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Wolfszeit

♞Morian|Frederiksborger

In meinem Besitz seit 14.01.2021 | Hengst|7 Punkte

♞Morian|Frederiksborger
Wolfszeit, 14 Jan. 2021
Zion und Mohikanerin gefällt das.
    • Wolfszeit
      09.10.2019|Zion
      Le Royal Danois
      “Ey du Schlafmütze!...hallo?...mach doch endlich auf!”, hörte ich, noch schlaftrunken, Joris grölen. Demotiviert schob ich meinen Organträger zur Tür und öffnete sie zögerlich. “Was äh willst du denn? Noch nicht genug Pferdescheiße geschaufelt?”, begrüßte ich unseren Azubi und der Sarkasmus triefte förmlich aus mir. Joris, der eine Backpfeife imitierte, bekam einen Lachanfall und feixte “Man bist du ein Morgenmensch. Schon vergessen unsere neue Stute kommt heute!”. Erst jetzt wurde mir klar, dass es bereits um zwölf war und wir tatsächlich ein Pferd erwarteten. Just in dem Moment knallte ich ihm die Tür vor dem Kopf zu, steckte mir die Zahnbürste in den Mund, zottelte währenddessen die Klamotten über und kochte Kaffee um richtig wach zu werden. Willow und Finley waren beim Türöffnen rausgeschlüpft. Hinter mir fing es plötzlich an zu schnurren und ein gewisser Theodore forderte sein Futter ein. Während ich das Trockenfutter in die Napf kippte und die Zahnpasta ausspuckte, klingelte auch noch mein Handy. “...äh hallo?”, fragte ich in den Hörer - es war Peter, der mich informierte, dass soeben unsere Stute angekommen war. Mit dem kleckernden Kaffeebecher stolperte ich aus der Wohnung und runter zur Hofeinfahrt
      “Guten Morgen, Sonnenschein”, begrüßte mich Val mit einem Zwinkern. Im Gegenzug kniff ich ihr in die Hüfte, sodass sie quiekend einen Satz zur Seite machte. Der Rest des Teams schaute uns belustigt an und dachte sich wahrscheinlich seinen Teil. Ich meine wir beide sind single und etwas necken schadet ja nie. Sobald die Hängerklappe geöffnet worden war, konzentrierten sich alle auf das Punktetier. Der Spediteur übergab mir die Papiere der äußerst attraktiven Knabstrupper Stute, während Val sie auslud. Die Stute stupste neugierig alle des Teams an und fing an die Kleidung anzuknabbern und abzulecken. “Ah du bist wohl eher der orale Typ”, entgegnete Val und alle prusteten los. “ Das ist Fortun, neunjährig und schon relativ weit ausgebildet und wie ihr seht ausgeschlossen und hübsch. Val sie kommt in deine Obhut, wenn du magst.”, erklärte ich der Gruppe und Valeria nickte kräftig, um meine Frage zu beantworten. “Was Fortun? Sie sehen aus Keks”, unterbrach Alexie die kurze Ruhe und löste somit wieder einen Lacher in der Gruppe aus. “Na gut, dann bist du eben Cookie”, konterte Val und tätschelte den Hals der Fuchstigerstute.

      Um sich einzugewöhnen, bekam Cookie eine Paddockbox neben Valquiria und sie verstanden sich auf anhieb.

      Zwei Tage später...

      Es war einer der wenigen Tage, an denen ich pünktlich, wenn auch nur aufgrund des Weckers, aufstand. Der Flug nach Kanada zur Auslosung der Pferde des Horsemakeovers stand bevor. Fliegen gehörte noch nie zu meinen liebsten Tätigkeiten, weshalb ich schon vor Nervosität nicht schlafen konnte. Während ich meine letzten Sachen packte, vernahm ich ein leises Klopfen an meiner Tür und ging zur Tür hinüber. “Val, was machst du denn um diese Uhrzeit hier?”, fragte ich verwirrt und etwas benommen von der Müdigkeit. Ohne zu antworten schlüpfte sie an mir vorbei in die Wohnung. Anscheinend verlegen zupfte sie sich an ihrem Pullover rum und senkte den Blick zum Boden. “Ich… ähh….du… Ich hab hier was für dich”, stammelte sie kurz angebunden und drücke es mir ohne den Blick zu heben in die Hand. “Es ist gegen deine Flugangst… ich dachte es könnte helfen”, fuhr sie langsam fort. Aus der zusammengeknüllten Tüte schaute ein kleines Plüschtier, eine Zeitschrift und eine Packung mit Tabletten. Da dieses Verlegene und das Necken zwischen uns beiden schon über Monate anhielt, packte ich die Tüte beiseite und machte langsam ein paar Schritte auf sie zu. Bevor sie irgendwas sagen konnte, presste ich meine Lippen auf ihre und zog sie an mich ran. Sie erwiderte den Kuss und gab sich meiner Umarmung hin. Um einer unangenehmen Situation vorzubeugen ließ ich sie langsam los, holte meine Tasche, Vals Tüte und meinen Autoschlüssel. Valeria stand immer noch verwirrt inmitten meiner Wohnung, doch bevor ich aus der Wohnung ging drückte ich ihr einen Kuss auf die Wange und sagte “Ciao, Süße”. Meine nicht pferdigen Haustieren werden derweil von allen anderen versorgt, vermissen werde ich sie definitiv. Minuten später saß ich in meinem Ram, um zum Flughafen zu fahren.


      Während das Flugzeug auf der Startbahn beschleunigte, schmiss ich mir zwei Tabletten ein und drücke das Plüschtier fest in meiner Hand

      Etwas benommen fischte ich mein Handy aus der Tasche und versuchte mich durch den Flughafen zu navigieren. Ich fand auch eine Nachricht von Caleb auf meinem Handy, der mir die Adresse seiner Ranch schickte.


      Als endlich mein Koffer auf dem Band zu sehen war, schnappte ich ihn mir und suchte schnellstmöglich die Taxihaltestelle. Kurzerhand war mein Gepäck im Kofferraum verstaut und der Taxifahrer hatte die Adresse in sein Navi eingegeben. Nach einer gefühlten Ewigkeit ließ mich der Fahrer an der Einfahrt zur Ranch raus. Schon während der Fahrt war mir Kanadas Schönheit aufgefallen, doch Calebs Ranch war der Wahnsinn. Kurz nach meiner Ankunft wurde ich auch schon von Caleb und Octavia begrüßt, meine Wenigkeit allerdings war mehr auf die Lospferde gespannt. “Na weißt du schon, welches zu dir gehört?”, fragte Caleb neugierig. Ich muss so verwirrt und überfordert geguckt haben, sodass er sogleich hinzu fügte “Check deine Mails, Mann”. Ich lachte auf und ärgerte ich mich über meine gewohnte Verpeiltheit. Trotz der schlechten Internetverbindung aktualisierte sich meine Mailapp und schon wurde mir die eine langersehnte Mail angezeigt. “Und was ist?”, fragte Caleb mindestens genauso neugierig wie ich. “Einen wunderschönen Frederiksborger Hengst mit außergewöhnlicher Blesse und einer tollen Fuchsfarbe!”, quietschte ich wie ein kleines Mädchen. Caleb und Octavia nickten zustimmend und signalisierten mir, ihnen zu folgen. Während ich den beiden schnellen Schrittes folgte, schaute ich mir die Ranch an: ein großer Reitplatz, ein Roundpen und eine tolle riesige Reithalle. Es war noch morgens, weshalb sich der Nebel noch nicht gelichtet hatte und sich magisch über die Felder zog. Mir fielen große überdachte Boxen auf und angrenzende kleine Weidestücke. Außerdem bemerkte ich die unterschiedlichsten Pferde und tatsächlich auch Ponys. “Here we go”, sagte Caleb lässig und zeigte auf ein Weidestück mit einem abgemagerten, aber hübschen Fuchs, der sich gerade wälzte. Ich war sofort gefesselt von dieser momentan kraftlosen Kreatur. Kurzerhand zückte ich mein Handy und machte ein Bild von ihm, während er aufstand und sich schüttelte. Trotz der Zeitverschiebung antworteten fast alle in unserer “Unser Leben ist ein Ponyhof”- Gruppe, alle außer Val. Wahrscheinlich schlief sie, hoffentlich. Mir kribbelten die Finger und ich konnte es kaum erwarten, den jungen Hengst kennenzulernen. Also stellte ich mich vorerst an den Weiderand, um seinen persönlichen sicheren Ort nicht zu stören. Auf mein “Hey, Hübscher”, reagierte er nur mit einem kurzen Heben des Kopfes. Was hatte ich auch erwartet? Auch weitere Versuche wie schnalzen, rufen oder einladenden Gesten waren sinnlos. Es war mir schon fast peinlich, dass ich keine Aufmerksamkeit von HMJ 6345, so wurde er in der Mail bezeichnet, bekam. Typisch vernachlässigtes Barockpferd dachte ich im Stillen, denn es war nicht verwunderlich, dass er kein Bock auf Menschen hatte, nachdem er Ewigkeiten keine Aufmerksamkeit bekommen hatte und so nachtragend wurde. Ohne wirklich nachzudenken stieg ich durch den Weidezaun und trat ihm direkt gegenüber. Ich versuchte möglichst defensiv auszusehen und selbst ruhig und furchtlos zu sein. Tatsächlich nahm mich der Hengst war und trottete langsam auf mich zu, im gleichen Zuge weichte ich nach hinten und streckte ihm meine Hand entgegen. Je näher er zu mir kam, desto mehr gingen seine Ohren nach hinten. Gedankenlos hockte ich mich auf den Boden, was man normalerweise nicht machen sollte, aber es schien zu helfen, denn seine Ohren schnellten nach vorne und er beschnupperte meinen ganzen Körper. “Guter Junge” flüsterte ich langsam und begann seinen Hals zu streicheln, wenn auch nur für einen kurzen Moment, aber der Grundstein war gelegt. Um seine Bereitschaft nicht zu überstrapazieren, zog ich mich auch recht schnell wieder zurück. Im Stillen dachte ich an die kommende Zeit mit ihm, wie es ihm auf unserem Hof in Deutschland gefallen würde und wie er sich entwickeln würde.



      „Und hat er schon einen Namen?“, fragte Caleb und riss mich aus meinen Tagträumen. Jetzt wo er fragte, strömten tausende Namen in meinen Kopf: Erasmus, Absalon, Aegir, Balger...Aber irgendwie passte keiner der Namen. Dank Google fand ich eine Seite, auf der die Zuchtgeschichte der Frederiksborger verzeichnet war und dort schaute ich mir die Urururururahnen, sozusagen die Stammväter dieser Rasse an und der Name “Morian” sprang mir sofort ins Auge. Euphorisch stupste ich Caleb an und sagte “Morian, er ist etwas besonderes, also wird er den Namen eines Stammvaters seiner Rasse tragen. Tja dann ist das wohl Morian.” Caleb grinste und ging danach weg, um seinen Aufgaben auf der Ranch nachzukommen. Ebenso erfreut teilte ich unserer Whatsapp Gruppe den Namen des Neulings mit. Da die Farbe seines Langhaars recht orangestichig war, kam Alex auf die Idee ihn “Kürbispony” zu nennen, aber dies sorgte nur für einen Lacher von allen anderen und für einen neuen Spitznamen für Morian.



      Am nächsten Tag



      Ich war so aufgeregt und konnte es kaum abwarten mit dem Kürbispony zu arbeiten. Statt zu frühstücken, trank ich einen schwarzen Kaffee, dessen Sorte mir sehr gefiel, und machte mich mit einem Knotenhalfter zu Morians Box. Eine Möhre durfte natürlich auch nicht fehlen. Es war durchaus möglich, dass ich zu euphorisch an die ganze Sache heranging und vielleicht zu viel auf einmal wollte, doch davon ließ ich mich nicht beirren. Diesmal schien Mo mich direkt wahrzunehmen und kam neugierig an die Boxentür. “Guten Morgen, Großer”, begrüßte ich den dunklen Fuchs und hielt ihm vorsichtig die Möhre hin, die er nach kurzem Zögern genüsslich annahm. Langsam öffnete ich die Tür und stellte ich mich zu ihm und begann vorsichtig seinen Körper abzustreichen, also zumindest den vorderen Teil und anschließend soweit er mich ließ. “Gut, Morian”, lobte ich den scheuen Hengst. Er trug bereits ein pfirsichfarbenes Halfter, welches ich vorsichtig öffnete und über die Ohren gleiten ließ. Ohne sein Kopf loszulassen, zottelte ich das zusammengeknüllte Knotenhalfter aus meiner großen Jackentasche und legte es ihm behutsam an, um mich gleich danach von ihm zu entfernen und ihm seinen Freiraum zu gewähren. Da ich mit dem “richtigen” Training noch warten wollte, bis unser gegenseitiges Vertrauen etwas gewachsen ist, entschied ich mich ihn auf sein Weidestück zu führen und ihn dort zu beobachten. Führen gehört zu den ersten Lektionen, die wir erarbeiten müssen, da er entweder anfängt zu traben und mich wegzudrängeln oder demütig mit angelegten Ohren widerwillig hinter mir her trottet.

      Trotz der Kälte genoss ich die Gegenwart Morians und die Minuten strichen ins Land.

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      15.10.2019|Zion

      Erste Trainingseinheit

      “So Knotenhalfter, dicker Strick und einen Touchstick, äh ne ohne Stick, den kennt er ja noch gar nicht.”, redete ich mit mir selbst, während ich meine, beziehungsweise die mir zur Verfügung gestellten, Utensilien zusammen suchte. Um ehrlich zu sein, wurde mit dem Horsemakeover ein Traum für mich wahr, da ich immer davon geträumt hatte ein rohes Pferd auszubilden, was kein Fohlen mehr ist und vielleicht aus schlechten Verhältnissen kommt oder eine zweite Chance verdient. Meiner Überlegung ein Knotenhalfter zu benutzen sprach nur der Sicherheitsaspekt etwas dagegen und deshalb baute ich eine Art Karabiner ein, damit im Falle des Falles das Halfter kaputt gehen würde, ohne dass Morian sein Genick oder die Nase bricht. Als ich aus dem Fenster schaute, sah ich den starken Herbstregen und bereute meine Entscheidung keine Regenjacke mit nach Kanada zu nehmen - wie dumm. Da Morian das grüne Knoti bereits trug, schnappte ich mir nur den Strick, zog meine Boots an und stapfte durch den Regen bis hin zu Mos Box. Zu meinem Erstaunen stand er im Regen und ließ sich davon nicht stören. Als er mein Näherkommen bemerkt hatte, riss er seinen Kopf hoch und richtete die Ohren nach vorne. Zur Begrüßung stupste er mich an suchte meine Taschen gleich nach einer Möhre ab. “Hey Hübscher, tut mir leid die habe ich heute vergessen.”, beantwortete ich seine indirekte Frage. Fast schon eingeschnappt wendete er sich ab, doch ich hielt ihn auf und befestigte den Strick an seinem Halfter. Zu meinem Erstaunen machte er keine Anstalten und verhielt sich kooperativ. Um Mo nicht mit einer neuen Umgebung zu konfrontieren, führte ich ihn stattdessen auf sein Weidestück. Das Führen allerdings war wieder eine kleine Katastrophe, denn er preschte vor und drehte sich auf der Weide und schaute mich erwartungsvoll an. Während ich meine Hand drückte, da sie vom losreißen etwas wund geworden war, fragte ich “Dein Scheißernst, Großer? Zufrieden schnaubte er und steckte genüsslich den Kopf ins Gras. Mein Motto für seine Ausbildung war ‘Beziehung statt Erziehung’, also versuchte ich zuerst seine und meine Körpersprache auf eine Ebene zu bringen. Also begab ich mich zu seiner Hinterhand und machte mich groß und streckte sanft meinen Arm aus. Das intelligente Kürbispony spürte meine Energie sofort und drehte sein Hinterteil weg. Um ihn zu loben tätschelte ich seinen Hals und zog mich vorerst zurück. Im zweiten Anlauf nahm ich erneut den Strick auf und wedelte damit etwas und Morian wich zurück. Es faszinierte mich schon immer, wie sehr Pferde auf Körpersprache ansprangen, doch das war magisch, er ist fast unberührt und bringt mir trotzdem so viel Respekt entgegen, das bewundere ich sehr. Im nächsten Zuge trat ich selbst ein paar Schritte rückwärts und wartete auf seine Reaktion, statt auf mich zuzukommen scharrte er zuerst und fing förmlich an zu spielen, sodass ich lachen musste. “Tja wohl doch noch ein Kind, was Morian?”, fragte ich rhetorisch. Um die heutige Lektion zu beenden, versuchte ich ihn erneut in der Hinterhand zu verschieben, was wie erwartet gut klappte. Da ich mir vorgenommen hatte mit ganz kleinen Lektionen zu beginnen, hörte ich auf schon auf, hakte den Strick aus und streichelte ihn zum Abschied.

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      16.10.2019|Zion

      Guten Flug mit Air - Morian

      Es war einer der letzten Tage in Kanada für mich und Morian HMJ 6345, meine Aufregung stieg mit jedem Tag, denn ich befürchtete, dass er nach der Reise verändert sein würde. In den letzten paar Trainingseinheiten, hatten wir gelernt aufeinander zu achten und dass Mo Berührungen am ganzen Körper zulässt, dabei war noch lange nicht an Hufe geben zu denken. Wieder mit dem Strick ausgestattet wanderte ich zu den Boxen der Makeover Pferde und hatte diesmal auch wieder eine Möhre dabei. Das Kürbispony schien sogar zu grummeln, als es mich wahrnahm. ich brach ein Stück der Möhre ab und hielt es ihm auf der flachen Hand hin und er nahm es genüsslich an. Sein Fell war ziemlich struppig und dreckig, weshalb ich mich entschied ihn erstmals zu putzen. Ich hielt Mo eine Wurzelbürste hin und ließ sie ihn betrachten und beschnuppern. Als Ich langsam anfang zu bürsten verspannte er sich und schien äußerst misstrauisch und als ich schließlich an der Bauchgegend angekommen war, schnappte er nach mir und vor Schreck ließ ich die Bürste fallen. Damit hatte ich gar nicht gerechnet. “Was denn los Junge?”, fragte ich besorgt und wollte mir garnicht vorstellen, was die kranken Typen der Mafia mit den Pferden angestellt hatten. Es war nicht einfach ein Schnappen was ein Pferd zeigte, wenn ihm etwas nicht passte, es war ein verängstigtes Selbstschutz - Schnappen, was mich sehr stutzen ließ. Also anstatt weiter zu putzen strich ich stattdessen seinen kompletten Körper mit langen sanften Strichen ab, was ihm sichtlich zu gefallen schien, denn er entspannte sich erstmals richtig in meiner Gegenwart. Nach gut einer halben Stunde befestigte ich den Strick an seinem Halfter und führte ihn langsam aus seiner Box und ging diesmal nicht zur Weide, sondern zum Reitplatz. Seltsamerweise war Morian nicht so schreckhaft wie erwartet, denn er hielt zwar an und schaute sich glotzig um, aber er sprang mir nicht auf die Füßen oder ähnliches. Da er viel zu sehr mit der Umgebung beschäftigt war, stellte er sich diesmal beim Führen recht okay an, was meine wunden Hände ebenfalls freute, doch sobald wir auf dem Platz angekommen waren, drehte sich der Spieß um. Mir fiel der tiefe Sand des Platzes auf, denn wir zuHause hatten ganz normalen “Dressurboden” und keinen Reiningboden. Ich weiß nicht, ob Mo sich erschrocken hatte oder was auch immer, aber er riss sich los und galoppierte wie ein verrückter los und machte einen Bocksprung nach dem anderen. Zwar tat meine Hand wieder etwas weh, doch ich verstand warum er es tat. Er freute sich richtig laufen zu können, kein Wunder, denn während der Mafiazeit hatte er keine Gelegenheit. Nachdem er sich ausgepowert hatte, schaubte er tief und pumpte förmlich. Kurz darauf legte er sich hin und wälzte sich unbeschämt. “Morian, komm her!”, rief ich ihm zu und lockerte meine Körperhaltung, tatsächlich trabte er in meine Richtung, aber driftete kurz vor mir ab und stolzierte im schönsten Trab an der Bande lang. Erneut lachte ich auf und bewunderte dieses Pferd, welches zwar dünn und muskellos war und sich doch zu präsentieren wusste.



      Nachdem Mo sich etwas beruhigt hatte, pfiff ich bis er mir seine Aufmerksamkeit schenkte und langsam auf mich zu trottete. “Soo ist’s gut Großer”, lobte ich ihn mit tiefer, sanfter Stimme. Ich richtete mich langsam auf und ging seitlich auf ihn zu, um ihn zu streicheln. Einen Moment später griff ich nach dem Strick und forderte Morian auf, mir zu folgen und ging einfach voraus. Eigentlich hatte ich mit Trotz oder lospreschen gerechnet, aber stattdessen folgte er mir willig und schien sich ausnahmsweise einmal zu benehmen. Wir gingen wahllos über den Platz und mit einem tiefen Ausatmen leitete ich einen Halt ein und streckte meinen Arm seitlich aus, um dem Kürbis zu zeigen, dass er anhalten solle. “Gut gemacht!”, lobte ich ihn freudig und streichelte über seine Nüstern. Diese Übung wiederholten wir noch ein paar mal, bis ich mich entschlossen hatte diese Lektion zu beenden. Tatsächlich glaubte ich, dass wir mit dieser Lektion einen kleinen Durchbruch geschafft hatten und freute mich riesig über Mos Bereitschaft mit mir zu arbeiten. Auch der Weg zurück zur Box lief deutlich besser. In der Box verabschiedete ich mich mit ein paar Streichlern und begab mich zufrieden und erschöpft zum Haus zurück. “Na aber putzen müssen wir bald mal Dicker”, sagte ich zum Abschluss.



