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Samarti

Ace of Clubs, DRP * -

*2007, im Besitz seit dem 06.02.2014

Ace of Clubs, DRP * -
Samarti, 31 März 2017
Jeanne, Möhrchen und adoptedfox gefällt das.
    • Samarti
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      Hoher Besuch
      07. Juni 2016
      9105 Zeichen
      „Welch hoher Besuch.“
      Joline kommentierte meine Anwesenheit nur mit einem schiefen Grinsen, während Sophia sich eher darüber lustig machte, dass ich mich auch mal wieder blicken ließ. Ich war jetzt einige Monate lang tatsächlich sehr wenig zu Hause gewesen; immer nur auf Durchreise und irgendwie war das alles sehr stressig gewesen. Umso glücklicher war ich darüber, dass ich nun endlich wieder heimischen Boden betreten und mich meinem Alltag widmen konnte.
      Auch vor der Körung, die ich erst vor Kurzem mit Intoxicated bestritten hatte, war ich nicht nach Hause gereist. Es war also wirklich eine gefühlte Ewigkeit her, seit ich das Gestütshaus von innen gesehen hatte. Und während dieser Zeit hatte ich schon wieder Entscheidungen gefällt, welche ich mit Sicherheit früher oder später bereuen würde. So hatte ich Filly aus dem Sport verabschiedet, stattdessen diente sie nun vollständig als Freizeitpferd. Bei Hall of Fame CU, meiner Palominostute, hatte ich lange hin und her überlegt und sogar Rücksprache mit ihrer Züchterin gehalten, letztendlich waren wir aber zu dem Entschluss gelangt, dass sie noch eine Weile aktiv bleiben dürfte. Zu Ace of Clubs und Très Jolie musste ich da gar nichts erst sagen und obwohl Ocean Water doch schon eine ziemlich alte Dame war, würde auch sie noch nicht in den vollkommenen Ruhestand entlassen werden. Liluye würde, genau wie bereits zuvor, mit Fame weiterhin für den Ferienbetrieb laufen und Kinderpony spielen.
      Es wurden also tatsächlich immer weniger Ponys, die aktiv im Sport und in der Zucht bleiben würden, denn von der Zucht wollte ich mich etwas zurückziehen. So hatte ich auch diejenigen, die praktisch „alles“ erreicht hatten, in eine etwas längere Pause geschickt.

      Und obwohl deshalb doch etwas Ruhe einkehrte, hielt diese nicht lange an, denn ich nahm bald schon wieder Aufträge in Gwens und meinem Ausbildungsbetrieb an. Eins kam also zum Anderen und nur wenig später hatte ich ein weiteres Reitpony auf meinem Gestüt stehen: Blazing Flame. Die Scheckstute gehörte mir jedoch nicht (was ziemlich ungewöhnlich für ein DRP, das auf meinem Boden stand, war), sondern Verena O'Connor, und würde auch bald wieder abreisen, denn sie war tatsächlich ein Trainingspferd. Für sie galt es, in der nächsten Zeit im Geländeritt auf ein L-Niveau trainiert zu werden und um ehrlich zu sein, freute ich mich darauf auch schon wieder ziemlich.

      Die erste Zeit füllten wir, wie bei jedem anderen Trainingspferd, erst einmal mit einer Gewöhnungsphase an die neue, ungewohnte und völlig fremde Umgebung. Unser Nationalpark war geprägt von einer abwechslungsreichen Flora und Fauna und auch die Tierwelt kam hier nicht zu kurz. Damit wir während des Trainings nicht unangenehm überrascht wurden, nutzten wir diese erste Zeit, um uns auch miteinander anzufreunden.
      Ich lernte schnell, dass Blazing Flame ihrem Namen alle Ehre machte – das hatte Verena mir aber zuvor auch schon erklärt. Die Ponystute wies ein scheinheiliges Äußeres auf, als würde sie keiner Fliege was zu leide tun. Falls sie allerdings mal mit dem falschen Huf aufstand, konnte sich dies um hundertachtzig Grad wenden und das Reitpony wurde teilweise wirklich unberechenbar. Zwar hatte ich damit anfangs rechnen können, aber einmal haute es sogar mich aus dem Sattel, als Blazing Flame absolut keinen Bock auf das Training in der Reithalle hatte und sich kurzerhand dazu entschied, dass sie mich also schnell loswerden wollte. Danach war ich aber immer wieder auf der Hut und aus dem Sattel flog ich danach zum Glück kein einziges Mal mehr.
      Mit den Ausritten durch den Nationalpark stärkten wir Blazing Flames gesamten körperlichen Zustand. Das unebene Gelände förderte ihre Beinkoordination, viele längere Ritten konzentrierten sich auf den Ausbau ihrer Ausdauer. Generell wuchs ihre Kondition mit jedem Mal, und das betraf dann alles: nicht nur die Stärke, Schnelligkeit oder die Ausdauer, sondern das Gesamtpaket. Natürlich brachten wir ab und zu Dressurtraining oder auch Cavalettiarbeit mit ein, aber tatsächlich bestand die erste Zeit zum Großteil aus Ritten durch die kanadische Landschaft. Nach einiger Zeit hatten Blazing Flame und ich uns dann auch aneinander gewöhnt und fast schon angefreundet, doch so weit wollte ich mich noch nicht aus dem Fenster lehnen.

      „Ich hasse weißes Fell“, grummelte ich eines Morgens, als ich Verenas Pony von der Weide holte und beleidigt feststellte, dass sie sich wohl in einer riesigen Schlammpfütze gewälzt hatte. Aber da musste ich jetzt leider durch, ob wir jetzt um sieben Uhr mit dem Training einsteigen würden oder erst um elf.
      Im Springen war Blazing Flame bereits auf L-Niveau, zumindest hatte Verena sie laut eigenen Angaben auf diese Stufe trainiert und in diesem Punkt vertraute ich ihr auch. Nur zur absoluten Sicherheit legten wir ein paar Stunden in der Reithalle ein, in welcher wir uns langsam auf die Maße der Naturhindernisse vorbereiteten. Zum Glück hatte der Schecke da ihre guten Tage, sodass sie mal eben so mir nichts, dir nichts über die Hindernisse sprang und es wahnsinnig leicht aussehen ließ. Ich musste wirklich zugeben, dass in ihr Potential steckte, und zwar mehr, als ich anfangs erwartet hatte.

