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Zion

♠ Wild Cherry

(c) flair | gekört - Decktaxe 200j

♠ Wild Cherry
Zion, 10 Juni 2018
Flair und adoptedfox gefällt das.
    • Zion
      verjährte Pflege
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      Dressurtraining E → A
      by Canyon | 29. Feburar 2016

      Spanien. Noch nie in meinem Leben war ich in diesem so tollen Land gewesen, obwohl ich immer noch nur einige Kilometer von der Grenze entfernt wohnte. Heute führte mich meine Reise jedoch mitten nach Andalusien, in den Süden Spaniens.
      Meine Freundin Fiona, welche erst seit kurzem hier lebte, hatte mich darum gebeten zwei ihrer Pferde zu trainieren und passend zum Land, waren es zwei Barockpferde. Fiona hatte mich eingeladen, das ganze Wochenende zu bleiben und natürlich hatte ich freudig zugestimmt. Ein Wochenende in Spanien, einfach nur perfekt!
      Normalerweise flog ich immer zu meinen Aufträgen, diesmal hatte ich mich allerdings dafür entschieden, mit dem Zug zu fahren und diese Entscheidung bereute ich im Nachhinein kein bisschen. Ich konnte meinen Blick kaum von der Landschaft lassen, so atemberaubend war sie, aus dem Flieger hätte ich dieses Erlebnis nicht gehabt!
      Nach etlichen Stunden Fahrt kam ich am Bahnhof an und wurde sofort von meiner Freundin Fiona begrüßt. Lange hatten wir uns nicht mehr gesehen, doch vor kurzem hatten wir wieder den Kontakt aufgenommen und gleich Pferde untereinander ausgetauscht.
      Die Fahrt zum Gestüt war noch angenehmer als die mit dem Zug. Fiona erklärte mir die Umgebung, erzählte lustige Geschichten und schwärmte von der traumhaften Landschaft.
      Ich hatte nicht damit gerechnet, dass es um diese Jahreszeit bereits so warm hier war, denn das Thermometer im Auto zeigte 20° an und das war selbst für meine Verhältnisse sehr warm.
      Auch als wir auf dem Gestüt ankamen, konnte ich meinen Mund vor Staunen kaum noch Schließen. Es war alles zum Wohle der Pferde gebaut; Große Boxen, schöne Weiden und so einige Apparaturen, von denen ich nur Träumen konnte.
      Für heute hatte ich noch kein Training geplant. Immerhin war es Freitag und ich hatte eine lange Reise hinter mir. Morgen früh würde ich jedoch mit einem der beiden Hengste beginnen und den zweiten am Nachtmittag trainieren. Ich war echt gespannt, wie die beiden sich machen würden und ob ich mit diesen Rassen zurecht kam, denn auf einem Andalusier oder einem Lusitano hatte ich noch nie gesessen.
      Ich machte mir mit Fiona einen spannenden restlichen Tag und schloss mit El Montino und Wild Cherry bereits Bekanntschaft, bevor ich recht zeitig am Abend ins Bett fiel.

      Am nächsten Tag stand ich zeitig auf, immerhin hatte ich heute viel geplant und außerdem wollte ich Fiona im Stall noch etwas unter die Arme greifen, bevor ich mich dem Training des ersten Hengstes, Wild Cherry, widmen würde.
      Wild Cherry gefiel mir von Anfang an. Er hatte die richtige Größe für mich, natürlich eine wunderschöne Farbe und dann stimmte noch der Charakter. Was wollte man mehr?
      Nachdem ich Fiona weitestgehend im Stall geholfen hatte, begann ich mit Cherry. Wir hatten ihn gleich in der Box gelassen, sodass ich gleich anfangen konnte. Gemütlich putzte ich ihn und achtete Wachsam darauf, an welchen Stellen er sich besonders gerne kraulen ließ. Beim Training war es immer gut, Stellen zum Loben zu haben, die das Pferd auch als Lob empfand. Nach dem ausführlichen Putzen, sattelte ich den total entspannten Hengst und führte ihn zur Reithalle.
      Da auch der Hengst noch nicht allzu lange im Besitz von Fiona war, begann ich das Training gelassen mit ein paar kleinen Übungen. Cherry hatte genau das richtige Alter, um gewissenhaft an Dingen arbeiten zu können, weswegen ich mir keine großen Gedanken um einen Misserfolg machte.
      Ich führte den Hengst etwas in der Halle umher und machte zwischendurch einige Dehn- und Lockerungsübungen, welche der Hengst mit viel Elan mitmachte. Als ich der Meinung war, dass der Hengst soweit war, gurtete ich nach und stieg in den bequemen Sattel.
      Bereits nach den ersten Schritten merkte ich, dass sich Cherry perfekt und einfach reiten ließ. Er hatte einen ruhigen und gleichmäßigen Gang und schien sein Gleichgewicht gut im Griff zu haben. Es war die erste Stufenerhöhung für den Hengst und ich wollte ihm nicht gleich den Spaß an der ganzen Sache verderben. Das leichteste für die Stufe A waren wohl die neuen Bahnfiguren. Gefordert wurde nämlich eine 10m Volte, durch die Länge der Bahn wechseln und Schlangenlinien durch die ganze Bahn mit vier Bögen. Ich fing mit den Schlangen an, denn diese waren auch gut für die Dehnung des Pferdes und ich konnte mir gut vorstellen, dass Cherry diese Übung bereits kannte.
      Unser erster Versuch klappte bereits nahezu perfekt, der zweite war wieder etwas schlechter. Schade, Anfangsglück. Cherrys Bögen wurden auf einer Hand immer etwas kleiner als auf der anderes, was wohl daran lag, dass er sich noch nicht ganz gerade richtete. Ich ging mit ihm also statt einer halben Volte eine anderthalb Volte, um ihm länger Zeit zu lassen sich auf die Biegung einzustellen. Irgendwann war ich so zufrieden, dass ich das Training der Schlangenlinien beendete und mich dem nächsten Punkt zu wand. Die 10m Volte und auch durch die Länge der Bahn wechseln saßen nach einigem Üben im Schritt und im Trab perfekt, sodass ich mich schwierigeren Punkten zu wand.
      Da Cherry noch etwas mehr Kraft und Energie hatte, fing ich mit dem einfachen Galoppwechsel an. Auch hier war ich erstaunt, mit wie viel Ruhe und Gemütlichkeit er versuchte, die Lektion zu schaffen. Er brauchte etwas länger, aber irgendwann schaffte ich es, ihn beim aus dem Zirkel wechseln aus dem Galopp in den Schritt durchzuparieren und dann auf der anderen Hand wieder anzugaloppieren. Es klappte noch nicht immer, aber er schien es gut verstanden zu haben.
      Die nächste Lektion war das Viereck verkleinern und vergrößern und basierte vor allem auf der Schenkelgehorsamkeit. Es war eine Art des Schenkelweichens, welches in jeder A-Dressur gefordert wurde. Cherry schien hier das Lusitanoblut geerbt zu haben, denn das Schenkelweichen beherrschte er schon fast perfekt, sodass es für mich nur noch ein kleiner Schritt zum verkleinern des Vierecks war. Ich achtete besonders darauf, dass sich vorwärts und seitwärts die Waage hielten und Cherry nicht allzu schnell die Lust an dieser Lektion verlor.
      Die Aufgabe war recht einfach, ich wusste jedoch, dass es auf einem Turnier schnell schwieriger wurde, da eine unbekannte Umgebung das Pferd dazu brachte, sich zu versteifen und die Seitwärtsbewegung nicht mehr so einfach ging wie noch daheim. Deswegen arbeitete ich etwas mit knister Folie, welche ich an den Rand legte, um Cherry so an Gefahren zu gewöhnen.
      Das Training mit dem Hengst beendete ich mit meinen beiden Lieblingslektionen, dem Rückwärtsrichten und dem Zügel aus der Hand kauen lassen. Beide Übungen versuchte ich so schnell und so entspannt wie möglich dem mittlerweile verschwitzten Hengst zu lernen, da er heute bereits viel gearbeitet hatte und ich ihn nicht überfordern wollte.
      Zum Schluss ritt ich ihn am langen Zügel ab und ließ ihn dann, nachdem ich ihm Sattel und Trense abgenommen hatte, noch frei in der Halle laufen. Er hatte das Training heute wunderbar gemeistert und sich so etwas Vergnügen verdient, denn er durfte ab nun auf Stufe A in der Dressur laufen.

