Wolfszeit

♞PFS' Caruso|New Forest Pony

In meinem Besitz seit 30.08.2016 | Hengst|2 Punkte

♞PFS' Caruso|New Forest Pony
Wolfszeit, 28 Feb. 2020
    • Wolfszeit
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      2015|Occulta
      Old and New Fellows
      Caruso quietschte aufgeregt, als Ocean an ihm schnupperte. Dream liess alles gelassen geschehen, sie wusste, dass Ocean ihrem Sohn nichts antun würde. Die beiden waren das erste mal seit Carusos Geburt wieder draussen und er lernte gerade seine ‚Tante‘ kennen. Gespannt beobachtete ich die Szene vom Zaun aus und betrachtete liebevoll die langen Ohren des Fohlens. Obwohl der kleine Hengst erst wenige Tage alt war, verhielt er sich doch schon frech und wild. Dauernd versuchte er, seine Mutter zum Spielen zu bewegen. Und tatsächlich war es ihm bereits vorhin einmal gelungen, die weisse Stute zu einem raschen Galopp über die Weide anzutreiben. Dream schien sich in ihrer Rolle als Mutter wohl zu fühlen, denn sie umsorgte den kleinen liebevoll. Ocean hatte die Nüstern in das weiche Fohlenfell an der Schulter gedrückt und begann nach einigen Augenblicken des Ausharrens, Caruso zu kraulen. Ich lächelte zufrieden und sah meine Anwesenheit als überflüssig an, weshalb ich mich auf den Weg zum Hauptstall machte, um dort nach dem Rechten zu sehen. Am Nachmittag würden ganze drei neue Fohlen ankommen, davon zwei vom selben Züchter. Ich hatte sie sorgsam ausgesucht und war sogar mehrfach herumgereist, um sie mir live anzusehen. Doch sie würden erst um vier Uhr ankommen, daher hatte ich noch etwas Zeit für Frame, der mir aus seiner Box entgegenröchelte. Der Hengst hatte seine starke Bindung zu mir weiter aufgebaut, offenbar erinnerte er sich daran, dass Eowin und ich ihn gerettet hatten. Sie war letztens hier gewesen, um Noir für die Körung zu untersuchen. Ich betrat die Box und kraulte den Schecken liebevoll hinter dem linken Ohr. Was für ein erbärmliches Fellbündel er doch gewesen und was für ein prächtiger Hengst nun aus ihm geworden war. Ich war mittlerweile schon zweimal auf ihm gesessen und es war beide male ein unglaublich tolles Gefühl gewesen. Frame reagierte schon jetzt so fein auf Hilfen und verliess sich blind auf mich. Und ich mich auf ihn. Ich halfterte ihn und führte ihn nach draussen, um einen Spaziergang zu machen. Jacky lief am Boden schnuppernd neben mir her und Sheela tapste freudig und wild um sie herum. Die beiden kamen prima miteinander aus und Jonas hatte Recht behalten – Jacky war wieder viel aufgeweckter, seit die junge Hündin dazugekommen war. Obwohl Sheela schon jetzt grösser als sie selbst war, erzog Jacky den Welpen bei jeder Gelegenheit. Am Abend lagen sie meist eng zusammengerollt neben mir oder in ihrem Körbchen. Ich hob einen Tannenzweig vom Boden auf und warf ihn Jacky, als wir bei der Galoppbahn waren. Es war kühler geworden und ich hätte schwören können, dass die Isländer bereits dichteres Fell hatten. Wir würden sie schären müssen, wenn es so weiter ging.
      Ich fühlte plötzlich das Verlangen, einfach Frames Seil zu lösen um das Vertrauen des Hengstes zu prüfen. Also hängte ich den Strick aus und lief weiter, als sei nichts gewesen. Frame spitzte etwas die Ohren und drehte, in seiner neu erlangten Freiheit, den Kopf zu Seite, um die Landschaft genauer zu betrachten. Er blieb jedoch neben mir und trabte hinterher, als ich mit Jacky losrannte. Sheela hielt sich auf der rechten Seite, denn sie war bereits einmal fast von einem Pferd getreten worden und nun vorsichtiger. Jacky wusste sowieso Bescheid, was den Umgang mit Pferden anging. Als ich ausser Atem war, hielt ich abrupt an, woraufhin auch Frame sofort stoppte. Ich entschied lächelnd, dass ich wohl zukünftig kein Seil mehr brauchen würde. Irgendwie gab mir sein eisiges Auge als er an mir vorbei zu den Weiden starrte das Gefühl, dass er bei mir bleiben würde, komme was wolle. Ich kraulte sanft seine Schulter und bog auf den Schnitzelweg zu den Weiden. Bei den Minis machte ich halt, damit Frame sie beschnuppern konnte. Rosie kam mir entgegen und lachte als sie sah, wie mir Frame beim Laufen von hinten die Haare zerzauste. Er wollte mit mir spielen. Ich hüpfte showmässig zur Seite auf den breiten Grasstreifen neben dem Weg und wich ihm immer wieder aus, rannte ein wenig, bis er mir den Weg abschnitt. Immer wieder stiess er sich kraftvoll vom Boden ab und machte einige Bocksprünge aus purer Lebensfreude. Bei dem Spektakel vergass ich alles andere und war einfach nur wunschlos glücklich, wie ich es schon lange nicht mehr gewesen war. Rosie machte ein kleines Filmchen mit ihrem Handy und zeigte es mir, als ich keuchend mit Frame im Schlepptau angerannt kam. Der Hengst stoppte kurz vor Rosie und verkroch sich misstrauisch hinter meinem Rücken. Ich rollte die Augen und wir lachten beide, denn dieses Verhalten war üblich für den sensiblen Schecken. Ich sah auf die Uhr und stellte erschrocken fest, dass es bereits fünf nach vier war. Rasch lief ich in Richtung Parkplatz, wobei mir Rosie noch etwas Unverständliches nachrief. Erst, als vor dem Transporter Halt machte, der bereits dort stand, fiel mir ein, dass Frame immer noch hinter mir stand. Da er brav gefolgt war und sich nun unsicher nach einem Grasflecken am Rand des Parkplatzes umdrehte, liess ich ihn vorerst in Ruhe. Er versicherte sich mit einem Blick, ob ich auch nicht weglief und senkte dann entspannt den Kopf. Ich widmete mich dem Transporter und dessen Inhalt, der bereits unruhig zappelte. Hans, der freundliche Pferde-Chauffeur half mir beim Öffnen der Klappe und teilte mir nochmals seine Trauer und sein Beileid wegen Jack mit, was er besser hätte sein lassen. Ich nickte nur abwesend und konzentrierte mich auf das, was vor mir lag. Frame kam neugierig angelaufen um die drei wunderschönen Geschöpfe im inneren des Transporters zu beschnuppern, die zuvor so schrill gewiehert hatten. Das Fuchsfohlen streckte ihm mutig die Nüstern entgegen und machte kurz darauf unterwürfige Kaubewegungen, wie es sich gehörte. Kaythara die kleine Nachzüglerin von Edfriend starrte aufmerksam zum Hauptstall. Nur die zweite Stute, Riven, blieb in der hinteren Ecke verborgen. Sie war zwar eine Handaufzucht, doch relativ scheu geblieben und mochte keine ungewohnten Situationen. Lewis brachte gerade rechtzeitig die Halfter, die ich natürlich auch vergessen hatte, und übernahm Kaythara. Ich schnappte mir Simba und Hans nahm kurzerhand Riven. Er lud die Stute sanft ein, ihm zu folgen, woraufhin sie zögerlich die Rampe runterkletterte. Simba folgte mir relativ zügig und schubste mich ein wenig zur Seite, weshalb ich ihm einen Klaps auf die Schulter gab. Ich staunte, wie weich sein Fell war und wie golden es in der Nachmittagssonne glänzte. Ich habe die richtige Wahl getroffen
      Frame trottete brav wie ein Lamm neben mir her, während ich Simba gemeinsam mit den anderen zu den Fohlenweiden führte. Riven und Kaythara wurden sofort von den anderen Stütchen begrüsst und umringt, besonders Ciela interessierte sich für die Neuankömmlinge. Pointless hingegen blieb hinter Penny auf Abstand und beobachtete uns nur mässig interessiert. Sweets, Liquor und Bluebell wurden fast schon etwas zu aufdringlich für Kaythara, doch zu unserer Überraschung schien sich die schüchterne Riven von Anfang an bei ihnen sicher aufgehoben zu fühlen. Ich hatte Simba inzwischen auf die Weide nebenan geführt und abgehalftert. Er flüchtete nun vor Mano, der ihn spielerisch jagen wollte. Simba verstand dies anscheinend jedoch nicht als Spiel, sondern nahm sein Verhalten ernst. Auch nach zwanzig Minuten war es nicht besser geworden; immer wenn Simba anzuhalten versuchte, wurde er sofort weitergetrieben. Alysheba kam nun ebenfalls hinzu, weshalb ich eingriff und Simba vorerst wieder einfing. Ich dachte angestrengt nach, was ich nun zu tun hatte. Ihn alleine in eine Box stellen? Auf keinen Fall. Ich muss es morgen nochmal versuchen, bis dahin stelle ich den kleinen neben Blüte und Merino. Gedacht getan, ich brachte Campina in ihre alte Box zurück und stellte Simba in die leere neben Blüte, die vor einiger Zeit Coulee gehört hatte. Ausserdem brachte ich bei Gelegenheit auch gleich Frame zurück in seine Box, er hatte genug Freilauf gehabt für heute. Merino streckte neugierig die weichen Babynüstern durch die Gitterstäbe und knabberte mit den Zähnen am Metallrand, bis Simba ihm Beachtung schenkte. Die beiden schnüffelten kurz durch die Stäbe, dann kreiste Simba weiter in der Box herum. Er beruhigte sich aber rasch, offenbar würde die Nacht nicht allzu schlimm für ihn werden. Merino blieb noch immer am Gitter und beobachtete den hellen Fuchs. Seit wir seine Zwillingsschwester an Sarah Kyren verschenkt hatten, war er wohl etwas einsam gewesen. Zum Glück durfte er in wenigen Monaten zu den anderen Fohlen. Wir hatten die kleine Primo Viktoria von ihm und Blüte trennen müssen, da sie bei der Geburt zu schwach gewesen war. Sie wurde mit der Flasche aufgepäppelt, doch da dies sehr aufwendig war, übergab ich sie Sarah, die die nötige Zeit für die Kleine aufbringen konnte.
      Erleichtert verliess ich den Hauptstall, um nochmals nach den Stütchen zu sehen. Kaythara und Riven waren zwar noch etwas abseits, grasten aber einigermassen entspannt. Zufrieden klopfte ich mir auf den Schoss, um Jacky anzulocken und mit ihr ein wenig Ball zu spielen. Auch Sheela kam freudig angerannt und hopste durch das Gras.
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      2015|SopherlMacaulay
      Tierklinik Sakura: Tierarzt Besuch für die Fohlen
      Fröhlich vor mich hinpfeifend und meinen Arztkoffer behände tragend spazierte ich über den Smithschen Hof. Occu hatte mich angerufen und mich gebeten mich um zwei ihrer Pferde um ihre Fohlen zu kümmern und sie zu impfen – dementsprechend vorsichtig näherte ich mich der Fohlenweide, nicht dass mich irgendein Tier aus dem Gleichgewicht brachte und die wertvollen Impfspritzen zu Bruch gehen würden.
      An den Weiden erwartete mich schon Occu die mich freudig angrinste während mir erstmal die Augen fast aus dem Kopf fielen. Solche Weiten und dazu solch quirlige Fohlen die hin und her rannten, dass man sie kaum im Auge behalten konnte. Ein Glück dass Occu da war, um mit mir die Fohlen einzufangen!
      Da wir bei der Stutenweide standen, brachte sie mir als erstes Captured in Time zu mir. Die junge Stute benahm sich wie eine große. Bestens erzogen ließ sie die Impfungen über sich ergehen, auch die Entwurmungspaste schluckte sie ohne Schwierigkeiten zu machen, bevor sie sich wieder ihren Spielkameraden zuwandte.
      Penny dahingehend verlangte mir schon einiges mehr ab. Diese aufgeweckte kleine Stute wollte, sobald wir sie eingefangen hatten schon wieder losrennen. Lachend bemerkte ich dass Penny wohl eines Tages allen andren auf der Rennbahn davonsausen würde, während Occu ihre Schwierigkeiten hatte die Stute still zu halten, dass ich die Impfspritze setzen konnte. Auch die Entwurmpaste hing noch halb aus ihrem Maul, als sie schon wieder zu ihren Spielkameraden raste. Glück für uns, Penny leckte sich über die Lippen und schon war auch der Rest der Paste in ihrem Maul verschwunden.
      In Kaya tobte innerlich ein Sturm. Sie war zwar brav in meinen Händen, doch man merkte ihr an, dass sei schnell wieder zu den anderen zurückwollte, ihre Freiheit und ihr Leben genießen. Ich beeilte mich mit Spritze und Entwurmung und schon stob die junge Stute mit einer solchen Lebensfreude über die Weide, das es eine wahre Freude war ihr zu zusehn.
      Bei Riven hatte ich schlechte Karten. Die Stute schmiegte sich eng an Occu und ließ mich nur sehr widerwillig mit der Spritze heran, sie schnaubte und ihr Schweif schlug unruhig hin und her, sodass ich Occu die Entwurmungspaste in die Hand drückte, um die kleine Stute nicht unnötig aufzuregen. Von ihrer Besitzerin nahm sie die Paste anstandslos, sodass auch sie bald zu ihren Spielkameraden zurückkonnte.
      Zuletzt durfte ich noch Kiwi impfen.Die lebendige kleine Stute war ganz aufgeregt, hüpfte mal hierhin, mal dorthin, interessiert an allem. Ich ließ sie ein wenig gewähren bevor ich mir das Miniaturfohlen schnappte und schnell impfte. Nun noch die Entwurmungspaste und schon schoss der kleine Wirbelwind wieder davon, zu seinen größeren Spielkameraden.
      Nach den Stuten ging es weiter zur Hengstweide, wo ich mich an den jungen Hengsten erfreuen durfte, die voller Elan über ihre Weide stoben und voll Freude ab und an sogar einmal buckelten.
