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sadasha

♛ Rising Star

Barockpinto | Stute | Rappschecke | Tassila

♛ Rising Star
sadasha, 14 Jan. 2017
Rinnaja und Sosox3 gefällt das.
    • sadasha
      Ehemalige Pflegeberichte Teil 1
      1.Pflegebericht
      Es war ein warmer Tag, Jackie stand bereits mit Samie bereit vor dem Hof. Jede Minute müssten die Gäste von ihr kommen. Occulta fuhr kurz darauf mit einem schwarzen Anhänger vor und parkierte ihn auf dem Parkplatz. Auch jetzt Trat Rachel mit ihrer Barockpinto Stute auf Jackies Hof und lud die Stute aus. Währenddessen lud Occulta Shadow aus, der sie nur noch schnell die Trense in den Mund legen musste, damit sie bereit zuim Aufsteigen war. Jackie stieg auf Samie auf und richtete den Sattel. Es war bereits etwas dunkler geworden, wenn die Mädels gleich losreiten würden, so konnte man den Sonnenuntergang betrachten. Es war eine angenehme Stille auf den Hof. Von weiten hörte man nur einige Pferde der Heartlandfarm wiehern. Jackie begrüßte ihre Ankömmlinge und setzte ihr "Ach-was-ist-das-Leben-schön" lächeln auf.
      Eine wunderbare Aura umgab die Umgebung der Heartlandfarm. Rachel trenste Risa rasch und führte sie zu Jackie und Occulta. Eine Stute und zwei Hengste standen gerade beisammen und Risa, Rachel's Stute tänzelte ein wenig. "Ist gut meine kleine", fügte Rachel zu ihrer Begrüßung hinzu und strich ihrer Stute über den Hals. Occulta sah sich noch ein letztes Mal die Hufe von Shadow an, ehe sie Jackie fragte, ob sie schon aufsteigen solle. Jackie nickte. "Wenn wir jetzt losreiten, könnten wir an einer nächstgelegenden Wiese rasten. Dort kann man super den Sonnenuntergang genießen" sie grinste und schaute sich um. Waren denn die anderen soweit ?
      [SIZE=11pt]Viel zu spät kam Alicia bei Jackie an, Alicia lud schnell Everything ab und sattelte ihn auf. Dann führte Alicia ihn zu den anderen und stieg auf. Von weitem hörte man einen Vogel zwitschern, so langsam wurde der Himmel oranger und verlieh dem Hof einen romantischen Glanz vom Sonnenschein. Shadow hielt schön still, als Occulta sich in den schwarzen Westernsattel schwang. Nun warteten die beiden geduldig, bis alle aufgestiegen waren. Schließlich ging die "Reise" los und Jackie moderierte scherzend den Ausritt. Bevor es allerdings in den Wald ging, ritt Jackie auf eine große grüne Wiese zu. "Schaut mal wie schön es hier aussieht" schwärmte sie. Jackie rückte ihren Rucksack auf ihren Rücken zurecht, indem der Proviant für den kommenden Wanderritt wartete. "Wundervoll, der Sonnenuntergang!", meinte Occulta und streichelte verträumt den Hals von Shadow. "Bleiben wir nun also ein wenig hier, oder reiten wir weiter? Es wäre sicher schön den Sonnenuntergang noch eine Weile zu beobachten...". "Selbstverständlich" antwortete Jackie gelassen und streichelte Samies warmen Hals. Rachel schien überwältigt von dem Anblick des Sonnenuntergangs und bemerkte gar nicht, dass Risa die ganze Zeit genüsslich Gras zermalmte. "Wow, es ist echt toll hier", sagte sie und spielte mit einer Strähne von Rising Star's Mähne."Oh ja das stimmt allerdings" antwortete Jackie freundlich. In ca. 10 Minuten war der Anblick leider vergangen. Es wurde dunkler. "Wenn wir gleich im Wald sind mach ich die Taschenlampe an. Es wird dunkel sein"."Kein Problem, ich hoffe doch nur das Risa sich nicht zu dolle erschreckt, sonst hab ich was zu tun", grinste Rachel und lächelte Jackie im Anschluss an. Risa wurde ein wenig unruhig und bewegte die Ohren in schnellen unregelmäßigen Abständen hin und her.

      Jackie sah sich ihr Verhalten an. "Hey spricht ruhig auf sie ein und massier ein wenig den Mähnenkamm mit Kreisförmigen Fingerbewegungen, ich weiß nicht ob das so gut auf dem Pferd klappt, aber ein Versuch wäre es wert". Sie lächelte Rachel zu. "Das sind halt unsere Methoden der Heartlandfarm. Jackie zwinkerte, trieb Samie an und ritt auf den Waldweg zu. Occulta ritt währenddessen ruhig neben den anderen her, Shadow schien die kühle Abendluft zu geniessen. Mit zunehmender Dunkelheit erkannte man sie mit ihrem beinahe schwarzen Fell kaum noch. Ab und zu schnaubte sie zufrieden und Occulta hielt die Zügel locker in einer Hand. Sie wusste, dass Shadow ein Verlasspferd war, das sich kaum erschreckte.
      Nach einer halben Stunde reif Jackie schließlich nach hinten "Wir sind da !". Man erkannte einen großen klaren See, der vom Mondschein angeleuchtet wurde. Jetzt fehlt nur noch das Einhorn. Jackie stieg ab, passte auf das Samie stehen blieb und breitete die Picknick Decke aus. Ein "Jey!", entfuhr es Rachel und ließ Risa ein kleines Stück traben bis auch sie an der Stelle stehenblieb auf der Jackie grade die Picknick Decke ausbreitete. Nun stieg auch Rachel ab und band Risa an einem Nahegelegenden Baum an und lobte Rising Star. "Du warst ganz okey", lobte sie die Stute. Es gab zahlreiche Köstlichkeiten. Äpfel, Birnen, Erdbeeren, Trauben, Melone und geschmierte Brötchen dazu Säfte, Kaffee, Tee, Wasser und Limo. Es war lauwarm und der Mondschein spielte über den See. Jackie hatte rund um die große Picknick-Decke Laternen aufgestellt, damit man was sehen konnte. Während die Pferde grasten, aßen und tranken die Mädels am See. Es herrschte eine wirklich schöne Stimmung. Gegen 23 Uhr waren sie schließlich auf der Heartlandfarm angekommen. "Ich hoffe euch hat der Ausritt gefallen" sagte Jackie strahlend und stieg ab. Die Gruppe striegelte noch ihre Pferde ehe Jackie sich von allen freundlich verabschiedete.
      5173 Zeichen || © Jackie, Sosox3, Occulta, AliciaFarina
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      Die Rappscheckstute stand schon freudig aber etwas unruhig in der Box und wartete auf mich. Mit einem hellen Brummeln wurde ich begrüßt. „Na du hübsche. Neu auf dem Hof und direkt eingelebt“, sprach ich fröhlich zu der Stute. Dann ging ich zu ihr rein und legte ihr ihr altes Stallhalfter an. Sie würde heute einen Ruhetag haben und so würde sie den Ganzen Tag auf der Weide stehen. Ich denke mal das sie das gefreut hat, so wie sie mir hinterher ging. Vor der Weide tänzelte sie aufgeregt hin und her. Wollte auf der Weide losschießen und sie erkunden. Den Drang nach Freiheit hatte sie im Blut.