      Im Haus unterhielt ich mich noch mit ein paar anderen Teilnehmern des Makeovers und es war äußerst interessant zu erfahren, was die anderen Pferde für Persönlichkeiten hatten. Die Rassenvielfalt reichte von Highland Pony, über einen Vollblutaraber bis hin zum Kabardiner. Tatsächlich erkannte ich auch ein paar bekannte Gesichter: Cooper Chattahoochee, Caleb o’Dell natürlich und Fay Temiz.



      Eigentlich würde ich hier gern noch die Zeit mit Morian verbringen, aber die eine Woche ist nun vorbei. Meine Hoffnung lag darin, dass Mo sich in Deutschland schnell einleben wird und sein bisher aufgebautes Vertrauen zu mir beibehalten wird. “ Es hat mich gefreut euch alle kennenzulernen und wünsche euch viel Erfolg und natürlich Spaß bei der weiteren Arbeit mit den Pferden!”, verkündigte ich zum Abschied von allen und zog mich schließlich in mein Zimmer zurück. Plötzlich vibrierte mein Handy in der Hosentasche und ich fischte es hektisch heraus. Der Name “Valeria” erschien auf dem Display. “Ähh hey?”, fragte ich schüchtern. “Du ähm ich naja...Ich vermisse dich und freue mich auf deine Rückkehr.”, entgegnete sie hastig. Mir wurde seltsam warm ums Herz, was für ein seltsames Gefühl, aber es freute mich sehr ihre Stimme zu hören. “...ja ich vermisse dich auch. Auf dem Hof alles klar?”, setzte ich das Gespräch fort. Im selben Moment schlug ich meine Hand gegen die Stirn, du Idiot! Das Einzige was mir bei einem intimen Gespräch mit der wundervollsten Frau einfällt, ist die Frage wie es auf dem Hof läuft. Val schien genauso verwirrt und faselte irgendwas von den Pferden. “Sorry Val, ich bin… ach keine Ahnung ich wusste nicht was ich sagen sollte und ja.”, versuchte ich die Situation zu retten. Aus dem Hörer ertönte die schönste Lache, die ich je von Val gehört hatte. “Schon okay Collin, ich wollte eigentlich auch nur deine Stimme hören, egal was du gesagt hättest.”, beendete sie die peinliche Situation. Nach einer halben Stunden beendeten wir unser gespräch und sie wünschte mir eine gute Nacht.

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      Prophylaxe | HMJ 6345 | Morain | 03.11.2019

      Einige Monate nachdem das „Horse Makeover Event“ startete erreichten mich die ersten Aufträge von Eventpferden. An diesem Morgen war es in Kanada immer noch kalt. Für Liav war alles geplant und Komplikationen mit ihr hatten wir derzeit auch nicht. Sie hatte sich sehr gut eingelebt und nimmt die Behandlungen und Übungen sehr gut an. Auch ihr Gemütszustand hat sich etwas entspannt, was auch an der Mobilität zu sehen ist.



      Ich war froh das ich ein Dokumentierfanatiker bin, denn somit hatte ich schriftliche und zwischendrin auch visuelle Beweise für Verbesserungen. Auch Verschlechterungen konnten somit schnell identifiziert werden.



      Ich las einige Aufträge, bearbeitete einige geschäftliche Sachen für CHH und beschäftigte mich dann mit der Planung für den Besuch im nordöstlichen Deutschland. Auftraggeber war Collin Jones. Sein Hof befindet sich in Brandenburg. Ich grübelte „War ich jemals dort?“ fragte ich mich selbst. Gedanklich verneinte ich die Frage an mich selbst und machte mich in das Klinikgebäude auf, um den Koffer zu packen. Danach hackte ich meine Packliste ab und meldete alle Utensilien und Medikamente an, die am Flughafen angemeldet werden müssen. Am Abend dann erhielt ich meine Buchungsbestätigung für den Flug zwei Tage später.



      Brandenburg besaß glücklicherweise einen eigenen Flughafen „Berlin Brandenburg“. Somit war die Anreiseplanung zur Abwechslung relativ einfach. Auch mein Hotel lag nicht weit vom Auftraggeber entfernt. Nach der Ankunft informierte ich Collin Jones über mein Eintreffen und wir einigten uns auf einen Termin zwei Tage später, sodass ich mich an die Zeitumstellung gewöhnen konnte. Viel brachte dies jedoch nicht, am Termin war ich immer noch verdammt müde. Jedoch legte sich dies während ich mit dem Leihauto zum Hof fuhr.



      Die Begrüßung war sehr freundlich und angenehm. Hatte ich um ehrlich zu sein von Deutschen nicht erwartet. Ich verstand mich gut mit Collin und zunächst tauschten wir uns über das Event bei einer Tasse Kaffee aus. Wir redeten über andere Teilnehmer, über die Schicksale der Pferde und über die Bilder und Neuigkeiten, die auf der Internetseite des Veranstalters von den Pferden hochgeladen werden. Dann kam Collin zu HMJ 6345, mittlerweile Morain genannt. Es ist ein Hengst der Rasse „Fredericksborger“, die vor allem in Dänemark verbreitet sind. Ursprünglich stammt die Rasse von spanischen Pferden und war an der Entstehung des Knabstuppers beteiligt.



      Nach dem entspannten Gespräch führte mich Collin dann zu Morain. „Anfassen geht eigentlich. Ich weiß nur nicht so recht wie er auf fremde reagiert. Zudem gehe ich davon aus das er noch nie beim Tierarzt war“ sagte Collin als ich den Stall betritt. Ich näherte mich vorsichtig und blieb erstmal einige Minuten stehen damit das Tier den ersten Schritt machen konnte. Die Schulung für psychisch erkrankte Pferde vor kurzem kam mir somit auch nicht nur bei Liav zu Gute. Der Hengst nahm meine Anwesenheit gut an und lies sich von mit ebenfalls anfassen und betasten. Ich nutzte die Atmosphäre und Begutachtete den Körper und die Extremitäten. „Traurigerweise besitzt er ähnliche Narben wie Liav“. Ich seufzte. Die weitere Begutachtung verlief gut und ich hatte keine Auffälligkeiten gefunden, die man hätte, Behandeln müssen. Auch die Ohren, Nüstern und Hufen waren frei von jeglicher Spur einer Infektion oder Ähnlichem. Ich kontrollierte die Vitalzeichen, wie Herzfrequenz, Atmung, Temperatur und Puls. Auch diese lagen alle im Normbereich. „Nun, grundsätzlich kommt jetzt die Immunisierung. Ich fange aber mit der Entwurmung an“. Ich lobte den Fuchs, der dieses dankend annahm und auch auf ein leckeres Stück Apfel wartete. „Hier“ lachte ich und hab es ihm. Fröhlich kaute er darauf herum. Die Wurmkur fand er hingegen nicht so großartig. Hier musste ich mit der Technik des Schluckreflexes arbeiten, was letztendlich dann auch gut funktionierte. Zuletzt kam die Immunisierung. Vorsichtshalber hielt Collin seinen Schützling am Kopf fest und ich stellte mich in eine Position, in der ich Sicher war und schnell aus der Box herauskam, falls die Stimmung umschlug. Im Endeffekt war dies eine gute Idee. „Es tut mir so leid. Das kann ich leider nur so angenehm wie möglich machen“. Der Hengst schien sich nach einiger Zeit und gutem Zureden wieder beruhigen zu lassen. Damit wir nicht im schlechten auseinander gehen hatte ich ihm erneut ein Stück Apfel angeboten, welches er vorsichtig nahm.

      Zufrieden verließ ich mit Collin den Stall, verabschiedete mich und begab mich zurück ins Hotel, um den Tag danach dann meine Heimreise anzutreten.

      [3.858 Z. | Ohne Leerzeichen | by Cooper

      05.11.2019|Laraya13

      Hufschmiedebericht „Swedish Steel – Nordische Hufeisen und mehr“ für Morian HMJ 6345

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      Bjorn Haraldsson |



      Heute führte mich ein Auftrag wieder in das Flugzeug aber diesesmal nach Deutschland. Mein Flug ging von Edmonton YEG nach Berlin Tegel, leider aber auch ziemlich umständlich. Gerade wartete ich in Seattle nach 3 Stunden Aufenthalt auf meinen Anschluss nach Frankfurt am Main. Nach dem Check-In für den nächsten Flug, für den nun endlich der Einstieg angekündigt wurde, verabschiedete ich mich von meinem Gepäck und ging zum Flieger, wo ich zu meinem Sitzplatz der Buissnes-Class gelotst wurde. Wenn ich schon mal 10 Stunden am Stück fliegen muss, kann ich es mir ja auch gut gehen lassen. Der Flieger hob pünktlich um 18:05 ab und ich bestellte mir etwas zu essen und schleif sonst den ganzen Flug über. Nachdem ich in Frankfurt gelandet war, lief ich ein wenig durch diesen riesigen Flughafen und staunte nicht schlecht, als ich las das der Flughafen ein EIGENER Stadtteil der Stadt Frankfurt am Main ist.. „Die Deutschen sind komisch.“, murmelte ich vor mich hin und setzte mich in ein Café, wo ich die nächste Stunde Aufenthalt überbrückte. 15:55 landete ich endlich in Berlin Tegel und wurde von Collin Jones empfangen und zu seinem Gestüt Forest Creek gefahren. Wir unterhielten uns ein wenig über den langen Flug und waren ziemlich schnell schon da. Ich zog mein Schmiedeequipment hinter mir her und folgte ihm zu Morian. „Ihr habt auf eurem Hof auch ein Pferd des Makeovers?“, fragte mich Collin und ich nickte zustimmend. „Ja, Liam hat den schwarzen Kabardiner Pilgrim gezogen. Ein toller Bursche mit einem sehr interessantem Gemüt.. und das erste Pferd was ich kenne, welches Birnen frisst.“, erklärte ich kurz und Collin lachte laut. „Birnen?“ - „Birnen, jep.“



      Wir standen nun am Putzplatz und ich räumte schon mal alles zurecht, während Collin Morian holte. Ich schaute gleich auf die Hufe und nickte für mich mit dem Kopf, hielt dem Hengst dann meine Hand kurz hin und ein Stück Apfel. „Na, du bist aber ein schöner Fuchs.“, begrüßte ich den Hengst, welcher das Apfelstück mampfte und sah auf die Hufe. „Läuft gut. Nicht wirklich zu lang dafür, das die ganzen Pferde laaange niemanden an den Hufen gesehen hatten. Scheint festes Horn zu sein. Vorne Links die Stellung geht aber ziemlich nach innen – da muss ich mal gucken.“, quasselte ich Hufschmiedetypisch Collin zu, welcher Morian anband und mir aber aufmerksam folgte. Ich strick an dem ersten Vorderbein herunter und sah mir den Huf an, fühlte und klopfte gegen den Strahl und lobte das Pony. „Na so prima kannst du Hufe geben? Sehr schön“, lobte ich beide von den Forest Creek und Schnitt den Huf aus, raspelte den Huf wieder in eine anständige Form, setzte das Bein ab und kraulte den Hengst kurz am Widerrist. Dann nahm ich mir den Hinterhuf vor, welcher ebenfalls tadellos war und auch nur ein wenig geschnitten sowie geraspelt werden musste. Nun kam ich an dem Vorderbein an, wo mir diese leichte Fehlstellung des Hornes aufgefallen war. Präzise sah ich mir den Huf an und grübelte, guckte, klopfte. „Und? Ist es was schlimmes?“, fragte Collin mich leicht beunruhigt und ich sah ihn an, setzte den Huf erstmal ab. „Das Horn wächst sehr nach innen, wenn du verstehst. Er dreht das Bein ebenso beim Laufen ziemlich rein, ich röntge das einfach mal. Kann von einer alten Verletzung kommen – die Bilder gehen aufs Haus, fürs Makeover-Tierchen. Zieh dir das an und halt das mal.“, sagte ich und gab ihn eine Beinschürze sowie eine Art Mini-Wand. Dann zog ich meine Röntgensachen an und schoss von dem Bein und Huf ein paar Bilder. „Gut, du kannst den Fuchs stehen lassen. Wir müssen erstmal rein an einem Computer..“, sagte ich und zog den Stick vom Gerät. „Hier im Stallbüro ist einer, da können wir die Bilder begutachten.“, sagte Collin und ich folgte ihm ins Büro.

      15 Minuten später

      „Siehst du, eine alte Verletzung. Kein Bruch, aber irgendwas war mal am Knochen.“, sagte ich und zeigte Collin die Veränderung am Fesselträger. „Nix schlimmes, er lahmt nicht beim laufen. Wie ist sein Gang bei der Arbeit und auf der Koppel? „ - „Normal, hat noch nie gelahmt bis jetzt. Tickt auch nicht und hättest du vorhin das auch nicht erwähnt, wäre es uns weiterhin nicht aufgefallen..“, antwortete Herr Jones etwas peinlich berührt und ich winkte ab. „Dann ist es nix schlimmes. Ich bring den Huf wieder in Stellung und dann schauen wir mal, wie es sich entwickelt. Glaube aber nicht, das Morian Eisen braucht.“, laberte ich mal wieder wie ein echter Hufschmied und wir gingen zu Morian zurück, welcher ruhig dastand und aufmerksam zu uns guckte, als wir wiederkamen. Ich nahm mir den Huf und Schnitt innen etwas mehr weg, raspelte den Huf in eine passende Form und sah mir alles nochmal an. „Ja, das passt so. Führ ihn mir mal im Schritt vor.“, sagte ich zu Collin und er band den Fuchsfarbenen Hengst ab, lief mit ihm die Stallgasse auf und Nieder und ich nickte, zeigte den Daumen nach oben. „Stell den guten weg, alles prima so.“, rief ich und Morian durfte zurück zum leckeren Heu, während ich alles zusammen packte und das herumliegende Horn zusammenfegte. „Ein Hufschmied welcher selbst seinen Arbeitsplatz fegt?“, hörte ich skeptisch von Collin und nickte. „Jup, hab immer einen Besen dabei.“, sagte ich und wir lachten beide kurz. „Kaffee und Kuchen?“ wurde ich gefragt und nickte eifrig, während ich mein Equipment zusammenpackte. „Da sagt ein Haraldsson nie nein!“, lachte ich und ging mit Collin ins Haus, wo wir noch in Ruhe uns über Deutschland, Kanada und das Makeover unterhielten ehe ich ins Hotel gefahren wurde und bis zu meinem Flug am nächsten Morgen schlief.

      06.11.2019|Zion

      It rains cats and dogs

      Regen, Regen und nochmals Regen. Andere Menschen scheinen ihn zu verabscheuen, warum gerade ich in dieser Hinsicht ein Kind geblieben bin, weiß ich auch nicht. Unser Hof gleicht eher einer Outdoor-Therme, als einem Reiterhof. Morian HMJ 6345 hatte sich mittlerweile sehr gut hier in Deutschland und im Offenstall eingelebt. Val und Fortun standen am Anfang ihrer Beziehung und fingen wie Morian und ich praktisch bei null an. Hachja Val… ob wir nun eine Beziehung führten oder nicht - keine Ahnung - spielte momentan auch keine Rolle, da es sich gut so anfühlt, wie es ist (warum muss man denn auch allem einen Titel und eine Schublade verpassen?). Mein Seelenpferd Valquiria kommt momentan leider wenig zur Geltung und genießt momentan eine “Wir reiten nur aus und schmusen” Pause. Auch Alexie und Mayor Jetsetter Oak ließen sich mit dem Training viel Zeit und verloren sich stundenlang im bunt gefärbten Wald. Außerdem stand Joris kurz vor dem Abschluss seiner Ausbildung und steckte zusammen mit Peter vollkommen in der Prüfungsvorbereitung, weshalb er Xinu momentan spazieren führte oder irgendwelchen Halligalli veranstaltete. Die Einzige, die momentan entspannt war, ist Jing, denn mit Wild Cherrys Ausbildung ist sie schon weit vorangeschritten, zudem er bereits gekört ist; momentan erarbeiten sie ein paar Zirkuslektionen. Die Letzte im Bund, Flo, hatte zwei Wochen bei ihrer Familie in Kolumbien verbracht und kam mit reichlich Bräune zurück ins Kalte Deutschland. I’m a Playboy schöpfte in dieser Zeit neue Kraft, um nun das Training wieder aufzunehmen.





      POV: Collin



      Zu meiner Überraschung regnete es heute nicht und die Sonne kam zwischen der dichten Wolkendecke hervor, dadurch hob sich meine Laune erheblich. Es war noch recht früh, weshalb ich mich in die Küche begab, Kaffee aufsetzte, den drei Plüschmonstern Futter vor die Nase setzte, mir eine Scheibe Brot toastete und einige interessante Berichte online las. Der Trugschluss, dass Sonne gleich Wärme bedeute, bestätigte sich mir auf dem Weg nach draußen, denn so schnell ich rausgelaufen war, war ich auch wieder in der Wohnung, um eine extra Schicht Klamotten anzuziehen. Meine kleinen Streuner liefen bereits freudig über den Hof und zupften die Grashalme mit den Tautropfen ab. Mein Weg führte mich in den Stall und zur Sattelkammer, wo mir Alexie über den Weg lief, der gerade dabei war die Pferd e zu füttern. “Einen Wunderschönen!” - “dir ebenfalls einen guten Morgen”, erwiderte ich und plante den Tagesablauf mit ihm. Zuallererst steht Morian, wie immer, auf dem Plan; die weitere Überlegung war einen gemeinsamen Ausritt zu unternehmen. Bevor ich mich zu Mo begab, stellte ich alle Utensilien an den Putzplatz. “Moooo!” Großer, komm!”, rief ich über den Zaun hinweg und tatsächlich schoss ganz hinten im Offenstall ein fuchsfarbener Kopf nach oben und bewegete sich langsam auf mich zu. Um Gottes Willen bloß nicht zu viel Begeisterung - eingebildetes Barockpferd dachte ich im Stillen. Um den Vorgang etwas zu beschleunigen, lief ich ihm entgegen und schnappte ihn auf halber Strecke. Wie üblich forderte er seine Belohnung für Kommen ein und knabberte das Apfelstück aus meiner Hand und schien sich damit zufrieden zu geben. Das Training bestand momentan hauptsächlich aus Vertrauensaufbau, Gymnastizierung und longieren. Aufgrund seiner geringen Körpermasse, hatte ich mich entschieden ihn leicht einzudecken für diese Saison. Am Putzplatz nahm ich die leichte verschmutze Decke ab und wechselte zur Abschwitzdecke, die uns Vriska geschenkt hatte. Mittlerweile hatten wir auch schon Besuch vom Hufschmied und vom Tierarzt, was er bestens über sich ergehen lassen hat. Seit der Futterumstellung hatte Mo gut zugenommen und wieder Glanz ins Fell bekommen - Raufutter stand natürlich an erster Stelle, aber das getreidefreie Kräutermüsli in Kombination mit Mash und Leinöl bekam ihm äußerst gut. Zu meinem Erstaunen ist er ruhiger geworden und lässt sich solide auch von anderen Führen, sowie am ganzen Körper anfassen. Nach der kleinen Putzroutine, startete ich das Kürbispony zu massieren, um sowohl seine, als auch meine Muskeln aufzuwärmen. Kurz darauf machten wir uns mit dem Kappzaum bewaffnet auf den Weg zur Halle. Mein Plan für heute war es ihm den Sattel mit Schabracke aufzulegen und ihn generell damit vertraut zu machen.



