1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen
Leaenna

Abraksas

[img]http://i55.tinypic.com/hwd2k2.png[/img] [right][img]http://i55.tinypic.com/21c5mw8.png[/img][/right] [center][color=#000080][b][i]Sieshof's Abraksas[/i][/b][/color] [b]Rufname:[/b] Anton [img]http://i52.tinypic.com/2074zrm.jpg[/img] [b]Rasse:[/b] Rheinisches Warmblut [b]Geschlecht:[/b] Hengst [b]Stockmaß:[/b] 1,68 m [b]Fellfarbe:[/b] Brauner[/center] [right][img]http://i53.tinypic.com/2ewpa41.png[/img][/right] [center][b][color=#000080]S[/color]pringen Klasse:[/b] E A L M S* S** S*** [b][color=#000080]D[/color]ressur Klasse:[/b] E [b][color=#000080]M[/color]ilitary Klasse:[/b] E [url="http://www.joelle.de/topic/54814-gewinner-des-31-synchronspringturnieres/"][img]http://www.joelle.de/uploads/1234302890/gallery_5_4346_1878.gif[/img][/url][url="http://www.joelle.de/topic/54890-239-springturnier-gewinner/"][img]http://www.joelle.de/uploads/1234302890/gallery_5_4346_2328.gif[/img][/url][url="http://www.joelle.de/topic/55191-32-synchronspringturnier-gewinner/"][img]http://www.joelle.de/uploads/1234302890/gallery_5_4346_1878.gif[/img][/url][url="http://www.joelle.de/topic/55752-34-synchronspringturnier-gewinner"][img]http://www.joelle.de/uploads/1234302890/gallery_5_4346_2328.gif[/img][/url][url="http://www.joelle.de/topic/55750-244-springturnier-gewinner/"][img]http://www.joelle.de/uploads/1234302890/gallery_5_4346_3868.gif[/img][/url][url="http://www.joelle.de/topic/57962-39-synchronspringens/page__pid__1716942#entry1716942"][img]http://www.joelle.de/uploads/1234302890/gallery_5_4346_3868.gif[/img][/url] [img]http://i54.tinypic.com/2im0tjp.jpg[/img] [img]http://www.joelle.de/uploads/1235673999/gallery_5_4517_2333.png[/img][/center] [right][img]http://i54.tinypic.com/oazq10.png[/img][/right] [center][b][color=#000080][i]Sieshof's Abraksas[/i][/color] ist ein treuer Partner in Freizeit und Sport. [/b] [b][color=#000080]I[/color]m Umgang[/b] zeigt [color=#000080][i]Sieshof's Abraksas[/i][/color] ein sanftes Wesen und bindet sich stark an einzelne Bezugspersonen. Der Hengst tritt oder beißt im normalfall nicht, ist beim Putzen artig, nur am Bauch etwas kitzlig. [color=#000080][i]Sieshof's Abraksas[/i][/color] ist jedoch kein Kuscheltier und keineswegs ein Freund von plärrenden Kindern, die ihm um die Beine springen; denen würde er zwar nie wirklich etwas tun, aber bei zu viel Tumult legt er schon einmal die Ohren an. Was er außerdem überhaupt nicht mag sind Fliegen, nach denen er, wenn sie ihn stören, tritt. Zu anderen Pferden ist [color=#000080][i]Sieshof's Abraksas[/i][/color] in der Regel friedlich und auf Gezicke anderer Hengste geht er selten ein - lediglich vor den Stuten muss er natürlich zeigen, was er drauf hat. [b][color=#000080]U[/color]nterm Sattel[/b] ist [color=#000080][i]Sieshof's Abraksas[/i][/color] gut ausgebildet, hat aber auch einen eigenen Kopf. Der Sturkopf will gefördert und gefordert werden, ansonsten hat man bald 200 Kilo auf den Zügeln, wenn er sich mit aller Macht dagegen stemmt. In der Dressur ist der Hengst etwas schwerfällig und stellt sich bei Bahnfiguren plump an. Beim Springen dagegen vergisst [color=#000080][i]Sieshof's Abraksas[/i][/color], so scheint es, manchmal alles um sich herum; dann stellt er die Ohren auf, es gibt nur noch ihn und das Hindernis, er legt ordentlich an Tempo zu und der Reiter auf seinem Rücken ist vergessen. In dieser Sparte ist [color=#000080][i]Sieshof's Abraksas[/i][/color] also mit Sicherheit kein Anfängerpferd, aber ein brillianter Lehrer.[/center] [b]Zubehör:[/b] [spoiler] PNG: [spoiler] [url="http://i56.tinypic.com/mww6kp.png"]PNG Ganz[/url] [url="http://i52.tinypic.com/2llk58o.png"]PNG Puzzle[/url] [/spoiler] [url=http://www.abload.de/img/antontobti1ir0.jpg]Toben / Payty[/url] [url=http://www.abload.de/img/antonspringt6bs2h.jpg]Freispringen / Payty[/url] [url=http://www.abload.de/img/antondecke19hse5.jpg]Decke #1 / Payty[/url] [url=http://www.abload.de/img/antondecke2gisb4.jpg]Decke #2 / Payty[/url] [url=http://www.abload.de/img/antonweideovszz.jpg]Galopp / Payty[/url] [url=http://www.abload.de/img/antonreitset8bsnk.png]Reitset / Carisi[/url] [url=http://www.abload.de/img/antontrabx8sh3.jpg]Trab / Norwi [/url] [img]http://i52.tinypic.com/33vlxtv.gif[/img] Galoppanimation / Payty [img]http://i54.tinypic.com/k12o94.png[/img] Springportrait / Payty [/spoiler]