      Bis zum Nachmittag erkundete ich noch etwas das Gestüt und lernte all die netten Mitarbeiter kennen, welchen ich so über den Weg lief, bevor ich mich, als die Sonne nicht mehr allzu sehr schien, dafür entschloss mit dem Training von El Montino anzufangen. Mit dem noch recht jungen Hengst würde ich sicherlich mehr Nerven brauchen, denn laut der Beschreibung von Fiona konnte er feurig werden, wenn er nicht bekam, was er wollte.
      Er war ein wahres Prachtexemplar; dunkel, groß und mit langer Mähne würde er sicherlich auf jedem Turnier auffallen.
      Auch bei ihm ließ ich mir viel Zeit mit dem Putzen und ging dreimal durch seine lange Mähne durch, weil es ein tolles Gefühl war, etwas so flauschiges anzufassen.
      Doch auch bei ihm musste ich irgendwann mit dem Training beginnen, sonst würden wir heute ja gar nicht mehr zu Potte kommen. Ich sattelte ihn also und führte ihn, wie auch schon Cherry, zur Reithalle.
      Das Training mit Monti begann ich genauso wie das von dem Lusitano Cherry. Ich führte ihn durch die Halle, versuchte Vertrauen zu ihm aufzubauen, sodass auch er mir vertrauen konnte und begann dann mit einigen Dehn- und Lockerungsübungen.
      Auch Monti musste von der Stufe E nach A gebracht werden und ich war gespannt, wie sein Training werden würde, da ich ja jetzt den perfekten Vergleich zu Cherry hatte.
      Ich gurtete ihn nach und schwang mich in den bequemen Sattel des Hengstes. Ich saß kaum, da wollte Monti bereits los laufen, ich unterband das ganze so schnell wie ich konnte und brachte ihn durch eine kleine Volte zurück auf unseren Startpunkt. Dort ließ ich ihn mit lockeren Zügeln stehen, denn er musste lernen, dass er erst laufen durfte, wenn er den Befehl bekam. Ich merkte, wie er unter mir immer unruhiger wurde und nachdem jedoch keine Anweisung von mir kam, lief er wieder los. Wie auch schon vorhin, ritt ich eine kleine Volte und stellte ihn wieder an den Startpunkt. Obwohl es ihm nicht zu gefallen schien, hatte er verstanden, dass los laufen echt nichts brachte und blieb stehen, bis ich ihm kurze zeit später in den Schritt antrieb. Ich lobte ihn ausführlich, er hatte es schnell verstanden! Bei jungen Pferden war es meist so, dass ihnen die Geduld fehlte, es war also nichts ungewöhnliches.
      Da ich merkte, dass Monti noch ziemlich viel Energie hatte und es deswegen unklug wäre, mit ruhigeren Lektionen anzufangen, begann ich hier mit den neuen Gangarten. Nach der Erwärmung im Schritt, ging ich mit ihm einige Bahnfiguren aus der E-Dressur im Trab durch und begann dann mit der Arbeit des Mitteltrab. Perfektionieren konnten wir das heute nicht, aber ich wollte ihm die Anfänge beibringen, damit Fiona dann vielleicht selbst mit ihm an diesen weiterarbeiten konnte. Nach kurzer Zeit schien es dem Hengst jedoch schon zu langweilig werden, immer das gleiche zu üben, weswegen ich ihn an einer kurzen Seite in den Galopp brachte. Vergnügt tobte er sich aus und ich ließ ihn auch gewähren, einem Pferd mit zu viel Energie konnte man nur schwerlich etwas beibringen. Irgendwann verlangsamte ich sein Tempo jedoch wieder und übte mit ihm noch etwas den Mittelgalopp, welchen er viel schneller verstand als den Mitteltrab. Es schien, als wurde Monti mit jedem Schritt etwas ruhiger, sodass ich mich bereits nach kurzer Zeit dazu entschloss, mit den Lektionen weiter zu machen.
      Der Übergang vom Schritt zum Galopp lag ihm nicht ganz so, jedoch hatte er kein Problem mit der Kehrtwende auf der Vorderhand und dem Viereck verkleinern und vergrößern. Zwischen den neuen Lektionen baute ich immer wieder ein paar Tempoübungen und neue Bahnfiguren ein, damit das Training so abwechslungsreich wie nur möglich wurde.
      Monti hatte tolle Gangarten; Er ließ sich leicht aussitzen, machte große Schritte im Galopp und in allen Gangarten ließ er sich federleicht in der Anlehnung reiten. Ich fühlte mich mehr als wohl in seinem Sattel und als wir zum Schluss auch noch das Überstreichen im Galopp ohne größere Probleme auf die Reihe bekamen, war ich mit dem Fortschritt von ihm mehr als zufrieden.
      Mittlerweile war sein Fell stark verschwitzt und seine Gänge wurden immer holperiger, weswegen ich mich dazu entschloss, das Training zu beenden. Wie auch schon Cherry, ließ ich Monti in der Halle laufen und kaum war der Sattel von seinem Rücken verschwunden und die Trense ab, ließ er sich in den feuchten Sand fallen und wälzte sich ordentlich. Als er gekonnt wieder aufstand, war sein Fell eher Gelb als Schwarz und aus dem vorher so schönen Andalusier war ein ganz schön dreckiger geworden.
      Ich brauchte etwas, um ihn wieder einzufangen, aber mit viel Geduld hatte ich ihm irgendwann doch die Trense wieder über den Kopf gestreift und konnte ihn zurück zum Stall führen. Dort putzte ich ihn über und versuchte so viel Sand wir nur möglich aus diesem heraus zu holen, was mir auch ganz gut gelang, bevor ich ihn zurück auf seine Koppel brachte. Ich beobachtete den jungen Hengst noch ein paar Minuten dabei, wie er sich über seine wiedergewonnene Freiheit erfreute, bevor ich mich auf den Rückweg zum Haupthaus machte. Bereits in aller Frühe am nächsten Morgen, würde mein Zug mich zurück nach Frankreich bringen und ich wollte so ausgeschlafen wie nur möglich sein, um so viel von der tollen Landschaft bewundern zu können.
      Den Abend verbrachte ich gemütlich mit Fiona und nutzte die restliche Zeit dazu, ihr von den Fortschritten ihrer beiden Pferde zu erzählen und ihr gleich zu sagen, was sie mit ihren beiden Hübschen noch üben konnte, bis ich wohl bald wieder kommen würde.
      Am nächsten Morgen fuhr mich Fiona zum Bahnhof und noch knapp aber pünktlich erwischte ich den Zug, welcher mich zurück nach Hause bringen würde. Ich hatte die Zeit in Andalusien auf jeden Fall genossen und freute mich, Fiona und ihr Gestüt bald wieder besuchen zu können!

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      Es war der erste Auftrag im Ausland, der allen anderen vorgezogen werden wurde, zu dem wir uns heute aufmachten. Diesmal ging es zurück nach Norwegen zur Tyrifjord Ranch zu Fiona O’Brien. Es war kein Notfall, der uns erreichte, sondern eine Körungsvorbereitung. Da es aber relativ eilig war, wurden gerade solche Aufträge den anderen vorgezogen und hatten Priorität, damit Besitzer und Pferd aufgrund von Zeitdruck nicht unter Druck stehen würden.
      Ich freute mich natürlich umso mehr auf einen Abstecher in mein Heimatland! Nahe an meiner Heimatstadt waren wir allerdings nicht, sondern eher am anderen Ende des Landes, aber damit konnte ich leben. Dennoch war es ein schönes Gefühl, wieder hier zu sein. Ich lebte noch nicht lange in Wales, aber bekannte Gebiete zu sehen war doch immer wieder schön.
      Während der Autofahrt durch die Weiten Norwegens erklärte Ms. Vernon mir wie immer etwas über unsere Kundin und den Patienten. Es ging heute um Wild Cherry, einen Lusitanohengst. Vor meinem inneren Auge baute sich ein schickes Bild auf, ein reinweißer Portugiese mit langem, wehendem und vor allem seichten Langhaar mit anmutigen Bewegungen. Seufzend gab ich mich meinen Tagträumen hin. Lusitanos waren wirklich ausgesprochen schöne Tiere.