      Nach ein paar Runden aufwärmen ohnen weiteres Zubehör parierte ich ihn durch, um den Sattel aufzulegen. “So Junge, dann wollen wir mal.”, presste ich zwischen den Zähnen hervor und überlegte, ob ich das sagte, um mich zu beruhigen oder ihn vorzubereiten. Mit der Schabracke hatten wir schon des Öfteren gearbeitet, weshalb er mit dieser Situation sehr sicher und selbstbewusst umging. Ich gliederte unsere Einheit wie immer in kleine Einheiten mit vielen Pausen und lobte ihn ausgiebig. Die Longe hatte ich zwar in der Hand, aber so locker, dass er die Möglichkeit hatte “nein” zu sagen und einfach wegzuspringen oder zu weichen. “Prima Großer! Nun der Sattel.”, erklärte ich ihm und nahm das anscheinend gruselige schwarze Ding in den Hand. Reflexartig legte er die Ohren an und beschnupperte skeptisch den Sattel. Sein Blick sagte “Was zur Hölle ist das für ein Monster, welches du mir da vor die Nase hälst?”. Ich wartete einige Momente, ehe ich den Sattel sanft auf seinen Rücken packte. Um Morian nicht zu überfordern ließ ich den Gurt weg und strich ihm lobend über den Hals und hielt ihm ein weiteres Apfelstück vor die Nase. Etwas eingeschnappt zögerte er dramatisch und langte danach zu, was mich zum Lachen brachte. Um sein Gleichgewicht zu schulen und um ihn an diese fremde Situation zu gewöhnen, führte ich ihn durch die Halle. “Seeehr gut!”, lobte ich Mo, der zufrieden schnaubte. Meine Idee für die Anwendung eines Gurtes war, einen weichen Lammfellgurt mit großer Fläche zu nehmen, um Gurtzwang bestmöglich zu verhindern und Druckpunkte zu vermeiden. Nach einer kurzen Verschnaufpause befestigte ich den Gurt am Sattel und schnallte ihn locker fest. Erstaunlicherweise schien ihn der Gurt nicht zu stören, aber das Rumkrabbeln unter seinem Bauch schon, denn durch eine schnelle Kopfbewegung drohte er an zu schnappen. Wieder lief ich mit ihm in der Halle rum, bis ich ihn letztendlich wieder auf den Kreis zum Longieren schickte. Morian schien irgendwie anders und passend zu meinem komischen Bauchgefühl startete er los und buckelte, bis ich ihn etwas beruhigen konnte. Danach trabte er einfach, zwar wie eine Giraffe, aber zumindest nicht wie eine angestochene Wildsau. Ich konnte die heutige Lektion nicht ohne ein positives Erlebnis beenden, da er sonst dem Sattel den Mittelfinger zeigen würde und mir wahrscheinlich auch. Also ließ ich ihn einfach laufen und tatsächlich entspannte er sich langsam und ließ den Kopf endlich fallen und dan dem Punkt ließ ich ihn zum Schritt kommen und lobte ausgiebig. “So ist’s gut! Prima Morian!”, bekräftigte ich den jungen Hengst. Nach dem Cool-Down nahm ich sofort Sattel und Schabracke und legte ihm die Abschwitzdecke auf. “Na das ging doch eigentlich Dicker.”, neckte ich den Kürbis. Ein kurzer blick auf meine Uhr sagte mir, dass schon ein gutes Stück Zeit vergangen war. “Guten Morgen, Süßer!”, trällerte Valeria und erschreckte mich fast zu Tode, was zu einem kleinen Satz von Morian führte. “Oh sorry Mo!”, fuhr sie rasch fort und strich ihm beruhigend über den Kopf und drückte mir fast zeitgleich einen Kuss auf den Mund. Meine Wangen färbten sich rot und ein breites Lächeln breitete sich in meinem Gesicht aus. So schlenderten wir zu dritt zum Putzplatz zurück. “Soll ich schon mal sein Mash aufsetzen?”, hakte Val nach. Ohne sofort zu antworten, zog ich sie an mich heran und drückte ihr einen fetten Kuss auf die Wange, was sie zum kichern brachte. “Ja, gern.”, hauchte ich in ihr Ohr. Etwas verdattert machte sie auf den Hacken kehrt und verschwand im Stall. In der Zwischenzeit kuschelte ich mit Mo und bürstete sein Fell noch einmal grob mit der Wurzelbürste ab. Es waren circa zehn Minuten vergangen, bis Val mit Prada und einer Futterschale auftauchte. Mein Blick wanderte zu ihrem Chihuahua, der einen kleinen Mantel trug. Unwillkürlich musste ich lachen “Dein Ernst?”, - “Jaa, sie friert sonst”, protestierte Val. Bevor ich zu Wort kam, stupste Mo Valeria an, da er sein Mash verlangte. Lachend stellte sie es ihm vor die Nase. Anschließend legte ich Mo seine richtige Decke auf und brachte ihn zum Offenstall.





      Als ich wieder den Stall betrat, stand die ganze Mannschaft versammelt vor mir und schaute mich erwartungsvoll an. “Was ist? Habe ich irgendwo Mash zu kleben?”, fragte ich verwirrt. Kurz darauf vernahm ich ein kleines Wiehern und konnte mir denken, was los wahr. Joris führte ein kleines Plüschfohlen hinter seinem Rücken hervor. Jing schien sehr von ihr angetan zu sein, was mich in meiner Entscheidung noch mehr bestärkte. “Haha achso...darf ich vorstellen? Das ist die kleine Edda, eine einjährige Irish Cob Stute, die nun Jing gehört”, verkündigte ich. Wie erwartet quikte Jingyu und umarmte mich stürmisch, während alle anfingen zu lachen. “Naja ich dachte mir, da Jei schon sehr weit ist, könntest du etwas zum neuanfangen gebrauchen.”, erklärte ich. Die kleine Asiatin bedankte sich tausend mal und knuddelte die kleine Edda ausgiebig und verschwand schon kurz darauf mit ihr.





      “So Chef was ist der Plan?”, fragte Peter. Trotz der noch frühen Stunde (naja gut es war bestimmt schon zwölf), waren alle Aufgaben erledigt und das Futter für den Abend vorbereitet. “Naja das Sattelzeug…” - “verschaukel nicht uns!”, protestierte Alex, der immer noch in Inversionen sprach. “Ach Mist, ihr habt mich durchschaut! Ich wollte einen gemeinsamen Ausritt bei dem tollen Wetter unternehmen.”,schlug ich der Gruppe vor und alle nickten oder stimmten mit einem “Klar, gern” zu.



      “Na liebste Quira, was macht die Kunst?”, fragte ich meine italienische Stute. Valquiria brummelte fröhlich und schmiegte sich an mich. Bevor die anderen ihre Pferde geholt hatten, verbrachte ich meine Zeit damit, meine Süße zu verwöhnen und ihre Mähne zu flechten. Alexie war bereits am Putzen von Sky, während Flo noch mit Babyboy herumblödelte. Tatsächlich konnte auch Jing sich von Edda trennen und machte ihren Jei fertig, genau wie Joris Xin mit einer gebisslosen Trense und einem Reitpad ausstattete. Der Eyecatcher des gesamten Ausrittes wird natürlich Cookie sein, die mit ihren Punkten einfach süß aussah und irgendwie super zu Val passte. Niemand schien so richtig Lust auf herausgeputze schicki micki Pferde zu haben, weshalb sich viele für ein Reitpad entschieden. Für meine Quira hatte ich statt dem üblichen Bosal auch nur ein Knoti gewählt, aber zusätzlich mit dem weichen Vaquerosattel. Im Endeffekt waren die verschiedensten gebisslosen Trensen herausgekramt und angezogen. “Na sind alle fertig ?”, hakte ich nach und erhielt von allen Seiten Zustimmung. Manchen würden sagen, dass es unverantwortlich wäre mit Hengsten und Stuten auszureiten, aber außer Jei hat keiner von ihnen gedeckt und die Stuten sind im Moment nicht rossig.



      Während alle dabei waren aufzusteigen, pfiff mit beiden Fingern im Mund, um Willow und Finley darauf aufmerksam zu machen, dass sie zu mir kommen sollten. Ein Augenschlag später kam Finley auch schon angerannt und Willow trottete langsam hinterher. Prada war in Vals Jacke eingekuschelt und freute sich über die Sicht von oben. Die Tete bildete Joris mit Xinu, da er oft ausreiten ging und eine Route im Kopf hatte. Unser Weg führte kurz nach Verlassen des Hofes in den wundervoll gefärbten Wald. Die beiden großen Hunde rannten durch Laubhaufen und spielten Fange mit uns. “Na Süße, die Aufmerksamkeit gefällt dir hum?”, flüsterte ich zu Valquiria, die wirklich zufrieden schien. Die Sonnenstrahlen, die durch die Bäume führten, verliehen dem Wald einen goldigen Schimmer - es war atemberaubend. Die anderen schienen ebenfalls begeistert zu sein, besonders Flo “Si, das ist wirklich wunderschön, in Kolumbien gibt es das gar nicht.”



      Da wir uns für einen entspannten Ausritt entschieden hatten, gab es nur kurze Trab- und eine Galoppstrecken, in der Val einhändig ritt, um Prada festzuhalten. Ohne zu übertreiben, aber dieser Ausritt war einfach Balsam für die Seele. In letzter Zeit hatte ich mir sehr viele Gedanken zu den Pferden und meinen Mitarbeiter gemacht und feilte bereits an den Weihnachtsgeschenken. Und eine Sache konnte ich nicht verheimlichen: “Okay eigentlich wollte ich es euch nicht erzählen, aber nun gut. Es wird demnächst noch ein Pferd einziehen, etwas dezent kräftigeres aus Skandinavien”, verriet ich, ohne zu sagen, dass es eine Überraschung für Joris zu seiner abgeschlossenen Prüfung sein würde. Auf die neugierigen Fragen gab schwammige, lapidare Antworten, um die Spannung zu erhalten.



      Im weiteren Verlauf des Ausrittes erzählten wir uns von den verschiedenen Weihnachtstraditionen in den unterschiedlichen Traditionen. Die Zeit verflog geradezu, denn als wir zurück auf den Hof kamen, dämmerte es bereits. Alle brachten ihre Pferde sozusagen ins Bett und gaben ihnen ihr wohlverdientes Abendbrot. “Es war mir eine Freude Leute! Aber jetzt ab ins Warme, ich koche”, verkündigte ich fröhlich. “Mit anderen Worten du willst uns vergiften?”, konterte Peter, der gerade aus dem Stallbüro kam.

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      14.11.2019|Zion

      Geschenke vor Weihnachten?

      POV: Joris



      Oh Fuck! Scheiße, ich werde es eh nicht schaffen. Die Enttäuschung kann ich keinem zumuten, Collin und das ganze Team haben so viel Mühe in meine Ausbildung gesteckt und ich liebe unseren Hof. Fuck!



      Es war der Tag meiner Abschlussprüfung und somit auch das Ende meine Ausbildung zum Pferdewirt. Die Zeit des Lernes war so intensiv, dass ich nicht einmal dazu kam, Xinu genügend auszulasten und diese Zeit wäre verschwendet, wenn ich die Prüfung verkacke.



      Um mich abzulenken und weil ich nicht wirklich schlafen konnte, hatte ich bereits um sechs den Stall ausgemistet und ging in Gedanken den Stoff und mögliche Aufgaben durch. “Der frühe Vogel fängt den Wurm, oder was treibst du hier?”, fragte eine bekannte, raue Stimme. Peter. “Ich bin ehrlich gesagt sehr aufgeregt und konnte nicht schlafen.”, gestand ich peinlich berührt. Auch wenn Peter es nur gut meinte, aber ich konnte seinen Worten nicht folgen und nickte höflich lächelnd. Anscheinend schien er es zu merken und wünschte mir nur noch Glück und steckte den Kopf in seine Arbeit. Bevor ich mich auf den Weg machte, stattete ich meinem Friesenhengst Xinu noch einen Besuch ab und fand in seiner Nähe etwas Entspannung. “Ach Dicker, ich hoffe ich bekomme die Prüfung gebacken.”, seufzte ich und vergrub meinen Kopf in seiner Mähne. Mir blieb nicht mehr allzu viel Zeit, weshalb ich Xin noch etwas kuschelte und dann in meinem alten Golf stieg und zur Prüfung fuhr.





      POV: Collin



      etwas später am Tag



      “Gut so Mo!”, lobte ich den fuchsfarbenen Hengst und löste ihn aus der Stellung. Morian HMJ 6345 und ich wiederholten in der heutigen Lektion die Basics, mit denen wir begonnen hatten, aber diesmal mit Kappzaum. Einfache und dennoch wichtige Sachen wie Innenstellung, Anhalten, Antreten und Rückwärtsrichten und aufgrund seiner ungestümen Art, war dies auch regelmäßig notwendig. Um wie immer mit einem guten Ergebnis aufzuhören, beendete ich die zwanzigminütige Lektion und führte den dänischen Hengst zum Stall.



      “Hast du Joris schon gesehen?”, fragte mich Flo. - ”Nein, ich hoffe er schafft es.” Tatsächlich war unser Azubi noch nicht zurück und ich dachte im Stillen an unsere nordische Überraschung, in die ich den Rest vom Team bereits eingeweiht hatte. Ein junger norwegischer Hengst war in der Zwischenzeit angekommen und mit einer roten Schleife versehen und stand vorerst in einer Box, um sich von der langen Reise zu erholen. Tyr, benannt nach dem Gott des Krieges der nordischen Mythologie, war ein wunderschöner und aufmerksamer Buckskin Hengst, der das Nachwuchspferd für Joris werden sollte und somit auch ein Geschenk für den Abschluss seiner Ausbildung. Um ehrlich zu sein, hatte ich auch etwas Angst, dass er es nicht schaffen würde, da er vorher schon so nervös war und er am Boden zerstört wäre. Erst durch Morian, der den Kopf von seinem Mash hochriss, signalisierte mir, dass sich eine Person näherte - Joris. Ich musste mich wirklich zusammenreißen, um ihn nicht gleich zu überrumpeln. Er schien geknickt und enttäuscht zu sein, also machte ich schon ein paar Schritte auf ihn zu und wollte zum trösten ansetzen, doch schlagartig änderte sich seine Miene. “VERARSCHT!”, brüllte er fasst und setzte erneut an “Ey Collin, ich habe es geschafft! Ich hab’s gebacken bekommen. Oh mein Gott, ich bin nun ein gelernte Pferdewirt!” Val, Flo, Alexie, Peter und Jing waren mittlerweile dazugestoßen und umarmten ihn alle der Reihe nach. “Ich bin so stolz auf dich, Jojo!”, lobte ich unseren Ex-Azubi und neuen Pferdewirt. Ohne ihn aufhalten zu können, stürmte er in den Stall, um Xinu davon zu berichten. Etwa fünf Minuten später kam er verwirrt aus der Stallgasse. “Was ist das für ein neues Pferd neben Xinu? Collin, du hast doch deine und beschwerst dich immer, dass du so wenig Zeit hast.”, entgegnete er. “Tyr oder einfach Tiu ist auch nicht mein Hengst, ist dir die Schleife etwas nicht ausgefallen?”, neckte ich Joris. “Aha und für wen dann?”, sein Interesse an diesem Pferd war nicht zu übersehen. “Du Dummerchen!”, antwortete Val und klopfte ihm kindisch auf den Kopf und zeigte danach auf ihn. “Wie was für mich? Quatsch, leck mich doch wie geil!” - “Naja Xinu ist ja nur bedingt für höhere Lektionen geeignet und schon Sachen wie Piaffe sind schwierig durch seine ehemalige Verletzung. Deshalb ist der hübsche Buckskin nun dein Nachwuchspferd.”, erklärte ich ihm freudig. Er machte fast einen Satz in die Luft und kam auf mich zugerannt und umarmte mich stürmisch. Ich habe noch nie in so kurzer Zeit so oft das Wort Danke gehört.



      Den Rest des Tages verbrachten wir mit Feiern und Freunden - natürlich nur mit alkoholfreien Getränken.





      Am nächsten Tag



      POV: Joris



      Aufgrund eines kleinen Katers verzichtete ich heute auf das Reiten und entschied mich stattdessen dazu, mit meinem neuen Wegbegleiter Tyr eine Runde spazieren zu gehen. Da es bereits gegen zwölf war, hatten wir unsere Stallarbeiten schon erledigt. Außerdem hatte ich überlegt Collin meinen Dank durch kleine Gesten ansatzweise zu zeigen und für heute hatte ich die Idee, dass wir gemeinsam mit Tiu und Morian spazieren könnten. Auf der Stallgasse lief ich ihm über den Weg. “Hey Collin, hast du Lust mit Morian mit spazieren zu kommen?” - “Klar gern, aber meinst du nicht, dass es unpraktisch wäre mit zwei eher unerfahrenen ins unbekannte Gelände zu gehen?” Er hatte recht, setzte aber zum nächsten Satz an. “Lass uns doch zusätzlich Xinu mitnehmen, der ist sehr erfahren.” Ich stimmte seiner Idee zu und begann meine zwei Pferde vorzubereiten, während Collin Mo aus dem Offenstall holte.



      to be continued

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      04.12.2019|Mohikanerin

      Einreiten durch Vriska von Atomics Valley

      Morian ist nun seit 3 Monaten ein Teil vom Forest Creek und soll nun langsam angeritten werden. Collin hat bereits mit ihm die wichtigsten Dinge geübt, wie am Halfter laufen, Putzen und auch schon longieren. Der Hengst zeigt sich engagiert und hat schon gut an Muskeln aufgebaut, wenn ich an die Ankunft von ihm denke.

      “Guten Morgen”, begrüße ich Collin, der gerade die Boxen sauber macht.

      “Naaa, Mo steht draußen auf dem Paddock und wartet bereits.”, sagt er und reicht mir ein Halfter mit Strick.

      Ich gehe raus und begrüße auch den Hengst, der noch etwas scheu wirkt aber dennoch interessiert ist. Vorsichtig laufe ich auf ihn zu und streichle Vorsicht über über seinen Hals. Zufrieden senkt er seinen Kopf und ich lege ihm das Halfter an. Gemeinsam gehen wir in die Stallgasse und machen ihn für die ersten Übungen fertig. Dann rufe ich Collin und wir gehen zusammen auf den Reitplatz. Da er sich noch unsicher ist, möchten wir den Hengst gemeinsam einreiten. Ich komme regelmäßig vorbei und korrigiere bzw. mache selbst was mit Mo. Heute fangen wir mit einfachen Sachen an. Als erstes Nachgeben durchs Genick, Rückwärtsrichten und die Anfänge von Seitengängen. Am Ende noch einfaches Longieren mit Stangen und viel Trab Arbeit. Dann übergebe ich Collin sein Hengst, um einmal drüber zu gucken, wie er das macht. Sieht gut aus und damit beenden wir die Einheit für heute. Die nächsten Wochen verfeinern wir noch alles bis es dann mit den nächsten Übungen weiter geht.



      Nach fünf Wochen ist Morian soweit und wir machen weiter mit Biegungen. Mo ist im Verlauf schon viel lockerer geworden, auch das Zusatzfutter bewirkt Wunder. Collin hat den Hengst bereits fertig gemacht und wartet auf dem Platz auf mich. Zum Warm werden wiederholen wir das Nachgeben und Rückwärtsrichten. Danach darf er sich etwas locker laufen. Schon nach wenigen Runden biegt er sich besser und lässt sich langsam auf die Hinterhand fallen. Genau das wollten wir. Morian soll sich mehr auf seine Hinterhand stützen und sich selbst halten können. Momentan fällt er noch ziemlich auf sein Vorderhand. Collin hat bereits mit ihm geübt, dass er ihm nach läuft, wenn er rückwärts läuft. Darauf bauen wir auf. Erst Rückwärtsrichten dann los traben. Noch fällt es ihm schwer doch das wird besser. Damit beenden wir heute und machen die nächsten Tage weiter.



      Collin erzählt mir, dass Valeria und er nun schon weiter gemacht haben mit Mo. In der Bodenarbeit ist er sehr sicher und stützt sich mittlerweile auf der Hinterhand. Den Sattel durfte Morian auch schon kennenlernen und ich soll heute die ersten Reiterübungen machen. Deswegen mache ich den Hengst fertig und mache den Sattel zunächst sehr locker um Satteldruck zu vermeiden. Morian ist etwas unsicher und wartet trotzdem ab.



      Auf dem Platz logiere ich ihn erst am Kappzaum, also wie immer. Vorher habe ich ihn nochmal nach gegurtet. Ich übergeben Collin den Strick und steige vorsichtig mit einem Holzhocker auf und schwinge mich sanft auf den Rücken. Damit Morian HMJ 6345 sich sicherer fühlte blieb Collin vor ihm stehen und streichelte seinen Kopf. Der junge Hengst spannte sich zwar an, aber blieb gelassen. "Sehr gut Großer!", lobte ich ihn und ließ ihn sich erstmal entspannen. Tatsächlich war er im Vergleich zu meinen Isis recht groß. Nach einer entspannten Runde im Schritt mit Collin dabei, stellte dieser sich an den Zaum und beobachtete unsere Arbeit. Am langen Zügel bestritten wir unsere Runden und zu meinem Erstaunen war Mo sehr konzentriert und bemüht alles richtig zu machen. Wie bei jedem Pferd, was angeritten wird, fehlte auch dem Kürbis die Balance, aber das wird sich mit dem Training legen. Für die erste Reiteinheit beließen wir es beim Schritt und ein paar Tritten rückwärts und beendeten die Lektion. Bevor ich vorsichtig vom Rücken glitt, gab ich Mo ein kleines Stück Möhre.

      "Na da kann ich ja stolz auf meinen Schützling sein!", feixte Collin mit dem stolzesten Grinsen, das ich je gesehen habe. Aber er hatte recht, im Verhältnis zu den schlechten Erfahrungen, die er gemacht hatte, war er der angenehmste Partner beim Einreiten, den ich je hatte. "Nun ich denke mit ihm werden wir weit kommen. Er gefällt mir.", antwortete ich.

      Gemeinsam gingen wir zurück zum Stall und ich übergab Collin seinen Hengst.

