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sadasha

♛ Scarlet in Birth

Englisches Vollblut | Stute | Brauner

♛ Scarlet in Birth
sadasha, 21 Feb. 2017
    • sadasha
      Verjährte Pflege
      11. März 2016 von Vhioti
      Fox Woods Stable

      Ich war mir immer noch nicht sicher, ob das eine gute Entscheidung war, aber als ich den Namen des zu verkaufenden Stalles las, war ich Feuer und Flamme. Das kleine Gut mit einer Rennbahn und einem Ententeich sprach mich sofort an. Wo ich die ganze Zeit war? Überall und nirgends. Nach meinem erneuten Umzug hatte ich eine so derartig schreckliche Schaffenskrise, dass fast alle Pferde einen neuen Besitzer bekommen hatten, und ich mit Pünktchen und seiner neuen Genossin Polka einfach durch Europa gezogen waren. Der Gute hatte jetzt sogar einige Turniererfahrungen sammeln können, und obwohl er noch nicht in den Zuchtbüchern eingetragen wurde, bekomme ich gelegentlich Anfragen. Aber das malerische Gestüt in England hatte mich wie gesagt aus dem Kummer herausgerissen, und so war ich spontan bereit, das kleine Gut zu kaufen und noch dazu als "Startkapital im liebsten Wettsport der Briten" zwei hübsche englische Vollblüter erhalten. Occulta Smith, eine der bekanntesten Vollblutzüchter und -trainer überhaupt, hatte mir ihre Cremellostute Shio überlassen, und von einem ansässigen Züchter bekam ich die erste Jungstute von einer seiner Zuchtstuten. Scarlet in Birth unterschied sich von Shio wie die Sonne vom Mond, aber beide bargen ein großes Talent, so dachte ich zumindest.
      Fox Woods Stable war sehr simpel auf einem annehmbar großen Grundstück aufgebaut. Entlang der Einfahrt waren die derzeit einzigen zwei Weiden (Pünktchen hatte die Hengstweide für sich alleine), und auf dem großen Platz gab es nur drei Gebäude; das Hauptgebäude mitsamt Büro ganz zentral, der Stall mit Putzplatz, Sattel- und Futterkammer links; ein kleiner Paddock begann dahinter) und die für meine Verhältnisse winzige Reithalle mit Platz für max. 3 Pferde auf einmal, aber so wie es aussah, kamen die Umbaumaßnahmen gut vorran. Polka und Pünktchen standen schon auf ihrer Weide, nur Shio und Scarlet durften mit mir gemeinsam die Rennbahn begutachten. Es war schwer, die doch kleinen Stuten ruhig am Strick zu führen, aber immerhin - auf der Weide konnten sie sich nun austoben.
      Der erste Tag konnte beginnen

      10. Mai 2016 von Sammy

      Pflegebericht
      Scarlet in Birth, Shiryō, Polka Dot, Pünktchen & Ravenclaw

      Fröhlich vor mich hinpfeifend bog ich auf die Zufahrt zu Vhioti`s Gut ein. Es war nicht gar so einfach zu finden gewesen, doch dank meinem Navi stellte ich nun mein Auto ab. Heute sollte ich mich um ihre Pferde kümmern und wie immer freute ich mich sehr darauf, neue Vierbeiner kennen zu lernen. Vhioti kam mir bereits entgegen und meinte: "Hey Sammy! Du ich hab leider kaum Zeit, ich würde dir einfach schnell den Stall und die Sattelkammer zeigen, damit du weißt wo du alles findest? Tut mir wirklich Leid, dass das jetzt so schnell gehen muss." Ich winkte lachend ab, schließlich war ich auch schon so manches Mal beinahe in meiner Arbeit ertrunken. Ich folgte Vhioti in ihren Stall, ließ mir alles zeigen und verabschiedete sie kurz darauf schon wieder. Es war ja erst sehr früher Mittag, doch ich machte mich sofort an die Arbeit. Die Pferde waren bereits draußen auf den Koppeln, also schnappte ich mir als erstes eine Mistgabel und die Schubkarre und begann mit dem Ausmisten der fünf Pferdeboxen. Als das geschafft war, warf ich in jede der Boxen einen Arm voll Heu und kontrollierte die Wassertränken. Anschließend hatte ich mir erst einmal eine kurze Pause verdient.
      Während ich herzhaft in mein mitgebrachtes Brot biss und meine Wasserflasche fast in einem Zug leerte, schlenderte ich in Richtung der Koppeln um mir nun endlich die Pferde anzusehen. Da es noch recht früh war, würde ich auch versuchen mit jedem ein bisschen zu arbeiten, bevor ich sie zurück in ihre Boxen verfrachtete. Vhioti hatte mir via E-Mail bereits ein paar Informationen über jedes Pferd zukommen lassen und ich hatte keinerlei Probleme damit, ihre hübschen Vierbeiner zu identifizieren. Als erstes fiel mir ein gepunktetes Pony ins Auge, Polka Dot. Mit dem süßen Stütchen würde ich beginnen. Ich ging auf die Weide und streckte Dot ein Stückchen Karotte entgegen und hakte dann den Führstrick ins Halfter der kleinen Stute. Laut Vhioti musste ich bei der Maus ein wenig aufpassen, da ihr Hobby darin bestand, Halfter anzuknabbern. Und ich hatte wahrlich keine Lust darauf an diesem Tag einem kleinen ausgebüchsten Pony nachzulaufen. Den Putzkasten hatte ich schon bereitgestellt, also begann ich in Ruhe das Pony zu putzen. Als das gepunktete Fell von Polka Dot wieder glänzte, bekam das Stütchen einen Kappzaum auf, in den ich die Longe einhakte. Ein paar Minuten später erreichten wir die Reithalle und ich ließ die Stute im Schritt um mich herum gehen. Dot arbeitete gut mit, änderte das Tempo zuverlässig auf meine Stimmkommandos hin und war auch sonst sehr aufmerksam. So beendete ich das Training schon zwanzig Minuten später, immerhin hatte ich noch vier weitere Pferde, um die ich mich kümmern sollte. Ich befreite Dot von der Ausrüstung, putzte das Stütchen nochmals kurz über und brachte sie dann in ihre Box.
      Als nächstes war das Englische Vollblut Scarlet in Birth an der Reihe. Mit der Stute würde ich ein wenig Dressur machen, da dies laut Vhioti eine recht große Baustelle war. Außerdem wollte ich mit einem mir völlig unbekannten Pferd natürlich nicht alleine auf die Bahn gehen. Scarlet ließ sich brav von der Koppel holen, putzen und aufsatteln. Auch mit der Vollblutstute ging ich in die Halle. Dort angekommen stellte ich Scarlet auf der Mittellinie auf, gurtete nach, stellte die Steigbügel auf meine Länge ein und schwang mich anschließend in den Sattel. Ich wärmte die Stute langsam auf, wobei ich viele Biegungen und Wendungen sowie Übergänge einbaute, damit die junge Stute bei mir blieb und nicht versuchte ihren eigenen Kopf durchzusetzen. Ihr Trab warf mich einen gefühlten Meter aus dem Sattel, doch ich schaffte es, ihr Tempo durch schier unzählige Übergänge so zu verringern, dass ich einigermaßen bequem sitzen konnte. Das war natürlich immer noch weit von einem gemütlichen Trab entfernt, doch laut Vhioti begann Scarlet`s Dressurtraining ja auch gerade erst. Wir beendeten das Training nach einem besonders weichen Übergang und ich lobte das Stütchen liebevoll, bevor ich aus dem Sattel rutschte. Auch Scarlet bekam eine weitere kurze Putzeinheit, bevor die Stute in ihre Box durfte.
      Wieder bei den Koppeln angekommen, überlegte ich nicht lange. Ich würde mit dem zweiten englischen Vollblut, Shiryo, einen kleinen Spaziergang machen. Die schöne Cremellostute musterte mich durchdringlich mit ihren blauen Augen, als ich auf sie zuging, um sie von der Koppel zu holen. Shio folgte mir brav, ich merkte jedoch schnell, dass dieses Pferdchen nicht auf Schmusestunden aus war. Also putzte ich Shio, kratzte die Hufe aus und verlas Mähne und Schweif. Dann verließ ich mit der Stute im fleißigen Schritt den Hof. Shio ging brav neben mir her und blieb nur ein mal ruckartig stehen, als ein Vogel aus dem Gebüsch aufflog. Ansonsten verlief unser kleiner Spazierung aber sehr ruhig und ich kehrte konzentriert und frisch auf das Gut zurück. Manchmal war solch eine kleine Auszeit einfach genau das, was ich brauchte. Ich brachte Shio zum Putzplatz, bürstete nochmals über ihr seidiges Fell und stellte auch sie in ihre Box.
      Fehlten nur noch der Knabstrupper Pünktchen und das Hengstfohlen Ravenclaw. Da ich das junge deutsche Reitpferd nicht völlig alleine draußen stehen lassen wollte, begann ich mit Ravenclaw. Das hübsche Rappfohlen drückte sofort sein weiches Mäulchen in meine Hand und ich verliebte mich auf Anhieb in den Hengst. Demnach ließ ich mir beim Putzen auch extrem viel Zeit und erfreute mich daran, wie sehr das Hengstchen die Zuwendungen genoss. Da ich mich tatsächlich ein wenig vertrödelte, fiel das Training mit Ravenclaw dann ein bisschen kürzer aus. Ich machte nur ein paar einfache Führübungen und brachte das Schnuckelchen dann in seine Box, um mich Pünktchen zu widmen.
      Für den Knabstrupper baute ich eine Gasse mit Hindernissen auf, da ich mit ihm ein wenig Freispringen machen wollte. Der Hengst war wohl nicht ganz einfach im Umgang und ich war gespannt was mich erwartete. Das hübsche Pünktchenpferd erwartete mich dann auch tatsächlich mit angelegten Ohren, als ich ihn von der Koppel führen wollte. Ich konnte ihn mit einer Karotte bestechen, doch auch während des Putzens schnappte er immer wieder nach mir. Mein Opa hatte für solche Unarten ein etwas ekliges, aber sehr wirksames Mittel benutzt: Er hatte unserem bissigen Ponywallach einfach eine mit Senf gefüllte Schweineblase hingehalten, als der nach ihm schnappte. Das war das letzte Mal gewesen, dass der Wallach versucht hatte zu beißen. Leider hatte ich jetzt natürlich keine solche Möglichkeit, also bekam der Hengst einen leichten Klaps auf die Nase, als ich ein weiteres Mal zur Seite hüpfen musste. Als ich Pünktchen endlich in der Halle hatte, war der Hengst dann wie ausgewechselt. Er ließ sich brav aufwärmen und legte sich in der Sprunggasse richtig ins Zeug, sodass ich auch dieses Training sehr zufrieden beenden konnte. Nachdem auch Pünktchen ordentlich versorgt war, fütterte ich alle Pferde, wuschelte jedem - außer Shio- nochmal durch den Shopf und verließ dann Vhioti`s Gut, um auf meinen eigenen Hof zurückzukehren.

      06. September 2016

      Exhausting

      Bei vier Fohlen und zwei Neuzugängen, die eingewöhnt und in den Alltag integriert werden müssen bleibt nicht viel Zeit um über anderes nachzudenken. Die Therapie steckt aktuell auch fest. Ich mein, es geht mir gut... aber Erinnerungen kamen bisher nur wenige zurück. Mit den Pferden bin ich wieder vertraut wie eh und je. Meinem Bein geht es ebenfalls wieder gut. Meine Eltern halten wieder Ausschau nach Pferdetrainern und geben mir immer kurz vorher Bescheid, wenn einer kommt. Zuletzt kam spontan jemand um den Reitponyhengst PFS' Heart of Ocean im Fahren zu trainieren. Er macht es einem nicht leicht, aber er wurde so vorsichtig herangeführt, wie es eben möglich war. Seit gestern ist Ocean offiziell eine Leistungsklasse aufgestiegen. An Iceflower und Princess Sansa kommt er damit zwar nicht heran, aber Eismärchen würde bald ebenfalls auf das A Niveau gebracht werden und dann könnte man daraus ein Gespann bilden. Mal sehen ob das klappt. Noch liefen sich die beiden Tigerschecken nur äußerst selten über den Weg. Die gekrönten Reitponystuten jedenfalls hatte ich meiner Kollegin in Deutschland vermacht. Iceflower und Princess Sansa würden es bei Joicy gut haben.
      Die Fohlen Raving Hope Slayer, Bearing Spots und PFS' Savory Blossom entwickelten sich gut. Herausragend waren sie alle auf ihre eigene Art. Bear Totem's Denali, Arcany und Slap Happy waren wieder vollwertig einsetzbar im Reitsport. Isaac und Gine hatten reichlich zu tun. Ich natürlich auch. Wobei sich meine Arbeit eher bei den Hengsten abspielte, so gerne ich auch mehr Zeit für Scheppi hätte, im Moment war es nicht drin sich ausführlich um meine erste Stute zu kümmern. Nun hatten wir auch noch Scarlet in Birth da, an der Isaac einen Narren gefressen hatte. Moulan war wieder so fit, dass sie auch recht gute Zeiten einlief auf der neuen Rennbahn. Chuckling Dancing Mess brachte gute Leistungen wie immer. Jeder mag Missy. Vielleicht würde sie bald den Besitzer wechseln.
      Mr. Raw Depression, CHH' Lamperd und Pendragon standen gut im Training, da sie für die Decksaison natürlich gut aussehen sollten. Besonders beschäftigte mich bei den Hengsten Majd, den ich vermehrt auf Turnieren vorstellte. Der Araber sammelte so fleißig Punkte, dass er wohl bald für die Hengstleistungsprüfung bereit war. Zu Come Back Cupcake und Samson gesellten sich nun auch zwei Jungpferde: Mephisto und Vikar. Die beiden Gypsy Cobs legten den Grundstein für eine neue Zuchtrasse auf dem Gestüt. Beide Junghengste waren sehr vielversprechend. In erster Linie durften sie aber Kind sein und wuchsen bei den Freizeitpferden auf, weil die Weide für Jungpferde noch im Aufbau war. Eigentlich fing gerade die Phase der Zucht an, in der die Pferde zu 90% zuchtfertig waren, die Ställe gut bestellt, das Personal glücklich und die Kunden ebenfalls. Eigentlich. Uneigentlich fing das Chaos jetzt erst so richtig an. An allen Ecken wurde gebaut. Die Youngsters sollten nicht nur eine eigene Weide, sondern auch einen großzügigen Offenstall bekommen. Nächstes Jahr kamen schon die nächsten Fohlen und dann würde es eng werden, sollten die Ein-, Zweijährigen keinen Platz machen können.
      Das alles heruntergerattert aufzuschreiben zeigt einmal mehr wie hektisch die Tage sind. Die Veränderung klopft von allen Seiten an und verlangt nach Einzug. So schnell konnte ich garnicht laufen um allen gerecht zu werden. Bei weitem nicht. Aber ich tat mein bestes. Heute Stand die Vorbereitung für neue Fohlen an. Sieben Fohlen sollten nächstes Jahr hier zur Welt kommen, wenn alles gut ging. Sieben. Alle außer eines von fremden Stuten, sodass ich zum Teil fremde Stuten auf dem Hof hatte und zum Teil sechs Monate, bis zum Absetzen, immer zwischen dem Hof auf dem die Stute stand und dem Bear Brook EC pendeln musste. Was für ein Spaß. Bei dem Gedanken lief es mir eiskalt den Rücken runter.

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      Haare raufend saß ich am Schreibtisch. Draußen war es bereits dunkel und man hörte nur hie und da ein Wiehern oder Schnauben der Pferde, die nachtaktiv waren. Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass es bereits 11pm war. Egal. Ein weiterer Schluck Kaffee würde mir wieder etwas Energie einhauchen. „Dein wievielter Kaffee ist das heute?“ Die sanfte Stimme Isaacs klang dumpf in meinen Ohren. Ganz so, als hätte ich es nur geträumt. Schließlich war ich alleine hier und alle anderen schliefen bereits tief und fest. Erst als er mir eine Hand in den Nacken legte schrak ich hoch. Das war definitiv eine bessere Methode um wieder wach zu werden, als abermals einen Schluck kalten Kaffees zu nehmen. Verwirrt drehte ich mich um und sah in ein fragendes, aber immer noch freundliches Gesicht. „Keine Ahnung.“ gab ich mit angeknackster Stimme zur Antwort. „Ich zähle nicht mehr mit.“ - „Du solltest schlafen, was machst du da?“ Neugierig wie er war beugte er sich über mich um zu sehen was ich gerade auf dem Bildschirm hatte. „Die Baufirma, hm?“ Die Stirn in tiefe Falten gelegt las er sich die Mail durch, die ich geöffnet hatte. Nickend klappte ich den Laptop zu. „Gibt es Probleme?“ fragte Isaac besorgt, dessen Hand noch immer auf meiner Schulter ruhte. Mit einer sehr langsamen Bewegung hob ich mich aus dem Stuhl und streckte mich in einem Zug. Ein paar der Rückenwirbel knackten vorwurfsvoll. „Hunter?“ Isaac sah mich noch immer fragend an. „Bitte?“ fragte ich, da ich schon wieder vergessen hatte was er wollte. „Schon gut.“ Jetzt grinste er wieder. „Sagmal willst du heute nicht nach Hause?“ Nun war es an mir ihn verwirrt anzusehen. Es war spät und er noch auf dem Hof. Sein Heimweg daurte rund eine Stunde. Das lohnt sich schon fast nicht mehr für ihn überhaupt loszufahren, falls er noch Schlaf haben wollte. Dann bemerkte ich dass er sowieso den Kopf schüttelte. Gut... war das geplant? „Findest du dein Zimmer oder soll ich dir eine Wegbeschreibung geben? Du siehst aus als würdest du nichtmal den Weg zur Tür finden.“ Belustigt deutete er auf die Tür hinter sich. Ich schnaubte verächtlich. „Danke ich komme zurecht.“ Kam ich nicht. Aber das würde ich niemals zugeben. „Gute Nacht, Isaac.“ beendete ich das merkwürdige Gespräch, klemmte mir den Laptop unter den Arm und schlenderte aus dem Wohnraum um ins Bett zu gehen. Die dumpfen Schritte von Isaac verrieten mir dass er auch schlafen ging. Allerdings führte ihn sein Weg in eines der Gästezimmer. Warum schlief er noch gleich hier, diese Nacht?
      Am nächsten Morgen wurde ich unsanft aus dem Schlaf gerissen, als meine Mutter ins Zimmer platzte. „Deine Therapeutin ist da!“ Stöhnend zog ich mir das Kissen über den Kopf. „Wie spät?“ fragte ich, bekam jedoch keine Antwort mehr. Nach ein paar Sekunden Halbschlaf richtete ich mich auf und sah aus dem Fenster. Regen... Großartig. Kein Wunder, dass ich nicht wach werde. „Es ist 9am, Hunter.“ Das war nicht meine Mutter. Hektisch sprang ich auf, wandte mich um und riss dabei mein Smartphone vom Nachttisch. Kerry Robertson lachte und sprach sanft weiter. „Guten Morgen!“ Perplex starrte ich sie an. Mittlerweile hatte sie sich an den Rand meines Bettes gesetzt. Was zur Hölle?! „Setz dich, wir müssen reden.“ - „Darf ich mich vielleicht erstmal fertig machen und einen Kaffee holen?“ fragte ich ein wenig schroffer als gewollt. Sie wandte sich um und sah mich herrisch an. „Nein. Setzen!“ Stumm platzierte ich mich neben ihr und starrte auf den Boden vor uns. „So... Man sagte mir du schläfst kaum und arbeitest dich stattdessen lieber kaputt?“ Finster sah ich auf. „Ist das etwas Neues?“ In ihrem Blick erkannte ich, dass sie mir am liebsten irgendwas über den Kopf gezogen hätte für diesen Spruch... einen schweren Atlas oder einen Ziegelstein vielleicht? „Hunter, ich hab die Macht dich in eine Anstalt zu versetzen. Verscherz es dir nicht mit mir.“ Mit vollster Genugtuung sah sie wie ich mich etwas aufrappelte und sie aufmerksam ansah. „Gut so.“ - „Mach dich fertig, wir sehen uns im Stall.“ Ohne eine Antwort abzuwarten stand sie auf und verschwand. Was war das denn für eine Aktion? Was ist los mit den Menschen?

      Eine kalte Dusche und ein Kaffee weckten die letzten müden Glieder in mir und gut eine halbe Stunde nach Kerrys Auftauchen stand ich auf der Stallgasse. Die Pferde waren schon gefüttert und im hinteren Teil des Stalls stand Kerry zusammen mit Gine. Die beiden hatten Pendragon und Ocean geputzt und gesattelt. Die Hengste vertrugen sich und standen mehr oder weniger ruhig da, während Majd in seiner Box am Rad drehte. Neugierig trat ich an die beiden Frauen heran. „Hey Hunni, ich mach heute die Jungpferde, Isaac ist mit den Stuten beschäftigt und dein Vater hat Lamperd schon zur Rennbahn gebracht und longiert gerade Ray ab.“ erklärte sie mir in einer unmenschlichen Geschwindigkeit. „Und warum stehen die beiden hier gesattelt rum?“ fragte ich als ich alles verarbeitet hatte. „Weil wir jetzt einen Ausritt machen.“ antwortete Kerry. Ich lachte kurz, bis ich erkannte dass sie das ernst meinte. „Ich dachte du reitest nicht?“ fragte ich verwirrt. Sie lächelte und stieg auf Pendragon. „Einen gemütlichen Ausritt kriege ich gerade so noch hin. Los, Aufsitzen!“ Seufzend stieg ich in den Sattel. Gine hatte sogar die Steigbügel schon auf meine Länge eingestellt. „Wohin solls gehen?“ fragte ich während wir auf den Innenhof ritten. Kerry zuckte mit den Schultern. „Irgendwo hin wo es schön und ruhig ist.“ - Wald... dachte ich. Aber auf freiem Feld würde ich mich wohler fühlen, also ritt ich über die große Einfahrt vom Hof und überquerte mit Kerry die Straße. Rechts lag nun ein Rapsfeld und links eine Wiese, die erst gegen Jahresende bestellt werden würde. Es regnete übrigens noch immer, aber so schwach, dass sich das Wasser nur schleichend durch die drei Lagen Stoff grub. Einige Minuten ritten wir schweigend hinterinander her. Irgendwann trabte Kerry Pendragon an und holte auf um mit mir sprechen zu können. „Kann man irgendwo Rast machen?“ fragte sie nur. Misstrauisch sah ich sie an. „Der See ist etwa zehn Minuten entfernt.“ Zufrieden grinste sie mich an. Bis zum See sagte niemand ein Wort. Erst als wir ankamen und Kerry abstieg ergriff ich das Wort. „Was hast du vor?“ mir war mulmig. Beim See war ich schon sehr lange nicht mehr, irgendwas hielt mich fern von hier. Das hatte sich nicht geändert. Alles in mir schrie danach wieder zu gehen. „Ich möchte nur mit dir reden, komm schon.“ aufmunternd sah sie mich an. „Steig schon ab.“ Während sie Pendragon abstellte, stieg ich ab. Ocean stellte ich gleich neben den Braunen. „Komm her und setz dich.“ Kann die auch was anderes sagen? Wortlos setzte ich mich neben sie und starrte mit ihr auf die glitzernde Wasseroberfläche des Sees. „Schön oder?“ fragte sie immer noch glücklich. „Wieso bist du so angespannt? Was erwartest du?“ Sie hatte meinen Blick bemerkt und sich nun etwas mehr an mich gewandt. „Keine Ahnung.“ murmelte ich ohne aufzusehen. „Kannst du schwimmen?“ Mit dieser Frage hatte sie etwas in mir zerbrochen. Ich konnte nichtmal sagen was es war. Was ich wusste war, dass mir jetzt tausende Gedanken durch den Kopf schossen. Alle drehten sich um den See und um die Erinnerung an einen Tag... Erst als Kerry mich erneut ansprach konnte ich klarer denken. „Komm ins Wasser. Das wird dir gut tun.“ Ungläubig sah ich sie an. Sie war mitsamt Kleider einfach in den See gegangen und ein bisschen rausgeschwommen. Das nannte sie Therapie? „Was für eine Methode ist das?“ fragte ich immer noch abgeneigt. Was auch immer sie versuchte, es klappte nicht. „Konfrontationstherapie, Hunter. Komm her, dann erkläre ich es dir.“ sagte sie ruhig und damit so leise, dass ich es fast nicht verstand. Ein hilfesuchender Blick zu den Pferden verriet mir, dass es wohl kaum einen Weg gab der mich am eiskalten Nass vorbeiführte. Langsam tastete ich mich ans Wasser heran bis ich mich schließlich ans Ufer setze. „So jetzt bin ich nass, reicht das?“ - „Nein.“ Ich seufzte schwer und schwamm zu ihr. Wieder schossen Erinnerungen an mir vorbei. Sie waren sehr wage, aber ich wusste jetzt dass ich mit Catalina hier war. Das war damals unser erstes 'Date'. „Können wir wieder an Land? Das Wasser ist eiskalt.“ - „Man gewöhnt sich aber daran.“ warf Kerry ein und grinste mich an. „Willst du dann reden?“ Ich nickte stumm und schwamm zurück. Angestrengt versuchte ich meine Gedanken zu sortieren bis Kerry ebenfalls an Land kam und sich mir gegenüber setzte. „Also?“ fragte sie und suchte meinen Blick. Ich nahm einen tiefen Atemzug bevor ich anfing ihr von dem Tag mit Catalina zu erzählen. Je mehr ich darüber sprach, desto mehr Details fielen mir ein. Am Ende des Tages hatte ich ein klares Bild meiner toten Freundin im Kopf. Sie hatte lange dunkle Haare, dunkler als Kerry und länger. Sie hatte dunkle, fast schon schwarze Augen. Wenn sie sauer war konnten sie sehr bedrohlich wirken. Sie war ein ganzes Stück kleiner als Kerry. Halt. Was mache ich da? Ich kann doch meine tote Freundin nicht mit meiner Therapeutin vergleichen! Erschrocken und verwirrt über diese Gedanken wich ich Kerrys Blicken aus. „Das war gut, Hunter.“ klang die viel zu ruhige Stimme in meinem Ohr. Catalina war da anders... Aber da durfte ich nicht dran denken.
      Wir beide froren wie bekloppt. Wir konnten von Glück reden, dass es aufgehört hat zu regnen und wir wenigstens ein bisschen in der Sonne trocknen konnten bevor wir wieder zum Stall ritten. Ocean und Pendragon freuten sich als wir wieder aufbrachen. Zwei Stunden gesattelt am See zu stehen war sicherlich keine angenehme Beschäftigung für die Hengste. Den Rückweg über sagte wieder niemand ein Wort. Erst als wir die Pferde abgesattelt und in die Boxen gebracht hatten nahm Kerry wieder das Gespräch auf. „Ich glaube, Hunter... Dass die Therapie bald beendet werden kann.“ sagte sie mit einem Gesichtsausdruck der sich nicht entscheiden konnte ob er glücklich oder traurig war. Was war das für ein seltsames Lächeln? „Glaubst du...“ gab ich brummend zurück, während ich Pendragons Halfter an seine Box hängte. Sie nickte stumm. Ungewöhnlich. Wieso sprach sie nicht, hat es ihr die Sprache verschlagen? Als ich mich umdrehte wich sie meinem Blick aus. „Was ist los?“ fragte ich stirnrunzelnd. „Nichts.“ der Unterton der ihrer Stimme mitschwang verhieß nichts Gutes. Ich machte mir nichts daraus und zuckte mit den Schultern. „Nun, hast du Hunger? Ich kann was kochen.“ Wenn man das so nennen konnte. Ich war ein grausamer Koch. Meine Mutter hatte heute keine Zeit dafür und wir waren eher von unserem Ausflug zurück als ich erwartet hatte. Noch immer schwirrten mir die Bilder von Catalina durch den Kopf, aber es ging mir ganz gut damit. Vermutlich würde ich erst heute Abend Gelegenheit bekommen das alles zu sortieren um schlussendlich daran zu verrecken. Seis drum. Kerry lehnte ein Essen ab und fuhr stattdessen wieder ab. Die Therapietage waren immer merkwürdig, aber so schlimm wie heute war noch keiner. Irgendwas stimmte nicht.
      Am nächsten Morgen stand ich freiwillig schon um 4am auf. Ich konnte so oder so nicht schlafen, wenn ich alle halbe Stunde auf die Uhr sah. Wie erwartet hatten mir die Gedanken den Schlaf geraubt. Mit Catalina hatte ich nun abgeschlossen. Mir ist einiges wieder klar geworden und es war eine riesige Last die mir da von den Schultern fiel. Dadurch dass Catalina nun auch schon eine Weile tot war und ich sie so lange verdrängt hatte konnte ich nichtmal traurig sein, dass das was war jetzt nicht mehr ist. Es war wie ein Buch, dass ich nun zuklappen konnte. Viel mehr Kopfzerbrechen bereitete mir Kerry, die sich so seltsam verhalten hatte, dass ich sie am liebsten angerufen hätte. Vermutlich hätte das aber den falschen Eindruck gemacht. Sie war nur meine Therapeutin, keine Freundin. Die Distanz hatte sie bisher immer gewahrt und ich würde sie nicht durchbrechen. Dankbar war ich ihr trotzdem. Der Alltag ließ sich nun trotz der Schlafstörungen einigermaßen gut meistern und laugte mich nicht mehr allzu sehr aus.
      15.822 Zeichen | sadasha

