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Wolfszeit

♛ZM's Zanaro|EVB

In meinem Besitz seit 22.05.2018 | Hengst|19 Punkte

♛ZM's Zanaro|EVB
Wolfszeit, 6 Jan. 2021
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    • Wolfszeit
      08.2013|Eddi
      Herzlich Willkommen auf Nasty Past!
      Nach dem Abendbrot holte ich meinen Laptop zu mir, um mein Postfach zu checken und ein wenig durchs Internet zu surfen. Es waren wieder einige Emails angekommen, unter anderem Rechnungen, aber auch anderswärtige Anfragen. Als neueste Mail stand eine von Sevannie. Leicht irritiert schaute ich nach, was es denn Wichtiges gab. Sevannie fragte nämlich nach Nasty Past und das, obwohl wir eigentlich momentan inaktiv waren. Ich ahnte schon keine guten Nachrichten und als ich ihr Anliegen las, begann es in meinem Kopf direkt zu rattern. Sie wollte ihre fünf Vollblüter wegens Zuchtumstellung abgeben, bekam sie aber nicht verkauft, so kam nun Nasty Past in Frage. Ich schrieb ihr, dass ich mich mit Fee absprechen wollte, letzten Endes stimmte ich aber dann doch schon zu, Fee würde nichts dagegen haben. Zwanghaft überlegte ich, wie wir fünf neue Pferde auf Nasty Past unterbringen wollten. Die einzige Möglichkeit war der eigentliche Quarantänestall, doch auch dort gab es nur vier Boxen. Doch die Frage hatte sich dann schnell geklärt, da zwei von den fünf Pferden noch Fohlen waren und da die Tiere nur nachts in den Boxen stehen würden, würden die beiden sich diese teilen. Nur um die Weiden für die Tiere würden wir uns noch kümmern müssen. Ich versprach Sevannie, die Pferde direkt Morgen früh abzuholen. Schnell schrieb ich noch Fee eine Mail und ging dann schlafen, denn ich wollte Morgen schon um sechs raus.

      Verschlafen stand ich auf und wanderte ins Bad um mich fertig zu machen. Dann huschte ich flott runter in die Küche, wo meine Pfleger schon am Tisch saßen und frühstückten. Talulah hatte mir auch schon ein Frühstück zum Mitnehmen fertig gemacht und ich dankte ihr. Alle drückten mir die Daumen, dass es glatt gehen würde, denn ein Transporter mit fünf Pferden würde nicht so einfach werden. Allerdings lag Sevannies Gestüt einige Meilen weit weg, so dass wir nur einmal fahren konnten. Auf meinem Weg holte ich Fee und Trudi bei Nasty Past ab, dort hatten sie sich bereits um unsere Pferde gekümmert. „Was hast du dann mit den fünf Tieren eigentlich vor?“ fragte Trudi neugierig und ich überlegte ein Weilchen. „Erst einmal werden wir sie wieder antrainieren und dann auf Turniere schicken und wenn sie einige Erfolge gesammelt haben, müssen wir nach neuen Besitzern Ausschau halten, wir können sie schließlich nicht behalten.“ murmelte ich. Nach zwei Stunden kamen wir auf dem Gestüt an und Sevannie begrüßte uns herzlich. Sie hatte die fünf Pferde schon fertig machen lassen und während Trudi und einer von Sevannies Pflegern die Pferde verluden, ging ich mit Fee und Sevannie die Kaufverträge unterschreiben und nahmen die Papiere entgegen. Draußen herrschte großer Trubel, denn eine der Stuten, Paper Heart, weigerte sich partout, in den Hänger zu gehen. Sevannie seufzte leise. „Sie hat eine tierische Angst vor Hängern, aber ich habe schon vorgesorgt.“ Sevannie verpasste der Stute eine Spritze Beruhigungsmittel, welche sie sich gestern von ihrer Tierärztin hatte geben lassen und nachdem die Dosis endlich Wirkung zeigte, konnten wir die Stute verladen. Dann mussten wir uns auch schon von Sevannie verabschieden und machten uns auf den Heimweg. Es war ziemlich anstrengend, die Fahrt mit fünf Pferden zu schaffen, umso glücklicher war ich dann, als wir die Einfahrt von Nasty Past sahen. „Habt ihr die Boxen schon fertig?“ fragte ich neugierig und Fee nickte grinsend. Ich war so froh, die beiden im Team zu haben. Nacheinander luden wir die Pferde aus und brachten sie in ihre Boxen. Als erstes waren die beiden Hengstfohlen a n der Reihe, dabei handelte es sich um Zanaro und Crown Jewel. Beide waren Prachtstücke mit einer super Abstammung und einem traumhaften Körperbau. Die beiden schienen kein Problem zu haben, sich die Box zu teilen, aber die Boxen des Quarantänestalls waren, wegen seiner eigentlichen Funktion, auch fast doppelt so groß, wie unsere normalen Boxen. Dann luden wir die Fuchsstute Paper Heart aus. Sevannie hatte uns bereits vor ihren Launen gewarnt und dennoch hatten wir zu tun, die Stute, bei welcher das Beruhigungsmittel allmählich nachließ, in ihre Box zu verfrachten. Aufgewühlt lief sie umher und ich hatte schon Sorge, sie würde hyperventilieren. „Trudi? Machst du schon einmal das Futter bereit und tust bei Paper Heart einige Baldrianwurzeln und Teebaumöl mit hinein, damit sie sich wieder beruhigt?“ fragte ich und meine Pflegerin entschwand direkt in der Futterkammer. Fee und ich luden nun noch den Hengst Calvados und die Stute Already aus. Calvados war ein Vollblut im Ponyformat, denn er maß nur 1.50m und war daher äußerst knuffig anzusehen. Er kam auf die linke Seite des Stalles und stand so nicht direkt bei den Stuten. Already war eine richtige Schmusestute und einfach super lieb, deswegen sollte sie in die vorderste Box des Stalles. Sie war die einzige, welche mit sich schmusen ließ. Alle Pferde besaßen nun eine gigantische Box inklusive Paddock, so würden sie die ersten zwei Tage ohne Weidegang verkraften. Wir wollten die Stuten mit zu unseren stellen, das müsste problemlos gehen und die beiden Fohlen würden mit in unsere Fohlengruppe integriert werden, während Calvados mit auf die Weide von Hoppla und Dreamer kommen würde.

      August 2013 | 5.208 Zeichen | Eddi
      12.2013|Eddi
      Weihnachten auf Nasty Past
      „Guten Morgen meine Lieben!“ lächelte ich fröhlich, als ich den Stall betrat. Neugierige Blicke wurden mir von allen Seiten zugeworfen, anscheinend warteten alle schon begierig auf ihr Frühstück. Flott schnappte ich mir also die Heuballen, zerteilte sie und schob jedem Pferd sein Frühstück in die Box. Während ich meine Arbeit verrichtete, dachte ich über die kommenden Tage nach, denn in drei Tagen würde Weihnachten sein! Deshalb war ich der Meinung, dass wir den Stall doch noch schön schmücken mussten! Dementsprechend warf ich Fee schon früh aus dem Bett, damit wir nach der Fütterung einkaufen fahren würden. Doch vorher versorgte ich noch die Gnadenbrotpferde und äppelte deren Paddock ab. Gegen neun Uhr kam dann Fee und wir fuhren in die Stadt, um Weihnachtszeug zu kaufen.

      Schon nach Eineinhalbstunden waren wir wieder da und machten uns an unsere Lieblingsbeschäftigung, nämlich den Stall zu schmücken! Über das große Tor hängten wir einen hübschen Weihnachtskranz und ganz oben an der Spitze des Daches befestigten wir einen roten Stern. Im Stall hängten wir weihnachtliche Girlanden auf und hier und da ein wenig Schmuck. Auch hatten wir eine Lichterkette für den Tannenbaum gekauft, der vor dem Stall stand und trotz seiner spitzen Nadeln, schafften wir es, ihn zu dekorieren. Als alles an Ort und Stelle war, nickte ich Fee zufrieden zu. Nun konnten wir uns um die Pferde kümmern, welche alle friedlich auf der Weide standen und ihre Freiheit genossen.

      Wir holten uns Unglück und Key von der Weide, um mit beiden einen kleinen Ausritt zu wagen. Leider lag bei uns immer noch kein Schnee, obwohl doch heute sogar Winteranfang war! Ich hoffte inständig, dass es vor Weihnachten endlich noch schneien würde. Für uns war es natürlich auch praktisch, denn so ging die Arbeit noch wesentlich leichter von der Hand. Die beiden Stuten putzten und sattelten wir flott, eh wir in Richtung Wald ritten. Es war interessant zu sehen, dass einige Bäume tatsächlich noch ihr Laub besaßen. Mit den beiden Vollblutstuten konnte man sehr angenehm ausreiten und so kamen wir auch wohlbehalten wieder an.

      Als nächstes holte ich mir die aufgedrehte Success Story, während Fee sich lieber mit Deep Silent Complete beschäftigte. „Ey, Eddi! Hast du schon gehört, dass Joelle Galopp wieder aktiv wird?“ fragte mich Fee begeistert und ich strahlte sie an. Auf Nasty Past standen inzwischen so viele Vollblüter mit Potenzial und wenn wir bei solchen Rennen erfolgreich sein würden, könnten wir den Rettungshof wesentlich besser finanzieren! Während wir in der Halle ein wenig Dressur ritten, unterhielten wir uns noch sehr angeregt über Joelle Galopp, denn das wäre wahrlich eine geniale Idee.

      Generell hatten wir uns letzter Zeit zurückgezogen, so dass wir direkt beschlossen im Jahr 2014 wieder aktiver zu werden. Während wir Hoppla und Cual Maniaca putzten, nahmen die Pläne allmählich Gestalt an. Wir wollten Turniere veranstalten, um wieder einige Spenden zu bekommen, denn momentan wurde es doch langsam knapp, was das Geld für Tierärzte und Hufschmiede betraf. Alles aus eigener Tasche zu bezahlen war doch auch happig. Immerhin besaßen Fee und ich auch noch eigene Gestüte. Dennoch machte uns die Arbeit mit den Nasty Past Pferden riesigen Spaß und den kleinen Hoppla würde ich gewiss nicht mehr abgeben. Ihn und Cual Maniaca longierten wir heute nur.

      Danach waren noch Leitz und Fiebertraum an der Reihe. Mit ihnen wollten wir springen und da kamen wir schon auf die Turniere zurück, beziehungsweise Fiebertraum wäre der geborene Sprinter für Joelle Galopp. Während wir die Hengste mit Trabstangen und Cavalettis gymnastizierten, besprachen schon einige Dinge und inzwischen standen unsere Teilnahmen bei Joelle Galopp fest. Nur die Winter Cups würden wir wohl noch nicht mitmachen können, aber man sollte ja auch nicht alles überstürzen. Schließlich würden wir vorher noch fleißig trainieren müssen.

      Da kamen wir schon zum nächsten Problem, wo denn mit Vollblütern trainieren? Fee und ich stellten uns an die Weide der Vollblutstuten, welche wir damals von Sevannie übernommen hatten. Sie hatten sich inzwischen richtig gut eingelebt und ich hoffte doch, dass das mit dem Training nur noch besser werden würde. Already und Paper Heart kamen zum Zaun getrabt und begrüßten uns herzlich. Besonders Already hatten wir jetzt schon ins Herz geschlossen, die Stute war einfach wunderbar und so liebenswürdig! Allerdings konnte sie auch, genauso wie Paper Heart, ziemlich abgehen.

      Die Vollblüter standen im kleinen Stall, unserem eigentlichen Quarantänestall, aber dort waren sie am besten aufgehoben. Den Fuchshengst Calvados hatten wir mit zu unseren Hengsten gestellt und nach anfänglichen Eskapaden hatte er sich auch integriert. Ich holte ihn von der Weide, um ihn gründlich zu putzen und dann zu longieren. Fee wollte sich lieber um die beiden Fohlen Zanaro und Crown Jewel kümmern. Gemeinsam putzten wir die drei und splitteten uns dann auf, ich ging in die Halle und Fee ging spazieren. Nach einer halben Stunde trafen wir uns dann wieder und dann standen nur noch wenige Pferde an.

      Schnell putzten wir noch Moon River und Lulu, um die beiden älteren Stutfohlen dann noch ein wenig in der Halle zu fordern. Auch hier hieß es longieren oder zumindest daran gewöhnen. Als die beiden dann wieder in ihrer Box standen, holten wir noch die Zwerge Calero und Existenz. Beide putzten wir nur noch, ehe sie in ihre Boxen durften, dann folgten auch schon die anderen Pferde. Nachdem dann alle in ihren Boxen standen, fütterte ich im großen Stall und Fee kümmerte sich um die Vollblüter. Mit Fürsorge begutachtete ich noch einmal jedes Pferd, eh es sein Müsli und das Heu bekam. Den Abschluss unserer Abendrunde machten wir bei den Gnadenbrotpferden. Dort hieß es noch ein wenig kuscheln und das Heu verteilen, ehe wir müde nach Hause fuhren.

      Dezember 2013 | 5.860 Zeichen | Eddi
    • Wolfszeit
      2014|mendy
      Bei Nasty Past zu Besuch
      Mit einem Blick auf die Strasse setze ich den Blinker und biege rechts ab. Heute sollte es wieder zu Eddi gehen, zusammen mit ihr und Fee kümmern wir uns heute um die Pferde des Rettungshof und auch ein Frühlingsputz ist angesagt. Ich fahre dem Kiessträsschen entlang und bald erblicke ich den grossen Hof. Als ich dann aus dem Auto springe, kommen mir Eddi und Fee schon entgegengelaufen. Mit einem hellem "Hallo" begrüsse ich die beiden, bevor wir uns noch rechts und links drei Küsschen geben. Ich schaue mich mit strahlenden Augen auf dem Hof um, ich war schon einmal hier, da habe ich mich um Eddi's Fohlen gekümmert. Fee kenne ich noch nicht so gut, ich hoffe, dass wir uns an diesem Tag besser kennenlernen. Sie macht einen sympathischen Eindruck. "Und, wo fangen wir an?", frage ich dann die beiden Mädels. "Ich wäre dafür, dass wir zuerst alles auf Vordermann bringen, und uns dann um die Pferde kümmern. Wer weiss, vielleicht haben wir ja am Schluss noch Zeit für einen Ausritt...?", zwinkert mir Fee zu. Ich lache und erwidere: "Na, da bin ich einverstanden. Wo fangen wir an?" Nachdem mir Eddi antwortet, dass es vielleicht am besten wäre, wenn wir zuerst die Weidetränke reparieren würden, marschieren wir schon los. "Zuerst kontrollieren wir mal ob es überhaupt etwas zu reparieren gibt, und geputzt werden müssten die Tränke auch", grinst Eddi mich an, schlüpft unter den Zaun durch und wir folgen ihr. Auf der Weide schauen und viele Pferde neugierig an. "Oh, wie süss. Wer ist denn das dort hinten?", ich zeige auf ein Trakehner, ein Palomino. "Oh, das ist unser hübscher Fiebertraum.", antwortet Fee mir, während sie zu ihm geht und ihn streichelt. "Der Name passt ja aber gar nicht, ts ts", meine ich gespielt empört,"das ist doch kein Fiebertraum, das ist ein Traum auf Erden!" Wir lachen und die beiden stellen mir auch noch die anderen Pferde vor. Innert einiger Minuten habe ich praktisch alle Pferde des Rettungshof kennengelernt. Cual Maniaca, Hoppla, Fiebertraum und ZM’s Zanaro haben es mir doll angetan. Nun führt Fee mich auch schon zu den Weidetränken. Der erste scheint noch intakt zu sein, da müssen wir nichts machen, ausser ihn zu putzen. Beim zweiten sieht es aber schon anders aus; ein langer Riss schlängelt sich durch die Tränke. „Eddi, müssen wir den wohl ersetzen oder geht das vielleicht auch anderst …?“, fragte Fee an Eddi gerichtet. Eddi erwidert nicht, grinst nur und eilt davon. Was sie wohl im Sinn hat? Wenig Später kommt sie mit viel Klebband zurück. „Das wird doch nicht reichen!“, meint Fee kritisch. „Ach was, komm Klebband, denen zeigen wir es!“, lacht Eddi und fängt an, die Tränke zu reparieren. Und siehe da, nachdem wir der Wassertränke einen Wassertest gemacht haben, hält es perfekt. „Ha!“, ruft Eddi und zeigt mit dem Zeigefinger auf Fee, „da hast du es!“ Wir alle drei fangen an zu lachen und kontrollieren auch noch die anderen Tränke. Nachdem wir dann alle geputzt und kontrolliert haben, machen wir uns am Zaun zu schaffen, an einigen Stellen hält der nicht so gut. Deep Silent Complete bleibt immer in meiner Nähe und schaut neugierig zu, was ich da denn treibe. Ich erlaube mir hin und wieder eine kurze Pause und streichle ihren schönen Kopf.
      Später, nachdem wir alle erledigt von der Weide zurückkommen, bringt uns Eddi ein kaltes Getränk, genau das Richtige. Wir trinken und unterhalten uns über Belangloses, ehe wir uns wieder an die Arbeit machen. In der Sattelkammer sollte man wieder mal aufräumen und aussortieren und auch der Stall sollte wieder geputzt werden. Also erheben wir uns wieder und machen uns auf den Weg zur Sattelkammer. „Letztes Jahr haben wir Sachen gefunden, von denen wir gar nicht wussten, dass wir sie hatten. Hoffen wir es geht diese Jahr genau so“, lacht Fee und wir stimmen mit ein. „Das ist doch immer so“, grinse ich. In der Sattelkammer nehmen wir uns die erste Kiste vor und entdecken immer wieder neues, spannendes Zeug. „Ich wusste ja gar nicht das wir Laufferzügel haben!“, meint Fee plötzlich erstaunt. So ist es, man hat Sachen, welche man gar nicht braucht. Wir putzen Zügel, begutachten Schabracken und suchen zusammen passende Steigbügel. Nach einer guten Stunde, oder auch zwei, ist alles geputzt und sortiert an seinem richtigen Platz. „So, dann wollen wir uns mal die Stallungen vornehmen“, seufzt Fee und ich nicke mit gespielt ernster Miene. Im Stall befreien wir Boxenwände vor Spinnennetze, putzen das Fenster und reinigen allgemein den ganzen Stall. Plötzlich quieke ich auf und schreie: „Ratte! Eine Ratte!“ Ich hasse nämlich Ratten. Erschrocken von dem Geschrei eilen mir Fee und Eddi zur Hilfe. Als ich dann aber auf die graue, fette Ratte zeige, fallen sie in lautes Gelächter. Ich verziehe die Lippen und schmolle, entferne mich von der Ratte. „Nicht witzig“, brummle ich und verschränke die Arme. Als mich dann aber Fee anschaut, muss ich auch lachen. „Aber was soll ich den machen wenn ich Ratten hasse?“, ziehe ich die Schultern hoch und frage die beiden. Als Antwort lachen sie erneut. Nach diesem Zwischenfall arbeiten wir weiter, ich schaue mich immer wieder misstrauisch um, ob irgendwo eine Ratte lauert. Zum Glück läuft mir aber keine mehr über den Weg. In der Zwischenzeit haben Eddi und Fee Musik laufen lassen, und ich summe fröhlich mit.
      Nachdem wir alles sauber geputzt haben, wenden wir uns den Pferden zu. Zuerst hole ich Paper Heart von der Weide und putze sie gründlich. Sie geniesst die Putzeinheit und döst vor sich hin. Danach bringe ich sie wieder zurück und hole zuerst Already und dann Crown Jewel von der Weide. Beide Hüh putze ich gründlich, Already ist sehr verschmust und reibt ihren Kopf immer wieder an meiner Jacke. Crown jedoch ist schnell langweilig und versucht eine Befreiungsaktion. Erfolgslos. In der Zwischenzeit hat Eddi Lulu, Moon River und Calvados geputzt, währendem Fee sich um Key, Success Story und Hoppla gekümmert hat. Nun bleiben noch Leitz, Cual Maniaca, Fiebertraum, CH’s Unglück, CH’s Zanaro und Geoffrey’s Brother übrig. Zusammen putzen wir zuerst CH’s Unglück, dann CH’s Zanaro und Geoffrey. „Und was ist mit Calero und Existenz?“, frage ich Eddi und Fee und schaue die beiden Fohlen sehnsüchtig an. „ Um die beiden haben wir uns heute Morgen schon gekümmert“, meint Fee und lächelt mich an. Nun sind alle Pferde geputzt, ausser drei, denn mit Leitz, Cual Maniaca und Fiebertraum wollen wir auch noch einen Ausritt unternehmen.
      Nachdem wir die Pferde gesattelt haben, ich reite Fiebertraum, währendem Eddi Cual nimmt und Fee Leitz, zäumen wir unsere Pferde. Fiebertraum ist nicht ganz so brav und reisst seinen Kopf in die Höhe. „Nicht so mit mir“, lache ich und nach einigen Minuten ist es mir gelungen, ihn zu zäumen. Fee hat mir erzählt, dass der feine Kerl sehr sensibel ist und unter dem Sattel temperamentvoll. Mit ihm werde ich noch meinen Spass haben. Nun steigen wir auch schon auf und entfernen uns vom Hof. „Eddi?“, frage ich nach hinten, „wie gross ist denn eigentlich Fiebertraum?“ „Er sollte so circa 165 cm gross sein“, antwortet mir Eddi und ich antworte mit einem Okay. „Wollen wir dann mal traben?“, durchbricht nun Fee das friedliche Schweigen und bald darauf traben wir auch schon an. Fiebertraum hat einen wundervollen Trab, zuerst wollte er schneller davonpreschen, doch schnell mache ich ihm klar, dass ich hier das Sagen habe. „Aber keine Angst, Grosser. Wir werden schon noch galoppieren“, spreche ich mit ihm. Nachdem wir eine Weile getrabt sind, parieren wir die Pferde wieder in den Schritt und plaudern über Gott und die Welt. Irgendwann sagt dann aber Eddi: „So, hier könnten wir galoppieren. Lust auf ein Wettrennen?“ Wir bejahen und schon schnellen wir vor. Fiebertraum, froh endlich laufen zu können, rennt und ich könnt jubeln vor Glück. Das Vollblut ist unglaublich schnell. Eine Weile rennen die Pferde Kopf an Kopf, bis dann Fee aber leider sagt: „Nun müssen wir wieder bremsen“ Fiebertraum wollte zunächst nicht, doch nach einigen Paraden fällt dann auch er in den Trab. Wir traben noch ein Stückchen ehe wir dann ganz in den Schritt fallen. Zufrieden schauen wir uns an und lächeln. Nun kommt auch schon der Hof in Sichtweite, bald muss ich gehen. „ Heute war es echt toll hier bei euch!“, grinse ich die beiden an, und sie grinsen zurück.

      unbekannt | 8.280 Zeichen | medy
      08.2014|Sosox3
      Alles dreht sich um ihn
      Erneut fand ich meinen Weg zu dem Hof wo Deep Silent Complete und Zanaro standen. Doch heute galt die Ganze Aufmerksamkeit nur Zanaro. Der Junge Vollblüter stand aufgeregt am Koppelzaun und sah mich mit aufgestellten Ohren an. Die Neugierde war dem Dunkelbraunen ins Gesicht geschrieben. Ich hielt ihm ein Stück Apfel hin und er roch erst Mal vorsichtig an dem Stück ehe er es sich nahm und es gemütlich zerkaute. Ich stellte den Strom aus und kletterte durch den Zaun. Neugierig beobachtete er mich und schien mich für Suspekt zu halten, denn er spielte mit den Ohren und war sich sichtlich nicht sicher ob ich gut oder böse war. Als ich nach seinem Halfter griff, bewegte er sich extra noch mal, damit ich ihn ja nicht ans Halfter bekam. Das Spektakel widerholte sich noch zwei Male, bis ich ihn dann endlich rausführen und ihn zum Putzen auf der Stallgasse anbinden konnte. Da ich nun zum zweiten Mal in dem Stall war, wusste ich den Weg zur Sattelkammer, ohne mich im Stall zu verlaufen. Das Putzen von Zanaro gestaltete sich als Recht einfach und er erwies sich als ziemlich Pflegeleicht. Er gab die Hufe anständig und war auch brav und schreckte nicht zurück, als ich ihn an seinem Feinen Kopf bürstete. Seine Unterlippe hing entspannt runter und er schien zu dösen. „Duu, Dicker ich bin fertig!“, lächelte ich den Junghengst an und führte ihn dann zum Round Pen. Hinter uns schloss ich das Tor und machte den Strick los. Sofort lief er los und und rannte in dem umzäunten Kreis. Zanaro strotze so voller Energie und ließ mal mächtig die Sau raus. Der drei jährige schnaubte regelmäßig ab und lief grazil den ‚Hufschlag‘ entlang, immer darauf wartend einen Auftrag den ich ihm gab zu lösen und zu meistern. Er verhielt sich toll. So ruhig das man meinen Könnte, er sei ein Wallach. „So Maus, dann gehn wir jetzt wieder auf die Weide“, sagte ich in einem freundlich Ton und führte ihn zu seinen Weidefreunden. Ich räumte den Dreck weg und verschwand dann vom Hof.

      August 2014 | 2.003 Zeichen | Sosox3
    • Wolfszeit
      01.2015|Eddi
      Es war noch früh am Morgen, als Fee an meine Tür klopfte - laut genug, dass ich sofort hellwach war. Seufzend hievte ich mich aus dem Bett und schlüpfte in meine Stallsachen. Unten in der Küche erwarteten mich schon frisch gebackene Brötchen und heißer Kaffee. Doch auch das konnte meine Motivation nicht wirklich hervorrufen, denn draußen goss es aus Eimern. "Was für ein wundervoller Januarmorgen!", murmelte ich frustriert und frühstückte zusammen mit Fee. Die hatte schon die Post geholt, wo auch ein Sale-Katalog von Krämer dabei war und sie strich sich gerade fleißig Dinge an, die sie unbedingt kaufen wollte. "Falls Helme im Angebot sind, sag mir Bescheid, ich brauche einen neuen!", meinte ich und dachte an meinen inzwischen sehr labilen Helm zurück.
      Nachdem wir mit dem Frühstück fertig waren, ging es direkt in den Stall. Während ich alle Pferde fütterte, holte Fee schon Stroh und Heu vom Dachboden herunter, damit wir nachher schneller fertig sein würden. Dann kamen die Pferde auf die Weide und wir machten uns an die Stallarbeit. Also wurden die Boxen ausgemistet und frisch eingestreut. Das Heu wurde verteilt und die Tränken wurden kontrolliert.

      Januar 2015 | 1.195 Zeichen | Eddi
      07.2015|Kira
      Ein bisschen schlauer
      Früh am morgen riss mich mein Handy aus dem Schlaf. Was?
      'Pony abholen! <3'
      Etwas verwirrt wischte ich über den Touchscreen. Noch war mir der Sinn dieses Weckers nicht eingefallen, während ich aber brav ins Badezimmer tapste. Langsam legte sich der Schleier der Nacht von meinem Geist und es viel mir wieder ein. Croc würde bald am Flughafen ankommen! Der Hannoveraner Hengst war nun schon zum vierten Mal von Catalina Dixon trainiert worden. Diesmal war er aber dafür nach Schottland geflogen. Eine gute Übung. So talentiert wie sich mein Großer zeigte würde er öfter fliegen müssen, auch hatte ich ihn wieder in die Hände der Trainerin geben wollen, welche ihn schon gut kannte und welche ich auch kannte. Croc sollte keine schlimmen Erfahrungen machen müssen.
      Der Hänger war ebenso wie die Box fertig gemacht. Grade als ich angehängt hatte und es mir auf meinem Sitz bequem machen wollte fiel mir noch was ein. Die Kleinen können schon raus! Es sollte heute, wie auch die letzten Tage, schrecklich heiß werden. Da kamen die Pferde raus auf die Koppel, auch wenn es im Hauptstall schön kühl war. Das gute alte Gemäuer bringts wirklich. Aber da stehen ja nicht alle. Flink huschte ich noch einmal aus dem Wagen und eilte zu einem der großen Laufställe. Nachdem ich den Riegel zur seite geschoben hatte stämmte ich mich mit aller Kraft gegen das Schiebetor - Warum waren die Dinger so groß? Das brauchen noch nichtmal 2 Meter Pferde! - und stämmte es auf. Es dauerte keine Minute bis die drei Junghengste Pancake Killer, Valentine´s Candy Fireflies und ZM´s Zanaro, um sie auch mal beim vollem Namen zu nennen, verstanden hatten was passiert war und an mir vorbei auf die Koppel rauschten. Dicht gefolgt natürlich von den beiden Mini Hengsten Rumpelstielzchen und Umpalumpa. Ich eilte auf die andere Seite der Halle um dort das zweite Tor zu öffnen. Es befanden sich nämlich zwei Laufställe in dem großen gemauerten Gebäude. Nachdem auch die beiden zweijährigen Stuten Graceful Eclipse, Foggy Dew und die Miniatur Horse Fohlen Motte und Porcelain Doll an mir vorbei gedüst waren - natürlich auf eine andere Koppel, ich war ja nicht leichtsinnig - eilte ich zum Auto zurück. Jetzt aber ran halten! Bald ist Croc da!

      Tief einatmen. Alles hatte geklappt, das Pony war wohlbehalten im Hänger, ich brauchte mich nicht mehr stressen. Etwas spät war ich gewesen, aber noch passend. Beim Zoll gab es keine Probleme. So glatt wie es eigentlich immer laufen sollte. Ich konnte mich also auf den Heimweg machen. Mein Handy schnappte ich mir bevor ich los fuhr aus der Halterung und wählte eine der wenigen Nummern die ich auswendig konnte. Wenn der die Nummer wechselt.. "Hey Lars!", begrüßte ich meinen Freund,"Croc ist wieder da und sieht auch schon viel schlauer aus!" Ein Grinsen konnte ich mir nicht verkneifen und auch am anderen Ende der Leitung war ein kurzes Prusten zu hören. "Dann kann der Hufschmied also weiterhin heute abend an ihn ran?", hakte Lars nach. "Ich denke schon, er macht einen fitten Eindruck!" "Sehr gut, dann sehn wir uns nachher!" "Bis dann!"
      Croccantino war flott übergeputz. Jetzt wendete ich mich Dracula zu, der sollte schließlich auch keinen schlechten Eindruck bei der Hufschmiedin hinterlassen. Ich hatte eben erfahren, dass eine Frau kommen würde, aber es war mir prinzipiell egal. Haupsache sie verpfuscht nichts. Croc und Dracula sollten bald einige Prüfungen laufen, unter anderem auch unter den Augen einer Körkommission. Ich hoffte die beiden dieses Jahr noch zu Zuchthengsten machen zu können. Bei Dracula wurde es langsam Zeit. Er hatte sich über die Jahre gut entwickelt. Als er jung war hätte ich ihn auch nicht gekört. Gedanken verloren kratzte ich Dees Hufe aus und striegelte sein Fell, der oft sonst aufmüpfige Hengst stand ruhig und gelassen da. Ob das am Alter liegt oder ist ihm nur zu warm? Croccantino hingegen würde man meiner Meinung nach in jedem Alter kören können, also hatte ich mich entschieden es jetzt zu tun. Vor einem Jahr hatte mir ein Bekannte schon vorgeschlagen ihn an der Hand kören zu lassen. Doch das wollte ich dem damals knapp drei Jährigen nicht zumuten. Er sollte erst seine Ausbildung in Ruhe angehen könne und ein gesundes Selbstbewusst sein entwickeln. Außerdem war so eine Sattelkörung eine bessere Werbung, man sah nicht nur das mögliche Potenzial, sondern direkt die Qualitäten des Pferdes unter dem Sattel. Natürlich alles noch ausbaufähig und auch hier sprach man von Potenzial, aber auf einer ganz anderen Stufe als beim Vorstellen an der Hand, wie ich fand.
      "Ein Jeep kommt!" Ich hatte Croc und Dee schon angebunden, bereit die Hufe gemacht zu bekommen. "Danke! Bestimmt die Hufschmiedin." Einen Moment überlegte ich. "Lars kannst du schonmal die andern Pferde rein bringen? Ich helf dir dann, wenn ich hier fertig bin." "Klar, hatte ich auch schon vor .. mir von dir helfen zu lassen!", er grinste verschmitzt. "Hey!", ich kniff ihn in die Seite. "Ruuuhig! Ruhig Blut Brauner!", neckte er mich. Mit Grimasse schüttelte ich den Kopf und streckte ihm die Zunge raus. Wir beide mussten grinsen. Schnell gab ich ihm noch einen Kuss und er streifte kurz meinen Arm, dann musste ich aber los.
      Müde fiel ich ins Bett. Der heutige Tag war anstrengend gewesen. Wie immer eigentlich. Doch es war mein Traum. Der Hof. Die Pferde. Die Arbeit. Und Lars. Er machte sich grad noch Bettfertig im Badezimmer. Ich war wirklich glücklich. Wie könnte es noch besser werden? Beim Abendessen hatten wir die Pläne für Rois Paddock ausarbeitet. Der Hengst sollte schon seit einiger Zeit eines an seine Box bekommen um 24 Stunden lang seinen Bewegungsdrang ausleben zu können. Materialien hatten wir auch direkt bestellt, wenn alles gut ging konnten wir in einer Woche anfangen. Lars kam ins Bett gekrochen: "Na? Auch so müde wie ich?" Seufzend nickte ich und kuschelte mich an ihn. Glück konnte man wirklich nicht kaufen, man fand es in den Menschen um sich herum. Und den Vierbeinern - pardon - Vierhufern.