      Ein Lächeln legte sich auf meine Lippen und ich brachte die Stute auf die Weide. Ihr temperamentvolles Wesen zeigte sich nun in ihrem Trab und sie dachte gar nicht gleich ans Fressen. Erst nach ein paar Minuten verlangsamte sich ihre Gangart und sie nahm den Kopf runter um zu grasen. Ich sah ihr noch eine Weile zu, dann mistete ich ihre Box aus und streute neues Stroh ein. Die Tränke machte ich ein wenig sauber und dann machte ich ihr Futter und ihr Heunetz fertig.
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      Bodenarbeit und Pflegeeinheiten für das Sternchen-
      Nathan, der Stallbursche und ich brachten grade die Pferde von der Weide rein in den Stall, als ich bemerkte wie schmutzig meine Barockpinto Stute eigentlich war. „Ne ne Maus, für dich heißt es erstmal Putzen und dann ein bisschen laufen , du Dickerchen!“, und als hätte die Stute alles verstanden blieb sie stehen und sah mich mit ihrem Willst-Du-Mich-Flaxen-Blick an. „Ai komm, kleine“, sagte ich lächelnd und rupfte kurz an ihrem Strick und das Dickschiff setzte sich in Bewegung, folgte mir sogar brav auf Schritt und Tritt. Ihr wildes Ohrenspiel verriet mir auch gleich, das sie darauf eigentlich gar keinen Bock hatte , sie sich aber am Riemen reißen wollte.
      Vor ihrer Box blieben wir stehen und band sie dort vorsichtshalber fest, damit das Sternchen auch ja nicht abhauen konnte. Ich hatte schnell die Putzbox geholt und mit ihr, Rising’s Trense.
      Mit gespitzten Ohren wartete sie auf mich und drehte ihren wunderhübschen Kopf in meine Richtung. „Wartest du auch schon auf mich?“, lächelte ich die Rappscheckstute an und legte die Sachen beiseite, die ich jetzt noch nicht benötigte. Der ganze Matsch der sich seit ein paar Tagen in ihrem Fell festgesetzt hatte war wie eine Qual für jeden Reiter. „Musst du dich auch immer so oft wälzen wenn du auf der Weide bist?!“, fragte ich die Stute mit der Bedauernden Tatsache, das sie mir eh keine Antwort geben konnte. „Ja klar, muss sie das machen. Ist doch sozusagen ihr Schönheitsschlaf“, lachte Jake als er gerade Del Fuerte in den Stall führte. Der braune Hengst machte große Augen als er die Barockstute dort angebunden sah. Leicht begann er zu tänzeln und versuchte an Rising ran zu kommen, aber zu meinem Entzücken legte die Rising Star die Ohren an und drängte zur Boxenwand. „Ist ja gut. Mach langsam“, sagte ich und ging dann auf Jake’s Aussage ein. „Haha, jaa. Die kleine Prinzessin“, sagte ich und ließ ihn durch. Nur mit viel Ziehen bekamen wir Del Fuerte von Rising Star weg und Jake hatte ihn in seiner Box verstaut. „ Wenn du magst kann ich Foto’s von Rising Star machen während du sie laufen lässt“, bot der ein Kopf größere Junge mir an. „Okey, Wenn du magst“, grinste ich und legte Rising Star die Trense an. Ich schien sie motiviert zu haben, denn Rising trabte kurz neben mir an und verlangsamte dann ihre Gangart in den Schritt. Der Weg zum Round Pen war schnell abgelaufen und Jake schloss das Tor hinter uns zu. Ich der Zwischenzeit hatte ich den Strick von der Trense abgemacht und beobachtete das elegante Tier. Sie hielt den Kopf anfangs oben und elegant, nach ein paar Minuten warmlaufzeit aber in der Entlastungshaltung. Ich ließ sie antraben durch mein Schnalzen und sie brauchte ein paar Anläufe um meine ‚Befehle‘ zu verstehen, setzte sie dann aber in Sekundenschnelle um. Rising Star war ein schlaues Tier und verstand viel und vorallem auch schnell. Hier und da hörte man das Knipsen der Nikon aus Jake’s Richtung, aber auch mit dem Geräusch hatte die flinke Stute sich abgefunden. Langsam senkte die Sonne sich und ich wusste das es nun Zeit war Rising wieder in den Stall zu bringen. Die leicht geschwitzte Stute schien außer Atem und ließ sich schnell von mir in den Stall führen. Dort bekam sie ihre Abschwitzdecke und auch gleich ihr Futter.
      „Nash!“
      „Ja?“
      „Rising braucht gleich kein Futter mehr, hat die grad bekommen“
      „Ok“, sagte er freundlich und nickte. „Ciao, Große“, sagte ich und ging zu mir ins Haupthaus.
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      Rising Star
      Da Rising immer beliebter auf unserem Hof wurde, ging sie immer öfter in Reitstunden. Die Kinder liebten die Barockstute sehr, denn sie liebt es ab und an betüddelt zu werden. Immer wieder kam ein junges Mädchen in einem Alter von 16 Jahren und nahm auf ihr Stunde und putzte sie. Manchmal kam es auch einfach nur um sie zu beobachten. Langsam wurden die beiden immer mehr ein Team und sie fing an, diverse Kosten zu übernehmen, wie Zubehör oder Futter. So auch heute;
      Melek, das Mädchen putzte sie erst ausgiebig und ritt dann mit ihr Aus, nachdem sie mich gefragt hatte. Es schien gut zuverlaufen, jedoch tänzelte sie überwiegend und Melek hatte Mühe sie im Zaum zu halten. Nach ca. Einer Stunde kamen die beiden wieder und Rising durfte auf die Weide.