      In Caruso hatte ich wieder ein Beispiel von einem Paradepferd. Er sah zwar verschmitzt drein, kam aber sofort als Occu ihn rief und war auch in meinen Händen sehr brav. Schnell war die Spritze gesetzt und auch die Entwurmungspaste nahm er mir anstandslos. Nach getaner Pflicht sauste er schnell zu seinen Spielkameraden zurück um mit ihnen über die Weide zu toben.
      Sheba erwies sich als kleiner Charmeur der mich blitzschnell um den Finger gewickelt hatte. Die Hand in seinem seidigen Fell vergraben wollte ich schon gar nicht mehr aufhören zu streicheln und mich zu umgarnen lassen! Leider war auch Sheba recht schnell geimpft und auch die Entwurmung verließ reibungslos, sodass ich ihn viel zu schnell wieder auf die Weide entlassen musste.
      Hatte ich schon zuvor bei Penny gejammert, lehrte Merino mich fast das fürchten. Dieser kleine Wirbelwind schaffte es überall und nirgends zu sein. Mal war sein Mäulchen in meiner Tasche zwischen den Spritzen, schon war es wieder an irgendeinem meiner Kleidungsstücke, wo er fröhlich rumknabberte. Ich ließ ihn gewähren und erwischte ihn in einem recht günstigen Augenblick mit der Impfspritze was ihn verwirrt innehalten ließ. Damit hatte er nicht gerechnet. Schnell nutzte ich die ungeahnte Ruhepause und fütterte ihn mit Entwurmungspaste bevor ich ihn auf die Weide zurückbrachte.
      Simba trennte sich nur ungern von Merino, weswegen wir den kleinen Racker auch mit heraus nahmen. Merino fand das furchtbaraufregend, dass er nochmal ein wenig in meinem Koffer herumschnuppern durfte während ich Simba spritzte und ihm die Wurmpaste ins Maul strich. Ruhig ließ der kleine Hengst alles an sich geschehn und schritt am Ende mit königlicher Eleganz wieder auf die Weide. Ich musste lachen, der Name des Fohlens passte wirklich perfekt für diesen kleinen Löwen.
      By SopherlMacaulay
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      2015|Eddi
      Ein ruhiger Tag
      Der verspielte kleine Caruso knabberte den ganzen Weg zum Zaun an meinem Arm. Ich band ich genervt an und sagte laut „So, und jetzt bitte anständig.“ Wie würde das erst beim Anreiten werden? Mir graute es schon jetzt davor. Andererseits war er eigentlich ein angenehmer Genosse. Er war mutig und neugierig was bedeutete, dass er zumindest nicht so schreckhaft wie sein Vater werden würde. Aber hoffentlich bekommt er die weichen Gänge von Caspar und die Sprungkraft seiner Mutter. Das wäre wundervoll. Ich kraulte ihn ein wenig, dann fing ich mit dem richtigen Putzen an. Er zappelte am Anfang etwas, vermutlich weil die Bürste an seinem langen Winterfell zog und ihn so kitzelte. Nachdem ich ihm den einen oder anderen sanften Klaps gegeben hatte, hielt er endlich still und nagte ein wenig am Zaun. Seine blauen Augen musterten interessiert den Hufauskratzer, als ich ihn ihm hinhielt. Prompt versuchte er, auch ihn anzunagen. „Dass du immer alles mit dem Mund anschauen musst!“, tadelte ich ihn liebevoll. Wenn er kein Springpony wird, dann eben ein Zirkusgaul. Hufegeben klappte nicht schlecht, auch wenn er hinten ein paarmal wegzog. Aber mit Geduld würde ich das schon noch hinbekommen. Als ich mich ein Stück entfernte und ihn betrachtete, konnte ich mir schon fast vorstellen, wie er später aussehen würde. Er hatte einen ähnlichen Hals wie seine Mutter, der würde aber bestimmt noch etwas kräftiger werden, weil wegen Hengst. Ausserdem war er recht klein für sein Alter, aber darüber machte ich mir keine Gedanken. Als ich die widerspenstige Mähne gekämmt hatte, band ich ihn los und zog ihm das Halfter aus. Dann lief ich ein paar Meter weg und lockte ihn hinterher. Es klappte einige Minuten lang, dann hatte er genug und schloss sich wieder den anderen drei an. Lächelnd verliess ich die Weide. Sie schafften es immer wieder, mich glücklich zu machen. Zeit für die Stuten.
      Eddi
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      03.2015|Eddi
      Ein neuer Kauf
      Ich konnte es einfach nicht lassen, ab und an einen Blick in die Verkaufsanzeigen zu werfen und natürlich würde ich es auch diesmal wieder bereuen. Spontan stieß ich diesen Abend auf eine Anzeige von den Pine Forest Stables. Eigentlich war gar keine für mich passende Rasse dabei, aber dennoch verliebte ich mich sofort in den kleinen Caruso und die hübsche Lila Wolken. Also schrieb ich Occulta an und machte mit ihr am kommenden Nachmittag einen Termin aus, damit ich mir die beiden anschauen konnte.
      Dementsprechend war ich dann am nächsten Tag knapp nach 15 Uhr bei Occulta angekommen und wurde herzlich begrüßt. Als erstes schauten wir uns Caruso an, welcher fröhlich mit den anderen Fohlen über die Wiese tobte. Er war ein New Forest Pony und hatte eine gute Abstammung. Sein Vater, Caspar, stand im Stall einer guten Freundin und vererbte einerseits wunderbare Gänge, aber auch einen tollen Charakter. So stand schnell fest: Caruso würde ich kaufen.
      Als nächstes war Lila Wolken an der Reihe. Die Scheckstute war rassetechnisch so gar nicht mein Fall. Ich hatte mich noch nie für Isländer interessiert und fand ihre besonderen Gangarten eher gruselig als einzigartig. Aber Lila Wolken war anders, sie gefiel mir sofort und sie zeigte klar die drei Grundgangarten, ohne dabei ungewollt in Tölt oder Pass zu geraten. Das machte sie mir auf Anhieb noch sympathischer. Aus dem Grund ließ ich sie mir nochmals vorreiten und testete sie dann selber.
      Am Ende meines Besuches war der Kauf mit Handschlag besiegelt. Occulta leitete bereits die AKU ein und ich würde mich um den Transport kümmern, wenn alles schnell ging, würden die beiden bereits in den kommenden Tagen umziehen. Zu Hause wollte ich noch in Ruhe alles für die zwei vorbereiten und dann durfte ich mich auf zwei hübsche neue Vierbeiner vorbereiten.
      Eddi
    • Wolfszeit
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      06.2015|Eddi
      Ein Neuankömmling
      Gähnend watschelte ich Richtung Bad, so müde wie heute war ich schon lange nicht mehr, aber wenn der Tag versprach heiß zu werden, lohnte es sich eben doch, etwas eher aufzustehen, gerade wenn man einen Neuankömmling erwartete.
      Kat sprang wie immer quietschvergnügt in der Küche herum und reichte mir direkt eine Tasse Kaffee. „Danke“, murmelte ich und setzte mich an den Tisch, um mein Getränk zu schlürfen. „Wer kommt heute?“, fragte Kat neugierig und ich erzählte ihr von Long Island Icetea. Ein Reitponyfohlen, was bereits schon einmal in meinem Besitz gewesen war und es nun bald wieder sein sollte.
      „Nessaja wird sich freuen, ihre alte Freundin wiederzutreffen“, meinte ich grinsend. Dann ging es nach dem Frühstück auch direkt nach draußen – die Pferde wollten gefüttert werden. Danach säuberte ich die Offenställe der Jungpferde, ehe ich mir Nessaja holte, sie putzte und ein wenig beschäftigte, bis Icetea kommen würde.
      Als es dann so weit war, brachte ich die beiden Jungstuten gemeinsam auf eine der kleineren Weiden, damit sie sich „kennenlernen“ konnten. Tatsächlich erkannten sie sich recht schnell und tobten gemeinsam über die Weide. Ich ließ sie den Vormittag noch extra und kümmerte mich um die älteren Jungpferde, denn dort ging langsam die Ausbildung los.
      Hollybrook’s Fairy Bluebird und Joyce wurden inzwischen regelmäßig longiert und sollten demnächst an Sattel und Trense gewöhnt werden. „Bald zieht ihr beiden um“, meinte ich lachend, nachdem ich beide Stuten aufgehalftert und von der Weide geführt hatte. Ich putzte sie gründlich und gab Joyce dann an Ethan ab, der mit ihr ein wenig Bodenarbeit auf dem Platz machte, während ich Fee longierte.
      Die Foreststute machte sich wunderbar und würde das perfekte Gegenstück zu Zarin sein, ich freute mich schon darauf, sollte ich die beiden irgendwann doch mal endlich gekört bekommen. Auch von Joyce hörte ich nur Gute. Der interessante Mix aus Criollo und Tinker machte sich sehr gut, eine Kreuzung die man eindeutig ausbauen könnte.
      Nach den beiden kümmerte ich mich um die kleine Tiny Girl. Inzwischen war sie für ihre Rasse schon groß, aber trotzdem der Zwerg auf der Weide, selbst Occani übertrumpfte mein AMH inzwischen. Aber an Arbeitsmotivation war die kleine Scheckung wiederum nicht zu schlagen und so machte sie auch heute bei der Bodenarbeit wieder gut mit. Mein Ziel war ja, sie bald anzufahren, damit wir in Zukunft in diese Richtung gehen würden.
      Raunchy’s Limited trat ich heute an Kat ab. Die liebte die kleine Reitponystute, welche auch immer mehr nach ihrem Vater kam, mir ging es nicht anders. Quintesse of Xaras arbeitete ich selber noch einmal, aber dann mussten auch erstmal die restlichen Offenställe gemacht werden. In der Zeit kümmerte sich Ethan um Prazzy’s Goldbell und Painted Blur. Kat putzte noch Destiny Horror, ehe sie das Mittagessen machte.
      Danach ging es auch direkt weiter. Ich gewöhnte Altyn allmählich an den Sattel, denn der Achal Tekkiner war auch allmählich für mehr als nur Bodenarbeit bereit. Shawnée hatte heute frei und wurde nur ein bisschen von Kat betüddelt, genauso wie Fantasio.
      Mon petit écrou hingegen wurde von Ethan beschäftigt und die beiden hatten auch sichtlich Spaß. Mit Outlaw Torn unternahm ich einen Spaziergang, ehe wir gemeinsam mit Ironic und Ruffian’s Daughter ein wenig Anti-Schrecktraining machten. Outlaw war total entspannt, Ironic erschrak sich ab und an, lernte aber schnell, aber bei Ruffian hatten wir echt noch allerhand zu tun.
      Mellow Billow ließ ich heute auf der Weide, sie hatte ich erst gestern longiert, da musste sie nicht schon wieder dran glauben. Nessaja hatte heute sowieso frei und wurde stattdessen gemeinsam mit Icetea wieder in die kleine Herde gebracht. Das Anfangstheater war groß und daran interessierte sich kaum noch jemand für den Neuankömmling. Alles lief nach Plan.
      Never look back und Dead Memories waren noch recht neu bei uns und so hatten sie immer noch etwas Schonfrist. Nicht anders verfuhr ich bei Paddington, der sowieso noch recht jung war und einfach das Fohlen-ABC lernen sollte.
      Als Abschluss gingen Kat und ich noch mit Caruso und Cruel Twist of Fate ein Ründchen spazieren und ließen die beiden auch im Wasser plantschen. Dann wurde es auch schon Zeit für die zweite Fütterung und das ein oder andere Pferd wollte auch noch geritten werden, ach hätte der Tag nur mehr Stunden.
    • Wolfszeit
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      07.2015|Eddi
      Momentan standen auf der Ranch allerhand Umplanungen an, viele zu Gunsten der Pferde, aber manche auch nicht. So entschied ich mich, einen Teil meiner Vierbeiner abzugeben, ich brauchte wieder ein bisschen mehr Übersicht, so würde ich das Ganze einfach nicht mehr schaffen. Dementsprechend hatte ich direkt meine geliebte Freundin Elisa angerufen und gefragt, ob sie nicht zufällig Interesse an zwei wundervollen Reitponyfohlen hatte. Da sagte sie natürlich nicht nein und schon wusste ich zwei Jungpferde in guten Händen. Einige weitere sollten auch gehen, aber bis dahin musste der Alltag trotzdem weiterlaufen. Dementsprechend begann auch mein heutiger Tag wieder kurz nach um fünf.
      Gähnend stand ich auf, machte mich im Bad fertig, um mir dann unten in der Küche flott eine Tasse Cappuccino einzuwerfen, ehe es auch schon raus zu den Pferden ging. Alle mussten gefüttert werden, die Tränken mussten kontrolliert werden und die Unterstände gemistet. Erst wenn das alles geschafft war, konnte ich mich den Vierbeinern selbst widmen. Heute wollte ich mich da vor allem mit unseren Jungpferden beschäftigen. Für einige wurde es auch allmählich Zeit, dass sie aus den Kinderschuhen wuchsen und in die Fußstapfen ihrer Eltern traten, doch diesen Monat wollte ich ihnen noch Zeit lassen.
      Joyce war zum Beispiel bereits letztes Jahr eingeritten worden, hatte jetzt aber noch einmal eine lange Pause haben dürfen und war in dieser auch noch einmal ordentlich gewachsen. Heute wollte ich sie zumindest mit Sattel longieren, damit sie sich wieder daran gewöhnte. Für Hollybrook’s Fairy Bluebird würde es heute das allererste Mal sein, dass sie einen Sattel und eine gebisslose Zäumung trug. Dafür machte sie das aber wirklich traumhaft und wir konnten das Training mit einen super positiven Ergebnis beenden.
