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Sosox3

Alinghi, you Walk On Broken Glass

Zuchtpferd | 265J.

Alinghi, you Walk On Broken Glass
Sosox3, 22 Feb. 2017
Veija gefällt das.
    • Sosox3
      1. - 3. Pflegebericht - Januar 2013 - August 2013
      1. Pflegebercht - Januar 2013
      Zitat von Loi:
      Ankunfts- und Sammelbericht – Januar 2013

      Schnell lief ich zum Stall. Heute hatte ich viel vor denn ich musste alle meine Pferde bewegen und ich bekam heute auch noch einen neuen Hengst in den Stall. Als erstes fütterte ich alle Pferde und brachte sie anschließend auf die Koppel. Dann mistete ich die Boxen und säuberte die Tränken und Futtertroge. Simba hatte ich zwar zum Verkauf angeboten aber ich ritt ihn heute trotzdem und brachte ihn in den Stall wo ich ihn gründlich Putze und aufzäumte. In der Halle war es angenehm warm und ich beschloss heute nicht so viel mit ihm zu machen. Nach ein paar aufwärmrunden im Schritt und einer Lösungsphase am langen Zügel im Trab und Galopp, arbeitete ich mit Simba am Stellen und Galopp-Schritt, Schritt-Galopp übergängen. Nach einer weile schwitze Simba schon recht stark und ich beendete das Training für heute. Als ich ihn wieder in seine Box gebracht hatte, holte ich mir Smaller, Summer und Balira und machte die drei Fertig zum Ausreiten. Das Nachbarsmädchen ritt immer gerne auf Balira und deswegen nahm ich sie heute mit auf den Ausritt. Wir galoppierten ein bisschen am Strand entlang und trabten durch den Wald. Wieder am Stall half sie mir noch alle drei wieder in die Boxen zu stellen und Ariadne und Shelly fertig zu machen. Ich ritt mit Adriane in der Halle und gab ich Unterricht auf Shelly. Danach ging sie nachhause und ich machte mir Sadness und Synette fertig zum Freispringen. Sie hatten beide viel Spaß und ich baute die Hindernisse diesmal höher. Queen und Summer wieherten mir schon aufgeregt zu als ich sie in die Halle holte damit sie ein bisschen mit dem Großen Gymnastikball spielen konnten. Queen wälzte sich ausgiebig und galoppierte durch die Halle. Nowi spannte ich vor den Abzieher und zog die Halle einmal durch damit ich mit Alinghi ein bisschen Springen konnte. Sanny und ich gingen ein bisschen Spazieren und ich arbeitete mit ihr noch ein bisschen auf dem Platz an dem Freien Führen. Dann war es soweit und mein neuer Hengst Dizzy kam. Ich brachte ihn nach dem Ausladen in seine Box und fütterte dann alle Pferde. Es war ein anstrengender Tag gewesen aber ich freute mich schon auf morgen.

      By AnnyLinaLuna
      2. Pflegebericht - April 2013
      Zitat von LaScala:
      Pflegebericht für Alinghi - August 2013:

      Nun ging ich zu Alinghi. "Hey, Ali."begrüßte ich sie, ging in ihre Box, kratzte ihr seine Hufe aus, führte sie aus ihrer Box und band sie in der Stallgasse an. Ich putze sie,sattelte und trenste sie auf. Schnell räumte ich mein Zeug auf und führte sie nach draußen. Da das Wetter schön war beschloss ich sie auf dem Platz zu reiten. Dort richtete ich meine Steigbügel ein, gurtete nochmal nach und stieg auf. Erst ritt ich Ali im Schritt auf der ganzen Bahn. Später ritt ich auch ein paar Schritt-Trab-Übergänge, Volten, Zirkeln und Schlangenlinien. Später galoppierte ich auch noch etwas mit ihr. Ein paar Stangen lagen auf dem Boden und so trabte und galoppierte ich auch drüber. "Fein."lobte ich sie am Ende. Zum Schluss übte ich noch mit ihr aus dem Schritt zu Galoppieren. Anfangs hatte sie noch leichte Probleme damit, doch am Ende wurde was daraus. Ich ritt sie noch trocken, ließ die Zügel aus der Hand kauen, maschierte auf, stieg ab und lockerte den Sattelgurt. Nun führte ich sie zurück in den Stall, sattelte und trenste sie dort ab, räumte ihr Zeug auf, putzte sie nochmal über und führte sie dann zu der Wiese, damit sie dort grasen konnte. Nach einer Viertelstunde führte ich sie in den Stall und band sie in der Stallgasse an, um ihre Box auszumisten. Als ich fertig war brachte ich sie in ihre Box und gab ihr noch ein paar Leckerlies.
      3. Pflgebericht - August 2013
      Zitat von LaScala:
      Pflegebericht für Alinghi - August 2013:

      Nun ging ich zu Alinghi. "Hey, Ali."begrüßte ich sie, ging in ihre Box, kratzte ihr seine Hufe aus, führte sie aus ihrer Box und band sie in der Stallgasse an. Ich putze sie,sattelte und trenste sie auf. Schnell räumte ich mein Zeug auf und führte sie nach draußen. Da das Wetter schön war beschloss ich sie auf dem Platz zu reiten. Dort richtete ich meine Steigbügel ein, gurtete nochmal nach und stieg auf. Erst ritt ich Ali im Schritt auf der ganzen Bahn. Später ritt ich auch ein paar Schritt-Trab-Übergänge, Volten, Zirkeln und Schlangenlinien. Später galoppierte ich auch noch etwas mit ihr. Ein paar Stangen lagen auf dem Boden und so trabte und galoppierte ich auch drüber. "Fein."lobte ich sie am Ende. Zum Schluss übte ich noch mit ihr aus dem Schritt zu Galoppieren. Anfangs hatte sie noch leichte Probleme damit, doch am Ende wurde was daraus. Ich ritt sie noch trocken, ließ die Zügel aus der Hand kauen, maschierte auf, stieg ab und lockerte den Sattelgurt. Nun führte ich sie zurück in den Stall, sattelte und trenste sie dort ab, räumte ihr Zeug auf, putzte sie nochmal über und führte sie dann zu der Wiese, damit sie dort grasen konnte. Nach einer Viertelstunde führte ich sie in den Stall und band sie in der Stallgasse an, um ihre Box auszumisten. Als ich fertig war brachte ich sie in ihre Box und gab ihr noch ein paar Leckerlies.

      1. Hufschmiedbericht - unb. 2013
      Zitat von Sosox3:
      Hufschmiedbericht Alinghi

      Ich kam frisch von Jackie und als ich gerade einen Anruf bekam. Es war Fruechtchen, welche für Zwei Pferde eine Korrektur und ausschnitt brauchte.
      Zuerst war ich bei Alinghi, welche schon angebunden an ihrer Box stand. Der Stall war lichtdurchströmt und bietete viel Platz.
      Ich nahm den Hufkratzer und kratzte den Huf ordentlich aus. Ich schaute mir die Hufe an und fing dann mit dem Ausschneiden an. Ich musste ein wenig wegschneiden und sah den Huf mir genauer an. Er hatte einen kleine Riss, welcher sich aber nicht weiter als Bedrohung darstellte. Ich sah mir auch die restlichen Hufe an und schnitt schon ein wenig aus, dann hobelte ich an der Hufkante die Kanten ab. Ich hatte nun auch die Hufe geraspelt und Korrigiert und nun sah ich mir die Hufe genauer an. Sie waren Barhuf tauglich und Alinghi war die ganze Zeit über brav gewesen. Fruechtchen brachte Alinghi als er fertig war wieder auf die Weide ehe sie mir Balira brachte.

      1. Tierarztbericht - unb. 2013
      Zitat von Wolfszeit:
      e

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      Heute ging es zu Loi. Ich packte meine Sachen ein und fuhr los. Als ich auf Lois Hof vorfuhr sah ich sie schon wie sie einen der Hengste zu Putzplatz führte. Ich stieg aus, nahm mein Zeug und begrüßte sie. Loi zeigte mir Dave,einen schönen Shettyhengst und holte dann die nächsten zwei. Ich holte ein Leckerli raus und gab es Dave, wären er noch kaute, holte ich meine Spritze raus und verabreichte sie ihm. Er zuckte ein bisschen zusammen aber blieb sonst ruhig. Dafür das er so brav war gab es noch eine Möhre. Nun war Balira dran. Sie war ein schöner Welsh B . Balira rieb ihren Kopf an mir. Auch sie bekam ein Leckerli und ich verabreichte ihr die Spritze. Als sie den piks spürte blieb sie lieb stehen. Sie bekam zur Belohnung auch eine Karotte und ich ging zu Ariadne .Sie war ein schöner Berber. Auch sie bekam ein Leckerli. Ich nahm die Spritze und verabreichte sie, sie blieb gelassen stehen. Ich gab ihr eine Karotte und ging zu Sedness. Er versuchte nach dem Strick zu schnappen und als er das nicht schaffte versuchte er in meine Ärmel zu beißen. Ich nahm die Spritze und er schreckte leicht zurück als er den piks spürte. Nun war noch Synette dran. Ich begann gleich mit der Spritze. Sie wollte sich gleich an kuschel und Loi musste sie ablenken. Aber sonst machte sie nichts. Jetzt war Queen dran. Ich begrüßte sie und verabreichte die Spritze sie blieb stehen und merkte es kaum ich ging zu Smaller than the ozone hole, sie war zurückhalten und ich ließ sie ersteinmal schnuppern. Als ich die Spritze verabreichte blieb sie ruhig. Jetzt war Kandidat 8 dran,I know you, ein schöner Nowerger Hengst. Auch er blieb ruhig und ich ging zu Alinghi. Sie guckte etwas skeptisch aber bleib ruhig während der Behandlung. Loi zeigte mir nun San Tonic,sie tänzelte leicht. Aber bei der Behandlug hielt sie still.Jetzt war Kandidat 11, Distraction dran. Auch er blieb ruhig und ich ging zu Attentivenly. Sie guckte etwas skeptisch aber bleib ruhig während der Behandlung. Jetzt war Ch's De La Luna dran. Ich begrüßte sie und verabreichte die Spritze sie blieb stehen und merkte es kaum. Der letzte Kandidat war Cookie. Er war lieb und hielt schön still er war aber auch leicht nervös. Ich verabreicht die Spritze. Als ich alle geimpft hatte checkte ich sie noch mal ab und war mit allen sehr zufrieden. Ich verabschiedete mich von Loi und fuhr in die Klinik.
    • Sosox3
      4. - 6. Pflegebericht - Januar - September 2014
      4. Pflegebericht - Januar 2014
      Zitat von Loi:
      Sammelbericht Januar 2014


      Es war ein schöner Wintermorgen. Die letzten Tage hatte es vereinzelt geschneit und es war sehr kalt geworden. Die Wasserleitungen waren teilweise zugefroren sodass wir zur Weide nun jeden Morgen Wasser schleppen mussten. Diesen morgen hatte ich das schon hinter mir und hatte die Ponys gleich mitgenommen. Sie standen auch Nachts auf der Koppel den sie hatten ja dickes Winterfell. Alle Ponys kamen in ihre Boxen und Balira lies ich gleich in der Stallgasse angebunden. Nachdem ich sie gründlich geputzt hatte, sattelte ich sie und ging mit ihr in die Halle. Dort war es schön warm und im Radio bei R.SH lief meine Lieblingsmusik. Nach einer erfolgreichen Stunde Dressur ging ich mit Balira wieder in den Stall, legte ihr eine Abschwitzdecke auf und stellte sie in ihre Box wo ihr tägliches Müsli und Heu sie schon erwarteten. Als nächstes war Ari dran. Sie stand, wie alle Pferde, im Winter im Stall. Es tat mir Leid, aber sie hatten einen großen Paddock und an Tagen über 0°C durften auch sie auf die Weide. Ariadne stand gelangweilt und teilnahmelos in der der Box, was mich sehr wunderte den die schöne Berberstute war sonst sehr Motiviert. Als sie mich sah wurden ihre Augen aber wieder groß und sie kam freudig auf mich zu. In der Stallgasse versuchte sie dann wie immer den Pferdeknoten aufzubekommen mit dem ich meine Pferde anband und ich war erleichtert. In der Halle angekommen, fiel mir auf das sie hinten Rechts nicht ganz Taktrein ging. Ich tastete sie ab doch mir fiel nichts weiter auf also ritt ich sie wie gewohnt warm und mit jeder Runde mehr wurde es besser. Auch sie absolvierte die von ihr geforderten Dressurlektionen mit Bravur und durfte sich danach noch ohne alles eine halbe Stunde austoben. Ari wälzte sich, erschreckte vor dem Spiegel und galoppierte durch die Halle. Es war schön anzusehen doch ich hatte noch mehr Pferde zu machen, deswegen warf ich ihr die Decke wieder über und stellte sie zu ihrem Müsli und Heu in die Box. Sedness ließ ich außen vor, Lisa wollte heute kommen und ihn machen, was mich sehr freute. Netty war auch mit bei den Ponys auf der Koppel gewesen und hatte Eisklumpen im Fell. Daher konnte ich sie heute nicht reiten sondern longierte sie und danach durfte sie noch in der Hallo toben den ich holte Smaller noch dazu. Die beiden vergnügten sich und ich machte mir schon mal die Halle zum Springen mit Queen fertig. Nachdem ich den Parcours aufgebaut hatte, brachte ich die beiden Ponys wieder zurück in ihre Boxen und machte Queen fertig. Sie zickte wie immer ein bisschen rum und auf dem Weg zur Halle rutschte sie einmal aus. Doch es war nichts schlimmes, man konnte gar nichts erkennen. In der Halle lief sie flüssig, sprang gut ab und ich war sehr zufriede mit ihr. Ausgetobt und ziemlich kaputt durfte sie wieder in ihre Box und ich holte Alinghi. Auch Knowi wurde heute von Lisa gemacht und ich ließ mich überraschen was sie vorhatte. Ali brummte mir leise zu und kam vom Paddock zur Boxentür getrabt, wie hatte heute wohl wieder Hummeln im Hintern. Geputzt und gesattelt machten wir uns auf den Weg zur Halle. Ali tänzelte neben mir her und wieherte in einer Tour. Als wir endlich IN der Halle waren stieg ich auf und versuchte sie langsam warm zu reiten, doch nach 5 Minuten explodierte sie und ich musste absteigen. Ich nahm ihr die Ausrüstung ab und sie durfte sich austoben. Dann ließ ich sie frei springen, reiten war mir heute zu gefährlich. Es würde ein einziger Kampf werden und das muss ja nicht sein. Als ich das Gefühl hatte das Ali endlich ausgepowert war, brachte ich sie zurück in den Stall und machte mir Tonic fertig. Ich hatte kaum noch Lust, deswegen nahm ich Sannyund Dizzy mit in die Halle und ließ beide Freispringen. Danach durften sie noch laufen, während ich abbaute. Atti ritt ich Dressur. Sie lief auf der rechten Seite heute ziemlich steif weswegen ich sie dort besonders intensiv ritt. Viele Volten, Gangwechsel und auch über ein paar Trabstangen. Nach vielen Seitenwechseln, Schulter herein und Seitengängen durfte sie im Schritt entspannen doch ich war nicht so recht zufrieden. Sie hatte heute weniger mit Freude mitgemacht als sonst. Ich stellte sie in der Mitte ab und baute noch zwei Cavalettisprünge auf. Im Trab ließ ich Atti rüber gehen und endlich entspannte sie sich. Warum auch immer.. Aber sie bekam Spaß an der Sache und fing auch an zu schwitzen. Zurück in der Bock döste sie gleich ein. Schnell lief ich nochmal ins Haus und zog eine Thermohose über den mit Luna wollte ich ausreiten. Mit zwei Abschwitzdecken bewaffnet stieg ich auf und ritt Richtung Wald. Der Boden war hier nicht ganz so gefroren und hier lag auch noch der meiste Schnee. Glatt war es zum Glück nicht sodass ich auch eine Strecke traben konnte. Als wir so durch den ruhigen, weißen Wald ritten wurde mir wieder richtig warm den die Sonne schien durch die Äste und es war richtig hübsch. Aber auch kalt und ich hielt es nicht lange aus, wir mussten zurück. Zurück auf dem Hof machte ich Luna fertig, stellte sie in die Box und wärmte mich zuhause kurz wieder auf. Dann ging ich zurück in den Stall, holte das Skijöring-Set und machte Cookie fertig. Mit nem Schlitten bewaffnet ging ich au den Platz, den dort lag ebenfalls noch Schnee. Cookie erwies sich als gutes Kutschpferd denn er machte seine Sache prima. Als ich mir sicher war das alles klappt ließ ich mich eine Runde im den Hof ziehen mit ihm. Danach brachte ich ihn zurück in seine Box und holte Monte. Mir war wieder so kalt das ich nur in die Halle gehen konnte. Mit Leckerlis, Halsring und Pferd im Gepäck machte ich mich auf den Weg und übte mit Monte Tricks wie Kompliment, Flehmen und Rückwärts gehen. Dann schwang ich mich mit Halsring auf seinen Rücken und übte das.. Heute war er wirklich sehr Motiviert und ich sprang mit ihm auch über die Cavalettis. Müde und zufrieden brachte ich alle Ponys wieder auf die Koppel, fütterte und ging dann ins Haus. Dort as ich was, duschte und fiel dann sofort ins Bett. Ich freute mich schon auf morgen, auch wenn es jeden Tag viel Arbeit war.

      By Loi
      5. Pflegebericht - Mai 2014
      Kurz - Sammelbericht Mai 2014

      Im Moment hatte ich üblen Prüfungsstress weswegen ich nicht dazu kam meine Pferde regelmäßig zu bewegen. Glücklicherweise hatte ich nette Helfer auf dem Hof und in der Nachbarschaft. So kamen zwei Nachbarsmädchen regelmäßig umBalira zu reiten. Meist gab ich ihnen die erste halbe Stunde Unterricht, den rest der Zeit durften sie machen was sie wollten. Sie lernten schnell weswegen ich ihnen zusätzlich noch Smaller, Netty und Nowi anvertraute. Zum Glück hatten wir hier tatkräftige Jungs im Dorf die das reiten genau so mochten wie die Mädchen. Zwei von ihnen ritten Queen und Sadness. Da dies ruhige, erfahrene Pferde waren lernten auch die Jungs schnell und hatten Spaß an langen Ausritten. Zu ein paar meiner besten Freunde gehörten natürlich auch weitere Reiter. So auch 3 ziemlich gute, erfahrene, langjährige Reiterinnen denen ich Ariadne, Alinghi und De la Luna anvertraute. Dies waren nicht die einfachsten Pferde im Stall und es gab kleine zwischenfälle, jedoch lief nichts aus dem Ruder und die drei wurden gut beschäftigt. UmMonty und Cookiekümmerte ich mich fast jeden Tag selbst. Mit Monty ging ich oft lange Ausreiten und Cookie gewöhnte ich schon an Alltagssituationen sowie Zaumzeug. San Tonic, Dizzy und Ami setzte ich fast ausschließlich als Schulpferde ein, zwischendurch ritt ich sie Korrektur oder ging mit ihnen ins Gelände. Da ich mich auch noch um Lisas Pferde kümmern musste, hatte ich sehr wenig Zeit und hoffte darauf das sich mein Stall eventuell etwas leeren könnte..

      (by Loi)
      6. Pflegebericht - September 2014
      Zitat von Loi:
      Kurzer Sammelpflegebericht September 2014

      Es war 5 Uhr morgens als ich aufwachte, schnell in die Küche huschte, mir was zu essen nahm und mich dann gleich in den Stall verdrückte. Psychisch ging es mir in letzter Zeit nicht gut und das bekamen leider auch die Pferde zu spüren. Längere Zeit konnte ich mich nicht ausreichend um sie kümmern und auch jetzt hatte ich nicht viel Zeit und Lust. Als erstes fütterte ich alle und brachte sie danach auf die Koppel. Nach dem ich die Boxen ausgemistet und die Stallgasse aufgeräumt hatte, holte ich Balira wieder rein. Sie stand beim putzen sehr brav und ich überlegte was ich mit ihr anstellen könnte. In der Halle baute ich schließlich einen Parcour mit Slalom, kleinen Sprüngen und ein bisschen Kopfarbeit auf und ritt ihn mit Balira, Ariadne, Sedness, Queen und Nowi. Mit Mit Netty und Alinghi ging ich ausreiten, Smaller und Attentivenly wurden von zwei Reitschülern geritten währen ich mit San Tonic ebenfalls in der Bahn ritt. Dizzy lies ich am Strand auspowern, das Wetter war sogar so gut das wir eine kleine Runde im Waldsee schwimmen konnten. Cookie und Luna durften auf dem Platz mit einem Ball toben und danach ebenfalls den Parcours in der Halle absolvieren, allerdings vom Boden aus. Monty longierte ich kurz und ritt ihn dann ein bisschen Dressur auf dem Platz im Sonnenuntergang. Nachdem alle Pferde wieder gefüttert in ihren Boxen standen, ging ich sehr müde und kaputt wieder ins Haus, nahm mir was zu essen und legte mich schlafen. Es waren einfach zu viele Pferde und ich überlegte wen ich eventuell abgeben könnte..

