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Wolfszeit

♞Injaki|Criollo

In meinem Besitz seit 01.05.2019 | Hengst|9 Punkte

♞Injaki|Criollo
Wolfszeit, 10 Jan. 2020
Rinnaja gefällt das.
    • Wolfszeit
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      00.09.2016|Veija
      ANKUNFT IN MAZEDONIEN

      „Alle angekommen?“, fragte ich Abby, die sich den Schweiß von der Stirn wisch. „Ich glaube schon.“ Sie seufzte kurz auf. „Also Silberstern, Magic Attack und Riverside stehen gemeinsam auf einer Weide, Meister Propper steht zusammen mit Dash und Cleavant auf einer Weide. Die Stuten habe ich erst einmal in einen Offenstall gepackt bis ich die Boxen allesamt auf Vordermann gebracht hat. Sind alle noch ziemlich eingestaubt…“ „Ist kein Problem, ich schau mich kurz nach Rising Star und Calorro um, die scheint das ganze etwas mitgenommen zu haben“, murmelte ich und seufzte ebenfalls. Ich war selber noch nicht zu 100% bei der Sache und schleppte mich eher zum Offenstall, den sie momentan beherbergten, bis ich Calorro so langsam von ihr absetzen wollte und auch konnte. Wenigstens ein paar Tage sollte sie bei den anderen Stuten pausieren. Im Oktober würde ich dann ihr Training wieder langsam anpassen und Kondition aufbauen. Aber das Ganze war erst einmal in Planung. Zunächst müsste ich sie ein wenig alleine rausführen und ihn langsam abgewöhnen. Doch dafür hatten wir ja genügend Zeit. In der letzten Woche hatten wir, also Smetti, Valerie, Abby und ich, uns schon mit unseren beiden neuen KWPN-Hengsten Achter Tag und Lost Boy bekannt gemacht. Beide waren im Training ziemlich erfolgreich und hatten bereits einige Schleifen ergattern können. Die Stimme meines Freundes riss mich aus meinen Tagträumen und brachte mich geradewegs wieder zur Realität. Da stand ich gerade, am Offenstall. Meine Stute grasend und Calorro etwas abseits und versuchte irgendwas anzustellen. „Schatz!“, mein Blick suchte eifrig die Gegend um mich herum ab und sah den jungen großgewachsenen Mann auf mich zu laufen. „Hmm“, ein wenig versunken war ich vielleicht doch noch. „Was ist?“ „Ich habe gerade einige Aufträge im Ausland bekommen. Ich werde wohl heute Abend schon nach Deutschland, morgen geht mein Weg dann nach Norwegen und zu guter Letzt noch zu Schmiedemanns nach Dänemark. Sollte dann noch ein Auftrag anfallen, werde ich diesen auch noch erledigen.“ Ich nickte nur. Und wieder war er für einige Zeit im Ausland. Und ich führte mein Gestüt alleine. Es wurde allmählich Zeit für weitere Mitarbeiter. Wenn Smetti da war, konnte er mir bei einigen Pferden helfen, doch ich war dabei, mein eigenes kleines Gestüt zu einem großen aufzubauen. Da brauchte ich sowohl neue Bereiter als auch neue Stallburschen, Abby würde das alleine auf lange Zeit nicht schaffen. „Okey, aber tu mir den Gefallen und sag mir Bescheid in welchem Land du angekommen bist und wann du zum nächsten fliegst. Ich möchte nur wissen ob es dir gut geht“, wand ich ein und sah ihm in seine dunkelbraunen Augen. „Werde ich machen“, murmelte er und gab mir einen Kuss. „Ich mach mich jetzt auf den Weg meine Sachen zu packen, der Flieger geht in 2 Stunden. „Ich muss mich um meine Pferde kümmern, heute kommt ein Fohlen an. Tut mir leid“, wurde ich immer leiser und mein Blick richtete sich gen Boden. „Hey, ich weiß, dass heute Nanook kommt, es ist nicht schlimm. Ich komme schon aus“, er hob meinen Kopf hoch und nahm mich in den Arm. „Ich liebe dich“, er erwiderte es und gab mir einen Kuss auf die Stirn. „Ich muss nun los“, murmelte er und wand sich nun vor mir ab. „Ich nehme Rising Star mit Calorro gerade mal mit, warte bitte“, rief ich ihm nach und wie erhofft blieb er stehen. „Komm ich helfe dir gerade noch“, entschied er sich dann doch um und nahm sich Calorro zur Brust, der sich prächtig entwickelt hatte und nun in die Höhe wuchs. Er ließ sich auch brav aufhalftern, neben dem Menschen hatte er aber noch einiges zu lernen. „Wohin soll Calorro denn?“, fragte er kurz angebunden. Ich hatte ihn verletzt. „Er soll auf das abgeteilte Stück auf der Fohlenwiese zu Rohdiamant. Wenn später Nanook kommt, können die drei sich erst mal kennen lernen, wenn Calle sich dann ein wenig ablenkt, kann ich ihn schneller und besser absetzen. Ich wollte Rising Star gerade nur ein wenig longieren, vorher halt putzen, aber sonst, keine lange Prozedur heute.“ Er nickte und nahm den Junghengst mit zu den anderen Fohlen. Rohdiamant freute sich immer tierisch wenn Calle mit ihm auf das abgeteilte Stück kam. Seit Calorro’s Geburt war Rohdiamant immer wieder auf der Weide mit den Zuchtstuten gewesen und beide hatten sich von Anfang an gut verstanden. Die beiden waren wie Brüder und würde ich die beiden jemals verkaufen, dann auch nur zusammen. Während Smetti gerade noch Calle auf die Jungpferdeweide führte, band ich Rising Star in der Stallgasse an und machte mich auf den Weg in unsere neue Sattelkammer um mir aus ihrem Spind ihre Putzsachen zu greifen und zu ihr zurück zu stapfen. Ein lautes Wiehern durchklang unseren Großen Stalltrakt und ich zog gleich wieder ein Gesicht. „Aua“, murmelte ich nur und ging weiter zu der bunten Stute. Ich hatte mir nicht nur ihre Putzsachen gepackt, sondern auch gleich die Longe, den Kappzaum und auch die Longiergurt und auch die Türkise Longierunterlage.


      Ihr neues Set stand ihr ausgesprochen gut, die ersten Runden lief sie ziemlich vorhandlastig und so legte ich auch ein paar Stangen aus, damit sie wieder reinkam und ihre Hufe hob und ebenso gut untertrat. Nach ein paar Minuten aufwärmen, ließ ich sie antraben. Nach ein paar Runden begann sie auch schon zu schwitzen. „Mein Gott, Mädchen bist du eingerostet. Morgen setz ich mich mal wieder auf dich“, grinste ich und gab ihr ein Signal um wieder in den Schritt zu wechseln. Ich riskierte einen Blick auf die Uhr und bemerkte das wir schon länger am Arbeiten waren als geplant und so machte ich sie von der Longe und nahm ihr den Longiergurt ab, damit sie sich noch Wälzen konnte. „Rachel? Darf ich Mars auf einem Ausritt reiten? Val wollte mit Cleavant mit“, rief mir Abby entgegen. „Mach den fertig, ich komm auch eine Runde mit, ich muss nur noch Rising Star und Calorro in den zweiten Offenstall bringen und dann mach ich Magic Attack fertig.“ Ich beeilte mich extra und war froh, dass ich es auf die Schnelle noch geschafft hatte und saß nun auf dem Rücken des Schabracktigers. Der sensible Hengst machte uns heute beim Ausritt das Leben zur Hölle. „Lass uns mal ein kleines Rennen bis da oben zum Haus machen“, schlug ich vor und die beiden stimmten ein. Im vollen Galopp sprintete Magic Attack vor, Mars hinter uns und zum Schluss Cleavant. Doch nach und nach nahm das Schlusslicht auf und zog uns fast ab, doch wir blieben beim ersten Platz. „Das war unfair…“, murmelte Abby. „Ich hatte mit Mars voll viel zu tun. Der hat andauernd gebuckelt…“ „Du wolltest ihn reiten“, lachte meine Cousine und ich schmunzelte. Ihr könnt gerne noch ein wenig weiter ich muss zurück. Nanook und Arza kommen heute an.“


      Ich wusste noch nicht genau, ob ich Arza in den Offenstall stellen würde, oder ob sie doch in die Box sollte. Momentan war der Stall nämlich noch ziemlich leer. Nach einigen hin und her, teilte ich ihr einen Teil des Offenstalls zu und sah auf die Uhr. In ca. einer Stunde müssten die beiden ankommen. Also könnte ich gerade noch schnell Balerinë die Hufe kürzen. Seitdem sie bei uns stand hatte sie noch keinen Hufschmied gesehen und so programmierte ich mich schon mal auf ein Spektakel ein. Es fing auch schon damit an, dass sie stehen blieb, als ich sie in die Schmiede führen wollte, da Mars und Cleavant gerade um die Ecke kamen. „Beeilt euch, ich will der die Hufe raspeln!“, rief ich den beiden Mädchen zu und versuchte Balerinë weiter in das Gebäude mit der hohen Decke zu befördern. „Machen wir“, sagte Val und trieb Cleavant auch gleich in den Trab. Mars war wieder fast eingeschlafen und brauchte eine Minute bis er seinen Hintern in Gang setzte. Als die dann weg waren, ging Balerinë auch in die Schmiede rein und spitzte ihre kleinen feinen Öhrchen. Die Neugierde war ihr fast ins Gesicht geschrieben und sie tapste langsam zu dem Anbindeplatz, wo ich sie dann auch festmachte. Sie reagierte ziemlich unruhig und so begann ich langsam mit meiner Kontrolle der Hufe. Sie waren definitiv zu lang geworden und ich schaute mich nach Fehlstellungen um. Hinten rechts wurde ich auch fündig: Sie lief ein wenig nach innen und so begann ich dann auch mit dem Ausschneiden. Abby kam dann kurz zu mir rein und sagte mir, dass wir einen Käufer für Silberstern und Wolfs Bane haben würden. Der Betrieb, der die junge Stute eingeritten hatte, hatte sein Interesse bekundet und ich hatte eingestimmt. Für 13.000 würden die beiden vom Hof gehen und in eine Vollblüterzucht gehen. Das beste was den beiden passieren konnte.