      Letzter Tierarztbesuch

      24. Mai 2016 von Jackie
      Tierarztbesuch - Routineuntersuchung, Impfung & Wurmkur
      5113 Zeichen

      Nachdem Ty mit Cassandra zurück in der Klinik war, sah er einen Jeep vor dem Gebäude stehen. "Nanu ?", ein Hänger war am Wagen befestigt auf dem die Aufschrift 'BearBrook EC' stand. "Hunter!", dachte Ty auf der Stelle. Schnell ging er zum Jeep um nach dem bärtigen Mann zu suchen. Hunter schien hinterm Steuer eingeschlafen zu sein, anscheinend wartete er schon etwas länger auf die Beiden. "Hallo!!", Ty klopfte an die Scheibe und presste seine Nase gegen das Glas. Als Hunter blinzelnd zu sich kam, erschrak er als er Tys Gesicht erblickte und stoßte sich den Kopf an der Decke des Autos. "AAU", schrie er und sah noch immer etwas verwirrt aus. "Hey! Ich hatte nicht vor dich zu verarzten. Was ist passiert ? Warum bist du hier ?", langsam kam Hunter zu sich und kurbelte das Fenster runter um besser mit dem jungen Burschen reden zu können. "Ich wollte jemanden besuchen kommen, da dachte ich mir - Nehme ich doch mal Scarlet mit und lasse sie Untersuchen.", er lächelte. Ty stützte sich am Rahmen ab um besser sprechen zu können. "Fehlt ihr denn etwas ?" - "Nein. Zumindest glaube ich das", dann kurbelte er die Scheibe wieder hoch und stieg aus dem Wagen. "Sollen wir dann mal anfangen ?", drängelte Hunter gut gelaunt. "Ja! Cassandra kannst du mir die Sachen reichen wenn ich dir bescheid gebe ?", das Mädchen nickte und wartete auf weitere Anweisungen. Ty half Hunter beim ausladen der Stute und staunte nicht schlecht als er das edle Tier erblickte. "Mensch sieht die schick aus!", Hunter hob seine Augenbrauen und sagte mit einem stolzen Unterton: "Ja, nicht wahr. Sie ist ein wahrer Champion Scarlet hat für ihr junges Alter sogar schon ein Turnier gewonnen! Deswegen wollen wir sicherstellen, dass es ihr gut geht und sie impfen und ne Wurmkur geben. Ty nickte und bat Hunter sie einmal vorzuführen. "Gang sieht gut aus, aber mir fällt sofort auf dass sie zu mager ist. Schau mal die Rippenkonturen dürfte man eigentlich nicht sehen und wenn man genau hinsieht, sieht man kein Kammfett. Ich spüre auch den Halswirbel vom Pferd, das dürfte nicht sein. Sie sieht insgesamt etwas eingefallen aus. Was gibst du ihr zufressen?" - "Heu und Hafer", antwortete Hunter etwas unsicher. "Ok. Sowas kommt vor, vielleicht weil sie von sich aus sehr sportlich ist du kennst ja Vollblüter, da ist es nicht gerade all zu leicht zu erkennen ob das Pferd jetzt sportlich oder mager ist. Geb ihr einfach die doppelte Ration Hafer für einige Wochen und ihre Figur wird sich bessern". - "Ok", sagte Hunter etwas erleichterter als zuvor. "Wann wurde sie denn das letzte mal geritten ?", Hunter dachte nach und sagte schließlich "Ihr letztes Training war am 15. April diesen Jahres und zuletzt bewegt wurde sie am 10. Mai." - "Und wo steht sie unter ?" - "Auf einem Paddock" Ty notierte sich etwas in seinem Heftchen und fuhr schließlich fort. "So, ich werde jetzt aber ihren Körper abtasten". Beim abtasten von Rücken, Bauch und Beine, konnte Ty nichts finden. Schließlich griff er nach jedem Huf und beugte ihn zur Probe. "Hufe sehen auch gut aus! Keine Beschwerden". Ty ging zum Kopf des Pferdes, gerade als er mit den Fingern seitlich in ihr Maul eindringen wollte, zog die Stute ihren Kopf zurück und lehnte die Ohren an. Wütend stampfte sie mit ihren Hinterhuf und scharrte mit einem Vorderbein. "Sie kann manchmal echt stur sein!", entschuldigte Hunter sich und ruckelte ermahnend am Strick. "Reiß dich zusammen Scarlet!", schimpfte er und wartete darauf das Ty die Untersuchung fort fuhr. "Zähne sind in Ordnung. Siehst du Scarlet, kein Grund sich aufzuregen", sagte Ty beruhigend und griff nach einer kleinen Lampe um in die Augen und Ohren zu leuchten. Anschließend überprüfte er ihre Nüstern. "Sieht alles gut aus! Cassandra, du müsstest mir mal das Stethoskop rüber reichen". Das Mädchen bückte sich um nach dem Stethoskop zu suchen. Anschließend reichte sie es ihm rüber. "Atmung und Herzschlag sind in Ordnung. Cassandra, ich brauch das Thermometer". Ty bewegte sich zum Hinterteil der Stute, hob den Schweif an und wartete auf die Werte. "37,3°C Normaltemperatur. Sieht so aus als wäre Scarlet top fit, nur ein bisschen mager!" Hunter lächelte erleichtert. "Wie schön!", ehe Scarlet aber wieder in den Hänger konnte, befahl Ty Cassandra ihr die Wurmkur Oral zu verabreichen. Währenddessen wollte er die Impfstoffe zurechtlegen und einfüllen. Cassandras Versuch scheiterte kläglich, doch Ty befahl ihr nicht aufzugeben. "Das ist deine Aufgabe als Tierarzt", sagte er etwas amüsiert über ihre Versuche. Schließlich gelang es ihr die Paste ins Maul des Pferdes zu füllen und Ty konnte sich der Impfung widmen. Er spritzte einen Stoff gegen Tetanus, Influenza, EHV-1 & EHV-4, Tollwut und Druse. "Die nächste Impfung wäre in ca. 6 Wochen, danach erfolgt die Impfung in der Regel nur noch Jährlich." Ty gab der Stute einen kleinen Klaps auf den Hintern und sah zu wie Hunter sie zurück in den Hänger verfrachtete. Ty und Cassandra gingen wieder zurück in die Klinik nachdem sie sich von Hunter verabschiedet hatten. "Schau mal Cassy, jetzt hast du sogar dein erstes Pferd behandelt... bzw. eine Wurmkur verabreicht.
      © Jackie

      Aktuelle Pflege

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      26. Januar 2017 | 8861 Zeichen von sadasha
      Pflege für die Drum Horse und Vollblutzucht, sowie Come Back Cupcake, Arcany + Emrys


      Hunter | Aus irgendeinem Grund war Gine eifersüchtig auf Kerry. Das wusste ich nun. Kerry kam deshalb nur noch selten auf den Hof und Gine sprach kein Wort mehr mit mir, bzw. nur das Nötigste. Das hatten wir schon mal. In der Anfangszeit. Gine müsste mittlerweile wissen, das ich kein Interesse an ihr hatte. Isaac stand zwischen den Stühlen und machte stets einen auf diplomatisch: „Ich verstehe euch ja beide...“ Genervt ging ich meiner Arbeit nach. Dieses Jahr standen wieder einige Termine für meine Stuten an. Der Deckplan war eng gestrickt und je früher ich da Struktur reinbrachte umso besser. Neben den Deckterminen musste ich außerdem meine Jungpferde weiter bringen. Die Fohlen waren jetzt groß genug um langsam an Trense und Sattel gewöhnt zu werden, auch mit leichter Bodenarbeit konnte man anfangen. Allen voran lag PFS' Savory Blossom. Die Spotted Timeout Tochter war schon weiter als die anderen drei Jungpferde. Sie war allerdings auch die älteste. Die jüngste war CHH' Classic Spring. Doch sie holt gut auf und passt sich den nächst älteren Genossen an. Raving Hope Slayer und Bearing Spots waren in der Hinsicht sehr sozial und engagierten sich.
      Neu dazu gekommen, während meiner Abwesenheit sind Riven in a Dream und LMR Lady Luna. Die beiden bunten Vollblutstuten sorgten hier auf dem Hof bei ihrer Ankunft für Aufsehen. Niemand wusste davon und da ich nicht anwesend war und auch kein Mobiltelefon nutzen konnte, blickten meine Angestellten ins Blaue. Natürlich kümmerten sie sich sorgfältig darum die Stuten zu versorgen. Sobald ich wieder zu Hause war schickte ich Riven gleich wieder weg. Sie bekam eine privilegierte Ausbildung. In Norwegen wird sie nun auf ihre Zukunft vorbereitet. LMR Lady Luna wollte ich selber weiter fördern. Neben diesen Planungen schaffte ich es außerdem noch Moulanauf eine Zuchtshow zu bringen und vorzustellen. Hier warteten wir noch auf die Ergebnisse,Scarlet in Birth war auch bald soweit. Wenn ich so daran denke macht es mich sehr stolz zu sehen wie weit ich mit meiner Vollblutzucht schon gekommen war. Mit Slap Happy, Bearing Totem's Denali, Blütenzauber, CHH' Lamperd und Mr. Raw Depression hatte ich einen großartigen Start hingelegt. Mit der Unterstützung von Freunden und anderen lokalen Züchtern schaffte ich es weitere Anwärter zu gewinnen. Dank Isaac, Gine und meinen Eltern setzte sich außerdem der Gedanke in die Realität um eine Kaltblutrasse auf den Hof zu holen. Durch die Drum Horses hatten wir nicht nur eine sondern gleich drei mögliche Kaltblutrassen, nach denen wir Ausschau halten konnten. Iseabail, Lady Lyneth Bowen, Felan, Mephisto und Vikar hatten wir nun schon. Erstmal sollte es bei diesen fünf bleiben. Sämtliche Pferde aus dem Verkaufsstall hatten uns derweil verlassen. Die Konzentration lag also voll bei den eigenen Pferden. Um die Hand voll Einstaller kümmerten sich die jeweiligen Besitzer. „Hunger?!“ Meine Mutter hielt mir einen Teller Essen unter die Nase und riss mich damit aus meinen Tagträumen. „Ja, danke.“ sagte ich immer noch etwas verträumt und probierte von dem Essen. Meine Mutter verschwand sofort wieder. „Du solltest mal wieder mit uns essen.“ sagte sie noch, als sie den Raum verließ und schloss dann die Tür.


      Gine | Wie immer tat Hunter ganz so, als wäre er vollkommen unschuldig. Anstatt mal mit mir zu reden. Nein, der Herr bleibt stumm, wie immer. Was erwarte ich eigentlich? Und Isaac war noch schlimmer. Der schlug sich immer mehr auf Hunters Seite, dabei müsste er mich doch am besten verstehen... Wenigstens konnte ich mich mit der Arbeit ablenken. Hunter tat es mir gleich. Und dass Kerry nicht mehr so oft hier war kam mir auch zu Gute. Sie stand sowieso immer nur im Weg, wenn man die Pferde bewegen wollte. „Ich hab einen Tipp für dich.“ meinte Isaac plötzlich, der ebenfalls in der Reithalle war, als ich Arcany longierte. Emrys lief freudig nebenher. „Ach ja?“ meinte ich säuerlich. „Dann schieß mal los.“ Er schmunzelte. Wieso war er immer gut gelaunt? „Wieso sprichst DU ihn nicht an?“ fragte er immer noch grinsend. „Weil ICH nicht das Problem bin.“ erwiderte ich. Er lachte. „Glaubst du er versteht das, ohne dass du es ihm sagst?“ Nachdenklich vergaß ich fast mich mitzudrehen, während Arcany um mich herumlief. „Mhmmm...“ Isaac hatte recht, aber das wollte ich keinesfalls zugeben. Aber wenn ich Hunter anspreche, bin ich eh nur die wieder Doofe. Also beließ ich es dabei. Da würde ich eher mit Kerry sprechen... Kopfschüttelnd verwarf ich den letzten Gedankengang und konzentrierte mich wieder auf die Fuchsstute und deren Fohlen am anderen Ende der Longe. „Ehrlich, Gine. Reif ist das von keinem von euch. Sei doch mal die Erwachsenere von euch beiden.“ beendete Isaac das Gespräch, während er mit seiner Come Back Cupcake die Halle verließ. Ihn stumm nachäffend holte ich Arcany zu mir um sie noch ein paar Minuten freilaufen zu lassen, bevor ich die Longenstunde beendete.
      Wieder im Stall traf ich auf Hunter. „Hi.“ meinte ich knapp und schlängelte mich an ihm vorbei, da er, wie konnte es anders sein, mitten im Weg stand mit seiner Slap Happy. „Warte.“ er hielt mich am Oberarm zurück und sah mich durchdringend an. „Was ist eigentlich los?“ fragte er ernst. Tief seufzend machte ich wieder einen Schritt zurück. „Willst du jetzt wirklich kurz vor der Arbeit darüber sprechen?“ fragte ich und verschränkte die Arme. Er musterte mich kurz und trenste dann, die schon gesattelte Braune auf, während er weitersprach. „Erzähl, ich höre dir zu.“ - „So nicht.“ meinte ich eingeschnappt und wandte mich ab zum Gehen. „Oor wirklich. Gine! Dann schnapp dir Bear und komm mit verdammt!“ fauchte er mich an und deutete auf die Box der Roanstute. „Geputzt ist sie ja schon.“ Nach einem kurzen Blick zu Slap Happy, dann zu Bear und wieder zurück zu Hunter entschied ich mich. „Aber nur, wenn wir keine Springstrecke laufen.“ - „Dann aber eine längere.“ Hunter wollte einen Kompromiss. Ich stimmte zu und beeilte mich Bear Totem's Denali fürden Ritt vorzubereiten.
      Wir waren gut eine Stunde unterwegs, bevor ich anfing mit Hunter über mein Problem zu sprechen. Und siehe da, er war auch pissed. „Kerry ist schuld.“ hielt ich fest und bekam dafür sofort einen Rüffel. Kerry sei seine Therapie und er brauche sie. Ob ihr diese Wortwahl gefallen hätte? Ich ließ das unkommentiert. „Ich hab sogar schon überlegt einfach zu gehen, nur damit ich dich nicht mehr sehen muss.“ meinte ich geknickt. „Was hielt dich davon ab?“ wollte er wissen. Gute Frage. Das wusste ich selbst nicht so genau. „Die Pferde...“ antwortete ich schließlich. Hunter wusste genau, dass es das nicht war. „Okay, Gine. Wir müssen festhalten, dass wir zwei niemals enge Freunde werden und schon gar nicht etwas darüber hinaus. Und wenn du das nicht akzeptieren kannst, dann musst du gehen.“ Hunter sagte das so ernst, dass es mehr weh tat als wenn man seine Hände auf heiße Herdplatten legen würde. Traurig blickte ich auf den Pferdehals vor mir, der sich im Takt auf und ab bewegte. „Das heißt nicht, dass wir uns hassen müssen.“ fügte Hunter hinzu und lächelte behutsam zu mir rüber. Die nächste Zeit schwieg ich und war stets darauf bedacht eine Pferdelänge hinter ihm zu reiten, damit er nicht sah wie mich seine Worte verletzt hatten.

      Hunter | Erst als wir wieder auf den Hof kamen sah ich, dass Gine aufgelöst war. Ich wusste nicht so recht wie ich damit umzugehen hatte, immerhin wollte ich keine falschen Zeichen senden. Immer wieder während wir die Pferde absattelten prüfte ich ob sie standhaft blieb oder komplett zusammenbrach. Als meine Mutter auf die Stallgasse kam und uns sah fiel mir ein Stein vom Herzen. Sie kümmerte sich nun um Gine und tröstete sie. Als die beiden Vollblutstuten wieder in ihren Boxen standen und alles Sattelzeug in der Kammer lag waren meine Mom und Gine schon ins Haus gegangen. Isaac packte derweil seine Sachen zusammen, da er Feierabend machen wollte. „Habt ihr gesprochen?“ fragte er neugierig als er mich sah. Ich nickte und ging zu ihm. „Habt ihr alles geklärt?“ Ich nickte abermals, wenn auch zögerlich. Ob Gine mich verstanden hatte und meinen Stand akzeptieren würde wusste ich nämlich nicht. „Wieso ist sie so fertig?“ fragte er dann. Schulterzuckend sah ich ihn an. „Sie hat sich vermutlich mehr erhofft.“ Isaac lachte. „Ach was!“ meinte er dann. „Ja was soll ich denn machen? Soll ich sie anlügen?“ fragte ich genervt. Isaac schüttelte immer noch grinsend den Kopf. „Nein, du hast das schon richtig gemacht.“ Er legte mir eine Hand auf die Schulter, während er das sagte. „Ich glaube sie wird nicht mehr lange bleiben.“ sagte ich nun etwas geknickt. Gine war zu einem festen Bestandteil des Hofes geworden. Man würde sie vermissen, wenn sie auf einmal nicht mehr da wäre. „Dann mach was, damit sie nicht geht.“ Verdattert sah ich zu ihm auf. „Was soll ich denn machen?“ Nun zuckte er mit den Schultern. „Überleg dir was.“
    • sadasha
      Training
      Der alte Rentner und die Milchstute
      Pünktchen A-Distanz | Shio A-Distanz | Scarlet in Birth A-Dressur | Polka Dot A-Fahren
      2284 Wörter von Vhioti


      Man wollte es nicht für möglich halten, aber mit vier Pferden hatte man nicht unbedingt weniger Arbeit als vorher mit 12. Da ich mich aber nun auf die kleine Herde konzentrieren konnte, machte es mir heute besonders Spaß, den missmutigen Pünktchen zu striegeln und gelegentlich auch Shio mit dem Putzen zu beglücken. Heute stand ein kompletter Trainingstag für die Pferde an. Pünktchen und Shio durften einen längeren Distanzausritt machen, während ich mit Scarlet einige Dressurlektionen ausprobieren wollte; obwohl ihre Eignungen nicht komplett ausgetestet wurden, um genauer zu sein, aber die Züchter hatten mir ja versichert, dass alles nach Plan laufen würde, zumindest bis zur Hohen Schule.
      Das, was die Bauarbeiter Rennstrecke nannten, war nichts mehr als ein eingestampfter Pfad. Kopfschüttelnd erklärte ich den Arbeitern, dass ich nun für eine Stunde entschwinden würde, und setzte mich auf Pünktchen. Shio musste heute das “Lastpferd” mimen; wir brauchten Feuerholz, und so konnte sie auch etwas Stärke aufbauen. Natürlich hätte ich es auch andersherum machen können; aber bei Pünktchens Rückenproblemen wusste man ja nie.
      Für die gut zwölf Kilometer hin und zurück brauchten wir gut eine Stunde. Die beiden Pferde bekamen eine gründliche Rückenmassage und durften dann ein wenig ausspannen; solange wollte ich mich um Scarlet kümmern. Da ja die Rennbahn nicht funktionsfähig war, wollte ich ihre Dressurleistungen ankurbeln.
      Gesagt, getan. Das “Grobe und Ganze” beherrschte sie schon gut, was aber nicht hieß, dass auch ihre Gänge und Tempi davon betroffen waren. Zirkel, Bahnwechsel und Schlangenlinien gut und schön - wenn sich aber ihr Leichttrab anfühlte wie eine Kanonenkugel zu reiten, dann wohl eher nicht. “Daran müssen wir dringend arbeiten, denke ich.”, seufzte ich nach einer Stunde Arbeit und spannte stattdessen Polka vor ihre kleine Kutsche.
      Im Laufe der nächsten Tage intensivierte ich das Training, sodass ich nach getaner Arbeit einige Haken an meiner To-Do-Liste machen konnte:
      Pünktchen und Shiryo, die beide die A-Distanz gemeistert hatten, Scarlet, die mit ihrer A-Dressur herzlich wenig anfangen konnte und Polka, die eifrig ihre Kutsche zog und somit der Liebling des Dorfes wurde.
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      „Rosie took an order? Well, I hope you don’t get eaten by the people there!“, grinste Lewis mich schelmisch an. “Ha ha”, machte ich zurück und streckte ihm die Zunge raus. Naja, zugegeben; ich war nicht gerade die mutigste von Pineforest Stables Pflegerinnen, und mied es normalerweise, mit Fremden zu tun zu haben. Aber die Arbeit mit einem mir unbekannten Pferd reizte mich und Occu hatte mir versichert, dass Catalina Dixon eine nette (nicht kannibalisch orientierte) Person war. Also packte ich zuversichtlich meinen kleinen Koffer und fuhr nach Fox Woods Stable, ein Hof, der zum Glück ebenfalls in England lag.
      Ich wurde von Catalina empfangen und prompt zu Scarlet in Births Box gebracht. Die dreijährige, braune Stute schenkte mir bloss einen kurzen Blick mit ihren bezaubernd schönen Augen und grunzte dann ihrer Besitzerin zu. Wir holten sie raus und ich putzte sie erstmal gründlich, wobei ich sie auch gleich schon etwas kennenlernte. Mein erstes Fazit war, dass sie eher ungeduldig und impulsiv war, mich erst nach höflichem Bitten an ihre Hufe lassen wollte und ausgesprochen empfindlich, wenn nicht kitzelig am Bauch reagierte. Vielleicht suchte sie auch nur einen Grund, mich zu ärgern. Ich blieb neutral und beeilte mich mit dem Putzen, schliesslich wollten wir vielleicht auch irgendwann mit dem Training anfangen. Das Satteln verlief entgegen meinen Erwartungen problemlos, und auch beim Trensen öffnete sie bereitwillig den Mund. Klopfte ihr anerkennend auf den roten Hals und führte sie zum Aufsteigen raus. Das Gestüt besass eine kleine Trainingsrennbahn (und einen Ententeich, den ich später Zuhause immer wieder schwärmend in meine Erzählung einbaute), was natürlich optimal für das geplante Training war. Ich ritt zuerst im Schritt auf und ab, dann folgte ausgiebiges Traben, bevor ich mich zum ersten Mal an die Startmaschine wagte. Gutes Einwärmen war für die Rennpferde essentiell, um Zerrungen oder Sehnenschäden vorzubeugen. Catalina berichtete, dass Scarlet da wo sie herkam bereits Bekanntschaft mit der Rennbahn gemacht hatte. Auch ein gewisses Level an Kondition hatte sie schon erreicht. Es ging also vor allem darum, die Grundlagen zu festigen und die Stute Wettbewerbstauglich zu machen. Die Stute war sofort wacher, als ich auf das Metallgestell zuritt. Sie tänzelte, weigerte sich zuerst reinzugehen und wieherte stattdessen Pünktchen, der an so einem tollen Nachmittag natürlich auf der Weide war, zu. Catalina gab sich Mühe, uns schliesslich doch irgendwie hinein zu bugsieren. Sobald die Stute einigermassen ansprechbar war, lobte ich sie. Doch im Verlaufe des Trainings zeigte sich, dass auch gefühlte 100 Versuche später noch keine wirkliche Besserung in ihrem hibbeligen Verhalten zu erkennen war. Ganz anders war es dafür auf der Bahn selbst: sobald die Klappen aufflogen, folgte die temperamentvolle Stute nicht nur meinen Anweisungen, sondern schien gar so gnädig zu sein, sich um eine gute Leistung zu bemühen! Ich übte in den ersten Zehn Minuten einige Starts, indem ich die Stute schon nach spätestens 200 Metern wieder abbremste. Danach folgte eine Art Intervalltraining über 1000 Meter, bei dem ich einmal einen Sprint und die letzten 400 Meter in 30 Sekunden verlangte. Scarlet schaffte es, die verlangte Leistung zu bringen, woraus ich schloss, dass sie tatsächlich gut in Form war. Ich lobte sie durch Halsklopfen und liess sie im Leichten sitz austraben. Sie senkte dankbar den Kopf, als ich die Zügel lockerer liess und schnaubte ein paarmal. Zum Schluss führten Cata und ich sie im Schritt trocken, wobei ich mein Statement zum heutigen Training gab: „She does very well as soon as we are on track, but I guess the temperament will never change. That’s in a way good; it means she will fight for you and herself. Therefore I would not overdo the start training and focus on track performance instead. Continue the training with the last 2 furlongs in 30 seconds to improve condition for about 2 weeks, ‘cause she’s still sweating quite a bit. Then you can slowly increase the speed. I think she is almost ready for A-class, or surely will be in about two weeks or so.” Catalina nickte aufmerksam. Ich fügte grinsend hinzu: “She might be a beauty, but within sleeps a beast that wants to be fed with success.” Wir versorgten Scarlet und ich verabschiedete mich von den beiden. Es war Zeit, zu den “Biestern” Zuhause zurückzukehren.
      4'391 Zeichen, by Occulta
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      September 2016, by Veija

      Hunter und die Kunst des Westernreitens
      Samson Horsemanship E-A, PFS' Heart of Ocean im Gelände , Scarlet in Birth Galopprennen A-L

      Caleb
      Vor ein paar Monaten hatte ein gewisser Hunter Crowley bei Verena angefragt, ob sie nicht nach Lincolnshire, in den Westen Englands fliegen und ihm die Westernreiterei ein wenig näher bringen könnte. Zugesagt hatte sie, jedoch nicht, wann sie Zeit finden würde, um zu ihm zu fliegen. Da sie allerdings durch den Umzug und die neuen Pferde gar keine Zeit hatte, rüber zu fliegen, sollte ich das nun machen. Ich konnte nicht nur besser reiten als sie, ich würde dem Mann, der leider etwas älter als ich war, schon etwas beibringen.
      “Ich will Gun and Slide mitnehmen, damit er nicht nur auf seinem Pferd, sondern auch auf einem richtig ausgebildeten Pferd lernen kann.”, sagte ich zu Verena und sie nickte. “Ja, ist oke. Nehm ihn mit und richte Hunter schöne Grüße von mir aus, er müsste mich ja mich ja noch kennen.”, lachte sie und klopfte mir auf die Schulter. Also ging ich in den Stall, denn meine Tasche war schon gepackt, ich müsste nur noch das Pferd fertig machen. Während ich Gun and Slide, welchen wir alle auch liebevoll Blue nannten, die Transportgamaschen anlegte, rief Verena am Flughafen an und quatschte mit ihrem Lieblingsmensch dort, dass wir ein Pferd rüberfliegen würden. Schnell war alles geklärt, so dass Verena Blue und mich nach Calgary fahren konnte. Die Fahrt dauerte nicht lange, so dass Blue und ich in Null Komma nichts im Flieger saßen, bzw standen, denn ein Pferd konnte ja bekanntlich nicht sitzen.
      Die Reise nach England überstanden wir beide mehr als gut, so dass wir am späten Abend auf Bear Brook EC ankamen. Hunter begrüßte uns freundlich und zeigte mir, wo ich Blue hinstellen konnte. Er schien mehr als überrascht darüber, dass ich ein Pferd mitgebracht hatte, doch er würde später noch sehen, was ich damit vor hatte. Wir aßen noch gemeinsam zu Abend, ehe wir ins Bett gingen.