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      Pflegebericht - Dezember 2014
      Heute ging ich zu Soso um mir ihre 28 Pferde zu kümmern um die sie mich letztens bat. Darum machte ich mich gegen halb acht morgens auf den Weg zu ihr Soundcloud würde als erste Bewegt werden.Das kleine Fohlen sollte heute die Hufe heben lernen. Nach dem ich Cloud geputzt hatte, begann ich vorsichtig an ihrem Vorderbein und sagte Huf. Die ersten paar male wehrte sich Cloud aber nach und nach verstand sie es was ich von ihr wollte und ich lobte sie ausgiebig als sie das brav machte. Danach brachte ich sie wieder in die Box und ging zu Nameless . Ich putzte ihn kurz über und brachte ihn in die halle. Ich beschloss das alle frei bewegen durften. Namless stürmte gleich los und buckelte freudig. Hin und wieder wälzte er sich genüsslich. Dann zeigte er mir was sie konnte danach durfte er wieder in seine Box und ich holte , Prove Me Wrong aus ihrer Box. Auch diese putzte ich ausgiebig und als ihr Fell wieder seidig war lies ich sie in die Halle. Die Hübsche vertrat sich die beine nachdem sie ne weile rumstand brachte ich sie zurück und widmete mich an , Sharon die schöne stute schlummerte gerade in ihrer Box als ich diese betrat. „ na du guten morgen!“ lachte ich und scheuchte sie auf ihre Beine dann putzte ich sie über und brachte sie in die halle. Müde lief sie einige runden und wollte dann wieder in die box, ich lies dies aber noch nicht zu war ja viel zu früh. Ich scheuchte sie in den Trab, wiederwillig folgte sie meinem „Befehl“ und setzte sich schwerfällig in den Trab. Nach einigen runden wurde sie wacher und wilder, sie liebte es anscheinend zu rennen, runde für runde wurde sharon schneller. Nach dem sie 20 minuten gelaufen war und sich auch trocken lief brachte ich sie in ihre Box und ging zu , Acacia eine wunderschöne Stute, ich striegelte sie sauber enzwierrte ihren schweif und befreite es vom Stroh dann brachte ich sie wie die anderen davor in die halle, dort tobte sie sich aus, nach einiger zeit kam sie zurück in die Box und ich ging weiter zu Rising Star den namen kannte ich schon, eine älteres Pferd und desshalb bekannt. Auch sie putzte ich schön über und sie durfte laufen, nach herzenslaune. Die stute scheint jung geblieben, zeigte sich in schönen gängen geschmeidigen übergängen und ihren Temprament. Nach dem sie sich ausgepowert hatte kam Commander ein wunderschöner hengst ich putzte ihn über und brachte ihn in die halle, dort konnte er seine anmu zeigen nach 20 minuten brachte ich comander wieder in seine box den ich hatte noch genügend andere pferde zu machen. Mir kam so vor als würde ich nicht voran kommen, Unitato war auch ein schööner hengst. Soso hatte sehr schöne pferde ich putzte und beschloss noch how we do payphone und del fuerta zusammen in die halle lassen. Also machte ich zuerst unitato fertig holte dann die anderen in die halle und lies die gruppe rennen. Unitato wollte immer an erster stelle sein, gleich wie how we do. Payphone buckelte sich die seele aus dem leib und del fuerte kullerte sich mehrmals. Dann rannten sie in der gruppe um die wette. Danach brache ich alle in ihre Boxen und holte die nächste Gruppe in die halle., Palla van Ghosts, Chandra , Leviathan, Rabiosa, Shirasagi, Stardust, Zafinaah, Rockabella, Loveletter, Yaris, als ich alle geputzt hatte und endlich alle zusammen in der halle hatte, schaute ich mir das spektakel an. Nach ihnen war nur noch eine gruppe zu machen und dann war ich auch fertig mit soso pferden. Zum glück hatte soso eine große halle. Nach dem diese gruppe auch bewegt hatten brachte ich sie in die Boxen zurück und holte dann Lonely Wild Horse, Bonbone, Adrenaline, Magic Attack , Brookton und Nobody loves him like me in die halle. Langsam merkte ich das ich müde wurde. Auch die letzte gruppe freute sich ihre beine zu vertreten und miteinander spielen. Nach 20 Minuten brachte ich sie auch in die boxen und gab allen noch ihr futtre ehe ich verschwand.
      [Elsaria]
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      Rising Star - We’re gonna shine your Light
      “Bleib doch mal stehen!”, rief ich durch die Stallgasse und legte die Bandage nochmal von neu auf. Rising Star hatte sich in den vergangenen Monaten angewöhnt nicht mehr stehen bleiben zu müssen, weil die Reitschüler, die sie ritten, nicht konsequent genug im Umgang mit ihr waren. Und ich konnte dies ja nun ändern. An sich war sie brav und immernoch die alte,temperamentvolle Tussi, die sie immer war. Allerdings wusste sie sich auch gezielt unterzuordnen. Noch ein letztes Mal ging ich im Kopf durch ob ich alles gemacht hatte: Gesattelt ist sie, Getrenst auch, bandagiert ebenfalls. Ich gurtete noch ein mal zwei Löcher nach und führte sie dann in unsere helle Halle. Draußen war es nicht sonderlich warm, wenn’s hoch kommt, dann waren es 6°C und es war bewölkt bis zum geht nicht mehr. Das Hufgeklapper füllte den menschenleeren Reiterhof mit ein wenig Leben, aber auch nur bis wir in der Halle unseren Platz einnahm. Als ich in den Steigbügel stieg, ging sie auch schon direkt los. Nicht ganz das was ich im Sinn hatte, aber dennoch war ich flexibel und schwang mich im Sattel.
      In ihrem langsamen Schritt trotteten wir durch die Halle. Runde um Runde, bis sie dann warm geritten war. Ich nahm die Zügel ein wenig auf und trabte an. Leider schlurfte sie nur über den Boden, weshalb ich sie ein wenig mehr zum Untertreten bewegte. Ich wusste, dass sie die Hilfen kannte, nur hatten die Reitschüler sie so abgestumpft, das sie machte was sie wollte. Ich übte also heute erst mal so das Untertreten und wir ein paar Bahnfiguren liefen. Ich hoffte einfach darauf das sich das Korrektur reiten auch lohnte und nicht mit einer Reitstunde wieder im Eimer war. Ich würde mich nun öfter mal wieder auf Rising Star setzten und sie arbeiten, denn ich wusste das sie eigentlich hohes Potenzial hatte. Ich machte noch eine Kurze Schrittpause, in der sie öfters Hustete. Ich überlegte ob ich sie jetzt noch galoppieren lassen sollte, entschied mich aber dagegen. Ich regte mich nämlich erstmal auf, das mich niemand in Kenntnis gesetzt hatte, das sie hustete. Also stieg ich ab, und führte sie in die Box. Das erste was ich tat, war den Tierarzt anzurufen um zu sehen ob es was ernstes wahr.
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      Rising Star - April '15
      Nach meinem kleinen Wutanfall Simon gegenüber verkroch ich mich nach meinem Latte Machiatto in den Stall zu Rising Star. Gleich hatte ich den großen, aber dennoch edlen Kopf an meiner Brust und ich kraulte sie liebevoll. Ein leichtes Ohrenspiel ließ die Stille nicht ganz vollkommen sein und ein Schnauben ihrerseits durchklang den sonst so ruhigen Stalltrakt. „Meine Maus“, flüsterte ich und schnalzte im Anschluss mit der Zunge. Risin‘ wusste was gemeint war und ging einen Schritt zurück. Ich nahm mir ihr Halfter und öffnete quietschend die Box. Als das Halfter angelegt war, folgte sie mir zwar etwas stürmig, aber auch der Weg zur Weide war ein wenig holprig. Kurze Zeit später lag ich dann auf dem Boden und Rising Star sah mich nur neugierig an. Heute war einfach nicht mein Tag. Ich richtete mich auf und führte Rising Star weiter zur Weide. Wie immer freute sie sich und fing neben mir an zu tänzeln. „Du Idiotin“, murmelte ich und öffnete das in der Sonne hell schimmernde Holz. Bald müsste man es erneuern, dachte ich mir beiläufig. Während ich den Strick vom silbernen Messingbeschlag löste, zog Rising immer wieder, was mir das lösen des Stricks erschwerte. Als der Strick nun endlich ab war, lief die Stute sofort los und ließ nur eine Staubwolke hinter sich.