      Bali zappelte ganz schön, also machte ich extra vorsichtig und war echt froh, als ich mit der Zappelkönigin fertig war und ich sie schnell wieder in den Offenstall stellte. Gerade als ich den Zaun hinter uns schloss und durch die Litzen schlüpfte, hörte ich das Rattern eines Anhängers auf dem Hof. Das müssten die beiden sein, dachte ich und beeilte mich zum Parkplatz. Abby und Val waren bereits am Parkplatz und staunten über den großen Transporter, genauso wie ich und seufzte kurz. Also waren nicht nur Arza und Nanook angekommen, sondern auch noch Zafinaah und White Boy. Es war schade um Zafinaah, dass sich die Araberzucht Fearie Hills schloss und ich sie wieder zurückkaufen musste. Aber durch ihre ruhige und ehrgeizige Art war sie super im Schulbetrieb einzusetzen und ich würde nächstes Jahr wohl ein Fohlen aus ihr züchten. Aber auch nur, wenn sich der passende Hengst finden würde. „Die beiden hier sind zusätzlich am Flughafen für Sie angekommen.“ Der ältere Mann sprach albanisch mit mir, was ich sowohl fließend verstand, als auch sprach. Abby hingegen sah mich nur verwirrt an. „Alles klar“, ich wand mich zu meinen zwei Helfern und teilte Abby Zafinaah und Arza zu und Val sollte White Boy nehmen, während ich mich um den kleinsten Schützling kümmerte. Nanook hatte ich schon mehrmals im Auge gehabt, ihn jedoch nie kaufen können. Jetzt war er bei mir und sollte erst später mit 5 eingeritten werden. Ponies waren ja eher die Spätzünder. Den Weg zur Weide benahm das Fohlen sich anständig, schaute nur oft in der ungewohnten Umgebung um. Die heutige Nacht würde er zusammen mit Rohdiamant und Calle stehen. Morgen wohl nur mit Rohdiamant. Er würde das wohl gut überleben. Ich riskierte noch einmal einen Blick auf mein Handy. Ich musste noch Bonbone und Deila bewegen… „Abby, wen musst du noch laut Plan machen?“, fragte ich sobald die junge Dame abnahm. „Ich muss noch Lost Boy und Riverside machen, dann habe ich Feierabend.“ „Alles klar, dann geh mit Lost Boy auf den Springplatz. Dann bin ich Bonbone in der Halle ein wenig am Üben“, sagte ich und war auch schon auf dem Weg zum Offenstall. Bohne wieherte wieder unaufhaltsam und ich verdrehte wieder die Augen. Irgendwann wird die schon noch aufhören andauernd zu wiehern…Hoffentlich. „Ruf nicht, sondern komm her!“, lächelte ich und hakte den Strick ein. Immerhin folgte sie mir jetzt ruhig und ich hatte beim Putzen immer weniger Probleme, auch wenn sie es immer noch nicht wirklich mochte. Immerhin blieb sie beim Satteln dafür ruhig. Sie folgte mir artig in die Halle, in der ich schließlich nachgurtete und in der Mitte dann aufstieg und meine ersten Runden im Schritt ging. Als sie dann auch ein wenig im Trab aufgewärmt war parierte ich sie wieder durch. Gerade der Mittelschritt fiel ihr noch etwas schwer, ebenso das verkleinern und auch vergrößern des Vierecks. Deshalb übten wir es heute noch einmal besonders. Während dem Abreiten machte ich mir über Deila Gedanken. Sie stieg hier und da noch immer und hatte seit diesem Monat auch eine neue Reitbeteiligung, welche sie 2-3 Mal die Woche unterm Sattel bewegte. Heute nahm ich sie jedoch nur an die Longe. Ich rief kurz Val an um zu fragen, ob sie mir Deila rasch fertigmachte und ob Abby Lost Boy nun schon gesprungen hatte und bejahte beides. Somit stieg ich ab und kratzte Bonbone vor der Halle die Hufe aus. Dann durfte sie wieder in den Offenstall und schickte die anderen Pferde wieder hin und her, so wie es ihr passte. Leitstute halt. Nur Azra stand neugierig auf ihrem Teil und sah sich Bonbone’s Machtgehabe nur interessiert an. „Zicke“, murmelte ich und trank einen Schluck Wasser aus meiner Plastikflasche. Nur noch Deila, dann bin ich heute fertig und kann ins Bett, dachte ich einen Moment nach und sehnte mich nach meinem Bett, ehe ich in die Realität zurückkam und zu Deila in den Stall ging. Mit ihr kam ich noch nicht so richtig klar und es würde sich erst später rausstellen ob sie überhaupt für die Zucht taugen würde. Das einzige, was sie dafür momentan interessant machte, war ihre auffällige Farbe und das Potenzial, das in ihr steckte mehr nicht. Ihr Charakter machte es immernoch ziemlich schwer sie zu händeln und einige Bereiter trauten sich die immer öfter steigende Stute zu reiten. Ich musste was dagegen tun, denn gegenhalten brachte mittlerweile nichts mehr und sie wandte noch mehr Kraft gegen den Menschen an, als vorher. Ich hatte jedoch von einer Methode mit einem rohen Ei gehört, welche ich wohl beim nächsten Ritt wohl mal versuchen. Neben dem Reiter stieg sie nämlich nicht. Die Boxentür quietschte während ich mir Deila genau anschaute und sie einen Moment lang musterte. Mit gespitzten Ohren kam sie auf mich zu. Ein leises Grummeln folgte und ich zwang mich zu einem Lächeln. Unser Sorgenkind. Vielleicht würde es ja noch was werden, vielleicht aber auch nicht und dann würde sie auf die Gnadenweide kommen. Ich hoffte es nicht. Ich gab ihr noch ein paar Monate, vielleicht würde sie weniger steigen, vielleicht wäre sie auf der Weide besser aufgehoben. Ich stülpte ihr Halfter über ihren großen Kopf und nahm sie dann aus ihrer Box. Ich putzte sie etwas länger als gedacht und legte auch ihr dann ihr Longierzubehör an. Immerhin blieb sie artig unangebunden in der Stallgasse stehen, im Gegensatz zu unserem neuen Criollohengst Injaki, der gleich alles erkundet und danach etwas schwieriger zu finden ist. Ich nahm noch ihre Gamaschen aus der Sattelkammer und legte ihr diese dann an um sie auf den Round Pen zu führen. Hinter mir schloss ich die Tür und merkte wie sich Deila anspannte. „Ist gut, Große“, sagte ich in einem ruhigen Ton und begab mich in die Mitte um Deila im Schritt aufzuwärmen. Sie stand gestern und hatte einen Ruhetag auf der Weide genossen, dafür stand heute ausgiebig Training auf dem Stundenplan. Vorhin hatte Abby noch ein paar Stangen auf den Boden gelegt, bevor sie Riverside auf dem Springplatz über einen E-Parcours brachte. Weiter war sie leider noch nicht gekommen und für Unterricht hatte ich momentan noch wenig Zeit. Wenn Val soweit wäre, könnte ich sie wenigstens so zusammen unterrichten. Aber langsam langsam brachte sie es sich selbst bei. Mittlerweile trabte Deila schon ein paar Ründchen und ich vermutete einen guten Tag. Ich trieb sie also ein wenig mehr, wodurch sie ihre Beine noch ein wenig mehr hob und so ihre Trabschritte ein wenig verstärkte. Als ich damit zufrieden war, trieb ich sie in den Galopp und sie schnaubte artig ab. Ich lobte sie verbal und ließ sie ein wenig Schritt gehen. Sie war brav gewesen und so kramte ich ein Leckerli aus meiner Hosentasche. „Braves Mädchen“, lobte ich sie und sie nahm das Leckerli verfressen aus meiner Hand. Da es nun nachts kühler wurde legte ich ihr im Stall eine Abschwitzdecke an und rief Val und Abby an, dass wie heute noch etwas für kommende Woche zu klären hatten. Denn ich hatte Val mit Cleavant an einem Basis- und Reitpass angemeldet, damit sie selbst auch sicherer wurde.
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      00.10.2016|Veija
      DIE ERSTE KÖRUNG
      Smetti und ich saßen gerade auf unserer Couch und schauten etwas fern als er dann eine wichtige Bemerkung machte. „Ich … ähm..., Ich habe vor Sympathy for the Devil auf eine Körung zu schicken. Ich meine, er hat ja Potenzial. Und für ein oder zwei Fohlen nur für uns, fände ich das ganz okey. Vielleicht mag ihn ja jemand als Vater für sein kommendes Fohlen und wenn das nicht der Fall ist, dann wird er halt kastriert und läuft nur noch im Reitunterricht hier und da mal mit und sonst geht er mit mir Turniere. Seine Zukunft steht ihm ja noch offen und ich will den jungen Hengst nicht schon mit 5 oder 6 verkaufen oder in Rente schicken.“ Ich konnte seine Zweifel ja verstehen. Er hatte ja wahrhaftig Potenzial, nur wer sollte ihn denn vorstellen auf der Körung? „Und wer stellt ihn vor?“, fragte ich neugierig und sah ihn an. „Ich dachte da eher an dich statt an mich“, grinste er und sah mich hoffnungsvoll an. „Eher weniger. Ich trau mir das nicht zu. Außerdem ist er noch sehr jung“, ich schüttelte mit dem Kopf. „Also wärst du nicht bereit mich hier zu unterstützen“, sagte er enttäuscht und ich sah ihn fragend an. „Nein, das hab ich nicht gesagt. Wann ist denn die Körung? Ich hätte da einen Reiter, der ihn wohl besser kennt als wir beide“, versuchte ich ihn aufzumuntern. Er sah mich nur fragend an. „Die Körung ist am Ende des Monats.“ „Ich ruf dann mal gerade eine Bekanntin an“, sagte ich schnell und stand vom Sofa auf um in die Küche zu gehen. Ich wählte die Nummer aus meinen Kontakten und öffnete den Kühlschrank, denn ich verspürte etwas Hunger. Da niemand ranging, vermutete ich das Verena gerade bei ihrer Arbeit war und Injaki mit dem Ranch Rising beschäftigte und ihn dort an die nächste LK brachte. „Hast du Lust auf Putengeschnetzeltes?“, rief ich zum Sofa zu ihm und bekam auch gleich die Antwort zurück gebrüllt. „Wenn du das mit Käse überbackst.“ „Immer muss alles mit Käse überbacken sein“, murmelte ich leise und nahm mir die durchsichte Auflaufform um dort die Putenbrust in einer leckeren Sahnesoße zu überbacken. Während ich also dann die Teller servieren wollte bekam ich einen Rückruf. „Hey du, was ist?“, fragte mich meine Westerntrainerin und ich erklärte ihr die Sachlage. „Also bräuchtet ihr einen Reiter für die Reiningpattern der Körung? Ich meine, ich bin eh hier, da könnte ich doch auch gerade Dash vorstellen. Mich kennt der Jungspund ja schon“, hörte ich ihre Stimme mit Überzeugung und so antwortete ich rasch. „Danke, danke danke. Smetti würde dir dann bei einer guten Körnote auch einen gewissen Betrag überweisen.“ „Ach, das ist doch gar kein Problem“, sagte sie und ich hörte sie am anderen Ende kichern.
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      Es dauerte nicht lange, da standen wir auch schon mit unserem Sympathy For The Devil vor unserer Teilnahme standen. Verena bürstete gerade seine seidige Mähne und flüsterte ihm etwas zu bevor sie ihm auf den Hals klopfte. Es dauerte nicht lange, da legte sie ihm den prunkvollen mit Silber verzierten Sattel auf das schwarz-melierte Pad und trenste ihn dann mit seiner Ein-Ohr-Trense. „Ich reite Dash dann schon mal warm“, sagte sie und lief neben mir zum Abreiteplatz. Es dauerte eine Weile bis die beiden aufgerufen wurden, aber so war Dash wenigstens voll und ganz warm geritten und konnte sein Potenzial beweisen. Sie gab Dash ein Zeichen und seine Ohren gingen blitzartig nach hinten und schon preschte er im Galopp zum X und legte einen Stop mit ihr hin ehe sie ihn wieder rückwärts richtete zum X. Einer der spektakulärsten Ritte, die ich auf einer Körung gesehen hatte. Aber schön anzusehen. Es waren nervenaufreibende Stunden bis zu den Ergebnissen und wir konnten mit entzücken Feststellen, das Dash nun gekört war und wir nun zur After Show Party gehen konnten um den Sieg zu feiern. Aber das würde alles Zuhause auf dem Hof stattfinden! Smetti, der Foto’s von der Körung gemacht hatte, schaute sich diese gerade an und ich fuhr den Transporter. Verena schaute nur gelangweilt auf ihr Handy. „Verena?“ Ihr Kopf schaute hoch und sie gab nur einen fragenden Blick mit einem passenden „Hm“ von sich. „Wie läuft das Training mit Injaki?“, fragte ich neugierig. Ich brauchte Unterhaltung. „Das Training läuft super momentan. Sind auch, denke ich, in zwei oder drei Trainingseinheiten fertig. Der reagiert ja so fein auf die Hilfen die man ihm gibt, selten sowas gesehen. Der hatte eine echt gute Ausbildung genossen.“ „Da sagst du was“, lächelte ich. „Dafür habe ich ihn aber auch echt günstig bekommen.“ „Echt?“, staunte Verena verblüfft. „Wie teuer war der denn?“ „Ich hab den für 4000 bekommen“, sagte ich und zuckte mit den Schultern. Noch ein Weilchen und wir würden am Stall ankommen und erst Dash ausladen, damit er sich ausruhen konnte. Für uns fünf Personen würde die Party erst noch anfangen.
    • Wolfszeit
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      00.09.2016|Veija
      Ranch Riding LK5 - LK4
      Heute war ich auf dem Weg zu einer alten Bekannten, Rachel Wincox nach Mazedonien. Ein paar Tage würde ich hier bleiben und mich um ihr Pferd Injaki kümmern, welches ein wirklich schicker Criollohengst war.

