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Samarti

Adona, DRP

*1988, im Besitz seit dem 30. Juni 2015

Adona, DRP
Samarti, 21 Juli 2015
Elii gefällt das.
    • Eddi
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      Tierarztbesuch
      11. November 2015
      Naiv wie ich war, hatte ich Elisa zugesagt, mir ein paar Tage frei zu nehmen und sie auf Townsend Acres zu besuchen. Als Tierarzt. Ein Tierarztbesuch also. Ich hatte mich außerdem bereit erklärt, gleich alle Vierbeiner durchzunehmen, die es brauchten – großer Fehler! Rückgängig konnte ich es aber nicht mehr machen und nachdem ich gestern relativ spät angekommen und dann direkt ins Bett gefallen war, warf mich Elisa heute schon kurz nach sieben aus den Federn. Wenigstens mit der guten Begründung, dass ich sonst das Beste vom Frühstück verpasste.
      Nachdem ich mich gestärkt hatte, wurde ich auch direkt hinaus in den Stall geschleppt. Elisa koordinierte kurz ihr Team (eigentlich wusste jeder, was er zu tun hatte, aber sie machte es trotzdem, aus Prinzip) und erstellte dann mit mir den Plan, für welches Pferd was anstand. Da ich relativ weit weg von zu Hause war, hatte ich mich dementsprechend auch mit allen nötigen Dingen versorgt, auch wenn ich bei Elisas Pferden sowieso nur Impfungen und Wurmkuren benötigen würde.
      „Ach! Am besten fangen wir mit Jojos an, sonst vergesse ich die noch!“ – „Jojos?!“ – „Ja, sie ist momentan leider nicht da, deshalb hat sie Newt und Q von Zoe heute Morgen bringen lassen. Brauchen beide einen Grundcheck und Quixo hat irgendwas im Rücken.“
      Im Rücken… Das klang beinahe so, als wäre der Hengst ein Rentner, der einen Hexenschuss bekommen hatte, während er in die Badewanne gestiegen war. Bei dem Vortraben auf dem Hof stellte sich auch schnell heraus, dass es in der Nähe der Lende war, eine besonders beliebte Stelle für Ausrenkungen. Elisa hielt den Hengst ordnungsgemäß fest, während ich vorsichtig die Wirbelsäule hinab fuhr. An der besagten Stelle zuckte Quixo stark zusammen und legte die Ohren an. Elisa wollte schon zur Seite springen, bis ich sie daran erinnerte, dass sie ihn festhalten musste.
      Mit kreisenden Bewegungen näherte ich mich der empfindlichen Stelle, denn die Muskeln rund um den Wirbel mussten erst einmal gelockert werden und sich entspannen, vorher würde ich gar nichts machen können. Quixo war davon gar nicht angetan, hielt aber einigermaßen still. Nach einer Weile kam ich an besagter Stelle an und tat mein Bestes, um den Urzustand seines Wirbels wieder herzustellen.
      Außerdem führte ich kurz darauf einige Dehnübungen für sein Hinterbein aus, welche der Verspannung entgegen wirken sollten und der Einrenkung helfen sollten. Diese schrieb ich Jojo beziehungsweise Zoe auch noch auf, damit sie diese täglich machen konnte. Ansonsten hieß es für Quixo erst einmal Boxenruhe, maximal Schrittspaziergänge und Paddock waren erlaubt, nicht dass er sich den Wirbel gleich wieder durch wilde Tobereien heraushauen würde.
      Dennoch rettete ihn das nicht vor seinen Impfungen. Stattdessen erhielt der Hengst nun noch vier Spritzen und war so kurz darauf gegen Influenza, Tetanus, Herpes und Tollwut geimpft. Abschließend gab es noch die Wurmkur und schon konnte er mich verlassen. Sichtlich unzufrieden folgte er Elisa zurück in seine Gastbox. Dort würde er jetzt noch so lange warten müssen, bis auch Newt fertig war.