      Juli 2015 | 6.022 Zeichen | kira
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      09.2015|Arktiswolf
      Ein brauner, vierjähriger Hengst war der Nächste und auch Letzte für heute, den Malte behandeln würde. Abwartend sah Zanaro den Mann an und brummelte sogar als er an dessen Hand schnupperte. Dann war es für ihn auch schon gut und er hob den schönen Kopf um sich auf dem Hof umzusehen. Inzwischen war das Leben auf dem Hof in der Eifel immer mehr erwacht und Pferde wurden auf die Weiden gebracht oder zum reiten in die Halle oder Außenplätze geführt. Der Hengst schnaubte und scharrte ein wenig ungeduldig mit den Hufen. Auch er wollte auf die Weide gelassen werden und fand es gerade nicht schön hier bei den Menschen stehen zu müssen.
      „Das ist also der Herr mit den weichen Hufen?“ fragte Malte bei Kira nach und griff nach dem ersten Vorderbein um sich den Huf heran zu holen. Bereitwillig lies Zanaro dies geschehen und drehte kurz den Kopf zu dem Hinterteil des Mannes. Kira jedoch zog ihn wieder zurück, ehe er auf den vorwitzigen Gedanken kam dort auch hinein zu beißen.
      „Genau,“ erwiderte Kira dann auf Maltes Frage hin. „Sie brechen halt sehr schnell haben wir bemerkt und auch die Sohle scheint mir recht weich.“
      Malte nickte und fuhr mit der Hand über die rissige Hornwand. Deutlich sah man das hier Steine und unebener Boden einige Arbeit geleistet hatten. Und tatsächlich fühlten sich Sohle und Strahl ein wenig weich an. Das diese allgemein etwas elastisch waren, war normal, aber hier merkte man das etwas getan werden musste. Nach einiger Zeit lies er den Huf wieder frei.
      “Also schlimm ist es noch nicht. Da kann man noch gut etwas daran machen. Vom Beschlagen rate ich ab. Es gibt zwar ganz bestimmte Beschläge die oft eigens dafür genutzt werden, ich persönlich halte nichts davon. Wenn man Pech hat brechen zum Beispiel die Eisen darunter an den Nägeln weg.“ Er legte die Hand an das Kinn und schien zu überlegen.
      „Was hier helfen kann ist, ihn zum einen vom feuchtem Untergrund zu holen. Weidegang ist völlig in Ordnung und soll er auch haben, doch sollten die Hufe wenigstens in der Box die Möglichkeit haben trocken zu stehen. Feuchtigkeit ist in Ordnung für einen Huf, nur nicht zu viel. Wobei das auch von Pferd zu Pferd unterschiedlich sein kann. Hier kann man den Tragrand dünn mit Hufteer einschmieren. Das verhindert zu viel Aufnahme an Wasser. Aber in Maßen benutzen.
      Bewegung, wie zum Beispiel führen auf hartem Untergrund, regt das Hufwachstum an und er sollte dann auch fester werden mit der Zeit.
      Dann gäbe es noch die Möglichkeit die Hornqualität durch das Zufüttern von hochwertigen Mineralien zu verbessern. Ich habe auch schon von Kunden gehört, die ihrem Pferd Malzbier untermischen und sehr zufrieden mit dem Ergebnis waren. Es kommt halt auch immer auf das Tier an was da am Besten anschlägt. Biotin als Unterstützung kann auch helfen.“ Malte hielt in seinem `Vortrag´ inne und überlegte was es noch für Möglichkeiten gab.
      „Hm, ja. Im großem und Ganzen erst einmal dafür sorgen das der Untergrund trocken ist wo er dauerhaft steht und bei Bedarf Hufteer an den Hufrand geben plus regelmäßiges Führen auf, zum Beispiel Asphalt. Man kann da auch unter Umständen noch eine Hufemulsion auf die Hufe geben. Da gibt es verschiedene im Fachhandel. Dort einfach mal erkundigen.“
      „Und was genau ist diese Hufemulsion?“ fragte Kira etwas verwirrt über all diese Informationen die der Schmied von sich gab.
      „Das ist eine intensive Hufpflege zur Verbesserung der Hufelastizität und Festigkeit.“ antwortete Malte. „Sie soll auch recht schnell wirken. Aber selbst ausprobiert habe ich es noch nicht. Sie müssen einfach mal beobachten welche der Behandlungen bei Zanaro anschlägt und diese dann fortführen. Ich werde bei ihm heute erst einmal eine Korrektur vor nehmen damit die rissige Hornwand einen neuen Schliff bekommt. Dann sind Sie dran. Aber ich habe da ein gutes Gefühl das es beim nächsten Besuch von einem Schmied schon Verbesserungen zu sehen gibt.“ Leicht schmunzelnd zwinkerte er der Frau zu und machte sich dann wirklich daran, die Hufe bei Zarano zu raspeln und die eingerissenen Stellen zu korrigieren. Viel war es nicht. Die Besitzerin hat rechtzeitig gehandelt und so war schlimmeres einreißen der Hufe verhindert worden. Leider hatte er da schon anderes bei vergangenen Kunden erlebt.
      Nachdem der letzte Huf abgefertigt war, führten Malte und Kira noch ein kurzes Gespräch. Dann war auch der Hengst entlassen und der Hufschmied verabschiedete sich, ehe er seine Sachen zusammen packte und anschließend mit dem Kleinbus den Hof verließ.
    • Wolfszeit
      03.2016|Jackie
      Pflegebericht - einreiten, einspringen
      Still schweigend saßen Amy und Ty auf dem Koppelzaun. Tys Arm lag um die Schulter des Mädchens, die Beiden genossen die Ruhe. Amy beugte sich hinüber zu seinem Ohr und hauchte ihm entgegen: "Ty, ich liebe dich". Er küsste sie liebevoll, glücklich über ihre Worte. "Ich dich doch auch", plötzlich wurden das verliebte Pärchen von einer schrillen Mädchenstimme in die Gegenwart gebracht. "AMY ich würde mich wirklich sehr freuen wenn du mir mal helfen könntest !!", Mallory fauchte sie an und lächelte Ty ein wenig sarkastisch an. "Ihr könnt ein ander mal in eurem Traumland schwelgen"
      "Mallory du bist einfach unmöglich ! Wir haben so schon kaum Zeit für uns", Amy war wirklich aufgeregt, sprang schließlich vom Koppeltor und folgte dem Mädchen. Ty tat es ihr gleich. "Fünf frische Boxen und eine saubere Stallgasse, das kannst du doch nicht ernsthaft von mir verlangen", Mallory deutete mit den Finger auf die dreckigen Boxen der Vorgänger.
      "Also möglich ist es schon..." räusperte sich Amy "Aber du hast Recht. Lisann Hohbuchen sollte in wenigen Stunden ankommen. "Ty willst du mir helfen ?", Amy sah ihn mit großen unwiederstehlichen Augen an. Er lachte "Dir doch immer". Amy und Mallory nahmen sich je eine Schubkarre, während Ty mit der Mistgabel bereits die Boxen aushob. Es dauerte nicht all zu lang bis die Boxen sauber und frisch eingestreut waren. Zu dritt ging es eben schneller. Amy wollte bereits aus dem Stall eilen, als sie beinahe einer jungen Frau in die Arme lief. "Nicht so stürmisch", erwiderte sie lachend. "Oh verzeihung!", Amy lief rot an "Ich bin Amy Fleming, meine Schwester Lou hat mit ihnen gesprochen... Ich nehme an, dass hier sind Moon River und Polka Dot?"
      "Ganz genau !"
      "Nun, Lou wird sie gleich auf die Ferienranch bringen, in der Zeit gönnen wir den Pferden etwas Pause. Gegen drei Uhr würde ich dann mit ihnen und Moon River ein Join Up machen", Lisann lächelte - begeistert über Amys Motivation. "Ich freue mich schon drauf" Ty nahm ihr die Pferde ab und führte sie in den Stall, da kam Lou und verwickelte Lisann in einem Gespräch. "Woher kommen sie denn ?", fragte Lou sie interessiert. "Deutschland, Nabburg"
      "Du liebe Zeit ! Sie haben ja einen ganz schön weiten Weg hinterlegt !" Lisann lachte und ging mit Lou zum Jeep. Amy stand währendessen vor Polkas Box, lehnte sich über die Tür um hinunter zum kleinen Shetty zu gucken. "Du willst also longiert werden ?", Polka schnaubte und verlor etwas schnodder beim blasen mit den Nüstern, Amys Gesicht wurde nass, sie lachte und wischte sich den Schleim aus dem Gesicht. "Du bist mir ja eine! Ruh dich erst einmal aus. Du hattest einen langen Weg hinter dir" Amy spürte mit einem Mal Tys warme Hand auf ihrer Schulter, sie drehte sich um und umarmte ihren Freund. "Wir könnten doch mit Schattenfalter arbeiten, er ist mittlerweile alt genug um eingeritten zu werden." Ty zögerte, lächelte verlegen und antwortete schließlich: "Würde ich ja gerne, aber ich muss mit Scott zu einem Kunden, das ist wichtig."
      "Oh... hm ok" ein wenig enttäuscht gab Amy ihm einen Kuss, lächelte schließlich und wünschte ihm viel Spaß.
      *
      Amy führte den Kohlfuchs in den Roundpen, holte anschließend ihr Sattelzeug und begann mit einem Join Up. Das sollte das satteln nachher erleichtern. Nachdem Figaros Schattenfalter die Zeichen gegeben hat, damit Amy mit dem Join up aufhören konnte, nahm zu zunächst eine Satteldecke. Sie zeigte die Decke dem Haflinger ehe sie sie auf den Rücken legte. Anschließend ging sie auf die rechte Seite des Pferdes um auch von dort die Decke drauf zu legen. Schattenfalter spitzte interessiert die Ohren. Das gleiche Prinzip wiederholte sie mit dem Sattel, erst nachdem sie den Sattel auf beide Seiten aufgelegt hatte, gurtete sie ihn langsam feste. Schattenfalter lehnte die Ohren an, Amy beruhigte ihn - tächelte seinen Hals und flüsterte "Guter Junge, fein machst du das". Es wirkte, er entspannte sich und entlastete sein Hinterbein. Nun war die Trense an der Reihe. Amy rieb seinen Kopf, brachte ihn zum entspannen und nahm die Trense um sie ihn zu zeigen. Er schnupperte interessiert an sie. Schließlich stülpte Amy ihm die Trense über und lobte ihn begeistert. "Super machst du das ! Braver Junge !". Als nächstes übte Amy auf der linken Seite, mit ihren Handflächen Druck auf den Sattel, das gleiche wiederholte sie auf der rechten Seite. Nachdem sie sicher gehen konnte, dass sich Schattenfalter an den Druck gewöhnt hatte, stieg sie in den Sattel und klopfte seinen Hals. Nun gab es zwei Möglichkeiten. Entweder er fing an für eine kurze Zeit zu buckeln, oder er vertraute ihr und blieb ruhig. Schattenfalter entschied sich wohl für die zweite Möglichkeit, er brubbelte kurz, stieß einen lauten Atemstoß aus und trottelte im Kreis durch den Roundpen. Nachdem er sich an Amys Gewicht und dem Sattel gewöhnt hatte, ließ Amy ihn kurze Zeit traben und auch eine Weile galoppieren. Sie lobte ihn ausführlich als er alles einwandsfrei machte. Schließlich stieg sie ab um ihn zurück in die Box zu bringen. Es war wichtig das Training mit einer positiven Erfahrung zu beenden.
      *
      Als Amy den Haflingerhengst putzte, hörte sie einen Jeep auf den Hof fahren. Entweder war Lou wieder zurück, oder eine weitere Kunden war angekommen. Sie legte das Putzzeug zurück und ging aus den Stall. Tatsächlich eine fremde Frau stieg aus, an ihrem Jeep befand sich ein Hänger in dem zwei Pferde waren. "Hallo ?", begrüßte Amy sie, wenn auch ein wenig fragend. Anscheinend hatte Lou ihr wohl etwas vergessen gehabt zu sagen ?.
      "Ich bin Amy", stellte sich das Mädchen vor, reichte der Frau die Hand und drückte sie fest.
      "Schön dich kennenzulernen, ich bin Kira Esenbeck"
      "Freut mich, hatten sie mit meiner Schwester gesprochen ? Ich wusste gar nicht das heute noch ein Kunde kommen wollte."
      "Oh nein, tut mir sehr Leid - Ich sollte eigentlich erst in einer Woche ankommen, allerdings ist es mir ziemlich wichtig, dass Valentines Candy Fireflies und Zanaro eingeritten werden. Ich möchte sie schon bald auf einem Turnier melden, allerdings haben die beiden noch nie ein Hindernis gesehen". Amy fühlte sich unbehaglich, sie hatte so schon alle Hände voll zu tun.
      "Wissen sie ich...", ehe Amy aussprach kam ihr Lou dazwischen. Anscheinend kam sie gerade von der Ferienranch zurück. "Hallo Kira! Sie sind ja früh dran ! Schön sie zu sehen", Lou lächelte sie an und schüttelte ihre Hand. "Weißt du Lou, ich wollte gerade sagen dass...", als könnte Lou Gedanken lesen sagte sie schnell :"Dass Amy ihren Auftrag gerne früher annimmt!", Amy blickte ihre Schwester ein wenig ärgerlich an. Kira lächelte begeistert. "Wirklich ? Das wäre echt super lieb ! Danke Amy !"
      "Kira, wenn du willst zeige ich dir mal unseren Hof", Lou wollte gerade los legen und ihre Führung beginnen, als Amy sie am Arm fasst und ihr etwas entgegen flüsterte "Kannst du mal kommen ?"
      "KÖnnten sie mich einen Augenblick entschuldigen ?", fragte Lou höflich und folgte ihrer Schwester. "Lou du weißt doch, ich habe so viel zu tun ! Ich schaff das irgendwann nicht mehr."
      "Ich weiß, aber weißt du wer Kira Esenbeck ist !? Hast du noch nie was von ihr gehört ?"
      "Ehm... Nein Lou?"
      "Kira ist eine sehr erfolgreiche Springreiterin. Wenn sie extra nach Heartland kommt... Dann können wir doch nicht ablehnen ! Sie kommt auch aus Deutschland, außerdem würde das unserer Farm echt gut tun !", Amy schmollte, seufzte und gab nach "Naja, vielleicht hast du ja Recht."
      Lou führte ihren Rundgang fort, während Amy die Pferde aus dem Hänger entlud. Es waren wirklich prachtvolle Junghengste. Am meisten hatte es ihr Zanaro angetan. Der braune Vollbluthengst."Na dann wollen wir euch doch mal in die Box bringen. Für heute hatten die Pferde genug Aufregung, lediglich Moon River könnte ein Join Up vertragen.
      *
      15 Uhr, Amy hatte Moon River bereits aus der Box gebracht. Sie führte sie in den Roundpen und wartete auf Lisann. Schließlich nahm sie die junge Frau war, welche freudig auf sie zu lief. "Amy, bin ich glücklich, dass du solche Ausbildungsmethoden anbietest. "Kein Ding, kann ich dich Lisa nennen ?"
      "Ja, warum auch nicht". Lisa lächelte freundlich und fragte was sie nun tun müsste. "Ok Lisa, nimm zuerst Moon River und löse ihren Strick".
      "Ihren Strick lösen ? Dann habe ich doch gar keine Kontrolle mehr über mein Pferd ?", Amy lächelte "Tu es einfach". Zögernd löste Lisa den Strick. Moon trottelte durch den Roundpen, witterte den Geruch der Pferde welche zu vor drinnen waren und blickte zu Lisa. "Und nun ?"
      "Du musst sie scheuchen ! Nimm den Strick und schmeiß ihn nach dem Pferd. Aber nicht zu sehr, sie sollte einfach nur wegrennen und in Bewegung bleiben. "Ok ?", etwas verwirrt schmiss Lisa den Strick. Zog ihn wieder zu sich und wiederholte das Spektakel. Moon guckte etwas doof nachdem sie einen Hopser zur Seite gemacht hatte. "Ich glaube das funktioniert nicht", sagte Lisa seufzend. "Du musst es ernergischer machen. Mach dabei einen Schritt auf sie zu und schmeiß deine Arme in die Luft. Du musst bedrohlich aussehen."
      "Bedrohlich ? Dann mach ich ihr doch Angst !", Lisa blickte etwas verwirrt zu Amy, sie wusste nicht ob sie es wirklich tun sollte "Ich kann mir nicht vorstellen das Moon mir darauf hin vertrauen wird".
      "Doch. Du zeigst ihr, dass du das Ranghöchste "Pferd" bist. Wenn sie dir Zeichen gibt, weil sie aufhören möchte vor dir wegzulaufen, dann lass den Strick fallen und dreh dich weg von ihr. Sie wird dir dann vertrauen, weil sie weiß, dass du sie schützen würdest wenn Gefahr besteht."
      "Hm ok. Das hört sich plausibel an. Aber woher weiß ich wann sie mir Zeichen gibt ?"
      "Das sag ich dir dann. Aber jetzt scheuch sie endlich", Amy lachte und stellte sich an das Gatter. Lisa hob schließlich die Arme und wedelte mit dem Strick, nun gab die Stute Gas, ein wenig irritiert warum ihr Besitzer auf einmal so bedrohlich war. Lisa machte weitere Schritte auf ihr Pferd zu. "Gut machst du das !", rief Amy der jungen Frau zu. Lisa wurde schon etwas rot im Gesicht, nicht nur für das Pferd - sondern auch für denjenigen der es scheuchte, war diese Aufgabe sehr anstrengend. "Nicht aufgeben. Sie ist noch nicht so weit !", Amy motivierte Lisa. Doch es machte den Anschein als würde die Stute sich weigern ihrer Besitzerin vertrauen zu wollen. "Amy, was hat das zu bedeuten ? Sie will mir keine Zeichen geben...", Amy konnte hören wie verzweifelt Lisa war. "Keine Sorge, das bedeutet, dass sie einen starken Charakter hat und sich durchsetzen möchte. Das ist sogesehen gut. Aber wir wollen ja, dass sie dir vertraut also hör bloß nicht auf." Lisa taumelte immer erschöpfter durch den Roundpen, schmiss den Strick nach ihrem Pferd, und hob die Arme bedrohlich nach oben. "Ruf ihr zu ! Lass sie schneller laufen!", Amy spürte die Spannung zwischen den Beiden, am liebsten hätte sie es für Lisa übernommen, schließlich war die Frau wirklich fix und fertig. Aber das Join-Up bestand aus Pferd und Reiter und nicht Pferd und Trainer. "LAUF ENDLICH!", Lisa fasste ihre letzte Kraft zusammen und schrie. Moon macht einen Satz nach vorne, wurde schneller und begann schließlich mit den Zähnen zu kauen und ihr Ohr nach innen zu drehen. "Da! Lisa! Siehst du es ? Das ist das Signal!". Lisa sah in der Tat das sich etwas an der Stute verändert hatte. Sie wirkte erschöpfter, genau so wie sie selbst. "Hör auf und dreh dich um". Lisa ließ den Strick fallen und drehte sich vom Pferd weg, ihr Blick sank Richtung Boden, ihre Arme baumelten neben ihren Körper. Langsam ging die Stute zu Lisa, blieb stehen, wartete und streckte schließlich den Kopf aus. Moons Nüstern berührten die Schultern der jungen Frau, welche plötzlich vollkommen erleichtert da stand und den Kopf hob. Langsam drehte sich Lisa um und sah ihr Pferd. Nahezu aufgelöst umarmte sie ihre Stute, rieb ihr Fell und sprach: "Fein gemacht, du bist eine so liebe Stute!". Amy lächelte zufrieden "Siehst du, es hat geklappt".
      "Ja Amy, das war echt etwas völlig anderes."
      "Und weißt du was das schöne an einem Join Up ist ?", Amy grinste schief.
      "Das Vertrauen ?"
      "Ja! Dein Pferd arbeitet jetzt viel besser mit dir, es ist ruhiger, weil sie dir vertrauen kann."
      "Ich muss schon sagen, das war wirklich schwieriger als ich gedacht hatte". Lisa rieb sich den Schweiß von der Stirn und lächelte immer noch ihre feine Stute an. "Komm, lass uns sie zurück in die Box stellen. Braucht sie eine Abschwitzdecke ? Ich habe noch mehrere in der Sattelkammer." Lisa bedankte sich für Amys Gastfreundschaft und begab sich mit ihr den Stall.
      *
      Es wurde sehr schnell dunkel. Amy beschloss mit Ty die Pferde zu füttern ehe sie selbst zu Abend aßen. Amy mischte das Trockenfutter für die Hengste zusammen, sie griff nach dem Eimer und ging durch die Stallgasse des Zuchtstalles. Den Zuchtstall hatten sie erst vor kurzem noch restauriert und vergrößert. Die Boxen sahen rustikal aus und überall standen Haflinger. Einzige Ausnahme, First von Rothen. Amys Anglo-Araber. Sie war so glücklich mit ihm. Mit den Gedanken bei Ty, füllte sie das Futter aus dem Eimer in die Futterbehälter. Einige der Haflinger standen noch auf der Wiese gegenüber vom Stall. So konnte sie ganz in Ruhe Golden Samurais und Figaros Futter auffüllen. Ty beschäftigte sich währenddessen mit dem auffüllen des Heus. Hochmotiviert begab er sich zur Stutenweide um die Heuraufe aufzufüllen. Die neugierige Haflingerstute Calla trabte schnell auf ihn zu. "Na du, wie geht es dir ?", lächelnd betäschelte er die Stute, sie war Lous Liebling und eines der ersten eigenen Zuchtfohlen. Die Arbeit flog nur so davon, zu guter letzt fütterten Amy und Ty die Neuankömmlinge und kontrollierten die Wassertränke. "Schau mal wie entspannt Moon aussieht", sagte Amy vollkommen glücklich und lehnte sich nebenbei an Ty. Er schlang seinen Arm um sie und küsste sie sacht. Ein Räuspern aus der Ecke. Es war Lisann. "Hey, ich wollte noch einen Abendspaziergang machen und dachte mir, dass ich gleich meine zwei Lieblinge besuchen könnte."
      "Sie gewöhnen sich wirklich schnell Lisa. Gefällt es dir denn hier auf Heartland ? Ich mein Kanada ist ein ganz schöner Unterschied zu Deutschland". Sie musterte die kleine Frau. "Ja! Ich finde es hier wirklich sehr harmonisch. Viel entspannter als in Deutschland. Wissen Sie...", Amy sprach ihr dazwischen "Du.. Du kannst mich gerne Duzen".
      "Weißt du... In Deutschland ist so viel Hektik. Alle wollen möglichst schnell wo anders hin. Alle müssen rund um die Uhr arbeiten...."
      "Das hört sich echt nicht schön an, aber hier müssen wir auch rund um die Uhr arbeiten", sagte Amy vergnügt.
      "Das schon, aber wenigstens ist das hier körperliche Arbeit, Arbeit mit Tieren. Ich bin Rechtsanwältin und ich muss sagen, dass mein Leben nicht so aufregend ist wie man meinen könnte." Amy dachte über Lisas Worte nach. "Du findest bestimmt noch deinen Weg", sprach sie schließlich. Amy dachte an Viktor nach, er hatte ihr geholfen mit Caballero wieder eins zu werden. "Nun Lisa, wenn du willst kannst du mit uns Abendessen", schlug Amy vor und lächelte. Lisa nahm das Angebot an und folgte den Beiden in das Farmhaus. Lou stand am Herd und schüttete das Nudelwasser ab. "Setzt euch doch, ich habe heute etwas Thailändisches gemacht".
      "Lou muss das sein ? Wir sind hier schließlich in Kanada", nölte Mallory durch das Esszimmer. Lou nahm die Pfanne und stellte sie auf den rustikalen Holztisch ab. Erst jetzt bemerkte sie Lisa "Hallo! Schön sie zu sehen". Lisa und Lou unterhielten sich munter, während Amy und Ty das Essen genossen, wenn auch bedingt. Amys Großvater Jack lachte laut - im gesamten war es eine wirklich harmonische Stimmung am Tisch. Nach dem Abendessen verbrachte Amy noch einige Zeit mit Ty ehe sie sich schlafen legte.
      *
      Ein schriller Klingelton holte Amy aus ihrem Tiefschlaf. Zeit zum füttern! Sie betrat den Stall und entdeckte ihren Freund in den Boxen der Pferde, er bereitete die Boxen vor für die Haflinger welche gleich von der Weide geholt werden sollten. "Ty, auf dich ist einfach immer verlass", sie gab ihm einen Guten-Morgen-Kuss und half ihm bei der Arbeit. "Ich fange gleich mit Polka Dot an, sie an der Longe zu gewöhnen. Wenn du willst kannst du mir helfen"
      "Das ist lieb gemeint Amy, aber ich muss gleich wieder los. Scott...", er lächelte etwas unbehaglich, doch Amy verstand ihn. "Mach nur, keine Sorge." Nachdem Ty zu Scott fuhr, brachte Amy die Shetty Stute aus der Box um in den Roundpen zu gehen.
      *
      Im Roundpen angekommen schnallte Amy die Longe an das Halfter des Shettys. In ihrer rechten Hand befand sich eine lange Longierpeitschte, diese stellte sie erst einmal bei Seite. Anschließend führte sie Polka zunächst im Schritt durch den Roundpen um sie an die etwas schwere Longe zu gewöhnen. Die Shetty Stute trottelte langsam mit ihr mit. Bald hat sich ihre Faulheit ausgespielt und sie müsste sich anstrengen. Amy begann damit, die Stute wie bei einem Join Up mit einem Schritt nach vorne, die Arme mit der Longe in den Händen nach oben zu schmeißen. Polka begann auf den Hufschlag zu traben. Nun griff Amy nach der Peitsche um das kleine Bändelchen hinter dem Pony schleifen zu lassen. Polka sollte nicht gleich in Berührung mit ihr kommen, sondern lediglich zur Kenntnis nehmen, dass eine Peitsche existierte. Immer wenn das Pony versuchte den Hufschlag zu verlassen, trat Amy einen Schritt auf sie zu um ihr den Weg abzuschneiden. Gleichzeitig gab die kleine Stute etwas mehr Gas, wodurch Amy wieder zurück gehen musste. Nicht nur die Stute auch Amy selber musste ständig in Bewegung bleiben. "Ok, feilen wir nun etwas an den Gangarten". Durch ruhige Worte wie "Whoo", oder "Easy", brachte Amy das Pony in den Schritt. Sie ließ die Longe länger werden, benutzte die Peitsche nun gar nicht mehr, nur in Notfällen wenn das Pony andeutete stehen zu bleiben. "Gutes Mädchen", lobte sie sie. Schließlich schnalzte sie und wedelte behutsam mit der langen Peitsche. Polka trabte, versuchte erneut die Richtung zu ändern, in dem sie sich vom Hufschlag zwang. Doch Amy macht einen großen Schritt auf sie zu und hob die Arme in die Luft. Polka lief wieder auf den Hufschlag entlang. "So ist fein, fein machst du das", Amy lobte sie ständig. Sie schnalzte erneut, schwang die Peitsche und hob die Arme. Nun galoppierte das kleine Shetty mit flinken Beinchen im Kreis. Es sah wirklich himmlich aus, wie das kleine Fellbündel mit den vielen Flecken im Roundpen lief und aufgeregte schnaubte und grunzte. "Ich glaube du bist ein kleines Schwein, kann das sein ?" - Amy dachte an ihr Erlebnis in der Box zurück, da hatte Polka sie vollgeschnoddert. Amy achtete weiterhin darauf, dass die Stute nicht den Weg abschnitt. Nach dem die Grundgangarten saßen, musste sie lernen die Richtung zu wechseln. Amy blieb stehen und fasste die Longe kürzer. Das Shetty trottelte auf sie zu und blieb schließlich stehen. In geschwinder Bewegung änderte Amy die Richtung um das Pony von der anderen Seite anzutreiben. Nun trabte Polka mit schnellen Schritten auf den rechten Hufschlag, immer wieder schüttelte die kleine Stute den Kopf und schnaubte erschöpft. "Immer weiter laufen Polka, nicht nachlassen", versuchte Amy die Stute zu motivieren. Sie schwang sanft die Peitsche hinter dem Shetty, Polka galoppierte. Nach einigen Runden ließ Amy sie wieder im entspannten Schritt gehen. Die Stute senkte den Kopf und bließ mit den Nüstern im Sand. Als ihr einige feine Körnchen in die Nüstern gerieten, flemte das Pony. Amy grinste breit. Sie machte einen Schritt auf Polka zu, wechselte wieder gewand die Richtung, sodass Polka wieder auf den linken Hufschlag ging. Dies wiederholte Amy einige Male, damit Polka genau wusste, wann sie den Hufschlag wechseln sollte. "Wow! Sie macht das echt gut!", sprach Lisann, welche von hinten auftauchte. Amy drückte ihr die Longe in die Hand. "Bitte probier es auch mal aus, sie soll es schließlich nicht nur bei mir können". Lisann nahm die Peitsche und bewegte sie sachte, sodass Polka registierte im Kreis zu gehen. "Sobald sie zu dir kommen möchte, mach einen Schritt auf sie zu und schneid ihr den Weg ab". Tatsächlich versuchte Polka nach wenigen Minuten abzukürzen, aber Lisa hatte sie gut im Griff. "Braves Mädchen", lobte Amy die Stute. "Nun wechsel mal den Hufschlag, mach einen Schritt auf sie zu und schneid ihr schnell den Weg ab damit sie sich dreht". Lisa machte dies großartig "Polka reagiert echt klasse auf die Hilfen. Danke ! Das hat mir echt eine Menge arbeit erspart". Nach dem longieren brachten sie die Shetty Stute zurück in die Box.
      *
      "Ich würde sagen damit wäre meine Arbeit getan", sagte Amy erleichtert. Lisa lächelte, zögerte und sprach schließlich "Da wäre noch was...", Amy hob eine Augenbraue in die Höhe. "So ? Was denn ?"
      "Weißt du, ich habe ein Angebot als Jockey bekommen"
      "Das ist ja großartig, wo denn ?"
      "Nicht weit weg von hier..." Amy lachte, stupste die kleine Frau an und sagte euphorisch: "Hey das ist doch großartig ! Aber was ist dem denn im Weg ?"
      "Ich habe noch keine Unterkunft. Ich will jetzt aber auch nicht zurück nach Deutschland, wenn ich mir hier eine Bleibe ansehen kann. Du weißt ja, im Internet sind die Fotos meistens nicht die Realität. Ich würde mich freuen wenn ich etwas länger bleiben könnte". Amy dachte nach. Eigentlich bräuchten sie die Boxen von Polka und Moon River. Aber da kam ihr eine Idee. "Geben sich deine Pferde auch mit einem Offenstall zufrieden ? Wir bräuchten noch die Boxen".
      "Aber sicher doch Amy! Ich bin froh, dass du mir so zur Seite stehst". Der Umzug von Polka Dot und Moon River erfolgte noch am Mittag, Lisa und Amy führten die Pferde in den Offenstall, indem sie von My Blue Gun schon begrüßt wurden. "Ich denke Lou hat nichts dagegen wenn du noch einige Tage auf der Ferienranch bleibst."
      *
      "Was stand denn noch für heute an ?", Amy dachte nach und blickte sich im Stall um. "Zanaro und Fireflies müssten eingeritten werden." Sie begann mit dem Vollblut. Zanaro tänzelte nervös am Strick zum Roundpen. Amy musste aufpassen, dass er ihr den Strick nicht aus der Hand riss. Es wäre am besten wenn sie ihm die Nacht Lavendel und etwas Hopfen in sein Futter mengen würde. Diese Kräuter sind gut gegen Nervösität und zur Beruhigung. Schließlich lößte Amy den Strick am Halfter, als sie im Roundpen angelangt waren. Ohne Ty hatte sie mehr Arbeit, daher ließ sie den Hengst erstmal alleine um in der Zeit Sattel und Zaumzeug zu holen. Draußen stand die Sonne bereits so hoch, das Amy von den hellen Strahlen geblendet wurde. Mit einer Hand über den Augen suchte sie den Stall um die Sattelkammer zu betreten. Kira hatte extra Sattelzeug und Zaumzeug maßschneidern lassen und Amy gegeben, damit die Beiden Pferde keine Druckstellen bekamen. Ein qualitativer Sattel war schließlich von großer Bedeutung. In der Sattelkammer griff Amy nach dem Zubehör für Zanaro, im schnellen Schritt ächzte sie zurück zum Roundpen. Es war ein ganz schön weiter Weg mit Zaumzeug und Sattel, aber Amy trug schwerere Westernsättel Tag ein Tag aus. Den Sattel legte sie nun auf einen der Holzbalken ab, welche das Pferd eingrenzten. Die Trense hing sie am Tor auf. Als sie den Roundpen betrat befestigte sie wieder den Strick an sein Halfter um ihn im Notfall festhalten zu können. Den Strick legte sie nun locker über seinen Hals. Amy griff nach der Satteldecke, hielt sie ihm vor die Augen und wartete bis er sie registriert hatte. Zanaro roch leicht verängstigt an der Decke. "Guter Junge", lobte sie ihn sofort. Seine Ohren richteten sich nach vorne auf als er bemerkte das nichts geschah. Amy verhielt sich sehr ruhig um den Hengst nicht zu verängstigen. Schließlich ging sie auf die rechte Seite und legte die Decke auf seinen Rücken. Erneut lobte sie den Hengst durch Worte und Streicheleinheiten. Dann nahm sie die Satteldecke vom Rücken und ging auf die linke Seite des Pferdes. Erneut legte sie die Decke auf seinen Rücken. Zanaro reckte den Kopf zum Rücken und schnupperte an der unheimlichen Decke. "Super machst du das", Amy kraulte seinen Hals und ging nun zum Sattel. Mit dem Sattel zwischen den Händen stapfte sie durch den Sand zum Pferd, sie bewegte sich langsam damit der Hengst Zeit hatte sich ein Bild von dem Sattel zu machen. Schließlich wiederholte sie das Spektakel, welches sie bei der Satteldecke angewendet hatte - diesmal jedoch mit dem Sattel. Als Zanaro sicher war, dass ihm tatsächlich nichts geschah, griff Amy unter seinem Bauch nach dem Gurt des Sattels um ihn zuerst locker und dann etwas fester -fest zu binden. Zanaro trat mit den Hinterhufen nach dem Gurt, einen solchen Druck hatte er schließlich noch nie gespürt. Amys Hände waren glücklicherweise nicht mehr unter dem Bauch, weshalb sie sich keine Sorgen machen musste verletzt zu werden. Sie lobte das Pferd sobald es aufhörte nach dem Gurt zu treten. Als der Gurt schließlich fest genug war, gab sie dem Pferd eine Belohnung und kraulte es zwischen den Ohren. "Siehst du, nichts passiert". Nun ging sie rüber zum Tor um die Trense zu holen. Zanaros Halfter legte sie ihm um den Hals, vorsichtig zog sie ihm die Trense über den Kopf. Als er schließlich auf das kalte Gebiss biss, erschrak er und riss den Kopf in die Höhe. "Ruhig, mein Junge", sprach Amy sanft und leise um das Pferd zu beruhigen. Er nachdem der Hengst ruhig da stand und nichts anstellte, griff sie nach den Zügeln um ihn durch den Roundpen zu führen. Sie zeigte ihm das Gatter, das Tor, sie öffnete es sogar. Schließlich blieb sie stehen und hiefte sich in den Sattel. Im Schritt ritt sie im Zirkel. "Super!", begeistert tätchelte sie das Vollblut, stolz war sie auf sich selber. "AMYYY?!", es war Chase der suchend über den Hof grölte. Zanaro erschrack und buckelte, er schmiss sein Hinterteil in die Lüfte und trat mit den Hinterbeinen um sich. Seine Hufe donnerten gegen den Holzzaun, wodurch er sich lediglich noch mehr erschreckte. Amy hatte Schwierigkeiten im Sattel zu bleiben, hier gab es nirgendwo ein Horn zum festhalten. Sie fasste die Zügel kürzer, ihr Körper hing nun schon über Zanaros Hals. Zanaro raste voraus, buckelte, riss den Kopf nach unten und warf Amy in der Kurve schließlich ab. "AAH", sie prallte auf den Boden auf, stöhnte und brachte sich schnell in Sicherheit. Erst jetzt blickte sie zu Chase, welcher auf einmal neben ihr stand um ihr aufzuhelfen. "Hast du dir was getan?", fragte er mit besorgter Miene. "Allerdings ! Mir tut alles weh", antwortete sie genervt. "Sag mal, was fällt dir eigentlich ein so über den Hof zu brüllen !?"
      "Sorry Mademoiselle! Ich dachte du bist die ultimative Pferdeflüsterin", er scherzte und zog die Brauen in die Höhe. Amy klopfte sich den Sand von den Beinen ab und sah Chase grimmig an. "Und überhaupt, was suchst du eigentlich hier ?"
      "Chase Powers Power-Gebiss", er präsentierte ihr ein einfaches gebrochenes Gebiss. "Was soll der Scheiß Chase ? Das ist das Gebiss einer einfachen Wassertrense...", sie blickte ihn zu tiefst genervt an. Wegen ihm war sie auch noch vom Pferd gefallen und konnte das Training mit Zanaro nicht positiv beenden. "Toll Danke Chase, wegen diesem Pille-Pall hast du mein Training ruiniert.", sie drehte sich weg von ihm und wollte wieder in den Roundpen, Chase jedoch griff nach ihrem Arm und sagte: "Warte doch Amy, ich will dass du es als erstes ausprobierst"
      "Wirklich sehr witzig Chase. Vielen Dank, ich hätte mich über nichts mehr gefreut, als eine einfache Wassertrense... Nein im Ernst, ich habe genug Wassertrensen im Stall, da brauch ich dein Power-Gebiss nicht auch noch".
      "Na gut, ich gebe zu, dass meine Manieren zu wünschen übrig lassen, aber probier es doch mal aus, bitte Amy. Wenn ich erzähle, dass du das Gebiss mit Begeisterung benutzt, dann lässt es sich bestimmt hervorragend verkaufen"
      "Mag sein, aber wer sagt denn, dass ich es hervorragend finde !?", Amy griff nach dem Gebiss welches er immer noch in seiner Hand präsentierte "Ich benutze es um Fireflies an die Trense zu gewöhnen, aber dann gib bitte endlich Ruhe und verschwinde, Ja !?" - Chase grinste motiviert, völlig überzeugt von sich selbst und lehnte sich an das Gatter an. Während Amy Zanaro zurück in den Stall brachte, kam Ty gerade von den Koppeln. Als er Chase sah blieb er abrupt stehen und blickte den Typen scharf an. Chase nahm ihn nicht war, Amy kam mit dem Holsteiner aus dem Stall und führte ihn in den Roundpen. Zu viel des guten, Tys Eifersucht platzte. Wenigstens hatte er mehr Verstand als Amy. Wie konnte sich Amy nur mit diesen Idiot abgeben ? Angekratzt ging Ty in den Stall um sich mit der alltäglichen Arbeit abzulenken.
      Amy löste den Strick vom Halfter, welches locker am Kopf des Hengstes lag. Schließlich fuchtelte sie mit dem Strick und ihren Armen durch die Luft um das Pferd fortzujagen. Im schnellen Schritt folgte sie dem Pferd. "Lauf !", forderte sie ihn. Fireflies quietschte lauthals und buckelte mehrmals. Davon ließ sich Amy jedoch nicht beirren, oder gar einschüchtern. Im Gegenteil, nun wurde sie etwas aggressiver und trat einige Schritte auf das Pferd zu. Offenbar tat die Bewegung dem Braunschecken sogar gut, Fireflies beruhigte sich und galoppierte wenige Minuten später etwas entspannter im Kreis, er schnaufte und kaute mit den Zähnen. Die Ohren waren immer noch nach vorne gerichtet. "Na los!", rief das Mädchen. Sie hatte inzwischen ihren heimlichen Beobachter vergessen. Chase liebäugelte das Mädchen, welche vollkommen in ihrem Element war. Der Hengst hechtete durch den Ring und richtete sein inneres Ohr schließlich auf Amy. Als sie es wahrgenommen hatte blieb sie stehen, ihre Arme hingen nun zum Boden, ihr Atem schwer. Sie drehte sich vom Pferd weg und wartete ab. Im ruhigen Schritt ging Fireflies auf Amy zu und prustete ihr in den Nacken. Er knabberte an ihr "In meinem Nacken findest du sicherlich nichts zu fressen", sagte Amy lachend und streichelte den Hengst sacht. Ty, welcher die Boxen ausmistete hörte seine Freundin lachen. Er lief rot an und schuftete härter. "Lacht sie etwa wegen Chase ?", dieser Idiot ging ihm einfach nicht mehr aus dem Kopf. Wieso tat Amy nur so etwas ? "Chase, wenn du willst kannst du mir helfen" - sagte sie kühl und drückte ihm den Strick in die Hand. "Einer so hübschen Dame helfe ich doch gerne", er schmachtete sie an und zwinkerte ihr schelmisch zu. "Hör auf, das ist ja widerlich", sagte Amy etwas entsetzt. Doch Chase grinste nur. Nachdem sie sicher war, dass Chase auch mit dem Pferd stehen blieb, ging sie in den Stall um Sattel und Zaumzeug zu holen. Dort traf sie auf Ty. "Hey!", sagte sie etwas überrascht. "Wie kommts dass du freiwillig die Boxen ausmistet", scherzte sie und warf ihm ein süßes Lächeln entgegen. "Wie kommts dass du auf einmal mit Chase arbeitest ?", Amy erkannte wie genervt Ty war. Sie seufzte, griff sich in die Haare und ging Richtung Sattelkammer. "Du kennst ihn. Das Arschloch hat sich wieder selbst eingeladen".
      "Dann entlädt man ihn gefälligst wieder!", rief ihr Ty hinterher. Schnell griff Amy nach einem klassischen Sattel, welchen Kira ihr gestellt hatte. Dann das Zaumzeug und schleunigst zurück zum Pferd. "Ty, wenn das so einfach wäre", sagte sie ihm beim vorbeigehen. Er stützte sich auf die Mistgabel ab und blickte ihr hinterher. "Sie kann so sonderbar sein" dachte er.
      "Danke", sagte sie stumpf als sie Chase sah und der Hengst weiterhin brav neben ihm stand. Sie legte Sattel und Zaumzeug auf den Zaun ab und griff nach der Satteldecke. Dann legte sie die Satteldecke auf die rechte und anschließend auf die linke Seite des Pferdes ab. Fireflies ließ die Prozedur brav über sich ergehen. Nun nahm Amy den Sattel, legte ihn auch auf die rechte und schließlich auf die linke Seite des Pferdes ab. Auch hier blieb Fireflies ruhig. Er zuckte kurz zusammen, entspannte sich aber relativ schnell. Amy atmete konzentriert ein und gurtete den Sattel locker um den Bauch. Der Hengst könnte sich schon mal an etwas Druck gewöhnen, in der Zeit wollte Amy das Gebiss der Trense umtauschen, um Chase endlich loszuwerden. Sie kam sich ein wenig blöd vor, als sie das gebrochene Gebiss mit dem vorherigen gebrochenen Gebiss tauschte. Ruhig hielt sie dem Holsteiner die Trense vor die Nüstern, er beschnupperte sie vorsichtig, nun zog Amy ihm die Trense über. Schnell kaute Fireflies auf das kalte Metall rum, in der Hoffnung diese fiese Kälte loszuwerden. "Guter Junge", lobte Amy ihn und tächelte seinen Hals. Sie klopfte ihm über die Schulter und kraulte ihn zwischen den Ohren. "Ganz fein machst du das", während sie sprach zog sie die Trense etwas zu, damit sie richtig saß. Anschließend gurtete sie das Pferd nach und stellte sich sicher, dass er entspannt genug war damit sie aufsteigen konnte. "Und diesmal bleib auch ruhig!", mahnte sie den Burschen als sie aufstieg. Langsam zog sie sich in den Sattel und streichelte von oben den Hals des Hengstes. "Fein...", flüsterte sie ihm leise zu. Seine Ohren richteten sich nach hinten. Sie wartete eine Weile bis sich Fireflies an ihr Gewicht gewöhnt hatte. Dann trieb sie ihn leicht an, drückte ihre Beine an seinen Bauch und ritt im Schritt im Roundpen. "Guter Junge!", lobte sie ihn. "Gutes Mädchen", äffte Chase ihr nach. "Böser Junge", äffte Amy zurück. Beide kicherten. Ty bekam es aus Entfernung mit, ihm war gar nicht nach kichern zumute. Ty konnte es einfach nicht verstehen, wieso ging Amy überhaupt auf ihn ein. Merkt sie denn nicht, dass er mit ihr flirtet ? Er hätte meinen können, dass zwischen den Beiden etwas war. Melancholisch widmete er sich seiner Arbeit.
      "So, dann wollen wir mal sehen ob du auch traben möchtest", Amy trieb ihm und ritt locker durch den Ring. Sie hielt die Zügel etwas locker, aber so, dass sie ihm Notfall eingreifen konnte. Fireflies Kopf war gesenkt, anfangs hatte er etwas Gleichgewichtsprobleme, wackelte unbeholfen im Kreis, aber fing sich nach einigen Minuten. Amy lobte ihn erneut und beendete das Training mit einem erfolgreichen Trab "Morgen wollen wir weiter machen", sagte sie entschlossen und stieg ab. Sie kramte eines ihrer Belohnungen aus der Tasche und überreichte es dem Hengst. Gierig zermalmte er das Leckerchen zwischen seinen Backen. Amy führte Fireflies zurück in den Stall um ihn von dort aus abzusatteln. Das Gebiss wusch im nächstgelegenen Becken und entfernte es schließlich von der Trense um es wieder auszutauschen. "Hier bitte", sie drückte Chase das triefende Gebiss in die Hand und funkelte ihn entschieden an. "Und nun verzieh dich". Sie drehte ihm den Rücken zu und deckte den Holsteiner ein.
      *
      Ein Blick auf die Uhr, "Schon 16 Uhr!", stieß Amy erschrocken aus, sie hatte noch gar nichts gegessen. Ehe sie jedoch in die Küche ging sah sie noch mal nach Ty. Er sah genervt aus, gar nicht so glücklich wie üblicherweise. Amy bekam Schuldgefühle und ging schmollend auf ihren Freund zu. "Ty. Ty es tut mir Leid, ich hätte energischer sein sollen und mich nicht von ihm beeinflussen lassen sollen". Er drehte sich zur ihr und blickte sie etwas enttäuscht an. "Es ist ja nicht nur das. Ich habe das Gefühl, dass er was von dir will". Nun prustete das Mädchen laut. "Was ? Von mir !? Das soll doch wohl ein Scherz sein". Ty kam sich verarscht vor. Nun, nur etwas lauter, bestätigte er seine Theorie und sah Amy mit ernster Miene an. "Hm. Ich glaube nicht Ty, Chase ist einfach nur etwas verrückt weißt du".
      "Amy, ich glaube du willst die Wahrheit nur nicht wahr haben", sprach er entschieden und fuhr mit seiner Arbeit fort. "Nein im Ernst Ty, Chase will doch nichts von mir. Wir sind ja noch nicht mals richtige Freunde!", sie fasste nach seiner Schulter und kam ihm näher. "Bitte Ty, sei deshalb nicht unglücklich. Ich liebe DICH doch.", bedrückt gab er seiner Freundin einen Kuss. "Wie wäre es wenn wir heute Abend einen Film zusammen gucken ?", schlug Amy vor. Ihre Augen funkelten vor Freude, diesem Lächeln konnte Ty nicht widerstehen. "Überredet."
      *
      Lou suchte Amy in der Küche auf. "Gott sei Dank, endlich habe ich dich gefunden!", rief sie erleichtert. "Was ist denn los ?", hakte Amy fragend nach. "Wir bekommen gleich Besuch von einer Misses Wincox. Du sollst ihr Pferd in Dressur trainieren.", Amy stöhnte auf "Aber Lou, die Boxen sind voll"
      "Ich weiß, was ein Glück das Rachel in Kanada wohnt. Also mach dich schon mal startklar." Schnell schnappte sich Amy ihr Butterbrot und zog sich ihre Jacke über, draußen hörte man schon den Jeep auf den Hof fahren. Eine junge Frau stieg aus und lud ihr Pferd aus dem Hänger.

      Rachel stand wenige Minuten später am Gatter und sah Amy beim reiten zu, das Mädchen versuchte so gut wie möglich der jungen Dame zu erklären was sie tat, damit Rachel mit Loveletter selbst umgehen konnte. Sie ritt ganze Bahnen ehe sie mit kleineren Volten, und schließlich Zirkeln begann. Im Arbeitstrab ritt Amy den Araberhengst im Kreis, verkleinerte diesen ehe sie in der Ecke kehrt machte um durch die halbe Bahn zu wechseln. Auf X blieb sie einen Moment stehen, der Vollbluthengst sollte eine Weile still stehen, Amy zog an den Zogeln, schnalzte und lehnte die Füße nach vorne. Nun ging er rückwärts. Schnell lobte sie ihn durch ein Schulterklopfen und galoppierte durch die ganze Bahn. Ruhig und gelassen flog Amy über den Platz hinfort und begann mit der schwierigsten Übung. Der Traversale. Sie benötigte einige Anläufe bis der Hengst auf ihre Hilfen reagierte. Nach einem erfolgreichen Training stieg sie schließlich ab und betüddelte den Hengst liebevoll. "Kommst du in nächster Zeit öfters her ?", fragte Amy Rachel. "Ja, wäre besser oder ?"
      "Ich würde mich weiter um ihn kümmern, damit er die Traversale perfekt beherrscht".
      "Klingt gut. Wir bleiben dann in Kontakt ja ?"
      "Ja!", Amy verabschiedete sich von Rachel, welche ihr Pferd schon mal absattelte und zurück in den Hänger verlud.
      *
      Erleichtert ließ sich Amy in das Sofa plumpsen. Neben ihr saß Ty, welcher seinen Arm um ihre Schulter legte. "Das war ein verdammt beschissener Tag", sprach sich Amy von der Seele. "Ich bin so glücklich, dass wir zwei endlich Zeit für uns haben." Ty drückte Amy an sich und gab ihr einen Kuss auf die Stirn. "An welchen Film hast du gedacht ?", fragte er sie. Amy antwortete nicht. "Schatz?", nun blickte er auf das blondhaarige Mädchen hinab, Ty registrierte, dass ihre Augen geschlossen waren. Seufzend stand er vom Sofa auf und bewunderte einen kleinen Augenblick seine Freundin. Anschließend hob er sie auf seinen Arm und trug sie auf ihr Bett. Dort legte er sie sachte auf die Matratze und deckte sie liebevoll zu. Amy blinzelte ihn verträumt an ehe sie schließlich in einen Tiefschlaf fiel. Da Ty eh auf den Dachboden schlief, beschloss er die Nacht neben Amy zu schlafen. Immerhin waren sie Beide zusammen und Jack konnte schließlich nicht ewig das letzte Wort haben.