      "Hey Rachel.", begrüßte ich die Besitzerin von Injaki, die ich im Stall vorfand. "Erzähl mir doch mal ein wenig über deinen Hengst.", meinte ich beiläufig und sie zuckte mit den Schultern, ehe sie mir einiges erzählte. "Oh je, mit den Sporen wird er aber irgendwann in den hohen Westernklassen echt Probleme bekommen.. Jetzt braucht er sie allerdings noch nicht.", sagte ich und ließ mir dann nach einer kleinen Frage- Antwortrunde den neuen Hof zeigen, ebenso mein Zimmer, wo ich die nächsten Tage bleiben würde.

      Dann ging es auch schon in den Stall, wo ich mir den schon sauber geputzten Injaki aus der Box holte und einfach mit Longe und Peitsche bewaffnet auf den Platz ging. Ich wollte testen, in wie weit er die Kommandos kannte, da er eine solide Westernausbildung haben sollte- angeblich. Ich schickte ihn also von mir weg und war jetzt schon begeistert, wie fein er auf alle meine gegebenen Hilfen reagierte. Bei Schnalzen wurde er schneller, bei Küsschen galoppierte er. Bei dem Stimmkommando 'easy' wurde er langsamer und bei dem Kommando 'whoa' blieb er stehen. "Super macht du das, mit dir werde ich kaum Arbeit haben.", sagte ich und kraulte seinen Kopf, ehe ich wieder in den Stall ging und ihn zunächst auf die Koppel brachte.