      Die Tyrifjord Ranch war sogar eine große, weite Anlage, obwohl ich wegen des Namens eher etwas anderes erwartet hatte. In meinem Kopf hatte sich eher das Bild einer gemütlichen Ranch gebildet, aber im Vergleich zur Nahanni Rivers Ranch war diese hier wieder riesig. Fiona O’Brien war eine freundliche Frau, welche auf Anhieb einen sehr sympathischen Eindruck auf mich machte. Ich hörte ihr gerne zu, wie sie leidenschaftlich über ihre heißgeliebten Vierbeiner sprach. Der Weg zum Stall verging wie im Flug. Viel zu sehr hatte ich praktisch an ihren Lippen geklebt und ganz bestimmt hatte Ms. O’Brien das auch bemerkt, denn sie hörte mit spannenden, lustigen und interessanten Geschichten aus ihrem Stallalltag gar nicht mehr auf.
      Etwas überrascht war ich schon, als sie uns dann Wild Cherry vorstellte. Er sah ganz anders aus als meine Vorstellung von ihm, aber nicht negativ anders! Vor mir stand ein hübscher Hengst mit rötlichem Fell, aber dunklen Beinen und Langhaar. Der Rotfalbe schnaubte gelassen, als er uns sah und es erweckte auf mich den Eindruck, als würde es uns so begrüßen wollen. Ms. O’Brien strich ihm liebevoll über die Stirn und kraulte ihn unter dem Schopf. Sofort senkte der Lusitano seinen Kopf und begann zu dösen. „Na, na! Das wird aber bestimmt ein sehr angenehmer Patient“, schmunzelte Ms. Vernon und packte ihren Koffer aus. Ich lächelte Ms. O’Brien kurz zu, dann half ich der Tierärztin beim Vorbereiten der Untersuchung.
      Eine Körungsvorbereitung war im Grunde genommen nichts anderes als eine allgemeine Untersuchung mit Impfungen und Wurmkur, demnach konnte ich als Praktikantin ebenfalls großzügig mithelfen. Inzwischen war ich doch recht geübt in solchen Untersuchungen, so dass Ms. Vernon mich auch oft genug helfen ließ. Wir hatten schon unsere Routine entwickelt, denn während meine Chefin sich die PAT-Werte des Pferdes, also Puls, Atem und Temperatur, ansah und diese auswertete, warf ich einen Blick in die Ohren und Augen des Vierbeiners. Die Ohren mussten auf Milben untersucht werden, glücklicherweise aber konnte ich dort keine Anzeichen ausmachen. Also ging es direkt weiter an die Augenuntersuchung. Mit einer Taschenlampe prüfte ich den Pupillenreflex auf beiden Seiten und kontrollierte, dass die Pupille sich bei Lichteinfall angemessen zusammenzog. Zufrieden begutachtete ich den Rest des Auges, warf einen Blick auf die Schleimhäute und konnte Ms. Vernon dann bestätigend zunicken, was so viel bedeutete wie: „Alles ok.“
      Wild Cherry war tatsächlich ein sehr ruhiger Hengst, der irgendwie alles gelassen nahm. Er machte keinerlei Probleme während der gesamten Untersuchung, ließ alles über sich ergehen und lief auch brav neben Ms. O’Brien nebenher, als sie seinen Schritt und Trab präsentierte. Nur zur Kontrolle tastete sie auch noch die Beine und den Rücken des Pferdes ab, aber es machte sich keine Druckempfindlichkeit bemerkbar.
      Auch ins Maul ließ der Hengst sich schauen. Ms. Vernon meinte zwar, dass auf den ersten Blick alles gut aussah, dennoch schob sie dem Portugiesen ein Maulgitter ein und sperrte es so auf, um die Stellung der Zähne zu begutachten und Löcher oder auch Zahnfleischprobleme ausfindig zu machen. Kurz darauf entledigte sie ihm das Gitter aber wieder und gab mir zu wissen, dass ich die Impfungen und die Wurmkur vorbereiten könnte.
      Ms. Vernon wartete, bis ich fertig war und verabreichte dem Hengst seine Impfungen in den Halsmuskel, was er nur mit einem empörten Schnauben quittierte, aber schon wenige Sekunden später beschnupperte er wieder neugierig die Spritze mit der Wurmkurpaste. Als ich ihm die seitlich durch den Mundwinkel schieben wollte, zog Wild Cherry zwar den Kopf zur Seite um mir auszuweichen, ließ sich aber dann festhalten ohne sich großartig zu beschweren. Zur Belohnung gab es danach auch ein Stückchen Karotte und einige Streicheleinheiten, denn Ms. Vernon massierte noch immer die Einstichstelle der Spritze.

      Nachdem Ms. O’Brien den roten Lusitano wieder in seine Box verfrachtet hatte, wo er sich nun ausruhen durfte, klärte Ms. Vernon sie noch einmal darüber auf, dass er die nächsten zwei, drei Tage nur leicht gearbeitet werden dürfte. Ich war mir sicher, dass Ms. O’Brien das schon längst wusste, aber sie hörte Ms. Vernon aufmerksam zu und nickte zwischendurch immer mal wieder.
      Die Frau hatte uns noch bis zum Wagen begleitet und unterhielt sich noch eine Weile mit uns, während ich das Arbeitsmaterial wieder in den Kofferraum verfrachtete. Für uns würde es gleich mit der Fähre weiter nach Deutschland gehen. Ich war schon wirklich gespannt! Mit einer Fähre oder einem Schiff war ich noch nie unterwegs gewesen. Ich hoffte nur, dass ich nicht seekrank werden würde. Das war zu der Zeit meine größte Sorge.

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      Da auch Rúriks zweiter Termin am Niederrhein war, ließ er die Kohlen sich in Ruhe abkühlen, während der Zeit gab er schon einmal die Adresse in das Navi ein. Der nächste Termin befand sich nur knapp 30 Kilometer von seiner momentanen Position entfernt. Rúrik besah sich die Weiden in der Umgebung, sah das große Stallgebäude und das stetige Treiben trotz der Kälte. Sie kroch ihm kaum in die Glieder, hatte er doch noch eben an der Esse gestanden. Der Hühne zog sich den Zopfgummi aus den langen Haaren, zog ihn sich über das Handgelenk und stieg anschließend in den Transporter ein. Es hatte eine Zeit gegeben da hatte er sich so ein festes Heim gewünscht, das war bald 15 Jahre her. Natürlich kehrte er von Zeit zu Zeit in das Haus seiner Kindheit zurück, seine Mutter war dort noch. Seine Frau hatte ihn mit dem Kind sitzen lassen, und nach dessen Tod hatte er sich in die Arbeit gestürzt.

      Seither war die Welt sein zu Hause geworden, es hielt ihn einfach nie lange an einem Ort, ganz als würde das Blut seiner Ahnen ihn dazu bringen. Manch ein Nordmann war auch selten zu Haus gewesen.