Abraksas
Leaenna, 20 Mai 2011
Rinnaja gefällt das.
    • Leaenna
      Feels Like Home
      1


      ...There's something in your eyes, makes me wanna lose myself
      Makes me wanna lose myself in your arms...


      Da! Endlich! Da war er. Jetzt kam er federnden Schrittes in die Halle getrabt, sein Reiter parierte ihn zum Halten,
      richtete einige Schritte rückwärts. "...auf Sieshof's Abraksas!" hallte es durch die Lautsprecher; wie gebannt hing mein Blick auf dem edlen Hengst, den ich schon lange vergötterte. Diese Haltung, diese Kraft in den sehnigen Beinen wenn er regelrecht über die Hindernisse flog, und erst dieser aufmerksame, intelligente Blick, in dem ich mich jedes mal geradezu verlor. Abraksas schnupperte noch einmal an einem der Hindernisse, dann wurde er zu einem leichten Galopp angetrieben und trat das Springturnier, zu dem ich nur, um ihn zu sehen, gekommen war, als letzter Teilnehmer an. Ich spürte, wie ich bei jedem Sprung in der Bewegung mitging, wie ich mitfieberte; wie in mir der utopische Wunsch aufkam, nur einmal auf Abraksas' Rücken zu sitzen oder wenigstens die Arme um den muskulösen Hals zu schlingen. Nullrunde, Spitzenzeit - Sieshof's Abraksas gewann um Längen! Die Nationalhymne erklang majestätisch, die Schleife an seinem Zaumzeug glänzte im Scheinwerferlicht; der Hengst tänzelte auf der Stelle, neigte wie gebieterisch den Hals, und ich könnte wetten, dass er stolz war. Ich jedenfalls war es aus unerfindlichem Grund - war stolz auf das Pferd, das nicht einmal mir gehörte. Noch nicht.

      ...There's something in your voice, makes my heart beat fast
      Hope this feeling lasts the rest of my life...


      Meine Finger krallten sich um die Zeitungsseite, die ich vor einigen Tagen gesehen und sofort mit einem irrsinnigen
      Quietschen ausgerissen hatte; mitlerweile war sie ganz zerknürrt von meinen nervösen Anbandlungen, dem immer
      wieder zu- und entfalten. Aber sie gab mir Sicherheit. Die Sicherheit, dass ich nicht träumte, dass ich mir die
      Verkaufsanzeige nicht nur eingebildet hatte und dass ich mich mit einem solchen Irrtum gleich nicht völlig blamieren würde, wenn ich vor Abraksas Besitzer stand. Der Securitymann warf einen kurzen Blick auf das VIP-Ticket, das um meinen Hals baumelte, dann machte er den Weg frei. Der betörende Geruch nach Pferd schlug mir entgegen, als ich in die provisorische Boxengasse trat, und da stand er; spitzte die Ohren, als er mich sah, und brummelte neugierig. Er brummelte mich an. Und mein Herz setzte vor Überwältigung einmal aus, nur um dann doppelt so schnell in meinem Hals weiterzuschlagen. "En-Entschuldigung..." Der junge Reiter zog sich den Helm vom Kopf, fuhr sich mit den Fingern durch das dunkelblonde Haar, lächelte mich an. "Ja bitte?" - "Ich komme wegen Abraksas..."