      Am nächsten Morgen war ich schon früh auf den Beinen und sattelte Gun and Slide, ehe mir Hunter über den Weg lief. “Hast du Zeit mit auszureiten? Dann kannst du ein wenig über deine Erfahrungen erzählen.”, sagte ich zu ihm und er nickte. In Windeseile hatte er Samson, seinen Gypsy Vanner Wallach gesattelt und es konnte losgehen. Hunter zeigte mir ein wenig die Gegend und erzählte mir auch ein wenig von sich, was vielleicht von Belang sein würde. So auch, dass der den Motorsport liebte und selbst Motorrad fuhr. “Ich war lange Zeit beim Rodeo, bin Bullen geritten und hab mich einmal fast selbst umgebracht. Hab lange im Rollstuhl gesessen und kann von Glück reden, dass ich wieder laufen und sogar reiten kann. Von da an war es mit der Karriere als Rodeoreiter leider vorbei.”, erklärte ich ihm schulterzuckend und merkte sofort, dass er sich anders verhielt, als ich ihm von meiner Rollstuhlzeit erzählte. Anscheinend hab es da etwas, über das er absolut nicht reden wollte.
      Desweiteren erzählte er mir von seiner reiterlichen Laufbahn, auch dass er eher im Spring- und Militarysport zu finden war und eher weniger etwas mit dem Westernreiten zu tun hatte. Er hatte eine seiner Stuten, Princess Sansa, auf einer Krönung im Westernsattel vorgestellt. “Ach, dich habe ich glaube ich sogar reiten sehen an dem Tag.”, meinte ich beiläufig. “Wirklich?”, fragte Hunter fast ungläubig. “Ja, wir sind dort mit einer unserer Paint Stuten hin gefahren… doch doch, ich meine mich zu erinnern, dass ich noch mit Verena darüber geredet hatte, dass man mit Snaffle Bit zweihändig reitet und dass dein Pferd ein wenig zu viel geblinkt hat.” “Du warst das?” “Ich war was?” “Gine meinte, sie hätte mitbekommen, dass jemand aus dem Publikum gesagt hatte, dass ich falsch reite et cetera.” “Ja, denke das war ich.”, meinte ich lachend und zupfte einmal an Blues Trense, da er wieder in der Gegend herum schaute und nicht mehr auf den Weg, wo er eigentlich langlaufen sollte. “Hast du deinen Ritt von der Krönung zufällig aufgenommen oder aufnehmen lassen? Dann könnten wir uns den gleich auf deinem Hof anschauen und ich kann dir sagen, was du besser machen kannst beziehungsweise kann dann schon sehen, was du überhaupt kannst.”, erklärte ich und er nickte. “Ja, zufällig hab ich das sogar auf Video.”, meinte er, bevor wir schweigend zurück zum Hof ritten. Wenn ich ihn nichts fragte, schwieg er. Aber Verena hatte mich schon vorgewarnt, dass er charakterlich wirklich eigen war und ich aufpassen musste, was ich sagte, da ich ziemlich aufmüpfig sein konnte. Hunter bezahlte mich ja auch, da musste ich auch mal in den sauren Apfel beißen und netter tun, als ich eigentlich war. Wir machten also die Pferde fertig für die Koppel- Hunter hatte ein kleines Stück Weide abgesteckt für Gun and Blue, so dass er zwar raus konnte, aber von Hunters Pferden weg blieb.
      Zusammen gingen wir nach drinnen und setzten uns in die Stube, wo der Braunhaarige das Video in den Fernseher schmiss. Im Schritt ritt er in die Halle und hielt in der Hallenmitte an. “So weit so gut.”, sagte ich und nickte. “Was ich dir noch zu den Klamotten sagen will, die sind eigentlich gut so, du darfst dir aber auch ruhig etwas Farbe zutrauen. Dein Hemd hätte zum Beispiel auch rötlich sein können, so wie dein Pad. Aber das ist komplett dir überlassen, welche Farben du auswählst. Was ich zu der Hose zu sagen habe… die ist auch gut so, wenn du jetzt jedoch zum Beispiel eine Reining reiten wölltest, könntest du auch Chaps tragen. Die sehen im englischen ganz anders aus, als im Westernreitsport.”, sagte ich und suchte ein Bild auf Google, um ihm zu zeigen, was ich meinte. Diese Westernchaps gingen nämlich von der Gürtellinie bis auf den Boden. “Bevor wir jetzt weiter machen lass dir gesagt sein, dass jeder etwas anders trainiert als der andere. Verena achtet zum Beispiel auf andere Dinge, als ich es tue. Dementsprechend kann ich dir jetzt nichts aufzählen, was dich zum Profi-Westernreiter macht. Ich kann dir lediglich Hilfen anbieten, die auch ich gelernt habe, die mir geholfen und mich zu dem gemacht haben, was ich heute bin.” “Das ist schon okay.”, meinte er dann knapp und schaute von der Fernbedienung zu mir, anscheinend wartete er auf mein Ok, dass er den Film wieder laufen lassen konnte.
      Um ihn nicht länger warten zu lassen nickte ich.”Linke Hand ganze Bahn im Walk, das heißt Schritt… dann Jog, super. Oh.. oh.. was hat sie denn jetzt?”, fragte ich mehr mich selbst als Hunter und beobachtete Sansa dabei, wie sie die Ohren in den Nacken legte und wie verrückt mit dem Schweif schlug. Dann erkannte ich Hunters Fehler. “Also zu erst: Ich dachte bis gerade noch, dass du die Zügel in zwei Hände nimmst.. auf einem richtigen Westernturnier hättest du sofort abbrechen und die Halle verlassen können, aber da haben die Richter nichts gesagt. Mit Snaffle Bit, also Wassertrense, reitet man zweihändig und bis zu einer gewissen Klasse. Sobald es erlaubt ist Bit with Shanks, also die Westernkandare, zu benutzen, reitet man einhändig…. Die hat aber auch einen blöden Trab... “, kommentierte ich dann und schüttelte den Kopf. “Spul mal zurück bis da hin, wo du antrabst.”, erklärte ich und er spulte zurück. “Stop.”, sage ich irgendwann. “Hast du gesehen? Beim Antraben bist du ihr voll in den Rücken geknallt und hast den Takt verloren. Das stört sie, deshalb die angelegten Ohren. Aussitzen ist nicht immer so einfach.”, sagte ich dann lachend und nickte ihm zu, dass er wieder auf Play drücken sollte. Dann stoppte er Sansa aus dem Trab. Dort hatte ich nichts zu meckern, dann ging es jedoch wieder los. Er machte eine 360° Drehung und galoppierte aus der Wendung heraus an. “Stop.”, sagte ich und schnappte mir selbst die Fernbedienung, woraufhin er mich zwar verdattert ansah, aber nichts sagte. Ich hatte das leise Gefühl, dass ich ihn zu sehr kritisierte und ihm das nicht passte, aber damit musste er leben- oder eben sagen, dass es ihm nicht passte. Noch war er jedoch still. “Kannst du mir erklären, was das darstellen sollte?”, fragte ich ihn und kratzte mich grinsend am Hinterkopf. “Das.. sollte… ähm.. wie nennt man das.. Spin? Ich glaube ich wollte einen Spin machen. Oder Roll Back, irgendwie so hieß das doch…”, nuschelte er und ich nickte. “Leider hast du das irgendwie zusammen geworfen und beides zusammen gemacht, was so natürlich absolut unzulässig ist. Kennst du den Unterschied zwischen Spin und Roll Back?”, fragte ich ihn dann nett und konnte seinen Kopf rauschen sehen, er dachte wirklich nach. “Ein Spin ist eine Hinterhandwendung?” “Ist das eine Frage, oder eine Aussage?”, fragte ich scherzhaft und bekam einen bösen Blick von ihm ab. “Ja ok, du hast recht.”, meinte ich dann. “Wie viele?” “Was meinst du, wie viele?” “Na wie viele Hinterhandwendungen man machen muss, damit es ein richtiger Spin wird.” “Ist das eine Fangfrage?” “Nein… okay ich sag es dir, es sind 4. Das werde ich dir mit Blue auch noch zeigen.”, erklärte ich dann nett. “Und was ist ein Roll Back?”, fragte ich ihn dann und gähnte einmal. Theorie war so langweilig. Aber Hunter hatte mich, beziehungsweise Verena, darum gebeten. Also musste ich das hier durchziehen. “Ein Roll Back ist… eine 360° Drehung, die…” “Bööp. Falsch. Ein Roll Back ist nur eine 180° Drehung, die durch einen Sliding Stop eingeleitet wird. Nicht so gute Pferde und Reiter machen erst den Sliding Stop, verharren ein paar Sekunden und machen dann mit dem Roll Back weiter. Richtig gute Pferde und Reiter machen den Sliding Stop und springen sofort rum, bevor das Pferd richtig steht. Aber das ist wirklich schwer, nicht nur für das Pferd…”, erläuterte ich ihm. “Und was macht man dann?” “Dann galoppiert man los.” “Richtig!”, lobte ich ihn und drückte auf Play. “Galoppwechsel sind anscheinend kein Problem, auch wenn ich dir noch zeige, wie man die beim Westernreiten einleitet und reitet, ist ein bisschen anders als im Englischen, glaube ich. Aber ist nicht schlimm, dass verstehst du sofort, du kannst Pferde ja wechseln lassen.”, Kritik und Lob in einem, wow. Er ritt mit Sansa einen Zirkel und erweiterte diesen dann ganz komisch, auch wenn er nicht wirklich schneller wurde. “Was machst du da?”, fragte ich ihn beiläufig und drückte auf Stopp. “Ich äh.. reite Galopp, also Lope. Der wird ja immer so mega langsam geritten, also hab ich..” “Stop.”, sagte ich lächelnd. “Jetzt rutschst du in die Pleasure ab. In der Reining wird sehr wohl schnell galoppiert, kann ich dir auch auf Blue zeigen.”, legte ich ihm dar. “Die kleinen Zirkel werden meist langsamer galoppiert, die großen Zirkel ziemlich schnell. Speed Control nennt man das auch. Zumeist werden ein kleiner Zirkel und dann zwei Große geritten, ehe es einen fliegenden Galoppwechsel an X gibt und das Ganze in umgekehrter Reihenfolge auf der anderen Hand geritten wird. Aber das ist auch Patternabhängig.”, quatschte ich ihn voll. “Ich weiß, dass ist viel zu lernen, aber ich zeig dir morgen auch nochmal alles in der Praxis, oder heute Abend schon, mal sehen.”, beruhigte ich ihn und klopfte ihm auf die Schulter. Wieder drückte ich auf Play und schaute mir an, wie sie übr die vier Stangen gingen. “Super, hast sie schön gucken lassen, ohne dass sie stehen bleibt… warum gehst du bis vor die Wand?... Oh je…”, kommentierte ich sein Rückwärtsrichten dann. “Riesen Baustelle, aber leicht zu beheben.”, munterte ich ihn auf. “Als von Anfang an: Warum bist du bis vor die Wand geritten, um sie rückwärts zu richten?” “Es fällt ihr dann leichter, hab ich gedacht…”, verteidigte er sich und ich nickte. “Akzeptables Argument.”, musste ich zugeben. “Dann zum Rückwärtsrichten, dem Back Up. Du blockierst sie, sitzt irgendwie auf dem Video total gegen die Bewegung, schon leicht nach vorne geneigt. Da hast du bestimmt nicht dran gedacht.”, meinte ich erneut schulterzuckend. “Sowas kommt immer aufs Pferd an, bei manchen Pferden muss man nur minimal sein Gewicht nach hinten verlagern, bei manchen Pferden muss man vorne enorm Zug aufbauen, bei manchen Pferden muss man nur die Beine vom Bauch nach vorne wegstrecken oder mit Stimmkommando und Druck gegen den Bauch arbeiten, da kann ich dir jetzt keine hundert prozentige Lösung geben, das musst du selbst lernen, bei jedem Pferd anders.”, sagte ich lächelnd und drückte wieder auf Play. Hunter schwieg schon die ganze Zeit… Entweder passte ihm das Ganze hier nicht, oder ich hatte ihn in seinem reiterlichen Wissen gekränkt, keine Ahnung. Aber beim Reiten würde er bestimmt nochmal aufblühen, dachte ich mir und schaute nochmal zum Fernseher. “Ja… auf der Vorhand latscht sie eben genau wegen dieser Fehler, aber deshalb bin ich ja hier.” Wir schauten ein wenig weiter, während Hunter im Galopp die Halle verließ. “Oh, mach das nie. Nie, nie, nie.”, lachte ich. “Du hattest jetzt nur eine Wassertrense drin, bei Bit with Shanks, also den Kandaren, müssen wir oft absteigen und das Gebiss den Reitern vorführen, dann wird die Trense wieder angezogen und aus der Halle geführt. Ansonsten immer im Schritt, höchstens im Trab die Halle verlassen… Oh, das wars ja schon.”, sagte ich, als das Band zu Ende war. Nach einem Blick auf die Uhr wurde mir klar, dass wir noch reiten gehen konnten. “Gut, ich sattel eben meinen Blue. Kommst du dann gleich in die Halle? Samson brauchst du nicht. Ich will dir ein paar Dinge auf meinem Hengst zeigen.”, erklärte ich und er nickte, ehe ich aufstand und zu Blues abgesteckter Koppel ging.
      “Och Blue…”, seufzte ich und zog ihm das Halfter an, ehe ich mein durch Schlamm komplett braunes Pferd an der Stallwand anband und putzte. Irgendwann gab ich es auf, ihn komplett sauber zu bekommen und putzte ihn nur da, wo der Sattel lag. Dann sattelte ich ihn legte ihm auch Bandagen und Skid Boots an, bevor ich mit ihm in die Halle ging und ihn warm ritt. Irgendwann kam Hunter dazu, der mich bei manchen Übungen einfach nur fragend ansah. So zum Beispiel, als ich mit Blue Spins übte, er in der Schulter total steif war und ich die Zügel teilte, so dass ich in jeder Hand einen hatte, ehe ich den linken Zügel ganz normal hielt und mit dem rechten Blues Kopf auf mein Knie zog, während ich ihn mit dem rechten Bein im Kreis herum drückte. “Der läuft nicht so schön wie er laufen kann, der soll sich biegen.”, sagte ich knapp und zog seinen Kopf auch auf mein anderes Bein. Dann gab ich wieder die Hilfen zum Spin, den er dieses Mal wesentlich besser machte als das letzte Mal.
      Ich ritt zu Hunter, stieg ab und er konnte aufsteigen. “Ich hab ihm extra die Wassertrense angezogen, damit das für dich einfacher ist, weil du ihn dann mit beiden Händen reiten kannst.”, erklärte ich ihm und überlegte dann. “Reite zu erst einmal einfach wie du möchtest, Schritt, Trab und Galopp, damit du dich an ihn gewöhnen kannst.”, war meine Anweisung, die er auch genau so befolgte. Nach einer Weile bat ich ihn, zu mir in die Mitte zu kommen. “Gut, ich würde gerne Elemente aus der Pleasure, dem Trail, der Reining und der Horsemanship üben, womit magst du anfangen?”, fragte ich ihn und verschränkte die Arme vor der Brust, ehe ich selbst noch etwas an meinen Satz dran hängte: “Am besten mit der Reining, wenn ich du wäre. Weil das kannst du mit deinem Tinker nicht machen.”
      “Ja oke, dann üben wir davon was.”, sagte er und ich nickte. “Fall mir ja nicht runter.”, lachte ich und ging ein paar Schritte zur Seite, damit er und Blue Platz hatten. “Wir starten mit dem Back Up. Dazu lehnst du dich… Stop!”, sagte ich gerade noch rechtzeitig, bevor Blue wie ein verrückter nach hinten lief. “Langsam, Hunter!”, knurrte ich ein wenig- ich war kein guter Lehrer. “Hör am besten zu erst zu.” “Na gut.”, murmelte der Mann und setzte sich locker in den Sattel. “Zu erst nimmst du die Zügel richtig in beide Hände… ja genau, oben drüber wird so eine Brücke gemacht.. ja.. super.”, erklärte ich, ehe ich wieder ein paar Schritte von den beiden weg ging. “Dann verlagerst du dein Gewicht auf dein Gesäß, bevor du die Beine nach vorne hin ein wenig wegstreckst, die Zügel minimal annimmst und ein paar Mal whoa sagst. Je langsamer du das alles machst, desto langsamer geht er, wirst du hektisch, rennt er. Glaub mir, er kann rückwärts so schnell laufen wie er vorwärts traben kann, das ist kein Problem.” - ich machte ich ja auch keinen Druck oder so, dachte ich im Nachhinein. Aber Hunter konnte damit bestimmt umgehen, falls nicht, würde ich das merken. “In der Reihenfolge wie ich das gesagt habe. Zu erst das Gewicht, dann Beine und Zügel und erst dann die Stimme… ja… wow, super!”, lobte ich die Beiden, als Blue langsam nach hinten ging. Ein paar Mal schnalzte ich noch, da er unruhig mit den Ohren zuckte und gar nicht so recht wusste, was er da eigentlich machen sollte. Als er mein Schnalzen jedoch hörte, ging das Ganze ein wenig flüssiger und nicht mehr so stockend. “Alle Hilfen weg… ja.. genau. Eaaaasssyyy. Ja, super.”, dirigierte ich die beiden. “Das war wirklich klasse, super gemacht ihr zwei!”, lobte ich sie und überlegte dann. “Für den Spin… erst zuhören, dann machen.”, ermahnte ich ihn. “Für den Spin…”, setzte ich wieder an, unterbrach mich dann jedoch selbst wieder. “Stell dich mal gerade in die Bügel, dann setz dich wieder hin.”, befahl ich und lief ein paar Runden um das Pferd. “Ich dachte du hättest eine schiefe Hüfte, aber sah nur so aus, alles gut.”, sprach ich und erklärte dann weiter, setzte also zum dritten Mal an: “Für den Spin, wir machen ihn zu erst rechts herum, versetzt du deine beiden Hände so, so dass deine linke Hand die Position deiner rechten einnimmt und die rechte nach rechts hin Platz macht. Mach das mal.. ja, genau. Reicht das nicht, gehst du mit den Händen weiter nach rechts. Genau.. wieder in die Mitte. Dann streckst du dein rechtes Bein vom Pferdebauch weg.. später nimmst du nur minimal den Druck weg, aber jetzt zum üben übertreiben wir lieber ein bisschen… nimmst also das Bein komplett vom Bauch weg, bevor du dein linkes Bein an den Bauch legst, mit der Ferse Impulse gibst und rhythmisch schnalzt. Auf Turnieren wird immer vier Mal auf jeder Seite gedreht, du machst aber so viele wie du schaffst, und wenn es nur eine Umdrehung ist.”, erklärte ich und nickte ihm dann zu. “Und los.” Er machte, was ich ihm aufgetragen hatte und Blue drehte sich. Er war wirklich das perfekte Anfängerpferd. Bei Anfängern war er vorsichtig und machte lieber etwas langsamer, als zu schnell. Bei Erfahrenen oder Profis wusste er genau was zu tun war und machte immer, was von ihm verlangt wurde. Kaum zu glauben, dass Verena diesen Hengst verkaufen wollte, da würde ich auf jeden Fall dazwischen gehen, und wenn ich ihn selbst kaufen müsste.
      Hunter schlug sich gut, so dass er nach zwei Runden auf der rechten Seite auch zwei Runden auf der linken Seite schaffte. “Ziel ist es dabei, möglichst schnell zu spinen, das Pferd mit der Hinterhand fast auf einem Fleck drehen zu lassen und nachher auch genau auf den Punkt aufzuhören und zum Stehen zu kommen, ohne zu überdrehen.” , erklärte ich und sah ihn nicken. “Gut, dann galoppier gleich mal auf der rechten Hand an. Mach einen kleinen Zirkel und zwei Große. Bevor du an X ankommst nimmst du die Zügel ein wenig nach links und nimmst dein linkes Bein weg, das rechte legst du an. Dann müsste er umspringen. Später, wenn du das besser kannst und nochmal zu mir ins Training kommen willst, wirst du es sehr viel präziser lernen…” “Und wie?”, wollte er wissen und ich grinste. “Später, wenn du das besser kannst, hälst du ihn auf der rechten Hand, bis du genau auf X bist. Linkes Bein weg, rechtes dran, Zügel nach links. Da die Pferde bei den großen Zirkeln wirklich schnell galoppieren, hast du dafür nur ein paar Sekunden Zeit, das ist das Schwierige daran… Vom Langsamen auf den langsamen Zirkel wechselst du bitte nicht, da hat er Probleme und springt dauernd nach, der hebt dich aus dem Sattel, wenn er nicht mehr hinterher kommt.”, lachte ich. “Los, hopp. Galopp.. ach und nimm ihn um Himmels Willen gleich langsam zurück, der soll nicht stoppen. Du fliegst aus dem Sattel.”, warnte ich ihn vor und sah ihm dann zu, wie er zu erst den langsamen Zirkel galoppierte, ehe er auf den großen ging und Blue einen Zahn zulegte, welchen Hunter total aus dem Gleichgewicht brachte. Er hatte wohl nicht damit gerechnet, dass er so schnell werden würde. Ich lachte still in mich hinein und schaute ihm weiter zu. Der Galoppwechsel war mehr schlecht als recht, aber darüber sah ich mal hinweg. Beim Verlangsamen auf den kleinen Zirkel hatte Hunter ein paar Probleme, aber er bekam das selbst wieder in den Griff. Schließlich kam er vor mir zum Stehen. “Du bist besser, als ich gedacht habe. Respekt… und das sag ich nicht jedem.”, meinte ich zwinkernd und klopfte Blues Hals. Er war schon ganz schön am Pumpen, aber er hatte es ja gleich geschafft, schließlich hatte er zwischen den Übungen immer wieder ein wenig Pause. “Jetzt noch zwei Übungen, die können wir verbinden. Den Sliding Stop machst du zu erst aus dem Trab, dann aus einem langsamen Galopp. Klar, rutschst du dann nicht spektakulär über den Boden mit Blue, aber wenn ich dich in vollem Tempo stoppen lassen, fliegst du mir durch die Halle, und das wollen wir beide nicht. Also trab mal an.. ja genau.. weiter.. weiter… dann lehnst du dich stark nach hinten, Beine nach vorne und sag whoa… ja genau! Jetzt im Galopp.”, gab ich wieder Befehle und schaute ihm zu, wie er das Ganze aus dem Galopp machte. Blue stoppte, Hunter flog nach vorne. “Nicht schlimm. Jetzt machst du das so genau nochmal, wenn du stehst, sortier erst deinen Sitz… Dann Zügel so weit es geht nach rechts, linkes Bein dran, rechtes Bein weg und Küsschen geben. Dann springt er rum und galoppiert los. Nehm die Zügel am besten in eine Hand und halt dich mit der anderen am Horn fest, beim Galopp jetzt auch schon.”, versuchte ich ihm zu erklären und schaute ihm dann zu. Er galoppierte, stoppte, überlegte… und sprang dann rum. Man sah wirklich, wie ein richtiger Ruck durch seinen Körper ging, als Blue angaloppierte. Zum Glück hatte er die Zügel nur locker in eine Hand gehabt, sonst hätte er ihm total im Maul herum gezogen. “Jetzt auf der anderen Hand”, rief ich ihm zu und wartete, bis sie das auch da gemacht hatten. “Gut, reite ihn im Schritt noch ein paar Runden.”, sagte ich zum Schluss und nahm mein Pferd dann in Empfang. “Und, wie fühlt es sich an?” “Ich bin total baff, so viel Neues.. Alles ganz anders, und doch reagiert Blue total fein auf meine Hilfen, auch wenn ich nicht so recht Ahnung davon hatte, was ich da eigentlich gemacht habe.”, schwärmte er. Ich lachte. “Reining war das Schwerste, aber du musst morgen die gelernten Sachen bei Samson anwenden, vielleicht reite ich ihn auch morgen früh mal kurz selbst, um zu sehen, was er eigentlich kann.” “Ja, klar. Kein Problem, kannst du gerne machen.”, erlaubte Hunter mir, ehe wir beide in Richtung Stall gingen, wo sich unsere Wege trennten. Ich machte Blue für die Box fertig, Hunter kümmerte sich um seine Pferde. Im Haus trafen wir uns dann wieder, wo er mich auf etwas ansprach: “Ich habe noch zwei Pferde die trainiert werden müssten, hast du Lust?” “Eigentlich schon, worum gehts denn?”, fragte ich dann und stand auf, da Hunter zur Tür gegangen war und mich erwartungsvoll anschaute. Also gingen wir zusammen zum Stall, wo er mir zu erst Scarlet in Birth zeigte. “Noch ein Vollblut, als hätte ich davon nicht schon genug zu Hause.”, sagte ich seufzend, lachte jedoch. “Galopprennen A auf L wäre es bei ihr.”, erklärte mir Hunter, ehe wir weitergingen zu einem lustig gescheckten Deutschen Reitpony aus der Zucht von Occulta: PFS’ Heart of Ocean “Und hier wäre es Military auch von A auf L.”, erklärte er mir und ich nickte. “Ich ruf gleich mal auf der Ranch an, ob sie mir Nick hier hin schicken können, dann kann ich dir beide Pferde trainieren, sonst nur das Reitpony, ich habs nicht so mit Vollblütern.”, meinte ich schulterzuckend. Hunter nickte und ließ mich dann alleine stehen. Ich zückte mein Handy und rief kurz bei Verena an, ehe ich ihr erklärte, warum ich Unterstützung von Nick brauchte. Sie willigte ein und schickte ihn mit dem nächsten Flug nach England.