      Auch hier begrüßte den Schmied ein junger Mann, der ein wenig erstaunt schien über den Mann der da aus dem Auto stieg. “Ich geh Wild Cherry schonmal holen” erklärte er jedoch mit fester,klarer Stimme. Rúrik musste lachen. Er hatte nie verstanden wieso man solchen Geschöpfen lächerliche Namen gab. In den seltensten Fällen konnten die eigentlichen Besitzer etwas dafür, den Part hatten schon Züchter versaut. Rúrik hatte schon Pferde namens “Juhu Charlotte” und “Rosinante” gehabt. Wild Cherry - war da sogar noch annehmbar. Wie erwartet kam Herr Jones mit einem Fuchs aus der Box, er hatte einen zierlichen Kopf, der fast ein wenig zur Ramsnase neigte, hübsche Rehbraune Augen. Auf seinem Rücken war ein feiner Strich erkennbar, ein Fuchsfalbe also. “Wäre klasse wenn wir kurz raus könnten auf den Hof, dann läufst du ihn mir einmal vor - im Dreieck, auf mich zu, von mir weg und seitlich.” Herr Jones tat wie geheißen, anschließend machte sich Rúrik ein Bild des aktuellen Hufstandes. Eins fiel ihm sofort auf - die Hufe waren hart, aber spröde, es entwickelten sich bereits kleine Haarrisse, die bei Fortschreiten zu Problemen führen könnten. Aber zunächst kümmerte er sich um das normale Ausschneiden der Hufe.Während der Arbeit vorn legte der Hengst seinen Kopf auf Rúriks Rücken, ließ sich überhaupt nicht stören. “Ein ganz gelassener. Welche Rasse?” “Lusitano” kam die Antwort von Jones. “Gutes Tier! Aber auf die Hufe solltet ihr gut acht geben. Sie sind ein wenig spröde, im dunklen Huf fallen die kleinen Haarrisse nicht auf. Die könnten aber auch größer werden. Mein Tipp ist...nach dem Reiten nass machen und etwa zwei oder dreimal die Woche auch Ölen. Lasst ruhig die Finger weg von Huffett, das bildet meist nur eine Schicht und verhindert das eindringen von Wasser. Huföl eignet sich da besser. Ein altes Rezept meines Großvaters .- Leinenöl.” und genau solch ein hochwertiges Leinenöl kramte Rúrik nun aus dem Transporter, fischte einen Pinsel hervor und drückte beides dem Mann zunächst in die Hand. “Wässer die Hufe erst, lass es ein wenig trocknen und dann pinsel das Leinöl darauf. Ich mach in der Zwischenzeit hier sauber.”

      Der Schmied hatte gerade seine Arbeit beendet, brachte die Hufreste zum Müll als der Mann mit dem Öl wieder auf ihn zu lief. “Hier vergessen sie das nicht!” erklärte dieser Lächelnd, im Hintergrund sah Rúrik den Hengst interessiert an seinen Hufen schnuppern. “Ihm scheint es ja auch zu schmecken. Das da..” damit deutete er auf Pinsel und Öl “lass ich euch hier. Aber schaut auch unbedingt ob dem Burschen vielleicht Mineralien fehlen. Manchmal kann auch das ein Grund für spröde Hufe sein.”
      3727 Zeichen by Ravenna

      Hitze und Viecher

      Mittlerweile ist es dermaßen heiß draußen geworden, dass es schon fast unmöglich ist, ordentlich mit den Pferden zu arbeiten. Außerdem hatte sich eine Menge geändert, denn ein neuer Charakter Valeria Martens zog auf Atomics Valley mit zwei Paso Stuten und einem Isländer ein. Collin verkauft schweren Herzens viele seiner Pferde, da er sich auf die wichtigsten konzentrieren möchte. Ein Teil seiner Pferde gab er an ein älteres Pärchen in die Altmark. Dieses Pärchen wird in Zukunft noch eine größere Rolle spielen, denn der Mann ist Liebhaber von iberischen Pferden und seine Frau ist passionierte Reiterin nach der Ecole Legerete. Ludwig und Eleonore stammen aus einer Adelsfamilie aus den Niederlanden und fanden ihren Sitz in Sachsen-Anhalt in einem wunderschönen Herrenhaus mit Stallungen, doch bisher fehlten ihnen die Pferde. So gingen Espiritu, Descarado, Castiel, Flame und Xinu in ihren Besitz.


      Valeria

      Es ist nun schon eine Weile her, dass ich mit den Pferden auf Atomics Valley eingezogen bin. Auch klein Prada hat sich eingelebt und flitzt über den Hof wie eine Rakete. Maybach und Mercedes verstehen sich sehr gut und haben sich recht schnell an die neue Umgebung gewöhnt. Die Hitze macht mir mehr zu schaffen als den beiden, naja es kann ja nicht jeder aus Südamerika kommen. Fast täglich erkunden wir das Gelände und eine der beiden Stute läuft als Handpferd nebenher. Prada sitzt meistens bei mir mit im Sattel, denn der Vaquerosattel bietet schließlich viel Platz. Mit Dynur arbeite ich an einem taktreinen Tölt und gelegentlich üben wir die Freiarbeit.


      Collin

      Meine Pferde beschränkten sich nun auf eine Anzahl von vier, was mir die Arbeit aber deutlich erleichtert! MAyor Jetsetter Oak (Sky) macht riesige Fortschritte und auch mit dem Reiten klappt es sehr gut. Er vertraut mir mittlerweile auch unter dem Sattel und momentan arbeiten wir an seinem Rhythmus und der Balance. Havanna Girl ist momentan etwas außer Acht, aber sie genießt ihre Zeit auf der Weide und wird demnächst weiter gefördert von Sin. Mein liebster Wild Cherry ist gekört und wir arbeiten an den 2er Wechseln. Natürlich darf man mein Seelenpferd Valquiria nicht vergessen, denn sie beherrscht mittlerweile die Levade und die Arbeit vom Boden aus ist zu unserer Paradedisziplin geworden.


      Ludwig & Eleonore

      Nach etlichen Jahren leerer Stallungen sind wir nun überglücklich fünf Pferde unser eigen zu nennen. Flame wird für die nächste gedeckt und wird unseren ersten Nachkommen zur Welt bringen, aber unser Bestand soll auch über die Jahre überschaulich bleiben. Die Pferden wollen wir definitiv mit der Zeit einfahren und sie kören lassen. Im Vordergrund steht aber der Ausbau der Stallungen zu einem Offenstall.
    • Zion
      Zu wenig Zeit
      Collin steht gerade mitten im Aufbau des neuen Hofes und hat somit leider extrem wenig Zeit für die Pferde. Castiel, Descarado, Dynur, Espiritu, Flame, Havanna Girl, I am a Playboy, Maybach, Mayor Jetsetter Oak, Mercedes, Nienke van de Flierthoeve, Philomena, Valquiria, Wild Cherry und Xinu werden von den fleißigen Pflegern versorgt und bewegt. Dennoch geht es ihnen gut, aber das Training unter Collin und Valeria fällt natürlich weg. Mittlerweile hat ein Teil der Pferde schon einen richtigen Pelz bekommen und es wird schwer die Schimmel auch mit Decke sauber zu halten. Nun hoffen wir, dass der neue Hof bald für den Umzug bereit ist!
    • Zion
      Vorbereitungen für den Lehrgang
      Momentan ist es, wie eigentlich immer, stressig auf dem Hof, da ein Event ansteht. Der Dressurlehrgang wird nun schon seit Ewigkeiten geplant und alles laufen zu Hochtouren auf, das alles perfekt für die Gäste sein soll. Collin rennt nur noch mit Zetteln rum und ist gereizt, weshalb ihm das Personal lieber aus dem Weg geht. Nur in der Gegenwart der Pferde sind alle entspannt, da ausgewählte für den Lehrgang vorbereitet werden, um Sachen zu demonstrieren oder direkt für die Gäste zum Reiten. Corazon del Sol, FC Encantador, Flame, Havanna Girl, I'm a Playboy, Major Jetsetter Oak, Nienke van de Flierthoeve, Valquiria, Wild Cherry und Xinu genießen die gemäßigte Temperatur, das die Hitze im Wald nicht so weit vordringt. Dynur fra Frelsi, Mercedes und Maybach von Valeria sind ebenfalls glücklich, obwohl der Isi etwas mit einem Eksem zu tun hat.
    • Zion

      It rains cats and dogs
      Regen, Regen und nochmals Regen. Andere Menschen scheinen ihn zu verabscheuen, warum gerade ich in dieser Hinsicht ein Kind geblieben bin, weiß ich auch nicht. Unser Hof gleicht eher einer Outdoor-Therme, als einem Reiterhof. Morian HMJ 6345 hatte sich mittlerweile sehr gut hier in Deutschland und im Offenstall eingelebt. Val und Fortun standen am Anfang ihrer Beziehung und fingen wie Morian und ich praktisch bei null an. Hachja Val… ob wir nun eine Beziehung führten oder nicht - keine Ahnung - spielte momentan auch keine Rolle, da es sich gut so anfühlt, wie es ist (warum muss man denn auch allem einen Titel und eine Schublade verpassen?). Mein Seelenpferd Valquiria kommt momentan leider wenig zur Geltung und genießt momentan eine “Wir reiten nur aus und schmusen” Pause. Auch Alexie und Mayor Jetsetter Oak ließen sich mit dem Training viel Zeit und verloren sich stundenlang im bunt gefärbten Wald. Außerdem stand Joris kurz vor dem Abschluss seiner Ausbildung und steckte zusammen mit Peter vollkommen in der Prüfungsvorbereitung, weshalb er Xinu momentan spazieren führte oder irgendwelchen Halligalli veranstaltete. Die Einzige, die momentan entspannt war, ist Jing, denn mit Wild Cherrys Ausbildung ist sie schon weit vorangeschritten, zudem er bereits gekört ist; momentan erarbeiten sie ein paar Zirkuslektionen. Die Letzte im Bund, Flo, hatte zwei Wochen bei ihrer Familie in Kolumbien verbracht und kam mit reichlich Bräune zurück ins Kalte Deutschland. I’m a Playboy schöpfte in dieser Zeit neue Kraft, um nun das Training wieder aufzunehmen.


