxen als auch an den Weiden, wer wo hingehörte. So konnte ich mir sicher sein, dass alle Pferde dorthin kamen, wo hin sie sollten.
      Die Fohlen waren heute wieder besonders aufgeregt, für sie konnte es nie schnell genug nach draußen gehen. Besonders Hidden Flyer und Exciting Force waren immer sehr stürmisch. Die beiden Vollblutfohlen waren noch nicht sonderlich lange in meinem Besitz, weshalb ich sie bisher nur schwer einschätzen konnte, aber ich gab mir Mühe und so langsam kam ich dahinter. Zumindest rissen sie sich inzwischen nicht mehr samt Halfter und Strick los, sondern warteten, bis ich diese entfernt hatten.
      Heute sollte ein normaler Alltag anstehen, trotz der Tatsache, dass der 22. Dezember war, hatten wir noch genügend Anmeldungen für unsere heutigen Reitstunden. Eine würde ich halten, die andere würde auf das Konto einer mobilen Reitlehrerin gehen. Doch vorher wollte ich das sonnige Wetter für einen Ausritt nutzen. Leider fand sich spontan kein Mitreiter, weshalb ich entschied, mich selbst auf Deep Silent Complete zu schwingen und Come Whatever May als Handpferd zu nehmen.
      Die beiden Warmblutstuten kannten sich schon lange und kamen sehr gut miteinander aus, es würde also ein ruhiger und entspannter Ausritt werden, so etwas hatte mir gefehlt! Danach konnte ich dann guten Gewissens in den Tag starten. Tatsächlich waren wir auch nur eineinhalb Stunden unterwegs und nachdem beide Stuten gut versorgt wieder auf der Weide standen, erwarteten mich schon die Reitstunden.
      Die erste Reitstunde hatte etwas eher begonnen, da die Reitlehrerin heute Nachmittag noch woanders hin musste. In ihr liefen nur Herbsttraum und Hugo Boss. Beide unter sehr erfahrenen und talentierten Nachwuchsreitern, welche eine wirklich gute Figur auf den Ponys machten und den Unterricht der Reitlehrerin befürwortete ich auch sehr. Meine Reitstunde würde für fünf Reiter sein, es war ausnahmsweise Abteilungsreiten, was ich ungern machte, aber es konnte auch Spaß machen.
      Ich muss ehrlich sein, die Lewitzer setzte ich an liebsten in den Reitstunden ein. Immerhin züchtete ich sie als talentierte Sportponys für Kinder und Jugendliche. Dementsprechend besaßen sie auch einen ruhigen und rücksichtsvollen Charakter, waren aber denn wirklich talentiert. Das war auch der Grund, weshalb ich für meine Reitstunde Donatella, Elliot, They call her Fiorina, Talya und Carachillo ausgesucht hatte. Schnell waren die Pferde verteilt und die Reiter damit beschäftigt, sie vorzubereiten, denn das musste man bei uns noch alleine machen. Sie hatten dafür gut eine halbe Stunde, je nachdem ob sie eher oder später kamen. Pünktlich um zwölf startete dann meine Reitstunde. Ich ließ sie die Pferde erst einmal aufwärmen und gab den ein oder anderen schon ein paar Tipps. Wir wechselten immer zwischen Abteilungsreiten und freiem Reiten, bei zweiteren nahm ich sie mir auch gerne mal einzeln auf dem Zirkel vor. Es lief wirklich gut, auch wenn ich das Gefühl hatte, danach schon heiser zu sein, aber was tat man nicht für die Jugend!
      Auch das Versorgen der Pferde beobachtete ich aufmerksam und war erst zufrieden, als es sowohl den Pferden als auch der Ausrüstung wirklich gut ging. Einer meiner Reiter schien gerade im Stress zu sein, denn ich fing ihm auf den Hof ab, wo er im fliegenden Wechsel von einem Pferd aufs andere sprang. Gerade kam er mit Scheherazade vom Distanztraining zurück und war nun schon auf halben Weg, um mit Cual Maniaca die nächste Runde anzutreten. Deshalb nahm ich ihm ein wenig Arbeit ab und führte meine braune Araberstute trocken, ehe ich sie noch abbürstete und dann auf die Weide brachte. Scheherazade barg sehr viel Potenzial, doch bisher hatte es sich noch nicht wirklich entfaltet. Leider.
      Da der morgige Tag gefüllt sein würde mit dem Programm unseres Weihnachtsfestes, hatte ich spontan eine Longenstunde doch noch auf heute geschoben. Das Pferd dafür war Kürbis, sie war ideal für die kleine Sechsjährige, welche uns hoffentlich öfters besuchen würde. Gemeinsam machten wir das Pferd fertig. Das Mädchen war sehr wissbegierig und scheute sich auch nicht, direkt nachzufragen. Heute machten wir an der Longe nur leichte Übungen, um ihre Balance und Konzentration zu stärken. Abschließend durfte sie noch ein paar Runden traben, ehe ich sie noch eine Runde um den Hof führte und dann war auch schon Schluss. Ohne Protest ging das zwar auch nicht, aber kommende Woche würde sie ja schon wieder da sein.
      Das Reitschulgeschäft konnte ganz lukrativ sein und ohne würde ich kurz über lang nicht auskommen, wiederum war mir aber das Wohl meiner Pferde wichtig und so basierte mein Prinzip darauf, dass auf jede Reitstunde mindestens zwei Korrekturstunden kamen und ein Pferd nie wirklich öfters als ein bis zweimal in der Woche lief. So dringend nötig hatten wir das Geld dann auch wieder nicht.
      Für den heutigen Nachmittag stand aber noch allerhand an. Ich wollte zumindest auch ein wenig mit helfen und es gab das ein oder andere Pferd, was wirklich nur ich ritt. Das war aus Prinzip Pajero. Den Schecken hatte ich schon, seitdem er ein Fohlen war, weshalb wir eine enge Bindung zueinander hatten. Für heute hatte ich mal wieder ein wenig Geländetraining eingeplant, das liebte er ja abgöttisch und besonders talentiert war er auch.
      Nach Pajero wartete schon mein zweiter Liebling: Thorondor. Jahrelang war ich seine Reitbeteiligung gewesen, dann war er in meinen Besitz gewandert und nun stand der wunderschöne Rappe bei mir im Stall und ging meinem Personal auf den Keks, denn er hatte einen sehr speziellen Charakter. Doch die Freiarbeit machte mit ihm tierisch Spaß und jeder bewunderte den Ausdruck und die Motivation des Pferdes, während wir über den Reitplatz tobten, es war wie immer sehr erleichternd.
      Für den heutigen Tag stand noch ein Springtraining mit Classic Gold an und eine Kutschfahrt mit Little Chocolate Chip. Danach telefonierte ich noch mit Occulta, welche momentan Naimibia als Leihstute für ein Fohlen besaß, schon bald würde meine hübsche Stute zurückkehren, da Occulta gerade dabei war, das Fohlen abzusetzen. Es war ein Traum von Reitpony geworden und wurde schon jetzt (zurecht) bewundert.

      Am kommenden Tag stand die Weihnachtsfeier an. Da diese pünktlich 13 Uhr beginnen sollte hieß es, den restlichen Kram schon vorher fertig zu machen und das war allerhand. Zum einen ritt ich vorher noch Allelujah, denn der hatte sich inzwischen seinen Ruf bei meinen Reitern gemacht und wurde tunlichst gemieden, weshalb ich die einzige war, die ihn vor allem gerne ritt. Danach longierte ich noch meinen Zwerg Hoppla, damit der kleine Kerl über den Winter weg nicht zu kräftig wurde und als letztes ließ ich noch einmal allen Stress von mir abfallen, während ich mit Albertino eine gemütliche Runde ins Gelände ging.
      Und dann ging schon unser Programm los! Beginnen tat das Ganze mit einem Führzügelwettbewerb. Endlich hatten wir eine Beschäftigung für unsere Zwerge gefunden. Werina und Mondscheinsonate liefen auch öfters als Gespann vor der Kutsche, aber Window blieb da immer ein wenig alleine im Nichtstun. Führzügelwettbewerbe und das Training mit den Zwergen machte ihm hingegen riesigen Spaß und unsere kleine Flauschkugel nahm tatsächlich ein wenig ab!
      Occani und Heartbreaker brauchten ein wenig mehr Beschäftigung. Zwar waren beide super kinderlieb und sehr geduldig, aber man sah ihnen doch an, dass es ihnen wesentlich mehr Spaß machte, gefordert zu werden. Sei es nun in der Dressur, im Springen oder im Gelände. Die beiden Welshs waren einfach für alles zu haben.
      Aus diesem Grunde hatten wir angeboten, die ein oder anderen kleinen Reiterinnen darauf vorzubereiten und alle waren wie verrückt gewesen. Es gab natürlich Schleifchen zu gewinnen und für jeden einen Nikolausstiefel mit Leckereien, so dass niemand leer ausging. Das Publikum hatte auch sichtlich Spaß! Danach sollten die Großen zeigen, was sie konnten, denn nun kam eine Hengstquadrille!
      „Bei der Auswahl der Pferde für die Hengstquadrille hatte ich lange mit mir gehapert, denn diese Pferde repräsentierten das Gestüt und sollten auch potenzielle Züchter anlocken. Also hatte ich versucht, so viel wie möglich mit einzubringen: Pawaneeh als Vertreter unserer Vollblüter, Cover the Sun lief als Sportpferd mit, Aristo zeigte die barocke Seite des Gestüts und zu guter hatte ich mich noch für Dissident Aggressor entschieden.
      Ich hatte alles dabei haben wollen und es war mir gelungen! Ich selbst saß auf Dissident Aggressor und jedes Pferd zeigte eine besondere Lektion, so dass Dissi und ich einen Spin zeigten, Aristo die Piaffe, Cover the Sun eine Pirouette und Pawaneeh überzeugte mit seinen Seitengängen. Der Applaus sprach auf jeden Fall für sich!
      Da ich wusste, wie beliebt es bei kleinen Kindern war, boten wir eine Art Ponyreiten an. Es waren immer größere Spaziergänge in das umliegende Gelände, circa eine Viertelstunde, bei welcher die Kinder geführt wurden. Dafür hatte ich Milka Luflee, Hyreygur, Varulv und Cheveyo ausgewählt, allesamt waren Hingucker aber totenbrav und das war das Wichtigste.
      Die Weihnachtsfeier war toll und alle hatten viel Spaß. Gegen 18 Uhr verließen allmählich alle das Gestüt und mit meinen engsten Leuten machte ich noch einen nächtlichen Ausritt bei Vollmond. Gut, nächtlich war übertrieben, aber 19 Uhr war es eben schon stockduster. Wir waren zu viert unterwegs und ritten unsere ruhigen Westernstuten: Kisshimbye, Like Honey and Milk, Ice Coffee und Apache’s Tomahawk. Schöner konnte man es nicht haben. Der Abend endete mit einer Weihnachtsfeier mit einem reichen Büffet und einer Dankesrede samt Geschenken für alle. Dann rückte auch der 24. Schon näher und ich würde allerhand zu tun haben.