      (by me)
      1. Trainingsbericht - unb. 2014
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      Stufenerhöhung - Balira Dressur A-L - Alinghi Dressur E-A
      Nachdem ich nun schon einige fremde Pferde trainiert hatte, wollte ich mich heute mit einigen Pferden vom Hof beschäftigen. Zwar auch nicht meine eigenen, aber Lina und ich halfen uns gegenseitig so gut wir konnten, seit ich bei ihr mit auf dem Hof lebte.
      „Guten Morgen“, begrüßte ich Kimi und Lina, die schon am Küchentisch saßen und Kaffe tranken. „Hey, gut geschlafen?“, fragte Lina und grinste mich an. Ich gab Kimi einen Kuss und setzte mich mit Mieke auf einen Stuhl: „Ach, du weißt doch wie das ist, Mieke mag in letzter Zeit einfach nicht länger als 2 oder 3 Stunden schlafen.“ Kimi stellte eine Tasse Tee vor mich und strich mir übers Haar: „Das wird sicher bald besser.“
      Einen Moment schwiegen wir alle, dann fragte Lina: „Reitest du Balira und Alinghi heute wieder?“ Ich gab Mieke an Kimi weiter und trank noch einen großen Schluck von meinem Tee. „Ja, das mache ich gleich heute Vormittag. Die letzten Male haben sie sich wirklich verbessert, wobei Alinghi schon etwas weiter ist. Mitteltrab und Mittelgalopp sind bei ihr gar kein Problem mehr. Balira tut sich mit den L-Lektionen noch etwas schwer, aber das kriegen wir sicher auch noch hin.“ Lina nickte aufmerksam und antwortete: „Kimi hat vorhin schon die Pferde gefüttert und wir bringen sie dann gleich auf die Weide. Balira und Alinghi lassen wir dir direkt drin, die kannst du ja nach dem Training raus lassen.“ - „Ja, so machen wir das. Ich passe solange auf Mieke auf, bis die Pferde draußen sind, dann nimmst du sie, ok?“ Ich schaute Kimi an, welcher zustimmend nickte.
      Ich nahm Mieke wieder und die anderen Beiden gingen raus, um die Pferde auf die Weide zu bringen.
      Eine halbe Stunde später kam Kimi ins Wohnzimmer und nahm mir die Kleine ab, sodass ich mich ans Training der beiden Pferde machen konnte.
      Alinghi und Balira standen alleine im Stall und schauten mir hoffnungsvoll entgegen. „Noch geht’s nicht raus“, grinste ich, während ich Balira das Halfter über die Ohren zog und auf die Stallgasse führte. Ich wusste, dass Alinghi alleine im Stall bleiben konnte, deshalb war Balira zuerst mit dem Training an der Reihe.Ich holte Putzzeug, Sattel und Trense der Stute und begann sogleich mit dem Hufe auskratzen. Anschließend bürstete ich sie ordentlich von oben bis unten und krauelte sie ein wenig hinter den Ohren. Mit Sattel und Trense ausgestattet machten wir uns gemeinsam auf den Weg in die Halle.
      In den letzten Wochen hatte ich bereits mit den beiden Stuten gearbeitet, sodass Balira den versammelten Trab und Galopp bereits sehr gut beherrschte. Auch die Hufschlagfiguren, wie aus der Ecke kehrt, 8 Meter Volten im Trab und Galopp und halbe Volte links, halbe Volte rechts, hatten wir bereits ausgiebig trainiert. Heute ging es also um die Lektionen Außengalopp, Kurzkehrt und Hinterhandwendung.
      Während des Warmreitens wiederholte ich einige der Bahnfiguren, auch die aus E und A Dressur. Balira war heute besonders aufmerksam, weshalb ich mir sicher war, dass wir gut voran kommen würden. Als ich sie im Schritt, Trab und Galopp ordentlich locker gemacht hatte, wollte ich nun also mit dem Außengalopp beginnen. Balira war auf beiden Händen sicher im Galopp und konnte auch frei der Bande schön und taktklar galoppieren.
      Zunächst galoppierte ich die Stute an der langen Seite in den Außengalopp an und parierte vor der Ecke zur kurzen Seite wieder durch. Das übte ich auf beiden Händen, bis es wirklich ordentlich klappte. Als nächsten Schritt galoppierte ich mit Balira mehrmals eine einfache Schlangenlinie. So konnte ich der Stute den Außengalopp näher bringen, ohne die Hand wechseln zu müssen. Anfangs klappte das nicht immer, die Welsh B Stute sprang mehrfach um. Ich wiederholte die Übung solange, bis es wirklich einwandfrei klappte.
      Dann ging es daran, den Außengalopp auch auf der gebogenen Linie zu reiten. Im Galopp wechselte ich durch die halbe Bahn, sodass Balira dann im Außengalopp lief. Nach der ersten Ecke parierte ich sie durch und lobte sie ausgiebig. Auch das wiederholte ich einige Male auf beiden Händen.
      Nun, da der Außengalopp schon sehr gut klappte, ging es an die nächsten beiden Lektionen: Kurzkehrt und Hinterhandwendung. Hier ging ich ähnlich wie beim Außengalopp vor. Wir erarbeiteten uns die Lektionen einzeln und Schritt für Schritt. Balira lernte schnell und nach etwa einer Stunde stieg ich zufrieden ab. Die Stute war nun bereit für eine L-Dressur, auch wenn sie trotzdem weiter trainiert werden musste, um die neuen Lektionen zu festigen.
      Zurück im Stall sattelte und trenste ich Balira ab, putzte sie noch einmal über und führte sie dann zu den anderen Stuten auf die Weide. Nun war Alinghi an der Reihe, sie trainierte ich zur Zeit von E nach A. Sie hatte auch schon große Fortschritte gemacht und heute folgten nur noch die Lektionen einfacher Galoppwechsel und das Rückwärtsrichten mussten wir noch etwas üben.
      Mit ihrem blauen Halfter band ich die Stute auf der Stallgasse an und begann sie ordentlich zu putzen. Wir hatten anfangs einige Schwierigkeiten gehabt, da Alinghi manchmal sehr stur und eigen war. Durch ihre Größe von 1,80 m wirkt sie dann auch schon mal böse, aber das ist sie nicht. Wenn man erstmal ihr Vertrauen gewonnen hat, ist sie ein wahrer Engel und arbeitet immer fleißig mit.
      Nachdem ich fertig geputzt, gesattelt und getrenst hatte, ging ich mit Alinghi in die Halle, wo ich sogleich mit dem Aufwärmen begann.
      Ich wiederholte den Mitteltrab und Mittelgalopp, sowie das Zügel aus der Hand kauen lassen, was bei mir zu jeden guten Training dazugehörte. Das Rückwärtsrichten klappte heute auch erstaunlich gut, also begann ich nach etwa einer halben Stunde mit dem einfachen Galoppwechsel. Zunächst galoppierte ich auf beiden Händen auf dem Zirkel und wechselte dabei mehrmals aus dem Zirkel. Jedes Mal parierte ich erst zum Trab und kurz danach zum Schritt durch. Angaloppieren aus dem Schritt klappte schon gut. Nach einiger Zeit ließ ich den Trab nun weg und parierte direkt zum Schritt durch, stellte die Stute dann ordentlich um und galoppierte auf der neuen Hand an. Alinghi arbeitete fleißig mit, sodass es schon nach einigen Versuchen sehr gut klappte. Zwischendurch machte ich ein paar Schrittpausen, in welchen ich einige Bahnfiguren ritt.
      Nach einer guten Stunde beendete ich das Training und war stolz, dass auch Alinghi die Stufenerhöhung geschafft hatte. Ich brachte sie in den Stall, wo ich sie absattelte und sie anschließend auf die Weide brachte. Dann ging ich ins Haus, wo ich auch mir eine Pause gönnte.
    • Sosox3
      7. - 8. Pflegebericht - Februar - Juni 2015
      7. Pflegebericht - Februar 2015
      Ankunft Attentivenly; Alinghi

      Verkaufe alle Pferde, lautete die Überschrift der Verkaufsanzeige. Auf dem Bild sah man alle Pferde und zwei stießen mir dabei besonders ins Auge. Zum einen ein dunkelbraunes Warmblut und ein Palomino der ein gutes Stück größer war als das Pferd nebenan. „Wenn du jetzt anrufst, dann bin ich weg.“ Simon maulte immer öfter rum wenn es darum ging, das ich Pferde aufnahm und sie nicht zur Zucht gebrauchen konnte. Ich nahm mein Samsung in die Hand und tippte rasch die Nummer ein, worauf ein Piep kam. Ich wartete ein paar Sekunden ehe auch schon eine helle, freundliche Stimme an den Hörer ging. „Halloo. Ich rufe wegen ihrer Anzeige an, in der sie alle ihre Pferde verkaufen. Ich hätte Interesse an der Palominostute und der Dunkelbraunen Warmblutstute. Bestünde die Möglichkeit das ich mir die beiden anschauen könnte?“, sprudelte ich auch schon los. Wir vereinbarten noch rasch ein Probereiten und am nächsten Tag flog ich auch schon los.

      -

      Der Beschreibung nach führte der Weg geradewegs zu ihrem Hof. Google Maps begleitete mich mal wieder, aber mit Erfolg. Ich rief sie noch einmal an, um auch wirklich sicher zu gehen das ich auf dem richtigen Weg war. „Ich bin kurz noch was holen, aber ich komm auch sofort. Du könntest schon Attentivenly holen und am Putzplatz anbinden, ich bin dann da.“ Als ich dann den Hof und die Stallung betrat, stach mir direkt Attentivenly ins Auge. Mit aufmerksamen und neugierigen Augen studierte sie jede meiner noch so kleinen Bewegung. Gehalfter führte ich sie also zum Putzplatz und band sie dort an. Nach ein paar Minuten kam ihre Besitzerin zu dem Zeitpunkt dazu und wir konnten sie Putzen, wo sie kaum still stehen konnte, da sie so aufgedreht war, jedoch gab sie ihre Hufe brav und ließ sich ordentlich den Kopf putzen. Dann ging es auch schon mit dem Probereiten los, nachdem sie gesattelt war.
      Auf dem Platz lief sie top, raumergreifend und verschiedene Hufschlagfiguren kannte sie. Ich war zufrieden und meine Entscheidung stand fest. Ich würde die beiden mitnehmen. Sie hatten Potenzial in der Dressur und sollten dann bei mir gefördert werden. Nach dem Probereiten von Alinghi unterzeichnete ich auch den Kaufvertrag und bekam Pass und Besitzerurkunde mit. Alinghi und Attentivenly kamen direkt in den Hänger und wir fuhren zum Flughafen und beantragten den Rückflug nach Amerika.
      8. Pflegebericht - Juni 2015
      Morgaine, Alinghi, Attentivenly & Karubi – Juni 2015


      „Raachel?“ Mit großen Augen starrte mich Justus an.

      „Was denn?“

      „Darf ich mit Morgaine ausreiten gehen? Ich pass auch ganz gut auf“,fragte mich der elf-jährige und ich dachte einen Moment lang nach. An sich würde das kein Problem sein, nur würde die Versicherung das nicht übernehmen falls was passieren sollte.

      „Ich komm dann mit okey. Dann machen wir Morgaine und Karubi fertig und dann können wir los.“

      „Geht ihr beiden ausreiten?“, fragte mich Abby, eine meiner Pferdepfleger.

      „Ja, magst du mitkommen?“

      „Klar warum nicht?“, antwortete sie schulterzuckend und hatte ein breites Lächeln auf den Lippen.

      „Dann nimm du Alinghi . Frag Chad ob er nicht auf Attentivenly mitkommen möchte“, schlug ich noch vor. Chad war einer meiner Trainer und kam mit Attentivenly super klar, das hatte ich letzteWoche in der Reithalle gesehen. Abby nickte fröhlich und machte sich gleich auf den Weg zu Chad. Chad war erst seit ein paar Wochen bei uns am Stall angestellt, machte seine Arbeit aber gut. Er kam auch super mit den Tieren klar und ritt unsere beiden momentanen Turnierpferde Zot und Lord of the Rings auf den Turnieren. Abby kam lächelnd wieder und gab mir Bescheid, dass auch er mitkommen würde. Zusammen machten wir die vier Pferde in der Stallgasse fertig und ich half Justus zwischendurch mal mit den höheren Stellen von Morgaine, an die er nicht ran kam. „Du magst Morgaine, was?“ Er lächelte kurz, sprach seine Gedanken aber nicht aus. „Ich geh schon mal eine Schabracke aussuchen, okey?“, fragte Justus mich dann und machte sich seit meinem Nicken auf den Weg zur Sattelkammer. Soll ich ihm eine Reitbeteiligung mit Unterrichtsstunden auf ihr geben? Er hilft uns hier ungemein auf dem Hof und verlangt rein gar nichts. Seine Schwester lässt ihn nicht mal auf ihr Pferd, obwohl er so liebevoll mit den großen Tieren umgeht. Als er wieder kam fasste ich einen klaren Gedanken und sah ihn kurz an. Er hatte nicht nur eine türkise Schabracke geholt, sondern auch gleich ihr Sattelzeug. Ich sattelte sie und er übernahm das Trensen und stellte sich dabei gut an. Ich hatte das rasch hinter mir und Karubi war ebenfalls schnell gesattelt, sodass wir nur noch auf die beiden anderen warten mussten.
    • Sosox3
      9. - 13. Pflegebericht - Januar 2016 - Dezember 2016
      9. Pflegebericht - Januar 2016
      Nachdem ich wieder nach Hause kam, dachte ich kurz nach und entschied mich dazu Alinghi die Hufe zu machen und ging zu ihr. „Na mein Mäuschen“, lächelte ich sie an und zog ihr ihr Halfter drüber. Ich hatte es ihr frisch gekauft und es stand ihr auch wie angegossen und so führte ich sie auf die Stallgasse. Momentan hatten wir mehr Schnee als gewollt und so konnten wir unseren Platz nicht nutzen sondern mussten in der Halle arbeiten, wenn überhaupt. Der Schnee war noch immer unberührt und rein. Die Pferde durften noch tagsüber auf die Weide, abends jedoch mussten sie rein und wurden eingedeckt. Alinghi stupste mich an und ich war froh ein wenig Zeit mit ihr verbringen zu können. Zeit die ich vorher kaum gehabt hatte. Sie war auch mitlerweile wieder reif um die Hufe beschlagen zu bekommen. Das kam aber erst nach unserem Training. Um wieder ein paar Rückenmuskeln aufzubauen würde ich sie heute longieren und ihr später die Hufe kontrollieren. Ich begann mit der abendlichen Routine und putzte Alinghi sorgfältig, gemischt mit Pflegeeinheiten stand sie am Ende mit angewinkeltem Huf da und ließ sich betüddeln. Ich kratzte ihr alle vier Hufe aus und begann dann mit dem Aufsatteln des Longiergurtes samt Unterlage. Da sie momentan noch keinen passenden Kappzaum besaß, legte ich ihr ihre Trense auf und führte sie so zur Reithalle in der Cooper gerade Deadly Ambition ritt und von Simon gefilmt wurde. „Tür frei“, rief ich und bekam von Cooper eine rasche Antwort: „Ist frei.“ Ich blieb auf dem Unteren Zirkel mit Alinghi und ließ sie sich erst einmal warm laufen im Schritt. Da es mehr als kalt war gute 20 Minuten Warm laufen ehe sie traben und galoppieren durfte. Dann wechselte ich die Hand und auch hier durfte sie wieder ein wenig länger Galoppieren und Traben. Als ich mit ihr fertig war, kratzte ich ihr die Hufe aus, führte sie dann an den Waschplatz und band sie dort unter dem Solarium an. Ich nahm meinen mobilen Ofen und die Werkzeuge die ich brauchte und schleppte sie zu meiner Palominostute. Mit neugierigen Blicken schaute diese mich gerade an und hielt ihren Kopf schräg. „Ja Maus, du bist jetzt dran“, grinste ich und begann auch gleich mit dem Abnehmen der Hufeisen und schaute mir dann ihre Hufe genauer an. Es schien alles in Ordnung zu sein und so machte ich einen Probeschnitt und merkte das recht viel weg musste. Ich schnitt ihr also die Hufe kürzer und begann dann mit dem Raspeln, gefolgt von Feilen und erhitzen der Normalen Hufeisen mit Stollen. Zwischen Huf und Eisen legteich die Snowgrips rein und nagelte diese dann fest. Ich führte sie kurz und fertig war sie als ich keine Taktverschiebung feststellten konnte. So kam sie dann zu ihrem frisch gefüllten Futtertrog und ihrem Heu in die Box
      10. Pflegebericht - August 2016
      Briar Cliff
      August 2016

      Bevor der Große Umzug nach Mazedonien in den neuen Stall anstand, wollte ich bei all meinen Pferden noch eine Kontrolle bezüglich der Hufe vollziehen. Die erste machte dabei Classic Gold. Ich hatte sie zusammen mit ihrem Stutfohlen Classic Spring gekauft, als sie noch tragend war von unserem Hengst Silberstern. Hätten wir gewusst, dass ihr Vorbesitzer keine tragende Stute samt Fohlen ernähren könnte, hätten wir sie so wohl nicht gedeckt, doch wir hatten uns nicht über den Zustand der Besitzer vergewissert. Allerdings war ich ihm nicht böse darüber, schließlich hatten wir nun eine Zuchtstute, die auch im Juni das Fohlen bei uns auf Chattahoochee Hills gebar und alles glatt lief.


      Es war noch früh am Morgen als ich Smetti auf der Couch ein wenig zur Seite schob und meinen Kakao trank. Ich versuchte mich so ruhig wie möglich zu verhalten um ihn nicht zu wecken, doch irgendwie schien es mir nicht zu gelingen, denn er wachte kurz nach meinem ersten Schluck auf. „Guten Morgen“, murmelte er verschlafen und streckte sich. Kurz darauf zog er mich rasch zu sich. „Eigentlich wollte ich dich nicht wecken“, lächelte ich ihn verschlafen an. „Das hast du auch gar nicht“, grinste er. Es war noch immer ungewohnt ihn ohne Brille zu sehen und auch, dass er mich zu sich gezogen hat fand ich etwas merkwürdig. Schließlich war er doch mit Fayenne zusammen. Oder war ich auf dem ältesten Stand?

      „Klar, du warst auch vorher schon wach“, sagte ich und fügte einen Ironischen Unterton bei. „Ich trink mal weiter meinen Kakao, ich fang schon mal an Classy die Hufe zu kontrollieren. Dann habe ich das für Mazedonien schon mal aus dem Kopf und wir haben nur noch den Tierarzt besuch vor uns.“ „Soll ich dir irgendwie helfen oder soll ich Classic Gold dann morgen reiten und heute nur kurz mit der Bodenarbeit versorgen?“ „Ja…mach das so wie du mir das grade gesagt hast, aber überlaste sie noch nicht. Classic Spring musst du ja auch mitnehmen, am besten machst du nur einen Spaziergang heute. Mit dem Reiten lassen wir es am besten auch bis Dezember, bis das Stutfohlen dann abgesetzt ist“, dachte ich laut nach und traf auf Zustimmung. Ich nahm noch die letzten Schlucke meines nun abgekühlten Kakaos und machte mich dann schon auf den Weg in die Schmiede. Sie hatte keine Hufeisen, also fielen diese weg und ich musste weniger zu den beiden mit mir herumschleppen. Ich nahm mein Hufmesser, meine Raspel, meine Feile und ein wenig Huföl mit zu den beiden, als ich in den Stall ging. Neugierige Köpfe schauten zu mir rüber und zeigten sich genauso desinteressiert wie schnell sie interessiert geschaut hatten. Classy und ihr Fohlen bewohnten zurzeit eine der größeren Boxen und verbrachten die Nacht immer drinnen im sicheren Stall. Man wusste nie, wann die Wölfe in Canada zuschlagen konnten und bei meinen jüngsten war mir die Sicherheit wesentlich wichtiger als die Freiheit.

      Ich nahm die beiden nach einer ordentlichen Begrüßung aus der Box und band Classic Gold an. Sie war noch ein wenig zickig, aber was gemacht werden musste, musste gemacht werden. Smetti sollte später vorbeischauen, denn sie war Männern gegenüber wohl noch sehr misstrauisch, aber ich wusste wie sensibel er mit meinen Tieren umging und überlegte mittlerweile ihm ein Pferd zu schenken. Er half mir schließlich die ganze Zeit mit meinen und war im Umgang echt geübt. Aber vielleicht hatte es auch Gründe, weshalb er sich selbst kein Tier zulegte. Classy war auch mir noch etwas unsicher gegenüber, gab mir aber sicher die Hufe. Auch wenn ihre Hufe in einem Optimalen Zustand waren, waren sie dennoch zu lang und mussten gezielt gekürzt werden. Links vorne hatte sie eine minimale Huffehlstellung die man aber in mehreren Etappen wieder richten könnte. Classy ließ mich auch ganz artig ihre Hufe richten, nur beim Korrigieren wurde sie ein wenig schwieriger als geplant. Grund dafür, war Classic Spring und ihr rumhampeln auf der Stallgasse. Ich konnte von Glück sprechen, dass Smetti gerade um die Ecke kam und das junge Stutfohlen im Zaum hing. „Danke sehr. Du bist ein Schatz“, lächelte und er warf mir ebenfalls ein Lächeln zu, ehe er seine Brille rasch säuberte. Er bespaßte das Fohlen und ich machte Classic Gold die Hufe ordentlich, was nun auch schneller von Statten ging als vorher mit dem hastig umherspringenden Falbfohlen, das uns in Schach hielt. „Das machst du super, Classy“, lobte ich sie und bat Smetti darum sie gerade vorzuführen. „Alles klar, Chef“, lachte er und band meine Zuchtstute ab und führte sie mir in der Stallgasse im Schritt und im Trab vor. Anfangs sehr schwer, da sie sehr misstrauisch gegenüber männlichen Wesen war, doch dann überwand sie sich ein wenig und folgte. Wahrscheinlich mehr aus Angst als aus Überzeugung. Dafür sollte ja gleich der Spaziergang sein, um das Vertrauen zwischen den beiden zu stärken, aber auch um Spring zu entladen, die wie ein Gummiball durch die Gegend sprang und neugierig zu den anderen Stuten an die Boxen ging und unterwürfig kaute. „Du kleines Monster du“, kicherte ich und lobte das Jungtier. „Classic Gold sieht gut aus. Classic Spring muss ja noch nicht zum Hufschmied“, lächelte ich. „Ich mach mich mal auf den Weg mit den beiden, könntest du mir noch gerade den Strick zu Classic Springs Halfter geben? So hol ich das kleine Biest nicht mit.“ Ich nickte lachend und sah mich kurz um als ich ihm dann den Strick von Deila gab. Sie hatte heute nämlich eh nur eine Pause vom Training und würde nur die Hufe gemacht bekommen. Sie blieb noch eine Zeit lang beschlagen, bis ich sie gekört sein würde, damit ich sie auf Turnieren und im Training besser im Springen und Military reiten konnte ehe sie in die Zucht kam. Aber das hatte noch Zeit, schließlich mussten wir noch ein wenig an ihren Unarten feilen, damit sie nicht mehr stieg und sich besser händeln ließ als jetzt im Moment. Denn so ging es nicht weiter. Entweder ich oder unsere Trainerin konnten sie noch führen und das übten wir jetzt schrittweise. Wenn sie brav lief, wurde sie gelobt. Ich ging zur Weide, auf denen meine Stuten noch ruhten und näherte mich meiner neuesten Stute. Candy hatte uns erst vor zwei Monaten erreicht und machte sich im Training erstaunlich gut. Das weiche Fell an der Schnauze fühlte sich so vertraut und so sanft an. Sie war zwar noch etwas misstrauisch, hatte sich aber schnell an uns und die Umgebung gewöhnt. Ich hoffte inständig das der Flug gut gehen würde und meine Pferde sich nicht allzu sehr anstellen würden. Das wir uns alle einleben mussten, war klar. Ebenso mussten sich die Pferde an das Klima gewöhnen welches dort herrschte. Im Sommer war es sehr warm und im Winter fror man selbst mit Pulli. Aber ich war es gewohnt. Ich kam schließlich aus dem Land und dem Ort. Ich kannte viele und ich wusste wie begehrt dort Arbeit war, also würden Stallburschen sich relativ schnell auffinden lassen. Ich würde mich demnächst nur noch auf die Pferdezucht konzentrieren und Smetti würde die Hufschmiede leiten. Es schien wohl sein Beruf zu sein.

      Ich führte Candypie in Richtung unserer Hufschmiede und band sie dort an. Nebenberuflich arbeitete Smetti momentan in einem Tommy Hilfiger Outlet, in dem er mit seinem Style sehr gut reinpasste. Candypie stand brav und ruhig da, bis ich meine Sachen zusammenpackte und mich neben ihr hinstellte um ihre Hufe zu säubern. Auf den ersten Blick sahen sie ganz okey aus, aber je mehr ich sie begutachtete, desto mehr sah ich zu bemängeln. Candypie hatte sehr sehr weiche Hufe, welche die Hufeisen nur mit Mühe trugen. Mir war es zu riskant sie mit den Hufeisen laufen zu lassen und so entschied ich mich für Hufschuhe. Candypie blieb ganz artig und brav stehen und ließ mich meine Arbeit machen ohne zu zucken. Ich schnitt ihr die Hufe nur minimal aus und raspelte dann ein wenig um die Form zu festigen. Das Feilen ging auch schnell von statten und ich konnte in aller Ruhe Hufschuhe in ihrer Größe suchen. „Irgendwo mussten die doch hier sein“, murmelte ich und kramte in diversen Kisten rum um verschiedene Modelle und Größen zu finden.

      „Hey du, rate mal wer wieder da ist“, schaute mir eine Grinsebacke durch das große Tor der Schmiede, welche mich gleich zum Lächeln animierte. „Mein liebster Arbeitskollege“, grinste ich und ging ein kleines Stück auf ihn zu. „Lief alles super. Erst war Classic Gold echt ängstlich und misstrauisch, fast schon biestig, als es um ihr Fohlen ging. Aber bis zum Ende hatte sie sich dann doch beruhigt.“ „Glück gehabt, hätte böse enden können. Vor allem, weil sie ja dank einem Vorbesitzer nicht gut auf Männer zu sprechen ist“, griff ich noch mal auf. Er nickte kurz und kramte dann in einer Kiste rum. „Das Modell müsste eigentlich Candypie passen, hat eine Stoßdämpfung und die Hufe können sich etwas erholen.“ „Ey, du hast verdammt gut gelernt, weißt du das“, lachte ich und klopfte ihm auf die Schulter. Obwohl er 2 Jahre älter als ich war, redete ich mit ihm wie mit einem Jüngeren. Wahrscheinlich einfach nur, weil ich seine Chefin war und autoritär wirken sollte. Er zog dem Schimmel die vier Hufschuhe an und es saß wirklich alles. Er hatte einfach ein Händchen dafür. „Wie sieht‘s eigentlich mal mit einem eigenen Pferd aus? Wäre das nicht was für dich?“, fragte ich zögerlich und blickte kurz zu ihm. Er kratzte sich etwas am Kopf und seufzte. „Weißt du Rachel, ich habe Angst dem Tier nicht gerecht zu werden. Besser ich kümmere mich bei dir um die Zuchtpferde und hab so eine Reitmöglichkeit, als dass ich eins hab, wo ich täglich hinterher muss und ihn selbst arbeiten muss oder sowas. Mir fällt das so einfacher“, sagte er und schien ein mulmiges Gefühl zu haben. „Schön okey, kannst dir auch gerne in ein bis zwei Monaten eins fest aussuchen und dann als Reitbeteiligung ohne Kostenbeteiligung nehmen. Würde mich sogar freuen“, grinste ich und lobte das Vollblut, das neben uns stand und löste den Strick vom Halfter. Candy lief noch sehr, sehr ungewohnt auf den Hufschuhen. Ihr Gang glich eher dem mit Transportgamaschen und brachte mich ein wenig mehr zum Lachen. Nach einigen Minuten ging sie ordentlicher und immer taktklarer, so wie wir es gewohnt waren. „Machst du grad Alinghi’s Hufe in der Schmiede und beschlägst sie mit normalen Hufeisen. Also im Prinzip das Ganze Paket? Sie wird die Saison noch laufen und nächste dann nur Trainiert werden von einem Trainer in Mazedonien“, erklärte ich noch kurz und ging mit Candypie einen kleinen Spaziergang um sie an die Hufschuhe zu gewöhnen. Obwohl sie noch nicht lange da war, blieb sie sehr ruhig mit viel Elan bei der Arbeit und Erfolgs Willen.