      POV: Collin

      Zu meiner Überraschung regnete es heute nicht und die Sonne kam zwischen der dichten Wolkendecke hervor, dadurch hob sich meine Laune erheblich. Es war noch recht früh, weshalb ich mich in die Küche begab, Kaffee aufsetzte, den drei Plüschmonstern Futter vor die Nase setzte, mir eine Scheibe Brot toastete und einige interessante Berichte online las. Der Trugschluss, dass Sonne gleich Wärme bedeute, bestätigte sich mir auf dem Weg nach draußen, denn so schnell ich rausgelaufen war, war ich auch wieder in der Wohnung, um eine extra Schicht Klamotten anzuziehen. Meine kleinen Streuner liefen bereits freudig über den Hof und zupften die Grashalme mit den Tautropfen ab. Mein Weg führte mich in den Stall und zur Sattelkammer, wo mir Alexie über den Weg lief, der gerade dabei war die Pferd e zu füttern. “Einen Wunderschönen!” - “dir ebenfalls einen guten Morgen”, erwiderte ich und plante den Tagesablauf mit ihm. Zuallererst steht Morian, wie immer, auf dem Plan; die weitere Überlegung war einen gemeinsamen Ausritt zu unternehmen. Bevor ich mich zu Mo begab, stellte ich alle Utensilien an den Putzplatz. “Moooo!” Großer, komm!”, rief ich über den Zaun hinweg und tatsächlich schoss ganz hinten im Offenstall ein fuchsfarbener Kopf nach oben und bewegete sich langsam auf mich zu. Um Gottes Willen bloß nicht zu viel Begeisterung - eingebildetes Barockpferd dachte ich im Stillen. Um den Vorgang etwas zu beschleunigen, lief ich ihm entgegen und schnappte ihn auf halber Strecke. Wie üblich forderte er seine Belohnung für Kommen ein und knabberte das Apfelstück aus meiner Hand und schien sich damit zufrieden zu geben. Das Training bestand momentan hauptsächlich aus Vertrauensaufbau, Gymnastizierung und longieren. Aufgrund seiner geringen Körpermasse, hatte ich mich entschieden ihn leicht einzudecken für diese Saison. Am Putzplatz nahm ich die leichte verschmutze Decke ab und wechselte zur Abschwitzdecke, die uns Vriska geschenkt hatte. Mittlerweile hatten wir auch schon Besuch vom Hufschmied und vom Tierarzt, was er bestens über sich ergehen lassen hat. Seit der Futterumstellung hatte Mo gut zugenommen und wieder Glanz ins Fell bekommen - Raufutter stand natürlich an erster Stelle, aber das getreidefreie Kräutermüsli in Kombination mit Mash und Leinöl bekam ihm äußerst gut. Zu meinem Erstaunen ist er ruhiger geworden und lässt sich solide auch von anderen Führen, sowie am ganzen Körper anfassen. Nach der kleinen Putzroutine, startete ich das Kürbispony zu massieren, um sowohl seine, als auch meine Muskeln aufzuwärmen. Kurz darauf machten wir uns mit dem Kappzaum bewaffnet auf den Weg zur Halle. Mein Plan für heute war es ihm den Sattel mit Schabracke aufzulegen und ihn generell damit vertraut zu machen.

      Nach ein paar Runden aufwärmen ohnen weiteres Zubehör parierte ich ihn durch, um den Sattel aufzulegen. “So Junge, dann wollen wir mal.”, presste ich zwischen den Zähnen hervor und überlegte, ob ich das sagte, um mich zu beruhigen oder ihn vorzubereiten. Mit der Schabracke hatten wir schon des Öfteren gearbeitet, weshalb er mit dieser Situation sehr sicher und selbstbewusst umging. Ich gliederte unsere Einheit wie immer in kleine Einheiten mit vielen Pausen und lobte ihn ausgiebig. Die Longe hatte ich zwar in der Hand, aber so locker, dass er die Möglichkeit hatte “nein” zu sagen und einfach wegzuspringen oder zu weichen. “Prima Großer! Nun der Sattel.”, erklärte ich ihm und nahm das anscheinend gruselige schwarze Ding in den Hand. Reflexartig legte er die Ohren an und beschnupperte skeptisch den Sattel. Sein Blick sagte “Was zur Hölle ist das für ein Monster, welches du mir da vor die Nase hälst?”. Ich wartete einige Momente, ehe ich den Sattel sanft auf seinen Rücken packte. Um Morian nicht zu überfordern ließ ich den Gurt weg und strich ihm lobend über den Hals und hielt ihm ein weiteres Apfelstück vor die Nase. Etwas eingeschnappt zögerte er dramatisch und langte danach zu, was mich zum Lachen brachte. Um sein Gleichgewicht zu schulen und um ihn an diese fremde Situation zu gewöhnen, führte ich ihn durch die Halle. “Seeehr gut!”, lobte ich Mo, der zufrieden schnaubte. Meine Idee für die Anwendung eines Gurtes war, einen weichen Lammfellgurt mit großer Fläche zu nehmen, um Gurtzwang bestmöglich zu verhindern und Druckpunkte zu vermeiden. Nach einer kurzen Verschnaufpause befestigte ich den Gurt am Sattel und schnallte ihn locker fest. Erstaunlicherweise schien ihn der Gurt nicht zu stören, aber das Rumkrabbeln unter seinem Bauch schon, denn durch eine schnelle Kopfbewegung drohte er an zu schnappen. Wieder lief ich mit ihm in der Halle rum, bis ich ihn letztendlich wieder auf den Kreis zum Longieren schickte. Morian schien irgendwie anders und passend zu meinem komischen Bauchgefühl startete er los und buckelte, bis ich ihn etwas beruhigen konnte. Danach trabte er einfach, zwar wie eine Giraffe, aber zumindest nicht wie eine angestochene Wildsau. Ich konnte die heutige Lektion nicht ohne ein positives Erlebnis beenden, da er sonst dem Sattel den Mittelfinger zeigen würde und mir wahrscheinlich auch. Also ließ ich ihn einfach laufen und tatsächlich entspannte er sich langsam und ließ den Kopf endlich fallen und dan dem Punkt ließ ich ihn zum Schritt kommen und lobte ausgiebig. “So ist’s gut! Prima Morian!”, bekräftigte ich den jungen Hengst. Nach dem Cool-Down nahm ich sofort Sattel und Schabracke und legte ihm die Abschwitzdecke auf. “Na das ging doch eigentlich Dicker.”, neckte ich den Kürbis. Ein kurzer blick auf meine Uhr sagte mir, dass schon ein gutes Stück Zeit vergangen war. “Guten Morgen, Süßer!”, trällerte Valeria und erschreckte mich fast zu Tode, was zu einem kleinen Satz von Morian führte. “Oh sorry Mo!”, fuhr sie rasch fort und strich ihm beruhigend über den Kopf und drückte mir fast zeitgleich einen Kuss auf den Mund. Meine Wangen färbten sich rot und ein breites Lächeln breitete sich in meinem Gesicht aus. So schlenderten wir zu dritt zum Putzplatz zurück. “Soll ich schon mal sein Mash aufsetzen?”, hakte Val nach. Ohne sofort zu antworten, zog ich sie an mich heran und drückte ihr einen fetten Kuss auf die Wange, was sie zum kichern brachte. “Ja, gern.”, hauchte ich in ihr Ohr. Etwas verdattert machte sie auf den Hacken kehrt und verschwand im Stall. In der Zwischenzeit kuschelte ich mit Mo und bürstete sein Fell noch einmal grob mit der Wurzelbürste ab. Es waren circa zehn Minuten vergangen, bis Val mit Prada und einer Futterschale auftauchte. Mein Blick wanderte zu ihrem Chihuahua, der einen kleinen Mantel trug. Unwillkürlich musste ich lachen “Dein Ernst?”, - “Jaa, sie friert sonst”, protestierte Val. Bevor ich zu Wort kam, stupste Mo Valeria an, da er sein Mash verlangte. Lachend stellte sie es ihm vor die Nase. Anschließend legte ich Mo seine richtige Decke auf und brachte ihn zum Offenstall.