      Wirklich viel Zeit hatte ich nicht, ich wollte alles schaffen, aber auch pünktlich 18 Uhr zu Hause sein, das hieß, dass spätestens halb fünf alles geschafft sein musste. Aus diesem Grund stand ich heute wesentlich eher auf, um nach der Fütterung direkt Khiara El Assuad, Golden Ebano und CH’S Sun is Shining in die Führmaschine zu packen.
      Während die drei beschäftigt waren, longierte ich meinen Junghengst Altyn, welcher sich momentan mehr als gut machte und mit dem ich wirklich zufrieden war. Dann widmete ich meine Aufmerksamkeit meinem Neuzugang Cola, welcher immer noch ein wenig in sich gekehrt war, was ich versuchte, mit Bodenarbeit aufzulockern. Wir machten Fortschritte, allerdings eben nur kleine. Da ich heute noch meinen Pferden etwas Gutes tun wollte, ritt ich noch Feuervogel und Morning Sun. Ich wusste, dass die beiden Reitponys sonst vor Langeweile vergingen.
      Da ich noch ein wenig Hilfe von meinem Personal am Morgen hatte, waren auch Lila Wolken, Possy Pleasure Mainstream und Sika bereits bewegt. Für Autumn Leave in the Sky und Dr. Insektor hatte sich auch noch jemand gefunden und so hatte ich doch schon fast meine Liste geschafft. Es war bereits früher Nachmittag, als ich noch zu einem Ausritt mit Flintstone und Schneeleopard aufbrach.
      Danach machte ich alles für den Abend bereit, denn die Pferde bekamen jeweils eine Extraportion Möhren, weil Weihnachten war. Dann ging ich zu meiner Kontrollrunde in den Fohlenstall. Amadahy, Frozen Bubble, Korah, Nabiri, Panta Rhei und Roswell vertraten stolz meine Lewitzerzucht. Es waren allesamt herrliche Nachkommen, auf welche ich mehr als stolz sein konnte.
      Auch über meine Welshponys konnte ich mich nicht beklagen. Acariya wurde von Tag zu Tag schöner, Sacre Fleur langsam immer selbstbewusster und zu Herbstmond brauchte ich nichts sagen, die wurde eh von alles und jedem geliebt und das zurecht! Shawnée und Siberia waren ja damals mehr Zufall gewesen, dennoch wollte ich die beiden Welsh Ds nicht mehr missen und auch heute bekamen sie wieder ihre Portion Knuddeln.
      Vor den Boxen von CH’s Destiny Horror und Hollybrook’s Fairy Bluebird blieb ich etwas länger stehen. Beide waren nun langsam bereit für den nächsten Schritt in ihr Dasein als Reitpferd, nur ich zögerte noch ein wenig, ich wollte ihnen so viel Zeit wie möglich geben. Das Gleiche galt für Tiny Girl, doch mein AMH unterschätzte ich zu gerne und wenn ich das tat, zeigte sie es mir auch deutlich.
      Der Tag neigte sich dem Ende und halb fünf standen alle Pferde in frisch gemachten Boxen, mit ihrer Ladung Heu für die Nacht. So konnte ich guten Gewissens duschen und mich umziehen, um dann pünktlich auf den Familienfest zu erscheinen.

      Von meiner Familie konnte kaum einer nachvollziehen, dass ich meine Feiertage mit den Pferden verbrachte, statt mit der Familie, obwohl ich zu jeder Feier trotzdem pünktlich kam, dennoch standen die Vierbeiner an erster Stelle. Diesen Morgen arbeitete ich ein wenig mit den Junghengst Abendprinz und Cruel Twist of Fate. Danach war HGT’s Unitato an der Reihe und dann noch Outlaw Torn. Die Jungpferde brauchten allerhand Beschäftigung, doch ich kam momentan kaum hinterher.
      Deshalb hatte Prazzy’s Goldbell allerhand Flausen im Kopf, genauso wie Paddington und gemeinsam machten sie nur Unsinn! War ich da immer froh über Caruso, der sich nichts anmerken ließ und ein Engel war. Am Ende meines Fohlenrundgangs betüddelte ich noch ein wenig Mon petit écrou, ehe ich mich an die richtige Arbeit machte.
      Vertigo, Caillou und Piccolos Blaze mussten geritten werden. Calimero II sollte noch longiert werden und dann wollte ich zumindest noch mit Joyce oder Sika eine Runde ins Gelände, für die Jungstuten war diese Erfahrung mehr als wichtig. Die restlichen würde ich auf die kommenden Feiertage schieben müssen, denn heute Nachmittag stand bereits die nächste Familienbevölkerung statt.
      Während dieser plante ich aber nur die kommenden Tage. Am morgigen Tag sah ich mich früh mit Amazed Marlin ausreiten, ehe ich gemeinsam mit Hákur neue Lektionen in Angriff nahm. Dann würde ich HGT’s End of Day longieren und an seinen Rückenmuskeln arbeiten, ehe ich etwas bodenarbeitstechnisches mit Fandango machen wollte.
      Am 27. Dezember ging es dann gemeinsam mit drei Freundinnen ins Gelände. Ich selbst ritt Quintesse, während ich den Rest auf Caribic Sue, Freeway und Walking in the Air verfrachtet hatte und dann stand tatsächlich schon fast 2016 vor der Tür! Ich würde Zarin und Golden Ebano ihre homöopathischen Tropfen am 31. Geben müssen, damit sie nicht vollkommen explodierten, wenn dann überall das Feuerwerk losging.
      Zum Glück bestand mein Stall größtenteils aus Pferden, denen das egal war .Call me a Twist und Bandit war das schnuppe, die würde auch neben einem Feuerwerk herlaufen. Morrigan war da nicht viel anders, nur He’s called Trüffel konnte ich da nicht so gut einschätzen, aber das würde sich noch zeigen, nun musste ich erst einmal diese Familienfeier hinter mich bringen!

      Zwei alte Bekannte
      01/2016, von Eddi | 5137 Zeichen​
      Es war selten, dass Elisa anrief und wenn, dann war es wichtig. War es sowieso immer, wenn man etwas von Elisa erhielt, aber Anrufe waren besonders dringend. Den Grund erfuhr ich schnell: Bestandsverkleinerung. Sie wollte ihr Gestüt mal wieder ein wenig in die Schranken weisen und deshalb würden zwei bekannte Gesichter zu uns zurückkehren: Never look back und Raunchy’s Limited.
      Meine Reitponys, weil sich doch inzwischen viele angesammelt hatten, hatten ein eigenes Abteil bekommen, so war die Planung und das Training wesentlich einfacher und gerade bei ihnen ging es aktiv um Training, Turniere und Zucht. Deshalb würden auch Never und Raunchy dorthin ziehen. Auch sie würden bekannte Gesichter wiedertreffen und ich war mir sicher, dass sie sich schnell wieder einleben würden.
      Kommen sollten sie übrigens heute. Elisa hatte sie schon losgeschickt, da wusste ich noch nicht einmal annähernd davon. Sie wusste wiederum genau, dass ich eh nicht nein gesagt hätte. Etwas Zeit hatte ich aber noch, weshalb ich mir den kleinen Paddington von der Weide holte und für einen kleinen Spaziergang fertig machte. Dabei kamen wir auch am großen Reitplatz vorbei, wo gerade Allelujah im Fahren trainiert wurde.
      Momentan schickte ich vor allem den Palominohengst und meine Scheckstute Morning Sun auf Turniere, weil die beiden schon bald (hoffentlich) an einer Körung teilnehmen sollten, um im Zuchtbuch aufgenommen zu werden. Bei Allelujah wurde das auch allmählich Zeit, sein bester Weidekumpel Absinth hatte dies schon letztes Jahr schaffen können.
      Apropos, bei dem geliebten Schecken wollte ich auch noch vorbeischauen, aber ich ahnte bereits, dass Elisa nachher noch genügend Zeit mit ihm verbringen würde, weshalb ich ihn erst einmal auf der Weide ließ, betüddelt werden würde er noch genug. Stattdessen widmete ich die letzten freien zwei Stunden Cola.
      Der Hengst war noch recht neu bei uns und weder richtig im Training noch richtig in der Pause. Er erholte sich noch von seiner damaligen schlechten Verfassung und wurde erst einmal nur locker geritten. Aus diesem Grund putzte und sattelte ich ihn und ging mit ihm in unsere große Halle. Dort traf ich auf eine unserer Bereiterinnen, welche gerade mit Sika arbeitete.
      Die Scheckstute fiel ja insgeheim bei mir immer etwas runter, weil ich sie schlichtweg oft vergaß, deshalb hatte ich sie in die Obhut eines anderen Reiters gegeben, so dass sie regelmäßig trainiert wurde. „Sollen wir gehen?“, fragte die Reiterin uns unsicher, doch ich schüttelte nur lächelnd den Kopf. „Wir machen eh nicht viel und Cola versteht sich mit Stuten!“, beruhigte ich sie und gurtete nach, ehe ich mich in den Sattel schwang.
      Tatsächlich machten wir nicht fiel, sondern lockerten vor allem Colas Muskeln und ritten größtenteils nur in Dehnungshaltung. Der Hengst musste sich an die regelmäßige Beschäftigung erst einmal wieder gewöhnen, sonst würde er mir wahrscheinlich einfach so umkippen. Deshalb beendeten wir das Training auch eher. Einerseits wegen Cola, andererseits wegen Elisa, die gefühlt urplötzlich an der Bande stand.