      Aufgrund der Tatsache, dass Blaze, wie sie daheim genannt wurde, bereits auf A-Niveau im Geländeritt war, waren ihr auch die meisten Sprünge nicht unbekannt. Stattdessen hatten wir nur die neuen Höhen und Weiten mit ihr üben müssen, die auch tatsächlich einen ziemlich großen Sprung machten. Das geforderte Durchschnittstempo pro Minute hatte sich um etwa 50 Meter pro Minute erhöht, dies hatten wir jedoch bereits zu genüge durch das Intervall- und Ausdauertraining im Gelände gefördert und gefordert. Man konnte schon jetzt deutliche Unterschiede an ihrer generellen Kondition ausmachen und es war immer schön, wenn man die Fortschritte so genau beobachten konnte.
      Für die Reitponystute hatte ich mich für einen Stilgeländeritt entschieden, um sie erst einmal auf das L-Niveau vorzubereiten. Das war nicht ganz so hart wie der Rest, aber an diesen könnte man sie später noch heranführen, wenn erst einmal die Grundlagen saßen. Das Fundament war also auch bei ihr für mich der absolut wichtigste Punkt, an den es sich zu halten galt.
      Hierbei hatten die Hindernisse eine maximale Höhe von 1,10 Metern, was wir in der Reithalle mit den normalen Sprünge schon üben konnten. So hatten wir sie also auch an die Weite von maximal 2,20 Metern heranführen können. Obwohl wir dabei ein wenig hatten improvisieren müssen, hatte es doch relativ gut geklappt. Gräben durften sogar bis zu 260 Zentimeter weit sein, was dann natürlich noch einmal einen großen Unterschied darstellte, aber ich war mir sicher, dass Blazing Flame das schaffen würde. So viel Energie, wie sie ab und an mal bündeln musste, wenn sie einen schlechten Tag hatte, könnte man mit hundertprozentiger Sicherheit in positivere Energie umwandeln und sie somit dazu bringen, sich nicht auf mich, sondern auf die erhöhten Anforderungen zu konzentrieren.
      Tiefsprünge hatten wir leider in der Reithalle nicht üben können, weshalb wir diese tatsächlich nur im Geländeparcours in Angriff nehmen konnten. Hatten sie bei einem A-Parcours eine maximale Tiefe von 120 Zentimetern, wurden nun bis zu vierzig Zentimeter draufgepackt. Für manche Pferde oder Ponys stellten gerade diese Sprünge eine ganz schöne Herausforderung dar. Natürlich sahen die etwas unheimlich aus und als Vierbeiner würde auch ich nicht gerne einfach nach unten springen, aber Blazing Flame war da schon sehr tapfer. Anfangs erschrocken über diese Art von Hindernissen, überwand sie solche Sprünge später, als wären es ganz normale Hindernisse. Sie zuckte kaum noch mit der Wimper und genau solche Trainingsfortschritte sorgten dafür, dass ich ziemlich stolz auf meine Patientin war.
      Der Stilgeländeritt der Klasse L hatte nun also zwanzig bis fünfundzwanzig Sprünge, die überwunden werden mussten und konnte eine Gesamtlänge von 2500 Metern aufweisen. Das konnte ganz schön in die Hose gehen, wenn das Pferd nicht schnell und ausdauernd genug war, aber genau das war auch der Grund, warum wir auch während des eigentlichen Trainings nie mit dem Fördern der Ausdauer und der Schnelligkeit aufhörten oder dies unterbrachen. Es war ein fundamentaler Bestandteil des gesamten Geländetrainings, denn das war um einiges vielseitiger, als so manch einer erwarten würde.

      Blazing Flame war ziemlich gelehrig, wenn sie denn gut genug gelaunt war, und zum Glück war dies in mehr als 50% der Trainingseinheiten der Fall. Zu Beginn hatte ich mir das relativ schwierig vorgestellt, doch letztendlich kamen wir doch sehr flott mit dem gesamten Training durch. Ich konnte als Verena schon bald wieder Bescheid geben, dass sich ihre Reitponystute auf den Heimweg machen würde. Da Verena ebenfalls in Kanada wohnte, würde es für Blaze nicht allzu lange dauern, bis sie wieder heimischen Boden betreten würde. Und so sehr ich mich auch freute, dass die Scheckstute sich sehr gut geschlagen hatte – ein bisschen weh tat es mir schon, sie gehen zu lassen. Denn auch Trainingspferde schloss ich immer sehr schnell ich mein Herz.
    • Samarti
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      Die Pokémon im eigenen Stall
      07/2016 | 5576 Zeichen
      „LAPRAS!“
      „Wo?!“
      „Könnt ihr vielleicht weniger hier rumschreien? Ich versuche gerade zu lesen. Danke.“ Joline seufzte auf und verdrehte die Augen.
      „Nein, lies woanders“, ertönte es im Einklang von Matthew und mir, was Joline nur dazu brachte, genervt aufzustehen und sich in ein anderes Zimmer zu begeben.
      Eigentlich hätte ich nicht erwartet, dass wir hier in der Nähe wirklich einen PokéStop haben würden. Tatsächlich war aber mein Gestüt einer – warum auch immer. Musste wohl jemand damals eingereicht haben, als man bei Ingress die Portale selbst noch einschicken konnte.
      Jedenfalls hatten sowohl Matthew als auch ich dann ziemlich viel Spaß daran, den PokéStop vom Sofa aus zu aktivieren und einfach immer Lockmodule anzuschmeißen, wenn es gerade die Gelegenheit dazu gab. Meist waren es dann nur Taubsis, Raupys, Hornlius – obwohl die ja zum Leveln alle echt pures Gold waren – oder eben ein nerviges Rattfratz. Bei denen konnte man ja wohl wirklich schon von einer Plage sprechen …
      Nur jetzt war gerade ein wildes Lapras aufgetaucht.
      „Wie viel hat deins?“, grinste ich Matthew an, zufrieden mit der Anzahl der CP, die mir bei meinem angezeigt wurden.
      „Das ist doch nicht wahr? Ich bin Level 17, warum kriege ich ein 43er Lapras?!“
      „Haha, meins hat 1200!“ Ich war versucht, die Zunge rauszustrecken, aber das wäre wohl doch ein wenig zu viel. Zumindest sollte es Matthew ein wenig stören, dass ich drei Level unter ihm war. Tja, wäre er auch mal Level 14 geblieben.