      Als ich wieder den Stall betrat, stand die ganze Mannschaft versammelt vor mir und schaute mich erwartungsvoll an. “Was ist? Habe ich irgendwo Mash zu kleben?”, fragte ich verwirrt. Kurz darauf vernahm ich ein kleines Wiehern und konnte mir denken, was los wahr. Joris führte ein kleines Plüschfohlen hinter seinem Rücken hervor. Jing schien sehr von ihr angetan zu sein, was mich in meiner Entscheidung noch mehr bestärkte. “Haha achso...darf ich vorstellen? Das ist die kleine Edda, eine einjährige Irish Cob Stute, die nun Jing gehört”, verkündigte ich. Wie erwartet quikte Jingyu und umarmte mich stürmisch, während alle anfingen zu lachen. “Naja ich dachte mir, da Jei schon sehr weit ist, könntest du etwas zum neuanfangen gebrauchen.”, erklärte ich. Die kleine Asiatin bedankte sich tausend mal und knuddelte die kleine Edda ausgiebig und verschwand schon kurz darauf mit ihr.


      “So Chef was ist der Plan?”, fragte Peter. Trotz der noch frühen Stunde (naja gut es war bestimmt schon zwölf), waren alle Aufgaben erledigt und das Futter für den Abend vorbereitet. “Naja das Sattelzeug…” - “verschaukel nicht uns!”, protestierte Alex, der immer noch in Inversionen sprach. “Ach Mist, ihr habt mich durchschaut! Ich wollte einen gemeinsamen Ausritt bei dem tollen Wetter unternehmen.”,schlug ich der Gruppe vor und alle nickten oder stimmten mit einem “Klar, gern” zu.

      “Na liebste Quira, was macht die Kunst?”, fragte ich meine italienische Stute. Valquiria brummelte fröhlich und schmiegte sich an mich. Bevor die anderen ihre Pferde geholt hatten, verbrachte ich meine Zeit damit, meine Süße zu verwöhnen und ihre Mähne zu flechten. Alexie war bereits am Putzen von Sky, während Flo noch mit Babyboy herumblödelte. Tatsächlich konnte auch Jing sich von Edda trennen und machte ihren Jei fertig, genau wie Joris Xin mit einer gebisslosen Trense und einem Reitpad ausstattete. Der Eyecatcher des gesamten Ausrittes wird natürlich Cookie sein, die mit ihren Punkten einfach süß aussah und irgendwie super zu Val passte. Niemand schien so richtig Lust auf herausgeputze schicki micki Pferde zu haben, weshalb sich viele für ein Reitpad entschieden. Für meine Quira hatte ich statt dem üblichen Bosal auch nur ein Knoti gewählt, aber zusätzlich mit dem weichen Vaquerosattel. Im Endeffekt waren die verschiedensten gebisslosen Trensen herausgekramt und angezogen. “Na sind alle fertig ?”, hakte ich nach und erhielt von allen Seiten Zustimmung. Manchen würden sagen, dass es unverantwortlich wäre mit Hengsten und Stuten auszureiten, aber außer Jei hat keiner von ihnen gedeckt und die Stuten sind im Moment nicht rossig.

      Während alle dabei waren aufzusteigen, pfiff mit beiden Fingern im Mund, um Willow und Finley darauf aufmerksam zu machen, dass sie zu mir kommen sollten. Ein Augenschlag später kam Finley auch schon angerannt und Willow trottete langsam hinterher. Prada war in Vals Jacke eingekuschelt und freute sich über die Sicht von oben. Die Tete bildete Joris mit Xinu, da er oft ausreiten ging und eine Route im Kopf hatte. Unser Weg führte kurz nach Verlassen des Hofes in den wundervoll gefärbten Wald. Die beiden großen Hunde rannten durch Laubhaufen und spielten Fange mit uns. “Na Süße, die Aufmerksamkeit gefällt dir hum?”, flüsterte ich zu Valquiria, die wirklich zufrieden schien. Die Sonnenstrahlen, die durch die Bäume führten, verliehen dem Wald einen goldigen Schimmer - es war atemberaubend. Die anderen schienen ebenfalls begeistert zu sein, besonders Flo “Si, das ist wirklich wunderschön, in Kolumbien gibt es das gar nicht.”

      Da wir uns für einen entspannten Ausritt entschieden hatten, gab es nur kurze Trab- und eine Galoppstrecken, in der Val einhändig ritt, um Prada festzuhalten. Ohne zu übertreiben, aber dieser Ausritt war einfach Balsam für die Seele. In letzter Zeit hatte ich mir sehr viele Gedanken zu den Pferden und meinen Mitarbeiter gemacht und feilte bereits an den Weihnachtsgeschenken. Und eine Sache konnte ich nicht verheimlichen: “Okay eigentlich wollte ich es euch nicht erzählen, aber nun gut. Es wird demnächst noch ein Pferd einziehen, etwas dezent kräftigeres aus Skandinavien”, verriet ich, ohne zu sagen, dass es eine Überraschung für Joris zu seiner abgeschlossenen Prüfung sein würde. Auf die neugierigen Fragen gab schwammige, lapidare Antworten, um die Spannung zu erhalten.

      Im weiteren Verlauf des Ausrittes erzählten wir uns von den verschiedenen Weihnachtstraditionen in den unterschiedlichen Traditionen. Die Zeit verflog geradezu, denn als wir zurück auf den Hof kamen, dämmerte es bereits. Alle brachten ihre Pferde sozusagen ins Bett und gaben ihnen ihr wohlverdientes Abendbrot. “Es war mir eine Freude Leute! Aber jetzt ab ins Warme, ich koche”, verkündigte ich fröhlich. “Mit anderen Worten du willst uns vergiften?”, konterte Peter, der gerade aus dem Stallbüro kam.
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    • Zion

      2019 - Ein Jahresüberblick
      Wynja von Atomic | Vösk von Atomic | Kría von Atomic | Bjama von Atomic | Teigur von Atomic | Halldór von Atomic | Ávaldi von Atomic

      Hawking von Atomic | Feuergeist di Royal Peerage | Nautilus | St.Pauli‘s Amnesia | Milska | Lu’lu’a

      Glanni frá glæsileika eyjarinnar | Litfari | Tesla | Almost Illegal | Overo | Ruvik | Voodoozirkus

      Mademoiselle | Songbird | Ryuk | Flic Flac’s Milano | Friede sei mit dir

      Wild Reflex | Willa | Krít | Kempa | Blávör | Snotra | Otra | Fönn | Saints Row | Snúra | Þögn | Ylfa


      Bruce

      Das Jahr begann tragisch, sehr tragisch. Vater verstarb in Folge eines Herzinfarktes im Krankenhaus, zu dem Zeitpunkt fing der Hof bereits an rote Zahlen zu schreiben. Also mussten wir anfangen Lösungen zu finden und konnten nicht sehr lange trauern. Deswegen sind viele Pferde gegangen und wir haben das erste Land verkauft, um wieder etwas Guthaben zu haben. Doch auch das half nur für einige Zeit, da auch mein Dasein als Trainer schrumpfte. Immer mehr Aufgaben mussten auf dem Hof übernommen werden und das Geld fehlte für die Angestellten, weswegen wir nur noch zwei bei uns behalten konnten. Fünf Leute zu beschäftigen war nicht mehr möglich. Doch auch einiges Gutes ist passiert. Die Fohlen haben gute Noten bei der Beurteilung bekommen und für einige von ihnen, gibt es bereits Interessenten. Snót und Blávör haben sich verbessert. Sie sind entspannter geworden und auch unter anderen Reitern besser unter Kontrolle. Besonders im Distanzreiten sind die Beiden begabt, was einen guten Ausgleich bildet zur Ovalbahn. Auch Willa, Krít und Kempa befinden sich im Training und sollen demnächst wieder auf dem Turnier mitlaufen. Die drei Stuten genießen es wieder mehr Kontakt zum Menschen zu haben. Ihre Fohlen sind tolle Pferde und ich bin gespannt was aus ihnen wird.