      Am Abend holte ich ihn mir wieder und putzte und sattelte ihn, um ihn ein wenig auf dem Platz zu reiten. Die Sporen ließ ich weg, da Rachel mir dazu geraten hatte. Doch schon nach dem Aufwärmen wurde mir klar, dass man bei diesem Pferd die Sporen absolut nicht brauchte. Er reagierte auf kleinste Schenkelhilfen, so dass ich wirklich Spaß daran fand, ihn zu trainieren. Ich hatte mir eine einfache Ranch Riding Pattern rausgesucht, die ich mit ihm am Ende meines Besuches können wollte. Zu erst stieg ich dann ab und baute noch ein paar Stangen auf dem Boden auf, über die ich später im Schritt drüber gehen wollte. Damit startete ich dann heute auch, indem ich wieder aufstieg und ihn zu erst rückwärts gehen ließ, denn Back Up war auch gefordert. Er machte das wirklich super, so dass ich ihn dann wieder nach vorne gehen ließ, bevor wir über die Schrittstangen drüber gingen, die an der rechten Seite der Halle lagen. Ich wendete nach einer Weile nach links ab und blieb an X stehen, wo ich ihn langsam zu drehen anfing. Einmal links herum eine ganze Runde, dann rechts herum eine ganze Runde. Er machte das so langsam wirklich schon super, sein Vorbesitzer hatte da wirklich schon einiges an Arbeit reingesteckt- oder Rachel, das wusste ich nicht. Auf jeden Fall hatte der vorherige Reiter mir einiges an Arbeit abgenommen, weshalb ich heute doch weiter machte, als ich es eigentlich wollte. Wir gingen also noch eine Weile geradeaus, ehe ich ihn nach rechts abwendete und angaloppierte. Wir waren fast wieder auf der Höhe von X, aber wir mussten nach links abwenden, so dass ich ihn zum Trab zurücknahm, einmal kurz umsaß und dann wieder angaloppierte, ehe wir an der Bande vorbeiritten und erneut nach links abwendeten, bevor ich ihn zum starken Trab zurück nahm und die Bande entlang trabte. Am Ende stoppte ich ihn und lobte ihn ganz doll, für heute hatte er seinen Job super gut gemacht. Ich ritt ihn noch ab und brachte ihn dann wieder in seine Box.
      Die nächsten drei Tage ritt ich ihn immer morgens und abends kurze Einheiten, übte das Stoppen, die Galoppwechsel, die Spins oder das Überschreiten der Stangen im Schritt.
      Am fünften Tag wollte ich die Pattern dann einmal komplett durchgehen, weshalb ich mit einem Zettel in der einen Hand und Injaki in der Anderen in der Halle stand.
      1.Walk to the right corner of the arena and over polel
      2. Trot to center of arena, stop
      3. 360 degree spin each direction
      4. Right lead lope
      5. Lead change (simple), lope around corner and extended lope
      6. Extended Trot
      7. Stop and back up at least a horse leanght
      Gesagt getan. Ich gurtete nach, stieg auf und wendete sofort nach rechts ab, ehe ich nach links abwendete und über die Schrittstangen ging. Dabei ließ ich Injaki viel Zügel, damit er genau schauen konnte, wo die Stangen lagen. Dann trabte ich ihn an, wendete nach links ab und stoppte ihn an X, bevor ich ihn wieder links und auch rechtsrum eine ganze Runde drehen ließ. Dann galoppierte ich auf der rechten Hand an, wendete ihn nach rechts ab, galoppierte an der linken Bande entlang, wendete wieder rechts ab und zum Schluss nochmal, so dass ich auf X zugaloppierte. Ich nahm ihn in den Trab zurück, saß um, und galoppierte ihn auf der linken Hand wieder an, ehe wir nach links abwendeten und wieder an der rechten Bande entlang galoppierten. Kurz bevor die kurze Seite kam, nahm ich ihn zum Extended Trot zurück, den wir auch beibehielten, bis wir an der langen Seite fast am Ende angekommen waren. Ich stoppte ihn, wir gingen ein paar Schritte zurück und fertig waren wir. Erst jetzt merkte ich, dass Rachel uns zugeschaut hatte. "Der hat wirklich Talent, sag mal." "Ja, das hat er.", lachte ich und übergab ihn seiner Besitzerin. "Magst du mal?" "Ja, gerne.", sagte sie und ritt den Parcours auch einmal durch. Rachel konnte reiten, so dass ich sie kaum verbessern musste. "Jetzt bin ich auch schon fertig.", sagte ich und wir quatschten noch eine Weile, ehe ich wieder nach Hause flog.
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      20.05.2017|sadasha
      Gwynedd Stables
      Typisch englisches Wetter. Doch wenigstens war es nicht mehr ganz so kalt. Der Regen ist nur ganz seicht und so zog ich heute nur eine Sweatjacke über. Im ersten Moment war das doch etwas frisch, doch sobald ich gleich ans arbeiten käme, würde es mir schon warm genug werden. Eve und Nicholas waren noch nicht wach. Emma hingegen schon. Die 38 jährige saß am Frühstückstisch und las die Tageszeitung. „Und irgendwas Interessantes?“ fragte ich beiläufig, während ich mir eine Tasse Tee machte. Emma fing an ein wenig plaudern. Irgendwann kamen Eve und Nicholas dazu und gemeinsam gingen wir in den Stall um die Pferde zu füttern und sie anschließend auf die Weiden zu bringen. Ich begann bei den Stuten. Where’s Sleep, Cozy Blanket, Rising Star und Forestfire standen gemeinsam auf einer Weide. Die Stuten kannten mittlerweile den Weg, den sie laufen mussten und so öffnete ich nur die jeweiligen Boxen und die Pferde gingen selbtständig auf die Weide. Hinter ihnen schloss ich dann das Tor. Eve hatte Animus Peredur und Rabano auf die Bachelorweide gebracht und Punchdrunk auf den Putzplatz gestellt um ihn fertig zu machen. Ihr Bruder hingegen war mit Injaki schon soweit durch. Der Criollo Hengst war erst seit Kurzem bei uns und ist Nicholas erstes Pferd. Bisher machte er sich gut, in ein paar Wochen würden die beiden bestimmt mit dem Training beginnen und sich auf das ein oder andere Turnier vorbereiten. Ich hatte jetzt erstmal kein Pferd zu reiten. Stattdessen lief ich die Weiden ab und kontrollierte die Zäune. Auch nach giftigen Kräutern auf den Wiesen hielt ich Ausschau, damit ich sie schnellstmöglich entfernen konnte. Erst am Nachmittag fand ich Zeit zum Reiten. Emma gab mir eine Unterrichtsstunde auf Rising Star. Ich war zwar eine gute Reiterin, doch vier Augen sehen mehr als zwei. Das war schon immer so. Am Abend bekamen die Pferde ihre zweite Futterration, bevor wir den Stall dicht machten und uns ebenfalls zurückzogen.
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    • Wolfszeit
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      11.10.2017|sadasha
      “Soooophia?!” rief Nicholas vom Ende der Stallgasse. Ein wenig genervt drehte ich mich zu ihm um und wollte ihm gerade etwas entgegnen, als er einfach weiter sprach. “Injaki ist heute irre gut drauf. Lust auf einen Ausritt? Eve kommt auch mit.” er zeigte auf die Wand rechts von ihm, in deren Richtung auch die Weiden lagen. “Können wir machen. Wen nimmt Eve denn mit?” wollte ich wissen und nahm mir den nächsten Huf von Skadi zur Hand. Eigentlich war es eine schande mit ihr heute auszureiten. Immerhin hatte ich sie gerade eben erst richtig sauber bekommen und das Wetter draußen war eher minder gut. Nach dem Ausritt würde ihr Behang wieder voller Dreck kleben und wenn es nur der Behang war, dann hätte ich noch Glück gehabt. “Sie will Amador ausreiten, der hat sich ja ganz gut gemacht mittlerweile.” Ein betretenes Schweigen sagte alles, was ich von dieser Idee hielt. Nichts Gutes. Natürlich hatte Amador eine rapide aufwärts gehende Entwicklung hinter sich, seit er hier ist. Aber ich hielt ihn noch nicht bereit fürs Gelände. “Eve weiß schon was sie macht. Vertrau ihr.” sagte Nicholas schließlich, der meine Gedanken erraten hatte. “Davon abhalten kann ich sie sowieso nicht.” meinte ich patzig und kratzte nun den letzten von Skadis Hufen aus. Eine halbe Stunde später waren wir alle bereit und saßen in unseren Sätteln. Immer wieder warf ich einen besorgten Blick auf Eve und Amador, doch die beiden ließen sich nicht aus der Ruhe bringen. Amador versuchte zwar ab und an seine Energie durch leichtes tänzeln abzuladen, doch Eve hatte ihn gut im Griff. Injaki und Skadi verhielten sich von Natur aus ruhiger. Der Ausritt verlief wider meiner Erwartungen recht ereignislos. Amador hatte genug Möglichkeiten sich kontrolliert auszupowern und wirkte gegen Ende des Ausritts sogar recht ausgeglichen, wenn das bei ihm denn möglich war. Er schien sogar den Regen zu genießen, der jetzt aus Kübeln auf uns herabgoss. Bei den beiden Schimmeln schimmerte nun die dunkle Haut durch das weiße Fell und Injaki glänzte was das Zeug hält. Begeistert war er allerdings nicht vom kühlen Nass. Im Gegenteil. Der Criollo war froh, als er in seine warme Box entlassen wurde. Nach dem Ausritt sprach ich noch einmal mit Eve und lobte sie für ihre gute Arbeit mit dem Schimmelhengst. Doch sie war noch immer etwas eingeschnappt, weil ich ihr nicht von Anfang an vertraut hatte. Irgendwie war heute der Wurm drin. Ich beließ es dabei, da ich den Streit nicht noch mehr aufbauschen wollte. Stumm nahm ich mir Where’s Sleep aus der Box, während Nicholas Lucero und Eve Punchdrunk fertig machten. Da es regnete blieb uns nur noch die Reithalle als trockener und sicherer Trainingsort. Hier trafen wir auf Emma, die ihren Friesenhengst Filou Farrigé Etoile Filante longierte. Sie begrüßte uns freudig, merkte jedoch sofort dass die Stimmung angeschlagen war und beließ es dabei. Als sie mit Filou fertig war machte sie Rising Star fertig und ich nahm schließlich noch Cozy Blanket in die Reithalle, als Sleepy wieder in ihrer Box stand. Die beiden Geschwister kümmerten sich derweil um die Jungpferde. Nacheinander beschäftigten sie Animus Peredur, Rabano und Forestfire. Sie arbeiteten am Fohlen ABC und bei den beiden älteren auch schon an den Vorbereitungen für’s Longieren. Erst am Abend sprach ich Eve noch einmal an um den kleinen Konflikt von heute morgen zu klären. “Es tut mir wirklich leid.” beteuerte ich und sah sie reumütig an. “Pass beim nächsten mal einfach auf… Ich bin genauso erwachsen wie du und du solltest wissen, dass ich weder mich noch meine Mitmenschen leichtsinnig in Gefahr bringen würde.” - “Du hast recht, ich hab nicht nachgedacht.” Noch einmal sah mich Eve prüfend an, bevor sie anfing zu lächeln. “Okay, Schwamm drüber…” Wir unterhielten uns noch einige Minuten lang begeistert darüber wie gut sich vor allem Amador entwickelt hatte. Aber auch die anderen Pferde aus Kalifornien schienen mit dem nassen Klima Englands besser zurecht zu kommen. Emma hatte auch noch ein paar lobende Worte für uns übrig, bevor sich das Team auflöste und ich am Ende alleine auf dem Sofa saß und ein Buch zur Hand nahm um den Tag ausklingen zu lassen.