      Tiny Girl und Raunchy’s Limited waren eigentlich auch allmählich an der Reihe, also zumindest Limited. Tiny wollte ich eventuell bald einfahren lassen, sobald sie ihren letzten Wachstumsschub ein Weilchen hinter sich hatte. Sie würde sich sicherlich gut vor der Kutsche machen! Limited longierte ich heute ordentlich, denn die Reitponystute sollte allmählich Muskeln aufbauen, damit wir bald mit dem Einreiten beginnen konnten.
      Bei Quintesse of Xaras wagte ich heute den Schritt: Das erste Mal auf ihren Rücken. Ethan unterstützte mich dabei und führte Quinnie. Das lief besser als gedacht! Aber die Criollostute war eigentlich sowieso dafür bekannt, dass sie alles brav mitmachte. Was für ein Erfolg! Bei meinem Pajero-Nachkommen war ich da leider noch nicht so weit. Prazzy’s Goldbell war nicht so motiviert wie die anderen Jungpferde und deshalb hingen wir auch noch etwas hinterher. Momentan erarbeiteten wir uns das Longieren mit dem Sattel und das Kennenlernen des Gebisses.
      Da war er aber zumindest gleichauf mit seinem besten Kumpel Painted Blur, der sehr motiviert mitmachte, aber auch ein Weilchen brauchte. Die beiden Warmbluthengste würden sich schon noch machen und dann würden alle staunen! Destiny Horror hatte sich inzwischen auch gemacht. Aus dem ängstlichen Fohlen war inzwischen eine doch recht selbstbewusste Stute geworden, die motiviert mitmachte und bereits schon einmal einen Reiter auf ihrem Rücken gehabt hatte.
      Altyn war der letzte in der Gruppe der Großen. Er sah inzwischen immer mehr wie sein Papa aus und ich freute mich riesig darüber, denn während Alazar bereits seinen Ruhestand genoss, sollte Altyn allmählich in seine Fußstapfen treten und bisher machte er seinem Papa auch alle Ehre. Seine Halbschwester Nüsschen (Mon petit ecrou) hatte da noch wesentlich mehr Zeit und genoss ihre Fohlenzeit in der ich sie nur ab und an mit dem Fohlen-ABC nervte.
      Dafür ging ich Shawnée wesentlich mehr auf den Geist. Mein hübsches Welshfohlen war sehr selbstbewusst und testete nur zu gerne, dementsprechend hatte ich mit ihr alle Hände voll zu tun. Angenehme Abwechslung brachte dann immer Outlaw Torn, der Hübsche, welcher stets geduldig war und gerne mitarbeitete. Er würde dieses Jahr auch drei werden und so langsam wurde aus dem Fohlen ein junger Hengst.
      Fantasio, Ironic und Ruffian’s Daughter würden uns demnächst verlassen. Es fiel mir zwar schwer, aber für die ersten beiden hatte ich schon wundervolle Zuhause gefunden. Ironic würde zu seiner Züchterin zurückkehren und dort als stolzer Nachkomme seines Vaters leben. Fantasio würde wahrscheinlich auf eine Ranch in Kanada ziehen, da war ich bisher auch sehr gespannt. Für Ruffian suchte ich hingegen noch, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.
      Bei Mellow Billow hatte ich ein Weilchen überlegt, ob ich sie wirklich behalten wollte, aber auch heute, als ich die junge Stute von der Weide holte, wusste ich, dass ich mich von ihr nicht trennen könnte. Mellow war lieb, hübsch und immer motiviert, so etwas gab man einfach nicht gerne ab. Genauso wie Occani, die vergötterte ich auch und vielleicht wäre sie ja das passende Gegenstück für Heartbreaker.
      Sollte ich wiederum Never look back irgendwann abgeben wollen, hatte ich schon eine Interessentin die gefühlt auf heißen Kohlen saß: Elisa. Sie vergötterte die Buckskin-Stute schon jetzt und würde ich ihr auch nur annähernd die Chance geben, sie wäre sofort dabei. Aber bisher hatte ich mich selber in die Stute verguckt und wollte sie gerne als Gegenstück für Feuervogel. Stattdessen plante ich aber, Dead Memories wieder abzugeben. Der Rotfalbe hatte sich in der Zeit auf der Ranch echt gemacht, aber irgendwann trennten sich unsere Wege eben wieder.
      Wen ich niemals abgeben würde, war Paddington. Auch heute war der kleine Hengst wieder zauberhaft und es machte immer tierischen Spaß mit ihm spazieren zu gehen, zu spielen oder einfach nur Quatsch zu machen – herrlich! Sein bester Kumpel war übrigens Cruel Twist of Fate, hätte ja nicht gedacht, dass die beiden sich mal so gut verstehen würden, aber siehe da! Und der dritte im Bunde? Richtig: PFS‘ Caruso. Das NF machte sich wirklich gut und wir übten momentan fleißig das Fohlen-ABC. So war auch der heutige Tag wieder vollgepackt bis zum Geht nicht mehr und ich war echt froh, als ich es endlich geschafft hatte und mich in mein Bett fallen lassen konnte.
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      08.2015|Eddi
      Grübelnd saß ich gemeinsam mit Kat und Ethan am Frühstückstisch. Ich wusste gar nicht so recht wie ich beginnen sollte, aber vielleicht fing ich einfach an, das wäre wohl das einfachste. „Leute? Ich muss euch was sagen“, meinte ich und zog die Stirn ein wenig kraus. Ethan und Kat sahen mich neugierig an, sie schienen mit nichts Besonderem zu rechnen, maximal mit einem neuen Pferd, aber sonst. „Es ist nicht das was ihr denkt“, sagte ich genervt und haute es dann einfach raus: „Ich ziehe weg. Die Ranch steht schon zum Verkauf.“
      Tja, da waren meine beiden Mitbewohner erst einmal baff, aber es ging nicht anders. Ich hatte die Pause in Wyoming wirklich genossen, aber es war langsam Schluss damit. Ich sehnte mich wieder nach einem richtigen Gestüt und nach Mitarbeitern und genau das wollte ich umsetzen. Kat und Ethan schwiegen, sie schienen nicht so recht zu wissen, was sie sagen sollten. Auch sie hatten diese Pause genutzt, um aus ihrem alten Stress heraus zu kommen, aber beide waren eher Stadtmenschen und nicht für das Land geschaffen und das hatten sie auch schon oft zugegeben.
      Wir frühstückten relativ schweigend zu Ende und dann machte ich mich auch schon auf den Weg nach draußen, die Pferde mussten immerhin versorgt werden. „Ich übernehme die Hengste!“, erklärte sich Ethan bereit und stand mit auf. Schweigend warf ich vier Heubündel auf die Schubkarre und machte mich auf den Weg in Richtung Stutenweide. Die Heunetze wurden alle frisch aufgefüllt und der Rest kam in die Raufen. Dann mistete ich die Unterstände und machte mich auf den Weg zu den Fohlen.
      Im Stall traf ich wieder auf Ethan, der nun auch fertig war. Gemeinsam brachten wir die neueren Pferde auf die kleineren Weiden und misteten deren Boxen aus. Neu waren Fandango und Scheherazade, welche immer noch getrennt von den anderen standen, das war mir doch lieber. Doch schon bald sollten dann auch sie umgesiedelt werden, aber ein wenig Zeit hatten wir ja noch. Da nun die grundlegende Arbeit fertig war, konnte ich mit dem Training beginnen. Dabei standen an vorderster Spitze unsere momentanen Körungskandidaten und davon hatten wir mehr als genug.
      Dementsprechend holte ich Classic Gold und CH’s Sun is Shining von der Weide. Zweitere packte ich erst einmal auf den Paddock und erstere wurde geputzt und zum Longieren fertig gemacht. Den Probedurchlauf für die Krönung hatten Classic Gold und ich schon hinter uns, nun wurde es langsam ernst und ich hoffte, dass das bald mal von Statten gehen würde. Hier in Wyoming hatten sie es nicht so mit regelmäßigen Krönungen, die waren manchmal Monate lang offen.
      Classic Gold longierte ich heute nur locker vorwärts-abwärts. Sie sollte fit bleiben, aber gestern waren wir auf einem Turnier gewesen, deshalb machten wir heute nur muskelkater-vorbeugendes Training. Sunny musste stattdessen mehr dran glauben. Die Araberstute sattelte ich mir und ging mit ihr für ein Stündchen auf den Reitplatz, um die kommenden Aufgaben durchzureiten und unsere Fehler noch auszubessern.
      Danach waren Ice Coffee und Cual Maniaca an der Reihe. Ich schnappte mir Kat für einen kleinen Ausritt und setzte die Anfängerin auf die brave Westernstute. Manni wäre nichts für sie gewesen, sie war viel zu zickig dafür. Der Ausritt verlief aber ganz entspannt, auch wenn Kat nur grummelnde Töne von sich gab. Wieder auf der Ranch traf ich auf Laurel, welche die Reitbeteiligung von Lila Wolken und Hákur war, dementsprechend waren die beiden Isländer heute versorgt.
      „Wenn du fertig bist, können wir auch noch einen Ausritt mit Milka Luflee und Hyreygur machen!“, bot ich ihr an und Laurel schien sich nach einem anstrengenden Schultag sichtlich auf diese Abwechslung zu freuen. In der Zwischenzeit bewegte ich Allelujah und Feuervogel, meine beiden hübschen Palominos. Mit beiden Junghengsten hatte ich genug zu tun und war danach eigentlich auch echt k.o., aber der Tag war noch nicht einmal zur Hälfte rum! Auf mich wartete nun noch ein Dressurtraining mit Dr. Insektor und ein Geländeritt mit Hollybrook’s Zarin. Ethan wollte uns auf Schneeleopard begleiten und das Training beobachten, außerdem wollte ich ungern alleine im Gelände springen, wenn doch einmal etwas passierte, hatte ich keine Hilfe vor Ort.
      Ethan versorgte danach beide Hengste, damit ich in der Zeit erst Animby und dann Absinth longieren konnte. So viele Pferde alleine zu bewegen machte definitiv keinen Spaß. Umso dankbarer war ich dann, als die ersten Pferdemädchen eintrafen. Ich hatte zwei feste Gruppen je fünf Mädchen erstellt, welche zweimal die Woche kamen und Reitunterricht bekamen. Sie hatten auch jeder ein eigenes Pflegepferd und so standen einige Minuten später fünf Stuten am Putzplatz und wurden vorbildlich versorgt.
      Dabei handelte es sich um Apache’s Tomahawk, Caribic Sue, Freeway, Walking in the Air und das Kürbisvieh. Die Mädchen liebten ihre Pferde und gingen immer sehr umsichtig mit ihnen um. Dementsprechend verlief auch die heutige Stunde wieder sehr entspannt und lehrreich. Am Ende standen alle Pferde wieder zufrieden auf den Weiden und die erste Gruppe zog ab. Aber die zweite stand schon in den Startlöchern.
      Da diese aber jünger war, holte ich die Pferde selbst von der Weide. Aus dem Grund fing ich mir Naimibia, Herbsttraum, Occani, Deep Silent Complete und Come Whatever May ein und nahm sie mit zum Putzplatz. Dort wurden sie direkt umzingelt und liebevoll versorgt. Für die zweite Gruppe stand heute ein Spazierritt an und deshalb nahm ich die kleine Little Chocolate Chip als Handpferd für mich mit, während ich mir Chou fertig gemacht hatte.
      Nach dem Ausritt ging es wie immer noch einmal zu den Shetlandponys und diese wurden dann mit Streicheleinheiten und Leckerlis umsorgt. Werina und Mondscheinsonate liebten das besonders, aber auch Window holte sich gerne das ein oder andere Leckerli ab. Hoppla stand mit bei dem kleinen Shetty und bekam dementsprechend auch Streicheleinheiten.
      Danach war auch die zweite Gruppe weg und nun war es bereits später Nachmittag. Ich gönnte mir eine Pause, bei welcher ich bei Khiara El Assuad und Quintesse of Xaras vorbeischaute. Die beiden standen grasend am Koppelzaun und ließen sich gerne ein wenig kraulen. Dann ging es für mich auch schon in den Endspurt. Sika, Cover the Sun, Morning Sun und Raunchy’s Limited wollten noch bewegt werden, außerdem musste ich auch noch bei Joyce vorbeischauen. Danach war ich für heute fertig, die Pferde bekamen noch ihr Abendheu und dann ging es unter die Dusche und zum Abendbrot.
      Am nächsten Tag saßen wir erneut schweigend am Frühstückstisch, bis Kat damit rausplatzte, dass sie eh wieder zurück nach New York kehren wollte und Ethan sich auch dafür entschieden hatte. „Das ist gut. Ich habe nämlich auch schon Interessenten für die Ranch“, meinte ich lächelnd und schaute in zwei entsetzte Gesichter, damit hatten sie anscheinend nicht gerechnet. Tja, so war das Leben.
      Der Tag begann wie jeder andere mit Füttern und Abmisten und dann ging es los mit dem Training. Heute widmete ich das vor allem den Hengsten und Fohlen. Zu allererst waren Leitz und Vertigo an der Reihe. Beide ließ ich freispringen. Danach ging es direkt im fliegenden Wechsel weiter, denn Sikari musste noch longiert werden und mit Rosewell arbeitete ich weiter am Fohlen ABC, das saß nämlich noch nicht so richtig. Piccolo’s Blaze, Niyo und Caillou hatten momentan frei, deshalb hatte ich genug Zeit, mich um unsere Nachzuchten zu kümmern. Korah schmuste ich nur, aber mit Panta Rhei und Amadahy ging es schon in Richtung Bodenarbeit.
      Danach war Talya an der Reihe, die junge Stute machte sich momentan wunderbar, allerdings war sie noch längst nicht an der Reihe. Erst einmal würde Amazed Marlin an einer Krönung teilnehmen und hoffentlich so in die Fußstapfen von They call her Fiorina und Donatella treten. Ebenso war Elliot erst kürzlich gekört wurden und nun der neuste Zuchthengst im Stall. Calimero II musste stattdessen erst einmal lernen, dass man während des Putzens still stand, da hatte er viel mit Frozen Bubble und Nabiri gemein, denn alle drei Fohlen waren die Unruhe in Person.