      Newt war ein schicker Lewitzerhengst, der den Tierarzt bereits kannte und selten Probleme machte, dementsprechend würden wir auch schnell fertig sein. Doch zuerst musste Elisa mir auch den Hengst vorführen, erst im Schritt und dann im Trab. Danach warf ich einen Blick in Augen und Maul. Dabei kontrollierte ich erst den Pupillenreflex, ehe ich auch noch die Zahnstellung überprüfte.
      Als nächstes war das Abhören an der Reihe, ich kontrollierte die Werte von Herz und Lunge und hörte auch noch kurz die Darmgegend ab. Nun tastete ich nur noch die Wirbelsäule und die Beine entlang und kontrollierte die Körpertemperatur. Bei Newt war alles im grünen Bereich, dementsprechend bekam auch er seine vier Impfungen und die Wurmkur und schon war er offiziell bereit für seine Körung.
      Die wurde auch direkt bei Quixo nochmal Gespräch, denn Zoe kam pünktlich zum Abholen der Hengste, als ich mit Newt fertig war. „Keine Sorge, in einer Woche sollte das Ganze schon viel besser aussehen. In drei Tagen darf Quixo dann auch wieder auf die Weide und leicht bewegt werden. Die Kür schafft er mit links“, beruhigte ich Jojos Freundin, ehe sie TSA auch schon verließ.
      „So. Nun zu meinen“, meinte Elisa zufrieden und ich kreuzte kurz beide Finger und hoffte inständig darauf, dass wir schnell fertig sein würden. Elisa hatte einen festen Plan, mit wem wir begannen und wer danach an der Reihe war und natürlich hatte ich die besten Absichten, diesen Plan auch einzuhalten.
      Aus diesem Grund begannen wir mit Namida – potenzielle Zuchtanwärterin und für Elisa schon so gut wie gekrönt. „Die packt das locker“, meinte sie zufrieden, während sie mir die dunkle Stute im Schritt und Trab vorführte. Danach kontrollierte ich die allgemeinen Dinge, ehe ich Namida abhörte und abtastete. Auch wenn sie den Tierarzt nicht mochte, hielt sie still und konnte kurz darauf als kerngesund aus der Untersuchung gehen. Nur die Impfungen und die Wurmkur musste sie noch ertragen. Vier Spritzen waren nicht ohne für eine zickige Namida, aber wir schafften es.
      Als nächstes war Adona an der Reihe und ich war sehr gespannt darauf, dieses berühmt berüchtigte Pferd kennenzulernen. Elisa schwärmte zu gerne von der inzwischen schon 27-jährigen Stute, welche sich auch als wahrer Engel entpuppte. Für ihr Alter war sie auch noch mehr als fit, so dass ich sie guten Gewissens impfen und entwurmen konnte.
      Danach gab ich Elisa nur noch ein paar altersgerechte Tipps in Bezug auf Bewegung und Fütterung der Stute, ehe ich ihr versprach, dass die Stute sicherlich noch gut weitere zehn Jahre an ihrer Seite bleiben könnte. Das war tatsächlich gut möglich, wenn auch selten, aber Adona erfüllte alle nötigen Aspekte dafür.
      Nun kamen wir zu der wesentlich jüngeren Never look back. Die hübsche Stute kannte mich noch und ich musste grinsen, als ich sie wiedersah. Schweif und Mähne waren ordentlich geschnitten und Never sichtlich herausgeputzt, außerdem nahm Elisa sie allmählich ins Training und das machte sich bei der Stute deutlich bemerkbar. „Feuervogel könnte es auch so gut haben!“, raunte Elisa mir zwinkernd zu.
      Ich rollte genervt die Augen und schickte Elisa zum Vorführen, ehe ich auch Never genau unter die Lupe nahm. Alles war in bester Ordnung, zufrieden füllte ich fix das Formular aus, ehe ich die Impfungen aufzog und nacheinander verabreichte. Never hielt vorbildlich still und bekam dafür auch ausreichend Lob von ihrer Besitzerin.
