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Samarti

Ace of Clubs, DRP * -

*2007, im Besitz seit dem 06.02.2014

Ace of Clubs, DRP * -
Samarti, 31 März 2017
Jeanne, Möhrchen und adoptedfox gefällt das.
    • Samarti
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      "Dein Pferd ist fett"
      01. April 2015 - von Gwen
      Stirnrunzelnd starrte ich den herabhängenden Sattelgurt an, dann nahm ich noch einmal all meine Kräfte zusammen, schnappte ihn mir und versuchte ihn zumindest ansatzweise in das erste Loch zu bekommen. Völlig aus der Puste gab ich dieses Unterfangen dann auf, umrundete einfach das Pferd und machte den Gurt auf der anderen Seite zwei Löcher länger, erst dann konnte ich ihn auch auf der anderen Seite gurten. Verwirrt starrte ich Nayala an. Ich wusste ja, dass das Winterfell bei den Ponys immer ein wenig mehr war als bei den Warmblütern, aber so viel, dass ihr ihr normaler Sattelgurt nicht mehr passte? Das war eigentlich vollkommen unsinnig und eine großartige Trainingspause hatten wir auch nicht gemacht, Nayala war eigentlich top fit.
      Kopfschüttelnd holte ich die Trense und zäumte Nayala auf. Ganz im Gegensatz zu sonst war die Stute heute ein wahrer Engel: entspannt, friedlich und richtig freundlich. Eigentlich sollte ich misstrauisch werden, aber ich freute mich hingegen nur darüber, dass sie anscheinend endlich ihre Abneigungen überwunden zu haben schien. Zufrieden setzte ich meinen Helm auf und führte sie dann aus dem Stall. Draußen versuchte ich noch einmal nachzugurten, schaffte auch ein Loch und gab dann auf. Ich führte Nayala zur Aufstiegshilfe und schwang mich auf ihren Rücken. Während wir zu Elisa aufbrachen, musterte ich neugierig die Umgebung. Der Schnee begann zu schmelzen und unter der immer dünner werdenden Schneeschicht begannen die Frühjahrsblüher hervorzusprießen.
      Man konnte überall Schneeglöckchen entdecken, aber auch Krokusse und Märzbrecher. Der Wald wirkte auch plötzlich viel lebendiger und grüner. Überall fand man kleine Knospen, die nur auf die längeren Sonnentage warteten, um endlich aufzubrechen. Nun sah man auch wieder viel öfter die angenehmeren Wegbegleiter wie Rehe oder Kaninchen. Und doch musste man gerade jetzt auch auf Raubtiere aufpassen, denn die würden sich die Frühlingsstimmung und das Frischfleisch sicherlich nicht entgehen lassen. Deshalb war ich insgeheim auch sehr froh, als wir sicher bei Elisa ankamen ohne jegliche Zwischenfälle.
      Die Stalltüren standen weit offen, damit die Sonne und der allmählich wärmer werdende Wind Frische hineinwehen konnten. Dementsprechend hatte ich einen freien Blick auf eine eilig umherrennende Elisa und eine im Stall dösende Ace. Plötzlich erspähte uns Elisa beim Satteln und beeilte sich dann noch mehr. Dabei ließ sie beinahe den Sattel auf der anderen Seite runterrutschen und vergaß, Ace aufzutrensen. Die Vermutung, dass sie unsere Verabredung vergessen haben könnte, lag sehr nahe.
      Nach gefühlten Stunden saß dann auch endlich Elisa auf ihrer Stute und kam aus dem Stall geritten. Dann blieb sie stirnrunzelnd vor uns stehen und starrte Nayala an. „Die ist aber ganz schön fett geworden“, meinte sie gefühllos und ich wollte ihr erst allerhand böse Dinge gegen den Kopf werfen, ehe ich mich besann und nur antwortete: „Das ist mir auch schon aufgefallen“, und dementsprechend drehte es sich in der ersten halben Stunde unseres Ausritts nur um Nayalas Gewicht. „Ich weiß es echt nicht! Dabei haben wir Anfang März doch sogar noch an der Monatswahl teilgenommen und gewonnen! Das wäre mir doch auch mal aufgefallen“, grummelte ich allmählich frustriert und durchlief schon alle Möglichkeiten, warum Nayala zugenommen hatte. „Vielleicht füttert Kathy sie ja momentan heimlich“, mutmaßte ich, auch wenn es eigentlich totaler Quatsch war.
      „Na dann lass uns mal was dagegen tun!“, meinte Elisa grinsend und trieb Ace erst in den Trab und dann in den Galopp, ehe sie sie vollständig laufen ließ. Lange ließ sich Nayala das nicht gefallen und schnell holte sie zu der schlanken Reitponystute auf und sie widmeten sich einige Sekunden lang ein Kopf an Kopf rennen. Doch dann begann Nayala wie eine Lokomotive zu Schnaufen und verlor urplötzlich an Tempo. Binnen weniger Sekunden lag zwischen Ace und uns ein riesiger Abstand und ich parierte Nayala zum Trab und dann zum Schritt durch. Elisa kehrte um und kam uns entgegen. „Na ja, also ich weiß ja nicht, aber ich glaube bei Nayala ist irgendwas im Busch, vielleicht solltest du sie doch einmal vom Tierarzt untersuchen lassen?“, meinte sie stirnrunzelnd.
      So verkürzten wir unseren Ausritt auf eine Schrittrunde, was mir Elisa zum Glück nicht übel nahm. Ace hatte erst vor ein paar Tagen an einer Prämierung teilgenommen und diese erfolgreich bestanden. Natürlich hatte Elisa sie vorher sehr ausgiebig darauf vorbereitet, dementsprechend tat der Stute eine Pause sicherlich auch mal gut.
      Wieder auf dem Gestüt trafen wir auf Matthew, der gerade mit einem giftigen Blick zwei Jungpferde auf die Weide brachte. Elisa wollte ihm noch flink aus dem Weg gehen, doch da hatte er sie bereits entdeckt und sein Blick wurde noch einmal ein Ticken unfreundlicher. Da hatte Elisa genug und ritt geradewegs auf ihn zu, um ihn den Weg abzuschneiden und ihm wahrscheinlich einen Vortrag über das Benehmen zu halten. Vorsichtig folgten Nayala und ihr, hielten aber still etwas Abstand und lauschten Elisas wutentbrannter Stimme. Als sie geendet hatte, drehte sich Matthew resigniert um, machte einen Bogen um Ace und führte seinen Weg fort. Auf Nayalas Höhe blieb er stehen und schaute uns kurz an. „Du weißt aber schon, dass du sie demnächst schonen sollte, sie scheint doch schon recht weit zu sein“, dann ging er weiter und ließ Elisa und mich verwirrt alleine.
      „Bitte was?“, fragte ich Elisa und unterdrückte nur leicht die Wut in meiner Stimme. Es konnte ja wohl nicht sein, dass Matthew angeblich in einem kurzen Blick etwas auffiel, was mir monatelang verschwiegen blieb. „Vielleicht hat er Recht. Wenn man ein Pferd nicht täglich sieht, dann merkt man sowas eher“, meinte sie beruhigend und wir sattelten die Pferde ab. Nayala durfte sich nach der Erkenntnis dann doch erst einmal bei Elisa im Stall ausruhen, ehe wir heimkehren würden. Außerdem hatte Elisa spontan entschieden, dass wir Spirit schauen wollten, zumal Elisa niemanden hatte, der es sonst mit ihr schauen würde. Schon auf dem Weg zum Haus sangen wir aus vollem Hals: „Here I am! This is me! There's nowhere else on Earth I'd rather be! …“ und fingen uns damit direkt wieder einen von Matthews „liebevollsten“ Blicken ein.
    • Samarti
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      Hartnäckigkeit
      28. April 2015
      Das laute Knallen einer Tür, die gewaltsam ins Schloss fiel, ließ mich zusammenzucken und aufsehen. Auf dem Stuhl neben mir saß Gwen, von der anderen Seite gegenüber betrachtete mich Jojo, welche inzwischen auch schon fast als Stammgast auf unserem Gestüt durchgehen konnte, so oft, wie sie Zeit bei uns verbrachte. Als ich mich umdrehte, da ich mit dem Rücken in Richtung Tür saß, und dorthin sah, erblickte ich schon relativ schnell den Übeltäter – wer sollte es auch sonst sein.
      Matthew stand dort, die Stirn in Falten gelegt, die Lippen zu einem Strich zusammen gepresst und seine Gesichtsfarbe konnte man wohl nicht wirklich normal nennen, denn die dunklen Augenringe, die ihn noch viel müder aussehen ließen, waren nicht zu übersehen.
      „Ihr seid ein Paar? Wieso erfahre ich sowas immer zuletzt?“, grummelte er dann und steckte ein Brot in den Toaster, um sich sein Frühstück zuzubereiten.
      „Wer?“ Es war Gwen, die mit völlig irritiertem Blick den Bewegungen Matthews folgte und als Erste von uns die Sprache wiederfand – dennoch sah man ihr deutlich an, dass sie seinen Gedankengängen kaum bis gar nicht folgen konnte; aber wer war dazu schon in der Lage?
      Der Mann deutete auf Gwen und mich. „Na, ihr beide.“
      „Hä?“, war ich es diesmal, die derangiert und ungläubig den Kerl anstarrte, der sich momentan mit dem Rücken zu uns gedreht hatte.
      „Juli hat da was angedeutet.“
      „Elisa … wir sollten es ihm vielleicht sagen“, seufzte Gwen dann. Ich nickte als Antwort nur. „Also gut, Jojo hat recht. Wir sind zusammen. Seit … knapp zwei Monaten.“ – „Wir wollten nur noch warten und sichergehen, dass wir wirklich zusammen passen, bevor wir es … naja, öffentlich machen“, fügte ich zustimmend hinzu und lächelte Gwen vielsagend an.
      „ZWEI MONATE?! Und was … sollte dann der Kuss? An Weihnachten?“ Verunsicherung lag in seiner sonst so tiefen Stimme, die vor Aufregung zwei Oktaven höher gerutscht war.
      „Ach, das war doch nichts. Außerdem war ich mir da meiner Gefühle noch nicht so sicher, aber jetzt bin ich das. Definitiv.“
      Fordernd legte Gwen den Arm um meine Schultern, nickte dabei bestätigend und blickte Matthew fordernd in das müde Gesicht. Es dauerte aber nicht lange, bis sie prustend aufstand und sich vor Lachen den Bauch hielt. „April, April!“
      „Der erste April ist seit sie-ben-und-zwan-zig Tagen vorbei“, ermahnte der Dunkelhaarige meine Nachbarin und sie seufzte. „Spielverderber!“
      „Ihr könnt mich doch allesamt mal.“ Dass seine Nerven irgendwie leicht angespannt waren, könnte man bestimmt aus hundert Metern Entfernung noch erkennen.
      Mit den Augen rollend verließ Matthew uns dann, ohne noch ein weiteres Wort zu sagen.
      „Mit dem muss ich nochmal schimpfen“, seufzte ich dann und Gwen grinste mir nur vielsagend zu. „Vielleicht kannst du ihn dann gleich nochmal fragen, wann ihr eure nächste Nachhilfestunde habt!“
      Lachend boxte ich sie in die Seite, während Jojo uns nur konfus ansah und anscheinend nicht einmal mehr Bahnhof verstand.