      (c) Mohikanerin
    • Wolfszeit
      18.03.2020|Zion
      2019 - Ein Jahresüberblick
      Wynja von Atomic | Vösk von Atomic | Kría von Atomic | Bjama von Atomic | Teigur von Atomic | Halldór von Atomic | Ávaldi von Atomic

      Hawking von Atomic | Feuergeist di Royal Peerage | Nautilus | St.Pauli‘s Amnesia | Milska | Lu’lu’a

      Glanni frá glæsileika eyjarinnar | Litfari | Tesla | Almost Illegal | Overo | Ruvik | Voodoozirkus

      Mademoiselle | Songbird | Ryuk | Flic Flac’s Milano | Friede sei mit dir

      Wild Reflex | Willa | Krít | Kempa | Blávör | Snotra | Otra | Fönn | Saints Row | Snúra | Þögn | Ylfa


      Bruce

      Das Jahr begann tragisch, sehr tragisch. Vater verstarb in Folge eines Herzinfarktes im Krankenhaus, zu dem Zeitpunkt fing der Hof bereits an rote Zahlen zu schreiben. Also mussten wir anfangen Lösungen zu finden und konnten nicht sehr lange trauern. Deswegen sind viele Pferde gegangen und wir haben das erste Land verkauft, um wieder etwas Guthaben zu haben. Doch auch das half nur für einige Zeit, da auch mein Dasein als Trainer schrumpfte. Immer mehr Aufgaben mussten auf dem Hof übernommen werden und das Geld fehlte für die Angestellten, weswegen wir nur noch zwei bei uns behalten konnten. Fünf Leute zu beschäftigen war nicht mehr möglich. Doch auch einiges Gutes ist passiert. Die Fohlen haben gute Noten bei der Beurteilung bekommen und für einige von ihnen, gibt es bereits Interessenten. Snót und Blávör haben sich verbessert. Sie sind entspannter geworden und auch unter anderen Reitern besser unter Kontrolle. Besonders im Distanzreiten sind die Beiden begabt, was einen guten Ausgleich bildet zur Ovalbahn. Auch Willa, Krít und Kempa befinden sich im Training und sollen demnächst wieder auf dem Turnier mitlaufen. Die drei Stuten genießen es wieder mehr Kontakt zum Menschen zu haben. Ihre Fohlen sind tolle Pferde und ich bin gespannt was aus ihnen wird.

      Nachdem unsere Lage sich ein wenig verbesserte hatte, kam der nächste Schlag. Im Wald, der direkt an das Atomics Valley grenzt, brach ein verheerender Waldbrand aus. Das Feuer loderte Wochen lang. Auch wenn wir rechtzeitig uns und die Pferde evakuieren, konnte der Hof nicht gerettet werden. 95% sind abgebrannt, kein Gebäude steht mehr. Die Versicherungssumme war zwar ziemlich hoch, doch es kamen noch mehr Kosten auf uns zu, mit denen wir nicht rechnen konnten. Einige Paddocks hatten wir errichtet, um die Pferde wieder zu uns stelle zu können, doch die Angst der Tiere durch die den Abgebrannten Geruch war deutlich zu spüren. Wieder mussten wir überlegen welches Pferd bleiben kann und welches nicht. Diesmal war es sogar noch schwieriger. Vriska hat Ylfa gekauft und sie möchte bei uns bleiben um uns zu helfen. Nach langer Überlegung haben wir auch ihr Ruvik angeboten und sie hat zugesagt. Unsere beiden Problempferde hätten wir sonst an sonst niemanden verkaufen können. Sie hat schon oft mit den beiden Pferden gearbeitet und die Drei passen gut zueinander.

      Dann kam die Idee des Umzugs auf und wir bekamen ein gutes Angebot in Schweden. Dort gab es ein Ausschreiben für ein 120 ha großes Land, das bewirtschaftet werden soll und einen kulturellen Nutzen bekommen. Also bewarben wir uns mit dem Konzept, dass wir mit unseren langjährigen Freunden und Nachbarn erarbeitet hatten: Ein Akademisches Reitzentrum. Wir wollen Reitunterricht anbieten, Beritt machen und verschiedene Events veranstalten. Es war schon immer mein Traum auszuwandern und diesmal ist die Möglichkeit zum greifen Nah. Wir mussten nun nur noch auf die Entscheidung des Landes warten. Diese würden uns auch dabei unterstützen, den Umzug zu organisieren.


      Collin

      Im Gegensatz zu unseren Nachbarn hatten wir das Jahr 2019 als äußerst positiv wahrgenommen. Pferde kamen und Pferde gingen, doch der Kern blieb erhalten und die zukünftige Zucht von Barockpferden sollte nun endlich ins Rollen gebracht werden. Mit wechselnden Rassen zur Auswahl kam der Plan von der Zucht wieder auf die Wartebank und stattdessen kam das Horsemakeover ins Spiel. Morian HMJ 6345 war eine Bereicherung in vielerlei Hinsicht, obwohl sein Training äußerst zeitaufwendig war. Nichts desto trotz ging es voran, denn Valeria und ich kamen endlich zusammen und unser Azubi Joris hatte seine Abschlussprüfung bestanden. Leider hatte wir auch gewisse Verluste zu bedauern, denn unsere liebe Flo war gezwungen zurück nach Lateinamerika zu gehen, da ihr Arbeitsvisum abgelaufen war, weshalb wir gezwungen waren I’m a Playboy zu verkaufen. Außerdem war Sky aufgrund einer Verletzung unreitbar und so gut wie nicht bewegbar geworden, weshalb er trotz des extrem jungen Alters nun seine Frührente verbringen musste.

      Mittlerweile waren wir auch mit der Planung vorangeschritten und entschieden uns für die Zucht von Knabstruppern und Barockpintos, die beide alles vereinten, was wir uns wünschten. Doch wie nach jedem Höhenflug folgte auch bei uns der Fall, denn das ganze Land um Forest Creek und Atomics Valley war abgebrannt. Einige Pferde waren mit leichten Wunden davon gekommen, doch Peter, der die Pferde heroisch retten wollte, erlitt stärkere Verbrennungen und verbrachte einige Zeit im Krankenhaus. Alles was wir uns mühsam aufgebaut hatten war nun in Schutt und Asche gerichtet. Doch wie sagt man so schön, der Phönix steigt aus der Asche empor, denn wie es das Schicksal anscheinend wollte wurde uns gewissermaßen ein Wink gegeben, der uns letztendlich nach Schweden führte. Letztendlich machten wir auch so die Bekanntschaft mit Robin Wolff, ein junger akademischer Reiter anfang der dreißiger, der uns bedingungslos seine Hilfe anbot und nun ein Zuchtpartner in Schweden sein wird. Robin, ein attraktiver Rotschopf, der sich den Knabstruppern primär widmen wird.


      Bruce

      Der Umzug stand natürlich schneller vor der Tür als gedacht. Somit mussten die Pferde so schnell wie möglich transportfähig gemacht werden. Im Haus waren schon so gut wie alle Sachen eingepackt, nur noch die Dokumente unserer Tiere lagen verteilt im großen Schlafzimmer sortiert auf dem Boden. Mein Bruder, Tyrell, befindet sich bereits auf unserem neuen Grundstück und kann somit in den nächsten Tagen schon einige Pferde in Empfang nehmen. Somit werden als Erstes die Jungpferde auf die Reise in die neue Heimat gehen. Dafür haben Vriska und ich uns schon bereit gemacht. Gemeinsam holen wir die ersten beiden Stuten von der Weide. Es sind Wynja und Vösk, doch es war auch nicht wirklich einfach die beiden aufzuhalftern, deswegen waren sie die ersten. Am Stall putzen wir sie noch mal über und machen ihnen kleine Glocken an die Hufe, nur zur Sicherheit, da die Reise mehr als 10h dauert und in Dänemark eh Pause gemacht werden muss. Weiter ging es dann mit Bjama, Kría, Teigur, Halli und Ávi. Als alle Jährlinge endlich am Hof und verladefertig waren, fängt die Arbeit erst richtig an. Mithilfe von Max sortierten wir noch einmal die Papiere und übergaben sie den Fahrer. Jedes Pferd hatte seine eigene Folie in einem Ordner. Dort sind alle Unterlagen der Tiere drin, unter anderem die Bestätigung des Tierarztes, dass das Pferd gesund ist sowie dem Impfpass. Auch hatten wir extra sonder Papiere für die Überführung besorgt. Damit stand die Reise für die ersten Pferde fest.

      Vorsichtig fuhr der Transporter an und macht sich auf dem Weg richtig Schweden. In Zwei Wochen werden wir die Jährlinge wieder sehen. Sie kommen dort erst mal auf die Weide. Tyrell hat und auch noch einmal bestätigt, dass die Zäune stehen und sicher sind.

      Natürlich ist es nicht immer ganz leicht in ein anderes Land zu ziehen. Also hatten auch noch wir Rennerein, bis der nächste Transporter vor der Tür steht.

      Nun werden die nächsten Jungpferde verladen. Feuergeist, Amnesia, Milska, Hawking, Lu und Nautilus gehören zur Truppe. Diesmal gehen allerdings einige Pferde mehr mit. Der Transporter hatte noch einen Anhänger dabei, in den die beiden Jungstuten kommen. Lu, Hawking und Nautilus dürfen mit bei den großen Jungs fahren. Dort stehen Voodoo, Glanni, Litfari, Tesla, Ruvik, Illegal und Overo. Die Hengste haben alle Glocken um die Hufe, zum Schutz vor Verletzungen.

      Die letzten Tage rücken immer näher und der größte Teil unserer Kartons sind schon auf dem Weg nach Lindö. Auch sind schon so gut wie alle Pferde auf der Reise. Mademoiselle, Songbird, Milano, Fried, Ryuk und Wild sind gemeinsam auf den Weg. Der letzte Transporter hatte die Isländer bei sich. Thögn, Fönn, Snúra, Saint, Otra, Krít und Kempa waren das. Nun sind nur noch Willa, Ylfa, Snotra und Blávör noch hier am Hof. Die Vier werden wir mit nehmen, wenn wir fahren.


      Vriska

      Während die Jungs die Kartons und den ganzen Rest in die Autos bringen, stehe ich auf dem Paddock und versuche Ylfa aufzuhalftern und in den Hänger zu bringen. Da ich weiß, dass dies etwas länger werden könnte, werde ich direkt Willa mitnehmen, um der Stute mehr Sicherheit zu geben. Schon seit mehreren Wochen üben wir diese Situation, doch Ylfa hat gemerkt, dass es nun ernst ist. Nur noch drei andere Stuten sind da und das verunsichert sie sehr. Als ich die Stute nach langer Überzeugung am Halfter zum Hof führen kann, ist sie völlig schockiert, als sie den Hänger sieht. Sie versucht aus der Situation zu flüchten und steigt. Deswegen lasse ich Willa einfach los, die entspannt neben uns stehen bleibt. Daran merkt Ylfa, dass alles okay ist und schnaubt ab. Ich streichle sie beruhigend über den Hals und warte noch einen Moment, bevor wir näher an den Hänger gehen. Willa ist mittlerweile soweit, dass sie benah alleine in den Hänger geht. Ich ziehe den Strick vom Halfter ab und schicke sie hinein. Mit Ylfa in der Hand versuche ich hinter Willa die Stange zu befestigen, was sich als sehr schwierig herausstellt als gedacht. Die Stute hat offenbar panische Angst vor der Stange, also muss Willa erst mal ohne im Hänger stehen. Ich führe Ylfa noch mal vom Hänger weg und lasse sie einige Minuten grasen auf dem kargen Grasstreifen am Wegesrand.

      Nach fast einer Stunde ist es endlich geschafft. Ylfa steht entspannt im Pferdehänger und fummelt am baumelden Heunetz herum.


      Collin

      Erneut warf ich einen Blick auf die Checkliste für die Reise. Hatten wir tatsächlich an alles gedacht? Waren wir überhaupt gut genug vorbereitet für Schweden? Mir schossen unzählige Gedanken durch den Kopf, die mich mehr und mehr zum Zweifeln brachten, doch nun gab es kein zurück mehr. Die Pferde wurde allesamt in Transport LKWs verladen und erreichten unsere kleine Insel schließlich mit der Fähre. In Gedanken vertieft zählte ich die Pferde auf: “Aurelia, Morian, Fortun, Frans, FC Encantador, Sakura Blomst, Tacito il Vero, Wild Cherry, Valquiria, Xinu…” “Babe hattest du schon mit Familie Lindström Kontakt aufgenommen?”, fragte Val und riss mich aus meinem Gedankenkarussell. Erschrocken schüttelte ich den Kopf und zückte mein Handy. Familie Lindström besaß einen kleinen Hof in Mittelschweden und hatte einige Schicksalsschläge erlitten und nun mangelte es ihnen an Geld und eigentlich allem. Ich habe sie durch ihren Hengst Haldor kennengelernt, den ich für meine Zucht ins Auge gefasst hatte, doch stattdessen lernte ich ihre Familie ein und entschied sie auf unserem Hof einzuladen, da wir mehr als genug Platz hatten. Zuerst zögerten sie und versuchten das Angebot aus Scham und Höflichkeit abzulehnen, doch ich konnte sie überzeugen und schließlich verhandelten wir die letzten Angelegenheiten.


      Robin

      Um ehrlich zu sein, war ich sehr aufgeregt auf das neue Leben in Schweden und den neuen Menschen, die nun meine neue Familie werden würden. Es wird auch eine Umstellung sein, eigene Pferde zu besitzen, da ich bisher immer nur welche in Beritt hatte und somit die Verantwortung nicht auf mir lastete, dennoch freute ich mich darauf. Collin Jones, mein zukünftiger Arbeitgeber und Zuchtpartner hatte mich bereits in Deutschland mit meinen baldigen Vierbeinern vertraut gemacht. Wir beide teilten die Leidenschaft für Barockpferde, doch ich interessierte mich mehr für die “farbigen” unter ihnen, um nicht so zu sagen die Knabstrupper. So teilte er mir Tacito il Vero, Sakura Blomst und Frans zu, die nun in Schweden unter meiner Obhut stehen werden. Trotz der ganzen Aufregung freute ich mich riesig auf die neuen Möglichkeiten, die sich auf unserem Gelände und der Umgebung ergaben - ich meine hallo eine eigene kleine Insel?! (Na gut zumindest ein Teil davon)

      -to be continued-
      19.08.2020|Zion
      da waren 's nur noch drei
      POV: Collin
      Seitdem wir nach Schweden gezogen waren, hatte sich so vieles verändert - die Menschen, die Umgebung, die Tiere. Ich hatte die Möglichkeit Sachen aus den verschiedensten Perspektiven zu betrachten und kam so zu dem Entschluss, dass ich die Anzahl unserer Pferde drastisch sinken müsste; jedes Pferd wurde irgendwie lieblos abgefertigt und erwartete täglich so ziemlich das Selbe, was auf lange Sicht weder für den Menschen, noch das Pferd hilfreich ist. Nun war die Frage, wer den kleinen Kreis bilden würde und an unserer Seite bleiben würde: letztendlich fiel die Entscheidung auf Morian HMJ 6345, Valquiria und Fortun. Selbst die Zuchtambition hatten wir aufgegeben und sind glücklich mit der Entscheidung, da wir uns voll und ganz auf die drei Pferde konzentrieren konnten und auch die Möglichkeit hatten aus den zwei Stuten noch Nachkommen zu ziehen. Im Zuge dessen mussten wir uns auch leider von vielen Mitarbeitern trennen, die mittlerweile schon Familienmitglieder geworden waren: bei Peter und Jin viel es uns dennoch am schwersten, doch warum sollten wir Angestellte bezahlen, die nichts zu tun haben?
      to be continued
      09.10.2020|Wolfszeit
      Pflegekinder
      Avicii, Liliada, Mystic Fantasy Dahlia, Ases Maskwamozi, WHC' Avahni, Valquira, Fortun, Morian, ZM's Zanaro, Aldaire, Torashko, Chocolate Churro, Löwenherz, Osgiliath, Fanya HMJ 7469, Zephyr, Sasancho, WHC' Solist, Balisto, Ardehel, BS' Sowwhite, Darly Gone Mad, Lilli vom Hirschberg, Ermgravin, Aschenflug, Wo der Wolf Heult, PFS' Caillean, Delyx

      Magnus| Ich wachte auf, weil die ersten Sonnenstrahlen durchs Fenster fielen. Ich schlug die Augen auf und blicke in das friedlich schlafende Gesicht, von Alec. Seine Haut leuchtete hell im Sonnenlicht. Das Licht machte die braunen Strähnen in seinen Haaren sichtbar und betonte seine wunderschönen Wimpern. Ich lächelte und schmiegte mich wieder an ihn. Ich lauschte seinen ruhigen gleichmäßigen Atemzügen und schlief wieder ein.

