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Wolfszeit

♞Aldaire|Berber

In meinem Besitz seit 04.11.2019 | Hengst|6 Punkte

♞Aldaire|Berber
Wolfszeit, 4 Nov. 2019
Nymeria und adoptedfox gefällt das.
    • Wolfszeit
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      00.00.0000| Unbekannt
      Vive la France!
      Abholen von Aldaire und die Ankunft von Topas' Comtesse

      Gerade war ich wieder in Morvern, als ich einen Anruf aus Frankreich erhielt. Denn vor einigen Wochen hatte ich Interesse an einem Berber bekundigt, der bereits sein Monaten zum Verkauf stand. Aldaire, ein Berberhengst mit unglaublich guter Herkunft, hatte es mir sofort angetan. Und kaum, dass ich wieder zu Hause war, brauste ich auch schon mit meinem Wagen samt Hänger zum Gestüt in Brive-la-Gaillarde. Die Überfahrt dauerte ewig, aber das Land des Baguette und guten Weins war definitiv eine Besichtigung wert. Von Paris aus fuhr ich nach Toulon, legte dort einen Stop ein und dümpelte von dort aus mit einem Güterzug direkt zum Ziel (das hatte mir drei Stunden geschenkt). Als ich am Gestüt ankam, war ich so müde und geschafft, dass ich, nachdem ich geparkt und mein Anliegen am Parkhäuschen erklärt hatte – mein Schulfranzösisch ist doch zu etwas gut – in das Gutshaus ging und dort im Reiterstübchen etwas zu mir nahm. Von hier oben konnte ich auch auf den unglaublich riesigen Dressurplatz sehen. Neben Berbern wurden hier auch Anglo-Araber gezüchtet. Ich sah neben meiner Mahlzeit auf den Platz, um mich zu unterhalten. Danach traf ich mich mit der Besitzerin der Eltern von Aldaire. Clementine Rousceau, eine drahtige Endfünfzigerin, schüttelte mir energisch die Hand. "Aldaire hat Spitzeneltern. In welchem Bereich soll er denn trainiert werden?" "Distanz und Western.", antwortete ich und sie nickte. Ihre glasklaren Augen schimmerten kurz, dann nickte sie erneut und murmelte etwas, was ich nicht verstehen konnte. "Nun, dann kommen Sie mal mit.", sie winkte mich dann in den großzügigen Stall, und blieb dann vor einer Box stehen. Aldaire stand auf dem Boxschild. "Und?" Der sanftmütige Riese – und das war er auch mit seinen stattlichen 1,6o – senkte den Kopf, schnaubte mich an und ließ sich dann in aller Ruhe streicheln. "Er ist größer als ich gedacht hatte.", sagte ich und kraulte sein Maul. "Das haben viele gesagt, Madame.", dann schob sie mich weg, und führte den Hengst nach draußen. "Nun, der Vertrag ist ja bereits unterzeichnet und das Geld überwiesen. Ich wünsche ihnen viel Spaß mit Aldaire.", plötzlich hatte Rousceau es eilig. Ich blieb dann mit den Besitztümern des Hengstes, sprich Putzsachen und Transportdecke, alleine, und machte mich mit dem Berber bekannt. Der entdeckte wohl mein Handy in meiner Hosentasche und stubste mich darauf hin an, als ich den Klettverschluss anpappte und dann mit dem Hengst samt Putzkasten zu dem Hänger ging. Gut, dass er an Fahrten gewöhnt war.

      *

      Als wir endlich wieder daheim waren, hatten wir etwa alle zwei Stunden eine Pause gemacht und es war Abend. Am liebsten hätte ich mich jetzt sofort ins Bett geworfen, aber das ging ja nicht. Stattdessen durfte der Berber sich einmal die ganzen Pferde ansehen, ehe er auf den Paddock kam. Es war noch nicht sieben Uhr, daher konnte er sich etwas ausruhen, und ich duschte und aß etwas. Die Sturmschäden waren alle beseitigt, nur das große Erkerfenster im Gästehaus war noch kaputt, und die Futter- und Speziallieferung kamen an. Das Spezialeinstreu wurde noch nicht genutzt, aber eine Probe gab ich sofort auf den Weg zu Joy. Dann brachten wir die Pferde gemächlich in ihre Boxen. Aldaire erhielt eine kleine Portion Müsli und dann ging es auch für mich in die Heia.

      Am nächsten Morgen dann putzte ich den Hengst ausgiebig. Ich war so darin vertieft, seinen dünnen Behang mit Fliegenmittel zu behandeln, dass ich das Wiehern hinter mir gar nicht erst wahrnahm. Erstaunt drehte ich mich dann um. Occulta Smith stand da mit einem Grinsen das den Weltfrieden hätte bringen können. "Ach, hi!", sagte ich leicht zerstreut und warf die Kardätsche lautstark in den blauen Kasten. "So, Topas' Comtesse – Topas passt wohl als Rufname besser – ist hier." Ach ne. Die Tobianscheckung stand der kleinen Dame insgeheim super und sie studierte mich, und den wartenden Hengst hinter mir, mit ihren blauen Augen. Dann meldete sie sich mit einem kecken Wiehern und warf den Kopf zur Seite, als würde sie sagen Hallo, ich bin jetzt dran! und ich musste lachen. "Vielen Dank, Occu.", wir sagten Auf Wiedersehen, ehe ich die junge Stute anband und dann den Hengst weiter sauber machte. Während dieser Zeit schienen sie sich gut zu verstehen, sodass ich glaubte, dass die beiden schon Freunde geworden waren.
    • Wolfszeit
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      25. 05.2015|Unbekannt
      Ich fuhr heute zum ersten Mal zu Catalina, ich darf zwei ihrer Pferde als meine Reitbeteiligung nennen. Ich fuhr also mit dem Auto zu ihrem Hof, ich staunte nicht schlecht. Ich fand meinen eigene Reitanlage schon extrem schön, aber diese und erstmal die Pferde.
      Ich stellte meinen Wagen auf den Parkplatz und stieg aus. Ich hatte Aldaire und Middle Ages noch nie in echtt gesehen, aber Catalina hatte mir von beiden Pferden ein Bild gegeben. Ich stand also auf dem Hof und versuchte mich erstmal zu orientieren, das klappte ziemlich gut und ich machte mich auf Richtung Weide. Von weitem erkannte ich schon Aldaire, er stand mit einigen anderen Hengsten auf der Weide. ich schnappte mir einen Strick und betrat die Weide, sofort hangen die Blicke der Tiere auf mir. Ich bewegte mich langsam und vorsichtig voran. "Aldaire", meine Blicke hangen an dem Hengsten und er sah mich an. Er hatte wohl verstanden das ich zu ihm wollte und er entschied sich dazu mir entgegen zu gehen. "Sehr gut" lobte ich den Berber und tätschelte ihn. Dann gingen wir zum Putzplatz, dort kümmerte ich mich erstmal ausführlich um sein Fell, obwohl es so viel nicht zu tun gab. Dannach holte ich Sattel und Trense, Aldaire war lieb und blieb ruhig stehen. Er beobachte mich zwar die ganze Zeit, aber das war ja auch verständlich. Ich schnappte mir meinen Helm, sobald ich ihn fertig gemacht hatte und ging in die Halle. Dort stieg ich auf und gurtete nochmal nach. Er war gut zu reiten und nach einigen Runden Schritt trabte ich an. Ich brauchte einige Minuten um mich zu gewöhnen aber es ging ziemlich gut und schon bald wechselte ich in den Galopp. Aldaire ließ sich extrem angenehm reiten und trotzdem musste ich schon bald absteigen, da ich ja auch noch Middle Ages bewegen wollte. Also brachte ich Aldaire zurück auf die Wiese und holte Middle Ages. Die Stute war neugieriger und etwas lebhafter, Middle Ages beschnupperte mich und stupste mich immer wieder an. Ich putzte sie behutsam, da sie mcih sehr genau beobachtete, jede einzelnen Handgriff von mir. ich holte Sattel und Trense und einige Minuten später saß ich auch schon auf ihr und stand in der Halle. Ages war ziemlich flott, treiben war bei ihr total überflüssig und ich müsste sie nur etwas zurckhalten. Beide Ritte waren extrem gut und nachdem auch Middle Ages auch wieder au der Weide war, konte ich nach Hause fahren.
    • Wolfszeit
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      00.00.0000|Unbekannt
      Das Leben genießen
      Um sieben Uhr heute morgen kamen Handwerker und die Glaser. Es hatte zweieinhalb Tage und viel Überredenskunst gekostet, sie aufzutreiben nach dem Sturm. Da Clark okkupiert war (erst hatte er die Pferde auf die Weide bzw die Jungpferde auf den Paddock geschickt, da die Fohlenweide und die Stutenweide in Mitleidenschaft gezogen wurden, und jetzt machte er den ganzen Stalltrakt sauber), zeigte ich den Schotten, was kaputt waren. Gegen zehn wäre alles repariert, da sie gleich einfach mal alles kontrollieren wollten. Kurz darauf erschien dann auch der Lieferant. Futter in die Kammer, Lederfett, Pads, winterfeste Decken und Gamaschen in die Spinde. Puuh. Clark häufte derweil das ganze alte Stroh auf einen Haufen, und ich wollte mich währenddessen um die Fohlen kümmern.

      Delyx und Tigrotto spielten munter miteinander, Tomenko stand – wie immer – etwas abseits, schien aber recht amüsiert davon zu sein, wie die Fohlen herum tollten. Meyja, Benny und Grace lagen auf dem Bauch. Besorgt ging ich erst auf Benny zu. Doch als der dann mit etwas Mühe aufstand und sich von mir inspizieren und streicheln ließ, atmete ich beruhigt aus. Ich schnappte mir die drei Fohlen und schickte sie dann in den Round Pen. Mittels eines Gymnastikballes konnte ich sie dann für eine halbe Stunde unterhalten. Danach kamen sie zurück auf den Paddock. Weiter ging es mit Benny. Den wollte ich heute noch etwas trainieren, doch vorher führte ich das alte Kaltblut zum Putzplatz. Der Strohhaufen türmte sich schon auf Höhe des Tores, und interessiert schnupperte der Wallach daran. Ich schob ihn zur Seite, danach musste ich sein Fell ordentlich putzen. Der Dreck war richtig in sein Fell eingearbeitet, und mir tat anschließend das Handgelenk weh. Danach half ich Clark dabei, das Stroh wegzubringen, um danach direkt in die Sattelkammer zu gehen und ein Pad für den Dicken zu holen. Ich war ihn noch nie geritten, und wollte es heute einmal probieren. Und da der Arme keinen Sattel tragen konnte, war das für uns beide nur ein Schonprogramm. Mittels Clark saß ich dann auf und folgte dem geteerten Weg zum Round Pen. Dort angekommen, schnaufte er schon wie ein alter Motor, daher gab es nur einige Runden im Trab und ein paar Galoppsprünge. Somit entließ ich ihn und schnappte mir dann Grace und Meyja. Ich hatte ein Doppellongenset bestellt, dass ich mit den beiden ausprobieren wollte. Dabei musste die zierliche Isländerstute innen laufen, da Grace mehr Feuer im Hintern hatte. Doch ich musste die beiden erst einmal daran gewöhnen, zusammen zu laufen. Grace war die Alphastute und somit nicht wirklich angetan von der Idee. Obwohl sie kaum Probleme mit Meyja hatte, wollte sie das Tempo vorgeben. Mehrmals musste ich sie daher bremsen, und nach etwa zehn Minuten trabte sie auf dem Hufschlag, und die braune Isländerstute trippelte neben ihr her. Nach einem Wechsel und weiteren Runden lobte ich sie und sie durften auf die Weide. Weiter ging es mit Middle Ages. Grazil trabte sie auf mich zu, als ich sie her pfiff. Mit ihr wollte ich auch im Round Pen arbeiten, danach – da es schon kurz nach halb zehn war – wollte ich bei den Handwerkern nachfragen und nach Clark sehen. Die Stute war recht sauber. Mit voller Reitmontur schickte ich sie an die Longe. Ohne Peitsche, denn die Traberin wusste sofort, was ich von ihr wollte. Einmal an dem Baumwollseil gezupft, lief sie schon los. Kopf hoch erhoben, hielt sie auch die Beine recht hoch, als wolle sie staken. Daher nahm ich etwas von der Spannung, gab die Hand immer wieder an, sodass sie etwas ruhiger traben konnte. Gelegentlich legte sie die Ohren an, da sie wohl auch galoppieren wollte. Ich gewährte ihr ihren Wunsch. Einmal kurz wiehernd, sprang sie sofort an und preschte los. Wenig später parierte sie, um im Leichttrab zu äpfeln, danach galoppierte sie wieder an, und blieb dann stehen. Sanft stubste mich die Scheckstute an. "Nein, jetzt ist erst einmal Pause, heute Nachmittag gehts weiter.", bestimmt führte ich die gesattelte Stute zum Paddock. Abgesattelt und ab ging es. Danach schaute ich nach Clark. Der sattelte gerade Black Lemontree. "Ich will mal mit ihm ausreiten. Darf ich?", ich nickte nur. Der Stall war sauber. Mit Topas' Comtesse am Strick ging ich nun die Handwerker suchen. Die rauchten sich eine und quatschten. "Wir rauchen die nur zu Ende, danach schauen wir uns die Weidezäune an.", sagten sie, als ich sie fragte, warum sie nur rumstünden. Achselzuckend schnappte ich mir dann noch den Berber, um mit ihnen spazieren zu gehen. Aldaire und Topas ignorierten sich in aller Ruhe, und der Hengst schien sich doch sehr mit dem Gras zu begnügen, das am Wegesrand wuchs. Topas hingegen lief einfach nur neben mir her. Eine halbe Stunde stromerten wir über die Wiese zurück zum Hof. Dann putzte ich die beiden noch, ehe ich sie wieder auf die Weide/auf den Paddock stellte. Auch Clark war schon sehr fleißig. Nach Blacky kam er nun mit Meyja zurück. "Hast du die beiden gleichzeitig bewegt?" "Meyja ging als Handpferd." Nickend winkte ich den Handwerkern zu, die nun wegfuhren.
      Es war elf Uhr. Nach einer entspannenden Dusche zog ich nun zur letzten Stute. Clark longierte derweil Dorn und hatte einige Probleme mit dem dominanten Hengst. Bevor ich die Stute also aufsattelte half ich Clark damit, den Hengst an der Longe zu halten. Danach fing ich Steel Heart vom Paddock und putzte sie. Ganz ruhig war sie – ungewohnt war es doch, als ich sie ohne Probleme satteln konnte und dann mit ihr in der nun reparierten Halle reiten konnte. Es gab aber nur Trabrunden, denn nach dem letzten Mal wollte ich nicht unbedingt mit ihr durch die Halle jagen. Doch sie stellte sich ganz gut an, wirkte konzentriert und nahm meine sanften Hilfen sehr gut an, und stolperte einmal. Es folgte eine Pinkelpause, dann trabte sie wieder an und wir konnten weitermachen.