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      Briar Cliff
      Wird nun alles braun?
      Der Wind wehte durch die Blätter der riesigen Laubbäume rund um den Hof und bließ ab und an ein Blatt vom Baum. Es war nicht sonderlich kühl draußen, denn die Sonne schien, also kam der Wind mir eher als eine Leichte Briese rüber, als eine Kühlung. Die Braune Stute neben mir schnaubte wohlbesonnen. Sie hatte sich gut gemacht in dem letzten Jahr und ließ sich nun auf den Menschen ein. Das Schnalzen meiner Zunge ließ sie vom grasen ablassen und Bonbone schaute kurz auf.
      „Meine gute Maus“, sprach ich zu ihr in einem ruhigen Ton und strich ihr über die Blesse ehe wir beide unseren Spaziergang um den Hof fortfuhren, denn geritten wird sie nur zwei Mal die Woche und dort werden die Grundgangarten erst ein Mal gefestigt bevor ich ihr irgendwelche Lektionen der E-Dressur beibrachte, sodass sie später einmal auf der A-Dressur auch eine gute Figur machen konnte und nicht direkt überfordert wurde. Erst letztens hatten wir sie bei einem E-Springen angemeldet und sind dort als erste durch den Parcour geritten und hatten am Ende die Bestnote und somit den ersten Platz in der Tasche. Sie machte sich also sehr gut unterm Sattel. Aufmerksames Ohrenspiel begleitete uns auf dem Spaziergang durch unseren Wald und die Vögel zwitscherten ihr sinnliches Lied und brachten mich zum Träumen. Wo möglich war Zot bald gekört, dann mussten wir nur noch Bonbone soweit bekommen, dass man sie zur Krönung schicken konnte ohne das sie dort alles abriss. Ein schrilles Wiehern der besagten Stute ließ mich aus den Träumen fallen. „Gewöhnst du dir das mal bitte ab?“, fragte ich sie genervt von dem Wiehern, welches am Tag öfters mal zu hören war. Ich wusste, dass die Frage mehr als unnötig war, es war einfach ihre Art.
      Wieder auf dem Hof angekommen, fand ich Simon mit unserer frisch dazugekommenen Stute Ófeig wieder. „Wie geht’s der hübschen?“, erkundigte ich mich bei meinem Bruder. „Der geht’s gut soweit, ich wollte mit ihr ein wenig Bodenarbeit machen...Vertrauen aufbauen und so, du verstehst?“, neckte er mich und ich nickte lächelnd.
      Gedankenversunken brachte ich Bonbone auf die Weide für den restlichen Tag und ich gesellte mich zu Rising Star auf die Weide. Dort verbrachte ich ersteinmal ein paar Minuten und setzte mich unter einen der Bäume, las dabei ein paar Nachrichten auf dem Samsung und antwortete auch gleich wieder. Langsam, langsam kam Rising Star zu mir und schnaubte tief als sie auf mich zu kam. Ich schaute auf und nahm mir das Halfter, das neben mir lag und legte er der Scheckstute an. Risa war wieder ein wenig in den Hintergrund gerückt in der letzten Zeit, was mir ziemlich Leid tat und so packte ich sie mir von der Weide und führte sie zu ihrer Box und band sie dort an. Ich ließ mir viel Zeit beim Putzen und genoss die Zeit mit der schwarz-weißen Stute ehe ich sie auch schon mit der hellblauen Schabracke und ihrem braunen Sattel und ihrer braunen Trense ausstattete. Risa schnaubte als ich sie fertig gesattelt hatte und sie nun in die Halle führen wollte. Statt allerdings einfach mit zu gehen, ließ sie sich von mir ziehen und da war ich dann froh wenn wir beide die Halle erreicht hatten und ich noch kurz nachgurtete. „Na Risa. Hat die Olle wieder vor dich zu quälen?“, neckte Simon mich indem er mich wie immer als Blöde Kuh darstellte und ich warf ihm nur einen Todesblick zu. Risa hingehen hätte der Herzchen-Augen Smiley grade aus der Seele gesprochen und wieherte meinen Bruder leise an. „Ist das grade dein Ernst, Simon? Geh lieber mit Wolfs Bane zum Round Pen und arbeite die kleine dort noch ein wenig...“ schlug ich ihm vor, da Chad gerade wirklich mit Nephilim zu kämpfen hatte. „Setz dich durch Chad, ich weiß das der Große nicht ohne ist“, rief ich ihm über das Hallentor zu. Sein Blick verriet mir so einiges und eben auch, dass ich besser meinen Mund halten sollte wenn Nephilim und er einen dieser Machtkämpfe vollzogen. Während also Simon Wolfs Bane ein wenig unterhielt und sie an die ersten Führübungen heranließ ritt ich Rising Star warm ehe ich mit ihr ein paar Hufschlagfiguren ritt und sie an die Übergänge heranwagte. Unter ihrer Ausbilderin hatte sie es so gut und fleißig gemacht und ich musste heute alles aus ihr herauszwingen, was vielleicht auch der Wetterumschwung mit sich brachte. So wie die Bäume sich braun gefärbt hatten, so hatte sich auch Risa’s Fell gebräunt und ich wusste es wurde langsam Zeit die Pferde einzudecken. Nach einer Stunde war ich mit Rising Star’s Training fertig und Chad ritt nun statt Nephilim Tabita, die sich ebenfalls gut unter dem Sattel machte. Tabby war uns mitlerweile so ans Herz gewachsen, das wir sie missen würden, würde sie auf einmal nicht mehr da sein. Abby kümmerte sich in der Zwischenzeit um Zafinaah und putzte sie ausgiebig und führte sie dann auf einen langen Spaziergang aus. Zusammen mit meinem Bruder natürlich und er nahm dabei Loveletter mit, der zusammen mit Zafinaah keine Hengstmanieren ausstrahlte. Ich war nun mit Rising Star fertig und brachte sie mit einer Abschwitzdecke in die Box und knuddelte dort noch ein wenig länger mit ihr.
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      Nephilim machte ich heute zusammen mit Risa. Wir gingen zusammen eine Runde raus und merkten wie die Bewegung ihnen gut tat. Danach gingen sie auf die Weide. In der Zeit misteten wir die Boxen und streuten neu ein. Dann kamen sie abens wieder in die Box.
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      Leben auf Briar Cliff!
      Juni 2016
      Es tat mir leid um die Pferde, die ich im Moment verkaufte. Schließlich handelte es sich dabei nicht nur um eines oder zwei, es waren gar ein dutzend. Aber wo sollte ich auch hin mit ihnen. Ich wollte mich mehr um meine Zucht und meine Hufschmiede kümmern. Dazu kam noch hinzu, dass in der letzten Zeit vermehrt Veränderungen eintraten, welche mein Leben auf den Kopf stellten. Zum einen hatte ich mich noch dazu entschieden Barockpinto’s zu züchten, damit auch Rising Star ihr Potenzial an ihre Nachkommen weitergeben konnte und mich diese Rasse auch einfach bezauberte. Ihr Gang, ihr Aussehen und die Eigenschaften sprachen mich an. Und zum anderen kam meine Cousine Valerie zu uns aufs Gestüt für ein Auslandsjahr und ich hatte ihr gleich ein Pferd zugeteilt, nämlich Riverside, welcher ein junger, freundlicher Hengst war, in den sie sich sowieso direkt verliebt hatte als ich einen Rundgang mit ihr machte, bei dem ich ihr alles und jeden vorstellte. Sogar unsere meist besuchtesten Läden, damit sie wussten, dass ich sie geschickt hatte um Besorgungen anzustellen.