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    • Wolfszeit
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      14.02.2018| sadasha
      Punchdrunk sieht gut aus, Eve!” lobte ich meine Freundin, während ich mit der gesattelten Where’s Sleep den Reitplatz betrat. Tatsächlich hatte sich der Reitponyhengst super entwickelt und es würde bald Zeit werden ihn auf Turnieren vorzustellen. “Hast du schon etwas von Emma gehört? Ich mache mir Sorgen. Sie meinte zwar es sei nur ein Routineeingriff, aber…” Ich stieg auf und sah zu Eve rüber, die Punchdrunk durchparierte. Betreten schüttelte sie den Kopf. “Sie hat sich noch nicht gemeldet, aber ich weiß was du meinst. Sie tut immer so als nehme sie es auf die leichte Schulter, aber eigentlich trifft es sie jedes mal wie ein Schlag ins Gesicht. Hoffen wir das Beste!” Ich nickte und fasste den Entschluss nach getaner Arbeit ins Krankenhaus zu fahren und nach ihr zu sehen. Wir hatten Emma so viel zu verdanken, vielleicht war es ein kleines “Lift me Up” für sie, wenn sie ein freundliches Gesicht sah, das nicht gerade zur Familie gehörte. Die nächste Stunde jedoch konzentrierte ich mich auf die Stute die ich gerade unterm Sattel hatte. Where’s Sleep hatte sich zu einem echten Dressurcrack entwickelt, was bei den Friesen Sporthorses trotz der barocken Abstammung nicht selbstverständlich war. Die Talente waren da sehr weiter verstreut und wenn ich Pech gehabt hätte, dann hätte sie es in der Dressur, in meinem Bereich, nicht weit gebracht und ich hätte umdisponieren müssen. Worst Case wäre gewesen, wenn sie Talent im Westernsport gezeigt hätte unter Eve oder Nicholas. Doch das Alles sind nur Hirngespinste, die zu meinem Glück nicht eingetreten sind. Miss Monstermähne ist in der Dressur goldrichtig. Auch heute zeigte sie wieder was sie gelernt hatte und machte mich damit unfassbar glücklich. Eve war mit Punchdrunk durch und beschäftigte sich nun mit den beiden Junghengsten Rabano und Animus Peredur. Ich war Nicholas sehr dankbar, dass er sich mit meiner Forestfire dazugestellte. So hatten die Babys ihre Spielstunde und ich konnte nach Sleepyhead mit meinen Großen weitermachen. Cozy Blanket und Skadi schmiss ich nur auf die Weide. Die zwei hatten heute frei. Rising Star jedoch putzte ich gründlich und sattelte sie danach für einen Ausritt. “Warte auf mich.” raunte Nicholas rüber, als ich gerade aufsitzen wollte. Er hatte Lucero gerade fertig geputzt und musste nur noch satteln.
      Zurück von unserem Ausritt machten wir eine ausgiebige Mittagspause und kochten unsere Suppe vom Vortag noch einmal auf. “Wer muss denn heute noch bewegt werden?” fragte Nicholas, der den Überblick mal wieder verloren hatte. Eve rollte genervt mit den Augen. “Na… denk doch mal nach wen wir heute schon dran hatten. Dann kannst du per Ausschlussverfahren herausfinden, wer noch gemacht werden muss. Ganz einfach. Soll ich es dir vormachen?” - “Wenn du noch ein Wort sagst…” Eve lachte gehässig, während Nicholas hilfesuchend zu mir rüber sah. Doch ich zog nur den Kopf zwischen die Schultern. “Deine Schwester, nicht meine! Komm alleine klar.” Als Eve sich wieder gefangen hatte fragte sie: “Und Bruderherz, weißt du jetzt wen wir machen müssen.” Nicholas sah sie verdutzt an. Er hatte keine Zeit gehabt groß nachzudenken, Eve plapperte sofort weiter: “Ach Bruder… Wir machen jetzt erstmal Filou Farrigé Etoile Filante, weil Emma nicht da ist er aber tägliche Betüddelung gewöhnt ist. Dann schnappst du dir Injaki und ich mir Amador. Das wars. Was machst du mit deinem freien Nachmittag, Sophia?” Ich schluckte hastig den Löffel Suppe herunter, den ich mir gerade erst in den Mund geschoben hatte. “Ich wollte Emma besuchen.” Die Stimmung kippte spürbar. Die Geschwister warfen sich betrübte Blicke zu. “Grüß sie von uns und sag ihr, dass wir sie vermissen.” Sanft lächelnd garantierte ich ihnen die Grüße außerordentlich auszurichten und stand dann auf. “Den Abwasch mache ich noch, bevor ich gehe. Dann könnt ihr gleich wieder zu den Pferden.” Freudig sprangen die Zwei auf und gingen dankbar lächelnd nach Draußen.
      Alle Pflichten erledigt fuhr ich ins Krankenhaus und fragte an der Rezeption nach Emma. Ein gutes Zeichen war wohl, dass sie auf Normalstation lag und nicht mehr in der Totalüberwachungszone, wie ich sie immer nannte. Ein wenig zaghaft klopfte ich an und trat ein, nachdem ein ebenso zaghaftes “Herein” zu hören war. Emma sah furchtbar zerknittert aus, die Frage wie es ihr wohl ging verkniff ich mir daher. Stattdessen nahm ich sie vorsichtig in den Arm und richtete ihr die Grüße von Eve und Nicholas aus und zeigte ihr ein brandaktuelles Foto von Eve und Emmas Hengst Filou. Glücklich, aber auch mit Wehmut betrachtete sie es und bedankte sich. “Die OP verlief gut. Ihr habt mich in ein, maximal zwei Wochen zurück.” Sie deutete mir an die Akte am Fußende des Bettes hervorzuholen. “Schau dir die Bilder an. Dann siehst du womit ich tagtäglich zu kämpfen hab.” Die Röntgenbilder zeigten ihre Apparaturen in Hüfte und Knien. “Du bist ein Cybot. Ich wusste es!” meinte ich scherzhaft in der Hoffnung, dass sie es nicht falsch verstand. Emma lachte und mir fiel ein Stein vom Herzen. Zufrieden grinste ich und packte die Bilder wieder weg. “Das ist nicht so toll wie es klingt. Um ehrlich zu sein ist das sogar ziemlich schmerzhaft. Würde ich keinem empfehlen.” meinte sie ebenfalls grinsend. “Wir machen uns alle schreckliche Sorgen. Wo hast du denn dein Telefon?” fragte ich nun wieder mit ernster Miene. Emma zeigte auf das Schränkchen neben sich. “Da drin, aber ich hab mein Ladekabel vergessen. Der Akku ist leer. Wenn du mir also einen riesen Gefallen tun möchtest...” Sie lächelte mich bittend an. “Mein Mann kam noch nicht dazu.”
      Ich machte mich also auf den Weg um Emma ein Ladekabel zu besorgen. Als ich zurückkam und Emma ihr Handy endlich wieder anmachen konnte ging zuerst einmal sämtliche Nachrichten durch, klärte ein paar besorgte Freunde auf und fand schließlich etwas, was sie mir gleich zeigte. “Oh schau mal, Sophia! Schau doch mal, das wäre etwas für dich.” Sie gab mir das Telefon und ich warf einen Blick darauf. Geöffnet war die Verkaufsanzeige eines Barockpintostutfohlens. Ihr Name war Arcane und sie hatte eine ähnlich nostalgische Abstammung wie meine anderen Pferde. Dressurbegabung war ihr praktisch in die wiege gelegt. Ganz nebenbei war sie wunderbar gescheckt. “Ich wusste sie gefällt dir! Die hat mir Anja gesendet. Du solltest sie dir wenigstens ansehen. Wenn nicht für dich, mach es für mich.” - “Gut. Versprochen, Emma.” Ich wollte heute nicht mit ihr diskutieren, das war ihr Glück. Denn eigentlich hatte ich in nächster nicht vor weitere Pferde auf den Hof zu holen. Doch Arcane wäre eine wunderbare Ausnahme.
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    • Wolfszeit
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      19. 06.2018|adoptedfox
      Käthe | Einige Monate waren seit meinem letzten Besuch auf den Gwynedd Stables verstrichen und ich freute mich schon darauf, alte Bekannte wiederzusehen. Ich ließ das Fenster einen Spalt herunter und sog die frische Luft ein. Vielleicht bildete ich es mir ein, aber ich meinte die Meeresluft riechen zu können. Als ich das Gelände der Gwynedd Stables erreichte stellte ich den Wagen auf dem Parkplatz ab und widmete mich direkt der Arbeit. Ich nahm mir eine der Schubkarren und eine Mistgabel um die Weiden und Offenställe zu säubern, bevor ich die Pferde nach draußen bringen würde. Schon jetzt erwärmte die Sonne die Luft und wäre die leichte Brise nicht, wäre es unerträglich stickig. Nachdem ich auch die Tränken auf ihre Funktion überprüft hatte ging ich in den Stall um die ersten beiden Fohlen nach draußen zu bringen. Ich nahm zwei Halfter und zog sie nacheinander Doo Wop und Arcane an um sie nach draußen zu bringen. Brav ließen die beiden sich führen und warteten geduldig ab, bis die Stricke gelöst waren, bevor sie miteinander zu spielen begannen und in rasantem Tempo davon zogen. Ich beobachtete sie einen Moment, bevor ich wieder in den Stall ging und auch Rabano und Forestfire beim wilden Spiel teilhaben durften. Auf dem Weg zurück in den Stall wieherte der Hengst Amador durchdringend und begann mit seinem Huf gegen die Boxentür zu schlagen. “Hörst du auf!” mahnte ich ihn und schob ihn zurück in seine Box, damit ich ihm ein Halfter überziehen konnte. Amador schien heute nicht gut drauf zu sein und so entschloss ich mit ihm in die Reithalle zu gehen um ihn frei laufen zu lassen. In der Halle angekommen nahm ich mir eine der Longierpeitschen und stellte den unruhigen Hengst auf, damit ich ihm in Ruhe den Strick abnehmen konnte. Sofort lief er tief schnaubend im Trab auf der Bahn und buckelte ein paar Mal. In sicherem Abstand lief ich hinter ihm her und trieb ihn vorwärts wenn er versuchte die Richtung zu wechseln. Nach zirka 20 Minuten schien er sich beruhigt zu haben und kam sogar zu mir um sich eine Belohnung abzuholen. Da ich keine Leckerchen einstecken hatte klopfte ich ihm den Hals und kraulte ihn an der Brust. Da er bereits bei mir war befestigte ich den Strick wieder am Halfter und brachte ihn auf die Weide neben denen die Fohlen standen. Nacheinander holte ich nun auch Filou Farriagé Etoile Filante und Animus Peredur. Während ich die beiden Stuten Where’s Sleep und Cozy Blanket auf die Weide brachte, kam Sophia Finch, die Inhaberin der Gwynedd Stables und gab mir Bescheid, dass ich Skadi in der Box lassen sollte, da sie sie später reiten wollen würde. Ich nickte zustimmend und holte Piroschka und Rising Star. Die drei verbleibenden Hengste Punchdrunk, Injaki und Lucero brachte ich in den Offenstall damit es auf der Weide keine Komplikationen geben würde. Da sich alle Pferde zufrieden draußen befanden begann ich damit die Boxen auszumisten und für den Abend frisch einzustreuen. Bevor ich mich wieder auf den Weg nach Hause machte schaute ich noch einmal nach den Pferden. Am liebsten würde ich einmal für 1-2 Tage hierher kommen um einen langen Ausritt am Strand zu genießen. Doch das musste erst einmal warten, da genug andere Arbeiten am Hof anstanden. Ich verabschiedete mich von Sophia Finch die gerade dabei war Skadi zu putzen und stieg in den Wagen um nach Hause zu fahren.
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    • Wolfszeit
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      04. 11.2018|sadasha
      "Man was für ein Scheißwetter!", fluchte Nicholas, der gerade mit Injaki von einem Ausritt zurück auf den Hof kam. Er hatte heute Vormittag schon Lucero und Doo Wop bewegt und dabei Glück gehabt nicht nass zu werden. Nun hatte er es jedoch gewagt ins Gelände zu gehen mit seinem Criollohengst und bekam gleich die Klatsche für diesen Leichtsinn. Beide waren bis auf die Knochen durchnässt und froren sichtlich. "Tja Brüderchen, du solltest dir vielleicht einen Regenmantel anziehen, wenn du bei diesen Wetterprognosen draußen arbeiten möchtest." Eve zog die Schultern hoch und ging dann mit Punchdrunk in den Stall. Der Ponyhengst hatte gerade gearbeitet, würde jetzt noch sein Mash bekommen und hätte dann den Rest des Tages frei. Eve war auch schon seit heute Vormittag auf dem Hof und hatte sich um Amador und Piroschka gekümmert. Die beiden Hengstfohlen Animus Peredur und Rabano waren zuletzt an der Reihe, denn da war sie nicht so sehr auf gutes Wetter angewiesen. Emma beschlagnahmte schon den ganzen Tag eine Hälfte der Halle. Sie arbeitete vom Boden aus mit Filou Farrigé Etoile Filante, ihr Friesenhengst, ihr ganzer Stolz. Und ich, ich hatte heute ausgeschlafen. Hatte bislang nur ein Pferd fertig gemacht und das war Where's Sleep. Gerade führte ich Forestfire quer durch den Regen, da sie dieses Wetter hasste und sich immer wieder anstellte durch Regen zu laufen. Also übten wir. Erst als sie ruhig neben mir lief belohnte ich sie und beendete ihre Einheit für heute. Auch Arcane bekam dieses Regentraining heute zu spüren, sie jedoch war etwas umgänglicher und lief von Beginn an neben mir her, wie an jedem anderen Tag. Emma kam zwischendurch zu mir und fragte ob ich Hilfe bräuchte. Ich bat sie deshalb sich um Skadi zu kümmern. Dann konnte ich nach meinen Fohlen Rising Star und Cozy Blanket gespaßen und wäre dann fertig. Gesagt, getan. Am Abend hatten wir Alle unsere Portion Regenwasser abbekommen und freuten uns auf eine heiße Gemüsesuppe. Wir besprachen die nächsten Trainingseinheiten und überlegten ob wir nicht im kommenden Jahr wieder in die Turniersaison einsteigen wollten. Fest legten wir das jedoch nicht. Vor allem Eve und Emma waren von der Idee nicht überzeugt und so vertagten wir die im Moment recht aussichtlose Diskussion auf spätere Tage.