      Deshalb brauchte ich dann erst einmal eine Fohlenpause und holte mir Pajero und Heartbreaker für einen Ausritt. Heartbreaker ging als Handpferd mit und wir genossen den Ausritt wirklich, er war mal wieder richtig schön entspannt. „Ausritt mit den Westernpferden?“, fragte ich Kat und Ethan und natürlich sagten diese nicht nein. Also machten wir uns gemeinsam mit Dissident Aggressor, Call me a Twist und Morrigan auf den Weg. Die Weidezäune kontrollierten wir nebenbei auch direkt und schlichteten einen heftigen Streit zwischen Golden Ebano und Pawaneeh. Die beiden Vollbluthengste konnten sich noch nie wirklich leiden und zankten sich selbst über den Zaun hinweg an.
      Wieder da stattete ich kurz Aristo und Thorondor einen Besuch ab. Die beiden hatten heute frei, genauso wie Bandit und die drei schienen damit sichtlich glücklich zu sein. Im Gegensatz zu Hugo Boss, der nämlich mit mir in die Springstunde musste, genauso wie Carachillo und Varulv. Denn drei der gestrigen Reitmädels waren schon etwas fortgeschrittener und sprangen für ihr Leben gerne.
      Nach dieser Stunde wurden die Hengste abgesattelt und abgewaschen. Der Tag neigte sich bereits dem Ende zu, dabei musste ich noch Albertino longieren, mit Altyn ins Gelände und mit meinem geliebten He’s called Trüffel wollte ich noch ein wenig Bodenarbeit machen. Denn der junge Hengst stand seit neusten mit bei den großen und wurde allmählich zum Reitpony ausgebildet. Also theoretisch war er schon eingeritten, aber manchmal war er noch etwas schreckhaft und die Kommandos saßen noch nicht, aber genau das wollte ich heute ein wenig erarbeiten, damit dann das Training unter dem Sattel einfacher von der Hand gehen würde. So wie ich Trüffel kannte, würde er sowieso einwandfrei mitmachen und wir würden auch heute wieder große Fortschritte erzielen. Ich erahnte bereits, dass ich das kaum schaffen würde, aber ich gab mir Mühe und siehe da! Am Ende des Tages waren alle Pferde versorgt.
      Der nächste Morgen war von Stress geprägt, denn Kat hatte ein plötzliches Vorstellungsgespräch in New York erhalten und musste deshalb schon eher los. Ich war eigentlich gerade dabei, nach potenziellen Höfen zu schauen, als Ethan ins Haus gestürmt kam und mir wild gestikulierend erklärte, dass der Zaun der Jungpferde ein Leck zu haben schien und die Hälfte davon im Nirgendwo war. Toll.
      Also schnell anziehen und los auf die Suche. Vorher machte ich aber eine Bestandsaufnahme von den Verbliebenen und sperrte das doch beachtlich große Loch im Zaun ab. Da waren noch circa 8 Fohlen. Ich konnte Sibiria entdecken, Caruso, Paddington, Outlaw Torn, Dead Memories, Hollybrook’s Tiny Girl, Destiny Horror und Hollybrook’s Fairy Bluebird. Also fehlten eindeutig noch genug.
      Als erstes entdeckte ich mitten im Wald Prazzys Goldbell. Der wollte sich natürlich gar nicht einfangen lassen und kam nur zu mir, weil Shawnée wiehernd und im Eiltempo auf mich zugetrabt kam. Ethan hatte auch Glück und erwischte Dead Memories und Never look back. „Puh. Wäre der was passiert, wäre ich dran gewesen!“, meinte ich lachend und musste an Elisa denken.
      Es fehlten noch Mellow Billow und Mon petit écrou. Die beiden Stuten waren aber gar nicht so weit gekommen wie gedacht und ich hatte auch beim Einfangen Glück. Auf dem Heimweg mit beiden lief uns noch Cruel Twist of Fate über den Weg. Und wieder an der Weide entdeckte ich Ethan mit Unitato und Abendprinz. Nun fehlten ja nur noch…ach ne!
      Da hatte ich noch einmal Glück gehabt, denn Herbstmond lief noch bei ihrer Mama mit und Acariya hatte ich auch mit zu den Welshponys gepackt. Um Sacre Fleur brauchte ich mir momentan keine Gedanken machen, die verweilte noch bei ihrer Mama bei kira, wobei sie auch langsam abgesetzt werden müsste…
      Ein letztes Mal zählte ich durch um zu kontrollieren, ob wirklich jeder da war, dann konnte ich mich zufrieden der Tagesordnung widmen.
    • Wolfszeit
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      12.2015|Eddi
      Weihnachten!
      Pünktlich sieben Uhr morgens trällerte mein Wecker „Shake up the happiness, wake up the happiness…“ und versetzte mich zurück in das Gefühl der letzten Tage. Vor kurzem waren wir umgezogen und hatten es Anfang Dezember dann endlich geschafft, dass alle Pferde auf das neue Gestüt zogen und nun stand mir ein Neubeginn vor. Nochmal von vorne, aber es fühlte sich richtig und gut an.
      Seit Tagen verbrachten nun ich und die Pfleger vor allem auch Zeit damit, alles weihnachtlich zu schmücken, denn am 23. Dezember würden wir unsere Weihnachtsfeier haben und bis da waren es nun nur noch knapp vierundzwanzig Stunden, in denen allerhand geschafft werden musste. Die Pferde hatten zwischenzeitlich ein wenig Pause gehabt, denn ich hatte mich erst einmal ordnen müssen.
      Da das Gestüt aber über genügend Weiden verfügte, verbrachten sie ihre freie Zeit eben dort. Da der Winter momentan auch gar kein Winter war, konnten sie auch ungestört über die fast schon zu grünen Wiesen toben und ich musste ein wenig aufpassen, dass sie mir nichts zerstörten, aber so lange es trocken blieb, war alles gut. Tatsächlich war es dieses Jahr wirklich kein Winter. Stattdessen hatten wir täglich um die 15 Grad und Sonnenschein, es war eher wie Frühling.
      Dementsprechend fiel es alle Beteiligten schwer, sich wirklich in ein Winterfeeling zu versetzen, aber es blieb uns ja nichts anderes übrig, wenn in zwei Tagen Weihnachten sein würde. An sich hatte ich an dem Tag meinem ganzen Personal frei geben wollen, aber sie wollten zumindest bis Mittag noch ihren Dienst verrichten und mich bei der großen Anzahl an Pferden unterstützen. Dafür dankte ich ihnen sehr und am morgigen Abend würde jeder noch eine kleine Überraschung von mir erhalten.
      Doch nun musste ich mich erst einmal aus dem Bett schälen und mich allmählich fertig machen, denn die Pferde warteten schon auf ihr Frühstück und dann wollten sie auch schon hinaus auf die Weide. Bisher hatte ich nicht viel Personal, weshalb ich selbst noch kräftig mit anpackte. Jeder hatte eine bestimmte Aufgabe verteilt bekommen, weshalb sie Pferde schon gefüttert waren, als ich angezogen und gefrühstückt in den Stall trat. Stattdessen ging es nun auf die Weide. Immer mit zwei Pferden verließ ich den Stall und brachte sie auf ihre bestimmte Weide. Um dem Personal einen Leitfaden zu geben, hing zum einen im Stall ein großer Plan und zum anderen stand sowohl an den Boxen als auch an den Weiden, wer wo hingehörte. So konnte ich mir sicher sein, dass alle Pferde dorthin kamen, wo hin sie sollten.
      Die Fohlen waren heute wieder besonders aufgeregt, für sie konnte es nie schnell genug nach draußen gehen. Besonders Hidden Flyer und Exciting Force waren immer sehr stürmisch. Die beiden Vollblutfohlen waren noch nicht sonderlich lange in meinem Besitz, weshalb ich sie bisher nur schwer einschätzen konnte, aber ich gab mir Mühe und so langsam kam ich dahinter. Zumindest rissen sie sich inzwischen nicht mehr samt Halfter und Strick los, sondern warteten, bis ich diese entfernt hatten.
      Heute sollte ein normaler Alltag anstehen, trotz der Tatsache, dass der 22. Dezember war, hatten wir noch genügend Anmeldungen für unsere heutigen Reitstunden. Eine würde ich halten, die andere würde auf das Konto einer mobilen Reitlehrerin gehen. Doch vorher wollte ich das sonnige Wetter für einen Ausritt nutzen. Leider fand sich spontan kein Mitreiter, weshalb ich entschied, mich selbst auf Deep Silent Complete zu schwingen und Come Whatever May als Handpferd zu nehmen.
      Die beiden Warmblutstuten kannten sich schon lange und kamen sehr gut miteinander aus, es würde also ein ruhiger und entspannter Ausritt werden, so etwas hatte mir gefehlt! Danach konnte ich dann guten Gewissens in den Tag starten. Tatsächlich waren wir auch nur eineinhalb Stunden unterwegs und nachdem beide Stuten gut versorgt wieder auf der Weide standen, erwarteten mich schon die Reitstunden.
      Die erste Reitstunde hatte etwas eher begonnen, da die Reitlehrerin heute Nachmittag noch woanders hin musste. In ihr liefen nur Herbsttraum und Hugo Boss. Beide unter sehr erfahrenen und talentierten Nachwuchsreitern, welche eine wirklich gute Figur auf den Ponys machten und den Unterricht der Reitlehrerin befürwortete ich auch sehr. Meine Reitstunde würde für fünf Reiter sein, es war ausnahmsweise Abteilungsreiten, was ich ungern machte, aber es konnte auch Spaß machen.
      Ich muss ehrlich sein, die Lewitzer setzte ich an liebsten in den Reitstunden ein. Immerhin züchtete ich sie als talentierte Sportponys für Kinder und Jugendliche. Dementsprechend besaßen sie auch einen ruhigen und rücksichtsvollen Charakter, waren aber denn wirklich talentiert. Das war auch der Grund, weshalb ich für meine Reitstunde Donatella, Elliot, They call her Fiorina, Talya und Carachillo ausgesucht hatte. Schnell waren die Pferde verteilt und die Reiter damit beschäftigt, sie vorzubereiten, denn das musste man bei uns noch alleine machen. Sie hatten dafür gut eine halbe Stunde, je nachdem ob sie eher oder später kamen. Pünktlich um zwölf startete dann meine Reitstunde. Ich ließ sie die Pferde erst einmal aufwärmen und gab den ein oder anderen schon ein paar Tipps. Wir wechselten immer zwischen Abteilungsreiten und freiem Reiten, bei zweiteren nahm ich sie mir auch gerne mal einzeln auf dem Zirkel vor. Es lief wirklich gut, auch wenn ich das Gefühl hatte, danach schon heiser zu sein, aber was tat man nicht für die Jugend!
      Auch das Versorgen der Pferde beobachtete ich aufmerksam und war erst zufrieden, als es sowohl den Pferden als auch der Ausrüstung wirklich gut ging. Einer meiner Reiter schien gerade im Stress zu sein, denn ich fing ihm auf den Hof ab, wo er im fliegenden Wechsel von einem Pferd aufs andere sprang. Gerade kam er mit Scheherazade vom Distanztraining zurück und war nun schon auf halben Weg, um mit Cual Maniaca die nächste Runde anzutreten. Deshalb nahm ich ihm ein wenig Arbeit ab und führte meine braune Araberstute trocken, ehe ich sie noch abbürstete und dann auf die Weide brachte. Scheherazade barg sehr viel Potenzial, doch bisher hatte es sich noch nicht wirklich entfaltet. Leider.
      Da der morgige Tag gefüllt sein würde mit dem Programm unseres Weihnachtsfestes, hatte ich spontan eine Longenstunde doch noch auf heute geschoben. Das Pferd dafür war Kürbis, sie war ideal für die kleine Sechsjährige, welche uns hoffentlich öfters besuchen würde. Gemeinsam machten wir das Pferd fertig. Das Mädchen war sehr wissbegierig und scheute sich auch nicht, direkt nachzufragen. Heute machten wir an der Longe nur leichte Übungen, um ihre Balance und Konzentration zu stärken. Abschließend durfte sie noch ein paar Runden traben, ehe ich sie noch eine Runde um den Hof führte und dann war auch schon Schluss. Ohne Protest ging das zwar auch nicht, aber kommende Woche würde sie ja schon wieder da sein.
      Das Reitschulgeschäft konnte ganz lukrativ sein und ohne würde ich kurz über lang nicht auskommen, wiederum war mir aber das Wohl meiner Pferde wichtig und so basierte mein Prinzip darauf, dass auf jede Reitstunde mindestens zwei Korrekturstunden kamen und ein Pferd nie wirklich öfters als ein bis zweimal in der Woche lief. So dringend nötig hatten wir das Geld dann auch wieder nicht.
      Für den heutigen Nachmittag stand aber noch allerhand an. Ich wollte zumindest auch ein wenig mit helfen und es gab das ein oder andere Pferd, was wirklich nur ich ritt. Das war aus Prinzip Pajero. Den Schecken hatte ich schon, seitdem er ein Fohlen war, weshalb wir eine enge Bindung zueinander hatten. Für heute hatte ich mal wieder ein wenig Geländetraining eingeplant, das liebte er ja abgöttisch und besonders talentiert war er auch.
      Nach Pajero wartete schon mein zweiter Liebling: Thorondor. Jahrelang war ich seine Reitbeteiligung gewesen, dann war er in meinen Besitz gewandert und nun stand der wunderschöne Rappe bei mir im Stall und ging meinem Personal auf den Keks, denn er hatte einen sehr speziellen Charakter. Doch die Freiarbeit machte mit ihm tierisch Spaß und jeder bewunderte den Ausdruck und die Motivation des Pferdes, während wir über den Reitplatz tobten, es war wie immer sehr erleichternd.
      Für den heutigen Tag stand noch ein Springtraining mit Classic Gold an und eine Kutschfahrt mit Little Chocolate Chip. Danach telefonierte ich noch mit Occulta, welche momentan Naimibia als Leihstute für ein Fohlen besaß, schon bald würde meine hübsche Stute zurückkehren, da Occulta gerade dabei war, das Fohlen abzusetzen. Es war ein Traum von Reitpony geworden und wurde schon jetzt (zurecht) bewundert.