      Zwei Stunden später waren alle Pferde ausreichend bewegt. Pendragon durfte zusammen mit dem Neuankömmling Nummer eins,HGT's Enjoy Nature, die Halle unsicher machen. Der Quarter Hengst war nicht die einzige Errungenschaft. Ein weiteres Westernpferd war auch mit von der Partie. Denn jetzt stand ich mit Verena in der Halle und begutachtete, wie die beiden Braunen sich beschnupperten und jagten. Und auch das neue Fohlen, Wild Berry, war doch aufgetaut. Das erste Fohlen von der Powertunte wurde direkt für mich reserviert und als er die anderen Pferde sah, stieg er und wieherte keck. Der kaum ein Jahre alte Junghengst schien sich aber mit Enjoy doch sehr gut zu verstehen, wenn der große Hengst ihm wohl doch noch sehr zu wider ist. Verena versicherte mir, bei dem Training – sprich dem Einreiten und den ersten Westernlektionen – mir zu helfen. Solange ich nur mal wieder nach Kanada fliegen würde. Grinsend winkte ich ab, denn jetzt kamen schon die ersten ungeduldigen Anrufe von Annabell und Stefanie.
    • Wolfszeit
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      00.00.0000|Catalina
      Einreiten
      Ich hatte die letzten zwei Tage auf Morvern Castle damit verbracht, "Urlaub" vom Arbeiten zu machen. Natürlich hatten Clark und ich die Pferde bewegt und versorgt, und doch wollte ich mich die nächsten Wochen mit dem Training meiner eigenen Pferde beschäftigen. Da Clark selber offiziell noch kein Ausbilder war sondern bei mir nur reinschnuppern durfte, sah er mir auch jetzt zu, als ich Aldaires Fell striegelte. Der junge Berber sollte eingeritten werden. Er ließ sich von mir nicht stören, und verlagerte nun schon zum dritten Mal sein Gewicht. "Dieser Vorderhandwechsel gefällt mir nicht. Die Gelenke?", bemerkte Clark. Misstrauisch warf ich den Striegel in den Putzkasten – sein Fell war schon sauber genug – und ging in die Hocke. Prüfend strich ich über die Fessel und das Schienbein. "Ich fühle nichts. Könnten auch die Hufe sein." Die mussten wohl mal geraspelt werden. "Stimmt." "Ich rufe mal Stefanie an." "Wohnt die nicht in Kanada?", argwöhnte Clark. Ich putzte weiterhin den Junghengst und kämmte dann seinen Behang. "Gute Hufschmiede findet man selten.", erwiderte ich. Also rief ich meine Bekannte kurz an, die mir versicherte, sich ihn bei Gelegenheit anzusehen. Trotzdem legte ich seine Transportgamaschen an, nur zur Vorsicht, um dann gleich mit einer Westerntrense fortzufahren. Für seinen Kopf hatte ich keine passende Trense gefunden, und da er nach dem Einreiten auch Western geritten werden sollte, konnte die Trense ohne Nasenriemen auf ihren Dienst beginnen. Der Berber blieb ruhig, als er das Gebissstück bekaute und anschließend die Riemen passend eingestellt wurden. Clark war kurz verschwunden, dann kam er mit Longe und einem Reitpad zurück.
      Eine Viertelstunde stand ich nun im Round Pen, der Berber trabte und ging einwandfrei, ich merkte aber, dass der Zustand seiner Hufe wohl doch nicht passabel genug war, sodass ich ihn nach einigen Minuten abbremste und ihn dann auf die Weide stellte.

      Über die nächsten Tage ging es dem Hengst deutlich besser. An das Sattelzeug war er mittlerweile gewöhnt, und heute konnte ich ihn sogar anreiten. Clark stand schon im Stall und hielt mir die Zügel des Berbers hin. "Na, los, ab mit dir auf seinen Rücken." Seufzend setzte ich mir meinen Helm auf, und hielt mich am Sattelhorn fest. Mit einem kräftigen Zug hievte ich mich in den Sattel. Aldaire wirkte etwas überrascht, und tänzelte zur Seite. "Begleitest du uns zum Round Pen?", fragte ich Clark. Der Walise nickte nur und ging neben mir her. Aldaire war sehr gemütlich zu sitzen. Am Round Pen ließ mich der Pfleger auf das runde Gelände. Der Hengst trippelte nun viel schneller. Mit den Zügelhilfen wusste er nichts anzufangen; daher war es gut, dass er auf dem Hufschlag blieb und dann antrabte. Über die Minuten verfeinerte ich die Hilfen, damit er sie annahm und dann einen Wechsel durchzog. Schließlich hielt ich vor dem Tor, und öffnete es von Aldaires Rücken. "Galopp, mein Kleiner?", fragte ich, als wir in die Halle ritten. Von der Hengstweide hörten wir beide Enjoy und Pendragon wiehern. Aldaire blieb stehen, hob den Kopf und antwortete ebenso laut wie seine Freunde. "Aldaire, nur ein paar Runden noch, dann hast du für heute Schluss, ja?", ich klopfte seinen Hals. Aufmerksam blieb er auf dem Hufschlag. Langsam übernahm er das Tempo von dem ich erhofft hatte, dass er es schaffen könnte. Er hatte im Trab einen weitreichenden Gang und galoppierte auch – wenn auch etwas zu spät – an. Die Hilfen in der Ecke verstand er wohl, aber jetzt, bei A, saß ich erneut aus, damit er ansprang. Der Galopp wirkte holprig. Aber nach einer Runde war es auch gut. Der Berber parierte gemächlich durch, bis er etwa bei X stehen blieb. "Super gemacht.", sagte ich einfach, saß ab und lockerte den Gurt. Der Hengst hatte den Kopf niedergelassen und schmiegte sich an mich heran. "Jaah, gleich kriegst du einen Apfel und deine Weidezeit.", erwiderte ich lächelnd und führte ihn direkt zur Weide. Dort legte ich das Sattelzeug ab, gab ihm noch einen Apfel und schickte ihn auf das Grün, wo er sofort zu Pendragon trabte.

      by Catalina
    • Wolfszeit
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      07. 06.2015|Snoopy

      Hufkontrolle & Kunststoffeisen
      Vor kurzen hatte ich eine Wiedereröffnung der Hufschmiede Snoopeisen und der erste Auftrag lies nicht lange auf sich warten. Meine gute Freundin Catalina Dixon war die Glückliche, sie brauchte neue Hufeisen für ihren Hengst Aldaire. Doch davor musste alles Nötige für den Termin hergerichtet werden. Doch dies brauchte nicht lange und ich konnte los machen. Es war eine lange Fahrt, doch das musste sein, der Kunde war König. Somit kam ich früh an, genau pünktlich ums genau zu sehen. Also grüßte ich Catalina, die mich schnell entdeckt hatte, gut war bei dem großen Transporter auch kein Wunder.
      Catalina führte mich zum Stall und zeugte mir kurz ihre Pferde, da sie ja bei mir am Hof schon war aber nicht ich auf ihren. Somit bestaunte ich die hübschen Pferde und grinste als ich meinen Kandidaten sah. Ein sehr hübscher Brauner Berber, der anscheinend laut ihr auch einfach werden würde. Laut ihr war der junge Hengst sehr freundlich und neugierig nur ab und zu faul. Also konnte ich davon ausgehen, das ich keinerlei Probleme haben werde. Somit grüßte ich den junge Kerl erstmal und machte mich mit ihm etwas bekannt: ,,So du bekommst heute was schickes an deine Hufe!", grinste ich und er schnaubte laut auf ehe er das linke Vorderbein anwinkelte.'Na dann mal los', dachte ich mir und glitt mit meiner Hand an seinen Bein hinab, er hob es brav und ich begann es zu säubern, gründlich entfernte ich Sterne und Staub, kontrollierte das Innenhorn, welches gut intakt war und schaute mir dann nicht kurz das Außenhorn an, welches auch in Ordnung war, doch beim nächsten Hufschmiedtermin ausgeschnitten werden sollte, dies teilte ich Catalina mit und sie nickte. Nun machte ich weiter mit meiner Arbeit und ließ Aldaire's Huf herabsinken, ehe ich zu meinen Wagen ging, den mobilen kleinen Gasofen an schmiss und mir die Kunststoffeisen in Warmblut Größe holte. Dann machte ich weiter mit dem Hufe säubern und ging zum linken Hinterbein, glitt ab Oberschenkel herab und nahm den Hinterhuf zwischen die Beine, ehe ich den Huf säuberte und meine Kontrollen an den wichtigsten Stellen machte. Dann ließ ich den Huf absinken und machte auf der rechten Seite weiter, also nahm ich mir das vordere Huf, hob es an und begann es zu säubern. Als alle Steine weg waren putzte ich den störenden Staub weg und stellte seinen Huf hinab. Mittlerweile war der Gasofen warm geworden und ich musste ihn nun auf die Kunststoffhitze einstellen, was mit einem Hebel möglich war. Als alles eingestellt war wie Hitze, stärke usw. machte ich weiter mit dem Säubern des letzten Hufes. Also hob ich es an und entfernte mit dem Haken des Hufkratzers die vielen Steine aus dem Huf, ehe ich diesen Staubfrei putzte und es dann absinken ließ. ,,Machst du mir mal bitte einen Eimer mit kalten Wasser voll und stellst ihn zu meinen Transporter, ok?", bat ich Catalina die kurz darauf verschwand und ich mit dem Hufeisen anheizen begann. Bald glühte es und ich bat Cata, die mittlerweile wieder da war, den Huf von Aldaire anzuheben. Sie machte natürlich mit und ich legte das heiße Eisen kurz ran, Aldaire zuckte kurz, doch beruhigte sich schnell wieder und kaute gemütlich sein Heu. Das Eisen musste noch besser angepasst werden, also ging ich zum Amboss und nahm mir meinen großen schweren Hammer und begann das Eisen mit ein paar Schlägen zu bearbeiten, dann passte ich es nochmal an und war zufrieden, es passte! Also ging ich zum Eimer und hielt das Eisen am Ende der Zange ins Wasser, sofort zischte es und das Eisen verlor an Farbe und wurde grau, wie es auch sein musste. Nun übernahm ich das Huf und begann das Eisen mit den speziellen Nägeln zu befestigen. Schon war das erste Huf dran und ich grinste als der Kleine das Klingen des Hufeisens hörte und erstmal staunte was er so da dran hatte. Die anderen Eisen glühten mittlerweile auch schon und ich nahm mir das nächste Hufeisen mit der Zange raus und bearbeitete es am Amboss, ehe ich wieder Catalina bat den Huf anzuheben. Beim Anpassen war alles in Ordnung, also kühlte ich das heiße Eisen ab und nagelte es vorne rechts an sein Huf ran und machte dann mit den hinteren beiden Hufe weiter, also bearbeitete ich die Hufeisen mit den Hammer, legte sie an und passte sie noch etwas an, ehe ich Beide im kalten Wasser abkühlte und dem Braunen die Hufeisen an die Hufe nagelte. Schon stand der junge Hengst auf 4 neuen Eisen und guckte nicht schlecht.
      ,,So lass ihn mal kurz eine Runde drehen, damit ich sehe wie er auf den Eisen läuft.", sprach ich zu Cata, die den jungen Braunen abband und über den Hof führte. Er lief noch etwas unsicher weshalb ich Catalina empfohl, dass sie falls er nicht aufhört mit dem eigenartigen Laufen, sie sich nochmal meldet. Doch eigentlich lag es auf der Hand, das es anfangs für ihn ungewohnt war. Catalina bedankte sich und brachte Aldaire wieder ins eine Box, ehe sie sich von mir verabschiedete und ich den Hof mit einem guten Gewissen verließ.