      Am nächsten Morgen kam Nick dann auf Bear Brook EC an. Ich schickte ihn jedoch zu erst ins Bett, bevor ich ihn an das Pferd lassen wollte. “Also Hunter, sattelst du Samson? Dann fangen wir mit dem Training an.”, sagte ich und klatschte motiviert in die Hände. “Kann das noch eine Stunde warten? Ich muss noch was dringendes erledigen…”, murmelte er und wuschelte sich einmal gestresst durch die Haare. “Ja, kein Thema, dann schnapp ich mir einfach Heart of Ocean und mache was mit ihm.”, meinte ich knapp und ging mir den DRP Hengst von der Koppel holen, ehe ich ihn gründlich putzte und dann mit ihm in die Halle ging. Ich wollte ihn ein wenig freispringen lassen. Hunter hatte mich vorgewarnt, dass der Hengst psychisch total kaputt war. Da ich selbst eher grob im Umgang mit den Pferden war, hatte ich mir hier etwas tolles zugemutet, denn Feinfühligkeit lag mir absolut nicht. Beim Putzen hatte ich jedoch versucht ruhig, aber konsequent mit ihm umzugehen, was auch wirklich geklappt hatte, denn bis jetzt war das Pferd ziemlich ruhig, auch wenn seine Ohren panisch hin und her zuckten und er die Augen weit aufgerissen hatte. Ich fragte mich, was das Pferd wohl mitgemacht hatte, dass er so kaputt war. Doch ich musste das Beste aus der Situation machen und grenzte die Halle ein wenig ab, ehe ich A und L Sprünge aufbaute. Im Springen war der Hengst schon auf M, weshalb das eigentlich kein Problem für ihn sein sollte. “Na komm.”, sagte ich und schnalzte ein paar Mal, damit er vor mir weg nach außen trabte. Schließlich galoppierte er an und sprang auch ohne Abwurf über die Hindernisse. Das Ganze machte ich drei Runden lang, ehe ich ihn einfach ein wenig sich selbst überließ. Zu meiner Verwunderung sprang er von sich aus ein paar Mal über die Hindernisse, beziehungsweise nur über eins: das Höchste. Er sprang rüber, trabte aus, wendete und sprang wieder rüber. Verstehen konnte ich das nicht, aber vielleicht liebte er das Springen einfach?
      Nach einer Weile fing ich ihn mir dann wieder ein und brachte ihn weg, ehe ich Hunter davon berichtete. “Ja, er ist wirklich nicht von schlechten Eltern, sind beide ziemlich springbegabt.” “Ach deshalb vielleicht…”, murmelte ich und strich Samson über die Nase. “Ein hübscher Braunschecke ist das.”, merkte ich an und schaute im gleichen Moment total verdattert zu Hunter, weil er angefangen hatte zu lachen. “Der ist ein Rappschecke, ein Farbwechsler.” “Wow.”, merkte ich an und grinste, ehe ich in die Halle ging und mir überlegte, womit ich die beiden quälen konnte. Ich entschied mich, mit ihnen eine einfache Horsemanship zu reiten, denn es war ja auch das, in was ich Samson trainieren sollte. Ich hatte nie viel für die Bustaben an den Seiten übrig, doch heute orientierte ich mich mal ein wenig danach. Bei A kam Hunter gleich mit Samson rein. Zu seiner Rechten war dann der Bustabe F, zu seiner Linken K. Neben K war E. Ich stellte also zwischen K und E eine Pylone auf den Boden. Die nächste Pylone stellte ich zwischen E und H, denn H folgte an der langen Seite sofort nach E. Genau gegenüber, zwischen B und M stellte ich die dritte Pylone. Das wars auch schon für heute, mehr würden wir nicht machen.
      Hunter kam nun endlich in die Halle und schaute verdattert von einem Fleck zum Anderen. “Keine Panik, ich erkläre dir gleich alles.”, munterte ich ihn auf und schickte ihn erst Mal alleine auf sich los, damit er Samson warm ritt. “Willst du sofort loslegen oder soll ich erst mal vorreiten?” “Vorreiten.”, sagte er knapp und schwang sich von Samsons Rücken. Ich stieg auf und ritt den Wallach zu erst ein wenig quer durch die Halle, ehe ich zum Halleneingang ritt. “Die erste Pylone ist A, die Zweite B und die Dritte C. Wenn es in der Pattern heißt, Walk to A, reitest du im Schritt bis zu Pylone A. Jog at A… ach, ich zeig es dir einfach. Die Pattern kannst du ja selbst lesen, wenn du danach reiten musst.”, sagte ich lachend und trieb Samson im Schritt an. Ab Pylone A trabten wir dann bis zu B, wo ich ihn stoppte. Das war ein wenig holprig, aber noch vertretbar. Ich gab ihm die Hilfen zum “Spin”, denn wir mussten eine 180° Drehung machen, es passierte jedoch nichts. “Naja, hier muss ich dann beim nächsten Mal ran, du brauchst das nicht zwingen. Wollte dir das nur mal zeigen.”, sagte ich lachend, stieg dennoch ab und fing an, ihn von links nach rechts weg zu schieben. Ich piekste ihm dafür mit dem Fingernagel in die Schulter und schnalzte, bis er Koloss sich bewegte und anfing, sich von mir weg zu bewegen. Ich machte das eine ganze Runde lang, ehe ich wieder aufstieg und es erneut versuchte. Nun drehte er sich- wenn auch schwerfällig. Er war aber auch ein Koloss von Pferd, ich wusste gar nicht, dass Tinker so fett sein konnten. Nachdem wir uns dann gedreht hatten, trabte ich ihn an und ritt ihn in einem Halbkreis zu C, ehe ich neben C stoppte und ein paar Schritte nach hinten ging, genauer gesagt eine Pferdelänge, was er wirklich super machte.”So, du bist dran.”, sagte ich und schwang mich von Samsons’ Rücken, ehe ich Hunter hinauf half- das war schonender für den Rücken.
      Die beiden schafften das ganz gut- es war ja auch alles nicht schwer, wenn man reiten konnte und das konnte Hunter definitiv. “Wenn du es hinbekommst, dass er die Drehung morgen hinbekommt, gebe ich dir eine neue Pattern zum Üben, abgemacht?”, fragte ich ihn und spornte seinen Kampfgeist an. “Alles klar, ich geh dann mit Ocean ins Gelände.”, sagte ich ihm und ließ die Beiden üben. Bevor ich mir Ocean schnappte, aß ich noch etwas. Dann ging ich auf die Koppel und nahm mir den Hengst, bevor wir zum Stall gingen und ich ihn putzte und sattelte. Dann zog ich meine Schutzweste und meinen Helm an, ehe wir ins Gelände gingen. Ich war ja gespannt, ob ich gleich wieder auf der Erde liegen würde, denn bis zur Strecke führte ich ihn, ehe ich nachgurtete und aufsteigen wollte. Sofort lagen seine Ohren flach am Kopf und er spannte sich an. “Du bist mir ein Affe, ich hab gar nichts gemacht, lass den Quatsch.”, sagte ich genervt und entschied mich dann dazu, ihn ein wenig über das Gelände zu führen. Ich machte also die Zügel auf der einen Seite los, so dass ich diese wie eine kurze Longe benutzen konnte, damit er in einem gewissen Abstand von mir mitlief. Das klappte sogar besser, als ich gedacht hatte, so dass er auch einen Sprung so an der Hand schaffte, ehe ich die Zügel wieder fest machte und ohne zu zögern aufstieg. Ich ließ die Zügel doch recht locker und ritt ihn einfach ein bisschen über die Wiese gehen, da hin, wo er gerade wollte, ehe ich langsam die Zügel aufnahm und ihn angaloppieren ließ. Immer wieder schmiss er seinen Hintern in die Luft. Hunter hatte mir geraden, ihn nicht grob anzufassen, weshalb ich mir das einfach gefallen ließ- einem anderen Pferd hätte ich längts eine rüber gezogen, aber bei Ocean war das eher kontraproduktiv, weshalb ich ihn einfach auf einem Zirkel galoppieren ließ, den ich immer kleiner machte, bis er so sehr mit seinem Gleichgewicht zu kämpfen hatte, dass er das Buckeln total vergaß. Nach und nach vergrößerte ich den Zirkel wieder und steuerte aus der Biegung heraus auf den ersten Sprung zu, so dass der Hengst sofort all seine Konzentration auf den Sprung legen musste, sonst wäre er da voll hinein gekracht. So ging es auch mit allen anderen Hindernissen: meinte er, dass er rumzicken musste, ritt ich ihn in immer kleiner werdenden Zirkeln. Benahm er sich wieder, wurden diese Größer. Im Wassergraben meinte er auch einmal, er müsste wieder auf stur stellen, so dass er im Wasser seine Runden drehte, zwar nur im Trab, aber ich handelte sofort.
      So kam es dann auch, dass ich mit einem total braven, aber vor allem auch fix und fertigen Hengst am losen Zügel zurück zu Hunter geritten kam. “Was hast du denn mit dem angestellt?”, fragte er mich- man hörte seine Sorge in der Stimme. “Er musste heute einfach wahnsinnig viel galoppieren. Wenn er mir gebuckelt hat oder total gegen die Hand gegangen ist, habe ich ihn auf dem Zirkel galoppiert und den Kreis so lange verkleinert, bis er so sehr mit seinem Gleichgewicht beschäftigt war, dass er keine Zeit mehr hatte, Quatsch zu machen- und so nass ist er, weil wir so eine Einheit auch im Wassergraben machen mussten, weil er mir da gestiegen ist.”, erklärte ich ihm und sah ihm an, dass ihm das nicht passte. “Ich würde jetzt schon sagen, dass er in einer höheren Klasse laufen kann. Du kannst ihn vermutlich viel besser trainieren als ich, denn er und ich passen absolut nicht zusammen, weshalb ich das Training jetzt hier abbreche. Tut mir Leid.”, erklärte ich und stieg ab, ehe Hunter mir seinen geliebten Hengst abnahm. Military war leider nicht meine Stärke und ich hatte auch nicht die Nerven, mich mit so einem Pferd auseinander zu setzen, weshalb ich das Training abbrach. Vom Potenzial her konnte er locker in der Klasse L laufen, er brauchte eben nur noch etwas Training- ganz verfehlt hatte ich mein Ziel also nicht.
      Mittlerweile war dann auch Nick wach, so dass wir mit Scarlet in Birth’ Training anfangen konnten. Das würden wir nur heute und morgen machen, denn dann konnte Hunter sie selbst weiterbilden. Bei Vollblütern war es leider nicht mit ein paar Mal rennen getan, sie mussten jeden Tag auf die Bahn. Während Nick die hibbelige Stute fertig machte, blätterte ich durch das Trainingsbuch. “Oh schau mal, das letzte Mal wurde sie von einem Mitarbeiter von Occulta trainiert, dann kann sie nur gut auf der Bahn sein.”, meinte ich zu Nick. “Sie haben Starts geübt und ein Intervalltraining abgeleistet, 1000 Meter, wobei die letzten 400 Meter in 30 Sekunden zurückgelegt wurden. Das schaffen wir auch.”, sagte ich lachend. “Mal schauen, wie wir das ausbauen können.”, murmelte ich und schaute ihm zu, wie er professionell den Sitz des Sattels überprüfte. “Können wir?”, fragte ich und nahm das Trainingsbuch mit zur Bahn. “Wärm die erst mal im Schritt und Trab auf der Bahn auf, dann sehen wir weiter.”, erklärte ich und setzte mich auf den Zaun der Rennbahn, ehe ich auf mein Handy schaute und Trainingszeiten verglich. “Das letzte Mal ist sie circa 5 Furlongs galoppiert, wir machen heute sofort 6, das sind immerhin ungefähr 200 Meter mehr.”, redete ich mit mir selbst und suchte Markierungen an der Bahn, die ich dann auch fand. Nun kam Nick auf mich zu. “Wir machen heute einen fliegenden Start.”, sagte ich knapp und sprang vom Zaun, ehe ich zeigte, wo er starten und wo er sie ausgaloppieren lassen sollte. “Alles klar.”, sagte Nick, wendete und galoppierte sie an. Ich schaute auf meine Stoppuhr, hielt sie mir vor die Nase und drückte auf den Knopf, als er vor mir durchstartete. “Na komm, zieh.”, murmelte ich in meinen nicht vorhandenen Bart und schaute den Beiden gespannt zu. Scarlet war wirklich ein gutes Pferd, die Pferde der Gips Reminder Ranch mussten sich da wirklich in Acht nehmen, denn gegen sie zu gewinnen wäre nicht einfach, das sagte mir dann auch meine Stoppuhr- 109 Sekunden, gar nicht schlecht!
      Als Nick wieder bei mir vorbei kam, sagte ich ihm die Zeit. Er nickte und ritt die Stute ein wenig trocken, bevor wir sie im Stall fertig für die Box machten. “Morgen früh starten wir um 5.”, erklärte ich und ging dann ins Haus- es war schon spät.


      Am nächsten Morgen traf ich Nick pünktlich um fünf auf der Rennbahn, Scarlet war aufgewärmt und wir konnten loslegen. “Galoppier sie 2 Furlongs langsam, dann einen schnell, dann wieder zwei langsam. Dann kommst du zur Startbox.”, erklärte ich ihm und ging schon mal vor zu den Startboxen. Scarlet machte, was Nick von ihm verlangte und so kamen sie heil bei mir an. Die Stute in die Startbox zu bekommen war gar nicht so einfach, doch nach einer Weile stand sie drin. “Genau wie gestern, zieh ein wenig mehr an auf den letzten hundert Metern.”, erklärte ich und schon öffnete sich die Startbox. Scarlet schoss mit Nick nach vorne und ich schaute den beiden zu, wie sie galoppierten. Auf den letzten Hundert Metern streckte sich Scarlet immer mehr, bis sie ins Ziel flogen. Ich lächelte, bei einem Blick auf die Uhr. Da war noch so viel Potenzial nach oben, bei der Stute. Fast 109 Sekunden, aber eben nur fast. Sie war schneller als gestern.
      Am Nachmittag hatte ich dann wieder eine Einheit mit Hunter. Heute klappte es schon viel besser, so dass ich ihm eine neue Aufgabe zuteilte: der Halbkreis wurde jetzt nicht mehr getrabt, sondern galoppiert. Ich schaute den beiden eine Weile zu, ehe ich Hunter von unseren Erfolgen mit Scarlet erzählte und Nick und ich uns auf den Heimweg machten- Zuhause warteten auch Pferde.
      20. Oktober 2016
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      Chuckling Dancing Mess - Dressur L auf M; Scarlet in Birth - Military E auf A

      „Missy ist doch gut. Wir haben doch die letzten Tage auch miteinander gearbeitet“ seufzte ich, als ich versuchte der Stute das Halfter über den Kopf zu ziehen. Die letzten Tage waren relativ gut verlaufen und nun sowas.

      Rückblick
      Vor ein paar Tagen war mein Flugzeug gelandet und Hunter hatte mich gleich abgeholt. Wir hatten alles Wichtige bereits vor meiner Abreise geklärt und hatten dann die letzten Details im Auto noch geklärt. Am Hof stiegen wir aus und er hatte mir die Pferde gezeigt. Zwei hübsche Dinger und auch vom Charakter her waren sie wirkliche Herausforderungen. Die nächsten Tage sollten nach meiner ersten Einschätzung sehr spannend werden.

      Zurück im Hier und Jetzt
      Oh ja! Die letzten Tage waren spannend geworden, aber es war dennoch gut gelaufen. Nichts im Vergleich zu jetzt gerade. Nach gut einer viertel Stunde hatte ich es jetzt dann doch mal geschafft. Chuckling Dancing Mess war dennoch nicht sonderlich begeistert. Ich seufzte kurz und klopfte ihr doch noch kurz den Hals. Ich holte ihren Putzkoffer und fing an ihr Fell sauber zu machen. Dies ging relativ schnell und ich ging nochmal in die Sattelkammer. Dort nahm ich mir ihren Dressursattel und die Trense mit. Sanft klopfte ich nochmal ihren Hals und legte ihr dann den Sattel auf den Rücken. Die Stute zickte wieder ein bisschen und ich versuchte nochmal sie zu beruhigen. Das würde ja heute ein witziges Training werden. Ich holte noch meinen Helm und die Gerte. Dann zog ich mir ersteren auf und trenste die Stute noch. Gemeinsam ging ich mit ihr zur Halle. Dort stieg ich dann auf ihren Rücken. Wir hatten bereits mit den Aufgaben der M-Dressur angefangen, aber da sie heute so komisch drauf war, wollte ich sie nicht weiter überfordern oder fördern sondern einfach nochmal ein bisschen den Grundgehorsam unter dem Sattel üben. Ich hatte Hunter vorher nach Erlaubnis gefragt und er fand die Idee wirklich gut. Ich klopfte sanft ihren Hals als ich aufstieg und ritt sie in aller Ruhe warm. Ganz in Ruhe war dies jedoch nicht, da sie immer wieder den Hals hochriss. Ich klopfte ihren Hals nochmal und übte dann Schritt-Trab- Übergänge. Sie sollte einfach lernen, dass sie dann nicht einfach weiterrennen sollte. Unsere eigentliche Trainingseinheit bestand nur daraus und aus Zirkeln und Volten. Vorhand- und Hinterhandwendung. Am Ende ließ ich ihr die Zügel lang und ritt sie wieder ab. Wirklich gefallen hatte ihr das ganze heute merkbar nicht und ich konnte mir schon denken, dass sie auch morgen nicht sonderlich Lust hatte zu arbeiten. Nachdem sie trocken war, stieg ich von ihrem Rücken und führte sie dann noch kurz ein paar Runden. Hierbei musste sie immer strickt hinter mir bleiben. Eigentlich würde ich das überflüssig finden, aber ich fand ihre Art mir gegenüber heute einfach nicht in Ordnung. Gerade schnappen und das ohne Ende war ich einfach kein Fan von. Ich brachte die Stute in ihre Box und verräumte dann alles. Als nächstes holte ich Scarlet in Birth aus ihrer Box und putzte sie dann. Die Stute hatte auch einen eher anstrengenden Charakter. Ich klopfte ihren Hals und holte dann ihren Sattel und die Trense. Dann holte ich noch die Gamaschen und meinen Helm. Ich platzierte alles auf der Stute und führte sie dann aus dem Stall. Ich lobte sie nochmal kurz und stieg dann auf ihren Rücken. Ich ließ ihr die Zügel lang und ritt sie im Gelände warm. Als nächstes folgte die Geländestrecke. Scarlet war ganz schön hitzig und schien schon zu wissen was nun kommen würde, als ich den Weg zur Strecke an. Ich trabte die Stute erst mal an der Strecke vorbei und ging sie dann im Galopp in die Richtung zurück in die wir gekommen waren. Danach lenkte ich sie nun endgültig auf die Strecke und sprang sie eine Runde. Die Stute zog brav an den Sprüngen an und schnaubte immer wieder ab. Scheinbar schien ihr das ganze hier sehr Spaß zu machen, aber genau das hatte ich die letzten Tage schon gemerkt. Morgen würde ich sie auf dem Platz nochmal springen. Aber darüber würde ich mir morgen nach dem Training mit Missy genauer Gedanken machen. Ich klopfte sanft den Hals der Stute und ging den Parcours dann ein weiteres Mal. Zum Schluss ritt ich sie ab und ließ ihr die Zügel auf dem Weg nachhause heim. Am Stall zurück, stieg ich von ihrem Rücken und klopfte ihr nochmal den Hals. Dann brachte ich sie in die Box und sattelte sie ab. Als nächstes folgte die Trense. Ich räumte beides auf und entfernte dann noch die Gamaschen von ihren Beinen. Ich räumte auch sie auf und gab den beiden Stuten noch etwas zu fressen. Für heute hatten sie beide den restlichen Tag eine Pause verdient. Ich klopfte beiden Hals nochmal, doch Messy schien darüber nicht gerade so erfreut. Ich ging nach drinnen und machte mir was zum Essen. Dann schaute ich meinen Plan nochmal durch und vermerkte in meinem Trainingsbuch über alles heute. Ich las mir noch ein paar Bücher durch über Bodenarbeit, Fohlen ABC und Einreiten. Da es schon spät war ging ich nur noch kurz duschen und auch schon ins Bett.

      Ich holte Chuckling Dancing Mess aus der Box und heute schien alles wieder besser sein. Nicht super, aber besser als gestern. Ich klopfte den Hals der gold champagnefarbenen Stute. Ich band sie dann vor der Box an und putzte sie schließlich. Als nächstes holte ich den Sattel und die Trense. Ich platzierte den Sattel auf ihrem Rücken und ging ein weiteres Mal in die Sattelkammer. Ich holte die Bandagen aus dem Spind und ging dann wieder zurück zu der Vollblutstute. Ich klopfte nochmal ihren Hals und bandagierte ihr die Beine. Als ich damit fertig war trenste ich sie und setzte meinen Helm auf. Gemeinsam ging ich mit ihr wieder zur Halle und stieg dort auf ihren Rücken. Ich ritt sie wieder in aller Ruhe warm und begann dann mit den bereits geübten Aufgaben der M-Dressur. Das heutige Merkmal lag auf Traversalen und Traversen. Ich klopfte ihr immer wieder dazwischen den Hals und versuchte weiterhin sie nicht zu überfordern. Dennoch sollte sie heute ein bisschen weiterkommen, da ich bald abreisen würde. Nachdem ich mit dem Training fertig war, ritt ich sie ab und brachte sie dann wieder in den Stall. Ich räumte ihr Zubehör auf und brachte sie nach draußen auf die Weide. Ich holte Scarlet aus der Box und putzte sie auch. Ich ging in die Sattelkammer und holte dann sowohl den Sattel als auch die Trense. Ich holte zudem noch die Gamaschen und platzierte alles auf der Stute. Ich zog ihr nochmal die Trense vom Kopf, da ich komplett vergessen hatte, dass ich die Hindernisse noch nicht aufgebaut hatte. Ich zog ihr das Halfter wieder auf dem Kopf. Ich ließ sie kurz stehen und ging zum Platz. Ich baute die Hindernisse auf und ging wieder nach drinnen. Zusammen mit der Stute ging ich wieder nach draußen und stieg auf ihren Rücken. Den Helm hatte ich natürlich mitgenommen und bereits aufgesetzt. Ich ritt sie warm und begann mit dem Parcours. Sie machte wirklich gut mit, war hier und da zwar noch ein bisschen zu stürmisch, aber das würden wir bis zu meiner Abreise auch noch hinbekommen.

      Genau diese war auch in einer guten Woche schon gekommen. Die Zeit war wirklich sehr schnell vergangen, aber ich war froh, was ich mit beiden Stuten erreicht hatte. Ich stellte beide Hunter nochmal in der gewünschten Disziplin vor und ging ein letztes Mal auf seinem Hof zum Duschen. Danach fuhr er mich zum Flughafen und ich stieg in das Flugzeug zu Rachel. Sie hatte mich um Hilfe im Stall geboten, besser gesagt um ein paar Trainingseinheiten für zwei Pferde.
      von Friese
      01. November 2016
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      Distanz E-A

      Mein heutiges Trainingspferd war manchmal ein ganz schöner Dickkopf, so in etwa wie ich selbst. Das musste ich mir jedenfalls von Rosie anhören, die schon einmal mit der Stute ‚Scarlet in Birth‘ zu tun gehabt hatte. Ich hingegen war der Überzeugung, am Ende des Tages sagen zu können, dass Scarlet eben eine typische Frau sei. Das Bear Brook EC war gar nicht so weit von Pineforest entfernt, jedenfalls war es bis dorthin keine halbe Weltreise, wie zu meinem letzten derartigen Auftrag. Auf dem Hof wurde ich von Hunter in Empfang genommen. Wir liefen vom gut beschatteten Parkplatz zum Stallgebäude; es war ein herrlicher Herbstnachmittag, ausnahmsweise ohne Regen. Im Inneren des Gebäudes erkannte ich sofort ein paar Pferdegesichter wieder: unsere ehemalige Vollblutstute Blütenzauber und Mr. Raw Depression, den ich damals an der Körung von Unbroken Soul of a Rebel zum ersten Mal beobachtet hatte und der Vater von einem unserer Fohlen war. Doch mein eigentliches Ziel sah uns bereits erwartungsvoll entgegen. Ich holte Scarlet aus ihrer Box und putzte sie von Kopf bis Huf gründlich. Hunter hatte natürlich Besseres zu tun als mir dabei zu helfen, also nutzte ich die Gelegenheit um mich in aller Ruhe mit Scarlet vertraut zu machen. Ich fasste alle vier Beine der Stute an; nicht nur, um ihre Erziehung zu testen, sondern auch um festzustellen, ob mit den Strukturen alles in Ordnung war. Ich konnte nichts entdecken und fuhr beruhigt mit dem Satteln fort. Scarlet bekam zum Schutz der Beine Gamaschen und ihre Hufschuhe, da sie Barhuf lief und ein längerer Ritt vor uns lag. Als wir beide ausgerüstet waren, führte ich Scarlet nach draussen in den Innenhof zum Aufsteigen. Vor dem Losreiten prüfte ich nochmal den Puls am Hals der Stute, welcher wie erwartet im Normalbereich von 30-40 Schlägen pro Minute lag. Dann setzten wir uns in Bewegung, durch die kleine Baumallee und danach links. Vor uns lag ein ca. vierstündiger ‚Ausritt‘, bei dem ich mir ein Bild von Scarlets Trainingszustand machen wollte. Geplant waren folglich ungefähr 35 Kilometer in der Tempovorgabe T6 - also 6 Minuten pro Kilometer. Am Anfang blieben wir noch im Schritt und wärmten uns gründlich ein. Als dann eine passende Gelegenheit kam, trabte ich an und startete das eigentliche Training. Wir waren von nun an über längere Abschnitte in einem flotten Trab unterwegs, machten dazwischen aber immer wieder Schrittpausen. Scarlet voller Energie und auch zum Teil etwas guckig, besonders wenn wir neben hohen Gebüschen ritten. Nach knapp 20 Kilometern stand eine Pause an, bei der ich Scarlets Puls abermals prüfte und sie aus einem Brunnen trinken liess. Nach zwanzig Minuten ging’s weiter, denn jetzt war ihr Puls längst wieder normal. Man merkte der Stute am Ende schon an, dass sie erst fünf Jahre alt und noch kein Distanz-Profi war, aber sie hatte sich nicht schlecht geschlagen. Sie war zwischen den Hinterbeinen und auf der Sattellage verschwitzt, ausserdem hatte sie ganz leicht Nasenausfluss. Das war aber alles im normalen Bereich. Ihr Puls direkt bei unserer Rückkehr lag bei circa 70, also ebenfalls annehmbar. Ich achtete auch auf ihre Atmung und den allgemeinen Eindruck, doch sie schien den Ritt gut verkraftet zu haben. Ich führte Scarlet nach unserer Ankunft auf dem Hof gründlich trocken und kühlte ihre Beine, dann übergab ich sie zurück an Hunter. Ich empfahl ihm, eine Art Trainingstagebuch zu führen, in dem er die Leistung der Stute festhalten und ihre Steigerung von Zeit zu Zeit auswerten konnte. Dann verabschiedete ich mich von Pferd und Besitzer.
      3557 Zeichen von Occulta
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      29. Januar 2017 | von Samanta
      Springtraining E-A