      Nach knapp sieben Minuten ging das Lockmodul dann auch wieder aus und Matthew und ich entschlossen uns dafür, dass es heute wohl genug gewesen wäre. Ich hatte immerhin mein Blitza entwickeln können und ein Lapras gefangen, bei Matthew war es ein recht gutes Aquana geworden und im Großen und Ganzen waren wir doch ziemlich zufrieden. Also beschloss ich, nur noch einmal eine Runde durch die Ställe zu drehen und mich dann schlafen zu legen; immerhin war es schon wieder kurz nach Mitternacht. Matthew hatte mir sogar empfohlen, das zu tun. Ich solle doch mal lieber nach meinen eigenen „Pokémon“ sehen ... Am liebsten hätte ich ihm für den Spruch eine reingehauen, aber ich konnte mich gerade noch beherrschen.
      Beginnen tat ich im Stall der Stuten. Momentan befanden sich hier nur fünf von ihnen, zumindest nachdem ich vor einer Weile den Bestand mal wieder etwas reduziert hatte. Inzwischen waren hier nur noch Hall of Fame CU, Ace of Clubs, Très Jolie, Liluye und die gute alte Ocean Water anzutreffen. Vielleicht würde Beverly auch bald hierher umziehen. Je nachdem, wie sie sich machte, würde sich das wohl in der nächsten Zeit herausstellen.
      Ich checkte nur, ob die Boxen alle vernünftig geschlossen waren und verteilte kurz Streicheleinheiten, bevor ich noch das Licht ausmachte und dann die große Stalltür verschloss.
      Daraufhin ging es weiter zum Hengststall. Sechs waren es hier an der Zahl, und bis auf Allelujah, der noch nicht sonderlich lange wieder bei mir war, und Tenacious waren inzwischen alle erfolgreich gekört. Intoxicated, Levi, Cardillac und Avanti hatten den Stress bereits hinter sich und die Körungen erfolgreich für sich gewonnen. Mal sehen, wie es mit ihnen weitergehen würde. Avanti war ja bereits Papa geworden, und sein Nachkomme hatte sich auch echt entwickelt. Kam ganz nach dem Papa.
      Auch hier ging ich nur einmal kurz von Box zu Box und machte mich dann auf den Weg zum Stall der Kleineren, wo auch Beverly momentan ja noch stand. Liberté's Nessaja fand sich hier auch noch wieder, mal sehen, wann sie den Umzug in den anderen Stall eintreten würde – allzu lange dauerte es bestimmt nicht mehr, sie hatte sich echt gut gemacht. Bei Pina war das ein wenig komplizierter, sie war noch immer sehr kritisch, was die Menschen um sie herum betraf und auf größere Menschenmassen reagierte sie leider nicht sonderlich positiv, was aber auch total nachvollziehbar war. Mit ihr hatten wir noch eine Menge Arbeit vor uns.
      Chesmu hatte sich auch wirklich entwickelt und er wuchs immer mehr zu einem schicken Hengst heran. Der Gute war ja inzwischen auch schon dreieinhalb Jahre alt und meine Erwartungen in ihn waren tatsächlich sehr hoch. Allerdings versprachen sowohl seine Abstammung als auch der junge Hengst selbst, dass er wohl noch einmal einen beeindruckenden „Lebenslauf“ vermerken könnte.
      Aponi und Pamuya waren noch immer beinahe unzertrennlich. Flightless Bird hatten sie jedoch sehr schnell aufgenommen und so bildeten die drei jetzt ihre eigene kleine „Clique“. Leslie war dabei eher diejenige, die immer schüchtern im Hintergrund blieb, während die anderen neue Kontakte knüpften. So war es auch, als Accomplishment, die Neue, dazustieß und sie sich alle erst einmal aneinander gewöhnen mussten. Das Baby unter den vier Stutfohlen sah zwischen den älteren immer sehr zierlich und zerbrechlich aus, machte aber schnell klar, dass das keineswegs auf ihren Charakter zutraf. Stattdessen wollte sie ihren Willen sehr stark durchsetzen und ließ dies auch den Rest wissen. Obwohl Aponi und Pamuya das nicht so recht in den Kram passte (Leslie hatte da wenig beizusteuern, die akzeptierte das einfach), fügte Accomplishment sich doch recht schnell in die wachsende „Gang“ ein und so waren sie dann schon zu viert. Bald würde auch noch Empire of Irony dazustoßen, noch verweilte die allerdings auf dem Pineforest Stud. Mal sehen, wie das mit denen dann werden würde. Für heute hatte ich jedenfalls genug und schloss auch den Stalltrakt der Jüngeren sorgfältig ab, bevor ich wieder ins Haus ging und noch einen Rauch anschmiss. Man wollte ja nicht unnötig Lockmodule verballern.
    • Samarti
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      Guter erster Eindruck
      23. Oktober 2016
      10009 Zeichen
      .. Vielleicht lag es aber auch daran, dass meine lieben Freundinnen mein Haus für mich eingerichtet hatten und deshalb bereits vor mir wussten, wie ich in Kanada wohnen würde.
      Trotzdem hatte ich mich breit schlagen lassen, es den Mädels nochmal vorzuführen, bestimmt würden sie mir nur sagen, welchen Möbeln man bereits die Nutzung ansah, und so wischte ich gerade den großen, dunklen Esszimmertisch, als an der Haustür klingelte. Ich warf den feuchten Lappen mit einer gekonnten Bewegung zurück in das Waschbecken in der Küche, wischte mir die Hände an der Hose ab und eilte zur Tür. Kaum war diese offen, zog mich der Rotschopf, der davor stand, bereits in seine Arme. „Hi, Alex“, nuschelte ich in ihre Lockenpracht hinein und legte meine Arme um den Oberkörper der Halbirin. Als wir die Begrüßung beendeten, entdeckte ich hinter Alex ein zweites, mir unbekanntes Gesicht. „Zai may I introduce Theodor to you?“, sagte Alex und drehte sich um, „Theo reicht vollkommen“, übernahm nun der braunhaarige junge Mann das Wort. Sein Deutsch hatte einen leichten Akzent und es klang, als hätte er die Sprache schon länger nicht mehr verwendet. Kurz war ich verwundert, dann erinnerte ich mich, dass Alex mir bereits in einem Telefonat erzählt hatte, dass Theodor eine deutsche Mutter hatte.
      Ich bat die beiden ins Haus und konnte sie gerade noch rechtzeitig vorwarnen, ehe ich auf dem Hof bereits die Stimmen meiner Freundinnen vernahm. Ein kurzer Blick aus dem Fenster verriet mir, dass gerade Gwen und Elena eingetroffen waren. Dazu gesellte sich Hugo, der von seinem Bungalow auf mein Haus zu hielt. Ich dirigierte Gwen mit ihrem Altair und Elena mit Dark Intention in den Weststall und überließ sie dann sich selbst. Sie hatten ihre Pferde schon so oft hier untergestellt, sodass ich nicht mehr erklären musste, was wo zu finden war.
      Zurück im Haus hatten Alex, Theo und Hugo sich schon bekannt gemacht und waren bereits dabei, den Tisch für das Raclette vorzubereiten. Als Gwen und Elena dazu gestoßen waren, wiederholte sich die Vorstellungsrunde und auch Elisa und Jojo, nachdem sie Ace of Clubs und Vaffanculo versorgt und in die Ställe gebracht hatten, kamen nicht darum und durften sich meinen Mitarbeitern vorstellen. So starteten wir unser erstes gemeinsames Essen und kamen von diesen zu jenen Themen. Hugo und Theo schienen ganz froh, sich gefunden zu haben, denn Alex hatte sich schnell in die Gruppe eingefunden und so wäre es alleine sich schwer gewesen, gegen sechs plappernde und lachende Mädchen anzukommen. Der Abend wurde zur Nacht und irgendwann kam jemand (Elena) auf die glorreiche Idee, die Tequilaflasche aus ihrer Tasche „unauffällig“ auf den Tisch zu schmuggeln. Zu acht dauerte es nicht lange und die Flasche wurde leerer, doch zu unserem Glück hatte auch Elisa noch eine dabei. Und zur Sicherheit stand auch in meinem Kühlschrank noch eine, ups.
      Ich hatte zwar Zitronen besorgt, doch mit diesem wahnsinnig hohen Verbrauch hatte ich nicht gerechnet und so mussten wir bei der dritten Flasche von der Alkohol-Salz-Zitronen-Kombi Abschied nehmen. Glücklicherweise störte uns das zu diesem Zeitpunkt nicht mehr sonderlich. Selbst Hugo, der sich am Anfang geweigert hatte und Gwen, der wir das ganze erst ein wenig schmackhaft machen mussten, saßen mittlerweile lachend und mit geröteten Wangen am Tisch. Bei Theo und Hugo hätte ein Außenstehender bestimmt nicht geglaubt, dass sie sich erst seit wenigen Stunden kennen. Die beiden rissen einen dummen Witz nach dem anderen und während Hugo in nüchternem Zustand das totale Gegenteil des dauergrinsenden Theo gewesen war, zeigte er sich nun von einer ganz anderen, wesentlich ausgelasseneren Seite.
      Irgendwann hatte Jojo einen klaren Moment und kam auf die sinnvolle Idee, dass das Raclette nachts um 1 Uhr auch mal ausgeschaltet werden konnte (das erklärte auch die Hitze, die sich im Esszimmer gebildet hatte), was uns wohl davor bewahrt hatte, nachts betrunken noch einmal mit Strom und Hitze in Berührung zu kommen.