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      Nach unserem kleinen Spaziergang band ich sie vor der Box an. „Wir ziehen dir jetzt erst einmal die Dinger hier aus und dann kannst du ein bisschen auf die Weide.“ Ich zog ihr die Hufschuhe aus und band sie dann wieder ab. Ich fragte mich ob sie noch heller wurde, oder ihre paar Dapples bleiben würden, aber das war nun mal immer das Problem mit Schimmeltieren. Es war wie ein Überraschungsei. Candypie schaute noch ein wenig unsicher durch die Gegend, war aber nicht glotzig. Heute war einfach ein bisschen was los auf Chattahoochee Hills, da der Umzug bald Anstand und die Möbel allesamt schon rüber geflogen wurden. Mittlerweile war es auch schon 12 Uhr und ich würde nachdem Candypie auf der Weide stand, auf Smetti warten um mit ihm was zu essen. Mein Magen knurrte nämlich bereits schon. Ich machte mich auf dem Weg zum Wagen und wählte schon mal die Nummer. Ich hatte mich noch nicht in den Wagen gesetzt, da hatte ich ihn auch schon am Hörer. „Ich bin jetzt mit Alinghi fertig, sie hat mich einige Nerven gekostet, aber wir sind jetzt durch. Soll sie zu Deila auf die Weide oder zu wem soll ich sie stellen? Die Zicke meint mit mir auch grad den Affen zu machen und tänzelt rum…“ – „Stell sie zu Deila und Candypie. Bonbone ist ja momentan nicht da, da wird sie Chefin sein in der Herde. Balerinë hält sich ja eh eher alleine auf, wenn Bohne nicht da ist und fühl sich irgendwie bei den Großen weniger wohl. In Mazedonien kommen eh noch ein paar Stuten und ein Hengst dazu. Naja mindestens ein Hengst. Man weiß ja nie. Du kennst mich ja, ich gehe gerne Pferde kaufen… Aber ich muss definitiv reduzieren um mich auf die Zucht zu konzentrieren. In Mazedonien kommen nämlich noch zwei KWPN Hengste dazu. Einer ist ein fünfjähriger Scheckhengst bereits erfolgreich L-Platziert im Springen und der andere ein Falbhengst mit einer Dressurbegabung und erfolgreich momentan in der A-Dressur. Heißen ‚Lost Boy‘ und ‚Achter Tag‘. Unterm Reiter aber wahre Engel und auch im Umgang sehr angenehm. Achja, Alinghi kannst du ruhig mal eine geben, die braucht das manchmal. Oder zieh mal kurz am Strick damit die weiß, dass du da bist. Ich hol dich gleich an der Weide ab, wir gehen essen. Hab auch ein anderes Oberteil für dich dabei“, dann legte ich auf. Ich mochte ihn gerne. So als besten Freund. Naja vielleicht auch mehr, aber ich hatte immer Pech in der Liebe gehabt, als ob sich das ändern würde.

      Ich schaltete den Motor an und sah mit einem gekonnten Schulterblick hinter mich. Der Weg war frei und ich parkte in aller Ruhe aus. Ich ließ mir Zeit. Schließlich wusste ich wie weit der Weg zur Weide war. Doch das würde sich in Mazedonien ändern, dort hatte ich so viel Weideland meines Opas geerbt, das ich in der ganzen Umgebung des Hofes entweder bebauen oder als Weideland und Felder nutzen konnte. Was ich auch tun würde. Die Weiden waren grün aber eher von der mageren Sorte, sodass auch Kaltblüter dort problemlos den ganzen Tag draufstehen könnten. Aber dazu kam es wohl nicht. Ich hatte momentan andere Zuchtpläne.

      Und da stand er auch schon wartend auf mich. Kurz die Haare gerichtet und schaute mich mit leuchtenden Augen durch die Brille an. Würde ich stehen, wären meine Knie schon längst weich geworden. „Kommst du rein?“, rief ich durchs Fenster und schon lief er zur Beifahrertür. „Ist ja gut, bin ja schon da“, grinste er. „Wohin fahren wir jetzt eigentlich?“ „Zum Steakhouse, ich habe Hunger“, sagte ich trocken und er starrte mich nur an. Ich konnte mir das Lächeln nicht verkneifen. „Jaa, einmal. In Mazedonien wird es so qualitativ hochwertiges Fleisch nicht mehr geben“, lachte ich. Er lachte ebenfalls. Immerhin einer der sich freute. Abby war die einzige, die noch mit uns kommen würden, alle anderen verabschiedeten wir. Wir mussten uns auch neue Trainer suchen und einen neuen Tierarzt. Die langen Reisen würden zu viel Zeit beanspruchen. „Ich habe mir Gedanken gemacht, Smetti“, sagte ich ernst und strich mir eine Strähne aus dem leicht gebräunten Gesicht. „Worüber?“ Ich konnte seine Neugierde aber auch seine Ungewissheit fast schon spüren. „Über den Umzug. Ich habe sowohl Nephilim als auch Hendersin verkauft. Ich habe auch für zwei weitere Pferde zwei Interessenten, allerdings bezweifle ich, dass ich die Tiere verkaufe, da sie für die Zucht interessant sind. Ich spreche nämlich von ‚Deila‘ und unserem neuen Hengst ‚Achter Tag‘… Außerdem werde ich, denke ich, die Hufschmiede nicht mehr leiten. Ab und zu höchstens noch Hufe raspeln und Fehlstellungen bearbeiten, ansonsten wirst du dein eigener Herr sein. Du kannst auch die Preise ändern, wenn dir das lieb ist. Ich werde mich aber nun als Hufschmied zur Ruhe setzen und nur noch in der Pferdezucht tätig sein und hier und da mal Kellnern gehen oder in einem Café arbeiten.“

      „Aber du hast dir doch alle aufgebaut. Ich kann das nicht annehmen. Ich mach das nicht alleine… Wir sind doch ein Team.“ „Ja, aber mein Rücken hat leider ein paar Probleme gemacht und deswegen geht es nicht mehr“, wurde ich leiser und leiser. Er brummte nur kurz und schaute dann ruhig aus dem Fenster. Sein Blick war sehr nachdenklich. Der Weg zog sich in die Länge, weder Musik brachte die Stimmung ein wenig in die Höhe und ebenfalls redeten wir nicht mehr. Erst als wir ausstiegen, brachte er zwei Worte raus. „Ich mach’s.“ „Was?“ „Du hast schon richtig gehört. Ich mach’s“ Ich konnte meine Freude kaum fassen. Ich sprang dem jungen Mann fast in die Arme, so sehr freute ich mich auf sein Einverständnis. „Longierst du später Maekja, dann mach ich noch ein bisschen Bodenarbeit mit Rohdiamant. Der wird nächstes Jahr auf einer Show präsentiert, wenn er soweit ist.“, Er nickte grinsend. „Mach ich“, und dann nahm er mich einen Moment lang in den Arm. Ich genoss diesen Moment. So viele Gefühle die in mir hoch schossen und mein Herz, das bis zum Hals schlug. Es war ein verdammt guter Moment. Doch genauso schnell wie er angefangen hatte, hörte er auch auf. „Lass uns reingehen. Wir haben Hunger“, grinste er wieder und hielt mir die Tür auf. Wir bestellten einen Tisch für 2 und unterhielten uns, bis das Essen gebracht wurde. Es schmeckte bestens.
      11. Pflegebericht - August 2016
      Die Tage des Umzugs waren gezählt. Heute würden die ersten Pferde ihren Weg in die neue Heimat machen und ich würde mit ihnen fliegen. Der Transport würde etwas länger dauern als vorher geplant aber anders würde es wohl nicht gehen. „Nimmst du bitte Sweety Candypie? Sie kann direkt mit rüber fliegen. Der Tierarzt und der Zahnarzt haben sie ja schon besucht und haben auch das Ok gegeben, das sie fliegen darf. Mit ihr gehen Alinghi und Croatoan. Die anderen müssen noch verbereitet werden. Obwohl, statt Croatoan geht dann doch lieber Deila mit. Das Pummelchen hat ihre Füße noch nicht gemacht bekommen…“, sagte ich zu Abby und Smetti die mir aufmerksam zu hörten. „Was ist mit Cleavant? Oder Itaque?“, hakte Abby noch einmal kurz nach. Ich dachte einen Moment nach, eigentlich könnten die beiden mit. Wären da nicht die Hufe. „Nein, ich mach denen noch die Hufe, dann kommen die mit. Acacia wird auch direkt von der Vorbesitzerin nach Mazedonien verschifft. Das ist dann auch aus dem Kopf. Classic Gold und Classic Spring sehen heute dann auch noch das neue Zuhause. Das wäre dann der erste Rutsch. Der zweite Rutsch kommt dann in zwei Tagen. Meine Cousine empfängt drüben die Pferde und versorgt sie dann bis wir alle da sind.“ Die beiden nickten und machten sich dann auch schon vom Acker. „Das wird noch stressig“, murmelte ich und machte mich auf den Weg zu unserem Mixpony ‚Cleavant ‚Mad Eyes‘‘. Er war noch nicht wirklich lange bei uns, 1-2 Monate vielleicht, aber Valerie kümmerte sich super um ihn. Sie nahm am Reitunterricht teil, ging mit ihm spazieren und betüddelte ihn den ganzen Tag. Ab und an setzte sie sich auf die Weide und sah ihm beim Grasen zu. Sie waren das Dreamteam schlecht hin. „Val? Magst du zuschauen wie ich Cleavant die Hufe mache?“, rief ich in die Stallgasse entlang und die 17-Jährige kam mir lächelnd entgegen. „Klar, warum nicht?“, grinste sie. „Was bekommt er denn?“ „Erstmal die Kontrolle und dann evtl Hufeisen. Wobei ich nicht weiß ob er die überhaupt braucht.“ „Okey.“ Gemeinsam gingen wir zu Cleavant und nahmen ihn aus der Box. Er stand auf Spähnen aufgrund seiner Heu/Stauballergie und bekam morgens und abends einen großen Haufen nasses Heu, damit auch er die passende Heuration bekam und ein wenig Beschäftigung über die Nacht hatte. Zudem kam noch, dass er eine Paddockbox hatte und immer wieder raus könnte um frische Luft zu schnappen. Val nahm den jungen Hengst schon einmal aus der Box und ich ging währendessen in die Schmiede um meine Ausrüstung zu schnappen und wieder zu den beiden zurück zu kehren. Val und Cleavant passten perfekt zusammen und sie hatte ihn schon blitzeblank geputzt und auch schon die Hufe ausgekratzt. „Danke“, lächelte ich und sie ging zur Seite. Seine Hufe waren etwas zu kurz, aber dennoch ziemlich hart, so dass ich sie nur kurz begradigte und ein wenig raspelte. Ich feilte auch noch mal kurz drüber und ließ ihn dann von Val vorführen, sowohl im Schritt und Trab. Er lief gut. „Soll er Hufeisen bekommen oder nicht?“, fragte sie mich noch einmal und ich starrte kurz Löcher in die Luft. „Nein, die Witterungszustände im Gebirge auf der Weide sind ganz in Ordnung, die braucht er da nicht. Und auch sonst sind weniger Asphaltierte Straßen in Mazedonien zu finden…“, ließ ich meinen Gedanken freien Lauf. „Wenn du magst gebe ich dir grad eine Stunde Unterricht auf ihm. Sie nickte und ging rüber in die Sattelkammer während ich bei Cleavi stehen blieb. Er war eines der treuesten Pferde auf dem Hof und wie geschaffen für Val. „Sollen wir ihn jetzt schon rüber fliegen oder möchtest du ihn erst später rüber fliegen lassen, wenn die letzten den Hof verlassen?“, fragte ich noch einmal nach. Schließlich war es fast ihr eigenes Pferd mit dem sie machen konnte, was auch immer sie wollte. „Was macht denn Merita mit den Pferden, wenn sie auf sie aufpasst?“, fragte sie misstrauisch. Aber ich kannte ja meine Cousine wie meine Westentasche. Sie würde genau das machen, was ich ihr sagen würde. „Nichts, zumindest nichts außer sie regelmäßig füttern, raus und wieder reinstellen. Ich vertrau ihr da sehr.“ Val nickte kurz und überlegte während sie aufstieg. „Reite ihn erst einmal ein wenig warm im Schritt. Dann kannst du ihn antraben.“ Val ritt ihn gute 15 Minuten im Schritt warm ehe sie ihn antrabte. Er reagierte auf sehr feine Hilfen und hatte manchmal Mühe Valerie’s unruhiges Bein zu verstehen. „Geh mal auf den oberen Zirkel und bau in der oberen Hälfte einen Trab-Schritt-Trab-Übergang ein und wenn das einigermaßen sitzt, dann galoppierst du ihn ein wenig an.“ Sie nickte und gab sich alle Mühe ihm die Hilfen gut umzusetzen, schaffte es aber nicht ganz so gut. „Setz dich ein wenig tiefer in den Sattel, wenn du durchparierst und versuch dein Bein ruhiger am Pferd zu halten. Die nächste Stunde geht’s wohl wieder an die Longe. Sitzschulung“, grinste ich und auch wieder versuchte sie das umzusetzen, was ich ihr anriet. „Aber er versteht die Hilfen nicht“, maulte sie ungeduldig rum. „Wegen deinem unruhigen Bein“, wiederholte ich abermals. „Warte, ich geh die Longe holen“, sagte ich und machte mich schon auf den Weg und verließ den Reitplatz. „Reite ihn erstmal im Schritt und geh ein paar Bahnfiguren bis ich wieder da bin.“ „Alles klar“, sagte sie und parierte den Braunen durch. Ich beeilte mich um wenig Zeit zu verlieren, damit sie nicht nur Schritt ritt und kam nach 5 Minuten wieder am Reitplatz an und nahm den jungen Hengst an die Longe. Zunächst im Trab und dann im Galopp ließ ich sie einige Übungen machen, damit ihr Bein ruhiger anlag und führte das gut 30 Minuten durch. Die Zeit verging wie im Fluge und je mehr sich Val anstrengte, desto mehr blieb ihr Bein auch ruhig. Die nächste Zeit kam sie wohl öfter an die Longe, wenn wir in Mazedonien sein würden. Heute würde wohl auch noch Cleavant ‚Mad Eyes‘ noch mit nach Mazedonien fliegen.
      12. Pflegebericht - September 2016
      Turniere und Neuankömmlinge – Was das Herz begehrt!

      Meine Pferde hatten sich bis jetzt alle eingelebt und gingen ihren Üblichen Aufgaben nach. Ich hatte gerade die Pferde gefüttert und mich dann ins Reitstübchen gesetzt um in Ruhe meinen Morgen zu beginnen. Der warme Latte Macchiato vor mir half mir gerade dabei, ebenso die Zeitung die ich gerade durchstöberte. Die letzten 3 Tage hatte es in der Hauptstadt mehrere Erdbeben der Richterskala 5 und weniger gegeben, was mich etwas beunruhigt hatte. Smetti war vor 2 Tagen wieder bei uns angekommen, nach seinem Auftrag in Kanada und schlief seitdem etwas länger. Je mehr ich die Zeitung durchstöberte, desto mehr kleinere und interessantere Artikel fand ich, bis ich auf ein kleines Ausschreiben vom Zuchtverband traf. Ein Dressurturnier der Klasse E mit tollen Gewinnen, wenn auch etwas mehr Startgeld, aber dafür waren die Gewinne interessant. Ich würde wohl sicher dran teilnehmen, wie es mit Abby, Val und Smetti stand, konnte ich nur erfragen und das stand auch gerade auf meiner Liste. Val war gerade bei Cleavant und Abby mistete gerade die Boxen der Schulpferde, also machte ich mich auch gleich auf den Weg dorthin. Die Kühle Morgenluft und dichter Nebel begrüßten mich gleich sobald ich die Tür aufmachte. Dafür würde der Tag heute wohl wieder etwas sonniger sein, als die letzten. Abby mistete gerade die Box von Magic Attack, der gleich etwas brummelte als ich durch die dichte Nebelschicht auf die 2 Mädchen zu kam. „Morgen ihr beiden. Habt ihr gut geschlafen?“, fragte ich und bekam ein Nicken entgegen. „Gut, ich hab da was für euch“, mit diesem Satz erkannte ich dann auch gleich die Neugierde in ihren Augen. „Was denn?“, fragte meine Cousine neugierig und legte den Kopf etwas schief. „Ein Dressurturnier der Klasse E mit tollen Gewinnen. Startgeld übernehme ich, sodass sich das für euch etwas mehr lohnt. Ihr könnt lernen und ich könnte mit meiner Erfahrung vielleicht was reißen“, erzählte ich ihnen und lächelte. „Joa, das wäre Mal was Anderes für uns. Und es wären Cleavants und mein erstes Turnier“, schwärmte sie schon. Nur Abby blieb etwas skeptisch. „Mit wem soll ich denn Teilnehmen?“, murmelte sie ziemlich leise. „Such dir eines aus, hast ja viel Auswahl“, lächelte ich wieder. „Dürfte ich mit Rising Star teilnehmen?“, fragte sie zögerlich und ich nickte. „Noch ist sie ja am Kondition aufbauen, verlernt hat sie aber nichts und da sie ja etwas mehr Erfahrung hat, kannst du sie gerne auf dem Turnier reiten“, ich seufzte kurz auf, „Dann fehlt nur noch mir das Pferd. Ich könnte eigentlich mit Balerine oder Arza dran teilnehmen um die Beiden langsam in den Turniersport reinzubringen“, sagte ich und drehte mich dann um. Erstmal musste ich mich jetzt um meine Aufgaben kümmern. Nämlich meine Pferde trainieren. Und die erste war Alinghi. Mit noch müden Augen sah sie mich an; Ihr Futter noch nicht leer und sie hatte die halbe Mahlzeit noch in ihrem Mund. „Friss ruhig weiter. Ich hol schon mal dein Zeug“, redete ich mehr mit mir selber als mit der Stute. Ich stolperte fast in die Sattelkammer als ich sie betrat und ging die Reihe der Spinde durch. Glücklicherweise stand ihr Spind relativ am Anfang und ich musste den Sattelwagen nicht so weit hin und her ziehen. Ich nahm ihren Dressursattel, ihre Trense, die hellblaue Schabracke samt passenden Bandagen und ihren Putzkasten, welcher ebenfalls hellblau war. Ich machte einen Schritt langsamer und gab mir mehr Zeit mit dem Transportieren der Sachen. Ich hatte wohl vergessen die Boxentür zu schließen und so schaute sie mich neugierig aus der offenen Tür an. „Um Gottes Willen“, fluchte ich und legte wohl doch wieder einen Schritt zu. Doch wie Alinghi nun mal war, blieb sie nur neugierig in ihrer Box stehen und ließ sich von mir das Halfter über den feinen Kopf ziehen. Ich schnappte mir den Hufkratzer vor ihrer Box und kratzte ihr die Hufe aus, damit sie die Stallgasse nicht so vollsaute und band sie dann an ihrer Box an um in der nächsten Sekunde ihr das Fell zu striegeln. Ihr Fell war noch dreckig von der Weide gestern Abend und ich hatte heute das Glück, dass der Dreck und der Matsch getrocknet waren und nun ganz einfach weg zu kriegen waren. Nur die weißen Abzeichen wurden nicht heller als ein graubraun. „Wirst du nach der Arbeit eben einfach abgespritzt“, zuckte ich mit den Schultern und sah mir ihre ungerade Mähne an. Ich grübelte einen Moment und nahm mir dann doch die Schere und begradigte dann die zu langen Strähnen. Dann nahm ich den Sattel samt Schabracke und sattelte sie auf. Die Bandagen folgten und zu guter Letzt trenste ich sie um kurz darauf auf zu steigen. Die beschlagenen Hufe klapperten nun in Herrgotts Frühe über den asphaltierten Hof und weckten die noch so kleinsten Tiere aus. Oder weckten ihre Neugier. In der Halle angekommen stieg ich wieder ab, gurtete erst nach und schloss dann hinter uns das Tor, ehe ich vor uns nochmal das Tor öffnete und schloss. Alinghi folgte mir brav, aber immer noch langsam in die Mitte der Halle, damit ich in aller Ruhe aufsteigen konnte und im Schritt ein wenig warm wurden. Ich ritt zwei Bahnen im Schritt ehe ich sie eine halbe Bahn im Trab ritt um dann wieder in den Schritt durchzuparieren. Ich merkte wie sie lockerer wurde und so trieb ich sie zunächst in den starken Schritt um dann Schritt – Trab-Übergange zu üben und es ein wenig flüssiger laufen zu lassen. Hauptbestandteil des heutigen Trainings waren also die Übergänge in jeder Gangart zu wiederholen und auch ein Auge auf die Traversalen zu werfen, die wir momentan festigten. Als wir dann zu guter Letzt ein Cool-Down vollzogen, schnaubte Alinghi gut und ordentlich ab bis ich sie zum Stall ritt und dort abstieg, damit ich ihr das Sattelzeug vom Körper nahm und sie dann mit ihrem Halfter als erste auf die Weide stellte. Abby nahm sich in der Zwischenzeit mal Meister Propper vor, der in der Weidezeit wie ein Hefekuchen aufgegangen ist um ihn Dressurmäßig etwas zu fördern. Ich machte mich dann von der Weide gleich zum Offenstall rüber und überprüfte ob meine Stuten genügend Wasser hatten. Glücklicherweise war dies der Fall und ich schaute rasch über das Heu, das fast leer war. Also ging ich rüber zu unserer Scheune und holte mit der Schubkarre zwei Heuquader mit zum Offenstall um diese dort zu verteilen. Die Pferde stürzten sich gleich auf mich und zu meinem Glück verstand Arza sich gut mit den anderen fünf. Sie drängte sich fast alle neben mich und stürzten sich regelrecht auf das Heu, was mich etwas stutzig machte. „Ihr seid mir welche. Noch genügend Heu in der Raufe, sich aber erst dann drauf stürzen, wenn neues kommt“, schmunzelte ich und äpfelte den Offenstall ab. Anfang nächsten Monats wollte ich die Reitschule eröffnen, damit ich einen Nebenverdienst hatte und mein Gestüt etwas bekannter wurde, in etwa wie meine Hufschmiede. Zudem würde ich mit dem Erlös der Reitstunden, den Pferden neue Ausrüstung und einen Trainer ermöglichen, welcher sie neben uns hier und da mal Korrektur ritt. Im Laufe des nächsten Monats würde es dann auch ein kleines Turnier geben und einen etwas größeren Ausritt wollte ich auch noch organisieren. Also stand noch so einiges auf dem Plan neben dem normalen Training. Ich sah auf den Plan auf meinem Handy. Balerinë stand für heute noch mit auf dem Plan, ebenso noch Rising Star. Doch sie schlummerte noch tief in ihrer neuen Box, die sie bewohnte seitdem ich Calorro abgesetzt hatte. Also schnappte ich mir Bali, die mir nur mürrisch folgte und führte sie zu einer der Freien Boxen um sie dort anzubinden. Wie immer genoss der Rappe meine massageartigen Bewegungen über ihr Fell und sattelte sie mit ihrer pinken Eskadron Schabracke. Ihre Beine bandagierte ich mit passenden Bandagen und legte ihr die Trense an. Die weißen Abzeichen waren auch bei ihr eher grau, denn die letzten Tage hatte es geregnet und der Boden der Weiden und auch in beiden Offenställen war weich und teilweise matschig geworden. In umliegenden Dörfern gab es Überschwemmungen und Erdrutsche. Mehrere Menschen waren als vermisst gemeldet worden und wahrscheinlich würden sie auch nie mehr gefunden, aber wir hatten Glück gehabt. Unsere Wege waren alle samt nur ein wenig matschig, mussten aber nicht geräumt werden. Bali ging artig unter mir und hatte sich in der Zeit bei uns echt gut gemacht. Ebenso Bonbone, die jetzt im Springsport auch S- Springen ging und Platziert wurde. Das hätten wir uns nie erträumen können mit ihr, ganz zu schweigen wie sie am Anfang war. Ich überlegte ob ich eines der Jungpferde mitnahm und nahm Bali die Trense wieder ab damit ich sie am Halfter anbinden konnte. Ich sputete mich etwas zur Weide meiner Stuten und nahm mir Maekja ans Halfter. May folgte mir artig und sah Bali nur neugierig an als wir die Stallgasse betraten, damit ich Maekja schnell säuberte, damit sie mitkam. Dann band ich sie am Sattel an und trenste Bali noch einmal auf. Der armen musste es wohl genauso komisch vorkommen, wie wenn ich mich zwei Mal umziehen würde. Ich stieg auf und ritt dann an unseren Weiden vorbei geradewegs in den Wald. Da es noch früh und dazu noch nebelig war, ritt ich nur im Schritt und achtete auf alles in meiner Umgebung. May begann hier und da mal zu trab, hielt sie mit meiner Gerte aber immer wieder zurück. Bali hatte ein aufmerksames Ohrenspiel aufgrund dessen und so trabten wir ein kleines Stück damit das Jungtier hinter uns auch auf ihre Kosten kam. Nach fast 200m parierte ich sie wieder durch in den Schritt und sah mir die Umgebung genauer an. Allmählich stieg der Nebel auf und man sah mehr als zu dem Moment, zu dem ich los ritt. Hier und da sah ich auf meine Uhr und trat gegen 10 Uhr den Rückweg mit den beiden an. Sie stichelten öfter einander als es mir lieb war und May erschrak viel öfter als ich vermutet hatte.