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    • Wolfszeit
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      00.00.0000|Catalina
      Neuer Tag neues Glück!
      Gähnend stand ich auf und schlürfte zum Fenster, es regnete in Strömen, dass machte meine Laune nicht gerade besser, aber wenn es um Pferde geht tue ich alles. Nachdem ich mich gestreckt hatte, ging ich in das Gästebad, welches Cata mir gestern gezeigt hatte. Ich stand im Bad mit meiner Zahnbürste im Mund, als es an der Tür klopfte. "Juuaa!", sagte ich mit schäumendem Mund. Cata kam rein mit einer niedlichen Katze auf dem Arm. "Hey du ich muss für ein paar Stunde weg würdest du meiner Katze futter geben? Ach ehe ich es vergesse Aldaire ist immer für einen Ausritt zu haben, also wenn das Wetter besser wird, kannst du gerne die Gegeng erkunden.", sagte Cata und verschwand wieder. Die Katze schlich mir um die Beine und schnurrte.

      Mi der Katze im Arm lief ich die Treppe runter und sah den gedeckten Frühstückstisch. Schnell war die Katze versorgt und ich stürzte mich auf das leckere Essen. Ich spülte noch kurz ab und zog mir anschließend meine Chaps an und ging mit einem Regencape nach draußen. Zu meinem Erstaunen regnete es gar nicht mehr und ich zog das Cape aus. Angekommen im Stall, schaute Aldaire mich schon erwartungsvoll an. Zu aller Erst gab ich ihm ein Leckerli und holte rasch seinen Putzkasten. Der hübsche Braune war kaum dreckig und so war ich mit Striegel und Kardätsche fast fertig. Cata hatte mich über die Umschulung von Aldaire erzählt und gesagt ich könnte mit ihm ausreiten.

      In der Sattelkammer hatte ich schnell den wunderschönen Westernsattel enddeckt und ihn mit einem blauen Pad auf Aldaire gepackt. Als ich den Gurt nach zog, fiel mir auf, dass ich noch gar keine Trense hatte. Etwas hektisch suchte ich die Trense und fand sie. Ich war blöd gewesen ein großes Schild stand über den Trensenhalter und auf ihm stand "Aldaire". Ich klatsche mir an die Stirn und ging rasch zu Aldaire zurück. Schnell war die Trense drauf und ich stieg auf.

      Die Wege in der Gegend hier waren gut ausgeschildert, weshalb ich mich schwer verreiten konnte. Wir trotteten im gemächlichem Schritt durch den Wald, als Aldaire schlagartig anhielt und seine Nüstern in einen Busch steckte. Ein Vogel flog raus und Aldi schreckte zurück, schnell hatte ich ihn wieder beruhigt und trieb ihn nach vorne. Auf einem Sandweg galoppierte ich ihn an und ließ die Zügel fallen. Ich streckte meine Arme aus und genoss den "Fahrtwind". "Aldaire du bist ein toller Hengst!", flüsterte ich im Galopp und er nahm erneut Tempo auf, als ob er mir imponieren wollte.

      Zurück auf dem Hof fing es wieder an zu regnen und ich führte den nun ausgelasteten Hengst in den Stall. Er hatte etwas geschwitzt, so entschied ich ihn abzureiben und ihm eine Abschwitzdecke raufzulegen. Schnell hatte ich seinen Wasser- und Futtertrog aufgefüllt und ihm eine Möhre gegeben. Ich verabschiedete mich von ihm und ging ins Haus. Die Katzte schlich mir erneut um die Beine. Ich hatte Durst und holte mir Milch aus dem Kühlschrank und gab der Katzte etwas ab. es war ein erholsamer Ausritt, den ich gerne wiederholen werde.
    • Wolfszeit
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      00.00.0000|Unbekannt
      Little Miss Universe versus Toretto Hill
      Es war kurz nach sechs Uhr. Frisch angezogen war ich gewappnet für den heutigen Tag. Aus der Küche entstieg ein himmlischer Duft, eine Kombination aus gebratenem Speck und Quittenmarmelade. Maxine, die stets gut gelaunte Köchin und Reiterin, hatte ein Frühstück daher gezaubert, dass einem Königsmahl gleichte.

      Die Olsens lebten nun seit drei Monaten hier. Fast zeitgleich war auch Clark ausgezogen. Es gab noch sehr viele Veränderungen und Schicksalsschläge. Benedick war seinem hohen Alter und den Auswirkungen seiner Kolik erlegen, und auch Fire's Grace hatte das Zeitliche gesegnet. Äußerst betrübt hatte ich fast alle Pflichten vernachlässigt, bis Danielle ordentlich auf den Putz gehauen hatte.
      Maxine und August waren die Oberhäupter der Olsens. Die beiden waren äußerst liebenswürdig, flexibel, hatten aber auch ihren eigenen Kopf. Während August sich auf die Berber fixierte, wollte Maxine sich einfach um alle Pferde kümmern. Collin und Danielle waren noch Schüler. Collin hatte Interesse am Westernreiten, Danielle wollte mir unbedingt meine DRPs abluchsen. Kein Wunder; Arcany und Pendragon haben es ihr angetan. Nur von dem sieben Jahre alten Mick konnte man nichts erwarten. Die Pferde waren einfach zu groß.

      Schon um sieben Uhr standen alle auf ihren zugehörigen Weiden. Collin und August wurden mit der unseligen Aufgabe beauftragt, die Boxen sowie den Stalltrakt zu putzen. Maxine kümmerte sich um die Futter- und die Sattelkammern. Und währenddessen packte ich mit Danielle eine Tasche für das Wochenende. In der Nähe gab es eine Ausstellung einer für mich sehr interessanten Ponyrasse. Pony of the Americas hieß die noch junge Rasse. Danielle, Maxine, Mick und ich wollten daher nach Cardiff fahren. Gut, Cardiff war nicht unbedingt 'in der Nähe', aber nach Amerika fliegen? Kam für mich nicht in Frage.
      „Kann ich dann ein Pony kriegen?“ Dani schwärmte seit Tagen von der sehr hübschen und vielfältigen Rasse. Mit einem kleinen Lachen zuckte ich mit den Schultern. „Wenn du dann das Futter und den Tierarzt selber bezahlst, werde ich sehen, was sich machen lässt.“ Ihre grauen Augen strahlten förmlich, als sie von ihrem zukünftigen POA träumte und sich ausmalte, mit ihm (oder ihr?) Turniere zu gewinnen.

      Tigrotto und Mick waren ein Traumpaar. Zu schade, dass der Junge irgendwie Angst vor ihr hatte. Aber wie er auf ihr ritt war einfach nur göttlich. Wie ein zu klein geratener Prinz saß er auf dem Longierpad und hielt sich an dem -gurt fest. August strahlte, als er mit der Stute und seinem Jüngsten im Schlepptau über den Platz stoppelte. „Oh nein, ich glaube, so wird das nichts.“, gibbelte Maxine. Die Französin aus Lyon hielt sich den Bauch und schaute teils verwundert, teils bewundernd ihren Sohn an, der mit einem glücklichen Lachen auf der AMH-Stute herumhüpfte. „Aber so kann Tigrotto sich an das Gewicht von Kindern gewöhnen.“ „Aber nicht mit Mick!“, gestand Collin sich ein. Der war etwas verstroht und hustete. Brüderlich legte er einen Arm auf Danis Schulter, die diesen sofort herunterschob. „So, wenn Tigrotto bewegt wird, möchte ich mit Danielle gerne die Ponys unterhalten. Collin kann auf Corry ein bisschen Dressurarbeit leisten und Maxine-“ Maxine wusste Bescheid. Die Dame kam mit Pünktchen und Pashmina gut klar.
      Danielle und ich machten Arcany und Steelheart für einen kleinen Ausritt in die Wälder bereit. Die Füchsinnen verstanden sich prächtig. Während des Sattelns unterhielten sie sich lautstark und stubsten sich an. „Worauf musst du achten, wenn du mit Steel arbeitest?“ „Konkretes und langsames Befehlegeben. Es lieber ruhiger angehen lassen, damit sich keiner überanstrengt.“, berichtete sie und band ihre langen Haare geschickt zusammen. Manchmal konnte man regelrecht auf die 15jährige eifersüchtig sein. Nicht nur auf ihr Haar, sondern auch auf ihre Naivität, die sie doch häufig an den Tag legte. Wie zum Beispiel vor einer Woche, als sie achtkantig von Pünktchen abgeworfen wurde. Der gute Herr ließ sich von nicht jedem unterbuttern. Die beiden Ponystuten hingegen waren brav wie Lämmer, als wir im Trab an die viereinviertel Kilometer hinter uns brachten und gelegentlich für Fotos anhielten.
      „So, und jetzt?“ Ich nahm mich der beiden Stuten an und schickte Dani los zu Pendragon. Gemeinsam mit Collin auf Corry Crackergab ich ihnen eine kleine Reitstunde. Corry wirkte sehr ehrgeizig, seinen Mitstreiter zu übertrumpfen. Das artete etwas aus, sodass ich wohl oder übel mit ihm über den Platz ging, Seite an Seite. „Wenn er sowas noch mal abzieht greifst du die Zügel auf und treibst ihn voran, verstanden?“, rief ich Collin zu, der mit angestrengtem Gesichtsausdruck nickte und dann verbissen dreinblickte. Die restliche Stunde verlief sehr gut, auch der Galopp saß wie angegossen. Auch wenn Collin ein wenig im Sattel hüpfte...
      Monster Delusion durfte nur leicht vom Boden aus bewegt werden. Seine Fesseln waren dick und glühten wie Feuer. Doch nach einer halben Stunde vermehrt im Schritt konnte er im Trainingsstall seine Box mit Paddock beziehen. Direkt neben Pünktchen. Der hübsche Knabstrupper hatte erste Erfolge in der Dressur und auch auf Turnieren erlangt und bewies Köpfchen, wenn es um das Abluchsen von Naschereien ging. Leider bekam ich in der letzten Zeit häufiger Anfragen, den Hengst zu verkaufen. Zuerst war ich entrüstet, doch nach und nach schickte ich einfach eine simple Ablehnung, niemals würde ich den Onkel verkaufen wollen! Onkelchen triezte mich gerade. Für ihn ging es auf das Wasserlaufband. Nachdem er sich aus unerfindlichen Gründen die Fesselgelenke aufgekratzt hatte – die Weide war giftpflanzen- und distelfrei, sorgte die therapeutische Maßnahme für eine Leistungssteigerung. Er wirkte allgemein fitter und schien Spaß am Laufen im nassen Element zu haben, auch wenn ich das Gefühl hatte, dass er immer noch angeschlagen war.
      Pashmina stieg konzentriert über einige Stoffstangen. Genauso konzentriert blicke Maxine drein, als diese das Berberfohlen über die Hindernisse geleitete, manchmal das Stutfohlen antrieb oder lenkte. „Und?“, mit den Armen verschränkt auf der Bande, wollte ich die alles entscheidende Antwort haben. „Nö. Bei mir klappts auch nicht so ganz.“, erwiderte die Französin. Schade, dass Pasha keine Seelenverwandte in ihr gefunden hatte. In wem könnte der passende Reiter für das Fohlen stecken? Das plagte mir so manche Bauchschmerzen. „Kannst du mir dann noch bei Daryl helfen?“

      Passend zum Start der sechsten Staffel The Walking Dead vergangenen Montag hatte der Vollbluthengst benannt nach einem der Hauptdarsteller sich doch noch an mich und August gewöhnt. Daryl sorgte auch so schon genug für Aufregung. Er ließ sich mittlerweile auch reiten – ohne Gerte oder andere Pferde in der näheren Umgebung, aber es klappte immerhin. Einen passenden Sattel gab es für den feinen Herren nicht. Ein Reitpad und ein modifiziertes gebissloses Zaumzeug taten es aber, und man konnte an der Vertrauensbasis anfangen. Die bestand hauptsächlich aus ganzen Runden und einigen Zirkeln. Zu viel Einwirkung auf das Maul fand er nämlich auch nicht so töfte; der Kopf wurde hoch gerissen und man blieb direkt stehen und verweigerte jegliches Weitergehen. Doch mit gutem Zureden und Pfefferminze schaffte man es bei ihm eine vernünftige und sogar ansehbare Runde im Trab hervorzuzaubern.