      „Zu den Pfääääärden?“, fragte Elisa. Sie schien kurz zu überlegen, war dann aber der Meinung, dass Gwen damit einen guten Einfall gehabt hatte. Dankbarerweise (zumindest rückblickend betrachtet), konnten Hugo und Theo uns davon abhalten und so verabschiedete Hugo sich kurz darauf in seinen Bungalow, Alex und Theo überreichte ich kichernd und neckend den Schlüssel zu dem zweiten meiner Bungalows. Elena lag bereits auf dem Bauch auf dem Sofa und sang „I have a pen, I have an apple – oh, applepen!“ vor sich hin. Gwen hatte es sich auf dem Teppich vor dem Sofa „gemütlich“ gemacht und lauschte lächelnd ihrem Gute-Nacht-Lied. Jojo war bereits am Tisch eingeschlafen und saß deshalb noch immer auf ihrem Stuhl, den Kopf auf den verschränkten Armen, die auf dem Tisch ruhten. Elisa stolperte mit mir die Treppe hoch, wir schafften es noch in mein Schlafzimmer, doch sich in der richtigen Richtung ins Bett zu legen, war dann doch zu viel Arbeit gewesen..

      „Good morning! Good geschlafen?“, säuselte eine mir bekannte Stimme am nächsten Tag viel zu früh die Treppen herauf. Auch Elisa neben mir drehte sich jammernd und quengelnd um. Dabei landete sie auf meinem Bein, was wiederum ziemlich unbequem war. So war ich wacher, als ich es mir gewünscht hätte, als Alex in das Zimmer trat. „Good geschlafen?“, anscheinend hatte sie es für wichtig gehalten, uns an diesem Morgen mit ihren überzeugenden Deutschkenntnissen zu wecken. Ich versuchte ein Lächeln, Alex‘ Reaktion nach, war es wahrscheinlich aber mehr ein entstelltes Zähne blecken geworden. Sie verließ den Raum und kurz darauf hörte man von unten ein dumpfes Bum, gefolgt von unterdrücktem Lachen. Ich schälte mich aus dem Bett, zog auch Elisa halb heraus und machte mich auf den Weg in das Erdgeschoss. Wow, wer hatte nochmal Treppen erfunden? Ich brauchte um ein Vielfaches länger als gewöhnlich und doch konnte ich unten noch einen Blick auf Jojo werfen, die sich gerade vom Boden aufrappelte und benommen die Leute um sie herum ansah. Verwirrt sah sie auf ihren Arm. Mir blieb der Atem weg. „Bitte nicht!“, meinte ich erschrocken und nahm die letzten Treppenstufen in einem Tempo, das für meinen Kopf wesentlich zu schnell gewesen war. Ich hielt mich am Tisch fest und wartete auf Jojos Antwort, die sich scheinbar erst daran erinnern musste, wie man Wörter bildete. „Äh..“, machte sie, blickte einmal in die Runde, „.. nö!“ Erleichtert ließ ich mich auf einen Stuhl sinken und auch die anderen schienen erleichtert. Nur Alex blickte fragend in die Runde, während sie bereits dabei war, die Teller und Gläser des gestrigen Abends in die Spülmaschine zu räumen. Wir erzählten ihr von Jojos Bruch und stießen anschließend mit stillem Wasser und Kopfschmerztabletten darauf an, dass sie sich den Arm, wenige Tage nach der Entfernung des Gips, nicht schon wieder gebrochen hatte. Das Klirren der Gläser trieb schließlich auch Elisa nach unten, die zudem Hunger zu haben schien, denn noch bevor sie ein Wort gesagt hatte, krallte sie sich eine kalte Kartoffel und bis hinein, als würde sie gerade das beste Gericht ihres Lebens kosten.
      Gemeinsam wurden wir Herr über das Chaos von gestern und gerade, als der Frühstückstisch fertig gedeckt war, kamen auch Theo und Hugo zur Tür rein. Elena setzte bereits dazu an, einen ihrer berühmten Vorträge zu halten, da die Herren ja nicht beim Aufräumen geholfen hatten, wurde aber schnell und unwirsch von Hugo unterbrochen. Verkatert stand er seinem nüchternen Ich also um nichts nach. Nachdem geklärt war, dass die beiden Kerle alle Pferde versorgt hatten, auch Elenas Tiny, konnte gefrühstückt werden.
      Alle machten sich über Rührei, Brot, Speck und Müsli her und man konnte quasi dabei zuschauen, wie das Leben wieder in uns zurückkehrte, denn auch die Kopfschmerztabletten schlugen mittlerweile an. Nur Gwen schien ziemlich verspannt zu sein, der Teppich war wohl nicht so gemütlich gewesen, obwohl er heute Nacht so einladend gewirkt hatte!
      Beim Frühstück hatte man sich darauf geeinigt, dass es eine gute Idee wäre, das Glück um einen kotzfreien Abend weiter heraus zu fordern und so machten wir uns danach auf in Richtung der Ställe. Meine Freundinnen machten ihre Pferde startklar, Alex durfte selbstverständlich ihre Zairina nehmen und Theo und Hugo teilte ich Lakim und Dakan zu, während ich selbst mich für mein Prachtstück Dreamie entschieden hatte.
      Es dauerte nicht lange, da standen wir alle startklar im Hof und saßen auf. Wir hatten uns dazu entschieden, die Mädels nach Hause zu begleiten, so lernten Hugo, Theo und Alex auch direkt die Umgebung des Hofes kennen. So verabschiedeten wir uns zunächst zu Gwen, als diese auf der Nahanni Rivers Ranch von ihrem Tair abstieg und anschließend verließen uns Jojo und Waffel auf dem Pine Grove Stud. Alex staunte sehr über Elisas Townsend Acres, welches wir als nächstes erreichten und kurz schien es, als hätte sie Zairina gerne Säftchen folgen lassen, da Elisa erwähnte, dass sie ein leidenschaftlicher DRP-Messi sei. Den Weg zum Gut Sanssouci, dem Hof von Elena, über, durften wir uns nun Elenas Erzählungen darüber anhören, wie sehr sie unter Elisas Sucht litt und ich hoffte sehr, dass die Geschichten interessanter waren, wenn man sie noch nicht gehört hatte.