      Auf dem Hof angekommen lief mir mein Partner über den Weg und sah mich müde an. „Wo warst du?!“, fragte er mich wütend und verschlafen zugleich an. „Ich…ähm…war ausreiten?“, sagte ich zögerlich und deutete auf die beiden Pferde neben mir. Er kniff die Augen zusammen und äffte mich nach. „Das sehe ich.“ „Sei mal nicht so gereizt. Ich war eine Runde ausreiten und wollte dich sobald du wach bist fragen ob ich dich mit Dash auch an einem Dressurturnier einschreiben soll…“, sagte ich etwas mieser gelaunt und sah ihn fragend an. „Nein, ich komme mit zum Fotografieren.“ „Okey“, sagte ich kurz angebunden und führte die Isländerstute zur Weide und Bali im Anschluss in den Stall. Die Rappstute war nicht sonderlich geschwitzt und so durfte sie auch mit auf die Weide nachdem ich ihr Sattelzeug verstaut hatte. Ich brauchte eine Pause. Dringend und so setzte ich mich ins Reitstübchen und machte mir einen Tee. Ich schaute während ich die Zeitung durchblätterte zu Abby in die Halle, wie sie Acacia versuchte zu arbeiten, die sich aber ziemlich schwer tat unter der noch recht unerfahrenen Reiterin. Als ich sie im Schritt erwischte, rief ich sie kurz an. „Abby, nimm die Zügel etwas kürzer und gib ihr öfter Paraden. Beschäftige Acacia. Wenn du sie forderst, arbeitet sie brav wie ein Lamm mit“, gab ich ihr einen Rat und legte nach ihrem „Okey“ auf. Ich sah auf die Zeitschrift und sah auch gleich zwei Interessante Pferde. Einen siebenjährigen Criollohengst, der unterm Sattel noch nicht gearbeitet wurde und eine fünfjährige PRE-Stute, die den schönen Namen Arquera trug. Beide hatten eine interessante Fellfarbe und so würde ich später mit Smetti noch darüber reden ob wir die beiden nicht uns anschauen könnten. Ich blätterte weiter in der Zeitschrift und las mir einige Artikel durch, die meine Neugierde anzogen. Ein Artikel übers Longieren und einer über passende Ausrüstung ließen mich grübeln. Ich nahm den letzten Schluck meiner Teetasse und stellte diese dann in die Spüle und ging dann zu Deila. Mit ihr übte ich momentan die meiste Zeit am Longieren und sie zu lockern. Allerdings stieg die Gute immernoch nach mehreren Methoden ihr das ab zu gewöhnen. Der Tierarzt sollte da demnächst mal drüber schauen ob sie nicht was am Rücken hatte oder ob sie blockiert war. Sie stieg ja nur unterm Reiter. Ich stapfte zur Weide und sah mich nach der auffälligen Rappstute um und ehe ich mich versah trottete sie schon auf mich zu, genauso wie Rising Star, die nun wieder voll und ganz aufblühte. Ganz wie eine Blume, die ihre Kraft wiedergewann. Rasch war ich durch die Litzen geschlüpft und hängte den Strick am Halfter ein um sie rauszuführen, kam auch Bonbone zu uns gestapft und versuchte die anderen weg zu drängen. Da ich ihr dadurch keine Aufmerksamkeit schenkte hörte sie schneller auf als sie angefangen hatte und ich schloss hinter uns das Weidetor. Fleißig schritt sie neben mir in den Stall wo nun etwas mehr los war als heute Morgen. Abby sattelte gerade Arza und führte sie raus während ich mich in der Sattelkammer nach den Longiersachen und Deila’s Putzzeug umsah. Im Umgang war sie ja ein Schatz, aber Reiten konnte man sie nicht mehr unbedingt. Immerhin tat sie sich heute beim Longieren nicht schwer und arbeitete gut mit. „Gutes Mädchen“, lobte ich sie am Ende und klopfte ihr den Hals. Deila schnaubte Seelenruhig ab und sah sich um. Sie war momentan rossig und verdrehte jedem Hengst den Kopf. Genauso wie jetzt gerade als Smetti mit Dash zum Stall ritt. Er hatte ihn wohl eine ganze Weile in der Halle gearbeitet, denn er nassgeschwitzt. Ich sah nur kurz zu ihm auf und er warf mir einen verachtenden Blick zu. Doch er hatte gerade mit Sympathy For The Devil zu kämpfen, denn er wieherte Deila zu, die gerade jeden Hengst verrückt machte. Glücklicherweise konnte Smetti mit dem Hengst umgehen und trieb ihn weiter zum Stall, wenn auch tänzelnd. Der noch so ruhige Hengst konnte bei rossigen Stuten wohl nicht auf seine Manieren und Menschen achten. Ich führte sie gerade auf die Weide, als Samantha mit Alinghi an uns vorbeiritt und mich freundlich grüßte. Sie bildete Alinghi momentan weiter im Military aus, damit sie dort demnächst auch vielleicht hier und dort eine Schleife erzielen konnte. Es wurde allmählich wärmer, denn die Mittagssonne schien gerade so auf unser Gelände und ich hing meine Jacke in die Sattelkammer und trank einen Schluck Wasser. „Hey Schatz“, hörte ich Smetti an meinem Ohr flüstern und ich nahm die Flasche vom Mund. Ich drehte sie zu und nebenbei drehte ich meinen Kopf langsam zu der Stimme und setzte ein Grinsen auf. „Fertig mit der Arbeit?“, fragte er, so als wüsste er das die Antwort ein ‚Ja‘ werden würde, doch ich musste ihn wohl oder übel enttäuschen. „Nein, leider noch nicht. Wieso? Was hattest du vor?“, fragte ich und legte meine Arme um seinen Hals. „Eigentlich wollte ich dich zum Essen entführen und dann einen Film im Kino anschauen. Läuft endlich mal wieder etwas Gutes“, grinste er und gab mir einen Leidenschaftlichen Kuss, den ich mir auch ersehnt hatte. „Klingt echt toll, aber ich muss noch ein paar Pferde arbeiten…Aber ich muss sowieso noch mit dir sprechen“, sagte ich und erzählte ihm von dem PRE und dem Criollo und er sagte mir nur: „Das musst du selber wissen.“ „Hmm“, machte ich und nahm ihn bei der Hand um zu den Hengsten zu gehen die auf der Weide waren. „Ich muss noch Cherti und Achter Tag von denen hier machen und ich wollte noch Val und Abby eine Reitstunde geben.“ „Komm schon, Rae. Das kannst du nachher auch noch machen“, murmelte er und führte mich zu unserem Haus, das nahe des Reitschulplatzes stand. „Mach dich frisch und wir fahren in die Hauptstadt.“ Ich machte mich rasch fertig und so fuhren wir dann in die Hauptstadt Skopje. Abby ritt in der Zwischenzeit Born to Die im Dressursattel und Val saß heute zum ersten Mal auf Slaughterhorse unserem neuen Schulpferd um ihn zu testen. Wie es aber schien testete er sie eher als sie ihn und so gab Abby ihr mehrere Ratschläge, die sie versuchte umzusetzen. „Komm wir tauschen die Pferde“, schlug Abby vor und merkte nach fünf Minuten was für eine schlechte Idee das war. Gerade als sie die Pferde wegbrachten, rief ich Abby an und erzählte ihnen, dass ich wohl erst später kommen würde und sie deshalb zwei Fohlen empfangen müssten und ich den Fahrer bezahlt hatte, sodass sie nur die Pferde auf die entsprechenden Weiden bringen mussten. PFS‘ Sarabi war frisch abgesetzt und Fohlen eines bekannten Englischen Vollblüters, nämlich Stromer und das andere Fohlen ‚Devil’s Trap‘ hatte es faustdick hinter den Ohren und kam von unbekannten Eltern. Ich war mir sicher, dass Abby und Val ihre Sachen gut machten und so sah ich mir mit Smetti in Ruhe den Film an. Abby machte noch White Boy fertig, der sie hier und da neckte und Val saß schon fast fertig auf Cleavant und wartete auf mich als ich noch in meiner normalen Kleidung zu ihnen machte und fragte ob alles glatt lief. „Ich konnte froh sein, dass Bailey mich nicht runter geworfen hat“, blubberte es meiner Cousine nur so aus ihrem Mund und ich hielt meine Beiden Hände an meinen Kopf. „Um Gottes Willen. Du solltest Slaughterhorse reiten!“, schimpfte ich mit ihr und warf Abby einen wütenden Blick zu. „Ab in die Reithalle mit euch. Ich geb euch jetzt die Reitstunde und dann habt ihr beiden Feierabend. Ich füttere die Pferde heute Abend selbst…“ Was hatten sich die beiden Mädchen dabei gedacht. Born to Die würde in der Reitschule nur selten zu finden sein unter meinen Reitschülern, da sie etwas speziell war, im Gegensatz zu Croatoan. Abby und Val ritten gerade die beiden Hengste warm und redeten über belangloses. Hier und da versuchten sie ein paar Worte Albanisch zu sprechen, doch was ich hörte waren nur Bruchstücke. „Val du bleibst in der oberen Hallenhälfte und du Abby unten in der Halle. So hat jeder von euch genug Platz.“ Während sie sich aufteilten, ließ ich sie antraben. Sie würden nach heute Abend Muskelkater haben. Und was für einen. Sie sollten heute eine E-Dressur reiten, ganz ähnlich dem kommenden Turnier. Die Fehler bekamen sie am Ende gesagt und so würde das die nächsten Trainingstage gehen. Denn nur Übung machte den Meister. Als sie weg waren brachte ich meine Pferde rein bis auf Cherti, den ich mir gerade zurecht putzte. Cherti stand ganz ruhig da, bei der Arbeit blieb er lernwillig und ich wusste, dass ich mir da echt einen tollen Kerl gekauft hatte. Der Trab fiel noch etwas holprig aus, da er die Hilfen wohl nicht ganz verstand, sondern immer in den Revaal fiel. Also hatten wir eine kleine Baustelle, die wir versuchten zu meistern. Mit Achter Tag hatten ich weniger Probleme. Der Grullo nahm meine Hilfen gut und artig an und trat gut an den Zügel an. Die Bahnfiguren machten ihm noch was zu schaffen, denn er war ziemlich schlampig unterwegs heute. Aber ich war froh, als ich mit meinem Freund endlich relaxen konnte.
      13. Pflegebericht - Dezember 2016
      Dezember 2016
      Dekorationen über Dekorationen

      Wir alle wuselten am Stall rum und trugen viele Kisten voller Weihnachtsdekoration über den Hof. Auch die Ställe wurden geschmückt. Jedes Pferd bekam eine große Socke vor die Box gehangen. Die Pferde im Offenstall und auf der Fohlenweide bekamen diese vor die Spinde gepinnt und auch wir hingen uns vier Socken vor den Kamin. Allein das Schmücken der Boxen mit einer Tannengirlande gestaltete sich als sehr Zeitaufwendig und so ließ ich Val die Pferde auf die Weide bringen. Die ersten waren auch schon geschoren und eingedeckt und bei uns war der erste Schnee schon gefallen, sodass die Pferde langsam alle einen Beschlag mit Hufgrip bekamen. „Pack am besten wie immer Deila, Alinghi und Rising Star auf die Weide, zusammen mit den Albanern. Die sind ja eh im Offenstall, kannst die eigentlich dazu stellen“, riet ich meiner kleinen Cousine. „Und wie mach ich das mit Bohne? Ohne, dass sie die anderen verdrischt, während ich sie am Strick hab“, fragte sie zögerlich und ich grinste. „Lass sie vorher vom Strick, ihr vertrau ich da, denk nur ans richtige Schließen der Tore, sonst läuft die hier auf dem Hof rum“, lachte ich und konnte ihr zögerliches Grinsen verstehen. Bonbone war einfach ein Arschlochpferd. Nur anders Arschloch als Abby’s eigene Stute Banana Split and Tequila. Die war da noch eine ganz andere Hausnummer. Viel kerniger und wehe dem Abby wollte sie putzen. Im Stutenabteil des Stalles saß nun alles am rechten Fleck und es sah so aus wie es sollte. Wir hatten gerade fast sieben Uhr, was hieß, dass wir jetzt seit einer halben Stunde den Stutenstall geschmückt hatten. „Machst du dann gleich bei den Hengsten weiter mit dem Dekorieren? Ich würde dann grad Nanook die Hufe raspeln. Danach kannst du dich gerne um dein Pferd kümmern, wenn du willst. Dann mach ich im Stübchen weiter“, sagte ich und lächelte sie an. Abby dachte kurz nach, lohnte es sich oder wollte sie dann doch lieber Tequila am Abend machen? „Alles klar, ist mir do auch lieber, dann hab ich heute Abend die Halle für mich alleine“, grinste Abby mir zu und ich lächelte zurück. „Ist das Beste, was den Reitern geschehen kann.“ Es schneite weiterhin und so stapfte ich an der Halle vorbei zu unserer Fohlenweide. Nanook stand mit Flopp oder Hopp auch gleich am Zaun und starrte mich neugierig und verschneit an. Es dauerte auch nicht sonderlich lange, da kamen der Rest der Truppe auf uns zu und ich musste sie erst etwas verscheuchen, damit Nanook und ich von der Weide trappen konnten. Auch für Nanook stellte sich der Weg als etwas härter heraus und er hatte Mühe, die Beine zu heben. „Du kommst gleich unters Solarium mein Freund. So mach ich mit dir heute nichts“, brummte ich durch meinen Schal hindurch und hoffte darauf, dass es die Tage weniger schneien würde. So konnte man nicht mal im benachbarten Skigebiert für ein, zwei Stunden Ski fahren. Wir konnten froh sein, dass wir eine Halle hatten, in der wir bei so einem Wetter arbeiten konnten. In der Stallgasse bei unseren Stuten angekommen, band ich ihn an und merkte schon, dass er die Stuten ganz toll fand. Attentivenly fand den Junghengst aber wohl auch ganz ansprechend, so wie die sich aufführte. Ein Glück, dass er in der nächsten Zeit wohl kastriert werden würde. Dafür müsste nur der Tierarzt mal endlich kommen, so allmählich nervte es mich nämlich auch schon, dass wir immer vertröstet wurden. Schließlich hatten auch wir unsere Pläne, die wir hinter uns bringen wollten, damit endlich die Reitschule eröffnet werden konnte. Ich band in in der Stallgasse fest und machte mich dann zur Sattelkammer der Schulpferde, in dem ich sein Zubehör lagerte, da er ein Schulpferd werden sollte. Aber bis dahin war ja noch etwas Zeit. Ich schnappte mir meinen Sattelwagen und packte seine Putzbox in die dafür vorgesehene Halterung. Ich hoffte gerade, dass Nanook nichts anstellte und die Stuten ebenfalls. Ich beeilte mich auf dem Weg zurück und hatte Glück, beide Parteien hatten nichts angestellt und ich seufzte auf, während ich auf den Junghengst zu ging. “Was bin ich froh, dass du so ein toller bist”, lächelte ich und streichelte ihm über seinen Kopf. Er hatte sich schon gut gemacht: Er ist ruhiger geworden, war nicht mehr ganz so verwirrt und sollte in Zwei Jahren auch schon langsam angeritten werden. Klar trippelte er hier und da mal, er war ja noch jung mit seinen zwei Jahren und hatte noch einiges zu lernen. Auch im täglichen Umgang.

      Ich überlegte mir kurz, ob es denn nicht sinnvoller sein würde, ihn zunächst für 15 Minuten unters Solarium zu packen, damit der kleine trocken wurde und der Matsch an seinen Hufen weichen würde. Aber ebenso gut konnte ich auch einfach seine Hufe abwaschen und dann mit dem Raspeln anfangen. Schwierige Entscheidungen, die ich treffen sollte. Ich entschied mich für zweiteres und band ihn wieder ab um ihn in die Waschbox zu parken. Das kühle Wasser fand er jetzt nicht besonders prickelnd, stellte sich aber auch nicht an und spielte sogar mit dem Schlauch. Als ich damit dann fertig war, ging ich auch schon wieder mit ihm in die Stallgasse und band ihn an. Ich putzte nur schnell über ihn, damit er mir beim Hufe machen ruhiger und konzentrierter blieb, und nicht gleich begann abzudrehen. Er hasste den Hufschmied ja sowieso schon. Val kam gerade um die Ecke und fragte mich, was sie denn jetzt tun sollte oder besser noch konnte und ich sah sie nachdenklich an. “Nimm dir Cleavant und reite ihn etwas Dressur, das hier dauert hoffentlich nicht so lang und ich komm dann in ca. einer halben Stunde oder in 40 Minuten vorbei mit Aphonise, die longiere ich dann und gebe dir Tipps, damit du die nächste E-Dressur mitmachen kannst.

      Nanooks Huflänge war an sich ganz schön in Ordnung. Er hatte einen guten natürlichen Abrieb und harte, trockene Hufe, so wie man das von der Rasse gewohnt war. Stillstehen fand Nanook gar nicht so toll und wollte sobald ich den Huf nahm, um ihn auszuschneiden hoch gehen. Doch ich übte mit ihm langsam aber sicher, dass es gar nicht so schwer sein würde. Ich schnitt nur wenig aus und raspelte so gut es ging noch einmal drüber. Dann würde ich in der nächsten Zeit, einfach noch einmal drüber gehen. Die nächsten Hufe gingen etwas besser von statten und ich konnte mich etwas beruhigen. Genauso wie er, der nur etwas schnaubte und hinten versuchte nach mir auszutreten, weil er noch Mühe hatte, seine Balance zu halten. Vorne rechts hatte er eine kleine Fehlstellung, die ich so gut es ging behob und machte mich dann zum Endspurt. Ich feilte dem Zappelphilipp noch die Hufe zurecht und lobte ihn so ausgiebig um ihm näher zu bringen, dass er es geschafft hatte und sich beruhigen konnte. Ich wusste nicht, wie oft bei seiner Vorbesitzerin der Hufschmied kam, also hatte ich vorhin mit allem rechnen müssen. Es hatte aufgehört zu schneien als ich ihn wieder zu seiner Weide führte, wo er mit den anderen stand. Die Junghengste erwarteten uns schon sehnsüchtig und reihten sich allesamt vor dem Tor an um ihren Spielgefährten wieder in Empfang zu nehmen. Ich schaute einen Moment lang zu, wie Animus Peredur mit Calorro und Rohdiamant über die Wiese flitzten und wie sich Nanook sichtlich wohl im Schnee wälzte. Meine kleine Truppe wurde langsam groß, dachte ich und drehte mich um. Ich musste jetzt schnell Aphonise putzen und fertig machen, damit ich Valerie auch noch unterrichten konnte. Nise war zwar zum Glück eingedeckt, brachte bei dem Wetter und den relativ matschigen Paddocks nicht so viel, denn Hals, Kopf und Beine sahen aus…. Ich putzte bei ihr trotzdem drüber und schleppte mir ihr Longierzeug zu ihr um sie fertig zu machen, als Val mit einem bereits fertig ausgerüsteten Cleavant an uns vorbei ging. “Ich reite den schon mal warm, bei dir dauerts ja nicht mehr so lang”, lächelte sie und ich nickte. “Dauert nicht mehr so lange”, meinte ich und sah mir die Stute an. Von oben bis unten mit Mistflecken bedeckt und auch sonst war sie ein ziemlicher Dreckspatz. Gekleidet in einer beigen Longierunterlage und dem Ledernen Longiergurt und ihrem Kappzaum ging es dann in die Halle. Val ritt Cleavant gerade im Trab bei B und sah kurz zu uns rauf. “Denk dran, nicht auf den Hals schauen. Da findest du nichts”, lächelte ich und hakte die Longe am Kappzaum ein. Die Longe in der einen Hand, die Longierpeitsche in der anderen blieb ich auf dem unteren Zirkel. Val ging einige Schritt-Trab-Übergänge um Cleavants Übergang weicher zu machhen. Oftmals blieb er einfach nur direkt stehen. Doch ging es hier nicht nur um gehorsam, sondern auch um einen nahtlosen Übergang. Ich schnalzte mit der Zunge und Aphonise setzte sich im Schritt auch gleich in Bewegung. Immer wieder lugte ich zu den beiden rüber um manche Fehler, die ich sah auszubügeln. “Etwas mehr Kontakt zum Maul halten, nimm die Zügel ein Stück kürzer...Das reicht auch schon. So hast du den Kontakt zum Maul und nimmst ihn doch nicht zu eng.” Aphonise trat nebenbei auch gut unter und ich freute mich, bei ihr so einen guten Fang gemacht zu haben. Bisher machte sie sich gut im Training, sowohl vom Boden aus, als auch unterm Reiter gestaltete sie sich super. Ich trieb sie in den Trab und versuchte mit getaktetem Schnalzen ihre Trabschritte etwas zu verlängern. Sie verstand das Prinzip nicht so ganz. Mit etwas Hilfe jedoch merkte sie, was ich von ihr wollte und sie trat auch hier wieder unter. Hier und da, parierte ich sie auch mal wieder in den Schritt um auch hier die Übergänge zu fördern und lobte sie dann ausgiebig. Kurz darauf galoppierte ich sie an und man sah gerade am Anfang viele Freudenbuckler. “Ganz ruhig”, grinste ich und hielt etwas gegen sie, da sie ziemlich schwungvoll galoppierte und auch ziemlich zog an der Longe. Also blieb mir auch nichts anderes übrig als gegenhalten, bis ich sie in einen gemäßigteren Galopp brachte. Einige Runden kreiste sie um mich herum, ehe ich einen Handwechsel durchführte und sie auf der anderen Hand longierte. Stangen nahm ich heute keine hinzu, das würde ich wohl erst nächsten Monat mit ihr anfangen, wenn die Reitschule eröffnet wurde.
    • Sosox3
      2. - 3. Hufschmiedbericht - Januar - August 2016
      2. Hufschmiedbericht - Januar 2016
      Hufschmiedbericht Alinghi – Januar 2016
      ~Briar Cliff Farrier~

      Nachdem ich wieder nach Hause kam, dachte ich kurz nach und entschied mich dazu Alinghi die Hufe zu machen und ging zu ihr. „Na mein Mäuschen“, lächelte ich sie an und zog ihr ihr Halfter drüber. Ich hatte es ihr frisch gekauft und es stand ihr auch wie angegossen und so führte ich sie auf die Stallgasse. Momentan hatten wir mehr Schnee als gewollt und so konnten wir unseren Platz nicht nutzen sondern mussten in der Halle arbeiten, wenn überhaupt. Der Schnee war noch immer unberührt und rein. Die Pferde durften noch tagsüber auf die Weide, abends jedoch mussten sie rein und wurden eingedeckt. Alinghi stupste mich an und ich war froh ein wenig Zeit mit ihr verbringen zu können. Zeit die ich vorher kaum gehabt hatte. Sie war auch mitlerweile wieder reif um die Hufe beschlagen zu bekommen. Das kam aber erst nach unserem Training. Um wieder ein paar Rückenmuskeln aufzubauen würde ich sie heute longieren und ihr später die Hufe kontrollieren. Ich begann mit der abendlichen Routine und putzte Alinghi sorgfältig, gemischt mit Pflegeeinheiten stand sie am Ende mit angewinkeltem Huf da und ließ sich betüddeln. Ich kratzte ihr alle vier Hufe aus und begann dann mit dem Aufsatteln des Longiergurtes samt Unterlage. Da sie momentan noch keinen passenden Kappzaum besaß, legte ich ihr ihre Trense auf und führte sie so zur Reithalle in der Cooper gerade Deadly Ambition ritt und von Simon gefilmt wurde. „Tür frei“, rief ich und bekam von Cooper eine rasche Antwort: „Ist frei.“ Ich blieb auf dem Unteren Zirkel mit Alinghi und ließ sie sich erst einmal warm laufen im Schritt. Da es mehr als kalt war gute 20 Minuten Warm laufen ehe sie traben und galoppieren durfte. Dann wechselte ich die Hand und auch hier durfte sie wieder ein wenig länger Galoppieren und Traben. Als ich mit ihr fertig war, kratzte ich ihr die Hufe aus, führte sie dann an den Waschplatz und band sie dort unter dem Solarium an. Ich nahm meinen mobilen Ofen und die Werkzeuge die ich brauchte und schleppte sie zu meiner Palominostute. Mit neugierigen Blicken schaute diese mich gerade an und hielt ihren Kopf schräg. „Ja Maus, du bist jetzt dran“, grinste ich und begann auch gleich mit dem Abnehmen der Hufeisen und schaute mir dann ihre Hufe genauer an. Es schien alles in Ordnung zu sein und so machte ich einen Probeschnitt und merkte das recht viel weg musste. Ich schnitt ihr also die Hufe kürzer und begann dann mit dem Raspeln, gefolgt von Feilen und erhitzen der Normalen Hufeisen mit Stollen. Zwischen Huf und Eisen legteich die Snowgrips rein und nagelte diese dann fest. Ich führte sie kurz und fertig war sie als ich keine Taktverschiebung feststellten konnte. So kam sie dann zu ihrem frisch gefüllten Futtertrog und ihrem Heu in die Box.
      3. Hufschmiedbericht - August 2016
      Briar Cliff
      August 2016

      Bevor der Große Umzug nach Mazedonien in den neuen Stall anstand, wollte ich bei all meinen Pferden noch eine Kontrolle bezüglich der Hufe vollziehen. Die erste machte dabei Classic Gold. Ich hatte sie zusammen mit ihrem Stutfohlen Classic Spring gekauft, als sie noch tragend war von unserem Hengst Silberstern. Hätten wir gewusst, dass ihr Vorbesitzer keine tragende Stute samt Fohlen ernähren könnte, hätten wir sie so wohl nicht gedeckt, doch wir hatten uns nicht über den Zustand der Besitzer vergewissert. Allerdings war ich ihm nicht böse darüber, schließlich hatten wir nun eine Zuchtstute, die auch im Juni das Fohlen bei uns auf Chattahoochee Hills gebar und alles glatt lief.