      Romantica, Ace of Clubs und Goldherz schienen sich sichtlich über den Ausgang zu freuen, den wir ihnen an diesem Tag boten. Es war draußen noch immer relativ kühl, trotz der Sonne, die immer mal wieder zwischen den Wolken hervorlugte und den Beginn eines neuen Tages ankündigte.
      „Okay. Gwen? Wen nimmst du?“, wandte ich mich an meine 'Freundin', musste auch nicht lange auf eine Antwort warten. Wie aus der Pistole geschossen kreischte sie auf einmal: „Ace! A.C.E.! Ich nehme den Multivitaminsaft! Ich hab die längste Durststrecke hier!“
      „Okaaaay. Wollen wir Elena anrufen, ob sie auch mitkommen will?“ Zustimmendes Nicken von Jojo und Gwen.
      Kurzerhand zückte ich also mein Handy, wählte Elenas Nummer aus und rief sie an. Whatsapp-Anrufe waren schon echt praktisch!
      „Eliiiii! Wir wollen ausreiten und ich wollte dich fragen, ob du auch mitkommen willst und wenn ja-“ – „Elena nimmt Goldherz!“, rief Gwen dazwischen, noch immer vor Freude im Kreis um mich herum tanzend, und ich schenkte Jojo einen misstrauischen Blick. „Ich denke, du nimmst dann wohl Romantica. Ich hol mir eben das Teddypony, dann können wir die vier fertig machen. Holt ihr die schon mal von der Weide? Elena dürfte in ein paar Minuten hier sein.“
      „Ähm, anscheinend komme ich mit und habe mir bereits ein Pferd ausgewählt?“, sagte Elena zaghaft und zögerlich und ich nickte nur, was sie allerdings nicht sehen konnte; wie mir dann auch bald einfiel, also bestätigte ich das Ganze nur mit einem „Ja“, ehe ich mich von ihr verabschiedete und sie sagte, dass sie gleich da sein würde.

      Knappe zwanzig Minuten später standen wir noch immer nebeneinander und quälten uns damit, das helle Fell der vier Stuten endlich mal sauber zu kriegen. Trés Jolie ärgerte mich mit ihrem cremefarbenen Deckhaar sowieso schon genug – Gwen hatte mit Ace of Clubs nicht weniger Arbeit. Auch die beiden gescheckten Damen hatten sich liebend gern im Dreck gewälzt und irgendwie wurden wir heute so gar nicht fertig, egal, wie viel Mühe wir uns gaben.
      „Die brauchen dringend wieder 'ne Dusche, aber bestimmt nicht jetzt“, stöhnte ich auf, nachdem ich eine gefühlte Ewigkeit an einem Fleck auf Teddys Flanke herum gerieben hatte, damit er endlich verschwand. Leider erfolglos. Meine Schimmelstute, die gerade Gwens Taschen nach Leckerlis abtastete, sah von den Ponys noch am besten aus; kein Wunder – sie war von Anfang an am saubersten gewesen. Wahrscheinlich war genau das der Grund gewesen, weshalb Gwenny so erpicht darauf gewesen war, sich unbedingt um sie zu kümmern.

      Irgendwann hatten wir es aber einfach aufgegeben. Nun ritten wir zu viert vom Gestüt und ich freute mich schon auf die lebhaften Gespräche, die wir mal wieder haben würden!
      Leider ging die erste Diskussion bereits los, noch bevor wir den Hof wirklich ganz verlassen hatten.
      „Wo wollen wir hin?“, leitete ich die Diskussion ein und Jojo seufzte bereits. Sie kannte das noch von damals, als wir noch gemeinsam die Zucht Liberté geleitet hatten. Auch da hatten wir uns ständig in die Haare gekriegt, wo wir lang reiten wollten.
      „Rechts!“ – „Links!“
      Gwen und ich sahen uns an, beide mit hochgezogenen Augenbrauen. Verwirrt blinzelte ich.
      „Und hier, meine Damen und Herren“, setzte Jojo bereits ein, „sehen Sie die heutige Diskussionsrunde. Diesmal debattieren sich Gwendolyn Campbell und Elisa Cranfield, zwei ausgesprochen durchsetzungsfähige und junge Frauen, die beide wahnsinnige Sturköpfe sein können, wenn sie ihren Wil-“
      „Wir reiten geradeaus entlang“, stimmten Gwen und ich im Kanon ein und unterbrachen somit unseren ausgesprochen ausgezeichneten (wahrlich schlechten) Moderator namens Juli Mayers. Wer wusste, was uns sonst noch so erwartet hätte.
      Tatsächlich schienen sich die vier Ponystuten darüber zu freuen, endlich mal wieder etwas Abwechslung zu bekommen. Nicht, dass wir ständig nur dasselbe mit ihnen machten, aber Ausritte in größeren Gruppen hatten wir schon länger nicht mehr mit besagten vier Stuten unternommen. Und da sie untereinander alle recht gut miteinander klarkamen (nicht so wie Cardillac und Cressi letztens), war dies auch kein Problem und uns legten sich keine Steine in den Weg.
      Na gut, zumindest den anderen nicht. Denn – wie auch immer – hatte Elena ihre neue Lieblingsbeschäftigung wieder aufgenommen. Immer, wenn ich vor ihr ritt, bemerkte ich kleine Steinchen, die in meinem Weg auftauchten oder auch manchmal gegen meinen Rücken trafen. Es konnte schließlich nicht von nirgendwo kommen, also drehte ich mich irgendwann auf Teddys Rücken um und sah Elena an, die im selben Moment einen Stein auf den Boden fielen ließ und ihren Blick abwandte; ganz plötzlich musste sie sich mit Jojo über Paramour unterhalten.
      „Elena, ich will ja gar nichts sagen, ich habe nur eine Frage.“
      „Ja?“
      „Woher hast du die Steinchen? Du kommst so unmöglich auf den Boden. Hast du die in der Hosentasche oder was? Sammelst du die schon, um mich dann damit zu attackieren?“
      „Ich sage nichts ohne meinen Anwalt!“ Mit aufgerissenen Augen, offenstehendem Mund und in die Luft erhobenen Händen zeigte sie, dass sie unschuldig war und ich schüttelte grinsend den Kopf. Sie konnte froh sein, dass Goldherz so etwas nicht ausnutzte und die Chance ergriff, den Weg hier kurzerhand zur Galoppstrecke umzufunktionieren. Denn so kamen wir immerhin allesamt wohlbehalten daheim an – nur ich hatte wohl ein paar blaue Flecken mehr.

      „Du“, setzte ich an, „bist ein dämlicher Blödmann.“ Süffisant lächelnd trat ich einen Schritt auf Matthew zu und drückte mit dem Zeigefinger leicht auf seinen Brustkorb, während ich ihm das falscheste Lächeln zeigte, das ich jemals hatte aufsetzen müssen.
      „Verdammte Zicke!“, erwiderte er nur und seine Augen sahen standhaft in meine eigenen. Das klare Braun in ihnen erinnerte mich an … äh, … Scheiße!
      „Vollpfosten!“
      „Diva. Iss 'n Snickers.“
      „Arschloch.“
      „Eingebildetes Miststück.“
      „Eingebildet?! Willst du mich hier völlig verarschen? Ist das dein beschissener Ernst?!“
      „Ach komm, halt endlich den Mund“, murmelte Matthew mehr zu sich selbst als zu mir und ich stemmte daraufhin beleidigt die Hände in die Hüften, um wenigstens etwas bedrohlicher zu wirken, was allerdings nicht ganz klappte – mit seinen knappen 1,90 Metern überragte er mich doch um ganze 20 Zentimeter. „Sonst … WAS?“, meckerte ich sichtlich genervt zurück und zog die Augenbrauen abwartend in die Höhe.
      „Muss ich dich selbst dazu bringen“, war das Einzige, was Matthew noch sagte, bevor das geschah, wovor ich mich die ganze Zeit am meisten gefürchtet hatte: Er brachte uns beide ganz einfach mit nur einer Bewegung zum Schweigen.
    • Samarti
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      Vorwärts, vorwärts!
      05/2015 | 3349 Zeichen
      Es war mal wieder einer dieser spontanen Einfälle, die mich dazu gebracht hatten, einen weiteren Hengst auf meinem Gestüt zu begrüßen.
      Blöd nur, dass niemand davon wusste, nicht einmal mehr Matthew. Und als ich dann mit meinem neuen Kauf auf dem Hof stand und von Elena (die komischerweise immer und überall anwesend war – nur bei sich zu Hause traf man sie nie an), Gwen und Jojo (die von Elena hergerufen worden waren) und Joline (die hatte sich einfach dazu entschlossen, sich zu uns zu stellen) umkreist wurde, gesellte sich der Schwarzhaarige dazu.
      „AVANTI AVANTI!“, schrie Jojo laut dazwischen, weshalb Avanti, wie das Reitpony hieß, ein wenig zusammenzuckte und sie verwundert ansah.
      „Was heißt das überhaupt?“, dachte ich laut nach und kassierte von mehreren Seiten misstrauische Blicke.
      „Das ist Italienisch für Vorwärts. Ihr kennt doch 'Avanti avanti'!“ Vorwurfsvoll und wild gestikulierend warf Juli ihre Arme in die Luft und Domenic, der hinter ihr aufgetaucht war, klatschte in seine Hände. „Da hat die Kleine ausnahmsweise mal Recht.“
      „Das kann nicht wahr sein..“, war das Einzige, was Matthew dazu zu sagen hatte, bevor er mir einen Klaps auf den Hinterkopf gab und verschwand, weshalb ich ihm böse hinterher starrte.
      „Immerhin war es nicht der Hintern!“, rief Gwen grinsend dazwischen und versteckte sich dann hinter Dome, der nur belustigt seinen Kopf schüttelte.
      Tja, ich hatte halt echt … tolle Freunde.