      Nachdem unsere Lage sich ein wenig verbesserte hatte, kam der nächste Schlag. Im Wald, der direkt an das Atomics Valley grenzt, brach ein verheerender Waldbrand aus. Das Feuer loderte Wochen lang. Auch wenn wir rechtzeitig uns und die Pferde evakuieren, konnte der Hof nicht gerettet werden. 95% sind abgebrannt, kein Gebäude steht mehr. Die Versicherungssumme war zwar ziemlich hoch, doch es kamen noch mehr Kosten auf uns zu, mit denen wir nicht rechnen konnten. Einige Paddocks hatten wir errichtet, um die Pferde wieder zu uns stelle zu können, doch die Angst der Tiere durch die den Abgebrannten Geruch war deutlich zu spüren. Wieder mussten wir überlegen welches Pferd bleiben kann und welches nicht. Diesmal war es sogar noch schwieriger. Vriska hat Ylfa gekauft und sie möchte bei uns bleiben um uns zu helfen. Nach langer Überlegung haben wir auch ihr Ruvik angeboten und sie hat zugesagt. Unsere beiden Problempferde hätten wir sonst an sonst niemanden verkaufen können. Sie hat schon oft mit den beiden Pferden gearbeitet und die Drei passen gut zueinander.

      Dann kam die Idee des Umzugs auf und wir bekamen ein gutes Angebot in Schweden. Dort gab es ein Ausschreiben für ein 120 ha großes Land, das bewirtschaftet werden soll und einen kulturellen Nutzen bekommen. Also bewarben wir uns mit dem Konzept, dass wir mit unseren langjährigen Freunden und Nachbarn erarbeitet hatten: Ein Akademisches Reitzentrum. Wir wollen Reitunterricht anbieten, Beritt machen und verschiedene Events veranstalten. Es war schon immer mein Traum auszuwandern und diesmal ist die Möglichkeit zum greifen Nah. Wir mussten nun nur noch auf die Entscheidung des Landes warten. Diese würden uns auch dabei unterstützen, den Umzug zu organisieren.


      Collin

      Im Gegensatz zu unseren Nachbarn hatten wir das Jahr 2019 als äußerst positiv wahrgenommen. Pferde kamen und Pferde gingen, doch der Kern blieb erhalten und die zukünftige Zucht von Barockpferden sollte nun endlich ins Rollen gebracht werden. Mit wechselnden Rassen zur Auswahl kam der Plan von der Zucht wieder auf die Wartebank und stattdessen kam das Horsemakeover ins Spiel. Morian HMJ 6345 war eine Bereicherung in vielerlei Hinsicht, obwohl sein Training äußerst zeitaufwendig war. Nichts desto trotz ging es voran, denn Valeria und ich kamen endlich zusammen und unser Azubi Joris hatte seine Abschlussprüfung bestanden. Leider hatte wir auch gewisse Verluste zu bedauern, denn unsere liebe Flo war gezwungen zurück nach Lateinamerika zu gehen, da ihr Arbeitsvisum abgelaufen war, weshalb wir gezwungen waren I’m a Playboy zu verkaufen. Außerdem war Sky aufgrund einer Verletzung unreitbar und so gut wie nicht bewegbar geworden, weshalb er trotz des extrem jungen Alters nun seine Frührente verbringen musste.

      Mittlerweile waren wir auch mit der Planung vorangeschritten und entschieden uns für die Zucht von Knabstruppern und Barockpintos, die beide alles vereinten, was wir uns wünschten. Doch wie nach jedem Höhenflug folgte auch bei uns der Fall, denn das ganze Land um Forest Creek und Atomics Valley war abgebrannt. Einige Pferde waren mit leichten Wunden davon gekommen, doch Peter, der die Pferde heroisch retten wollte, erlitt stärkere Verbrennungen und verbrachte einige Zeit im Krankenhaus. Alles was wir uns mühsam aufgebaut hatten war nun in Schutt und Asche gerichtet. Doch wie sagt man so schön, der Phönix steigt aus der Asche empor, denn wie es das Schicksal anscheinend wollte wurde uns gewissermaßen ein Wink gegeben, der uns letztendlich nach Schweden führte. Letztendlich machten wir auch so die Bekanntschaft mit Robin Wolff, ein junger akademischer Reiter anfang der dreißiger, der uns bedingungslos seine Hilfe anbot und nun ein Zuchtpartner in Schweden sein wird. Robin, ein attraktiver Rotschopf, der sich den Knabstruppern primär widmen wird.


      Bruce

      Der Umzug stand natürlich schneller vor der Tür als gedacht. Somit mussten die Pferde so schnell wie möglich transportfähig gemacht werden. Im Haus waren schon so gut wie alle Sachen eingepackt, nur noch die Dokumente unserer Tiere lagen verteilt im großen Schlafzimmer sortiert auf dem Boden. Mein Bruder, Tyrell, befindet sich bereits auf unserem neuen Grundstück und kann somit in den nächsten Tagen schon einige Pferde in Empfang nehmen. Somit werden als Erstes die Jungpferde auf die Reise in die neue Heimat gehen. Dafür haben Vriska und ich uns schon bereit gemacht. Gemeinsam holen wir die ersten beiden Stuten von der Weide. Es sind Wynja und Vösk, doch es war auch nicht wirklich einfach die beiden aufzuhalftern, deswegen waren sie die ersten. Am Stall putzen wir sie noch mal über und machen ihnen kleine Glocken an die Hufe, nur zur Sicherheit, da die Reise mehr als 10h dauert und in Dänemark eh Pause gemacht werden muss. Weiter ging es dann mit Bjama, Kría, Teigur, Halli und Ávi. Als alle Jährlinge endlich am Hof und verladefertig waren, fängt die Arbeit erst richtig an. Mithilfe von Max sortierten wir noch einmal die Papiere und übergaben sie den Fahrer. Jedes Pferd hatte seine eigene Folie in einem Ordner. Dort sind alle Unterlagen der Tiere drin, unter anderem die Bestätigung des Tierarztes, dass das Pferd gesund ist sowie dem Impfpass. Auch hatten wir extra sonder Papiere für die Überführung besorgt. Damit stand die Reise für die ersten Pferde fest.

      Vorsichtig fuhr der Transporter an und macht sich auf dem Weg richtig Schweden. In Zwei Wochen werden wir die Jährlinge wieder sehen. Sie kommen dort erst mal auf die Weide. Tyrell hat und auch noch einmal bestätigt, dass die Zäune stehen und sicher sind.

      Natürlich ist es nicht immer ganz leicht in ein anderes Land zu ziehen. Also hatten auch noch wir Rennerein, bis der nächste Transporter vor der Tür steht.

      Nun werden die nächsten Jungpferde verladen. Feuergeist, Amnesia, Milska, Hawking, Lu und Nautilus gehören zur Truppe. Diesmal gehen allerdings einige Pferde mehr mit. Der Transporter hatte noch einen Anhänger dabei, in den die beiden Jungstuten kommen. Lu, Hawking und Nautilus dürfen mit bei den großen Jungs fahren. Dort stehen Voodoo, Glanni, Litfari, Tesla, Ruvik, Illegal und Overo. Die Hengste haben alle Glocken um die Hufe, zum Schutz vor Verletzungen.

      Die letzten Tage rücken immer näher und der größte Teil unserer Kartons sind schon auf dem Weg nach Lindö. Auch sind schon so gut wie alle Pferde auf der Reise. Mademoiselle, Songbird, Milano, Fried, Ryuk und Wild sind gemeinsam auf den Weg. Der letzte Transporter hatte die Isländer bei sich. Thögn, Fönn, Snúra, Saint, Otra, Krít und Kempa waren das. Nun sind nur noch Willa, Ylfa, Snotra und Blávör noch hier am Hof. Die Vier werden wir mit nehmen, wenn wir fahren.