      "Trainingsstall Project Second Chance, Samanta Thomsen am Apparat. Wie kann ich Ihnen behilflich sein?"
      "Hunter Crowley. Haben Sie Zeit?"
      Ich schmunzelte. Der schweigsame Hunter also. "Sicher. Warte kurz, ich schau mal nach." Keine Antwort. Ich sah meinen Kalender durch und fragte dann:"Passt es in zwei Wochen?"
      "Ja."
      "Schön, dann sehen wir uns dann. Bis bald."
      "Bis bald." Leise lachend legte ich auf und teilte dann meinen Mitarbeitern mit, dass ich in zwei Wochen weg sein würde. "Und was musst du machen?"
      "Keine Ahnung. Hunter Crowley ist nicht gerade der gesprächigste, aber ich schätze, das werde ich schon noch erfahren." Zwei Wochen später machte ich mich auf den Weg nach Lincolnshire zum Bear Brook EC. Obwohl ich nur knapp zwei Stunden brauchte, wollte ich trotzdem auf dem Hof übernachten. Aus dem einfachen Grund, dass ich dann meine Trainingszeit einfacher einteilen konnte. Hunter hatte nichts dagegen, solange ich ihn nicht vollquatschte. Was ich nun wirklich nicht vorhatte. Ich redete zwar gerne, aber ich wollte auch niemandem auf die Nerven gehen. Angekommen sah ich mich lächelnd um. Es war wirklich schön hier. Good old England. Ich reiste gerne, aber nichts auf der Welt war schöner, als England. Ein Grund wieso ich in dieses schöne Land gezogen war. Hunter konnte ich auf den ersten Blick nicht entdecken, dafür eine junge Frau, die gerade aus einem der Ställe kam. "Kann ich Ihnen helfen?"
      "Samanta Thomsen. Ich bin die Trainerin. Ist Hunter da?"
      Die junge Frau nickte und sagte dann:"Ja. Er hat gesagt, dass sie kommen. Ich bin Gine. Soll ich Ihnen Ihre Unterkunft zeigen?"
      "Gerne." Sie führte mich zum Gästehaus und zeigte mir das Zimmer, wo ich unterkommen konnte. "Vielen Dank." Lächelnd verabschiedete sich die junge Frau und versprach mir Hunter bescheid zu geben. Nachdem ich mich eingerichtet hatte, ging ich nach draußen und traf dort auf Hunter. "Hallo."
      "Hallo."
      "Worum geht es denn eigentlich?"
      "Springen auf A."
      "In Ordnung. Welches Pferd?" Er winkte und ich folgte ihm in den Stall. Dort deutete er auf eine junge EVB-Stute. "Sie heißt Scarlet in Birth.Ein echter Wildfang. Du kommst zurecht?" Ich nickte und sagte:"Ja, wenn ich was brauche, werd ich schon jemanden finden." Hunter ging und ich machte mich erstmal mit der Stute vertraut. Auf den ersten Blick wirkte sie zutraulich und sanftmütig, aber man sah ihr auch an, dass ihr der Schalk im Nacken saß und sie ihren eigenen Kopf hatte. Nachdem ich sie aufgehalftert hatte, schnappte ich mir Putzzeug und begann die Stute erstmal zu putzen. Es gefiel ihr oder eher gesagt: sie ließ es über sich ergehen. Gine kam vorbei und fragte:"Brauchst du irgendwas?"
      "Sattel und Trense und jemanden, der mir in den nächsten Wochen beim Springtraining hilft."
      "Da wird sich sicher jemand finden. Irgendwer hat immer Zeit."
      "Super." Gine zeigte mir Sattel und Trense der Stute und reichte mir noch eine Longe. "Für alle Fälle", sagte sie schmunzelnd und ich nahm die Longe entgegen. "Danke." Ich ging heute mit der Stute erst einmal in die Halle, um sie besser kennen zu lernen. Die Longe legte ich an den Rand und stieg dann auf. Schnell war klar, dass die Stute vorwärtsdrängend war und dass sie ihren eigenen Kopf hatte. Trotzdem hatte ich nicht das Gefühl, dass ich mit ihr nicht klar kommen würde und während des ersten Trainings musste ich auch nicht absteigen, weil sie zu schnell oder ähnliches war. Ich versorgte die Stute, aß dann noch etwas und stellte einen Trainingsplan zusammen. Am nächsten Morgen nach dem Frühstück ging ich direkt in den Stall und traf dort auf Gine. "Heute helfe ich dir beim Springtraining. Ansonsten wird immer irgendjemand da sein."
      "Super. Vielen Dank." Nachdem ich die Stute fertig gemacht hatte, brachte ich sie auf den Springplatz und ritt sie dann erstmal locker im Schritt. Anschließend trabte und galoppierte ich und bat Gine in der Zeit zwei Cavalettis sowie Trab und Galoppstangen aufzubauen, um mich mit der Stute im Springen bekannt zu machen. Sie war ebenso wie auch sonst sehr eifrig und man musste sie in ihrem Eifer ziemlich bremsen, aber wenn man sich einmal bei ihr durchgesetzt hatte, dann war sie kaum aufsässig und ließ sich auch bremsen ohne dabei bockig zu werden. Die nächsten Tage verbrachte ich damit, die Stute über Cavaletti und Trab- sowie Galoppstangen zu arbeiten und mich mit ihr und ihrer Art vertraut zu machen, bevor ich mich an die eigentlichen Sprünge machen würde und mit dem Training beginnen wollte. Zwischendurch ging ich mit der Stute immer mal ins Gelände, um Abwechslung reinzubringen. Auch Pausetage fügte ich ein, damit sie sich vom Training erholen konnte. Nach und nach erhöhten wir die Sprünge. Es war - wie Gine es versprochen hatte - immer jemand dabei, der mir beim Auf- und Abbauen behilflich war. Hunter sah auch immer mal wieder rein und schaute sich unsere Fortschritte an. "Wie macht sie sich?"
      "Bisher ganz gut", sagte ich, "wir wachsen langsam zusammen." Ich schmunzelte und klopfte der Stute sanft den Hals. Drei Wochen später ging ich mit der Stute den ersten E-Pacours einmal komplett. Andere Trainer wären vielleicht schneller vorgegangen, aber ich wollte mich eben gut vorbereiten und da die Stute noch recht jung war, wollte ich mir mit dem Training auch Zeit lassen. Für die Besitzer würde das natürlich keine höheren Kosten bedeuten. Zwei Tage später, sagte ich zu Gine, die heute wieder dabei war:"Bau den Sprung mal auf 1 m. Ich möchte schauen, wie sie das macht." Gine nickte und folgte meinen Anweisungen. Ich ritt mit der Stute im Schritt weiter, um sie in Bewegung zu haben und nachdem der Sprung aufgebaut war, trabte ich sie erst noch einmal eine Runde, bevor ich angaloppierte und den Sprung ansteuerte. Scarlet zog zunächst an, wurde dann aber doch etwas unsicher und ich trieb energisch, sodass sie tatsächlich weiter ging und über den Sprung sprang. Sie verschätzte sich etwas mit der Höhe und riss die Stange. Ich lobte sie trotzdem und wartete bis Gine den Sprung wieder aufgebaut hatte. Wir versuchten es gleich ein weiteres Mal und dieses Mal übersprang Scarlet das Hindernis schon viel souveräner. Ich ritt den Sprung nur noch ein weiteres Mal an und beendete das Training für heute. In den nächsten Tagen überwanden wir immer wieder einzelne A-Sprünge, um sie an die Höhe zu gewöhnen und nach und nach auf 1,10 m zu gehen. Die Stute wurde immer souveräner im Springen und ließ sich auch von der 'Höhe' nicht beeindrucken. Sie zog mittlerweile richtig an und ich hatte Mühe sie etwas zu bremsen. Manches Mal während des Trainings war sie wirklich mies drauf. Es schien mit ihrer Rosse zu tun zu haben. An solchen Tagen konnte man mit ihr nicht wirklich arbeiten. Das waren dann die Tage, an denen ich mit ihr ausritt oder sie einfach mal stehen ließ. Ansonsten kamen wir gut miteinander aus und ich war begeistert, wie gut die Stute ihre Sache meisterte. Am Ende des Trainings konnte sie ohne Probleme einen A-Pacours überwinden. Souverän übersprang sie jeden Sprung und musste eher gebremst werden. Am letzten Tag sah Hunter Crowley beim Training zu. Normalerweise sah ich mir immer an, wie die Besitzer mit ihren Pferden in der neuen Lektion oder der neuen Klasse zurecht kamen, aber bei Hunter wusste ich, dass er ein super Reiter war und ich mir keine Sorgen machen musste, dass er mit der 'neuen' Klasse nicht klar kam. Also verabschiedete ich mich und sagte:"Hat mich gefreut, dass du wieder auf mich zurückgekommen bist. Bis zum nächsten Mal. Hoffe ich."
      "Bis zum nächsten Mal." Er lächelte und ich reichte ihm die Hand, die er nach kurzem Zögern ergriff. Einige Stunden später reiste ich ab und freute mich schon wieder auf zu Hause, auch wenn es dieses Mal keine so lange Reise war, wie bei meinen letzten Aufträgen.
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      07. Februar 2017 | 7713 Zeichen von Samanta
      Militarytraining A-L


      "Hast du Lust auf einen bockigen Esel?" Noch bevor er sich mir vorgestellt hatte, wusste ich wer dran war. "Kommt drauf an. Worum geht es denn?"
      "Scarlet in Birth. Militarytraining."
      "In dem Fall habe ich wohl Lust auf einen bockigen Esel." Am Anfang hatte mich Hunters schweigsame Art etwas irritiert. Nicht, dass ich das nicht schon kannte, aber bei ihm war es ausgeprägter, als bei anderen und man musste manchmal erahnen, was er einem mitteilen wollte. Mittlerweile kam ich mit seiner Art aber ganz gut klar und ab und an gelang es mir sogar, ihn ein bisschen zum 'Plaudern' zu bringen. "Wann?" Ich blätterte in meinem Kalender. "In einer Woche?"
      "Abgemacht. Bis dann."
      "Bis ...", aufgelegt,"...dann." Ich schmunzelte und schüttelte lachend den Kopf. "Was ist denn so lustig?" Isabella stand in der Tür und streckte mir einen Teller mit Kuchen entgegen. Ich griff zu. "Danke. Mein Kunde. Hunter Crowley."
      "Ah, der Schweigsame. Der macht Alan Konkurrenz, hab ich gehört."
      "Gegen ihn, ist Alan die reinste Plaudertasche." Isabella lachte. "Was wollte er denn?"
      "Meine Dienste als Trainerin. Ich glaub ich bin ihm ganz recht, weil ich ihn nicht die ganze Zeit vollquatsche."
      Eine Woche später machte ich mich auf den Weg nach Lincolnshire zum Bear Brook EC. Dort angekommen, konnte ich erstmal niemanden entdecken, fand den Weg zum Stall und zu Scarlet in Births Box. "Na, Monster. Hast du mich vermisst." Lachend kraulte ich die Stute, die nicht gerade begeistert von der Störung vor ihrer Box zu sein schien. "Kann ich Ihnen helfen?" Ich drehte mich um und sah mich einem jungen Mann gegenüber. "Oh, Verzeihung. Ich glaube wir kennen uns nicht. Ich bin Samanta Thomsen."
      "Ah, die Pferdetrainerin. Hunter hat von Ihnen erzählt. Ich bin Isaac."
      "Freut mich. Ist Hunter denn da?" Er nickte. "Ja, im Haus. Er erwartet Sie schon."
      "Bitte dutzen Sie mich doch. Ich komme mir sonst so alt vor." Er lachte und nickte dann. "Ja, kenne ich." Ich verabschiedete mich und machte mich auf den Weg zum Haupthaus, wo ich tatsächlich Hunter antraf. Nachdem ich mich im Gästehaus eingerichtet hatte, ging ich wieder nach unten und dann in den Stall. "Sie soll auf L-Niveau gebracht werden."
      "In Ordnung. Das bekommen wir schon hin. Nicht wahr, Scarlett?" Die Stute ignorierte mich und kaute weiter genüsslich auf ein paar Halmen herum. "Brauchst du mich noch?" Ich schüttelte den Kopf und Hunter ließ uns alleine. Da ich mit Scarlett bereits vertraut war, würde ich das Kennenlernen in dieser Einheit nicht brauchen. Ich wusste bereits, wie ich die Stute zu nehmen hatte. Das hieß nicht, dass ich sie nicht trotzdem heute erstmal nur locker reiten würde. Ich ging erstmal hinüber zum Springplatz und baute einige Cavalettis und Trab- sowie Galoppstangen auf. Anschließend ging ich zurück zu Scarlet und holte sie aus der Box, um sie zu putzen. Nachdem ich sie geputzt, gesattelt und getrenst hatte ging ich mit ihr auf den Springplatz. "Na, erinnerst du dich?" Hier hatten wir während der letzten Trainingseinheit die meiste Zeit verbracht." Nachdem ich nachgegurtet hatte, stieg ich auf und ritt die Stute erstmal warm. Sie war nicht gerade begeistert, ließ sich aber auf das Training ein. Zunächst jedenfalls. Als nämlich ein Hengst vorbei kam, den sie offenbar toll fand, versuchte sie gleich erstmal ihm nachzulaufen. "Oh nein, Fräulein. Das kannst du knicken." Wir diskutierten die Sache noch ein paar Minuten aus, aber schon bald hatte die Stute begriffen, dass ich mir von ihr sicher nicht sagen lassen würde, was jetzt zu tun war. Die Stute lief nun wieder brav ihre Runden, drängte vorwärts und so trabte ich schließlich an. Nachdem ich sie auf beiden Händen mehr oder weniger locker bekommen hatte, trabte ich zum ersten Mal über die Trabstangen. Sie hob brav die Beine und ich lobte sie ausgiebig. Immer wieder nahm ich die Trabstangen während des Trainings und schließlich galoppierte ich sie ab, bevor ich die Galoppstangen nahm. Die Stute nahm die Stangen ohne große Probleme, teilweise musste ich sie aber ziemlich bremsen, um sie in ihrem Übereifer nicht zu bestärken. Ja, die Stute hatte Feuer. Die Cavalettis und Stangen waren für die überhaupt kein Problem und auch mit höheren Hindernissen hatte sie, wie ich schon wusste, keinerlei Probleme. Ihr 'Problem' lag eher darin, dass sie teilweise zu schnell wurde und die Distanz dann nicht richtig einschätzen konnte. Beim Military nicht besonders gut, aber nach und nach bekamen wir das in den Griff. In den nächsten Tagen trainierte ich mit ihr erst einmal nur auf dem Springplatz und reicherte das Training durch Ausritte, kurze Dressureinheiten, Spaziergänge und Tagen auf der Koppel an, damit sie sich nicht langweilte. Erst eine Woche später machte ich mich das erste Mal an das Training auf dem Geländepacours. Die Stute machte ihre Sache gut, aber auch hier musste ich sie in ihrem Eifer bremsen. "Wie läufts?"
      "Gut, gut",antwortete ich als ich mit Scarlet gerade wieder am Hof ankam. "Sie ist etwas übereifrig, aber ansonsten kommen wir gut klar." Hunter nickte. "Ich denke wir könnten in vier Wochen fertig sein, wenn sie sich weiter so gut macht."
      "In Ordnung."
      "Dann bis später." Nachdem ich Scarlet versorgt hatte, machte ich mich noch ein bisschen auf dem Hof nützlich, bevor es schließlich Zeit fürs Bett gehen war. Die nächsten Tage verbrachte ich immer wieder auf dem Geländepacours, wechselte aber auch weiterhin mit Dressur, Ausritten und Pausen ab, um sie konzentriert zu halten. Mir war es gelungen, den Eifer der Stute mittlerweile in andere Bahnen zu lenken, sodass sie ihren Ehrgeiz eher in die Höhe am Sprung, als in die Geschwindigkeit legte. "So ist es gut,mein Mädchen." Wir konnten uns nun auch an die höheren Hindernisse wagen. 1,20 m waren die Hindernisse bei der Klasse CCI3* (L). Mit Bürste sogar bis zu 1,40 m. Die Weitsprünge waren bis zu 3,60 m weit und in die Tiefe ging es bis zu 2 m. Etwas, was wir natürlich alles trainieren mussten. Erstmal konzentrierte ich mich auf die höheren Hindernisse. Die Stute überwand die Hindernisse ohne Probleme, schätzte manchmal die Distanz nicht richtig ein, konnte sich aber immer noch irgendwie darüber retten. Sie hatte Talent. Das war eindeutig. Solange sie jemanden hatte, der ihren Eifer in die richtigen Bahnen lenkte, würde sie keine Probleme mit den Hindernissen bekommen. Gefährlich konnte es nur werden, wenn sie zu schnell wurde, aber da machte ich mir bei Hunter eigentlich keine Sorgen. Er war ein klasse Reiter und er kannte die Stute schon eine ganze Weile. Noch fünf Wochen trainierte ich mit der Stute an der Höhe, der Weite und der Tiefe. Bei den Sprüngen, die in die Tiefe gingen, war die Stute zunächst ziemlich unsicher, aber nach und nach vertraute sie mir soweit, dass sie auch die 2 m nach unten ohne Probleme überwand. Auch mit Hunter gab es da keinerlei Probleme. Die beiden flogen nur so über die Hindernisse und Hunter gelang es die Stute in ihrem Ehrgeiz zu bremsen und so auch die Geschwindigkeit rauszunehmen. "Ich kann euch beiden für dieses Mal nichts mehr beibringen", sagte ich lächelnd, als die beiden wieder zurückkamen. "Achte immer darauf, dass du die Geschwindigkeit immer kontrollieren kannst. Das ist die einzige Schwierigkeit, die ich bei ihr sehe." Er nickte und wir machten uns wieder auf den Weg zurück zum Hof. Da es noch früher Mittag war, verabschiedete ich mich schon heute."Bis zum nächsten Mal." Lächelnd reichte ich Hunter zum Abschied die Hand und verabschiedete mich auch noch von Scarlet und den Angestellten des Hofes, die ich bereits kennen gelernt hatte. Dann machte ich mich auf den Nachhauseweg. Es war wieder einmal schön gewesen und ich hatte es genossen die Stute zu trainieren, auch wenn sie nicht immer ganz einfach war.
    • sadasha
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      01. März 2017 | 11036 Zeichen von Canyon
      Dressur A-L

      Bear Brook EC hieß es mal wieder und deswegen buchte ich mir absichtlich diesmal doch wieder ein Flugticket. Meine letzte Reise dorthin war nicht gerade entspannend verlaufen, weswegen ich in den sauren Apfel biss und etwas mehr Geld dafür ausgab. Wer noch in den sauren Apfel beißen musste, dass war mein Rüde Gery. Mit traurigen und ziemlich unwiderstehlichen Hundeaugen blickte er mich an, als ich ihn bei Petyr ablud, welcher die nächsten Tage auf ihn aufpassen würde. So Leid wie es mir für ihn tat, meine Arbeit war genauso wichtig und da er fliegen hasste, gab es dieses Mal keine andere Lösung für uns beide.
      Einige Stunden später landete ich dann im mittleren Westen Englands, von wo aus mich ein Taxi zum Gestüt von Hunter brachte. Im Stall fand ich schließlich nicht nur ihn, sondern auch Iseabail, welche eine kleine Knuddeleinheit meinerseits überstehen musste, bevor ich mich an Hunter wand und auch diesen begrüßte. Wir waren beide nicht die gesprächigsten, sodass das Wichtigste schnell geklärt war. Mittlerweile kannte ich mich hier recht gut aus, sodass mir Hunter diesmal nur meine Trainingsstute zeigte und mich dann meiner Arbeit überließ. Hunter hatte mir diesmal den Freiraum gegeben, dass ich selbst entscheiden durfte, in welcher Disziplin ich trainieren wollte und da ich es selbst auch noch nicht wusste, verschob ich diese Entscheidung auf später. Scarlet in Birth hieß die Hübsche und wie konnte man es anders erwarten, na gut, man konnte es anders erwarten, gehörte sie zu der Rasse der Englischen Vollblüter. Groß, braun und ziemlich zierlich. Sie schien mir etwas mager, jedoch verdeckte sie dies gekonnt unter muskulösen Körperpartien.
      Mit funkelnden und munteren Augen blickte sie mich durch die Gitter der Box hindurch an und einen Moment versuchte ich ihren Blick nachzumachen. Es stellte sich schnell heraus, dass sie es um einiges besser konnte. "Na Süße?" So locker und freundlich wie möglich näherte ich mich der Box und blieb dann ruhig davor stehen. Mein Blick galt nicht nur ihr, sondern auch den anderen Pferden und Tieren im Stallgebäude, sodass sie sich nicht beobachtet fühlte. Als sie sich etwas entspannt hatte, schob ich die Tür vorsichtig auf und beschäftigte mich nun auch direkt mit ihr. Ich war erstaunt, wie schnell sie sich an mich gewöhnte, sodass ich mein Longierzeug zusammenpackte und mich auf die Suche nach einem freien Platz machte. Leider hatte das Wetter wieder umgeschlagen und eine triste und graue Wolkenwand bedeckte den Himmel. Hinzu kam noch der eklige Westwind, welcher mich und auch Scarlet überredete, heute in die Halle auszuweichen. Hier hatten wir unsere Ruhe und genügend Platz für die Arbeit. Scarlet kannte das Longieren mittlerweile natürlich und so brauchte sie nicht lange, um in einem flüssigen und lockeren Trab mich herum zu laufen. Sie schien viel Ausdauer und Eleganz zu besitzen und je länger ich ihr zusah, desto sicherer war ich mir, dass ich sie in der Dressur trainieren würde. Ich zog das Longieren nicht in die Länge, jedoch war es für uns beide ein guter Start, um uns besser kennenzulernen. Sie lernte so meine Körpersprache und meine Stimmlage kennen und ich wusste jetzt schon einzuschätzen, wie ich sie in den verschiedenen Gangarten sich bewegen würde. Nach einer dreiviertel Stunde entließ ich sie und gab ihr etwas Freizeit, bevor wir am frühen Abend noch einmal zu einander finden würden.

      Scarlets letztes offizielles Dressurtraining war bereits ein Jahr her und da sie sehr vielseitig ausgebildet wurde, passte auch dies ganz gut in die Planung von Hunter. Kurz vor Sonnenuntergang holte ich Scarlet also wieder zu mir, kleidete sie diesmal jedoch in ihr schickes Dressuroutfit.
      Wieder ging es für uns beide in die Halle und da sich Hunter drum gekümmert hatte, dass wir sie für uns hatten, gehörte der gesamte Platz nur Scarlet und mir. Ich führte sie entspannt durch die Halle, erklärte ihr, was wir heute machen würden und versuchte sie seelisch auf das Training vorzubereiten. Als das geschehen war, stieg ich auf und ritt sie nun ordentlich im Schritt warm. Sie hatten wunderschöne Gänge und wenn man von kleinere Bockanfällen absah, benahm sie sich vorbildlich, die Motivation würde schon irgendwann noch kommen. Im Schritt ritt ich Volten und Schlangenlinien und versuchte die Stute so viel zu beschäftigen wie es ging, sodass sie kaum die Zeit dazu hatte, auf blöde Gedanken zu kommen. Nachdem ich merkte, dass sie lockerer und weicher wurde, trabte ich an und ritt auch hier nochmal einige Bahnfiguren zur Dehnung. Ich lobte sie so oft wie nötig und möglich und versuchte das Training abwechslungsreich und spannend zu gestalten, denn ich konnte mir vorstellen, dass das bei ihr ein guter Weg sein könnte.
      Nachdem wir uns miteinander angefreundet hatten, begann ich damit, sie die wichtigsten Lektionen aus der A-Dressur abzufragen, welche gleich den Einstieg in die L-Dressur sein sollten. Auch wenn ihr Dressurtraining bereits einige Zeit her ist, so schien ihr Gedächtnis jedoch hervorragend zu funktionieren. Nicht nur die Übergänge vom Schritt in den Galopp, welche sie als Rennpferd sowieso beherrschen sollte, sondern auch die schwereren Lektionen, wie die Vorderhandwendung und die Verkleinerung und Vergrößerung des Vierecks klappten nach kurzem Übung wieder problemlos. Da in der L-Dressur die Kehrtwendung auf der Hinterhand abgefragt wurde und die sehr der Vorderhandwendung ähnelte, begann ich sogleich mit dieser. Gerade war Scarlet noch gelassen und ruhig und dafür war die Übung perfekt. Ich ließ sie einen Schritt nach vorne treten und leitete somit die Wendung ein. Dann versuchte sie mithilfe passender Hilfen dazu zu bringen, dass ihr äußeres Hinterbein einen Halbkreis um das innere Hinterbein tritt. Ich trieb unterdessen weiter und fordert sie so dazu auf, etwas in Richtung Schwerpunkt vorzutreten. Zum Glück bereitete ihr die Anlehnung keine Probleme mehr, welche stets konstant bleiben sollte.
      Die ersten Schritte waren noch etwas wackelig und sie wollte zu erst die bereits erlernte Vorderhandwendung zeigen, merkte jedoch schnell, dass ich das nicht von ihr verlangt hatte. Scarlet schien Wendungen ganz interessant zu finden, weswegen ich gleich die Kurzkehrtwendung anhing, welche jedoch aus dem Trab angeritten wurde und auch gleich danach wieder im Trab weiter gehen sollte. Für Scarlet war diese perfekt, da sie ihre Eleganz zeigen konnte und trotzdem die benötigte Bewegung bekam.
      Als nächstes ging ich zum einfachen Galoppwechsel über. Diesen übten wir auf dem Zirkel und wechselten dann stetig diesen. Ich war erstaunt, wie begabt Scarlet trotz, oder gerade wegen ihres interessanten und manchmal anstrengenden Charakters war und das Training machte mir immer mehr Spaß. Da die Übergänge vom Galopp in den Schritt ihr keine Probleme bereiteten und sie folgsam meinenAnweisungen folgte, was mich freute, aber auch etwas stutzig machte, brauchten wir mit dem Galoppwechsel auch nicht lange. Sie parierte durch, ich stellte sie um und wir galoppierten auf der anderen Hand wieder an - Perfekt!
      Am Ende des heutigen Tages, kurz nachdem ich mit ihr noch den Außengalopp geübt hatte, warteten noch die Schlangenlinien auf sie.Wie hätte es anders sein können, aber ich merkte bereits nach dem ersten Durchlauf, dass sie darauf keine große Lust hatte. Sie wurde unkonzentrierter und hippelig und versuchte immer wieder auszubrechen. Ich tat mein Bestes die Schlangenlinien so vielseitig wie nur möglich zu kombinieren, sah jedoch zum Schluss ein, dass es für heute keinen Sinn mehr machte und beließ es dabei.
      Zur Belohnung durfte sie sich im Sand wälzen, sodass ich dann einiges an Arbeit hatte, ihr den feuchten Sand wieder aus dem Fell zu putzen. Doch sehr zufrieden mit dem Training und Scarlet entließ ich sie in ihren Feierabend und suchte mir dann auf dem Hof bis zum Abend eine helfende Tätigkeit.