      Namida, die Black Snowflake Stute, die seit geraumer Zeit auf dem Gestüt Crown Hill stand, befand sich momentan mitten im Training. Heute lief sie alleine vor der Kutsche; Daniel, einer unserer Trainer im Bereich des Fahrsports, saß auf dem Kutschbock und schlängelte sich mit Namida durch einen Hindernisparcours. Hin und wieder schmiss sie einige Pylonen um oder riss das Hindernis, indem sie es anrempelte und die Kugel von der Spitze fiel, was zu Strafpunkten führen würde, wäre es eine Prüfung.
      Die „unberechenbare“ – wie sie zu Anfang genannt worden war – Ponystute hatte sich nicht als unhändelbar, sondern viel mehr als frech, keck und starrsinnig herausgestellt.
      Ace of Clubs stand, nachdem sie einige Wochen Trainingspause gehabt hatte, nun auch wieder auf dem Plan. Die inzwischen zur Zucht zugelassene Stute wurde langsam wieder gefördert; dennoch stiegen wir nur langsam wieder ins Training ein, damit sie ihre Muskeln wieder aufbauen konnte.
      Die Palominostute Hall of Fame CU wurde zur Zeit besonders von unseren jüngeren Besuchern – überwiegend Feriengäste – verwöhnt. Sie war wahnsinnig beliebt bei ihnen und die Aufmerksamkeit, die sie erhielt, störte sie keineswegs; eher im Gegenteil. Ständig sah man sie mit einem der Kinder herumalbern, kuscheln oder wie sie sich einfach miteinander beschäftigten. Und es war echt beruhigend, zu wissen, dass die Kleineren bei ihr in guten Hufen waren.
      Von Audio Delite at Low Fidelity hörte ich allerdings nicht sonderlich viel. Ich wusste zwar, dass Joline und Julien mehr als genug mit ihr trainierten, auch Domenic nutzte sie oft für das Distanztraining – besonders, wenn es darum ging, neue Pferde anzulernen und deren Ausdauer und Kondition aufzubauen. Filly war dabei wirklich nicht zu verachten, sie machte ihre Arbeit gut, erledigte sie gewissenhaft und wenn sie einen erfahrenen Reiter auf ihrem Rücken trug, war sie ein total entspanntes und geduldiges Pferd.
    • Samarti
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      Sagte ich schon "Poop"?
      07. Juni 2015 - von Gwen
      Ich kniff den Mund zusammen und saugte emsig weiter, aber das permanente Klingeln wollte nicht aufhören. Dementsprechend wütend lief ich zur Tür und riss sie, um Elisa drohend den Staubsauger ins Gesicht zuhalten „Was?!“, fragte ich genervt und laut über den Lärm das Staubsaugers hinweg, der kurz davor war, Elisas Haar einzusaugen. Geistesgegenwärtig und in ihrer üblichen Art und Weise drückte sie den Ausknopf und lächelte mich an. „Wir wollten dich fragen ob du mit ausreiten möchtest?“, fragte sie freundlich, als ob sie kein Wässerchen drüben könnte. „Siehst du nicht, dass ich gerade was zu tun habe? Nenne mir einen Grund, weshalb ich mit euch jetzt unbedingt ausreiten sollte?“, meinte ich sarkastisch mit gerunzelter Stirn (Oh, wir waren Meister in Gesichtsmimik).
      Elisa trat stumm nur einen Schritt zur Seite, grinste und gab mir so Blick auf den Hof frei. Dort standen (natürlich) Elena und Jojo, aber dann sah ich den Grund warum es sich tatsächlich lohnte, mitzureiten und so rannte ich in Socken über die Veranda. „ZAIIIIII!“, quietschte ich und fiel unserer Freundin um den Hals. Die grinste nur wie immer von einem Ohr zum anderen und quetschte ein „Hey“ hervor, während ich sie fast erdrückte.
      Fünf Sekunden später philosophierten Jojo und Elena darüber, dass ich erstens vollkommen unmodisch gekleidet war und sie es zweitens als sehr sinnlos erachteten, mit Socken über den Hof zu rennen. Ich drehte mich nur genervt um und huschte zurück ins Haus um mich umzuziehen. Dass ich dabei den frisch gesaugten Boden wieder einsaute, interessierte mich ausnahmsweise nicht, auch wenn Elisa mich gefühlte hundert Mal darauf hinwies.

      Eine Viertelstunde später saß ich auf meiner Ponystute Minnie Maus und wir konnten los. Neugierig musterte ich die Pferde der anderen und verdrehte dann genervt die Augen. „Noch eindeutiger kann eine Verschwörung ja wohl nicht sein. Und das Elisa daran Schuld ist, sieht man noch eindeutiger“, stöhnte ich. Alle saßen auf deutschen Reitponys, nur ich saß auf einem New Forest Pony. Davon abgesehen war ich sowieso die einzige, die kein Reitpony besaß, aber das überging ich jetzt einfach mal.
      „Was hast du da vorhin eigentlich für einen Quatsch gemacht?“, fragte mich Elena und ich schaute sie verwirrt an. „Gesaugt? Sauber gemacht? Kennst du sowas?“, fragte ich etwas biestig zurück. „Ach ne, du bist ja immer bei anderen, da müsste ich mein Haus auch nicht sauber machen!“, meinte ich knapp mit erhobenen Kinn, was mir leider eh wenig brachte, Elena war trotzdem größer.
      Zaii hatte übrigens allerhand zu erzählen, immerhin hatten wir uns schon lange nicht mehr gesehen. Zudem stellte sie uns ihre Namensvetterin Zairina vor, die allerdings vier Beine und einen Schweif besaß. „Na ja, eigentlich seid ihr euch ja schon ähnlich“, kommentierte Jojo das Ganze und zog abwechselnd ihre Augenbrauen nach oben (Meister der Gesichtsmimik, sag ich doch!).
      Star und der ACE-Saft, auf welchen Jojo und Elisa ritten, waren mir nicht unbekannt, dementsprechend ersparte ich mir jeglichen Kommentar, aber Elenas reitbarer Untersatz interessierte mich schon. „Wer ist das?“, fragte ich und deutete auf die Buckskinstute. „Das ist Poppysmic! Und nur ich darf sie trainieren!“, quiekte Elisa und hüpfte auf Ace auf und ab (die Arme!).
      Elena verdrehte genervt die Augen und sagte dazu gar nichts, außer, dass sie gerne einen Buckskin im Stall hatte haben wollen und da kam ihr Poppysmic ganz recht. „Poppysmic?“, fragte Zaii kritisch und bekam erst einmal einen ewig langen Vortrag darüber, dass Poppysmic die Bezeichnung des Blub oder Plop (da stritten sich Elisa und Elena) war, das man hören konnte, wenn man die Lippen auseinander machte.
      Kurz darauf begannen die beiden E’s und damit zu nerven, genau dieses Geräusch zu machen, bis Jojo ihnen eine Ohrfeige verpassen wollte. Bei Elisa schaffte sie das auch, aber Elena war schon vorbereitet und ritt schnell davon.
      „Poop“, meinte ich in philosophischer Denkerpose und Zaii grinste mich an.
      „Wie nennst du sie?!“ – das war Elena, mit schneidender Stimme und zusammengepressten Mund, die mich anstarrte, als ob sie mich gleich fressen wollte.
      „POOOOOP“, wiederholte ich noch einmal ganz langsam für sie und musste mich dann schnell in Sicherheit bringen, damit Elena mich nicht vom Pferd und durch den gesamten Nationalpark schleifte. „Ich hasse dich“, kam mit abgrundböser Stimme von der Blondine und alle anderen waren still. Na ja, zumindest die fünf Sekunden, die sie brauchten, um sich was auszudenken.
      Dann gackerten Elisa und Jojo los und bewarfen sich gegenseitig mit dem Wort „Poop“. Elena lief derweil rot an und als Zaii sie darauf hinwies, dass sie aussähe wie eine Tomate, dabei wäre es doch gar nicht so warm, schien es beinahe so, als ob sie gleich explodieren und sich in Rauch auflösen würde.