      „Absinth, ich hab dich vermisst!“, quietschte sie begeistert, als ich Cola auf die Weide zurückbrachte und sie den Schecken entdeckte. Der hob sofort den Kopf und wirkte einerseits erfreut, andererseits sehr geschockt. Natürlich wollte Elisa wissen, wie es ihren ehemaligen Schützlingen ging, so blieben auch Allelujah und Morning Sun von dem Gequieke nicht verschont.
      Raunchy und Never bezogen direkt ihre Boxen, um sich in aller Ruhe ausruhen zu können, immerhin waren sie ziemlich lange unterwegs gewesen. Elisa besichtigte derweil neugierig das neue Gestüt und schien recht zufrieden. Da sie auch noch mehr Zeit hatte als gedacht, wollten wir einen gemeinsamen Ausritt machen. Natürlich nur auf Reitponys!
      Wie erwartet nahm Elisa natürlich Feuervogel direkt in Beschlag und würde ihn für den Rest des Tages auch nicht mehr hergeben. Trotz Bestandsverkleinerung war sie immer noch angetan von ihm. Ich wählte das passende Gegenstück Carachillo und nahm Hugo Boss gleich als Handpferd mit. So wären die beiden direkt für heute bewegt.
      Der Ausritt verlief ruhig und wir tauschten uns über alle Neuigkeiten aus, ehe wir wieder auf dem Gestüt ankamen. Die Pferde waren schnell versorgt und Elisa musste zum Flughafen spurten, um den heutigen Flug noch zu schaffen, bei dem Stress konnte sie ihr Gestüt natürlich nicht lange alleine lassen! Die armen Reitponys würden sonst vom Fleische fallen.
      Ich schaute noch einmal kurz bei unseren Neuankömmlingen vorbei, ehe es für mich heute noch zu einer Springstunde ging. Diese absolvierte ich jedoch nicht alleine. Während ich Naimibia ritt, ritt eine junge Frau noch Autumn Leave in the Sky, so dass die beiden Stuten als auch wir Reiter mal wieder springtechnisch gefördert wurden.
      Der Reitlehrer war von weiter Weg angereist und brachte interessante neue Ansätze mit sich, so dass ich nach der Stunde direkt nach Stift und Papier griff, um schnell alles aufzukritzeln, ehe ich mein Reitpferd versorgte. Dann neigte sich der Tag auch schon dem Ende, weshalb wir langsam auf die Fütterung und das Reinholen der Pferde umschalteten.