      Die nächste Patientin kannte ich auch und ich war überrascht, Raunchy’s Limited wiederzusehen. Irgendwie erinnerte sie mich jedes Mal an ihren Vater, aber irgendwie auch nicht. Limo war eben doch ein anderes Pferd und nicht haargenau Raunchy. Während Elisa mich damit aufzog, schaute ich in Limos Augen und ins Maul, hörte und tastete sie ab und desinfizierte dann die zu impfende Stelle am Hals. Nacheinander setzte ich die Impfungen und klopfte dann leicht die besagte Stelle ab, ehe es für Limo auch noch die Wurmkur gab.
      Die hübsche Fuchsstute hatte es also schnell hinter sich gebracht und durfte gehen. Während Elisa die Stute wegbrachte, stand Matthew schon mit dem nächsten Kandidaten am Putzplatz. Elisa begann zu kombinieren, damit es schneller vorwärts ging. Interessant!
      Ihr Konzept funktionierte aber tatsächlich und als sie wiederkam, hatte Matthew mir Filly bereits vorgeführt und ich hörte die Stute ab. „Apropos Filly… Joyce würde fantastisch zu ihr…“ – „Nein.“ – „Aber…“ – „Nein. Elisa. Nein.“
      Damit war das Gespräch beendet. Ich beeilte mich mit den Impfungen und der Wurmkur, damit ich Elisa wieder wegschicken konnte. Die verließ den Putzplatz samt Filly mit einem leicht bockenden Ausdruck. „Wie kannst du es nur wagen, Elisa Cranfield Pferde vorzuenthalten!“, meinte Matthew tadelnd, während er mit Azrael im Schlepptau die Stallgasse entlanggeschlendert kam. „Tja, ich kann es mir leisten!“
      Azrael war ein Vorzeigehengst. Seine Gänge waren fantastisch und taktrein, seine Augen klar und aufmerksam und seine Zähne eindeutig weißer als die anderer Pferde. „Hey, ist das der neue Cardillac?“, meinte ich neckend, doch Matthew schüttelte nur den Kopf. „Den neuen Cardillac wirst du heute noch kennenlernen, aber der hört auf Ted“, warnte er mich nur vor. Oh je.
      Das „neue Cardillac“ bezog sich mehr auf das Verhalten von Elisa als auf das Verhalten des Pferdes. Denn Ted – eigentlich Intoxicated – lernte ich kennen, nachdem Azrael geimpft und entwurmt war. Ted war der Inbegriff eines perfekten Deutschen Reitponys, ich spürte Cardillacs neidische Aura bis hierher und der Hengst stand irgendwo draußen auf der Weide.
      Und da Ted so ein Inbegriff von Perfektion war, war auch Elisa hin und weg. Eine gefühlte halbe Stunde lang durfte ich mir anhören, wie viele Schleifen ihr Prachtkerl schon mit nach Hause gebracht hatte und das, obwohl er erst einen Monat auf TSA war! „Tja, Aussehen ist alles“, murmelte ich nur und kontrollierte Teds Pupillenreflex. Danach warf ich einen Blick in sein Maul, ehe ich ihn abhörte und abtastete.
      Auch gesundheitlich war Ted der Inbegriff von Perfektion (ich wiederhole mich), denn seine Werte lagen allesamt im Idealbereich. Dementsprechend konnte ich ihn guten Gewissens impfen und entwurmen. Die vier Impfungen hielt er auch locker flockig aus und dann ging es für ihn auch zurück auf die Weide. Begleitet wurde er dabei von einer immer noch schmachtenden Elisa. „Das ist eindeutig ein neues Level an DRP-Sucht“, mutmaßte ich.
      Das hörte leider auch nicht wirklich auf, denn Kandidat Nummer zwei der „DRP-Sucht“ näherte sich bereits: Tenacious, kurz T. Auch er war so ein Schmacht-Kandidat, wobei er da eher mit seinem dunklem Gesicht und der Süßheit punktete. Nebenbei war er vollkommen unproblematisch im Umgang, so dass wir die Tierarztuntersuchung schnell hinter uns gebracht hatten. Es gab noch vier Impfungen und die Wurmkur zum Schlucken, ehe mich Prachtkerl Nummer zwei wieder verlassen durfte.