      „Also ich fand den Ausritt toll!“, meinte Zaii fröhlich, als wir alle wieder bei Elisa auf CHS ankamen und dort von Joline bedient wurden, die uns Zitronenlimonade und Sandwiches brachte. „So ist es richtig“, meinte Elisa stolz und klärte uns darüber auf, wie man seine Mitarbeiter am besten anlernte. „Stimmt, Hauptsache sie können kochen, das Reiten ist nicht so wichtig“, meinte Jojo nur kopfschüttelnd dazu.
      Elena hatte sich von dem „Poop“ immer noch nicht erholt und war recht stumm. Als sich unsere Wege wieder trennen sollten, rief ich ihr noch ein „Tschüss Elena! Tschüss Poop!“, hinterher und ich könnte schwören, selbst aus 100 Metern Entfernung gesehen zu haben, dass sie nochmal rot anlief.
      Auch Jojo verabschiedete sich schon bald von uns, so blieben also nur noch drei. Elisa lud uns direkt noch auf eine Ladung Schokokekse ein. „Machst du nicht deine Diät?“, fragte Lena misstrauisch und plötzlich schaute Elisa schuldbewusst auf.
      „Elisa?! Wann hast du zuletzt Sport gemacht?“, fragte ich mit offenem Mund und war sehr enttäuscht, dass meine Freundin nicht durchgehalten hatte, dabei hatte ich mich doch so sehr auf sie verlassen! „Dann musst du jetzt eben leiden“, meinte ich lächelnd zu Zaii und grinste sie den restlichen Tag fröhlich an.
    • Samarti
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      Altmodische Nachbarn
      12. Juli 2015
      „Elisa! Tolles neues Spiel!“, begrüßte Gwen mich und zeigte mir dann gleich einige DIN A4-Seiten mit Screenshots.
      „Du hast ernsthaft … die Screens … ausgedruckt? Gwen? Wir leben im Zeitalter der modernen Technologie, es gibt so etwas wie Handys, die inzwischen auch Fotos darste- ach, egal“, winkte ich schließlich ab und betrachtete dann die Screens, die Gwen mir gerade ausgedruckt (!) und in nicht digitaler Form in die Hände gedrückt hatte. Beim Blättern sog meine Nachbarin bereits tief die Luft ein. „Pass bloß auf, das Papier ist teuer genug!“, „Nicht knicken!“ und „Sei gefälligst vorsichtig!“ waren wohl die drei Sätze, die ich heute am öftesten von der doofen Fast-Blondine zu hören bekam.
      „Alter, es sind nur ein paar Blätter Papier, die kosten absolut nichts“, seufzte ich nur und sah hoch, als von meiner Freundin keine Antwort kam, um besagter Person dann in ihr rot angelaufenes Gesicht zu schauen. „Oh, tut mir, äh, leid“, stammelte ich, „eigentlich w-weiß ich d-doch, dass die total teuer sind, ich, äh, muss weg!“
      Mit diesen Worten war ich dann auch schon so schnell wie möglich aus Gwens Sichtfeld verschwunden und während meines 1A Sprints fielen mir die ausgedruckten (ich kam nicht darüber hinweg!) Screens aus der Hand und segelten zu Boden. „Du dummes Stück!“, rief Doofkuh mir nur hinterher, doch ich ignorierte es geflissentlich und versteckte mich lieber auf der Weide bei Ace of Clubs, die mich zwar verwirrt ansah, aber es einfach dabei beließ.
      „Na du?“ Behutsam strich ich mit meiner Hand über das hellgraue Fell an Aces Hals. Ich fand ihre Fellfarbe noch immer faszinierend, ihr Gesicht war zwar inzwischen etwas heller geworden, doch der braune Kopf war noch immer da. Und irgendwie hoffte ich, dass das noch eine Weile so bleiben würde.

      „Kann ich da auch Langhälse zähmen? Und reiten? ICH WILL EINEN LANGHALS HABEN! UND BABYLANGHÄLSE!“ Aufgeregt hüpfte ich auf dem Sofa herum, während Elena und Gwen gegenüber von mir saßen und mich mit weit aufgerissenen Augen und geöffnetem Mund anstarrten.
      „Hey, ich bin keine Zirkusattraktion! Also, kann ich Langhälse reiten?“, drängelte ich und beide nickten.
      „Jup.“
      „Aber du musst sie erst k.o. Boxen, nur damit du es weißt“, informierte Elena mich und ich verdrehte nur die Augen.
      „Danach gehören sie aber dir“, nickte Gwen, weshalb ich nochmal nachhakte. „Muss ich die echt boxen? Ich dachte, Eli will mich wieder verarschen!“
      „Ne, du musst die ohnmächtig schlagen.“ Ihre Antwort ließ meinen Kiefer nach unten fallen, weshalb ich langsam und erstaunt den Mund öffnete, ihn aber recht schnell wieder verschloss.
      „Über was redet ihr?“, kam es dann von Jojo, die sich schließlich neben mir auf das Sofa sinken ließ.
      „ARK“, klärte ich sie auf, „ein Survival Game mit Dinos.“
      „Oh, ich will auch!“
      „Es kostet dreißig Euro.“
      „Oh … Ich will nicht.“ Enttäuscht ließ sie sich noch ein wenig weiter in die Polster des Sofas sinken.
      „So geht es mir auch“, stimmte Elena zu, „dafür, dass es noch nicht fertig ist.“
      Auf einmal setzte sich Jojo wieder auf. „Gibt es da auch Raptoren?“
      „Es gibt alles“, nickte ich. „Es gibt auch Megalodons.“
      „Jap“, bekräftigte mich Gwen.
      „Also den Riesenhai“, fuhr ich unbeirrt fort, dann überrumpelte mich fast eine gewisse Erkenntnis. „KANN MAN DEN AUCH ZÄHMEN? ICH WILL EINEN MEGALODON!“
      „Jap.“ Gwen wiederholte sich und lachte dann kurz. „Es gibt auch diese kleinen Viecher, die giftigen Speichel spucken.“
      „VON JURASSIC PARK!“, rief Elena dazwischen.
      Völlig überfordert mit den vielen Informationen sprang ich auf. „ICH GEHE JETZT MEINEN EIGENEN LANGHALS REITEN! Na ja, okay, ähm … eigentlich meinte ich nur Namida, weil die ihren Kopf manchmal so hoch trägt wie eine Giraffe und die haben ja auch lange Hälse, also sind sie in gewisser Wei-“
      „Halt die Klappe, Elisa“, ertönte es im Kanon von drei Seiten und ich zuckte nur mit den Schultern, verschwand dann um die Ecke und ließ die drei Weiber alleine in meinem (!) Haus sitzen.

      Ich hatte mich tatsächlich zu einer kurzen Runde im Gelände mit Namida entschlossen, nahm aber Ocean Water dann noch als Handpferd mit. Die alte Dame übte einen gewissen ruhigen Einfluss auf meine schwarze Stute aus, sodass diese auch gleich viel gelassener und nicht ganz so hibbelig war.
      Dafür, dass sie mir zuvor als „gemeingefährlich“ und „unbrauchbar“ beschrieben worden war, hatte sich aus Namida teilweise doch schon ein zuverlässiger Gefährte entwickelt. Sie war zwar noch immer sehr ausgelassen, manchmal sogar respektlos und irgendwie kam sie teils sogar etwas böse rüber, aber von Grund auf gemein war sie dann nun doch nicht. Und inzwischen wusste sie oft schon, wo die Grenzen lagen, auch wenn sie sie noch viel öfter unbedingt ausprobieren musste.
      Es war wirklich schön, einfach mal wieder alleine ins Gelände zu gehen und nur das rhythmische Auftreten der acht Hufe auf dem Waldboden zu hören. Es hatte Namida im Übrigen auch geholfen, vor die Kutsche gespannt zu werden – anfangs hätte sie niemals Rücksicht darauf genommen, dass der andere Vierbeiner oder auch Zweibeiner einfach nicht so schnell und hastig laufen wollte wie sie es gerne hätte.
      Ocean hatte den Kopf gesenkt und betrachtete zwar eingehend die Umgebung, als würde sie sich diese einprägen wollen, doch sonderlich eilig hatte sie es definitiv nicht. Stattdessen ließ sie sich Zeit damit, lief gemächlichen Schrittes neben uns her und taute nur etwas auf, als wir ein Stückchen trabten. Das Galoppieren mit Handpferd traute ich mir dann doch noch nicht ganz zu.