      Um so größer war die Überraschung als Amy am nächsten morgen die Augen öffnete und genüsslich gähnte. Sie richtete sich langsam auf und erkannte schnell das sie nicht alleine war. Als sie Ty erblickte, richtete sich ihr Blick blitzschnell auf ihren Körper. Erleichtert stellte sie fest, dass sie noch Kleidung trug. Nun, als sie sich im klaren war, dass sie ihr Date verschlafen hatte, zupfte sie an Tys Bettdecke um ihn so angenehm wie nur möglich zu wecken. "Ty. Ty ? Ty.", wiederholte sie und pikste ihn nun. Er blinzelte mit schweren Augen. Seine Augen schmerzten durch das Licht, er drehte den Kopf und lächelte Amy an. "Guten Morgen mein Siebenschläfer", scherzte er mit einer Anspielung auf gestern. Amys Haare lagen kreuz und quer über ihr Gesicht, sie grinste und entschuldigte sich für ihre gestrige Abwesenheit.
      Nach einem Frühstück beschloss sie mit Ty die alltägliche Arbeit zu verrichten um schließlich die Pferde zu trainieren. Rachel sollte wieder gegen Nachmittag eintreffen, nun aber wollte sich Amy noch mal mit Kiras Pferden beschäftigen. Amy nahm sich vor, die gestrigen Übungen zu wiederholen um den beiden Jungpferden etwas mehr Sicherheit zu beschaffen.
      *
      Es waren bereits mehrere Tage vergangen an denen Amy mit den Jungpferden gearbeitet hatte, nun glaubte sie wären Kiras Pferde soweit um geritten,- und am Hindernis gewöhnt zu werden. Amy ging also in den Trainingsstall um Fireflies aus seiner Box zu führen und ihn anschließend zu satteln. Sie führte den Holsteiner zum Reitplatz, welcher gegenüber vom Stall lag. Dort angekommen gurtete sie den Sattel noch mal nach. Artig blieb der Hengst auf der Stelle stehen und spitzte die Ohren in Amys Richtung. "Scheint als hättest du gute Arbeit geleistet", sprach auf einmal Kira, welche Amy bis zum Platz gefolgt ist. "Danke, das ist von Pferd zu Pferd aber auch unterschiedlich", Amy lächelte und stieg in den Sattel. "Kira, ich möchte, dass du morgen selber reitest, es bringt ja nichts wenn sich die Pferde nur unter meinem Hintern so vorbildlich benehmen", sie kicherte und trieb Fireflies an. Mit großen Schritten ging der Hengst den Hufschlag entlang, wollte sich zwar ständig in die Mitte drehen, doch Amy drückte ihn zurück auf die Bahn. Wenn Fireflies erstmal verstand wo er hingehörte, würde er diese Manieren nicht mehr ausleben wollen. In der Ecke machte Amy kehrt um anschließend eine Volte zu reiten. Fireflies dehnte sich und schnaubte erleichtert. Anschließend ritt Amy den Hengst im Trab warm. "Kaum zu glauben, er ist ein richtiger Mann!", Kira schien glücklich, voller Stolz betrachtete sie ihren Hengst. "Irgendwann müssen sie ja groß werden", scherzte Amy. Zu guter letzt ritt sie den Hengst im Galopp, dabei machte Fireflies einen Freudensbuckler. Die Frühlingsgefühle, es war so typisch für Hengste. "So Kira, scheint als hätte sich die Arbeit gelohnt. Ich werde ihn jetzt an Hindernisse vertraut machen und morgen reitest du ihn noch mal, ok ?", Kira nickte und Amy stieg vom Pferd. Fireflies blieb auf der Stelle stehen als Amy in aller Seelenruhe die Holzbalken hinter den Busch herauskramte. Nun sah der Hengst das Ungetüm, seine Augen weiteten sich, er lehnte seine Ohren an. Amy ließ die Stange auf den Boden fallen ehe sie zum Hengst ging. Sie griff nach den Zügeln und führte ihn vorerst über den Platz. Sie wartete durch den tiefen Sand, geradewegs auf die bunt gemalte Stange zu. Fireflies erkannte schnell wohin Amy gehen wollte und stemmte seine Hufe in den Sand. Er zupfte in kurzen Abständen am Strick, doch der Hengst lies sich keinen Zentimeter bewegen. Also redete sie auf den Holsteiner ein und kramte währenddessen ein Leckerchen aus ihrer Jackentasche. Fireflies spitzte die Ohren und streckte seinen Hals nach dem Leckerbissen aus, doch Amy ging einen Schritt rückwärts, sodass sein Hals allein nicht ausreichte. Also lief Fireflies mutig und mit zögernden Schritten auf Amy zu. Nachdem er bereits fünf Schritte überstanden hatte, lobte Amy ihn und gab ihm schließlich die Belohnung. Diesen Vorgang wiederholte sie, bis sie an der Stange angelangt waren. Dort klopfte sie seinen Hals und ließ ihn an den langen Ungetüm schnuppern. Fireflies begriff schnell, dass das Ding harmlos war. Neugierig stieß er seinen Huf gegen die Stange, scharrte in den Sand und flehmte nachdem ein Sandkorn in seine Nüstern geflogen war. "Guter Junge", betonte Amy und blickte Kira erleichtert an. "Das klappt doch prima!". Amy stellte nun ein kleines Cavaletti und einen kleinen Steilsprung auf. Anschließend stieg sie auf Kiras Pferd auf und ritt auf das Cavaletti zu. Fireflies roch zuerst an das Hindernis und machte anschließend einen großen Schritt über den winzigen Sprung. "Er ist verrückt! Du hättest sehen müssen wie er seine Beine hochgehoben hat. Als bestünde der Boden unter ihm aus Lava, oder als würde die Stange brennen". Kira kicherte amüsiert und sah Amy weiterhin bei der Arbeit zu. Konzentriert trabte das Mädchen nun auf die Stange zu. Sie fixierte das kleine Cavaletti und trieb Fireflies als er kurz vor dem Hindernis war. Eine Vollbremsung, hätte ihr gerade noch gefehlt, also vermittelte sie ihm Mut. Und tatsächlich, Firefließ hob im Trab seine Beine an um das Hindernis ohne darüber nachzudenken zu überqueren. Nun ritt Amy im Galopp auf das Cavaletti zu, erneut trieb sie ihn kurz vor dem Hindernis und stellte erleichtert fest, dass Firefließ einen kleinen Hopser über die Stangen machte. Schnell lobte sie. "Super!", kommentierte Kira vom Gatter aus. Ehe Amy den kleinen Steilsprung fixierte, ließ sie den Hengst vorher an dem größeren Hindernis schnuppern. Er sollte sich damit vertraut machen, dass ihm nicht passiert sobald er dem Hindernis zu nahe kommt. Sie ritt einen Kreis um den Sprung, lobte ihn immer wieder und fixierte den Steilsprung schließlich im Galopp an. Kurz darauf trieb sie ihn erneut und flog schließlich mit Leichtigkeit über das Hindernis hinweg. "Wow!", rief sie der Besitzerin zu. "Er ist echt ein Naturtalent", schnaufend rieb Amy sich die Haare aus dem Gesicht und lobte den Hengst euphorisch.
      *
      Nach dem Training ging Amy in die Küche um sich eine Flasche Wasser zu gönnen. Lou fing sie jedoch ab und erklärte ihr das in wenigen Minuten eine Amerikanerin ankommen sollte. Joyce McConnor. Amy sollte ihr Pferd in Dressur trainieren. "Kein Problem", sagte Amy knapp und trank eine ordentliche Menge. Nachdem ihr Durst gestillt war, wartete sie draußen mit Lou auf den Hof. "Sie sollte jetzt kommen", sprach Lou und wartete. Tatsächlich, ein Jeep mit Anhänger fuhr über den sandigen Boden und hielt vor den beiden Frauen an. Amy half der jungen Frau, der sie sich schnell vorstellte, beim verladen (bzw. ausladen) des Pferdes. Nachdem sie Kathargo gesattelt hatten, wollte Amy ihn auf den Platz reiten um zu gucken wie er sich anstellen würde. Joyce hing am Gatter und sah dem Mädchen zu. "Ich werde Katahgo noch die nächsten Wochen trainieren müssen, du kannst währendessen gerne auf der Ferienranch übernachten". Nachdem der Hengst warm geritten war, ritt Amy im Mittelschritt den Hufschlag entlang ging dann aber in den Mitteltrab über. Der Hengst glitt über den Platz. Nun ritt Amy einen Zirkel im Arbeitsgalopp. Für die E-Prüfung wird Kathargo nicht all zu viel können müssen. Damit Amy das reiten in Schlangenlinien üben konnte, half ihr Joyce beim aufstellen der Pylonen. Nun konnte Amy schöne gleichmäßige Kreise reiten. Perfekt damit der Hengst sich ein wenig dehnen konnte. Schließlich wechselte sie aus dem Zirkel und trabte eine ganze Bahn leicht, danach wechselte sie durch die Bahn und hielt bei X an. "Er macht sich gut. Am besten gebe ich dir bis zur Prüfung Reitstunden. Ich soll ja nicht mit deinem Pferd an der Prüfung teilnehmen", sagte Amy lachend und klopfte den schwitzenden Hannoveraner den Hals.
      *
      Währendessen fuhr eine weitere Amerikanerin nach Kanada um ihre Pferde zu trainieren. Sie begab sich jedoch nach Briar Ridge. Vel Stanton begrüßte sie mit ihrem breitesten Lächeln und rief zwei Stallburschen welche die Pferde in die Box führen sollten. "Es freut mich das sie gut angekommen sind Elena.", während Vel der jungen Frau ihren Trainer vorstellte, wurden Elenas Pferde bereits zum Geländeparcours geführt. "Steve Commonwelth und Roger Kellington werden sich um Bellami und Kahlua kümmern. Du kannst gerne zusehen". Vel Stanton führte Elena zum Geländeparcours. Eine große weitflächige Weide war mit Baumstämmen, Hecken und Hügeln bestückt. "Natürlich reicht unser Parcours auch in die Wälder hinein, für den Anfang empfehlen wir jedoch die Wiese". Die Wiese erstreckte sich über mehrere tausend Meter, Steve stieg auf Kahlua auf und ritt auf das erste Hindernis zu. Er taxierte es genaustens an und trieb das Pferd kurz bevor damit es gar nicht erst dazu kam zu verzögern. Nun ritt er die Wiese hinunter, über einen Baumstamm hinweg. Kahlua stellte sich gut an. Die schicke, Niederländische Warmblutstute galoppierte über den weichen Boden hinweg über Lehmhügel und bewachsenen Hecken. Selbst die Holzbalken jagten ihr keine Angst ein. Da die Stute mit dem Geländereiten noch nicht so sehr vertraut war, fiel die Strecke jedoch etwas kurz aus. Ca. 5 Minuten lief die Stute in einem ruhigen, gleichmäßigen Tempo, ehe sie bei ihrer Besitzerin wieder ankam. "Wir würden die Pferde in den kommenden Wochen weiter trainieren und für die zukünftigen Turniere vorbereiten. Elena lächelte die ältere Dame an und nickte stumm, schließlich sprach sie "Das glingt gut. Könnte Roger mir einmal Bellami vorreiten ?"
      "Selbstverständlich", sprach Vel und gab dem Trainer die Anwesiung sich startklar zu machen. Bellami, ebenfalls eine Niederländische Warmblut Stute, tänzelte ungeduldig von einer Stelle zur anderen, ehe Roger seine Hacke in die Flanke drückte. Sie pretschte über den unebenen Boden hinweg. Bellami hatte bereits Geländeerfahrung gemacht, was sie auch bewies, als sie über die Hindernisse hinweg sprang. Lehm wirbelte durch die Luft gegen den Pferdebauch. Roger trieb die Stute als sie eine Hecke antaxierten, Bellami sprang früh genug ab und segelte über das Gestrüpp hinweg. Anschließend sprang sie einen Berg hinauf und glitt diesen vorsichtig wieder hinunter. Roger lobte die schnaufende Stute, ritt über mehrere Baumstämme hinweg zurück die Wiese hinauf um Bellami vor Vel Stanton wieder zum stehen zu bringen. "Wie gesagt, wir haben sehr potentielle Trainer, ihr Pferd wird in wenigen Wochen nicht mehr wiederzuerkennen sein." Elena lachte "Das wäre ja schon schön, kann man auch Unterricht nehmen ? So könnte ich auch dazu lernen."
      "Aber sicher doch", sprach Vel und lächelte. Sie führte Elena zurück zum Stall um sie mit allem vertraut zu machen, was sie wissen sollte. Da Elena von weiter her kam, beschloss sie die Wochen über in Kanada zu verbringen. "Vel, wissen sie wo ich übernachten könnte ?"
      "Wir selber bieten keine Schlafplätze mehr an, aber die Heartlandfarm neben an könnte ein paar Almosen vertragen", sagte sie schief lächelnd mit einem ironischen Unterton.
      *
      So traf Elena auf Amy. "Guten Tag ?", sprach sie verwirrt und blickte die schick gekleidete Frau an. Elena lächelte dezent und fragte nach einer Übernachtungsmöglichkeit. "Meine Schwester besitzt eine Ferienranch, ich kann sie ihnen eben holen". Amy brauchte sich nicht umdrehen, Lou stand bereits hinter den Beiden. Offenbar hatte sie das Gespräch von draußen gehört. "Selbverständlich haben wir noch freie Plätze, bringen sie ein Pferd mit ?", hakte sie fachmännisch nach. "Nein, meine Pferde stehen derzeit bei Briar Ridge", Amy blickte Lou genervt an, Elena fuhr fort: "Aber ich habe ein Fohlen mitgenommen welches mit den Grundlagen vertraut gemacht werden sollte".
      "Da kann ich Ihnen weiterhelfen", sagte Amy zufrieden "Wo finde ich denn den Frechdachs ?". Elena half dem Mädchen beim öffnen der Hängertür. Das Fohlen wollte offenbar ziemlich dringend aus dem Hänger. Amy wollte heute noch mit General's Coming Home arbeiten, also begann sie damit dem Quarter Hengst ein Halfter aus und an zu ziehen, damit sie ihn anschließend über den Hof führen konnte. Das erwies sich als eine Schwierigkeit, da der Hengst nicht einmal daran dachte dem Mädchen zu folgen. Mithilfe von Leckereien hatte sie vor ihn von der Stelle zu bewegen und an dem Strick vertraut zu machen. Als nächstes sollte der Fuchs geputzt werden. Sie befestigte den Strick an einer Putzstange und zeigte ihm jedes der Utensilien womit sie ihn hübsch machen wollte. Mit einer Kardätsche strich sie ihm über sein Fell. Bürsten und Kämme schien er zu aktzeptieren und teilweise sogar auch zu genießen, selbst die Hufe hob er nach wenigen Versuchen hoch. So konnte Amy sie problemlos auskratzen. In der Zeit, die Elena auf Heartland bleiben würde, hatte Amy vor das Fohlen an alle Grundlagen zu gewöhnen, die zum Fohlen ABC gehören. Zunächst aber müsse sie Kiras Pferd an Hindernisse gewöhnen.
      *
      Den Abend beendete Amy indem sie Zanaro an Hindernisse gewöhnte. Dazu holte sie den Vollblut Hengst aus der Box um ihn zu putzen und anschließend zu satteln. Sie führte den Braunen an der Trense auf den Reitplatz. In dem Moment kam Mallory um die Ecke. "Hey Amy, was machst du da ?"
      "Du kommst mir gerade echt gelegen ! Kannst du mal Zanaro halten ? Ich muss die Hindernisse aufstellen"
      "Ehm klar!", sie nahm ihr die Zügel ab und beobachtete das blondhaarige Mädchen. Amy hob die Stangen auf, die sie auf den Boden legte. Nachdem Amy einige Cavalettis aufgestellt hatte, sowie zwei kleine Steilsprünge, nahm sie Mallory den Hengst wieder ab. Mallory sah ihr vom Gatter aus zu und bewunderte den Vollblut Hengst, welcher nahezu vor lauter Selbstbewusstsein strotzte. Amy führte Zanaro über den Platz und zeigte ihm die liegenden Stangen, neugierig schnupperte er an den steifen Balken und ging desinteressiert weiter. Auch die kleinen Steilsprünge sah er ungeniert an. Nachdem sie den "Parcours" abgegangen war, stieg sie in den Sattel und ritt den Hengst warm. Im Schritt maschierten die beiden auf die Trabstangen zu, Zanaro machten einen großen Schritt über die Balken hinweg und ging zurück auf den Hufschlag. Das ganze wiederholte Amy erneut im Trab. Schließlich trabte sie auf das Cavaletti zu. Zanaro hob die Hufe etwas höher. Amy wiederholte die Übung mehrere Male um sicher zu gehen das Zanaro die Stangen auch nicht zufällig überwand. Nachdem sie die Stangen auch etwas höher überwunden hatten, wagte sich Amy an den Steilsprung. Sie gab Zanaro eine Galopphilfe und blieb auf der ganzen Bahn ehe sie auf das Hindernis zu ritt. Konzentriert taxierte sie den Steilsprung und verlagerte ihr Gewicht nach vorne. Zanaro machte einen Satz über das kleine Hindernis und kam schließlich wieder auf den Boden auf. Amy wiederholte den Sprung erneut und ritt das verschwitzte Pferd trocken. Nachdem sie Zanaro abgesattelt und eingedeckt hatte, erzählte sie Kira vom Erfolg. Die Wochen wollte sie noch sehen wie sich Kira auf ihr eigenes Pferd machte. Am Abend stand für Amy jedoch fest - Zunächst würde sie Urlaub benötigen !

      März 2016 | 53.484 Zeichen | Jackie
      Training
      06.2016|Gwen
      Stangenarbeitskurs
      Aus privaten Gründen hatte ich den Kurs bezüglich der Stangenarbeit leider zwei Wochen verschieben müssen und so rutschte er nun in den Juni. Zu meinem Glück hatte das aber meine Teilnehmer nicht gestört, da ich sie auch früh genug informiert hatte und so jeder umplanen konnte. Heute war es dann aber endlich so weit: Die Boxen und Gästezimmer waren bezugsbereit und für ein Gastpferd hatten wir einen kleineren Offenstall hergerichtet.
      Nun war es inzwischen nach 15 Uhr und so langsam würden wohl alle nacheinander eintrudeln. Als erstes durfte ich Verena begrüßen, welche auch einen weiteren Gast mitgebracht hatte: Octavia. „Herzlich Willkommen auf Townsend Acres!“, meinte ich grinsend, denn die beiden waren schon so etwas wie Dauergäste. Ich begrüßte beide kurz und half dann beim Ausladen der mitgebrachten Paintstute. My sweet little Secret hieß sie und war an sich ein Engel auf vier Hufen, hatte aber so ihre Problemchen.
      „Was wäre auch ein Kurs ohne Problempferd“, lachte und ich und führte die drei zu der Gastbox, wo Sweet sich wie zu Hause fühlen konnte. Als das Pferd angekommen war, waren auch die Zweibeiner dran. Für Verena und Octavia hatte ich ein Zwei-Mann-Zimmer vorbereitet, welches ich ihnen nun zeigte. „17 Uhr ist Besprechung und 18 Uhr gibt es Abendessen, bis dahin könnt ihr erst einmal ankommen!“, verabschiedete ich mich und eilte schon wieder hinunter, denn Cooper schien anzukommen.
      Auch sie nahm ich herzlich in Empfang und half ihr bei ihrem Prachtstück an Berberhengst namens Aldaire. Cooper hatte immer den kürzesten Weg, wobei Verena es auch gut getroffen hatte. Beide lebten auch in Kanada und das war nichts im Vergleich zu der guten Kira, die aus Deutschland anreisen würde.
      Ich begleitete Cooper gerade samt Pferd in den Stall, als dann auch tatsächlich Kira schon auf den Hof fuhr, deshalb tippte ich Elisa an und bat sie, Gast Nummer vier in Empfang zu nehmen. „Zanaro hat die Box ganz vorne und Kira hat Gästezimmer acht“, meinte ich knapp und zeigte dann Cooper die Box ihres Hengstes. Alle Pferde hatten einen großen Paddock an der Box und konnten auch morgen theoretisch den gesamten Tag auf die Weiden. Für heute sollten sie aber ruhig erst einmal ankommen und sich ausruhen dürfen, ehe noch mehr Aufregung anstand.
      Als letztes traf ein ganz neues Gesicht in der Reiterszene ein: Svejn Álfarsson. Er hatte sich keine Mühe machen müssen, sich mit allen bekannt zu machen, denn durch den Tod der Alistairs, hatte sich alles wie ein Lauffeuer verbreitet. „Herzlich Willkommen auf Townsend Acres!“, begrüßte ich ihn herzlich und zeigte ihm den Offenstall für seinen Riesen Thjalfe. Also an sich war das Pferd nicht zwingend riesig, aber er war schlichtweg sehr robust und breit.
      Nachdem der Hengst sein neues Heim betrachtet hatte, zeigte ich Svejn sein Gästezimmer. Dabei trafen wir auch auf Verena und Octavia, die nach ihrem Pferd schauen wollten und siehe da, unsere Gäste kannten sich sogar schon! „Na ja, also theoretisch sind wir zusammengereist, aber es gab da jemanden, der vergessen hatte zu tanken“, meinte Verena grinsend und klärte mich auf, dass Svejn samt seinen Pferden sogar auf der Gips Reminder Ranch stand.
      „So klein ist die Welt“, meinte ich lachend und ließ dann alle erst einmal in Ruhe, es würde gar nicht mehr lange bis zur Besprechung dauern und bis dahin wollte ich noch den Saal vorbereiten. Die Mappen mussten noch ausgeteilt werden und jeder bekam wie immer ein kleines Präsent und natürlich Wasser. Pünktlich um 17 Uhr trafen alle ein und nahmen Platz.
      Die Neugierde gewann schnell die Überhand und alle blätterten begeistert durch die Mappen, welche gefüllt waren mit Trainingsvorschlägen und vor allem vielen Zeichnungen zur Stangenarbeit. Ich hörte öfters ein „Oh!“ oder ein „Ah!“, bis ich dann doch um Aufmerksamkeit bat, denn ich hatte auch extra eine kleine Präsentation vorbereitet.
      „Also den Inhalt werdet ihr euch noch früh genug anschauen dürfen und reiten dürft ihr das auch alles mal, aber vorerst eine kurze Erklärung…“ und schon legte ich mit meinem Vortrag los. Der ging jedoch nur eine Viertelstunde und klärte meine Teilnehmer darüber auf, was das Ziel des Kurses war und womit sie rechnen konnten. Ich versprach auch Verena, dass ich versuchen würde, möglichst gut auf ihre Stute einzugehen, dieser Kurs jedoch an die Arbeit vom Sattel aus angeglichen war.
      Dennoch sah ich da generell kein Problem, wir würden das mit Sweet schon hinbekommen. Auch der Rest wirkte sehr motiviert und war gespannt auf Morgen. Für heute hieß es dann aber erst einmal Abendessen und Ruhe für alle, sie würden sicherlich mit der Mappe beschäftigt sein. Ich hingegen studierte noch einmal die Anmeldungen, um im Voraus schon etwas über die Pferde zu erfahren.

      Der nächste Tag ging entspannt mit dem Frühstück los und um 10 Uhr fand die erste Trainingseinheit statt. Diese würden wir zusammen machen, denn ich wollte meine Reiterpaare erst einmal kennenlernen, ehe es dann heute Nachmittag an die Einzelarbeit gehen würde. Für die erste Stunde hatte ich mir auch eine ganz spezielle Idee ausgedacht: Das Nikolaushaus.
      Von mir stammte dieser Aufbau nicht, aber er war ideal als Einleitung in die Stangenarbeit. So baute ich also das Haus vom Nikolaus zweimal in der Halle auf, während die Kursteilnehmer ihre Pferde sattelten. Pünktlich um zehn standen alle vier Gäste plus Elisa auf Tenacious in der Halle. Letztere sollte als mein lebendes Beispiel dienen. Wir hatten schon vor einer Woche alles geübt und so würde es den Teilnehmern leichter fallen, meinen Erklärungen zu folgen.
      Zuerst stellte ich das Nikolaushaus vor, welches aus insgesamt sechs Stangen bestand. Einem Quadrat, das Haus, und den zwei restlichen Stangen als Dach, welches oben eine kleine Öffnung besaß, aus welcher durch drei Pylonen der „Rauch“ aufstieg. Meine Teilnehmer schienen sehr angetan von der Idee zu sein.
      Ich hatte das Haus zweimal aufgebaut, da wir zum einen genügend Platz bei Elisa in der Halle dafür hatten und so auch die Teilnehmer besser arbeiten konnten. Dafür spannte ich indirekt Elisa ein, welche mit Cooper und Svejn eine Gruppe bildete, während ich mir zuerst einmal Verena und Kira vornahm. Octavia schaute dem ganzen Spektakel von der Bande zu, sie würde ich später eventuell in der einzelnen Stunde einbauen, je nachdem wie Sweet sich machte.
      Zu Beginn bestand unsere Arbeit daraus, dass das Haus von allen Seiten einfach einmal im Schritt durchritten wurde. Nichts großartig kompliziertes, aber die Pferde sollten es kennenlernen. Zanaro machte das auch wirklich wunderbar mit, obwohl er erst seit kurzem unter dem Sattel war. Aus diesem Grund stellte er auch schnell für Sweet das Leitpferd dar, denn er ging vor und sie sollte direkt hinterher. Maximal zwei Stangen hintereinander klappten auch bei ihr ganz gut.
      Ich bat meine Gruppe, dass sie noch einmal alle Seiten durchgingen, so dass Sweet Vertrauen in die Stangen gewann, während ich kurz zur anderen Gruppe lief. Dort zeigten sich die Teilnehmer auch sehr aufmerksam. Coopers Berberhengst schien sichtlich Spaß an den Stangen zu haben, auch wenn er teilweise seine Beine noch etwas übertrieben anhob, aber lieber so, als dass er sie schleifen ließ. Das tat nämlich Thjalfe und haute gerne mal eine Stange um.
      „Erhöhe das Tempo, treib ihn also mehr vorwärts und wirklich auf die Stange zu und über sie drüber“, erklärte ich und motivierte Thjalfe noch durch meine Stimme. Sobald der Hengst ein wenig fleißiger wurde, bekam er auch seine Beine über die Stange. Bisher sah das auch noch sehr gut aus, Svejn warnte mich nur, dass der Hengst sehr grobmotorisch sei. „Deshalb seid ihr ja hier, wir machen das schon“, beruhigte ich ihn lachend und sprach mich kurz mit Elisa ab.
      Denn nun kamen die richtigen Übungen. Wir begannen einfach mit dem Einreiten ins Quadrat über die Türschwelle (die unterste Stange) und dann über die Dachrinne hinaus durch die Pylonen. Zanaro machte es vor und Sweet nach, theoretisch. Die beiden Stangen waren kein Problem, aber von den Pylonen war die Paintstute nicht sonderlich angetan und sprang lieber zur Seite. Also schickte ich sie wieder zusammen mit Zanaro durch. Das Ganze zweimal, bis ich sie alleine durchschickte.
      Ich merkte aber, wie Sweets Konzentration allmählich nachließ. „Gehst du mit ihr mal auf den hinteren freien Zirkel? Einfach ein bisschen Schritt-Trab-Übergänge und ein paar Volten und Handwechsel einbauen, damit sie wieder wach wird“, bat ich Verena und sie nickte nur bestätigend. Sweet mussten wir eine Pause von den Stangen gönnen, so viel Konzentration besaß das junge Pferd noch nicht.
      Zanaro konnte sich stattdessen nun an den beiden Volten durch die Hausecken beweisen. Das erste Mal klappte gar nicht, er war zu motiviert und raste im Schritt förmlich durch die Stangen. Beim zweiten Mal war er aber direkt klüger und konzentrierte sich auf Kiras Hilfen. Die engen Wendungen verhinderten außerdem, dass er zu schnell wurde und so konnte Kira die Aufgabe auch schon schnell im Trab durchreiten.
      Elisa erklärte es den anderen beiden ähnlich, machte es mit Tenacious vor und der Rest machte es nach. Aldaire zeigte sich bisher von seiner besten Seite, doch auch Cooper bat ich, ihm die Abwechslung zu geben, ab und an auf den Zirkel zu gehen und ihn zu beschäftigen, sonst wurde dem doch sehr klugen Hengst schnell langweilig.
      Wie zu erwarten fielen Thjalfe die engen Wendungen schwer, weshalb Svejn erst einmal eine große Volte reiten sollte, in der er einfach zwei Stangen mitnahm und dem Hengst so viel Platz zum Ausbalancieren gab, wie er benötigte. Dann verkleinerten wir den Kreis immer mehr, bis auch die vorgesehene Volte klappte. Svejn hatte lediglich allerhand zu tun, denn er musste seinen Hengst aufmerksam an den Hilfen halten und durfte keinen Moment unaufmerksam werden.
      Ich kehrte zurück zu den anderen beiden und arbeitete mit Sweet. Tendenziell sollte sie auch über Stangen geritten werden, der Vorteil des Kurses war jedoch, dass ich auch vom Boden aus mit ihr arbeiten konnte, während Verena im Sattel saß. Wir beschäftigten Sweet intensiv und ließen ihr gar keine Gelegenheit, sich auf etwas Anderes zu konzentrieren als die Stangen.
      Ich lief vorne weg und Verena ritt mir nah hinterher. Sweet konzentrierte sich auf mich und folgte mir. Dennoch blieben wir bei ihr bei den einfachen Aufgaben, welche maximal zwei Stangen beinhalteten und so entließ ich Verena auch schon etwas eher. „Das hat sie schon super gemacht und wir arbeiten dann in der Einzelstunde weiter“, meinte ich lächelnd.
      Für den Rest war noch eine Viertelstunde Trab- und Galopparbeit eingeplant, die würde Sweet gnadenlos überfordern und da sie bisher ihre Aufgabe so gut gemacht hatte, hatte sie eine Pause verdient. Ich bildete hingegen eine Abteilung, was lachend zur Kenntnis genommen wurde. Bei allen Reitern war es ewig her, dass sie in einer Abteilung geritten waren.
      Den Anfang machte Elisa mit Tenacious. An zweite Stelle packte ich direkt Thjalfe, damit der Kaltblüter eine Motivation hatte, weiter hinten würde er irgendwann nur noch langsamer werden. Dann folgte Zanaro und das Katzenauge am Ende bildete Aldaire. Da Zanaro noch so frisch eingeritten war, wollte ich ihn nicht komplett hinten laufen lassen.
      Als Abteilung ging es nun im Trab los, ich sagte an, was geritten wurde und Elisa führte es aus und der Rest musste hinterher. Ich hatte noch einige Trabstangen in der Halle aufgebaut, so dass die Pferde durchaus beschäftigt waren mit normalen Trabstangen und dem Nikolaushaus. Auch den Slalom ließen wir im Trab nicht aus.
      Dann wechselten wir in den Galopp, testweise ließ ich die Abteilung erst einmal eine Zirkelrunde galoppieren, um zu schauen, ob das Tempo von allen passte. Der Vorteil einer Abteilung war, dass sich alle noch viel mehr auf Tempo und Abstand konzentrierten, als wenn sie alleine unterwegs wären. Auch so ging es noch einmal über die Stangen.
      Als Abschluss gab es eine kleine Runde, die jeder einzeln durchreiten musste und was bisher die Abteilung an Problemen verschleiert hatte, zeigte sich nun. Da Thjalfe kein Pferd mehr vor ihm hatte, musste Svejn ihn deutlich mehr motivieren. Es war nicht so, als besäße der Große keinen Vorwärtsdrang, faul war er definitiv nicht, aber er brauchte ein Ziel, denn sonst hatte er schlichtweg keine Lust.
      Durch die Routine bekam er seine vier Hufen aber ganz gut über die Stangen. Hier und da machte es noch „Klong!“ aber für die erste Einheit konnte er sich doch sehen lassen, Wunder bewirken konnten wir schließlich auch nicht. Bei Zanaro und Kira reichte allein der Hinweis, dass Kira den Weg vor Augen haben musste. Sobald einer von beiden einen Plan hatte, machte der Hengst einwandfrei mit.
      „Wenn er dir zu schnell wird, bau einfach eine Volte ein, wir haben alle Zeit der Welt!“, erklärte ich lächelnd, denn vor manchen Stangen zog Zanaro mächtig an. Wenn Kira dann aber abbog, schwächte die Motivation ein Stück weit ab. Und so kamen auch sie gut durch den Parcours. Nun nur Cooper mit Aldaire.
      „Ha, das sind also unsere Vorzeigeschüler“, meinte ich lachend, als Cooper den Parcours fehlerfrei durchritt. „Wenn man weiß, was man alles mit Stangen machen kann, ist das total genial“, grinste Cooper mit an und lobte ihren Braunen. Für den Vormittag beendete ich nun diese Einheit und schickte alle in ihre verdiente Pause. Um 12 Uhr würde es sowieso Mittagessen geben und danach gingen ab 13 Uhr schon die einzelnen Einheiten los. Ich hatte für jedes Paar circa eine halbe Stunde eingeplant, eh noch einmal eine gemeinsame Stunde folgen würde.

      Den Beginn machten am Nachmittag Verena mit Sweet. Da die Stute doch noch ein Ticken komplizierter war als gedacht und eine feste Hand brauchte, blieb Octavia auf dem Boden. Ich zeigte ihr jedoch, wie sie die Stute vom Boden aus unterstützen konnte. In der Einzelstunde begannen wir mit einer Gasse aus zwei Stangen.
      Sweet sollte vorwärts und rückwärts durch. Bei dem Rückwärts unterstützte ich Verena vom Boden aus, damit die Stute wirklich gerade blieb. Wir fingen auch ganz klein an, wenn Sweet nur schon andeutete, dass sie verstand was wir wollten, gab Verena komplett nach und lobte. So hatten wir bald ein Pferd, was nur schon auf die kleinste Gewichtsverlagerung nach hinten und das leichte Annehmen der Zügel einen Schritt nach hinten machte und dass trotz der Stangen.
      Dann sollte Sweet seitlich über eine Stange gehen. Verena zeigte mir anfänglich noch den Vogel, aber die Übung war sehr einfach für Pferde. Durch die Stange unter ihrem Bauch hatte, Sweet eine gute Orientierung und erledigte die Aufgabe mit Bravour. Also baute ich eine Aufgabe aus sieben Stangen auf. Zwei Gassen und in der Mitte drei Trabstangen.
      Hier hieß es nicht nur über die Stangen reiten, sondern diese mit richtigen Bahnfiguren zu verbinden. Es ging mal durch die Gassen und mal über die Stangen. Da Sweet bei den Gassen nicht direkt mit den Stangen konfrontiert wurde, aber trotzdem mit ihnen arbeitete, verlor sie dort schon schnell die Angst und auch die simplen Stangen waren nach einigen routinierten Durchgängen ein Problem mehr, weder im Schritt, noch im Trab.
      Durch den Aufbau gab es auch die Möglichkeit, über zwei Stangen zu traben, dann einige Schritte Pause zu haben, ehe noch einmal zwei kamen. Das forderte Sweets Nachdenken und gab ihr dennoch eine Pause zwischen den Stangen. „Also mehr als zwei bis drei Stangen hintereinander würde ich bei ihr bisher vermeiden bis das nicht einwandfrei klappt. Ansonsten braucht sie auch einfach die Routine und jemanden, der ihr klar sagt wo es langgeht und dass das alles kein Problem ist“, meinte ich lachend.
      Ich möchte nicht behaupten, dass ich Sweet von ihrer Stangenphobie befreit hatte, natürlich war sie regelmäßig zur Seite gehüpft oder an eine Stange gekommen, aber es hatte auch Durchgänge gegeben, da hatte es schlichtweg geklappt und an den Erfolgen musste auch Verena festhalten, denn das waren die wichtigsten, den Rest konnte man hinten runterfallen lassen.
      Da sowohl Pferd als auch Reiter sichtlich mit den Nerven am Ende waren, entließ ich sie. Wir hatten auch etwas überzogen, so dass Kira bereits mit Zanaro aufgewärmt war und wir direkt loslegen konnte. Für jedes Paar hatte ich eine andere Stangenkombination für die halbe Stunde gewählt, jeweils auf Leistungsniveau und Pferd zugeschnitten. In den Mappen fand jedoch jeder alle Übungen.
      Da Zanaro sehr talentiert war, hatte ich ihm eine etwas schwierigere Aufgabe herausgesucht, welche ihn jedoch im Tempo bremste. Kira wirkte erst einmal etwas geschockt, als sie die insgesamt elf Stangen sah, welche ich in eine höchst interessante Form gepackt hatte. „Man kann da ideal eine Acht durchreiten, beziehungsweise generell viele Wendungen, so dass Zanaro gar nicht auf Unsinn kommt“, meinte ich begeistert. Jedoch durfte kira alle Aufgaben erst einmal im Schritt und Trab einzeln durchreiten, ehe wir uns an kompliziertere Abläufe machen.
      Damit sie mit besser folgen konnte, lief ich immer die Runde vor und erklärte ihr auch direkt, worauf sie wo achten musste. Dann erarbeiteten wir uns den kompletten Ablauf einzeln. Erst einmal über die drei Stangen, durch die Gasse und über die letzte Stange. Als nächstes nahmen wir die darauffolgende Wendung und die drei Trabstangen hinzu.
      Das wiederholten wir circa zwei- bis dreimal und dann folgte wieder eine Wendung, um erneut über eine Stange und durch die Gasse zu reiten. Es wiederholte sich theoretisch nur der Anfang. Kira hörte nur auf mich und dachte nicht sonderlich viel nach. Umso überraschter war sie, als sie den Ablauf fehlerfrei durchritt, obwohl sie am Anfang nur mit dem Kopf geschüttelt hatte.
      „Wow! Und Zanaro war so locker an der Hand!“, meinte sie glücklich und ich musste grinsen. Ja, der Hengst wurde dadurch einmal komplett aktiviert, sowohl die Hinterhand als auch die Vorderhand. Automatisch kam der Rücken hoch und er schwang einmal durch den gesamten Körper, so dass er auch vorne schön an den Zügel herantrat.
      Die ganze Aufgabe durchritten wir auch noch einmal im Trab, ehe ich Kira noch einige Tipps für die Stangenarbeit im Galopp gab und die beiden dann entließ. Dass was eindeutig genügen Input für heute gewesen. Ich verabschiedete die beiden und ließ Svejn mit Thjalfe in die Halle. „Jetzt bin ich gespannt“, meinte er neugierig, doch ich musste ihn vertrösten, denn erst einmal sollte er warmreiten, während ich die Stangen umlegte.
      Bei Thjalfe kamen vier Cavalettis zum Einsatz, diese sollten den Hengst motivieren, aufmerksamer über die Stangen zu gehen. Außerdem ließen sich seine Aufgaben gut in Zirkel und Volten einbauen, so dass wir seinen Bewegungsablauf schulten. Drei Kombinationen bestanden nur jeweils aus zwei Stangen, aber in der Mitte fanden sich noch einmal drei normale Trabstangen, welche Thjalfe auch einmal eine Pause gönnen sollten.
      Zu Beginn sollte Svejn alle Stangen einmal locker durchreiten, ohne großartige Wendungen. Einmal im Schritt und einmal im Trab. Dann gab ich ihm bestimmte Abläufe vor und kombinierte die Stangen immer mehr. Das Schöne an Stangenarbeit war, dass bei so etwas Mensch und Pferd automatisch aufmerksamer wurden und mitmachten. Deshalb hatte Stangenarbeit auch so eine schöne Wirkung im Training.
      Sehr vieles wurde dem Reiter abgenommen. Pferde wurden fleißiger, streckten sich mehr und man musste nicht auf alles achten, denn Takt und Losgelassenheit kamen ganz alleine durch die Stangen. Ich bat Svejn auch, seinem Hengst ruhig mal längere Zügel zu lassen. Der Reiter kannte sein Pferd und dessen Stolpern, aber Thjalfe musste die Abstände auch einmal alleine einschätzen können, der Einfluss des Reiters, wenn auch nur als Hilfe gedacht, verwirrte das Pferd einfach nur.
      Dennoch ließ es mit den beiden wirklich gut und am Ende konnte sich das Paar wirklich sehen lassen. Das meinten auch unsere neugierigen Zuschauer Verena und Octavia, die diese Stunde beobachtet hatten. Lächelnd entließ ich Svejn, der zwar total fertig war, aber doch glücklich über den Erfolg.
      Nun war nur noch Cooper an der Reihe. Diesmal hatte ich aber auch noch meine eingeplanten zehn Minuten zum Umbauen, ehe sie eintreffen würde, also machte ich mich direkt ans Werk. Da sowohl Cooper als auch Aldaire Vorzeigeschüler waren, hatten die beiden in ihrer Einzelstunde allerhand zu tun, die Kombination würde nicht einfach werden.
      Auch bei ihr kamen mehrere Cavaletti zum Einsatz, welche aber auch schon der Galopparbeit dienen sollten. Auch wir begannen bei ihr mit mehreren Trabstangen, welche durch Volten oder Achten miteinander kombiniert wurden. Am aufwendigsten würde der doppelte In-Out sein und Cooper zweifelte auch anfangs, ob sie das wirklich packen würden, aber Aldaire enttäuschte sie nicht.
      Fleißig ging er erst im Trab über die Stangen und auch im Galopp konnte sich das Paar sehen lassen. Aldaire verfügte über ein sehr gutes Grundtempo und hatte auch seinen Wohlfühltakt schnell gefunden. Auch Cooper kam sehr gut mit ihrem Pferd klar und so wusste ich gar nicht so recht, was ich den beiden beibringen konnte, außer eben neue Möglichkeiten mit den Stangen.
      Da sie diese Aufgabe so schnell erfolgreich gelöst hatten, durften sie auch noch einmal die Aufgabe durchreiten, welche ich für Kiras Zanaro geplant hatte und auch da machten sie eine gute Figur, auch wenn sie erst einmal nachdachten mussten, wie der Ablauf direkt noch einmal war.
      Cooper schien die Stangenarbeit aber sichtlich Spaß zu machen und zufrieden ritt sie ihren Hengst dann ab, während ich die Halle wieder aufräumte. „17 Uhr ist dann noch einmal eine Stunde für alle!“, meinte ich lächelnd und Cooper versprach mir, es noch einmal allen zu sagen. Theoretisch hatte ja jeder einen Ablaufplan, aber so manches geriet dann wegen wichtigerer Dinge doch mal in Vergessenheit.

      Wir trafen uns alle 17 Uhr wieder in der Halle. Auch Elisa war von der Partie und diesmal saß auch ich auf dem Pferd. Grund hierfür war die kleine Überraschung für meine Teilnehmer. Zu sechst würden wir eine kleine Choreo reiten, welche natürlich mit Stangen und Cavalettis gespickt waren. Da auch Verena mit Sweet von der Partie war, hatte ich es recht simpel gelassen, so dass auch Sweet im Trab und Galopp mitkommen konnte.
      Wie es bei Quadrillenritten üblich war, würden wir uns auch aufsplitten und damit jeder wusste, was er zu tun hatte, führte ich eine Dreier-Gruppe an und Elisa eine. Wir beide kannte den Ablauf und damit es etwas peppiger wurde, hatte ich Octavia die wertvolle Aufgabe der Musik übergeben. Gespielt geritten wir ein, stellten uns alle einmal auf und dann reihten wir uns im Trab ein. An der kurzen Seite splitteten wir uns auf und dann ritten wir unterschiedliche Zirkel, Volten und Achten. Manchmal kamen wir wieder zusammen zu einer großen Abteilung oder unsere Wege kreuzten sich. Es machte allen sichtlich Spaß und da wir nach circa 10 Minuten durch waren, lud ich jeden noch zu einem kleinen Ausritt um das Gestüt ein.
      Entspannt ließ ich Yakari den langen Zügel, während er unsere Gästegruppe anführte, Elisa hatte sich wieder von uns getrennt, denn sie hatte noch zur Genüge mit den Vorbereitungen bezüglich Jolympia zu tun. „Apropos! Also wer Lust hat, kann gerne dieses Jahr wieder zur Jolympia teilnehmen!“, weihte ich meine Teilnehmer direkt ein und der ein oder andere schien richtig begeistert von der Idee zu sein.
      Der Ausritt endete damit, dass alle Pferde wieder in die Boxen durften und zum Abschied gegrillt wurde, so wie wir es gerne bei den Kursen machten. Dabei kamen alle noch einmal ins Gespräch und der Kurs endete so wie er sollte: Locker und fröhlich.