      Als ich erneut aufwachte hörte ich das Alec schon unter der Dusche war. Ein Blick auf meinen Wecker verriet mir auch sogleich, dass es schon 9 Uhr war. Ich stand auf und sah aus dem Fenster. In den Schatten glitzerte schon der Raureif auf dem Gras, denn hier oben in den Bergen, dauerte es nicht lange bis der Herbst so einzog. Dennoch zwitschern auch hier schon die ersten Vögel. Alec kam nur mit einem Handtuch um die Hüften aus der Dusche und umarmte mich von hinten. “Morgen Babe”, raunte er mir ins Ohr. Seine Haut war wunderbar warm, sodass sich die Härchen auf meiner Haut aufgestellt. “Du bist so schön warm, willst du nicht noch ein wenig hier bleiben”, sagte ich genüsslich. Darauf hin murmelte er nur etwas unverständliches, bevor er sich von mir löste um sich anzuziehen. Auch ich verschwand unter der Dusche und genoss das warme Wasser auf meinem Körper. Nach dem Duschen, zog ich mich an und stylte mich, wie immer vermutlich ein wenig zu extra für den Stall.
      Im Wintergarten, war das Frühstück bereits angerichtet. Alec und Anu saßen schon bei Tisch. Ich gesellte mich zu den beiden und genoss den Ausblick auf die Hauskoppel wo die Stuten in der Morgensonne grasten. Avicii und Liliada grasten Seite an Seite in der Morgensonne. Vicii und Lila waren seit ich sie kannte unzertrennlich und bewegten sich selten unabhängig voneinander fort. Luchy hatte mal erzählt, dass die Stuten schon immer sehr oft zusammen waren. Lila wurde dann verkauft, was die Hellbraune Stute wohl recht gut verkraftete. Liliada hingegen, hatte es wohl nicht allzu gut verkraftet. Sie hörte auf zu fressen und magerte ab. Das schien ihre neue Besitzerin auch nicht groß zu stören. Statt sich um die Schwarzbraune Stute zu kümmern, kaufte sie sich ein anderes Pferd und ließ Lila allein auf einer Koppel stehen. Sie wäre vermutlich verhungert, wenn niemand sie entdeckt hätte. Eine Bekannte von Luchy erkannte die Stute und Benachrichtige Luchy. Diese hatte dann beschlossen Lila zurück zu holen. ch hatte Fotos gesehen, die hübsche Stute war wirklich nur noch der Schatten ihrer selbst gewesen. Als Lila und Avicii wieder vereint waren, wich Lila der hübschen braunen Stute nicht mehr von der Seite und wurde zu ihrem Schatten. Auch wenn Lila sich gerne mal Aufgespielt ist Avicii, das einzige Pferd was immer alles darf bei Lila. Avicii ist eine wundervolle Stute und zwar nicht nur wegen ihrer Außergewöhnlichen Färbung. Vicii ist für ein Vollblut sehr ruhig und leicht zu Händeln, sogar ein Kind könnte man ihr anvertrauen ohne das etwas passieren würde. Außerdem ist die die Stute sehr verschmust. Niemand kommt an der Stutenkoppel vorbei ohne die erdfarbene Stute zu streicheln.
      Gedankenverloren rührte ich in meinem Kaffe und beobachtete wie Vicii und Lila anfingen sich zu putzen. Anus Stute Mystic Fantasy Dahlia, war damit beschäftigt wie man das Tor öffnen könnte. Zum Glück kannten wir die schlaue Stute und hatten das Tor extra Dahlia sicher gemacht. Denn Die Stute neigt leider dazu, dass ihr schnell langweilig wird, weshalb sie auch immer Spielzeug hat. Allerdings schien der Torverschluss spannender zu sein, als ihr Joy Ball. Dieser lag nämlich unbeachtet unter dem Baum. Die letzte Stute auf der Koppel war Ases Maskwamozi mit ihrem Fohlen Ahvani. Die Appaloosastute stand bei Lila und Vicii und döste.ein wenig, Während ihr Fohlen einen Schmetterling jagte. Das kleine Stutfohlen war jetzt schon fast 4 Monate alt und brachte einiges an Leben in die kleine Herde. Der Vater des Fohlens ist nicht wie man erwarten würde ein Appaloosa oder ein Vollblut, sondern ein Isländer. Glymur ist ein hübscher Smokey Black Schecke und damit genauso ein Hingucke wie unsere Wamzi. Das Ziel der Anpaarung war ein Gangpferd zu erhalten, welches Größer als ein Isländer ist. Das hatte auch tatsächlich gut funktioniert, denn die kleine Vahni zeigt viel natürlichen Tölt.
      Nachdem ich mein Frühstück mit frischen Crossaints beendete hatte, machte ich mich zusammen mit Alec auf den Weg zu den Koppeln. Es galt nämlich nach den drei Neuankömmlingen zu schauen. Die drei Pferde kamen aus Schweden. Ihr Besitzer hat aktuell zu wenig Zeit um sich selbst um seine Pferde zu kümmern und es wird vermutlich länger so bleiben. Also hatte er Luchy um Hilfe gebeten. Da auf dem WHC nicht der Platz für drei weitere Pferde, vorhanden ist, kamen sie zu uns. Die beiden Stuten Valquiria und Fortun standen noch separiert von der Herde, damit sie sich erst einmal an die neue Situation gewöhnen können. Gestern hatten die Stuten neugierig ihr neues Zuhause erkundet. Nach dem langen Flug hatten wir sie über nacht gleich auf die Koppel gelassen. Wenn man die Stuten so an sah hatten sie auch ganz gemütlich geschlafen. Denn das helle Fell der beiden hatte nun hübsche braune Matschflecken. "Die beiden sehen aus als könnten sie einen Spaziergang gebrauchen", sagte Alec und Strich der neugierigen Schimmelstute durch die Mähne. "und ein paar schicke Halfter", fügte ich hinzu. Alec verdrehte nur die Augen. Ich hatte es mir zur Aufgabe gemacht allen Pferden ein hübsches Outfit zu zuteilen. Jedes Pferd hat dadurch seine Farbe im der es perfekt zu Geltung kommt. "Was hältst du von Oliv für Vali oder doch eher Bordeaux…", überlegte ich laut. "Mach doch mal langsam, lass die beiden Schönheiten doch erstmal ankommen", sagte Alec lachenden und befestigte den Strick an Fortuns Halfter. "lass uns den Schönheiten doch erstmal den Hof zeigen". "Na gut, aber wir fahren noch die Woche bei Luchy vorbei", erwiderte ich und hakte den Strick in das Halfter des Schimmel. Vali war eine echt brave Stute.
      Wir gingen den Weg runter zum Hof. Hier und da blieb eins der Pferde stehen um sich umzusehen. Auf dem Hof war so früh noch wenig los. Anu frühstückte noch und Eva war vermutlich noch nicht einmal Aufgestanden. Nur Basti war schon unterwegs frisches Heu und Wasser auf die Koppeln bringen. Es würde nicht mehr allzulange dauern, bis die meisten Pferde die Nacht im Stall verbringen. Denn hier in Kanada wurde es richtig kalt. Nicht wie in New York wo es selten unter die Null Grad fällt. Hier sind auch Tagsüber teilweise Temperaturen unter - 20 Grad zu erwarten. Und es wird nicht mehr lange dauern bis die Temperaturen hier nachts unter 0 Grad fallen.
      Wir waren inzwischen einmal um den Hof spazieren und wieder an den Stallungen angekommen. Vali hatte sich vorbildlich benommen. Fortun hatte sich zweimal Grundlos erschrocken, hat sich aber gut Händen lassen. "Lass und die beiden noch ein wenig putzen, bevor sie wieder auf die Koppel kommen", sagte ich zu Alec. Da die beiden noch kein eigenes Putzzeug hatten holte ich das von Churro und Aldaire. "Die zwei haben noch ganz schön wenig Winterfell. Ich fürchte wir müssen die bald eindecken, das Klima hier ist nicht ganz so mild wie in Schweden", stellte Alex fest. Ich hatte derweil einige Mühe den Matsch aus dem grauen Fell der Stute zu bürsten.
      Sauber und entspannt ging es für die beiden zurück auf die Weide.
      Alec wolle als nächstes zu unserem Frisch gekört en Hengst ZM' Zanaro. Ich hingegen wollte zu Aldaire. Der Berberhengst hatte, laut Alec zu viel Weidebauch und ich hatte ein Abspeckprogramm bekommen.
      Heute stand ein längerer Ausritt an. Ich ging an die Koppel und als ich das Tor öffnete kam Daire auch schon an getrottet. Ich hängte den Strick in seinem Halfter ein und ging mit dem Hengst zum Putzplatz, wo er wie immer erstmal einen halben Apfel bekam,bevor ich begann sein von der Sonne erwärmtes Fell zu bürsten. Der Hengst verlor ganz schön viele Haare, das war der Nachteil am Fellwechsel. Allerdings hatte der Hengst schon ganz schön viel Plüsch bekommen. Nachdem der Hengst Staub und Haarfrei war holte ich den Fellsattel und Blosal und legte es dem Hengst an. Danach begab ich mich von der Aufsteighilfe aus auf seinen Rücken. Heute war ein schöner Sonniger Spätsommertag. Aldaire schlug von allein den Weg zum Fluss ein und ich ließ den Hengst laufen. Im gemütlich Trab lief der Braune den Waldweg entlang. Das Hufgeklapper wurde begleiten von ein paar Vögel die ihre Lieder sangen.
      Am Fluss wurde der Berber langsamer und fiel in den Schritt um vorsichtig die Böschung hinunter zu klettern. Laut prustend stieg der Hengst ins Knietiefe Wasser und eine Ente flog empört schnattert hinfort. Fröhlich planschte Aldaire im Wasser. "Genieß es nochmal, bevor es richtig klat wird mein Dicker", sagte ich zu dem Hengst und tätschelte seinen Hals. Nachdem ich und der Hengst nass genug waren trieb ich ihn an und brav kletterte er die Böschung wieder hoch. Ich lenkte den Weg den Waldweg entlang Richtung Galoppwiese.
      Auf dem Weg dorthin kamen mir Eva und Fanya HMJ 7499 engegegen. Beide waren von oben bis unten gesprenkelt. “In welches Matschloch seit ihr denn gefallen?”, fragte ich Eva. “Wir sind die Geländestrecke geritten und oben im Wald ist es so nass, dass es da extrem Matschig ist”. Ich unterhielt mich noch kurz mit Eve bevor ein Specht der sich lautstark beschwerte unser Gespräch beendete. Als der Berber die Wiese erblickte stellte er die Ohren auf und wartete auf das Signal zum los laufen. Im Schritt betrat ich die Wiese. "Na los großer hab deinen Spaß", das ließ sich der Hengst nicht zweimal sagen und starte direkt in den Galopp. Der Wind strich mir kalt durchs Gesicht und riss schon die ersten Blätter von den Bäumen. Am Waldrand parierte ich Aldaire durch und schlug den Weg zurück zum Hof ein. Nach Insgesamt 2 Stunden war ich mit Aldaire wieder am Hof angekommen.
      Alec war scheinbar inzwischen mit Zany fertig, denn Chocolate Churro stand auf dem Putzplatz und döste. Allister hatte gerade Torashko angespannt um mit ihm das Futter abzuholen. Es war zwar nicht nötig, dass mit der Kutsche zu machen, doch Allister, bestand meistens darauf, seinen Tory anzuspannen und es selbst zu holen. Der alte Mann genoss die Zeit mit seinem Pferd und auch Torashko war nach solch einem Tripp noch gelassener als Sonst. Ich ritt zum Putzplatz, wo nun auch Anu mit Löwenherz stand. Sie wollte den Tinker heute zum ersten mal selbst reiten. Bisher hatte sie entweder vom Boden gearbeitet oder die Nichte von Allister ritt ihn. Der kleine Tinker hat leider große Probleme Vertrauen zu Erwachsen aufzubauen, doch ist ein Kind in seiner Nähe ist er wie ausgewechselt.
      Ich sattelten Aldaire ab und brachte ihn zurück zur Koppel. Osgiliath warte schon in etwas Entfernung und beobachtet misstrauisch das Geschehen. Ich kraulte meinen Berberhengst noch ein wenig, bevor er beschloss das es genug war. Auf dem Rückweg blieb ich an der Koppel mit den anderen Neuankömmlingen stehen. Der eine war Zephyr. Der Gidranhengst war jetzt seit knapp 3 Wochen bei uns. Der Fuchs ist wendig und schnell, aber weil er sehr sensibel ist haben wir ihn noch nicht mit in die große Hengstherde integriert. Er hat nur Sasancho als Gesellschaft bekommen. Der große Holsteiner ist neben Tory der entspannteste Hengst auf dem Hof.
      Obwohl noch keiner Zephyr geritten war, war schon zu erahnen woher er seinen Namen hatte. Der Dunkelfuchs ist unglaublich schnell und wendig. Der zweite Neuankömmling ist Morian. Der Hengst der von seinem Besitzer liebevoll Kürbis genannt wird ist kein ganz unbekannter. Er ist nämlich eines der Pferde aus dem HMJ vom letzten Jahr. Doch nun war der Hengst kaum wieder zu erkennen. Er war kräftig und gut im Futter. Sein rotes Fell ist nicht mehr so matt, sonder es ist seidig und glatt. Dazu glänzt es mit einem leichten goldenen Unterton in der Sonne. Ich beobachte wie der Friedrichsborger neugierig seine Nase über den Zaun strecke. Auf der andern Seite des Zaunes standen die Jährlinge Solist und Balisto und beäugten den Fuchs neugierig. Solist trat einen Schritt vor und beschnupperte den großen Hengst. Solist spielt sich ein wenig auf und quietscht auf. Zephyr nahm das zum Anlass durch zu starten. Sancho schloss sich an und als die beiden an Morian vorbeiflitzen war auch diese nicht mehr zu halten. Freudensprünge machen galoppierte er den anderen beiden hinterher. Während er mit dem Holsteiner noch ganz gut mithalten konnte hatte er gegen Phyri keine Chance.
      Die beiden Jährlinge hatten nun begonnen zu spielen, wobei Solist im Vorteil war weil man Balisto super an seiner langen Mähne ziehen konnte.
      Ich hatte den Hengsten lang genug zugeschaut und machte mich auf den Weg zu den Minis. Ich wollte heute Ardehel und Little Snowwhite anspannen. Auch wenn die Stuten charakterlich sehr unterschiedlich waren, gaben sie ein gutes Gespann ab. Snowy wiehert mir schon zu als sie mich entdeckte. "Na süße hast du Lust ein bisschen was zu arbeiten?", begrüßte ich die Stute und strich ihr über die weichen Nüstern, bevor ich die Halfter der Stuten holte. Ich Band beide am Putzplatz an und begann sie zu putzen. Zum Glück waren die beiden Stuten recht sauber, sodass ich nur den Staub aus dem Fell bürsten musste. Dann schirrte ich die Ponys an und ging mit ihnen auf den großen Platz. Dort machte ich nach dem warmlaufen ein paar Dressurlektionen, bevor ich zum Abschluss noch eine kurze Runde ins Gelände ging.

      Ich hatte die Ponys Fertig versorgt und stand nun neugierig am Zaun des Reitplatzes, denn Alec wollte nun Zephyr reiten. Anu drehte schon mit Redneck ihre Runden. Wobei der zweite Name des Hengstes deutlich besser passte, Daryl Gone Mad. Luchy hatte mir erzählt, dass sie den Hengst vom Tierschutz übernahm. Er ließ sich nicht anfassen und trat um sich sobald man ihm zu nahe kam. Ursprünglich war der Vollbluthengst ein Rennpferd gewesen. Wegen einer eher enttäuschend Gewinnquote wurde er offiziell aus dem Sport genommen. Was danach mit ihm geschah ist ungewiss. Daryl landete dann als Tierschutzfall bei Luchy und ging danach an eine erfahrene Trainerin. Dort wurde der Hengst wieder liebevoll zu einem Reitpferd umgeschult. Er lebte dann noch einige Zeit auf der Gips Reminder Ranch, bevor er zu uns kam. Da der Hengst durch seine Vergangenheit nur schwer Vertauen fasst, lag das bisherige Ziel bei uns sein Vertrauen zu gewinnen und ihn aufzutrainieren. Vor kurzem hatte Anu sein Talent zum Springen entdeckt und beginnt ihn nun schritt für schritt daran heranzuführen. Auch wenn Daryl kein reines Nervenbündel mehr ist, ist er dennoch mit vorsicht zu genießen, weil unsicherheit sich häufig in aggression bei ihm äußert.
      Alec hatte nun mit Zephyr den Platz betreten. Der Dunkelfuch drehte seine Ohren in alle Richtungen und schaute mit großen Augen und aufgepusteten Nüstern in die Gegend. “Magnus kannst du ihn mal kurz festhalten?”, rief er mir zu. Ich ging zu ihm auf den Platz und hielt Phyri, während Alec nachgurtet. Nachdem ich ihm gegengehalten hatte ging ich zurück und setzte mich auf den Zaun. Der Dunkelfuchs war zwar noch etwas guckig, aber das legte sich nach einigen Runden. Mit jeder Runde wurde der Fuchs lockerer und begann ab zu schnauben. Als Alec antrabte begann der Hengst sich rauszuheben. Der Hengst wirkte unausbalanciert, was sich auch im Galopp zeigte. Während Alec noch ein wenig ritt ging ich zu den Koppeln und wollte die Pferde ablichten.
      Mit Kamera im Gepäck ging ich zuerst zu den Stuten. Auf der ersten Koppel standen Fortun und Vali. Die Schimmelstute kam neugierig auf mich zu , was sich wunderbar als Fotomotiv machte. Fortun war ein wenig zurückhaltender und beobachtete mich lieber auf etwas Abstand. Ich saß noch eine ganze Weile auf der Koppel und es entstanden einige hübsche Fotos von den Stuten. Auf der nächsten Koppel wollte ich vor allem Ahvani fotografieren. Das kleine Fohlen hatte sich bisher wunderbar entwickelt und war genauso wie ihre Eltern wunderschön. Es war erstaunlich wie groß sie inzwischen geworden war.
      Auf der letzte Stutenkoppel standen Lilli und Fanya grasend zusammen. Lilli ist inzwischen wunderbar bemuskelt und kaum noch vergleichbar mit dem Pferd was Alec anfangs vorgefunden hatte. Ihre lange Mähne ist inzwischen gepflegt und auch nicht mehr so dünn und zerrupft wie damals. Doch auch Gräfin hat sich gemacht. Sie hat an Masse zugelegt Un ihr Fell glänzte Seidig. Gräfin begann freudig über die Wiese zu rennen und stecke die anderen beiden an. Ich genoss den Anblick von Fanya vor einem Jahr war kuam denkbar gewesen, dass sie mal so viel Lebensfreude ausstrahlen wird.
      Die letzten Models für heute, waren dann noch Wolf, Aschenflug, Delyx und Caillean. Die Hengste boten sich heute leider nicht so schön an, weshalb ich relativ schnell aufgab.
      Die Bilder von Morigan, Fortun und Vali würde ich ihrem Besitzer schicken. Sicher freut er sich wenn er sieht, dass es seinen Pferden gut geht. Ich bin schon sher neugierig auf den Vergleich in ein paar Monaten. Aufgrund des Zeitmangels waren die drei Pferde wohl etwas aus dem Training, was man ihnen auch ansah. Aber mit ein wenig Training werden auch diese drei wieder gut bemuskelt sein.
      06.11.2020|Gwen
      Happy Halloween!
      Lächelnd blickte ich in die Runde. Es war der 31. Oktober und Halloween! Es war noch relativ früh am Morgen, denn wir hatten es erst neun Uhr, doch heute sollte auch noch allerhand geschehen. Und so stand meine Gruppe bereits mit fertig gesattelten Pferden auf dem großen Platz von Townsend Acres. Es waren dieses Jahr insgesamt sieben Teilnehmer, welche mit mir gemeinsam den Halloween-Trailritt bestreiten wollten. Ich war begeistert und auch etwas aufgeregt.
      Neben mir stand mein Hengst Chapman, ein Hinterbein angewinkelt und leicht dösend, während ich mit meiner Begrüßungsansprache begann: „Ich freue mich riesig, euch alle hier Willkommen zu heißen und freue mich auf unseren Ritt! Wie bereits erzählt, werden wir circa vier Stunden unterwegs sein und auch eine Pause einlegen. Das Wetter ist bisher bestens und ich denke, wir werden alle unseren Spaß haben“, meinte ich grinsend und blickte gen Himmel. Tatsächlich war uns der Oktober gut gesinnt, denn trotz der kühlen Temperaturen und des frischen Windes war der Himmel blau und die Sonne strahlte.
      Es folgte eine kurze Belehrung der Teilnehmer aufgrund unseres Rittes durch einen Nationalpark, dann ließ ich alle aufsteigen, schwang mich selbst in den Sattel und bat darum, zunächst eine Zweier-Reihe zu bilden, so lange wie wir uns auf dem Gestüt befanden.
      Unter den Teilnehmern waren viele bekannte Gesichter und so freute ich mich sehr, als Occulta sich zu mir gesellte und neben mir ritt. Sie war mit ihrer Appaloosastute PFS‘ Dancin‘ to Jazz angereist und hatte zusätzlich ihre wunderschöne Malinoishündin Zira mitgebracht. Die Gute war als Reitbegleithund ausgebildet und machte ihren Job wirklich gut.
      Wir ritten im schönsten Sonnenschein von Townsend Acres los und genossen die herbstliche Stimmung. Ich hatte eine angenehme Strecke ausgesucht, welche den Teilnehmern alle Vorzüge von Kanada offenbaren sollte, außerdem hoffte ich, dass wir den ein oder anderen Nationalparkbewohner zu Gesicht bekommen würden, aber das war leider immer recht zufallsbestimmt. Vielleicht hatten wir dennoch Glück…
      Zunächst ritten wir gut eine Viertelstunde im Schritt durch den naheliegenden Wald und konnten das bunte Farbenspiel des Herbstes bewundern. Hier und da sah man auch die Eichhörnchen noch fleißig sammeln oder die Spechte ihre Arbeit erledigen. Ein Mitreiter, Cayce Dalton, entdeckte auch eine kleine Gruppe Rehe. Sein weißer Quarterwallach Whitetails Shortcut blieb direkt stehen, als der Reiter nur leicht sein Gewicht verlagerte und so konnten wir alle die Tiere in Ruhe beobachten, ohne, dass sie entschwanden.
      Nach dem Wald folgten die weiten Wiesen des Nationalparks. Zu unserem Glück hatte es die letzten Tage nicht geregnet, so dass wir ein gutes Stück traben und dann auch galoppieren konnten. Immer mal drehte ich mich um und schaute, dass auch alle wohlbehalten noch dabei waren. Der Anblick erfreute mich immer sehr, denn jedes Mal, wenn ich nach hinten blickte, sah ich glückliche Gesichter.
      Tiara Everdeen war mit ihrer jungen vierjährigen Mustangstute Stepping Stone angereist und hatte sich aufgrund des Alters ihrer Stute direkt neben Leticia Weidner gesellt, welche ihre zehnjährige Ingénue ritt, eine wunderschöne falbfarbene Stute. Mit der erfahrenen Artgenossin neben sich, galoppierte auch Stepping Stone super entspannt und souverän in der Gruppe von acht Pferden.
      Als ich die Hand hob, parierten wir erst zum Trab und dann zum Schritt durch, denn als nächstes mussten wir den Fluss durchqueren. Ich warnte die Reiter kurz, dass sie aufmerksam sein mussten und ihren Pferden am besten die Aufgabe allein überließen, damit diese sich gut ausbalancieren konnten. Chapman marschierte wie gewohnt problemlos voran, der Isländerhengst Félagi, welcher von Malte Tordenvaerson geritten wurde, folgte trotz seines jungen Alters, ohne mit der Wimper zu zucken. Die meisten Pferde hatten keine Probleme, nur die Trakehnerstute von Brace war etwas vorsichtiger, hatte mit ihren schlanken Beinen aber auch weniger Halt in der Strömung. Doch auch HMJ Grace schaffte den Übergang problemlos und wir konnten weiter gen Berge reiten.
      In Cayce‘ Gesicht stand die Begeisterung geschrieben, er hatte sehr auf Berge gehofft und natürlich enttäuschte ich ihn nicht. Auf dem Weg dorthin durchquerten wir nochmals einen kleineren Wald, wobei der Fredericksborger von Collin einmal mächtig zusammenzuckte und dass nicht grundlos: Gefühlt vor Morians Nase überquerte ein Elch unseren Weg und der Hengst war nur bedingt begeistert von dem anderen Vierbeiner gewesen.
      Nach dem kleinen Zwischenfall erreichten wir den Fuß der Bergkette und machten uns an den Aufstieg. Nachdem wir circa die Hälfte bereits bewältigt hatten, gönnte ich Pferden und Reitern eine Pause. Wir machten Halt auf einer größeren Alpenwiese, wo auch ein Bach zum Tränken der Pferde entlang floss. Ich übergab Chapman an Occulta und während die Teilnehmer den Pferden Wasser anboten, bereitete ich zwei Picknickdecken vor und verteilte dort die Leckereien, welche die Köchin von Towsend Acres gezaubert hatte: Halloween-Muffins, herzhaft belegte Brötchen mit aufgezeichneten Gesichtern und natürlich durften die warmen Getränke nicht fehlen: Hexenpunsch und Kakao.
      Als die Pferde versorgt waren, setzten sich die Reiter und genossen das Picknick bei der herrlichen Aussicht über den Nationalpark. Wir waren inzwischen gut zwei Stunden unterwegs gewesen, durchaus hinter dem Zeitplan und so langsam würden wir uns auf den Heimweg machen, denn heute standen noch das Trick or Treat Springturnier und das gemeinsame Lagerfeuer an.
      Flott sammelten wir alles wieder ein, verstauten es, holten die Pferde und schwangen uns wieder in die Sättel, dann ging es den Berg weiter hinauf, denn eine Besonderheit hielt Kanada im Oktober noch bereit: Ritt man unten durch bunte Wälder, konnte man oben auf den Bergen bereits den ersten Schnee sehen und unter den Hufen der Pferde knirschen hören!
      Die Schneeschicht war noch recht dünn und doch wechselte irgendwann plötzlich die Vegetation und das Klima und wir ritten über verschneite Bergwege. Die Teilnehmer waren begeistert und ich lächelte zufrieden, während ich sah, wie mein Atem in weißen Wölkchen in den Himmel aufstieg.
      Wir verweilten jedoch nicht lange, sondern machten uns schon bald an den Abstieg. Der Rückweg war kürzer als der Hinweg, denn wir ritten keinen großen Bogen. Stattdessen kamen wir nach dem Abstieg fast direkt am Fluss an, welchen wir erneut durchquerten und danach noch einmal einen frischen Galopp über die grünen Wiesen einlegten.
      Pünktlich 14 Uhr kamen wir wieder auf Townsend Acres an. Ich bedankte mich bei den Reitern herzlich für ihre Teilnahme, wünschte ihnen einen schönen Tag und hoffte, die meisten heute Abend wiederzusehen. So verstreuten sich alle, um ihre Pferde zu versorgen und sich selbst aufzuwärmen. Auch ich kümmerte mich um Chapman, ehe die nächsten Vorbereitungen für das Trick or Treat Springturnier anstand.
      Elisa und Matthew waren jedoch schon fleißig gewesen und der Großteil war bereits vorbereitet. „Danke“, meinte ich lächelnd und schaute mir begeistert die beschmückte Halle und die besonderen Hindernisse an. Das Turnier begann erst 17 Uhr, denn es sollte bereits dunkel sein, wenn die Reiter in ihren besonderen Kostümen auftraten und um den Sieg kämpften. Bis dahin war noch einiges zu tun, so dass wir gut beschäftigt waren.