      Frühjahrsputz
      04/2016, von Eddi | 17.076 Zeichen​
      Kurz nach Neujahr hatte unser Umzug stattgefunden, so dass wir nun seit fast vier Monaten in Holland lebten. Wie ich es bereits gewohnt war, zog sich alles unglaublich. Es hatte gut zwei Monate gedauert, bis alle Pferde umgezogen waren und ein festes Team hatte ich auch noch nicht, da war ich noch fleißig auf der Suche, aber trotzdem kehrte allmählich eine Routine ein. Und ich liebte unser Gestüt. Den Namen hatte ich so übernommen und so lebten wir nun auf Gestüt Sapala.
      Es lag zwischen Wäldern und Wiesen, ziemlich im Abseits und stellte eine herrliche Anlage da. Das wichtigste war zu Hauf vorhanden: Weiden. Zudem besaßen wir zwei Reitplätze und zwei Hallen plus weitere Trainingsmöglichkeiten wie eine Führanlage und zwei Longierzirkel. Und natürlich gigantische Stallungen, was für uns nun mehr als nötig war. Ganz nebenbei war ich ja in mein Wohnhaus verliebt, hier konnte man sich wohlfühlen!
      Den Pferden gefiel es auch, das spürte man deutlich und das Gelände war auch einfach mehr als idyllisch, denn außer unseren Heuwiesen gab es rundum kaum etwas anderes als Felder, Wiesen und Wälder. Ich war endlich in meinem Traumzuhause angekommen und wenn man sich etwas mehr Zeit nahm, war man mit einem halbstündigen Ritt auch direkt am Meer. Wir befanden uns im Friesland, genauer gesagt in Aurich und ziemlich nah an der Küste.
      Die frische Meeresluft tat allen gut und momentan arbeitete ich auch eine lange Liste an Bewerbungen ab, denn wir waren begehrter als gedacht. Nun war schon April 2016 und wie immer erfasste mich die Frühjahrsputz-Laune. Es gab schließlich immer etwas zu tun und es gab auch noch genug Kisten, die noch ungeöffnet irgendwo standen. Besonders in den Sattelkammern hatte ich bisher nur das Nötigste untergebracht, meine Pferde hatten zu viel Kram!
      Die waren momentan übrigens alle in ihrer Schonfrist. Der Umzug war auch für die kräftezehrend gewesen, aber glücklich waren wir alle. Außer ich in dem Moment, denn gerade klingelte mein Wecker – 5 Uhr in der Früh. Bisher sah es an Mitarbeitern noch mager aus, dementsprechend musste ich selber kräftig mit anpacken was Fütterung, Rausbringen und Misten betraf. Dazu kamen der Papierkram und die Vorstellungsgespräche und so bekam ich kaum noch die Gelegenheit zum Reiten.
      Angezogen, frisch gemacht und gefrühstückt tauchte ich im Stall auf und grüßte knapp die anderen Pfleger, die bereits angetanzt waren. Es war kurz nach sechs und draußen tatsächlich schon hell. Oh ich freute mich so auf den Sommer! Dann würden die Pferde auch 24 Stunden auf den Weiden stehen und wir hätten ein bisschen Arbeit weniger. Aber wirklich nur ein bisschen, denn im Sommer wollte ich alle wieder in Höchstform sehen – mich eingeschlossen.
      Füttern und Rausbringen fraß Zeit. Nachdem dann auch gemistet war, war es schon fast 10 Uhr und ich würde mich für das nächste Vorstellungsgespräch fertig machen müssen. Leider überzeugte mich der Herr um die 30 Jahre weder im Gespräch noch auf dem Pferd. Als Dressurtrainer hatte er sich beworben, weshalb ich ihm für den Proberitt Aristo ausgesucht hatte, einer unserer Dressurässer. Doch sein „Was, ein Barockpferd?“ hatte mich eigentlich direkt abgeschreckt und so hatte ich zwar ein freundliches „Ich melde mich noch einmal bei Ihnen“ herausgebracht, war aber erleichtert, als er weg war.
      Stattdessen ging der Stress direkt weiter, denn heute sollten einige neue Pferde kommen. Ich war dafür bekannt, regelmäßig aufzustocken und da meine liebe Freundin Julie aus privaten Gründen ihren Hof auflöste, kamen einige Pferde aus Schottland zu uns. Zum einen Van Deyk, ein toller Trakehnerhengst mit großem Potenzial, auf dessen Dasein ich mich schon jetzt freute. Des weiteren Ayumi, ein tolles Fohlen aus der Zucht von Siobhan, was mit einer tollen Abstammung daher kam. Dann noch Key, eine Vollblutstute, welche ich noch aus meiner Nasty Past Zeit kannte. Und als letztes was ganz witziges: Ridcully, ein American Miniature Horse. Er sollte das Gegenstück zu meiner Hollybrook’s Tiny Girl werden und dementsprechend war er sofort eingezogen.
      Heute tanzten die drei an, doch während ich noch gut eine Stunde Zeit hatte, schaute ich bei den ehemaligen Neuzugängen an. Die beiden Vollblutfohen Hidden Flyer und Exciting Force waren mir sehr schnell ans Herz gewachsen und entwickelten sich prächtig, ich hatte mich in beide wirklich verguckt. Da wir ja ein riesiges Gestüt hatten, kamen auch Anfang des Jahres zwei Reitponys zurück. Elisa hatte leider verkleinert und so kehrten Never look back und Raunchy’s Limited zurück. Hatte ich sie noch als zerzauste Jungpferde nach Townsend Acres gegeben, kamen sie nun als schicke Turnierponys zurück. Elisa verstand eindeutig etwas von ihrer Rasse und ihrem Geschäft.
      Dementsprechend hatte sie sich auch über Absinth’s erfolgreiche Körung gefreut und war sich sicher, dass Allelujah und Morning Sun genauso schnell ihre Punkte sammeln würden. Ich hatte da ja noch allerhand zu tun, denn sie waren nicht die einzigen Pferde, die in eine Körung geschickt werden sollten. Priorität hatte auch immer noch Feuervogel, den hätte mir Elisa sicherlich auch trotz Verkleinerung aus den Händen gerissen.
      Selbst bei unserem zerstruppelten Neuzugang Cola hatte sie bei ihrem Besuch (natürlich hatte sie ihre beiden Schätze eigens vorbei bringen müssen) neugierig begutachtet. Sie sah das Potenzial, was hinter dem vernachlässigten Pferd steckte. Wir beide kannten Cola schon sehr lange vom Sehen und Hören. Ich musste auch sagen, dass er sich wirklich ganz gut machte, genauso wie seine Leidensgenossin Autumn Leave in the Sky. Beide stammten aus schlechter Haltung und wurden bei uns nun wieder aufgebaut.
      Bei ihrem Besuch hatte Elisa natürlich meine Reitponys auf den Kopf gestellt. Paddington hatte sie unbedingt einen Besuch abstatten müssen und gestaunt, wie schnell der kleine Kerl wuchs. Mit Hugo Boss und Carachillo hatten wir einen entspannten Ausritt gemacht und ausgiebig geplappert, so wie es sich für zwei Frauen gehörte, ehe sie auch noch ihren Senf zu Naimibia und Sika gegeben hatte.
      Naimibia war schon gekört und bereits von ein paar Fohlen stolze Mutter, bei Sika sah ich das ja noch nicht so, doch Elisa ermunterte mich und sah die Rappscheckstute auch schon gekört. Während ich so schön in Gedanken schwelgte, kam der Transporter an und die neuen Pferde mussten versorgt und ausgeladen werden.
      Während Van Deyk erst einmal seine Box mit Paddock bezog, wollte ich Ridcully und das Stutfohlen direkt vergesellschaften. Auf einer kleineren Weide traf Ridcully auf Heartbreaker. Mein Welshhengst war der Chef unserer Zwergengruppe und wenn er Ridcully akzeptierte, würde das auch der Rest tun. Der Rest, das waren Window und Hoppla auch beide problemlos und so stand Ridcully eine halbe Stunde später bei unseren Zwergenhengsten und genoss das herrliche Wetter.
      Ayumi sollte heute nur auf CH’s Destiny Horror und Mon petit écrou treffen. Beides eher ruhigere und ältere Jungpferde und dementsprechend perfekt geeignet und siehe da, es klappte wirklich gut und auch das Fohlen war untergebracht. Um auch Van Deyk noch etwas Abwechslung zu bieten, ging ich mit dem Schecken eine kleine Runde über das Gestüt und kennte ihn etwas lernen.
      So wirklich zum Frühjahrsputz kam ich heute ja nicht, denn es standen noch zwei Schnupperstunden an. Ich hatte entschieden, im kleinen Rahmen gutes Reiten anzubieten und nutzte die Chance einer Ponyschule, um meine Zwerge unter einen Deckel zu bekommen. Da die Ponyhengste heute aber schon genug Aktion hatten, waren die Mädels an der Reihe.
      Tatsächlich hatte sich sogar jemand für Little Chocolate Chip gefunden. Ein kleines dreijähriges Mädchen schwärmte von Ponys und ihre Mutti schien selbst pferdevernarrt zu sein und so kamen sie heute mal zu Besuch. Auch Mondscheinsonate, Occani und Werina waren heute an der Reihe. Alle Kinder waren unter 10 Jahre und bekamen beim Putzen und Satteln die Unterstützung von mir und ihren Eltern (zumeist die Mütter).
      Als alle fertig waren, gingen wir auf den Reitplatz, wo wir erst ein kleines bisschen Theorie paukten und es dann endlich in den Sattel ging und wir die ersten kleinen Runden drehten und auch allerhand Übungen machten. Die Ponyschule war eine schöne Idee, aber ich brauchte auf jeden Fall Helfer. Zum Glück waren es heute nur Schnupperstunden, aber Kinder und Eltern waren mehr als begeistert und so war auch ich glücklich.
      Zweiteres war eine Reitstunde für Fortgeschrittene und unter 18-Jährige. Altersbeschränkungen waren mir an sich egal, aber für das Klima in der Stunde war so etwas doch immer sehr angenehm und die Erwachsenen waren auch immer lieber unter sich. Als Schulpferde hatten sich bereits damals unsere Lewitzer bewährt und auch heute wählte ich fünf von ihnen. Cheveyo, Donatella, They call her Fiorina, Piccolo’s Blaze und Elliot. Die Mädels waren begeistert von ihren Schecken und auch davon, dass man bei uns die Pferde selbst holte und fertig machte.
      Natürlich kontrollierte ich alles und gab Tipps, aber sie machten das wirklich gut. Auch im Viereck konnten sich die fünf Reiterinnen sehen lassen. Natürlich hatten sie ihre Fehler und Probleme, aber genau deshalb kamen sie ja zu uns. Anscheinend kamen diese Schnupperstunden mehr als gut an und während die Mädels quatschend abritten, baute ich meine Geschäftsidee aus, indem ich auch Reitstunden für reine Jungsgruppen und Senioren anbieten wollte. Alles Gruppen, die man so anlocken konnte.
      Mein Prinzip war lediglich, dass für das Pferd pro Reitstunde mind. zwei Korrekturstunden kamen, so dass einerseits sehr gute Schulpferde vorhanden waren, aber eben auch diese nicht überstrapaziert worden. Also würde sich das Pensum auch mehr als Gering halten. Nachdem alle Pferde versorgt waren, ging ich Lewitzerliste kurz durch:
      Vertigo wollte ich im Turniersport, so fiel er als Reitpferd für Schüler weg und bei Talya war ich mir auch nicht sicher, ob es das Richtige war. Genauso wie bei Elliot. Er hatte seine Sache heute gut gemacht, aber ich glaube, Caillou konnte ich mir da besser vorstellen. Und Amazed Marlin ließ ich bisher auch lieber außen vor, sie sollte sich auf ihre Krönung konzentrieren.
      Zum Glück hatten die Fohlen nicht solche Probleme. Sowohl Amadahy, Frozen Bubble, Nabiri und Rosewell als auch die beiden Hengstfohlen Panta Rhei und Calimero II tobten mit dem Rest zufrieden über die Weiden. Aber irgendwann würde auch für sie der Ernst des Pferdelebens kommen. Obwohl, sie hatte noch Zeit.
      Den Nachmittag verbrauchte ich im Büro und plante für die Fohlen. Das machte ich gerne und es war auch nötig, denn so erinnerte ich mich wieder daran, dass ich einige „Fohlen“ hatte, die schon längst nicht mehr so klein waren wie ich dachte, sondern schon mehr als bereit. Hollybrook’s Fairy Bluebird war eine tolle Ponystute geworden, nun bald sechs Jahre, hatte bisher aber noch keinen Reiter gesehen.
      Das Gleiche galt für Prazzy’s Goldbell, dabei wollte ich meinen geliebten Pajero-Sohn gerne langsam unter dem Sattel sehen, er würde seinem Vater alle Ehre machen! Apropos, einen Ausritt mit Pajero würde ich mir heute Abend noch gönnen müssen, zum Glück blieb es immer länger hell. Ach, ich war doch ganz froh, den Winter hinter mir zu haben, auch wenn der Sommer sicherlich wieder heiß werden würde.
      Bei Outlaw Torn war ich mir bezüglich der Ausbildung sehr unschlüssig. Er war bald vier und schon sehr weit, eben weil das bei Paint Horses so gehandhabt wurde, aber genau deshalb wollte ich ihm Zeit lassen und es war ja nicht so, als wäre das Reiten für ihn essentiell wichtig. Das sahen HGT’s Unitato und Cruel Twist of Fate nicht anders und so ließ ich meinen Westernpferden gerne mehr Zeit.
      Und dann gab es da noch meine Welshnachkommen. Alle behalten, nachdem die ältere Generation verkauft worden war. Herbstmond und Acariya waren bisher immer noch meine Favoriten, aber auch Sacre Fleur liebte ich, ebenso wie Shawnée und Sibiria, auch wenn ich nicht recht wusste, was ich mit zwei Welsh D Stuten anfangen sollte, aber irgendwas würde sich schon finden.
      Dann gab es da nur noch Abendprinz und Caruso. Zwei Fohlen sondergleichen, die ich beide sehr liebte. Geplant war in weiter Zukunft ein Fohlen aus Fairy von Zarin, welches als Gegenstück für Caruso dienen sollte, aber im Gegensatz zu Zarin war Fairy noch nicht gekört.
      Und dann hatte ich mich in die Araber verguckt, neben Abendprinz gab es bisher zwei Stuten: Scheherazade und CH’s Sun is Shining. Zwei wunderbare Tiere und eine sogar schön gekrönt. Aus der Zucht meiner besten Freundin Sammy würde mich auch noch ein wahrer Wüstenstürmer erwarten, aber bisher war er noch nicht so weit, ich freute mich aber schon auf ihn.
      Den heutigen Abend verbrachte ich zu meiner Freude dann doch noch auf den Pferd und erkundete mit Pajero die neuen Wege rund um das Gestüt und freute mich natürlich riesig, denn es war so toll! Irgendwann mussten wir einen großen Ritt ans Meer machen, aus unserer Frankreich-Zeit wusste ich, wie sehr Pajero das liebte.

      Am nächsten Morgen ging es wieder früh raus und wieder war viel los, wie eigentlich jeden Tag auf dem Gestüt. Zur Abwechslung beschäftigte ich am Morgen aber erst einmal Thorondor mit viel Bodenarbeit, damit mein Berber nicht verrückt wurde, denn nur Weide war für ihn einfach gar nichts und so war er einer der wenigen, die mich mindestens fünfmal die Woche zu Gesicht bekamen.
      Ach und die Führanlage hatte ich sehr schnell ins Herz geschlossen. Spätestens als sie Pawaneeh und Golden Ebano die nötige Bewegung verschaffte. Bei Classic Gold und Khiara El Assuad war die aber noch wichtiger. Die Vollblüter wären mir sonst explodiert. Wer witzigerweise auch richtig Gefallen daran fand, war Freeway, unsere Tinkerstute. Eigentlich ein Pferd, was ich nie in die Führanlage gepackt hätte, aber sie liebte es.
      Heute war mal wieder Bewegungstag, gestern hatte ich ja Pause gehabt. Am Morgen longierte ich Deep Silent Complete und Herbsttraum, ehe ich mit Come Whatever May auf den Springplatz ging. Flott weiter ging es mit einem Ausritt: Apaches Tomahawk als Reitpferd und Caribic Sue als Handpferd. Was die Bewegung betraf, kamen mir die Schnupperstunden recht. Heute war wieder eine und so waren Kürbis, Lila Wolken, Milka Luflee, Walking in the Air und Quintesse beschäftigt und ich auch.
      Danach hätte ich zu gerne eine Pause gehabt, raffte mich aber noch auf Like Honey and Milk zu longieren. Ihre Vorbesitzerin war immer sehr hinterher, dass es der Stute gut ging und so kam sie auch jetzt definitiv nicht zu kurz. Eine Pause stand an und die genoss ich auch wirklich, denn heute Abend hatte ich etwas Besonderes für meine treuen Pfleger geplant. Bisher dachten sie, sie würden zu einer Besprechung antanzen müssen, dementsprechend ahnten sie nichts.
      Doch als es dann so weit war, eröffnete ich ihnen einen Ausritt an den Strand und alle waren begeistert. Wir waren zu elft, also eine ziemlich große Mannschaft, die gute und ruhige Pferde benötigte. Guten Gewissens hatte ich mir direkt Schneeleopard rausgepickt und dann die beiden Westernstuten Ice Coffee und Kisshimbye. Flintstone und Joyce kamen auch zum Einsatz. Die Hälfte war abgedeckt. Für mich hatte ich Fandango rausgesucht, mein kleiner Sonderling im Stall und so fehlten nur noch fünf Pferde und wir waren vollständig. Call me a Twist und Dissident Aggressor waren sowas von mit dabei und dann nahm ich noch Bandit und Albertino mit. Als letztes hatte Varulv die Ehre und so ging es gefühlt auf einen Riesen-Ausritt, den alle Beteiligten sehr genossen, denn am Strand erwartete uns auch noch ein Lagerfeuer.