      Am kommenden Morgen war die Aufregung groß, zumindest nach dem entspannten Frühstück und der kleinen Feedbackrunde zwischen mir und meinen Teilnehmern. Denn danach ging es für alle nach Hause. Mit der Unterstützung unseres Teams bekam aber jeder sein Pferd verladen und konnte sich auf die Heimreise machen.
      Ich verabschiedete jeden persönlich und bedankte mich noch einmal ganz herzlich für den Besuch, es war eine schöne Gruppe gewesen, ich konnte mich wirklich nicht beschweren. Gegen Mittag waren dann aber auch alle entschwunden und ich atmete erleichtert aus. Kurstage waren toll, aber anstrengend und nun mussten trotzdem noch die Gästezimmer und Gästeboxen wieder auf Vordermann gebracht werden, aber zum Glück hatte ich ja eine tolle helfende Hand an meiner Seite: Matthew (weil Elisa keine Lust hatte).
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      Juni 2016 | 24.336 Zeichen | Gwen
    • Wolfszeit
      06.2016|Jackie
      Das Aufgewichtsrennen
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      "Viel Spaß beim Rennen" eine junge Frau welche an der Kasse stand, drückte die Karten für das Rennen, sowie das Programmheft in die Hand der ungeduldigen Gäste. Manche blickten schon genervt von so viel Freundlichkeit in die Menschenansammlung - andere bewunderten voller Vorfreude das große Anwesen, auf dem in einer Stunde das große Rennen stattfinden würde.
      Zunächst wurden die Pferde im Führring vorgestellt. Ein Blick in das Programmheft verrieht, dass insgesamt zwei Rennen mit je elf Pferden stattfand. Schließlich versammelten sich die Zuschauer vor dem runden Gatter um die Pferde zu betrachten. "Schau mal! Die Nummer 1! Ich habe gehört sie hat schon vier Rennen gewonnen", ein kleiner Junge zerrte am Ärmel seiner Mutter. "Schon, aber die Nummer 5 war auch nicht gerade erfolglos". Überall tauschten sich Zuschauer über die teilnehmenden Pferde aus. Als eine weibliche Stimme aus dem Lautsprecher erschallte. "Willkommen auf den Aufgewichtsrennen. Das erste Rennen findet in einer dreiviertelstunde statt. Teilnehmen tun die Nummer 1 "Caspian of the Moonlightvalley mit Charly Lancaster" dieses Pferd hat bereits vier Rennen gewonnen, die Nummer 2 "Duke of Darkness mit Jani Rednisch" zwei Rennen gewonnen, Die Nummer 3 "Faster mit Janice Anderson" ebenfalls zwei Rennen gewonnen, die Nummer 4 "Sacramento mit Aiden Nicholas Clark" noch keine Rennen gewonnen, stammt allerdings vom erfolgreichen Ehrengold und der Khiara El Assuad ab. Die Nummer 5 "I've got the moves like jagger mit Lucas Bergström" hat schon ganze drei Rennen gewonnen. Die Nummer 6 "Riverside mit Valerie Wincox" ein erfolgreiches Rennen. Ebenso die Nummer 7 Vai Alida von Trader Joe, aus der Valley Victoria, geritten von Michelle Rose. Die Nummer 8 "Valentines Alysheba mit Cinaéd O'Mordha" wird heute wohl ihr erstes Rennen laufen. Die Nummer 9 "Chuckling Dancing Mess mit Max Nygaard", ebenfalls einen Sieg. Die Nummer 10 "Kagami El Assuad mit Samantha O'Neil" ist bereits zwei erfolgreiche Rennen gelaufen und stammt aus Pawaneeh und ebenfalls Khiara El Assuad ab. Die Nummer 11 ist die wohl jüngste Starterin im Rennen. "Stromers Painting Gold mit Kira Esenbeck" vom erfolgreichen Stromer, aus der Painting Shadows. Auch sie wird heute wohl ihr erstes Rennen laufen.", die Stimme legte eine kurze Pause ein. "Nun ich wünsche euch allen viel Glück beim wetten! Der Wettschalter ist nun eröffnet.
      Es dauerte nicht lange und die Wetten wurden abgegeben. Die Zuschauer suchten sich einen Platz zum sitzen oder zum stehen und hielten nervös ihre Wett-Quitting in der Hand. "Oh schau nur! Es geht los! Die Pferde werden in die Startboxen gebracht!", ein junges Mädchen zeigte aufgeregt auf die 11 Pferde, welche nervös Kreise drehten um der Startbox zu entweichen. Als es dann schließlich soweit war, dauerte es keine 30 Sekunden ehe die Pferde starteten. In Startbox 1 befand sich die Nummer 4, sie hatte gute Chancen die anderen zu überholen, an zweiter Stelle war die Nummer 3, während Stromer's Painting Gold in Startbox 3 stand. Auf einmal preschten alle Pferde gleichzeitig los. Es war ein atemberaubender Anblick. Der erste Enttäuschte Ausruf, kam von einem Mann, welcher auf die Nummer 2 gewettet hat. "LAUF SCHON!", rief er. Doch auch nun hörte man die Stimme des Kommentators. "Sacramento und Kagami El Assuad geben einen atemberaubenden Start ab, beide führen Kopf an Kopf. Sacramento holt Kagami ein... doch was ist das, Vai Alida kommt von hinten und überholt Sacramento." Es dauerte nicht lange, als von hinten die Nummer 3 aufholte. "Faster überholt, Vai Alida fällt zurück, Faster holt auf. Faster liegt vorne! Duke of Darkness wagt einen Angriff und überholt Faster und Vai Alida. Doch Faster lässt sich nicht aufhalten und führt wieder an erster Stelle. Duke of Darkness hinten dran. Die Beiden nähern sich der Ziellinie, die Pferde geben ihr Bestes! 1700m sind erreicht! Faster holt auf, Faster läuft in die Zielgerade, Duke of Darkness bleibt zurück... Vai Alida holt auf. Faster ist über die Ziellinie! Vai Alida hinterher!", überrascht verstummte der Kommentator für eine Sekunde "Doch was ist das! I've got the Moves Like Jagger prescht an Duke of Darkness vorbei und macht tatsächlich den dritten Platz! Knapp geführt von Duke of Darkness. Chuckling Dancing Mess läuft als nächster über die Ziellinie, dicht gefolgt von Stromers Painting Gold und Caspian of the Moonlightvalley. Jetzt kommt auch Kagami El Assuad und Valentines Alysheba in das Ziel! Riverside mit Valerie Wincox belegen leider den letzten Platz.
      Die Menge jubelte, gerade zu den letzten 200 Metern hin wurde es auf der Tribüne immer lauter. Lediglich ein paar Menschen die nicht auf das Siegerpferd gesetzt hatten, schmissen ihre Qutting sauer zu Boden. "So ein Mist", fluchte ein älterer Herr, welcher offenbar die Niete erwischt hatte. Die Gewinner begaben sich mittlerweile zur Kasse um ihren Gewinn ausgezahlt zu bekommen, während die Siegerehrung begann. Während Faster von Tim Fleming im Kreis geführt wurde und darauf wartete abgespritzt zu werden, bestieg Janice Anderson das Siegerpodest und nahm den Pokal entgegen. Neben ihr Lucas Bergström und Michelle Rose.
      Die Zweite Runde stand an und die Zuschauer hatten erneut Zeit sich die Pferde anzusehen, um auf ihren Favoriten zu setzen. "Wir haben heute einen absoluten Top Favoriten", sagte die Stimme aus dem Lautsprecher. "Success Story XX geritten von Meg Smith. Hat bereits 8 erfolgreiche Rennen gelaufen. Aber auch CHH' Lamperd geritten von José Prestes weist mit seinen 5 Siegen ein großartiges Potential auf. Zuckerschock mit 3 Siegen steht damit ebenfalls auf der Liste der Favoriten." Schließlich meldete sich wieder die junge Frauenstimme, welche schon zu Beginn kommentiert hat. "Es startet die Nummer 1 "One Cool Cat mit Rita Ferrero", die Nummer 2 "Badriyah mit Jani Rednisch", die Nummer 3 "First von Rothen mit Amy Fleming", die Nummer 4 "Priamos Ruffia Kincsem mit Aiden Nicholas Clark", die Nummer 5 "Ikarus mit Kathrin McAlistair", die Nummer 6 "Silberstern mit Abby Montgomery", die Nummer 7 "Hidden-Flyer mit John Jonson", die Nummer 8,9 und 10 habe ich vorhin bereits genannt und die Nummer 11 "ZM's Zanaro mit Andrew Cole". Nun, ich wünsche euch wieder viel Erfolg beim wetten!", die Stimme verstummte und die Menge stürzte sich auf die Wettschalter und Tribünen. Jeden Moment sollte es soweit sein.
      Nachdem auch das letzte Pferd für das zweite Rennen in der Box war, herrschte eine kurze Weile Stille. Mit einem Mal ging es los, die Pferde startete und der Kommentator griff zu Mikrofon. "CHH' Lamperd legt einen perfekten Start ab! Er führt an der Spitze. Badriyah wagt einen Versuch zu Überholen. Badriyah überholt One Cool Cat und First von Rothen. Badriyah führt. Lamperd holt auf. Lamperd führt. First von Rothen holt Badriyah auf. First von Rothen bleibt hinter Lamperd. Priamos Ruffia Kincsem holt auf, Priamos und First laufen Kopf an Kopf, Lamperd führt immer noch, nahe gefolgt von ZM's Zanaro. Zanaro liegt zurück, Zuckerschock wagt einen Angriff von hinten, wird jedoch von First von Rothen ausgebremst. Die Pferde nähern sich der Zielgeraden. Lamperd immer noch an erster Stelle, dicht gefolgt von First von Rothen. Hinter ihm Priamos. Nur noch wenige Meter! Lamperd führt an erster Stelle! First von Rothen läuft nach ihm über die Ziellinie, gefolgt von Priamos. Auf den vierten Platz Badriyah gleich im Anschluss Zanaro und als sechster erst Success Story XX. Was ein Jammer! Erst jetzt laufen Ikarus, One Cool Cat und Zuckerschock über die Ziellinie. Silberstern liegt leider weit als letzter zurück!", die Stimme verstummte und das aufgeregte Publikum stürmte erneut zum Wettschalter um auch hier die Gewinne abzuholen. Auch für die zweite Runde standen die Jockeys auf den Podest um den Pokal überreicht zu bekommen. José Prestes auf der höhsten Treppe und gleich daneben Amy Fleming und Aiden Nicholas Clark. Amy lächelte ihrem Vater zu "Dad, gleich zwei Siege an einem Tag! Ist das nicht der wahnsinn!", ihre Worte überschlugen sich beinahe vor Aufregung. "Das war ein wirklich spannendes Kopf-an-Kopf Rennen", sagte währenddessen ein Mädchen zu ihrem Freund. Dieser nickte und drückte ihr einen liebevollen Kuss auf den Mund, zusammen gingen sie Hand in Hand auf den Weg Richtung Parplatz. Andere Zuschauer blieben im Restaurant, während die Besitzer noch ein Meeting hielten.
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      Juni 2016 | 8.389 Zeichen | Jackie
      08.2016|kira
      Schlammmonster, lahmende und andere Ponys
      Unschlüssig was er tun sollte stand Armani neben mir, Alex hatte mich gerade aufgehalten. Mit Coco´s Landzauber am Strick stand sie vor mir. „Ich glaube er lahmt, kannst du dir das später mal ansehen? Ich bringe ihn erst mal zurück in die Box.“. „Mach das! Ich schau ihn mir nachher mal an.“, nickte ich ihr zu und setzte dann meinen Weg zur Weide fort. Armani folgt mir etwas entspannter, mit Coco hatte er noch nichts zu tun gehabt, auch wenn er bald mit der ganzen Ponyhengstherde vergesellschaftet werden sollte.
      Vorläufig ließ ich ihn aber wieder zusammen mit All Pride, Frisco und Admiral auf eine der Weiden. Die drei Hengste waren besonders verträglich und so hatte ich den Neuen erst in diese Teilgruppe integriert, damit er später nichts von allen Seiten gemobbt wurde. Gerne hätte ich Armani auch mit Auftakt zusammen gestellt, denn dieser war vom äußerst friedlichen Gemüt, doch dieser war der Weidepartner von BonnyBoy, welcher keine anderen Hengste akzeptierte und diese ordentlich zusammen faltete. So konnte er nur mit Stuten oder Auftakt zusammen stehen. Dieser kam neugierig an den Zaun als ich mit Armani vorbei ging. „Na großer?“, rief ich den Hengst zu und konnte mich nicht dagegen wehren kurz stehen zu bleiben um den mittlerweile 16 jährigen die Stirn zu kraulen. Genüsslich schubberte er seinen kräftigen Kopf an meiner Hand. Bou begann sich missmutig zum Zaun zu bewegen, als er Armani entdeckte. Mit einem Klopfen auf den Hals verabschiedete ich mich um Zankereien zu entgehen.
      Heute war ausnahmsweise mal Wetter, welches man fast Sommer nennen konnte. In letzter Zeit hatte es viel geregnet, doch heute strahlte mir passend zu meiner guten Laune auch ein blauer Himmel entgegen. Armanis Weidepartner hatten sich schon über ihr Stück Wiese verteilt. Armani selbst deutete einen Sprint an, als ich den Strick aushakte, überlegte es sich aber nach einigen Metern und senkte abrupt den Kopf richtig Gras. Ich musste grinsen, jedes Pony war verfressen, so gut manche es auch verbergen mochten, Futter liebten sie alle. Da heute auch keine Reitstunden waren, standen die meisten Pferde draußen und durften sich einen schönen Tag machen. Die Hengste wurden sowieso eher wenig für den Unterricht genutzt. Auf meinem Rückweg zum Hof ging ich den Rundgang um die große Stutenweide weiter um so bei meinen anderen Zuchthengsten vorbei zu kommen.
      Schon von weiten sah ich Golden Pirate und Legacy of Gold mir entgegen leuchten, ihr goldenes Fell reflektierte die Sonne und hob sie aus dem grünen Gras hervor. Aber auch wenn beide Golden waren so wurde dies bei Gold durch das Flaxengen und Pangare und nicht wie bei Pirate durch Cream hervorgerufen. Mein Blick schweifte über die Weide auf der Suche nach meinem dritten aufgehellten Fuchs, aber ich entdeckte nur A le Hop, ein Dunkelfuchs, der grade begeistert sich im feuchten Sand-Schlamm-Gemisch vom Flussufer wälzte. Auch Look at my Hair stand am Flussufer und planschte mit dem Huf im Wasser. Neben ihm prustete ein lehmfarbenes Pferd Luftblasen ins Wasser um dann darauf den Kopf zu heben und seine Rosa-Cremefarbene Nase zu zeigen. Single Malt hatte ich somit nun auch entdeckt, doch der Cremello war nicht wieder zu erkennen, sein Fell war dunkel vom wälzen im Schlamm. Ich war froh heute nicht den Plan zu haben ihn zu reiten. Die letzten im Bunde, Fürst der Finsternis und Dracula, bewegte sich langsam unter einigen Bäumen hervor – ihnen war es wohl zu warm in der Sonne geworden. Während Fürst nach einigen Metern zu den anderen hinüber schwenkte, schritt Dee zielstrebig auf mich zu,. Wartend lehnte ich mich an den Zaun. Die weiche Ponynase find an meine Kleidung zu durchwühlen und Dee knabberte frech an einer Hose. „Hey!“, rief ich ihn zurecht, als er meine Haut mit erwischte. Verdutzt schaute er ich an. Nach einiger Zeit riss ich mich los, nachdem ich auch einiges an Leckerchen los geworden war.
      Mein Weg zurück hätte mich eigentlich ein Stück durch den Wald geführt, doch da ich keine Lust auf Mücken hatte und auch nicht allzu viel Zeit hatte ich mich als Abkürzung an der Stutenweide entlang gequetscht, was nicht ohne Blessuren an mir vorbei gegangen war. Es war halt kein Weg, sondern ein ganz schönes Dickicht. Ich rieb mir über den Oberarm, wo ein roter Striemen diesen zierte. Als ich a alten Putzplatz vorbei kam erntete ich verwunderte Blicke, ich sah wohl etwas zerzaust aus. „Ich hab ne Abkürzung genommen.“, rief ich Andrew entschuldigend zu und zuckte mit den Schultern. Dieser grinste mir nur entgegen, „Solange wir pünktlich los kommen!“ , und striegelte weiter über Stromer´s Painting Golds buntes Fell. Ich nickte. Die schmale Vollblut Stute genoss dies sichtlich. Neben ihr stand ZM´s Zanaro, völlig entspannt am dösen. Ich machte mich rasch auf dem Weg zum Haus u meine Kleidung etwas reittauglicher zu gestalten. Mit Jeans und Hemd konnte man zwar auch aufs Pferd, doch erschien es mir nicht angemessen. Andrew und ich hatten im nahegelegensten Rennstall die Erlaubnis bekommen, heute deren Rennbahn zu nutzen. Daher wollten wir mit meinen beiden Vollblütern pünktlich los und die Zeit ausnutzen zu können. Die Zusage war etwas unvermittelt gekommen, weshalb mein Freund Lars andere Termine für mich hatte übernehmen müssen, was mir gar nicht gefiel, aber so war es nun mal manchmal. Ich war schon froh jetzt Andrew Cole auf meinem Hof zu haben, der sowohl Rennpferde wie auch normale Sportler verstand. Gebürtig kam er aus England, arbeitete aber schon länger in Deutschland, woher auch seine Mutter stammte. Daher konnte er auch nahezu perfekt Deutsch, was die gemeinsame Arbeit erleichterte.
      Fertig umgezogen wollte ich nun noch nach Coco´s Landzauber sehen, Andrew kam mir mit der in eine Fliegendecke eingepackten Goldie entgegen. „Ich komm gleich, Landi läuft wohl nicht ganz klar, dass muss ich mir vorher noch anschauen.“, meinte ich zu ihm. Mit einem keinen blauen Halfter holte ich den Hengst raus, das mir Alex in die Arme lief kam mir gerade gelegen. „Kannst du mir mal helfen? Ich wollte ihn mir grade anschauen.“ „Klar! Kann ich Club Can´t Handel Me gerade noch zum anbinden gehen?“ , etwas verschlafen schaute der murmelige Ponyhengst neben ihr drein. „Ich hab leider nicht so viel Zeit, stell ihn doch einfach kurz in Landi´s Box.“. Gesagt, getan, Club wurde in die Box gestellt, was ihm völlig egal zu sein schien. „Was willst du nachher mit Club machen?“, fragte ich sie. „Die Speckmurmel soll mal was arbeiten, ich hatte gedacht in der Hale etwas Dressur- und Stangenarbeit.“ „ Oh ja, gute Idee, lass ihn ordentlich schwitzen!“.
      Aus dem Stallgebäude draußen, ließ ich Alex mir Landi im Schritt und Trab auf dem gepflasterten Hof und normalem Erdboden vorlaufen. Im Schritt zeigte es sich kaum bis gar nicht, aber im Trab auf hartem Boden, wurde sehr deutlich, dass er hinten links lahmte. Ich stoppte Alex und kontrollierte sicherheitshalber seine Hufe auf Steine – nichts. Seufzend stellte ich fest, dass wohl ein Tierarzt kommen musste, ich hoffte er habe sich nur vertreten und ein Zerrung und nichts Ernstes. Kannst du einen Tierarzt anrufen bevor du mit Club in die Halle gehst? Das wäre super, er lahm hinten links schon ziemlich. Und würdest du ihn wieder weg bringen, ich hab´s leider etwas eilig.“. “Klar, kein Problem!“. Der arme Landi verschwand im Stall während ich mich beeilte in den Wagen zu kommen.
      Die Fahrt zum Rennstall, dessen Bahn wir nutzen heute durften, dauerte 30 Minuten. Das war zwar nicht kurz, aber sinnvoller als eine eigene Rennbahn, denn außer den zweien im Hänger hatte ich keinen Galopper im Stall. Und Zanaro hatte zwar Spaß am Rennen, aber die klassischen Disziplinen lagen ihm mehr. Goldie war das Rennpferd, mit hervorragendem Stammbaum, kam sie aus England von dem Pineforest Stable. Dieser hatte sich ganz der Zucht und dem Training von Vollblütern verschrieben, welche erfolgreich im Rennsport, aber auch in allen anderen Sparten waren. Auch Zanaros Abstammung konnte sich sehen lassen, aber er war erwartungsgemäß nicht auf Rennen gezogen.
      Am Stall angekommen hielten wir kurz um im Büro Bescheid zu geben, dass wir da waren. Die Bahn war frei und so fuhren wir direkt zu dieser hoch um dort die Pferde auszuladen und aufzuzäumen.
      Andrew schwang sich auf Goldie, während ich auf Zanaro stieg. Die Bahn war wirklich sehr schön und ordentlich gehalten. Gemächlich drehten wir einige Runden im Schritt, ehe wir die Steigbügel verkürzten. Startboxen hatten wir keine, aber diese waren auch nicht notwendig und zudem kannten beide Pferde diese schon. Vor einiger Zeit waren Zanaro und Goldie in einem Aufgewichtsrennen gestartet, wo mein Hengst in seiner Klasse den 5. und Goldie in ihrer für ihr junges Alter einen wirklich guten 6. Platz.
      Ruhig ließen wir die Pferde angaloppieren. Goldies Ohren schwangen hin und her und Andrew hatte Mühe die junge Stute zurück zu halten, doch wir wollten die ersten Meter die Pferde entspannt laufen lassen. Zanaro hielt sich an das Tempo. Dann ließen wir die Pferde Gas geben. Goldie preschte übermütig nach vorne, während Zanaro langsam aber stetig beschleunigte. Goldie war mit Andrew uns schon ein gutes Stück vor raus, dieser versuchte die Stute etwas ruhiger zu bekommen damit sie auch die restlichen Meter schaffen würde. Bis zum Ziel hatten wir das andere Paar grade überholt, war doch Zanaros Ausdauer und Erfahrung höher. Dennoch besaß Goldie deutlich höheres Potential.
      Wir ritten die Pferde ab, ehe sie wieder in den Hänger kamen und wir uns auf den Heimweg machten. Andrew wollte in nächster Zeit vermehrt an Goldies Ausdauer arbeiten und versuchen die Stute ruhiger starten zu lassen. Für Zanaro stellte das Rennen eher eine spaßige Abwechslung zur normalen Ausbildung dar.
      Als wir auf den Hof fuhren kam Alex uns schon entgegen. „Ich hab mit dem Tierarzt telefoniert, er kommt sich morgen mal Landzauber anschauen.“. „Alles klar! Wie lief es mit Club?“, fragte ich sie. Andrew war schon damit zugange die Pferde weg zu bringen. Währenddessen rollte auch ein blauer Jeep auf den Parkplatz. „ Ganz gut, wie erwartet faul, aber mit viel Treiben war er dann auch am Ende fertig!“, lachte sie mir entgegen, ich grinste mit. Der Ponyhengst war wirklich ein verfressenes faules Ding. Hinter mir hörte ich plötzlich ein noch etwas quietschendes begeistertes bellen. Während ich mich rumdrehte, fiel mir ein, dass Lars heute unseren Welpen abgeholt hatte. Der Kleine war vorbei an Lars aus dem Kofferraum gesprungen und schnüffelte aufgeregt herum, als er uns entdeckte kam er schwanzwedelnd auf uns zu, Lars folgte ihm mit einem Lächeln. „ohhhh“, kam es neben mir von Alex. „Na hallo kleiner!“, ich hockte mich runter und krabbelte den kleinen Hund, welcher sich auf den Rücken schmiss. „Er ist wirklich schick und so ein lieber!“, meinte ein Freund anerkennend welcher ihn heute zum ersten Mal in live gesehen hatte. „Hab ich gut ausgesucht, was?“, grinste ich.
      Noch brauchte der Barsoi Welpe einen Namen, aber dafür war auch noch später Zeit. Lars nahm ihn mit ins Haus, während ich zu Lady Moon ging. Die 8-Jährige versprach mit Training einmal eine große Sportlerin zu werden. Bisher war sie noch nicht viel gefördert worden und so wollte ich es auch erst langsam angehen lassen. Das verbleibende Licht nutze ich für einen Ritt ins Gelände. Hinter dem Nebenstall, an der großen Stutenweide vorbei ging es in den Wald. Mit Elan sprang die Stute die kleinen festen Hindernisse im Wald. Als die Lady anfing zu schwitzen machte ich mich langsam auf den Rückweg. Dafür, dass sie vor meinem Kauf lange Zeit nicht mehr gearbeitet wurde, hatte sie noch eine gute Ausdauer. Aber ich wollte sie auch nicht überstraperzieren.
      Als Lady wieder versorgt war, holte ich noch schnell Butterblume. Bevor ich Roi reiten würde wollte ich die Stute noch nach draußen bringen. Auf dem Weg zu dem kleinen Sand Paddock wurde die Stute nervöser je näher der Wald kam, doch sie ließ sich noch Händeln was eine Verbesserung war. Sicherheitshalber ging ich mit auf das Paddock und hievte die Balken des Tores wieder in die Metallhalterungen, ehe ich den Strick ausklinkte. Angespannt stürmte Blümchen los bis sie der nahende Zaun zum stoppen zwang. Unglücklich durch diese Grenze hüpfte sie vor dem Zaun mit der Vorhand. Zum Glück war der Zaun dieses Sandpaddocks extra hoch und so wagte die S-Springstute dann doch keinen Versuch diesen zu überspringen. Langsam kam sie etwas zur Ruhe, sodass ich durch den Zaun schlüpfen und sie guten Gewissens für einige Zeit alleine lassen konnte.
      Mit Roi du Soleil hatte ich Dressurarbeit vor, in der Halle lagen noch die Stangen von Alex Arbeit mit Club und so beschoss ich diese auch in das Training einzubauen. Nach kurzen Dominanz gehabe machte der Hengst begeistert mit, schwungvoll trabte er über die Stangen und es schien fast so als würde er sich selber ärgern wenn er eine dieser berührte. Lobend klopfte ich den kräftigen Hals des Hengstes. Durch die Fenster schien noch das letzte Licht des Tages und tauchte die Halle in ein goldgelb. Roi hatte deutich an Kondition dazu gewonnen, durch sein Distanztraining vor einiger Zeit und so war der Hengst am Ende nicht annähernd erschöpft. Der Kraftprotz sollte nun täglich bewegt werden um ausgelastet zu sein und ich freute mich schon auf die nächsten Turniere mit ihm.
      Zuletzt brachte ich noch Blümchen wieder in ihre Box. Beim Paddock fand ich zu meiner Freude eine entspannte Stute vor, die vertrauensvoll zu mir kam und kuschelte. Ihr schwarzes Fell war von feinem Staub bedeckt, daher bürstete ich sie mit einem weichen Striegel über. Nach dem Hufe auskratzen ließ Blume sich auch brav in den Stall bringen.

      August 2016 | 13.636 Zeichen | kira
      Hufschmiedbericht
      Bear Brook Farrier
      09.2016|sadasha
      [sopiler]
      Regen. Der Sommer war nun endgültig vorbei und die Arbeit auf dem Hof fiel mir deutlich leichter als im Sommer. Ich fand sogar Zeit meinen Hobbys nachzukommen. Heute jedoch war das Wetter zu schlecht um sich aufs Motorrad zu schwingen und zum Zeichnen fehlte mir die Motivation. Es kam mir gerade recht, dass Joicy mich anrief und zu sich zitierte. „Dir ist aber klar, dass das Gestüt Milky Way dir deutlich näher liegt als mir oder?“ Nichtsdestotrotz packte ich schon meine Sachen zusammen, um am nächsten Tag nach Deutschland zu reisen. Immerhin war Joicy schwanger und da blieb mir nichts anderes übrig als ihre Arbeiten mit zu erledigen. „Ich hoffe aber, du hast noch mehr Arbeit für mich. Wenn ich einmal in Deutschland bin, bleibe ich für eine Woche. Geht's dir gut?“ Joicy bejahte. So kurz angebunden war sie selten. Schulterzuckend legte ich nach kurzer Verabschiedung auf.
      Mitten in der Nacht stieg ich in den Flieger. Das war so spontan die günstigere Alternative und sollte die mobile Schmiede benötigt werden könnte ich immer noch Joicy's Wagen nutzen. Wenngleich das nicht dasselbe war wie die eigene kleine Schmiede. Zu meinem Glück musste ZM's Zanaro nur ausgeschnitten und gegebenenfalls korrigiert werden. Joicy erzählte mir, dass es sich dabei um einen Junghengst handelte, mehr würde mir seine Besitzerin noch erzählen. Er sollte jedoch keine großen Probleme bereiten. Erst mal gönnte ich mir eine Mütze Schlaf.
      Ausgeruht, mit den üblichen Werkzeugen und ein paar Mittelchen zur Hufpflege bepackt betrat ich das Gestüt Milky Way, dass quasi nebenan lag von Joicy's Hof aus gesehen. Freundlich wurde ich begrüßt. „Kira Esenbeck.“ stellte sich die junge Frau vor und begleitete mich zu ihrem Junghengst in die Stallgasse. „Zanaro ist zwar gut erzogen, aber als Junghengst kann er auch mal frech sein.“ Verständnisvoll nickte ich. „Das sollte kein Problem sein.“, antwortete ich ruhig und betrachtete die dunklen Hufe. Ein Barhufer, das wusste ich bereits vorher. Die Hufe sahen auf den ersten Blick in Ordnung aus, wenngleich man die schlechtere Hornqualität anhand der etwas rissigen Wand festellen konnte. Man sah aber auch, dass das Horn schon schlimmer gewesen sein musste. Ohne den Huf abzusetzen, sprach ich Kira nochmal an. Sie wusste aber schon Bescheid und erklärte mir, dass es wohl in seiner Natur lag und sicher keine Krankheit oder ähnliches war. „Haben Sie schon mal versucht das Horn härter zu kriegen?“, fragte ich vorsichtig nach. Kira lauschte auf und so redete ich weiter. „Man kann es auf verschiedene Art versuchen.“ Während ich redete, richtete ich mich wieder auf. Bevor ich ausschneiden konnte, musste Zanaro einmal vortraben. Kira erklärte mir kurz was der vorige Hufschmied getan und gesagt hatte. „Huffestiger wäre noch einen Versuch wert. Eher unkonventionell aber oft hilfreich wäre die Zufütterung von Bierhefe, die stärkt den Huf von innen.“ Dass Bierhefe oft Wunder wirkt und nicht nur die Hufe stärkt, sondern auch Fell und Langhaar glänzen und wachsen lässt, habe ich schon an meinen eigenen Pferden beobachten können. „Von Biotin möchte ich abraten. Zwar hilft es tatäschlich das Horn zu verbessern, füttert man es aber mal nicht sinkt die Qualität rapide und wird vermutlich schlechter als vorher. Wir wollen das natürliche Wachstum ansprechen. Biotin wirkt der körpereigenen Produktion eher entgegen.“ Kira nickte und wir fuhren erst mal mit Zanaro fort, damit er bald erlöst war. Langsam wurde er ungeduldig. Beim Vortraben bemerkte ich keine Fehlstellungen. Er lief seine Hufe gleichmäßig ab und trotz des weichen Horns war die Aufrichtung der Hufe in Ordnung und nicht zu platt. Hufe geben klappte gut mit dem Braunen und er hielt still genug, dass ich ordentlich arbeiten konnte. Bald hatte ich an allen vier Hufen das alte Horn entfernt, die Hufwand abgeknipst und beigefeilt. Bei den Korrekturen kam wieder die Ungeduld des Englischen Vollbluts raus. Er war froh den Huf endlich absetzen zu können und dann nahm ich ihn doch noch einmal hoch, um ein paar Stellen zu korrigieren.
      Alles in Allem konnte Kira sich glücklich schätzen mit ihrem Nachwuchs. Er war sehr folgsam und hatte die Prozedur ohne Schwierigkeiten über sich ergehen lassen. „Ich nutze, wenn Ihr möchtet als Finish den Huffestiger hier.“ ich zeigte Kira das Fläschchen. Erst mit ihrer Bestätigung trug ich die Flüssigkeit von unten auf die Hufe auf, bis auch ca. 1/3 der Hufwandhöhe bepinselt waren. Die Pflege zog dank der frisch gemachten Hufe schnell ein. Zu guter Letzt zeigte ich Kira noch mal genauer, was für Produkte es gab und wie man sie anwendet, um das Horn zu unterstützen. Meine Überzeugung von Bierhefe ließ ich noch mal hervorstechen, bis wir uns schließlich verabschiedeten und ich den Hof verließ
      September 2016 | 4.760 Zeichen | sadasha

    • Wolfszeit
      Training
      03.2016|Gwen
      Dressur E → A
      Ungeduldig pustete ich in meine Tasse, es dauerte mir einfach immer viel zu lange, bis der Tee abgekühlt war. Den Morgen verbrachte ich heute nämlich gezwungenermaßen im Büro. Vor einer Woche hatten sich für März doch noch zwei Berittpferde gefunden und diese sollten heute ankommen. Auf meinem Tisch lagen ihre beiden Ordner, in welchen sich die Trainingspläne befanden, die ich gestern angefertigt hatte. Es waren immer nur grobe Skizzen, damit ich den Überblick nicht verlor.
      Die Pferde stammten von einem Gestüt aus der Eifel und waren beide ein bisschen mit Samthandschuhen anzufassen. Ersterer, ein englischer Vollbluthengst, war erst kürzlich angeritten worden und dementsprechend noch eine waschechte Remonte. Zweitere hingegen war schon auf L-Niveau was die Dressur betraf. Eine kräftige Hannoveranerstute, welche mit einer kleinen Macke kam, denn mit ihr konnte man nicht ins Gelände.
      Zum Glück traf mich das für unser Dressurtraining nicht sonderlich hart, so dass ich gelassen an die Sache gehen würde. Ich schlug die Hefter zu und machte mich daran, die beiden Gastboxen einzustreuen, damit es den Pferden von Anfang an gut ergehen würde. Denn in einer Stunde sollten sie auch schon hier antanzen, zumindest, wenn der Flug gut verlaufen war.
      Zur allseitigen Beruhigung lief alles nach Plan und Punkt zwölf trafen Zanaro und Butterblume bei uns ein. Gemeinsam mit dem Pfleger lud ich sie aus und brachte sie erst einmal auf ihre extra abgetrennten Weiden, damit sie sich die Beine vertreten konnten. Während ich die Papiere unterschrieb und alles an Ausrüstung entgegen nahm und verstaute, standen sie auch noch auf der Weide.
      Dann brachte ich sie aber erst einmal nacheinander in den Stall, wo sie ein volles Heunetz erwartete und sie sich erst einmal ein wenig ausruhen konnten. Heute würden wir nämlich noch nichts machen. Heute durften sie erst einmal ankommen und sich entspannen, ehe wir dann Morgen locker mit dem Training anfangen würden. Im Umgang waren beide auf jeden Fall schon einmal brav. Man merkte natürlich, dass Zanaro ein Junghengst war, aber es hielt sich in Grenzen.

      Am kommenden Tag integrierte ich die beiden Neulinge direkt in den normalen Alltag. Zuerst kurz vor acht die Fütterung und eine halbe Stunde später direkt auf die Weide. Den Morgen würden sie auch frei haben, da ich sowieso erst die Stallarbeit erledigen wollte und noch einmal in die Stadt musste. So würden sie sich noch einmal von gestern erholen können, ehe sie sich mit mir würden anfreunden müssen.
      Den Beginn wollte ich nach dem Mittag mit ZM’s Zanaro machen. Insgeheim war ich ja auf den Vollbluthengst gespannt, denn seine Besitzerin Kira Esenbeck hatte sehr von ihm geschwärmt. Mit seinem Stockmaß von 1.66m besaß er auch eine schöne Größe für mich doch relativ kleine Reiterin, so dass wir gut miteinander auskommen sollten.
      Da er erst kürzlich angeritten worden war, hatte ich Kira gebeten, mir den Bericht zu seiner Ausbildung mitzuschicken, der hatte mir nun gestern als Bettlektüre gedient. Wie bereits erahnt verfügte Zanaro über das Grundwissen der Schenkel- und Zügelhilfen, lief auf beiden Händen in allen drei Grundgangarten und kannte das Halten und Rückwärtsrichten. Auch die Bahnfiguren waren ihm nicht fremd.
      Nachdem ich ihn ordentlich geputzt hatte, sattelte ich ihn und dann ging es für uns raus auf den Platz. Der März begrüßte uns momentan nämlich mit frühlingshaftem Wetter und Sonnenschein, das musste man nutzen! Erst einmal führte ich Zanaro einige Runden umher, ehe ich nachgurtete, die Steigbügel einstellte und mich dann dank Aufstieghilfe auf seinen Rücken schwang.
      Im Schritt am langen Zügel ritt ich ihn in aller Ruhe warm und machte mich mit ihm bekannt, ehe ich die Zügel aufnahm und einige Zirkel und Volten ritt. Zanaro war sehr feinfühlig und angenehm zu reiten, auch im Trab und Galopp ließ er sich wunderbar sitzen. Da er bisher noch nicht viel aus der Dressur kannte, seine Besitzerin ihn aber sicher gerne auf Turniere schicken wollte, fingen wir heute mit dem grundlegensten überhaupt an: Dem Einreiten und dem Anhalten.
      In jeder Prüfung wurde es gefordert, das im Trab einreiten, anhalten und wieder antraben. Dabei war es nicht annähernd so einfach zu reiten, wie es klang, sondern bedurfte von Pferd und Reiter viel Aufmerksamkeit. Mit Zanaro wollte ich genau das üben, also ritten wir ab und an von C oder A auf die Mittellinie und parierten bei X immer erst einmal zum Schritt durch.
      Später folgte auf den Schritt das Halt und dann verkürzte ich die Schrittphase immer mehr. Zanaro sollte in aller Ruhe verstehen dürfen, was ich von ihm verlangte, bis er fast von selbst aus dem Trab anhielt. Mit dem Antraben aus dem Stand handhabten wir es genauso und schon am Ende der Stunde wusste Zanaro, was ich von ihm wollte und wie er zu reagieren hatte.
      Natürlich paukten wir nicht nur auf der Mittellinie, ich ritt heute Zanaro locker in der Bahn und schaute, wie es um seine Bahnfiguren-Kenntnisse stand. Er bog sich wirklich sehr schön auf den Wendungen und kannte vieles wie Diagonalen und Wechsel schon, so dass er nicht ausbrach.
      Für heute sollte es dann auch reichen, so dass ich Zanaro in Ruhe abritt, ihm dann die Abschwitzdecke überwarf und ihn zurück in den Stall führte. Dort wurde der junge Hengst abgesattelt und abgetrocknet, ehe er in seine Box durfte, um dort sein Belohnungsfutter zu holen und dann ging es auch wieder auf die Weide.
      Von dort nahm ich mir direkt Butterblume mit. Ihr merkte man schon im Umgang deutlich an, dass sie zwar brav und ruhig war, aber auch sehr ängstlich. Schatten fand sie teilweise besonders gefährlich. Mit ihr würde ich zum größten Teil nur in die Halle gehen, damit wir in Ruhe arbeiten konnten, doch nun ging es erst einmal zum Putzen und Satteln.
      In der Halle ritt ich Butterblume dann in Ruhe warm und bestaunte ihre schönen Gänge, sie stammte definitiv nicht von schlechten Eltern. Da Butterblume bereits L-Dressuren lief, sah ihr Trainingsplan anders aus. Je nachdem, wie sie sich heute machte, wollte ich schon mit den Verstärkungen in allen drei Gangarten beginnen.
      Auch so eine Sache, die wunderbar einfach klang, aber es nicht war. Verstärkung bedeutete immer eine Verlängerung der Schritte, kein Schneller-werden. Und das dem Pferd zu erklären, konnte ab und an schon einige Stunden dauern. Butterblume sollte sich aber zum Vorzeigeschüler mausern, denn bereits nachdem zweiten Anlauf den Trab auf der Diagonale zu verstärken, zeigte sie mehr als gute Ansätze.
      Auch im Schritt und Galopp übten wir das, immer gerne auf der Diagonale, denn es fiel den Pferden dort am leichtesten. Zwischendurch lockerte ich das Training durch viele Hand- und Tempiwechsel auf, ebenso ritt ich auch allerhand Bahnfiguren. Auch, um zu sehen wie Butterblume sich machte.
      Am Ende der Stunde war ich mehr als zufrieden mit ihr. Ich lobte sie ausgiebig und ritt sie ab. Generell spielte das Lob bei mir eine große Rolle, sobald ein Pferd etwas gut machte oder schon den Ansatz zeigte, lobte ich laut und ausgiebig mit der Stimme. Wie wir Menschen wurden auch Pferde sehr gerne gelobt, ich kannte eigentlich kein Lebewesen, was ein liebes Lob für gute Arbeit abschlagen würde und so gewann man jeden Charakter für sich.
      Auch Butterblume durfte den Rest des Tages auf der Weide verbringen. Die kommenden zwei Tage würde ich beide Pferde nur einmal am Tag reiten, aber ab dem vierten Tag wären sie dann morgens und nachmittags an der Reihe, damit wir das Gelernte besser festigen konnten. Nach den ersten Ritten heute würde ich auch die Trainingspläne noch ein wenig individualisieren.

      So ging es bei Zanaro in der Anfangszeit vor allem um die grundlegenden Dinge, ehe wir mit dem Mitteltempo begannen. Erst im Schritt und Trab und später auch im Galopp. Zanaro neigte gerne zum schneller werden, statt zum Kraft aufbauen, aber als es einmal Klick machte, war diese Sache auch gegessen. Viel interessanter waren für ihn sowieso die Schritt-Galopp-Übergänge. Er sprang dann immer richtig motiviert los, so dass man den Übergang nicht unbedingt als fließend bezeichnen konnte, aber Übung machte ja bekanntlich den Meister.
      Butterblume hingegen lernte mega schnell und verstand sich auch gut mit mir, so lange wir uns in der Halle befanden. Schnell hatten wir auch das Halten aus dem Galopp einstudiert, anfangs stockend, inzwischen wirklich künstlerisch. Momentan arbeiteten wir an Traversale und Travers. Heute legte ich eine Stunde nur dafür ein, wollte Butterblume dafür heute aber nur einmal Reiten.
      Besonders die Traversale verlangte dem Pferd viel Kraft ab, denn sie erforderte Schwung, Takt und Losgelassenheit. Wir erarbeiteten uns heute schon sehr gute Ansätze, auch wenn Butterblume mir ab und an noch aus der Aufrichtung fiel. Die Travers war natürlich simpler und diente als Pausenfüller, wenn wir beide einmal durchatmen wollten.
      Für Zanaro stand heute das Viereck vergrößern und verkleinern an. Ach ja, die schönen Seitengänge. Zum Glück waren das Aufgaben, die man vom Pferd ohne Probleme abrufen konnte, wenn man die Hilfen in perfekter Form gab. Auch Zanaro sprang sofort darauf an und wurde für jeden richtigen Schritt ausgiebig gelobt-
      Wie es nun normal war, verflog die Zeit wie im Fluge und die beiden waren schon gut zwei Wochen da. Mit Zanaro saß ich am letzten Punkt unseres Plans: Der Kehrtwendung auf der Vorderhand. Es fiel Pferden nicht immer leicht, denn dafür benötigten sie ein gutes Körpergefühl und Zanaro wurde dann gerne einmal ungeduldig und wollte unbedingt irgendetwas machen, statt in Ruhe auf mich zu warten.
      Butterblume war an den fliegenden Wechseln dran und heute gelang es uns zum ersten Mal, einen wirklich sauberen auf der Diagonalen zu reiten. Zu meiner Freude hatte ich ihn auch gefilmt, das machte ich sowieso gerne, wenn ich ohne Helfer trainierte, dann konnte ich sowohl mich als auch das Pferd besser kritisieren.
      So neigte sich unser Training dem Ende zu. Ich hatte Kira in regelmäßigen Abständen von dem Training berichtet und dementsprechend war sie nicht überrascht, als heute mein letzter Anruf erfolgen sollte. „Was soll ich sagen? Sie können alles“, meinte ich lachend und Kira lachte am anderen Ende des Telefons mit.
      Tatsächlich waren Butterblume und Zanaro vollends fertig, so dass ich sie wieder auf den Heimweg schicken konnte. Morgen früh würde es losgehen. Also druckte ich heute noch die Zertifikate, unterschrieb sie und verpackte sie in der edlen WHT-Mappe samt der Informationen für kira. Ich würde sie mit der Post schicken, während sie Pferde mit dem Flugzeug kamen und spätestens übermorgen würde alles wieder bei Kira in Deutschland sein.

      März 2016 | 10.608 Zeichen | Gwen

      09.2016|Friese
      Springen E → A
      Ein weiteres Mal führte mein Weg zu Kira. Diese hatte ich bereits als Tierärztin schon mal besucht. Damals hatte ich mich jedoch um andere Pferde gekümmert, wie dieses Mal. Dieses Mal ging es nur um ein Pferd namens ZM's Zanaro. Ich sollte ihn im Springen von E auf A bringen. Eingesprungen war er von Heartland geworden, also war ich mir sicher, dass sein Grundwissen sehr solide war, da ich oft mit Amy zusammenarbeitete. Ich hatte meine Sachen gepackt und stand nun starkklar am Flughafen. Mein Flug würde ein bisschen dauern, da ich nicht in Deutschland starten würde sondern noch von unserem alten Gestüt. Ich checkte ein und suchte dann meinen Platz im Flugzeug. Kurz streckte ich mich und machte es mir schließlich für die nächsten Stunden bequem. Am Flughafen in der Eifel ankommen wurde ich schon erwartet. Kira hatte Lars, ihren Freund geschickt. Es sollte mich abholen und so stiegen wir nun auch schon in seinen Wagen. Am Hof stiegen wir gemeinsam aus und er nahm meinen Koffer. Dann zeigte er mir meine Unterkunft für die nächsten Tage und schließlich kam auch Kira. Sie begrüßte mich und ging mit mir gleich in den Stall. Sie zeigte mir den Hengst und gemeinsam holten wir ihn aus der Box. Zusammen putzten wir ihn und sattelten ihn. Er bekam ein Leckerlie und schlussendlich trensten wir ihn. Wir drei gingen auf den Platz, wo mir Kira ihn kurz vorreiten wollte und ich selber auch noch einen Parcours reiten wollte. Ich schaute vom Rand aus zu und machte mir bereits ein paar Notizen. Ich klopfte dem Hengst nach Kiras Ritt den Hals. Ich stieg auf den Rücken des Hengstes und klopfte ein weiteres Mal seinen Hals. Ich ritt ihn ein paar Runden im Schritt und im Trab, bevor ich ihn schließlich durch den Parcours im Galopp gehen ließ. Ich klopfte nach dem ersten Training seinen Hals ausgiebig und ritt ihn lange ab. Gemeinsam mit Kira brachte ich ihn in seine Box und besprach alles für die nächsten Tage, welche ich hier verbringen würde. Sie stimmte mir zu, schlug jedoch nur eine Änderung vor, da der Hengst bald an einer Hengstkörung teilnehmen sollte. Wir strafften den Trainingsplan ein bisschen und so vielen zwei Tage komplett weg. Ich ging in mein Zimmer und duschte mich noch. Am Abend gab es noch etwas zu essen und ich ging auch schon schlafen.
      Am nächsten Morgen holte ich den Hengst aus seiner Box und putzte ihn. Dann platzierte ich seinen Sattel und seine Trense auf ihm. Schlussendlich verschnallte ich noch die Garmaschen und führte ihn nach draußen. Am Platz stieg ich auf seinen Rücken und ritt ihn warm. Nachdem er warm genug war, galoppierte ich ihn an und ließ ihn dann zum ersten Mal den E-Parcours springen. Ich erhöhte die Stangen bis ans Ende des E-Niveaus und sprang ihn ein weiteres Mal. Ich ritt den Hengst wieder ab und klopfte seinen Hals. Damit war das erste Training für heute schon beendet. Die zweite Trainingseinheit würde heute Abend folgen. Schnell schwang ich mich von seinem braunen Rücken und führte ihn dann zur Weide. Dort durfte er erst mal laufen, natürlich ohne Sattelzeug. Dieses trug ich in den Stall und räumte es auf. Ich ging nach drinnen und aß etwas. Bis abends verbrachte ich den Tag damit mir Gedanken über meinen eigenen Weideplan zu machen. Abends holte ich mir den Hengst nochmal und ging nochmal den Parcours von heute Morgen.
      Die nächsten Tage bestanden aus unterschiedlich vielen Trainingseinheiten. Manchmal musste er nur einmal am Tag ran, aber dafür vielleicht länger, an anderen Tagen hatte er zwei kurze Trainingseinheiten. Zur abgemachten Zeit war ich mit dem Training fertig und Kira konnte ihn ohne große Probleme durch den Parcours mit dem A-Niveau reiten. Ich stellte ihr noch das Zertifikat aus und flog dann auch schon wieder zurück. Ich war mir sicher noch einiges von dem kleinen, braunen Hengst zu hören.