      Bereits vier Pferde hatten unser Gestüt allein aus meinem Besitz verlassen und auch Cooper reduzierte etwas. Manu und ich hatten wieder ein wenig Kontakt, doch eine Beziehung eingehen wollte ich mit ihm nicht mehr. Denn ich hatte nun Interesse an einem anderen Menschen. Lucas. Ein großgewachsener, gutaussehender junger Mann mit braunem Undercut und athletischem Körperbau. Bemuskelt aber eher athletisch als muskulös. Er kam aus Österreich und war wie ich, halb Albaner und so war Gastfreundschaft an erster Stelle. Ich kannte es noch von Zuhause bei Oma. Der Besuch lud sich selbst ein und ich konnte Kaffee kochen und die Gäste bedienen. Natürlich musste auch der ganze Kühlschrank präsentiert werden, ob die Gäste es aßen oder nicht, das war den Gastgebern egal. Typisch Oma halt…
      Ich schwelgte wieder in Erinnerungen, wie in letzter Zeit öfter. Mit 27° war es heute bei uns in Senneville recht warm und die Pferde verbrachten den ganzen Tag auf der Weide und wurden nur zum Dienst ihrer Freizeit beraubt.
      Es war noch früh am Morgen und ich stellte bis auf Calorro und Rising Star alle auf die Weide, denn die beiden standen momentan sowieso hauptsächlich auf der Weide, es sei denn es zog ein Gewitter auf. Doch für die nächsten Wochen war gutes Wetter gemeldet, also sah ich recht zuversichtlich in die Zukunft. Ich schaute bei den beiden kurz vorbei. Calorro sollte sich erst einmal nur an den Menschen gewöhnen und sich das Halfter überziehen lassen. Ich war froh, dass er nicht so aufmüpfig war, wie manch anderes Hengstfohlen. Mein Paradebeispiel dabei war der kleine Shettyhengst Rohdiamant. Der kleine Mann war jetzt bereits 2 Jahre alt und schaffte es verdammt oft aus zu brechen und die Umgebung unsicher zu machen. Ich musste ihn noch ein wenig besser erziehen, er durfte uns nicht in Mist reinreiten und Ärger in der Nachbarschaft machen. Ich schaute auf der Jungpferdeweide nach dem Rechten und gab ihnen neues Heu und auch das Wasser füllte ich nach. Wolfs Bane stand mit ihren sechs Jahren noch immer dabei und war ein ziemlicher Nachzügler im Gegensatz zu den meisten anderen Vollblütern, die bereits mit 2-3 Jahren angeritten wurden und schon ihrer Karriere als Rennpferd nachgehen durften. Bane verlor erst jetzt nach und nach ihr Babyface und reifte allmählich an. Ich hatte mit ihr schon das Anlongieren gemeistert und auch im Schritt konnte ich sie mittlerweile Problemlos longieren und über Stangen ging sie auch schon sicher. Dies war auch heute mein Hauptgedanke bei der Arbeit mit der Stute. Ich nahm mir ihr Halfter aus meinem Hummer und schnappte sie mir gleich, ehe ich sie zum Stall führte. Nächsten Monat würde sie in den Stalltrakt wechseln zu meinen anderen Stuten. Denn in näherer Zukunft stand bei ihr das Einreiten an, welches mir verdammt wichtig war, damit sie langsam in den Reitsport geführt wurde. Der heutige Plan mit ihr war longieren im Schritt und ein paar Übungen im Trab mit einzubauen. An Stangenarbeit hatte ich sie bisher in den schnelleren Gangarten nicht geführt, doch das sollte die nächste Stufe vor dem Galopp sein. Heute machte sie sehr gut mit und strengte sich gut an. Beim Schritt half ich ihr noch ein wenig unter zu treten und der Trab gestaltete sich noch als etwas holpriger als gedacht. Aber alles in allem verlief das Training mit ihr gut.
      Meine Pferdepflegerin Abby putzte derzeit Pegaeae, meine noch erst 2-Jährige KWPN-Stute, die Cooper mir zum Einzug geschenkt hatte. Sie war eine wahre Energiebombe und stand kaum still beim Putzen. Beim Spazieren gehen gab sie sich aber ruhig und neugierig und hielt sich an den von ihrer Bezugsperson angegebenen Abstand. Sie war sehr, sehr lernwillig versuchte aber öfter am Menschen zu knabbern, was wir unterbanden. Sie sollte sich das gar nicht erst angewöhnen. Mit ihr waren wir aber noch nicht so weit was die Erziehung betraf. Wir übten mit ihr am Fohlen ABC wo es nur langsam voranging, doch es haperte meist an Abby’s Konsequenz. Sie ging heute mit der Jungstute eine Runde Spazieren. Ich kam in der Zwischenzeit mit Wolfs Bane wieder zurück zur Weide und schnappte mir Rohdiamant. Der Schlingel hatte sich um gut 180° gedreht und wurde immer verspielter. Er blühte richtig auf mit Calorro, wobei Rising Star sich noch nicht so begeistert zeigte, wenn der Junghengst mit dem Fohlen rumtobte. Sie hatte momentan noch mit ihren Hormonen zu kämpfen, so schien es zumindest. An einem Tag war sie nett und schmusig und am nächsten Tag der Teufel in Person. Sie machte Nephilim schon fast Konkurrenz. Wobei er in letzter Zeit immer weniger seine Böse Seite zeigte und sich sehr gut unter dem Reiter machte. Im Moment war er auch unter dem Reiter sehr lernwillig und umgänglich und nicht teilweise das größte Arschloch der Welt. Rohdiamant ließ sich auch gleich aufhalftern und folgte mir auf Schritt und Tritt. Am Stall angekommen, band ich ihn an und putzte ihn ausgiebig. Er verlor noch immer sein Winterfell und ich könnte schwören, dass ich daraus einen Pullover stricken könnte. Er wurde von Monat zu Monat heller und man erkannte nun gleich, dass er ein Porzellanschecke wurde. Ich hatte den kleinen Racker gleich ins Herz geschlossen, als ich ihn zum Ersten Mal gesehen hatte. Beim Hufe geben fehlte uns noch ein wenig Übung aber auch hier wurde es von Tag zu Tag besser. Der Junghengst verstand unsere Aufforderungen immer besser und das Spazieren auf neuen Wegen, war nun keine Seltenheit mehr. Und auch heute ging er brav neben mir am Strick und hielt sich an mein Tempo ohne schneller zu werden. Hier und da hoppelten noch ein paar Kaninchen und wir trafen auch Rehe an, die er aber als uninteressant deklarierte. Mir gefiel seine Art immer mehr. Keine Spur mehr von dem scheuen Junghengst. Er kam sichtlich in die Pubertät.