      Kurz nach 17 Uhr und einer beeindruckenden Willkommensrede von Matthew, startete der erste Reiter der ersten Klasse. Wir hatten E bis L von M bis S*** getrennt, um etwas Abwechslung hereinzubringen. Den Start machte Occulta Smith auf PFS‘ Skydive und die beiden sahen fantastisch aus! Skydive’s Kopfabzeichen gab es bereits zur Genüge her und doch hatte Occu aus ihrem DRP ein tolles Skelettpferd gezaubert. Sie selbst war gekleidet als Sensemann und hatte sich mit großer Kapuze und Kartonsichel als Gerte durchaus einige Handicaps eingebaut.
      Doch ihr Ritt war fehlerfrei und in einer souveränen Zeit. Das Publikum klatschte begeistert und Occu ritt fröhlich aus der Halle, um sogleich für die nächste Reiterin Platz zu machen. Es war Leticia Weidner auf Garance und das Kostüm war als aufwendig: Reiterin und Pferd waren geschminkt bzw. angemalt und starteten im Día de los muertos-Stil, welcher sich wirklich sehen lassen konnte.
      Leticia trug ein ausgefallenes Kleid, welches ihnen leider beim letzten Hindernis einen Strich durch die Rechnung machte. Garance verhaperte sich im Takt etwas, als der Saum des Kleides, welches nach einer Linksvolte auch nach links gerutscht war, sie mehr an der Flanke streifte und so passte der Abstand nicht mehr und die Stange fiel.
      Dennoch war es eine Toprunde. Gleiches galt für Bartholomäus du Martin, welcher auf seinem Araber Marid startete. Zwar schafften sie nicht die Zeit von Occulta, doch ihr Anblick machte dies wett: Insgesamt sechs leuchtende Augen schmückten das Gesicht des Hengstes und er war ein wahrer Hingucker mit abgeknickten Schaumstoffröhren, welche blutrot bemalt waren und gefährlich auf und ab wippten. Auch sein Reiter konnte sich sehen lassen mit schwarzem Schwert und ebenso vielen Augen. Er ritt als Spinnenkönig und doch kostete das aufwendige Kostüm den beiden einige Zeitpunkte.
      Es folgte Octavia Blake auf Pocahontas. Die beiden Damen starteten als Wonderwoman und erzielten auch eine ebenso bewundernswerte Leistung. Der Ritt war fehlerfrei und die Zeit war grandios. Beide machten was her in ihren Wonderwoman-Kostümen und das Publikum war mehr als begeistert.
      Den Abschluss machten Laraya Shizuka auf ihrer Stute Atlanta und die beiden starteten als Reiter-Mumie, während das Pferd grün-grau bemalt als Frankenstein durch den Parcours fegte. Die Zeit war top und so überholten die beiden mit wenigen Sekunden Occulta.
      Zuletzt ritt Bracelet auf Pluie ein. Ich war begeistert, denn die beiden kamen im Harry-Potter-Stil daher und hatten mich damit sofort auf ihrer Seite. Sie starteten als Hermine für Gryffindor und erlangten einen Null-Fehler-Ritt mit guter Zeit, jedoch leider nicht ausreichend für den ersten Platz.
      Dieser ging an letztendlich an Wonderwoman, welche mit einer unglaublichen Zeit alle anderen geschlagen hatte. Die silberne Schleife erhielten Frankenstein und die Mumie und der dritte Platz ging an unser Skelettpferd.
      Die Siegerehrung fand kurz darauf statt, stolz verteilte ich die Schleifen und gratulierte allen Teilnehmern. Dann folgte die Ehrenrunde, wobei wir alle anderen Teilnehmer noch einmal hinzubaten, denn alle hatten fantastische Kostüme an! Dementsprechend erhielten auch alle noch ein Dankeschön: Für die Pferde einen Sack Möhren, für die Reiter einen Beutel mit süßen und sauren Leckereien.

      Die Verschnaufpause war kurz und es ging direkt weiter mit der zweiten Klasse. Die Hindernisse waren umgestellt und erhöht und erneut startete ein Pferd von PFS. Diesmal war die Reiterin Lisa Zimmermann, welche auf dem bekannten Zuchthengst Colour Paint saß. Aufgrund der Schwierigkeit der Hindernisse und der Höhe, hatten sie das Kostüm schlichter gewählt, dennoch sahen die beiden toll aus. Colour Paint hatte eine Kürbisgrimasse auf der Hinterhand, welche bestens zu seinem orangeroten Fell passte. Die Reiterin trug einen schwarzen Umhang und ein orange-schwarz bemaltes Gesicht, so dass die beiden perfekt zueinander passten.
      Die Runde war fehlerfrei und wieder legte das erste Paar eine sportliche Zeit vor. Es folgte Ferre van de Veen auf Ghostly Phenomenon. Und bei dem Kostüm musste ich kurz lachen. Wer dachte sich schon den Klimawandel als Halloweenkostüm aus? Doch es war genial. Das Pferd geschmückt mit Plasteflaschen, Tüten und Verpackungsresten, und auch der Reiter schien kaum etwas unter seinem Gewand aus buntem Müll zu sehen. Es raschelte laut, als das Team durch den Parcours raste und trotz des störenden Kostüms legten sie eine geniale Runde hin und toppten die Zeit des Vorreiters.
      Es folgte die letzte Starterin für die hohe Klasse: Bracelet auf Give me Chocolate. Die Reiterin startete als Skelett und passend dazu war das Pferd als Gespenst verkleidet. Nach dem Richtergruß starteten auch die beiden in ihre Runde. Souverän null und eine super Zeit, leider nicht gut genug, um die Umweltverschmutzung zu besiegen, aber doch gut genug für den zweiten Platz.
      Ghostly Phenomenon hatte gewonnen und ich hoffte, einige Zuschauer würden sich die Nachricht der Reiterin zu Herzen nehmen. Der zweite Platz ging an das Gespenst und der dritte Platz an unseren tollen Kürbis. Ich war begeistert von den drei Kostümen und lud zum Abschluss alle noch einmal zu einer fetzigen Runde ein.

      Der Trailritt war geschafft und das Turnier war beendet. Inzwischen war es 19 Uhr und die Reiter versorgten ihre Pferde. Doch Halloween war noch längst nicht vorbei, es hatte erst begonnen. Während ein Teil des Personals den Parcours aufräumte, kümmerten sich Matthew und ich um das gemeinsame Lagerfeuer. Wir hatten fleißig Holz bereit gelegt und waren mehr als stolz.
      In der Halle trafen sich zunächst alle, ehe wir geschlossen in die Dunkelheit hinauswanderten. Das Feuer brannte noch längst nicht und es war stockduster. Ich war schon immer ein Angsthase gewesen und nur bedingt begeistert davon gewesen, Matthew die Show zu überlassen. Jetzt wusste ich auch warum.
      Von links und rechts, von vorne und hinten wuselten plötzlich Gespenster durch die Gruppe, das besondere Highlight waren Bonnie und Clyde. Die Dalmatiner hüpften etwas überfordert mit ihren Gespensterkostümen zwischen den Beinen hindurch und wollten viel lieber Menschen begrüßen, anstatt diese zu erschrecken. Ich musste lachen, als mein Hund mich schneller als gedacht ausmachte und schwanzwedelnd begrüßte. Dann entdeckte er Zira von Occulta und war erst einmal beschäftigt.
      Plötzlich flammte vor uns das Lagerfeuer auf und Halloweenmusik begann zu spielen. Links und rechts waren Tische mit Leckereien und Getränken aufgebaut und Matthew stand nur kurz stolz wie ein König vor dem Lagerfeuer, ehe er seinen Job am Grill sehr ernstnahm und uns mit Steaks und Bockwürsten versorgte.
      Die Besucher des heutigen Tages bedienten sich glücklich, unterhielten sich miteinander, lachten und schienen den Abend sichtlich zu genießen. Auch ich war mehr als zufrieden und sehr happy über den Ausgang des heutigen Tages. „Läuft“, meinte ich grinsend zu Elisa, hielt ihr mein Punschglas hin und stieß mit ihr an.
      25.12.2020|Wolfszeit
      Wintertime
      Lilli vom Hirschberg, Balisto, BS’Little Snowwhite, PFS’ Caillean, Ardehel, Delyx, Torashko, Löwenherz, Fortun, Valquira, Morian HMJ 6345, Liliada, Avicii, Ases Maskwamozi, WHC’Avahni, Chocolate Churro, Aldaire, Fanya HMJ 7469

      Als ich heute aufwachte, konnte ich ein paar Schneeflocken am Fenster vorbeischweben sehen. Hier in den Bergen lag schon lange dick Schnee und die Pferde waren alle zu flauschigen Teddybären geworden, wobei Lilli und ihr Sohn Balisto mit Abstand am meisten Fell hatten. Hier lag sogar so viel Schnee, dass die Minnis schon bis zu Brust darin versanken. Gerade Snowwhite, die die kleinste von den Vieren ist, ähnelt häufig einem Schneepflug. Heute sah der Schnee besonders schön aus, den alle Spuren waren zugeschneit. Auch der große Tannenbaum auf dem Hof sah wunderschön aus mit seinen bunten Lichtern. Weil es so schön aussah, zog ich mich an und beschloss noch vor dem Frühstück einen Spaziergang über den Hof zu machen. Ich ging zuerst zum Stall, denn die meisten Voll- und Warmblüter, wie auch die Minis verbrachten die kalten Nächte im warmen Stall, da die meisten von ihren entweder wenig Winterfell bekamen oder geschoren waren. Dennoch hatten sie alle einen Paddock, weshalb sie auch alle mindestens eine Regendecke trugen. Von weitem konnte ich schon sehen, dass die einzigen beiden die auf ihrem Paddock waren, die beiden Kaltblutwallache waren. Tory, der große, schwarze Tinkermix döste ein wenig und der Schnee blieb überall auf ihm liegen. Gerade seine verschneite Mähne sah sehr hübsch aus. Löwenherz hingegen stand an seinem Heunetzt und fütterte gemütlich. “Na ihr zwei. Euch kann das Wetter wohl nichts”, begrüßte ich die beiden. Als ich anfing nach ein Leckerli zu suchen, kam auch Balisto mit gespitzten Ohren aus seiner Box getrottet. Der kleine Hengst war inzwischen ganz schön groß geworden. “Na komm her kleiner”, Balisto kam an den Zaun und nahm mir sanft das Leckerli mit seinen haarigen Lippen ab. Die Tinker hatte jetzt im Winter alle einen niedlichen Schubart bekommen. Ich betrat den Stall und wurde gleich mit einem freundlichen Grummeln von Fortun und Valquira begrüßt. Die beiden Stuten waren zurzeit als Gastpferde auf dem Hof, da ihr Besitzer aktuell nicht so viel Zeit für sie hatte. In den Zwei Monaten, in denen die drei Pferde inzwischen, da waren, hatten sie schon wieder ordentlich an Muskeln aufgebaut und machten ihrer Rasse inzwischen wieder alle Ehre. Da ich wusste, dass einige von unseren Pferden Schnee über alles liebten, beschloss ich sogleich die Pferde auf die Koppel zu bringen. Somit nahm ich zuerst Liliada und Avicii. Kaum auf der Koppel angekommen, begann Lila nervös zu werden und wollte um bedingt los. Also machte ich sie los und ließ auch Avicii gleich hinterher. Lila liebte Schnee über alles. Augenblicklich begann sie durch die Gegend zu bocken. Avicii hingegen wollte sich lieber wälze und stapfte Nase voran durch den kniehohen Schnee, auf der Suche nach einer passenden Stelle. Während die beiden Vollblüter schon mal ihren Spaß hatten, holte ich Wamzi und ihr Fohlen. Die inzwischen gar nicht mehr so kleine Avahni hüpfte fröhlich hinter ihrer Mama her und versucht die Schneeflocken zu fressen. Ases hingegen blieb entspannt und machte sich auf der Koppel lieber auf die Suche nach etwas zu fressen. Avicii hatte sich inzwischen gründlich gewälzt und bockte nun gemeinsam mit Lila durch die Gegend. Nach und nach brachte ich auch noch die anderen Boxenpferde auf die Koppel. Danach ging ich noch zu den Ausläufen um auch Churro, Aldaire, Lilli, Fanya und Gräfin die Koppel zu öffnen. Gräfin war ähnlich, wie Lila ein Pferd was total vernarrt in Schnee war. Lilli hingegen begann lieber den Schnee vom Geländer zu fressen.
    • Wolfszeit
      Training 30 März 2020
      Mohikanerin, Veija und Zion (Lindö Dalen Stuteri, Schweden)
      Ryuk, Mademoiselle Fahren A zu L
      Vintage Western (Reining) LK5 zu LK4
      Honey's Aleshanee Einfahren + Fahren E zu A
      Flashlight Dressur A-L
      Valquiria Dressur E-A
      Morian Dressur E-A
      Lady Blue Skip Barrel Racing 5 - 4
      Only Known in Texas Trail 3 - 2
      Striga + A Walking Honor Trail 5 4

      Caleb
      “Bescheuert. Ihr seid alle bescheuert”, murrte ich am Frühstückstisch und sah über den Rand meiner Tasse zu Octavia rüber, die mich wie ein Honigkuchenpferd anstrahlte. “Was heißt hier bescheuert? Macht doch Spaß. Wir nehmen einfach zwei Pferde mit rüber, dafür trainierst du eins von Tyrell”, meinte O schulterzuckend. “So schlimm kann das schon nicht werden. Du musst dich nur endlich mal entscheiden, welches Pferd du mitnehmen willst.”
      “Ich hab mich schon entschieden. Honey’s Aleshanee kommt mit. Und eben Flashlight”, sagte ich und trank den letzten Schluck meines Kaffees aus. Im Kopf ging ich die Liste der Pferde durch, die in meiner Abwesenheit trainiert werden sollten. Lady Blue Skip sollte von Cayce im Barrel Racing trainiert werden, so dass sie bald in der LK 4 laufen konnte. Laurence sollte sich Only Known in Texas vornehmen und sie im Trail von der LK 3 auf die LK 2 bringen. Bellamy und Brian kümmerten sich um Striga und A Walking Honor, welche beide im Trail von der LK 5 auf die LK 4 trainiert werden sollten. Ich überlegte. Das war vermutlich alles. Wenn mir noch etwas einfallen sollte, konnte ich meine Mitarbeiter ja anrufen. “Kommst du mit die Beiden fertig machen? Dann gehts schneller.”
      “Nein ich muss noch meine Tasche packen.” “Wo schlaft ihr zwei eigentlich?”, mischte sich Bellamy nun in unser Gespräch ein. “Wir haben ein kleines Ferienhaus”, sagte ich an Bell gewandt und setzte mir meinen Hut wieder auf den Kopf. “Zusammen? Ihr schlaft zusammen in einem Ferienhaus?”
      “Gott hab dich nicht so!”, keiften Octavia und ich zusammen los, sahen uns an und brachen in Lachen aus. “Ich will nicht, dass das falsch rüber kommt.. aber Octavia wäre die letzte Frau, die ich anfassen würde. Danach würdest du mich nämlich umbringen.” “Genau”, gab Bellamy mit Nachdruck zu verstehen und schaute seine Schwester eindringlich an. Er stand auf, ging zu ihr rüber und flüsterte ihr etwas ins Ohr. Octavia lachte, schlug ihm gegen die Schulter und nannte ihn Idiot. Ich schmunzelte.
      In Windeseile waren die beiden Pferde für den Flug fertig gemacht und die Koffer standen gepackt auf meinem Pick Up. Nun konnte es losgehen! Der Flug dauerte eine ganze Weile und wir waren froh, als wir endlich in Schweden ankamen und uns auf dem Lindö Dalen Stuteri wiederfanden. Wir wurden herzlich begrüßt und die Pferde bekamen einen schönen großen Paddock mit Unterstand wo sie sich den restlichen Tag von den Flugstrapazen erholen konnten. Auch unsere Ferienwohnung war klein aber fein und hatte im Wohnbereich eine große Couch, auf der ich die nächsten Nächte verbringen würde, damit Bellamy ganz beruhigt sein konnte, dass ich seiner Schwester nicht an die Wäsche ging.

      Tyrell
      “Das wird ein Stress”, murmelte ich in mich hinein. “Das wird eh nichts”, dachte ich dann auch noch. Ein Seufzen stoss ich aus und zog mich dann an. Neben der Tatsache, dass ich noch unseren neuen Trainer einarbeiten muss, kommen heute Gäste für einige Wochen. Vintage soll nun umgeschult werden, da Vriska hatte mir berichtet, dass er sich unwohl fühlt unter dem Barocksattel und nicht die Haltung an den Tag bringt. Ich verstand das von ihr nicht ganz, aber egal. Meine Mitarbeiter werden schon wissen, was sie machen. Auch wenn Vriska schon lange im Team ist, habe ich letztendlich in Schweden entschieden sie anzustellen. Sogar Max hat sich zur Verfügung gestellt, bei uns zu arbeiten. Nun wird er ausgebildet von uns. “Unsere Gäste sind da”, kommt Vriska in den Stall gerannt, in dem ich gerade sauber mache. Wir laufen gemeinsam raus und begrüßen unsere Gäste, Caleb und Octavia bekommen eine von den kleinen Ferienhütten, da die anderen noch nicht fertig sind. Durch das plötzliche verlassen von Bruce geht hier alles drüber und drunter. Wenigstens ist es sauber. Für den Anfang habe wir ein kleines Programm entworfen, dass heute mit einer Fahrt mit der Kutsche beginnt. Die beiden kleinen Ponys sind seit ein paar Wochen wieder im Kutschtraiming also wäre das eine schöne Abwechslung. Während Vriska die beiden Kanadier unseren schönen Hof und ich mache Ryuk und Mademoiselle fertig für die Fahrt. Das Wetter ist schön, die Sonne scheint dennoch ist noch alles feucht vom geschmolzenen Schnee. Die Shettys haben schon die ersten Frühlingsgefühle und hüpfen etwas aufgeregt herum, als ich versuche sie anzuspannen. Zum Glück kommt dann Vriska mit der kleinen Gruppe und hilft mir dabei alles fertig zu machen.
      Zunehmend holprig startet die Tour. Im Feldweg haben sich Pfützen gebildet und Vertiefungen, die nicht wirklich gut für die Stoßdämpfer der Kutsche sind. Die Ponys scheinen aber viel Spaß zu haben bei der Fahrt. Ich zeige unseren Gästen die Traingsbahn im Wald und auch die Koppeln am Ende des Geländes, die aktuell aber für die Heuproduktion genutzt werden. Unser Hof plant ein autarkes System aufzubauen. Einige Schafe, Ziegen und Kühe werden demnächst einziehen. Dafür müssen wir noch zwei Pferde in die Arbeit mit Rindern eingeführt werden. Doch das hat nun Zeit.
      Nach ungefähr einer Stunde und noch einer kleinen erweiterten Runde durch die “Stadt”, kommen wir wieder am Hof an. Nun gibt es erstmal essen, danach ist wieder jeder für sich. Am Abend wollen wir noch den Plan besprechen für das Training.