      Danach traf ich erneut auf ein bekanntes Gesicht, wie viele DRPs hatte ich eigentlich an Elisa abgetreten?! Dead Memories war ein prachtvoller junger Hengst geworden und konnte sich wirklich sehen lassen. Das kam natürlich alles nur von Elisas bestens auf DRPs abgestimmter Haltung! Den Tierarzt mochte der Hengst trotzdem noch nicht. Dementsprechend war es mit Memo wesentlich anstrengender als mit seinen Vorgängern.
      Schaffen taten wir es dennoch relativ schnell und schon war der Rotfalbe geimpft und entwurmt und bereit, ein nächstes halbes Jahr ohne Tierarzt auszukommen. Das galt eine Viertelstunde später auch für Sacramento, der kommende Körungsanwärter in Elisas Stall. Seine Anmeldung war sogar schon eingegangen, der Porzellanschecke wartete also nur noch darauf, sich in feinster Manier zu präsentieren.
      Dafür brauchte er jedoch erst einmal frische Impfungen und eine kürzlich gemachte Wurmkur und beides erhielt er von mir. Genauso wie das Gesundheitszertifikat für seine Körung, was ich Elisa direkt ausfüllte, da es bei Sacramento mehr als nur eilte. Ich wünschte dem Hengst alles Gute, ehe er mich verließ.
      Oh. Und dann traf mich der Schlag: Vor mir stand ein Araber. Ein ARABER. Gut, er war ein Zuchtfohlen des Gestüt Sanssouci, aber das änderte nichts an der Tatsache, dass er ein Araber war. Oder war das jetzt zu rassistisch? „Voll hetero, Eddi!“, wies Elisa mich zurecht und hielt mir einen Vortrag über Gleichberechtigung und Weltoffenheit von Townsend Acres. Klaro.
      Der Hengst hörte im Übrigen auf den Namen Shakoor und wurde witzigerweise sogar Western geritten. Woran ich das sah? Gar nicht, Matthew drückte es mir direkt aufs Auge. Shakoor war drei Jahre und ein schicker Rabicano, der nebenbei kerngesund war. Leider hatte Elisas geliebter Babyhai ein kleines Wehwehchen im Maul, denn er hatte sich ein Stück Zahn abgebrochen, also musste ich mit der Feile dran. Für das kleine Sensibelchen der absolute Hass.
      Überstanden hat er es aber trotzdem, auch wenn Elisa beinahe den Tränen nahe war, so sehr hatte sie mitgelitten. Geimpft und entwurmt war der Araber (ARABER) am Ende auch und durfte mich beleidigt wieder verlassen. Ich wollte schon das Zeug fürs nächste Pferd bereitlegen, bis Elisa mich kurz umarmte und feierlich erklärte, dass wir für heute fertig waren.
      „Und Morgen machen wir die Jungpferde!“
    • Samarti
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      Harte Nuss
      30. November 2015
      Skeptisch betrachtete Matthew den Welsh B-Hengst, den ich gerade eben aus dem Hänger führte. „Er sieht jung aus“, stellte der Dunkelhaarige dann kritisch fest und beäugte den Schecken genau.
      „Der sollte eigentlich mindestens fünf oder sechs sein, das passt auf jeden Fall vom Alter her. Ich weiß, dass er seit 2012 bei Elena steht und sie meinte, er hätte vorher jahrelang nur auf einer Weide gestanden. Aber keine Ahnung, wie alt er genau ist.“
      „Elena? Die hat solche kleinen Ponys bei sich?“
      „Nicht unsere Nachbarin“, grinste ich und boxte Matthew gegen die Schulter. „Ich rede von Elena Delgardo von den Briar Cliff Stables. Sagt dir das mehr?“
      „Hab davon bestimmt schon mal gehört … Zumindest der Name kommt mir bekannt vor.“ Matthew nickte und ich lächelte kurz. „Gut. Magst du mir mit ihm eben helfen?“ Ein erneutes Nicken von Matthew folgte, dann übernahm er den Führstrick des kleinen Ponys, während ich die Laderampe wieder hochklappte und den Hänger verschloss. Noch war der Hengst erstaunlich ruhig – Elena hatte mir da ganz anderes erzählt, was mich erwarten würde. Wahrscheinlich war er einfach nur müde von dem Flug und der langen Fahrt, wer wusste das schon.