      Als wir den Spaziergang beendet hatten, kam er wieder auf die Weide und ich füllte dort die Heuraufe und schaute nach ob die Tränken funktionierte und säuberte diese ein Wenig. Abmisten würde Abby heute Abend erst, denn die Hitze war unerträglich. Auch Maekja wurde langsam an die Aufgaben als Reitpferd gewöhnt und machte sich prächtig. Ab und an zeigte sie sich noch immer ängstlich, aber das würde sich bestimmt noch ändern, schließlich war sie erst 5 geworden dieses Jahr und hatte nur hier und da ein wenig Schrecktraining gemacht.
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      Briar Cliff
      August 2016
      Bevor der Große Umzug nach Mazedonien in den neuen Stall anstand, wollte ich bei all meinen Pferden noch eine Kontrolle bezüglich der Hufe vollziehen. Die erste machte dabei Classic Gold. Ich hatte sie zusammen mit ihrem Stutfohlen Classic Spring gekauft, als sie noch tragend war von unserem Hengst Silberstern. Hätten wir gewusst, dass ihr Vorbesitzer keine tragende Stute samt Fohlen ernähren könnte, hätten wir sie so wohl nicht gedeckt, doch wir hatten uns nicht über den Zustand der Besitzer vergewissert. Allerdings war ich ihm nicht böse darüber, schließlich hatten wir nun eine Zuchtstute, die auch im Juni das Fohlen bei uns auf Chattahoochee Hills gebar und alles glatt lief.
      Es war noch früh am Morgen als ich Smetti auf der Couch ein wenig zur Seite schob und meinen Kakao trank. Ich versuchte mich so ruhig wie möglich zu verhalten um ihn nicht zu wecken, doch irgendwie schien es mir nicht zu gelingen, denn er wachte kurz nach meinem ersten Schluck auf. „Guten Morgen“, murmelte er verschlafen und streckte sich. Kurz darauf zog er mich rasch zu sich. „Eigentlich wollte ich dich nicht wecken“, lächelte ich ihn verschlafen an. „Das hast du auch gar nicht“, grinste er. Es war noch immer ungewohnt ihn ohne Brille zu sehen und auch, dass er mich zu sich gezogen hat fand ich etwas merkwürdig. Schließlich war er doch mit Fayenne zusammen. Oder war ich auf dem ältesten Stand?
      „Klar, du warst auch vorher schon wach“, sagte ich und fügte einen Ironischen Unterton bei. „Ich trink mal weiter meinen Kakao, ich fang schon mal an Classy die Hufe zu kontrollieren. Dann habe ich das für Mazedonien schon mal aus dem Kopf und wir haben nur noch den Tierarzt besuch vor uns.“ „Soll ich dir irgendwie helfen oder soll ich Classic Gold dann morgen reiten und heute nur kurz mit der Bodenarbeit versorgen?“ „Ja…mach das so wie du mir das grade gesagt hast, aber überlaste sie noch nicht. Classic Spring musst du ja auch mitnehmen, am besten machst du nur einen Spaziergang heute. Mit dem Reiten lassen wir es am besten auch bis Dezember, bis das Stutfohlen dann abgesetzt ist“, dachte ich laut nach und traf auf Zustimmung. Ich nahm noch die letzten Schlucke meines nun abgekühlten Kakaos und machte mich dann schon auf den Weg in die Schmiede. Sie hatte keine Hufeisen, also fielen diese weg und ich musste weniger zu den beiden mit mir herumschleppen. Ich nahm mein Hufmesser, meine Raspel, meine Feile und ein wenig Huföl mit zu den beiden, als ich in den Stall ging. Neugierige Köpfe schauten zu mir rüber und zeigten sich genauso desinteressiert wie schnell sie interessiert geschaut hatten. Classy und ihr Fohlen bewohnten zurzeit eine der größeren Boxen und verbrachten die Nacht immer drinnen im sicheren Stall. Man wusste nie, wann die Wölfe in Canada zuschlagen konnten und bei meinen jüngsten war mir die Sicherheit wesentlich wichtiger als die Freiheit.
      Ich nahm die beiden nach einer ordentlichen Begrüßung aus der Box und band Classic Gold an. Sie war noch ein wenig zickig, aber was gemacht werden musste, musste gemacht werden. Smetti sollte später vorbeischauen, denn sie war Männern gegenüber wohl noch sehr misstrauisch, aber ich wusste wie sensibel er mit meinen Tieren umging und überlegte mittlerweile ihm ein Pferd zu schenken. Er half mir schließlich die ganze Zeit mit meinen und war im Umgang echt geübt. Aber vielleicht hatte es auch Gründe, weshalb er sich selbst kein Tier zulegte. Classy war auch mir noch etwas unsicher gegenüber, gab mir aber sicher die Hufe. Auch wenn ihre Hufe in einem Optimalen Zustand waren, waren sie dennoch zu lang und mussten gezielt gekürzt werden. Links vorne hatte sie eine minimale Huffehlstellung die man aber in mehreren Etappen wieder richten könnte. Classy ließ mich auch ganz artig ihre Hufe richten, nur beim Korrigieren wurde sie ein wenig schwieriger als geplant. Grund dafür, war Classic Spring und ihr rumhampeln auf der Stallgasse. Ich konnte von Glück sprechen, dass Smetti gerade um die Ecke kam und das junge Stutfohlen im Zaum hing. „Danke sehr. Du bist ein Schatz“, lächelte und er warf mir ebenfalls ein Lächeln zu, ehe er seine Brille rasch säuberte. Er bespaßte das Fohlen und ich machte Classic Gold die Hufe ordentlich, was nun auch schneller von Statten ging als vorher mit dem hastig umherspringenden Falbfohlen, das uns in Schach hielt. „Das machst du super, Classy“, lobte ich sie und bat Smetti darum sie gerade vorzuführen. „Alles klar, Chef“, lachte er und band meine Zuchtstute ab und führte sie mir in der Stallgasse im Schritt und im Trab vor. Anfangs sehr schwer, da sie sehr misstrauisch gegenüber männlichen Wesen war, doch dann überwand sie sich ein wenig und folgte. Wahrscheinlich mehr aus Angst als aus Überzeugung. Dafür sollte ja gleich der Spaziergang sein, um das Vertrauen zwischen den beiden zu stärken, aber auch um Spring zu entladen, die wie ein Gummiball durch die Gegend sprang und neugierig zu den anderen Stuten an die Boxen ging und unterwürfig kaute. „Du kleines Monster du“, kicherte ich und lobte das Jungtier. „Classic Gold sieht gut aus. Classic Spring muss ja noch nicht zum Hufschmied“, lächelte ich. „Ich mach mich mal auf den Weg mit den beiden, könntest du mir noch gerade den Strick zu Classic Springs Halfter geben? So hol ich das kleine Biest nicht mit.“ Ich nickte lachend und sah mich kurz um als ich ihm dann den Strick von Deila gab. Sie hatte heute nämlich eh nur eine Pause vom Training und würde nur die Hufe gemacht bekommen. Sie blieb noch eine Zeit lang beschlagen, bis ich sie gekört sein würde, damit ich sie auf Turnieren und im Training besser im Springen und Military reiten konnte ehe sie in die Zucht kam. Aber das hatte noch Zeit, schließlich mussten wir noch ein wenig an ihren Unarten feilen, damit sie nicht mehr stieg und sich besser händeln ließ als jetzt im Moment. Denn so ging es nicht weiter. Entweder ich oder unsere Trainerin konnten sie noch führen und das übten wir jetzt schrittweise. Wenn sie brav lief, wurde sie gelobt. Ich ging zur Weide, auf denen meine Stuten noch ruhten und näherte mich meiner neuesten Stute. Candy hatte uns erst vor zwei Monaten erreicht und machte sich im Training erstaunlich gut. Das weiche Fell an der Schnauze fühlte sich so vertraut und so sanft an. Sie war zwar noch etwas misstrauisch, hatte sich aber schnell an uns und die Umgebung gewöhnt. Ich hoffte inständig das der Flug gut gehen würde und meine Pferde sich nicht allzu sehr anstellen würden. Das wir uns alle einleben mussten, war klar. Ebenso mussten sich die Pferde an das Klima gewöhnen welches dort herrschte. Im Sommer war es sehr warm und im Winter fror man selbst mit Pulli. Aber ich war es gewohnt. Ich kam schließlich aus dem Land und dem Ort. Ich kannte viele und ich wusste wie begehrt dort Arbeit war, also würden Stallburschen sich relativ schnell auffinden lassen. Ich würde mich demnächst nur noch auf die Pferdezucht konzentrieren und Smetti würde die Hufschmiede leiten. Es schien wohl sein Beruf zu sein.