      Obwohl ich weder trank noch irgendwas desgleichen tat, fühlte ich mich am nächsten Morgen verkatert. Ein langer Ritt plus ein langer Abend waren nichts für jemanden, dessen Wecker fünf Uhr morgens klingelte und so kam ich auch fast zu spät zum Proberitt meiner eventuellen neuen Reitlehrerin. Diese hatte ich auf Altyn gesetzt, was etwas fies war, aber mir dann auch direkt zeigte, dass sie die richtige war, denn mein junger Hengst lief unter ihr wirklich traumhaft, nachdem sie zusammengefunden hatten.
      Halb dösend bespaßte ich nach diesem Erfolg Cover the Sun im Longierzirkel mit etwas Stangenarbeit. Die nutzte ich kurz darauf auch noch einmal mit Possy Pleasure Mainstream, um Rücken- und Bauchmuskeln zu aktivieren. Eigentlich war meine Liste heute mehr als lang, aber aus privaten Gründen bekamen Hákur und HGT’s End of Day frei, so dass ich nur mit Dr. Insektor ins Dressurtraining musste und danach eine Pause im Gelände mit Cual Maniaca einlegte.
      „Ich bewundere dich für dein Durchhaltevermögen!“, hörte ich dann am Telefon, als ich mit meiner Mutti bezüglich meines Geburtstags Ende April sprach, denn ich lud sie nach Holland ein. Und bisher waren sie nicht abgeneigt. Währenddessen ließ ich He’s called Trüffel und Hýreygur freispringen, aber trotz maximaler 50cm war zweiterer einfach nicht begabt.
      Mein Abend endete wieder mal auf dem Pferderücken, nämlich auf Morrigans, welcher mich entspannt gen Gestüt trug, nachdem wir einmal über die schöne Waldwiese gejagt waren und nun genüsslich entspannt in unseren Feierabend spazierten.
    • Chapin
      Die Pokémon im eigenen Stall
      07/2016, von Samarti | 5576 Zeichen​
      „LAPRAS!“
      „Wo?!“
      „Könnt ihr vielleicht weniger hier rumschreien? Ich versuche gerade zu lesen. Danke.“ Joline seufzte auf und verdrehte die Augen.
      „Nein, lies woanders“, ertönte es im Einklang von Matthew und mir, was Joline nur dazu brachte, genervt aufzustehen und sich in ein anderes Zimmer zu begeben.
      Eigentlich hätte ich nicht erwartet, dass wir hier in der Nähe wirklich einen PokéStop haben würden. Tatsächlich war aber mein Gestüt einer – warum auch immer. Musste wohl jemand damals eingereicht haben, als man bei Ingress die Portale selbst noch einschicken konnte.
      Jedenfalls hatten sowohl Matthew als auch ich dann ziemlich viel Spaß daran, den PokéStop vom Sofa aus zu aktivieren und einfach immer Lockmodule anzuschmeißen, wenn es gerade die Gelegenheit dazu gab. Meist waren es dann nur Taubsis, Raupys, Hornlius – obwohl die ja zum Leveln alle echt pures Gold waren – oder eben ein nerviges Rattfratz. Bei denen konnte man ja wohl wirklich schon von einer Plage sprechen …
      Nur jetzt war gerade ein wildes Lapras aufgetaucht.
      „Wie viel hat deins?“, grinste ich Matthew an, zufrieden mit der Anzahl der CP, die mir bei meinem angezeigt wurden.
      „Das ist doch nicht wahr? Ich bin Level 17, warum kriege ich ein 43er Lapras?!“
      „Haha, meins hat 1200!“ Ich war versucht, die Zunge rauszustrecken, aber das wäre wohl doch ein wenig zu viel. Zumindest sollte es Matthew ein wenig stören, dass ich drei Level unter ihm war. Tja, wäre er auch mal Level 14 geblieben.

      Nach knapp sieben Minuten ging das Lockmodul dann auch wieder aus und Matthew und ich entschlossen uns dafür, dass es heute wohl genug gewesen wäre. Ich hatte immerhin mein Blitza entwickeln können und ein Lapras gefangen, bei Matthew war es ein recht gutes Aquana geworden und im Großen und Ganzen waren wir doch ziemlich zufrieden. Also beschloss ich, nur noch einmal eine Runde durch die Ställe zu drehen und mich dann schlafen zu legen; immerhin war es schon wieder kurz nach Mitternacht. Matthew hatte mir sogar empfohlen, das zu tun. Ich solle doch mal lieber nach meinen eigenen „Pokémon“ sehen ... Am liebsten hätte ich ihm für den Spruch eine reingehauen, aber ich konnte mich gerade noch beherrschen.
      Beginnen tat ich im Stall der Stuten. Momentan befanden sich hier nur fünf von ihnen, zumindest nachdem ich vor einer Weile den Bestand mal wieder etwas reduziert hatte. Inzwischen waren hier nur noch Hall of Fame CU, Ace of Clubs, Très Jolie, Liluye und die gute alte Ocean Water anzutreffen. Vielleicht würde Beverly auch bald hierher umziehen. Je nachdem, wie sie sich machte, würde sich das wohl in der nächsten Zeit herausstellen.
      Ich checkte nur, ob die Boxen alle vernünftig geschlossen waren und verteilte kurz Streicheleinheiten, bevor ich noch das Licht ausmachte und dann die große Stalltür verschloss.
      Daraufhin ging es weiter zum Hengststall. Sechs waren es hier an der Zahl, und bis auf Allelujah, der noch nicht sonderlich lange wieder bei mir war, und Tenacious waren inzwischen alle erfolgreich gekört. Intoxicated, Levi, Cardillac und Avanti hatten den Stress bereits hinter sich und die Körungen erfolgreich für sich gewonnen. Mal sehen, wie es mit ihnen weitergehen würde. Avanti war ja bereits Papa geworden, und sein Nachkomme hatte sich auch echt entwickelt. Kam ganz nach dem Papa.
      Auch hier ging ich nur einmal kurz von Box zu Box und machte mich dann auf den Weg zum Stall der Kleineren, wo auch Beverly momentan ja noch stand. Liberté's Nessaja fand sich hier auch noch wieder, mal sehen, wann sie den Umzug in den anderen Stall eintreten würde – allzu lange dauerte es bestimmt nicht mehr, sie hatte sich echt gut gemacht. Bei Pina war das ein wenig komplizierter, sie war noch immer sehr kritisch, was die Menschen um sie herum betraf und auf größere Menschenmassen reagierte sie leider nicht sonderlich positiv, was aber auch total nachvollziehbar war. Mit ihr hatten wir noch eine Menge Arbeit vor uns.
      Chesmu hatte sich auch wirklich entwickelt und er wuchs immer mehr zu einem schicken Hengst heran. Der Gute war ja inzwischen auch schon dreieinhalb Jahre alt und meine Erwartungen in ihn waren tatsächlich sehr hoch. Allerdings versprachen sowohl seine Abstammung als auch der junge Hengst selbst, dass er wohl noch einmal einen beeindruckenden „Lebenslauf“ vermerken könnte.
      Aponi und Pamuya waren noch immer beinahe unzertrennlich. Flightless Bird hatten sie jedoch sehr schnell aufgenommen und so bildeten die drei jetzt ihre eigene kleine „Clique“. Leslie war dabei eher diejenige, die immer schüchtern im Hintergrund blieb, während die anderen neue Kontakte knüpften. So war es auch, als Accomplishment, die Neue, dazustieß und sie sich alle erst einmal aneinander gewöhnen mussten. Das Baby unter den vier Stutfohlen sah zwischen den älteren immer sehr zierlich und zerbrechlich aus, machte aber schnell klar, dass das keineswegs auf ihren Charakter zutraf. Stattdessen wollte sie ihren Willen sehr stark durchsetzen und ließ dies auch den Rest wissen. Obwohl Aponi und Pamuya das nicht so recht in den Kram passte (Leslie hatte da wenig beizusteuern, die akzeptierte das einfach), fügte Accomplishment sich doch recht schnell in die wachsende „Gang“ ein und so waren sie dann schon zu viert. Bald würde auch noch Empire of Irony dazustoßen, noch verweilte die allerdings auf dem Pineforest Stud. Mal sehen, wie das mit denen dann werden würde. Für heute hatte ich jedenfalls genug und schloss auch den Stalltrakt der Jüngeren sorgfältig ab, bevor ich wieder ins Haus ging und noch einen Rauch anschmiss. Man wollte ja nicht unnötig Lockmodule verballern.
    • Chapin
      Die schönste Zeit des Jahres
      11/2016, von Samarti | 5592 Zeichen​
      Weihnachten näherte sich – wieder einmal. Man merkte jetzt schon jedem an, der auf dem Gestüt lebte oder beschäftigt war.
      Dieses Jahr hatte es sogar mich schon ziemlich erwischt. Meine Stimmung hob sich schon, wenn ich nur an Weihnachtsmärkte und Glühwein dachte. Glücklicherweise gab es zur heutigen Zeit auch in Kanada schöne Weihnachtsmärkte, auf denen man sich die Zeit totschlagen konnte – mit Glühwein natürlich.
      Aber bevor ich mich heute Abend mit Joline auf einen dieser Weihnachtsmärkte begeben würde, hatten wir noch einiges vor uns. Denn obwohl meine Vierbeiner momentan in ihre wohlverdiente Winterpause entlassen worden waren und heute sowieso Ruhetag hatten, also demnach nicht ganz so viel zu tun war, wollten sie doch zumindest alle ein wenig Beschäftigung haben.
      Beginnen taten wir mit den Stuten. Matthew und Sophia hatten uns ebenfalls begleitet, sodass es alles noch etwas schneller gehen würde. Ich entschied mich dafür, Très Jolie und Ace of Clubs einfach eben in der Halle ein wenig laufen zu lassen, damit sie sich ihre Beine vertreten konnten (die Paddocks waren zur Zeit leider eine Zumutung für jedes Pferd) und es dauerte nicht lange, bis die beiden Stuten fröhlich durch die Halle galoppierten. Sophia, Matthew und Joline machten mit Hall of Fame CU, Liluye und Ocean Water lieber einen gemütlichen, völlig entspannten Schrittausritt durch einen der Wälder, die sich hier nur so tummelten.
      Nach einer Weile verfrachtete ich meine beiden Stuten wieder in ihre Boxen und gab ihnen noch die Abendportion Futter, ehe es mich schon zu den Hengsten verschlug. So ganz wusste ich noch nicht, was ich mit ihnen heute anfangen sollte. Grundsätzlich waren ja alle recht sozial untereinander und es gab keine wirklichen Dominanzkämpfe, dennoch wollte ich die sechs Hengste nicht mal eben so mir nichts, dir nichts frei in der Halle laufen lassen. Intoxicated hatte ich dann kurzerhand an die Longe genommen, um ihn wenigstens ein bisschen zu arbeiten, genau wie es auch bei dem schicken Rappen Levi der Fall war. Allelujah ließ ich allein in der Halle laufen, bei ihm war es dann doch noch zu riskant, ihn mit den anderen so frei laufen zu lassen, nachdem sich seine ganze Energie angestaut hatte. Zuletzt blieben dann noch Avanti, Cardillac und Tenacious. Auch die drei durften noch ein paar Runden in der Halle drehen, bevor es für sie auch wieder zurück in die Boxen ging.
      Für die Jungpferde und Fohlen nahm ich mir dann etwas mehr Zeit. Die Anderen waren inzwischen auch von ihrem Ausritt zurück und so schnappte sich jeder eins der vier Reitponyfohlen: Matthew beanspruchte Aponi für sich, Joline halfterte Pamuya auf und Sophia kümmerte sich um Flightless Bird, während ich Accomplishment unter meine Fittiche nahm. Für die Kleine hatten wir noch immer keinen passenden Spitznamen gefunden, obwohl sie doch schon eine ganze Weile bei uns war. Die kreative Eingebung, auf die wir alle hofften, blieb aber leider momentan noch aus. Die vier Stutfohlen wurden allesamt ausgiebig verwöhnt und praktisch blitzeblank geputzt, ehe es für sie wieder in die Boxen ging. Auch PFS‘ Empire of Irony durfte sich noch einer Putzeinheit unterziehen und schien auch dies sichtlich zu genießen, denn der Anglo-Araber schloss zufrieden die Augen und begann spontan zu dösen. Generell war sie doch schon sehr zutraulich für ihr junges Alter, ließ sich aber dennoch Zeit dabei, bis sie jemandem wirklich vertraute.
      Beverly und Pina liefen inzwischen beide wirklich sehr gut unter dem Sattel – zumindest für ihren Ausbildungsstand. Pina ließ sich zwar nur von mir reiten, weshalb ich mir für sie immer besonders viel Zeit nehmen musste, doch bei ihrer Vergangenheit war das kein Wunder. Dementsprechend störte es mich auch nicht, dass sie so gesehen eine Extrabehandlung benötigte, denn ihre Fortschritte machten sowieso alles wieder wett und Trainingsfortschritte verfolgte man doch immer wieder gern, wenn man wirklich sehen konnte, was man bereits alles erreicht hatte. Liberté’s Nessaja nahm ich ebenfalls noch kurz an die Longe, damit sie sich wenigstens etwas bewegen konnte.
      Zu guter Letzt kam dann noch Chesmu dran. Der Gute hatte sich in der letzten Zeit wahnsinnig gemacht und inzwischen war er doch tatsächlich schon fast ganze vier Jahre alt – wie die Zeit verging! Chessi war von einem kleinen, süßen Fohlen zu einem wahnsinnig schicken Hengst herangewachsen, dessen war er sich aber auch mehr als nur bewusst. Mit dem goldenen Fell und dem seidigen Langhaar könnte man ihn inzwischen fast für ein Barbiepferd halten. Glücklicherweise benahm er sich nicht wie Cardillac, denn sonst wäre der Vergleich wirklich treffend.
      Auch Chesmu durfte sich eine Weile an der Longe austoben und ihn schien das wirklich zu freuen. Ein paar Freudensprünge und Buckler waren schon drin, als er angaloppieren sollte. Auch, wenn dies sich relativ schnell legte, schlich sich doch ein Grinsen in mein Gesicht, als ich ihn so beobachtete.