      Für das Training mit dem, zugegebenermaßen doch sehr kleinen, Hengst hatte ich Joline bei Seite gezogen. Obwohl das Springreiten normalerweise nicht so wirklich ihr Gebiet war und sie dies eigentlich nicht trainierte, war sie dann doch hin und wieder dafür zu begeistern und könnte Pferde in dieser Disziplin auch trainieren, wenn sie denn wollte. Ich allerdings war mit meinen knapp 1,70 Metern etwas zu groß für Overo und so wollte ich mich nicht noch auf ihn setzen. Joline mit ihren knapp 1,60 Metern passte da schon eher drauf und das Ganze sah dann auch um einiges stimmiger aus.

      Auch, wenn Joline den „Zwerg“ ziemlich unter Kontrolle hatte, versuchte er doch immer mal wieder, seinen Willen durchzusetzen und einfach mal den Sturkopf einzuschalten. Dann wurde auch Joline dickköpfig und oft standen sie eine ganze Weile nur herum, bis es selbst Overo zu langweilig wurde und sie mit der Arbeit fortfuhren.
      Die Bodenarbeit, mit der wir einstiegen, tat ihr Übriges: Anfangs war Overo teilweise wirklich unberechenbar gewesen. Wenn er keinen Bock auf irgendetwas hatte, schnappte er – und wollte so erreichen, dass man machte was er wollte. Dann buckelte er manchmal, stampfte genervt mit dem Vorderhuf auf und legte die Ohren so an, dass sie fast horizontal waren.
      Nach und nach bauten sie dann aber eine (sehr lose) Vertrauensbasis auf und legten so das Fundament für das weitere Training. Hier ging es größtenteils ins Gelände. Trotz des Schnees. Während ich dann mit einem anderen meiner Hengste – meistens waren dies Intoxicated, Don Johnson oder Azrael; also die, auf die ich mich im Gelände wirklich zu 100% verlassen konnte und die sich nicht von einem spritzigen Hengst neben sich beeindrucken ließen – nebenher ritt, saß Joline auf dem Rücken des Rappschecken und wirkte neben mir noch viel kleiner.
      Auch diesmal unternahmen wir wieder einen kleinen Ausritt in die weiten Kanadas. Der Schnee bedeckte die Landschaft nur so und so bot sich uns bereits Ende November ein äußerst weihnachtliches Bild. Zugegeben, ich hasste Schnee, aber in diesem Moment war es sogar ganz schön, wenn man mit Overo und Kronjuwel durch die Landschaft ritt und einfach mal entspannen konnte. Kronjuwels Ruhe übertrug sich bereits nach kurzer Zeit auf Overo und so wurde es sogar ganz angenehm mit dem sonst so dickköpfigen, eigensinnigen Hengst.