      Am Abend führte mein Weg mich dann doch nochmal in den Stutenstall und dort blieb ich noch eine ganze Weile auf einer der Boxentüren sitzen – zum Glück waren diese so gut wie gar nicht hoch vergittert. Es war Liluyes Box, vor der ich saß, und drinnen stand die Stute und zermalmte fröhlich ihre Portion Heu, die sie heute Morgen nicht ganz aufgefressen hatte.
      Meine Vorahnung hatte sich übrigens befürwortet: Lilli war der Liebling aller Kinder, die hie und da mal auf dem Hof auftauchten. Momentan war der Ferienbetrieb noch stillgelegt, aber sobald die Sommerferien einsetzen würden, würde auch der Betrieb wieder geöffnet werden. Nur hatten wir uns erst einmal darüber klar werden müssen, wen wir da denn überhaupt einsetzen würden. Unsere Wahl war unter anderem auf Lilli gefallen: klein, ruhig und liebevoll. Sie war ein absolutes Verlasspferd und genau aus dem Grund würden die Kinder sich auf ihr ziemlich wohl fühlen.
      Nachdem ich mich von Lilli verabschiedet hatte, wollte ich gerade den Stall verlassen, da ging ich nochmal an Romanticas Box vorbei und wurde von einem zierlichen, braunen Kopf aufgehalten, der sich über die Boxentür streckte. Rozene war gerade erst abgesetzt worden, und hin und wieder machte sich bemerkbar, dass Romantica sich suchend umsah. Sie wusste zwar genau, was hier geschah, hatte sie doch schon einige Fohlen zur Welt gebracht, aber so ganz würde sich dies wahrscheinlich nie legen.
    • Samarti
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      Von „Schlafwandlern“, den Neuen und Verschwörungen
      01. August 2015
      Es war mal wieder eine dieser Nächte, in denen man sich stundenlang schlaflos im Bett wälzte und darauf hoffte, dass man a. endlich einschlafen konnte oder b. es wieder hell werden würde, damit man aufstehen könnte.
      Bei mir trat aber keiner der beiden Fälle ein. Als ich das letzte Mal auf die Uhr gesehen hatte, war es 3:42 Uhr gewesen, inzwischen war es kurz nach 5 und ich hatte noch immer keinen Schlaf gefunden. Nicht nur die Kopfschmerzen beeinträchtigten mich erheblich, auch mein Kopf wollte einfach nicht seine Klappe halten und aufhören, mich mit unnötigen Dingen vollzulabern, über die ich mir momentan eben keine Gedanken machen wollte. Dennoch bombardierte er mich förmlich mit jenen Gedankengängen, obwohl mein Hirn schon mehr als nur randvoll war – als wäre er ein Postbote, der in den sowieso schon überfüllten Briefkasten mit Ach und Krach noch mehr Briefe hineinquetschen musste. Nur leider ließ die langersehnte Briefbombe auf sich warten.
      Nachdem ich mich noch ewig immer wieder auf die andere Seite gedreht hatte, legte ich mich auf den Rücken, streckte meine Gliedmaßen von mir fort und seufzte laut auf. Wenn das so weiterging, würde ich diese Nacht wohl durchgehend wach bleiben. Ob ich wollte oder nicht – und ich wollte definitiv nicht.
      Also krabbelte ich unter meiner Bettdecke hervor, tapste auf nackten Füßen über den Holzboden in meinem Schlafzimmer, öffnete die Tür und trat auf den Flur. Den Weg hätte ich wahrscheinlich auch im Schlaf noch auswendig gekonnt, denn so anstrengend war er nicht. Dem Flur folgen, dann nach rechts abbiegen und sofort die erste Tür links.
      Direkt, als ich das Zimmer betrat, vernahm ich eine gleichmäßige, ruhige Atmung. Daraufhin hörte ich, wie sich der Körper im Bett wandte, aber er wachte nicht auf. Tief atmete ich durch, dann schloss ich die Zimmertür hinter mir, ging zum Bett, hob die Bettdecke leicht und vorsichtig an, um darunter zu kriechen, und legte mich dann neben den warmen Körper. Mit einem wohligen Seufzen schlief dann auch ich endlich ein, nachdem sich ein Arm um meinen Oberkörper gelegt und mich an sich gezogen hatte.

      „Elisa?“ Matthews raue Morgenstimme war eine dieser Dinge, an die ich mich gewöhnen könnte. Nichtsdestotrotz war sie mir in diesem Moment eher unsympathisch.
      „Hm?“, murmelte ich nur in mein Kissen und vergrub mein Gesicht tiefer darin.
      „Bist du betrunken oder was machst du in meinem Bett?“
      Langsam hob ich den Kopf und drehte mein Gesicht dann in seine Richtung, um Matthew in seines blicken zu können. „Darf ich nachts nicht mal ein anderes Bett ausprobieren?“
      „Ich denke, so langsam sollte dir mein Bett eigentlich bekannt genug sein.“ Er schmunzelte. „Aber ich glaube wirklich, dass du getrunken hast“, stellte er dann trocken fest und wollte gerade aufstehen, da streckte ich meinen Arm aus und griff nach Matthews Oberarm, um ihn am Gehen zu hindern.
      Er wusste, dass es keinen Zweck haben würde, denn gegen eine Elisa im Halbschlaf kam so niemand an. Da gab es zwar genug Möglichkeiten, mich loszuwerden, doch die wenigsten kannten sie. Matthew gehörte zu dieser Minderheit.
      (Okay, eigentlich gab es genau zwei Möglichkeiten:
      Nummer 1: Versprecht mir einen Ausritt. Mit Cressi.
      Nummer 2: Droht mir mit Cressi-Verbot.)

      Mühsam streckte ich mich, gähnte laut und bemerkte dann erst, dass ich nicht in meinem eigenen Bett lag.
      Wie von einer Tarantel gestochen jagte mein Oberkörper in die Luft und nur den Bruchteil einer Sekunde saß ich aufrecht im (fremden!) Bett, mehr als überfordert mit der jetzigen Situation. Die Erinnerung an letzte Nacht setzten sich aber langsam dann auch zusammen und als ich endlich alles beisammen hatte, stöhnte ich genervt von mir selbst auf, schlug mir die Hände ins Gesicht und wollte mich am liebsten nur noch darin verstecken – oder gleich im Erdboden versinken.
      Um es klarzustellen: Schlafentzug hatte ähnliche Auswirkungen auf mich wie Alkoholeinfluss. Ich wurde sentimental(er), anhänglich und brauchte Körperkontakt. Besonders, wenn ich diesen nicht bekam, kuschelte ich mich einfach an die nächste Person, die mir in die Quere kam und besorgte mir dann eben so meine menschliche Nähe (oder tierische. Manchmal mussten auch Fay und Pebbles dran glauben, aber die störte das eher weniger).
      Im nächsten Moment fühlte ich mich wie in einem dieser schlechten Filme, in denen der Protagonist einen One Night Stand gehabt hatte und dann auf die leere Bettseite neben sich blickte, auf der nur ein Zettelchen lag. Auf diesem stand aber weder etwas von wegen „Ruf mich an“, noch „War 'ne geile Nacht!“, also war es dann doch nicht mehr ganz so tauglich für einen Blockbuster.
      Stattdessen hatte Matthew nur ein „Ich bin nicht mehr da, aber dafür etwas Anderes. Komm raus, ich muss mit dir reden.“ auf dem Zettel hinterlassen und mir fielen natürlich auf Anhieb dreiundzwanzig Dinge ein, die ich falsch gemacht haben könnte.

      Eine knappe halbe Stunde später stand ich draußen – frisch geduscht, angezogen, geschminkt, aber noch mit klatschnassen Haaren. Das Traurige an der Sache war, dass mich das nicht einmal im Geringsten interessierte. Erstens würden meine Haare an der Sonne eh wieder trocknen und zweitens juckte es mich kein bisschen, dass die mich mit nassen Haaren sehen würden. Ich meine, hey, die kannten mich alle schon besoffen! Schlimmer konnte es eh nicht mehr werden.
      Meine schlechte Laune, die sich in jeder Faser meines Körpers ausgebreitet hatte, als ich das Zimmer erkannt hatte, in welchem ich aufgewacht war, war wie weggeblasen und verflogen, als ich bemerkte, was mich im Garten erwartete: Unser Pool war fertig!
      Seit einigen Wochen war daran gearbeitet worden, auch, wenn Matthew davon anscheinend nichts mitgekriegt hatte, was mich ja schon … verwunderte? Auf jeden Fall war er es, der mit einem skeptischen Blick auf mich zu gestampft kam und wissen wollte, woher der Pool denn auf einmal käme.
      „Hast du in den letzten Wochen denn nicht ein einziges Mal in den Garten geguckt?“, hakte ich ungläubig nach und schüttelte den Kopf. Das ging doch nicht?
      „Nein.“ So, so. Wir wurden also mal wieder wortkarg. Aber gut, das konnte ich auch!
      „Okay.“
      Dann drehte ich mich um und ging.

      Mein Weg führte mich – natürlich – direkt zu Ace of Clubs. Die war sichtlich überrascht, als in ihrer Box auftauchte (wieso stand sie überhaupt noch mittags in ihrer Box? Ich musste dringend mal mit meinen Angestellten schimpfen!), widmete sich dann aber wieder ihrem Heu, nachdem sie einen Apfel von mir zugesteckt bekommen hatte. Den hatte sie erst fröhlich zerkaut, mich danach immer wieder mit der Nase angestupst und sich letztendlich dann doch wieder dem Heunetz zugedreht. Das brachte mich dazu, mich auf ihren Rücken zu setzen, um mich dann auf ihren Hals zu legen und sie einfach nur eine ganze Weile lang zu umarmen. Nur kurz drehte der Multivitaminsaft seinen Kopf in meine Richtung, dann nickte sie nur und fraß weiter.
      Ich war zugegebenermaßen mehr als nur stolz auf ihre überwiegend positive Entwicklung. Dadurch, dass ich ihr bereits zu Beginn ziemlich viel Vertrauen geschenkt hatte, hatte die Stute gelernt, mir dasselbe zurückzugeben und mir blind zu vertrauen. Wahrscheinlich könnte ich mit ihr eine dieser Öko-Tanten mit Knotenhalfter und Fellsattel (sorry, Gwen! Nimm's nicht persönlich, hab' dich lieb!) werden und sie würde es mitmachen. Einfach, weil sie jeden Blödsinn mitmachte, wenn man sie nur machen ließ.
      Tatsächlich hatte ich es geschafft, auf dem Rücken des Ponys einzuschlafen. Als hätte ich nicht lange genug geschlafen – es war übrigens sechzehn Uhr –, nope. Ich schlief auch noch ein, wenn ich ohne alles auf einem Pony saß. Wie durch ein Wunder lag ich aber nicht im Stroh, als ich aufwachte, sondern noch immer auf Ace, die ebenfalls am Dösen war. Lächelnd klopfte ich ihren Hals, glitt dann von ihrem Körper und verabschiedete mich mit einer Möhre; sie musste ihrem Namen ja irgendwie gerecht werden.
      Dann verließ ich auch Aces Box wieder und ließ die Stute dort zurück; würde wohl seinen Grund haben, warum sie nicht auf der Weide stand.
      Apropos Weide: Als ich das Stallgebäude verließ, konnte ich aus dem Augenwinkel Romantica erkennen, die am Zaun stand und Rozene praktisch an sich kleben hatte. Das Stutfohlen war jetzt knapp sechs Monate alt und würde bald entwöhnt werden können, je nachdem, wie ihre weitere Entwicklung aussehen würde. Wir wollten mit der jungen Stute nichts überstürzen, denn eilig hatten wir es mit ihrer Ausbildung keineswegs.