      Training
      10.2016|Samanta
      Military E → A
      Spontan hatte ich noch einen Auftrag rein bekommen, der mich zu Kira aufs Gestüt Milky Way führte. Ich sollte ihren Hengst ZM's Zanaro im Military trainieren. Der junge Hengst sollte Erfahrungen in allen drei Bereichen der Vielseitigkeit sammeln, damit die Besitzerin herausfinden konnte, wofür er sich am besten eignete. Ich freute mich, dass ich zu einem der Trainer gehörte, der den Hengst trainieren durfte, denn was man mir so erzählt hatte, klang sehr vielversprechend. Am Hof angekommen, machte ich mich erstmal auf die Suche nach Kira, die mich kurz herumführte und mir dann zeigte, wo ich übernachten würde. Anschließend führte sie mich direkt in den Stall und zeigte mir Zanaro. Der Hengst knabberte interessiert an meiner Hand und ließ sich von mir kraulen. "Er ist eigentlich ein ganz friedlicher, aber manchmal packt ihn der Übermut." Ich schmunzelte und sagte:"Damit komme ich schon klar, denke ich." Nachdem wir ihn fertig gemacht hatten, ließ ich ihn mir von Kira vorreiten und stellte recht schnell fest, dass ich es mit einem ruhigen Zeitgenossen zu tun hatte, der zwar ab und an auch mal seine fünf Minuten hatte, aber ansonsten sehr einfach zu händeln war. Wir tauschten also Position und ich machte mich mit dem Hengst vertraut. Man merkte ihm schon an, dass er noch recht jung war, aber er hörte gut auf meine Hilfen und ließ sich brav von mir reiten. Das Kennenlernen hatte gut funktioniert und ich war mir sicher, dass wir das Training gut hinter uns bringen würden. Die nächsten zwei Wochen verbrachte ich damit den Hengst in der Halle, auf dem Platz und im Gelände zu reiten, um mich mit ihm vertraut zu machen und auch schon die ersten Sprünge zu bewältigen. Bisher nur 'normale' Sprünge auf dem Platz und in der Halle, um einfach zu schauen, wie wir beide miteinander harmonierten. Bei den Geländeritten merkte ich schnell, dass er viel Feuer unterm Hintern hatte und gerne mal übermütiger wurde, dabei aber immer kontrollierbar blieb. Er war mutig - was wichtig fürs Geländespringen war - und ließ sich auch in Situationen, in denen er unsicher wurde, gut kontrollieren und überzeugen, dass er keine Angst zu haben brauchte. Gegen Ende der zweiten Woche verabredete ich das erste Mal mit Kira, dass wir gemeinsam auf die Geländestrecke gehen würden, damit er zeigen konnte, was er bereits drauf hatte. Wir kombinierten das mit einem entspannten Ausritt und unterhielten uns über mein weitere Vorgehen. Ich wollte erstmal auf der Einsteigergeländestrecke mit dem Hengst üben, bis wir sicherer wurden und dann erst mit den höheren Hindernissen anfangen, immer mal wieder einfließen lassen. Das erste Training im "Busch" verlief besser als gedacht. Der Hengst war mutig und sprang ohne zu zögern über die Hindernisse. Ich konnte mir gut vorstellen, dass er in diesem Bereich noch einiges zu bieten hatte. Ganz sicher konnte man sich da aber noch nicht sein. Er brachte aber auf jeden Fall den nötigen Mut mit. Die folgenden Wochen gestaltete ich sehr abwechslungsreich mit Pausentagen, Geländeritten, Geländespringen, Halle und Platz, manchmal auch nur eine ausführliche Putzsession oder ein kleiner Spaziergang. Der Hengst arbeitete bereitwillig mit, hatte manchmal so seine Anwandlungen, aber machte sich von Tag zu Tag besser. Schließlich war er soweit, dass wir die ersten A-Hindernisse mit einbauen konnten. Hier zeigte sich der enorme Mut des Hengstes, denn nachdem ich ihn warm geritten hatte, steuerte er ohne zu zögern auf das Hindernis zu und sprang mit einem gewaltigen Satz, der mich zugegebenermaßen fast aus dem Sattel gehoben hätte, über das Hindernis. Ausgiebig lobte ich ihn und sagte:"So hoch brauchst du noch gar nicht." Lachend klopfte ich ihm den Hals und sprang noch einmal über das gleiche Hindernis. Diesmal klappte es schon besser mit dem Einschätzen der Höhe. Ich wendete mich dann wieder dem vertrauten Pacours zu und beendete das Training nach einer halben Stunde. Jeden Tag kam ein neues Hindernis des A-Pacours hinzu, aber weiterhin legte ich auch Pausentage ein oder machte ein abwechslungsreiches Programm zu Hause, damit er nicht in einen Trott verfiel und das ganze nur noch abspulte und auch mal runterkam. Er machte sich gut und ich hatte das Gefühl, dass das "Buschreiten" ihm Spaß bereitete. Er war konzentriert bei der Sache und lernte enorm schnell, sodass ich bereits nach 6 Wochen das Training für beendet erklären konnte. Der Hengst überwand souverän sowohl mit mir, als auch mit Kira die Hindernisse und hatte keinerlei Probleme mit der Höhe oder den neuen Hindernissen. Ich verabschiedete mich schließlich von Kira und ihrem Hengst und legte ihr nahe, dass sie trotzdem immer wieder mit ihm trainieren sollte, damit sich die Sicherheit festigte und nicht irgendwann verschwunden war. Training nach dem Training also. Ich traute ihr das durchaus zu und freute mich schon, die beiden eventuell auf kommenden Turnieren zu sehen. "Halt mich doch gerne auf dem Laufenden, wie es so läuft",sagte ich zum Abschied, bevor ich mich auf den Nachhauseweg machte. Es war eine schöne Zeit gewesen,aber ich freute mich auch schon sehr auf zu Hause.

      Oktober 2016 | 5.145 Zeichen | Samanta
    • Wolfszeit
      02.2017|kira
      Es war noch sehr früh, doch das Dämmerlicht welches inzwischen herrschte verriet, dass der Winter sich nun dem Ende neigte. Die Tage wurden wieder länger. Jascha hatte ich noch nicht zum aufstehen bewegen können und im Stall herrsche auch noch verschlafene Ruhe. Die letzte Woche hatte der Winter sich noch einmal mit Schneeregen und Frost gezeigt und so war ich sehr froh, dass nun der Boden wieder trocken war und ich die erste Fuhre der Zuchthengste hinausbringen konnte. Hibbelig folgten mir Armani, Auftakt, All Pride und Coco´s Landzauber. Auch wenn die beiden Vater-Sohn-Gespänne eigentlich zu den ruhigeren gehörten, vor allen Armani war noch immer recht zurückhaltend, auch wenn er nun schon 9 Monate auf einem Gestüt lebte, doch das schlechte Wetter hatte den Weidegang stark eingeschrenkt. So düßten die vier mit einer Energie los, welche jedes Vollblut stolz gemacht hätte. Ich brachte noch Admiral, Dracula und Golden Pirate hinterher, bevor ich mich einzelnen Pferden zuwenden konnte. Die Stuten würde heute einer der Angestellten raus bringen und auch den Wechsel auf der Hengstweide würde einer diese übernehmen. Im Stall überprüfte ich ersteimal das Aufgaben Brett. Um 11 Uhr gab ich eine Reitstunde und nach der Mittagszeit ebnfalls eine, aber für die Fortgeschrittenen. Die 11 Uhr Reitstunde würde ich an Marion abgeben. Ich trug das reinbringen der Hengst in Alex´s Spalte ein und fügte noch hinzu, dass sie im Anschluss auf die selbe Weide raus bringen sollte. BonnyBoy war ein etwas schwieriger Kandidat, was seine Weide oder Paddock Partner anging. Malt und Fürst waren aber selber kleine Machos und standen auch schon bei ihrem Vorbesitzer mit BonnyBoy zusammen, weshalb die beiden sich gegen den Hengst behaupten konnten. Nachdem ich Marion angewiesen hatte die Reitstunde z leiten, machte ich noch die Zuweisung der Ponys, in der 11 Uhr-Stunde würden Wie konntest du nur und I like It, sowie die beiden außerst gutmütigen Fellpony Hengste Frisco und Look at my Hair laufen. Gerne setzte ich, wenn möglich, von meinen Zuchtponys im Unterricht ein. So lernten die Kinder auf zumeist gut ausgebildeten Ponys reiten und diese hatten genügend Bewegung, denn ich selber konnte täglich nur einen kleinen Teil dieser reiten. Vorallem aber die Fellponys hatten die Kinder gerne, denn sie brachten nicht nur gemtliche Gänge mit sich sondern waren auch gutmütige und ruhige Tiere, was bei den auch von arabischen Vollblütern abstammenden Welsh´s nicht unbedingt gegeben war. Zum Frühstück erwartete mich Lars bereits, mit Eiern und Brötchen konnte er mich wie jeden Morgen begeistern. Die Zeit zum gemütlichen Frühstück nahm ich mir doch fast jeden Morgen. Bevor ich mich setzte gab ich noch Jascha auf dem Flur sein Futter, inzwischen konnte an ihn auch fast ausgewachsen nennen. Der Barsoi Rüde war ein toller Anblick mit seinem seidigen langen Fell und schlanken Körperbau.

      Februar 2017 | 2.952 Zeichen | kira
      13.06.2017|Canyon
      Kostümparty für die einen, Arbeit für die anderen
      "Das ist doch albern."
      "Nein, das ist niedlich."
      "Haha." Sie lachte trocken und bedachte ihn mit einem ungläubigen Blick. "Und ich bin der Weihnachtsmann."
      "Da bist du aber nicht sehr glaubwürdig!" Diesmal blickte er gespielt abschätzig vom Pferd aus auf seine Freundin herab, streckte ihr dann jedoch als Zeichen eines Scherzes die Zunge raus.
      "Ich bin ohne Kostüm genauso glaubwürdig wie du es mit Kostüm bist, das habe ich versucht dir damit verständlich zu machen!" Sie versuchte sich aus dieser Lage wieder zu befreien, da ihr jedoch nichts passendes einfiel, verschränkte sie die Arme und schaute absichtlich in eine andere Richtung.
      "Bekomme ich nun trotz des oberniedlichen Hasenkostüms eine Aufmunterung? Immerhin bin ich hier, um die Ehre unseres Gestüts zu verteidigen!"
      "In einem Hasenkostüm!?" Entsetzt blickte sie ihn wieder an. "Du ziehst unsere Ehre in den Dreck!"
      "Weißt du was mir gerade einfällt? Ich weiß noch was "Ehre" auf Russisch heißt!"
      Diesmal musste sie lachen und als sie sich auf die Zehenspitzen stellte, um ihm einen Kuss auf die Lippen zu drücken, lächelte sie liebevoll. "Ich gebe es zu, es ist wirklich niedlich!"
      "Sagte ich doch!" Seine Brust schwoll an und er grinste schon wieder.
      "Jaja...", nuschelte sie. "Wir sehen uns nachher, holst du mich ab?"
      "Immer doch, Liebling, immer doch!"

      Die Kostümparty auf dem Gestüt Milky Way war eine der bekanntesten weit und breit. Viele Besucher kamen mit und ohne Pferd, doch waren sie stets verkleidet, wie es die Regeln besagten. Die einzige, welche heute nicht in eine, lächerlichen oder gruseligen Kostüm steckte, war-
      "Charlotte von Eylenstein." Freundlich streckte sie ihre Hand aus und ergriff die des Mannes. "Peter", meinte dieser nur. Charly tat es gut, nach so langer Zeit wieder ihre Muttersprache sprechen zu können. Fast hatte sie das Gefühl, sie verlernt zu haben. Es lähmte ihr die Zunge und die Wörter, welche sie so viele Jahre lang Tag für Tag gebraucht hatte, schienen hinter all den anderen Dingen in ihrem Kopf verschwunden zu sein. Deswegen nickte sie nur kurz und lächelte zögerlich.
      "Hat dir Kira bereits eine Einführung gegeben?"
      "Nur ganz kurz." Meinte sie. "Das Nötigste eben."
      Peter brummte. "Ok, dann komm mit."
      Der morgendliche Schein der Sonne kroch erst langsam über die Spitzen der hügeligen Landschaft und ließ das Gestüt trotzt des warmen Sommers noch kühl und leer erscheinen. Einige Autos besiedelten schon den Parkplatz und bis zum Nachmittag würden es noch einige mehr werden. Kira hatte sich wie immer jede Menge Mühe für ihre reichlichen Gäste gegeben, Nico freute sich jetzt auf die Mahlzeiten - er mochte deutsches Essen.
      Peter verlor nicht viele weitere Worte, sondern teilte Charly einige Pferde im Hengststall zu, drückte ihr einen Futterplan in die Hand und sie versuchte ihr bestes, das ihr fremde Fütterungsprinzip in die Tat umzusetzen.
      "Ponys, Ponys, Ponys-" murmelte sie und fuhr mit dem Finger die Liste herab. Es waren einige Tiere zu füttern und die Zeit drängte. Die meisten Pferden mussten auf den Weiden sein, bevor der Ansturm an Gästen auf das Gestüt drängte.
      Sie begann, wie man meisten begann. Ganz vorne am Anfang. Obwohl sie unter zeitlicher Anspannung stand, nahm sie sich für jedes Pferd kurz Zeit. Admiral war also der erste, bei welchem sie die Tränke kontrollierte und Heu nachfüllte. Danach folgten viele weitere Ponys: Coco's Landzauber, Armani, Golden Pirate, A Le Hop, All Pride, Auftakt, BonnyBoy, Single Malt, Fürst der Finsternis, Dracula, Daydreaming Sorrow, Legacy of Gold, Look At My Hair und Frisco. Sie war reichlich überrascht, dass der größte Teil der kleinen Pferde erfolgreich gekört war.
      Die Hengste würden heute jedoch drinnen bleiben. Zu viele fremde Pferde waren unterwegs, sodass Charly nach getaner Arbeit bei den Hengsten zu den Stuten ging. Hier lernte sie Alexandra kennen. Diese war ein paar Jahre jünger als sie, aber Charly mochte ihr nettes Lächeln und die beiden Frauen verstanden sich, ohne viel von einander zu wissen. Was Pferde und ein kleines Lächeln bewirken konnten, dachte Charly und griff das Halfter an der ersten Box. Alexandra und Peter hatten bereits die Stuten gefüttert, sodass diese nun auf die Weiden sollten. "Imma zwe auf einma'", hatte Peter gesagt, während Charly nur verständnislos geschaut und Alexandra gelacht hatte. Peter hatte erst nicht gewusst, was er getan hatte, lachte dann jedoch auch, als er es verstand.
      Lilifee und Star hießen die ersten beiden Stuten. Charly mochte einfallslose Namen nicht, verzieh es den beiden jedoch durch ihr hübsches Aussehen sehr schnell. Peter griff sich Vanity und Angel's Kiss, während Alexandra Nesquik und Sally nahm. Die Ponys kannten den Weg schon fast selbst und weit war er auch nicht, sodass nach kurzer Zeit auch Alice von Landwein, Draculas Wife, Happy Steffi, Nosferatu, Argenté Noir, Knives and Pens, Siana und Antigone auf der Weide waren. Peter klopfte sich zufrieden die Händen an der Hose ab. "Jut, dann geht jetzt ener zu den Trainingspferden und die anderen beiden zum Nebenstall. Alex machst du dat? Ich nehme Charly mit, schicke sie dir jedoch, sobald wir fertig sind." Die beiden Frauen nickten zustimmend und machten sich auf den Weg zu den jeweiligen Pferden.
      Die sieben Trainingspferde standen nicht weit abseits. Auch sie mussten gefüttert und anschließend auf die Weide gebracht werden. Wieder gab es für sie einen Futterplan, während Peter das von ihr vorbereitete Futter zu den Pferden brachte.
      "Das ist für Viona und das ist für Nandalee", sagte sie und deutete auf zwei Eimer. "Als nächstes kommen dann Drachenlady und-", sie stockte, "-Wie konntest du nur?" Zweifelnd blickte sie zu Peter auf. "Heißt der wirklich so?" Peter nickte und griff stumm zu den Eimern, während Charly sich kurz lachend schüttelte. Gerade habe ich mich noch über die Namen beschwert, dachte sie, aber jetzt-.
      Zum Schluss kamen nur noch I like it, Club can't handel me und Roi du Soleil und auch diese kamen, nachdem sie genüsslich aufgefressen hatten auf die Weide.
      "Geh' du jetz ma zu Alexandra, ich mache die Boxen hier alleine." Charly nickte und machte sich auf den Weg zum Nebenstall, welche gerade einen unglaublich niedlichen Miniatur Hengst namens Umpalumpa den Schweif kämmte.
      "Ah sehr gut! Dich könnte ich jetzt gut gebrauchen! Du musst mir mal mit Croccantino und ZM's Zanaro helfen, ich würde die beiden gerne in die Führanlage bringen." Sie drückte Charly den jungen Vollblut Hengst Zanaro in die Hände, während sie selbst Croc nahm. "Nachher kommen auch noch Butterblume und Lady Moon, aber die will ich nicht zur gleichen Zeit-" Sie brach ab, denn aus einer der benachbarten Boxen drang ein lautes klagendes Wiehern. "Das ist Stromer's Painting Gold, die mag es nicht, wenn man sie alleine lässt. Vielleicht nehme ich sie nachher mit in die Führanlage." Sie verließ den Stall und Charly folgte ihr. "Aber erst nach dem Mittagessen, logischerweise." Fügte sie noch hinzu.

      Der Nachmittag war erstaunlich Pferdeleer. Nur hin und wieder wurden ein paar Pferde in die Führanlage gebracht und nach kurzer Zeit wieder abgeholt. Ansonsten machte Charly genau die Arbeit, welche sie von Zuhause gewöhnt war. Boxen sauber machen und Weiden abäppeln.
      "Ach wie viel angenehmer wäre das Leben, wenn es auch Pferdetoiletten mit Spülung gäbe." Meinte sie am späten Abend zu ihrem Freund. Ihre Arbeitskleidung hatte reichlich gelitten und ihre Haare waren von Staub und Dreck überzogen. Nico derweilen saß immer noch im blauen Hasenkostüm auf einer der Partybänke und hielt eine Flasche Bier in der Hand. Als Charly diese erblickte, seufzte sie. "Sage nicht, dass ich nun auch noch Autofahren muss!"
      "Keine Angst Schatz, ich habe erfolgreich unsere Ehre verteidigt und eines der beliebten Gästezimmer ergattert!" Seine Brust schwoll vor Stolz.
      "Hoffentlich hast du auch etwas Werbung für unser Gestüt gemacht, das war schließlich deine Aufgabe."
      "Natürlich! Was denkst du denn von mir?" Empört richtete er sich auf. "Dass ich ein Taugenichts bin oder was?"
      Charly hustete. "Ach nö nö, quatsch!" Sie hustete wieder.
      "Glaube mir, die werden uns in Scharen besuchen kommen! Wenn ich eines bin, dann überzeugend und weißt du was? Ich habe noch einen Meilenstein heute erreicht!" Zweifelnd blickte Charly auf. "Lass dich überraschen Hase, lass dich überraschen."
      9.2017|Veija
      Von kalt zu warm - Umzug nach New Mexiko
      Samstag - Octavia

      "Bellamy ich hasse die Kälte hier in Kanada.", sagte ich am Frühstückstisch zu meinem Bruder und hatte sofort die Aufmerksamkeit aller Mitarbeiter. "O, hier sind es 19 Grad, welche Kälte meinst du?", fragte Bellamy mich und verschränkte die Arme vor der Brust. "Ich meine die kommende Kälte. Kaum eines der Pferde hat eine Decke, hier fällt so viel Schnee dass man nichteinmal die Haustür aufbekommt, die Pferde schieben so viel Winterfell, was du zum Reiten kaum sauber bekommst und wie willst du hier im Winter ausreiten? Richtig, gar nicht. Du versinkst im Schnee.", erklärte ich und verschränkte ebenfalls die Arme vor der Brust. "Wenn ich einwerfen darf...", fing Murphy an: "Die Landschaft ist hier das ganze Jahr über wunderschön. Die Seen sind traumhaft und die Berge erst...", sagte er und schaute zwischen Bellamy und mir hin und her. "John hat recht. Ist es das nicht wert?", fragte Bellamy. "Nein Bell. Ich.. ich habe mir schon verschiedene Höfe im Rest von Amerika angesehen, in New Mexiko zum Beispiel wäre es dauerhaft warm.", schwärmte ich und zückte mein Handy, um allen die Ranch zu zeigen. "Die hat echt Potenzial.", meinte Travis. "Jede Koppel scheint dort ein kleines Stück Wald zu haben und es fließt ein Bach durch quasi jede Koppel, in dem sich die Pferde auch abkühlen können.", schlussfolgerte er, ehe er erschrocken die Luft einzog und Murphy und Connor anschaute. "Wir dürfen das Land doch gar nicht verlassen, oder?", fragte er traurig und schaute zu mir auf. "Ich weiß nicht...", musste ich zugeben. "Aber das bringen wir in Erfahrung, sollte es zur Diskussion stehen und..." "Von mir aus.", sagte Bellamy plump. "Was?", fragten die restlichen vier, inklusive meiner Wenigkeit gleichzeitig. "Von mir aus können wir umziehen.", meinte er lächelnd. "Ich rufe da mal an und O du fragst im Gefängnis nach, ob unsere drei Schützlinge uns begleiten dürfen.", sagte er, bevor er anfangen musste zu lachen. "Jetzt schaut doch nicht so verdutzt. Ich besitze von Kanada nur schlechte Erfahrungen und traurige Erinnerungen. Ich bin sofort dabei, sollte es klappen und wir umziehen können.", sagte er und stand auf, um den Tisch abzuräumen. "Okay.", sagte ich noch immer total neben der Spur. "Dann kümmern wir uns mal drum- nachdem die Pferde versorgt sind.", lachte ich und schaute auf meine Liste der Pferde, wer wen machen sollte. "Murphy du gehst mit Bellamy und schaust nach folgenden Pferden: Alan's Psychedelic Breakfast, Baby Doll Melody, Chapter 24, DunIts Smart Investment..." "Gott O, gib mir einfach die Liste.", fluchte Murphy und riss sie mir aus der Hand, ehe er ein Foto davon machte und sie mir danach wiedergab. "Gut, das sind 14 Pferde nach denen Bellamy und ich schauen sollen, wir gehen dann schon mal.", sagte er knapp und er und Bellamy verließen den Raum. "Was ist denn mit dem los?", fragte Travis und ich zuckte mit den Schultern. "Hat bestimmt seine Tage...", murmelte Connor und verkniff sich sein dummes Grinsen, als ich ihn böse ansah. Noch immer hatte ich mich nicht getraut zu fragen, ob er mit Caleb verwandt war oder nicht. Das würde mir mein Leben doch um einiges erleichtern, aber ich trauerte noch zu sehr um ihn und alle anderen, die auf der Ranch verstorben waren, auch wenn es jetzt schon fast ein Jahr her war.

      Ein Jahr.. wie die Zeit verging. Seit einem Jahr mussten Bell und ich uns alleine durchkämpfen. Wir schafften das auch gut, das stand außer Frage. Doch vermisste ich Verena und Caleb und auch all die anderen jeden Tag. Ob das irgendwann aufhörte? Sie zu vermissen und den Schmerz zu spüren? Ein Anfang wäre ein Umzug. Weg aus Kanada, weg von den schrecklichen Erinnerungen, welche immer und immer wieder vor meinem geistigen Auge aufblitzten, wenn ich am Unfallort vorbeifuhr oder ein Brief im Briefkasten war, der mit der Versicherung und dem Vorgang der Explosion zu tun hatte. Noch immer beschäftigte sich die Polizei mit dem Fall und ließ uns einfach nicht in Ruhe. Bellamy nahm mir zwar die meiste Arbeit ab, die mit der alten Ranch zu tun hatte, doch ich bekam natürlich viel mit, da wir meist zusammen zu Terminen mussten. "O?", riss mich irgendwann eine Stimme aus den Gedanken. "Was sollen wir machen? Du siehst nämlich nicht so gut aus...", sagte Travis, der mich aus den Gedanken gerissen hatte. "Oh, nein nein. Mir geht es gut. Ich war nur in Gedanken versunken. Kein Grund zur Sorge.", beruhigte ich ihn. "Wir drei machen die Küche fertig und gehen dann nach den Jungpferden schauen, was sie so anstellen. Vielleicht gehen wir eine Runde mit drei der Pferde spazieren, mal sehen.", sagte ich und stand auf, um den Tisch abzuräumen. Connor und Travis halfen mir ohne murren und motzen...


      Bellamy

      "Was war das denn, Murphy?", fragte ich den jungen Mann neben mir, als wir zusammen zu den Westernpferden gingen. "Bin heute morgen wohl mit dem falschen Fuß aufgestanden.", antwortete er knapp und ich lachte kurz auf, ehe mich sein fragender Blick traf. "Dann freu dich, wir müssen alle Boxen misten." "Oh man...", kam nur noch zurück, ehe wir den Stall betraten und er sich einmal kurz streckte, bevor wir gemeinsam zum Laufstall der Stuten gingen. Wir halfterten uns Baby Doll Melody, DunIts Smart Investment, Ginny my Love, die wir seit kurzem unser eigen nennen durften und die sich gut eingelebt hatte, Jade, Magnificient Crow, Snapper Little Lena, Stormborn und VK A Gun Colored Lena nach und nach auf und brachten sie auf die Koppel, ehe wir uns zu den Hengsten begaben. Alan's Psychedelic Breakfast, Chapter 24, Genuine Lil Cut, Gun and Slide, VK Bellas Dun Gotta Gun und Whinney kamen nach und nach auf ihre verschiedenen Koppeln und erfreuten sich des Lebens, dass sie endlich toben und fressen durften. Blue wälzte sich sofort und war nun nicht mehr braun-weiß sondern Ton in Ton braun. "Murphy fang du bei den Stuten an, ich mach zu erst die Hengste und geb denen dann auch gleich Heu und Kraftfutter.", wies ich meinen Mitarbeiter an und schaute ihm noch nach, wie er aus dem Stall verschwand, um sich eine Schubkarre zu holen. Ich tat es ihm gleich und fing mit Alan's Box an, arbeitete mich nach und nach bis zu Whinneys Box vor. Es dauerte eine Weile, bis alle Boxen gemistet waren und ich anfangen konnte, das Heu und Kraftfutter zu verteilen. Jeder der Hengste bekam nur eine sehr kleine Portion davon, da sie nicht wirklich aktiv im Training waren und sonst nicht wussten, wo sie mit ihrer ganzen Energie hin sollten.

      Als ich damit fertig war ging ich zu Murphy und half ihm, den Laufstall der Stuten zu misten. Ruck zuck waren wir fertig, füllten Heu in die Netze und gingen zum Stallabteil, in dem die Englischen Vollblüter untergebracht waren. Auch hier brachten wir zu erst die Hengste nach draußen. Schnell waren Firewalker, Golden Ebano, Peacful Redemption, Seattle Slew, Stiffler, Wildfire xx und ZM's Zanaro auf ihren Koppelabteilen. Leider stand jeder der Hengste für sich alleine. "Auf der neuen Ranch will ich das ändern.", sagte ich total aus dem Kontext gerissen und sah die Ratlosigkeit in Murphys Gesicht. "Was.. willst du ändern?", fragte er mich. "Dass die Hengste alle alleine stehen. Ich will auf der neuen Ranch Kleingruppen zusammenstellen. So dass sie sozialisiert bleiben und nicht total durchdrehen vor Einsamkeit. Desweiteren überlege ich, ein paar der Hengste kastrieren zu lassen. Wer brauch schon so viele Hengste, wenn er nicht aktiv züchten möchte? Vor allem, da wir uns auf die Paint und Quarter Horses konzentrieren wollen.", erklärte ich ihm und er nickte. "Die Stuten auch alle raus?", fragte er mich, als wir wieder im Stall angekommen waren. Ich nickte. "Die können auch alle zusammen auf das Abteil neben die Westernstuten.", erklärte ich ihm. "Ich fange schon mal an zu misten. Du schaffst das!", pflichtete ich ihm bei und fing mit der Schubkarre in die Box von Firewalker, um mit dem Misten anzufangen. Immer wieder sah ich Murphy mit Pferden an mir vorbei gehen. So waren Drama Baby, Priamos Ruffia Kincsem und Zuckerschock innerhalb ein paar Minuten auf der Koppel. Dann half er mir mit dem misten und füttern sowie dem Verteilen des Kraftfutters, so dass wir es noch vor dem Mittagessen schafften, unseren Teil der Abmachung zu erfüllen- fast. Ein paar Pferde fehlten noch, doch die würden es auch bis nach dem Mittagessen im Stall aushalten können. So gingen Murphy und ich nach drinnen und fingen an, das Mittagessen vorzubereiten, da O mit den anderen beiden Jungs noch unterwegs war.


      Octavia

      Nachdem wir die Küche aufgeräumt hatten, gingen wir zusammen zu meinen englisch gerittenen Pferden in den Stall. "Travis du schnappst dir Hot Spot und Minnie Maus. Connor du nimmst dir Samarra und ich schnappe mir Flashlight und Raspberry. Dann unauffällig folgen.", gab ich die Anweisung und ging vor ihnen weg in Richtung Koppeln. Die Vollblüterstuten standen noch nicht draußen, die Westernpferdstuten jedoch schon, also hatten Bellamy und Murphy sich meine Liste doch zu Herzen genommen und arbeiteten nach meinen Anweisungen, was mich zum Grinsen brachte. Zusammen stellten wir die Stuten auf ihr Koppelabteil und gingen wieder in den Stall. "Um es einfach zu machen mistet jeder das Pferd, welches er eben auf die Koppel gebracht hat. Zusätzlich machst du, Connor, noch Flashlight. Dann kann ich mit dem Heu und Kraftfutter geben schneller anfangen und wir können flotter weiter machen.", sagte ich und fing, als wir wieder im Stall angekommen waren, sofort mit Raspberrys Box an. Die Stute war mir wahnsinnig ans Herz gewachsen und eines meiner Lieblingspferde hier auf der Ranch. Sie mochte ich wirklich nicht missen, dachte ich mir und fuhr mit der Schubkarre auf den Misthaufen, ehe ich neues Stroh holte und die Box neu einstreute. Dann fing ich an, allen ihr Heu in die Netze zu stopfen und ihnen ihre Ration Kraftfutter in die Tröge zu geben. Als wir fertig waren, sah ich auf die Uhr. Wir hatten nicht so lange gebraucht, wie ich gedacht hatte. "Kommt wir gehen noch zu den Offenställen der Jungpferde und schnappen uns drei, mit denen wir eine Runde drehen. Wir haben ja noch genug Zeit.", sagte ich zu Travis und Connor, die beiden nickten und folgten mir dann.

      Zu erst schauten wir nach den Hengsten, welche irgendwie noch alle verträumt im Offenstall lagen. A Shinig Chrome, Abe's Aelfric, Cruel Twist of Fate, Culain, GRH's Unbroken Soul of a Devil, Magic Lanijos, PFS' Snap in Style, PFS' Unclouded Summer Skies, der seit kurzem auch bei uns war, Sir Golden Mile, VK Funky's Wild Berry und Zoltaire schlummerten friedlich vor sich hin. Lediglich Zues und Sparkled Wings, der Mustang den wir seit kurzem adoptiert hatten, standen zusammen ziemlich weit abseits. "Oh je, da müssen wir nochmal schauen. Zues und der zusammen... die machen sich gegenseitig scheu.", sagte ich kopfschüttelnd. "Misten können wir nicht, wenn die alle noch schlafen.", lachte ich und wir gingen rüber zu den Stuten, die schon alle auf den Beinen waren. Ashinta, Dante's Wild Lady, Dress to Impress, Ginger Rose, GRH's Unbroken Magic, I've got a blue soul, It's me, Amira!, Sweet Revenge, PFS' Blossom Magic, Prias Colourful Soul und Wolfs Bane tobten über die Koppel, fraßen oder standen an der Heuballe. "Gut, die können wir misten.", sagte ich und ging auf die Suche nach Mistgabeln und einer Schubkarre. Beim Hengststall wurde ich fündig und so misteten wir zu dritt in aller Schnelle den Stall aus, streuten neu ein und verteilten eine Menge Streicheleinheiten. Danach gingen wir schnell noch mit Blossom Magic, Prias Soul und Wolfs Bane eine Runde spazieren, ehe wir uns doch noch an den Hengstfohlenstall wagen konnten und schließlich zum Mittagessen ins Haus gehen konnten. "Oh, ihr seid aber schon fleißig.", sagte ich lächelnd und betrat die Küche, in der es unbeschreiblich gut roch. "Was gibts denn?", fragte Connor neugierig. "Oh, Pizza!", stellte er dann fest und setzte sich an den Tisch. "O, hast du schon im Gefängnis angerufen?", fragte mein Bruder mich irgendwann. "Ne, noch nicht. Du in New Mexiko?" "Ne, noch nicht. Mach ich aber heute Mittag.", sagte er und ich nickte. "Gut, dann schnapp ich mir gleich unsere drei Jungs und versorge die restlichen Pferde, ja?", fragte ich ihn. "Gut. Ich erledige dann gleich beides. Ranch und Information. Dann könnt ihr noch was mit den Pferden machen.", sagte er und ich nickte. "Gut. Und jetzt lass uns essen, ich hab so einen Hunger!", lachte ich und setzte mich ebenfalls an den Tisch.

      "Welche Pferde fehlen denn noch?", fragte Bellamy mich, während wir uns alle auf die Pizza stürzten. "Ceara Isleen, A King of Magic, Abraham van Helsing, Dakota, Náttdís van Ghosts, Skrúður, Thjalfe van de Jötunheimr und Væna frá glæsileika eyjarinar. Ach und Kunis, aber der ist ja unser Sorgenkind. Haben wir schon all seine Decken gewaschen?", fragte ich dann in die Runde. "Ja, hab ich gleich nachdem der Tierarzt da war.", meldete sich Travis zu Wort und ich nickte. "Gut. Die Box müssen wir ja komplett misten.", erklärte ich dann.

      Nach etwa einer Stunde waren wir fertig mit Essen und die drei Jungs gingen mit mir zu den restlichen Pferden. "Ceara Isleen muss raus, King of Magic, Abraham, Dakota, Alfi und die drei Isländer.", sagte ich zu meinen Mitarbeitern. "Husch, husch.", lachte ich und kümmerte mich selbst um Kunis, welchen ich aus der Box nahm und am Putzplatz ganz abseits anband. Ich mistete die Box gründlich, streute sie dann neu ein, gab ihm Heu und brachte ihn dann wieder in die Box. Anschließend gingen Murphy, Travis, Connor und ich nach drinnen, um zu schauen, wie weit Bellamy war.


      Bellamy

      Kaum waren die vier verschwunden, hatte ich mir das Telefon geschnappt und ein wenig herum telefoniert. Im Gefängnis ging alles soweit klar, solange wir mit einem in New Mexiko kooperierten und uns von diesen Leuten Besuche gefallen ließen. Auch bei der Ranch schien zunächst alles klar zu sein, so dass wir am nächsten Tag eingeladen waren, die Ranch anschauen zu dürfen.

      Ich war gerade fertig mit telefonieren, als O und die anderen rein kamen. "Und?", fragte O sofort neugierig. "Murphy, Travis und Connor dürfen uns nicht begleiten.", sagte ich niedergeschlagen und sah den Schock, der sich auf ihre Gesichter legte. "Aber...", fing Connor an und stockte, als er mein Grinsen sah. "Nein, ihr dürft mitkommen. Allerdings ändern sich die Auflagen ein wenig und wir müssen mit einem Gefängnis in New Mexiko kooperieren. Dann geht alles klar.", sagte ich und erntete wütende Blicke, doch das war es mir wert gewesen. "Die Ranch können wir im Übrigen morgen besuchen fahren. O und ich werden fliegen, euch gehört also für einen Tag die Ranch.", erklärte ich und schon wischen die wütenden Blicke stolzen Blicken. "Oh, cool.", sagte Connor und strahlte. "Hoffentlich klappt dann alles und wir haben es bald warm.", zitierte er mehr oder weniger O von heute morgen und lachte. "Den Rest des Tages habt ihr frei, O und ich kümmern uns um den Rest. Damit ihr morgen alles alleine schafft.", sagte ich und schickte sie dann aus der Küche, um mit meiner Schwester noch einiges zu bereden.

      Gegen Abend holten wir alle Pferde wieder in den Stall, bevor wir ins Bett gingen.


      Sonntag - Octavia

      Aufgeregt wie noch nie zuvor saß ich neben meinem schlafenden Bruder im Flugzeug. Heute morgen war alles drunter und drüber gegangen. Ich hatte unsere drei Mitarbeiter nicht gerne alleine gelassen, obwohl sie mir ständig versicherten, keinen Unfug anzustellen. Dann hatte ich noch beinahe meinen Rucksack vergessen, in dem alles wichtige für eine Übernachtung in New Mexiko war und und und. Jetzt endlich saßen wir im Flieger und es dauerte nur noch ein paar Minuten, bis wir landen würden.

      Nach der Landung kümmerte Bellamy sich um ein Taxi, welches uns zum Hof in der Nähe von Albuquerque bringen würde, denn da stand die neue Ranch. Schnell waren wir da und sahen uns schon ein wenig um, bevor der Makler kam. Er stellte sich vor und führte uns nochmal herum. Den alten Besitzern war der Hof zu groß und zu teuer in der Unterhaltung gewesen, weshalb sie sich eine kleinere Anlage gekauft hatten, die jedoch hier ganz in der Nähe war und eine Geländestrecke beinhaltete, die wir sehr gerne auch bei Bedarf mitbenutzen durften. "Oh, das trifft sich ja gut.", sagte ich freudig und wir gingen alle Ställe und Reitplätze durch. Eine Halle gab es hier auch, die jedoch für Dressurreiten gedacht war. Groß genug für eine Westernhalle war sie jedoch, so dass wir nur den Sand austauschen mussten. Im Großen und Ganzen gefiel uns die Ranch bis auf ein paar Kleinigkeiten.

      So einigten wir uns auf einen Preis, unterzeichneten die Verträge und konnten die Anlage unser eigen nennen.

      Am nächsten Tag waren wir wieder auf unserer Ranch in Kanada, erzählten allen die freudige Nachricht und fingen an, unsere Sachen zu packen.


      Ein paar Tage später - Octavia

      Alle Sachen waren gepackt und die Möbel, die mitkamen, das Pferdezubehör und alles weitere war schon auf dem Weg zum neuen Hof. Den Pferden wollten wir keine 22 Stunden Autofahrt antun, weshalb sie wohl oder übel doch fliegen mussten. 62 Pferde mussten also eingedeckt, verladen und zum Flughafen gebracht werden. Anschließend sediert, verladen und geflogen. Travis und Connor waren zusammen mit unseren Sachen mit den beiden Trucks mitgefahren, um Bellamy, Murphy und meine Wenigkeit später in Empfang zu nehmen. Natürlich mit den 62 Pferden, was auch sonst.

      Es dauerte schier ewig, alle Pferde in den Hänger zu bekommen- und noch länger, alle zu sedieren und in den Flieger zu kriegen. Nach einer gefühlten Ewigkeit waren wir dann endlich in der Luft- einer aufgeregter als der Andere.

      Kurz nach dem Landen bekam ich die Nachricht, dass Travis und Connor seit ein paar Stunden an der Ranch angekommen waren und schon fleißig dabei waren, alles einzuräumen und an Ort und Stelle zu tragen. Ich lächelte kurz und gab Bellamy die Nachricht weiter, ehe wir um das Flugzeug herum gingen, und dabei halfen, alle Pferde wieder auszuladen. Natürlich waren wir eine ziemliche Attraktion auf dem Flugplatz. Wann sah man schon so viele Pferde aus einem Flugzeug steigen?

      Nach gut zwei Stunden war alles geklärt und die Pferde in den Hängern, um sie in ihr neues Zuhause zu bringen, welches wir dann auch am Abend erreichten.

      Alle Pferde kamen in die für sie vorgesehenen Boxen und durften sich erst einmal ausruhen. Viele der Tiere legten sich erschöpft hin und schliefen sofort ein.

      Auch wir fünf Zweibeiner fielen quasi sofort ins Bett und schliefen beruhigt ein, dass alles fast genau nach Plan verlaufen war und wir jetzt die nächsten Tage ein wenig verschnaufen konnten.

      September 2017 | 18.583 Zeichen | Veija
      03.10.2017|Canyon
      Wenn einer kommt, ein andrer geht
      »Wie konnte er mir das nur antun!« Vollkommen aufgelöst sitzt Vuyo im Stall auf einem Stuhl, hat sein Gesicht tief in seinen Händen vergraben und schluchzt unaufhörlich.
      »Alles wird gut, wir finden eine Lösung«, sage ich mitleidig. Ich werfe einen fragenden Blick zu Eyvind, der jedoch auch nur überfragt die Schultern zuckt.
      »Nein! Finden wir nicht! Alles zu spät!« Ich tätschle Vuyo die Schulter, weiß jedoch immer noch nicht, was sein Problem ist. Eyvind und ich hatten gerade den Stall betreten, als wir Vuyo vollkommen aufgelöst vorgefunden hatten. Der Afrikaner hatte bis jetzt noch nicht geschafft uns zu sagen, was passiert war.
      »Willst du erstmal einen Tee? Oder einen Kaffee?« Vuyo antwortete mir nicht und ich werfe Eyvind wieder einen überforderten Blick zu.
      Charly kommt mit einer Tasse Kaffee in den Stall und ruft uns schon von weiten zu. »Mein Gott Vuyo, raff dich zusammen! Es war von vornherein klar, dass sie nicht für immer bleiben wird.«
      »Wer ist denn „sie“?« Sage ich und blicke Charly verständnislos an. »Kann mir mal jemand sagen, was los ist?«
      Charly stellt ihre Kaffeetasse ab. »Blaze ging gestern wieder an ihren alten Besitzer zurück, der hatte sie nur „ausgeborgt“ und sie nun doch zurückgefordert.« Sagt Charly achselzuckend.
      »Dieses Schwein, dieser miese Hund«, knurrt Vuyo. »Meldet sich ein halbes Jahr nicht und jetzt wollte er sie einfach wieder. Ohne Vorwarnung, nichts!«
      Charly seufzt genervt. »Vuyo, los steh‘ auf. Ich habe ein Pferd, dass auf deine Künste angewiesen ist.«
      »Ein Pferd?« Vuyo horcht auf und vergisst für einen Moment niedergeschlagen zu sein.
      »Ja, ein Vollblut«, sagt Charly und wirft ihm ein Halfter zu. »Los, wir machen jetzt einen Ausritt, um deinen Kopf klar zu bekommen.«
      »Aber-«, will Vuyo protestieren.
      »Nichts aber«, sagt Charly streng. »Du reist dich jetzt am Riemen oder ich feuere dich.«
      Mit hängendem Kopf steht Vuyo auf und folgt Charly aus dem Stall.
      »Viel Spaß!« Rufe ich den beiden hinterher, bekomme jedoch keine Antwort. »Ein neues Pferd?«, frage ich interessiert zu Eyvind gewandt.
      »Ja, mal wieder ein älteres Vollblut ohne großartige Erfolge, Zanaro heißt der gute Kerl. Ein ganz netter eigentlich, Vuyo wird sich schnell mit ihm anfreunden. Auch Lust auf einen Ausritt?«
      »Klar«, sage ich locker und folge Eyvind aus dem Stall.