      Auch für Scarlet begann der nächste Morgen früh. Sie schien darüber kein bisschen glücklich zu sein und schaute mich nur verständnislos an, als ich mit dem Dressursattel auf dem Arm vor ihr stand. Den Großteil hatten wir bereits gestern erlernt. Heute würden wir das ganze noch vertiefen und die restlichen Lektionen erarbeiten, bevor ich meine Arbeit hoffentlich heute für vollendet ansehen konnte. Mein Ziel war es, den Grundstein für die weitere Arbeit mit ihr zu legen und Hunter und seinen Helfer die Arbeit etwas zu erleichtern.
      Nach der ausführlichen Erwärmung, wiederholte ich die Lektionen von gestern und versuchte diese zu perfektionieren und zu festigen, bevor ich mich mit den restlichen beschäftigen würde. Die Schlangenlinien versuchte ich nie in den Vordergrund zu schieben, sondern immer wieder zwischendrinnen nur kurz anzureisen, sodass sie nie lange Zeit dafür hatte, sich zu beschweren oder querzustellen. Vor allem standen heute die versammelten Gangarten auf unserem Plan, aber auch das Überstreichen im Trab und verschiedene Voltenarten. Ich ließ mir Zeit und kombinierte alles mit den verschiedensten Lektionen, welche sie in ihrer Laufzeit als Dressurpferdbereitserlernt hatte, in der Hoffnung, sie so ausreichend zu beschäftigen. Ihr schien zu gefallen, das ich mein Bestes gab, um mich auf sie einzulassen. Ich mochte dieses Pferd mit jedem Schritt den es tat mehr und ich fragte mich schon, wie ich nur mein ganzes Leben mit solchen tollen Pferden verbringen sollte, ihre Entwicklung beobachten musste und ich immer wieder fast mit Tränen nach Hause fuhr. Aber dann dachte ich an meinen Óslogi und meinen Félagi und mir wurde bewusst, das auch ich zu Hause geniale Pferde hatte, für die sich die verschüttete Träne lohnte.
      Die restliche Stunde wiederholte ich all das gelernte und versuchte mit zärtlicher Macht auch Scarlet davon zu überzeugen, dass Schlangenlinien, vor allem die mit den Galoppwechseln, doch Spaß machen können. Sie schien nicht vollkommen überzeugt, aber jedenfalls sah ich eine leichte Verbesserung.
      Um auch Hunter von ihrem Fortschritt zu überzeugen, lud ich ihn zu einer kleinen Vorstellung ein, bei welcher ich ein Turnier imitierte und mit Scarlet zu einer flüchtig ausgesuchten Musik eine Kür vorführte, welche die wichtigsten Lektionen aus der L-Dressur beinhaltete. Selbst die Schlangenlinien zeigte Scarlet unter der Beobachtung ihres Besitzers mit etwas mehr Motivation und ich merkte, dass sie sich etwas anstrengte, aber vermutlich wusste sie ganz genau, dass sie es danach geschafft haben würde. Auch Hunter schien ganz zufrieden mit seiner Stute und zauberte akrobatisch eine restliche Möhre aus den Tiefen seiner Tasche.
      Während wir zu zweit die Stute absattelten, berichtete ich ihm noch in Eile, wie das Training gelaufen war und gab meine eigene Einschätzung noch preis, welche bei dieser Stute gar nicht schlecht ausfallen konnte.
      Leider flog mein Flieger bereits am frühen Nachmittag, sodass ich mit Hunter nur noch das Nötigste klärte, mich von Scarlet verabschiedete und mich dann auf den Weg zum Flughafen machte. Es war mal wieder ein gelungenes Training gewesen und ich wusste, dass ich wiederkommen würde.
    • sadasha
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      10. März 2017 | 4507 Zeichen von Eddi
      Tierarztbericht | Pferdepraxis Sapala

      Der Terminplaner für heute war voll und mein erster Termin stand bereits gegen neun Uhr morgens an. Nicht zwingend früh, aber man musste ja auch die Fahrtzeit zu Bear Brook EC mit einberechnen und die Vollblutzucht lag leider nicht gerade um die Ecke, aber ich kam dennoch sogar überpünktlich dort an.
      Wie es für ein Vollblutgestüt üblich war, war um neun schon fast der größte Trubel vorbei und alles lief wie am Schnürchen. Auf Bear Brook EC begegnete man der üblichen souveränen Professionalität eines Stalles, wie es sich für das Heim von großen Sportlern gehörte. Inmitten von schlanken Pferden und geschäftigen Menschen fand ich dann Hunter Crowley oder eher er fand mich.
      Das war aber nicht besonders schwer, denn etwas abseits stand ich mit meiner großen Tasche und blickte mich neugierig um, wo ich denn nun hinsollte. Hunter begrüßte mich herzlich und führte mich dann in eine der großen Stallungen. Ich gab zu, nur grob über meinen heutigen Patienten Bescheid zu wissen, weshalb ich Hunter erst einmal mit Fragen löcherte.
      An der Box angekommen, durfte ich Scarlet in Birth kennenlernen. Eine fünfjährige, braune Vollblutstute, die uns direkt mit nicht allzu großer Begeisterung begrüßte. Sie war etwas eigen, erklärte mir Hunter, aber er war sich sicher, dass wir keine Probleme mit ihr haben würden. Ich nickte nur stumm, denn jetzt galt mein vollstes Interesse dem Pferd.
      Hunter sollte mir die Stute erst einmal im Schritt und Trab auf dem Hof vorführen, ehe wir uns am Putzplatz breitmachen würden. Scarlets Gänge waren einwandfrei. Sie lief im Takt, war klar und hatte genügend Durchlässigkeit, um auch auf dem harten Boden gut mitschwingen zu können.
      Hunter lobte seine Stute kurz und führte das schlanke Vollblut zum Putzplatz, um sie dort anzubinden. Ich warf direkt einen Blick in Ohren, Augen und Maul. Nach kurzer Rückfrage und Bejahung von Hunter, schaute ich mir auch die Zähne der Stute genauer an. Sie hatte den Zahnwechsel gut hinter sich gebracht und alles stand dort, wo es hingehörte. Ebenso war alles gleichmäßig abgenutzt und in bester Ordnung.
      Auch von mir wurde die Stute gelobt, auch wenn sie das eher als Unverschämtheit empfand und kurz die Ohren anlegte. Ich grinste nur, in meinem Geschäft hatte ich mit schlimmeren Diven zu kämpfen als mit Scarlet. Nun machte ich mich daran, ihre Werte zu kontrollieren und abzugleichen. Herz- und Pulsfrequenz, ebenso wie die Geräusche von Lunge und Darm.
      Auch die Körpertemperatur kontrollierte ich und tastete dann erst die Wirbelsäule und dann noch die Beine ab. Hunter hatte mich um einen TÜV gebeten, weshalb ich das mobile Röntgengerät auspackte und dann Hunter und mich in Bleischürzen kleidete.
      Wir machten zehn Aufnahmen von den Beinen und auf Wunsch von Hunter machten wir noch Aufnahmen von den Dornfortsätzen, die mussten bei einem Sportpferd auch in Ordnung sein. Die Aufnahmen wurden direkt entwickelt und ich klickte sie aufmerksam durch. Dann nickte ich zufrieden, es war alles in bester Ordnung, Scarlet war fit.
      Nun stand für die Stute der unangenehmste Teil an und Hunter positionierte sich bereits vorne am Halfter. Ich legte mir die Spritzen bereit, um dann möglichst schnell damit fertig zu werden. Die passende Stelle am Hals war schnell gefunden und desinfiziert und ich begann mit der Impfung gegen Influenza. Darauf folgte Tetanus, dann Herpes und dann Tollwut. Scarlet bekam heute die gesamte Ladung.
      Vorbildlich benahm sie sich sicherlich auch nicht, aber es war machbar und wir hatten schnell alle Impfungen hinter uns gebracht. Nun stand noch der Chip auf dem Plan, der auch per Spritze unter die Haut injiziert wurde. Dies merkten die Pferde jedoch selten und so blieb auch Scarlet da ruhiger.
      Ich schnappte mir das Lesegerät und registrierte den Chip. Nun war die Stute so gut wie fertig, sie musste nur noch die Wurmkur schlucken und dann wäre alles geschafft. Hunter nahm sich dieser Sache an, weil er wohl ungern riskieren wollte, dass Scarlet doch noch ein Stückchen von der Tierärztin erwischte. Aber die Stute machte erstaunlich brav mit und durfte dann schon wieder zurück in ihre Box.
      Ich nahm mir stattdessen noch Impfass und Pferdepass vor, erneuerte die Impfungen mit Stempel und Unterschrift, trug alle wichtigen Informationen ein und wechselte dann zum Pferdepass, wo ich die Seite für die Chipnummer hervorkramte und dort die 15-stellige Nummer eintrug und Scarlet nun offiziell zu den gechippten Pferden gehörte. Hunter dankte mir herzlich und dann verabschiedete ich mich auch schon.
    • sadasha
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      10. März 2017 | 2687 Zeichen von sadasha
      Hufschmiedbericht

      Seit drei Tagen stand die Hufpflege von Scarlet in Birth auf dem Plan und immer wieder verschob ich sie nach hinten, weil wichtigeres dazwischenkam. Da aber bald ein weiterer wichtiger Termin anstand, bei dem Scarlet wieder eine wichtige Rolle spielte, zwang ich mich heute dazu mich der den Hufschmied zur Weißglut bringenden Stute zu widmen. Isaac fand es noch immer sehr witzig, dass ich als Hufschmied Pferde hatte, die den Hufschmied nicht mochten. „Ich hab sie so gekauft, das wurde im Jungpferdealter versiebt.“ verteidigte ich mich, doch hören wollte das niemand. Im betont langsamen Tempo ging ich zur Schmiede und suchte die neuen Eisen für Scarlet heraus. Ich hatte sie schon zuvor fertig gemacht und markiert zur Seite gelegt.
      Erst als ich alle vier Eisen hatte holte ich meine Stute von der Weide und kratzte die Hufe aus, säuberte sie gründlich. Schon hier zog mir die Braune immer wieder den Fuß weg oder machte einen Schritt nach vorne oder hinten. Sie hatte grundsätzlich keine Lust irgendjemanden an ihren Hufen arbeiten zu lassen und so tat sie alles um das Prozedere so schwer wie eben möglich zu machen, ohne sich selbst zu viel zu verausgaben. „Du Esel!“ fluchte ich, als sie mir den Fuß mit halb gelöstem Eisen wegzog. Eine solche Aktion konnte schnell mal ins Auge gehen, also beschloss ich härtere Geschütze aufzufahren. Ich zog mir meinen Schmiedehandschuh über und legte die Schürze um, um mehr Grip zu haben. Zwar zog Scarlet weiterhin, doch ich hatte sie nun besser im Griff. Ein paar Minuten später hatte ich alle vier Eisen gelöst und begann mit dem Ausschneiden. Ich arbeitete so schnell es mir möglich war, um mich bald wieder anderen Dingen zuwenden zu können. Altes Horn entfernen, Strahl freischneiden, die Hornwand kürzen und Feinheiten ausarbeiten. Dann legte ich das erste der neuen Eisen auf und prüfte ob es wie erwartet richtig saß. Ich hatte Glück und musste es nicht korrigieren, also schlug ich es gleich an. Auch bei den übrigen drei Hufen hatte ich gute Vorarbeit geleistet und war daher schnell durch mit meinem Programm. Scarlet trug nun Alueisen mit Stahlgriffen, die Löcher für einsteckbare Stollen hatten.
      Heilfroh das Theater überstanden zu haben brachte ich die frisch beschlagene Stute zurück auf die Weide zu den anderen Stuten des Bear Brook ECs. Anschließend räumte ich meine Schmiede auf und sah nach, was als Nächstes erledigt werden musste. Ich fühlte mich wie ein Tier, dass man stets von A nach B scheuchte, für meine Herzensprojekte fehlte immerzu die Zeit. Aber so war das eben, wenn Saison war und man so oder so chronisch unterbesetzt ist. Vielleicht musste ich wirklich bald noch jemanden einstellen, der uns aushalf.
    • sadasha
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      21. März 2017 | 10402 Zeichen von sadasha
      Jungpferde- und Fohlentraining

      Mittlerweile ging nicht nur Gine sondern auch Isaac mir aus dem Weg. Wobei es bei Isaac wohl nur durch die Beeinflussung durch Gine dazu kam. Traf ich ihn zufällig, war er gut gelaunt wie immer. Ich wollte heute mit Raving Hope Slayer arbeiten. Der junge Hengst ließ sich mittlerweile problemlos anfassen und hob schon brav seine Hufe. Beim Putzen suchte er sich aus, was ihm gerade gefiel. Gefiel es ihm nicht, wurde er frech. Natürlich unterbinden wir das Verhalten sofort, doch er ist... hartnäckig. Beim Aufhalftern hatte er auch noch häufig schlechtere Tage, bei denen er den Kopf partout nicht runter nehmen wollte und manchmal sogar stieg. Gleichermaßen stur zeigte er sich beim Führen. Er sah das mehr als Spiel. „Wenn du die Richtung diesmal vorschreibst, dann schreib ich sie dafür bei der nächsten Kreuzung vor.“ So kam es einem zumindest vor. Es war der Grundgehorsam der noch nicht saß. Eigentlich kannte er die Übungen und wusste sie auch richtig auszuführen, wenn die Belohnung ausreichend hoch war.
      „Nein!“ sagte ich bestimmt ruhig, als Raver wiedermal überholen wollte beim Führen über den Hof. Vertieft in meine Arbeit mit dem jungen Pferd merkte ich nicht, dass Isaac, Gine und Kerry auf dem Innenhof standen und mich beobachteten, während sie sprachen. Erst als Raver mir seine 'Macht' beweisen wollte und versuchte sich vom Strick loszureißen sah ich im Eifer des Gefechts, wie sie wie versteinert zusahen. Der junge Hengst zog mich einen kurzen Moment weg, doch ich konnte dagegenwirken. Einen Augenblick später hielt er inne und ich übernahm die Führung wieder. Ich ließ ihn ein paar mal im Kreis laufen, damit er wieder zu sich kam. Erst als er ruhiger wurde legte sich die Anspannung. „Kommst du klar?“ der irische Akzent ließ mich wissen, dass Isaac es war, der sich zuerst traute mich anzusprechen. Mit einem knappen „Ja.“ drehte ich mich zu dem Trio um. „Was habt ihr zu besprechen?“ Wie ertappt sahen mich nun auch die beiden Frauen an. Kerry machte ein paar Schritte auf mich zu. „Hast du einen Moment Zeit, Hunter?“ fragte sich vorsichtig. Raver fing wieder an herumzuzappeln. Mit zusammengebissenen Zähnen, weil ich versuchte zeitgleich den Spinner am Strickende ruhig zu halten, antwortete ich genervt: „Bin gerade etwas beschäftigt!“ Als er ruhiger wurde, stand ich etwa drei Meter weiter in Richtung Weiden. Seufzend sammelte ich mich und gab dann Bescheid, dass ich ihn nur eben fertig machen würde, bevor ich auf sie zurück komme.
      Es brauchte noch etwas Zeit, bis ich Raving Hope Slayer zurück auf die Weide entließ, seinen Willen sollte er in diesem Fall nicht bekommen. Und so drehte ich Ehrenrunden, bis er verstand, was ich von ihm wollte. Wortlos ließ ich ihn auf der Weide laufen und brachte Halfter und Strick an seine Plätze zurück. Als ich auf den Innenhof kam, war dieser wie verlassen. Ein eiskalter Wind fegte etwas Schnee von der Straße durch das Tor auf den Hof. Es wäre auch seltsam gewesen, hätten sie draußen gewartet. Bei dem Wetter.
      Im Haus ging ich zuerst ins Bad und wusch Gesicht und Hände. Als ich das Wohnzimmer betrat saßen die drei vor dem Kamin. „Hunter!“ bemerkte Kerry und stand auf. „Setz dich.“ Einen Moment lang überlegte ich sie zu fragen wieso sie aufstand, wenn sie sich doch gleich wieder mit mir setzen würde. Doch ich beließ es dabei und setzte mich stumm. Gine wich meinen Blicken aus und Isaac sah mich voller Entzückung an, wenn sich unsere Blicke trafen, also beobachtete ich das Feuer, bis Kerry wieder zu sprechen begann. „Also... wir haben uns was überlegt, wie wir euer Verhältnis wieder aufbessern wollen.“ sagte sie. Mir wurde schlecht. Sowas konnte doch nichts Gutes sein, oder? „Und zwar wollen wir euer Vertrauen zueinander festigen.“ Kerry sagte das als sei es ein super Schulprojekt, das allen Spaß machte. Unglaubwürdig sah ich sie an. An Gine's Reaktion merkte ich, dass sie in diesen Plan bereits eingeweiht war. Sie wich mir noch immer aus. Isaac klatschte fröhlich in die Hände. „Lasset die Spiele beginnen!“ rief er melodisch und sprang auf. „Was habt ihr vor?“ fragte ich und wurde mit jeder Sekunde nervöser. „Lass dich überraschen.“ es war Isaac, der mir antwortete, wieder in seinem überspitzt fröhlichem Singsang. Ich brummte widerwillig, stand aber nach Aufforderung von Kerry ebenfalls auf.

      Meine Gedanken kreisten unaufhörlich darum, was sich die drei wohl ausgedacht hatten. Isaac war verschwunden und Kerry gab Gine einen dunklen Schal. „Das ist jetzt nicht euer Ernst?“ Mir rutschte das Herz in die Hose, auf solche Spielereien hatte ich keine Lust. Doch die zwei kamen lächelnd auf mich zu. „Keine Angst, vertrau uns.“ Kerry lachte. In diesem Moment fühlte ich mich zurückversetzt ins Teeniealter. Widerwillig ließ ich Gine den Schal um meinen Kopf legen, sodass meine Augen verbunden waren. „Siehst du auch nichts mehr?“ fragte Kerry und die Pause danach verriet mir, dass sie wohl gerade überprüfte wie viel ich nicht mehr sah. „Gut.“ vermutlich schmunzelte sie jetzt. Ich konnte es mir lebhaft vorstellen wie sich die beiden jetzt gegenseitig angrinsten in Angesicht von mir, der da relativ hilflos rumstand. Einen kurzen Moment später nahm mich eine der beiden am Oberarm und zog mich mit sich. „Wo geht’s hin?“ fragte ich brummend. Gine lachte. „Wenn ich dir das sagen würde, könnte ich dir auch gleich den Schal abnehmen.“ Den Rest des Weges gingen wir schweigend, hie und da stolperte ich über irgendwelche Kanten, die man mir nicht angesagt hatte. Irgendwann änderte sich der harte Asphalt zu weichem Boden. Und dann blieben wir stehen. Ich hob die Hände und wollte mir gerade den Schal runter nehmen, als mich jemand aufhielt. „Noch nicht!“ Widerwillig nahm ich die Hände wieder runter.
      „Ich hoffe ihr habt die Pferde vorher in Sicherheit gebracht.“ murrte ich, während Gine und Kerry irgendwas tuschelten. „Den Pferden geht es bestens.“ Dass mir da keine Frau antwortete machte mich stutzig. Erst ein paar Momente später registrierte ich, dass es Isaac war der zu mir sprach. „Werde ich heute Abend nochmal etwas sehen dürfen?“ fragte ich hoffnungsvoll, wurde aber nur ein Stück nach hinten geschoben. „Da stehst du besser.“ meinte Kerry. „Du wirst gleich erlöst.“ Wenngleich das nicht die sanfte Stimme von Kerry, sondern die glockenhelle von Gine war, klang dieser Satz wie Musik in meinen Ohren. Als Gine mir endlich den Schal abnahm sah ich mich um. Wir standen auf der entferntesten Weide, des Gestüts. Isaac machte ein kleines Lagerfeuer, das ihm jedoch immer wieder aus ging. Kerry hockte neben ihm und erklärte was er falsch machte.
      Neben dem Feuer lagen ein paar Säcke in denen wohl Zelte darauf warteten aufgebaut zu werden, außerdem eine Kühlkiste.
      Gine schmunzelte, als Kerry ihr zunickte, das Lagerfeuer lebte endlich. Mich machte in diesem Moment das Grillgut glücklich, das Isaac aus einer Kühlkiste packte. Der Grill stand einen halben Meter weiter und war bereits angeheizt. „Du sagst ja garnichts.“ bemerkte Isaac irgendwann, in fast schon beleidigtem Ton. Ich räusperte mich. „Ja, ich weiß noch nicht was ich hiervon halten soll.“ gab ich offen zu und sah rüber zum Stall. Immerhin war das hier eine Pferdeweide und das Feuer würde mit Sicherheit seine Male hinterlassen. „Wir haben für alles gesorgt, setz dich und halt wieder die Klappe.“ Gine grinste mich an und deutete auf die Decke, die sie im sicheren Abstand zum Feuer ausgebreitet hatte. „Lass dich doch einfach mal darauf ein.“
      Es brauchte seine Zeit, bis ich mich entspannte. Der Alkohol tat dann sein Übriges. Wir erzählten an diesem Abend viele private Geschichten und auch das Verhältnis zu Gine verbesserte sich schlagartig. Irgendwann verschwand Isaac nach Hause. Gine und Kerry wollten zelten, ich half ihnen also noch beim Aufbau, bevor ich ins Haus verschwand. „Du solltest mit uns zelten.“ Enttäuscht sahen mich die beiden an, doch ich dankte lachend ab. Der Abend war lang genug, als dass ich die Nacht im Zelt verbringen wollte. Immerhin ging es morgen wieder früh raus.

      Der nächste Morgen war grauenvoll. Um 5 Uhr klingelte der Wecker und es war noch niemand sonst wach. Sogar meine Eltern, die eigentlich gar nichts gemacht hatten, lagen noch in den Federn. Schlaftrunken setzte ich die Kaffeemaschine an. Als Gine und Kerry aus ihren Zelten krochen, waren die Pferde bereits gefüttert. „Gibt's Kaffee?“ fragte Kerry hoffnungsvoll. Gine lief schnurstracks ins Haus. „Folge ihr.“ ich zeigte Gine hinterher. Währen die zwei ausgiebig frühstückten, nahm ich mir bereits das erste der Fohlen vor. CHH' Classic Spring, sie ließ sich mittlerweile mehr oder weniger problemlos aufhalftern und gab brav die Hufe, wenn sie darum gebeten wurde. Beim Führen war sie recht schreckhaft, aber das gibt sich mit der Zeit. Gerade Stutfohlen sind in ihrem Alter oft guckig. Wieder im Stall übte ich außerdem noch das Anfassen und Putzen sämtlicher Körperregionen. Das gleiche Prozedere machte anschließend auch PFS Strolch mit, der neu im Stall war. „Kann man dir irgendwie zur Hand gehen?“ fragte Kerry irgendwann. Sie half mir dann dabei Emrys, Mephisto, Vikar und später PFS' Savory Blossom zu beschäftigen. Als wir mit den Jungpferden fertig waren schauten wir noch eine Weile Gine und Isaac zu, die gemeinsam in der Halle für Turniere trainierten. LMR Lady Luna war nun auch bald bereit zur Zuchtzulassung zu gehen. Vor Kurzem hatte sie einen Mini-Workshop mitgemacht, der sie fürs A-Springen qualifizierte. Und Scarlet in Birth wartete nur noch auf die Ergebnisse. Bald würden wir damit beginnen Blossom und Raver einzureiten. Einige Minuten schwelgte ich in Erinnerungen an die Fohlenzeit der beiden.
      Mit Gine lief es in der nächsten Zeit wieder ganz gut. Das Verhältnis hatte sich verbessert, das ganze Team hielt nun fester zusammen. Gine würde trotzdem das nächste Jahr vermehrt im Studium unterwegs sein. Deshalb musste ich einen weiteren Arbeiter finden, der die Arbeiten übernehmen kann die sie sonst erledigte. Kerry band sich zwar immer mehr mit ein und machte Fortbildungen im Therapiebereich, doch sie hatte den reiterlichen Wissensstand eines Teenagers und war damit für das fortgeschrittene Training der Pferde ungeeignet. Es entwickelte sich alles sehr langsam, meine Eltern zogen sich immer mehr zurück und würden sicher bald ganz aussteigen. Es fühlte sich ganz so an als würde ich noch einmal erwachsen werden. Das Leben stellte mich bald abermals auf Probe. Diesmal mit Ankündigung.
    • sadasha
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      16. Mai 2017 | von sadasha
      Widerwillig knurrend schaltete ich nach vier Snooze Durchgängen meinen Wecker aus und rappelte mich hoch. Gerade als ich mein Schlafzimmer verlassen wollte hämmerte es gegen die Türe: „Aufstehen, Frühstück wird kalt!“ rief meine Mutter und sah mich erschrocken an, als ich sofort die Tür öffnete und vor ihr stand. „Morgen.“ murrte ich und glitt an ihr vorbei ins Bad um mich fertig zu machen. Nach etwa einer halben Stunde hatte ich so viel Kaffee intus, dass ich voller Tatendrang war. Ein kurzer Blick auf den Arbeitsplan verriet mir, dass ich heute den Vormittag bei meinen Vollblütern verbringen würde. Gine hatte die Offenställe von Mr. Raw Depression, Ehrengold und CHH‘ Lamperd schon geöffnet, sodass die Hengste nach draußen gehen konnten. Die Stuten jedoch warteten noch ungeduldig darauf herausgelassen zu werden. Blütenzauber streckte ihren Kopf in die Stallgasse, als ich mit den passenden Halftern näher kam. Neben Blütenzauber, nahm ich auch Bear Totem’s Denali, LMR Lady Luna samt Little Miss Backyard, Scarlet in Birth samt Stars of Magic und Riven in a Dream samt Rouge Trap mit raus. Natürlich musste ich mehrmals laufen. Immer eine Stute links, eine rechts. Hatte die Stute ein Fohlen bei Fuß, so lief es ohne mein Zutun mit. Nachdem alle Stuten auf dr Weide standen kümmerte ich mich um die Youngsters. Golden Sugar und PFS Strolch standen zusammen mit Raving Hope Slayer auf der Bachelor Weide. CHH‘ Classic Spring hatte Gine gerade im Training. PFS‘ Savory Blossom war mit einem der Jockeys auf dem Weg zur Ovalbahn.

      „Jetzt sind es nur noch wir beide.“ sagte ich zu Moulan, während ich meiner Rappstute das Halfter überstreifte. Moulan ließ das bei mir mittlerweile ohne Angst zu. Auf der verlassenen Stallgasse machte ich sie fest und holte ihren Putzkoffer. Beim Putzen ließ ich mir ordentlich Zeit und untersuchte meine Stute auch auf Ungeziefer oder Schrammen. Moulan war im besten Zustand seit Langem. Wir hatten seit ein paar Tagen die Testergebnisse ihrer Farbgene da. Sie war ein reinerbiger Rappe, was mir sehr zusagte. Zwar war mir die Farbe meiner Pferde im Grunde egal, wenn ich jedoch die Wahl habe würde ich immer mehr zum Braunen oder Rappen tendieren als zum Fuchs. Bei der nächsten Decksaison ist Moulan auch dabei. Mit 10 Jahren war sie eine verhältnismäßig alte Maidenstute, doch sie brauchte die Zeit.

      Eine halbe Stunde später stand ich mit Moulan auf dem Springplatz. Vor dem Platz hatten es sich meine Mutter und Kerry gemütlich gemacht. „Was machst du hier?“ wollte ich Kerry wissen, die ich heute nicht eingeplant hatte. Sie lächelte nur und wank ab. Weiß der Himmel was sie wieder hatte. Ich dachte nicht weiter daran und konzentrierte mich auf Moulan unter mir. Wir nahmen zuerst ein paar Cavalettis zum warm werden, bevor ich sie auf den aufgebauten Parcours brachte. Fehlerfrei waren unsere Durchgänge heute nicht, jedoch hatte ich das Schwierigkeitslevel erhöht. Sie musste engere Kurven gehen und sich schneller auf die neuen Hindernisse einstellen als üblich. Am Ende konnten wir aber doch zufrieden sein. Ein Durchgang ohne gefallene Stange war wirklich lobenswert für eine Stute, die eigentlich nicht als Springpferd geboren ist. Nach dem Abreiten lobte ich Moulan abermals und brachte sie schließlich mit ihrer Abschwitzdecke auf die Weide zu den anderen Stuten. Der Vormittag war damit vorbei.