      ...If you knew how lonely my life has been
      And how long I've been so alone...


      "...keine Frage des Geldes. Ich meine, selbstverständlich hat so ein Pferd seinen Wert, auch seiner Gewinne wegen,
      aber ich sehe das vielmehr nach dem Motto 'Platz vor Preis'. Wenn Sie mir versichern könnten, dass er weiterhin im
      Springsport gefördert werden würde... - Kaffee?" Ich schüttelte dankend den Kopf, nippte an meiner noch halbvollen
      Tasse, ließ den Blick für einen Moment nachdenklich durch das gemütliche Reiterstübchen schweifen, ehe ich langsam
      zu sprechen begann: "Es gibt da einen Verein in der Nähe, der Springturniere organisiert. Ein Wallach von mir geht
      dort bereits recht erfolgreich. Das würde ich auch Abraksas bieten - nebst der regulären Turniere, versteht sich." Er hing an ihm, ich sah es in seinen Augen. Ich würde nicht unhöflich nachhaken, was er für Gründe hatte, Abraksas zu verkaufen; sollte es ein gesundheitliches Problem sein, würde meine Tierärztin das rausfinden, aber davon ging ich nicht aus. Und dass der junge Mann sich so um den hengst sorgte, machte ihn gleich viel sympathischer; ich konnte es nicht ausstehen, wenn Pferde bei Menschen nur als Sportgeräte galten. Über meine Lippen huschte ein Lächeln. "Und wenn mal kein Turnier oder Training ansteht, gibt es saftige Weiden zum Herumtollen, ausgiebiges Putzen oder gemütliche Ausritte. Alles, was das Pferdeherz begehrt." Ich glaube, das war es, was Abraksas Besitzer letztendlich überzeugte; mehr als jeder versprochene Turniergang wog das Wohlergehen des Hengstes. "Kann ich morgen mal vorbeikommen, mir Ihren Hof ansehen?"

      ...And if you knew how I wanted someone to come along
      And change my life the way you've done...


      Die Vögel zwitscherten fröhlich während wir über den Hof stapften; der Tag war noch jung, ein kühler Wind ließ eine
      Gänsehaut über meine Arme kriechen, aber ich hieß sie willkommen und genoss sie, wusste ich doch, dass es in
      wenigen Stunden schon wieder unerträglich heiß sein würde. "Abraksas würde dann für die Nächte eine der Paddockboxen hier bekommen. Die anderen Pferde immer im Blick, jedoch mit Schutz, damit sie sich nicht beißen. Tagsüber stehen meine Tiere sowieso immer auf den Weiden - zu denen geht es da lang, wenn Sie mir bitte folgen." Munter lief ich weiter und... niemand folgte mir. Verwirrt drehte ich mich um; Abraksas Noch-Besitzer stand mit einem milden Lächeln auf dem Hof, seine Augen wanderten über den Stalltrakt, die Reitplätze, die Wiesen. "Sir..?" -"Patricia, ich glaube, Anton wird es bei ihnen wirklich gut haben." Wird? 'Wird' war nicht 'würde' . 'Wird' war Zukunft, war eine Zusage - oder nicht? "Heißt das..?" setzte ich vorsichtig an, nachzufragen, und nestelte unruhig am Saum meines Shirts herum. "Ja. Ich wäre sehr froh, ihn bei Ihnen in guten Händen zu wissen." Ich atmete tief ein und aus, nickte und war mir nicht sicher, ob meine Stimme einen Sprechversuch mitmachen würde: "Wow. Das ist so... Wow. I-ich meine..." Jetzt krieg dich mal wieder ein, Payty..! "Dann werde ich morgen mit meiner Tierärztin wegen der Ankaufsuntersuchung vorbeikommen, wenn Ihnen das passt."