      Es war noch früh am Morgen als ich Smetti auf der Couch ein wenig zur Seite schob und meinen Kakao trank. Ich versuchte mich so ruhig wie möglich zu verhalten um ihn nicht zu wecken, doch irgendwie schien es mir nicht zu gelingen, denn er wachte kurz nach meinem ersten Schluck auf. „Guten Morgen“, murmelte er verschlafen und streckte sich. Kurz darauf zog er mich rasch zu sich. „Eigentlich wollte ich dich nicht wecken“, lächelte ich ihn verschlafen an. „Das hast du auch gar nicht“, grinste er. Es war noch immer ungewohnt ihn ohne Brille zu sehen und auch, dass er mich zu sich gezogen hat fand ich etwas merkwürdig. Schließlich war er doch mit Fayenne zusammen. Oder war ich auf dem ältesten Stand?
      „Klar, du warst auch vorher schon wach“, sagte ich und fügte einen Ironischen Unterton bei. „Ich trink mal weiter meinen Kakao, ich fang schon mal an Classy die Hufe zu kontrollieren. Dann habe ich das für Mazedonien schon mal aus dem Kopf und wir haben nur noch den Tierarzt besuch vor uns.“ „Soll ich dir irgendwie helfen oder soll ich Classic Gold dann morgen reiten und heute nur kurz mit der Bodenarbeit versorgen?“ „Ja…mach das so wie du mir das grade gesagt hast, aber überlaste sie noch nicht. Classic Spring musst du ja auch mitnehmen, am besten machst du nur einen Spaziergang heute. Mit dem Reiten lassen wir es am besten auch bis Dezember, bis das Stutfohlen dann abgesetzt ist“, dachte ich laut nach und traf auf Zustimmung. Ich nahm noch die letzten Schlucke meines nun abgekühlten Kakaos und machte mich dann schon auf den Weg in die Schmiede. Sie hatte keine Hufeisen, also fielen diese weg und ich musste weniger zu den beiden mit mir herumschleppen. Ich nahm mein Hufmesser, meine Raspel, meine Feile und ein wenig Huföl mit zu den beiden, als ich in den Stall ging. Neugierige Köpfe schauten zu mir rüber und zeigten sich genauso desinteressiert wie schnell sie interessiert geschaut hatten. Classy und ihr Fohlen bewohnten zurzeit eine der größeren Boxen und verbrachten die Nacht immer drinnen im sicheren Stall. Man wusste nie, wann die Wölfe in Canada zuschlagen konnten und bei meinen jüngsten war mir die Sicherheit wesentlich wichtiger als die Freiheit.
      Ich nahm die beiden nach einer ordentlichen Begrüßung aus der Box und band Classic Gold an. Sie war noch ein wenig zickig, aber was gemacht werden musste, musste gemacht werden. Smetti sollte später vorbeischauen, denn sie war Männern gegenüber wohl noch sehr misstrauisch, aber ich wusste wie sensibel er mit meinen Tieren umging und überlegte mittlerweile ihm ein Pferd zu schenken. Er half mir schließlich die ganze Zeit mit meinen und war im Umgang echt geübt. Aber vielleicht hatte es auch Gründe, weshalb er sich selbst kein Tier zulegte. Classy war auch mir noch etwas unsicher gegenüber, gab mir aber sicher die Hufe. Auch wenn ihre Hufe in einem Optimalen Zustand waren, waren sie dennoch zu lang und mussten gezielt gekürzt werden. Links vorne hatte sie eine minimale Huffehlstellung die man aber in mehreren Etappen wieder richten könnte. Classy ließ mich auch ganz artig ihre Hufe richten, nur beim Korrigieren wurde sie ein wenig schwieriger als geplant. Grund dafür, war Classic Spring und ihr rumhampeln auf der Stallgasse. Ich konnte von Glück sprechen, dass Smetti gerade um die Ecke kam und das junge Stutfohlen im Zaum hing. „Danke sehr. Du bist ein Schatz“, lächelte und er warf mir ebenfalls ein Lächeln zu, ehe er seine Brille rasch säuberte. Er bespaßte das Fohlen und ich machte Classic Gold die Hufe ordentlich, was nun auch schneller von Statten ging als vorher mit dem hastig umherspringenden Falbfohlen, das uns in Schach hielt. „Das machst du super, Classy“, lobte ich sie und bat Smetti darum sie gerade vorzuführen. „Alles klar, Chef“, lachte er und band meine Zuchtstute ab und führte sie mir in der Stallgasse im Schritt und im Trab vor. Anfangs sehr schwer, da sie sehr misstrauisch gegenüber männlichen Wesen war, doch dann überwand sie sich ein wenig und folgte. Wahrscheinlich mehr aus Angst als aus Überzeugung. Dafür sollte ja gleich der Spaziergang sein, um das Vertrauen zwischen den beiden zu stärken, aber auch um Spring zu entladen, die wie ein Gummiball durch die Gegend sprang und neugierig zu den anderen Stuten an die Boxen ging und unterwürfig kaute. „Du kleines Monster du“, kicherte ich und lobte das Jungtier. „Classic Gold sieht gut aus. Classic Spring muss ja noch nicht zum Hufschmied“, lächelte ich. „Ich mach mich mal auf den Weg mit den beiden, könntest du mir noch gerade den Strick zu Classic Springs Halfter geben? So hol ich das kleine Biest nicht mit.“ Ich nickte lachend und sah mich kurz um als ich ihm dann den Strick von Deila gab. Sie hatte heute nämlich eh nur eine Pause vom Training und würde nur die Hufe gemacht bekommen. Sie blieb noch eine Zeit lang beschlagen, bis ich sie gekört sein würde, damit ich sie auf Turnieren und im Training besser im Springen und Military reiten konnte ehe sie in die Zucht kam. Aber das hatte noch Zeit, schließlich mussten wir noch ein wenig an ihren Unarten feilen, damit sie nicht mehr stieg und sich besser händeln ließ als jetzt im Moment. Denn so ging es nicht weiter. Entweder ich oder unsere Trainerin konnten sie noch führen und das übten wir jetzt schrittweise. Wenn sie brav lief, wurde sie gelobt. Ich ging zur Weide, auf denen meine Stuten noch ruhten und näherte mich meiner neuesten Stute. Candy hatte uns erst vor zwei Monaten erreicht und machte sich im Training erstaunlich gut. Das weiche Fell an der Schnauze fühlte sich so vertraut und so sanft an. Sie war zwar noch etwas misstrauisch, hatte sich aber schnell an uns und die Umgebung gewöhnt. Ich hoffte inständig das der Flug gut gehen würde und meine Pferde sich nicht allzu sehr anstellen würden. Das wir uns alle einleben mussten, war klar. Ebenso mussten sich die Pferde an das Klima gewöhnen welches dort herrschte. Im Sommer war es sehr warm und im Winter fror man selbst mit Pulli. Aber ich war es gewohnt. Ich kam schließlich aus dem Land und dem Ort. Ich kannte viele und ich wusste wie begehrt dort Arbeit war, also würden Stallburschen sich relativ schnell auffinden lassen. Ich würde mich demnächst nur noch auf die Pferdezucht konzentrieren und Smetti würde die Hufschmiede leiten. Es schien wohl sein Beruf zu sein.
      Ich führte Candypie in Richtung unserer Hufschmiede und band sie dort an. Nebenberuflich arbeitete Smetti momentan in einem Tommy Hilfiger Outlet, in dem er mit seinem Style sehr gut reinpasste. Candypie stand brav und ruhig da, bis ich meine Sachen zusammenpackte und mich neben ihr hinstellte um ihre Hufe zu säubern. Auf den ersten Blick sahen sie ganz okey aus, aber je mehr ich sie begutachtete, desto mehr sah ich zu bemängeln. Candypie hatte sehr sehr weiche Hufe, welche die Hufeisen nur mit Mühe trugen. Mir war es zu riskant sie mit den Hufeisen laufen zu lassen und so entschied ich mich für Hufschuhe. Candypie blieb ganz artig und brav stehen und ließ mich meine Arbeit machen ohne zu zucken. Ich schnitt ihr die Hufe nur minimal aus und raspelte dann ein wenig um die Form zu festigen. Das Feilen ging auch schnell von statten und ich konnte in aller Ruhe Hufschuhe in ihrer Größe suchen. „Irgendwo mussten die doch hier sein“, murmelte ich und kramte in diversen Kisten rum um verschiedene Modelle und Größen zu finden.
      „Hey du, rate mal wer wieder da ist“, schaute mir eine Grinsebacke durch das große Tor der Schmiede, welche mich gleich zum Lächeln animierte. „Mein liebster Arbeitskollege“, grinste ich und ging ein kleines Stück auf ihn zu. „Lief alles super. Erst war Classic Gold echt ängstlich und misstrauisch, fast schon biestig, als es um ihr Fohlen ging. Aber bis zum Ende hatte sie sich dann doch beruhigt.“ „Glück gehabt, hätte böse enden können. Vor allem, weil sie ja dank einem Vorbesitzer nicht gut auf Männer zu sprechen ist“, griff ich noch mal auf. Er nickte kurz und kramte dann in einer Kiste rum. „Das Modell müsste eigentlich Candypie passen, hat eine Stoßdämpfung und die Hufe können sich etwas erholen.“ „Ey, du hast verdammt gut gelernt, weißt du das“, lachte ich und klopfte ihm auf die Schulter. Obwohl er 2 Jahre älter als ich war, redete ich mit ihm wie mit einem Jüngeren. Wahrscheinlich einfach nur, weil ich seine Chefin war und autoritär wirken sollte. Er zog dem Schimmel die vier Hufschuhe an und es saß wirklich alles. Er hatte einfach ein Händchen dafür. „Wie sieht‘s eigentlich mal mit einem eigenen Pferd aus? Wäre das nicht was für dich?“, fragte ich zögerlich und blickte kurz zu ihm. Er kratzte sich etwas am Kopf und seufzte. „Weißt du Rachel, ich habe Angst dem Tier nicht gerecht zu werden. Besser ich kümmere mich bei dir um die Zuchtpferde und hab so eine Reitmöglichkeit, als dass ich eins hab, wo ich täglich hinterher muss und ihn selbst arbeiten muss oder sowas. Mir fällt das so einfacher“, sagte er und schien ein mulmiges Gefühl zu haben. „Schön okey, kannst dir auch gerne in ein bis zwei Monaten eins fest aussuchen und dann als Reitbeteiligung ohne Kostenbeteiligung nehmen. Würde mich sogar freuen“, grinste ich und lobte das Vollblut, das neben uns stand und löste den Strick vom Halfter. Candy lief noch sehr, sehr ungewohnt auf den Hufschuhen. Ihr Gang glich eher dem mit Transportgamaschen und brachte mich ein wenig mehr zum Lachen. Nach einigen Minuten ging sie ordentlicher und immer taktklarer, so wie wir es gewohnt waren. „Machst du grad Alinghi’s Hufe in der Schmiede und beschlägst sie mit normalen Hufeisen. Also im Prinzip das Ganze Paket? Sie wird die Saison noch laufen und nächste dann nur Trainiert werden von einem Trainer in Mazedonien“, erklärte ich noch kurz und ging mit Candypie einen kleinen Spaziergang um sie an die Hufschuhe zu gewöhnen. Obwohl sie noch nicht lange da war, blieb sie sehr ruhig mit viel Elan bei der Arbeit und Erfolgs Willen.

      Nach unserem kleinen Spaziergang band ich sie vor der Box an. „Wir ziehen dir jetzt erst einmal die Dinger hier aus und dann kannst du ein bisschen auf die Weide.“ Ich zog ihr die Hufschuhe aus und band sie dann wieder ab. Ich fragte mich ob sie noch heller wurde, oder ihre paar Dapples bleiben würden, aber das war nun mal immer das Problem mit Schimmeltieren. Es war wie ein Überraschungsei. Candypie schaute noch ein wenig unsicher durch die Gegend, war aber nicht glotzig. Heute war einfach ein bisschen was los auf Chattahoochee Hills, da der Umzug bald Anstand und die Möbel allesamt schon rüber geflogen wurden. Mittlerweile war es auch schon 12 Uhr und ich würde nachdem Candypie auf der Weide stand, auf Smetti warten um mit ihm was zu essen. Mein Magen knurrte nämlich bereits schon. Ich machte mich auf dem Weg zum Wagen und wählte schon mal die Nummer. Ich hatte mich noch nicht in den Wagen gesetzt, da hatte ich ihn auch schon am Hörer. „Ich bin jetzt mit Alinghi fertig, sie hat mich einige Nerven gekostet, aber wir sind jetzt durch. Soll sie zu Deila auf die Weide oder zu wem soll ich sie stellen? Die Zicke meint mit mir auch grad den Affen zu machen und tänzelt rum…“ – „Stell sie zu Deila und Candypie. Bonbone ist ja momentan nicht da, da wird sie Chefin sein in der Herde. Balerinë hält sich ja eh eher alleine auf, wenn Bohne nicht da ist und fühl sich irgendwie bei den Großen weniger wohl. In Mazedonien kommen eh noch ein paar Stuten und ein Hengst dazu. Naja mindestens ein Hengst. Man weiß ja nie. Du kennst mich ja, ich gehe gerne Pferde kaufen… Aber ich muss definitiv reduzieren um mich auf die Zucht zu konzentrieren. In Mazedonien kommen nämlich noch zwei KWPN Hengste dazu. Einer ist ein fünfjähriger Scheckhengst bereits erfolgreich L-Platziert im Springen und der andere ein Falbhengst mit einer Dressurbegabung und erfolgreich momentan in der A-Dressur. Heißen ‚Lost Boy‘ und ‚Achter Tag‘. Unterm Reiter aber wahre Engel und auch im Umgang sehr angenehm. Achja, Alinghi kannst du ruhig mal eine geben, die braucht das manchmal. Oder zieh mal kurz am Strick damit die weiß, dass du da bist. Ich hol dich gleich an der Weide ab, wir gehen essen. Hab auch ein anderes Oberteil für dich dabei“, dann legte ich auf. Ich mochte ihn gerne. So als besten Freund. Naja vielleicht auch mehr, aber ich hatte immer Pech in der Liebe gehabt, als ob sich das ändern würde.
      Ich schaltete den Motor an und sah mit einem gekonnten Schulterblick hinter mich. Der Weg war frei und ich parkte in aller Ruhe aus. Ich ließ mir Zeit. Schließlich wusste ich wie weit der Weg zur Weide war. Doch das würde sich in Mazedonien ändern, dort hatte ich so viel Weideland meines Opas geerbt, das ich in der ganzen Umgebung des Hofes entweder bebauen oder als Weideland und Felder nutzen konnte. Was ich auch tun würde. Die Weiden waren grün aber eher von der mageren Sorte, sodass auch Kaltblüter dort problemlos den ganzen Tag draufstehen könnten. Aber dazu kam es wohl nicht. Ich hatte momentan andere Zuchtpläne.

      Und da stand er auch schon wartend auf mich. Kurz die Haare gerichtet und schaute mich mit leuchtenden Augen durch die Brille an. Würde ich stehen, wären meine Knie schon längst weich geworden. „Kommst du rein?“, rief ich durchs Fenster und schon lief er zur Beifahrertür. „Ist ja gut, bin ja schon da“, grinste er. „Wohin fahren wir jetzt eigentlich?“ „Zum Steakhouse, ich habe Hunger“, sagte ich trocken und er starrte mich nur an. Ich konnte mir das Lächeln nicht verkneifen. „Jaa, einmal. In Mazedonien wird es so qualitativ hochwertiges Fleisch nicht mehr geben“, lachte ich. Er lachte ebenfalls. Immerhin einer der sich freute. Abby war die einzige, die noch mit uns kommen würden, alle anderen verabschiedeten wir. Wir mussten uns auch neue Trainer suchen und einen neuen Tierarzt. Die langen Reisen würden zu viel Zeit beanspruchen. „Ich habe mir Gedanken gemacht, Smetti“, sagte ich ernst und strich mir eine Strähne aus dem leicht gebräunten Gesicht. „Worüber?“ Ich konnte seine Neugierde aber auch seine Ungewissheit fast schon spüren. „Über den Umzug. Ich habe sowohl Nephilim als auch Hendersin verkauft. Ich habe auch für zwei weitere Pferde zwei Interessenten, allerdings bezweifle ich, dass ich die Tiere verkaufe, da sie für die Zucht interessant sind. Ich spreche nämlich von ‚Deila‘ und unserem neuen Hengst ‚Achter Tag‘… Außerdem werde ich, denke ich, die Hufschmiede nicht mehr leiten. Ab und zu höchstens noch Hufe raspeln und Fehlstellungen bearbeiten, ansonsten wirst du dein eigener Herr sein. Du kannst auch die Preise ändern, wenn dir das lieb ist. Ich werde mich aber nun als Hufschmied zur Ruhe setzen und nur noch in der Pferdezucht tätig sein und hier und da mal Kellnern gehen oder in einem Café arbeiten.“

      „Aber du hast dir doch alle aufgebaut. Ich kann das nicht annehmen. Ich mach das nicht alleine… Wir sind doch ein Team.“ „Ja, aber mein Rücken hat leider ein paar Probleme gemacht und deswegen geht es nicht mehr“, wurde ich leiser und leiser. Er brummte nur kurz und schaute dann ruhig aus dem Fenster. Sein Blick war sehr nachdenklich. Der Weg zog sich in die Länge, weder Musik brachte die Stimmung ein wenig in die Höhe und ebenfalls redeten wir nicht mehr. Erst als wir ausstiegen, brachte er zwei Worte raus. „Ich mach’s.“ „Was?“ „Du hast schon richtig gehört. Ich mach’s“ Ich konnte meine Freude kaum fassen. Ich sprang dem jungen Mann fast in die Arme, so sehr freute ich mich auf sein Einverständnis. „Longierst du später Maekja, dann mach ich noch ein bisschen Bodenarbeit mit Rohdiamant. Der wird nächstes Jahr auf einer Show präsentiert, wenn er soweit ist.“, Er nickte grinsend. „Mach ich“, und dann nahm er mich einen Moment lang in den Arm. Ich genoss diesen Moment. So viele Gefühle die in mir hoch schossen und mein Herz, das bis zum Hals schlug. Es war ein verdammt guter Moment. Doch genauso schnell wie er angefangen hatte, hörte er auch auf. „Lass uns reingehen. Wir haben Hunger“, grinste er wieder und hielt mir die Tür auf. Wir bestellten einen Tisch für 2 und unterhielten uns, bis das Essen gebracht wurde. Es schmeckte bestens.
    • Sosox3
      2. - 4. Trainingsbericht - Januar - September 2016
      2. Trainingsbericht - Januar 2016
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      Dressurtraining von Alinghi A → L | 3595 Zeichen | © BellaS