      Nach der Mittagspause setzte ich mich in meinen Wagen. „Wohin willst du?“ Kerry… Die hatte ich schon ganz vergessen. „Zum Pineforest Stable.“ gab ich knapp zurück und legte den Sicherheitsgurt an. „Aha, was machst du da?“ sie warf einen suchenden Blick auf den Beifahrersitz neben mich. „Ich besuche dort ein Fohlen, das ich gekauft habe.“ Kerry fing an zu strahlen. „Darf ich mit?“ Natürlich sagte ich nicht Nein. Ich hätte keinen triftigen Grund gehabt.
      Auf dem Gestüt von Occulta Smith herrschte regen Treiben. Kerry war begeistert wie viele Pferde und Mitarbeiter es hier gab. An jeder Ecke blieb sie stehen um sich etwas genauer anzusehen. Ich hingegen lief suchend von Gebäude zu Gebäude bis ich Occulta fand. Wir grüßten uns herzlich, bevor sie mich zu PFS‘ Storm Cat führte. Das junge Schimmelstutfohlen tollte auf der Weide und man sah ihr Rennpotential ganz deutlich. Ich war begeistert. Bis zuletzt hatte ich immer versucht mich mehr auf meinen Sport zu fokussieren, doch jetzt da ich eine eigene Ovalbahn hatte, hatte ich die freie Wahl. „Und immer noch zufrieden mit deiner Wahl?“ wollte Occulta wissen und ich nickte. Mehr als das. Ein Schimmelfohlen war schon immer mein Traum. Mit Storm Cat wurde dieser erfüllt. Eine ganze Weile blieb ich am Zaun stehen und sah meinem zukünftigen Pferd zu. Kerry lief währenddessen überall herum, bis sie auch das irgendwann langweilig fand und wieder zurück wollte.

      Erst gegen Abend trafen wir wieder auf dem Bear Brook EC ein. Der Feierabendverkehr hatte uns voll erwischt. Gut zwei Stunden standen wir im Stau. Erst als ich die drei auf der Weide sah fiel mir ein, dass ich sie vollkommen vergessen hatte. „Mist…“ murmelte ich und Kerry sah mich mitfühlend, aber verwirrt an. „Was denn?“ fragte sie. „Eigentlich hätte ich heute Iseabail, Felan und Lady Lyneth Bowen bewegen sollen.“ gab ich zurück und sprang aus dem Wagen, als ich ihn geparkt hatte. Gine war noch immer auf dem Hof, zumindest stand ihr Wagen hier. Ohne Kerry weiter zu beachten suchte ich sie und fand sie in der beleuchteten Reithalle. „Es tut mir leid, Gine. Hast du die drei auch noch bewegt?“ fragte ich. Gine saß gerade auf Mister Blockhead und es sah ganz so aus, als wäre sie gerade fertig mit ihm. Sie nickte lächelnd. „Alles gut, deine Mutter hat mir geholfen und die Reitponystuten mit bewegt.“ Das hieß Princess Sansa, Iceflower, Arcany und Eismärchen waren auch beschäftigt worden. „Wen hast du noch gemacht?“ fragte ich, da ich meine Gedanken gerade nicht sortieren konnte. „Samson, Niffler, Pendragon, PFS‘ Heart of Ocean und Zuckerwatte.“ gab sie zurück und stieg ab. „Das reicht für heute oder?“ fragte sie neckend. „Isaac kam aber auch noch, er hat Come Back Cupcake gemacht und sich dann um Emrys, Mephisto und Vikar gekümmert.“ Nun war ich komplett raus. „Morgen wird es besser.“ versprach ich. Mir tat es wirklich leid, die beiden so allein gelassen zu haben, aber mein Kopf ist heute Morgen anscheinend im Bett geblieben.
    • sadasha
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      25. Oktober 2017 | 13.287 Zeichen von sadasha

      „Jetzt bleib doch mal stehen!“ Kerry folgte mir schon den halben Tag und versuchte in ein Gespräch zu kommen. Aber ich hatte besseres zu tun, so besorgt sie auch wirkte. Ich war nun mehrere Monate in der Weltgeschichte unterwegs und hatte nun endlich Zeit für meine Pferde. Dass ich diese Zeit nicht für Kerry opfern würde, musste sie doch früher oder später begreifen. Verzweifelt seufzte sie, als ich die Boxentür zu Verdine aufschob. „Gut, dann halt so. Ich komme mit Braddock mit! Mir egal was du jetzt mit Verdine vor hattest!“ beschloss Kerry und wirkte stolz, endlich einen Weg gefunden zu haben mit mir zu sprechen. Schweigend machten wir die Pferde fertig und gingen dann in die Reithalle. Mirko war hier gerade dabei den Hufschlag wieder plan zu ziehen, also begnügten wir uns zum Warmreiten mit Zirkelreiterei. Braddock ‚The Parrot‘ schlurfte unter Kerry vor sich hin. Wenn Ruby das sehen würde, würde sie beide Hände über den Kopf schlagen. „Jetzt erzähl doch mal.“ forderte Kerry schließlich und sah mich erwartungsvoll an. „Du bist seit zwei Tagen wieder da und hast Nichts erzählt!“ beschwerte sie sich. „Was soll ich denn erzählen?“ brummte ich widerwillig und ging nun, da dieser gerade gezogen war, mit Verdine auf den Hufschlag. „Ich hab gearbeitet…“ antwortete ich schließlich und hörte wie Kerry abermals seufzte. „Und es ist nichts Spannendes passiert? Du warst doch auch bei deiner Freundin!“ fragte sie genervt. Ich lachte heiser. „Davon erzähle ich dir nicht.“ sagte ich bestimmt und galoppierte Verdine an, die sich freute endlich ans arbeiten zu kommen. Braddock und Kerry schlurften noch immer im Schritt und wenn Kerry es doch mal schaffte sich halbwegs durchzusetzen im langsamen Trab, vor sich hin. „Früher hast du mehr erzählt!“ sagte Kerry enttäuscht, als ich auf ihrer Höhe war. Für mich war das Gespräch beendet und so warf ich ihr nur einen flüchtigen Blick zu und widmete mich dann wieder Verdine. „Du siehst gestresst aus, deshalb hake ich nach.“ fing Kerry wieder an. „Wir machen uns alle Sorgen!“ Tief ausatmend parierte ich Verdine zum Schritt und sah rüber zu Kerry, die in der Mitte eines Zirkels stand und Braddock machen ließ, was er wollte. „Wenn du nicht willst dass er sich gleich mit dir wälzt, solltest du die Zügel aufnehmen.“ warnte ich sie die Stirn in Falten gelegt. Hektisch zog Kerry die Zügel zu sich, sodass Braddock den Kopf hob und seine Aufmerksamkeit wieder bei Kerry war. „Warum ich gestresst bin ist privat.“ sagte ich ruhig und versuchte den erstaunten Blick von Kerry zu ignorieren. „Auf einmal?“ flüsterte sie niedergeschlagen und ließ Braddocks Kopf abermals sinken. „Fängst du wieder an alles in dich hinein zu fressen, wie damals als wir uns kennenlernten?“ sagte sie noch immer leise, aber so laut, dass ich sie gut verstehen konnte. „Das war etwas anderes.“ meinte ich kühl und lobte Verdine, da sie heute trotz meiner gedanklichen Abwesenheit gut mitmachte. Kopfschüttelnd stieg Kerry ab. „Wenn du meinst.“ sagte sie abweisend und brachte Ruby’s Pony zurück in seine Box. Wirklich bewegt wurde Braddock nicht, aber das würde Ruby heute Abend schon merken. Ich arbeitete mit Verdine noch ein paar Minuten, ehe ich sie abritt und im Anschluss auf die Stutenweide brachte. Bis zum Abend beschäftigte ich noch Happy Fantasy und Felan. Mikro und Beth hatten sich ausgiebig mit den Fohlen befasst. Bear Brooks Denahi, What Rainbow, Fantastic Sonata, Rouge Trap, PFS Strolch, Golden Sugar, Little Miss Backyard, PFS‘ Storm Cat, Stars of Magic und CHH‘ Classic Spring standen in kleinen Gruppen aneinander gekuschelt auf den beiden Absetzerweiden. May und José hatten PFS‘ Savory Blossom, Raving Hope Slayer, Ehrengold, Moulan, Bear Totem’s Denali und Blütenzauber im Galopprennen trainiert. Gegen Abend kam Ruby um nach ihrem Pony zu sehen und beschäftigte dann auch noch Iseabail und Lady Lyneth Bowen.

      Am nächsten Tag war ich nach einer beinahe schlaflosen Nacht früh auf den Beinen und machte die beiden Junghengste Vikar und Mephisto soweit fertig. Die beiden waren noch nicht fertig eingeritten und so longierte ich sie vorbereitend. Der Beritt für die beiden würde außerhalb stattfinden. Anschließend machte ich mit Thomas, der ebenfalls noch nicht beritten war etwas Freidressur. Der große Hengst war nicht ganz so roh wie die beiden Tinker und würde unter meiner Hand fertig eingeritten. Ruby kam heute schon vormittags zum Stall. Nachdem sie mit ihrem Pony durch war schnappte sie sich Magical Touch von der Weide und putzte sie übergründlich, flechtete ihr Langhaar neu ein und begleitete mich dann auf einen Ausritt, bei dem ich Slap Happy ritt. „Wie kommt es, dass du so früh hier bist?“ wollte ich wissen und lächelte Ruby an, die sich in ihrer Zeit auf dem Hof verdammt gut gemacht hatte. Wenn sie so weiter macht, dann würde sie sicher eine gute Reiterkarriere hinlegen. „Ich hab heute keine Schule, weil zu viele Lehrer ausgefallen sind.“ erzählte sie mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Ich lachte kurz und trabte Scheppi dann an. Ruby folgte. „Aber nächste Woche hab ich ein paar Klausuren…“ fügte Ruby ernüchtert hinzu. „Ich bin froh, wenn ich endlich fertig bin.“ Schweigend schmunzelte ich. Alles was ich jetzt hätte sagen können, wird Ruby oft genug von Erwachsenen hören. Also beließ ich es dabei. Als wir wieder auf dem Hof waren kam uns Max mit Riven in a Dream und Scarlet in Birth entgegen, die er wohl zur Ovalbahn brachte. Ich kümmerte mich den Rest des Tages um Mr. Raw Depression und LMR Lady Luna. Kerry hielt sich heute fern von mir und versuchte Niffler und Benji in den Griff zu bekommen, die heute besonders aufmüpfig waren. Gegen Abend sah ich dass Abby sich mit Mister Blockhead beschäftigte. Der Tinkerhengst war noch recht neu auf dem Hof und zeigte durchaus Talent für die Dressur. Allerdings hätte ich nicht vermutet, dass Abby so viel aus ihm herausholen konnte wie ich da gerade sah. Da ich mit meinen Aufgaben für heute abgeschlossen hatte verweilte ich an der Bande und sah mir das Training an. Abby war ein Profi und ließ sich von Zuschauern nicht stören. Im Gegenteil, es schien sie anzufachen noch mehr Enthusiasmus reinzustecken. „Sieht gut aus, nicht wahr?!“ erschrocken fuhr ich herum und hätte Isaac beinahe eine Klatsche verpasst. Doch er hatte damit gerechnet und meinen Unterarm gepackt, bevor ich ihn erreichte. „Woah, ruhig Brauner!“ meinte er lachend und ließ mich los. „Du kommst spät.“ merkte ich an. „Ich komme immer spät, das ist eine Kunst für sich.“ meinte Isaac grinsend. Ich lachte und sah wieder zu Abby, die diese Anspielung wohl gehört hatte und angewidert den Kopf schüttelte. „Gehen dir die Witze aus?“ rief sie zu Isaac, doch Isaac fand sich immer noch äußert amüsant und ließ sich nichts anderes einreden. „Wie war deine Fortbildung?“ wollte ich wissen und ging mit Isaac ins Haus, wo wir ausgiebig über die Arbeit der letzten und der nächsten Tage sprachen. Kerry saß immer noch recht bockig daneben und schüttelte hie und da den Kopf. Als Isaac sich verabschiedete sah Kerry mich wieder mit diesem erwartungsvollen Blick an. „Was denn?“ fragte ich genervt. „Ihr habt euch mehrere Stunden nur über die Arbeit unterhalten? Im Ernst jetzt?“ sagte sie mit steinerner Miene. Ich zog den Kopf zwischen die Schultern. „Kann es sein, dass du das Problem hast, Kerry?“ fragte ich ein wenig forscher als gewollt. Ertappt sah sie mich an. „Ich bin nicht Gine!“ beteuerte sie empört und machte auf dem Absatz kehrt. „Dann mach nicht die gleichen Fehler wie sie.“ In Kerrys Gesicht mischte sich Traurigkeit. Für einen kurzen Moment sah es so aus, als würde sie noch etwas erwidern. Doch dann verabschiedete sie sich mit einer vollkommen deplatzierten Reserviertheit und verschwand. Was für eine scheußliche Lage…

      „Kerry hat sich heute und morgen krank gemeldet.“ meldete Mrs Clayton, als ich am nächsten Morgen zusammen mit Pitch im Halbschlaf die Treppe runterlief um mir den ersten Kaffee zu holen. „Was hat sie denn?“ fragte ich teilnahmslos, da ich noch nicht ganz begriffen hatte wer und was vor sich ging. „Hat sie nicht gesagt.“ Ich ließ ein Brummen vernehmen und nahm meine Tasse aus der Spülmaschine, trocknete sie kurz ab und nahm mir etwas frisch aufgebrühten Kaffee. „Soll ich hier bleiben?“ fragte ich den nächstbesten Mitarbeiter, der rein kam. Beth schüttelte eifrig den Kopf. „Fahr ruhig, wir kommen klar.“ sagte sie fröhlich und nahm sich ebenfalls eine Tasse Kaffee. Da meine nun leer war bedankte ich mich und schnappte mir Unterlagen, Leine, Jacke und Schlüssel, zog meine Schuhe an und ging mit Pitch raus. Regen. Immer noch regnete es und stürmisch war es noch dazu. Pitch, der mittlerweile kniehoch gewachsen war zog die Rute ein. Das war absolut nicht unser Wetter und die paar Meter bis zum Auto reichten aus um uns beide zu durchnässen. Der Weg führte uns heute zu einer Show für regionale Pferdezuchten. Zwar stellte ich selber nicht aus, aber es war immer gut zu wissen, mit wem man Kontakte schließen konnte.

      Auf der Show gab es viele Züchter der typisch britischen Rassen. Darunter auch einige Clydesdale und Shire Horse Züchter und ich glaubte sogar zwei Drum Horse Hengste zu sehen. Shire und Clydesdale Züchter verpönten Drum Horses meistens, da sie noch nicht lange als eigenständige Rasse galten. Ich für meinen Teil fand sowohl die einen, als auch die anderen interessant. Allerdings gefielen mir die heute anwesenden Drum Horses nicht so gut. Sie war zu schlaksig und zudem hatten sie beide eine Tovero Scheckung, was ich mit allen Mitteln zu vermeiden suchte. Sehr schön waren jedoch einige Shires. Kräftig gebaut mit ordentlich Halsung und Fesselbehang. Vor einem Exemplar blieb ich stehen. Ein Brauner ohne Blesse, mit vier symmetrisch weißen Beinen. Ein bisschen Weiß hatte er an der Stirn. Das Langhaar war zu shiretypisch verflochten und ließ die eigentliche Länge nur erahnen. Eigentlich war an diesem Pferd nicht viel Besonderes. Den Braunton hatten 90% aller braunen Shires und auch das nur sehr kleine Kopfabzeichen war nicht allzu selten. Es war seine Ausstrahlung die mir gefiel. Acht Jahre alt, gefahren und geritten, mit überschaubarer Showkarriere. Wie ich so das Informationsblatt durchlas sah ich aus dem Augenwinkel, wie sich ein Mann näherte. Neugierig wie Pitch war zog er leicht in dessen Richtung. Als der Mann neben mir stehenblieb und mich freundlich anlächelte wandte ich mich zu ihm. „Sie sehen aus, als hätten sie Ahnung?“ begann der schmale Mann etwas unsicher und sah kurz zu Pitch, den ich daraufhin zu mir zog. „Ich bin Züchter. Hunter Crowley.“ stellte ich mich vor und lächelte den Mann aufmunternd an. „Was für Pferde züchten sie, Sir?“ fragte er übertrieben höflich. „Hauptsächlich Englische Vollblüter.“ Und sie Mr …?“ Ich hatte den Herrn kalt erwischt. Eilig stellte er sich als Jayden Buck vor. „Ich baue mir gerade eine Shire Zucht auf.“ erklärte er und zeigte mir stolz seinen Deckhengst Clairkson. Er sah dem Hengst hier vor uns sogar ein wenig ähnlich, war aber wesentlich dunkler in der Farbe und hatte unregelmäßigere Beinabzeichen. Wir unterhielten uns eine Weile über die Pferdezucht, worauf man zu achten hatte und was bei den Shires als Zuchtziel galt. „Woher kennt ihr euch bei den Shires aus?“ wollte Jayden wissen, der mich noch immer siezte. „Ich habe eine Shire Stute für die Drum Horse Zucht.“ erklärte ich und rechnete eigentlich schon mit einem abfälligen Kommentar. Doch Jayden war interessiert. Mitten im Gespräch darüber ob Drum Horse eine sinnvolle Zucht war oder nicht, brach ich ab. Im Gehen fiel mir eine schwarze Stute auf, die im miserablen Zustand war. „Wieso stellt man sie hier aus?“ fragte ich empört. Die Stute hieß Bad Medicine und war lackschwarz. Sähe sie nicht aus wie ein Flickenteppich durch die ganzen Narben, wäre sie sicher ein hübsches Exemplar ihrer Rasse. Nicht ganz typisch, da weiße Beine eigentlich höchst erwünscht waren, aber ein Hingucker alle male. Auch Jaydens Blick haftete auf der Stute. „Die werden doch untersucht, bevor sie herkommen. Wie kann sie dann hier stehen?“ fragte er und warf einen Blick auf das Informationsblatt. In großen Lettern stand dort „Rette mich“. Es handelte sich hier also um ein Rettungspferd, aus schlechten Verhältnissen. Man suchte über die Show jemanden, der sich der Stute annahm. „Was hältst du davon?“ fragte mich Jayden und versuchte die Stute anzulocken, die sich im hintersten Eck ihres begrenzten Platzes verkrochen hatte. „Nicht viel.“ meinte ich knapp und musste eiskalt auf Jayden wirken, der es tatsächlich geschafft hatte, dass Bad Medicine ein paar Schritte auf uns zu tat. „Wieso nicht?“ fragte er ebenso knapp ohne den Blick von der Stute abzuwenden. „Weil man nicht weiß ob man es je wieder gerade biegen kann, was da falsch gemacht wurde.“ erklärte ich stumpf. „Dafür hätte ich keine Zeit.“ Jayden hatte dafür wenig Verständnis, ließ mir aber meine Meinung. Wir beschlossen gemeinsam etwas zu Essen und verabschiedeten uns nach dem gegenseitigen Versprechen in Kontakt zu bleiben was die Zucht betrifft. Ich machte zusammen mit Pitch noch einen Abstecher zu den Englischen Vollblütern, bevor wir uns auf den Heimweg machten. Zu Hause schrieb ich Käthe von meinem Tag und fragte gleichzeitig wie es bei ihr aussieht. Wir hatten seit einer gefühlten Ewigkeit nicht gesprochen.
    • sadasha
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      13. Februar 2018 | 14487 Zeichen von adoptedfox und sadasha

      Hunter | Mit Kopfzerbrechen lag ich wach. Käthe benahm sich wie ein Teenager, der nicht wusste ob er gute oder schlechte Laune hatte. Mit Sicherheit kam es mir auch nur so vor, aber es nervte mich. Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass es bereits 2 Uhr morgens war. Noch drei Stunden um Schlaf zu finden, bis der Arbeitstag beginnt. Eigentlich hatte Käthe nichts Schlimmes verbrochen. Wir hatten wenig Kontakt und als wir uns zufällig trafen war es komisch. Da kann Käthe auch nichts für, oder doch? Pitch riss mich aus meinen Gedanken. Er träumte und schlug dabei mit seinen Pfoten gegen das Bett, was mich richtig wach machte. Zwar kannte ich die Geräusche schon und sie versetzten mich nicht mehr in einen Schockzustand wie beim ersten Mal als ich sie hörte, aber dennoch saß ich jetzt kerzengerade im Bett und beobachtete den schwarzen Rüden. Punkt 5 Uhr sprang Pitch auf und lief im Zimmer auf und ab. Es dauerte nicht lange, bis mich das Geräusch der Krallen auf dem Parkett so nervte, dass ich aufstand um ihn rauszulassen. Bei der Gelegenheit machte ich mich gleich auch fertig für den Tag und bereitete im Anschluss Pitchs Frühstück vor. Mrs Clayton machte nebenbei Kaffee und warf ab und an einen argwöhnischen Blick auf das rohe Fleisch. „Das riecht fürchterlich.“ klagte sie und sog den Duft der ersten Tasse Kaffee ein um den Gestank loszuwerden. „Für Pitch duftet das gut.“ erwiderte ich und deutete zum Retriever, dem der Sabber schon aus den Lefzen hing. Da er dazu neigte sein Futter in einem Drei-Meter-Radius um sich herum zu verteilen wenn er fraß, fütterte ich ihn seit ein paar Monaten draußen. Auch heute stellte ich die Schüssel vor die Türe und Pitch trottete fröhlich hinterher um sein Frühstück auf dem überdachten Platz zu genießen.
      Ein paar Stunden später stand ich mit Kerry in der Reithalle und half ihr mit Vikar und Mephisto. Die beiden Junghengste waren zur Zeit im Beritt und bekamen daher besonders viel Aufmerksamkeit. Kerry hatte es mit Hilfe einer Trainerin bereits geschafft sie an das Zubehör und Reitergewicht zu gewöhnen, sodass nun die richtige Arbeit anfing. Nach gut zwei Stunden saßen wir wieder ab und brachten die zwei in ihre Boxen. “Ist bei Käthe und dir eigentlich alles in Ordnung?” fragte Kerry. “Wieso fragst du?” Wollte sie jetzt wirklich über meine Beziehung sprechen? “Weil sie lange nicht mehr hier war und du warst schon lange nicht mehr bei ihr. Am Hof gehen schon Gerüchte rund, dass es bei euch kriselt.” - “Gerüchte?” fragte ich lachend. “Jetzt lenk nicht ab! Ist alles in Ordnung?” - “Ich weiß es selbst nicht.” meinte ich schulterzuckend und machte mich auf die Suche nach Pitch. “Du solltest mit ihr sprechen, wenn du nichtmal selbst weißt was Sache ist. Das meine ich nicht nur als Psychologin, sondern auch Freundin.” Wahrscheinlich hatte sie damit recht. Sie hatte Recht. Ohne vorher anzurufen packte ich Pitch in den Wagen, den ich irgendwo bei den Weiden aufgegabelt hatte und fuhr los.

      Käthe | “Soll ich dir sicher keinen Helm bringen?” rief Erin mir über den Platz zu. Ich lachte gespielt und verneinte während ich damit beschäftigt war Smooth Gravity zu parieren. Die Stute machte es mir alles andere als einfach. Als ich sie endlich dort hatte wo ich sie wollte hielt ich neben Erin an und rieb mir mit dem Ärmel den Schweiß von der Stirn. “Du hättest sie Probe reiten sollen.” sagte sie vorwurfsvoll und reichte mir eine Flasche Wasser. “Sie muss sich erst einleben. Gib ihr etwas Zeit!” erwiderte ich und nahm einen kräftigen Schluck. “Einen Versuch noch!” motivierte ich mich selbst und nahm die Zügel auf. Konzentriert trabte ich die Stute an und wechselte durch die ganze Bahn um die Stute anzugaloppieren. Gravity kam mir jedoch einen Schritt zuvor und machte einen gewaltigen Satz nach vorn um mich abzusetzen. Was ihr gelang. “Du hättest dir einen Helm aufsetzen sollen.”

      Stöhnend rappelte ich mich auf und rieb mir die Schulter. “Was machst du denn hier?” fragte ich Hunter und lief zu Gravity die am Zaun stand und mich beobachtete. “Nach dir sehen.” gab er trocken zurück. “Jetzt hast du mich ja gesehen.” antwortete ich und öffnete das Tor um Gravity zurück in den Stall zu bringen. “Ich lass euch besser allein, ja?” flüsterte Erin und lächelte mir aufmunternd zu bevor sie ging. Ich zog der Stute die Zügel über den Hals, nahm die Trense ab und zog ihr ein Halfter an damit ich sie in der Stallgasse anbinden konnte. “Ich wollte nach dir sehen, weil wir sprechen müssen.” sagte er genervt. “Ich hör dir zu.” sagte ich ohne ihn anzusehen, nahm der Stute den Sattel ab und brachte ihn zusammen mit dem Zaum in die Sattelkammer. Mit schmerzverzerrtem Gesicht hob ich den Sattel auf seinen Platz und ging zurück zu Gravity und Hunter. Ich nahm den Hufkratzer aus der Putzbox und hob einen Huf der Stute an. “Du wolltest mit mir sprechen.” erinnerte ich Hunter und begann damit ihren Huf auszukratzen. “Hast du dich verletzt?” wollte er wissen und bemühte sich um eine nicht allzu besorgte Miene zu machen. “Natürlich habe ich mich verletzt, ich wurde gerade in hohem Bogen abgesetzt.” gab ich genervt zurück und drängte mich an ihm vorbei. “Dann fahre ich dich jetzt zum Krankenhaus.” - “Nein das wirst du nicht.” unterbrach ich ihn und sah auf. “Es geht mir gut. Zwei oder drei Tage, dann ist alles wieder in Ordnung.” - “Das.” Er packte mir forsch an die Schulter. “Ist nicht in zwei, drei Tagen wieder in Ordnung.” Ich stöhnte vor Schmerz auf und gab ihm aus Reflex eine Ohrfeige. “Was sollte das?” fragte ich und sah ihn vorwurfsvoll an. Er ignorierte meine Frage und bugsierte mich zu seinem Wagen. Pitch folgte uns fröhlich. “Ich bleibe hier!” fuhr ich ihn an und stemmte meine Hand gegen die Tür damit er sie nicht öffnen konnte. “Damit es schlimmer wird und du für Wochen ausgeknockt wirst, weil du nicht sofort zum Arzt gehen wolltest? Machst du das immer so? Sachen aufschieben?”- “Aufschieben?” fragte ich und wirbelte herum damit ich ihn ansehen konnte. “Du meinst also ich schiebe Sachen auf, ja?” - “Ja.” - “Zum Beispiel?” fragte ich und verschränkte die Arme. Er verdrehte genervt die Augen. “Jetzt gerade, zum Beispiel. Aber wenn du nicht willst. Dann geh halt und sitz es aus.” Er ließ mich los. “Ich bin auch der Meinung du solltest das abklären lassen…” warf Erin ein die, allem Anschein nach, schon eine Zeit lang in der Haustür stand und mitgehört hatte. Ich sah sie an und atmete hörbar aus. “Ich muss mich um…” begann ich, musste aber unterbrechen als Hunter die Wagentür öffnete und mich auf den Sitz schob. “Danke!” rief er Erin zu und ließ sich auf den Fahrersitz fallen. Er zog die Tür zu und verriegelte das Fahrzeug. “Hunter! Das ist Entführung!” rief ich und sah ihn an. “Sobald du aus dem Krankenhaus raus bist, fahre ich dich gerne zur Polizei, damit du mich anzeigen kannst.” meinte er spitz und fuhr los. Genervt schnallte ich mich an und sah aus dem Fenster. Die Fahrt über sprachen wir kein Wort miteinander. Auch im Krankenhaus schien es nicht besser zu werden. Die Notaufnahme war brechend voll und man teilte mir mit, dass es zirka 2 Stunden dauern würde bevor ich dran war. Nervös kaute ich auf meiner Unterlippe herum und ging nach draußen, wo ich mir von einem jungen Mann, der etwa mein Alter hatte, eine Zigarette lieh. Normalerweise rauchte ich nicht, aber manchmal war es eine Erfüllung.