    • Wolfszeit
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      14. 11.2018|Veija
      Blakes Crow Meadow Training | Venetia Trail LK 5 - LK 4, Injaki Ranch Riding LK 4 - LK 3
      Bellamy | Kaum war meine Maschine in Albuquerque gelandet, da begrüßte mich schon Laurence mit einem ernsten Gesicht. "Hallo Laurence, dass ich dich hier treffe...", sagte ich und schüttelte ihm die Hand. "Du kannst gleich hier stehen bleiben, in dem nächsten Flugzeug sind zwei neue Auftragspferde, Venetia von Hunter Crowley von der Bear Brook EC und Injaki von Nicholas Owen von Gwynedd Stables. Die sollen wir mit rüber holen, hab den Truck dabei.", erklärte er mir und ich nickte. Also warteten wir, während wir die gehetzten und gestressten anderen Menschen am Flughafen beobachteten. "Hunter Crowley kommt mir bekannt vor, ebenso Injaki. Das Pferd ist Verena mal geritten, von Rachel.", erklärte ich dem älteren Mann und er nickte. "Ja, gehört jetzt einem Nicholas Owen, wie gesagt von Gwynedd Stables.", meinte er beiläufig und ich nickte. "Und Venetia? Ein Vollblut? Dafür ist Hunter ja bekannt. Wieso bringt er ein Vollblut zu uns?", fragte ich ihn sichtlich verwirrt, doch er schüttelte nur den Kopf. "Kein Vollblut, die trainiert er schon selbst. Eine Tinkerstute." "Und in was sollen die trainiert werden?" "Venetia im Trail von mir und Injaki in der Ranch Riding, von dir.", erklärte er mir, ehe er sich erhob und zum Fenster heraus sah. "Da sind sie, komm lass sie uns abholen."
      Das Aus- und Einladen aus dem Flugzeug und in den Hänger verlief ohne jegliche Probleme. Kein Wunder, die Pferde waren auch noch leicht sediert und folgten uns brav. Am Fenster des Wartebereichs hatten sich Schaulustige gesammelt. Es war immer wieder ein Erlebnis, wenn Tiere, vor allem Pferde, hier verladen wurden. Schon oft hatten wir hier mit Pferden von uns gestanden und gewartet während wir von oben mit sämtlichen Fotowerkzeugen belästigt wurden. Zum Glück hatte das die Pferde nicht weiter gestört, denn sie hatten hier unten nahe der Flugzeuge genug zu gucken gehabt.
      "Und wie erging es euch während meiner Abwesenheit?", fragte ich Laurence während der Autofahrt zurück zu Ranch. "Gut, ganz gut. Caleb hat einen neuen Mitarbeiter eingestellt, Cayce. Kennen sich aus Calebs Rodeozeiten, scheint ein anständiger junger Mann zu sein, packt überall mit an. Wusstest du davon?" "Ja, Caleb hatte mich darum gebeten einen neuen Rancharbeiter einzustellen, er klang ziemlich unzufrieden mit den ganzen Stallburschen, die bei uns rumlaufen." "Kann ich auch verstehen.", murrte Laurence und ich sah ihn fragend an. "Ein andermal. Wir sind da und laden lieber die Pferde aus. Hab zwei Paddocks frei gemacht, Venetia kommt in den Ersten und Injaki auf die gegenüberliegende Seite in den Dritten.", erklärte er mir und ich nickte. Wir stiegen aus, luden die Pferde aus und brachten sie auf ihre Paddocks. Sofort nahmen wir die Decken und die Transportgamaschen ab. Beide hatten ein wenig geschwitzt, weshalb wir ihnen frisch gewaschene Abschwitzdecken von uns drauflegten. "Jetzt lassen wir sie erst einmal ankommen. Anderes Klima und andere Zeitzone, die müssen fertig von der Reise sein.", sagte Laurence zu mir und ich nickte. Das kam mir ganz gelegen, denn ich musste den ganzen Papierkram aufholen, der sich während meiner Zeit in Deutschland gestapelt hatte.
      Am Abend ging ich noch einmal nach den beiden Neuankömmlingen schauen. Sie standen beide ganz ruhig auf ihrem Paddock und mampften das Heu, welches ein Stallbursche ihnen gebracht hatte. Ich streichelte kurz den Hals des kleinen schwarzen Hengstes, ehe ich in den Stall ging und ihnen eine kleine Portion Kraftfutter zusammenmischte. Hunter und auch Nicholas hatten mir grundlegende Anweisungen dazu per E-Mail geschickte. Mit steigendem Training würde sich jedoch die Menge des Futterst verändern, doch anfangen sollte ich genau mit dem, was die Pferde auch in ihrem Zuhause bekamen. So ging ich mit den Eimern zu den beiden Pferden und schüttete das Futter in ihre Tröge. Sofort kamen sie zum Zaun und fingen an zu fressen. Es war schon fast alle Arbeit erledigt, so dass ich nur noch schnell dabei half, eine Box auszumisten und dann ins Haus ging, wo wir alle gemeinsam zu Abend aßen, abwuschen und dann ins Bett gingen.
      Am nächsten Morgen brachte ich den beiden Pferden wieder ihre Portion Kraftfutter, ehe ich ein paar andere Arbeiten auf der Ranch erledigte und mir dann Injaki schnappte. Laurence würde Venetia erst am Nachmittag nehmen, so dass ich ihm bei der Stute zuschauen konnte.
      Nicholas hatte mir nahe gelegt, bei dem Hengst keine Sporen zu verwenden, da er sonst unausstehlich werden würde. Er war sehr fein zu reiten und ging wirklich gut an den Hilfen. In der Ranch Riding hatte er schon Erfahrung und wusste also schon, worum es ging. In der Stallgasse band ich ihn an und putzte ihn schnell über, ehe ich ihn sattelte und mit ihm in den Round Pen ging. Dort gurtete ich nach, band die Zügel am Horn fest und ließ ihn zunächst im Schritt auf beiden Seiten laufen, ehe ich ihn nach vorne schickte und ihn antraben ließ. Aus dem Trab wurde nach ein paar Runden Galopp, was ich auf der anderen Hand wiederholte. Dann schnappte ich ihn mir und ging in die Halle, dort hatte er weniger Ablenkung, als auf dem Platz, wo er die ganzen anderen Pferde sah.
      Wieder gurtete ich nach und stieg dann auf. Wir blieben eine ganze Weile stehen, ehe ich ihn annahm und dann schnalzte, damit er sich in Bewegung setzte. Der Hengst ging zügig nach vorne und nun wusste ich, was der Besitzer mit fein zu reiten gemeint hatte. Da ich ihn in der LK 3 mit Westernkandare reiten konnte, ließ ich die Zügel nun auch schon etwas länger durchhängen. Allein durch den Druck des Zügels an seinem Hals ging er in die gewünschte Richtung, dabei hatte ich noch kaum Gewichts- oder Schenkelhilfen gegeben. Nachdem ich ihn im Schritt ein wenig geritten hatte, hielt ich ihn an, nahm ihn vorne leicht an und nahm die Beine vom Bauch weg. Sofort ging er rückwärts und stoppte augenblicklich, als ich meine Beine wieder anlegte. "Whoaa.", sagte ich leise, denn er wollte sofort wieder nach vorne gehen. "Whoaa, bleib stehen.", sagte ich wieder und ließ nun auch die Zügel wieder locker. Sofort hörte er auf zu trippeln und blieb stehen. Bei ihm musste man auch mit viel Ruhe an die Arbeit gehen, da er eben so intelligent war und er einem die Manöver schon vorweg nehmen wollte. Ich gab die Hilfen zum Spin rechts herum, dann links herum. Das schien er auch noch zu kennen, jedoch musste er bei diesem Manöver seine Beine noch sortieren. Das würde sich aber mit der Zeit geben, denn je mehr Übung er hatte desto besser wurde er. Als letztes für heute wollte ich den normalen Trab und den verstärkten Trab abfragen. Dazu ritt ich ihn an, nahm kurz die Zügel auf und legte meine Beine an. Ich schnalzte und er trabte locker los. Als wir so eine Weile gelaufen waren, schnalzte ich ein paar Mal rhythmisch, so dass er schneller wurde und ich mich leicht nach vorne lehnte, damit ich ihm nicht so in den Rücken knallte. Direkt als ich mich wieder tief in den Sattel setzte, verlangsamte er seinen Trab und ich wechselte durch die Mitte der Bahn, um das Gleiche auch auf der anderen Hand zu machen. Auch hier stellte er sich gut an, weshalb ich ihn in den Schritt zurück holte und ein wenig abritt. Dann stieg ich ab, machte ihn im Stall wieder fertig und brachte ihn zurück in seinen Paddock.
      Dort sah ich, dass Venetia schon weg war und beschloss, direkt zum Platz zu gehen, denn Laurence hatte sich dort einige Stangen hingelegt und wollte mit der Stute lieber im Freien trainieren. Er saß auch schon im Sattel. "Ich dachte du wolltest erst heute Mittag?", fragte ich ihn und setzte mich auf den Zaun. "Ja, nur sagte Caleb er braucht neben Cayce noch eine dritte Hand bei den Rindern später, deshalb mache ich die Stute jetzt schon.", erklärte er mir und ich nickte. Dann schaute ich ihnen weiter zu. Laurence hatte manchmal ganz schön Mühe, die Stute nach vorne zu bekommen. Wenn alles Schnalzen und nach vorne sitzen nicht mehr half, nutzte er seine Sporen eben ein bisschen mehr, so dass die Stute sich dann doch dazu motivieren ließ, schneller zu laufen. Bei den Stangen war sie allerdings wirklich talentiert. Sie taxierte von sich aus und hob ihre Beine genau richtig, so dass sie so gut wie nie an die Stangen dran kam. Zumindest im Schritt. "Man sagt den Tinkern ja nach, dass sie faul seien. Bisher hab ich noch kein Tier gesehen, bei dem das nicht gestimmt hat.", sagte er lachend und hielt die Stute an, um sie zu loben. "Dafür sagt man aber auch, dass sie sehr nervenstark und ruhig sind.", lachte ich und Laurence nickte. "Das stimmt wohl."
      Dann ritt er die Stute wieder an und testete ein paar Stangenkombinationen im Trab. "Das macht die wirklich gut!", sagte er, als er an mir vorbei ritt. Ja, über die Stangen konnte die Stute wirklich richtig gut. Irgendwann hielt er sie dann an und übte das Rückwärtsrichten, was auch kein Problem war. Nur bei den 360 Grad Drehungen hatte sie Probleme, aber das würden die Beiden auch noch hinbekommen.
      So trainierten wir beide, manchmal jeder für sich, manchmal zusammen, die beiden Pferde die nächsten Tage ganz nach den Fortschritten der Tiere. Beide stellten sich wirklich sehr talentiert an. Venetia fiel es so langsam leichter, sich einmal um sich selbst zu drehen. Sie war zunächst sehr schwerfällig auf der Schulter gewesen, doch Laurence hatte sie vom Boden aus sehr viel weichen lassen, so dass sie sich nun wirklich anstrengte, sich zu drehen. Ein super Spin war aufgrund ihres massigen Körperbaus einfach nicht möglich, aber das verlangte ja auch niemand von ihr. Sie machte ihren Job so gut ihr Körper es ihr eben zuließ. Injaki hatte sich in seiner Zeit bei mir auch wirklich gut entwickelt. Er zeigte viel Freude an den Tempowechseln im Trab und Galopp und schien umso besser zuzuhören und feiner zu werden, je mehr Unterschiede ich abfragte. Auch das Seitwärts über die Stangen gehen hatte ich viel mit ihm geübt, da dies in einer LK 3 Pattern manchmal vorkam. Der Umstieg auf die Bit with Shanks war ihm leicht gefallen, da ich ihn vorher schon viel am lockeren Zügel geritten hatte. Das Annehmen der Zügel mit dem neuen Gebiss hatte ihn am Anfang etwas verwirrt, doch mit der Zeit hatte er sich daran gewöhnt und reagierte nun schon besser darauf.
      Laurence und ich hatten abgemacht, dass wir uns gegenseitig eine Pattern vorreiten wollten, damit ein Trainer von außen ein Auge auf den Ritt, das Pferd und die Hilfen haben konnte.
      Dabei sollte ich anfangen. In der Halle hatte ich vier Schrittstangen auf den Boden gelegt und war sie schon mit dem Hengst abgeritten, damit er sich an den Abstand gewöhnen konnte. Auch hatten wir dort das Seitwärtsgehen über eine Stange geübt, was wir gleich während der Pattern machen mussten. Als Laurence dann, ohne die Stute, in der Halle angekommen war, starteten der Hengst und ich. Wir ritten auf der linken Hand im Schritt in die Halle. Als wir auf die lange Seite abwendeten versammelte ich ihn, ehe ich ihn antrabte. Im Trab ging es in etwa bis zur Mitte der langen Seite, ehe ich ihn auf der rechten Hand angaloppierte und sofort den verstärkten Trab anfragte. Wir galoppierten an der kurzen Seite entlang, wendeten auf die lange Seite ab und kurz hinter dem Mittelmarker wandte ich ihn nach rechts ab. Sofort als wir abgewendet hatten, nahm ich ihn im Galopp zurück und wir galoppierten langsamer. Die vier auf dem Boden liegenden Stangen ließen wir links neben uns vorbeiziehen. Auf der gegenüberliegenden Seite rittn wir einen kleinen Halbkreis und galoppierten zur rechten Hallenseite zurück. Injaki passte es nicht, im Außengalopp zu gehen, so dass er vor X schon selbst umsprang und wir nun auf der linken Hand nach links abwendeten. Wir ritten an der kurzen Seite entlang und gingen an der langen Seiten in den verstärkten Trab zurück. Ich hielt auf die Stangen zu, blieb jedoch rechts neben der ersten aus dem verstärkten Trab heraus stehen. Dann war der Sidepass gefragt, also das Seitwärtsgehen über die Stange. Langsam gingen wir Schritt für Schritt nach links, blieben kurz stehen und gingen dann bis zur Hälfte wieder zurück. Dann nahm ich Injaki neu an, trieb ihn nach vorne und im Schritt überritten wir die fehlenden drei Stangen, ehe wir am Ende der Halle nach rechts abwendete und wir ein kleines Quadrat ritten, so dass vor den Stangen wieder nach rechts gingen und dort anhielten. Unsere vorletzte Aufgabe war es nun, eine 360 Grad Drehung nach links zu machen. Ich gab Injaki also die Hilfen zum Spin, was er sehr gut umsetzte. Mittlerweile wusste er ja, wo seine Beine hingehörten. Dann hielt ich ihn wieder an, nahm die Zügel auf und meine Beine vom Pferd weg, ehe wir eine Pferdelänge rückwärts gingen. Geschafft. Laurence klatschte. "Das habt ihr wirklich gut gemacht. Aber für nächsten Monat hast du was zu tun. Viel Außengalopp reiten, damit der dir nicht von selbst umspringt. Übungssache.", erklärte er und ich nickte. "Aber gut macht er seinen Job, der ist das perfekte Ranchpferd!", lachte ich und Laurence nickte. "Zwei Monate steht er noch hier, dann ist er in der LK 1. Mach was draus.", meinte er und klopfte den Hals des Hengstes. "Ich hab auf dem Platz schon den Trailparcour für Venetia aufgebaut, komm dazu, wenn Injaki wieder in seinem Paddock steht.", sagte er mir und ich nickte. Im Handumdrehen hatte ich den Hengst abgesattelt und zurück auf seinen Paddock gebracht, wo er dankend die Möhren mampfte, die ich ihm in den Futtertrog gelegt hatte.