      03. Oktober 2017 | 2.345 Zeichen | Canyon
      29.12.2017|Canyon
      Wenn der Phönix singt
      „Flieg, Flugzeug flieg, flieg hinauf in die Wolken und fliiieg!“
      „Kommt das nur mir komisch vor, oder warum spielt mein Sohn in einem Flugzeug mit einem Flugzeug?“, sagte ich zu mir selbst, während ich Bart beobachtete, wie er sein kleines Flugzeug immer wieder in die Höhe hob und mit Spucktropfen die Motorengeräusche nachmachte.
      „Ihr Sohn?“ Ich drehte meinen Kopf zur Seite und blickte in die freundlichen Augen einer jungen Frau. Sie war groß und schlank, hatte eine gebräunte Hautfarbe und naturbraunes Haar.
      Ich nickte. „Bart“, sagte ich und deutete auf meinen Sohn.
      „Was ist mit mir?“ Bart blickte fragend auf, während sein Flugzeug unsanft auf seinem Schoß abstürzte. „Ich habe nichts getan!“, verteidigte er sich, ohne zu wissen, worum es ging. Die Frau lachte wohlwollend auf und um ihre Augen bildeten sich Lachfalten.
      „Nico“, sagte ich und reichte ihr in der Enge der Sitze die Hand.
      „Vicky, Vicky Riley“, sagte sie und griff nach meiner Hand.
      „Wie das Hustenbonbon?“
      „Nein, nicht ganz, das heißt mit Nachname nicht Riley“, sagte sie und lachte schon wieder. „Sie sind ja ein Scherzkeks!“
      Ich nahm das als Lob und schenkte ihr auch ein Lächeln. „Erzählen Sie, wie sind Sie in diesen Flieger gekommen, der so hoch über dem weiten Ozean in die Unendlichkeit flieht?“
      „Ich bin auf dem Weg nach Hause, ich war beruflich unterwegs“, sagte sie. „Und Sie?“
      „Ich weiß noch nicht“, antwortete ich wahrheitsgetreu und blicke zu Bart. „Vielleicht fliege ich gerade in meine neue Heimat.“
      „Sie wollen nach Kalifornien ziehen?“, fragte sie mich erstaunt. „Sie kommen wohl nicht aus den Staaten?“
      Ich schüttelte den Kopf. „Nein, zur Zeit wohne ich noch in Norwegen, ursprünglich komme ich jedoch aus Frankreich.“
      Sie lachte wieder. „So viel haben Sie schon hinter sich, in ihrem Alter?“
      „So jung bin ich nicht“, verteidigte ich mich. „Das macht nur die Antiagecreme, Sie wissen schon, früh genug an die Zukunft denken.“
      Sie lachte wieder und wir blickten uns einen Moment intensiv in die Augen, bevor Bart an meiner Jacke zog und meine Aufmerksamkeit wieder zu ihm lenkte. „Papa“, meckerte er. „Wann sind wir endlich da?“
      „Bald“, sagte ich und wandte meinen Blick abwesend aus dem Fenster. „Die neue Heimat ist nicht mehr weit.“
      Ich beobachtete Bart beim Spielen und als ich mich wieder der jungen Frau neben mir zuwenden wollte, sah ich, dass sie mit Kopfhörern in den Ohren die Augen geschlossen hatte.

      Viele Stunden später war ich froh endlich das Flugzeug verlassen zu können. Bart hatte sich vollkommen mit den Resten des Essens eingeschmiert und zwischen seinen Beinen klebte der Rest der geschmolzenen Schokolade, die er sich aufheben wollte. Trotz der paar Stunden Schlaf war er unausgeglichen und auch mein Feingefühl reichte nach der Anstrengung nicht aus, um seine Laune über Wasser zu halten.
      Doch Bart musste sich daran gewöhnen. Charly würde sich nicht damit zufrieden geben, wenn sie unseren Sohn nicht regelmäßig sehen würde. Sie würde nicht kommen wollen, das hatte sie zu oft gesagt, und Charly hielt sich an ihre Versprechen.
      Nach dem Check Out und dem Warten auf unser Gepäck, standen Bart und ich endlich am Hauptausgang des riesigen Flughafens. Bart hatte sich trotzig auf seinen Kinderkoffer gesetzt, während ich hektisch versuchte, die Telefonnummer für die nächste Taxistation zu finden.
      Wie hatte ich sie vermisst, diese Wärme und die Sonne weit über mir, die mir an diesem Tag besonders nah erschien. Es war Zeit geworden, endlich die Kälte Norwegens nach einer so langen Zeit zu verlassen. Doch musste ich zugeben, dass es auch hier nicht warm war. Es war früher Morgen, der Himmel war leicht bewölkt, doch zumindest war keine dunkle Regenwolke zu sehen. 4 Grad waren nicht viel und ich fror mit meinen dünnen Turnschuhen und dem einfachen Pullover. Ich würde wohl einkaufen fahren müssen, denn auch Bart hatte seine winterliche Kleidung in Norwegen gelassen.
      Im richtigen Moment nörgelte Bart neben mir und ich blickte von meinem Handy auf. „Mir ist kalt“, sagte er trotzig und verschränkte die Arme vor der mit Erdnussbutter beschmierten Brust.
      „Ich bin doch schon auf der Suche nach einem Taxi“, murmelte ich genervt.
      „Soll ich Sie und Ihren Sohn vielleicht ein Stück mitnehmen?“ Die junge Frau aus dem Flugzeug stand wieder neben mir. Auch sie hatte ihren zierlichen Koffer gefunden und sich zum Schutz gegen die Kälte einen dicken Mantel um die Schultern gelegt.
      „Vielen Dank“, sagte ich. „Aber diese Umstände müssen Sie sich nicht machen. Ich bestelle uns einfach ein Taxi.“
      „Blödsinn“, lachte sie. „Los, sagen Sie, wo müssen Sie hin?“
      Ich gebe mich geschlagen. „Modoc National Forest, kurz vor der Grenze zu Oregon“, sagte ich. „Bestimmt die komplett andere Richtung.“

      ... später, genau um ...., wie das Navi preisgab, winkte ich Vicky hinterher. Sie hatte uns auf dem Parkplatz, meinem Parkplatz, abgesetzt. Bart war während der Fahrt eingeschlafen und von mir nun unsanft aus dem Schlaf gerissen worden, als ich ihn aus dem Auto ziehen musste. „Sind wir da?“, hatte er verschlafen gefragt, während ich Vicky noch ein paar Euro als Dankeschön in die Hand drückte. Das war das mindeste gewesen, dass ich für sie tun konnte.
      Auf der Fahrt hatte ich mir einen ersten Eindruck von Kalifornien machen können, doch hätte ich nie gedacht, dass einer der berühmtesten und beliebtesten Staaten der USA so trostlos erscheinen konnte. Trockener Boden, viele vereinzelte Bäume und elend lange, benummerte Highways, die kein Ende zu nehmen schienen. Der Norden Kaliforniens war etwas anderes, als der dicht besiedelte Süden.
      Ich blickte auf den Zettel in meinen Händen. „Falls du Hilfe brauchst, ruf meinen Bruder an“, hatte Vicky mir zum Abschied geraten. „Du würdest mit ihm bestimmt zurecht kommen.“ Mir kam der Gedanke, dass sie mir die Nummer nur gegeben hatte, damit ich sie erreichen konnte. Wofür sonst, sollte ich ihren Bruder brauchen? Ich würde das schon schaffen.
      „Daaad“, nörgelte Bart neben mir. „Können wir jetzt endlich ins Haus?“
      Auf den ersten Blick erkannte ich das Gestüt nicht wieder - ich sah ein großes Gebäude mit rotem Dach, ein paar Bäume und einen übersehbaren Zaun, der mir erst zum Schluss ins Auge fiel.
      „Komm Bart“, sagte ich, hob unser beider Gepäck auf und marschierte selbstsicher auf das Gebäude zu. Das Gelände war weitläufiger als erwartet. Die Bilder im Internet hatten vor allem die einzelnen Gebäude gezeigt und nun sah ich, dass die Reithalle ein gutes Stück entfernt von meinem Wohnhaus und auch vom Hauptstall lag. Den Hauptstall konnte ich erst erkennen, als ich einen kleine Bauminsel umrundet hatte und nun auch die andere Hälfte des Gestüts sah.
      Ich blieb einen Moment stehen, um das Gestüt auf mich wirken zu lassen. Ich sah den hellen Boden und die kahlen Bäume, das rote Dach des Stalls und die geschwungenen und weißen Bögen des Mauerwerks, die mich an meine Heimat erinnerten. Und dann sah ich die verwelkten Blumen rund um den von Moos bedeckten Reitplatz, ein paar durchnässte Heuballen daneben und die kaputten Ziegel des Wohnhauses, durch deren Lücken Wasser tropfen musste.
      „Daaad“, sagte Bart wieder. „Ich bin müde, ich will in mein Bett.“
      „Gleich“, murmelte ich und ließ meinen Blick noch einmal über die romantische Baustelle schweifen. Als Bart ungeduldig an meiner Jacke zerrte, drehte ich mich schlussendlich doch zu ihm um und folgte ihm in Richtung Wohnhaus.

      Nachdem ich für Bart im Wohnzimmer das Sofa hergerichtet hatte, er sich zusammenrollte und erschöpft die Augen schloss, zog ich Jacke und Schuhe wieder an und verließ das Wohnhaus. Auch davon hatte ich nur wenig gesehen, doch hatten mich auch hier die weißen Wände der Fassade getäuscht. Ich wusste, dass hier vorher zwei Brüder gewohnt hatten und so verwunderte es mich nicht, dass die kurz besichtigte Küche und das kleine Bad, sowie das Zimmer für Bart nicht im besten Zustand waren. Aber es reichte, es musste reichen. Genauso wie der kahle Boden für die Pferde, ohne dem fehlenden Gras. Doch hatte ich Glück, der Großteil der Pferde war die Trockenheit aus Frankreich gewöhnt und der Rest hatte sich nun in Norwegen daran anpassen müssen. Auch dort bestand das Weideland vorrangig aus Stein und von der Kälte erfrorenem Boden.
      Bis zum Abend erkundete ich auch den Rest des Geländes. Zwischendurch sah ich nach Bart, der jedoch bis zum frühen Abend schlief. Zwölf Stunden Flugzeug und viele zu überwindenden Zeitzonen waren nicht einfach. Auch ich spürte die Müdigkeit in meinen Beinen, doch die Angst vor dem leeren Bett mit der kalten Bettdecke hielt mich auf.

      Nach vier Tagen wählte ich die Nummer auf dem zerknitternden Zettel in meiner Hosentasche. Ich hatte es versucht, doch die Gartenarbeit machte mich mehr fertig, als dass sie mir den Kopf freimachte. Die Farbe für den Zaun, neue Ziegel für das Dach und neuer Sand für den Reitplatz waren bestellt, doch würde ich die Arbeit nicht alleine schaffen.
      Hinzu kam noch Bart. Am Tag folgte er mir auf Schritt und Tritt und auch wenn die nervige und ständige Anwesenheit sich nach ein paar Tagen in Freude gewandelt hatte, es tat gut, jemanden zum Unterhalten zu haben, konnte ich ihm nicht die Aufmerksamkeit schenken, die er verdiente.
      Mein Telefon klingelte lange, es schien keinen Anrufbeantworter zu haben, bis sich eine verschlafene Stimme meldete. „Riley?“
      „Nicolaus du Martin“, sagte ich steif und fragte mich, ob das wirklich eine gute Idee war. „Ihre Schwester hat mir Ihre Nummer gegeben.“
      „Der gesprächige und charmante Franzose mit den goldenen Locken, die ihm bei Schlafen in den Mund fallen — meine Schwester meinte bereits, dass Sie anrufen werden.“
      Ich blieb einen Moment still und doch begann ich zu verstehen, warum Vicky gemeint hatte, ich würde mit ihm zurecht kommen. „Wollen Sie einen Arbeitsplatz oder wollen sie sich diese Chance auch wieder entgehen lassen?“
      „Ich will jetzt nicht sagen, dass es mir Leid tut, aber das Jobangebot würde ich trotzdem gerne annehmen. Wie viel bekomme ich?“, fragte Riley.
      „So viel, wie Ihre Arbeit wert ist“, sagte ich. „Wann kommen Sie vorbei?“
      „Gerade feile ich mir noch meine Fußnägel und heute Abend habe ich ein heißes Date, mit der ich danach hoffentlich im Bett landen werde. Die verzögerte Aufstehreaktion durch die nächtlichen Aktivitäten mit einberechnet, wäre ich morgen gegen Mittag fit genug, um in meinen Wagen zu steigen und zu Ihrer Bruchbude zu fahren.“
      „Machen Sie das“, sagte ich nur. „Ich werde Sie erwarten.“
      „Ach so“, sagte er noch vor dem Auflegen. „Ich habe kein Interesse daran, als Babysitter zu arbeiten.“

      Ich hatte nie vor etwas Angst. Das Schlimmste war die Furcht, die in mir hochkroch, wenn ich an den plötzlichen Tod in der Mitte des Lebens dachte. Vor allem vor meinem eigenen, der kommen konnte, bevor ich leben würde. Ich hatte zu viel verloren und mit jedem Verlust war auch ein Stück von mir abgebrochen. Der Schmerz verging und mit ihm auch wieder ein Teil des Ichs, der ich einmal war.
      Der leere Stall rief in in mir ein ähnliches Gefühl hervor. Nicht so stark und nicht so vernichtend, jedoch zumindest annähernd so ergreifend. Es war, als hätte ich alles verloren. Jedes Zuhause, jede Heimat und jeden Freund.
      Doch war der Stall schön. Geschwungene, weiße Bögen, mit leichtem Gold verzierte Boxen und ein Fenster in jeder. Ich hatte das flackernde Licht bereits repariert, das alte Stroh aus den Boxen geholt und die Spinnenweben entfernt. Für einen Moment kam mir der Gedanke, dass der Stall geputzt noch trostloser erschien. Verlassen und vergessen, genau wie ich.
      Mein Telefon klingelte und für einen Moment war ich erstaunt, dass ich anscheinend doch nicht der einzige Mensch auf Erden war. Ich war zu langsam. Als ich das klingelnde Smartphone aus meiner Innentasche gekramt hatte, war es bereits wieder verstummt. Zwei Anrufe in Abwesenheit, den erste hatte ich bereits verpasst. Hinzukam noch, dass die beiden Anrufe von den zwei Frauen auf der Welt waren, denen ich gerade jetzt nicht ins Auge sehen, oder besser gesagt, ins Ohr sprechen wollte; meiner Exfreundin und meiner Mutter. Ich steckte das Handy wieder ein und verdrängte den Gedanken, dass ich mich schon längst bei beiden hätte melden müssen.
      Noch am gleichen Tag bekam ich die Nachricht, dass er unterwegs war. Endlich. Er würde kommen. Meine am Boden liegende Welt würde auferstehen, erst wankend und dann immer kräftiger - ich wäre nicht mehr allein, ich würde es nie wieder sein wollen.
      Marid war mein Freund, der einzige, der je zu mir gehalten hatte. Sie sagten, sie würden Pferde verstehen, aber nur ich verstand Marid.
      Als Marid ankam, stellte ich ihn in die Box gleich am Haus. Des Nachts hörte ich seine Schritte und das laute Schnauben. Auch rief er mir zu und gab erst in den frühen Morgenstunden Ruhe. Ich hatte ihm Unrecht getan, ihn alleine nach Amerika verschiffen zu lassen. Ihm ging es nun wie mir, nur waren wir ab sofort nicht mehr allein. „Nie wieder“, versprach ich ihm jedes Mal aufs Neue.
      Genau zur gleichen Zeit wie Marid ankam, lernte ich auch Eli Riley kennen. Er war in meinem Alter, sportlicher als ich, aber mindestens genauso gut aussehend. Seine dunklen Locken glichen den meinen, nur waren sie um einiges kürzer und braun. Er war nett und hilfsbereit und vor allem hatte er ein schönes Lächeln. Sein größtes Problem war jedoch der ständige Zwang, seine Gedanken laut auszusprechen und somit jeder Zeit die Wahrheit zu sagen. Ich nahm mir gleich beim ersten Treffen vor, ihm nicht meine Geheimnisse anzuvertrauen, sie würden nicht lange sicher sein.
      Er beschwerte sich nicht über die ihm aufgetragenen Aufgaben, doch als er am zweiten Tag den Stall weihnachtlich mit Lichterketten und Sternen schmückte, merkte ich, dass es ihm nicht schwer fiel, seine eigenen Ideen ohne meine Zustimmung in die Tat umzusetzen. Auch kam er gut mit Marid aus und da war er wohl einer der ersten.
      Am dritten Tag nahm Riley mich und Bart mit in die Stadt. Ich hatte noch kein Auto, der Grund dafür war wohl das fehlende Geld und ein Stück vielleicht auch meine hohen Ansprüche.
      Canby war genauso verlassen, wie die restliche Gegend. Viele kleine und verstaubte Häuser, umgeben von den leeren Ebenen, über die der kalte Wind pfiff. Die Stadt war nicht weit, doch außer einer Tankstelle und einem Supermarkt gab es nicht viel und das trübte meine Aussicht auf etwas Zivilisation. Die ältere Generation saß zumeist zu zweit auf den weißen Plastestühlen vor ihren Flachbauten in hellem gelb und sobald wir an ihnen vorbeifuhren, blickten sie kritisch dem Transporter von Riley hinterher. Früher mochte er wohl rot gewesen sein, nun war er ausgeblichen und mit rostenden Stellen bedeckt.
      Ein Junge, ein paar Jahre älter als Bart, hielt mit seinem klapprigen Rad am Straßenrand an und blickte uns auch noch hinterher, als wir bereits am Horizont verschwanden. Ansonsten sahen wir niemanden.
      Bart saß auf der Rückbank und drückte sein Gesicht an der verstaubten Scheibe platt. Er war die letzten Tage ungewöhnlich stumm gewesen. Charly hatte einmal zu mir gemeint, dass Bart mehr von mir hatte, als von ihr. Dass er sogar mein Ebenbild war und wenn ich schwieg, schwieg auch er.
      Riley hingegen war locker wie immer. Er hatte das Radio aufgedreht und summte über die Nachrichten hinweg eine Melodie. Wir hatten uns stillschweigend darauf geeinigt, dass die Vergangenheit kein Redethema sein sollte. Er fragte nicht und ich fragte nicht.
      Der Vorteil an Rileys Wagen, war die große Ladefläche hintendrauf. Wir kauften gemeinsam für die nächsten Wochen ein, einigten uns auf das Essen und das, obwohl Riley deutlich sagte, was er gerne aß. Auch ich hatte meine Vorstellungen, sodass wir unsere Ausbeute schlussendlich auf nur wenige verschiedene Gerichte festlegten.
      „Sieben verschiedene Gerichte müssten reichen — nur einmal die Woche das gleiche“, sagte Riley gutgelaunt, während er einen weiterem Sack Kartoffeln in den Einkaufswagen legte. „Das sichert zumindest unser Überleben.“
      Auf der Rückfahrt hielten wir am Kindergarten in Canby an. Ich hatte Angst davor, auch Bart von mir wegzuschicken. Er war, von den Pferden abgesehen, das Einzige, das ich aus Norwegen mit in meine neue Heimat nehmen wollte. Der Kindergarten jedoch war ein einfaches Gebäude mit Papierblumen an den Fenstern und einem vergilbten Namen über der Tür. Die Fassade war verstaubt und das Dach reparaturbedürftig und ich nahm mir vor, Bart so lange wie möglich bei mir zu behalten.
      „Gründen Sie doch einfach ihren eigenen Kindergarten“, sagte Riley herausfordernd.
      „Wenn Sie der Kindergärtner werden, Riley“, sagte ich wenig erfreut. Daraufhin lachte er nur, wir stiegen wieder ein und fuhren zurück nach Phoenix Valley.

      Phoenix Valley war ein prachtvoller Name für solch einen entlegenen und einsamen Ort. Und doch wurde mir bewusst, dass er passte, als wir an dem Findling mit dem eingemeißeltem Namen an der Einfahrt vorbeifuhren. Bart war mittlerweile eingeschlafen und auch die Nachmittagssonne hing gewohnt träge am Rand des Himmels.
      „Ich versorge noch schnell Marid, ich komme gleich nach“, sagte ich und verließ das Auto. Riley parkte seinen Laster vor dem Wohnhaus und fing an, die ersten Taschen auszuräumen.
      Marid stand den Tag über auf einer der Weiden. Selbst im Vergleich zu Norwegen war es auch hier nicht besonders einfach für die Pferde, auf dem kargen Weideland ihre Bedürfnisse zu stillen. Der Heubedarf würde im Winter sehr hoch ausfallen und im Kopf zählte ich bereits das Geld, dass noch übrig bleiben würde, wenn dieser vorbei war.
      Marid wartete bereits am Zaun auf mich. Er hatte gelassen den Kopf gesenkt und spitzte die Ohren als ich näher trat. Ich bückte mich unter dem einfachen Zaun hindurch und legte ihm, das Halfter um. Er knabberte sacht an meiner Jacke und meine Hand streichelte ihm beruhigend den Hals. Ich musste nichts sagen, Marid wusste, dass es mir ähnlich ging wie ihm.
      Nachdem ich Marid in die Box am Haus gebracht hatte, ging ich ins geheizte Wohnhaus. Die Wärme schlug mir entgegen und so erdrückend wie sie im ersten Moment war, genauso genoss ich das Gefühl eines Zuhauses.
      Riley hatte bereits die Einkaufstaschen in die Küche gestellt und Bart fand ich in seinem Bett friedlich schlafend. Riley selbst stand im Wohnzimmer vor dem altertümlichen Kamin, den ich die letzten Tage häufiger entfacht hatte. Er tippte auf seinem Handy und blickte auch nicht auf, als ich den Raum betrat.
      „Willst du nicht langsam gehen?“, fragte ich und ging weiter in die Küche.
      „Ich wollte erst noch auf das ‚Danke‘ warten“, rief er mir hinterher. „Aber ich schätze, dass ich da lange bleiben könnte, oder?“
      „Hau einfach ab“, murmelte ich erschöpft und stellte die Kaffeemaschine an, bevor ich mich auf dem Küchenstuhl niederließ.
      Als ich wenig später wieder das Wohnzimmer betrat, war Riley tatsächlich verschwunden und für einen Moment wünschte ich mir, dass er nicht gegangen wäre.

      Zwei Tage später kamen auch die anderen Pferde auf dem Gestüt an. Sie waren allesamt vollkommen erschöpft und ausgelaugt und auch wenn ich eines der teuersten Transportunternehmen angeheuert hatte, steckte bei einigen die pure Anstrengung noch tief in ihren Körpern. Marid war nie ein Herdentier und doch wieherte er den Neuankömmlingen etliche Begrüßungen zu und galoppierte am Zaun auf und ab. Doch nicht nur bei Marid, auch auf dem restlichen Gelände war endlich Bewegung eingekehrt. Ich hatte sie vermisst, fast so sehr, dass ich bei der Ankunft zu weinen begann. Die Anspannung der letzten Tage würde sich nun endgültig legen. Ich hatte mich dafür entschieden, dass nur die Stuten in den Hauptstall ziehen und die Hengste den etwas kleineren Nebenstall bewohnen würden. Wenn der Winter mit all seiner Macht einzog und auch die großzügigen Paddockboxen von Wind und Schnee durchweht wurden, dann würde auch für die Hengste noch genügend Platz im Hauptstall sein. Durch die Trennung erhoffte ich mir jedoch eine möglichst ausgeglichene Atmosphäre.
      Ich hatte Mytos verkauft. Kurz vor unserem Umzug war er ausgezogen, auf ein anderes Gestüt, wo er seinen Fähigkeiten entsprechend versorgt und trainiert werden würde. Ich hatte Marid nichts angemerkt und auch wenn es sein Sohn gewesen war, so schien er ihn nicht zu vermissen. Ich vergöttere ihn dafür, ich hätte Bart nicht weggeben können. Dafür war Rubina geblieben. Sie würde einen Platz ganz vorne im Stall bekommen. Sie liebte die frische Luft und der Trubel am Stalltor störte sie nicht im geringsten. Ja, ich hatte darüber nachgedacht, Marid seiner Manneskraft zu berauben, um ihn und Rubina für immer zusammenhalten zu können, aber ich hatte den Gedanken erstmal verschoben. Es gab wichtigeres.
      Neben Rubina zogen die restlichen Stuten ein. Lady Gweny, Grenzfee, Teufelstanz, Sawanna, Oak‘s Lake Mountain, Raja und auch Fanny Mae, die wir lange versucht hatten zu verkaufen. Nun würde ich ihr doch noch eine Chance geben.
      Auch die Jungpferde würden den Winter über in den Hauptstall ziehen. Sobald der Frühling in Kalifornien einzog, würde ein neuer Offenstall ihr Zuhause sein. Picturesque Diova, Weltfriede und auch LMR Royal Champion, ein mittlerweile fast ausgewachsener Hengst, der im nächsten Sommer eingeritten werden konnte. Den Winter durfte er das Fohlenleben noch genießen.
      Der Nebenstall hatte viel weniger Bewohner. Zusammen mit Marid hatten wir gerade mal sechs Hengste; ZM‘s Zanaro, Osgiliath, Valentines Alysheba, Aspantau und Ghostly Phenomenon. Eine sehr ausgeglichene Herde, wenn auch wohl verantwortlich für Sieg oder Niederlage.
      Mein Geld würde mich bis zum Frühling über Wasser halten, danach waren es die Pferde, die über Shows und Turniere die Einnahmen hochhalten mussten. Würden sie verlieren, dann würde ich es auch. Ich wollte mir diese Niederlage nicht eingestehen müssen, ich wollte nicht als Niemand im Abspann eines Films untergehen. Ich wollte mehr.

      Nach ein paar Tagen wurde ich krank. Riley meinte, dass das psychisch bedingt sei, ich schob es auf das unveränderte Wetter und die eintönige Arbeit im Stall. Ich wollte das Riley nicht sagen, aber ich war es nicht gewöhnt. Riley hatte die letzten Tage häufiger gesagt, dass ich Hilfe brauchte. „Ich habe doch mich und dich“, hatte ich geantwortet. „Reicht das nicht?“
      „Sie werden schon sehen.“ Ja, genau das sah ich jetzt. Ich war krank und ich wusste selbst gut genug, dass der Verantwortliche nicht nur das Wetter war.
      Am Nachmittag kam Riley in mein Zimmer. Er klopfte zwar, öffnete jedoch nach wenigen Sekunden die Tür, sodass ich mich gezwungen fühlte, ihn wieder die Treppen hinabzuschicken. Vollkommen erschöpft, mit tropfender Nase und einer kalten Tasse Tee in der Hand schlürfte ich wenig später zu ihm und Bart herab, der schon den ganzen Tag fernsehen schaute. Charly würde mich eigenhändig in die Hölle schleppen, wüsste sie das.
      „Ich habe hier einen Artikel über ein Turnier gefunden. Sie wollen ja immer nur die Besten hier im Stall — dort werden Sie bestimmt den Besten finden“, begann Riley, sobald ich die letzte Treppenstufe erklommen hatte.
      „Riley, sehen Sie nicht, dass ich krank bin?“
      „Ja, warum?“, fragte er scheinheilig und blickte von der Zeitung auf.
      „Dann sprechen Sie nicht in Rätseln, Sie Idiot“, sagte ich und nahm ihm die Zeitung aus der Hand. „Ich brauche kein neues Pferd.“
      „Nein, nein — Sir“, fügte er noch hinzu. „Kein Pferd, davon gibt es hier wirklich genug. Ein weiterer Helfer. Ich sage Ihnen, ich habe Ahnung von Leuten, die von dem Turnierquatsch die Nase voll haben und bestimmt nicht ablehnen würden.“
      „Sie wollen fremde Leute anquatschen, ob sie für mich arbeiten würden?“, fragte ich zweifelnd. „Sind Sie nun vollkommen übergeschnappt? Woher soll ich denn wissen, ob die wirklich so gut sind?“
      „Sie unterschätzen mich“, sagte er und nahm mir die Zeitung wieder aus der Hand. „Warten Sie nur ab, wenn wir am Wochenende dorthin fahren, werde ich Ihnen die besten Reiter Kaliforniens vorführen und mindestens einer von denen wird für Sie arbeiten wollen. Nur an Ihrer verwelkten Charme müssen Sie noch arbeiten, Kalifornien scheint Ihnen noch nicht so gut zu tun.“
      Riley faltete die Zeitung, wuschelte Bart durch die Haare und verließ die Tür. „He, warten Sie! Riley!“, brüllte ich ihm mit kratziger Stimme hinterher, er antwortete jedoch nicht und ließ mich kopfschüttelnd zurück.
      „Was meint Eli mit verwelkter Scham, Dad?“, fragte Bart und schaute mich mit großen Augen an.

      Ich fuhr am nächsten Wochenende wirklich mit Bart und Riley zu dem Turnier. Das einzige gute daran war, dass auch Vicky uns begleitete. Sie hatte wie immer gute Laune, auch wenn sie es diesmal nicht schaffte, mir meine zu retten. Ich war immer noch krank. Weniger als vor wenigen Tagen, aber in dem Maße, dass ich eigentlich zu Hause im Bett bleiben würde. Riley hatte jedoch kein Mitleid.
      Das Turnier fand in Richtung Küste statt. Es war windig, doch zumindest brach die Sonne hin und wieder die dunkle Wolkendecke auf. „Haben wir zumindest überdeckte Plätze?“, fragte ich während der Fahrt. Riley lachte jedoch nur und meinte, dass wir das nicht brauchen werden, unsere Beute lauert davor. Ich wusste nicht, was ich sagen sollte, gab mich schlussendlich jedoch mit meinem Schicksal zufrieden und versuchte nur noch, den Tag hinter mich zu bringen.
      Rileys Plan war auf den ersten Blick unverständlich und sinnlos. Nachdem wir auf dem viel zu überfüllten Parkplatz angekommen waren und uns in der Masse einen freien Platz gesucht hatten, standen wir zu viert am Eingang des Bereiches für die Reiter und ihre Pferde. Meine Hände waren kalt und selbst wenn ich sie tief in der Jackentasche vergrub, wurde es nicht besser. Bart versuchte eine Laterne hinaufzuklettern und Vicky telefonierte einen Meter weiter. Ich warf Riley einen wütenden Blick zu, er ignorierte mich jedoch seit einer gewissen Zeit und beobachtete angestrengt das Treiben auf dem Platz dahinter.
      „Riley“, sagte ich warnend, erntete jedoch nur eine unwirsche Geste von Riley. „Eli Riley!“, sagte ich nochmals und versuchte bedrohlich zu klingen, was jedoch aufgrund der klappernden Zähne nicht gelang.
      „Ich arbeite“, sagte Riley, ohne mich anzuschauen.
      „Das sehe ich nicht.“
      „Das habe ich nicht erwartet“, murmelte er. Ich wollte gerade etwas erwidern, als er sagte: „Die da, die ist es. Die ist nicht nur unheimlich scharf sondern auch talentiert.“ ich wollte ihn davon abhalten, er streckte jedoch seinen Arm über die Absperrung hinweg, pfiff einmal laut und schrie dann: „He du junges Mädchen mit den schokobraunen Haaren und dem ausgeprägten Gesäß! Ich will mit dir sprechen!“
      „Der ist nicht gefährlich!“, rief Vicky hinterher, die nun aufgehört hatte zu telefonieren. Ich schlug nur mit der Hand gegen die Stirn und hielt mich im Hintergrund. Wie konnte ich nur an diese Menschen geraten.

      Wenig später war Weihnachten. Wir hatten die Kerzen angezündet und saßen nach der Stallarbeit zum gemeinsamen Abendessen beisammen. Die Tagen waren stressig, aber Eli hatte recht behalten und Mary Ann war schnell unersetzbar geworden. Sie war selbstsicher und talentiert und wohnte die Woche über auf dem Hof, während sie die Wochenenden an der Küste bei ihrer Familie verbrachte. Sie war gekommen, einfach so, weil Riley sie gefragt hatte. Erst nicht, doch zwei Tage später hatte ein Taxi sie auf dem Hof abgesetzt und sie war nicht wieder gegangen.
      Im Hintergrund lief amerikanische Weihnachtsmusik aus dem Radio, das einzige, woran ich mich niemals gewöhnen würde. Der Weihnachtsbaum bestand aus einem Stück Holz mit Nägeln und daran hängenden verblassten Christbaumkugeln, doch hatte Bart das sonderbare Stück nicht weniger enthusiastisch geschmückt als die riesige Tanne vom letzten Jahr. Die Kerzen auf dem Tisch hüllten den Raum in einen heterotopischen Ort und es war das erste Mal, dass ich Weihnachten wirklich fühlte. Ich spürte die Sehnsucht, die das vergangene und das kommende Jahr versprach und all die Emotionen, die die Zeit gebracht hatte. Vielleicht lag es ein bisschen daran, dass vor wenigen Tagen ein Paket gekommen war. Der Absender stammte aus Deutschland, doch die Handschrift der aufgeklebten Notiz kam nicht von Charly, sondern von Malte. Wie gefordert hatte ich das Paket erst heute morgen geöffnet. Die Sonne war gerade aufgegangen, Bart ließ ich noch schlafen und zu einer Zigarette am Küchenfenster hatte ich das unscheinbare Paket erst länger betrachtet, bevor ich es zu mir holte. Ich wollte es nicht öffnen. Ich wollte alles hinter mir lassen und egal was es war, es bereitete mir Angst. Schließlich griff ich nach dem Messer in meiner Hosentasche und stach in die Pappe. Ich besiegte meine Angst, indem ich mehrere tiefe Schnitte in die braune Hülle stach, bis die Verpackung vollkommen zerstört vor mir lag. Nun blieb mir keine andere Chance mehr, der Inhalt lang unverpackt da, die Hülle war zerstört und meine Angst gebrochen. Jetzt war sowieso alles egal.
      Es war ein Fotoalbum, mit schwarzem Umschlag und schmucklosen Seiten. Dafür jedoch gefüllt mit bunten Bildern deren Flut und Lebendigkeit mich wahrlich überrollte. Ich schloss das Buch einige Sekunde und erst als ich wieder Luft den Raum betrat, öffnete ich es ein weiteres Mal. Diesmal jedoch vorsichtiger. Malte hatte viele Bilder gemacht. Vor allem von den Pferden, von der Natur und den Menschen, meinen Freunden. Ich sah Charly, Bart wuchs von Bild zu Bild, neue Pferde, neue Freunde, neuer Schritt.
      Die zweite Hälfte des Albums war leer. Ein Zettel klebte in einem der Fächer: „Für das Kommende, wenn die Vergangenheit später deine Stütze sein muss.“
      Eli betrat das Zimmer so eilig, dass ich das Album aus Reflex zuklappte und unter dem Sofa verstaute. „Sie kommt“, hatte er gesagt und ich war ihm nach draußen gefolgt.
      „Weinst du etwa?“ Eli holte mich ruckartig zurück in die Gegenwart.
      „Ich habe Vergangenheit ins Auge bekommen“, brummte ich und wandte mich wieder dem Teller zu. Die Musik drang mit einem Schlag wieder in mein Bewusstsein ein und es fiel mir schwer, entspannt zu bleiben. Als Eli den Blick von mir abwandte, wischte ich mir mit einer schnellen Bewegung über die Augen. Ich hatte nie geweint.

      „Du hast früher nicht geraucht, stimmt‘s?“ Eli hatte sich neben mich gestellt, doch mein Blick war auf die Einöde vor mir gerichtet gewesen, während ich tief den umnebelnden Rauch eingezogen hatte.
      „Möglich“, sagte ich, ohne Eli zu beachten, der sich neben mich auf den Stein mit dem Namen des Gestüts setzte.
      „Das ist ein falscher Weg“, sagte er tonlos und ich merkte, dass er gar nicht versuchen wollte, mich vom Gegenteil zu überzeugen.
      „Egal, Charly ist nicht mehr da.“
      „Liebe ist schon etwas kompliziertes“, sagte er und seufzte.
      Mein Kopf zuckte in seine Richtung. „Ich liebe sie nicht mehr“, sagte ich.
      Eli schüttelte jedoch den Kopf und grinste mich breit an. „Doch das tust du und je mehr du versuchst es dir auszureden, desto schlimmer wird es.“
      Mein Kopf wurde heiß. Die Zigarette landete vor mir auf dem steinigen Boden, wo sie auch liegen blieb. „Wolltest du irgendwas? Wenn nicht, dann lass mich einfach in Ruhe und mach deine Arbeit. Für etwas anderes bezahle ich dich nicht.“ Ich stand und ging mit großen Schritten zurück zum Gestüt.
      „Du liebst sie! Heute — morgen, egal wann, dein Leben lang. Ich weiß wovon ich spreche.“
      Ich blieb ruckartig stehen. „Lügner!“, brüllte ich zurück. „Du weißt gar nichts, GAR NICHTS!“ Meine Finger vibrierten und meine Gedanken setzten aus. Nur die angesammelte Wut sprach aus mir. Nicht die Wut über die Welt, sondern über mich. Ich wusste, dass ich niemanden hassen konnte, so sehr wie ich es versuchte, ich hasste nicht sie, sondern mich. Mich, einen niemand. Ich hasste niemand.
      Ein Lied erklang. Es tönte aus dem Stall, durchdrang das alte Bauwerk; den Stein und das Holz. Das Gestüt war gefangen im Klang der Melodie, die sich verzaubernd über es breitete und alles je gesehene mit ihrer zarten Kraft umhüllend, beschützend um sich schloss. Der Hof versank in diesem Lied und es wurde Frieden. Nur für einen Moment, aber dieser genügte, damit auch ich Frieden schließen konnte. Es war das Lied der friedlichen Weihnacht. Das unbekannte bekam seinen Namen, erhielt doch einen Platz in meiner neuen Welt und ich taufte sie „Song of Peace“, in der Hoffnung, dass sie es mir auf ewig spielen würde. In Gedanken klebte ich das erste Foto auf die erste leere Seite und es war das Bild des Weihnachtspferdes, das Frieden mit sich brachte.
      Als Barts singende Stimme die Melodie übertönte, wurde ich jäh aus meinem Gedanken gerissen und für einen Moment war ich fassungslos, wie sehr mich dieses Lied ergriffen hatte. Das Gefühl war verschwunden, der Gedanke des Friedens mit mir selbst verblasst und die Macht des Schicksals prasselte wieder auf mich ein. Doch eines sollte bleiben. Ich drehte mich zu Eli um, der noch immer einige Schritte hinter mir stand. „Das neue Pferd wird „Song of Peace“ heißen!“, rief ich bestimmend. Dann drehte ich mich um und lief in Richtung Haupthaus, weg von der Musik, weg von Erinnerung und Streit.

      Eli hatte das Pferd ausfindig gemacht gehabt. Als Teil einer Weihnachtsverlosung eines Jahrmarktes zwei Städte weiter, war es an einen unqualifizierten Mann mittleren Alter mit sichtbaren Alkoholproblemen gekommen. Sie war ungestüm und ihre nächsten Schritte nicht vorherzusehen. Eli hatte nachgeforscht und herausgefunden, dass die Stute keine Hengste an sich heranließ, jedoch nur zu diesem Zweck gekauft wurde. Es war ein ewiger Teufelskreis und diese Stute war versank immer mehr in der Rolle eines Problempferdes.
      Ich hatte es erst nicht haben wollen, der neue Besitzer verlangte einen unanständigen Preis, aber nachdem ich mit dem Tierschutz drohte, bekam ich das Pferd für läppische 500$. Es hatte keinen Namen, keine Abstammung, keinen Ausweis und keine Tierarztkontrolle. Wenige Stunden später war es bei uns und noch am selben Tag hatte ich einen Tierarzt gefunden, der sie untersuchte, impfte und uns sagte, dass alles in Ordnung sei. »Mit etwas Glück und Geduld kann sie vielleicht später auch zur Zuchtstute werden, aber ich will nichts versprechen«, sagte der in die Jahre gekommene Mann, während er sich ächzend vom Boden erhob. »Ein hübsches Pferd haben sie da.«
      Ich war an diesem Tag nicht fair zu Eli gewesen. Ich rang ihm das Versprechen ab, alle Kosten, die nicht geplant waren, für das Pferd bezahlen zu müssen und ließ ihn am Abend noch lange den Stall aufräumen. Ein Stück weit bereute ich die Entscheidung zu diesem Zeitpunkt und Eli war wieder das Opfer, das meine Launen aushalten musste.
      Als ich jedoch am Abend eigenständig noch einmal nach dem gemeinsamen Essen in den Stall ging und in die Augen des "Christmas Horse", wie sie Bart zu nennen pflegte, blickte, wusste ich, dass sie hier glücklich werden würde und einen Moment dachte ich auch das gleiche von mir.

      Die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr war eine sehr entspannte Zeit. Ich hatte mich damit abgefunden. Es würde zu Ende gehen, egal was ich tun würde und damit meinte ich nicht nur das Jahr. Doch danach, danach würde ein neues beginnen. So wie jedes Mal und ich würde wieder versuchen aufzublicken und nicht im Augenblick zu verweilen.
      »Lust auf einen letzten Ausritt dieses Jahr?«
      Ich blickte von dem Kalender mit der gesamten Planung für das nächste Jahr auf. Ich stand im Hauptstall und hatte mir bis eben Notizen gemacht, welche Dinge verändert werden mussten und wann das geschehen konnte. Mary Ann stand nun vor mir. Sie war um einiges kleiner als ich und mit ihrer offenen Art sofort zu allen zugänglich. Sie ließ sich von nichts einschüchtern, weder von mir, noch von der vielen Arbeit, die im neuen Jahr auf sie warten würden.
      Ich zuckte mit den Schultern. »Ich habe zu tun«, sagte ich.
      »Das können Sie auch auch noch danach tun«, sagte sie und griff meinen Arm. »Nun los! Das schöne Wetter wird nicht auf uns warten und Eli wartet schon.«
      Ich ließ mich widerstandslos mitziehen. Ich war müde und erschöpft und das seit vielen Tagen und Wochen. Immer nur müde. Ich konnte nicht mehr, die Last der richtigen und falschen Entscheidung lag festgebunden auf mir und ich bereute das vergangene und hatte Angst vor dem Kommenden. Ich fühlte mich in die Enge gedrängt; von mir, der Zeit und den Fehlern, die immer wieder vor meinem Auge auftauchten.
      »Was ist mit Bart?«, fragte ich Mary Ann. Sie hatte mich mittlerweile losgelassen und ich lief ihr nun freiwillig hinterher.
      »Der putzt gerade mit Eli Gweny.«
      »Und die soll er wohl alleine reiten, oder was?«, fragte ich und zog die Augenbrauen hoch.
      »Nein, Sie dummerchen!«, lachte Mary Ann und boxte mir gegen die Schulter. »Ich reite sie natürlich mit ihm zusammen!« Sie grinste mich breit an und drückte mir dann ein Halfter in die Hand. »So und nun los, holen Sie sich ein Pferd. In einer viertel Stunde soll es losgehen.«
      Sie winkte mir zu, verschnellerte ihre Schritte und verschwand zwischen den kahlen Bäumen, hinter denen der Nebenstall lag. Ich blieb einen Moment unentschlossen stehen und blickte auf das Halfter in meinen Händen.
      Eine viertel Stunde später stand ich mit der geputzten und getrensten Grenzfee vor dem Nebenstall. Mary Ann hob gerade Bart in den Sattel von Gweny, während Eli - Grenzfee wich erschrocken einen Schritt zurück, als ich sie mit zwei großen Schritten bis zu Eli zog und ihm die Trense aus der Hand schlug. »Spinnst du?«, schrie ich ihn an. »Nimm gefälligst ein anderes Pferd.«
      »He, Nico!«, sagte Eli abwehrend, schob mich ein Stück von sich weg und hob die Trense wieder auf. »Diese Stute ist zwar neu, aber nicht blöd.« Vollkommen entspannt versuchte er den Staub von dem Leder zu wischen, eine Spur blieb jedoch zurück.
      »Bring das Pferd zurück und hole dir eins, was deinem Niveau entspricht, Eli«, knurrte ich.
      Die Bemerkung traf ihn und ich merkte, wie er ein Stück von seiner hohen Position herabkletterte.
      »Ich kann das genau so gut!«, verteidigte er sich und trenste die Stute demonstrativ auf.
      Ich wollte gerade erneut anfangen Eli zurechtzuweisen, als Mary Ann dazwischen kam. »Nun ist aber gut Nico. Eli schafft das, er hat die letzen Tage fleißig mit Song gearbeitet und mir zugeschaut. Vertrauen Sie ihm.«, sagte sie und drückte mir mit einem letzten Blick einen Helm in die Hand.
      »Den brauche ich nicht!«, rief ich. »Ich kann reiten.«
      »Das weiß ich, trotzdem setzten Sie ihn auf!«, rief Mary Ann zurück und kletterte hinter Bart auf den Sattel.
      Ich knurrte und blickte dann wieder Eli an. »Das ist die einzige Chance, die ich dir gebe«, sagte ich und stieg dann selbst in den Sattel.
      Eli war in meinen Augen kein geschickter Reiter. Er übte viel und versuchte sein Bestes, aber Mary Ann war einfach ein Naturtalent und das musste er endlich einsehen. Sie war jung und einfühlend, mit dem richtigen Maß an Schärfe, dass bei den schwierigen Pferden auf dem Hof von Nutzen war. Sie konnte es einfach, lernte ohne es zu wollen und erzielte die besten Erfolge auf dem Rücken der Pferde.
      Der Ausritt blieb trotzdem gemütlich. Eli hatte die hübsche Wunderstute Song of Peace mit der ständigen Hilfe von Mary Ann gut im Griff. Immer wieder sah ich, wie Mary Ann versuchte, Eli Tipps zu geben und immer wieder verstohlene Blicke zu mir warf. Ich ließ mich etwas zurücktreiben und Grenzfee unter mir genoss den langsamen Spaziergang sichtlich. Entspannt hatte sie den Kopf gesenkt und roch links und rechts immer wieder an Baum und Strauch. Bart lachte laut auf und auch Eli und Mary Ann stimmten mit ein. Grenzfee zuckte nur kurz mit den Ohren, doch Song machte einen Ausweichschritt zur Seite und blieb mit überkreuzten Beinen am Wegesrand stehen. Das Lachen hörte schlagartig auf, Eli warf einen Blick zu mir und brachte die Stute dann jedoch wieder zurück auf den Pfad. Von da an ließ auch er sich etwas zurückfallen und konzentrierte sich mehr aufs Pferd, als auf die Geschichten, die Mary Ann Bart zu erzählen wusste.
      Wenig später hatte sich die Konstellation geändert. Ich hatte mit Grenzfee zu Mary Ann, Bart und Gweny aufgeholt, während Eli und Song hinter uns ritten. »Ich werde wohl nach ein paar guten Reitbeteiligungen Ausschau halten müssen. Die Pferde brauchen mehr Bewegung«, sagte ich zu Mary Ann.
      Sie nickte zustimmen. »Wenn ich über das Wochenende nach Hause fahre, kann ich mich dort mal umhören. Ich kenne noch ein paar Freunde von früher, vielleicht haben die Interesse.«
      »Ich möchte nur die besten«, sagte ich. »Ich vertraue dir.«
      »Natürlich«, sagte Mary Ann. Bart begann zu kichern und wir schauten beide auf ihn herab. »Was ist denn daran so witzig?«, fragte Mary Ann lachend.
      »Du klingst wie der Auftraggeber Dad und Mary wie ein Auftragskiller!«, wieder lachte er und Mary Ann musste ihn festhalten, damit er nicht vom Pferd fiel.