      Und wieder einmal durfte ich Rachel Wincox besuchen. Dieses Mal führte mich ein Auftrag für ein Dressurtraining zu ihr. Sie erwartete mich bereits und begrüßte mich herzlich. Es ging um eine hübsche Palominostute namens Alinghi. Ein Großpferd natürlich. Die Rasse nannte sich ''edles Warmblut''. Gemeinsam holten wir die große, kräftige Stute aus ihrer Box. Schon beim putzen warnte Rachel mich vor. „Alinghi kann ein Lämmchen sein, aber wenn sie irgendwas will, setzt sie es durch. Das kann echt unlustig sein. Dressur im allgemeinen ist allerdings kein Problem.“ Immerhin konnte das große Tier mich ganz gut leiden. Vertrauensvoll stupste die Stute schon bald gegen meiner Schulter und ließ sich völlig entspannt putzen, satteln und trensen. Ich verstellte die Bügel, gurtete nach und suchte mir eine Hilfe zum aufsteigen. Endlich saß ich auf dem Pferd und es konnte losgehen. Ich hatte den Außenplatz nutzen wollen, doch hier demonstrierte mit Alinghi zum ersten Mal, was Rachel gemeint hatte. Außerplatz fand sie doof, also weigerte sie sich einfach ihn zu betreten. Schnell fand ich mich vor dem Tor der Reithalle wieder. Ich versuchte noch ein letztes Mal die Stute auf den Außenplatz zu drängen, dann gab ich mich geschlagen. Dann eben Training in der Halle. Wie immer begann ich mit ein paar Runden Schritt. So gab ich der Stute Zeit ihre Muskeln und Bänder vernünftig aufzuwärmen, das beugte Zerrungen vor. Außerdem bekam ich dadurch schon einmal etwas Gefühl für das Tier unterm Sattel, was für mich als Trainerin nur hilfreich sein konnte. Die Gangart brauchte ich gar nicht zu wechseln, denn wir begannen das Training im Schritt. Erst der elementare Mittelschritt, den die Stute bereits kennen musste, dann kam mein Part. Ich musste ihr heute die Schrittverstärkung, den versammelten Schritt und den versammelten Trab nahebringen, die wichtigsten Lektionen der L-Dressur. Im Schritt begriffen die meisten Pferde schnell, so auch Alinghi. Ich begann mit der Schrittverstärkung. Die Hilfe war denen des Gangreitens nicht unähnlich. Kurze Zügel, schwer sitzen, gegen den Zügel treiben. Relativ Dressur-begabte Pferde verstanden das recht schnell und begannen die Beine höher zu heben. Viel mehr war auf L Niveau hier auch nicht gefordert. Ich wiederholte die Übung ein paar Male, damit die Stute sie speichern konnte. Nun legte ich eine Pause ein, in der ich die Zügel etwas lockerte und Alinghi Gelegenheit hab die Muskeln weitestgehend wieder zu entspannen. Weiter ging es mit dem versammelten Schritt. Hier war schon mehr nötig um das Pferd vernünftig zusammen zu stellen und es dabei weiter laufen zu lassen. Allerdings arbeitete Alinghi gut und konzentriert mit. Keine Sturheit, kein Bocken mehr. Was wollte man mehr. Als die Stute es begriffen hatte, legte ich eine kleine Pause ein. Noch einmal rief ich die Schrittverstärkung ab, dann ging es an den Trab. Erst arbeitete ich etwas im Mitteltrab. Ich bemerkte, dass ich mal wieder an meinem eigenen Sitz arbeiten musste und nahm mir auch gleich etwas Zeit mich selbst zu korrigieren. Dann kam der versammelte Trab. Insgesamt schwieriger für das Pferd, allerdings nur in der Ausführung, nicht im begreifen. Die Stute arbeitete gut mit und so hatten wir sogar den versammelten Trab geschafft. Da ich auch den Galopp kurz testen wollte, folgte nun noch etwas Training in dieses Gangart. Schließlich gönnte ich Alinghi noch eine letzte Pause, rief dann alle heute gelernten Lektionen noch einmal ab und erklärte das Training für beendete. Vielleicht war die Stute stur, aber sie war mindestens genauso klug, konzentriert und fleißig.
      3. Trainingsbericht - Februar 2016
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      Dressur Karubi E → A | Dressur Alinghi L → M | Distanz Meister Propper L → M | 30.711 Zeichen | © Canyon
      Heute führte mich meine Reise zu einer Bekannten, Freundin würde ich sagen, namens Rachel Wincox. Schon des öfteren waren wir im Gespräch gewesen und nun bot sich mir endlich die Chance, auch ihr Gestüt und ihre Pferde kennenzulernen. Geplant waren eigentlich nur zwei Stufenerhöhungen in der Dressur, aber ich konnte mir vorstellen, dass sie sich darüber freuen würde, wenn ich mich gleich noch etwas mit ihrem kleinen Fellponyhengst Meister Propper beschäftigen würde. Doch das sollte erstmal noch geheim bleiben, also Psst!
      Mittlerweile war der Ablauf so fest in meinem Kopf verankert, dass er sich nicht mehr von anderen Trainingseinheiten unterschied. Es kam ein Auftrag, wenige Tage später stieg ich ins Flugzeug, flog dann um die ganze Welt und landete in mir meist unbekannten Gegenden. Auch war es bis zu meinem Arbeitsplatz meist noch ein kleines Stückchen, welches ich immer per Taxi zurücklegte. So war es auch heute.
      Außerdem hatte ich irgendwann angefangen von jedem Taxi, mit dem ich fuhr, ein Bild zu machen. Was es mir brachte? Nichts, jedoch hatte jedes Land ihre eigenen Taxigewohnheiten und irgendwie erzählte das ganz viel darüber. Eine Erinnerung an jedes neue Land, jedes neue Gestüt und jedes neue Pferd war es allemal.
      Auch heute knipste ich, als ich aus dem Wagen ausgestiegen war, ein Bild von dem kleinen Gefährt, welches mich auf Chattahoochee's Hill gefahren hatte. Ganz ausnahmsweise war sogar der Fahrer einigermaßen nett und hilfsbereit gewesen, was ich leider nicht allzu oft erleben durfte.
      Eine Woche Aufenthalt war hier geplant und das war für drei Pferde schon recht knapp, aber schaffbar, jedenfalls wenn man sich die Zeit gut einteilte und das hatte ich hoffentlich getan.
      Mit nichts mehr als meinem Rucksack ausgerüstet, machte ich mich also auf die Suche nach einem Ansprechpartner. Ich hatte Glück, denn tatsächlich fand ich in einem Stallgebäude Rachel, welche ich schon das ein oder andere Mal gesehen hatte. Als nächstes erfolgte natürlich eine gründliche Begrüßung, genauso wie das Besichtigen meines Gästezimmers und das Vorstellen der beiden Stuten, wegen welchen ich ja eigentlich hier war. Von Alinghi hatte ich schonmal etwas gehört, aber jetzt, wo ich sie mit ihrer ganzen Eleganz vor mir sah, war sie nochmal um einiges schöner. Ich war extrem gespannt, wie das Training mit ihr verlaufen würde, vorallem, weil sie wohl etwas dickköpfig sein sollte. Karubi war hingegen, so erzählte mir Rachel, das genaue Gegenteil. Sie war etwas jünger als Alinghi und musste in der Dressur auch nur auf A gebracht werden. In Arabische Pferde hatte ich mich schon immer schnell verliebt und genauso war es auch bei ihr.
      Ich war bei beiden Stuten gespannt, wie sich das Training entwickeln würde!
      *
      Noch am gleichen Abend wollte ich mich das erste Mal auf Karubi setzen. Die Sonne war bereits untergegangen, doch das störte mich nicht weiter, da wir sowieso in die Halle gehen würden. Ich mochte die Dunkelheit und die Ruhe, welche die Nacht mit sich brachte.
      Ich ließ mir viel Zeit beim Putzen und versuchte bereits hier das doch recht kleine Vollblut besser kennenzulernen. Karubi gefiel mir sofort. Sie hatte eine liebevolle und anhängliche Art und ich freute mich immer mehr auf das Training.
      Nachdem sie fertig geputzt und gesattelt war, führte ich sie aus ihrer Box und dann aus dem Stall in Richtung Reithalle. Fröhlich pfeifend (immer diese blöden Ohrwürmer!) lief ich mit ihr entspannt durch die Dunkelheit. Karubi schien nichts dagegen zu haben, dass jetzt etwas Arbeit auf sie wartete, auch wenn sie sich vielleicht nicht unbedingt freute. Aber davon gab es ja nur selten Pferde.
      Das erste was ich in der Halle machen musste, war den Lichtschalter zu finden. Karubi hatte ich in der Mitte der Halle abgestellt, wo sie auch mit gesenktem Kopf stehen blieb, und nun stolperte ich durch den Sand, um uns etwas Erleuchtung zu bringen.
      Manchen hätte das vermutlich die Laune versaut, aber ich fand das extrem lustig. Das würde mir ja zum Glück nicht nochmal passieren, wenn ich nur irgendwann den Schalter finden würde!
      Ich fand ihn auch und das direkt neben dem Tor, genau auf Augenhöhe. Das war jetzt echt witzig und ich hielt mich nur mit viel Mühe ab, laut loszulachen.
      Ich drückte auf den Schalter und der Reihe nach gingen flackernd die Lampen an der Decke an. Ich brauchte einige Sekunden, um mich an das helle Licht zu gewöhnen und ging dann wieder zu Karubi.
      Ein letztes Mal gurtete ich nach und kletterte dann geschickt in ihren Sattel.
      »So Karubi«, meinte ich zu ihr, »Dann lass uns mal beginnen!«
      Mit einem sanften Zeichen trieb ich sie in den Schritt an, ließ die Zügel aber noch lang. Ich begann damit, ihren Kopf in eine Entspannungsposition nach unten zu arbeiten, sodass sie mit ihrem Maul fast den Boden berührte. Diese Übung schien ihr viel Spaß zu machen, denn selbst als ich die Zügel wieder aufnehmen wollte, blieb sie mit ihrem Kopf unten.
      Für heute Abend wollte ich mit ihr nichts neues anfangen, sondern erstmal die Grundlagen aus einer E-Dressur festigen.
      Nach einigen Minuten Erwärmung im Schritt, wo ich mit ihr einfache Bahnfiguren ging, fügte ich immer mehr Bahnfiguren hinzu.
      Natürlich kannte sie die einfachsten zu Genüge. Alles was mit Zirkeln zu tun hatte, also Zirkel, Mittelzirkel, aus dem Zirkel wechseln und durch den Zirkel wechseln, und noch einige Bahnwechsel.
      Ich baute das Ganze langsam auf, fing also im Schritt mit den Grundlagen wie Zirkel, durch die ganze Bahn, aus dem Zirkel und durch die Länge der Bahn wechseln an, welches für sie ein Kinderspiel war. Sie war schon nicht mehr die jüngste und hatte das wohl schon häufiger gemacht.
      Nach den einfacheren Dingen fügte ich noch die Schlangenlinien mit drei Bögen, den Mittelzirkel und durch die halbe Bahn wechseln hinzu, was ihr im Schritt keinerlei Probleme bereitete.
      Ich merkte bereits, dass sie unbedingt schneller werden wollte und ließ sie antraben. Schnell wurde mir klar, dass sie viel Ausdauer besaß und gerne auch längere Strecken trabte. Das war sehr hilfreich, jedoch versuchte ich immer wieder Schrittpausen zur Erholung mit einzubauen.
      Ich ging die wichtigsten Bahnfiguren nochmal im Trab durch, merkte aber, dass man auch hier nicht viel mit ihr arbeiten musste. Durch jahrelanges Training hatten sich bei ihr bereits viel Wissen und Erfahrung angesammelt.
      Der letzte Punkt auf meiner imaginären Liste war das Galoppieren. Es war persönlich meine Lieblingsgangart und es erfreute mich als ich merkte, dass auch Karubi daran Freude zu haben schien. Ich versuchte sie im angemessenen Tempo eines Arbeitsgalopps zu halten und ging mit ihr dann nochmal ein paar Bahnfiguren durch.
      Da ich für heute kein wirkliches Training angedacht hatte, sondern nur ein Gefühl für die Stute bekommen und schauen wollte was sie bereits alles beherrschte, beendete ich das Training nach etwa einer Stunde auch schon. Ich ritt sie ab und ließ mich dann aus dem Sattel gleiten. Den Lichtschalter fand ich diesmal auf jeden Fall schneller.
      Ich brachte Karubi zurück in den Stall, wo ich ihr das Sattelzeug abnahm und sie nochmal überbürstete, bevor ich auch ihr den verdienten Feierabend gab. Ich freute mich jetzt auch gewaltig auf mein Bett, obwohl, eine warme Tasse Tee davor war wohl keine schlechte Idee...
      *
      Gleich am nächsten Morgen, nachdem alle Pferde auf ihren Weiden waren, wollte ich mit Rubi, ich hatte schon immer ein Bedrängnis dafür, allem und jedem einen Spitznamen zu geben, gleich weiter machen. Sie schien nicht wirklich davon begeistert, dass sie als einzige im Stall geblieben war und bereitete mir dementsprechend auch Probleme beim Satteln.
      »Ach Rubi, komm schon! Du kannst danach gleich auf die Weide«, versuchte ich sie aufzumuntern und steckte ihr dazu noch einen Möhre in den Mund, welche sie bereits etwas besser gelaunt annahm.
      Nachdem ich gestern so begeistert von ihr gewesen war, hatte ich kein Bedenken, dass wir heute den Schritt zur A-Dressur wagen könnten. Die E-Dressur saß und ich war mir sicher, dass sie auch auf der nächsten Stufe bereits Erfahrung gesammelt hatte.
      Wie auch schon gestern gingen wir in die Halle, ich führte sie ein paar Runden auf dem Hufschlag entlang, bevor ich sie in die Mitte stellte, nachgurtete und aufstieg.
      Zur Erwärmung lief ich mit ihr einige Runden Schritt, versuchte sie dabei zur Dehnung in alle Richtungen zu biegen, ritt also Handwechsel, Volten und Schlangenlinien.
      Es war kein großer Schritt zur Stufe A und nachdem wir gestern bereits alle erforderlichen Lektionen der Stufe E durchgegangen waren, musste ich heute gar nicht mehr so viel machen.
      In den Gangarten kam noch der Mitteltrab, sowie auch der Mittelgalopp hinzu, mit was ich auch anfing. Ich nutzte erstmal nur den Zirkel und die ganze Bahn, um die Konzentration von Karubi auf das neue zu lenken.
      Doch zu erst trabte ich im Arbeitstrab an und bereitete Karubi auf die neue Gangart vor, in dem ich sie durch viele Tempowechsel und Übergänge lockerte und auf die Hinterhand brachte.
      Eine wichtige Vorraussetzung beim Mitteltrab war, dass das Pferd korrekt an den Hilfen steht und eine gute Anlehnung hat und da ich von Karubi wusste, dass sie dies gut beherrschte, machte ich mir keine Gedanken, dass es nicht klappen könnte.
      In einer Ecke brachte ich Karubi nun unter Spannung, ich nahm sie also etwas auf, trieb sie weiter bis ich spürte, dass sie anziehen wollte und schob dann meine Hand vor, als wir auf der Geraden waren. Mit dem Schub meines Kreuzes half ich noch nach und tatsächlich, Karubi lief einige Schritte im Mitteltrab!
      Ich versuchte das Ganz gleich nochmal und diesmal klappte es sogar noch besser. Rubi streckte sich, trat deutlich an und machte größere Schritte. Ich fing sie nach sechs Schritten wieder ab und brachte sie damit zurück in den Arbeitstrab, damit ihr nicht zu schnell die Kraft ausging.
      Den Mitteltrab baute ich nun immer wieder zwischen Übungen mit ein, ging ihn jedoch nie länger als eine eine lange Seite, denn wenn sich Taktfehler einschlichen, konnte das Ganze schnell nach hinten raus gehen.
      Ich arbeitete mit Karubi nun etwas mit Bahnfiguren im Arbeitstrab und im Schritt, wobei es bei ihr aber nicht viel neues zu erlernen gab, sodass ich recht schnell mich wieder anderen Lektionen antraute.
      Beim Rückwärtsrichten zeigte Rubi am Anfang etwas scheu, welche ich gut nachvollziehen konnte, da es gegen die Natur der Pferde war. Sie musste sich mir unterordnen und mir vertrauen und das fiel vielen Pferden schwer. Dazu musste sie ihren Rücken aufwölben, gleichzeitig untertreten und mein Gewicht ausgleichen, was für sie nicht allzu einfach war. Trotzdem gaben wir uns viel Mühe und tatsächlich, nach einigen Minuten des intensiven, aber trotzdem entspannten Arbeitens, brachte sie eine nahezu perfekte Rückwärtsrichtung zustande.
      Ich versuchte das restliche Training so abwechslungsreich und spannend wie möglich zu gestalten und war auch recht zufrieden damit. Immerhin schafften wir es noch das Viereck zu verkleinern und wieder zu vergrößern, das Überstreichen im Galopp und die Kehrtwendung auf der Vorderhand. Alle Übungen waren noch nicht perfekt, aber das konnte man von einer Trainingsstunde auch nicht erwarten.
      Ich hatte mein bestes gegeben um den Grundstein zu legen und nun mussten die Reiter nach mir diese Lektionen verbessern.
      Ich beendete das Training mit Karubi, in dem ich ihr nach dem Absitzen das Sattelzeug abnahm und sie in der Halle laufen ließ.
      Es dauerte nicht lange und sie knickte mit den Vorderhufen ein und ließ sich in den recht nassen Sand fallen.
      Nachdem sie sich gründlich gewälzt hatte, stand sie schwungvoll wieder auf und sah aus wie ein Sandmonster. Da sie recht viel geschwitzt hatte, hing der Sand nun in ihrem ganzen Fell und verdeckte fast ihre ursprüngliche Farbe. Ich beeilte mich nun, sie zurück in den Stall zu bringen, um sie dort abzuputzen und ihr eine Abschwitzdecke über zu legen.
      Sie hatte heute ein hartes Training hinter sich und nun einen freien Tag auf der Weide verdient. Karubi besaß nun die Grundkenntnisse für eine A-Dressur und konnte ohne Probleme auf diesem Niveau starten.
      *
      Wenig später saß ich mit Rachel an einem Tisch, wir schlürften einen warmen Tee (Himmel, war es kalt hier!) und besprachen die Trainingsfortschritte. Ich erklärte ihr vorallem, was ich getan hatte, wo Karubi noch ihre Probleme besaß und an welchen Stellen man mit ihr weiter arbeiten konnte. Rachel machte sich eifrig Notizen und schien echt froh über meine Hilfe.
      Kanada war das komplette Gegenteil von meinem zu Hause und so verlief auch der Tagesablauf ganz anders. Ich versuchte mich so oft wie möglich einzubringen, sah aber bald ein, dass ich des öfteren nur im Weg stand. Aber was solls, ich war ja auch nur als Trainerin hier!
      *
      Mit Alinghi wollte ich die nächsten drei Tage verbringen und jeden Vormittag mit ihr trainieren. Sie war einiges weiter als meine vorherige „Patientin“ Karubi und so musste auch ich mein Wissen mehr einsetzen. Dazu kam noch, dass sie eine sehr ausgeprägte Persönlichkeit hatte, ich will nicht sagen schwer, aber doch recht überzeugt von sich und ihrer Meinung. Meine Trainingspartnerin Bella hatte mir erst kürzlich von ihrem Training mit der Stute erzählt und deswegen ging ich nicht den gleichen Fehler wie sie ein und ging gleich in die Halle. Damit bestimmte ich, wo wir trainieren würden und nicht sie.
      Auch mit Alinghi wollte ich erst einen Proberitt machen, also schauen, wie weit sie bereits war und was ich mit ihr erst noch vertiefen musste.
      Ich führte sie also erst etwas warm, stieg dann auf und begann mit dem Schrittreiten. Genauso wie bei Karubi begann ich die erste Stunde damit, die Lektionen aus der Klasse L zu vertiefen oder auch wieder raus zu holen, wer weiß was sie davon schon wieder alles vergessen hatte.
      Nach der Erwärmung im Schritt begann ich mit der Arbeit. Zu erst ging ich nochmal alle Gangarten durch, also Mittelschritt, Abeitstrab, Mitteltrab, versammelter Trab und das Gleiche nochmal im Galopp. Alinghi schien ein gutes Gefühl dafür zu haben, wann sie was laufen sollte, sodass ich damit viel weniger Zeit verbrauchte als eigentlich geplant. Als nächstes arbeitete ich mich an die Bahnfiguren heran und legte dabei besonders Wert auf diese, die erst auf Niveau L gefordert waren, wie aus der Ecke kehrt, halbe Volte, doppelte Schlangenlinie und Schlangenlinie mit fünf Bögen. Vorallem die fünf Bögen schienen Alinghi zu gefallen. Mit viel Elan bog sie sich in alle Richtungen, fast schon musste ich sie etwas zurückhalten, bevor mir selbst noch schwindelig wurde.
      Ich vermischte nun die Tempowechsel und die Bahnfiguren, wo auch Alinghi sich etwas anstrengen musste. Trotzdem merkte ich, dass sie wirklich bereit war für die Stufe M, da vieles aus der L-Dressur sofort abrufbar war.
      Zum Schluss schaute ich nochmal auf die schwierigeren Lektionen, wie Außengalopp, Kehrtwenden und Galoppwechsel. Ich versuchte die Stunde so abwechslungsreich wie nur möglich zu gestalten, vermischte alles miteinander und testete nie zu lange nur ein Gebiet. Trotzdem merkte ich, dass Alinghis Konzentration mit der Zeit immer mehr nachließ und so beendete ich dier erfolgreiche Reitstunde.
      Morgen würden wir einen Schritt weiter gehen und Alinghi die M-Dressur vorstellen, doch für heute hatte sie Feierabend, ich jedoch noch nicht.
      *
      Wenn ich schon eine Woche Gast bei Rachel war, dann wollte ich natürlich auch mit helfen. Sie schien sich sehr zu freuen, als ich auch eine Mistgabel in die Hand nahm, um die vielen Ställe des Gestüts von dem Hinterlassenschaften der Pferde zu befreien.
      Auch diesmal gab ich alles Rachel weiter, was ich in der Stunde mit Alinghi getan hatte und was mir aufgefallen war. Eine Zeitlang redeten wir über das Training ihrer Pferde und ich lenkte das Thema, sachte und Schritt für Schritt, absichtlich etwas in Richtung Meister Propper.
      »Meine Fellponystute Jeanie wird bald auf einer Krönung vorgestellt«, erklärte ich ihr stolz. »Dann kann vielleicht meine Fellponyzucht beginnen! Hattest du nicht auch einen Fellponyhengst?« fragte ich scheinheilig. Natürlich konnte ich mich an den hübschen Meister Propper genau erinnern.
      Rachel lachte laut auf und bedachte mich mit einem belustigtem Blick. »Du weißt ganz genau, dass ich einen habe. Tu nicht so! Los ich stelle ihn dir vor!«
      Ich war wahrscheinlich leicht errötet, weil sie mich doch so schnell durchblickt hatte, doch sie schien es mir nicht übel zu nehmen und das war schonmal gut.
      Meister Propper stand mit einer kleinen Herde auf einer der Koppeln und ich erkannte ihn schon von weiten. Er gefiel mir auf den ersten Blick und ich hielt es nicht länger aus, meine Frage zurückzuhalten.
      »Rachel?«, fragte ich die junge Frau neben mir, welche nun den Kopf breit grinsend zu mir drehte.
      »Ja?«, fragte sie lächelnd und fast fühlte ich mich wie ein kleines Kind, welches nach einem Schokololli bettelte.
      »Dürfte ich vielleicht mit Propper ein kleinen Geländeritt machen und ihn so gleich etwas in der Distanz fördern? Ich würde so gerne mal eure Umgebung kennenlernen und zu Pferd ist das natürlich viel besser!«
      Warum auch sollte Rachel ablehnen, natürlich sagte sie zu und so legten wir fest, dass ich nach dem Dressurtraining mit Alinghi gleich noch Meister Propper trainieren würde, worauf ich mich schon riesig freute!
      *
      Gleich am nächsten Morgen behielt ich Alinghi wieder im Stall, um sie gleich für den nächsten Schritt des Trainings bereit zu machen. Heute wollte ich mit den einfacheren Dingen einer M-Dressur beginnen, um dann den Grundstein für morgen zu haben, wenn es schwieriger wurde.
      Seelenruhig putzte ich die helle Stute, welche aufgeregt ständig ihren hübschen Kopf zu mir drehte und versuchte, mir die Bürste aus der Hand zu nehmen. Ich ließ mich davon jedoch nicht stören, sondern im Gegenteil, ich hatte gleich viel mehr Spaß beim Putzen.
      Auch für das Satteln brauchte ich diesmal etwas länger, was wohl daran lag, dass wir beide heute recht gut drauf waren.
      In der Halle angekommen, zog es mich regelrecht in den Sattel. Ich hatte so viel Motivation diese Stute zu fördern, dass sie sogar auf Alinghi übersprang.
      Heute wollte ich mich nur auf den ersten Teil der Dinge konzentrieren, welche für Alinghi neu sein mussten. Morgen würde dann der zweite Teil kommen.
      Ich erwärmte Alinghi wieder ausführlich im Schritt, ritt dann noch einige Trabrunden und widmete mich dann der ersten Lektion für heute
      Wieder begann ich mit den Gangarten. Neu war hier auf jeden Fall der starke Schritt, Trab und Galopp.
      Ich versuchte Alinghi das erste Mal in den starken Schritt zu bringen, in dem ich das Zügelmaß etwas verlängerte, jedoch gut darauf achtete, dass die Stute weiterhin in Anlehnung lief. Ich achtete außerdem darauf, dass ich die natürlich Nickbewegung des Kopfes nicht behinderte und tatsächlich, Alinghi zeigte erste Ansätze eines starken Schrittes. Ihre Schritte wurden raumgreifender und ich konnte ein weiteres Vorfußen und Überfußen als im Mittelschritt erkennen.
      Ich versuchte es noch einige Male, sie wurde bei jedem Mal besser, bevor ich mich dem starken Trab widmete.
      Zu erst trabte ich sie im Mitteltrab an, ging ein paar einfache Bahnfiguren mit ihr und bereitete sie dann langsam auf den starken Trab vor. An einer kurzen Seite versammelte ich die Stute, ritt dann durch die ganze Bahn und ließ sie in den starken Trab los. Es waren nur einige Schritte, aber es war ein Anfang, mit welchem man arbeiten konnte. Ich ritt wieder Mitteltrab und versuchte es einfach nochmal. Nachdem Alinghi es beim zweiten Mal fast doppelt so gut machte, wuchs meine Motivation um ein weiteres und auch ich strengte mich an, das beste aus ihr heraus zu holen. Ich übte erstmal auf der Diagonalen weiter, legte aber zwischendrin immer wieder Verschnaufpausen ein, in welchen wir uns beide kurz entspannen konnten.
      Als sich Alinghi auf einem Level befand, mit welchem ich zufrieden war, widmete ich mich den weiteren Lektionen.
      Ich begann mit einem einfachen Galopp und versuchte dann das Halten aus dem Galopp, welches mich fast an eine Reiningübung erinnerte. Ich war etwas überrascht, als Alinghi einfach stehen blieb und fast wurde ich aus dem Sattel gewurfen. Es war fast perfekt gewesen und das war echt überraschend, so etwas hatte ich noch nie erlebt, dass ein Pferd das sofort drauf hatte. Etwas zweifelnd galoppierte ich wieder an und gab Alinghi an der nächsten langen Seite das Zeichen zum Stehenbleiben. Diesmal klappte es nicht ganz so gut wie beim ersten Mal, aber immer noch überdurchschnittlich. Ich war echt total begeistert! Ich holte ein Stück trockenes Brot aus meiner Jackentasche und hielt es Alinghi hin, denn das hatte sie sich wirklich verdient! Bei dieser Aufgabe mussten wir nichts mehr üben.
      Als nächstes folgten einige Traversalen sowie fliegende Galoppwechsel und das Überstreichen im Mitteltrab. Alinghi arbeitete gut mit, sodass sie schnell auf dem Level war, wo ich sie haben wollte.
      Zum Schluss standen noch zwei neue Bahnfiguren an. Das erste waren die Schlangenlinien entlang der Mittellinie im Trab mit drei Bögen, bei was sich Alinghi überhaupt nicht schwertat. Schwieriger wurden dann die Schlangenlinien im Galopp mit vier Bögen und fliegendem Galoppwechsel, denn darauf schien sie überhaupt keine Lust zu haben. Das war für sie dann doch zu viel Arbeit!
      Ich beendete unser Training mit einigen Übungen, welche sie heute gut gemeistert hatte, denn bei mir hieß es immer, dass man alles im Guten abschließen sollte, so wie ich es dann auch tat.
      Alinghi durfte, frisch geputzt und mit einer dicken Decke auf dem Rücken, hinaus auf ihre Weide, denn das hatte sie sich auch heute wieder verdient!
      *
      Am fünften Tag stand meine letzte Trainingsstunde mit Alinghi an. Heute wollte ich das gelernte vom Vortag noch festigen und noch ein paar weitere Lektionen hinzufügen, mit welchen die Stute aber hoffentlich keine Probleme haben würde.
      Ich erwärmte sie mal wieder und baute noch einige Dehnübungen ein, bevor ich diesmal mit den Bahnfiguren anfing. Ich durchlief erst alle Wichtigen im Schritt, trabte dann an und wiederholte diese. Ich versuchte auf beiden Händen gleichmäßig zu arbeiten und baute deswegen einige Richtungswechsel mit ein. Die Lektionen, mit denen Alinghi gestern noch Probleme gehabt hatte, wiederholte ich und gab dem ganzen noch einen Feinschliff, welcher mich viel Zeit kostete.
      Neue Lektionen gab es heute zwar nicht viele, aber doch waren ein paar recht anspruchsvolle dabei. Besondere Sorgen bereitete mir die halbe Pirouette im versammelten Schritt, denn dieser saß noch nicht bei Alinghi. Ich nahm mir also die Zeit und arbeitete hartnäckig an der Verbesserung dieser Gangart, bis sie so gut war, dass ich damit weiter arbeiten konnte. Eine Pirouette, die hatte ich noch nie gemocht und wahrscheinlich merkte das Alinghi. Ich gab mir trotzdem viel Mühe, um sie ihr zu lernen.
      Zum Glück beherrschte ich dann wieder die Traversalenverschiebung, was es natürlich einfacher machte, sie an Alinghi weiter zu geben und ich musste sagen, dass sie echt schnell lernte. Sie begriff flott was sie tun musste und so machte diese Lektion besonders Spaß.
      Als Schluss hatte ich mir etwas besonderes ausgedacht, nämlich eine ganze Kür. Die Kür sollte nur für uns sein und niemand würde es stören, wenn es nicht perfekt war, aber ich wollte versuchen, all die gelernten Lektionen der Reihe nach von Alinghi abzufragen, um zu schauen, ob sie sie wirklich verinnerlicht hatte.
      Es waren nur 6 Minuten insgesamt, doch mir schien es, als wäre es eine halbe Ewigkeit. Traversalen, Kehrtwendungen, Tempowechsel, selbst ich musste mich stark konzentrieren, um keine Fehler zu bauen. Manches funktionierte schon richtig gut, bei anderen Dingen konnte man sicherlich noch mit ihr arbeiten und andere gingen halb in die Hose. Als ich diese im Anschluss jedoch nochmal wiederholte, klappten sie und ich ließ es gelten.
      Nach der harten Arbeit hielt ich Alinghi in der Mitte der Halle an, ließ mich aus dem Sattel gleiten und musste sie erstmal auf die Stirn küssen. So ein hartes Training war nicht leicht und doch hatte sie durchweg gut mitgearbeitet und ihr bestes gegeben. Es fehlte vielleicht noch an einigen Feinschliffen, aber das würde mit der Zeit kommen. Meine Arbeit mit ihr war hier beendet und ich war mir sicher, dass sie nun in der M-Dressur starten konnte.
      *
      Am nächsten Morgen brach mein letzter Tag in Kanada an. Heute würde ich endlich meinen etwas längeren Distanzritt mit Meister Propper machen, denn auch er wollte von Stufe L auf M gebracht werden wollen.
      Ich war extrem gespannt, wie er sich so reiten lassen würde und ob er ein genauso angenehmes Reitpferd war wie meine Jeanie.
      Rachel hatte mir eine Karte mit den besten Reitwegen gegeben und aus dieser hatte ich mir einen Weg ausgesucht, welchen ich heute mit dem kleinen Hengst zurücklegen wollte.
      Bereits beim von der Weide führen merkte ich, dass er seeehr langsam unterwegs war und fragte mich, ob er die 40 Kilometer heute schaffen würde. Seelenruhig folgte er mir, ließ sich ohne Probleme von mir putze und dann auch satteln.
      So ein ruhiges und faules Pferd könnte ich auch mal gebrauchen, dachte ich und ging dabei im Kopf meine Pferde durch, welche alle nicht wirklich die gemütlichsten waren.
      Ich hatte mir heute meine wärmsten Sachen zusammen gesucht, die ich nur hatte, um ja nicht in dieser Kälte zu erfrieren. Meister Propper hatte ein so dichtes Winterfell, dass er sicherlich nicht frieren würde, aber ich war da ganz andere Temperaturen gewöhnt.
      Für mein Distanztraining hatte ich mir meinen Rucksack mitgenommen, in welchem sich die wichtigsten Gegenstände befanden. Natürlich ein Pulsmesser, eine Karte plus Kompass, etwas zum Aufschreiben, mein Handy für Notfälle und etwas Wasser für die Pausen.
      Ich kontrollierte den Sattel von Propper ein letztes Mal und schwang mich dann auf den recht kleinen Hengst, welchen das alles nicht zu interessieren schien. Man hatte mir gesagt, dass er bereits eine L-Distanz lief, weswegen ich gespannt war, was er alles konnte.
      Zur Erwärmung lief ich noch etwas Schritt, doch da der Weg am Anfang noch recht gerade und frei von Eis war, trieb ich ihn zum Trab an. Gemütlich setzte er sich in Bewegung und trabte los. Bereits nach einigen hundert Metern war ich begeistert von ihm. Nicht nur, weil er sich toll reiten ließ, sondern auch, weil er ein perfektes Distanzpferd war. Im Gegenteil zum Schritt waren seine Trabschritte recht flott, dabei noch sehr gleichmäßig und ich merkte schnell, dass er viel Ausdauer hatte. Irgendwann galoppierte ich ihn an, um auch zu schauen, wie die dritte Grundgangart bei ihm war. Auch den Galopp hielt er in einem guten Tempo eine Zeitlang aus, bevor ich ihn zurück in den Trab holte.
      Bis jetzt machte er alles fabelhaft, doch ich war noch etwas skeptisch, wie seine Pulswerte aussehen würden.
      Die Strecke zog sich so dahin. Da Propper sehr selbstständig lief, hatte ich genügend Freiraum und die Landschaft zu bewundern. Allzu häufig war ich noch nicht in Kanada gewesen und dann war es natürlich passend, wenn man einen Distanzritt machen konnte.
      Nach den ersten zehn Kilometern legte ich eine Pause ein. Ich stieg von Meister Propper ab, führte ihn aber noch ein kleines Stückchen und nahm dann die ersten Pulswerte.
      »Ho ho!«, war meine erster Kommentar zu dem, was ich auf meinem kleinen Display erkennen konnte. »69 Pulsschläge pro Minute!« Das konnte nun gut oder auch schlecht sein. Wenn Meister Propper sich innerhalb der nächsten fünf Minuten nur auf 64 vertieft, dann erholt er sich nicht gut genug, was vielleicht an fehlendem Training lag. Wenn seine Werte jedoch etwas um die 50 lagen, war das auf jeden Fall ein guter Messwert.
      Ich wartete fünf Minuten, in welchen ich etwas trank und nochmal die Karte studierte, bevor ich wieder die Pulswerte nahm. Diesmal waren es 53 Schläge pro Minute. Das Ergebnis war in Ordnung, aber noch nicht perfekt. Er hatte einen sehr niedrigen Puls und erholte sich dann nicht allzu gut. Aber mal sehen, was die nächsten vier Messungen für Ergebnisse raus brachten.
      Ich notierte mir meine Messwerte und stieg dann wieder auf Propper. Immerhin hatten wir noch ein kleines Stückchen zu reiten!
      Auf dem nächsten Abschnitt versuchte ich Propper etwas mehr zu fordern und ging des öfteren Galoppstrecken, wenn es das Gelände zuließ. Galopp schien ihm besonders zu gefallen und das passte ganz gut.
      Aller zehn Kilometer legte ich eine Pause ein, in welcher ich seine Werte nahm uns sie mir genau notierte. Sie waren etwas gestiegen, was ganz gut war und fielen auch immer unter 64. Ich war mir sicher, dass man ihn mit etwas Training so trainieren konnte, dass er sich schneller erholte, denn dann waren seine tiefen Pulswerte auch nicht weiter schlimm.
      Meister Propper und ich gaben unser bestes und obwohl auch mir die Kälte ganz schön zu schaffen machte, hielten wir die 40 Kilometer durch, so dass ich nach einigen Stunden ritt wieder bei Proppers zu Hause angelangt war. Mir fehlten jetzt nur noch die letzten Messwerte, die ich dann Rachel geben würde. Im Trab ritt ich ihn auf das Gestüt zu, damit sich sein Puls vor der letzten Messung nicht noch weiter senkte, parierte ihn dann durch und ließ mich von seinem Rücken gleiten. Der Griff in den Rucksack, um meinen Pulsmesser herauszuholen und dann das Messen seiner Werte. Sie hatten sich etwas erhöht, mal schauen, wie es in fünf Minuten sein würde.
      Ich trank den letzten Schluck Wasser aus meiner Flasche und nahm dann abermals die Werte. Jetzt waren sie nahezu perfekt. Es waren zwar die selben wie bei der ersten Messung, jedoch war der erste Puls um weiten höher gewesen, weswegen das kein Problem mehr war.
      Ich führte Propper in den Stall, wo ich ihm sofort eine Decke überwarf und ihm etwas zu trinken anbot.
      Obwohl ich damit am Anfang nicht gerechnet hatte, hatte sich Propper als perfektes Distanzpferd gezeigt und wenn man mit ihm noch etwas arbeitete, dann verbesserten sich auch sicherlich seine Pulswerte. Er hatte also die Aufstufung auf M erfolgreich bestanden!
      *
      Noch am gleichen Abend würde mich ein Taxi zurück zum Flughafen bringen, von welchem ich dann nach Hause fliegen würde. Zuvor besprach ich noch alle wichtigen Trainingsfortschritte mit Rachel und gab ihr alle meine Notizen, welche ich von den drei Pferden gemacht hatte.
      Sie bedankte sich mehrmals bei mir, vorallem, weil ich mir nochmal etwas Zeit für ihren Hengst Propper genommen hatte. Ich wehrte aber ab und sagte, dass ich mich dafür bedanken sollte, drei so tolle Pferde reiten zu dürfen.
      Am Abend war es dann soweit, ich drückte Rachel ein letztes Mal und stieg dann in das kleine und alte Taxi, welches bereits auf dem Hof wartete.
      Ich war müde, glücklich und begeistert zugleich, immerhin hatte ich es geschafft, Karubi auf Stufe A zu trainieren und Alinghi und Meister Propper nach M. Ich hoffte, dass ich es allen recht gemacht hatte und freute mich nun wahnsinnig auf meine eigenen Pferde zu Hause in Südfrankreich!
      4. Trainingsbericht - September 2016
      Alinghi - Military von E auf A
      Ich freute mich sehr als Rachel sich wieder einmal bei mir meldete. Sie hatte verzweifelt nach einem Trainer gesucht und erleichtert fest gestellt, dass bei mir noch etwas frei war. Ich versprach ihr mich sobald ich konnte, auf den Weg zu ihr zu machen. "Auf nach Mazedonien", sagte ich eine Woche später und drückte Alan zum Abschied einen Kuss auf. "Wir sehen uns in ein paar Wochen, mein Schatz." Lächelnd winkte ich ihm noch einmal zu und ging dann zum Check-In. Nach zwei Stunden Flug und einer weiteren Stunde Autofahrt kam ich schließlich an den Briar Cliff Stables an. Wunderschön wie immer. Rachel kam gerade aus den Ställen und winkte mir zu. "Hallo",rief ich,"schön dich zu sehen." Nachdem ich mich eingerichtet hatte, traf ich mich mit Rachel im Stall. "Darf ich dir Alinghi vorstellen?" Grinsend strich sie der Stute über die Schnauze. "Sie ist eine Diva. Das will ich dir gleich zu Anfang sagen." Ich nickte und sagte:"Das macht nichts. Damit komm ich schon klar." Ich lachte und kraulte die Stute sanft. Sie ließ es sich gefallen und nachdem ich sie aufgehalftert hatte, begannen Rachel und ich die Stute zu putzen. "Ich würde sie gerne direkt reiten. Können wir in die Halle?" Rachel nickte und wir sattelten und trensten sie. Gemeinsam mit Rachel ging ich in die Halle. Sagen wir mal so, der erste Ritt war wirklich interessant. Die Stute versuchte zwar nicht mich loszuwerden, aber sie testete immer wieder wie weit sie gehen konnte und ich hatte meinen Schaff sie dazu zu bringen auf mich zu hören. "Das wird bestimmt noch lustig." Schmunzelnd sah ich Rachel an und klopfte der Stute sanft den Hals. Gegen Ende war es besser geworden, aber wir hatten noch einiges vor uns. Die nächsten Tage verbrachte ich damit meine Kämpfe mit Alinghi auszutragen. Bevor wir uns nicht einig waren, machte es gar keinen Sinn auf das Trainingsgelände zu gehen. Immer wieder stellte mir Rachel ein paar Sprünge hin, damit ich wenigstens schon mal sehen konnte,wie sie sich beim Springen anstellte. Dressur war eindeutig ihre Stärke, aber auch im Springen machte sie keine schlechte Figur. Wenn man sie einmal davon überzeugt hatte, dass die Sprünge in Ordnung waren, dann zog sie mächtig an und ich hatte alle Mühe, die Stute zu bremsen. Nach ungefähr zweieinhalb Wochen gingen wir das erste Mal ins Gelände. Alinghi war ein sehr ruhiges Pferd, das sich auch von neuen Umgebungen und Eindrücken nicht beeindrucken ließ. Mittlerweile hatte sie gemerkt, dass sie mit ihren Zickereien und ihrem Dickschädel bei mir nicht durchkam. Ab und an versuchte sie es, allerdings ging sie nicht mehr ganz so vehement vor, wie noch zu Anfang. Wenn man sie erst einmal unter Kontrolle hatte, dann war sie eine tolle Partnerin. Im Gelände war sie wirklich mutig und so beschloss ich am nächsten Tag mit ihr das erste Mal auf den Trainingspacours fürs Geländespringen zu gehen. Entspannt kamen wir wieder auf den Hof zurück. "Hat super geklappt", sagte ich lächelnd, als ich Rachel über den Weg lief."Morgen fangen wir mit dem richtigen Training an." Gesagt, getan. Der erste Trainingstag verlief nach meiner Zufriedenheit. Sie war mutig und sprang über jedes Hindernis ohne Probleme. Manchmal merkte man, dass sie zögerte, aber ansonsten schlug sie sich wirklich gut. Ich versuchte die Trainingseinheiten so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten, legte immer wieder Pausen ein und machte auch mal ganze Tage Pause oder ging nur Ausreiten. Schließlich näherten wir uns nach und nach den A-Hindernissen. Mittlerweile war die Stute sehr souverän was die Hindernisse anging. Auch neue Hindernisse und neue Höhen akzeptierte sie gut. Dank ihrer fabelhaften Dressurausbildung war es uns auch möglich die Hindernisse immer kontrolliert zu überspringen und die Galoppsprünge genau anzupassen. Gespannt wie ein Flitzebogen erwartete sie immer wieder die Sprünge und setzte mit enormer Sprungkraft darüber hinweg. "Wir sind bald soweit", teilte ich Rachel nach viereinhalb Wochen Training mit. Die ersten höheren Hindernisse hatten wir schon im Training überwunden, aber es würde noch ein paar Wochen dauern, bis wir wirklich bereit für einen A-Pacours waren. Jeden Tag trainierte ich, ging ins Gelände und schob immer mal wieder kleinere Dressureinheiten ein, damit sie gestärkt und konzentriert an die Arbeit gehen konnte. Man merkte, dass die Abwechslung ihr gut tat und dass sie sich für alle Bereiche des Reitsports eignen konnte. Ihr großes Talent blieb zwar die Dressur, aber aus ihr würde ein gutes Vielseitigkeitspferd werden, wenn man sie richtig forderte und förderte. Ich ging davon aus,dass Rachel dieser Aufgabe gewachsen war. Schließlich waren wir soweit. Der erste A-Pacours stand an. Leicht nervös trippelte die Stute hin und her. "Alles gut", beruhigte ich sie und mich und ritt sie dann erstmal warm. Nachdem wir ein paar Testsprünge gemacht hatten, fühlte ich mich bereit. "Dann mal los." Ich ließ sie angaloppieren und steuerte sie auf den ersten Sprung zu. Erleichtert atmete ich auf, als ich den Pacours hinter mich gebracht hatte. Nun mussten nur noch Rachel und ihre Alinghi den Pacours bewältigen. Sie war immer mal beim Training dabei gewesen und ich hatte sie auch die höheren Sprünge springen lassen, sodass sie bereit für die den Pacours sein würde. Am nächsten Tag war es dann soweit. Ich erklärte ihr die Schwierigkeiten, die eventuell auftreten konnten und wie sie diese umgehen konnte und beobachtete,wie sie den Pacours ritt. Sie war eine hervorragende Reiterin und kam gut mit Alinghi aus. "Sehr gut", sagte ich, als die beiden zurück kamen. "Ihr habt das Klasse gemacht." Nachdem wir besprochen hatten, wie sie mit dem Training fortfahren sollte, flog ich am nächsten Tag wieder nach Hause. Es war schön gewesen, aber ich freute mich auch schon wieder auf zu Hause. "Bis bald", sagte ich und umarmte Rachel zum Abschied. "Ich freu mich schon auf Fantasio." Nach vier Stunden war ich wieder zu Hause und konnte mich erstmal wieder ausruhen, bevor es wieder losgehen würde.
      © Samanta | 5988 Zeichen
    • Sosox3
      2. Tierarztbericht - Oktober 2016
      Gut zwanzig Stunden fuhr ich bis nach Tetovo, einer Großstadt in Mazedonien. Eddis Praxis wurde praktisch überlaufen mit Patienten, und so durfte ich zu meinem ersten alleinigen Auslandseinsatz. Schon merkwürdig, da war ich zwei Monate unter Eddis Fittichen, und schon vertraute sie mir derartige Reisen an. Tetovo war aber zu der herbstlichen Zeit eher unschön, mit dem ganzen Regen, auch wenn es sehr beruhigend war, und mein Navi zeigte mir selbstsicher den Weg zu den Briar Cliff Stables - meinem Ziel. Der Parkplatz war relativ leer, und ich packte schon mit Freuden meinen Arztkoffer und das Protokollbuch aus. Dort standen schon einige Informationen über meine Patientin drin. So etwa, dass die Stute Alinghi hieß und das komplette Basispaket erhalten sollte. Ich lief quer über den Platz zu der Reithalle, denn da war die Wohnung von Rachel Wincox, der Besitzerin des Gutes. Die junge Frau begrüßte mich freundlich und geleitete mich direkt zu den Hauptstallungen, wo zur jetzigen Zeit nicht viel los war, da die meisten Pferde auf der Weide oder auf den Paddocks waren, nur Alinghi, die Palominostute, stand in ihrer Box und wurde sogleich herausgeführt. Mir war direkt klar, dass die Elfjährige keine einfache Patientin sein würde. Schon bei der optischen Untersuchung legte sie teilweise die Ohren an, beruhigte sich aber dann, als ihre Besitzerin mit ihr den Stall verließ, um ein Stück im Schritt und Trab vorzuführen. Von einer Schwächung des Bewegungsapparates oder gar einer Lahmheit war nichts festzustellen. Auch das direkte Abtasten der Beine zeigte keine negativen Resultate. Ich blieb direkt bei ihrem Brustkorb, und hörte ihr Herz-Lungen-System ab. “Sie hat einen ausgeglichenen Herzschlag, ihre Lunge arbeitet gut mit. Ich höre ein leichtes Röcheln, aber das kann auch nur durch die feuchte Luft sein. Seien Sie aber achtsam, es könnte sein, dass sie bald einen Husten bekommt.”, daraufhin wieherte Alinghi und schnaufte. Mit einem fast schon trotzigen Blick ließ sie ihre weiteren Untersuchungen über sich ergehen, so wie die Ohren-, Augen- und Mauluntersuchung. “Alles paletti. Ihre Zähne sind sehr gleichmäßig abgenutzt, das sieht man nicht bei jedem Pferd.”, lobte ich. Rachel Wincox lächelte nur zufrieden. Bei der Kontrolle ihrer Wirbelsäule fing die Stute wieder an, etwas unangenehm zu werden. Das war aber keiner Verletzung zu verschulden, denn ich bemerkte nichts von eben solcher, sondern wohl eher, dass es ungewohnt für sie war. Sie wich ein Mal gekonnt meinen Fingern aus, konnte aber dank ihrer Reiterin beruhigt werden. “Ist sie verletzt?”, fragte Rachel Wincox besorgt. Ich verneinte nur. “Ich denke, das ist sie einfach nicht gewöhnt.”, erwiderte ich.
      Die Temperatur wurde nun gemessen, und sie lag mit 37,6 Grad im Normalbereich. Rasch desinfizierte ich das Thermometer, und kam mit einer Spritze und mehreren kleinen Ampullen zurück. “Einmal das Rundumpaket, richtig? Mein Laptop lädt derweil die wichtigen Informationen auf Alinghis Chip.” Mit dem Daumen zeigte ich auf den Apparat hinten in meinem Wagen, während ich nacheinander die Impfungen gab. Alinghi war währenddessen gefasst, zuckte aber doch schon häufig, als die Nadel durch ihre Haut bohrte. “Hast du super gemacht.”, lobte ich sie, gab ihr eine Möhre und kam dann zum letzten Teil. Unterhalb ihrer Mähne ertastete ich eine Stelle, die gut zu chippen war, rasierte ein Stückchen Fell ab, und drückte dann mit der Chippistole - wie ich sie heimlich getauft hatte - auf ihre Haut. Es machte einmal kurz ‘Klack’ - die Stute riss erschrocken die Augen auf und stampfte vehement mit den Hufen. Ich brachte mich für einen Moment in Sicherheit, trug gleichzeitig die Daten in das Protokoll ein und kam mit dem Lesegerät.
      Es piepte, und dann erschienen die derzeitigen Informationen über Alinghi und ihren Stall auf dem Display. Munter bepflasterte ich die Stelle, gab der Stute noch einen Apfel, und verabschiedete mich direkt. Es gab ja auch noch andere Kunden. by Cysane
    • Sosox3
      14. Pflegebericht - Januar 2017
      Januar 2017
      Neue Einsteller