      ...It feels like home to me, feels like home to me
      It feels like I'm all the way back where I come from...



      [​IMG]
    • NorwegeerStar
      Tierarztbericht für Sieshof's Abraksas

      Himmel, war das eine Quälerei. Normalerweise begann mein Arbeitstag nicht vor 8 Uhr, manchmal sogar noch später, je nach dem, wann denn ein Patient meine Hilfe benötigte, aber heute musste ich doch wirklich schon um 7 Uhr auf dem Hof von Payty sein. Mit einem Gähnen fuhr ich auf den Hof, während sich am Haupthaus auch schon die Tür öffnete und Payty heraus kam.
      Wir würden mit meinem Auto fahren, weil es erstens voll ausgestattet war für Untersuchungen und es zweitens totaler Schwachsinn gewesen wäre mit zwei Autos die weite Strecke zu fahren.
      "Erzähl mir doch etwas von ihm.." bat ich Payty irgendwann, während wir über die Autobahn fuhren und bekam die nächstens eineinhalb Stunden eine genaue Beschreibung des Wunderhengstes - besser, ich hätte nicht gefragt. Der Hof, auf dem wir schließlich ankamen war groß, bot Platz für mehr Pferde als ich und Payty auf unseren Höfen gemeinsam hatten, und ich parkte meinen Wagen auf einem der Parkplätze.
      Während Payty sich nun auf den Weg machte den Besitzer ausfindig zu machen, ging ich bereits in den Stall, an jeder Box prangte ein Stallschild, so war es ein leichtes den Braunen Hengst ausfindig zu machen. "Na du.." doch viel Zeit, mich mit Abraksas auseinander zu setzen hatte ich gar nicht, denn da hörte ich auch schon Stimmen und Schritte, die eilig auf mich zukamen.

      "Okay, am besten wäre es, Sie würden mir den Hengst vorreiten, ginge das?" Der junge Mann nickte, die dunkelblonden Haare fielen ihm in die Stirn.
      Nachdem der Hengst geputzt war - ich wollte ja niemandem in die Arbeit pfuschen - tastete ich ihn ab. An der Wirbelsäule war nichts festzustellen, er zuckte nicht und auch sonst waren keine Muskelverspannungen fest zu stellen. Ich wollte, noch im Ruhezustand, den Puls messen und die Organe abhören, wobei sich hier keinerlei Abnormalitäten zeigten. Die Beine mit den wunderschönen Abzeichen waren nicht warm oder geschwollen, willig ließ Abraksas sie bewegen und der Besitzer schien diese Prozedur schon zu kennen, holte in der Zwischenzeit den Sattel und den Zaum. "Gut soweit." antwortete ich auf einen vielsagenden - oder eher fragenden - Blick von Payty die Zufrieden Lächelte. Doch man sollte den Tag nicht vor dem Abend loben, nicht?
      Das Satteln verlief Problemlos, kein Sattelzwang, kein giften in sämtliche Richtungen und so wurde Sieshof's Abraksas in die Halle geführt, Payty und ich standen in der Mitte und beäugten jeden Schritt.
      Etwa nach einer halben Stunde kam der junge Mann auf uns zu, forderte Payty auf, sich doch einmal in den Sattel zu schwingen.
      Gesagt getan, und auch unter einem fremden Reiter schien der Hengst die Ruhe selbst zu sein, auch wenn die Bahnfiguren nicht all zu graziös ausfielen, die Stärke schien eindeutig im Springen zu liegen, wie mir dann auch prachtvoll mit einigen, wenigen Sprüngen bewiesen wurde.
      Auf meiner Unsichtbaren Checkliste hakte ich nach dem Ritt ab, dass Abraksas taktrein ging und keinerlei Probleme mit dem Gleichgewicht hatte. Außerdem schien er gut im Rücken mitzuschwingen und hatte kein Problem mit der Wirbelsäule, was bei einem Springpferd dieser Klasse durchaus zu berücksichtigen war.