      Caleb
      Die Fahrt über den Hof und die Führung hatte mir wirklich sehr gefallen. Ich hatte es auch witzig gefunden, mit den zwei kleinen Pferden so eine Tour zu machen, war ich ja nur Großpferde gewohnt. Am Abend besprachen wir noch das Training und kamen zu dem Entschluss, dass wir das Ganze einfach mal ein paar Tage anlaufen ließen. Morgens hatte ich Zeit für Vintage, am Nachmittag ging es dann um Shanee und Flashlight. Das kam Tyrell ganz gelegen, denn so konnte er am Morgen seine eigenen Pferde trainieren und sich die Nachmittage immer ein wenig freihalten.
      Wir aßen zusammen mit Tyrell und den anderen Mitarbeitern des Hofes und verzogen uns dann in unsere kleine Ferienwohnung. O und ich blieben nicht mehr lange auf, wir waren vom Flug und von der kleinen Rundreise doch ziemlich geschafft. “Du kannst aber auch im Bett schlafen, dann übernachte ich auf der Couch”, meinte Octavia und hielt ihr Kissen fest umklammert. Ich schaute sie mit hochgezogener Augenbraue an und legte meinen Hut auf den Wohnzimmertisch. “Wenn ich das mache und Bellamy erfährt, dass ich im Bett und du auf der Couch schlafen musstest.. das passt schon. Haben wir ja so gesagt gehabt.” “Okay, dann gute Nacht”, sagte die braunhaarige Frau zu mir und verschwand im Schlafzimmer. Ich zog mich um, putzte mir die Zähne und machte es mir auf der Couch gemütlich. Wenig später schlief ich ein. Als ich am nächsten Morgen aufwachte erkannte ich zwischen zusammengekniffenen Augen Octavia, die mit Top und Hot Pants bekleidet am Herd stand und etwas zu braten schien. “Du machst es mir ganz schön schwer, nicht hinzusehen”, murmelte ich und rieb mir die Augen. Nach der Sache mit Ylvi hatte ich keine Frau mehr angesehen. Nunja, angesehen schon. Aber nicht mit dem Blick, mit dem ich sie angeschaut hatte. Octvavia war wie eine kleine Schwester für mich, schon alleine deshalb wollte ich nicht, dass sie eher nackt als bekleidet vor meiner Nase herum tanzte. Wir frühstückten gemeinsam und ich zog mich dann an, um zu Vintage zu gehen. Ein Traberhengst. Ich verfluchte Tyrell jetzt schon dafür, auf einen solchen Gangsalat war ich nicht spezialisiert. Ich hoffte nur, dass ich es schaffte ihn einfach in den drei Grundgangarten ordentlich zu reiten und keine seiner Speziellen zu erwischen. Ich fand den Hengst auf seinem Boxenpaddock und ging zu ihm rüber. Nach kurzem Überputzen nahm ich mir den Westernmaßsattel vom Ständer und sattelte den Hengst. Ich war wirklich froh, dass ich in passender Ausrüstung reiten konnte, denn ich hatte eher mit einem Dressursattel gerechnet, denn bis jetzt wurde er nur in der Dressur gefördert.
      Nach dem Satteln gingen wir in die Halle, wo ich ihn zunächst ausgiebig im Schritt ritt, bevor ich mich an den Trab wagte. Vintage war ein Pferd, dass Kontakt zum Maul gewohnt war und sich schnell verlassen fühlte, wenn ich zu viel Zügel nachgab. Auch schien er etwas verwirrt, wenn ich ihn vorne annahm und hinten trieb. Er sollte so im Trab bleiben, aber etwas schneller werden. Mit ihm würde ich noch viel Arbeit vor mir haben, weshalb ich mich heute einfach darum kümmerte, ihm meine normalen Hilfen bekannt zu machen und ihn an meine lockere Zügelhaltung heran zu führen. Nach guten eineinhalb Stunden Training, bei dem ich viele Pausen eingebaut hatte, machte ich Schluss für heute und war schon ganz gespannt, dem Training von Shanee und auch Flashlight beizuwohnen.

      Folke
      Erst seit einem Tag bin ich nun offiziell auf dem Lindö Dalen Stuteri und habe schon das erste Trainingspferd bekommen. Es ist Honey's Aleshanee, die nun eingefahren werden soll und später im Pleasure Driving mitlaufen soll. In meiner Ausbildung habe ich schon mal etwas von der Disziplin gelesen, doch stehe etwas auf den Schlauch. Zunächst werde ich mir die Stute etwas genauer ansehen und mich dann heute Abend mit der Disziplin befassen. Doch so anders kann das gar nicht sein. Bevor Bruce den Hof verlassen hat, hat er mich darum gebeten, die Pferde sanft am Zügel zu führen. Na gut, mal sehen. Ich hole Shanee von dem Paddock und mache sie erst mal sauber. Mir wurde von den Gästen gesagt, leider habe ich schon wieder den Namen vergessen, dass die Stute bisher noch nicht die Doppellonge kennt. Also hole ich aus der Sattelkammer einen Gurt sowie ein Kappzaum, bei dem ich denke, dass es passt. Gott sei dank passt es und ich muss nicht weiter herum probieren. Immer wieder stupst mich die Stute freundlich an und streiche ihr über den Kopf. Zusammen gehen wir in die kleine Reithalle, da unser Gast noch immer dort mit Vintage beschäftigt ist. Noch versuche ich allen aus dem Weg zu gehen, weil meine Deutsche Sprache noch nicht ganz sicher ist und ich immer wieder schwedische Worte mit einbaue. Als erstes longiere ich die Stute wie gewohnt an der einfachen Longe am obersten Ring des Kappzaums. Es ist noch gewöhnungsbedürftig, dass das Pferd so langsam trabt. Generell hatte ich noch nicht so viel Kontakt zu Westernpferden, aber bisher sieht es bequem aus. Immer wieder guckt sie zu mir und möchte zu mir kommen, doch das geht so nicht. Noch ein paar Runden im vermutlichen Trab, lasse ich laufen, bevor ich die Doppellonge einspanne.
      Auch beim Einspannen ist sie friedlich und überhaupt nicht irritiert von der doppelten Führung. Sogar kann ich schon die Longe an ihrem Po lang fahren lassen, ohne dass sie anstalten macht, der Situation entfliehen zu wollen. Ich lobe sie immer wieder und nach ungefähr einer halben Stunde beende ich die Einheit. Für Shanee war es was neues, da sie normalerweise nicht über den Zügel gelenkt wird, doch dafür habe ich auch schon eine Lösung gefunden. Da ich die Longen über ein Kappzaum laufen lasse habe, geht der Kontakt über das Nasenbein. Mit den Leinen lenke ich sie am Körper, je nachdem wo der Kontakt am Körper stärker ist, geht sie hin. Das hat sie schon heute ziemlich schnell kapiert, besonders mit Hilfe von Leckerlis. Bevor ich sie zurück auf ihren Paddock stelle, bekommt sie noch eine kleine Portion Strukturmüsli und nebenbei putze ich nochmal über.
      “Na hat alles geklappt”, kommt eine Stimme von hinten und ich erschrecke mich. Es ist einer von den Gästen. “H-i-Ja, war gut.”, sage ich überrascht. “Ich glaube, dass ich mich noch nicht vorgestellt habe. Ich bin Caleb”, begrüßt mich der junge Mann. Er ist offensichtlich der Besitzer von der Stute. “Nein, ich glaub auch nich… Ichh bin Folke”, erwiedere ich. Darauf hin versuche ich ihm zu erklären, was wir heute gemacht haben und er scheint zufrieden zu sein. Ich verabschiede mich von Shanee und gehe zurück an meine Arbeit. Es müssen noch die Traber abgeäppelt werden und zwei Pferde von der Weide runter.

      Collin
      “Ey Robin Glückwunsch du hast deinen ersten Kunden!”, der Rotschopf sah mich verwirrt an und ich konnte die Zahnräder durch die Stirn arbeiten sehen. “Du weißt schon unsere kanadischen Gäste, Caleb und Octavia kurz O, sie sind alte Freunde von mir…” “Warum trainierst du dann nicht ihr Pferd?”, unterbrach mich Robin. “Erstens sind sie mit zwei Pferden angereist und zweitens habe ich keine Zeit dafür, außerdem bist du ebenfalls ausgebildeter Trainer für die klassische Dressur.”, gab ich etwas angepisst zurück. “Und wenn dir das noch nicht reicht als Motivation, kann ich dir sagen, dass O ziemlich attraktiv ist, aber das bleibt unter uns, sonst bekommt Val noch einen Tobsuchtsanfall.”, erklärte ich etwas freundlicher. Robin nickte kurz und verschwand dann.

      Robin
      Was ein Wichser, nur weil ich der Neue bin, heißt es nicht, dass ich nichts kann oder so behandelt werden muss, dachte ich im Stillen. Etwas überrumpelt verließ ich den Stalltrakt und begab mich zu Octavia. Sie wartete bereits vor dem Ferienhaus auf mich und tatsächlich, sie war attraktiv. “Heilige Scheiße!”, entwich mir aus dem Mund. Octavia fing an herzlich zu lachen und machte ein paar Schritte auf mich zu. “Hi ich bin Octavia, oder einfach nur O. Um ehrlich zu sein hat mich noch niemand so begrüßt.”, stellte sie sich offen vor. Ich reichte ihr meine etwas verschwitzte Hand. “Ähhm well, i-i-ich bin Robin, einfach nur Robin, ja logisch, ähm ja jedenfalls ich bin Robin und ich freue mich dich kennenzulernen.”, stotterte ich. Du Idiot! Schrie ich mich selbst an und schlug mir gedanklich gegen die Stirn. “Wollen wir einfach zu den Pferden gehen?”, schlug ich etwas peinlich berührt vor. “Pferde sind friedlich”, was fasle ich hier eigentlich? Wieder musste O lauthals lachen und boxte mir sanft gegen die Schulter, ich brachte nur einen roten Kopf und ein halbes Lächeln hervor. Octavia schien mein Unbehagen zu spüren und lenkte stattdessen mit etwas Smaltalk ab, wofür ich ihr sehr dankbar war. Gemeinsam gingen wir zu dem abgetrennten Weidestück der zwei Stuten. Die Stute, die mir fürs Training zugeteilt worden war trug den etwas fragwürdigen Namen Flashlight. Allerdings konnte sie durch ihr Aussehen überzeugen: ein Bay Splash mit wunderschönen blauen Augen und einer Widerristhöhe, die sich nicht wirklich von meinen Knabstruppern unterschied. “Also Warmblüter lagen mir bisher fern, allerdings ist sie ein äußerst hübsches Exemplar, bloß fehlt mir irgendwo der barocke Körperbau.”, gab ich lachend zu. O verzog schlagartig ihre Miene und mir entglitten alle Gesichtszüge - hatte ich etwas Falsches gesagt? Doch in diesem Moment bekam O einen gewaltigen Lachanfall “Ich verarsch dich bloß! Du, du hättest deinen Gesichtsausdruck sehen müssen!”, feixte sie fröhlich. Nun fiel auch ich mit ins Lachen ein. Ohne weitere Worte holte O ihr Pferd und gemeinsam führten wir die Stute zum Putzplatz. “Ich hoffe du hast einen Dressursattel?”, fragte ich etwas schüchtern. “Um ehrlich zu sein nicht, nein. Ich bin dafür doch eher im Militarybereich unterwegs.”, gab sie kleinlaut zurück. “Naja ein Vielseitigkeitssattel tut’s auch.”, gab ich freundlich zurück. O schmunzelte zufrieden und machte gemeinsam mit mir die Stute fertig. “Die ist ja echt totenbrav.”, gab ich belustigt zu. “ Hat sie eigentlich einen Spitznamen? Ich finde Flashlight ziemlich gestelzt für das Training.”, fragte ich erwartungsvoll. “Ähhhm um ehrlich zu sein, nein.”, gab O beschämt zu. “Naja dann lass ich mir etwas einfallen.”, antwortete ich optimistisch. Wieder lächelte Octavia und fast wäre mir wieder etwas rausgerutscht. “Ich hab was! Sie bekommt einen süßen kitschigen schwedischen Namen. Flicka! Es bedeutet unschuldiges Mädchen und lässt sich kurz rufen”, rief ich fröhlich heraus. Es sah beinahe so aus, als müsse O sich übergeben, ja der Name war in angesicht der äußerst unrealistischen kitschigen gleichnamigen Filmreihe etwas unpassend, aber irgendwie empfand ich ihn an passend. “Mhh um ehrlich zu sein, kann ich mich mit dem nicht so anfreunden.”, gab O leise zu. “Was sagst du zu Fee? Ist auch kurz, mit F und bedeutet Glück.”, erwiderte ich schnell. “Jap, Fee klingt besser.”, murmelte sie zufrieden.
      Dank der steigenden Tagesdauer, war es auch bis mindestens 18 Uhr hell, was uns ermöglichte noch auf den Platz zu gehen. Octavia stellte sich an die Bande und schaute gespannt zu. Mit dem Holzklotz als Hilfe schwang ich mich auf Fees Rücken und ließ sie am langen Zügel im Schritt gehen. Die sportliche Stute war von Anfang an komplett bei mir und schien arbeitswillig. Nach einigen Tempiwechseln, begann ich sie in den Seitwärtsgängen zu arbeiten, um die Flexibilität zu steigern und die Koordination zu vereinfachen. Manche Pferde wissen überhaupt nicht wohin mit ihrem Körper, doch Fee war von sich aus schon sehr konzentriert und reagierte fast pingelig genau auf die Hilfen, allerdings fiel sie oft hinter die Senkrechte, da sie dazu neigte sich in die Aufgaben hineinzusteigern. “Gut so, Fee.”, lobte ich die leicht schwitzende Stute mit einem sanften Streichen über den Hals. Durch regelmäßige halbe Paraden hielt ich sie in der Anlehnung und war bemüht sie in einer gesunden Biegung zu halten. Auch im Trab arbeiteten wir an Tempiwechseln, hier legte ich besonderen Wert auf Stimmkommandos. “Ich galoppiere noch kurz auf dem Zirkel, damit sie sich strecken kann und dann machen wir morgen im Unterricht weiter!”, rief ich O zu. Im Augenwinkel sah ich ihr Nicken und gab Flashlight die Galopphilfe. Trotz der anstrengenden Arbeit sprang sie energisch an und fing an stark abzuschnauben. Ich gab ihr die Zügel und hielt sie auf Zirkel, automatisch ging der Kopf nach unten der Rücken kam hoch - genau der Effekt den ich erhofft hatte. Nun schwang ihr Rücken locker und die Muskulatur konnte gedehnt werden.
      Um Fee einen Cool Down zu gönnen, liefen Octavia und ich noch eine Runde um das Gelände, ehe wir wieder zum Putzplatz gingen. “Äh naja bis morgen Hübsche, … Octavia meinte ich!”, versuchte ich mich aus der Affäre zu ziehen. O wurde tatsächlich etwas rot und fing an herzlich zu lachen und legte wir die Hand auf den Arm. “Ach Robin, du bist mir ja einer - ich hoffe du bist morgen etwas mehr bei dir.”, antwortete sie fast hauchend, da sie vom Lachen kaum Luft bekam und steckte mir die Zunge raus. Nun wurde ich hochrot und begab mich irgendwo anders hin.

      Caleb
      Ich saß schon auf der Couch, als Octavia am Abend in die Ferienwohnung kam. Sie hatte einen hochroten Kopf und kam aus dem Lachen gar nicht mehr raus. “O, atmen. Vergess das Atmen nicht”, meinte ich und lehnte mich besorgt ein wenig nach vorne, um einen besseren Blick auf sie zu haben. “Hey, O. Was hast du denn? Ist was passiert?”, fragte ich sie verwirrt, ich hatte eben draußen gar keine Stimmen gehört.
      “Robin ist passiert”, gluckste sie und ich war mir gar nicht mehr sicher, ob sie jetzt lachte, oder weinte. Fieberhaft dachte ich darüber nach, wer Robin war, bis mir ein Rotschopf vor dem inneren Auge aufblitzte. Stimmt, Robin. “Was hat er gemacht?”, fragte ich sie todernst und sofort erstarb ihr Lachen. “Caleb alles gut. Spiel dich hier nicht als großer Bruder auf”, murmelte sie, zog die Schuhe aus und setzte sich zu mir auf die Couch. Sie griff nach meinem Bier und nahm einen großen Schluck daraus. Dann verschränkte sie die Arme vor der Brust, lehnte sich zurück und meinte ganz trocken: “Robin ist ja schon… süß.” Perplex sah ich sie an. Von ihr hatte ich bis jetzt nie irgendwas mitbekommen, dass sie ein Auge auf Jungs geworfen hatte. Zuhause lief ihr Travis wie ein Schoßhund hinterher, aber ich hatte nie Anzeichen für… ein Interesse an ihm gesehen. War das hier anders? Meine Gesichtszüge formten sich langsam zu einem Grinsen. “Wir sind nicht lange hier O, eine Woche, vielleicht eineinhalb. Mach dich ran.”
      “Mach dich ran? Oh Caleb wenn ich Bellamy sage dass du das zu mir gesagt hast!”, lachte sie und ich stimmte in ihr Lachen ein. “Sag ihm das bloß nicht”, meinte ich dann ziemlich ernst zu ihr wartete auf ein Nicken, was kurz darauf folgte. “Ich mach mich ran und sage Bellamy nichts...”, lachte sie dann wieder.“Gut.
      Die nächsten Tage des Trainings mit Vintage baute ich eigentlich gleich auf. Der Hengst und ich arbeiteten viel am Verständnis meiner Hilfengebung. Er wurde immer besser und klammerte sich nicht mehr so an den Zügel, verstand auch, dass ich keinen Gangsalat von ihm wollte, sondern einfach taktklare, normale Gänge. Die Galopparbeit hatte ich nun auch seit kurzem dazu genommen, es hatte anfangs nur ein bisschen gedauert ihm zu erklären, dass ich Galopp wollte, keinen Rennpass oder Sonstiges.
      Von Mal zu Mal dass ich ihn ritt wurden wir beide besser. Er konnte sich immer besser auf mich einstellen und meine Hilfen konnte ich präziser und genauer setzen, da er sie nun wirklich gut verstand.
      Jetzt konnte ich anfangen, an den Manövern zu arbeiten.
      Für den Galopp war es wichtig, dass ich ihm beibrachte, den Zirkel selbstständig zu halten. Er sollte seine Linie finden und immer wieder auf diese zurückkommen, ohne dass ich ihn ständig korrigieren musste. Das würde nicht von heute auf morgen perfekt klappen und erforderte viel und langes Training, aber ich war guter Dinge. Speed Control würde ich erstmal nicht trainieren, er sollte erstmal sein eigenes Tempo finden. Was Galoppwechsel anging, die konnte ich schon ins Training einbauen. Dazu galoppierte ich ihn aus dem Zirkel heraus zu X, parierte ihn zum Trab durch, stellte ihn in die neue Richtung und galoppierte ihn wieder an.
      Die Sliding Stops testete ich nur an. Er strengte sich wirklich an, verstand aber nicht so richtig, was ich von ihm wollte. Die Roll Backs konnte ich noch nicht üben, dazu mussten die Spins sitzen, worum wir uns in den nächsten Tagen intensiv kümmerten.

      Folke
      Bis ich herausfand, dass Caleb und Octavia sowie ich fließend englisch sprachen, vergingen einige Tage und auch Trainingseinheiten mit Shanee. Die Stute läuft mittlerweile fleißig an der Doppellonge und kennt die Befehle, die ich ihr gebe. Auch habe ich bereits zwei mal am Gebiss mit ihr gearbeitet, da es in der Prüfung pflicht ist, dass das Pferd am Gebiss gefahren wird. Heute lege ich das erste mal das Brustblatt und den Umgang an, wenn sie das gut macht an der Doppellonge, dann hänge ich auch schon den Reifen an.
      Vriska hat bereits die Trainingspferde versorgt, deswegen kann ich Shanee aus dem Paddock holen und zunächst putzen. Dann lege ich ihr die komplette Ausrüstung an. Am Anbinder ist sie bisher sehr entspannt und hat auch kein Problem mit den neuen Teilen. Weniger begeistert war sie vom Brustblatt, dass ich ihr über den Kopf gezogen habe. Doch der Schock war nur kurz, als sie merkte, dass es nur am Körper liegt und nicht am Hals.
      In der kleinen Halle longierte ich sie erst mal und mache einige Übungen im Fahrgefühl. Auch im Trab konnten wir die Übungen durchführen, also entschied ich mich dafür den Reifen anzuhängen. Für Shanee war es damit ein ganz anderes Gefühl etwas zu ziehen, doch auch zum generellen Training ist das was gutes für die Muskulatur. Sie hat sich prima gemeistert und damit beendete ich die Einheit.
      Nachdem ich die Stute zurück gebracht hatte und sie Heu genießt, widme ich mich den beiden Shetlandponys - Ryuk und Mademoiselle. Mit den beiden gehe ich heute auch in die Reithalle und werde sie als Doppelspanner mit Reifen trainieren. Die beiden Ponys haben in den letzten Tagen Schwierigkeiten gemacht mit der Durchlässigkeit. Also werde ich das Prüfen und dann ggf. wieder verbessern. Jetzt im Frühling zeigt sich, dass Mademoiselle durch aus Paarungsbereit ist, was natürlich ihr Kumpel Ryuk merkt und sich etwas davon ablenken lässt. Ich ändere das Gebiss auf Pelham und in der Trainingseinheit machen die Ponys eine gute Arbeit. Für die nächste Zeit werden die beiden nur noch mit dem Pelham gefahren, dann ist die Durchlässigkeit gegeben und für alle beteiligten ist es angenehmer.