      Zurück auf dem Hof halfen Theo und Alex noch, die Pferde auf die Weiden zu bringen, dann verabschiedeten sie sich und auch Hugo schien nach dem gestrigen Abend erstmal etwas Zeit für sich und Abstand zu anderen Menschen zu brauchen. Dies war mir ganz recht, denn mittlerweile machte sich der Schlafmangel der letzten Nacht bemerkbar. So verbrachte ich den Nachmittag über auf dem Sofa, wo mich aber bald eine Nachricht von Elisa aus meinem Mittagsschläfchen riss: „Das nächste Mal ist Hugo fällig!“ Ich hoffte kurz, dass Elisa sauer auf meinen Bereiter sei, doch eine kurze Nachfrage bestätigte mir, was ich befürchtet hatte. Elisa hatte also vor, sich eine weitere Trophäe zu angeln. Von meinem Hof. Keine Ahnung, wie es momentan um Matthew und sie stand, aber das würde sicherlich noch lustig werden!
    • Samarti
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      Die schönste Zeit des Jahres
      11/2016 | 5592 Zeichen
      Weihnachten näherte sich – wieder einmal. Man merkte jetzt schon jedem an, der auf dem Gestüt lebte oder beschäftigt war.
      Dieses Jahr hatte es sogar mich schon ziemlich erwischt. Meine Stimmung hob sich schon, wenn ich nur an Weihnachtsmärkte und Glühwein dachte. Glücklicherweise gab es zur heutigen Zeit auch in Kanada schöne Weihnachtsmärkte, auf denen man sich die Zeit totschlagen konnte – mit Glühwein natürlich.
      Aber bevor ich mich heute Abend mit Joline auf einen dieser Weihnachtsmärkte begeben würde, hatten wir noch einiges vor uns. Denn obwohl meine Vierbeiner momentan in ihre wohlverdiente Winterpause entlassen worden waren und heute sowieso Ruhetag hatten, also demnach nicht ganz so viel zu tun war, wollten sie doch zumindest alle ein wenig Beschäftigung haben.
      Beginnen taten wir mit den Stuten. Matthew und Sophia hatten uns ebenfalls begleitet, sodass es alles noch etwas schneller gehen würde. Ich entschied mich dafür, Très Jolie und Ace of Clubs einfach eben in der Halle ein wenig laufen zu lassen, damit sie sich ihre Beine vertreten konnten (die Paddocks waren zur Zeit leider eine Zumutung für jedes Pferd) und es dauerte nicht lange, bis die beiden Stuten fröhlich durch die Halle galoppierten. Sophia, Matthew und Joline machten mit Hall of Fame CU, Liluye und Ocean Water lieber einen gemütlichen, völlig entspannten Schrittausritt durch einen der Wälder, die sich hier nur so tummelten.
      Nach einer Weile verfrachtete ich meine beiden Stuten wieder in ihre Boxen und gab ihnen noch die Abendportion Futter, ehe es mich schon zu den Hengsten verschlug. So ganz wusste ich noch nicht, was ich mit ihnen heute anfangen sollte. Grundsätzlich waren ja alle recht sozial untereinander und es gab keine wirklichen Dominanzkämpfe, dennoch wollte ich die sechs Hengste nicht mal eben so mir nichts, dir nichts frei in der Halle laufen lassen. Intoxicated hatte ich dann kurzerhand an die Longe genommen, um ihn wenigstens ein bisschen zu arbeiten, genau wie es auch bei dem schicken Rappen Levi der Fall war. Allelujah ließ ich allein in der Halle laufen, bei ihm war es dann doch noch zu riskant, ihn mit den anderen so frei laufen zu lassen, nachdem sich seine ganze Energie angestaut hatte. Zuletzt blieben dann noch Avanti, Cardillac und Tenacious. Auch die drei durften noch ein paar Runden in der Halle drehen, bevor es für sie auch wieder zurück in die Boxen ging.
      Für die Jungpferde und Fohlen nahm ich mir dann etwas mehr Zeit. Die Anderen waren inzwischen auch von ihrem Ausritt zurück und so schnappte sich jeder eins der vier Reitponyfohlen: Matthew beanspruchte Aponi für sich, Joline halfterte Pamuya auf und Sophia kümmerte sich um Flightless Bird, während ich Accomplishment unter meine Fittiche nahm. Für die Kleine hatten wir noch immer keinen passenden Spitznamen gefunden, obwohl sie doch schon eine ganze Weile bei uns war. Die kreative Eingebung, auf die wir alle hofften, blieb aber leider momentan noch aus. Die vier Stutfohlen wurden allesamt ausgiebig verwöhnt und praktisch blitzeblank geputzt, ehe es für sie wieder in die Boxen ging. Auch PFS‘ Empire of Irony durfte sich noch einer Putzeinheit unterziehen und schien auch dies sichtlich zu genießen, denn der Anglo-Araber schloss zufrieden die Augen und begann spontan zu dösen. Generell war sie doch schon sehr zutraulich für ihr junges Alter, ließ sich aber dennoch Zeit dabei, bis sie jemandem wirklich vertraute.
      Beverly und Pina liefen inzwischen beide wirklich sehr gut unter dem Sattel – zumindest für ihren Ausbildungsstand. Pina ließ sich zwar nur von mir reiten, weshalb ich mir für sie immer besonders viel Zeit nehmen musste, doch bei ihrer Vergangenheit war das kein Wunder. Dementsprechend störte es mich auch nicht, dass sie so gesehen eine Extrabehandlung benötigte, denn ihre Fortschritte machten sowieso alles wieder wett und Trainingsfortschritte verfolgte man doch immer wieder gern, wenn man wirklich sehen konnte, was man bereits alles erreicht hatte. Liberté’s Nessaja nahm ich ebenfalls noch kurz an die Longe, damit sie sich wenigstens etwas bewegen konnte.
      Zu guter Letzt kam dann noch Chesmu dran. Der Gute hatte sich in der letzten Zeit wahnsinnig gemacht und inzwischen war er doch tatsächlich schon fast ganze vier Jahre alt – wie die Zeit verging! Chessi war von einem kleinen, süßen Fohlen zu einem wahnsinnig schicken Hengst herangewachsen, dessen war er sich aber auch mehr als nur bewusst. Mit dem goldenen Fell und dem seidigen Langhaar könnte man ihn inzwischen fast für ein Barbiepferd halten. Glücklicherweise benahm er sich nicht wie Cardillac, denn sonst wäre der Vergleich wirklich treffend.
      Auch Chesmu durfte sich eine Weile an der Longe austoben und ihn schien das wirklich zu freuen. Ein paar Freudensprünge und Buckler waren schon drin, als er angaloppieren sollte. Auch, wenn dies sich relativ schnell legte, schlich sich doch ein Grinsen in mein Gesicht, als ich ihn so beobachtete.