      Dann ging ich zum Platz, wo ich das Stangenwirrwarr von Laurence unter die Lupe nahm. Mit Blue hatte ich mich auch schon am Trail versucht, aber so ganz wurde ich nicht schlau daraus. Ich war schon froh, dass ich mir die Ranch Riding Pattern von Injaki und mir hatte merken können, dabei hatten wir nur vier Schrittstangen gehabt.
      Anfangen würde Laurence seinen Trail auf der linken Seite des Platzes im Trab. Dort wendete er nach rechts ab, trabte über eine Stange, umrundete eine Pylone auf der rechten Seite, trabte wieder über eine Stange, umrundete eine Pylone auf der linken Seite, trabte erneut über eine Stange, umrundete die zweite Pylone auf der rechten Seite und ging über die letzte Trabstange. Ein ganz schönes Wirrwarr aus Stangen und Pylonen, wenn man mich fragte. Aber Venetia hatte nicht einen Gegenstand berührt, sie war schön sauber über alles drüber gelaufen. Nun ging es im Schritt geradeaus über drei Stangen. Die vierte bildete den Rand eines kleinen Vierecks, in dem die Beiden stehen blieben und eine 360 Grad Drehung nach rechts machten. Daran hatten Laurence und Venetia viel geübt, anfangs war sie ja so schwer auf der Schulter gewesen, doch jetzt drehte sie sich wirklich schön im Kreis. Sie ritten im Schritt aus dem Viereck raus und galoppierten auf der linken Hand an. Zwei Galoppstangen, eine kurze Galopphase und dann kamen wieder zwei. Auch hier taxierte Venetia wirklich schön, wenngleich Laurence sie ziemlich nach vorne treiben musste, weil sie nun doch wieder zeigte, dass sie etwas faul war. Als nächstes kam eine Übung, an der sie auch eine Weile geübt hatten, nämlich das Öffnen eines Tores. Die beiden stellten sich so neben das Tor, dass es links von ihnen war. Laurence nahm die Zügel in die rechte Hand und griff mit der linken nach dem Tor. Dann öffnete er es langsam zu sich herüber und drückte Venetia mit seinen Beinen aus dem Weg. Sie spielte mit den Ohren, hörte ihm aber wirklich gut zu und so gingen sie durch das Tor und schlossen es wieder. Jetzt standen sie rückwärts in der kurzen Seite eines Stangen L's. Er nahm die Zügel leicht an und die Beine von ihrem Bauch weg, damit sie rückwärts ging. Langsam und Schritt für Schritt. Die Schnelligkeit würde später in höheren Klassen kommen. Venetia tat sich ein wenig schwer, um die Kurve zu kommen und trat über die Stangen. Laurence korrigierte sie, indem er sie wieder einen Schritt nach vorne gehen ließ. Dann setze er neu an und als sie wieder gerade rückwärts gehen konnten, entspannte sich die Stute auch wieder. Als sie aus dem Hindernis heraus waren, wendete er sie nach links ab und trabte sie an. Jetzt kamen nochmal zwei Trabstangen, ehe er die Stute in den Schritt zurück nahm und sie dann anhielt. "Da habt ihr euch aber wirklich eine der schwierigsten Pattern für die LK 4 ausgesucht.", erklärte ich Laurence, während er auf mich zutrabte. "Von nichts kommt nichts.", lachte er und schwang sich aus dem Sattel. "Lass uns das Ganze hier aufräumen und dann mit den Besitzern telefonieren. Für diesen Monat haben die beiden Pferde ihre Klasse erreicht."
    • Wolfszeit
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      06.12.2018| Veija
      Blakes Crow Meadow Training | Injaki Ranch Riding LK 3 - LK 2
      Bellamy | Kaum hatte ich die Pattern beendet gehabt, hatte ich Nicholas angerufen und ihm von dem Trainingsfortschritt seines Pferdes erzählt. Er war sofort hellauf begeistert gewesen, hatte aber auch ein Video angefordert, da er selbst ja nicht hier war und das Können seines Pferdes so gerne sehen wollte. Auch hatte er nachgefragt, wie ich denn mit ihm zurecht kam, denn er war ja nicht ganz einfach zu reiten. Ich versicherte ihm, dass ich mit dem Pferd bestens klar kam und wir uns aneinander gewöhnten. Auch gab er mir für den nächsten Monat einen weiteren Auftrag- und auch für den darauf. Ich sollte Injaki bis in die LK 1 bringen und wenn möglich, in dieser Zeit auf ein paar Turnieren in der Ranch Riding vorstellen. Ich hatte schon auflegen wollen, da erinnerte er mich nochmal daran, dass ich an das Video denken sollte. "Ja, ich werde dran denken und es Ihnen zusenden, verlassen Sie sich darauf.", sagte ich grinsend und legte dann auf.
      Nachdem Injaki so schön gelaufen war, als ich mit Laurence zusammen trainiert hatte, gönnte ich ihm zwei Tage Pause, in der er stehen, fressen und nachdenken konnte. Erst drei Tage nach der Übungsprüfung hatte ich mir den Hengst gesattelt und war mit ein paar Mitarbeitern der Ranch ausgeritten. Injaki hatte den Ausritt sichtlich genossen und war freudig mit den anderen Pferden den Weg entlang galoppiert.
      Da er aber gerade durch mein Training so gut in Form war, war ich gar nicht böse drum, dass ich ihn noch zwei Monate hier stehen haben würde. So hatte ich die Zeit ihn in aller Ruhe auf die erst mal nächste Klasse vorzubereiten und ihn auch selbst vorstellen zu können. Unser Hauptaugenmerk in diesem Monat lag im Außengalopp. So banal es klang, aber der Außengalopp war eine gute Übung zur Gymnastizierung des Pferdes und auch, um ihm näher zu bringen, dass er auf meine Hilfen reagieren sollte. Anfangs klappte das nämlich gar nicht gut. Heute, in der zweiten Woche unseres neuen Trainingsplans, war wieder so ein Tag.
      Ich stellte den Hengst nach außen, gab die Hilfen zum Angaloppieren und schaffte einen Sprung, da sprang er von selbst wieder um. Caleb, der gerade mit seinem Hengst Vulture auf dem Platz war, hatte mich beobachtet und hielt irgendwann neben mir an. "Ihr habt daran so viel geübt. Jetzt fängst du schon an dich zu verkrampfen, da hat er noch keinen Fehler gemacht. Lass ihn umspringen, kein Problem. Korrigier erst dich selbst, dann lass ihn wieder nach außen springen. In der Pattern ist nur eine kurze Galoppphase im Außengalopp. Üb einfach mal ein wenig daran, quäl ihn nicht mit diesen ganzen Übungen die er kann. Und glaub mir, ich hab euch schon oft zugesehen, der kann das. Ihr macht es euch unnötig schwer.", gab er mir einen Rat und ich nickte. Insgeheim war ich dankbar, dass Caleb mir den Tipp gegeben hatte. Andererseits kratzte das natürlich schon an meinem Ego. Aber so war es eben, wenn man mit vier Trainern auf einem Hof arbeitete. Da sah der Eine immer etwas anderes als der Andere. Und der Dritte erst, da sollte man am Besten sofort vom Pferd runterkommen und sich nie wieder drauf setzen. Doch so ging es uns wirklich allen, nicht nur mir.
      Für heute ließ ich es allerdings gut sein. Ich übte noch das Rückwärtsrichten und als das gut klappte, klopfte ich den Hals des Hengstes und machte ihn wieder fertig für seinen Paddock.
      Am nächsten Tag tat ich, wie Caleb mir geraten hatte. Ich wärmte den Hengst gründlich auf und galoppierte ihn dann auf dem Zirkel an. Irgendwann öffnete ich den Kreis, ritt in die Bahnmitte und lenkte nach rechts, dann wieder nach rechts. Injaki stank es zwar sichtlich, im Außengalopp zu bleiben, doch er wechselte erst dann in den Linksgalopp, als ich ihm die Hilfen dazu gab. Ich ließ ihn auslaufen, stoppte ihn und lobte ihn dann ganz doll. Jetzt, wo wir das konnten, konnte es in unserem Programm weiter gehen. In der LK 2 durften wir die selbe Pattern nochmal reiten, wie wir es schon in der LK 3 getan hatten. Diesmal musste sie natürlich noch sauberer und feiner geritten werden, doch das würden wir schon hinbekommen.
      Besonders intensiv arbeiteten wir auch an den Übergängen vom normalen Trab und Galopp zum verstärkten Trab und Galopp. Dabei fing ich mit mittleren Phasen an. Beginnen wollte ich diese Übung mit Hilfe der kurzen und langen Seiten. An der kurzen Seite trabte ich den Hengst an, ritt um die Kurve und gab dann die Hilfen zum verstärkten Trab, den wir an der ganzen langen Seite entlang ritten, ehe ich ihn an der kurzen Seite wieder zurück nahm. Das Gleiche taten wir auch im Galopp. Als das einwandfrei klappte, verkürzte ich die Abstände. So ritten wir an der kurzen Seite den normalen Trab, an der Langen zu erst den Normalen, dann den Verstärkten und dann wieder den Normalen, ehe wir an der anderen kurzen Seite den verstärkten Trab ritten. So wurde es dem Hengst nicht langweilig und er musste immer wieder mitdenken, was ich denn von ihm wollte.
      Auch die Pattern an sich hatten wir einige Male geübt, so dass ich mir sehr sicher war, dass wir am Wochenende bei dem Turnier eine Schleife absahnen würden- vorausgesetzt es waren nicht so viele Starter da. Denn gegen die guten Quarter oder Paint Horses hatte Injaki hier in Amerika keine Chancen.
      Das Wochenende war schneller da, als ich gedacht hatte und ein wenig nervös war ich schon, ein fremdes Pferd vorzustellen, da ich sonst immer nur meine Eigenen auf Turnieren ritt. Naja, eigentlich ritt ich seit einiger Zeit gar nichts mehr auf Turnieren, da ich eben mit dem Papierkram so viel zu tun hatte. Aber jetzt war es endlich nochmal so weit. Warm geritten hatte ich den Hengst schon zur Genüge. Wir standen vor dem Showplatz und ich schaute meinen Vorreitern bei ihren Prüfungen zu. Die waren alle wirklich gut. Zwanzig Teilnehmer waren es in dieser Klasse. Für ein doch eher kleineres Turnier eine Menge Reiter.
      Als wir an der Reihe waren ritt ich auf der linken Hand im Schritt ein. Es folgte an der langen Seite die normale Trabphase, ehe an der kurzen Seite der verstärkte Galopp folgte. Als wir nach innen abwendeten nahm ich den Hengst ein wenig zurück, denn wir sollten nun normal galoppieren. Und nun, als wir den kleinen Halbkreis geritten hatten, folgte der Fliegende Galoppwechsel. Nicht sofort, nämlich erst in der Mitte. Injaki hörte mir aber zu und sprang erst dann um, als ich es von ihm verlange. Wir ritten im Galopp weiter, ehe wir an der langen Seite in den verstärkten Trab zurück gingen. Auch das machte er super und zeigte einen wunderschönen, schwingenden Trab. Neben den Stangen hielten wir an, erledigten die Übung mit dem Sidepass und gingen im Schritt bis zum Endpunkt der Prüfung, wo wir eine 360 Grad Drehung nach links machten. Ich nickte den Richtern zu, denn damit signalisierte ich, dass meine Prüfung beendet war. Erst dann konnte ich den Hengst ausgiebig loben. Hätte ich ihn während der Prüfung gelobt, wäre ich disqualifiziert worden.
      So aber konnte ich dem Hengst endlich zeigen, wie stolz ich auf ihn war und wie gut er seinen Job erledigt hatte. Wir schafften es sogar den 5. Platz zu machen! Gegen die ganzen Quarter hier in Amerika, dem Land der Westernpferde, hatte ich dem Hengst eigentlich weniger Chancen eingerechnet, aber der fünfte Platz war doch etwas, worauf man stolz sein konnte. Es gab ein wenig Gewinnergeld, was ich Nicholas zusammen mit der Schleife nach England schickte.
      Wenige Tage später rief er auch an und schien sich sichtlich über den Erfolg seines Pferdes zu freuen. Einen weiteren Monat würde der Hengst noch hier stehen, dann durfte er wieder nach Hause.
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  • Album:
    Torstall
    Hochgeladen von:
    Wolfszeit
    Datum:
    10 Jan. 2020
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  • Injaki
    Chipnr.:-