      Ich wurde allerdings schon bald jäh aus meinem Tun gerissen, denn als ich hörte, wie ein Auto auf den Hof fuhr, ahnte ich bereits, wer mich dort erwartete. Um niemanden warten zu lassen, drehte ich also wieder um und lief zum Parkplatz, wo das Auto schon gehalten hatte und die Laderampe des Hängers gerade geöffnet wurde. Domenic hatte mir zuvor zugesagt, die zwei Neuankömmlinge vom Flughafen abzuholen. Es handelte sich hierbei um Refren, einen Deutschen Reitponyhengst, und Dahiba, die nicht zum ersten Mal zu uns gefunden hatte. Sie hatte zuerst Michelle gehört, hatte dann bei uns gelebt, bis Michelle sie wieder zurück zu sich genommen hatte und jetzt sollte sie wieder auf Townsend Acres leben, worüber ich mehr als nur glücklich war. Die schicke Schimmelstute war mir eben auch ans Herz gewachsen, als sie hier mehrere Monate lang gewohnt hatte, da ging so etwas nicht spurlos an einem vorbei.
      Der Grund für das Eintreffen der beiden war aber nicht sonderlich erfreulich, ganz im Gegenteil: Michelle wollte ihr Gestüt weitestgehend auflösen, da sie einfach überfordert mit der gesamten Situation war und es auch verlockender klang, sich einfach zurückzuziehen. So hatte es sich ergeben, dass Dahiba wieder zu uns kommen würde; Refren begleitete sie, weil Michelle sich sicher war, dass er sich unter seinesgleichen wohlfühlen würde. Deutsche Reitponys gehörten eben immer noch auf das Townsend Acres, da konnte Wikipedia meine IP so oft blocken, wie es wollte, das änderte ja nichts an den Tatsachen!

      Am späteren Nachmittag hatten Gwen und ich es uns an unserem neuen Pool gemütlich gemacht. Elena wollte ich noch nicht herholen, weil die Dahiba direkt sehen würde, da würde sie den ganzen Abend nicht mehr die Box der Schimmelstute verlassen, weil sie Dahiba besessen hatte, als die Stute noch ein Fohlen gewesen war. Und Jojo? Der hatte Dahiba auch einmal gehört; eigentlich müsste Gwen sie auch noch besitzen. Aber so schnell wollte ich sie dann doch nicht wieder hergeben.
      Also waren es heute nur Gwen und ich, die Cocktails schlürfend neben dem Pool saßen und das Wasser beobachteten. Es waren sogar knapp 26°C und das, obwohl es bereits 16 Uhr war – so oft hatten wir das dieses Jahr noch gar nicht erleben dürfen.
      Viel hatten wir von unseren Cocktails dann allerdings auch nicht mehr, denn irgendwann zog ich Gwen hoch, die sich natürlich wehrte („leider“ erfolglos), und schubste sie mit Müh und Not in das kühle Nass.
      Womit ich nicht gerechnet hatte, war dann aber, dass Matthew (woher auch immer der jetzt wieder kam?!) mich hoch hob, mich direkt hinterher schmiss, selbst dann hineinsprang und er und Gwen sich einen Spaß daraus machten, mich immer wieder unterzutauchen.
      Jetzt verschworen die sich auch noch gegen mich.
    • Samarti
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      #Suchti
      13. September 2015
      Eigentlich begann der Morgen ausnahmsweise mal wieder ganz ruhig und entspannt, bis ich nach dem Ausmisten auf die doofe Idee kam, zu Elisa hinüber zu reiten. Immerhin kam das viel zu selten vor und das musste doch geändert werden. Doch zuerst musste ich mich für ein Pferd entscheiden. Da die Stuten momentan näher am Stall standen als die Hengste im Wäldchen, würde meine Wahl auf jeden Fall auf eine Stute fallen. Also stand ich nun dort am Zaun und machte „Ene, mene, muh“ mit meinen hübschen Vierbeinern. Die schauten nur ein wenig verwirrt in meine Richtung und grasten dann weiter, sollte die bekloppte Besitzerin doch ihren alltäglichen Quatsch abziehen.
      Mein „du“ fiel dann auf Minou und so sammelte ich mir meine hübsche braune Stute ein. Vorbildlich ließ sie sich aufhalftern und von der Weide führen. Minou wurde langsam auch Pferd und wuchs allmählich aus ihrem Babyalter. Die fast vierjährige hatte bereits zwei kleine Distanzturniere bestreiten können, auch wenn wir nur ab und an zum Turnier fuhren, kämpfte sie wacker um jede Schleife. Sie stand da ihrem großen Bruder in nichts nach und das, obwohl ich sie zwanghaft noch versuchte zu schonen.
      Deshalb sollte heute auch nur ein kleiner Ausritt anstehen. Es sollte ja kein Problem sein, Elisa mitzunehmen, die kam immer sofort angesprungen, wenn man ihr einen Grund gab, gemütlich durchs Gelände zu zockeln. Aber erst einmal musste ich mein Erdferkel von Pferd sauber bekommen. So machte sich der Herbst also bemerkbar: Mit der Schlammkruste am Pferd. Toll.
      Eine halbe Stunde später war Minou endlich einigermaßen sauber und gesattelt. Dass ihr Fell nicht schimmerte, würde ich heute sicherlich noch vorgehalten bekommen. Wenn nicht von Elisa, dann auf jeden Fall von Elena und wer sie kannte, wusste auch, dass sie irgendwo auf Elisas Gestüt herumlungern würde. Also machte ich mich mehr oder weniger motiviert auf den Weg rüber zu Townsend Acres.

      Irgendwie hatte ich was anderes erwartet als das. Denn als wir auf Townsend Acres ankamen, erwartete uns Stille. Na ja, nicht ganz, ab und an konnte man ein genervtes Stöhnen von Elena wahrnehmen. Die saß auf der Veranda und wippte mit den Beinen hin und her. Als sie mich entdeckte, versuchte sie erst, ihre Langweile noch deutlicher zu machen, ehe sie sich umentschied und aufsprang.
      „Unfassbar dieses Weib! Ich plane extra meinen Tag für sie ein und sie hat keine Zeit!“, bekam ich direkt als erstes zu hören. Kein Hallo. Kein Wie geht’s. Was dachte ich auch, war ja auch Elena… Stattdessen fragte ich also vorbildlich nach, worum es sich denn handle. „Sie zockt. Ständig! Agaquatsch oder so“, fluchte Elena wütend und ich riss mich zusammen nur irgendetwas Falsches zu sagen. Gemeinsam mit Elena überlegte ich mir einen Plan, wie wir Elisa aus dem Haus lockten und der war schnell gemacht, na gut, Colin musste noch kommen…