      „Joliiiine, wir können los!“, rief ich durchs Haus, nachdem ich mir meine Jacke noch übergestreift hatte und in meine Schuhe schlüpfte.
      Besagte Person kam die Treppe heruntergestolpert und grinste mich nur an. „Ja, ich bin so-“, sie hickste kurz, „-weit!“ Dann kicherte sie kurz, weil sie sich versprochen hatte.
      Ein Blick auf die Tasse in ihrer Hand, aus der noch etwas Dampf stieg, verriet sowieso schon alles. „Ist das Glühwein?“, wollte ich wissen und zog fragend eine Augenbraue hoch. Das Nicken ihrerseits hatte zur Folge, dass wir uns einfach zu zweit mit Glühwein auf dem Sofa niederließen, Lost laufen ließen und uns einen gemütlichen Abend machten.
    • Samarti
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      Stress aus allen Ecken
      31. Januar 2016
      3250 Zeichen
      „Ey! Lass das!“ Lachend schob ich Levis schwarze Nase von mir weg und schüttelte den Kopf. Als ich ihn weggedrückt hatte, drehte der Hengst mir sein Hinterteil zu und strafte mich mit purer Ignoranz; so, wie er es immer tat, wenn irgendwas nicht nach seinem Willen verlief. Ich dachte dabei stets an die erste Begegnung mit ihm zurück, weil er genau das gleiche getan hatte, als Elena und ich in Deutschland gewesen waren und uns seinen damaligen Heimatstall angesehen hatten. Von den Besitzern hörte ich nur noch sehr selten etwas, wenn wir ein paar Sätze austauschten und auch nach Levis Körung hatten sie mir herzlich gratuliert, aber auch durch die enorme Entfernung war es zu keinem weiteren Treffen mehr gekommen. Ich bedauerte es ein wenig, wenn ich daran dachte, dass auch einige meiner ehemaligen Schützlinge mehrere tausend Kilometer von mir entfernt standen, dementsprechend konnte ich es nachvollziehen, wie sich seine Vorbesitzer fühlen mussten. Besonders der Mann hatte Levi sehr in sein Herz geschlossen, aber spontane Tagesbesuche waren leider einfach nicht möglich.

      Aus der Nebenbox schnaubte Cardillac empört. Seufzend ließ ich Levi wieder allein und ging ein paar Schritte weiter, um dann vor der Boxentür des inzwischen vierzehnjährigen Perlinos zu stehen. Schnell offenbarte sich mir der Grund für Cardillacs Verhalten: Er hatte es wirklich geschafft, die Wassertränke so sehr auszunutzen, dass auf dem Boden jetzt eine kleine Pfütze war. Schlimm daran war natürlich, dass der königliche Hengst mit seinen zierlichen Hufen dort hineintreten und seine Beine nass machen könnte – für Cardillac eine absolute Horrorvorstellung. Das Reitpony hasste jede Art von Wasser und wich ihm so gut es ging aus, wenn es nicht gerade das Trinken betraf. Tja, wäre er der Tränke mal lieber auch ausgewichen, dann stünde er jetzt nicht vor solch einem schwerwiegenden Problem.

      Matthew und Julien brachten Allelujah und Avanti gerade wieder in ihre Boxen, als ich den Stall verlassen wollte. Die beiden Männer hatten sich mit den Hengsten beschäftigt, nachdem ich sie dazu angewiesen hatte – anderenfalls hätten die Hengste wahrscheinlich jetzt noch in ihrer Box gestanden und wären heute nicht bewegt worden. Beide Hengste waren wahrhaftig pure Nervenbündel, wenn man sie nicht ausreichend bewegte, weshalb es einfach Pflicht war, sich mit ihnen täglich zumindest etwas zu beschäftigen.