      Am kommenden Tag stand die Weihnachtsfeier an. Da diese pünktlich 13 Uhr beginnen sollte hieß es, den restlichen Kram schon vorher fertig zu machen und das war allerhand. Zum einen ritt ich vorher noch Allelujah, denn der hatte sich inzwischen seinen Ruf bei meinen Reitern gemacht und wurde tunlichst gemieden, weshalb ich die einzige war, die ihn vor allem gerne ritt. Danach longierte ich noch meinen Zwerg Hoppla, damit der kleine Kerl über den Winter weg nicht zu kräftig wurde und als letztes ließ ich noch einmal allen Stress von mir abfallen, während ich mit Albertino eine gemütliche Runde ins Gelände ging.
      Und dann ging schon unser Programm los! Beginnen tat das Ganze mit einem Führzügelwettbewerb. Endlich hatten wir eine Beschäftigung für unsere Zwerge gefunden. Werina und Mondscheinsonate liefen auch öfters als Gespann vor der Kutsche, aber Window blieb da immer ein wenig alleine im Nichtstun. Führzügelwettbewerbe und das Training mit den Zwergen machte ihm hingegen riesigen Spaß und unsere kleine Flauschkugel nahm tatsächlich ein wenig ab!
      Occani und Heartbreaker brauchten ein wenig mehr Beschäftigung. Zwar waren beide super kinderlieb und sehr geduldig, aber man sah ihnen doch an, dass es ihnen wesentlich mehr Spaß machte, gefordert zu werden. Sei es nun in der Dressur, im Springen oder im Gelände. Die beiden Welshs waren einfach für alles zu haben.
      Aus diesem Grunde hatten wir angeboten, die ein oder anderen kleinen Reiterinnen darauf vorzubereiten und alle waren wie verrückt gewesen. Es gab natürlich Schleifchen zu gewinnen und für jeden einen Nikolausstiefel mit Leckereien, so dass niemand leer ausging. Das Publikum hatte auch sichtlich Spaß! Danach sollten die Großen zeigen, was sie konnten, denn nun kam eine Hengstquadrille!
      „Bei der Auswahl der Pferde für die Hengstquadrille hatte ich lange mit mir gehapert, denn diese Pferde repräsentierten das Gestüt und sollten auch potenzielle Züchter anlocken. Also hatte ich versucht, so viel wie möglich mit einzubringen: Pawaneeh als Vertreter unserer Vollblüter, Cover the Sun lief als Sportpferd mit, Aristo zeigte die barocke Seite des Gestüts und zu guter hatte ich mich noch für Dissident Aggressor entschieden.
      Ich hatte alles dabei haben wollen und es war mir gelungen! Ich selbst saß auf Dissident Aggressor und jedes Pferd zeigte eine besondere Lektion, so dass Dissi und ich einen Spin zeigten, Aristo die Piaffe, Cover the Sun eine Pirouette und Pawaneeh überzeugte mit seinen Seitengängen. Der Applaus sprach auf jeden Fall für sich!
      Da ich wusste, wie beliebt es bei kleinen Kindern war, boten wir eine Art Ponyreiten an. Es waren immer größere Spaziergänge in das umliegende Gelände, circa eine Viertelstunde, bei welcher die Kinder geführt wurden. Dafür hatte ich Milka Luflee, Hyreygur, Varulv und Cheveyo ausgewählt, allesamt waren Hingucker aber totenbrav und das war das Wichtigste.
      Die Weihnachtsfeier war toll und alle hatten viel Spaß. Gegen 18 Uhr verließen allmählich alle das Gestüt und mit meinen engsten Leuten machte ich noch einen nächtlichen Ausritt bei Vollmond. Gut, nächtlich war übertrieben, aber 19 Uhr war es eben schon stockduster. Wir waren zu viert unterwegs und ritten unsere ruhigen Westernstuten: Kisshimbye, Like Honey and Milk, Ice Coffee und Apache’s Tomahawk. Schöner konnte man es nicht haben. Der Abend endete mit einer Weihnachtsfeier mit einem reichen Büffet und einer Dankesrede samt Geschenken für alle. Dann rückte auch der 24. Schon näher und ich würde allerhand zu tun haben.
      Wirklich viel Zeit hatte ich nicht, ich wollte alles schaffen, aber auch pünktlich 18 Uhr zu Hause sein, das hieß, dass spätestens halb fünf alles geschafft sein musste. Aus diesem Grund stand ich heute wesentlich eher auf, um nach der Fütterung direkt Khiara El Assuad, Golden Ebano und CH’S Sun is Shining in die Führmaschine zu packen.
      Während die drei beschäftigt waren, longierte ich meinen Junghengst Altyn, welcher sich momentan mehr als gut machte und mit dem ich wirklich zufrieden war. Dann widmete ich meine Aufmerksamkeit meinem Neuzugang Cola, welcher immer noch ein wenig in sich gekehrt war, was ich versuchte, mit Bodenarbeit aufzulockern. Wir machten Fortschritte, allerdings eben nur kleine. Da ich heute noch meinen Pferden etwas Gutes tun wollte, ritt ich noch Feuervogel und Morning Sun. Ich wusste, dass die beiden Reitponys sonst vor Langeweile vergingen.
      Da ich noch ein wenig Hilfe von meinem Personal am Morgen hatte, waren auch Lila Wolken, Possy Pleasure Mainstream und Sika bereits bewegt. Für Autumn Leave in the Sky und Dr. Insektor hatte sich auch noch jemand gefunden und so hatte ich doch schon fast meine Liste geschafft. Es war bereits früher Nachmittag, als ich noch zu einem Ausritt mit Flintstone und Schneeleopard aufbrach.
      Danach machte ich alles für den Abend bereit, denn die Pferde bekamen jeweils eine Extraportion Möhren, weil Weihnachten war. Dann ging ich zu meiner Kontrollrunde in den Fohlenstall. Amadahy, Frozen Bubble, Korah, Nabiri, Panta Rhei und Roswell vertraten stolz meine Lewitzerzucht. Es waren allesamt herrliche Nachkommen, auf welche ich mehr als stolz sein konnte.
      Auch über meine Welshponys konnte ich mich nicht beklagen. Acariya wurde von Tag zu Tag schöner, Sacre Fleur langsam immer selbstbewusster und zu Herbstmond brauchte ich nichts sagen, die wurde eh von alles und jedem geliebt und das zurecht! Shawnée und Siberia waren ja damals mehr Zufall gewesen, dennoch wollte ich die beiden Welsh Ds nicht mehr missen und auch heute bekamen sie wieder ihre Portion Knuddeln.
      Vor den Boxen von CH’s Destiny Horror und Hollybrook’s Fairy Bluebird blieb ich etwas länger stehen. Beide waren nun langsam bereit für den nächsten Schritt in ihr Dasein als Reitpferd, nur ich zögerte noch ein wenig, ich wollte ihnen so viel Zeit wie möglich geben. Das Gleiche galt für Tiny Girl, doch mein AMH unterschätzte ich zu gerne und wenn ich das tat, zeigte sie es mir auch deutlich.
      Der Tag neigte sich dem Ende und halb fünf standen alle Pferde in frisch gemachten Boxen, mit ihrer Ladung Heu für die Nacht. So konnte ich guten Gewissens duschen und mich umziehen, um dann pünktlich auf den Familienfest zu erscheinen.
      Von meiner Familie konnte kaum einer nachvollziehen, dass ich meine Feiertage mit den Pferden verbrachte, statt mit der Familie, obwohl ich zu jeder Feier trotzdem pünktlich kam, dennoch standen die Vierbeiner an erster Stelle. Diesen Morgen arbeitete ich ein wenig mit den Junghengst Abendprinz und Cruel Twist of Fate. Danach war HGT’s Unitato an der Reihe und dann noch Outlaw Torn. Die Jungpferde brauchten allerhand Beschäftigung, doch ich kam momentan kaum hinterher.
      Deshalb hatte Prazzy’s Goldbell allerhand Flausen im Kopf, genauso wie Paddington und gemeinsam machten sie nur Unsinn! War ich da immer froh über Caruso, der sich nichts anmerken ließ und ein Engel war. Am Ende meines Fohlenrundgangs betüddelte ich noch ein wenig Mon petit écrou, ehe ich mich an die richtige Arbeit machte.
      Vertigo, Caillou und Piccolos Blaze mussten geritten werden. Calimero II sollte noch longiert werden und dann wollte ich zumindest noch mit Joyce oder Sika eine Runde ins Gelände, für die Jungstuten war diese Erfahrung mehr als wichtig. Die restlichen würde ich auf die kommenden Feiertage schieben müssen, denn heute Nachmittag stand bereits die nächste Familienbevölkerung statt.
      Während dieser plante ich aber nur die kommenden Tage. Am morgigen Tag sah ich mich früh mit Amazed Marlin ausreiten, ehe ich gemeinsam mit Hákur neue Lektionen in Angriff nahm. Dann würde ich HGT’s End of Day longieren und an seinen Rückenmuskeln arbeiten, ehe ich etwas bodenarbeitstechnisches mit Fandango machen wollte.
      Am 27. Dezember ging es dann gemeinsam mit drei Freundinnen ins Gelände. Ich selbst ritt Quintesse, während ich den Rest auf Caribic Sue, Freeway und Walking in the Air verfrachtet hatte und dann stand tatsächlich schon fast 2016 vor der Tür! Ich würde Zarin und Golden Ebano ihre homöopathischen Tropfen am 31. Geben müssen, damit sie nicht vollkommen explodierten, wenn dann überall das Feuerwerk losging.
      Zum Glück bestand mein Stall größtenteils aus Pferden, denen das egal war .Call me a Twist und Bandit war das schnuppe, die würde auch neben einem Feuerwerk herlaufen. Morrigan war da nicht viel anders, nur He’s called Trüffel konnte ich da nicht so gut einschätzen, aber das würde sich noch zeigen, nun musste ich erst einmal diese Familienfeier hinter mich bringen!
    • Wolfszeit
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      02. 05.2016|Eddi
      Gestüt Sapala|Frühjahrsputz
      Kurz nach Neujahr hatte unser Umzug stattgefunden, so dass wir nun seit fast vier Monaten in Holland lebten. Wie ich es bereits gewohnt war, zog sich alles unglaublich. Es hatte gut zwei Monate gedauert, bis alle Pferde umgezogen waren und ein festes Team hatte ich auch noch nicht, da war ich noch fleißig auf der Suche, aber trotzdem kehrte allmählich eine Routine ein. Und ich liebte unser Gestüt. Den Namen hatte ich so übernommen und so lebten wir nun auf Gestüt Sapala.
      Es lag zwischen Wäldern und Wiesen, ziemlich im Abseits und stellte eine herrliche Anlage da. Das wichtigste war zu Hauf vorhanden: Weiden. Zudem besaßen wir zwei Reitplätze und zwei Hallen plus weitere Trainingsmöglichkeiten wie eine Führanlage und zwei Longierzirkel. Und natürlich gigantische Stallungen, was für uns nun mehr als nötig war. Ganz nebenbei war ich ja in mein Wohnhaus verliebt, hier konnte man sich wohlfühlen!
      Den Pferden gefiel es auch, das spürte man deutlich und das Gelände war auch einfach mehr als idyllisch, denn außer unseren Heuwiesen gab es rundum kaum etwas anderes als Felder, Wiesen und Wälder. Ich war endlich in meinem Traumzuhause angekommen und wenn man sich etwas mehr Zeit nahm, war man mit einem halbstündigen Ritt auch direkt am Meer. Wir befanden uns im Friesland, genauer gesagt in Aurich und ziemlich nah an der Küste.
      Die frische Meeresluft tat allen gut und momentan arbeitete ich auch eine lange Liste an Bewerbungen ab, denn wir waren begehrter als gedacht. Nun war schon April 2016 und wie immer erfasste mich die Frühjahrsputz-Laune. Es gab schließlich immer etwas zu tun und es gab auch noch genug Kisten, die noch ungeöffnet irgendwo standen. Besonders in den Sattelkammern hatte ich bisher nur das Nötigste untergebracht, meine Pferde hatten zu viel Kram!
      Die waren momentan übrigens alle in ihrer Schonfrist. Der Umzug war auch für die kräftezehrend gewesen, aber glücklich waren wir alle. Außer ich in dem Moment, denn gerade klingelte mein Wecker – 5 Uhr in der Früh. Bisher sah es an Mitarbeitern noch mager aus, dementsprechend musste ich selber kräftig mit anpacken was Fütterung, Rausbringen und Misten betraf. Dazu kamen der Papierkram und die Vorstellungsgespräche und so bekam ich kaum noch die Gelegenheit zum Reiten.
      Angezogen, frisch gemacht und gefrühstückt tauchte ich im Stall auf und grüßte knapp die anderen Pfleger, die bereits angetanzt waren. Es war kurz nach sechs und draußen tatsächlich schon hell. Oh ich freute mich so auf den Sommer! Dann würden die Pferde auch 24 Stunden auf den Weiden stehen und wir hätten ein bisschen Arbeit weniger. Aber wirklich nur ein bisschen, denn im Sommer wollte ich alle wieder in Höchstform sehen – mich eingeschlossen.
      Füttern und Rausbringen fraß Zeit. Nachdem dann auch gemistet war, war es schon fast 10 Uhr und ich würde mich für das nächste Vorstellungsgespräch fertig machen müssen. Leider überzeugte mich der Herr um die 30 Jahre weder im Gespräch noch auf dem Pferd. Als Dressurtrainer hatte er sich beworben, weshalb ich ihm für den Proberitt Aristo ausgesucht hatte, einer unserer Dressurässer. Doch sein „Was, ein Barockpferd?“ hatte mich eigentlich direkt abgeschreckt und so hatte ich zwar ein freundliches „Ich melde mich noch einmal bei Ihnen“ herausgebracht, war aber erleichtert, als er weg war.