      “Smetti, wir müssen aufstehen. Es ist schon 6 Uhr dreißig, die Pferde erwarten in dreißig Minuten ihr Futter und mit viel Glück schaffen wir unseren Zeitplan heute noch”, wachte ich selbst erst gerade ziemlich panisch auf. “Ja…”, murmelte er und schlang seine Arme um mich herum. “Wir müssen wirklich. Ich muss mich noch fertig machen und dann Arza die Hufe kürzen. Die Gute hat es nötig”, versuchte ich mich aus dem warmen Bett zu kämpfen. “Hmm, dann auf”, murrte er und ließ mich aus dem Bett steigen. “Wenn du um 7 Uhr nicht aus dem Bett und unten im in der Schmiede bist um die Eisen für Attentivenly zu erhitzen, dann gibts Ärger, glaub mir”, drohte ich ihm und küsste ihm die Stirn. “Alles klar”, grinste er und drehte sich seufzend um. Flüchtig sah ich noch einmal auf den Wecker ehe ich mich schnell anzog und schon ins Bad ging um das volle Programm hinter mich zu bringen.

      Fertig geschminkt und die Haare zurecht gemacht, stolperte ich über den Hof. Abby und Val waren schon wach und fütterten den Pferden schon mal ihr Kraftfutter. In der Zwischenzeit fing ich an, den Offenställen Heu zu geben und fütterte direkt danach auch schon beide Fohlenherden. Calorro stapfte gleich auf mich zu, als er sah wie ich das Heunetz befüllte. Für einen kurzen Schmuser hatte ich Zeit, für mehr aber gerade bei der Fütterung nicht. Man merkte, dass er von Rising Star abstammte, fürs Kuscheln war Risa ja eh immer zu haben. Ich fütterte noch unsere Zuchtpferde und zu Guter Letzt die Schulpferde. Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass ich noch etwas im Verzug war. Warum war ich auch nicht mit dem Wecker aufgestanden…? Egal, jetzt musste ich mich halt ein bisschen sputen um im Zeitplan zu bleiben. Völlig außer Puste stapfte ich wieder zum Offenstall um mir Arza zu schnappen. Barhufer machte ich immer gern, vielleicht würde ich bald wieder in der Schmiede arbeiten, aber eben nur für Barhufer. Die ganze Nacht hatte es geschneit und seit ein paar Stunden hatten wir ruhe vor rieselndem Schnee gehabt und jetzt fing es wieder an. Es wurde Zeit, dass wir einen Arbeiter einstellten. Die Boxen misteten sich schließlich nicht von selbst und auch die Fütterung würde uns dann abgenommen werden. Zumindest die Fütterung des Heus. Der Offenstall kam mir ohne Balerinë etwas leer vor. Arza und Bonbone allerdings verstanden sich prächtig. Ich überlegte nur Acacia und Born to Die mit in den Offenstall zu stellen und die Junghengste in den anderen Offenstall zu stellen. Ebenso wollte ich meine erwachsenen Stuten allesamt an die Boxen gewöhnen. Viel in Planung und zu wenig Zeit, diese umzusetzen.