      Als es Abend wurde, Mary Ann war bereits nach Hause gefahren, auch Eli würde das Wochenende bei seiner Schwester verbringen und Bart lag im Bett, ließ ich mich erschöpft in den Sessel fallen. Ich schloss meine Augen und dachte an das vergangene Jahr.
      Als ich die Augen jedoch wieder öffnete, fiel mein Blick auf den leuchtende n Knopf des Festnetztelefon, das in dieser Einöde nötig war, da hier ansonsten kaum Möglichkeiten von Empfang bestanden. Ich streckte meinen Arm aus, drückte eine Taste und ließ mich wieder in den Sessel gleiten. »Sie haben eine neue Nachricht«, sagte das Gerät, dann piepte es einmal laut und eine mir bekannte Stimme sagte: »Hey Nico. Ich konnte dich vorhin leider nicht erreichen, aber rufe mich doch einfach mal zurück. Viele Grüße und schonmal ein schönes neues Jahr, falls wir uns nicht nochmal hören.«

      29-12-2017 | 41.148 Zeichen | Canyon
    • Wolfszeit
      02.2017|Friese
      Dressur A → L
      Heute durfte ich mal wieder mit Elena zu einem Auftrag fliegen. Sie hatte vor ein paar Wochen bereits bei Kira eine Stute trainiert, aber dieses Mal standen gleich vier Pferde auf der Liste. Zum einen Valentine’s Candy Fireflies und Daisy Dee, welche ich trainieren soll und zum anderen ZM’s Zanaro und Lady Moon, diese sollten von Elena trainiert werden. Sie kannte die Pferde schon, ich jedoch noch nicht. Genauso wenig wie ich Kira kannte. Am Hof angekommen wurde ich sehr freundlich von ihr begrüßt. Wobei ich eigentlich von keinem meiner bisherigen Kunden unfreundlich begrüßt worden war, höchstens ein bisschen gestresst. Kira führte mich auf dem Stall herum, während Elena den Koffer auf unser Zimmer brachte. Ich begann gleich damit mir Valentine’s Candy Fireflies aus der Box zu holen. Ich putze ihn und klopfte schließlich seinen Hals. Als nächstes holte ich das Sattelzeug und platzierte es auf seinem Rücken. Ich bandagierte seine Beine und trenste ihn auf. Ich klopfte nochmal seinen Hals und ging mit ihm und Kira zum Platz. Elena machte in der Zwischenzeit Lady Moon fertig. Ich ritt den Hengst warm und klopfte seinen Hals. Danach begann ich mit dem ersten Kennenlernen des Hengstes. Kira hatte mir einiges über den Holsteiner erzählt. Dies konnte ich nun im Training wieder gekonnt anwenden. Ich ritt ihn warm und begann dann die Grundlagen abzufragen. Diese schienen bei ihm trotz seines jungen Alters schon gut zu sitzen. Ich lobte ihn immer wieder und ritt ihn dann ab. Elena war in der Zwischenzeit mit Lady Moon auf den Platz gekommen und hatte sie auch warmgeritten.

      Zur gleichen Zeit aus Elenas Sicht:
      Während Kira und Simon zum Reitplatz gegangen waren, putzte ich Lady Moon und klopfte ihr immer wieder den Hals. Ich sattelte und trenste sie. Schließlich ging auch ich mit ihr auf den Platz. Dort stieg ich auf ihren Rücken und ritt sie warm. Die Grundlagen hatte ich schon bei meinem letzten Besuch abgefragt und so konnte ich gleich mit dem Training anfangen, während ich dies machte ritt Simon fertig ab und brachte dann den Hengst, welchen er geritten hatte, wieder in den Stall. Ich verpasste in der Zwischenzeit der Stute die letzten Feinschliffe auf A-Niveau. Ich klopfte ihr danach den Hals und ließ den Zügel lang. Sie hatte sehr gut mitgemacht und ich belohnte sie nach dem Reiten dafür mit einem Leckerlie. Ein weiteres Mal klopfte ich ihren Hals und führte sie dann auch in den Stall. Ich band sie vor der Box an und machte sie schließlich auch für die Weide fertig. Simon und Kira waren schon auf dieser und hatten Fireflies dort wieder laufen und fressen lassen. Ich stellte Lady Moon in Ruhe ab und nahm mir dafür ZM’s Zanaro mit. Ich klopfte dem Hengst den Hals. Wir kannten uns bereits und so konnte ich heute gleich mit dem Training anfangen. Ich putzte ihn als erstes und ging dann zum Platz. Simon war bereits voll im Training drinnen. Seine Stute Daisy Dee trabte brav unter ihm und nahm alle Hilfen an, welche er ihr gab. Er ritt alle erforderlichen Bahnfiguren der E-Lektion. Nachdem er damit auch fertig war und ich und Zanaro einige der Aufgaben der A-Lektion nochmal geübt hatten. Ich klopfte dem Hengst den Hals und ritt ihn ab. Während ich damit beschäftigt war, brachte Simon Daisy Dee auf die Weide. Ich brachte den Hengst nachdem er trocken war auch auf diese. Ich räumte seine restlichen Sachen auf.

      Aus Simons Sicht:
      Nach dem Training hatte ich Daisy Dee auf die Weide gebracht und war danach duschen gegangen. Als Elena auf unser Zimmer kam, räumte ich bereits unsere Koffer aus. Sie ging auch noch duschen und machte sich ein bisschen frisch. Wir wollten heute Abend noch eine Kleinigkeit essen gehen und hatten uns dafür Kiras Wagen leihen dürfen. Ich zog mich um und Elena war auch bald fertig. Wir fuhren in die Stadt und fanden ein kleines, süßes Restaurant. Nach dem Essen fuhren wir wieder auf den Hof und bedanken uns noch bei Kira. Der Abend war sehr schnell vorbeigegangen und wir gingen jetzt ins Bett.

      Die nächsten Tage aus Simons Sicht:
      Das Training in den nächsten Tagen wurde von Mal zu Mal besser. Sowohl mit Candy Fireflies als auch Daisy Dee lief es immer besser. Beide nahmen die Hilfen besser an und die Aufgaben wurden von Tag zu Tag sicherer. Einmal in der Woche hatte jedes der Pferde einen Tag Pause. Bei Daisy Dee war dieser Tag Mittwoch und bei Candy Fireflies war es Freitag. Dadurch, dass sie bei der Dressur nicht so viel Ausdauer brauchten wie bei der Distanz und viele Aufgaben von der Hand aus nicht zu üben waren, trainierten wir nur einmal am Tag. Dadurch dauert alles natürlich auch ein bisschen länger und ich musste meinen Trainingsplan nochmal verändern. Dies sprach ich mit Elena und Kira ab. Sie waren beide damit einverstanden, denn auch Elena musste das Training um ein paar Tage verlängern. Die Pferde machten zwar super mit, aber so aufnahmefähig wie wir dachten, waren sie scheinbar doch einfach nicht. Das Überfordern der Pferde nur um schneller weiter zu kommen war auch keine Lösung, denn dadurch mussten wir die Übungen nur öfter wiederholen oder die Pferde wurden bockig. Das war uns von Anfang an klar gewesen. Schließlich gehört dies zum kleinen 1x1 der Ausbilder. Wir hingen den überarbeiten Plan aus und sowohl Elena als auch ich schrieben uns einige Details auf.
      Die Übungen wurden von Mal zum Mal besser und hin und wieder hatte man das Gefühl der Tag war wie im Flug vorbei. Meistens dachte ich jedoch die Zeit dauerte noch viel zu lange bis wir wieder daheim waren. Dies lag aber wahrscheinlich nur daran, dass mir unsere eigenen Pferde doch auch sehr fehlten. Ich übte mit Candy Fireflies und Daisy Dee sowohl die erforderten Gangarten, Bahnfiguren als auch Lektionen. Candy fiel der Arbeitstrab um einiges leichter als Daisy Dee. Ihr hingegen fielen die Volten leichter. Sie bog sich besser und ließ hierbei mehr los als der Hengst. Das Halten aus dem Trab wurde auch immer besser. Sie blieben beide geschlossener stehen, als anfangs und die Schlangenlinien wurden auch immer präziser. Alles in allem nahmen die beiden die Hilfen besser an und am Ende konnte ich alles Lektionen, Bahnfiguren und Gangarten abrufen, welche für das Turnier notwendig waren.

      Aus Elenas Sicht:
      Ich war der Meinung, dass die Tage immer schneller vergingen, aber Simon war nicht dieser Meinung. Ich übte jeden Tag mit beiden Pferden, außer an den Tagen an welchen sie einmal die Woche Pause hatten. Der versammelte Trab und Galopp funktionierte immer besser sowohl bei ZM’s Zanaro als auch Lady Moon. Auch die Bahnfiguren wurden immer genauer und der Außengalopp klappte bei Lady Moon mittlerweile auch gut. Zanaro und ich harmonierten auch sehr gut miteinander. Das Training wurde von Tag zu Tag besser und wir kamen immer näher an das geforderte Niveau. Ich klopfte den beiden in der Früh die Hälse und machte als erstes Lady Moon für das Training fertig. Simon stand neben mir und machte Candy Fireflies fertig. Wir gingen zusammen zum Platz und ritten dann beide Pferde warm. Kira stieß zu uns und wir ritten die Kür vor. Ich klopfte Lady Moon den Hals nachdem wir fertig waren und ich ritt sie ab. Simon zeigte ein paar Aufgaben, welche nicht in der vorgerittenen Kür gefragt waren. Ich stieg vom Rücken der Stute und brachte sie auf die Weide. Dies war unser letztes Training gewesen und so verabschiedete ich mich noch von ihr. Als nächstes holte ich Zanaro und ritt auch ihn warm. Simon hatte die Aufgaben beendet und war bereits mit Fireflies auf der Weide. Auch er verabschiedete sich. Kira war bei mir auf dem Platz geblieben und sah mir nun beim Vorreiten von ZM’s Zanaro zu. Ich lobte den Hengst oft und er folgte brav auf die Hilfen. Hin und wieder hatte er noch leichten Beinsalat, aber er wusste was er machen sollte. Das weitere Training wurde Kira auch in aller Ruhe schaffen. Simon kam mit Daisy Dee auf den Platz und ritt sie warm. Danach führte auch er sie vor und präsentierte das neuerlernte. Ich ritt in aller Ruhe Zanaro ab und brachte ihn auf die Weide. Er bekam auch eine herzliche Verabschiedung und ich sah Simon noch beim Abreiten zu. Er brachte Daisy Dee auch auf die Weide und sagte auch ihr auf Wiedersehen. Wir stellten Kira noch die Zertifikate aus, gingen duschen und machten uns für unseren Nachtflug bereit. Kira würde uns zum Flughafen bringen und wir hatten noch ein paar Stunden Zeit bis dahin. Diese wurden mit ein bisschen Entspannung verbracht, da die Arbeit auf Kiras Gestüt ja getan war.
    • Wolfszeit
      24.05.2018|Wolfszeit
      ALTE BEKANNTE, TEMPRAMENTVOLLE GÖTTER & PFEFFERMINZE
      Luchy| Ich schrecke auf, weil es sehr laut klingelte neben meinem Ohr. Ich tastete nach meinem Handy und schaute darauf. „Götter mit Pfeffer abholen <3“. Etwas verwirrt wischte ich über das Display und der Wecker verstummte. „Was ist den Schatz?“ ertönte eine verschlafene Stimme neben mir. Ich drehte mich zu ihm und küsste ihn. „Ich muss gleich los die vier neuen Pferde abholen“. Colin zog mich an sich heran. „Und was ist, wenn ich dich nicht gehen lasse?“ raunte er mir mit seiner herrlich rauen Stimme ins Ohr. „Dann wird Jamie wohl sehr enttäuscht sein, das sein Pferd nicht auf den Hof kommt“ Ich küsste ihn noch einmal „Nutz die Zeit solang Aleen noch schläft“. Ich schälte mich aus dem Bett und nahm die Kleider vom Stuhl die ich gestern dort schon bereitgelegt hatte und ging ins Bad um mich zu duschen. Als ich angezogen und fertig gestylt war ging ich rüber zum Unterhaus um Jamie zu holen. Der Schotte war schon seit ca. einer Woche auf der Ranch und hatte sich mit dem Araber Hengst What’s Happen In The Dark angefreundet. Heute wollten wir allerdings seine Highlandponystute Ursel- Dei Bäringötting und noch 3 Hengste abholen.Es dauerte nicht lange bis wir im Auto saßen den Hänger hatten wir gestern schon fertig gemacht und angehängt.
      „Was sind das eigentlich für Pferde die wir noch abholen?“ fragte Jamie. „Einmal wäre da ein super schicker Hannoveraner Hengst. Er heißt Lancasters Peppermint, ein Balck Apaloosa, 3 Jahre jung und noch Roh. Großmutter ist meine Cassini’s Girl und Mutter ist Code of Mystic Girl. Er kommt aus hier aus Kanada.“. „Das kling ja interessant. Wer hat die ehre ihn einzureiten?“, fragte Jamie amüsiert. „Na ich natürlich“. Dann haben wir noch einen naja man könnte sagen alten Bekannten. Royal Champion stammt ursprünglich aus unserer Zucht. Der kleine Mann ist inzwischen 4 Jahre alt und noch hübscher als er als Fohlen war. Und der dritte im Bunde ist Zanaro. Ein wunderschöner Vollblut Hengst. 7 Jahre alt super Stammbaum einfach ein Traum.“ Ich begann über die Hengste zu schwärmen und nach 5 Stunden waren wir dann auch am Flughafen angekommen. Wir mussten noch circa eine Stunde warten in der wir erst einmal frühstückten. Als dann endlich die Pferde kamen verluden wir die vier und machten uns auf den Rückweg.
      Um 3 Uhr nachmittags waren wir wieder auf der Ranch. Dort luden wir erst Champion und Zarano aus und ließen sie zusammen auf die kleine Hauskoppel. Peppermint bekam ein abgetrennten teil der Hauskoppel da er die anderen beiden Hengste noch nicht kannte. Da Cassi, Voilá und Cremella und die Esel gerade auf der Koppel standen durfte Ursel gleich erst einmal in Ruhe ihren Auslauf erkunden. Die Stute wälzte sich erst einmal im Sand und erkundete dann den Auslauf. Als ich sah das die Hengste friedlich nebeneinander grasten holte ich Little Buddy von der Koppel.
      Ich packte ihm das Sidepull drauf und schwang mich auf seine Rücken, was bei einem 170 m großem Hengst nicht gerade einfach ist. Ich ritt mit ihm eine gemütliche Runde im Schritt zum Campingplatz wo Vicky uns begeistert begrüßte. Am Campground machten wir eine kurze Pause wo Vicky sich begeistert um Buddy kümmerte. Nach unserer Rückkehr entließ ich den Hengst wieder auf die Koppel und begab mich ins Haus.
      Dort wurde ich schon von Colin mit Aleen erwartet. „Na meine süßen? „sagte ich und küsste Colin bevor ich Aleen nah die mir freudig ihre Ärmchen entgegen reckte. Während Colin in den Stall verschwand setzte ich mich mit Aleen auf die Terrasse von der aus man die Hengste auf der Koppel sah. Als Aleen eingeschlafen war, war es auch Zeit die Pferde wieder reinzuholen. Ich brachte Aleen in ihr Bettchen und begann mit den anderen die Pferde von der Koppel zu holen. Als alle Pferde in ihren Boxen und Ausläufen standen schaute ich noch kurz beim Hallenauslauf vorbei. Ursel, oder von Jamie auch liebevoll Bärin genannt, stand mit den anderen Pferden, Ponys und Eseln am Heu und fraß zufrieden. Zurück im Haus aßen Colin, Sheena und ich zusammen zu Abend. Vor dem zu Bett gehen sahen Colin und ich noch einmal gemeinsam nach Aleen, die friedlich schlief. Im Bett redeten wir noch kurz über unseren Tag. „Ich liebe dich Luchy“ raunte mir Colin zu. „Ich liebe dich auch „flüsterte ich und küsste ihn. „Träume süß meine Liebste“. Danach kuschelte ich mich in Colins arme und begleitet von seinem leisen regelmäßigem atmen schlief ich ein.

      740 Wörter
      25.08.2018| Wolfszeit
      My Horses & Me
      Lina| Hallo meine lieben Pferdefreunde. Ich begrüße euch hier auf meinem Kanal zu meinem ersten Video. Ich bin Lina bin 22 Jahre jung und im Hintergrund seht ihr das Whitehorse Creek Stud. Das Gestüt liegt im wunderschöne Alberta, Wildhorse Wildland. Es unterliegt der Leitung von Luchy Montrose & Colin Blackburn. Die Ranch aus dem 19 Jhd. Vor 3 Jahren begann dann die Renovierung und er Umbau. Es wird ein Video folgen indem ich noch einmal genau zeige wie es vorher aussah und wie es jetzt aussieht und dann erläutert ich euch nochmal die Geschichte der Ranch. Aber jetzt genug von der Ranch. Ich arbeite hier als Bereiter das heißt ich arbeite mit vielen verschiedenen Pferden die ich euch jetzt Vorstelle.
      Und zwar beginnen wir bei der kleinsten im Bunde. Cremella ist eine 6-jährige Shettystute. Sie ist ca. 90 cm groß und wird als Reitschulpony eingesetzt. Cremy ist eine liebe und ruhige Stute. Sie liebt Kinder und ist das perfekte "Kinderpony", aber nur bei Kinder die respektvoll mit ihr Umgehen sonst kann sie auch mal biestig werden. Allerdings kann Melly auch ein kleiner Esel sein. Aktuell arbeiten wir am Langzügel an der Gehorsamkeit in der Reitbahn, da sie dazu neigt die Kinder auch schon mal zu verarschen. Nebenbei lernt sie auch noch aktuell das Kompliment. Auch wenn das Pony durch und durch wie eins aussieht hält Creamy sich manchmal anscheinend für einen Hund denn die folgt einem auf dem Paddock, auf der Weide eigentlich überall, kommt meistens, wenn man sie ruft und spielt auch gerne mit den bellenden „Artgenossen“. Allerdings merkt man dem kleinen Cremello seine Liebe zu Futter an, da sie doch einen Kugelbauch mit sich rumträgt. Ich blende euch noch ein Bild von ihr ein. Dort sieht man sie mit Ursel man sieht sie auf dem Auslauf selten ohne Ursel und Baroness.
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      Die nächsten Ponys ist ebenfalls eine Shettydame. Die 1,01 m große Voilá ist 8 Jahre alt und wird ebenfalls in der Reitschule eingesetzt. Bei ihr trifft der Spruch 'Klein aber oho' gut zu. Sie ist eher der Kandidat für die etwas mutigeren Kinder. Die Stute kuschelt zwar für ihr Leben gern aber beim Reiten erweist sie eher weniger Geduld. Solang der oben drauf alle richtig macht und sie im Auge hat zeigt sie das sie ein gut erzogenes Pony ist. Sobald allerdings die Aufmerksamkeit eine Sekunde verschwindet nutzt sie häufig die Gelegenheit und macht was sie will. Voilá beherrscht viel Dinge wie Kompliment, knien, liegen, steigen und vieles Mehr. Bei ihr arbeiten ich gerade am Sitzen und an der Sommerfigur. Hier folgt ein Bild von Voilás erstem Tag auf der Ranch wo sie sich gleich mit der inzwischen pensionierten Zuchtstute Cassini’s Girl angefreundet hat.
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      Das nächste Pony ist schon so groß das ich es tatsächlich reiten kann. Caruso stammt aus den Pineforest Stabels von Ocuulta Smith und ist ein New Forest Pony. Von Ihr haben wir inzwischen einige Pferde im Stall stehen und auch Voilá wohnte dort zwischenzeitlich. Caruso ist mit seinen 4 Jahren inzwischen auf eine Größe von 1,45 m gewachsen. Er zeigt sich schon jetzt sehr energievoll und verspielt, ist im Umgang jedoch ein absolutes Traumpony. Er wird gerade eingeritten und man sieht jetzt schon sein Potenzial für die Vielseitigkeit. Aktuell logieren wir noch sehr viel und reiten maximal einmal in der Woche. Allerdings macht der kleine Hengst sich prächtig. Das Bild zeigt ihn nach der Eingewöhnungszeit das erste Mal auf der Hengstkoppel.
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      Als nächstes folgt der einzige Spanier des Hofes. Lady Swan ist eine 6-jährige Andalusier Stute. Die hübsche weiße Stute hat ihren Namen verdient. Sie ist eine wahre Schönheit. Swan ist sehr temperamentvoll wodurch sie nicht für Anfänger ist. Leider hat sie als Fohlen und Jungpferd schlechte Erfahrung in Spanien gemacht, wodurch sie sehr ängstlich ist. Sie wurde wie dort üblich mit der Sereta ausgebildet weshalb sie sehr empfindlich auf dem Nasenrücken ist. Mit Swan arbeite ich momentan am Galoppwechsel was schon ganz gut funktioniert. Das Bild zeigt sie mit Luchy auf dem Platz.
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      Nun kommen wir zum neusten „meiner“ Pferde, Zanaro. Der 166 cm große Vollbluthengst ist 7 Jahre alt und vielversprechend. Zany ist ein liebevoller Kerl, der sehr umgänglich ist, sowohl mit seinen Artgenossen als auch mit seinen Menschen. Der Hengst lässt sich super händeln. Mit ihm arbeite ich aktuell an seiner Ausbalanciertet, da er gerade über dem Sprung Schwierigkeiten hat. Das Bild zeigt Zany beim Spielen auf der Koppel und ist noch beim Vorbesitzer entstanden.
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      Lancasters Peppermint kam zwar mit Zanaro auf dem Gestüt an ist aber 4 Jahre jünger. Aktuell ist der Hannoveraner 1,65 m groß. Seine Großmutter ist Cassini‘s Girl was auch ein Grund war weshalb er auf den Hof kam. Die geduldige Ader durfte er zum Glück von seinem Vater erben, da seine Mutter etwas energiegeladener unterwegs ist. Er kann zwar auch mal los sausen aber kriegt sich schnell wieder ein und wird dies auch genauso beim Reiten machen. Pepper ist genauso liebenswert und sanft wie sein Vater und besitzt wahres Turnierpotenzial besitzt. Der kleine Hengst wird momentan vom Boden ausgearbeitet und darf noch ein wenig seine Kindheit genießen. Das Bild zeigt den Hengst mit seinem besten Freund auf der Koppel.
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      Last but not Least kommen wir zu Promise Of Sundance. Die 11 – Jährige Stute ist 1,70 m groß. Die Hannoveranerstute ist einfach ein Traum. Sie ist freundlich und offen für alles. Promise würde nie losrennen oder buckeln. Daher ist sie gerade bei unseren Anfängern sehr beliebt. Mit der Stute arbeiten wir viel an der Dressur. Das Bild zeigt Sundance bei der Dressur auf dem Platz mit Luchy.
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      So schreibt in die Kommentare ob ich euch auch die anderen Pferde der Ranch noch Vorstellen soll. Gibt einen like wenn es euch gefallen hat und abonniert auch gerne. Vielen Dank fürs Zuschauen.
    • Wolfszeit
      24.04.2019| Wolfszeit
      Notfallpflege für Acerado, Legolas, Lady Swan, ZM' Zanaro, Elf Dancer, Saturn, All Hope Is Gone, BS' Little Snowwhite, PFS' Artic Tiger, Captain Morgan, Aschenflug, Wo der Wolf Heult, Osgiliath, Cremella und Miss Griselda Braun
      Heute hatte ich nicht viel Zeit. Ich fütterte erst alle Pferde, bevor ich sie alle nacheinander auf die Weide stellte. Als alle Pferde auf der Koppel standen miste ich die Boxen von Acerado, Legolas, Lady Swan, ZM' Zanaro, Elf Dancer, Saturn, All Hope Is Gone, BS' Little Snowwhite, PFS' Artic Tiger, Captain Morgan, Aschenflug, Wo der Wolf Heult, Osgiliath, Cremella und Miss Griselda Braun aus. Als alle Boxen sauber waren äppelte ich noch die Koppeln ab. Abens holte ich alle Pferde wieder rein.
      03.10.2019|Wolfszeit & Laraya
      Von Umzügen, unausprechlichen Namen und Märchenpferden
      Pflegebericht für: Little Buddy,PFS’ Artic Tiger,WHC’ Jaydeen, Black Lady, Elvish Beauty, Baroness Of The Guard, Nathalie, Finest Selection, Vakany, Amigo,BOS Cocobreeze, BOS Lavendeltanz, BOS Gacy, BOS Schneefürstin, BOS Ghost, BOS Nandor, Nurja, Balisto, Lilli vom Hirschberg,Torashko, Ases Maskwamozi, Mystic Fantasy Dahlia, Avicii, Liliada,Mini Cookie, BS’ Little Snowwhite, Ardehel, Osgiliath, ZM's Zanaro, Aschenflug, Wo der Wolf Heult, PFS'Caillean, Delyx

      Tag 1, Sonntag

      Luchy| Ich war gerade dabei für Jace die letzten Pferde auf die Koppel zu bringen, da er mit Alec und Anu die Sachen zusammen packte, die wir noch in der neuen Außenstelle benötigten. Ein älterer Herr war vor ein paar Monaten zu uns gekommen und hatte gefragt, ob wir noch einen kleinen Stall benötigen könnten, da er einen kleinen Hof, ca. eine halbe Stunde entfernt, hatte den er nicht mehr bewirtschaftete. Er hatte uns erzählt, dass er es schade fände, wenn der Hof ungenutzt sein würde und er wolle uns den Hof schenken unter der Bedingung das er noch dort Leben dürfe bis zu seinem Lebensende und wir uns um seine verblieben Pferde kümmerten, da er das selbst nicht mehr gut schaffen würde. Es waren drei Kaltblüter. Ein alter Wallach und eine 11-jährige Stute mit ihrem Jährling. Natürlich waren wir dort hingefahren und hatten uns den Hof angeschaut. Es war ein netter älterer Hof mit ca.20 Paddockboxen und einer menge Weideland. Der Hof war zwar schon älter, aber bis auf kleinere Baustellen war er in einem sehr guten Zustand. Nach einigem Überlegen, hatten Colin und ich beschlossen, dass das die Gelegenheit gäbe Anu und Alec mehr Verantwortung zu geben. Schließlich waren beide zur Ausbildung zu uns gekommen. Alec war auch fertig mit seiner Ausbildung und Anu immerhin im letzten Lehrjahr. Somit werden Anu und Alec jetzt die Juniorchefs für die Außenstelle. Natürlich werden ich und Colin regelmäßig nach den Rechten sehen und den beiden immer mit Rat und Tat zur Seite stehen. Auch Mr. Murray hatte gesagt, er würde gerne etwas Helfen, gerade wenn es um Finanzen und Verwaltung geht, würde er gerne helfen. Der Hof trägt den Namen Stàballan madadh-allaidh, was schottisch ist und soviel heißt wie Wolfcreek Stabels.


      In die Stàballan madadh-allaidh werden alle Vollblüter, AMHs und Mini Cookie ziehen. PFS‘ Arctic Tiger und Little Buddy werden allerdings bei uns bleiben. Zusätzlich dazu das ein paar Pferde umziehen werden, würden auch ein paar neue Pferde einziehen. Allerdings nicht für mich, sondern Pferde von Laraya Shizuka. Laraya ist eine Züchterin die nur ca. zwei Stunden entfernt einen Hof eröffnet hat. Ich habe ihr im Zuge einer Zusammenarbeit angeboten ein paar Pferde bei mir einzustellen, gleichzeitig würde auch einer ihrer Mitarbeiter mit den Pferden einziehen. Außerdem hat unser Jährling WHC‘ Jaydeen ein gutes Zuhause bei ihr gefunden.


      Ich brachte nun Black Lady auf die Koppel. Statt von einem weißen Pferd wurde sie allerdings von einem Braunem begrüßt. Elvish wurde gestern nach dem Training gewaschen und hatte sich gewälzt. Da heute alle Pferde frei haben wurde sie aber auch nicht geputzt. Auf der Koppel nebenan Wälzte sich gerade die Fellponystute Baroness Of the Guard, da Jamie gerade vom Ausritt wieder gekommen war. Nathalie, die Scheckstute die eine Koppel weiter stand, tobte gerade mit Grisi über die Koppel, während der Rest ihrer Herde unter dem Bäumen döste. Als letztes holte ich noch Finest Selection, die schon von Vakany erwartet wurde. Ich machte mich auf den Weg zu den anderen und ging dabei noch am Oberhausauslauf vorbei. Ich freute mich dass die einzigen Zwei kleinen Ponymännner Amigo und Tiger sich trotzdem in ihrer Herde wohl fühlten.


      Alec| Wir hatten geraden das Auto bzw. den Hänger fertig gepackt. Heu und Stroh ließen wir von einem örtlichen Bauern liefern. Das Kraftfutter und das Sattelzeug hatten wir, so weit wir es nicht brauchten, schon dorthin gebracht, genauso wie einen neuen Sattel für die Tinkerstute, da ihr alter Sattel leider in einem sehr schlechten Zustand war bzw. nicht mehr passte, da sie wohl stark abgebaut hatte, genauso wie der ein oder andere Ausrüstungsgegenstand der ausgetauscht werden musste. Jetzt brachten wir noch das restliche Sattelzeug hin. Luchy würde demnächst den Sattel der Stute anpassen wie auch das restliche Zubehör überprüfen und bei Bedarf aus ihrem Zubehörladen ersetzen. Der alte Wallach von Mr. Murray war ein wenig empfindlich auf Staub, deshalb brauchten wir noch ein paar Ballen Späne. Nachdem alles gepackt war. Machte Anu sich auf die Suche nach Luchy. Jace und ich wollten heute noch die restlichen Sachen rüber Fahren und die Boxen vorbereiten bzw. Mr. Murray mit seinen Pferden helfen. Ich freute mich regelrecht auf den Umzug, da Luchy erlaubt hatte, das Magnus auf den Hof ziehen dürfe. Und da der Hof näher an einer Stadt lag, hatte Magnus zugestimmt mit einzuziehen, allerdings würde er erst in ca. einem Monat einziehen, wenn sich der Alltag bei uns halbwegs eingespielt hatte.


      Anu| Ich fand Luchy schließlich bald bei den Ponys. „Luchy, die Jungs fahren jetzt rüber und wollen noch die Boxen fertig machen“. „Super, dann werden wir beide jetzt die Ausläufe abtrennen, das wir die Pferde von Laraya erst einmal eingewöhnen können. Ich und Luchy bereitet also die Ausläufe ab und widmeten uns dann noch anderen Dingen.


      Tag 2, Montag


      Luchy| „Guten Morgen“, rief ich schon, als ich in die Küche kam. „Guten Morgen Schatz“, sagte ich zu Colin und gab ihn einen Kuss. Sheena hatte schon Kaffee gemacht und hatte ein wunderschönes Frühstück angerichtet. Ich nahm mir einen Kaffee und setzte mich an den Tisch. „Colin kannst du heute zu Laraya fahren und die Pferde abholen? Und nimm bitte Quinn mit ich glaube die Esel, besonders Darragh, brauchen mal eine Trickpause“. Nach kurzer Zeit kam Jamie auch zum Frühstück. Er war wie so häufig schon vor dem Frühstück eine kurze Runde Ausreiten gewesen. „Gut das du kommst Jamie. Da ich heute Alec und Jace beim Umziehen der Pferde helfe und Colin die neuen Pferde holen geht, hast du heute mal die Aufsicht. Ich denke, du schaffst das, es weiß ja eigentlich jeder was er zu tun hat.“


      Colin| Nach dem Frühstück suchte ich Quinn und zusammen machten wir den Transporter fertig. Wir mussten insgesamt vier Pferde transportieren. Vier passen in den Transporter und für zwei wollte Laraya den Transport Organisieren. Wir checkten noch, ob die Hauskoppel so weit eingeteilt war das wir die Pferde eingewöhnen können und machten uns auf den Weg zu Laraya. Dort angekommen parkten wir erst einmal auf dem Parkplatz, da ich nicht wusste,, wo Laraya die Pferde gerne verladen wollte.


      Laraya| Als der Hänger von Colin auf dem Parkplatz zu stehen kam, ging ich schonmal hin während Liam und Catherine die Stuten holten. Ich begrüßte Colin mit einem freundlichem Händedruck und sah mir kurz den Hänger an. “Catherine und Liam holen schon mal die Stuten, die Hengste bringe ich mit Catherine hinterher. Sie wird dann bei euch bleiben für die Pferde, da Sie hier immer für 3 der Ponys zuständig war und euch über die 6 alles wichtige Erzählen und zeigen wird.”, erklärte ich kurz. “Coco wird etwas schwer beim Verladen sein aber die anderen sind alle sehr friedliche Mitfahrer.”


      Catherine| Ich nahm mir Gracy und Schneefürstin während Liam Lavendeltanz und Cocobreeze nahm und so liefen wir zum Hänger. “Bist du aufgeregt?”, fragte mich Liam und ich grinste. “Nein nein, nur sehr gespannt wie es dort wird.”


      Liam und ich verluden bis auf Cocobreeze alle Stuten problemlos, denn Cocobreeze mochte Hängerfahren nicht so gerne. Mit ein wenig Überzeugung gelang es uns jedoch. Ich sah zu Laraya, welche zu Colin sah. “Wir verladen nur noch die 2 Hengste am Stall und fahren dir dann hinterher.”, gab Sie nur bescheid und wir liefen beide zu den Hengstboxen. “Ich bin froh das Nandor und Ghost mitkommen.”, sagte ich nur erleichtert und führte den Schimmelhengst auf den Hänger. “Mir wird das Riesenbaby fehlen.”, erwiderte Laraya nur als sie Nandor im Hänger hatte und knuddelte beide kurz.


      Laraya| Wir fuhren den Hänger vor zum Parkplatz, Catherine hatte ihr Gepäck bereits verstaut. Als Colin Vorausfuhr, fuhr ich meinen Wagen und Hänger hinterher. Catherine winkte allen nochmal zum Schluss und hibbelte auf ihrem Sitz herum. “Okay, jetzt bin ich doch aufgeregt!”


      Colin| Quinn war ganz aufgeregt und schaute Neugierig zu wie Laraya und Catherine die Pferde verluden. Während wir warteten, dass sie die Hengste verluden, wartete ich bei den Stuten im Laderaum, da gerade die Schimmelstute Cocobreeze ein wenig nervös war. Als Laraya mit dem Hänger vorfuhr, schloss ich die Laderampe und stieg ein. Wir fuhren los und Quinn beobachte die Anhängerkamera aufmerksam, um ja nichts zu verpassen. Gacy, Schneefürstin und Lavendeltanz waren entspannt und auch Cocobreeze entspannte sich, sobald wir auf dem Highway waren.


      Luchy| Nach dem Frühstück schaute ich noch schnell nach Nurja. Die hübsche Freibergerstute hatte gestern ein wenig gelahmt. Ich ging zum Auslauf der Stute und sie kam mir schon entgegen. “Na hübsche”, sagte ich der Stute und kraulte sie. Ich ging zu ihr rein und fühlte ihr Bein. Es war kaum noch warm und schon deutlich abgeschwollen, dennoch musste sie wohl noch ein paar Tage von der Koppel fern bleiben. Nachdem Nurja kontrolliert war, stieg ich in Auto um zum Loch Madaah-allaiah Stud. Ich fuhr allein, einerseits wollte ich mir die Pferde von Mr. Murray ansehen, Alec hatte erzählt, sie seien zwar gut genährt ständen aber recht schlecht im Training. Andererseits, musste ich noch einen neue Stute aus Evansburg abholen. Ich war echt froh das wir zwei Hänger und den Transporter hatten, da wir doch teilweise auf verschiedene Turniere fahren mussten. So war es möglich, dass Colin Laraya beim Transport helfen konnte und Alec und Jace schonmal drei Pferde umziehen können. Während dessen kann ich mit dem kleinen Hänger die Stute abholen. Bei Mr. Murray angekommen wurde ich schon begrüßt. Ich war zwar schon mehrfach hier gewesen, doch die Pferde hatte ich noch nicht zu sehen bekommen, da sie auf eine der Koppeln gestanden hatten. Nun hatten Alec und Jace die Pferde in die geräumigen Paddockboxen gebracht. Das erste, was ich sah, war ein kleiner schwarzer Kopf mit einer breiten Blesse. Das musste der Jährling sein.” Das ist Balisto. Er ist 1 ½ Jahre alt und stammt von meiner guten alten Lili ab.” erklärte mit Mr. Murray. Ich hielt dem kleinen Tinker meine Hand hin und er schnupperte daran. Ich kraulte das kleine Fohlen ein wenig und steckte ihm ein Möhrchen zu. Wie als hätte das Möhrchen magische Kräfte schauten nun zwei weitere Köpfe über die Boxentüren. Direkt neben dem Baby kam nun ein Kopf hervor der genauso Aussah wie der kleine Kopf nur etwas größer und mit deutlich mehr Haare. “Wow, ich habe selten ein Pferd mit so viel Mähne gesehen“ staunte ich als die Stute sah. “Ja das hat sie viele Haare. Das ist Lilli. Meine Frau wollte sie damals genau wegen ihres Tollen Langhaares”. Auch Lilli bekam von mir ein Möhrchen. Die Stute nahm die Möhre etwas ungeschickt mit ihrer riesigen Schnauze “. Das ist also die Stute, die so lang auf der Koppel stand?”, fragte ich den alten Mann. “Ja genau, sie stand erst beim Hengst und dann als seitdem meine Frau letztes Jahr gestorben ist, steht sie auf der Koppel. Der kleine Stand erst mit ihr und später dann mit Torashko auf der Koppel.” erklärte er mir. “Und wie ist sein Trainingszustand?” fragte ich und ging auf den Großen fast komplett schwarzen Wallach zu. “Mit ihm fahre ich noch ab und zu, aber nicht wirklich regelmäßig”. Der große Wallach zog mir das Möhrchen aus der Hand und kaute krachend darauf rum. “Wäre das okay wenn ich mir die Pferde mal in der Halle laufen anschaue, Mr. Murray”. “Natürlich ist das okay, ich bin dankbar, dass sie wieder ein wenig Arbeit bekommen. Aber nennen sie mich doch bitte Alister”. “Ok Alister, dann würde ich mit Balisto beginnen.” Ich nahm das Halfter von der Box und streifte es dem kleinen Hengst über. Das ließ er schon einmal brav über sich ergehen. Auf dem Weg zu Halle stellte sich allerdings raus das er ein wenig frech und unerzogen. War, er drängelte öfters in eine Richtung versuchte am Wegesrand einen Snack mitzunehmen oder versuchte einfach mal, ob man den Strick essen könnte.”Du bist ja ganz schön frech kleiner Mann”, sagte ich zu dem Jährling. In der Halle angekommen ließ ich ihn frei und er lief gleich bockend durch die Halle, wobei sein für ein so junge Pferd doch schon üppiges Langhaar in voller Pacht bestaunen konnte. Alister beobachte das alles von der Bande aus. Ich schaute mir den kleinen Hengst an und bemerkte, nachdem er sich etwas ausgepowert hatte und einen gleichmäßigen Galopp lief, das er einen recht guten Galopp zeigte. Ich versuchte den kleinen Mann auszubremsen, was auch glückte, da er in einen flotten Trab fiel.”Ein hübsches Fohlen haben sie da gezogen, Allister”. “Ja, das ist er so hübsch wie seine Mutter”. Nachdem Balisto die meiste Energie losgeworden war, kam er zu mir und begann in meinen Taschen nach Futter zu suchen. “Du bist ja ein süßer”, sagte ich und steckte ihm ein Leckerli zu. Danach machten wir uns auf den Rückweg zum Stall. Als Nächstes nahm ich Torashko . Er folgte mir brav in die Halle. Er schien eher gemütlich zu sein, da er auch in der Halle geduldig wartete, dass ich ihn frei ließ. Danach beschloss er erst einmal die Halle gründlich ab zu schnüffel und einen geeigneten Platz zum Wälzen zu suchen. Als er diesen schließlich gefunden hatte ließ er sich nieder und kugelte sich umher. Als er fertig war, schüttelte er sich kurz und schaute ein wenig in der Gegend rum. Ich trieb ihn ein wenig und er bequemte sich mindesten mal im Schritt zu laufen. Für sein Alter lief er noch recht fleißig vorwärts. Nach ein paar Runden ließ ich ihn schließlich antraben. Schnauben wechselte er die Gangart. Auch sein Trab war recht fleißig und gleichmäßig. Schließlich ließ ich ihn auch noch ein paar Runden galoppieren bevor ich ihn langsamer werden ließ.” Da haben sie aber echt ein schönes Tier, Alister”. Der schwarze Wallach kam auf mich zu, um sich eine Streicheleinheit abzuholen. Er durfte auf die Koppel statt in den Stall und auch Balisto holte ich dazu. Nachdem die beiden Jung zufrieden schnaubend Ihr Gras fraßen, holte ich mir Lili. Die Stute war brav und folgte mir gemächlich. In der Halle angekommen, bleib sie lieber neben mir stehen und schupperte mich und meine Umgebung ausgiebig ab. Ich trieb die Stute ein wenig an und sie fiel direkt in einen fleißigen Trab. Die Stute hatte schöne weiche Gänge. Ich hatte von den Gängen genug gesehen und parierte sie wieder durch. Ich band die Stute in der Stallgasse an, um mir den Sattel anzuschauen. Ich schaute mir als erst die Statur der Stute an. Sie war recht breit, allerdings schlecht bemuskelt und hatte einen leicht durchhängen Rücken. Während ich Ihr den Sattel auflegte, um zu schauen was ich verändern müsste, damit er passt, döste die Stute mit lockerer entspannter Lippe vor sich hin. Durch die Hängelippe wirkte Ihre Schnauze noch größer als sie eh schon war. Nachdem ich mir notiert hatte was ich ändern musste durfte, auch Lilli auf die Koppel ich packte den Sattel schon mal ins Auto und verabschiedete mich vorübergehend von Alister. Ich machte mich auf den Weg nach Evansburg, um die neue Stute abzuholen. Ihr Name war mindestens so außergewöhnlich wie auch Ihr Fell. Ases Maskwamozi, war ein Mix aus Vollblut und Appaloosa. Wamzi, wie die Stute liebevoll von Ihren Vorbesitzern genannt wurde, hatte mich schon auf den Fotos verzaubert.