      Auf der Stallgasse legte ich dann selbst wieder Hand an, nahm die Gamaschen ab und tastete sofort ein zweites mal die Beine ab, die, genau wie beim ersten Mal, nicht geschwollen und trotz der Anstrengung nicht warm waren. Ebenfalls zum zweiten mal hörte ich die Lungen ab, sowie das Herz - hatte sich beides wieder reguliert? Hatte es, wenn nicht, hätte Payty auf Dauer ein Problem kriegen können und dabei hätte Husten das geringste sein können. Ein Blick in die wachen Augen bestätigte mir, was was ich eigentlich schon kategorisch ausgeschlossen hatte - das Pferd hatte keinerlei Beruhigungsmittel oder Ähnliches bekommen. Die Ohren waren Pilz und Milbenfrei und ein letzter Blick auf die Zähne verriet mir, dass hier zwar in nächster Zeit mal wieder geschliffen werden müsste, doch sonst nichts faul war.
      "Wenn es okay wäre, würde ich noch gerne einen Blick auf den Impfpass werfen." schloss ich meine Untersuchung am Pferd, dass mir nun die Nase in die Hosentasche schob, in dem es - ganz zu Recht - einige Leckerlis zu ermuten schien. Eines steckte ich ihm zu, mit einem bedankte sich Payty bei ihm und auch der (Noch-)Besitzer gab Abraksas gerne eins und willigte auch sofort ein, mir Einsicht zu gewähren.

      Leise vernahm ich das Trommeln der Finger auf dem Tisch, während ich schweigend die Papiere studierte und sich Payty mit dem Besitzer unterhielt. Ich spürte wie angespannt sie war, ging es doch immerhin nun darum, ob das Pferd, Sieshof's Abraksas, tierärztlich Kaufenswert war. In Sportlicher Hinsicht war er das auf jeden Fall, war er doch ein Garant für Siege. Ich räusperte mich und sofort verstummte das Gespräch, zwei Blicke richteten sich auf mich und ich nickte langsam. "Ich sehe keinen Grund, weshalb Sieshof's Abraksas nicht gekauft werden sollte, allerdings müsste der Impfschutz im Sommer und die Wurmkur in absehbarer Zeit erneuert werden." Sollten sich die beiden darüber einig werden, wer was wie übernahm - aber der Blick Paytys Augen sagte wohl mehr als tausend Worte; Sie würde dem Hengst auch eine ganze Jahresration an Wurmkur und Impfungen verpassen, solange alles andere in Ordnung wäre und sie das Pferd bald ihr eigen nennen konnte.
      Wenig später verabschiedeten wir uns, ich mit einem freundlichen 'Auf wiedersehen' und Payty mit dem Versprechen sich bald zu melden, um den Transport des Hengstes zu planen.
    • Leaenna
      Körungsversuch I

      Heute habe ich mit Abraksas an unserer ersten gemeinsamen Hengstkörung teilgenommen. Schon früh am Morgen putzte ich Anton ordentlich und flocht ihm Turnierzöpfchen, ehe ich ihm die Gamaschen anlegte und ihn auf den Hänger führte. Der verladefromme Hengst machte während der Fahrt keine Probleme.