      „Joliiiine, wir können los!“, rief ich durchs Haus, nachdem ich mir meine Jacke noch übergestreift hatte und in meine Schuhe schlüpfte.
      Besagte Person kam die Treppe heruntergestolpert und grinste mich nur an. „Ja, ich bin so-“, sie hickste kurz, „-weit!“ Dann kicherte sie kurz, weil sie sich versprochen hatte.
      Ein Blick auf die Tasse in ihrer Hand, aus der noch etwas Dampf stieg, verriet sowieso schon alles. „Ist das Glühwein?“, wollte ich wissen und zog fragend eine Augenbraue hoch. Das Nicken ihrerseits hatte zur Folge, dass wir uns einfach zu zweit mit Glühwein auf dem Sofa niederließen, Lost laufen ließen und uns einen gemütlichen Abend machten.
    • Chapin
      Stress aus allen Ecken
      01/2017, von Samarti | 3253 Zeichen​
      „Ey! Lass das!“ Lachend schob ich Levis schwarze Nase von mir weg und schüttelte den Kopf. Als ich ihn weggedrückt hatte, drehte der Hengst mir sein Hinterteil zu und strafte mich mit purer Ignoranz; so, wie er es immer tat, wenn irgendwas nicht nach seinem Willen verlief. Ich dachte dabei stets an die erste Begegnung mit ihm zurück, weil er genau das gleiche getan hatte, als Elena und ich in Deutschland gewesen waren und uns seinen damaligen Heimatstall angesehen hatten. Von den Besitzern hörte ich nur noch sehr selten etwas, wenn wir ein paar Sätze austauschten und auch nach Levis Körung hatten sie mir herzlich gratuliert, aber auch durch die enorme Entfernung war es zu keinem weiteren Treffen mehr gekommen. Ich bedauerte es ein wenig, wenn ich daran dachte, dass auch einige meiner ehemaligen Schützlinge mehrere tausend Kilometer von mir entfernt standen, dementsprechend konnte ich es nachvollziehen, wie sich seine Vorbesitzer fühlen mussten. Besonders der Mann hatte Levi sehr in sein Herz geschlossen, aber spontane Tagesbesuche waren leider einfach nicht möglich.

      Aus der Nebenbox schnaubte Cardillac empört. Seufzend ließ ich Levi wieder allein und ging ein paar Schritte weiter, um dann vor der Boxentür des inzwischen vierzehnjährigen Perlinos zu stehen. Schnell offenbarte sich mir der Grund für Cardillacs Verhalten: Er hatte es wirklich geschafft, die Wassertränke so sehr auszunutzen, dass auf dem Boden jetzt eine kleine Pfütze war. Schlimm daran war natürlich, dass der königliche Hengst mit seinen zierlichen Hufen dort hineintreten und seine Beine nass machen könnte – für Cardillac eine absolute Horrorvorstellung. Das Reitpony hasste jede Art von Wasser und wich ihm so gut es ging aus, wenn es nicht gerade das Trinken betraf. Tja, wäre er der Tränke mal lieber auch ausgewichen, dann stünde er jetzt nicht vor solch einem schwerwiegenden Problem.

      Matthew und Julien brachten Allelujah und Avanti gerade wieder in ihre Boxen, als ich den Stall verlassen wollte. Die beiden Männer hatten sich mit den Hengsten beschäftigt, nachdem ich sie dazu angewiesen hatte – anderenfalls hätten die Hengste wahrscheinlich jetzt noch in ihrer Box gestanden und wären heute nicht bewegt worden. Beide Hengste waren wahrhaftig pure Nervenbündel, wenn man sie nicht ausreichend bewegte, weshalb es einfach Pflicht war, sich mit ihnen täglich zumindest etwas zu beschäftigen.

      Genauso war es auch mit Ace of Clubs und Très Jolie. Zwar waren die Stuten etwas angenehmer zu handhaben, besonders was ihre tägliche Bewegung anging, aber beide hatten gestern schon gestanden. Dementsprechend hatten sich Joline und Sophia zusammengetan und mit den beiden Stuten immerhin einen Ausritt unternommen. Die Farbwechsler- und die Palominostute waren zwar offiziell noch in der Winterpause, weshalb wir es mit dem Training wieder langsam angehen ließen, aber auch im Gelände bauten sowohl Joline als auch Sophia gern mal ein paar Dressurlektionen ein, was auch der Grund dafür war, dass ich die beiden mit den Stuten losgeschickt hatte. Als auch sie wiederkamen und alle vier zufrieden aussahen, wusste ich auch, dass es mal wieder mehr als gut geklappt hatte und jeder von ihnen für heute in den wohlverdienten Feierabend entlassen werden konnte.
    • Chapin
      Damals war alles besser
      04/2017 | 2590 Zeichen​
      "April, April!", rief Elisa als sie hinter der Tür hervorsprang. Ich verdrehte genervt die Augen. "Im Ernst? Dafür sind wir zu alt", murrte ich nur und ließ mich auf mein Sofa fallen. "Vor zwei Jahren ging das hier aber auch mal mehr ab", jammerte sie nur und ließ sich mit Chipstüte neben mich fallen. "Haha ja, damals sahen wir auch noch gut aus", meinte ich frustriert und schob mir einige Chips in den Mund.
      Ciaran betrat das Wohnzimmer, starrte uns beide ungläubig an. "Wirklich? Ihr sitzt hier in Jogginghosen mit Chips auf der Couch und jammert rum, damals wäre es besser gewesen? Wie tief seid ihr denn gesunken" - "Haha, so tief, das glaubst du gar nicht", kam es wie aus einem Mund von uns beiden und wir grinsten uns gegenseitig an.
      Eins hatte sich nicht geändert: Wir waren immer noch so bescheuert wie damals.