      Nachdem wir mit dem Geländetraining etwas weiter vorangeschritten waren und so besonders Overos Ausdauer, Stärke und generell die gesamte Kondition verbessert hatten, widmeten wir uns den Anfängen des Springtrainings: der Cavalettiarbeit. Joline saß stets auf dem Rücken des kleinen Hengstes und arbeitete mit ihm, während ich vom Boden aus zusah und Kritik ausübte, wenn es nur ging. Denn auch Joline hatte noch nicht ganz ausgelernt. Das störte den Hengst allerdings nicht sonderlich, denn zumindest war Joline in der Lage, ihn auf das Springreiten vorzubereiten. In der Klasse A betrugen die Höhen eines Sprungs maximal 110 Zentimeter und auch die Weite der Sprünge durfte 125 Zentimeter nicht überschreiten. Dennoch stiegen wir zuerst mit Cavalettis ein, machten Overo so das Springen etwas schmackhaft und achteten besonders auf die richtige Technik, die der Hengst an den Tag legte. Auch, wenn er tatsächlich des Öfteren einen „schlechten Tag“ (oder sollte ich „schlechte Woche“ sagen?) hatte, so war er doch nicht ganz lernresistent und zeigte nicht immer seinen Widerstand.
      Wenn er es dann tat, trug auch Joline ihren Dickkopf immer wieder an die Oberfläche und machte das so lange, bis es Overo wirklich zu dumm wurde – dann beruhigten sich beide wieder und das Training konnte weitergehen.
      Auf die Cavalettiarbeit, die wir zunächst nur an der Longe und schließlich unter dem Sattel in Angriff genommen hatten, folgten die ersten kleinen Hindernisse. Nun lag es daran, Overos Bascule über dem Sprung aufrecht zu erhalten, also eine schöne, gebogene Rückenlinie, sodass das Pony seinen Rücken über dem Sprung nicht wegdrückte. Das wäre besonders auf Dauer nicht sonderlich gesund und sogar ziemlich schädlich, weshalb wir solche Probleme direkt bei der Wurzel packen und endgültig beseitigen wollten, indem wir ihm direkt die richtige und korrekte Ausführung beibrachten.
      Wir begannen mit niedrigen Hindernissen, stellten dann die Höhen und Weiten immer höher. Overo zog anfangs vor dem Sprung ziemlich stark an, sodass Joline Mühe hatte, ihn vor dem Sprung ordnungsgemäß zu versammeln, doch mit der Zeit lernten beide dazu: Joline, wie sie sein Tempo besser regulieren konnte und Overo, dass es viel leichter war, passend zu springen als verwundert über das Hindernis zu straucheln und möglicherweise unschön auf dem Boden aufzukommen.
      Einmal kam Matthew mit Avanti während des Trainings in die Reithalle – und verschwand genauso schnell wieder. Ein kurzer, böser Blick in Richtung Matthew reichte, um ihm zu verdeutlichen, dass der Zeitpunkt mehr als ungünstig wurde. Waren andere Pferde während des Trainings in der Nähe, war Overo nämlich meist wahnsinnig unkonzentriert und ihn dann bei sich zu behalten stellte sich als mehr als nur schwierig heraus. Zum Glück hatte er von dem „Eindringling“ nicht viel mitbekommen und sprang weiter durch den Parcours.
      Es dauerte zwar eine Weile, besonders, weil wir Overo mit den Höhen nicht überfordern wollten (110 Zentimeter waren immerhin nur noch knapp zwanzig Zentimeter weniger als seine Widerristhöhe betrug) und „sauer“ machen wollten, sodass ihm die Lust am Springen vergehen würde. Nichtsdestotrotz hatten wir es am Ende des Trainings geschafft, ihn im Springen A-fertig zu trainieren, also könnte er rein theoretisch einen A-Parcours ohne Probleme springen. Vorausgesetzt, er wollte das.

      „Er bleibt noch bis Dezember, oder?“, fragte Joline schließlich, als die letzte Trainingseinheit für beendet erklärt worden war und sie sich nach vorn lehnte, um Overo den Hals zu streicheln und ihn dann zwischen den Ohren zu kraulen. Der Hengst war viel zu erschöpft, um jetzt noch irgendwie Widerstand zu leisten, und wenn er ehrlich wäre, würde er wohl auch zugeben, dass er die kleine Schmuseeinheit ziemlich wertschätzte. Leider war Overo da ein hartnäckiger Genosse, der so etwas nicht gerne zeigte, und so schüttelte er nur prustend den Kopf.
      „Ja, nächsten Monat geht es weiter.“ Ich grinste. „Wieso, macht das Springreiten etwa doch mehr Spaß als erwartet?“
      „Irgendwie schon“, lächelte Joline und stieg dann ab. „Und jetzt auf einen Ausritt mit Adona und Goldherz? Was denkst du?“
      Jetzt lachte ich. „Bin dabei!“
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  • Album:
    3 - Pferde im Ruhestand
    Hochgeladen von:
    Samarti
    Datum:
    21 Juli 2015
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    EXIF Data

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    Note: EXIF data is stored on valid file types when a photo is uploaded. The photo may have been manipulated since upload (rotated, flipped, cropped etc).

  • Rufname: Adoni
    geboren: Mai 1988


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    Rasse: Deutsches Reitpony
    Geschlecht: Stute
    Farbe: Brauner (Ee Aa)
    Stockmaß: 148 cm

    Beschreibung:

    folgt

    Besitzer: Samarti
    Ersteller: Elii

    Dressur E - Springen A


    Offizieller Hintergrund