      Ich hatte schon mit anderen Pferden an mehreren Körungen teilgenommen, doch nie war ich kurz davor so ruhig gewesen. Dass mich heute nichts aus der Ruhe zu bringen schien, lag sicher nicht zuletzt an Sieshof’s Abraksas. Der Hengst war als Turniergänger lärmende Menschenmassen und Scheinwerferlicht von klein auf gewöhnt; jetzt konnte ich von ihm lernen. Im Schritt ritt ich ihn in die Halle und gab bei X Paraden zum Halten. Anton, wie ich den Hengst liebevoll rief, stand wie eine Eins und mir wurde ein Mikrofon gereicht. „Sieshof’s Abraksas ist ein zehnjähriges Rheinisches Warmblut mit guter Abstammung. Sein Talent liegt besonders im Springsport, wo er auch bereits Schleifen gewonnen hat.“, stellte ich meinen Hengst vor, ehe die Musik einsetzte. Ich hatte lange gegrübelt, welche Gangart ich auf der vorgegebenen Zirkelrunde zeigen sollte, und mich für den Trab entschieden. Abraksas‘ Stärke war eigentlich der raumgreifende Galopp, aber ein Zirkel reichte kaum aus, um diesen zu präsentieren. Die Runde ging schnell vorbei; kaum Zeit für den nicht ganz kleinen Hengst, um richtig in Fahrt zu kommen. An der kurzen Seite parierte ich aus dem Trab zum Halten und legte beide Beine ein Stück hinter den Sattelgurt. Anton nahm den Kopf runter, schnaubte ab und setzte schließlich seine langen Beine vorsichtig drei Schritte rückwärts. Es folgte ein Wechsel durch die halbe Bahn im Schritt: In dieser langsamen Gangart, wo alle Blicke auf mir lagen, konzentrierte ich mich noch einmal besonders darauf, die Fußspitzen zum Pferd zu drehen. Abraksas‘ Ohren zuckten bei dieser Regung in meine Richtung; und als spüre er, dass es jetzt galt, sich zu präsentieren, verharrte sein edler Kopf kurz vor der Senkrechten. Wieder auf dem Hufschlag angekommen, reichte eine minimale Berührung meiner Waden an Abraksas‘ Bauch, um den Hengst – endlich – anzugaloppieren. Freudig legte er, wie geübt, mit dem Takt der Musik an der langen Seite zu, ließ sich aber problemlos wieder einfangen und auf den Zirkel lenken. Als wir X passierten, stellte ich die Hilfen um, trieb noch einmal nach – und Anton vollführte den fliegenden Wechsel flüssig!
      Die Zeit, ihm lobend den Hals zu klopfen, nahm ich mir; indes wurden die drei Hindernisse aufgebaut, denen ich schon die ganze Zeit entgegenfieberte. Jetzt würde Anton zeigen können, was er wirklich drauf hatte; denn während seine Bahnfiguren oft etwas plump wirkten, schien er sich beim Springen in ein völlig anderes Pferd zu verwandeln, das vor Elan und Kraft schier überquoll. Endlich standen die beiden Kreuze und die zweifache Kombination und die Helfer hatten die Bahn verlassen. Antons Blick folgte dem meinen über den kleinen Parcours, er schien sich die Reihenfolge genauso einzuprägen wie ich. Ich griff die Zügel nach und galoppierte an. Ich hatte das Hindernis, auf das wir zusteuerten, fest im Blick, dann spürte ich wie sich Abraksas kräftig abstieß und die erste Hürde mühelos überwand. Mit vor Freude leuchtenden Augen ritt ich die zweifache Kombination an – das Springen war mein und Antons Element, auch diese überwand der Hengst, ohne eine Stange zu reißen. Dagegen war das zweite Kreuz nur noch ein kleiner Hüpfer und Abraksas machte mehr einen großen Galoppsprung, als dass er wirklich sprang. Mein leiser Freudenschrei ging im höflichen Applaus der Zuschauer unter, aber das Lächeln ließ sich nicht von meinen Lippen wischen, als ich noch einmal bei X hielt und zum Abschied grüßte. Schließlich verließ ich die Halle am langen Zügel. Das Ergebnis blieb abzuwarten, aber Anton und ich hatten auf jeden Fall unseren Spaß gehabt!

      Abraksas gewann die Körung! Edel flatterte die Schleife an seiner Trense, als wir die Ehrenrunde im Galopp drehten; am Abend wieder zu Hause pinnte ich sie stolz an die Box. Und für den Hengst gab es zur Belohnung einen extra leckeren Apfel.
    • Leaenna
      Feels Like Home
      2

      ...A window breaks, down a long, dark street,
      And a siren wails in the night...


      "Ist gut, mein Junge", murmelte ich dem Hengst beruhigend zu, aber vermutlich war ich in Wirklichkeit sowieso viel aufgeregter als Abraksas, der nur die Nüstern leicht blähte. Vorsichtig führte ich ihn auf den Hof. Seine Hufe klangen zu laut auf der Rampe in der fast vollkommenen nächtlichen Stille. Nur eine Grille zirpte irgendwo, sicher in den Büschen neben dem Haus. Für einen Moment blieb der Braune mit gespitzten Ohren auf dem Hof stehen, dann hob er den Kopf und stieß ein leises, hohes Quietschen aus. Auf den Weiden rings um den Hof antworteten vereinzelt meine Pferde mit einem zögerlichen Wiehern. "Willkommen zu Hause", wisperte ich Abraksas zu und klopfte ihm den Hals. In der Stadt begann eine Sirene zu heulen und meine Finger schoben sich beschwichtigend unter die kurze, aber dichte, dunkle Mähne des Pferdes. Schon senkte Abraksas entspannt den Kopf und ein erleichtertes Lächeln huschte über meine Lippen, während mein Herz ganz plötzlich dreimal so schnell zu schlagen schien. Es war ein wundervolles Gefühl zu spüren, dass der Hengst mir vertraute.