      Genauso zauberhaft war das Zusammenspiel zwischen Aldaire und seinem weiblichen Partner in Crime Numidia – ein Herz und eine Seele. Die beiden schmusten am Putzplatz miteinander herum, umgarnten sich und brummelten sich verliebt an. Aus den beiden würden wunderbare Fohlen entspringen, mit genauso sahnebonbonfarbenen Augen und dem verträumten Blick. Im Round Pen an der Doppellonge zeigten sie, aus was für einem Holz sie geschnitzt waren. Was Holz angeht kenne ich mich ja nicht aus, aber bei ihnen war es etwas Edles, Standhaftes und Biegsames. So etwas wie Bambus, nur nicht...in..grün...Der raumgreifende Trab und die schwungvollen Bewegungen wahrten das Antlitz meines stolzen Paares, und jetzt verstand ich, warum diese Rasse mit den Arabischen Vollblütern gekreuzt wurden, um neue, genauso edle Rassen hervorzubringen. Als sie angaloppierten, stürmten sie praktisch durch den Sand, als wären sie in ihrem Heimatland Marokko und nicht in England, wo die feine britische Art existierte. Mehr als nur zufrieden mit der Leistung meiner Pferde gab ich dem inneren Druck nach, mit der Tasche zum Auto zu gehen. Ein finaler Abschiedsgruß und -kuss von meinen Schätzen – und ab ging es nach Cardiff!

      European Ponys Of The Americas Association – Cardiff 12th to 15th October 2015

      Mehrere der rot-weiß gefärbten Banner mit der schwarzen Aufschrift wiesen uns auf dem Eventgelände den Weg. Mit unseren Weekcards hatten wir Zugang zu sämtlichen Shows und Vorstellungen. Auch an einigen Auktionen und Verkäufen konnten wir teilnehmen. Danielle und Mick machten sich zu den Kinderaktionne auf, während Maxine und ich uns die Informationsstände unter die Lupe nahmen.

      Mit einer erfolgreichen Züchterin aus Texas geriet ich in ein sehr schönes Gespräch über den Nutzen von POA's. „Mir ist es bei ihnen nicht unbedingt um das Fell wichtig. Klar, die permanent papers sind ein Muss, aber ich weiß nicht, wie groß die Kriebelmückenpopulation bei uns ist.“, erklärte ich der Züchterin. „In England, Richtung Küste hin ist die Wahrscheinlichkeit eher gering. Hier im Inland würde ich nicht unbedingt halten wollen.“ Die Frau erzählte uns von der Plage aus 2013, in der sie fast zehn Tiere einschläfern lassen mussten. Zwar reagierten sie nur allergisch, aber ihre Jungstuten hatten einen allergischen Schock erlitten, der sie für die Zucht und die Nutzung als Reitponys unnütz machte. Es klang brutal, aber das Geschäft mit und um das Pferd war in Amerika und England so brandaktuell wie das Flüchtlingsdilemma in Deutschland, Österreich und Co. „Es ist halt leider so, dass hier in England kein Verband für unsere Ponys existiert. Registrierte Tiere gibt es leider keine.“, sagte die Frau mit traurigem Lächeln. Registriert bedeutete prämiert oder gekört, und 'normale' Ponys gab es nur an die zwanzig. Schließlich musste jedes eingebrachte Tier von einem fremden Kontinent eingetragen werden. „Ich will Sie nicht bedrängen, die Zucht hier zu mobilisieren, aber bedenken Sie nur: in Deutschland gibt es 350 Ponys of the Americas! Und alle im Zuchtverband, das ist eine der höchsten nicht amerikanischen Zahlen weltweit!“, sie grinste triumphal. Ich lächelte eher bedeckt, als sie mir weitere Zahlen und Fakten vorlegte und dann noch auf ihre Verkaufsaktion heute Nachmittag hinwies. Ich bedankte mich, aber insgeheim überlegte ich es mir doch noch drölfmal, dort wirklich ein oder zwei Ponys zu erstehen.

      „Guck mal, die Fohlen!“ Wie Kinder zur Weihnachtszeit strahlten Mick und Dani. Und wirklich; die Fohlen, die auf ihrer kleinen Weide standen und toll herumspielten wollte ich mich am liebsten dem Drang hingeben mich zu ihnen zu setzen und sie zu knuddeln. Unauffällig beugte ich mich zu Maxine vor und wisperte ihr ins Ohr: „Ich denke, so ein Pärchen wäre doch gar nicht so schlecht, oder?“, doch die machte nur schnell pschhh!

      „Wirklich?!“ Mick gab Dani ein Babyhighfive und lachte glücklich. „Oh je, was habe ich nur angestellt?“, fragte ich hypothetisch, als die Kinder mich von einem Halter zum nächsten zogen, auf der Suche nach dem perfekten Paar.
      *
      „Little Miss Universe!“ - „Nein, Toretto Hill!“ „LITTLE MISS UNIVERSE!“ „NEIN, TORETT-“ Rasch mutete ich die Kinder mit einer Hand auf ihren Mündern. „Ruhe! Die Armen sind doch schon total verängstigt!“ Das war eine Lüge. Die beiden Kinder fanden die beiden Ponys total spannend. Little Miss Universe, eine braune Stute mit Spotted Blanket hatte einen sehr lieben, schüchternen Blick drauf, der zusammen mit Toretto Hill, einem Grauschecken, einfach nur wundervoll aussah. Toretto wirke schon eher wie ein wacher und neugieriger Hengst, der ohne Scheu von Mick gekrault wurde.

      Später, am Ende des Tages, ließ ich mir heimlich die Nummer der Besitzerin geben, um über das Paar zu verhandeln.
    • Wolfszeit
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      00.00.0000|Friese
      Ich hatte heute einen langen Tag vor mir, da ich und Simon uns vorgenommen hatten meinen Hengsten mal wieder einen ‚Wellnesstag‘ zu gönnen. Dieser beinhaltete ausgiebige Putzen meiner Lieblinge und ein paar Ausritte. Wirklich arbeiten wollte ich heute mit keinem. Gerade Hall of Fame und die anderen Kandidaten, welche ich gerade für die Zucht vorbereitete hatten sich ein bisschen Ruhe und Entspannung nach dem vielen Training verdient. Simon war wie immer eine willkommene Unterstützung und ich war echt froh, dass er damals mit Rachel in mein Leben getreten war. Ich konnte mir mein Leben ohne ihn, Rachel, Joyce und die anderen gar nicht mehr vorstellen. Alle samt waren mir in den letzten Monaten sehr ans Herz gewachsen und ich wusste auch, dass Joyce und Rachel mehr wie nur Zuchtpartner waren. Sie waren wirklich gute Freundinnen geworden. Ohne sie hätte ich die Schicksalsschläge in letzter Zeit wahrscheinlich auch nicht so einfach weggesteckt.

      Simon war wie immer motivierter als ich aber das war ja auch keine Kunst. Ich wollte mir als erstes meinen Liebling The Cirle of Unbroken vornehmen und Simon wollte sich ein bisschen um Ameer kümmern. Ich hatte den kleinen genauso wie jedes meiner Pferde sehr ins Herz geschlossen und freute mich für ihn, genauso wie für alle, über den heutigen Tag. Ich putzte Circle bis er wieder glänzte wie eine Speckschwarte. Er schien dies auch sichtlich zu genießen und schnaubte oft ab. Irgendwann fing er dann auch ganz entspannt an zu dösen und streckte seinen Kopf nur noch selten nach vorne. Der Hengst war einfach wieder wo ganz anders mit seinen Gedanken und das war auch nicht schlimm. Nach seiner Vergangenheit war ich wirklich froh, dass er immer noch einen Charakter aus Gold hatte. Mein Blick schweifte immer wieder zu Simon. Dieser hatte den kleinen Hengst wirklich auf Hochglanz poliert. Sein schwarzes Fell hatte nun wieder einen ganz besonderen Glanz und auch er schien sichtlich zufrieden. Aber auch Simon hatte ein Lächeln im Gesicht, welches zeigte, dass er sehr zufrieden mit seiner Arbeit war. Wir kratzen noch die Hufe der beiden aus, wofür ich meinen großen Liebling leider auch wieder aus seinen Träumen reißen musste. Nachdem wir damit fertig waren, kamen die beiden in ihre Boxen. Auf der Weide waren sie heute schon gewesen, da wir sie im Morgengrauen schon raus gestellt hatten.

      Als nächstes standen Hall of Fame und Chester auf der Liste. Draußen sah es eher aus als hätten wir Herbst und nicht kurz nach Silvester. Es lag kein Schnee, sondern dichter Nebel zog sich über die Weiden. Während wir auf die Weiden zugingen unterhielten wir uns über die Planung der nächsten Tage, die kommenden Turniere und welche Pferde denn bald zur Zucht eingesetzt werden konnten. Ich schlenderte auf meinen Hengst zu, welcher mir zur Begrüßung seinen warmen Atem ins Gesicht puste. Ich umarmte seinen Hals kurz und nahm ihn dann an den Führstrick. Ich ging zum Tor und verließ mit ihm die Weide. Die Begrüßung bei Chester und Simon viel nicht so herzlich aus, aber das war auch nicht zu erwarten. Das war beim Großteil der Pferde so. Keines war so ein Herzenspferd wie Hall of Fame. Er kam bei jedem gut an und mochte eigentlich auch immer jeden. Gemeinsam liefen wir zum Stall, dort putzte ich den Hengst ausgiebig und sah immer wieder zu Simon. Er schien keine Probleme mit dem Warmblut zu haben. „ Wollen wir mit den beiden gleich raus?“ fragte ich ihn und er nickte. „ Du wolltest ja eh mit Hall raus. Das weiß ich auch ohne dass du es sagst“ meinte er dann lachend. „ Gar nicht wahr!“ protestierte ich kurz, doch ich wusste natürlich, dass Simon rechte hatte. Wir holten das Sattelzeug der beiden Hengste und machten sie dann soweit fertig. Draußen stiegen wir auf und ritten von dem gepflasterten Hof auf einen kleinen Nebenweg. Ich ließ meinem Hengst die Zügel lang und er streckte sich entspannt ab. Genauso machte es Simon auch und Chester nahm seinen Kopf auch kurz runter, jedoch schnaubte er nicht ab. Ihm war das ganze anscheinend nicht ganz so Geheuer. Eigentlich war er es ja gewöhnt von anderen Leuten geritten zu werden. Vielleicht hatte er einfach einen schlechten Tag, soll auch mal vorkommen. Wir gingen eine große Runde, welche zum Großteil aus Schritt bestand. Die kleineren Passagen waren einmal Trab und kurzer Galopp am langen Zügel, damit die beiden sich auch austoben konnten. Wieder am Hof angekommen putzten wir die beiden nochmal ausgiebig und brachten sie dann auch in ihre Boxen.