      Robin
      Heute war ein ziemlich turbulenter Tag, da ich neben Flashlight heute noch Valquiria von Collin mit in die Reitstunde nehmen sollte, um bei ihr die E-A Lektionen zu festigen und um als Vorbild für O und Fee zu fungieren. Obwohl Fee sich schon auf dem A Niveau befand, war Quira deutlich weiter in der akademischen Sparte. Zusätzlich befasste sich Collin heute mit Morian HMJ 6345, der erfolgreich seinen Rückflug von Kanada bestritten hatte. Auch Collin war bemüht ihm die Lektionen einer A Dressur beizubringen.
      Zur Überraschung für Octavia hatte ich mir meinen Wecker extra früher gestellt, um beide Stuten gleichzeitig fertig zu machen und wie ich es erwartet hatte, verstanden sich die Stuten problemlos. Ich stieg bereits am Putzplatz auf Quira und führte Fee als Handpferd mit zu den Ferienwohnungen, in der Hoffnung, dass sich keiner der beiden erschreckte. “Ihr beide seid jetzt einfach ganz brav und macht nichts unerwartetes.”, befahl ich den Stuten.
      Als Octavia fröhlich und energiegeladen aus der Tür sprang, machte Fee einen kleinen Satz zur Seite und zog mich fast aus dem Sattel. Man konnte O ansehen, dass sie sich einen Lachanfall verkneifen musste und nur die Worte “Guten Morgen” herauspresste. “Jetzt lach mich nicht aus, sondern steig auf den Gaul.”, gab ich etwas barsch zurück. Der Ritt bis zum Reitplatz erwies sich als ein nicht enden wollender Moment der peinlichen Stille.
      Durch den Unterricht konnte ich mich ablenken und auf etwas anderes konzentrieren. “Fee weicht dir auch und entzieht sich der Biegung, hol sie über den Schenkel ran - siehst du, wie bei Quira?”, versuchte ich O zu zeigen, was ich meine. Und tatsächlich funktionierte es und Flashlight begab sich erneut in eine gesunde Biegung. Während ich den beiden ein paar Aufgaben zur Anlehnung, unter treten und Tempiwechseln gab, befasste ich mich mit Valquiria und fragte alle Lektionen ab, die Collin ihr bisher beigebracht hat - sie beherrschte sogar einige Tritte der Piaffe, obwohl sie sogesehen gerade mal das A Niveau erreichte, doch in der klassischen Dressur wird eben auf Spaß und Biomechanik geachtet, statt stupide Lektionen abzufragen. Ich stellte Quira in der Mitte auf und bat O anzugaloppieren und sie im Viereck zu halten und dieses durch gezielte Hilfengebung zu verkleinern. “Gut so! Das mit dem Verlangsamen kennst du ja aus diesen Westerndingens, allerdings schlurft das Pferd nicht über den Boden.”, bemerkte ich belustigt. “Es nennt sich Pleasure und wir haben eher Reiner auf dem Hof, aber zieh dir ruhig Strumpfhosen und Samthandschuhe an und stolziere wie ein kastrierter Mann durchs Viereck.”, bemerkte sie barsch. Uff das war wohl ein wunder Punkt dachte ich im Stillen. Unsere Stunde beendeten wir mit nebeneinander am langen Zügel reiten. Als wir abstiegen hielt ich diese Stille nicht mehr aus. “Hey O… es tut mir leid okay, insgeheim fasziniert mich das Westernreiten und ich würde mir gern ein Westernpferd zum Dressurpferd ausbilden.”, gestand ich geknickt. Octavia sagte nichts, aber drückte mir einen sanften Kuss auf die Wange und ich lief hochrot an, sodass sie wieder in diesem herrlichen Gelächter ausbrach. “Schon okay Robby.”, gackerte sie.

      Collin
      Als ich mit Morian, der ziemlich verschwitzt war, noch eine Runde um das Gelände spazierte, beobachtete ich unsere zwei Turteltäubchen, die sich wieder neckten. Fast hätte ich ihnen etwas zugerufen, doch Robin war derjenige, der Val und mich immer verteidigte, deshalb ließ ich es bleiben. “Na Mo, bist du auch verliebt?”, fragte ich den Hengst belustigt. Er schmiegte sich bloß an mich und verlangte seine Streicheleinheit. Es war schon erstaunlich, was aus diesem Pferd geworden ist, er war so in sich gekehrt und nun möchte ich meinen Partner nicht mehr missen. Morian gibt Alles und scheint richtig Freude an der Dressur zu haben, wahrscheinlich weil es ihm gut tut und er langsam tolle Muskel aufbaut. “Der Kürbis bekommt durch das Training ja fast ein Sixpack!”, rief Val mir zu, da sie den verschwitzten Hengst sah. Ich küsste sie kurz und lief zusammen mit ihr und Morian zum Pu

      Folke
      Shanee hat in den letzten Wochen sehr viel gelernt. Heute ist die letzte Einheit mit Shanee. Zusammen mit Caleb und Octavia fahren wir eine Runde durch den Wald. Die Stute konnte vieles Lernen, besonders die Übungen am Reifen haben ihr gut geholfen. Auch das ich manchmal Ryuk oder Mademoiselle dabei hatte, haben ihr sicherheit gegeben. Nun werden die Auftraggeber sehen, was ihre Stute gelernt hat. In aller Ruhe zeige ich wie man ein Pferd anspannt und helfe bei allen Problemen, doch beide stellen sich ganz gut an. Auch an der Leine auf der Kutsche sind sie sehr präzise. Was ich den beiden nicht sage ist, dass die Stute heute das erste mal an einem Viersitzer ist. Im Training habe ich immer nur einen Sulky genommen, da es einfacher ist für mich und auch eine Vorbereitung ist auf das Driving Pleasure.

      Caleb
      Es waren wieder ein paar Tage des intensiven Trainings mit Vintage vergangen. Der Hengst machte sich richtig gut. Er verstand meine Hilfengebung immer besser! Auch wenn ich nicht der Meinung war, dass er das perfekte Reiningpferd war. Er hatte für diese Aufgabe leider einfach den falschen Körperbau. Dabei lag es nicht am Galopp, den Wechseln oder sogar den Spins, das alles bekam er noch hin. Lediglich das Stoppen fiel ihm ziemlich schwer, dafür war er einfach nicht wirklich gemacht. Das hieß nicht, dass man ihn nicht weiter fördern könnte. Er würde vermutlich noch eine Stufe nach oben schaffen, aber ob man ihm damit einen Gefallen tat, da war ich mich nicht so sicher. Im Großen und Ganzen sah ich ihn aber auf jeden Fall unter dem Westernsattel und als ein fleißiges Arbeitspferd, dass seiner Aufgabe mit großem Fleiß nachging. Genau das sagte ich Tyrell auch vor meiner Abreise. “Vintage wäre glaube ich ein richtig gutes Ranchpferd. Versuch ihn mal ans Rope oder an Kühe zu gewöhnen. Ich bin mir sicher, dass er da Freude dran hätte und die Aufgabe auch gut meistern würde.”
      Dann verabschiedeten Octavia und ich uns von den Mitarbeitern des schönen Hofes in Schweden. O verabschiedete sich besonders von Robin und ich war mir sicher, dass dies nicht das letzte Treffen der Beiden war.

      Robin
      Die letzten Einheiten verliefen immer besser und Fee nahm eine tolle Haltung an und fiel seltenst hinter die Senkrechte. “Naja vielleicht wird sie ja zum Dressurgaul und lässt sich von kastrierten Männern reiten.”, neckte ich O und fing mir ein Blick von Caleb ein, der ungefähr sagte ‘Sie hat sowas gesagt? Oh Junge du musst sie verärgert haben’. Sie boxte mir leicht in die Rippen und ich hielt sie einfach fest, bis sie sich der Umarmung hingab und mich fast nicht mehr loszulassen schien. “Ciao Süße!”, flüsterte ich in ihr Ohr und sie steckte irgendetwas in meine Hand. Während die anderen nicht guckten, formte sie mit ihren Händen ein Telefon und fuchtelte damit herum. Ich schaute nun in meine Hand und entdeckte einen kleinen Zettel mit ihrer Nummer drauf und grinste bis über beide Ohren.

      “Octavia?” - to be continued
    • Wolfszeit
      19.01.2021|Sosox3
      Dressur A-L
      Caramel Touch mit Reyna Huntington
      Lotti Boulevard mit Tyrell Earle
      Morian mit Collin Jones
      Norisk mit Jack Baldwin
      Pandora II mit Tamara Jones
      BOS Gracy mit Brooke Scott
      Raspberry mit Octavia

      Nathan Scott | Mitte Januar und langsam fiel der erste Schnee. Diesen Monat waren wir, was die Reitstunden betraf ausgebucht und ich hatte heute wieder eine mit 7 Reitschülern. Wenn das so weitergeht, könnte ich gleich mehrere Lehrgänge machen. Aber es waren jetzt schon die drei aus anderen Gestüten da und wie es der Zufall wollte, war ich mit Tamara die einzigen von unserem Stall. Tyrell wärmte Lotti gut auf und ich sah ihren Gangsalat, den wir erst vor kurzem ausgebügelt hatten. “Habt ihr mit dem Gangtraining bei ihr weiter gemacht?”, fragte ich den großen jungen Mann und hatte da schon eine Vermutung. “Ja.” “Okey, dann leg ich ein paar Stangen hin und du reitest im Trab darüber. Versuch sie im Trab zu versammeln und dann darüber zu traben”, sagte ich und lief zum Stangenständer um die Stangen auf den Boden zu legen. “Ach die Prinzessin kommt!”, merkte ich an und sah zu meiner Schwester, die gerade auf der großen, braunen Stute Gracy in die Halle schritt. Dicht gefolgt von Jack mit dem Norikerhengst Norisk. Er hatte etwas Mühe zwischen den ganzen Stuten und dem Fredericksborgerhengst Morian. Auch Collin, ein uns bekanntes Gesicht war dabei und ritt Morian gut warm. Der Fuchs hatte sich gut gemacht. Wir hatten seine Geschichte auf Instagram verfolgt und ich musste sagen, das ihm gerade durch die Rasse die klassische Dressur besonders lag. Tamara übte während dem Aufwärmen an der Stellung und Biegung von Pandora II. Ab und zu nahm sie die Hilfen noch nicht so an, wie sie sollte und wusste demnach nicht was sie genau machen sollte, deswegen wollte Tamy sie soweit in der Durchlässigkeit weiter bringen. Raspberry’s Trab war noch nicht raumgreifend genug, beziehungsweise er war noch ausbaufähiger. Also baute ich die Stangen und 3 Cavalettis auf einem Zirkel auf, sodass die eine Zirkelhäfte im Galopp und die andere im Trab bewältigt werden sollte. Ich baute zwei Zirkel auf , damit zwei Gleichzeitig trainieren konnten. Da das ganze anstrengend sowohl fürs Pferd als auch für den Reiter ist, sollten die anderen dreien das Rückwärtsrichten und das Angaloppieren aus dem Stand üben. Ich sah, dass Raspberry die Aufgabe missfiel und wir mussten darauf achten, ihr etwas mehr Abwechslung zu geben. So tauschte ich nach 8 Minuten den Platz von Octavia und Raspberry mit Tamara und Pandora. Pandora wollte sichtlich glänzen, zeigte, dass sie auch untertreten konnte und wollte dem Reiter wie immer gefallen. Morian und Collin zeigten sich auch dabei von einer guten Seite. Mir fiel auf, dass Collin gleichzeitig trieb und ich zeigte ihm auf, dass er so Morian auf Dauer stumpf reiten würde. Er merkte, dass er sein Pferd damit behinderte und ich war froh, dass er so schnell eingestand, dass es nun mit abwechselnden Treiben besser lief. Morian trat besser unter und zeigte nun ordentliches Gangwerk. Nach einer weiteren halben Stunde und ein paar anderen Übungen beendete ich die Stunde und hoffte, dass alle Teilnehmer sich was mitnehmen konnten.
    • Wolfszeit
      [​IMG]
      20.03.2021|Wolfszeit
      Zurück nach Hause...
      Mystic Fantasy Dahlia| Osgiliath| ZM’s Zanaro| Aschenflug| Wo Der Wolf Heult| Darly Gone Mad| Zephyr| Sasancho| WHC’Solist| Morian

      Alec| So langsam begann es auch bei uns wärmer zu werden und man konnte schon die ersten Schneeglöckchen unter der schmelzenden Schneedecke entdecken. Ich hatte Zephyr gerade rausgestellt und beobachtet nun wie Solist und Balisto im Schnee spielten. Die Vollblüter und Sasancho veranstalten ein Wettrennen auf der Nachbarkoppel, während Dahlia und die anderen Stuten gemütlich grasten. Heute war ein Tag, der ein klein bisschen traurig ist, denn die drei Gastpferde werden uns heute verlassen. Ihr Besitzer hat entschieden, dass sie nun lange genug bei uns waren. Fortun soll wohl auf einen Lebenshof gehen, wo sie ein glückliches Leben auf der Weide führen darf. Vali und Mo gehen zurück aufs LDS. In ca. 1 Stunde würden die drei abgeholt werden, um sich auf die lange Reise nach Schweden zu begeben. Zuerst möchte ich mich den beiden Stuten widmen, bevor ich auch Mo fertig mache. Als Erstes führte ich Valquiria aus ihrer Box. Sie war recht sauber, dass die drei Pferde eh eingedeckt waren. Also putzte ich nur die Beine der Schimmelstute und bürstete ihr Langhaar. Damit die Stute genauso hübsch wie sie jetzt war, Zuhause ankommen würde flocht ich ihre dicke, lange Mähne zu einem spanischen Zopf. Auch ihren Schweif flocht ich locker ein. Somit fehlten nur noch die Transportgamaschen, die ich der Stute allerdings erst später anziehen werde, schließlich muss sie die Dinger noch lang genug tragen. Ich entließ Quira zurück in ihre Box und holte mir nun Fortun auf die Stallgasse. Auch bei dieser Stute machte ich Mähne und Schweif hübsch bevor sie zurück in ihre Box durfte. Der dritte im Bunde, Morian, war mir am meisten ans Herz gewachsen. Der freche Hengst strahlte unglaublich viel Lebensfreude aus. Kaum zu glauben, was aus dem damals so abgemagert Tier geworden ist. Wie auch meine Fanya stammt Morian aus dem Horsemakeover. Natürlich hatte ich in der Anfangsphase auf der Bow River Ranch beobachtet. Morian war mir damals, vor allem wegen seiner leuchtet roten Fellfarbe aufgefallen. Zwischen den ganzen braunen und schwarzen Pferden war der Fredricksborger mit der leuchtenden Mähne geradezu rausgestochen. Ganz anders als Fanya, war der Hengst trotz seiner Geschichte aufgeschlossen und freundlich. Ich muss schon zugegeben, dass ich ein Stück weit Stolz darauf bin das Collin mir seinen Hengst anvertraute. Morian hatte jetzt knapp ein halbes Jahr bei uns verbracht und das Kürbispony hatte nicht nur mich verzaubert. Auch Magnus war einfach nur begeistert von dem hübschen Hengst gewesen. Zwar wohl eher weil er nun ein neues Pferd hatte, welches er modisch ausstatten konnte, aber so war er nun mal mein Magnus.
      “Na mein große, heute geht es für dich nach Hause”, sagte ich zu dem Hengst und strich ihm über die hübsche Blässe. “Ich bin mir sicher Collin freut sich dich endlich wieder zu sehen”. Zwar hatte uns Morians Besitzer zwischendurch auch mal besucht, aber dennoch hatte er den Hengst nun schon länger nur auf Fotos gesehen.
      Ich betrat die Box des Fuchses und streifte ihm sein Halfter über. Sanft brummelte der Hengst und holte sich seine Streicheleinheit ab. Morian liebt Aufmerksamkeit und wenn man mal seine Leckerlis oder Streicheleinheiten vergisst, kann er sehr nachtragend werden. Ein wenig wehmütig kraulte ich das immer noch flauschige Fell des Pferdes. Auch wenn Morian, natürlich nicht das einzige Pferd hier auf dem Hof war, war er doch etwas ganz besonders. Obwohl wir deutlich buntere Pferde haben als den Hengst, ist den meisten Besuchen trotzdem immer Morian als erstes Aufgefallen. Ich führte den Hengst aus seiner Box und entdeckte dabei, das seine rechte Halsseite von hübschen Mistflecken geziert war. Ich holte also das Putzzeug und begann das rot Goldene Fell zu putzen. Anschließend flocht ich auch Morian inzwischen sehr prächtige Mähen ein. Als er fertig zu Abreise war, beschloss ich noch ein Foto von ihm zu machen.
      “Schau mal her hübscher”, sagte ich zu dem Hengst, bevor ich ein Bild mit meinem Handy machte. Gleich darauf sendete ich es an Collin. Der Kürbis kann es kaum erwarten endlich wieder nach Hause zu kommen, schrieb ich dazu. Du hast ihn aber extra hübsch gemacht, bekam ich sogleich als Antwort.
      Ein Bilck auf die Uhr verriet mir auch sogleich, dass es nun so weit war und das poltern de LKW, der auf den Hof fuhr, bestätigte mir das ganze. Schnell legte ich Morian die Transportgamaschen an und trat mit dem Hengst nach draußen. Es hatte begonnen zu schneien und so kamen weiße Wölkchen auf Mos Nüstern. Freundlich begrüßte ich den Spediteur, der gerade die Klappe öffnete. Anschließend lud ich den barocken Hengst aus.
      “Gute Reise, Morian”, verabschiedete ich mich von dem Hengst und strich ihm ein letztes mal über die weichen Nüstern.
      Nachdem der Fuchs aufgeladen war, folgten natürlich auch noch die beiden Stuten und als Letztes übergab ich dem Mann noch die Papiere der Pferde bevor ich mich wieder von ihm verabschiedete. Mit einem brummen, startete der Mann den Motor und der LKW fuhr vom Hof. “Da fahren sie nun davon”, sagte ich mehr zu mir selbst, denn erst als Magnus mich sanft berührte, bemerkte ich, dass er sich neben mich gestellt hatte. “Mach dir nichts draus, er wird es dort genauso gut haben wie hier”, flüsterte er mir zu und ich wusste, dass es stimmte.

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  • Album:
    LSD
    Hochgeladen von:
    Wolfszeit
    Datum:
    14 Jan. 2021
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    Note: EXIF data is stored on valid file types when a photo is uploaded. The photo may have been manipulated since upload (rotated, flipped, cropped etc).

  • Morian
    Mo|Kürbispony|Kürbis
    ehemals Morian HMJ 6345
    Chipnr.: folgt
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    by Canyon
    Stammbaum

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    Merkmale
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    Geschlecht: Hengst
    Rasse: Frederiksborger
    Geburtstag: 00.00.2014 /7 Jahre
    Geburtsort: England
    Stockmaß: 165 cm
    Gewicht: 477 Kg

    Deck-|Langhaar: Fuchs|Rot
    Abzeichen|Scheckung: Unregelmäßige Blesse
    Gencode:


    Charakter & Vorgeschichte
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    Dominant|frech|wild

    Im Laufe des Makeovers wuchs Morians Selbstbewusstsein und wie wir beobachtet habven, ist er ein sehr stolzes Pferd, dass, wenn es einen Sinn dahinter sieht, alles tut und sich regelrecht in Aufgaben hineinsteigert.
    This horse is an Executive: It is a very forceful, decisive individual. It develops its decisions based on gut feelings, and can rush into situations unprepared. It loves getting clipped. Has no knowledge of personal space, Ow, my foot!


    Gesundheit
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Gesamteindruck: Gesund
    Krankheit: keine
    Hufbeschaffenheit: Gut
    Beschlag: Barhuf

    Ausbildung & Potenzial
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    Springen: M
    Military: E
    Dressur: A
    Rennen: E
    Distanzrennen: E

    Siege
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    580. Dressurturnier | 582. Springturnier | 583. Springturnier | 584. Springturnier


    Zuchtinformationen
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    Schleife:
    Gekört: Nein
    Gewinnerthema:X
    Vorgesehen für die Zucht: Ja
    In der Zucht:
    Decktaxe: 0 Joellen

    Nachzucht: 0/10

    Besitzerlegende
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Besitzer/Besitzerin: Wolfszeit
    Vorbesitzer/Vorbesitzerin: Zion
    Verkaufsrecht/Ersteller: Canyon

    Unterbringung: Box mit Stroh, ganztägiger Weidegang
    Reitbeteiligung/Trainer: Eva Denmark
    Zu verkaufen: Nein
    Kaufpreis:/

    Spind/Pferdepass/PNG/Puzzle PNG