      ...But I'm alright, 'cause I have you here with me,
      And I can almost see, through the dark there is light....


      Es war ein unglaublich langer Tag gewesen und fast hätte alles nicht hingehauen. Meine Vertretung auf dem Hof für die Stunden, die ich unterwegs sein würde, um Abraksas zu holen, hatte kurzfristig abgesagt. Und ich konnte unmöglich verantworten, dass meine Pferde hier den ganzen Tag alleine sein würden. Immerhin bedeuteten alleine die Hin- und Rückfahrt zu Abraksas' ehemaligem Stall je zwei Stunden Fahrt. Schleßlich, nach vielem Hin- und Hertelefonieren hatte sich eine Freundin kurzerhand bereit erklärt, wenigstens einmal vorbeizukommen um nach dem rechten zu sehen. Und ich war doch noch, überstürzt und reichlich spät, losgefahren - Gründlich angefressen und mit der Laune total im Keller. Bis wir angekommen waren und Abraksas seinen edlen Kopf über die Boxentüre gereckt, mir über die Handfläche geleckt hatte. In diesem Moment konnte ich nichts und niemandem mehr böse sein.

      ...If you knew how much this moment means to me,
      And how long I've waited for your touch...


      Sein Besitzer - Früherer Besitzer - hatte mir angeboten, über Nacht zu bleiben, aber ich wollte die Geduld meiner Freundin nicht ausreizen und fühlte mich einfach doch immernoch am wohlsten, wenn ich selbst nach meinen Pferden sehen konnte. Also hatten wir den braven Abraksas verladen und waren die Nacht durchgefahren.
      Als ich Abraksas in seine Box führte und gewohnheitsmäßig zu mir umdrehte, konnte ich ein Gähnen nicht unterdrücken. Auch der Hengst schnaubte müde, aber zufrieden. Er machte nicht dein Eindruck, als mache ihm der Umzug etwas aus; aber fremde Boxen war er als Turniergänger ja schließlich auch gewöhnt. Vielmehr hatte ich den Eindruck, dass der stattliche Braune einfach nur froh war, endlich zur Ruhe zu kommen. Vorsichtig zog ich ihm das Halfter vom Kopf, murmelte leise, liebevolle Koseworte. Und erwartete, dass er sich abwenden würde. Aber Anton blieb stehen. Blieb stehen, musterte mich aus seinen klugen Augen, ehe ich sanft begann, ihn zu kraulen, und er er sie genüsslich halb schloss.

      ...And if you knew how happy you are making me,
      I never thought that I'd love anyone so much...


      Vorsichtig, um ihn nicht zu verschrecken, ließ ich mich an der Boxenwand hinabgleiten. Anton blinzelte träge und machte einen Schritt zurück, als mache er mir Platz; dann wandte er sich wieder mir zu. Ich hielt ganz still. Seine Nüstern erkundeten sanft mein Gesicht, schnoberten durch mein Haar, bliesen mir warmen Atem in den Nacken. Ein nicht unangenehmer Schauer rann meinen Rücken hinab. Ich hob eine Hand, strich über Abraksas' Nasenrücken, über seine Stirn, sein Ohr, fuhr durch seinen Schopf.
      "Willkommen in deinem neuen zu Hause... in meinem zu Hause... - In unserem zu Hause." Und irgendwann hielten meine liebkosenden Finger in der Bewegung inne und mir fielen die Augen zu.

      ...It feels like home to me, it feels like home to me
      It feels like I'm all the way the back where I come from...
    • Jackie
      Verschoben am 21.08.2013 um 13Uhr
    Keine Kommentare zum Anzeigen.
  • Album:
    Ehemalige Pferde
    Hochgeladen von:
    Leaenna
    Datum:
    20 Mai 2011
    Klicks:
    1.166
    Kommentare:
    5