      Wir holten Aldaire und Galawayn aus ihren Boxen und lobten sie dann. Aldaire war noch nicht lange auf unserem Hof und so wollten wir auch mit den beiden Hengsten nur ein bisschen mit den beiden ins Gelände. Als erstes holte ich das Putzzeug der beiden und Simon band die Hengste an. Zwei wirklich tolle Tiere. Stattliche Berberhengste, welche unsere Zucht kräftig unterstützen sollten. Ich ging zu Simon und wir begannen beide die zwei zu putzen. Dann holten wir das Sattelzeug und machten sie fertig. Das Putzen hatte mal wieder lange gedauert, da sie es ja genauso verdient hatten wie die anderen und auch glänzen sollten wie die anderen beiden. Ich lobte meinen Hengst und stieg dann auf dem Platz auf seinen Rücken. Wir wollten die beiden dort erstmal warmreiten, damit Aldaire sich auch schon ein bisschen an diesen gewöhnen konnte. Ich klopfte sanft seinen Hals und sah dann wieder zu Simon. Dieser lobte Gala auch ein paar Mal und nachdem die Hengste warm waren und sich beruhigt hatten, ritten wir in das Gelände. Dort ritten wir den Großteil am fast langen Zügel. Die beiden sollten einfach nur ein bisschen entspannen und gerade Aldaire sollte sich an die Umgebung gewöhnen. Bald würde es auch für ihn mit dem Training losgehen, doch das hatte noch Zeit. Wir sprachen ein bisschen über alles mögliche was so die letzten Tage passiert war. Ich lobte Aldaire immer wieder und schließlich trabten wir dann auch eine Runde und die zwei schnaubten kräftig ab. Sanft klopfte ich danach seinen Hals nochmal und am nächsten Hang parierten wir durch. Nachdem wir wieder auf der Geraden waren, galoppierten wir wieder an. Dies geschah auch alles am langen Zügel und ich merkte, dass der Hengst großen Spaß hatte sich endlich bewegen zu können. Galawayn schien auch Lust an dem Ausritt zu haben. Ich klopfte sanft nochmal den Hals des Hengstes und parierte ihn schließlich durch. Wir ritten die beiden im Gelände noch ab und putzten sie dann. Wie die anderen kamen sie auch in ihre Boxen.
      Die nächsten beiden waren Hollywood King Gun und San Diago. Ich wollte Husky reiten, da er nicht gerade einfach war und Sanny heute auch Ruhe bekommen sollte. Gemeinsam putzten wir sie und ich lobte meinen Hengst immer wieder. Wir machten die beiden Hengste für den Platz fertig und führten sie dann aus. Die beiden waren für ihre Verhältnisse noch sehr ruhig, doch der Schein konnte auch trügen. Ich klopfte Husky nochmal den Hals und stieg dann auf dem Platz auf seine Rücken. Mittlerweile war es dunkel geworden und wir hatten das Flutlicht auf dem Platz anmachen müssen. Auch Sanny stieg auf den Rücken des gefleckten Hengstes. Wir ritten die beiden nebeneinander warm und fingen dann wieder mit den Übungen an. Die beiden sollte wenigstens ein bisschen Arbeiten. Nicht viel aber das bisschen würden sie auch aushalten. Die Arbeit hielt sich auch in Grenzen und die Hengste hatten sich nicht viel anzustrengen. Wir ritten danach wieder ab und brachten die beiden zu den anderen in den Stall. Coming Home stand bereits schon im Stall und ich putzte ihn auch noch kurz. In der Zwischenzeit räumte Simon den Stall auf und versorgte die anderen Pferde. Ich brachte den Hengst danach auch wieder in seine Box und ließ auch ihn fressen. Danach gingen ich und Simon ins Haus und aßen noch ein bisschen.
    • Wolfszeit
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      Black Lemontree Distanz E auf A, Aldaire "umschulen" auf Western, Enjoy Nature Einreiten (Western)
      Veija - 21. März 2016
      Genervt zog ich meinen Koffer, oder besser meine beiden Koffer hinter mir her und starrte den Flieger an. Ich hasste fliegen wie die Pest. Es gab fast nichts schlimmeres für mich.. doch als Trainerin hatte ich mir da dann doch den falschen Job ausgesucht. Schließlich hatte ich auch Kunden fernab von Kanada.. wollte ich zu ihnen, musste ich fliegen. Und was war denn besser? Dass die Pferde zu mir kamen, oder ich zu den Pferden? Dann definitiv ich zu den Pferden, dachte ich seufzend und schmiss meine Koffer auf das Kontrollband. Natürlich konnte ich den Koffer, in dem sich meine Sporen etc befanden öffnen, weil die Trottel am Flughafen damit nichts anfangen konnten. Auch mein Trainerausweis verhalf ihnen nicht weiter, so dass sie sich nach einer 10- Minütigen Predigt von mir, wofür die Sporen da waren, doch geschlagen gaben und mich durchließen. "Trottel..", murmelte ich als ich auf dem Weg zu einem Sitzplatz war. Als es laut wurde schaute ich nach draußen. Eine andere Maschine war gelandet. Unwillkürlich lief mir ein Schauder über den Rücken. Ach was, dachte ich mir. So viele Menschen müssen wegen ihres Jobs tagtäglich fliegen.. stell dich nicht so an. Dann war es auch so weit. Eigentlich wollte ich sofort losgehen, doch draußen zog ein Pferd meine Aufmerksamkeit auf sich. Egal wie viele Männer um das Tier herumstanden, sie bekamen es nicht beruhigt. Entgegen meiner Vorsätze huschte ich nun zwischen den Leuten hindurch runter zu diesem Pferd. Natürlich wollten sie mich wegscheuchen und sagten mir ständig, dass ich hier nichts verloren hatte. Doch immer wieder sagte ich ihnen, dass ich Trainer sei und ihnen doch nur helfen wollte. Nach einer gefühlten Ewigkeit löste sich die Menschenmenge um das Pferd herum und ich konnte hin zu seinem Kopf, riss dem unfähigen Mann den Strick aus der Hand und ließ den aufgebrachten Hengst am kurzen Strick kleine Runden um mich gehen. "Goood boy", sagte ich immer wieder gefolgt von einem "Eaaaasyyy." Glücklicherweise musste der Hengst nur noch in einen Anhänger und nicht auf ein Flugzeug, von wo er gerade kam. Immer wieder beruhigte ich ihn und ließ ihn in die andere Richtung um mich herumlaufen. Wollte er stehenbleiben, schickte ich ihn weiter, denn anders würde er sich nicht beruhigen. Als ich dann jedoch sah, dass er erschöpft mit den Ohren zuckte ließ ich ihn langsamer werden, bis er stehenblieb. Dann streichelte ich seinen verschwitzten Hals. Als ich einen Blick nach oben ans Fenster warf, standen dort einige Leute, die mir zugeschaut hatten. Werbung... dachte ich und sofort als der Mann von eben nach dem Stirck greifen wollte, riss der Hengst den Kopf hoch und sprang nach hinten. Der Strick rutschte durch meine Hände, doch ich bekam das Tier gerade noch so gehalten. "Eaaassyyy", sagte ich wieder und ging langsam auf ihn zu, um ihn zu beruhigen. "Ich glaube ich für den lieber in den Hänger, nicht wahr?", sagte ich neckend und ging mit dem nervösen Hengst zwischen den ganzen unfähigen Männern durch zum Hänger. "Alright boy, it's okay", erklärte ich ihm einige Male, ehe er in den Hänger ging. Ich schloss die Stange, band ihn vorne an und schloss die Rampe. "Alright", sagte ich zu den Männern, klopfte mir die Hände an der Hose ab und stapfte zu meinem Flieger. Die Jungs starrten mir mit offenem Mund hinterher- und das sollten sie auch. Ein Pferd zu beruhigen war kein Kunststück. Es mit 10 Mann einzuengen war dagegen schon eine selten dämliche Idee.

      Im Flieger angekommen wollte ich den Flug über eigentlich schlafen. Doch kaum waren wir in der Luft, bereute ich, dass ich keinen Sitznachbarn hatte. Ständig setzten sich Leute neben mich, die wissen wollten, wie ich das eben mit dem Pferd gemacht hatte. Kurz seufzte ich und erklärte allen das Selbe: Das Pferd hatte sich eingeengt gefühlt von den ganzen Menschen um sich herum. Ich hatte einfach nur seinen Strick genommen und es um mich herum laufen lassen und mit ihm geredet, damit es sich auf mich konzentrierte und nicht mehr auf die Männer. Als es sich dann vollkommen auf mich fixiert hatte, konnte ich es auch in die andere Richtung schicken und es wurde langsam ruhiger. Doch stehenbleiben durfte der Hengst erst, wenn ich es wollte. So musste er ein wenig erschöpfter trotzdem weiterlaufen. Die Männer hatte er komplett ausgeblendet. Und als er anfing wirklich ruhiger zu werden, durfte er stehenbleiben, erklärte ich lächelnd und verteilte ein paar Leuten meine Visitenkarten. Vielleicht sollte ich mal ein paar Kurse auf meiner Ranch geben.

      Als wir fast da waren, setzte sich ein kleines Mädchen neben mich, die mir erzählte, dass ihr Pferd gestorben war. "Das tut mir Leid", sagte ich ihr. Sie fragte daraufhin, ob ich ihr nicht ein paar Bilder meiner Pferde zeigen wöllte. "Na klar, warte", sagte ich und zückte mein Handy, wo ich natürlich den Flugmodus drin hatte und öffnete meine Bilder, damit ich ihr alle meine Pferde zeigen konnte. Sie war begeistert! Besonders gefiel ihr der schicke Isländerhengst Skrudi, aber auch Wimpys Little Devil begeisterte sie. "Kann man bei dir auch Reitferien machen?", fragte sie mich dann und ich schaute sie zunächst nur verwirrt an. "Weißt du, eigentlich nicht. Das sind Sportpferde die ich habe, keine normalen Schulpferde. Aber ich denke, wenn du mich mal besuchen kommen willst, finde ich auch ein schickes Pferd für dich", erklärte ich ihr und sah, wie sie über beide Ohren grinste, aufstand und ihre Eltern mit zu mir brachte. Ich gab ihnen eine Visitenkarte und erklärte auch ihnen, dass ich eine Schul- sondern Hochleistungssportpferde hätte, ich aber bestimmt ein Pferd für deren Tochter hätte. Zufrieden nickten sie, ehe sie sich bedankten und wieder auf ihre Plätze gingen, da der Flieger bald landen würde. Endlich!! Dachte ich mir und schloss die Augen. Vielleicht konnte ich doch noch beim Landen schlafen. So war es dann auch. Am Boden angekommen weckte mich eine nette Dame, mit der ich mich während dem Flug unterhalten hatte.

      Ich stieg aus dem Flieger aus und ging zum Gepäck, wo ich auch gleich Catalina sah, die ein riesiges Schild mit meinem Namen hochhielt. Was noch darauf war? Eine gemalte Silouette eines Pferde, was einen Sliding Stop hinlegte. Auf dem Pferd war eine Reiterin mit wehenden Haaren und einem Westernhut. "Du bist verrückt", sagte ich lachend und schnappte mir meine Koffer. Als wir das Gebäude verließen und zum Auto gingen, saß ein Mann im Auto, der sich als Clarence Hoult vorstellte. Während der Fahrt zählte ich nochmal auf, was ich alles machen musste. "Also Black Lemontree in Distanz von E nach A bringen, Aldaire die Westernreitkunst ein wenig näher bringen und Enjoy einreiten und erste Lektionen der Reining beibringen, oder?" "Jap", sagte Catalina und schon fuhren wir auf den Hof. Clarence nahm meine Koffer und brachte sie in mein Zimmer, während Cata mich kurz auf dem Hof herumführte. Natürlich blieben wir eine ganze Weile bei Steel, ehe wir zu Enjoy gingen und ihn aufhalfterten. Da ich sowieso schon nach Pferd roch, konnte ich auch gut in diesen Klamotten mit dem Hengst arbeiten. "Er ist groß geworden.. und breit", sagte ich lachend. Catalina hatte schon ein wenig mit ihm gearbeitet, was man an den Muskeln sah. Longiert wurde er schon ein paar Mal, weshalb ich sofort zum Round Pen gehen konnte und ihn longieren konnte. Er kannte mich zwar noch, doch es hatten sich ein paar Fehler eingeschlichen. So drehte er zum Beispiel seinen Hintern immer nach innen. "Joy!", sagte ich tadelnd und legte die Peitsche an seine Flanke und drückte ihn somit leicht nach außen. Das klappte auch eine ganze Weile so, bis er beim angaloppieren einfach stehenblieb. Erneut legte ich die Peitsche an seinen Körper und übte ein wenig Druck aus. Enjoy hatte wohl keine Lust mehr, denn seine Ohren lagen blitzschnell flach am Kopf, ehe er in meine Richtung austrat. Ebenso blitzschnell, wie er die Ohren angelegt hatte, knallte ich ihm die Peitsche gegen die Flanke mit dem Kommentar: "Lass den Mist!" Sofort sprang Joy ein paar Schritte erschrocken im Galopp nach vorne, ehe er dann doch endlich gleichmäßig galoppierte. "Siehst du Cata, denk mal was die Steigbügel an seinen Bauch geknallt wären grade.. das hätte bestimmt wehgetan", sagte ich zu ihr und sah ihren zerknirschten Gesichtsausdruck. "Das konnte ihm nicht wehgetan haben.. Guck den Pferden mal auf der Koppel zu wenn die sich beißen oder treten.. ", versicherte ich ihr und wechselte noch ein paar Mal die Seiten, ehe ein erschöpfter Joy den Kopf hängen ließ und endlich so schön locker trabte, wie ich ihn haben wollte. Somit war das Training für heute vorbei. Catalina schmiss mir ein Lekerli rüber, was ich ihm sofort gab, ehe wir den Round Pen verließen und Joy in die Box konnte. "Meinst du, du könntest ihn morgen früh schon longieren? Dann kann ich mit Lemontree auf dem Platz ein wenig arbeiten und einen kleinen Ausritt starten.", fragte ich sie, ehe ich Joy das Halfter abnahm und ihm kurz den Hals klopfte, ehe ich die Boxentür schloss. "Klaro, mach ich dir", sagte Cata und so gingen wir ins Haus, wo der "Herr des Hauses" uns etwas zu essen gemacht hatte. Schließlich war es schon 23:00 Uhr. "Also der Plan für morgen.. ?", fragte ich die beiden doch Cata gab mir zu verstehen, dass ich weiterreden sollte. "Okay..", fing ich an: "Cata du longierst Enjoy ja morgen früh.. und scheu dich wirklich nicht, ihm auch mal eine zu knallen, wenn er wieder austritt. Das hat er nicht zu machen.", erklärte ich ihr ruhig, ehe ich Clarence ansah, den ich fast "Clare" genannt hatte. "Könntest du mir Aldaire morgen mittag longieren und mit Westernausrüstung satteln? Wenn er schon eingeritten ist und englisch ordentlich läuft, kannst du ihm einfach die andere Ausrüstung rauflegen.", erklärte ich ihm. "Dann longier ihn bitte.", sagte ich weiter. "Ich schnapp mir Morgen Lemontree und geh ein wenig auf den Platz, bevor ich eine Runde im Gelände drehe. Wenn ich zurück bin, mach ich mit Joy weiter. Nach dem Mittagessen dann mit Aldaire. Okay?", fragte ich die zwei und sah in zustimmende Gesichter. "Gut.", sagte ich fröhlich. "Gute Nach ihr zwei", verabschiedete ich mich dann und ging in mein Zimmer, wo ich mich flink umzog und todmüde ins Bett fiel.