      Ich führte Candypie in Richtung unserer Hufschmiede und band sie dort an. Nebenberuflich arbeitete Smetti momentan in einem Tommy Hilfiger Outlet, in dem er mit seinem Style sehr gut reinpasste. Candypie stand brav und ruhig da, bis ich meine Sachen zusammenpackte und mich neben ihr hinstellte um ihre Hufe zu säubern. Auf den ersten Blick sahen sie ganz okey aus, aber je mehr ich sie begutachtete, desto mehr sah ich zu bemängeln. Candypie hatte sehr sehr weiche Hufe, welche die Hufeisen nur mit Mühe trugen. Mir war es zu riskant sie mit den Hufeisen laufen zu lassen und so entschied ich mich für Hufschuhe. Candypie blieb ganz artig und brav stehen und ließ mich meine Arbeit machen ohne zu zucken. Ich schnitt ihr die Hufe nur minimal aus und raspelte dann ein wenig um die Form zu festigen. Das Feilen ging auch schnell von statten und ich konnte in aller Ruhe Hufschuhe in ihrer Größe suchen. „Irgendwo mussten die doch hier sein“, murmelte ich und kramte in diversen Kisten rum um verschiedene Modelle und Größen zu finden.
      „Hey du, rate mal wer wieder da ist“, schaute mir eine Grinsebacke durch das große Tor der Schmiede, welche mich gleich zum Lächeln animierte. „Mein liebster Arbeitskollege“, grinste ich und ging ein kleines Stück auf ihn zu. „Lief alles super. Erst war Classic Gold echt ängstlich und misstrauisch, fast schon biestig, als es um ihr Fohlen ging. Aber bis zum Ende hatte sie sich dann doch beruhigt.“ „Glück gehabt, hätte böse enden können. Vor allem, weil sie ja dank einem Vorbesitzer nicht gut auf Männer zu sprechen ist“, griff ich noch mal auf. Er nickte kurz und kramte dann in einer Kiste rum. „Das Modell müsste eigentlich Candypie passen, hat eine Stoßdämpfung und die Hufe können sich etwas erholen.“ „Ey, du hast verdammt gut gelernt, weißt du das“, lachte ich und klopfte ihm auf die Schulter. Obwohl er 2 Jahre älter als ich war, redete ich mit ihm wie mit einem Jüngeren. Wahrscheinlich einfach nur, weil ich seine Chefin war und autoritär wirken sollte. Er zog dem Schimmel die vier Hufschuhe an und es saß wirklich alles. Er hatte einfach ein Händchen dafür. „Wie sieht‘s eigentlich mal mit einem eigenen Pferd aus? Wäre das nicht was für dich?“, fragte ich zögerlich und blickte kurz zu ihm. Er kratzte sich etwas am Kopf und seufzte. „Weißt du Rachel, ich habe Angst dem Tier nicht gerecht zu werden. Besser ich kümmere mich bei dir um die Zuchtpferde und hab so eine Reitmöglichkeit, als dass ich eins hab, wo ich täglich hinterher muss und ihn selbst arbeiten muss oder sowas. Mir fällt das so einfacher“, sagte er und schien ein mulmiges Gefühl zu haben. „Schön okey, kannst dir auch gerne in ein bis zwei Monaten eins fest aussuchen und dann als Reitbeteiligung ohne Kostenbeteiligung nehmen. Würde mich sogar freuen“, grinste ich und lobte das Vollblut, das neben uns stand und löste den Strick vom Halfter. Candy lief noch sehr, sehr ungewohnt auf den Hufschuhen. Ihr Gang glich eher dem mit Transportgamaschen und brachte mich ein wenig mehr zum Lachen. Nach einigen Minuten ging sie ordentlicher und immer taktklarer, so wie wir es gewohnt waren. „Machst du grad Alinghi’s Hufe in der Schmiede und beschlägst sie mit normalen Hufeisen. Also im Prinzip das Ganze Paket? Sie wird die Saison noch laufen und nächste dann nur Trainiert werden von einem Trainer in Mazedonien“, erklärte ich noch kurz und ging mit Candypie einen kleinen Spaziergang um sie an die Hufschuhe zu gewöhnen. Obwohl sie noch nicht lange da war, blieb sie sehr ruhig mit viel Elan bei der Arbeit und Erfolgswillen.