      "Ach... So schlecht ist das Heute dann doch nicht", meinte Elisa zufrieden als wir zwei Stunden später auf der Mauer ihres Springplatzes hockten. Wir waren von Chips zu Eis gewechselt, das konnte man sich bei den frühlingshaften Temperaturen in Kanada ruhig gönnen. Wir beobachteten zufrieden Matthew und Ciaran, die sich gerade in gewisser Weise abmühten.
      Man könnte meinen unsere Pferdewahl war unfair, wir betrachteten es aber eher als positive Herausforderung für unsere Angestellten, bei welcher sie sich beweisen konnten. Matthew ritt Allelujah und Ciaran saß auf Ohnezahn. Abgesehen von dem göttlichen Bild der beiden Riesen auf den Ponys hatten sie im Parcours auch alle Hände voll zu tun.
      Dass Allelujah ein paar Zacken in der Krone fehlten war ja nichts Neues, das bewies er auch gerne jeden Tag aufs Neue. "Und da fragst du dich noch, warum er wieder bei dir gelandet ist", meinte ich nur ironisch, während ich die sich anbahnende Buckeleskapade des Palominos beobachtete. Dahingehend hatte sich auch Ohnezahn gemausert. Problempferd bekam bei ihm plötzlich eine ganz neue Bedeutung.
      Seit diesem Jahr durfte er Springen. Nur, dass sich bei Hindernissen ein Schalter im Kopf umlegte und unser Schimmel plötzlich vergaß, wer er eigentlich war. Zwar war er nicht darauf aus, seinen Reiter loszuwerden, so wie es Allelujah anscheinend gerade plante, aber er hatte auch kein Problem damit, jedes beliebige Hindernis im guten Tempo anzusteuern, egal ob Ciaran das plante oder nicht.
      "Angestellte sind was tolles!", freute ich mich und Elisa nickte zustimmend. "Warten wir noch bis Matthew den Boden küsst oder wollen wir uns der neuen Staffel widmen?", fragte Elisa und auch wenn die Entscheidung wirklich nicht leicht war, entschieden wir uns für die Serie.
    • Chapin
      Die Flucht vor Verantwortung
      05/2017 | 1256 Zeichen​
      Hauptstall: Accomplishment, Ace of Clubs, Beverly, Hall of Fame CU, Liluye, Liberté’s Nessaja, Ocean Water, Pina, Très Jolie
      Südstall: Allelujah, Avanti, Cardillac, Chesmu, Intoxicated, Levi, Tenacious
      Weststall: Aponi, Flightless Bird, Pamuya, PFS‘ Empire of Irony
      Nebenstall: Morengo, Hidden Flyer

      „Ich will noch nicht aufstehen“, grummelte Matthew genervt und zog sich die Bettdecke wieder über den Kopf, als ich sie ihm gerade entreißen wollte.
      „Wir haben verschlafen“, klärte ich ihn gütiger Weise auf und strafte ihn mit einem vorwurfsvollen Blick. „Du hast noch viel zu tun heute, denk dran.“
      Plötzlich schlug der Mann die Bettdecke entrüstet ans Fußende. „Ich? ICH?! Das ist DEIN Hof, schon vergessen?“
      „Nö, aber mit dem Titel als Gestütsleiter kommen gewisse Verantwortungen auf dich zu, Matthew. Dem hättest du dir vorher bewusst sein sollen.“
      „Ich bin das eh nur, damit du einen Grund hast, meinen Nachnamen als Gestütsnamen zu nehmen.“
      Ich seufzte. Ja, vielleicht hatte er da Recht. Aus einem anderen Grund hätte ich Matthew niemals mehr Verantwortung überlassen. Als ich das Zimmer wenige Minuten später verließ, um mich fertig zu machen, hörte ich vom Bett aus schon wieder ein tiefes, gleichmäßiges Atmen.
      Wenigstens schnarchte er nicht.
    • Chapin
      Tierarztkontrolle
      06/2017, von Eddi | 2353 Zeichen​
      Es war noch früh am Morgen, als ich mich auf den Weg nach Townsend Acres machte. Zu dieser Uhrzeit konnte man die sommerliche Wärme auch noch gut ertragen und es wehte sogar ein recht kühler Wind. Das Gleiche schien sich Elisa gedacht zu haben, welche den Gestütsbetrieb nun in die frühen Morgen- und die späten Abendstunden verlagerte und so waren schon alle tatkräftig am Werk, als ich auf dem Hof eintraf.
      Elisa wuselte auch irgendwo im Stall inmitten ihrer Reitponys umher, aber als sie mich sah, machte sie sofort Halt und begrüßte mich herzlich mit einer Umarmung. Wie so oft war ich beruflich hier, denn meine Arbeit als Tierarzt war gefragt: Drei Hengste wollte Elisa demnächst auf den Körungen vorstellen und zwei davon mussten noch durchgecheckt werden.
      Wir begannen zuerst mit Allelujah, einem altbekannten Gesicht für mich. Seit seiner Zeit auf Townsend Acres hatte er sich nochmals wirklich gemacht und Elisa war auch positiv gestimmt, dass er seine jugendhaften Flausen langsam ablegte und sich zu einem gescheiten Zuchthengst entwickelte.
      Das sagte auch sein Zustand aus. Beim Vorführen im Schritt und Trab konnte ich keine Probleme entdecken und auch die Beugeprobe bestand der Hengst ohne Wenn und Aber. Danach schaute ich in seine Ohren, Augen und sein Maul, um eventuelle Anzeichen von Krankheiten zu sehen, aber wie schon geahnt, war da nichts.
      Auch die Werte von Puls, Herz und die Geräusche der Lunge sahen gut aus und ich konnte nicht klagen. Abschließend tastete ich also nur noch Wirbelsäule und Beine ab, ehe der Hengst geimpft und entwurmt werden konnte und danach dann auch endgültig fertig war mit der Untersuchung.
      Patient Nummer zwei war Tenacious. Natürlich auch ein Reitponyhengst und dazu noch ein wirklich schöner. Aufmerksam beobachtete ich seine Gänge und führte dann die Beugeprobe durch und wie zu erwarten war alles ok. Danach kontrollierte ich auch bei ihm die Ohren, Augen und Zähne, ehe ich ihn ausgiebig abhörte und abtastete.
      Der Hengst war in bester Verfassung und definitiv bereit, seine Körung zu bestreiten. Er bekam noch die dafür benötigten Impfungen und die Wurmkur und dann waren wir mit allem fertig. Da wir sehr schnell gewesen waren, lud Elisa mich noch auf einen Eiskaffee ein und wir ließen uns am Dressurviereck nieder, um den Reitern noch ein wenig bei ihrer morgendlichen Arbeit zuzuschauen.
    • Chapin
      Hufkontrolle
      07/2017, von Zaii | 8310 Zeichen​
      „Waka waka, eh eh!“, schmetterte Zai, als sie ihre Freundin Eli mit ihrem Hengst Flavor of the Weak entdeckte. Eli warf Gwen einen bösen Blick zu, denn wie mir erzählt wurde, war sie es gewesen, die Waka damals zu seinem Spitznamen verholfen hatte. Gwen aber war sich keiner Schuld bewusst und kraulte etwas zu auffällig die Stirn von Ohnezahn, der seelenruhig neben ihr her spazierte.
      Und dann war da noch Elisa, die (zum Vergnügen aller anderer) gut zu tun hatte, mit zwei Hengsten links und rechts von sich. Hinter ihr folgte Matthew, der Tenacious führte. „Mit allen dreien wäre es noch lustiger gewesen“, flüsterte Zai mir zu und ich musste mir ein Schmunzeln verkneifen.

      Zais Freundinnen kamen wild durcheinander plappernd am Putzplatz vor dem Oststall an und es sah fast etwas ulkig aus, wie Waka da zwischen den ganzen Ponys stand und irgendwie nicht so ganz reinpassen wollte, überragte er die anderen Hengste um mehr als zwanzig Zentimeter.

      „Gut, wer macht den Anfang?“, mein Blick glitt fragend in die Runde. Ich konnte im Nachhinein nicht mehr beantworten, was mich dazu veranlasst hatte, zuzustimmen, fünf Hengste der Freundinnen meiner Partnerin an einem Mittag anzunehmen. Immerhin konnte ich aushandeln, dass sie zu mir kommen mussten, das machte die Sache doch schon wieder angenehmer.
      Auf die anfängliche Stille war schnell eine rege Diskussion gefolgt, aus der Elena als Sieger hervor ging und so begann ich direkt, Wakas alte Eisen abzunehmen, nachdem ich mich mit einem Stück Möhre vorgestellt hatte.
      „Ganz schön hibbelig“, bemerkte Zai stumpf, als der Schimmel immer wieder versuchte, mir das Bein weg zu ziehen und überhaupt sehen wollte, was ich da so anstellte. Eli warf ihrer Freundin einen bösen Blick zu und hätte sie nicht bei Waka gestanden, hätte Zai sich wahrscheinlich auch noch einen schmerzhaften Tritt gegen das Schienbein eingefangen. So blieb sie aber verschont und konnte ohne Blessuren Chesmu von Elisa übernehmen, denn dieser zankte sich gerade immer mehr mit seinem Kumpel Allelujah.
      „Du bist trotzdem mein Liebling, Chessi“, säuselte sie ihrem Hengst nach und winkte berührt mit der Hand hinter ihm her. Wenigsten war meine Arbeit heute ausgesprochen unterhaltsam.
      Nachdem ich Wakas alte Eisen mit vier neuen abgeglichen hatte, wanderten diese in den Ofen. In der Zwischenzeit schnitt ich die Hufe des Hannoveraners aus und raspelte die Hufe anschließend wieder plan. Die Eisen waren mittlerweile heiß und konnten nach und nach angepasst werden.

      Die lauten Schläge machten Ohnezahn, Chesmu und Tenacious wenig aus, auch Waka ließ sich nach anfänglicher Unruhe wieder beruhigen, nur Allelujah schien ganz und gar nicht angetan, wenn ein Mann auch noch wilde Bewegungen und Krach veranstaltete.
      So machte sich Elisa daran, eine Runde um die Reithalle zu drehen und Matthew folgte ihr ergeben. Gwen und Zai hingegen machten es sich am Grünstreifen neben dem Stall gemütlich und ließen ihre Hengste grasen.