      Am nächsten Morgen war ich schon um 7 Uhr auf den Beinen. Schließlich hatte ich viel zu tun. Blacky stand auf der Koppel und ließ den Chef raushängen, weil er alle anderen Pferde vom Heu verjagte. Seufzend schüttelte ich den Kopf. Ich konnte solch dominante Pferde nicht so wirklich leiden, auch wenn ich selbst genug davon hatte. Warum? Weil sie die Menschen auch ständig testeten. Immer wieder wollten sie beweisen, dass sie auch über dem Menschen stehen konnten und Chef sein wollten. Nachdem ich ihn ein paar Mal gerufen hatte, kam er auch zu mir und ließ sich willig aufhalftern. Ich führte ihn von der Koppel zum Putzplatz, wo ich ihn anband und putzen wollte, doch der Hengst tänzelte ständig hin und her. "Ey!", fauchte ich ihn einmal an, als ein anderes Pferd wichtiger war als ich und er mich einfach zur Seite stieß. Mit meinem Ellenbogen stieß ich ihm in die Rippen, damit er wieder rüberging. Was hatte ich eben über dominante Hengste gesagt? Das war ein gutes Beispiel.

      Nachdem ich ihn dann doch irgendwann fertig geputzt und gesattelt hatte, schnappte ich mir eine Longe und ging mit ihm auf den Platz. In der ferne sah ich Catalina, die mit Enjoy kämpfte, der wohl heute wieder einen schlechten Tag hatte. Auf dem Platz angekommen gurtete ich Blacky nach, ehe ich ihn ausgiebig longierte und schaute, wie viel Kondition er hatte. Da es nicht sonderlich viel war, konnte ich ihn nicht lange longieren, bevor er vor sich hin schnaufte. Also nahm ich die Longe ab und setzte mich in den Sattel, um einen kleinen Ausritt zu wagen. Im Gelände verhielt er sich ganz anders, wie eben beim Putzen. Hier war er eher der ruhige Vertreter, weshalb wir einen schönen Ausritt hatten und nach einer guten Stunde wieder da waren. Cata war fertig mit Joy und hatte ihn in seine Box gestellt, damit ich ihn nicht nochmal putzen musste. Also drückte ich ihr Blacky in die Hand und schnappte mir Joy, samt Pad und Sattel und ging zum Round Pen. Ich klickte eine Longe in sein Halfter und hielt ihn locker an dieser fest, ehe ich das Pad von der Stange nahm und es Joy zunächst zum Schnuppern hinhielt, ehe ich es auf seinen Rücken schmiss. Westernpferde waren da nicht so empfindlich, weshalb er nur kurz mit den Ohren zuckte und es sich dann gefallen ließ. Ich nahm das Pad ein paar mal von seinem Rücken und legte es wieder hoch, während ich es auch an seiner Brust, seinem Bauch und seiner Flanke vorbei strich, damit er sich an das Gefühl gewöhnte. Zwar lagen seine Ohren ab und zu flach am Kopf, doch ansonsten regte er sich nicht. Ich ließ die Longe zu Boden sinken und gab ihm mit dem Befehl: "Whoa", zu verstehen, dass er stehenbleiben sollte, während ich den Sattel holen ging.

      Zu meiner Verwunderung blieb er wirklich stehen und ich konnte ihn am Sattel riechen lassen, ehe ich ihn mit Schwung auf seinem Rücken platzierte. Joy machte einen Ausfallschritt von mir weg, doch da ich damit gerechnet hatte, griff ich nach dem Sattelhorn und hielt den Sattel oben. Dann hob ich die Longe wieder auf und machte mich daran, den Sattelgurt zu zu machen. Joy blieb soweit ruhig, auch als ich den Sattelgurt anzog stand er noch entspannt vor mir. Ich gurtete nur so fest zu, damit der Sattel nicht runterrutschte. Dann schickte ich ihn mit Schwung von mir weg und sofort merkte er, wie etwas an seinen Bauch schlug, weshalb er ein paar Bocksprünge machte- doch daran musste er sich gewöhnen. Nach und nach wurden seine Schritt immer ruhiger und auch die Steigbügel hingen lockerer an seinem Bauch. Nach einer guten Stunde waren wir fertig und ich sattelte ihn am Putzplatz ab und brachte ihn auf die Koppel, denn er hatte sich wirklich eine Pause verdient.Dann gab es Mittagessen, bei dem wir uns redlich amüsierten. Clare, wie ich ihn so liebevoll nannte, longierte Aldaire für mich, so dass ich mich ein wenig ausruhen konnte. Dann ging es wieder an die Arbeit: ich freundete mich ein wenig mit Aldaire an, ehe ich ihn sattelte und auf den Platz ging. Es regnete zwar nicht, aber es sah stark danach aus, weshalb ich zügig nachgurtete und mich dann in den Sattel schwang. Ich sollte ihm die Westernreitkunst ein wenig näher bringen, was nicht so einfach war, wie ich dachte, denn kaum ließ ich die Zügel lockerer, rannte er los. Seufzend nahm ich sie also wieder an und trabte ihn ganze Bahn, wobei ihm das Aussitzen auch nicht gefiel. Ich war mir nicht so sicher ob es so sinnvoll war, ihn in Western zu fördern, doch heute war schließlich erst unser erster Tag.

      Der Abend verlief relativ unspannend und die nächsten Tage ritt ich mit Blacky sehr viel aus und powerte ihn an der Longe aus, Joy wurde mit Sattel und schließlich mit Trense longiert und mit Aldaire übte ich das Laufen am lockeren Zügel, wobei ich ihn auch einige Male ausgebunden longierte- ebenso nicht ausgebunden mit locker am Knauf befestigten Zügel.

      Mit Blacky ritt ich nach und nach einige Kilometer, so dass er solide auf der Stufe A laufen konnte!

      So konnte ich mich an den letzten Tagen viel um Joy und Aldaire kümmern. Aldaire konnte ich nun am lockeren Zügel reiten und auch auf Schenkelhilfen reagierte er sehr fein, so dass ich ihn auch abhaken konnte.

      Langsam und Schritt für Schritt brachte ich Joy den Reiter näher und galoppierte am letzten Tag frohen Mutes über den Platz.

      Nächsten Monat würde ich wiederkommen und ihn in der Reining trainieren, doch bis dahin durfte er noch ein wenig Pferd sein.

      Nachdem ich am Abend meine Sachen gepackt hatte, verabschiedete ich mich von Clare und wurde von Catalina zum Flughafen gefahren, wo ich mich wirklich beeilen musste, um meinen Flug nicht zu verpassen. "Bis zum nächsten Mal!"
      15780 Zeichen, by Veija
    • Wolfszeit
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      02. 06.2016|Gwen
      Stangenarbeitskurs
      Aus privaten Gründen hatte ich den Kurs bezüglich der Stangenarbeit leider zwei Wochen verschieben müssen und so rutschte er nun in den Juni. Zu meinem Glück hatte das aber meine Teilnehmer nicht gestört, da ich sie auch früh genug informiert hatte und so jeder umplanen konnte. Heute war es dann aber endlich so weit: Die Boxen und Gästezimmer waren bezugsbereit und für ein Gastpferd hatten wir einen kleineren Offenstall hergerichtet.
      Nun war es inzwischen nach 15 Uhr und so langsam würden wohl alle nacheinander eintrudeln. Als erstes durfte ich Verena begrüßen, welche auch einen weiteren Gast mitgebracht hatte: Octavia. „Herzlich Willkommen auf Townsend Acres!“, meinte ich grinsend, denn die beiden waren schon so etwas wie Dauergäste. Ich begrüßte beide kurz und half dann beim Ausladen der mitgebrachten Paintstute. My sweet little Secret hieß sie und war an sich ein Engel auf vier Hufen, hatte aber so ihre Problemchen.
      „Was wäre auch ein Kurs ohne Problempferd“, lachte und ich und führte die drei zu der Gastbox, wo Sweet sich wie zu Hause fühlen konnte. Als das Pferd angekommen war, waren auch die Zweibeiner dran. Für Verena und Octavia hatte ich ein Zwei-Mann-Zimmer vorbereitet, welches ich ihnen nun zeigte. „17 Uhr ist Besprechung und 18 Uhr gibt es Abendessen, bis dahin könnt ihr erst einmal ankommen!“, verabschiedete ich mich und eilte schon wieder hinunter, denn Cooper schien anzukommen.
      Auch sie nahm ich herzlich in Empfang und half ihr bei ihrem Prachtstück an Berberhengst namens Aldaire. Cooper hatte immer den kürzesten Weg, wobei Verena es auch gut getroffen hatte. Beide lebten auch in Kanada und das war nichts im Vergleich zu der guten Kira, die aus Deutschland anreisen würde.
      Ich begleitete Cooper gerade samt Pferd in den Stall, als dann auch tatsächlich Kira schon auf den Hof fuhr, deshalb tippte ich Elisa an und bat sie, Gast Nummer vier in Empfang zu nehmen. „Zanaro hat die Box ganz vorne und Kira hat Gästezimmer acht“, meinte ich knapp und zeigte dann Cooper die Box ihres Hengstes. Alle Pferde hatten einen großen Paddock an der Box und konnten auch morgen theoretisch den gesamten Tag auf die Weiden. Für heute sollten sie aber ruhig erst einmal ankommen und sich ausruhen dürfen, ehe noch mehr Aufregung anstand.
      Als letztes traf ein ganz neues Gesicht in der Reiterszene ein: Svejn Álfarsson. Er hatte sich keine Mühe machen müssen, sich mit allen bekannt zu machen, denn durch den Tod der Alistairs, hatte sich alles wie ein Lauffeuer verbreitet. „Herzlich Willkommen auf Townsend Acres!“, begrüßte ich ihn herzlich und zeigte ihm den Offenstall für seinen Riesen Thjalfe. Also an sich war das Pferd nicht zwingend riesig, aber er war schlichtweg sehr robust und breit.
      Nachdem der Hengst sein neues Heim betrachtet hatte, zeigte ich Svejn sein Gästezimmer. Dabei trafen wir auch auf Verena und Octavia, die nach ihrem Pferd schauen wollten und siehe da, unsere Gäste kannten sich sogar schon! „Na ja, also theoretisch sind wir zusammengereist, aber es gab da jemanden, der vergessen hatte zu tanken“, meinte Verena grinsend und klärte mich auf, dass Svejn samt seinen Pferden sogar auf der Gips Reminder Ranch stand.
      „So klein ist die Welt“, meinte ich lachend und ließ dann alle erst einmal in Ruhe, es würde gar nicht mehr lange bis zur Besprechung dauern und bis dahin wollte ich noch den Saal vorbereiten. Die Mappen mussten noch ausgeteilt werden und jeder bekam wie immer ein kleines Präsent und natürlich Wasser. Pünktlich um 17 Uhr trafen alle ein und nahmen Platz.
      Die Neugierde gewann schnell die Überhand und alle blätterten begeistert durch die Mappen, welche gefüllt waren mit Trainingsvorschlägen und vor allem vielen Zeichnungen zur Stangenarbeit. Ich hörte öfters ein „Oh!“ oder ein „Ah!“, bis ich dann doch um Aufmerksamkeit bat, denn ich hatte auch extra eine kleine Präsentation vorbereitet.
      „Also den Inhalt werdet ihr euch noch früh genug anschauen dürfen und reiten dürft ihr das auch alles mal, aber vorerst eine kurze Erklärung…“ und schon legte ich mit meinem Vortrag los. Der ging jedoch nur eine Viertelstunde und klärte meine Teilnehmer darüber auf, was das Ziel des Kurses war und womit sie rechnen konnten. Ich versprach auch Verena, dass ich versuchen würde, möglichst gut auf ihre Stute einzugehen, dieser Kurs jedoch an die Arbeit vom Sattel aus angeglichen war.
      Dennoch sah ich da generell kein Problem, wir würden das mit Sweet schon hinbekommen. Auch der Rest wirkte sehr motiviert und war gespannt auf Morgen. Für heute hieß es dann aber erst einmal Abendessen und Ruhe für alle, sie würden sicherlich mit der Mappe beschäftigt sein. Ich hingegen studierte noch einmal die Anmeldungen, um im Voraus schon etwas über die Pferde zu erfahren.