      „NEIN! Verdammt Colin! Was hast du gemacht! Er darf doch nicht auf Asphalt laufen!“, fluchte Elena theatralisch und laut. Colin stand ihr gegenüber und versuchte sich rauszureden, da er nicht wusste, um was es ging, kam das auch sehr überzeugend rüber. „ARMER CRESSI!“
      Bäm und das war das Stichwort, denn fünf Sekunden später stand Elisa in der Haustür, mit absolut irren Blick, und schaute sich verzweifelt um. „Wo ist er? Was ist passiert?“, fragte sie und rannte auf der Veranda hin und her, während sie Cressis Namen in allen möglichen Varianten rief.
      Elena und ich tauschten nur einen ironischen Blick und nutzten den Augenblick, in welchem Elisa das Tablet aus der Hand legte, um es an uns zu nehmen. Das bekam Colin und ehe Elisa wieder bei Sinnen war, war der über alle Berge.
      „Nein! Was habt ihr getan! Seid ihr bescheuert?“, jetzt erst fiel ihr auf, was los war und das Theater war riesig. Sie konnte sich gar nicht entscheiden, ob sie sich darüber aufregen sollte, dass Elena Cressi sinnlos in Gefahr gebracht hatte oder dass wir ihr ihren ersten Rang versaut hatten.
      Ich schob die kreischende und fluchende Elisa zum Stall und Elena folgte mir mit Minou im Schlepptau. Am Stall übernahm ich Minou wieder und Elisa wurde von Matthew auf den ACE-Saft gesetzt.
      Eine halbe Stunde vorher hatte Elena Matthew angekündigt, dass sie Levi reiten wolle. Dementsprechend ging sie jetzt anscheinend davon aus, dass er ihr auch seine Zügel gab. Ähnlichkeit hatte das neue Pferd ja auch ein bisschen mit ihm…ein bisschen…
      Da Elena aber zu vertieft in das Streitgespräch mit Elisa war, fielen ihr die weißen Punkte auf dem Fell des Rappen gar nicht auf und so stieg sie ohne jegliche Ahnung auf Namida. Matthew war wirklich unmöglich, aber ein Grinsen konnte ich mir noch nicht verkneifen.
      Der Stress kam eine Viertelstunde später im Gelände. Elisa bockte und dementsprechend bekam Elena auf ihre Anschuldigungen keine Rückmeldung mehr und verstummte ebenso. Dabei schien sie anscheinend einen Blick auf ihr Pferd zu werfen, zumindest vermutete ich das nach dem „WAS?!“.
      Dann hatte ich schon zwei bockende Mitreiterinnen. Zum Glück war Jojo momentan auf Reisen, sonst hätte wahrscheinlich auch sie jetzt wieder Bauchschmerzen bekommen und auch gebockt. „Möchte auch mitmachen, gebt mir mal einen Grund“, versuchte ich ein Gespräch anzukurbeln, wurde aber nur böse angeschaut.
      Den Ritt mit unterschiedlichen Gangarten aufpeppen war dann auch nicht mehr erlaubt, nachdem Namida Elena im Trab eiskalt runtergehauen hatte. Ich habe ein Pferd noch nie so motiviert buckeln sehen, erst recht nicht, wenn Elena draufsaß.
      Zugegebenermaßen war ich dann auch sehr froh, als ich Elena und Elisa mit den Worten „Wir sehen uns Morgen!“ auf Townsend Acres absetzen konnte und den Heimweg antreten konnte.
    • Samarti
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      Ausritt
      31. Oktober 2015
      "Ich hoffe es gibt Essen", murrte Elena und warf sich gegen den Heuballen. Der setzte sich daraufhin in Bewegung und rollte die gesamte Stallgasse entlang, um dann am Ende des Stalles auf Matthew zu treffen. "Gwen wars!", tönte es neben mir und ich hatte direkt Elenas Zeigefinger auf der Nase. Matthew fing den Heuballen auf und schob ihn murrend wieder an seinen Platz. "Das der sich bei deinen Gewicht überhaupt bewegt, ist bewundernswert", sagte er knapp. Auf mein "Danke für das Kompliment!" kam jedoch nur ein "Ich meinte Elena."
      In dem Moment, wo ich mich als Rache auch noch einmal gegen den Heuballen werfen wollte, kam Elisa um die Ecke. Schnell standen Elena und ich stramm da und begrüßten sie. Elena schaute während der Umarmung verzweifelt hinter Elisas Rücken, aber anscheinend fand sie auch dort nichts zu Essen. "Was machen wir dann heute?", seufzte sie und sah sich wahrscheinlich schon verhungern.
      "Wir gehen ausreiten! Ich nehme Limo. Gwen kann Diamond reiten und du nimmst Romantica." Sprachlos starrten wir sie. Also waren wir mal wieder nur dafür da, ihre Pferde zu bewegen?! Doch ehe wir protestieren konnten, wurden uns schon die Halfter zugeworfen und Elisa war wieder verschwunden. Wir trafen sie erst am Putzplatz wieder, wo sie bereits ihre Fuchsstute fertig machte.
      Schweigend putzten auch Elena und ich unsere Pferde, in der Hoffnung die Zeit noch herauszögern zu können. Das Herbstwetter war momentan mehr als miserabel und weder sie noch ich hatten Lust auf einen verregneten Ausritt. Elisa hingegen war total motiviert und auch schneller fertig als wir. Deshalb machte sie uns dann Feuer unter dem Hintern. Nachdem sie dann auch Elena noch Essen versprochen hatte, stand ich mit meiner Meinung sowieso alleine da.
      Zehn Minuten später saßen wir dann alle auf den Pferden und machten uns auf den Weg. "Da bist du ja!", tönte Elisa plötzlich fröhlich und als wir uns umschauten, kam uns Matthew auf Ace of Clubs entgegen. Sofort senkten Elena und ich den Blick und ritten schweigend voran, während Elisa ihren stellvertretenden Gestütsleiter vollplapperte. Trotz miesen Wetters und zu viel Arbeit war sie nämlich bestens gelaunt.
      Deshalb schoss sie mitten im Wald auch im vollen Galopp an uns vorbei und schrie nur noch "Wettrennen!". Das ließen sich unsere Pferde nicht zweimal sagen, auch wenn die Reiter vollkommen anderer Meinung waren und schon waren auch wir im Galopp und zwar in der Mischung aus Renn- und Durchgehgalopp. Zum Glück war Diamond ja sonst total lieb und so, dennoch ließ sie sich jetzt gerade kaum noch halten.
      Erst als wir bei der grinsenden Elisa ankamen, parierte sie wieder durch. Elena und ich keuchten mehr als die Pferde und Matthew kam entspannt hinter uns angetrabt. "Das solltet ihr aber noch üben", meinte er knapp und ritt an uns vorbei. Elena und ich wechselten nur einen knappen Blick und beteten dann dafür, dass der Ausritt so schnell wie möglich vorbei ging.
      Natürlich geschah das nicht, wir waren noch ein Weilchen unterwegs, ehe Elisa endlich den Heimweg antrat und wir wieder auf Townsend Acres ankamen. Dort versorgten wir die uns angedrehten Reitpferde und dann lud Elisa und tatsächlich auf ein Mittagessen ein. Sonderlich kreativ waren Spaghetti mit roter Soße nicht, aber sie reichten, um vor allem Elenas Hunger zu tilgen.
    • Samarti
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      Dressurass
      29. November 2015
      „Was war das denn?“, war das Erste, das Matthew von sich gab, als er morgens die Küche betrat. Es waren eisige Minusgrade draußen, auch im Haus blieben wir davon nicht verschont – was man Matthew auch ansah. Seine Wangen waren gerötet und als er seine Jacke ausgezogen hatte und unsere Arme sich streiften, spürte ich die Kälte, die von ihm ausging.
      Ich gähnte. „Ein Gähnen“, klärte ich ihn dann und konnte mir ein weiteres Gähnen nur schwer verkneifen.
      „Hat sich eher nach 'nem brüllenden Löwen angehört.“
      „Erzähl das bloß nicht Jojo, die meint dann, ich würde ihr den Rang wegnehmen wollen.“ Schon griff ich mit den Händen nach der Teetasse und führte sie an meine Lippen. Nachdem ich einige Schlucke getrunken hatte, setzte ich die Tasse wieder auf dem Holztisch ab.
      Matthew sah kurz auf und drehte sein Gesicht zu mir. „Holst du den Berber vom Flughafen ab oder muss ich mal wieder ran?“
      „Würdest du den …?“, fragte ich vorsichtig und blickte Matthew in die Augen, ehe er sich wieder mit dem Rücken zu mir drehte und das Brot schmierte, das vor ihm lag.
      „Nein, eigentlich nicht.“
      „Eigentlich nicht, aber …?“
      „Vielleicht, wenn du dafür das Springtraining von Ace of Clubs und Hall of Fame CU heute übernimmst? Dann haben wir einen Deal.“
      „Nur die zwei?“ Verwundert betrachtete ich den Mann.
      Dann legte er erst richtig los: „Na gut, wenn du so fragst. Der Weg ist lang genug, also kannst du gleich noch Star's Diamond in Dressur trainieren und mit Nanu Nana auf einen kleinen Ausritt gehen. Vielleicht willst du Namida ja auch mitnehmen.“ Grinsend zuckte Matthew mit den Schultern, wartete meine Antwort gar nicht erst ab und verschwand aus dem Raum.
      „Ich fahr dann los, ne? Bis später!“

      Ace und Fame hatte ich dann also mutlos in die Reihalle geschleift und ein wenig über die Sprünge gequält. So wirklich Lust hatte heute keiner von uns dreien gehabt. Ace, die zuerst an der Reihe war, war nicht ganz bei der Sache und auch Fame hatte einfach keinen Bock. Ständig stemmte sie ihre Beine in den Boden und sorgte so dafür, dass ich das Training nach einigen erfolgreichen Sprüngen beendete. Wenigstens hatten wir mit guten Erfahrungen abschließen können.
      Diamond war zugegebenermaßen nicht sonderlich trainiert – in Dressur lief sie noch immer auf E-Niveau. Vielleicht sollte ich in nächster Zeit mal mit ihrem Training einsteigen, denn auch heute zeigte sie sich wieder lernwillig und zeigte Interesse daran, ein paar neue Lektionen und Gangarten anzuschneiden. Dennoch wollte ich es diesmal dabei belassen und drehte anschließend noch mit Nanu Nana eine Runde im Gelände, Namida hatte ich dabei als Handpferd neben mir herlaufen. So ganz brav war Namida noch immer nicht, aber da Nana ein absolutes Ruhepol war, übertrug sich diese Stimmung auch auf die dunkle Stute und so kamen wir alle drei wieder heil daheim an. Gleichzeitig mit Matthew.
      Nachdem ich also Nanu Nana und Namida schnell versorgt und auf die Koppel gebracht hatte, eilte ich Matthew schnell zu Hilfe und schon bald hatten wir Galawayn, den jungen Berberhengst, den wir nun in der Dressur L-fertig trainieren sollten, ausgeladen und in seiner vorübergehenden Box untergebracht. In der nächsten Zeit würde er sich erst einmal eingewöhnen dürfen, anschließend standen einige Ausritte in die kanadische Pampa auf dem Plan und schlussendlich würden wir uns dann an das Dressurtraining machen. Zuerst aber mussten wir mithilfe der Bodenarbeit eine Vertrauensbasis schaffen – besonders bei jüngeren Pferde war das immer etwas, auf das ich mich ziemlich freute.

      Matthew stand am Zaun des Dressurvierecks und sah uns beim Training zu, während ich mit Galawayn daran arbeitete, ihm die neuen Gangarten beizubringen, die gefordert waren. In einer L-Dressur kamen der versammelte Trab und ebenfalls der versammelte Galopp hinzu, doch beide Tempos waren nicht schwer zu lehren.
      Um den versammelten Trab zu erreichen, ritt ich einige Schritt-Trab-Übergänge mit dem Berberhengst. Je mehr Übergänge wir ritten, desto langsamer wurde auch Galawayn beim Traben, schließlich hatte er gemerkt, dass er sowieso wieder in den Schritt wechseln musste. Nach einigen Schritten trabten wir, nach einigen Tritten wechselten wir wieder in den Schritt. Das Ganze führten wir eine ganze Zeit lang durch, bis er wirklich versammelt trabte, dann wiederholten wir das mit Schritt-Galopp-Übergängen.
      Wir galoppierten Runde für Runde über den Platz, während ich viele Tempounterschiede einbaute und einige Galopp-Schritt-Übergänge abfragte, sodass Galawayn auch hier von alleine langsamer und versammelter galoppierte als zuvor. Auch den Zirkel verkleinerten wir ein Stück, wobei ich auf einen klaren Dreitakt achtete. Schließlich galoppierte der Hengst von alleine versammelter als zuvor, und je öfter und länger wir diese Übungen wiederholten, desto besser sah es letztendlich auch aus.
      Die Stunde beendeten wir nach dem Lehren der neuen Gangarten und gönnten Galawayn seine wohlverdiente Ruhe. Wenn wir weiterhin in diesem Tempo arbeiten würden, würde es gar nicht so viel Zeit in Anspruch nehmen, wie ich erwartet hatte.