      Hunter | Ich ging davon aus, dass Käthe frische Luft schnappen wollte, daher folgte ich ihr nicht sondern wartete geduldig. Als ich geistesabwesend aus dem Fenster sah konnte ich meinen Augen nicht glauben. Käthe mit einer Zigarette? Seit wann rauchte sie? Ohne nachzudenken ging ich raus und sah sie verwirrt an. “Was hab ich noch verpasst?” fragte ich fast schon enttäuscht, dass ich nichtmal davon etwas wusste. “Ich habe drei neue Pferde und habe die mobile Pferdepflege aufgegeben um meine Trainerlizenz zu erhalten und… sonst eigentlich nichts.” antwortete sie und blies mir den Rauch entgegen. Resigniert nickte ich und zog meine Schachtel Zigaretten aus der Tasche um mir eine anzumachen. “Wie sieht es bei dir aus?” fragte sie und sah mich an. “Wenn sich bei mir etwas Großes bewegt hätte, wüsstest du davon.” - “Das ist also der Grund weswegen du dich nicht mehr gemeldet hast.” - “Was?” verwirrt sah ich sie an. Ich hatte keine Lust wieder zu diskutieren. “Ach vergiss es!” sagte sie, warf ihre Zigarette auf den Boden und ging wieder hinein.

      Nach zwei Stunden wurde Käthe endlich aufgerufen. Die Schulter und der Ellenbogen waren geprellt und der Arzt riet ihr sich zu schonen. Dass sie das nicht tun würde stand außer Frage. “Wieso hast du dich nicht gemeldet?” fragte Käthe leise. “Weil ich nicht sicher war ob es richtig wäre. Deinem Vater ging es nicht gut und ich dachte du würdest dich lieber erstmal auf ihn konzentrieren. Ich wollte nicht stören. Ich war mir sicher, dass du dich gemeldet hättest, wenn es wieder passt.” - “Danke, jetzt fühle ich mich schlecht!” rief sie und rutschte tiefer in den Sitz hinein. Ich lachte leise. “Noch schlechter?” Doch anstatt zu antworten nickte sie nur. “Ich habe oft überlegt dir zu schreiben oder einfach vorbei zu fahren aber ich wollte dich nicht mit meinen Problemen belasten.” Seufzend stieg ich aus und ging um den Wagen herum um Käthe die Tür zu öffnen. “Also waren wir in etwa gleich blöd.” schloss ich und warf die Tür zu, nachdem Käthe ausgestiegen war. “Kann man so sagen, ja.” antwortete sie und lächelte. Wie sie da stand, noch immer an den Wagen gelehnt und lächelnd trotz ihrer Verletzung an der Schulter, war sie der schönste Mensch, den ich mir jetzt gerade vorstellen konnte. Es fühlte sich an als hätte jemand die Zeit angehalten, doch mein Herz raste dagegen an. Wie gerne würde ich sie jetzt... Doch ich hielt mich zurück. Wir hatten gerade erst unseren bisher größten Konflikt gelöst und da konnte ich jetzt nicht... oder doch? Unwillkürlich sah ich mich vor ihr, hatte meine Hände an ihre Hüfte gelegt und berührte sanft ihre Lippen mit meinen. Es war kein richtiger Kuss, es war mehr eine kaum spürbare Berührung. Doch sie weckte mich aus meiner Trance. Ein eiskalter Schauer durchlief meinen Körper und riss mich ein paar Schritte von ihr weg. Noch immer pochte mein Herz so stark, als wolle es mir aus der Brust springen. Ich atmete hörbar aus und fuhr mir durch die Haare, während ich mich langsam wieder beruhigte und zu ihr umdrehte. “Ist alles in Ordnung?” fragte Käthe besorgt und rieb sich die verletzte Schulter. “Alles Bestens.” gab ich verschmitzt lächelnd zurück. “Ich muss leider wieder fahren. Isaac ist heute quasi Alleine mit den Pferden und da muss ich mithelfen.” - “Schreiben wir heute Abend miteinander?” fragte sie, während sie auf mich zu kam und umarmte. “Ich habe dich wirklich vermisst.” flüsterte sie leise und lehnte ihren Kopf auf meine Brust. “Ich hab dich auch vermisst. Ich schreibe dir wenn wir mit den Pferden durch sind.” Ich konnte sie zwar nicht sehen, spürte aber dass sie zufrieden lächelte. “Dann schaue ich mal wie weit Erin mit den Pferden ist.” - “Melde dich, wenn du mich brauchst. Ich kann Isaac auch mal alleine lassen.” meinte ich schmunzelnd und öffnete die Fahrertür. “Mache ich, versprochen!” sagte sie lächelnd und entfernte sich ein paar Schritte vom Wagen damit ich fahren konnte.

      “Auch mal wieder da?” rief mi Isaac zu, der gerade mit Mr. Raw Depression von den Feldern zurück auf den Hof kam, als ich aus meinem Wagen stieg. Es war mittlerweile Spätnachmittag und eigentlich hätte ich ihm helfen müssen die Pferde zu versorgen, weil Kerry nur bis mittags da war. Entschuldigend hob ich die Hände und kam mit Pitch im Schlepptau zu ihm. “Es kam leider etwas dazwischen. Wer muss noch gemacht werden?” Isaac taxierte mich kritisch, während er Mr. Raw Depression auf eine unscheinbare, ruhige Art die Leviten las, da der Hengst versuchte einfach weiterzulaufen, obwohl Isaac stehen geblieben war. “Du kannst deine Vollblüter als abgehakt sehen. Ehrengold, Raving Hope Slayer und PFS Strolch hatte Kelly noch auf die Rennbahn gelassen und Slap Happy, Blütenzauber, Bear Totem’s Denali, Moulan, Riven in a Dream, Scarlet in Birth, LMR Lady Luna, PFS’ Savory Blossom, Happy Fantasy und CHH’ Classic Spring hab ich in der Führanlage laufen lassen. Golden Sugar, Stars of Magic, PFS’ Storm Cat, Little Miss Backyard, Fantastic Sonata, Rouge Trap, What Rainbow und Bear Brooks Denahi hat Kerry glaube ich zusammen von der einen zur anderen Weide geschickt. Keine Ahnung welcher Sinn dahinter stand, aber die Fohlen sind damit alle bedient gewesen, sodass ich sie zwischendurch nur zurück in die Boxen gebracht hatte. Immerhin soll es kommende Nacht wieder frieren. Achja, Benji und Niffler haben sich heute in den Haaren gehabt, die hab ich jetzt getrennt gestellt. Nicht dass du dich wunderst. Wir müssten jetzt noch die Großen machen und Verdine.” - “War Ruby da?” Isaac nickte. “Ja, war sie. Sie hat Braddock ‘The Parrot’ bewegt und ist dann wieder abgezischt. Die war wegen irgendwas verstört, schlechte Noten, Beziehungsdrama, weiß der Geier… Apropos Beziehungsdrama…” Wieder taxierte der Ire mich und wartete auf eine Antwort. Doch ich beschloss nicht auf diese Anspielung einzugehen. “Gut, dann schnappe ich mir als erstes Iseabail und Lady Lyneth Bowen. Du nimmst dir bitte Magical Touch und Felan vor.”
      Gesagt getan, beide machten wir uns an die Arbeit. Isaac ließ immer wieder Sticheleien vom Stapel und versuchte aus mir herauszuquetschen was denn jetzt mit Käthe und mir war, doch ich genoss es ihm den Gefallen nicht zu machen. Soll er ruhig ein bisschen grübeln, wenn es ihn so brennend interessierte. Nachdem die Stuten bewegt waren, blieben uns nur noch Mister Blockhead und Thomas. Als auch diese beiden Hengste zufrieden und müde in ihren Boxen standen war es schon längst Dunkel geworden. Die Uhr zeigte 11 Uhr abends. “Danke.” sagte ich knapp als Isaac sich in seinen Wagen schwang. “Du weißt, dass du dich immer auf mich verlassen kannst.” gab er zurück und knallt die Tür zu um loszufahren. Lachend wandte ich mich ab und ging noch einmal über den Hof um alle Tore und Türen zu kontrollieren. Nebenbei sammelte ich Pitch ein, der sich in einer leeren Box auf Mäusesuche begeben hatte. “Komm Junge.” rief ich und der schwarze Rüde folgte, wenn auch widerwillig. Als ich mir sicher war, dass der Hof gut abgeriegelt war ging ich ins Haus und sprang erstmal unter die Dusche, ehe ich mich aufs Bett warf und mein Telefon aus der Tasche kramte um mich bei Käthe dafür zu entschuldigen, dass es so spät geworden war.
    • sadasha
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      11. Juni 2018 | 13.173 Zeichen von sadasha
      Neuzugänge

      Als mitten in der Nacht das Telefon klingelte drehte ich mich zuerst noch einmal auf die andere Seite, in der Hoffnung den schrillen Ton ignorieren zu können. Doch sobald ich mich umgedreht hatte leckte mit Pitch hektisch über das Gesicht. Genervt schob ich ihn von mir weg und richtete mich ächzend mit einem Blick auf die Uhr auf. Wer zur Hölle ruft um 2:37am an? Die Vorwahl sagte mir nichts und das konnte nur bedeuten, dass der Anrufer von weit weg kam. Wenigstens erklärte das auch die irre Zeit. Verschlafen nahm ich das Gespräch an und brummte ins Telefon. "Ehm… Hunter?" Ich brummte erneut. Eine Frau war am anderen Ende der Leitung und die Verbindung stand eher schlecht als recht, sodass der Ton knisternd und rauschen bei mir ankam. "Hey! Wir hatten uns doch über deine Tinker unterhalten! Und was du suchst und ja… Ich hab eine tolle gefunden, Pearl carrier und… du wolltest keine Fohlen oder?" Nachdenklich schwieg ich. Cooper aus Kanada war am Telefon, doch auch bei ihr musste es jetzt schon spät sein. "Schläfst du auch mal?" brummte ich ohne ihre Frage zu beantworten. Sie lachte. "Ist doch noch früh hier! Oh, hab ich dich geweckt? -" sie brabbelte eine Entschuldigung und redete dann über ein Fohlen, das sie ebenfalls entdeckt hatte. "Double Dilute! Du suchtest doch sowas oder nicht? Und eine Stute! Warte, ich schicke dir Fotos. Und… Hunter ich hab die zwei gekauft, du kannst also nicht Nein sagen. Im Zweifelsfall werden die sicher auch klasse Therapiepferde für deine… Freun-, Kollegin?" Ich hatte nach Fotos mein Gehör eingestellt und kramte nach meinem Laptop. Pitch hatte seinen Kopf auf dem Bett abgelegt und sah mir schwanzwedelnd dabei zu wie ich versuchte klar zu werden. "Warte kurz, der Laptop braucht Strom…" unterbrach ich Cooper. "...und ich brauche Kaffee."

      Nachdem ich mir einen Kaffee gemacht und Pitch auf den Hof gelassen hatte, setzte ich mich mit dem Laptop ins Wohnzimmer wo auch das Ladekabel lag. Die Stute war bereits eingeritten und gefahren und komplett durchgetestet was Erbkrankheiten und Farben betraf. Für mich also perfekt und dass sie Pearl Trägerin war würde später noch mit Mephisto interessant werden. Das Tinkerfohlen war sehr kompakt gebaut trotz der Größe und sie sah auch ansonsten korrekt aus. Hier wurde nicht nur wegen der Farbe gezüchtet. Trotzdem sah ich mir auch die Linien der kleinen Stute ausgiebig an, ehe ich mich bei Cooper bedankte. Gemeinsam planten wir die Überfahrt nach England und klärten das Finanzielle. Als ich auflegte wurde es schon hell und auch Cooper war jetzt müde. Wir wünschten uns also noch eine gute Nacht und legten dann auf. Ich jedoch blieb jetzt wach. Ich ging ins Bad um zu Duschen und mich für den Tag fertig zu machen. Noch bevor einer der Angestellten eintrudelte hatte ich die Fütterung fertig, die ersten Pferde auf die Weiden gebracht und mistete die ersten paar Boxen, bis Beth zum Arbeitstag kam und mir das Werkzeug aus der Hand schnappte. "Guten Morgen!" meinte sie fröhlich und lächelte mich an. "Du hast wohl nichts Besseres zu tun, hm?" Ich verneinte grinsend und streckte mich ausgiebig, ehe ich aus Benjis Box ging. Der kleine Hengst stand zusammen mit seinem Shettykumpel Niffler auf einer doppelt gesicherten Weide aus denen sie nicht mehr ausbüchsen konnten. Zu meiner Überraschung kam mir Ruby entgegen, als ich Thomas von der Weide holen wollte um mit ihm zu arbeiten. Sie hatte ihren Ponyhengst Braddock 'The Parrot' an der Hand. "Mit dir habe ich erst am Nachmittag gerechnet. Keine Schule heute?" Sie grinste über beide Ohren und nickte. "Richtig. Es sind viele Lehrer krank und deshalb dürfen heute zwei Klassen zu Hause bleiben. Ich bin unter den Glücklichen." - "Na dann viel Spaß." meinte ich und ging weiter zu meinem Drum Horse Hengst. "Achja Hunter?!" rief Ruby noch und ich blieb kurz stehen. "Später kommen noch ein paar Freundinnen, können wir uns die Shettys dann leihen? Nur auf dem Hofplatz etwas Spielen mit den Ponys?" Ich nickte und gab ihr einen Daumen hoch, ehe ich wieder kehrt machte. Thomas stand zusammen mit Tank am Rand der Weide, wo das höchste Gras wuchs. Doch im Gegensatz zum Rappen graste er nicht, sondern beobachtete aufmerksam mein Verhalten. Vielleicht erkannte er, dass ich sein Halfter mitschleppte. Jedenfalls trabte er ein paar Schritte auf mich zu, sodass auch Tank kurz aufsah um zu überprüfen was seinen Kumpel aufmischte. "Guter Junge." lobte ich den Schecken und streichelte den kräftigen Hals, als er bei mir stand und sich das Halfter überziehen ließ. Den fast vierjährigen Hengst hatte ich seit Kurzem unterm Sattel und er machte sich soweit ganz gut. Die langen Beine bekam er noch nicht immer richtig geordnet, doch dafür übten wir das ja. Auch heute sattelte und zäumte ich ihn. In der noch recht kühlen Reithalle longierte ich Thomas zuerst ab und schwang mich dann in den Sattel. Im Moment arbeiteten wir an seinem Trab und den Übergängen zum Schritt. Hier und da, wenn die Motivation stimmte versuchten wir es auch schon mit kurzen Galoppphasen. Doch die waren kaum nennenswert und wirklich schlacksig in der Ausführung. In Trab und Schrott kam Thomas aber schon gut runter, lernte sich zu entspannen und versuchte es mir Recht zu machen.
      Nach der Session mit dem Drum Horse Hengst rief ich bei Käthe an. Sie erzählte mir vom ein oder anderen Neuzugang und dass sie nun aufpassen müsse nicht noch mehr Pferde ins Boot zu holen. Ich erklärte ihr, dass es mir da im Moment nicht viel anders ging. Die beiden Neuzugänge Stonery und Hester würden wohl nächste Woche eintreffen. "Achja und wenn du ja jetzt eine Rappstute hast verlange ich ein Shooting zusammen mit Moulan und als Kontrast vielleicht Smooth Gravity, sollten die sich verstehen." meinte ich und lächelte bei dem Bild, das ich mir da zusammenstellte. Echo's Maiden sollte die Rappstute heißen. "Mit blauen Augen!" Ich war sehr gespannt sie kennenzulernen. "Und wenn du so denkst, kannst du Sympathy of the Devil auch gleich mit einplanen. Die ist auch schwarz-weiß." Ich brummte wohlwollend. "Und wen hat dir Occulta noch verkauft?" fragte ich neugierg. "Einen Hengst." sagte sie aufgeregt. "Valentine's Cantastor heißt er. Ein Brauner." Da ging mir sofort ein Licht auf. "Den habe ich gesehen, als ich sie mal besucht habe. Holst du die zwei ab oder werden sie dir gebracht?" Käthe schwieg. "Ich sehe dich nicht, das ist dir aber klar oder?" fragte ich vorsichtig. "Ja klar… Keine Ahnung, das haben wir noch nicht geklärt." Ich lachte leise. "Gut, ich komme später vorbei. Bearing Spots und Compliment erkennen mich vielleicht schon nicht mehr, so lange war ich nicht mehr da." Wir legten auf. Kerry hatte mittlerweile Vikar und Mister Blockhead für heute fertig, sodass sie nur noch die Stuten übrig hatte. "Venetia und Magical Touch spanne ich mir an und bin für etwa eine Stunde im Gelände." erklärte ich und ging mit den Halftern der beiden Stuten auf die Weide. Erleichtert dankte sie mir und schnappte sich das Halfter von Felan. Max und José sind fleißig mit CHH' Classic Spring und PFS Strolch. Die beiden Vollblüter räumten auf den Rennen aktuell viele Schleifen ab. Bald würde ich Bear Brooks Denahi ebenfalls auf die Rennbahn schicken, doch ihr fehlte es noch an Ausbildung.
      Während ich mit den beiden Tinkerstuten unterwegs war überlegte ich was ich am nächsten Tag unternehmen wollte. Die beiden benahmen sich vorbildlich und wir hatten eine sehr entspannte Runde um das Gestüt herum. Die Schatten der Bäume ließen die brennende Sonne nicht zu uns durchdringen, sodass wir immer noch fit waren als wir auf den Hof zurück kehrten. "Crowley, sie sollten was essen!" rief mir Mrs. Clayton von der Türe zu. Ich brachte zuerst die beiden Stuten zurück auf die Weiden und schob die Kutsche die letzten paar Zentimeter in die Scheune, ehe ich zum Essen kam. Danach setzte ich mich mit Pitch ins Auto und fuhr nach Nottingham um Käthe zu besuchen.

      "Erin ist mit Hibana unterwegs." erklärte Käthe und küsste mich sanft zur Begrüßung. "Wir haben den Hof für uns!" Hinter ihr stand Amistad und stupste sie ungeduldig an. "Wir bringen den kurz weg ja? Dann zeig ich dir auf dem Rückweg Echo's Maiden und dann gehen wir rein. Die beiden anderen sind ja noch nicht hier. Aber ich hab Fotos!" erzählte sie stolz. Dass ich auch nach den beiden Fohlen gucken würde war selbstverständlich. For an Angel streckte neugierig den Kopf aus der Box, als wir an ihr vorbeigingen. Amistad war auch nicht abgeneigt gegenüber der hübschen Stute, doch Käthe kannte keine Gnade und zog den Scheckhengst weiter bis zu seiner Box. "Wo sind denn die Kleinen?" wollte ich wissen. Käthe zeigte nach draußen und ich beschleunigte meinen Schritt. Bearing Spots und Compliment standen gleich draußen, wenn man aus dem Stall kam und warteten darauf reingeholt zu werden. "Die sollen noch draußen bleiben, Hunter!" rief Käthe, als ich das Tor öffnete um mich auf die Weide zu mogeln. Sofort kamen die beiden zu mir und taxierten mich neugierig. Doch Leckerchen hatte ich heute nicht dabei. Besonders Compliment hatte nochmal einen ordentlichen Wachstumsschub. Ich ließ meinen Blick über die anderen Weiden schweifen. Grenzfee stand auch noch draußen zusammen mit der neuen Rappstute. Smarty Jones war der einzige, den ich noch nicht gesehen hatte. Aber er würde dann wohl in seiner Box stehen. Pitch fing an zu quängeln, weil ich ihn nicht mit auf die Weide gelassen hatte und bevor er richtig laut wurde kam ich lieber wieder raus und ging mit ihm Käthe hinterher ins Haus. Hier tauschten wir uns über unser beider Neuzugänge aus. "Ach, ich hab ganz vergessen dir Echo's Maiden zu zeigen." sagte Käthe schockiert. Doch ich unterbrach sie, ehe sie weitersprechen konnte. "Ich hab sie eben schon gesehen. Sie sieht toll aus. Wunderbar groß!" - "Und ihr Fell ist total samtig!" fügte Käthe hinzu woraufhin ich schmunzelte.

      Wir waren erst spät wieder heim gefahren und so schaffte ich es in dieser Nacht wieder nicht den verlorenen Schlaf nachzuholen. Doch es half nichts. Wenigstens war Kerry früher da und hatte sich schon Iseabail und Lady Lyneth Bowen gewidmet. Ich ging daher sofort über zu meinen Vollblütern. Kerry würde später noch Xana bespaßen. Ich begann mit Happy Fantasy. Die Stute kam grundsätzlich etwas zu kurz und deshalb gehörte mein Vormittag heute gänzlich ihr. Ich putzte sie ausgiebig, sattelte sie dann und ging mit ihr auf die Militarystrecke in Mitten der Rennbahn. Von hier aus konnte ich meinen Jockey bei der Arbeit zusehen. Sie hatten heute die Oldies Ehrengold und Mikado aus dem Stall geholt. In der Mittagspause erklärte ich den beiden dass ich mir als nächstes Mr. Raw Depression rausnahm. Die beiden nickten und sagten dann dass sie PFS' Savory Blossom und Raving Hope Slayer rennen wollten.
      Ich freute mich sehr, als am Nachmittag Isaac aus dem Urlaub kam. Übersäht mit noch mehr Sommersprossen als üblich und mit heller Fläche rund um die Augen, weil er wohl die Sonnebrille nicht abgenommen hatte bevor er sich an den Strand gelegt hatte. Freundschaftlich begrüßten wir uns und gingen zusammen in den Stall. Blütenzauber und Riven in a Dream waren die nächsten, die wir uns vornahmen. So heiß wie es war zogen wir uns in die Reithalle zurück, wo auch Abby schon den ganzen Tag war. Sie hatte sich mit Moulan beschäftigt und jetzt gerade ritt sie Scarlet in Birth warm. "Beth macht das mit den Fohlen gut oder?" fragte Isaac, der unsere Stallhilfe vor seinem Urlaub auserkoren hatte die Fohlenarbeit zu übernehmen. Sie hatte damit zu Beginn sehr zu kämpfen. "Sie hat sich gut mit ihnen eingespielt, ja." gab ich zurück. Besonders das Hengstfohlen Golden Sugar hatte sie ganz gut im Griff. Die Flausen von PFS' Storm Cat oder Stars of Magic waren dagegen ein Witz. Als wir mit den beiden Stuten fertig waren hatte Beth gerade Little Miss Backyard an der linken und Fantastic Sonata an der rechten Hand. "Könnt ihr nicht noch die letzten beiden übernehmen?" flehte sie und Isaac und ich tauschten vielsagende Blicke aus. Wir stimmten aber zu. So konnte Beth mit der Stallarbeit weiter machen und Isaac und ich schnappten uns What Rainbow und Rouge Trap. Die beiden Stuten brannten schon darauf die Welt zu erkunden. Als wir jedoch mit ihnen nach draußen gehen wollten um eine Runde um den Hof herum zu machen scheuten sie und wollten lieber wieder zurückgehen. Wir tasteten uns also eine Ecke vorsichtiger heran und ließen die beiden Stutfohlen in Ruhe gucken und das Tempo selbst bestimmen. Weit kamen wir so zwar nicht, aber wir konnten das Führtraining mit einem positiven Gefühl abschließen, als wir nach einer halben Stunde auf den Hof zurück kehrten um die Fohlen in ihre Boxen zu bringen wo sie übernachten würden.
      Am nächsten Tag hatten die meisten Pferde frei und so konzentrierte ich mich auf Slap Happy. Isaac hatte sich Bear Totem's Denali fertig gemacht und Kerry nahm LMR Lady Luna mit auf einen gemeinsamen morgendlichen Ausritt. Am Nachmittag kümmerten sich die beiden um Verdine und Tainted Whiz Gun, sodass ich frei hatte. Ich nutzte die Zeit um mit Pitch zum See zu gehen und die Woche ruhig ausklingen zu lassen. Nächste Woche würden die beiden Neuzugänge eintreffen und die Stallordnung wieder mal aufmischen.
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  • Album:
    Gnadenweide | Pferdehimmel
    Hochgeladen von:
    sadasha
    Datum:
    21 Feb. 2017
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    Stute
    30. Januar | 8 Jahre
    Rasse Englisches Vollblut
    Stockmaß/Endmaß 162cm
    Fellfarbe Brauner
    Geno Ee AA

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    Charaktereigenschaften
    Eher hitzig, Ehrgeizig, Manchmal sehr stur

    Beschreibung
    Scarlet ist ein unheimliches Pferd, sagten die Vorbesitzer. Ihr eigentlich seidiges hellbraunes Fell hat sich in ihren ersten Monaten nach der Geburt rotbraun gefärbt, weshalb man ihren Zuchtnamen nun doch geändert hat. Das Jungtier aber ist ebenso heißblütig auf der Rennbahn wie so ziemlich jedes andere Rennpferd. Sie wirkt in der Startbox sehr zappelig, aber sobald sich die Türen öffnen, ist sie konzentriert und ehrgeizig. Das ändert aber nichts daran, dass sie stur wie ein zweiköpfiger Esel sein kann, wenn es darauf ankommt, mit einem hübschen und stattlichen Hengst zu schmusen, und wenn sie rossig ist, sind unerfahrene Reiter schneller im Sand als sie ihren vollen Namen sagen können.

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    Trainingsplan
    Eingeritten ✔ | Eingefahren x

    Schleifenaufstieg | Trainingsaufstieg | Potential
    Oben = Joelle Qualifikation | Unten = Variationen

    Dressur E A L

    Lektionen der Dressur: E A L LM

    Springen E A L M

    Show Jumping: E A* A** L M* M**

    Military E A L M

    Eventing (British Eventing, national): BE80(T) BE90 BE100
    BE100Plus Novice Intermediate

    Galopprennen E A L M S
    Ausgleichsrennen|Hindernisrennen: AIV AIII AII AI | AU AM AG
    Flachrennen: 800m 1000m 1250m 1500m 1750m 2000m 2250m 2500m 3000m 3400m


    Distanz E A L M S

    Distanzritte: EL EVG1 EVG2 EVG3 EVG4 CEN* CEN** CEN***


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    Offiziell
    356. Springturnier | 349. Galopprennen | 273. Distanzturnier | 275. Distanzturnier| 280. Distanzturnier
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    Inoffiziell

    keine

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    Von unbekannt
    Aus der unbekannt

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    SK 449

    Eingetragene Zucht Bear Brook EC
    Besitzer sadasha (Hunter Crowley)
    VKR/Ersteller sadasha

    Nachkommen
    Stars of Magic von Magic Attack

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    Letzter Tierarztbesuch 10. März 2017
    Gesamteindruck gut


    Letzte Zahnpflege März 2017
    Letzte Wurmkur März 2017
    Letzte Impfung März 2017


    Letzter Hufschmiedbesuch 10. März 2017
    Ausgeschnitten/Korrigiert Ja


    Beschlag vorne Alueisen mit Stahlgriffen und aufsteckbaren Stollen
    Beschlag hinten Alueisen mit Stahlgriffen und aufsteckbaren Stollen


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