      Genauso war es auch mit Ace of Clubs und Très Jolie. Zwar waren die Stuten etwas angenehmer zu handhaben, besonders was ihre tägliche Bewegung anging, aber beide hatten gestern schon gestanden. Dementsprechend hatten sich Joline und Sophia zusammengetan und mit den beiden Stuten immerhin einen Ausritt unternommen. Die Farbwechsler- und die Palominostute waren zwar offiziell noch in der Winterpause, weshalb wir es mit dem Training wieder langsam angehen ließen, aber auch im Gelände bauten sowohl Joline als auch Sophia gern mal ein paar Dressurlektionen ein, was auch der Grund dafür war, dass ich die beiden mit den Stuten losgeschickt hatte. Als auch sie wiederkamen und alle vier zufrieden aussahen, wusste ich auch, dass es mal wieder mehr als gut geklappt hatte und jeder von ihnen für heute in den wohlverdienten Feierabend entlassen werden konnte.
    • Samarti
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      Aufregende neue Erfahrungen
      03/2017 | 3000 Zeichen
      Eine ganze Weile hatte ich mir überlegen müssen, ob es Aponi oder Pamuya war, die ich auf eine Fohlenschau mitnehmen wollte. Obwohl ich eher bei Aponi die Intention hatte, sie erst später auf einer Krönung vorzustellen (ihr Stammbaum väterlicherseits würde bestimmt dann nicht nur Gwen umhauen), war sie doch einfach schon ein wenig weiter entwickelt als die zurückhaltendere Pamuya. Zweitere war noch immer sehr schüchtern, weshalb ich ihr den Stress eigentlich nicht antun wollte. Vielleicht würde ich sie mitnehmen, aber Aponi vorstellen, sodass die Palominostute zwar ein wenig vom Geschehen mitbekam und sich einen ersten Eindruck verschaffen konnte, aber nicht direkt ins kalte Wasser geworfen wurde. Das konnte nämlich – nach einstimmiger, intensiver Absprache – keiner von uns gut leiden; zumindest, wenn es dabei um uns selbst beim Schwimmen ging.
      Also hatten Matthew, Sophia und ich uns direkt mit zwei kleinen Rackern im Gepäck auf den Weg zur 258. Fohlenschau gemacht. Jetzt stand ich mit Aponi hier rum und putzte die kleine Schimmelstute, die schon das erste Grau in ihrem Fell durchblitzen ließ, auf Hochglanz. Eigentlich war Aponi das Putzen viel zu langweilig. Sie wollte doch so viel lieber was erleben!
      Das tat sie dann auch. Von den vielen Menschen auf den Tribünen, die sie umgaben, zeigte sie sich zunächst wenig beeindruckt, stattdessen sah sie sich neugierig um, als würde sie geradezu provozieren, dass sich hier irgendetwas fand, mit dem sie nun spielen könnte. Leider musste ich meinen jungen Hüpfer in dieser Hinsicht enttäuschen: Zum Spielen waren wir diesmal nicht hier, aber scheinbar nahm sie mir das nicht einmal wirklich krumm.
      Als wir durch die Lautsprecher aufgerufen wurden, vernahm ich ein überraschtes Schnauben seitens Pamuya, die von Sophia bis jetzt über das Gelände geführt worden war. Matthew hatte sich bereits so platziert, dass er unsere Vorstellung kritisch mit seinen Adlersaugen auseinanderzupfen, analysieren und kritisieren könnte, dabei war doch Aponi selbst hier so unerfahren, dass man ihr mögliche Fehler eigentlich verzeihen müsste.
      Den Grund für Matthews strenge Beobachtung erfuhr ich dann aber später erst, und es war nicht wie vermutet Aponi, sondern ich. Hahaha, wie außerordentlich gütig von ihm.
      Die eigentliche Vorstellung verlief sehr eintönig, wenn man das Prozedere schon gewöhnt war. Ich stellte Aponi den Richtern kurz vor, verlor einige Worte über ihren Stammbaum und zeigte dann noch ihre Grundgangarten auf beiden Händen. Ace of Clubs hatten wir zum Glück nicht mehr mitnehmen müssen, dafür war das Fohlen dann doch bereits alt genug.
      Als ich sie aus dem Galopp zu mir rief, nachdem sie freilaufen durfte, zögerte sie nur kurz, ehe sie wieder zu mir kam und sich brav aufhalftern ließ. Ich ließ sie noch ein letztes Mal vor den Richtern stehen bleiben, zu meiner Freude tat sie dies zufällig sogar ziemlich geschlossen, dann aber verließen wir das Viereck schon wieder und konnten Aponi für ihre Arbeit glücklich belohnen.
    • Samarti
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      Die Flucht vor Verantwortung
      05/2017 | 1256 Zeichen
      Hauptstall: Accomplishment, Ace of Clubs, Beverly, Hall of Fame CU, Liluye, Liberté’s Nessaja, Ocean Water, Pina, Très Jolie
      Südstall: Allelujah, Avanti, Cardillac, Chesmu, Intoxicated, Levi, Tenacious
      Weststall: Aponi, Flightless Bird, Pamuya, PFS‘ Empire of Irony
      Nebenstall: Morengo, Hidden Flyer

      „Ich will noch nicht aufstehen“, grummelte Matthew genervt und zog sich die Bettdecke wieder über den Kopf, als ich sie ihm gerade entreißen wollte.
      „Wir haben verschlafen“, klärte ich ihn gütiger Weise auf und strafte ihn mit einem vorwurfsvollen Blick. „Du hast noch viel zu tun heute, denk dran.“
      Plötzlich schlug der Mann die Bettdecke entrüstet ans Fußende. „Ich? ICH?! Das ist DEIN Hof, schon vergessen?“
      „Nö, aber mit dem Titel als Gestütsleiter kommen gewisse Verantwortungen auf dich zu, Matthew. Dem hättest du dir vorher bewusst sein sollen.“
      „Ich bin das eh nur, damit du einen Grund hast, meinen Nachnamen als Gestütsnamen zu nehmen.“
      Ich seufzte. Ja, vielleicht hatte er da Recht. Aus einem anderen Grund hätte ich Matthew niemals mehr Verantwortung überlassen. Als ich das Zimmer wenige Minuten später verließ, um mich fertig zu machen, hörte ich vom Bett aus schon wieder ein tiefes, gleichmäßiges Atmen.
      Wenigstens schnarchte er nicht.
    • Samarti
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      Reitponysammelstelle

      11/2017 | 711 Zeichen
      Hauptstall: Accomplishment, Ace of Clubs, Beverly, Devina, Kiss me Quick, Liluye, Liberté’s Nessaja, Liscalina, Ocean Water, Pina, Très Jolie
      Südstall: Allelujah, Avanti, Cardillac, Chesmu, Intoxicated, Levi, Tenacious
      Weststall: Aponi, Flightless Bird, Pamuya
      Nebenstall: Hidden Flyer, Morengo, PFS‘ Empire of Irony, Shrinking Violet

      Ein eigenes Gestüt zu führen war anstrengend.
      Noch anstrengender war es, wenn der Pferdebestand gefühlt täglich wuchs und man (mal wieder) zum absoluten Reitponymessi wurde. Immerhin hatte ich inzwischen ganze vier Pferde anderer Rassen bei mir stehen, sodass es wenigstens nicht mehr nur Deutsche Reitponys waren.
      Aber die Zahl stieg weiterhin.
      Es (ich) war schrecklich.
    • Samarti
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      Dumm, dümmer, Matthew
      05/2018 | 840 Zeichen
      Hauptstall: Accomplishment, Ace of Clubs, Beverly, Casey, Devina, Kiss me Quick, Liluye, Liberté’s Nessaja, Liscalina, Ocean Water, Pamuya, Pina, Très Jolie, Yuki
      Südstall: Allelujah, Avanti, Cardillac, Chesmu, Intoxicated, Levi, Sacramento, Sergeant Reckless, Sonic Syndicate, Tenacious, Burnin' Unbridled Dreams
      Weststall: Aponi, Flightless Bird
      Nebenstall: Hidden Flyer, Morengo, PFS‘ Empire of Irony, Shrinking Violet