      In den nächsten Stunden widmeten wir uns den Lektionen, die neu hinzukamen. Dies waren die Kurzkehrt, die Hinterhandwendung und der Außengalopp.
      Wir begannen mit der Kurzkehrt, bei der ich Galawayn zuerst in den Schritt durch parierte und ihn nach links bog, was ich durch die Gewichtsverlagerung nach links und das Treiben des inneren Schenkels verursachte. Zudem wanderte mein äußerer Schenkel circa eine Handbreit hinter den Sattelgurt, um die Biegung zu halten, während ich mit dem äußeren Zügel etwas nachgab, um die Biegung überhaupt zu ermöglichen. Galawayn wollte vorwärts-seitwärts gehen, doch ich hielt die Vorwärtsbewegung auf, indem ich mein Kreuz und die Oberschenkel anspannte, als würde ich durchparieren wollen, und kurze Paraden am äußeren Zügel gab, was den Berber dazu veranlasste, seitwärts zu treten. Sobald er dies tat, trieb ich innen nach, um die Bewegung fortzuführen. Ich verhinderte wieder die Vorwärtsbewegung, sodass der Vierbeiner unter mir wieder seitwärts trat. Dies wiederholten wir, bis ein Halbkreis entstanden ist, wofür wir bestenfalls sechs Schritte brauchten. Nachdem der Halbkreis vervollständigt war, gab ich dieselben Hilfen wie zuvor, doch diesmal hielt ich die Vortwärtsbewegung nicht auf und Galawayn ging vorwärts-seitwärts, woraufhin ich den Hengst wieder gerade stellte und auf dem Hufschlag weiter ritt.
      Wir wiederholten diese Lektion einige Male, bis sie wirklich saß und für den Anfang akzeptabel aussah, dann wandten wir uns der Hinterhandwendung zu.
      Um die Hinterhandwendung zu üben, hatten wir zuerst zwei Stangen im 90 Grad-Winkel auf den Boden gelegt, die als Begrenzung dienen sollten. Während wir auf der Mittellinie ritten, wendete ich Galawayn aus dem Schritt heraus und ritt mit ihm in die Ecke hinein. Daraufhin drehte der Fuchs sich um das eigene Hinterbein. Dies wiederholten wir so lange und so oft in den Trainingseinheiten, bis die Hinterhandwendung auch ohne die Begrenzung durch die Stangen klappte.
      Die nächste und auch letzte Lektion war der Außengalopp. Dazu galoppierten wir ein kurzes Stück und ritten von der kurzen Seite aus der Ecke einen kleinen Schlenker auf den Hufschlag zu, als würden wir aus einer Schlangenlinie zurückkommen. Dabei galoppierten wir an und parierten vor der Ecke durch. Je besser das klappte, desto mehr von der Ecke nahmen wir hinzu. Zuerst kürzten wir ab, bis wir die Abkürzungen immer weiter verlängerten und schließlich gar nicht mehr benötigten, da Galawayn in den Außengalopp sprang, sobald es von ihm verlangt wurde.

      Obwohl Galawayn sich ausgesprochen lernfähig und konzentriert zeigte, dauerte es auch bei dem Berberhengst, bis er sich in der Szene etabliert hatte und wirklich durchstarten könnte. Trotzdem: Als er dann schließlich L-fertig war und eine L-Dressur problemlos laufen könnte, war ich umso zufriedener mit dem Endergebnis. Es sah einfach wahnsinnig schön aus, wenn er seine kräftigen Galoppsprünge durch das Dressurviereck machte und der lange Schopf nur so flog.
      Ein wenig schwer fiel es mir ja, den schicken Fuchshengst mit den großen, ungewöhnlichen Abzeichen gehen zu lassen. Genau das war auch der Grund, warum ich ihn sogar dann noch persönlich zum Flughafen brachte und mich von ihm verabschiedete, statt Matthew wieder dazu zu bringen, das für mich zu erledigen.
      Tja, manchmal musste auch das mal sein.
    • Samarti
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      Neues Jahr, neues Glück
      02/2016 | 1369 Zeichen
      Mit Sicherheit hatte ich schon wieder über die Hälfte meiner Pferde aussortiert. Was am Anfang ziemlich gemein klang, war allerdings gar nicht so gemeint.
      Viele geblieben waren allerdings nicht. Von Ace of Clubs hatte ich mich nicht trennen können, genauso wie von Audio Delite at Low Fidelity, Romantica, Trés Jolie und auch Ocean Water. Die Damen würden auf jeden Fall erst einmal bleiben, ebenso wie Liluye und Hall of Fame CU.
      Bei den Hengsten sah das da schon anders aus: Hier hatte ich nur noch sechs, und bei zweien war ich mir nicht einmal mehr ganz sicher. Momentan bestand der Hengststall allerdings nur noch aus Avanti, Azrael, Intoxicated, Tenacious, Levi und Cardillac. Besonders letzterer würde es mir wahrscheinlich nicht wirklich verzeihen, würde ich ihm Umzugsstress antun.
      Die Kleinen fielen mir besonders schwer. Aponi und Pamuya blieben auf jeden Fall, genau wie Nessaja. Von Beverly und Pina könnte ich mich auch nicht trennen, Chesmu würde auch dort bleiben, wo er hin gehörte. English Love Affair war zwar noch nicht so lange hier, aber bei ihr war ich mir schon wieder nicht mehr so sicher. Auch Vendetta müsste ich mir noch einmal durch den Kopf gehen lassen.
      Alles in allem war es schon wieder eine ziemliche Bestandsverkleinerung gewesen, die ich hier hatte über mich ergehen lassen. Aber hey, anscheinend brauchte ich das einmal im Jahr.
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  • Album:
    2.1 - Hauptstall
    Hochgeladen von:
    Samarti
    Datum:
    31 März 2017
    Klicks:
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    Kommentare:
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    EXIF Data

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    Rufname: Multivitaminsaft, Säftchen
    geboren: April 2007 | Alter: 10 Jahre


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    Rasse: Deutsches Reitpony
    Geschlecht: Stute
    Farbe: Braunschimmel Farbwechsler
    Stockmaß: 155 cm

    Beschreibung:

    Ace of Clubs ist eine dominante Stute, die vor nichts und niemandem Halt macht. Sie ist neugierig, willensstark und weiß sich durchzusetzen. Die Braunschimmelstute sticht nicht zuletzt wegen ihrer außergewöhnlichen Fellfarbe und ihrer überdurchschnittlichen Größe ins Auge; auch präsentiert sie sich gern und sorgt dafür, dass sie im Mittelpunkt steht. Zwar würde sie dafür vieles tun, doch eines käme ihr niemals in den Sinn: ihre Bezugsperson zu hintergehen oder gar zu vernachlässigen. Für diese Person würde das Pony durchs Feuer gehen und alle möglichen Hürden zu überwinden versuchen. Denn schenkt man es einem einmal sein Vertrauen, dann vollständig und für immer. Bei unserem Säftchen funktioniert dies ganz nach dem Motto „Ganz oder gar nicht“.
    Die Schimmelstute hasst es jedoch, wenn man ihr nicht das gleiche Vertrauen entgegenbringt, das auch sie einem schenkt. Bei dem kleinsten Fünkchen Skepsis oder gar Misstrauen wird sie zickig und macht deutlich, dass ihr das nicht passt, indem sie dickköpfig und genervt reagiert.
    Aufgrund ihrer sensiblen Ader ist sie keinesfalls für Reitanfänger geeignet, da diesen oftmals nicht nur ein wenig das Vertrauen in die sanften Pferde fehlt, was dann dazu führt, dass sie keine Lust mehr hat und dies auch zeigt, was den unerfahrenen Reiter noch mehr verunsichert.

    Eigentlich ist das Pony in der Ausbildung schon sehr weit voran geschritten. Sie zeigt sich sehr lernwillig und konzentriert bei der Arbeit, ist dennoch kein Anfängerpferd und will sich nicht unterordnen lassen, weshalb man hier eine Rangordnung zwischen Mensch und Pferd nicht zu erwarten hat. Vielmehr braucht sie einen Teampartner, erst dann blüht sie richtig auf.
    Lediglich dem Hufschmied gegenüber verhält sie sich noch nicht vorbildlich, zieht gerne öfters den Huf mal weg. Gewalttätig wird sie in dem Sinne allerdings nie - sie versucht nur, der Behandlung irgendwie zu entkommen.

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    eingeritten [] | eingefahren []
    Reitstil: Englisch


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    Dressur S | Springen M| Gelände M

    SK 428
    260. Dressurturnier
    180. Militaryturnier
    68. Synchronspringen
    200. Militaryturnier
    298. Dressurturnier
    71. Synchronspringen
    200. Distanzturnier
    293. Springturnier

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    zur Zucht zugelassen []
    steht als Leihmutter zur Verfügung []
    Erreichte Punktzahl: 21 Punkte

    Gencode: Ee Aa Gg Rnrn

    Carenté-Pferd []
    Decktaxe: n. v.


    Besitzer: Samarti
    Ersteller: Elii

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    gechippt []
    Letzte Kontrolle: 02/2015
    Letzte Impfung: 02/2015 | Letzte Wurmkur: 02/2015


    beschlagen []
    Letzte Kontrolle: 02/2015

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    Offizieller Hintergrund


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