      Der nächste Tag ging entspannt mit dem Frühstück los und um 10 Uhr fand die erste Trainingseinheit statt. Diese würden wir zusammen machen, denn ich wollte meine Reiterpaare erst einmal kennenlernen, ehe es dann heute Nachmittag an die Einzelarbeit gehen würde. Für die erste Stunde hatte ich mir auch eine ganz spezielle Idee ausgedacht: Das Nikolaushaus.
      Von mir stammte dieser Aufbau nicht, aber er war ideal als Einleitung in die Stangenarbeit. So baute ich also das Haus vom Nikolaus zweimal in der Halle auf, während die Kursteilnehmer ihre Pferde sattelten. Pünktlich um zehn standen alle vier Gäste plus Elisa auf Tenacious in der Halle. Letztere sollte als mein lebendes Beispiel dienen. Wir hatten schon vor einer Woche alles geübt und so würde es den Teilnehmern leichter fallen, meinen Erklärungen zu folgen.
      Zuerst stellte ich das Nikolaushaus vor, welches aus insgesamt sechs Stangen bestand. Einem Quadrat, das Haus, und den zwei restlichen Stangen als Dach, welches oben eine kleine Öffnung besaß, aus welcher durch drei Pylonen der „Rauch“ aufstieg. Meine Teilnehmer schienen sehr angetan von der Idee zu sein.
      Ich hatte das Haus zweimal aufgebaut, da wir zum einen genügend Platz bei Elisa in der Halle dafür hatten und so auch die Teilnehmer besser arbeiten konnten. Dafür spannte ich indirekt Elisa ein, welche mit Cooper und Svejn eine Gruppe bildete, während ich mir zuerst einmal Verena und Kira vornahm. Octavia schaute dem ganzen Spektakel von der Bande zu, sie würde ich später eventuell in der einzelnen Stunde einbauen, je nachdem wie Sweet sich machte.
      Zu Beginn bestand unsere Arbeit daraus, dass das Haus von allen Seiten einfach einmal im Schritt durchritten wurde. Nichts großartig kompliziertes, aber die Pferde sollten es kennenlernen. Zanaro machte das auch wirklich wunderbar mit, obwohl er erst seit kurzem unter dem Sattel war. Aus diesem Grund stellte er auch schnell für Sweet das Leitpferd dar, denn er ging vor und sie sollte direkt hinterher. Maximal zwei Stangen hintereinander klappten auch bei ihr ganz gut.
      Ich bat meine Gruppe, dass sie noch einmal alle Seiten durchgingen, so dass Sweet Vertrauen in die Stangen gewann, während ich kurz zur anderen Gruppe lief. Dort zeigten sich die Teilnehmer auch sehr aufmerksam. Coopers Berberhengst schien sichtlich Spaß an den Stangen zu haben, auch wenn er teilweise seine Beine noch etwas übertrieben anhob, aber lieber so, als dass er sie schleifen ließ. Das tat nämlich Thjalfe und haute gerne mal eine Stange um.
      „Erhöhe das Tempo, treib ihn also mehr vorwärts und wirklich auf die Stange zu und über sie drüber“, erklärte ich und motivierte Thjalfe noch durch meine Stimme. Sobald der Hengst ein wenig fleißiger wurde, bekam er auch seine Beine über die Stange. Bisher sah das auch noch sehr gut aus, Svejn warnte mich nur, dass der Hengst sehr grobmotorisch sei. „Deshalb seid ihr ja hier, wir machen das schon“, beruhigte ich ihn lachend und sprach mich kurz mit Elisa ab.
      Denn nun kamen die richtigen Übungen. Wir begannen einfach mit dem Einreiten ins Quadrat über die Türschwelle (die unterste Stange) und dann über die Dachrinne hinaus durch die Pylonen. Zanaro machte es vor und Sweet nach, theoretisch. Die beiden Stangen waren kein Problem, aber von den Pylonen war die Paintstute nicht sonderlich angetan und sprang lieber zur Seite. Also schickte ich sie wieder zusammen mit Zanaro durch. Das Ganze zweimal, bis ich sie alleine durchschickte.
      Ich merkte aber, wie Sweets Konzentration allmählich nachließ. „Gehst du mit ihr mal auf den hinteren freien Zirkel? Einfach ein bisschen Schritt-Trab-Übergänge und ein paar Volten und Handwechsel einbauen, damit sie wieder wach wird“, bat ich Verena und sie nickte nur bestätigend. Sweet mussten wir eine Pause von den Stangen gönnen, so viel Konzentration besaß das junge Pferd noch nicht.
      Zanaro konnte sich stattdessen nun an den beiden Volten durch die Hausecken beweisen. Das erste Mal klappte gar nicht, er war zu motiviert und raste im Schritt förmlich durch die Stangen. Beim zweiten Mal war er aber direkt klüger und konzentrierte sich auf Kiras Hilfen. Die engen Wendungen verhinderten außerdem, dass er zu schnell wurde und so konnte Kira die Aufgabe auch schon schnell im Trab durchreiten.
      Elisa erklärte es den anderen beiden ähnlich, machte es mit Tenacious vor und der Rest machte es nach. Aldaire zeigte sich bisher von seiner besten Seite, doch auch Cooper bat ich, ihm die Abwechslung zu geben, ab und an auf den Zirkel zu gehen und ihn zu beschäftigen, sonst wurde dem doch sehr klugen Hengst schnell langweilig.
      Wie zu erwarten fielen Thjalfe die engen Wendungen schwer, weshalb Svejn erst einmal eine große Volte reiten sollte, in der er einfach zwei Stangen mitnahm und dem Hengst so viel Platz zum Ausbalancieren gab, wie er benötigte. Dann verkleinerten wir den Kreis immer mehr, bis auch die vorgesehene Volte klappte. Svejn hatte lediglich allerhand zu tun, denn er musste seinen Hengst aufmerksam an den Hilfen halten und durfte keinen Moment unaufmerksam werden.
      Ich kehrte zurück zu den anderen beiden und arbeitete mit Sweet. Tendenziell sollte sie auch über Stangen geritten werden, der Vorteil des Kurses war jedoch, dass ich auch vom Boden aus mit ihr arbeiten konnte, während Verena im Sattel saß. Wir beschäftigten Sweet intensiv und ließen ihr gar keine Gelegenheit, sich auf etwas Anderes zu konzentrieren als die Stangen.
      Ich lief vorne weg und Verena ritt mir nah hinterher. Sweet konzentrierte sich auf mich und folgte mir. Dennoch blieben wir bei ihr bei den einfachen Aufgaben, welche maximal zwei Stangen beinhalteten und so entließ ich Verena auch schon etwas eher. „Das hat sie schon super gemacht und wir arbeiten dann in der Einzelstunde weiter“, meinte ich lächelnd.
      Für den Rest war noch eine Viertelstunde Trab- und Galopparbeit eingeplant, die würde Sweet gnadenlos überfordern und da sie bisher ihre Aufgabe so gut gemacht hatte, hatte sie eine Pause verdient. Ich bildete hingegen eine Abteilung, was lachend zur Kenntnis genommen wurde. Bei allen Reitern war es ewig her, dass sie in einer Abteilung geritten waren.
      Den Anfang machte Elisa mit Tenacious. An zweite Stelle packte ich direkt Thjalfe, damit der Kaltblüter eine Motivation hatte, weiter hinten würde er irgendwann nur noch langsamer werden. Dann folgte Zanaro und das Katzenauge am Ende bildete Aldaire. Da Zanaro noch so frisch eingeritten war, wollte ich ihn nicht komplett hinten laufen lassen.
      Als Abteilung ging es nun im Trab los, ich sagte an, was geritten wurde und Elisa führte es aus und der Rest musste hinterher. Ich hatte noch einige Trabstangen in der Halle aufgebaut, so dass die Pferde durchaus beschäftigt waren mit normalen Trabstangen und dem Nikolaushaus. Auch den Slalom ließen wir im Trab nicht aus.
      Dann wechselten wir in den Galopp, testweise ließ ich die Abteilung erst einmal eine Zirkelrunde galoppieren, um zu schauen, ob das Tempo von allen passte. Der Vorteil einer Abteilung war, dass sich alle noch viel mehr auf Tempo und Abstand konzentrierten, als wenn sie alleine unterwegs wären. Auch so ging es noch einmal über die Stangen.
      Als Abschluss gab es eine kleine Runde, die jeder einzeln durchreiten musste und was bisher die Abteilung an Problemen verschleiert hatte, zeigte sich nun. Da Thjalfe kein Pferd mehr vor ihm hatte, musste Svejn ihn deutlich mehr motivieren. Es war nicht so, als besäße der Große keinen Vorwärtsdrang, faul war er definitiv nicht, aber er brauchte ein Ziel, denn sonst hatte er schlichtweg keine Lust.
      Durch die Routine bekam er seine vier Hufen aber ganz gut über die Stangen. Hier und da machte es noch „Klong!“ aber für die erste Einheit konnte er sich doch sehen lassen, Wunder bewirken konnten wir schließlich auch nicht. Bei Zanaro und Kira reichte allein der Hinweis, dass Kira den Weg vor Augen haben musste. Sobald einer von beiden einen Plan hatte, machte der Hengst einwandfrei mit.
      „Wenn er dir zu schnell wird, bau einfach eine Volte ein, wir haben alle Zeit der Welt!“, erklärte ich lächelnd, denn vor manchen Stangen zog Zanaro mächtig an. Wenn Kira dann aber abbog, schwächte die Motivation ein Stück weit ab. Und so kamen auch sie gut durch den Parcours. Nun nur Cooper mit Aldaire.
      „Ha, das sind also unsere Vorzeigeschüler“, meinte ich lachend, als Cooper den Parcours fehlerfrei durchritt. „Wenn man weiß, was man alles mit Stangen machen kann, ist das total genial“, grinste Cooper mit an und lobte ihren Braunen. Für den Vormittag beendete ich nun diese Einheit und schickte alle in ihre verdiente Pause. Um 12 Uhr würde es sowieso Mittagessen geben und danach gingen ab 13 Uhr schon die einzelnen Einheiten los. Ich hatte für jedes Paar circa eine halbe Stunde eingeplant, eh noch einmal eine gemeinsame Stunde folgen würde.