      Stattdessen ging der Stress direkt weiter, denn heute sollten einige neue Pferde kommen. Ich war dafür bekannt, regelmäßig aufzustocken und da meine liebe Freundin Julie aus privaten Gründen ihren Hof auflöste, kamen einige Pferde aus Schottland zu uns. Zum einen Van Deyk, ein toller Trakehnerhengst mit großem Potenzial, auf dessen Dasein ich mich schon jetzt freute. Des weiteren Ayumi, ein tolles Fohlen aus der Zucht von Siobhan, was mit einer tollen Abstammung daher kam. Dann noch Key, eine Vollblutstute, welche ich noch aus meiner Nasty Past Zeit kannte. Und als letztes was ganz witziges: Ridcully, ein American Miniature Horse. Er sollte das Gegenstück zu meiner Hollybrook’s Tiny Girl werden und dementsprechend war er sofort eingezogen.
      Heute tanzten die drei an, doch während ich noch gut eine Stunde Zeit hatte, schaute ich bei den ehemaligen Neuzugängen an. Die beiden Vollblutfohen Hidden Flyer und Exciting Force waren mir sehr schnell ans Herz gewachsen und entwickelten sich prächtig, ich hatte mich in beide wirklich verguckt. Da wir ja ein riesiges Gestüt hatten, kamen auch Anfang des Jahres zwei Reitponys zurück. Elisa hatte leider verkleinert und so kehrten Never look back und Raunchy’s Limited zurück. Hatte ich sie noch als zerzauste Jungpferde nach Townsend Acres gegeben, kamen sie nun als schicke Turnierponys zurück. Elisa verstand eindeutig etwas von ihrer Rasse und ihrem Geschäft.
      Dementsprechend hatte sie sich auch über Absinth’s erfolgreiche Körung gefreut und war sich sicher, dass Allelujah und Morning Sun genauso schnell ihre Punkte sammeln würden. Ich hatte da ja noch allerhand zu tun, denn sie waren nicht die einzigen Pferde, die in eine Körung geschickt werden sollten. Priorität hatte auch immer noch Feuervogel, den hätte mir Elisa sicherlich auch trotz Verkleinerung aus den Händen gerissen.
      Selbst bei unserem zerstruppelten Neuzugang Cola hatte sie bei ihrem Besuch (natürlich hatte sie ihre beiden Schätze eigens vorbei bringen müssen) neugierig begutachtet. Sie sah das Potenzial, was hinter dem vernachlässigten Pferd steckte. Wir beide kannten Cola schon sehr lange vom Sehen und Hören. Ich musste auch sagen, dass er sich wirklich ganz gut machte, genauso wie seine Leidensgenossin Autumn Leave in the Sky. Beide stammten aus schlechter Haltung und wurden bei uns nun wieder aufgebaut.
      Bei ihrem Besuch hatte Elisa natürlich meine Reitponys auf den Kopf gestellt. Paddington hatte sie unbedingt einen Besuch abstatten müssen und gestaunt, wie schnell der kleine Kerl wuchs. Mit Hugo Boss und Carachillo hatten wir einen entspannten Ausritt gemacht und ausgiebig geplappert, so wie es sich für zwei Frauen gehörte, ehe sie auch noch ihren Senf zu Naimibia und Sika gegeben hatte.
      Naimibia war schon gekört und bereits von ein paar Fohlen stolze Mutter, bei Sika sah ich das ja noch nicht so, doch Elisa ermunterte mich und sah die Rappscheckstute auch schon gekört. Während ich so schön in Gedanken schwelgte, kam der Transporter an und die neuen Pferde mussten versorgt und ausgeladen werden.
      Während Van Deyk erst einmal seine Box mit Paddock bezog, wollte ich Ridcully und das Stutfohlen direkt vergesellschaften. Auf einer kleineren Weide traf Ridcully auf Heartbreaker. Mein Welshhengst war der Chef unserer Zwergengruppe und wenn er Ridcully akzeptierte, würde das auch der Rest tun. Der Rest, das waren Window und Hoppla auch beide problemlos und so stand Ridcully eine halbe Stunde später bei unseren Zwergenhengsten und genoss das herrliche Wetter.
      Ayumi sollte heute nur auf CH’s Destiny Horror und Mon petit écrou treffen. Beides eher ruhigere und ältere Jungpferde und dementsprechend perfekt geeignet und siehe da, es klappte wirklich gut und auch das Fohlen war untergebracht. Um auch Van Deyk noch etwas Abwechslung zu bieten, ging ich mit dem Schecken eine kleine Runde über das Gestüt und kennte ihn etwas lernen.
      So wirklich zum Frühjahrsputz kam ich heute ja nicht, denn es standen noch zwei Schnupperstunden an. Ich hatte entschieden, im kleinen Rahmen gutes Reiten anzubieten und nutzte die Chance einer Ponyschule, um meine Zwerge unter einen Deckel zu bekommen. Da die Ponyhengste heute aber schon genug Aktion hatten, waren die Mädels an der Reihe.
      Tatsächlich hatte sich sogar jemand für Little Chocolate Chip gefunden. Ein kleines dreijähriges Mädchen schwärmte von Ponys und ihre Mutti schien selbst pferdevernarrt zu sein und so kamen sie heute mal zu Besuch. Auch Mondscheinsonate, Occani und Werina waren heute an der Reihe. Alle Kinder waren unter 10 Jahre und bekamen beim Putzen und Satteln die Unterstützung von mir und ihren Eltern (zumeist die Mütter).
      Als alle fertig waren, gingen wir auf den Reitplatz, wo wir erst ein kleines bisschen Theorie paukten und es dann endlich in den Sattel ging und wir die ersten kleinen Runden drehten und auch allerhand Übungen machten. Die Ponyschule war eine schöne Idee, aber ich brauchte auf jeden Fall Helfer. Zum Glück waren es heute nur Schnupperstunden, aber Kinder und Eltern waren mehr als begeistert und so war auch ich glücklich.
      Zweiteres war eine Reitstunde für Fortgeschrittene und unter 18-Jährige. Altersbeschränkungen waren mir an sich egal, aber für das Klima in der Stunde war so etwas doch immer sehr angenehm und die Erwachsenen waren auch immer lieber unter sich. Als Schulpferde hatten sich bereits damals unsere Lewitzer bewährt und auch heute wählte ich fünf von ihnen. Cheveyo, Donatella, They call her Fiorina, Piccolo’s Blaze und Elliot. Die Mädels waren begeistert von ihren Schecken und auch davon, dass man bei uns die Pferde selbst holte und fertig machte.
      Natürlich kontrollierte ich alles und gab Tipps, aber sie machten das wirklich gut. Auch im Viereck konnten sich die fünf Reiterinnen sehen lassen. Natürlich hatten sie ihre Fehler und Probleme, aber genau deshalb kamen sie ja zu uns. Anscheinend kamen diese Schnupperstunden mehr als gut an und während die Mädels quatschend abritten, baute ich meine Geschäftsidee aus, indem ich auch Reitstunden für reine Jungsgruppen und Senioren anbieten wollte. Alles Gruppen, die man so anlocken konnte.
      Mein Prinzip war lediglich, dass für das Pferd pro Reitstunde mind. zwei Korrekturstunden kamen, so dass einerseits sehr gute Schulpferde vorhanden waren, aber eben auch diese nicht überstrapaziert worden. Also würde sich das Pensum auch mehr als Gering halten. Nachdem alle Pferde versorgt waren, ging ich Lewitzerliste kurz durch:
      Vertigo wollte ich im Turniersport, so fiel er als Reitpferd für Schüler weg und bei Talya war ich mir auch nicht sicher, ob es das Richtige war. Genauso wie bei Elliot. Er hatte seine Sache heute gut gemacht, aber ich glaube, Caillou konnte ich mir da besser vorstellen. Und Amazed Marlin ließ ich bisher auch lieber außen vor, sie sollte sich auf ihre Krönung konzentrieren.
      Zum Glück hatten die Fohlen nicht solche Probleme. Sowohl Amadahy, Frozen Bubble, Nabiri und Rosewell als auch die beiden Hengstfohlen Panta Rhei und Calimero II tobten mit dem Rest zufrieden über die Weiden. Aber irgendwann würde auch für sie der Ernst des Pferdelebens kommen. Obwohl, sie hatte noch Zeit.
      Den Nachmittag verbrauchte ich im Büro und plante für die Fohlen. Das machte ich gerne und es war auch nötig, denn so erinnerte ich mich wieder daran, dass ich einige „Fohlen“ hatte, die schon längst nicht mehr so klein waren wie ich dachte, sondern schon mehr als bereit. Hollybrook’s Fairy Bluebird war eine tolle Ponystute geworden, nun bald sechs Jahre, hatte bisher aber noch keinen Reiter gesehen.
      Das Gleiche galt für Prazzy’s Goldbell, dabei wollte ich meinen geliebten Pajero-Sohn gerne langsam unter dem Sattel sehen, er würde seinem Vater alle Ehre machen! Apropos, einen Ausritt mit Pajero würde ich mir heute Abend noch gönnen müssen, zum Glück blieb es immer länger hell. Ach, ich war doch ganz froh, den Winter hinter mir zu haben, auch wenn der Sommer sicherlich wieder heiß werden würde.
      Bei Outlaw Torn war ich mir bezüglich der Ausbildung sehr unschlüssig. Er war bald vier und schon sehr weit, eben weil das bei Paint Horses so gehandhabt wurde, aber genau deshalb wollte ich ihm Zeit lassen und es war ja nicht so, als wäre das Reiten für ihn essentiell wichtig. Das sahen HGT’s Unitato und Cruel Twist of Fate nicht anders und so ließ ich meinen Westernpferden gerne mehr Zeit.
      Und dann gab es da noch meine Welshnachkommen. Alle behalten, nachdem die ältere Generation verkauft worden war. Herbstmond und Acariya waren bisher immer noch meine Favoriten, aber auch Sacre Fleur liebte ich, ebenso wie Shawnée und Sibiria, auch wenn ich nicht recht wusste, was ich mit zwei Welsh D Stuten anfangen sollte, aber irgendwas würde sich schon finden.
      Dann gab es da nur noch Abendprinz und Caruso. Zwei Fohlen sondergleichen, die ich beide sehr liebte. Geplant war in weiter Zukunft ein Fohlen aus Fairy von Zarin, welches als Gegenstück für Caruso dienen sollte, aber im Gegensatz zu Zarin war Fairy noch nicht gekört.
      Und dann hatte ich mich in die Araber verguckt, neben Abendprinz gab es bisher zwei Stuten: Scheherazade und CH’s Sun is Shining. Zwei wunderbare Tiere und eine sogar schön gekrönt. Aus der Zucht meiner besten Freundin Sammy würde mich auch noch ein wahrer Wüstenstürmer erwarten, aber bisher war er noch nicht so weit, ich freute mich aber schon auf ihn.
      Den heutigen Abend verbrachte ich zu meiner Freude dann doch noch auf den Pferd und erkundete mit Pajero die neuen Wege rund um das Gestüt und freute mich natürlich riesig, denn es war so toll! Irgendwann mussten wir einen großen Ritt ans Meer machen, aus unserer Frankreich-Zeit wusste ich, wie sehr Pajero das liebte.
      Am nächsten Morgen ging es wieder früh raus und wieder war viel los, wie eigentlich jeden Tag auf dem Gestüt. Zur Abwechslung beschäftigte ich am Morgen aber erst einmal Thorondor mit viel Bodenarbeit, damit mein Berber nicht verrückt wurde, denn nur Weide war für ihn einfach gar nichts und so war er einer der wenigen, die mich mindestens fünfmal die Woche zu Gesicht bekamen.
      Ach und die Führanlage hatte ich sehr schnell ins Herz geschlossen. Spätestens als sie Pawaneeh und Golden Ebano die nötige Bewegung verschaffte. Bei Classic Gold und Khiara El Assuad war die aber noch wichtiger. Die Vollblüter wären mir sonst explodiert. Wer witzigerweise auch richtig Gefallen daran fand, war Freeway, unsere Tinkerstute. Eigentlich ein Pferd, was ich nie in die Führanlage gepackt hätte, aber sie liebte es.
      Heute war mal wieder Bewegungstag, gestern hatte ich ja Pause gehabt. Am Morgen longierte ich Deep Silent Complete und Herbsttraum, ehe ich mit Come Whatever May auf den Springplatz ging. Flott weiter ging es mit einem Ausritt: Apaches Tomahawk als Reitpferd und Caribic Sue als Handpferd. Was die Bewegung betraf, kamen mir die Schnupperstunden recht. Heute war wieder eine und so waren Kürbis, Lila Wolken, Milka Luflee, Walking in the Air und Quintesse beschäftigt und ich auch.
      Danach hätte ich zu gerne eine Pause gehabt, raffte mich aber noch auf Like Honey and Milk zu longieren. Ihre Vorbesitzerin war immer sehr hinterher, dass es der Stute gut ging und so kam sie auch jetzt definitiv nicht zu kurz. Eine Pause stand an und die genoss ich auch wirklich, denn heute Abend hatte ich etwas Besonderes für meine treuen Pfleger geplant. Bisher dachten sie, sie würden zu einer Besprechung antanzen müssen, dementsprechend ahnten sie nichts.
      Doch als es dann so weit war, eröffnete ich ihnen einen Ausritt an den Strand und alle waren begeistert. Wir waren zu elft, also eine ziemlich große Mannschaft, die gute und ruhige Pferde benötigte. Guten Gewissens hatte ich mir direkt Schneeleopard rausgepickt und dann die beiden Westernstuten Ice Coffee und Kisshimbye. Flintstone und Joyce kamen auch zum Einsatz. Die Hälfte war abgedeckt. Für mich hatte ich Fandango rausgesucht, mein kleiner Sonderling im Stall und so fehlten nur noch fünf Pferde und wir waren vollständig. Call me a Twist und Dissident Aggressor waren sowas von mit dabei und dann nahm ich noch Bandit und Albertino mit. Als letztes hatte Varulv die Ehre und so ging es gefühlt auf einen Riesen-Ausritt, den alle Beteiligten sehr genossen, denn am Strand erwartete uns auch noch ein Lagerfeuer.
      Obwohl ich weder trank noch irgendwas desgleichen tat, fühlte ich mich am nächsten Morgen verkatert. Ein langer Ritt plus ein langer Abend waren nichts für jemanden, dessen Wecker fünf Uhr morgens klingelte und so kam ich auch fast zu spät zum Proberitt meiner eventuellen neuen Reitlehrerin. Diese hatte ich auf Altyn gesetzt, was etwas fies war, aber mir dann auch direkt zeigte, dass sie die richtige war, denn mein junger Hengst lief unter ihr wirklich traumhaft, nachdem sie zusammengefunden hatten.