    Stammbaum

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    von:Unbekannt
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    Merkmale
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    Geschlecht: Hengst
    Rasse: Criollo
    Geburtstag|-ort: 00.00.2012, 9 Jahre|Deutschland
    Stockmaß | Gewicht: 151 cm | 436 Kg

    Deck-|Langhaar: Dunkelbraun |Schwarz
    Abzeichen|Scheckung: v.l. Socke
    Gencode:


    Charakter & Vorgeschichte
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    Diva| Intelligent| Neugierig| Ernst

    Injaki ist eine ziemliche Diva. Im Regen ausreiten findet er doof und seine Laune sinkt direkt. Wenn man etwas von ihm will, muss man ihn anbetteln, am besten noch mit irgendwelchen Leckerchen oder Früchten überreden. Beim Reiten schlägt er oft mit dem Schweif, was bei ihm jedoch nicht gerade heißt, dass er gestresst ist. Nein, er macht das aus Jux und Dollerei, macht seine Arbeit aber immer ordentlich. Allerdings dreht er bei Sporen ab, weshalb man diese bei ihm nicht nutzen sollte. Er zeigt dem Reiter deutlich, wie fein die Hilfen für besondere Lektionen sein müssen, ohne Sporen benutzen zu können, weil er sonst unausstehlich wird. Außerdem sollte man ihn immer im Auge behalten, denn er ist intelligent und neugierig. Unangebunden in der Stallgasse stehen ist bei ihm nicht - er findet gleich Sachen, die er interessant findet oder aber folgt einem wohin auch immer man geht. Auf der Weide spielt er ungerne und man sieht ihn auch wenig dort seinen Spaß haben. Er bleibt lieber beim Gras fressen und beim Ernst des Lebens. Neben dem Reiter zeigt er eine solide Grundausbildung im Western, kann jedoch auch in der klassischen Reitweise nach einer Umschulung geritten werden.

    Gesundheit
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Gesamteindruck: Gesund
    Krankheit: -
    Hufbeschaffenheit: Gut
    Beschlag: Vorne | Eisen

    Ausbildung & Potenzial
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    Western: S+ | Potenzial: /1000
    Dressur: A |Potenzial: /1000
    Distanzrennen: E | Potenzial: /1000

    Siege
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    394. Westerntunier| 388. Westernturnier
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    583. Westerntunier | 359. Westerntunier | 343. Westernturnier | 351. Westernturnier
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    360. Westerntunier| 357. Westernturnier

    Zuchtinformationen

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    Schleife:
    Gekört: Nein
    Gewinnerthema: -
    Darf gedeckt werden von: -
    Herkunft| Züchter: Unbekannt
    In der Zucht: Whithorse Creek
    Zuchtblatt
    Decktaxe: 0 Joellen

    Nachzucht: 0/10

    Besitzerlegende
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    Besitzer*in: Wolfszeit
    Vorbesitzer*in: sadasha
    Verkaufsrecht/Ersteller*in: sadasha

    Unterbringung: Box mit Stroh, ganztägiger Weidegang
    Weidegruppe: -
    Restbeteiligung/Trainer: -
    Max. Reitergewicht: -
    Zu verkaufen: Nein
    Kaufpreis|Pferdewert: -|- Joellen

    Spind