      Den Beginn machten am Nachmittag Verena mit Sweet. Da die Stute doch noch ein Ticken komplizierter war als gedacht und eine feste Hand brauchte, blieb Octavia auf dem Boden. Ich zeigte ihr jedoch, wie sie die Stute vom Boden aus unterstützen konnte. In der Einzelstunde begannen wir mit einer Gasse aus zwei Stangen.
      Sweet sollte vorwärts und rückwärts durch. Bei dem Rückwärts unterstützte ich Verena vom Boden aus, damit die Stute wirklich gerade blieb. Wir fingen auch ganz klein an, wenn Sweet nur schon andeutete, dass sie verstand was wir wollten, gab Verena komplett nach und lobte. So hatten wir bald ein Pferd, was nur schon auf die kleinste Gewichtsverlagerung nach hinten und das leichte Annehmen der Zügel einen Schritt nach hinten machte und dass trotz der Stangen.
      Dann sollte Sweet seitlich über eine Stange gehen. Verena zeigte mir anfänglich noch den Vogel, aber die Übung war sehr einfach für Pferde. Durch die Stange unter ihrem Bauch hatte, Sweet eine gute Orientierung und erledigte die Aufgabe mit Bravour. Also baute ich eine Aufgabe aus sieben Stangen auf. Zwei Gassen und in der Mitte drei Trabstangen.
      Hier hieß es nicht nur über die Stangen reiten, sondern diese mit richtigen Bahnfiguren zu verbinden. Es ging mal durch die Gassen und mal über die Stangen. Da Sweet bei den Gassen nicht direkt mit den Stangen konfrontiert wurde, aber trotzdem mit ihnen arbeitete, verlor sie dort schon schnell die Angst und auch die simplen Stangen waren nach einigen routinierten Durchgängen ein Problem mehr, weder im Schritt, noch im Trab.
      Durch den Aufbau gab es auch die Möglichkeit, über zwei Stangen zu traben, dann einige Schritte Pause zu haben, ehe noch einmal zwei kamen. Das forderte Sweets Nachdenken und gab ihr dennoch eine Pause zwischen den Stangen. „Also mehr als zwei bis drei Stangen hintereinander würde ich bei ihr bisher vermeiden bis das nicht einwandfrei klappt. Ansonsten braucht sie auch einfach die Routine und jemanden, der ihr klar sagt wo es langgeht und dass das alles kein Problem ist“, meinte ich lachend.
      Ich möchte nicht behaupten, dass ich Sweet von ihrer Stangenphobie befreit hatte, natürlich war sie regelmäßig zur Seite gehüpft oder an eine Stange gekommen, aber es hatte auch Durchgänge gegeben, da hatte es schlichtweg geklappt und an den Erfolgen musste auch Verena festhalten, denn das waren die wichtigsten, den Rest konnte man hinten runterfallen lassen.
      Da sowohl Pferd als auch Reiter sichtlich mit den Nerven am Ende waren, entließ ich sie. Wir hatten auch etwas überzogen, so dass Kira bereits mit Zanaro aufgewärmt war und wir direkt loslegen konnte. Für jedes Paar hatte ich eine andere Stangenkombination für die halbe Stunde gewählt, jeweils auf Leistungsniveau und Pferd zugeschnitten. In den Mappen fand jedoch jeder alle Übungen.
      Da Zanaro sehr talentiert war, hatte ich ihm eine etwas schwierigere Aufgabe herausgesucht, welche ihn jedoch im Tempo bremste. Kira wirkte erst einmal etwas geschockt, als sie die insgesamt elf Stangen sah, welche ich in eine höchst interessante Form gepackt hatte. „Man kann da ideal eine Acht durchreiten, beziehungsweise generell viele Wendungen, so dass Zanaro gar nicht auf Unsinn kommt“, meinte ich begeistert. Jedoch durfte kira alle Aufgaben erst einmal im Schritt und Trab einzeln durchreiten, ehe wir uns an kompliziertere Abläufe machen.
      Damit sie mit besser folgen konnte, lief ich immer die Runde vor und erklärte ihr auch direkt, worauf sie wo achten musste. Dann erarbeiteten wir uns den kompletten Ablauf einzeln. Erst einmal über die drei Stangen, durch die Gasse und über die letzte Stange. Als nächstes nahmen wir die darauffolgende Wendung und die drei Trabstangen hinzu.
      Das wiederholten wir circa zwei- bis dreimal und dann folgte wieder eine Wendung, um erneut über eine Stange und durch die Gasse zu reiten. Es wiederholte sich theoretisch nur der Anfang. Kira hörte nur auf mich und dachte nicht sonderlich viel nach. Umso überraschter war sie, als sie den Ablauf fehlerfrei durchritt, obwohl sie am Anfang nur mit dem Kopf geschüttelt hatte.
      „Wow! Und Zanaro war so locker an der Hand!“, meinte sie glücklich und ich musste grinsen. Ja, der Hengst wurde dadurch einmal komplett aktiviert, sowohl die Hinterhand als auch die Vorderhand. Automatisch kam der Rücken hoch und er schwang einmal durch den gesamten Körper, so dass er auch vorne schön an den Zügel herantrat.
      Die ganze Aufgabe durchritten wir auch noch einmal im Trab, ehe ich Kira noch einige Tipps für die Stangenarbeit im Galopp gab und die beiden dann entließ. Dass was eindeutig genügen Input für heute gewesen. Ich verabschiedete die beiden und ließ Svejn mit Thjalfe in die Halle. „Jetzt bin ich gespannt“, meinte er neugierig, doch ich musste ihn vertrösten, denn erst einmal sollte er warmreiten, während ich die Stangen umlegte.
      Bei Thjalfe kamen vier Cavalettis zum Einsatz, diese sollten den Hengst motivieren, aufmerksamer über die Stangen zu gehen. Außerdem ließen sich seine Aufgaben gut in Zirkel und Volten einbauen, so dass wir seinen Bewegungsablauf schulten. Drei Kombinationen bestanden nur jeweils aus zwei Stangen, aber in der Mitte fanden sich noch einmal drei normale Trabstangen, welche Thjalfe auch einmal eine Pause gönnen sollten.
      Zu Beginn sollte Svejn alle Stangen einmal locker durchreiten, ohne großartige Wendungen. Einmal im Schritt und einmal im Trab. Dann gab ich ihm bestimmte Abläufe vor und kombinierte die Stangen immer mehr. Das Schöne an Stangenarbeit war, dass bei so etwas Mensch und Pferd automatisch aufmerksamer wurden und mitmachten. Deshalb hatte Stangenarbeit auch so eine schöne Wirkung im Training.
      Sehr vieles wurde dem Reiter abgenommen. Pferde wurden fleißiger, streckten sich mehr und man musste nicht auf alles achten, denn Takt und Losgelassenheit kamen ganz alleine durch die Stangen. Ich bat Svejn auch, seinem Hengst ruhig mal längere Zügel zu lassen. Der Reiter kannte sein Pferd und dessen Stolpern, aber Thjalfe musste die Abstände auch einmal alleine einschätzen können, der Einfluss des Reiters, wenn auch nur als Hilfe gedacht, verwirrte das Pferd einfach nur.
      Dennoch ließ es mit den beiden wirklich gut und am Ende konnte sich das Paar wirklich sehen lassen. Das meinten auch unsere neugierigen Zuschauer Verena und Octavia, die diese Stunde beobachtet hatten. Lächelnd entließ ich Svejn, der zwar total fertig war, aber doch glücklich über den Erfolg.
      Nun war nur noch Cooper an der Reihe. Diesmal hatte ich aber auch noch meine eingeplanten zehn Minuten zum Umbauen, ehe sie eintreffen würde, also machte ich mich direkt ans Werk. Da sowohl Cooper als auch Aldaire Vorzeigeschüler waren, hatten die beiden in ihrer Einzelstunde allerhand zu tun, die Kombination würde nicht einfach werden.
      Auch bei ihr kamen mehrere Cavaletti zum Einsatz, welche aber auch schon der Galopparbeit dienen sollten. Auch wir begannen bei ihr mit mehreren Trabstangen, welche durch Volten oder Achten miteinander kombiniert wurden. Am aufwendigsten würde der doppelte In-Out sein und Cooper zweifelte auch anfangs, ob sie das wirklich packen würden, aber Aldaire enttäuschte sie nicht.
      Fleißig ging er erst im Trab über die Stangen und auch im Galopp konnte sich das Paar sehen lassen. Aldaire verfügte über ein sehr gutes Grundtempo und hatte auch seinen Wohlfühltakt schnell gefunden. Auch Cooper kam sehr gut mit ihrem Pferd klar und so wusste ich gar nicht so recht, was ich den beiden beibringen konnte, außer eben neue Möglichkeiten mit den Stangen.
      Da sie diese Aufgabe so schnell erfolgreich gelöst hatten, durften sie auch noch einmal die Aufgabe durchreiten, welche ich für Kiras Zanaro geplant hatte und auch da machten sie eine gute Figur, auch wenn sie erst einmal nachdachten mussten, wie der Ablauf direkt noch einmal war.
      Cooper schien die Stangenarbeit aber sichtlich Spaß zu machen und zufrieden ritt sie ihren Hengst dann ab, während ich die Halle wieder aufräumte. „17 Uhr ist dann noch einmal eine Stunde für alle!“, meinte ich lächelnd und Cooper versprach mir, es noch einmal allen zu sagen. Theoretisch hatte ja jeder einen Ablaufplan, aber so manches geriet dann wegen wichtigerer Dinge doch mal in Vergessenheit.

      Wir trafen uns alle 17 Uhr wieder in der Halle. Auch Elisa war von der Partie und diesmal saß auch ich auf dem Pferd. Grund hierfür war die kleine Überraschung für meine Teilnehmer. Zu sechst würden wir eine kleine Choreo reiten, welche natürlich mit Stangen und Cavalettis gespickt waren. Da auch Verena mit Sweet von der Partie war, hatte ich es recht simpel gelassen, so dass auch Sweet im Trab und Galopp mitkommen konnte.
      Wie es bei Quadrillenritten üblich war, würden wir uns auch aufsplitten und damit jeder wusste, was er zu tun hatte, führte ich eine Dreier-Gruppe an und Elisa eine. Wir beide kannte den Ablauf und damit es etwas peppiger wurde, hatte ich Octavia die wertvolle Aufgabe der Musik übergeben. Gespielt geritten wir ein, stellten uns alle einmal auf und dann reihten wir uns im Trab ein. An der kurzen Seite splitteten wir uns auf und dann ritten wir unterschiedliche Zirkel, Volten und Achten. Manchmal kamen wir wieder zusammen zu einer großen Abteilung oder unsere Wege kreuzten sich. Es machte allen sichtlich Spaß und da wir nach circa 10 Minuten durch waren, lud ich jeden noch zu einem kleinen Ausritt um das Gestüt ein.
      Entspannt ließ ich Yakari den langen Zügel, während er unsere Gästegruppe anführte, Elisa hatte sich wieder von uns getrennt, denn sie hatte noch zur Genüge mit den Vorbereitungen bezüglich Jolympia zu tun. „Apropos! Also wer Lust hat, kann gerne dieses Jahr wieder zur Jolympia teilnehmen!“, weihte ich meine Teilnehmer direkt ein und der ein oder andere schien richtig begeistert von der Idee zu sein.
      Der Ausritt endete damit, dass alle Pferde wieder in die Boxen durften und zum Abschied gegrillt wurde, so wie wir es gerne bei den Kursen machten. Dabei kamen alle noch einmal ins Gespräch und der Kurs endete so wie er sollte: Locker und fröhlich.

      Am kommenden Morgen war die Aufregung groß, zumindest nach dem entspannten Frühstück und der kleinen Feedbackrunde zwischen mir und meinen Teilnehmern. Denn danach ging es für alle nach Hause. Mit der Unterstützung unseres Teams bekam aber jeder sein Pferd verladen und konnte sich auf die Heimreise machen.
      Ich verabschiedete jeden persönlich und bedankte mich noch einmal ganz herzlich für den Besuch, es war eine schöne Gruppe gewesen, ich konnte mich wirklich nicht beschweren. Gegen Mittag waren dann aber auch alle entschwunden und ich atmete erleichtert aus. Kurstage waren toll, aber anstrengend und nun mussten trotzdem noch die Gästezimmer und Gästeboxen wieder auf Vordermann gebracht werden, aber zum Glück hatte ich ja eine tolle helfende Hand an meiner Seite: Matthew (weil Elisa keine Lust hatte).

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  • Album:
    Stàballan Madadh-Allaidh
    Hochgeladen von:
    Wolfszeit
    Datum:
    4 Nov. 2019
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  • ALDAIRE
    folgt
    EXTERIEUR
    Geschlecht: Hengst
    Geburtstag: 25.09.2010/9 Jahre
    Geburtsort: Frankreich

    Rasse: Berber

    Stockmaß: 160 cm
    Gewicht:000 Kg
    Deck-|Langhaar: Braun|Schwarz
    Abzeichen| Scheckung: Blesse|v.l halbweißes Bein | h.l.;h.r. hochweißes Bein
    Gencode:folgt

    STAMMBAUM

    von: unbekannt
    von: Unbekannt| aus der: Unbekannt
    von: Unbekannt | aus der: Unbekannt | von: Unbekannt | aus der: Unbekannt

    aus der: Unbekannt

    von: Unbekannt | aus der: Unbekannt
    von: Unbekannt | aus der: Unbekannt | von: Unbekannt | aus der: Unbekannt

    INTERIEUR & BESCHREIBUNG

    Geboren auf einem Berbergestüt in Zentralfrankreich als Sohn erfolgreicher Distanzpferde, lebte der Hengst dort sein ganzes Leben. Als er dann zum Verkauf stand, wurde er direkt von mir aufgekauft. Aldaire ist ein Berberhengst, wie er im Buche steht. Vertrauenswürdig, freundlich, neugierig - das sind nur einige Charakteristika, die man mit dem hübschen Hengst in Verbindung bringt. Nebenbei ist er trittsicher und hat ein Gespür dafür, ob der Reiter sicher sitzt oder nicht.


    Aldaire hat schon einige Besitzerwechsel hinter sich.

    Weide/Weidepartner: Aschenflug, Wo Der Wolf Heult, Zanaro & Osgiliath
    Unterbringung: Paddockbox
    Einstreu: Stroh

    Letzter Tierarztbesuch:00.00.0000

    Chipnummer: folgt
    Gesamteindruck: Gesund
    Akute Krankheit/en:
    Chronische Krankheit/en: keine
    Erbkrankheit/en: Keine

    Letzter Hufschmiedbesuch:00.00.0000

    Ausgeschnitten/Korrigiert: 00.00.0000
    Hufbeschaffenheit: unbekannt
    Hufkrankheit/en: Keine
    Beschlag: Vorne|Eisenbeschlag

    AUSBILDUNG & QUALIFIKATIONEN

    Fohlen ABC
    Jungpferdeausbildung
    Bodenarbeit
    Eingeritten

    Eignungen: Dressur|Springen

    Schleifenaufstieg | Trainingsaufstieg | Potential
    Oben = Joelle Qualifikation | Unten = Variationen

    Dressur E A L M S

    Lektionen der Dressur: E A L LM LP M S S* S**

    Springen E A L M

    Stilspringen & Zeitspringen: E A A* A** L M

    Military E A

    Geländestrecke: CIC/CCI* CIC/CCI**

    Western: E A L
    Trail: LK5 LK4 LK3

    ERFOLGE
    Offizell
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    87. Synchronspringen
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    301. Westernturnier
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    334. Dressurturnier, 355. Dressurtrunier, 364. Dressurtrunier, 498. Dressurturnier

    ZUCHTDATEN
    Gekört: Nein
    Schleife:
    Gewinnerthema:
    Eingetragene Zucht: Whitehorse Creek Stud
    Decktaxe: 0 Joellen

    Herkunft | Züchter: Unbekannt

    Nachzucht: 0/10

    BESITZERLEGENDE
    Besitzer/Besitzerin: Wolfszeit
    Vorbesitzer/Vorbesitzerin:Friese
    Verkaufsrecht/Ersteller: Sweetvelvertrose
    Reitbeteiligung/Trainer: Magnus Bane

    zu Verkaufen : Nein
    Kaufpreis: 700 Joellen

    Spind/PNG/Puzzle PNG/Offizeller Hintergrund