      Matthew war so nervig! Nie konnte man ihm irgendeine Aufgabe überlassen, für die er dann die Verantwortung übernahm. Heute war es die Weideeinteilung gewesen, die zwar seit Monaten feststand, Matthew aber mal wieder verpeilt hatte. Obwohl unsere Grüppchen bei den Hengsten immer dieselben waren, brachte meine rechte Hand es zustande, fast alles komplett durcheinander zu bringen. Ich konnte es kaum fassen, als ich morgens (um 12...) raus ging, um nach allen zu sehen, und Allelujah und Cardillac zusammen standen und sich rauften. Die beiden waren Paradebeispiele für Hengste, die sich einfach nicht ausstehen konnten, weil sie beide immer die Nummer 1 sein mussten.
      Nachdem ich mit Jolines Hilfe alles wieder richtig organisiert hatte, stampfte ich wütend ins Haus und direkt auf unser Büro zu.
      Der sollte sich auf was gefasst machen.
    • Samarti
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      Wow, wir haben keinen Bock auf diesen Knochenjob
      11/2018 | 1960 Zeichen
      Townsend Acres
      Hauptstall: Accomplishment, Ace of Clubs, Beverly, Casey, Devina, Kiss me Quick, Liluye, Liberté’s Nessaja, Liscalina, Ocean Water, Pamuya, Pina, Très Jolie, Yuki
      Südstall: Allelujah, Avanti, Cardillac, Chesmu, Intoxicated, Levi, Sacramento, Sergeant Reckless, Sonic Syndicate, Tenacious, Burnin' Unbridled Dreams
      Weststall: Aponi, Flightless Bird

      Nebenstall: Hidden Flyer, Morengo, PFS‘ Empire of Irony, Shrinking Violet


      Gut Sanssouci
      Hengste im Sport: Räuberfürst, Rockford, Paint it Black, Real Steel, Romerico, Liberté’s Cresant Moon
      Stuten im Sport: Noell, Räubertochter, Show me Heaven, Lichterloh, Dark Chocolate, Long Island Icetea
      Hengste in der Zucht: Dark Decission, Dark Intention, Cloud Nine, Burnin’ Diome, Flavor of the Weak, Flavor of the Month, Clouded Sky, Kalzifer, Csíny, Császári
      Stuten in der Zucht: Colored Belle, Dark Jewel, Minstrel, Alors on Chante, Ékes, Colour GH’s Baila Conmigo, Rockabella, Golden Lights, Jacarta, Dark Rubin, Tavasz, Poppysmic
      Nachwuchspferde: Crescent Jewel, Golden Cascade, Dajeen, Weltwunder, Couleur du Deuil, Éllovas

      Aufzuchtskoppel: Abendsonne, Flavored Coffee, Darkest Hour, Clouded Mind, Cover the Stars, MIllenium Falcon


      - POV: Matthew -
      Elena und Elisa saßen mal wieder mit Wein vorm Kamin. Getan hatten sie heute (wie immer) nichts. Nate, Collin und ich mussten die Pferde versorgen. Alle 46 plus 34 Pferde. Zitat Elena: „Sind das genau 100?“ – Es war also sehr viel Wein. Zu viel. Natürlich hatten wir unseren Job sehr gut gemacht, auch wenn die Turniersaison vorbei war. Aber wir wurden nicht fürs Rumstehen bezahlt. Das betonten die beiden sehr, sehr, SEHR oft. Während sie frauenverachtende Rap- … äh… -videos schauten, waren wir gerade fertig mit den letzten Pferden und freuten uns auf den Feierabend und ein kühles Bier ausnahmsweise, weil wir ja verantwortliche Erwachsene waren. Im Gegensatz zu den bescheuerten Deppen. Wie dem auch sei, alle waren versorgt. Gemistet, geritten und gepflegt.
      Ciao, euer Matthew!
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  • Album:
    2.1 - Hauptstall
    Hochgeladen von:
    Samarti
    Datum:
    31 März 2017
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    Rufname: Multivitaminsaft, Säftchen
    geboren: April 2007 | Alter: 10 Jahre


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    Rasse: Deutsches Reitpony
    Geschlecht: Stute
    Farbe: Braunschimmel Farbwechsler
    Stockmaß: 155 cm

    Beschreibung:

    Ace of Clubs ist eine dominante Stute, die vor nichts und niemandem Halt macht. Sie ist neugierig, willensstark und weiß sich durchzusetzen. Die Braunschimmelstute sticht nicht zuletzt wegen ihrer außergewöhnlichen Fellfarbe und ihrer überdurchschnittlichen Größe ins Auge; auch präsentiert sie sich gern und sorgt dafür, dass sie im Mittelpunkt steht. Zwar würde sie dafür vieles tun, doch eines käme ihr niemals in den Sinn: ihre Bezugsperson zu hintergehen oder gar zu vernachlässigen. Für diese Person würde das Pony durchs Feuer gehen und alle möglichen Hürden zu überwinden versuchen. Denn schenkt man es einem einmal sein Vertrauen, dann vollständig und für immer. Bei unserem Säftchen funktioniert dies ganz nach dem Motto „Ganz oder gar nicht“.
    Die Schimmelstute hasst es jedoch, wenn man ihr nicht das gleiche Vertrauen entgegenbringt, das auch sie einem schenkt. Bei dem kleinsten Fünkchen Skepsis oder gar Misstrauen wird sie zickig und macht deutlich, dass ihr das nicht passt, indem sie dickköpfig und genervt reagiert.
    Aufgrund ihrer sensiblen Ader ist sie keinesfalls für Reitanfänger geeignet, da diesen oftmals nicht nur ein wenig das Vertrauen in die sanften Pferde fehlt, was dann dazu führt, dass sie keine Lust mehr hat und dies auch zeigt, was den unerfahrenen Reiter noch mehr verunsichert.

    Eigentlich ist das Pony in der Ausbildung schon sehr weit voran geschritten. Sie zeigt sich sehr lernwillig und konzentriert bei der Arbeit, ist dennoch kein Anfängerpferd und will sich nicht unterordnen lassen, weshalb man hier eine Rangordnung zwischen Mensch und Pferd nicht zu erwarten hat. Vielmehr braucht sie einen Teampartner, erst dann blüht sie richtig auf.
    Lediglich dem Hufschmied gegenüber verhält sie sich noch nicht vorbildlich, zieht gerne öfters den Huf mal weg. Gewalttätig wird sie in dem Sinne allerdings nie - sie versucht nur, der Behandlung irgendwie zu entkommen.

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    eingeritten [] | eingefahren []
    Reitstil: Englisch


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    Dressur S | Springen M| Gelände M

    SK 428
    260. Dressurturnier
    180. Militaryturnier
    68. Synchronspringen
    200. Militaryturnier
    298. Dressurturnier
    71. Synchronspringen
    200. Distanzturnier
    293. Springturnier

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    zur Zucht zugelassen []
    steht als Leihmutter zur Verfügung []
    Erreichte Punktzahl: 21 Punkte

    Gencode: Ee Aa Gg Rnrn

    Carenté-Pferd []
    Decktaxe: n. v.


    Besitzer: Samarti
    Ersteller: Elii

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    gechippt []
    Letzte Kontrolle: 02/2015
    Letzte Impfung: 02/2015 | Letzte Wurmkur: 02/2015


    beschlagen []
    Letzte Kontrolle: 02/2015

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    Offizieller Hintergrund


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