      Arza und Bohne stapften schon auf mich zu, als sie sahen, dass ich zu ihrem Offenstall ging. Von Bohne war ich das ja schon gewohnt, von Arza aber weniger. Ich wusste jetzt schon, dass es gleich wieder einen riesen Aufstand geben würde, sobald Arza aus dem Stall in die Schmiede geführt werden würde. Also musste ich etwas schneller vom Offenstall zur Schmiede gehen. Bohne klebte einfach zu sehr an den Pferden ihrer Herde. Ich schnappte mir also Arza mit ihrem alten Halfter und führte sie in einem flotten Schritt aus dem Offenstall. Es dauerte nicht lange, da schrie Bonbone schon so laut und lange, als würde es um ihr Leben gehen. “Dumme Nuss”, murmelte ich und führte die Fuchsstute zielstrebig in die Hufschmiede. Smetti hatte es tatsächlich geschafft mit Attentivenly vor mir in der Schmiede zu sein und schnitt ihr mit dem Hufmesser schon die Hufe aus. “Dein Ernst? Die ist nicht so leicht beim Hufschmied, die musst du von beiden Seiten anbinden, sonst dreht sie dir spätestens beim Beschlagen ab und du kannst froh sein, wenn sie dich nicht tritt”, erklärte ich ihm mit einem Ton, der sowohl mich als auch ihn irritierte. Schnell machte er auch schon den zweiten Strick ans Halfter. Wir hatten momentan in der Schmiede nur Sachen für ein Pferd, also entschied ich mich, einfach zu unserer mobilen Schmiede zu gehen und band Arza auch gleich am Wagen an. Auch bei ihr musste ich aufpassen, denn auch sie kannte den Hufschmied noch nicht. Ich wusste nicht ob meine Ruhe auf Arza abfärben würde, hoffte es aber inständig, sonst müsste ich sie wohl oder übel festigen und dann versuchen so schnell wie möglich durch zu kommen. Die Hufe konnte ich zum Glück noch ordentlich säubern und machte auch rasch einen Probeschnitt um zu sehen wie viel weg musste. Zum Glück nicht so viel, dafür hatte sie allerdings sehr harte Hufe, womit ich dann die Mühe hatte diese zu kürzen. Bis dato lief noch alles gut, bis ich den Hufbock aus dem Wagen nahm und Arza anfing wie wild zu schnaufen und die Nüstern zu blähen, da sie Angst vor dem eisernen Gegenstand zeigte. “ Ist doch nur der Hufbock. Der beißt dich nicht”, lächelte ich und stellte ihn einfach vor sie hin. “Siehst du, alles in Ordnung.” Ich wartete nicht so lange, denn auch Arza beruhigte sich so langsam und sie fand das Feilen wohl angenehmer als das Raspeln. Mit ihr hatte ich nicht ganz so viel zu tun, wie Smetti mit Attentivenly, aber auch mit Arza hatte ich schon meine Mühe, wobei ich ja schon lange nicht mehr in der Hufschmiede tätig. “Na komm, du gute. Ich bring dich jetzt wieder zu Bonbone und schau mal bei Smetti und Atti nach, wie weit die beiden sind.” Ein leises Schnauben gab die Fuchsstute von sich und setzte sich auch gleich in Bewegung. Durch die Aufregung war sie leicht an Hals und Schulter geschwitzt, sollte aber schnell getrocknet sein, wenn sie sich in ihrem Auslauf wälzen sollte. Ich kannte Arza ja nun schon eine Weile und wusste genau, wie sie in manchen Situationen handeln würde. Genauso wie nach dem Training oder generell wenn sie geschwitzt war, wälzte sie sich nach einer kurzen Probe, welcher Boden ihr dann doch genehm ist. Ich schaute ihr noch einen Moment lang zu, nachdem ich sie wieder in den Offenstall brachte um dann wieder in die Schmiede zu gehen. Der Schnee wollte kaum aufhören und auch mit 0°C war es nicht sonderlich warm und die perfekte Temperatur zum Schneefall. Mit Handschuhen ging es einigermaßen, aber ohne hatte man am Ende des Tages keine Finger geschweige denn Hände mehr. Das Tor der Schmiede war zu, also wars innendrinne gerade wegen Attentivenly’s Beschlag verdammt warm. Ich öffnete langsam die Tür, lugte kurz durch und ging dann in die Sauna. Smetti war gerade dabei die Eisen zu erhitzen und bis dato hatte Attentivenly sich wohl gut gemacht und hatte sich noch nicht aufgeführt, aber ich wusste es doch irgendwie intuitiv, dass sich das gleich ändern würde. Und ich sollte Recht behalten. Kurz nachdem Smetti die Stute vorne beschlagen hatte, fing sie an zu tänzeln. Er hatte gerade erst das heiße Eisen hinten auf die Hufe gelegt und schon hatte sie begonnen auszukeilen und nicht mehr stehen zu bleiben. “Du Dreckspferd”, fluchte mein Partner und ich konnte ihn auch verstehen. Ich schnappte mir also Attentivenly’s Huf und hielt ihn fest in der Hand. Dieses Mal ging es schon etwas ruhiger. Es wurde einfach Zeit, dass sie den Hufschmied endlich regelmäßig kennenlernte. Er tat ihr ja nichts schlimmes, er half ihr sogar. Wir waren beide froh, als wir das endlich geschafft hatten und brachte Attentivenly lobend zum Paddock. Der Schnee machte es ihr etwas zu schaffen, glücklicherweise hatte die Gute jetzt Snowgrips unter den Eisen, sodass sich der Schnee nicht festsetzen konnte und keine Klumpen unter ihren Hufen angesammelt waren, was sie zum Rutschen bringen könnte. “Was machst du jetzt so?”, fragte mich Jensen neugierig und warf einen Blick auf seine Uhr. “Ich muss Alinghi jetzt dressurmäßig fördern und danach können wir ja mit Abby ausreiten gehen, wenn du magst. Ist ja einer deiner letzten Tage hier”, wurde ich zunehmend leiser. Schließlich würde er zu Fayenne, seiner Ex, nach Holland ziehen und einen Rettungshof leiten. Croatoan und Dash würden dabei mitziehen. Um Cro und Dash tat es mir wirklich im Herzen weh, nur von Smetti hätte ich es mir nie erträumt, dass er sich weiterhin mit seiner Ex treffen würde, alleine schon, weil sie genau wusste wie sie ihn wieder bekam. Aber darüber würde ich wohl schon wieder kommen. Die Schmiede leiteten ja nun wir beide. Er aus Holland aus und ich von Mazedonien aus. “Alles klar, ich trink mal nen Kaffee im Stübchen. Können uns ja gleich zu dritt im Stübchen treffen und die Pferde dann fertig machen.” Ich nickte stumm und machte mich dann zu Alinghi. Die Palominostute stand gerade mit Deila und Attentivenly auf dem Paddock, spielte mit den beiden bis sie mich sah. Sie hörte auf mein Schnalzen. Alle drei Stuten taten das, war aber auch eigentlich nichts neues. Irgendwie wurde es wieder Zeit ihre Mähne und ihren Schweif nach zuschneiden. Das konnte ich ja auch gleich in Angriff nehmen. Ihr neues Halfter hatten wir auf einem Adventsturnier durch eine Losung gewonnen und dies trug die große Stute seitdem. Es schien ihr auch zu gefallen, zumindest hatte sie einen Blick drauf, der zeigte, dass sie Stolz wie Oscar war. Heute würde ich nach der FEI eine S-Dressur mit ihr reiten, um sie auf die nächsten Turniere vorzubereiten, da wir durch die Körung etwas mit dem Training in Verzug waren. Atti und Deila ließen uns beide glücklicherweise das Paddock verlassen und so konnte ich sie in aller Ruhe in der Stallgasse anbinden und mir den Putzkoffer holen. Sie genoss es richtig wieder geputzt zu werden und ihre Decke mal wieder aus zu haben. Geschoren war sie trotzdem und so würde ich ihr später nach dem Training die Abschwitzdecke überziehen, damit sie sich nicht erkältete. Bei uns war ja nicht unbedingt gutes Wetter angesagt. “Dafür, dass du geschoren bist, verlierst du aber ganz schön viel Wolle”, jammerte ich, bedeckt voller beiger Haare, die ich mir wohl mühevoll wieder raus piddeln würde. Nachdem sie dann nun wieder glänzte, rückte ich mit Sattel, Schabracke, Gamaschen und Kandare an, danach ging es auch schon los.

      Die Halle war zum Glück leer, wer sollte auch anderes hier oben sein. Die Schulpferde hatten an ihrem Stall die Halle und die Einsteller und wir nutzten hier oben die. Ich riskierte einen Blick auf mein Samsung, welches unmittelbar ein paar Sekunden vorher vibriert hatte. “Ich reite Cherti noch gerade in den Grundgangarten und übe ein bisschen die Stand - Schritt und Schritt-Stand- Übergänge, dann mach ich mich für den Ausritt fertig”, stand in der Nachricht und ich zuckte mit den Schultern. Da war Cherti mir auch schon mal aus dem Kopf. Ich müsste wohl bald für Alinghi einen neuen Sattel anpassen lassen, da sie wieder aufgemuskelt hatte. In der Halle ritt ich sie dann erstmal 20 Minuten im Schritt und Trab warm, ehe ich mich der Kür widmete um bei den nächsten Trainingstagen unsere Fehler auszugleichen und uns zu verbessern. Wir ritten im versammelten Galopp zu X und hielten dort geschlossen. Den Gruß vergaß ich nicht, auch wenn es nur eine Übung war. Weiter ging es dann im versammelten Trab bis wir bei C die Hand wechselten und die linke Hand präsentiert wurde. Von H wechselten wir in den Starken Trab und ab F ritt ich sie wieder versammelt. Auf A ritt ich die erste Traversale nach rechts, 5m wie es gewünscht war und die letzte ebenfalls nach rechts, die mittlere Traversale ging wieder rüber zu A. Ab C ritten wir wieder auf der rechten Hand um ab B zu diagonal die Passage zu präsentieren. Als wir auf der Mittellinie waren, galt es die Piaffe mit 8-10 Tritten und maximal einen Meter vorwärts zu absolvieren und genau hier wurde es für Alinghi ein wenig schwerer. Durch ihre Tritte waren wir gut 2 m weiter als vom Ausgangspunkt gekommen. Ritten dann aber die Aufgaben noch zu Ende. Es kam ein weiteres Mal diese Aufgabe auf uns zu und auch hier hatten wir wieder unsere Schwierigkeiten. Nach der Passage ritt ich von P-F im starken Schritt, bei dem Alinghi auch gut unter trat und ab S über H bis C im Versammeltem Schritt ritt. Für sie war es eine kurze Pause, für mich jedoch nicht. Ab C ritt ich im versammelten Galopp rechts und ab M versammelte ich sie wieder. Nach der letzten Ecke versammelte ich sie bei K wieder und vollzog einen fliegenden Galoppwechsel, den die Palominostute gut annahm. Gefragt wurde nach einem versammelten Galopp von K-A-F-P und ab P traversierten wir erneut nach links, bis wir auf der Mittellinie waren, dort ging es dann weiter gerade aus. Die folgende Pirouette hielt uns in Schach, ein weiter Punkt den wir üben mussten. Bei C wechselten wir in den starken Galopp auf der linken Hand. Nun ritten wir auch wieder zu F, versammelten dort und vollzogen auch hier wieder einen fliegenden Wechsel. Bei V traversierten wir auch schon wieder zu X und machten dieses Mal bei I die Pirouette nach rechts. Ganze zwei Runden waren gefragt, Alinghi fand das ganze jetzt nicht so prickelnd und hätte mich wahrscheinlich am liebsten vom Boden aus gelyncht. Ich ritt noch die letzten paar Aufgaben, war aber doch froh, als mein Schweißgebadetes Tussileinchen wieder im Schritt bschnaubte und mir die ganzen Aufgaben nicht ganz so übel nahm. Als ich auf ihren Hals klopfte, hallte es durch die ganze Halle. Wir waren schließlich allein in der Halle, da wurden die kleinsten Geräusche laut.

      Ich kratzte ihr die alle vier Hufe aus und legte ihr die Abschwitzdecke auf. Sie dampfte wie ein Schlachtschiff, verhielt sich in ihrem Gang auch so. Aber daran konnte ich ja nichts machen. Sie war halt keine Elfe. Abby hatte Cherti fertig gemacht und fütterte nun auch schon die Pferde. “Danke dir, du bist eine große Hilfe, Abby”, sah ich sie an und lächelte dankbar. Ohne sie würde mir hier wohl der Arsch auf Grundeis laufen. “Ich lass die jetzt über den Ausritt in der Box, Pegaeae ist ja noch mit Maekja hier im Stall, da geht das ja.” Die Blonde nickte nur lächelnd, “Ich mach nach dem Füttern Tequila fertig. Ich hoffe ich brauche mit dem Biest nicht so lange.” Abby rollte mit den Augen, als sie das sagte. Tequila war aber auch ein Arschlochpferd im Umgang, beim Reiten jedoch eine ganz Liebe.
    • Sosox3
      4. Hufschmiedbericht - März 2017
      März 2017
      Alinghi, you walk on Broken Glass & Code of Mystic Girl
      Eisenbeschlag;

      Wir waren vor 2 Tagen auf dem Körungsgelände angekommen, da sah ich mir Alinghi’s Hufe noch einmal genauer an. Ihre Hufeisen waren mittlerweile wieder gut abgelaufen und ich konnte wahrlich von Glück reden, dass wir unsere mobile Hufschmiede dabei hatten. Abby hielt Alinghi fest, während ich ihr zunächst die Hufeisen abnahm und mir ihre Hufe etwas genauer ansah. Ich hatte gute Arbeit geleistet und nahm mir den ersten Huf um ihre Strahlfurchen auszuschneiden und eventuelle Hornfetzen zu entfernen, die sie aber nicht hatte. Vom Strahlkeil entfernte ich wie immer nur das notwendigste, wie immer, da durch falsches ausschneiden oft Probleme der Hufe und Fühligkeit ausgelöst werden konnten. Als nächstes kürzte ich die Eckstreben und darauf dann die Hufsohle. Ich fand auf allen vier Hufen keine Prellungen oder Steindrücke, die ich behandeln musste und seufzte aus. Abby grinste nur. “Wir haben Glück gehabt”, lächelte ich beim Arbeiten und glücklicherweise brauchten wir keine Valerie, die die Hufe von Alinghi aufhalten musste, da die KWPN-stute selber ihre Hufe hochhielt. Mit dem Hufmesser machte ich nun einen Kontrollschnitt, der mir zeigte, dass gar nicht so viel weg musste und begann mit dem Ausschneiden bei den Trachten, ehe ich die passende Hufeisengröße von Alinghi in den Gasofen steckte und diese erhitzte. Val hatte mir in der Zwischenzeit noch einen Eimer kaltes Wasser gebracht, weshalb ich mich bei ihr bedankte und sah dann auch schon nach der Rotfärbung der Eisen, die mir verraten ob diese heiß genug waren. Als es soweit war, schmiedete ich die Zehenrichtung der Hufe. Dann begann für mich auch schon die Maßarbeit und konnte nach dem Aufbrennen die Eisen direkt ins kalte Wasser halten. Die Eisen lagen weit genug auf, die Eckstrebe lag direkt in der Mitte der Eisentragfläche. Nun nagelte ich etwa ⅔ der Hufnägel ins Horn und achtete vorher genau darauf, dass diese auch richtig lagen und keine Verletzungen auftraten um diese dann umzuknicken. Während ich gerade meine Sachen packte, schaute sich hilflos eine Reiterin um und kam auf uns zu. “Ich hätte eine Frage, meine Stute müsste neu beschlagen werden für die Körung? Hätten sie Zeit eventuell sie gerade zu beschlagen? Sie haben ja gerade die Stute von der jungen Dame da beschlagen”, sagte sie mir und deutete auf Abby. “Könnte ich machen, allerdings ist die Stute hier auch meine und nicht meiner Azubine”, grinste ich.

      Es dauerte auch nicht lang, da kam sie mit einer gescheckten Rappstute auf uns zu. Ich nahm ihren alten Beschlag ab und schnitt ihr dann die Hufe aus. Abby hielt mir ihre Hufe dafür hoch und hatte sie fest in der Hand. Sie sollte Kunstoffhufeisen verstärkt mit Stahl bekommen und ich hoffte, dass ich passende dabei hatte, sonst musste ich welche bestellen oder in anderen Schmieden fragen, ob sie welche hätten. Code hatte die Größe 5 und ich hatte zum Glück noch welche da, die ich ihr dann auch aufnagelte. Stollen zum Reindrehen, gab ich ihr in einem Tütchen dazu. Morgen um diese Zeit würde die Körung beginnen und ich säße auf Alinghi’s Rücken und ritt gerade unsere Kür. “Ich stell ihnen eine Rechnung aus, wenn das okey ist. Die Frist zum Bezahlen beträgt drei Tage”, sagte ich und füllte gerade die Rechnung aus.
    • Sosox3
      Ein Wunschzettel an den Weihnachtsmann

      Rachel| Zu Alinghi ging ich alleine. Die riesige Palominostute brummelte mich sehnsüchtig an. "Da bin ich wieder", sagte ich in einem ruhigen Ton und öffnete die quietschende Boxentür. An den Gitterstäben hingen Unmengen an Spinnweben, die voller Staub ziemlich deutlich geworden waren. "Hier muss mal sauber gemacht werden", bemerkte ich und kraulte Alinghi erstmal ausgiebig. "Ich hab dich vermisst meine Liebe!", gab ich zu und vergrub mein Gesicht in ihrem Hals. Einen kurzen Moment lang verharrten wir so und ich genoss den Moment, dann zog ich ihr ein altes, ranziges Halfter an, welches vor ihrer Box hing. Sie war brav, wie immer eigentlich, und folgte mir zum Putzplatz, wo ich sie anband und ordentlich zu putzen begann. Sie war staubig, so als hätte sie nur in der Box gestanden und wurde nicht gearbeitet, was schade wäre. Ich schnappte mir ihren Maßsattel und die Trense und ging wieder zu ihr, nur um herauszufinden, dass ihr der Sattel nicht mehr passte. "So viel Geld dafür, dass du doch nicht im Training stehst", murmelte ich und fühlte mich vom Bereiter meiner Pferde hintergangen. Aber der Tag konnte ja noch was werden. Ich brachte den Sattel also wieder weg und setzte mich dann auf ihren Rücken. Ich ritt mit ihr die kleine Runde durch den Wald, die wir vorhin mit den drei Hengsten zu Fuß gegangen sind, im Schritt und hatte ein gutes Gefühl. Ich hatte die Stute wirklich vermisst und war froh, sie bald wieder mitnehmen zu können, genauso wie ich Deila wieder mitholen würde. Es fühlte sich einfach richtig an.

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  • Kategorie:
    Himmel - ungepflegte Pferde
    Hochgeladen von:
    Sosox3
    Datum:
    22 Feb. 2017
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    EXIF Data

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  • Abstammung
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    Von unbekannt
    Von unbekannt Aus der unbekannt

    Von unbekannt Aus der unbekannt | Von unbekannt Aus der unbekannt

    Aus der unbekannt
    Von unbekannt Aus der unbekannt

    Von unbekannt Aus der unbekannt | Von unbekannt Aus der unbekannt


    Exterieur
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    Stute
    xx.xx.2005
    Rasse: KWPN [25%EVB]
    Stockmaß: 180cm
    Fellfarbe: (Dark) Palomino
    Geno: ee aa ff CrCr


    Interieur + Beschreibung
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    Als Freizeitpferd kam sie auf Briar Cliff Stables bis wir uns für ihre Rasse interessierten und sie zu einem internationalen Dressurpferd förderten. Aber auch im Springsport macht sie ich gut und erhaschte schon ein paar Schleifen. Wir hoffen, dass wir sie nächstes Jahr auf einer Körung vorführen können, sodass sie auch eine Zuchtstute wird.

    Alinghi ist sehr dickköpfig und Stur. Wenn sie etwas (nicht) will dann versucht sie sich mit aller Kraft durch zu setzten. Sie ist ihrer Größe und Stärke bewusst und setzt sie gezielt ein. So mancher ist schon von ihr geflüchtet. Sie kann nur von Menschen umhandelt und geritten werden die sich sehr gut Durchsetzten können und sie in ihrer Schranken weisen. Sonst ist sie brav wie ein Lamm und dackelt den Leuten hinter her wie ein Hund. Wenn Alinghi etwas liegt, so wie Dressur, dann arbeitet sie willig und konzentriert unterm Sattel aber auch vom Boden aus kann man mit ihr viel Spaß haben. Sie liebt lange Ausritte und ist in Dressur sehr gut.

    Weide: Deila, Attentivenly, Aphonise, Arquera
    Unterbringung: Paddockbox

    Einstreu: Stroh
    Futtersorte: Heu, 1 Schippe Hafer, 1/2 Schippe Pellets
    Fütterungszeiten: morgens, mittags, abends


    Besitzer: Sosox3 (Rachel Wincox)
    Reitbeteiligung: -
    VKR/Ersteller: Ivi.Kiwi



    Qualifizierungen + Erfolge
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    ● Schleifenaufstieg Trainingsaufstieg Potential
    Oben = Joelle Qualifikation | Unten = Qualifikation durch TB's

    Dressur E A L M S
    Lektionen der Dressur: E A L LM LP M S


    Springen E A L M
    Show Jumping: E A* A** L M* M**

    Military E A L

    Geländestrecke: CIC/CCI* CIC/CCI** CIC/CCI***

    Fahren E A L M

    Dressurprüfung: CAI-A1 CAI-A2 CAI-A4
    Ausdauerprüfung: CAI-M-A1 CAI-M-A2 CAI-M-A4
    Hindernisfahren: CAI-C-A1 CAI-C-A2 CAI-CA4


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    Klasse E

    342. Springturnier, 2. Platz
    272. Militaryturnier, 1. Platz
    276. Militaryturnier, 1. Platz

    277. Militaryturnier, 1. Platz
    307. Fahrturnier, 3. Platz

    Klasse A
    108. Synchronspringen, 2. Platz
    383. Militaryturnier, 2. Platz
    Klasse L
    349. Springturnier, 1. Platz
    Klasse M

    388. Springturnier, 2. Platz

    Inoffiziell
    -

    Zuchtverband
    -



    Gewinnsumme: x


    Ausbildung + Zuchtdaten
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    Trainingsplan
    Fohlen ABC ✔ | Eingeritten ✔ | Eingefahren ✔


    Reitpferdeausbildung
    Einreiten ✔ | Hindernisgewöhnung ✔| Stangenarbeit ✔ | Gelassenheitstraining x

    Kutschpferdeausbildung
    Einreiten ✔ | Einfahren ✔ | Stangenarbeit x | Gelassenheitstraining x


    1 = Sehr gelassen, 6 = schlechtes / unsicheres Verhalten
    ● Angeboren
    Antrainiert Prüfung Abgeschlossen


    Fremde Umgebungen: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Platz/Halle: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Hufschmied: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Tierarzt: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Wasser: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Gelände: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Straßen: 6 5 4 3 2 1 ✪

    Stangenarbeit: 3 2 1
    Longenarbeit: 3 2 1 ✪

    Verladefromm: 3 2 1 ✪

    Schrecktraining: 3 2 1

    Bodenarbeit
    Treiben + Bremsen ✔ | Rückwärtsrichten ✔ | Durchparieren, Antraben/Galoppieren, Halten ✔
    Abstand halten ✔ | Wenden + Handwechsel ✔ | Abruf ✔

    Freiheitsdressur / Zirzensik
    Kompliment x | Knien x | Liegen x | Sitzen x | Stehen x
    Rückwärtsrichten x | Spanischer Schritt x | Spanischer Trab x
    Passage x | Piaffe x | Seitengänge x | Traversalen x | Fliegender Wechsel x | Pirouette x
    Steigen (undefiniert) x | Levade x | Pesade x | Ballotade x | Croupade x
    Kapriole x | Courbette x | Lancade x


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    [​IMG]
    SK 448


    Zur Zucht zugelassen: Ja
    Eingetragene Zucht: Briar Cliff Stables
    Züchter/Herkunft: Unbekannt

    Trächtig [] Nächste Rosse (alle 21 Tage): x

    Nachkommen

    1. -
    2. -
    3. -
    4. -
    5. -
    6. -


    Gesundheitszustand
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    Letzter Tierarztbesuch: Oktober 2016
    Chipnummer: x
    zuletzt kontrolliert [✔]

    Letzte Zahnpflege (jedes Jahr) Oktober 2017

    Wurmkur (jedes Jahr) Oktober 2017
    Tollwut Impfung (jedes Jahr) Oktober 2017
    Tetanus Impfung (alle 2 Jahre) Oktober 2018
    Influenza Impfung
    (alle 6 Monate) März 2017
    EHV-1 + EHV-4
    (alle 6 Monate) März 2017


    Gesamteindruck: sehr gut
    Aktue Krankheit/en:
    Chronische Krankheit/en:
    Erbkrankheit/en:


    Letzter Hufschmiedbesuch: August 2016
    Ausgeschnitten/Korrigiert: ✔
    Hufbeschaffenheit:
    Hufkrankheit/en:

    Beschlag vorne: Eisenbeschlag
    Beschlag hinten: Eisenbeschlag


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