      Vriska

      Während die Jungs die Kartons und den ganzen Rest in die Autos bringen, stehe ich auf dem Paddock und versuche Ylfa aufzuhalftern und in den Hänger zu bringen. Da ich weiß, dass dies etwas länger werden könnte, werde ich direkt Willa mitnehmen, um der Stute mehr Sicherheit zu geben. Schon seit mehreren Wochen üben wir diese Situation, doch Ylfa hat gemerkt, dass es nun ernst ist. Nur noch drei andere Stuten sind da und das verunsichert sie sehr. Als ich die Stute nach langer Überzeugung am Halfter zum Hof führen kann, ist sie völlig schockiert, als sie den Hänger sieht. Sie versucht aus der Situation zu flüchten und steigt. Deswegen lasse ich Willa einfach los, die entspannt neben uns stehen bleibt. Daran merkt Ylfa, dass alles okay ist und schnaubt ab. Ich streichle sie beruhigend über den Hals und warte noch einen Moment, bevor wir näher an den Hänger gehen. Willa ist mittlerweile soweit, dass sie benah alleine in den Hänger geht. Ich ziehe den Strick vom Halfter ab und schicke sie hinein. Mit Ylfa in der Hand versuche ich hinter Willa die Stange zu befestigen, was sich als sehr schwierig herausstellt als gedacht. Die Stute hat offenbar panische Angst vor der Stange, also muss Willa erst mal ohne im Hänger stehen. Ich führe Ylfa noch mal vom Hänger weg und lasse sie einige Minuten grasen auf dem kargen Grasstreifen am Wegesrand.

      Nach fast einer Stunde ist es endlich geschafft. Ylfa steht entspannt im Pferdehänger und fummelt am baumelden Heunetz herum.


      Collin

      Erneut warf ich einen Blick auf die Checkliste für die Reise. Hatten wir tatsächlich an alles gedacht? Waren wir überhaupt gut genug vorbereitet für Schweden? Mir schossen unzählige Gedanken durch den Kopf, die mich mehr und mehr zum Zweifeln brachten, doch nun gab es kein zurück mehr. Die Pferde wurde allesamt in Transport LKWs verladen und erreichten unsere kleine Insel schließlich mit der Fähre. In Gedanken vertieft zählte ich die Pferde auf: “Aurelia, Morian, Fortun, Frans, FC Encantador, Sakura Blomst, Tacito il Vero, Wild Cherry, Valquiria, Xinu…” “Babe hattest du schon mit Familie Lindström Kontakt aufgenommen?”, fragte Val und riss mich aus meinem Gedankenkarussell. Erschrocken schüttelte ich den Kopf und zückte mein Handy. Familie Lindström besaß einen kleinen Hof in Mittelschweden und hatte einige Schicksalsschläge erlitten und nun mangelte es ihnen an Geld und eigentlich allem. Ich habe sie durch ihren Hengst Haldor kennengelernt, den ich für meine Zucht ins Auge gefasst hatte, doch stattdessen lernte ich ihre Familie ein und entschied sie auf unserem Hof einzuladen, da wir mehr als genug Platz hatten. Zuerst zögerten sie und versuchten das Angebot aus Scham und Höflichkeit abzulehnen, doch ich konnte sie überzeugen und schließlich verhandelten wir die letzten Angelegenheiten.


      Robin

      Um ehrlich zu sein, war ich sehr aufgeregt auf das neue Leben in Schweden und den neuen Menschen, die nun meine neue Familie werden würden. Es wird auch eine Umstellung sein, eigene Pferde zu besitzen, da ich bisher immer nur welche in Beritt hatte und somit die Verantwortung nicht auf mir lastete, dennoch freute ich mich darauf. Collin Jones, mein zukünftiger Arbeitgeber und Zuchtpartner hatte mich bereits in Deutschland mit meinen baldigen Vierbeinern vertraut gemacht. Wir beide teilten die Leidenschaft für Barockpferde, doch ich interessierte mich mehr für die “farbigen” unter ihnen, um nicht so zu sagen die Knabstrupper. So teilte er mir Tacito il Vero, Sakura Blomst und Frans zu, die nun in Schweden unter meiner Obhut stehen werden. Trotz der ganzen Aufregung freute ich mich riesig auf die neuen Möglichkeiten, die sich auf unserem Gelände und der Umgebung ergaben - ich meine hallo eine eigene kleine Insel?! (Na gut zumindest ein Teil davon)

      -to be continued-

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  • Album:
    Verkauf
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    Zion
    Datum:
    10 Juni 2018
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  • Wild Cherry
    [pt.Cerejeira brava - Jei]

    Abstammung
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Von unbekannt

    Von unbekannt Aus der unbekannt

    Aus der unbekannt
    Von unbekannt Aus der unbekannt

    Exterieur
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Hengst


    *2010
    Rasse: Lusitano
    Stockmaß: 164cm
    Deckhaar: Rotfalbe
    Abzeichen: x

    Beschreibung
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Charaktereigenschaften:

    Ausgeglichen ●●●● Unausgeglichen
    Aufmerksam ●●●● Unaufmerksam
    Intelligent ●●●● Unintelligent
    Sozial ●●●● Unsozial
    Begabt ●●●● Unbegabt
    Ruhig ●●●● Nervös
    Loyal ●●●● Untreu
    Gutmütig ●●●● Boshaft
    Nervenstark●●● Scheu
    Temperamentvoll ●●●● Faul

    ruhig | lieb | kontaktfreudig
    Wild Cherry - oder auch einfach nur Cherry genannt - ist einer der ruhigsten Hengste auf Roanoak und in keinstem Sinne wild. Er ist gutmütig, sanft und zeigt unterm Reiter einen gutes Maß an Mitarbeit. Im Umgang ist er schon beinahe anhänglich und in jedem Fall ein absolutes Verlasspferd. Auch wenn er stets Interesse an neuen Lektionen zeigt, muss er Schritt für Schritt an neue Dinge herangeführt werden. Er ist nicht der Überflieger und benötigt dementsprechend etwas Zeit, wenn es darum geht neue Aufgaben zu bewältigen. Menschen gegenüber ist er sehr aufgeschlossen, und dasselbe gilt für ihn in der Herde, wo er durch nötigste Maßnahmen von den anderen Tieren akzeptiert wird. Alles in allem ist Cherry ein wundervoller und allverträglicher Allrounder, der für jeden Spaß zu haben ist.
    Cherry wuchs bei seiner Züchterin auf und verbrahte seither ein vergnügtes Leben und kam schließlich zu uns.
    This horse is Dumb: It doesn't pick things up very easily, so you might have to teach it more than once. It hates the veterinarian, don't you come any closer with that needle!, 3) Herd sour, if you ride me in a group I won't want to leave them


    Besitzer: Zion

    VKR/Ersteller: Flair
    im Besitz seit: 25. Februar 2016
    Kaufpreis: x

    Qualifizierungen
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    ● Schleifenaufstieg ● Trainingsaufstieg ● Potential

    Dressur E A L M S S* S**
    Western E A L M S S*
    Springen E A L M
    Military E A L M
    Galopprennen E A
    Distanz E A L M S S*
    Fahren E
    Gangreiten E

    Erfolge
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    268. Westernturnier | 396. Dressurturnier | 293. Militaryturnier | 376. Westernturnier | 400. Springturnier | 380. Westernturnier | 382. Westernturnier | 340. Fahrturnier | 407. Westernturnier | 310. Distanzturnier | 207. Synchronspringenn | 423. Galopprennen | 369. Fahrturnier | HK 495 Großpferde

    Inoffiziell
    -

    Zuchtverband
    -


    Zucht
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    Schleife

    HK/SK

    Gencode: eeAaDd
    Zur Zucht zugelassen: ja
    Eingetragene Zucht: Forest Creek

    Nachkommen
    -

    Gesundheit
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Letzter Tierarztbesuch: unbekannt

    gechippt [] zuletzt kontrolliert []

    Gesamteindruck:
    Aktue Krankheit/en: x
    Chronische Krankheit/en: x
    Erbkrankheit/en: x

    Letzter Hufschmiedbesuch: unbekannt
    Ausgeschnitten/Korrigiert: 13.12.2017
    Hufbeschaffenheit: fest
    Hufkrankheit/en: x

    Beschlag vorne:
    Beschlag hinten:

    Zubehör
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯

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