      Halb dösend bespaßte ich nach diesem Erfolg Cover the Sun im Longierzirkel mit etwas Stangenarbeit. Die nutzte ich kurz darauf auch noch einmal mit Possy Pleasure Mainstream, um Rücken- und Bauchmuskeln zu aktivieren. Eigentlich war meine Liste heute mehr als lang, aber aus privaten Gründen bekamen Hákur und HGT’s End of Day frei, so dass ich nur mit Dr. Insektor ins Dressurtraining musste und danach eine Pause im Gelände mit Cual Maniaca einlegte.
      „Ich bewundere dich für dein Durchhaltevermögen!“, hörte ich dann am Telefon, als ich mit meiner Mutti bezüglich meines Geburtstags Ende April sprach, denn ich lud sie nach Holland ein. Und bisher waren sie nicht abgeneigt. Währenddessen ließ ich He’s called Trüffel und Hýreygur freispringen, aber trotz maximaler 50cm war zweiterer einfach nicht begabt.
      Mein Abend endete wieder mal auf dem Pferderücken, nämlich auf Morrigans, welcher mich entspannt gen Gestüt trug, nachdem wir einmal über die schöne Waldwiese gejagt waren und nun genüsslich entspannt in unseren Feierabend spazierten.
    • Wolfszeit
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      10.08.2016|Occulta
      Fly Away
      Tschilp, tschilp, tschilp – das hörte ich mir nun schon den ganzen Tag an. Ursprung davon war ein kleiner Piepmatz, der hungrig in seiner Müslischüssel auf dem Fensterbrett sass und auf einen Snack wartete. Ich hatte ihn am Morgen in der Halle gefunden, vermutlich war er aus dem Nest gefallen und hatte sich dabei den einen Flügel gebrochen, denn dieser hing etwas schief. Ich machte mir Sorgen um den kleinen Federball, denn er frass zwar, war aber dauernd etwas aufgeplustert. Lisa hingegen war optimistisch: „Der wird schon Occu, solange er frisst und kackt ist alles in Ordnung.“ Ich war etwas genervt über ihre saloppe Ausdrucksweise, zuckte dann aber mit den Schultern und fing noch ein paar Heuschrecken, die ich ihm später in den Schnabel stopfen wollte. Sie versuchten mit aller Kraft mir zu entkommen, dem ein oder anderen gelang es auch, aber die meisten landeten trotz der Strapazen in der kleinen Schachtel mit dem Löcherdeckel. Gefühlte 100 Jagdversuche später stellte ich den Behälter zufrieden neben das improvisierte Nest und machte mich auf den Weg zur Stutenweide. Auf dem Plan stand ein Ausritt mit Lily, Rosie und Lewis. Nein, eigentlich standen auf dem Plan nur in Olivers Handschrift „Moon Kiddy“ und die Namen der weiteren Pferde, die ich diesen Monat persönlich betreute. Aber da es wundervolles Spätsommerwetter war und wir nach den Regenfällen letzte Woche endlich wieder baden gehen wollten, war etwas anderes als Ausreiten gar nie in Frage gekommen. Um mich herum zirpten die Heuschrecken, als ich auf dem Trampelpfad zum Weidetor lief. Piroschka und Feline sahen mir entgegen, senkten dann aber wieder die Köpfe zum Grasen. Sie hatten das einzig Vernünftige gemacht und unter den Bäumen Schatten gesucht. Ich hatte schon heiss vom blossen laufen. Umso mehr freute ich mich auf die Abkühlung. Ich pfiff als ich die Weide betrat, sodass sich die kleine Herde in meine Richtung bewegte. Allen voran kam Islah, nur um kurz vor mir anzuhalten und anschliessend demonstrativ wieder in den Schatten zu schlendern. Sie war die unangefochtene Leitstute, aber die anderen blieben zum Glück erstmal bei mir, sodass ich Moon und Feline zu fassen bekam. Rosie und Lewis können sich Adrenaline und Piroschka nachher selber einfangen, beschloss ich. Ich führte sie beiden Stuten zum Nebenstall, ohne mir die Mühe des Halfterschliessens zu machen. Die gingen sowieso nirgends sonst hin. Ich band beide unter dem Dach an und begann sie zu putzen. Hier hatte ich wenigstens auch etwas Schatten, sodass ich während des Bürstens nicht in meinem eigenen Schweiss ertrank. Trotzdem liefen mir die Tropfen schon nach kurzer Zeit die Stirn runter. Ausserdem hatte ich beim Knoten meines Bikini Oberteils wohl ein paar Haare erwischt, die nun die ganze Zeit unangenehm zwickten. Lily hatte ihre Badesachen auch endlich angezogen (und vermutlich den Piepmatz endlich fertig gestreichelt, obwohl ich sie gebeten hatte, ihn in Ruhe zu lassen). Sie setzte ihr unschuldiges Grinsen auf und striegelte Feline. Kurze Zeit später waren Lewis und Rosie mit ihren beiden Reittieren bei uns. Weil es seit drei Tagen wieder trocken war, hatten es die Pferde auch geschafft, abgesehen von etwas Staub sauber zu bleiben. Ausserdem putzen wir sie sowieso nicht allzu gründlich, weil wir nachher ins Wasser wollten. Daher sassen wir bald schon ohne Sattel und in Badesachen oben und ritten in Richtung Fluss vom Hofgebiet weg.
      Das Ufer war bei der Übergangsstelle zur Insel schön flach, sodass wir über den Trampelpfad ohne Schwierigkeiten ins Wasser kamen. Linn wollte nicht sofort rein, aber als sie sah, dass Moon und Feline ohne zu zögern vorausgingen, folgte sie mit einem zögerlichen Satz. Piroschka begann sofort zu scharren, als sie den ersten Huf im Wasser spürte. Lewis musste sie sogar energisch antreiben, dass sie sich nicht ablegte, als die beiden tiefer drin waren. Wir wateten zu einer tieferen Stelle, sodass die Stuten sogar ein wenig schwimmen mussten. Moon strecke Ohren und Nüstern so weit in die Höhe wie es ging, damit kein Tröpfchen Wasser rein kam. Ich klammerte mich an ihre dichte Mähne, damit ich mich auf dem schwimmenden Nilpferd halten konnte und nicht unter die Paddelhufe kam. Lily tat es mir gleich, sie war diesen Sommer schon ein paarmal mitgekommen und wusste, dass sie aufpassen musste. Am Ende kletterten wir tropfend wieder an Land und die Pferde schüttelten sich erstmal kräftig, sodass wir allesamt fast von den Rücken runtergerutscht wären. Dann machten wir uns erfrischt auf den Heimweg, aber nicht ohne am Wegrand einen kleinen Galopp zu wagen. Ich fragte Lily vorher, ob sie sich traue, doch sie verdrehte als Antwort nur die Augen und galoppierte bereits an. Wobei sie sich dann doch ziemlich gut festhalten musste, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren.
      Zuhause versorgten wir die vier Criollos und kümmerten uns um die nächsten Kandidaten. Islah, Echo, Coffee, Shadow und Noir waren bereits bewegt worden – erstere drei ebenfalls auf einem Ausritt mit Jonas, Elliot und Lisa. Shadow und Noir waren am Morgen an der Longe gequält worden. Ich machte nun die Sachen von Lila Wolken bereit. Ja, die Stute war wieder Zuhause. Sie war bei Eddi in besten Händen gewesen und hervorragend trainiert worden, aber Eddi hatte einfach nicht mehr genug Zeit für zu viele Pferde, deshalb hatte sie ihren Bestand ziemlich reduziert. Auch Caruso und Flintstone waren aus diesem Grund zurückgekehrt. Alle drei hatten die Reise gut überstanden und sich schnell wieder eingelebt – das war nun auch schon wieder ein paar Wochen her. Ich war besonders froh dass ich Flint wieder hatte, denn so hatte ich nun schon zwei meiner ursprünglichen drei Westernpferde aus der Anfangszeit von Pineforest zurück. Wenn ich mir den Hengst ansah, kamen mir sofort Erinnerungen in den Sinn und ich fragte mich, wie es wohl Lovely Summertime ging. Ich wusste wenigstens, dass sie noch lebte, denn ich hatte sie kürzlich auf einem Foto eines Kanadischen Turniers wiedererkannt. Doch nun zurück zu Lila, die mittlerweile gesattelt vor dem Nebenstall angebunden stand. Ich zog ihr das Halfter aus und schob ihr die Trense in den Mund. Sie nahm sie willig an und kaute darauf herum, während ich versuchte, die drahtige Wuschelmähne unter dem Genickband zurecht zu zupfen. Als ich es geschafft hatte, kam mir Jonas entgegen. „Hey Boss, soll ich mit Ronja raus gehen oder im Roundpen Seitengänge üben?“ „Was weiss ich? Du bist kein Kind mehr, entscheide selbst“, antwortete ich gereizt. „Was hab ich jetzt schon wieder verbrochen?“, wollte er daraufhin gerechtfertigter Weise wissen. Ich sah ihm nicht in die Augen, aber murmelte entschuldigend: „Okay tut mir Leid, du kennst mich doch - ich hab immer viel um die Ohren.“ „Schon gut, ich verzeihe dir nochmal“, beschwichtigte er grinsend. „Wobei ich wünschte, du hättest mehr Zeit.“ „Mehr Zeit wofür?“ Er schien überrascht, dass ich seine Worte gehört hatte und meinte rasch: „Ach, für Ausritte oder Filmabende...“ Ich sah ihn stirnrunzelnd an und überlegte. „Wenn du unbedingt willst, können wir heute Abend zusammen mit Lily einen Film schauen.“ „Ich meinte eher, nur wir zwei“, murmelte er, fügte dann aber auf meinen allessagenden Blick hin rasch hinzu: „aber mit Lily ist natürlich auch vollkommen okay, ich würde mich freuen.“ Ich wandte mich kopfschüttelnd wieder Lila zu und dachte laut: „Diese Männer, immer nur das eine im Kopf.“ Er rief im Weggehen lachend: „Was denn? Ich hab nicht mal im Entferntesten an sowas gedacht, wenn du das reininterpretierst ist das nicht meine Schuld.“ Meine Ohren wurden heiss, aber ich liess es gut sein und kümmerte mich um mein Pferd, anstatt nochmal etwas anzufügen.
      Lila lief brav auf der Ovalbahn, wie ich es mir von ihr gewohnt war. Sie beherrschte mittlerweile sogar Renntölt und war sehr fein an den Hilfen. Sie hatte auch schon ein paar entscheidende Turniere bei Eddi gewonnen und war nun in die Höchstklasse aufgestiegen, also hatte ich mit ihr nun drei Gang-Cracks im Stall. Zufrieden liess ich sie nach einer halben Stunde austraben und führte sie nach dem Absteigen im Schatten der Tannen trocken. Ich musste bis zum Abend noch Satine, Rebel und Pilot bewegen, ausserdem La Bella Goia in Empfang nehmen. Die Siebzehnjährige Stute durfte in ihr altes Zuhause zurückkehren und hier ihren Lebensabend geniessen. Aber im Moment war sie noch äusserst gut in Form und würde als erfahrenes Turnierpony für Lily dienen – und als Freizeitpartner für mich. Sie wurde pünktlich um sechs Uhr von Hans gebracht und ich führte sie sogleich in ihre neue Box im Nebenstall. Mit Pilot ging ich zuvor nochmal raus ins Gelände, denn der Hengst hatte gestern eine anstrengende Dressurstunde gehabt. Satine bewegte ich auf dem Sandplatz, ebenso Rebel. Wobei ich mit letzterem noch etwas an unseren Pleasure-Fertigkeiten feilte. Um acht Uhr war ich endlich mit allen fertig und half noch rasch Lily beim Verräumen von Areion, mit dem sie fleissig Gymkhana Übungen gemacht hatte. Dann wollte ich gemeinsam mit ihr nach dem Piepmatz sehen, den ich zuletzt um sieben Uhr gefüttert hatte. Lily rannte voraus durch die Haustür. Als ich hinterherkam, stand sie geschockt da. „Occu, es bewegt sich nicht mehr!“ Ich ahnte schon, was los war; ein Blick in die Schale bestätigte meine Vermutung. „Er hat’s nicht geschafft… Da war wohl doch etwas nicht mehr ganz in Ordnung mit seinen Organen.“ Lilys Augen füllten sich mit Tränen und sie schluchzte leise: „Er war ein Vogel, aber durfte in seinem kurzen Leben nicht einmal fliegen… Dabei haben wir uns so Mühe gegeben! Das ist einfach ungerecht.“ „Manchmal reicht Mühe allein nicht aus, und die Natur ist erbarmungslos. Aber da wo er jetzt ist, kann er sicher fliegen und ist schmerzfrei. Komm, wir begraben ihn im Garten.“ Mir bildete sich zugegebenermassen auch ein Kloss im Hals, als ich beobachtete, wie meine Nichte das tote Vögelchen schluchzend in ihre kleinen Hände hob und hinaustrug. Wir buddelten ein Loch und Lily sammelte ein paar Blümchen, die sie hineinlegte, um dem Piepmatz ein hübsches Blumennest zu machen. Dann legten wir ihn hinein und schoben die Erde langsam zurück ins Loch. Wir standen noch einen Moment da, dann legte ich den Arm um Lilys Schulter und führte sie ins Haus.
      Wir schauten wie versprochen mit Jonas einen Film, was meine Nichte auf andere Gedanken brachte. Ich war an diesem Abend froh und dankbar, Jonas bei uns zu haben. Denn auch mich brachte der gemeinsame Abend auf andere Gedanken. Trotzdem träumte ich in dieser Nacht von einem hüpfend-flatternden Federball, der mich vorwurfsvoll ansah, laut tschilpte und dann über eine Wiese mit vielen Grashüpfern hinweg flog. RIP Piepmatz…
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  • Album:
    WHC Oberhausauslauf
    Hochgeladen von:
    Wolfszeit
    Datum:
    28 Feb. 2020
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  • PFS' CARUSO
    Portain folgt
    BESCHREIBUNG
    Name: PFS'Caruso
    Rufname: Caruso
    Geschlecht: Hengst
    Rasse: New Forest Pony
    Geburtstag: 15.08.2015/4 Jahre