      Jace| Wir hatten noch die allerletzten Sachen zusammengesucht und dann auch schon begonnen die Pferde fertigzumachen. Als Erstes sollten Anus Stute Mystic Fantasy Dahila und die beiden Vollblut Stuten Avicii und Liliada mitkommen. Die drei Stuten kannten sich schon, da wir letzte Woche alle Herden zusammengestellt hatten so das die Eingewöhnung leichte werden wird. Während Anu ihre Stute selbst fertig machen wollte, kümmerten Alec und ich uns um Avicii und Lila. Ich holte mir die hübsche braune Stute mit den weißen Flecken und stellte sie ein letztes Mal auf die Stallgasse im Torstall. Alec stellte Lila ein Stück weiter ab. Ich steckte der Stute einen Apfel zu und während sie kaute ich ihre Transportgamaschen. Die Stute stand schön still. Sobald Lila und Vicii verpackt waren, ging es auch schon zum Hänger. Avicii lief wie immer brav auf den Hänger und Lilia folgte ihr prompt. Seit Luchy und Colin Lila zurückgeholt hatten, klebte sie an Vicii.Lila hatte leider ein trauriges Schicksal ereilt. Sie wurde an einen seriösen Pferdehalter verkauft, der sie leider verwahrlosen ließ. Auch Anu war inzwischen mit Dahlia angekommen. Dahlia ging auch brav auf den Hänger. Wir stiegen ein und fuhren los.


      Colin| Bald waren wir auch kurz vor dem Hof angekommen. Aus der Ferne waren schon die Rockys zusehen, zu dessen Füßen der Hof lag. Ein paar Minuten später passierten wir auch die Durchfahrt des Torstalls.


      Laraya| Wir staunten nicht schlecht, als wir hinter Colin die Durchfahrt passierten. Catherine sah sich um, während ich weiter dem vor uns fahrenden Hänger hinterherfuhr und auch neben ihm parkte. Beide von uns stiegen aus, ich streckte mich kurz und sah mich um. Dagegen war unsere Anlage wie gerade geboren und noch ganz klein aber es war auch sehr schön hier.

      Ich stellte mich zum Hänger, wo sich meine Stuten befanden und wartete auf Colin. Ebenso war ich sehr gespannt, wo meine Pferde hier wohnen würden.


      Colin| “Quinn holst du bitte Jayden und Matt? Die beiden sollen uns mal beim Ausladen helfen“. Quinn verschwand Richtung Hauptstall und kam kurz darauf mit beiden Männern wieder.”Ich würde sagen wir stellen erst die Pferde weg und dann zeige ich euch den Hof”, schlug ich Laraya und Catherine vor. “ Coco und Gracy kommen in den Unterhausauslauf, Schneefürstin und Lavendeltanz kommen zu den Eseln, Ghost kommt zu den Ponys und Nador ebenfalls zu den Eseln”. “So charmanten Damen helfe ich gerne”, sagte Jayden und war schon wieder im Flitmodus. Ich warf ihm einen Blick zu der für sich sprach und gleich riss er sich auch schon wieder zusammen. “Matt, kannst du vielleicht mit Catherine schonmal Cocobreez und Gacy wegbringen. Ich glaube, die Stute möchte nicht länger als nötig auf dem Hänger blieben”. Man könnte Jayden die Enttäuschung ein wenig ansehen das nicht er mit Cathrien gehen durfte. Dennoch machte sich Matt direkt daran mit Cathrine die Stuten auszuladen. “Ah, Jesse du kommst genau richtig, du könntest gerade mit Jayden und Quinn, Schneefürstin, Lavendeltanz und Nandor zu den Eseln bringen”. Der junge Mann kam zu uns rüber uund grüßte brav unsere Gäste und begann dann mit den anderen dreien die Pferd auszuladen. Ich hingegen beschloss mit Laraya Ghost in sein neues Zuhause zu bringen. Nach und nach luden wir die Pferde aus. Auf dem Weg zum Oberhausauslauf unterhielt ich mich mit Laraya und erklärte ihr auch noch manches zu unserem Konzept und dem Hof.


      “So, da wären wir”, sagte ich und öffnete das Tor zum Auslauf. “Die anderen Pferde stehen noch auf der Koppel, so können die neuen sich erst einmal Orientieren. Außerdem werden sie erstmal in abgetrennte Abteile ziehn damit sich die Herde nach und nach an die neuen Gewöhnen können”. Nachdem die neuen Pferde alle in ihren Eingewöhnungsabteilen standen. Zeigte ich Laraya und Cathrine noch dem Hof, bevor sich die beiden voneinander Verabschiedeten.


      Luchy| Inzwischen war ich in Evanburg angekommen und wurde auch schon zu Wamsi geführt worden. Ich steckte der Stute eine Möhre zu. Ich betrat die Box und wurde zugleich neugierig beschnüffelt. “Du bist also die kleine Ases Maskwamozi? Du bist ja in echt noch viel niedlicher als auf den Bildern”. Ich kraulte die Stute und sie begann gleich mich anzuknabbern. Ich halfterte sie und dann ging es auch schon auf den Hänger. Ich war ganz erstaunt, als sie von allein auf den Hänger lief. “Super Wamzi” lobte ich die Stute und verschloss den Hänger. Kaum ein paar Minuten später war ich mit Wamzi im Gepäck auf den Weg zu ihrem neuem Zuhause.


      Wir wurden von einem wiehern begrüßt und aus dem Hänger kam gleich eine Antwort. Allister kam aus dem Haus, um die neue Stute zu beschauen. Ich parkte den Wagen und lud die Stute langsam aus. Sie stand auf dem Hof und wieherte. Von der Koppel kam gleich eine Antwort. Auf dem Weg zur Koppel versuchte sie ich ständig den Hals zu verdrehen um sich alles gleichzeitig ansehen zu können. Das sah ziemlich lustig aus. an der Koppel angekommen durfte Ases erst einmal Lilli über den Zaun hinweg anschauen. Da Lili wie auch Wamzi im Umgang mit Pferden recht friedlich sein sollten, hatte ich beschlossen, das wir probieren würde sie gleich zusammenzustellen Die Tinkerstute schaute freundlich über den Zaun. Satt näher ran zugehen machte Wamzi lieber einen ganz langen Hals. “Ich glaube, ich hab eine Giraffe gekauft” scherzte ich. “Aber ein eich außergewöhnliche Giraffe” erwiderte Allister. Die Stute mit den hübschen braunen Flecken war nun näher an den Zaun getreten und beschnüffelte Lilli.Lilli interessierte sich eigentlich mehr für meine Leckerlis als für Wamsi, diese hatte nun begonne an einem von Lilis Zöpfen zu knabbern. “Ich glaube Wamzi hat Lili zum Fressen gerne”. Allister und ich lachten herzlich und ich ließ Ases auf die Koppel. Das Punktepferd stolzierte erst zu Lili, um sie sich noch einmal genau anzuschauen. Danach stiefelte sie mit der Nase am Boden über die Koppel und inspizierte jeden Zentimeter. Lili folgte der Stute neugierig. Als Ases beschlossen hatte, das jetzt alles angeschaut war, begann sie erst ein paar Meter zu traben und fiel dann auch in den Galopp. Lili folgte der Stute, wurde allerdings schnell abgehängt. Das war allerdings auch kein Wunder Wamzi demonstrierte eindrucksvoll ihre Vollblut Abstammung. Bei einem solchen Tempo hatte die fast 20 cm kleinere Scheckstute auch kaum eine Chance.


      Alec| Wir waren inzwischen auf unserem Hof angekommen und parkten neben Luchys Wagen. “Schaut Luchy muss wohl schon mit der neuen Stute da sein”, sage ich zu den anderen. “Ich bin mal gespannt wie sie so drauf ist, Luchy hat gemeint sie wäre wohl ein ziemlicher Clown”, erwiderte Anu. “Lass uns erst die Pferde ausladen”. Gehorsam folgten wir Jace zur Hängeklappen. Als Erstes durften Avicii und Lila aussteigen, danach durfte auch Dahlia raus. Dahlia wieherte zur Begrüßung und es kam auch gleich antworten von den Koppeln. Es fühlte sich wunderbar an endlich mit den ersten Pferden auf diesem Hof zustehen. Auch, wenn dieser Hof eine Menge Arbeit bedeuten würde, freute ich mich auf diese Aufgabe. Der Hof selber war eigentlich in einem gutem Zustand. Am meisten Arbeit wird der Aktivstall für die Ponys werden.“Lass uns die Pferde erst einen Moment führen bevor sie auf die Koppel kommen.”, schlug Jace vor und riss mich aus meinen Gedanken. Er hielt Lila und Vicci, sodass ich den Pferden die Gamaschen ausziehen konnte. Nach ein paar Runden um die Stallungen ging es zu den Koppeln. Auf der ersten Koppel stand Lili und graste, während ein großes weißes Pferd mit braunen Punkten zum Zaun kam. “Das ist also das Pferd mit dem unaussprechlichen Namen”, sagte ich zu Luchy. “Hübsch ist sie ja schon mal”. Avicii beäugte die Stute aufmerksam mit aufgestellten Ohren. Wir stellten Avicii, Lila und Dahlia auf die Nachtbarkoppel. Während die Stuten sich am Zaun begrüßten stand etwas weiter hinten der kleine Tinkerjährling Balisto am Zaun und beobachtete das Spektakel, während Torashko graste. Wir beobachteten noch ein wenig die neue Stute, bevor wir uns wieder auf den Weg machten um als nächstes Mini Cookie, Little Snowwhite und Ardehel zu holen.


      Luchy| Während Alec, Jace und Anu die nächsten Pferde holten ich einiges in der Sattelkammer aus. Für Lili gab es neben dem neuen Sattel noch eine neue Trense, eine Schabracke mit Fliegenmütze und ein neue Abschwitzdecke. Für Balisto gab es eine Trense, damit er daran gewöhnt werden kann und sonst gab es noch Dinge wie ein paar neue Halfter, Schabracken, Decken und sonst noch nützliches Zeug. Nachdem ich fertig war, mit der Sattelkammer kamen auch schon die anderen und brachten die drei Mini Ponys. Auch diese drei durften zu den Stuten auf die Koppel wo sie sich erst einmal austoben. Als dann schließlich auch die Hengste Osgilliath, Zanaro, Aschenflug, Wo der Wolf Heult, Caillean und Delyx standen wir alle auf der Koppel und wir freuten uns, dass alles so gut verlaufen war. Nun lag es an Alec und Anu noch einen weiteren Trainer zu finden genauso wie noch ein Stallburschen. Allister war anzusehen wie viel Freude er daran hatte, dass wieder mehr Leben auf seinen alten Hof kommt. Schließlich sammelte ich alle Sachen die ich zum Reparieren mitnehmen wollte zusammen, darunter auch ein wunderschönes altes Show Geschirr. Jace und ich machten uns dann auf den Nachhauseweg.


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      13.10.2019|Wolfszeit
      Das erste mal auf der Koppel
      Alec| Wie jeden morgen führte mich mein erster Weg zu dem Offenstall von Fanya und Lilli vom Hirschberg. Innerhalb der drei Tage die inzwischen vergangen waren, hatte die kleine Fuchsstute soviel Vertrauen zu mir gefasst das sie an den Zaun kam wenn sie mich sah. “Guten Morgen, ihr zwei “, sagte ich zu den beiden Pferden und kraulte sie. Inzwischen ließ die Stute sich gerne anfassen und kraulen. Auch das führen war inzwische möglich ohne das die Stute stehen blieb wenn man ein bisschen Zug auf den Strick ausübte. Heute wollte ich probieren ob die Stute sich halftern ließ. Ich ging in die Sattelkammer und suchte nach einem alten Halfter was ich zu training nutzen konnte.Sie trug zwar aktuell ein Halfter, aber ich wollte das Halfter nicht lösen solang nicht halbwegs sicher war, dass ich sie auch wieder gehalftert bekommen würde. Bei ZM's Zanaro wurde ich schließlich fündig. In seinem Spind fand ich ein altes blaues Nylonhalfter. Der Hengst war zwar ein ganzes Stück größer als Fanya, aber zum Glück war sein Kopf nicht viel größer als der der kleinen Fuchsstute. Mit dem Halfter und einer Menge Leckerlies ging es dann zurück zum Offenstall. Ich betrat den Auslauf und begab mich zu Fanya. Lilli mümmelte inzwischen wieder an ihrem Heu. Ich begann erst damit die Stute überall am Kopf zu streichen. Ich hatte inzwische rausgefunde das man bei ihrem Kopf sehr vorsichtig sein musste, da sie dem Kopf hochriss, sobald man sich zu schnell an diesem bewegte. Ich vermute sie wurde geschlagen oder so etwas und deshalb machte sie das. Nachdem sie sich brav überall berühren ließ hielt ich ihr das Halfter hin. Die kleine Stute schnupperte neugierig an dem Halfter und versuchte letztendlich rein zu beißen. “Das kannst du noch nicht essen kleines Reh”, lachte ich. “Iss lieber das hier”, sagte ich und hielt ihr ein Stück Apfel hin, welches sie auch gleich zufrieden Fraß. Danach hielt ich ihr mit der einen Hand das Halfter hin und mit der anderen ein Leckerlie an der Nasenöffnung des Halfters. “Na Stuti du musst nur deine Nase dadurch stecken”. Die Stute schnupperte erst ganz vorsichtig an dem Halfter und entschloss sich dann die Nase hinein zu stecken um an das Leckerlie zu kommen. “Brav, kleines Reh”, lobte ich sie. Dann versuchte ich langsam, das Halfter über ihre Ohren zu streifen. Irritiert legte sie ein Ohr ein wenig an, ließ sich aber das Halfter überstreifen. “Das klappt ja besser, als ich erwartet hätte”, murmelte ich vor mich hin. Ich schloss das Halfter und auch das klappte prima. “Na dann Stuti, bekommst du wohl ein neues Halfter”. Ich nahm das blaue Halfter wieder ab und lobte die kleine Stute. Danach öffnete ich das graue Halfter, welches sie auch schon auf der Bow River Ranch getragen hatte. Ich streifte das Halfter von ihrem Kopf und die kleine Fuchsstute schüttelte sich erst einmal. “Na, bist du froh das Ding endlich los zu sein?”. Das graue Halfter, war Fanya ein wenig zu eng gewesen, wer weiß wie lange sie das schon getragen hatte. Ich versuchte erneut noch einmal das blaue Halfter an zu ziehen, was auch ganz gut funktionierte. Es war der Stute zwar etwas zu groß, aber es war allemal besser als das zu kleine Halfter. Ich nahm das Halfter wieder ab und kraulte noch ein wenig ihre Ohren, bevor ich den Auslauf verließ. Ich hängte das Halfter zu dem von Lilli, welches an der Außenwand des Unterstandes hing. Die Stute hatte sich nun eine Pause verdient. Also kümmerte ich mich nun um Ases Maskwamozi. Eigentlich hatten die Pferd heute frei, aber Wamzi hatte immer soviel Energie dass sie explodierte, wenn man sie einen Tag nicht Bewegte. Für die junge Stute stand heute ein Ausritt auf dem Programm. Ich ging also in den Stall und nahm Maskwamozis grün weißes Halfter von der Box. Die Braun Weiß Gepunktete Stute stand auf ihrem Paddock und döste ein wenig in der Herbstsonne. Ich betrat die Box und sprach die Stute an, “Wamzi, wach auf du kleine Schlafmütze”.Die Stute drehte erst ihre Ohren in meine Richtung und als ich dann mit der Zunge schnalze drehte sich auch der Rest des Pferdes zu mir. Ich halfterte die Stute und hängte den Strick dann über ihren Hals um die Hände frei zu haben. Während ich die Stute versuchte aus zudecken wurde meine Jackentasche nach Leckerlis abgesucht. “Du hast ja recht, da ist tatsächlich was drin”, sagte ich schmunzelnd und gab der Stute ein Leckerlie. Ich deckte sie aus und hing die Decke ordentlich über den Deckenhalter vor der Box. Die gepunktete Stute folgte mir neugierig auf Schritt und tritt.”Also wirklich manchmal glaube ich du bist ein Hund meine süße”. Ich band Wamzi auf der Stallgasse an und putzte sie gründlich, bevor ich sie sattelte. Ich führte sie vor den Stall wo ich aufstieg. Ich ritt mit der Vollblutstute durch das kleine Wäldchen. Nach dem Ausritt packte ich sie in ihre Weidedecke und ließ sie auf die Koppel. Nun machte ich mich auf den Weg um Anu zu suchen. Ich wollte probieren ob wir Fanya auf die Koppel bekommen würden, vorher wollte ich noch versuchen ob ich sie ein wenig putzen kann. Als ich Anu schließlich gefunden hatte, sammelten wir im Stall noch Lillis Putzbox ein und gingen zu den beiden Pferden. “Anu ich geh erst einmal alleine rein Halfter sie und dann kannst du dazu kommen”.Fanya stand bereits am Zaun und musterte uns von weitem Misstrauisch. Ich betrat den Auslauf und halfterte Fanya. anu betrat den Auslauf und kam langsam zu uns rüber. Die kleine Fuchsstute schnüffelte neugierig an Anu und als Anu ihr ein Leckerlie zu steckte schien sie ihre Gegenwart soweit zu akzeptieren. Ich reichte ihr Fayans Strick und nahm eine weiche Bürste aus Lillis Putzbox. Ich hielt sie der Stute hin und als sie versuchte die Bürste zu essen. Nahm ich sie ihr weg und begann sie damit zu berühren. Am Hals blieb die kleine Stute entspannt. Doch am Rücken versteifte die Stute sich wieder. Als den großteil der Stute mit der weichen Bürste abgebürstet hatte, nahm ich mir eine Wurzelbürste und bemühte mich vorsichtig den getrockneten Matsch aus ihrem Fell zu bürsten. Die Stute ließ es über sich ergehen und ließ sich von Anu mich Leckerlis vollstopfen. “Wollen wir nun versuchen die beiden auf die Koppel zu bekommen?”, fragte ich Anu. “Ich denke ja, am besten gehe ich mit Lili voraus und du läufst uns mit Fany hinterher”. “So machen wir das”, antwortete ich und nahm meiner Kollegin den Strick aus der Hand. Anu halfterte nun die Tinkerdame, die bis eben ihr Heu gemümmelt hatte und ging zum Tor. Ich folgte mit Fanya. Bis zu Tor ging sie auch brav mit doch am Tor blieb sie erstmal stehen. Ich ließ die Stute einen Augenblick schauen und dann traute sie sich auch mir zu folgen. Fanya sah sich überall um auf den Weg zur Koppel.
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      Kurz vor der Koppel flog auf einmal ein Vogel aus dem Gebüsch. Die Stute erschrak und machte einen Satz zur Seite. “Ruuuuhig, Fanya”, sagte ich sanft und streichelte ihren Hals. Noch etwas Aufgeregt folgte mir die Stute auf die Koppel. Während Anu Lilli schon frei ließ, die gleich begann zu grasen, führte ich Fanya noch ein paar Schritte damit sie sich noch ein klein wenig beruhigte. Danach ließ ich Fanya auch frei. Einen Moment lang stand die Stute ein wenig verwirrt auf der Weide. Dann schnüffelte sie am Gras und knabberte kurz daran. Danach explodierte Fanya quasi. Sie war die Beine alle auf einmal in die Luft und galoppierte dann los. Als die Tinkerdame das Spektakel der Freibergerstute sah begann sie auch loszulaufen. So galoppierten beide Pferde ein paar Runden über die Koppel. Lilli verlor dan die Lust und begann wieder zu grasen. Während wird den Pferden zu sahen war Magnus dazu gekommen. “Oh ich sehe das Reh trägt ein neues Halfter”, sagte Magnus.

      Mein Handy unterbrach ihn mit einem Pling. Ich schaltete es an und öffnete die E-mail.
      Eine kleine Überraschung!
      Von:info@HorseMakeoverJoelle.de

      Liebe Teilnehmer,
      Wir freuen uns euch mitteilen zu dürfen das die Sattlerei Royal Peerage eine kleine Überraschung für euch hat. Die Sattlerei bietet jedem von euch die einmalige Chance ein individuell gestaltetes Halfter für euer Eventpferd zu bekommen. Jedes Halfter wird ein unikat sein. Dazu sendet ihr bitte eine Mail an Royal.Peerage@joelle.de . In diese Mail schreibt ihr bitte den Namen eures Pferdes, ein Bild und Stichworte die ihr mit eurem Pferd verbindet. Das Desgine wird den Mitarbeitern von Royal Peerage überlassen.

      Viel Spaß damit.

      Natürlich würden wir sofort auf die Mail antworten. “Was sollten wir schreiben. Los Blitzlicht über Fanya”, sagte Anu. “Misstrauisch”, “Große Augen”, “Sie ist ein Reh”, sagte Magnus und wir mussten Lachen. “Lieb”, “kindlich”. Das waren schließlich die Stichwörter die in der Mail landeten. Fanya graste inzwischen auch friedlich. Das ganz Team ging nun zum Mittagessen, da bereits alle anderen Pferde auf der Weide standen. Nach dem Mittagessen holte ich zusammen mit Anu, Fanya und Lilli wieder rein, da die Stute nicht so viel Gras essen sollte.
      16.11.2019|Wolfszeit
      Hoch hinaus
      Alec|Fanya war nun seit knapp zwei Monaten auf unserm Hof. Die kleine Stute hatte sich bis jetzt wunderbar entwickelt. Sie ließ sich inzwischen brav führen, halftern, anbinden, putzen und sogar schon mit Longiergurt und Gebissloser Zäumung ausstatten. Auch das Longieren an sich meister die kleine Stute mit Bravour und als Handpferd macht sie ein Super Figur. Fany ist sehr neugierig und lernt dadurch auch recht schnell. Heute ging es wie jeden Morgen erst einmal Fanya und Lilli füttern. Die beiden hatten schon sehr gut aufgebaut, bekamen aber dennoch ihr Müsli. Nach dem Frühstück durften alle Pferde erst einmal ein wenig auf die Koppel. Aschenflug, Wo der Wolf Heult und Osgiliath hatte so viel Energie übrig, dass die Vollbluthengste erstmal Vollgas gaben. Magnus und ich standen in warme Klamotten eingepackt am Zaun und beobachteten das Spektakel. “Meinst du Aldaire wird sich gut mit den anderen Hengsten verstehen?”, fragt Magnus mich nachdenklich. „Ich denke schon. Er scheint ein ähnliches Gemüt wie Torashko zu haben. Ich denke er wird zwar recht weit oben in der Rangordnung sein, es allerdings nicht mit viel Gewalt durchsetzen müssen”. wie Als hätte der große Tinker Wallach verstanden, kam er zu uns rüber getrottet dicht gefolgt von Balisto, der hoffte von uns ein wenig gekrault zu werden. “Na ihr zwei wollt ihr ein wenig gekrault werden?”, fragte ich die beiden schmunzelnd und fing an dem keinen Tinker Jährling das dicke Winterfell zu streicheln. Genauso wie seine Mutter, hatte Balisto extrem viel Fell bekommen. Lilli hatten wir zum Teil geschoren, da es sonst unmöglich war der Pony wieder trocken zu bekommen nach dem Training. Da Balisto noch nicht so viel arbeiten musste schoren wir ihn nicht. Der kleine Tinker genoss die Streicheleinheit und Torashko ließ sich von Magnus verwöhnen. Magnus ging inzwischen mit den Pferden um als hätte er noch nie etwas anderes getan. “Ich habe übrigen vorhin mit Luchy telefoniert. Sie wird Aldaire übermorgen abholen, da sie eh wegen eines Stattler Termins dort in der Nähe ist”. Wir standen noch eine Weile dort am Zaun und kraulten die beiden Tinker. “Ich wollte gleich mit Wamzi ausreiten gehen. Warum nimmst du dir nicht eins von den Ponys und Begleitest mich?” sagte ich dann schließlich zu Magnus. “Dann hol ich mit Little Snowwhite”. Magnus liebte BS’Little Snowwhite und die Stute liebte ihn. Sie folgte Magnus wie ein Hund. Also gingen wir nun Hand in Hand zur Stutenkoppel. Bis auf Lilli und Fanya stand sie nämlich alle zusammen auf einer der Koppeln. Auf dem Weg dorthin kam uns Eva mit PFS’ Caillean entgegen. “Morgen ihr zwei”, grüßte sie uns gut gelaunt wie immer. “Morgen, Eva wie nehmen Snowwhite mit. Du brauchst dich später also nicht um sie kümmern. An der Koppel angekommen galoppierte und die kleine gescheckte Ponystute schon entgegen und Mystic Fantasy Dahlia folgte ihr neugierig ein paar Schritte bevor sie sich doch dazu entschloss weiter zu grasen. Ich nahm zwei Stricke vom Zaun und gab einen davon Magnus, der schon das Tor geöffnet hatte. Ich betrachte ihn einen kurzen Moment wo er dort in der Morgensonne stand und das kleine Pony beschmuste was ihm gerade mal bis zu den Knien reichte. Er sah einfach verdammt heiß aus. Ich riss mich auch sogleich von seinem Anblick los und Pfiff um Ases Maskwamozi auf mich aufmerksam zu machen. Die gepunktete Stute hob auch gleich den Kopf und spitzte die Ohren aufmerksam. “Na, komm du kleine Clown“, rief ich der Stute zu. Die Stute schaute mich zwar an machte aber nicht die Anstalten sich zu bewegen. “Na, komm Wamzi”, sagte ich und holte ein Leckerli aus der Tasche. Das hatte allerdings nur zum Teil den gewünschten Effekt. Denn nicht nur Ases war nun los getrabt, sondern auch noch die anderen 5 Stuten. Avicii und Lilliada waren als erstes da und verlangten nach einem Leckerli. Zum Glück hatte ich genug dabei, so bekamen alle nacheinander ihr Leckerli, auch die kleine Mini Cokkie, die als letztes an getrottet kam. Nachdem alle Pferde ihr Leckerli bekommen hatten, nahm ich mir nun Ases und zusammen mit Magnus und Snowwhite ging es nun zum Stall. Dort stellten wir die beiden Pferde auf die Stallgasse zum Putzen und befreiten beide erst einmal von ihren dicken Weidedecken. Snow schüttelte sich erst einmal gründlich. Als beide Pferde sauber waren ließ ich Magnus meine Stute satteln, da er sich damit noch sehr schwertat. Doch als erstes musste er natürlich noch eine passende Schabracke aussuchen. So kam er also mit der hübschen olivgrünen Schabracke aus der Sattelkammer und platzierte sie auf der braun weißen Stute. Danach sattelte er die Stute fast richtig. Ich hatte inzwischen die Abschwitzdecken geholt. Wamzi bekam eine die zu der Schabracke passte und Snow bekam die türkis-Pinke Abschwitzdecke. Ich trense meine Stute und vor dem Stall schwang ich mich in den Sattel. Wir nahmen den Weg durch den Wald. “Ist der Herbst nicht eine wundervolle Jahreszeit, Alexander?”, fragte Magnus und schaute verträumt die bunten Blätter überall an. Atemwölkchen machten deutlich wie kühl es inzwischen geworden war. Auf einer Anhöhe am Waldrand hielten wir an und genossen die Aussicht. Von hier aus konnte man den Hof mit den Weiden sehen. “Das ist unser Königreich, alles was das Licht berührt”, sagte Magnus und ich musste Lachen. Ich stieg ab und sah ihm in die Augen. “Du bist mein König und deine Herrschaft wird hoffentlich nie enden, Flüsterte ich mit rauer Stimme. “Und du bist mein treuer Ritter in glänzender Rüstung” erwiderte er und ich küsste ihn innig. Wärme durchfloss mich und ich fühlte mich wohlig warm obwohl es recht kalt war.“. Wir lösten uns voneinander. “Möchtest du zurückreiten?”. Magnus steig auf und ich nahm sein Pony. “Sei schön brav Ases”, sagte Magnus zu der Stute. Ases folgte mir den ganzen Weg zurück, auf Schritt und Tritt ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden irgendwelcher Quatsch an zu stellen. Zurück auf dem Hof lobte Magnus die Stute ausgiebig. “Wer hat nochmal behauptet sie sei kein Anfänger Pferd?”, fragte ich lachen. Wir tauschen wieder die Pferde und brachten sie nach dem eindecken wieder zurück auf die Koppel. Ardehel wartete schon auf Snowwhite und begrüßte sie wiehern. Auch Ases wurde schon von den anderen Stuten erwartet. Also entließen wir die beiden und machten uns auf den Weg um Fanya zu holen. Die Fuchstute wartete schon auf mich, da Anu gerade mit Lilli arbeitete. Sie ließ sich brav holen und Magnus putzte sie anschließend, während ich Eva suchte. Ich fand sie auf dem Platz mit Sasancho. Als sie mich sah parierte sie den Hengst durch und ritt zu mir rüber. “Eva, wir bräuchten dich gleich zum Einreiten von Fanya”. “Klar ich bin ehh gerade fertig ich bring Sasa schnell weg und komme dann zu euch.” Ich ging wieder rüber zu Magnus und Sattelte die Stute bevor ich ihr den Kappzaum anlegte. Ich hatte vor ein paar Tagen begonnen sie mit Sattel zu longieren, damit sie sich schon einmal daran gewöhnte. Heute wollten wir es nun mit Reiter probieren. Also machten wir drei uns auf dem Weg zum Reitplatz. Magnus wollte die Stute unbedingt warm führen, also ließ ich ihn. Danach wollte ich sie einmal kurz ab longieren bevor ich Eva drauf ließ. Eva stand mittlerweile ohne Pferd am Zaun. Ich ließ Fany erst noch einmal ein paar Runden im Schritt gehen bevor ich sie antraben ließ. Wie immer gehorchte sie gut auf die Stimmkommandos und lief brav ihre Runden um mich herum. Auch im Galopp zeigte sie keinen Ansatz zum Bocken oder sonst was. Ich parierte sie durch und lobte sie ausgiebig. “Eva, kommst bitt her”, Eva kam zu uns rüber. “Also wichtig ist steig erst einmal langsam auf und lob sie ausgiebig solang sie brav ist. Sei aber darauf vorbereitet, dass sie losrennt oder anfängt zu bocken.”, erklärte ich ihr noch einmal. “Alles Klar”. Während ich sie Stute hielt, hielt Magnus Eva gegen. Fanya war zwar angespannt, blieb aber ruhig stehen. “Super “, lobte ich die Stute und Eva. “Und jetzt versuch einmal loszureiten”. Aus Sicherheitsgründen hatte ich Fanya noch an der Longe, was sich auch als klug herausstellte. Sobald Eva die Stute antrieb schoss sie im Galopp los und begann zu bocken. Eva hielt sich gut und noch zwei Runden gab Fany es auf zu bocken und ließ sich von mir zum Schritt durchparieren. “Gut gemacht Eva”, sagte ich anerkennend zu der jungen Frau die die Stute dafür lobte, dass sie nun brav lief. Ich ließ sie Stute in jeder Gangart noch einmal laufen und als sie sich dabei nun brav benahm beendeten wir das Training für heute. “Wir werden jetzt jeden Tag ein paar Minuten länger reiten, damit Fanya sich daran gewöhnt und auch Muskeln aufbaut”, sagt ich zu Eva. Fany hatte recht viel geschwitzt, also durfte sie eine Runde unter das Solarium bis sie trocken war. Danach entließen wir sie wieder auf die Koppel. “Wow, die kleine Stute hat ja richtig Power”, sagte Anu die uns gerade mit Wo der Wolf Heult entgegen kam. “Ja, das hat sie definitiv”, sagte ich. Eigentlich wäre jetzt ZM’s Zanaro mit dem Training dran, doch der hatte sich wohl auf der Koppel vertreten, sodass er heute einen Tag frei bekam. Der braune Hengst graste Kopf an Kopf mit Osgiliath und schien es zu genießen.
      Am Abend holten wir alle Pferde nach und nach wieder rein und fütterten noch die letzte Runde. Lilli und Fanya kamen als letzte Rein. Die kleine Freibergerstute wirkte sehr müde. Ich kraulte sie noch ein wenig und während ich noch dabei war den Offenstall ab zu äppeln, legte die kleine Stute sich ins Stroh und schaute mir neugierig, aber müde zu. Nachdem ich fertig war, setzte ich mich zu der Stute und sie legte gemütlich den Kopf auf meinen Schoß und ließ sich noch etwas kraulen. Nach einer Weile verteilte ich noch das letzte Leckerli und ging ins Haus. Magnus saß noch am Kamin und laß ein Buch. Ich setze mich dazu. “Also, wenn Fanya weiter so gut Fortschritte macht, können wir bei den Reiterspielen doch reiten”, meine ich zu Magnus. “Das wäre schon cool”, erwiderte er. “Übrigens habe ich vorhin einen sehr coolen Auftrag bekommen. Ich soll für eine Adventsaktion eines Reitsporthandels ein paar Artikel designen”, erzählte Magnus. “Und was sind das so für Schachen?”, fragte ich ihn. “Schabracken, Decken, Gamasche, sowas halt”, sagte Magnus und seinen Augen begannen zu leuchten vor Begeisterung. So saßen wir noch eine ganze Weile im Wohnzimmer und er schwärmte von seinen Ideen.
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      21.12.2019|Wolfszeit
      Learning Session
      Jamie| Ich war mal wieder vor allen anderen wach geesen und hatte schon Frühstück für die Mitarbeiter des Gestüts gemacht. Hazel kam verschlafen die Treppe hinunter “Morgen Jamie”, murmelte sie und setzte sich an den Tisch. “Gut das du da bist Haze. Wir zwei gehen heute nämlich Alec besuchen”. “Warum das denn?”. “Ganz einfach, weil du ja nicht auf mich hörts und vielleicht hörts du ja auf ihn. Und deshalb kommst nicht nur du mit ,sondern auch Miss Monty”. Hazel nahm dies zur Kenntnis und begann ihren Kaffee zu trinken. Ich war inzwischen fertig mir Frühstück und räumte mein Geschirr in die Spülmaschie. “Ich gehe jetzt eine Runde mit Baroness ausreiten, wenn ich wiederkommen sind du und Monty bitte fertig”. Ich zog mir meine Schuhe an und kurz bevor ich aus der Tür ging rief ich noch”und pack Sattelzeug ein”. Ich verließ das Haus und draußen schlug mir sofort die von Frost durchzogene Luft entgegen. Bis jetzt hatte es noch nicht geschneit doch es war inzwischen so kalt, dass der nächste Niederschlag definitiv Schnee sein wird. Die Bäume die auf den kleinen Wiesenstücken vor dem Torstall standen hatten schon lange ihre Blätter verloren. Ich ging nach links und lief zum Hallenauslauf. Die meisten Pferde in den Ausläufen waren am Frühstücken und vereinzelt lagen sie noch im kuscheligen Stroh und dösten ein wenig. Cremella, Minnie Maus, Monty und Ursel - die Bärengöttin standen an der Heuraufe und mapften zufrieden ihr Frühstück. Ich betrat das Paddock und ging in den Unterstand. Baroness lag noch im Stroh und Nurja stand daneben und knabberte ein wenig Stroh. “Guten morgen ihr hübschen” raunte ich den Stuten entgegen und Baroness spitze Aufmerksam die Ohren. Ich ging ein paar Schritte näher und kraulte erst kurz Nurja hinter den Ohren, bevor ich mich neben Baroness of the Guard setzte. “Na meine hübsche, hast du gut geschlafen?”, ich redete ein wenig mit der Stute und kraulte sie. Als wir genug gekuschelt hatten stand ich auf und Baroness tat es mir gleich. Die Fellponystute folgte mir auch ohne Halfter. So gingen wir ohne Halfter aus dem Paddock zur Sattelkammer um das Halfter zu holen. Wie immer blieb die Stute brav vor der Sattelkammer stehen und zupfte ein wenig am Gras das am Zaun wuchs. Ich holte Halfter und Putzbox aus ihren Spind und begann die Stute gründlich zu reinigen, nachdem ich sie angebunden hatte. “Du hast ja Strohextensions Nessi”, sagte ich belustigt als ich der Schimmelstute ein Strohhalm aus dem Schweif zog. Nachdem die Stute sauber war brachte ich den Putzkoffer weg und holte ihre Trense und ihre hübsche Abschwitzdecke. Nachdem Nessi eingedeckt und getrenst war schwang ich mich auf ihren Rücken. Wir ritte gemütlich im Schritt vom Hof Richtung Berge. Nach einer halben Stunde waren wir an unserer Galoppwiese angekommen. Baroness hatte aufmerksam die Ohren gespitzt und ihr war anzumerken das sie es kaum erwarten konnte. “Na los Nessi”, ich ließ die Stute laufen. Der Schimmel gab vollgas und ich spürte die kräftigen Bewegungen unter mir und die Atemwölckchen von Nessi schwebten in der Winterluft. Und auf einmal begannen Schneeflocken vom Himmel zu kommen. “Wow, ist das schön” flüsterte ich Baroness zu die nochmal zum Endspurt ansetzen. Auf der höchsten Stelle des Hügels hielt ich sie an. Ich liebe diese Stelle, da man von hier aus das Gestüt und die wunderschönen Berge drumherum sehen konnte. Baroness stand ganz still als genieße sie auch die Aussicht und alles was man hörte war ihr Atem. Und der Schnee fiel leise zu Boden und bildete eine weiße Schicht auf der Umgebung.

      Nach einer Weile ließ ich die Stute den Hügel langsam wieder hinunterlaufen und wir ritten zurück zum Stall. Dort angekommen trenste ich die Stute ab und deckte sie um, da es nun doch recht kalt war. Baroness hatte zwar ein dickes Fell doch bei den Temperaturen wurde es auch damit schwierig. “Ah du bist zurück”, hörte ich auf einmal Hazel. “Ich wollte Miss Monty gerade holen, der Hänger ist schon fertig gepackt”. “Super dann hol dein Pony und dann geht´s los”. Ich ging schon mal zum Hänger und es dauerte nicht lange bis Hazel mit dem kleinen gescheckten Pony kam. Schnell war Monty verladen und so ging es auf den Weg zu Alec.

      Auf dem Stàballan Madadh-Allaidh angekommen luden wir Monty aus und da Alec noch mit ZM’s Zanaro beschäftigt war, schlug Anu uns vor die kleine noch einmal auf den Paddock zu stellen. Die kleine Stute bockte sich einmal richtig aus und begann dann den Schnee zu inspizieren. “Also Haze, ich glaube sie mag Schnee”, sagte ich und lachte, da die Stute gerade versuchte die Schneeflocken aus der Luft zu fressen. Wir wollten gerade in Haus gehen um dort auf den Junior Chef zu warten, da kam er aus der Halle geritten. “Ihr seid ja schon da”, sagte er und hielt neben uns an. “Und die kleine Miss Monty hab ihr auch dabei”. Monty hatte inzwischen den braunen Vollbluthengst bemerkt und kam an den Zaun um sich den Hengst genauer anzusehen. Zany streckte seine Nase nach ihr aus, worauf Monty gleich die Ohren anlegte. “Sie ist ja noch genauso zickig wie am Anfang.”, bemerkte Alexander. Magnus, Alecs Lebensgefährte, war inzwischen auch dazu gekommen. Wir tauschen noch ein paar Neuigkeiten aus wie es so auf den beiden Höfen lief. “Nagut, ich bringe den jungen Mann hier weg und dann zeige ich euch erstmal unsere beiden Neuzugänge.”, beendete Alec das Gespräch. “Oh, ja ich bin mal gespannt, ob die beiden so hübsch sind wie Luchy sagt.”, erwiderte Hazel. Wir begleiten Alec in die Stallgasse und halfen ihm den Hengst ab zu satteln und neu einzudecken. Danach machten wir uns auf den Weg zur Koppel. Dort standen auf einer der Koppeln die beiden braunen Hengste. Der eine war recht Hell mit einer hübschen breiten Blesse auf der Stirn, dazu hatte er drei weiße Beine. Der andere Hengst hatte einen schönen Schokoladenton mit hübschen Dappels einem weißen Fuß und eine süße schiefe Blesse. “Der Helle ist Aldaire, ein hübsche Berberwallach, und er ist einfach ein Goldschatz”, sagte Magnus. “Das andere ist meiner Chocolate Churro, er kommt aus einer Reitschule und hat sich leider ein paar Marotten angewöhnt”Alec erzählte uns noch ein wenig von den Pferde bevor wir die Pferde holten.Ich, der kein Pferd mitgebracht hatte bekam Torashko ausgeliehen. Der Tinker Mix war super sanftmütig. Alec nahm die hübsche Avicii mit und Eva wollte uns mit Fanya begleiten. Wir putzen und sattelte unsere Pferde und dann ging es auch schon los. Wir ritten eine schöne Strecke wo auch eine lange Galoppstrecke war. Ich unterhielt mich während des Ausritts ein wenig mit Eva, während Alec Hazel erklärte wie sie besser mit der kleinen Miss Monty arbeiten konnte. Tory hatte recht viel Go für einen Tinker und trotz seinen stolzen 21 Jahren schien er dennoch sehr fit zu sein. Miss Monty benahm sich recht gut aus dem Ausritt, was daran liegen könnte ,dass das Geländer ihr Spaß macht. Obwohl die Ponystute die kleinste war kam sie nur kurz hinter Avicii am Ender der Galoppwiese an. Fanya benahm sich sehr vorbildlich und ich freute mich zu sehen , dass die kleine Stute sich so toll entwickelt hat. Die Stute hat sich inzwischen von einem ängstlichen abgemagerten Pferd zu einer offenen Stute in einem recht gutem Trainingszustand entwickelt. Zurück am Hof sattelten Eva, Alec und ich unsere Pferde ab. Hazel nicht, da Alec sich noch einmal ansehen wollte wie Monty sich in der Halle benham. Nachdem Hazel fertig war durfte die Ponystute noch einmal aufs Paddock, wo sie sich erst einmal rumkugelte, bevor wir die Heimreise antraten.

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  • Album:
    Stàballan Madadh-Allaidh
    Hochgeladen von:
    Wolfszeit
    Datum:
    6 Jan. 2021
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  • ZM's Zanaro
    Zany
    Chipnr.: -

    Portrain folgt

    Stammbaum
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    von: Zazou
    von: Unbekannt aus der: Unbekannt
    von: Unbekannt aus der: Unbekannt von: Unbekannt aus der: Unbekannt

    aus der: Capallonia
    von:Thorondor aus der: Chayenne
    von: Nishane aus der: Therelmint von: Can't Resist xx aus der: Monsun xx

    Merkmale
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Geschlecht: Hengst
    Rasse: Englisches Vollblut
    Geburtstag: 08.04.2011 /8 Jahre
    Geburtsort: -
    Stockmaß: 166 cm
    Gewicht: 479 Kg

    Deck-|Langhaar: Braun|Schwarz
    Abzeichen|Scheckung: Blesse
    Gencode: EeAa

    Charakter & Vorgeschichte
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯

    Energiegeladen|frech|liebevoll|umgänglich

    Zanaro ist ein energiegeladener Junghengst, welcher es liebt, seine Freiheit auf der Weide voll und ganz auszukosten, dort kann er sich manchmal frech zeigen. Aber auf der anderen Seite ist er jedoch auch ein liebevoller Kerl, der sehr umgänglich ist, sowohl mit seinen Artgenossen als auch mit seinen Menschen. Zanaro lässt sich super händeln. Er wird sicherlich noch viel Freude bringen, wenn er erst einmal auf der Rennbahn oder auf dem Reitplatz loslegt. Der Hengst ist in sich geschlossen sehr wohlgeformt und korrekt gebaut. Zanaro zeigt schon jetzt ein Talent im Freispringen, gute GGA und eine schnelle Galoppade.

    Nach seiner Grundausbildung soll der junge Hengst nun auch Erfahrungen in der Vielseitigkeit, also sowohl Dressur als auch Springen, wie auch im Busch, sammeln. Ob er sich später für eine dieser Sparten besonders geeignet zeigt, muss noch abgewartet werden. Vielleicht stellt er sich auch als der Newcomer in der Vielseitigkeit heraus, zumindest bringt er die besten Voraussetzungen mit. Ist er doch ein aufgeschlossenes, ausdauerndes und engagiertes Pferd.

    Gesundheit
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Gesamteindruck: Gesund
    Krankheit: keine
    Hufbeschaffenheit: Gut
    Beschlag: Vorne & Hinten |Eisen mit Stollen

    Ausbildung & Potenzial
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Springen: M
    Military: L
    Dressur: A
    Rennen: A
    Distanzrennen: E
    Fahren: L

    Siege
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    Zuchtinformationen
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    Schleife:
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    Gekört: Ja
    Gewinnerthema: HK 509
    Vorgesehen für die Zucht: Ja
    In der Zucht:
    Decktaxe: 0 Joellen

    Nachzucht: 0/10

    Besitzerlegende
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Besitzer/Besitzerin: Wolfszeit
    Vorbesitzer/Vorbesitzerin: Canyon
    Verkaufsrecht/Ersteller: Kira

    Unterbringung: Box mit Stroh, ganztägiger Weidegang
    Reitbeteiligung/Trainer:
    Zu verkaufen: Nein
    Kaufpreis:/

    Spind/Pferdepass/PNG/Puzzle PNG