      Waka hielt mittlerweile erstaunlich still und so konnte ich meine Arbeit zügig zu Ende bringen. Schnell war der letzte Nagel gebogen und gekürzt und so hatte es der erste schon wieder geschafft. Die Gänge des Hengstes ließen auf nichts Ungewöhnliches schließen, also konnte es direkt mit dem nächsten weitergehen.

      Zai setzte sich gegen Gwen durch, die nun schmollend im Gras saß und sich von Eli trösten ließ („Zai ist so gemein!“ – „Sch, sch. Ich weiß doch“ – „Wieso sind wir überhaupt mit ihr befreundet?“ – „Der Hufschmied, Gwen..“).
      Chesmu freute sich sehr über die Leckerei und war fortan beschäftigt, Zai nach noch mehr Möhrenstücken abzusuchen. Das machte mir die Arbeit sehr einfach, denn er hielt still und ließ mich ohne Zwischenfälle alle vier Hufe ausschneiden und kürzen.
      „Gut gemacht“, lobte Zai, als der glänzende Hengst (was tat Elisa nur in ihr Futter?) auch die Gangprobe überstanden hatte und zurück zum Gras durfte.

      Als nächstes folgte Ohnezahn von Gwen, der hingebungsvoll den lobenden Worten seiner Besitzerin lauschte, als ich nach und nach jeden seiner Hufe aufnahm, kürzte, ausschnitt und abschließend plan raspelte. Nicht einmal hatte der Schimmel versucht, mir den Huf zu entziehen und so schob ich ihm nach getaner Arbeit nochmal ein kleines Stück Möhre zu. Hoffentlich hatten das Waka und Chesmu nicht gesehen!

      „Ich bin dran!“, schallte es bestimmt über den Hof, als Matthew mir gerade T in Schritt und Trab vorgeführt hatte. Es folgte eine Diskussion zwischen Elisa und dem Gestütsleiter (oder Sklaven, ich war mir da gerade nicht sicher), den die junge Frau zur Überraschung von niemandem für sich gewann. So mussten Tenacious und Matthew den Platz wieder räumen und machten es sich stattdessen am anderen Ende des Stalls gemütlich. Matthew würde nun also erstmal seine Wunden lecken, während ich das Vergnügen mit Allelujah hatte. Der Hengst ließ sich von Elisa bitten und betteln und folgte trotz der Überredungskunst seiner Besitzerin nur zögerlich. Ich hielt ihm lange meine Hand hin, doch obwohl ein schmackhaftes Stück Möhre auf dieser ruhte, traute sich Allelujah nicht nah genug an mich ran. Na das würde sicher spaßig werden. Nachdem Elisa die Nascherei verfüttert hatte, stellte sie sich dicht an den Kopf des Palominos und begann, ihm Mantra-artig eine Beruhigungsformel ins Ohr zu flüstern. Ich machte mich zeitgleich an die Arbeit, die sich als nervenaufreibender erwies, als bei Allelujahs Stallkumpanen. Bei jedem Huf versuchte der Hengst, von mir wegzukommen und wann immer ich die Stimme minimal erhob, zuckte der Zehnjährige merklich zusammen. Vielleicht war er durch Elisas hohe Stimme aber auch schlichtweg so traumatisiert, dass tiefere Stimmen ihm nun Unbehagen bereiteten. Die einen sagten so, die anderen so.
      Mit der ein oder anderen kleinen Pause und vielen Möhrenstücken klappte es letztendlich aber doch und Allelujah zeigte mir einen äußerst flotten Trab, als er bei der Bewegungsprobe von mir weg traben konnte.

      Den Abschluss sollte nun Tenacious machen. Der Hengst war das komplette Gegenteil zu seinem Vorgänger, denn er war durch nichts aus der Ruhe zu bringen und so war ich in Windeseile fertig damit, die Hufe Dunkelbraunen auszuschneiden und zu kürzen. Auch beim Planraspeln hielt das Pony still und während Matthew noch lobte, war ich bereits fertig mit meiner Arbeit.

      „So..“, ich streckte mich und drehte den Oberkörper einmal nach links und rechts. Fünf Pferde hintereinander und auch ein Hufbeschlagsschmied fühlt sich, als würde er am Fließband arbeiten. „Sag mal..“, diesen Ton, den Zai da an den Tag legte, konnte ich leider allzu gut einordnen, „.. wenn du schon dabei bist..“, ich drehte mich ungläubig um, „.. bitte Theo!“, schloss Zai flehend und ich sah sie hinter mir stehen. Mit Turf Runner an der Hand. „Noch einer?!“, fragte ich ungläubig, doch Zai war nicht von ihrem Plan (der nicht so spontan wirkte, wie sie ihn mir verkaufen wollte) abzubringen. „Es ist Tuffi. Unser toller, süßer, lieber Tuffi“, säuselte Zai. Wenn es um Arbeit ging waren es immer unsere Pferde. Turnierplatzierungen und –siege hingegen zogen ihre Pferde ein. Seufzend gab ich meinem Schicksal geschlagen und so folgte Hengst Nummer sechs an diesem Tag.
      Wenigstens hatte Zai nicht gelogen, denn das Vollblut war wirklich unkompliziert und so dauerte es nicht lange, bis ich die routinierte Arbeit des Ausschneidens, Kürzens und Planraspelns hinter mich gebracht hatte.

      „Das wars für heute! Keine Chance“, schwor ich, als ich Tuffis letzten Huf abgesetzt hatte. Gwen, Eli, Elisa und Matthew hatten sich nach dankenden Worten bereits wieder auf den Heimweg gemacht, es waren also nur noch Zai und Alex, die sich mit Friedrich vor wenigen Minuten zu uns gesellt hatte, anwesend. Hugo, der gerade Emie und Every auf den Platz führte, musste bei meinen Worten schmunzeln und das war schon etwas, was dem schallenden Gelächter anderer Menschen nahe kam. „Zai, nein“, sagte ich energisch, als diese den Mund öffnete, um etwas zu sagen. Zu meiner Freude schloss die Braunhaarige den Mund wieder und ließ mich dann tatsächlich in Ruhe. Während sie Tuffi zurück in seine Box brachte, packte ich mein Werkzeug zusammen und machte mich dann mit Alex und Friedrich auf zu unserem Häuschen. Zai würde mich heute nicht mehr zu Gesicht bekommen, denn sonst würde sie bestimmt noch eine Arbeit für mich finden.
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    Stall
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    Chapin
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    12 Okt. 2019
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    Rufname: --
    geboren: April 2007


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    Rasse: Deutsches Reitpony
    Geschlecht: Hengst
    Farbe: Palomino (ee Aa Cc)
    Stockmaß: 147 cm

    Beschreibung:

    Allelujah ist ein Hengst, wie es im Buche steht. Er ist oft aggressiv und tritt auch mal aus, doch wie heißt es so schön? Harte Schale, weicher Kern. Wenn der Hengst erst einmal Vertrauen zu einem gefasst hat, kann man mit ihm durch dick und dünn gehen. Fremde hingegen sind ihm nicht geheuer und er ist anfangs sehr misstrauisch. Wenn er mal wieder seinen „hengstigen“ Tag hat, kann es auch gerne mal sein, dass er drohend die Ohren anlegt und in die Luft schnappt. Im Großen und Ganzen kann er allerdings ein richtiges Verlasspferd sein - vorausgesetzt, die Chemie stimmt.
    Im Vergleich zu vorher kann man bei Allelujah eindeutig eine Veränderung des Charakters feststellen, auch, wenn diese nur langsam und schleichend voranging.
    War er zuvor öfter mal ausfallend und konnte teilweise schon als gefährlich eingestuft werden, so hat sich dies mit der Zeit etwas gelegt. Geht man mit ihm allerdings nicht ganz korrekt um, kommt der „alte“ Allelujah wieder zum Vorschein und das aggressive Verhalten an die Oberfläche. Das Misstrauen gegenüber Fremden ist noch immer vorhanden und wird sich auch mit der Zeit wahrscheinlich nicht mehr legen.
    Hat man sich mit ihm erst einmal angefreundet, ist er ein wahres Verlasspferd: Vertrauen ist das Stichwort. Tut er dies, kann man mit ihm durch dick und dünn gehen. Hierbei handelt es sich jedoch um einen langwierigen Prozess, der durchlaufen werden muss.
    Des Öfteren bettelt das Reitpony um Leckerlis und spielt auch mal mit einem – zum Beispiel Fangen. Dabei ist er jedoch stets vorsichtig und achtet darauf, dass seinem zweibeinigen Freund nichts geschieht. Der Palominohengst ist auf der Weide ebenfalls sehr verspielt und tollt gerne mit den Fohlen auf der Weide herum. Doch er kann auch bestimmt sein und ihnen mit einem Zwicken zeigen, dass er jetzt nicht spielen will.
    Allerdings hat das Pony eine Abneigung gegen Männer. Man könnte es aber auch schon als regelrechte Angst bezeichnen. Sobald er einen Mann erkennt, ist er schon weg. Es ist unklar, weshalb er solch eine Angst vor diesem Geschlecht hat.
    Unter dem Sattel ist er gehorsam und buckelt selten bis gar nicht. Seine größte Leidenschaft ist das Springen. Wenn man mit ihm auf einen Sprung zureitet, spitzt er aufgeregt die Ohren, bestimmt selbst das passende Tempo und fliegt regelrecht mit vielen Zentimetern Luft zwischen ihm und dem Hindernis darüber. Das Pony sollte nicht von harten Reitern geritten werden, da es sehr sensibel ist. Seine Gänge sind atemberaubend – leicht, als würde er über den Boden schweben. Das Pony hat mit seinem Alter von zarten vier Jahren schon eine Menge gelernt und geht auch willig am Zügel. Deshalb schätzt man, dass er in Springen und Dressur sehr erfolgreich sein wird.

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    Besitzer: Samarti
    Ersteller: Samarti

    Dressur E -- Springen M -- Military A -- Fahren M -- Distanz A
    249. Fahrturnier
    6. Synchronfahren
    261. Fahrturnier
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