    Geburtsort: England
    Stockmaß: 145 cm
    Gewicht:460 Kg

    STAMMBAUM
    von: Casper
    von: Cascavello aus der: Sonita
    von: Casimir aus der: Maja von: Adonis aus der: Shugar Lady

    aus der: White Dream
    von: Emonosk aus der: Sugar Dunja
    von: Unbekannt aus der: Unbekanntvon: Unbekannt aus der: Unbekannt

    MERKMALE
    Deckhaar: Rappe/Porzellanschecke
    Langhaar: Schwarz/ Weiß
    Abzeichen: /
    Scheckung: Tobiano
    Gencode: Ee,aa,Gg,Toto

    Lezter Tierarztbesuch:
    Chipnummer: folgt
    Gesamteindruck: Gestund
    Aktue Krankheit/en: keine
    Chronische Krankheit/en: keine
    Erbkrankheit/en: Keine


    Lezter Hufschmiedbesuch:
    Ausgeschnitten/Korrigiert: nie
    Hufbeschaffenheit: Gut
    Hufkrankheit/en: Keine
    Beschlag: Keinen

    AUSBILDUNG
    Eingnungen: Dressur/Springen

    Springen:E
    Millitary:E
    Dressur:E
    Distanzrennnen:E
    Western:E
    Galopprennnen:E
    Fahren: E


    TRANINGS - INFOS

    Fohlen ABC
    Jungpferdeausbildung


    Westernpferdeausbildung
    Einreiten ✔|Startboxgewöhnung X| Stangenarbeit X|Gelassenheitstraining

    Bodenarbeit
    Treiben & Bremsen|Durchparieren, Antraben/Galoppieren, Anhalten (Kommando) |Abstand zum Pferd |Wenden & Handwechsel| Auf Komando kommen

    SIEGE
    Noch keine
    CHARACKTER

    Lieb, treu, Verlasspferd, etwas frech, energiegeladen, temperamentvoll

    Caruso zeigt sich schon jetzt sehr energievoll und verspielt, ist im Umgang jedoch ein absolutes Traumpony. Er scheint alle guten Eigenschaften seiner Mutter übernommen zu haben. Besonders toll an ihm ist, dass er sofort angetrabt kommt, wenn man ihn ruft. Dies hat ihm Lily beigebracht.


    Ausgeglichen ●●●● Unausgeglichen
    Aufmerksam ●●● Unaufmerksam
    Intelligent ●●●● Unintelligent
    Sozial ●●● Unsozial
    Begabt ●●●● Unbegabt
    Ruhig ●●●● Nervös
    Loyal ●●● Untreu
    Gutmütig ●●● Boshaft
    Nervenstark ●●●● Scheu
    Temperamentvoll ●●● Faul


    Weide/Weidepartner:
    Unterbringung: Hengstoffenstall
    Einstreu: Stroh


    ZUCHT - INFOS

    Caruso stammt aus der Zucht Pineforest Stable.
    Gekört:Nein
    Schleife:/
    Gewinnerthema:/
    Vorgesehen für die Zucht: noch Offen
    In der Zucht: Lake Mountain
    Nachkommen:Nein
    Nachzucht: Noch Keine
    Zu verkaufen: Nein
    Kaufpreis: 800 Joellen

    BESITZERLEGENDE
    Besitzer/Besitzerin: Wolfszeit
    Vorbesitzer/Vorbesitzerin: Occulta
    Verkaufsrecht/Erstelller: Occulta
    Reitbeteiligung/Trainer: folgt

    Spind/Pferdepass/PNG/Puzzle PNG
    Körpunkte: 4(6,mit TA+HS+Zubi/Bewegung)