      Nach unserem kleinen Spaziergang band ich sie vor der Box an. „Wir ziehen dir jetzt erst einmal die Dinger hier aus und dann kannst du ein bisschen auf die Weide.“ Ich zog ihr die Hufschuhe aus und band sie dann wieder ab. Ich fragte mich ob sie noch heller wurde, oder ihre paar Dapples bleiben würden, aber das war nun mal immer das Problem mit Schimmeltieren. Es war wie ein Überraschungsei. Candypie schaute noch ein wenig unsicher durch die Gegend, war aber nicht glotzig. Heute war einfach ein bisschen was los auf Chattahoochee Hills, da der Umzug bald Anstand und die Möbel allesamt schon rüber geflogen wurden. Mittlerweile war es auch schon 12 Uhr und ich würde nachdem Candypie auf der Weide stand, auf Smetti warten um mit ihm was zu essen. Mein Magen knurrte nämlich bereits schon. Ich machte mich auf dem Weg zum Wagen und wählte schon mal die Nummer. Ich hatte mich noch nicht in den Wagen gesetzt, da hatte ich ihn auch schon am Hörer. „Ich bin jetzt mit Alinghi fertig, sie hat mich einige Nerven gekostet, aber wir sind jetzt durch. Soll sie zu Deila auf die Weide oder zu wem soll ich sie stellen? Die Zicke meint mit mir auch grad den Affen zu machen und tänzelt rum…“ – „Stell sie zu Deila und Candypie. Bonbone ist ja momentan nicht da, da wird sie Chefin sein in der Herde. Balerinë hält sich ja eh eher alleine auf, wenn Bohne nicht da ist und fühl sich irgendwie bei den Großen weniger wohl. In Mazedonien kommen eh noch ein paar Stuten und ein Hengst dazu. Naja mindestens ein Hengst. Man weiß ja nie. Du kennst mich ja, ich gehe gerne Pferde kaufen… Aber ich muss definitiv reduzieren um mich auf die Zucht zu konzentrieren. In Mazedonien kommen nämlich noch zwei KWPN Hengste dazu. Einer ist ein fünfjähriger Scheckhengst bereits erfolgreich L-Platziert im Springen und der andere ein Falbhengst mit einer Dressurbegabung und erfolgreich momentan in der A-Dressur. Heißen ‚Lost Boy‘ und ‚Achter Tag‘. Unterm Reiter aber wahre Engel und auch im Umgang sehr angenehm. Achja, Alinghi kannst du ruhig mal eine geben, die braucht das manchmal. Oder zieh mal kurz am Strick damit die weiß, dass du da bist. Ich hol dich gleich an der Weide ab, wir gehen essen. Hab auch ein anderes Oberteil für dich dabei“, dann legte ich auf. Ich mochte ihn gerne. So als besten Freund. Naja vielleicht auch mehr, aber ich hatte immer Pech in der Liebe gehabt, als ob sich das ändern würde.
      Ich schaltete den Motor an und sah mit einem gekonnten Schulterblick hinter mich. Der Weg war frei und ich parkte in aller Ruhe aus. Ich ließ mir Zeit. Schließlich wusste ich wie weit der Weg zur Weide war. Doch das würde sich in Mazedonien ändern, dort hatte ich so viel Weideland meines Opas geerbt, das ich in der ganzen Umgebung des Hofes entweder bebauen oder als Weideland und Felder nutzen konnte. Was ich auch tun würde. Die Weiden waren grün aber eher von der mageren Sorte, sodass auch Kaltblüter dort problemlos den ganzen Tag draufstehen könnten. Aber dazu kam es wohl nicht. Ich hatte momentan andere Zuchtpläne.
      Und da stand er auch schon wartend auf mich. Kurz die Haare gerichtet und schaute mich mit leuchtenden Augen durch die Brille an. Würde ich stehen, wären meine Knie schon längst weich geworden. „Kommst du rein?“, rief ich durchs Fenster und schon lief er zur Beifahrertür. „Ist ja gut, bin ja schon da“, grinste er. „Wohin fahren wir jetzt eigentlich?“ „Zum Steakhouse, ich habe Hunger“, sagte ich trocken und er starrte mich nur an. Ich konnte mir das Lächeln nicht verkneifen. „Jaa, einmal. In Mazedonien wird es so qualitativ hochwertiges Fleisch nicht mehr geben“, lachte ich. Er lachte ebenfalls. Immerhin einer der sich freute. Abby war die einzige, die noch mit uns kommen würden, alle anderen verabschiedeten wir. Wir mussten uns auch neue Trainer suchen und einen neuen Tierarzt. Die langen Reisen würden zu viel Zeit beanspruchen. „Ich habe mir Gedanken gemacht, Smetti“, sagte ich ernst und strich mir eine Strähne aus dem leicht gebräunten Gesicht. „Worüber?“ Ich konnte seine Neugierde aber auch seine Ungewissheit fast schon spüren. „Über den Umzug. Ich habe sowohl Nephilim als auch Hendersin verkauft. Ich habe auch für zwei weitere Pferde zwei Interessenten, allerdings bezweifle ich, dass ich die Tiere verkaufe, da sie für die Zucht interessant sind. Ich spreche nämlich von ‚Deila‘ und unserem neuen Hengst ‚Achter Tag‘… Außerdem werde ich, denke ich, die Hufschmiede nicht mehr leiten. Ab und zu höchstens noch Hufe raspeln und Fehlstellungen bearbeiten, ansonsten wirst du dein eigener Herr sein. Du kannst auch die Preise ändern, wenn dir das lieb ist. Ich werde mich aber nun als Hufschmied zur Ruhe setzen und nur noch in der Pferdezucht tätig sein und hier und da mal Kellnern gehen oder in einem Café arbeiten.“
      „Aber du hast dir doch alle aufgebaut. Ich kann das nicht annehmen. Ich mach das nicht alleine… Wir sind doch ein Team.“ „Ja, aber mein Rücken hat leider ein paar Probleme gemacht und deswegen geht es nicht mehr“, wurde ich leiser und leiser. Er brummte nur kurz und schaute dann ruhig aus dem Fenster. Sein Blick war sehr nachdenklich. Der Weg zog sich in die Länge, weder Musik brachte die Stimmung ein wenig in die Höhe und ebenfalls redeten wir nicht mehr. Erst als wir ausstiegen, brachte er zwei Worte raus. „Ich mach’s.“ „Was?“ „Du hast schon richtig gehört. Ich mach’s“ Ich konnte meine Freude kaum fassen. Ich sprang dem jungen Mann fast in die Arme, so sehr freute ich mich auf sein Einverständnis. „Longierst du später Maekja, dann mach ich noch ein bisschen Bodenarbeit mit Rohdiamant. Der wird nächstes Jahr auf einer Show präsentiert, wenn er soweit ist.“, Er nickte grinsend. „Mach ich“, und dann nahm er mich einen Moment lang in den Arm. Ich genoss diesen Moment. So viele Gefühle die in mir hoch schossen und mein Herz, das bis zum Hals schlug. Es war ein verdammt guter Moment. Doch genauso schnell wie er angefangen hatte, hörte er auch auf. „Lass uns reingehen. Wir haben Hunger“, grinste er wieder und hielt mir die Tür auf. Wir bestellten einen Tisch für 2 und unterhielten uns, bis das Essen gebracht wurde. Es schmeckte bestens.
      Besuch bei Bonbone
      „Der Flug steht schon ein wenig länger fest.“ „Und warum hast du mir nichts davon gesagt? Ich mein, du bist eine Woche in Dänemark, was ist hier mit deinen Pferden?“ Sein Blick bohrte sich gerade so in mein Gesicht. „Ich habe den Plan für die nächste Woche schon in den Stall gehängt. Abby hilft dir dabei und Stella, Simons‘ Ex reitet in der Woche dann die Pferde, wäre lieb, wenn du meinen die Hufe machen könntest. Sind hauptsächlich Barhufer und vielleicht 2-3 Hufeisen anzunageln. Darf ich jetzt meinen Koffer weiter packen?“ Irgendwie kotzte es mich an, dass er mich jetzt kontrollieren wollte. Einerseits verstand ich ihn aber schon. Ich hatte es keinem gesagt, nicht mal den Hofarbeitern. „Nein! Ich find das unfair! Ich will auch mit. Ich sag einfach den Job als DJ in der Bar ab und komm vorbei.“ „Smetti, nein! Ich flieg nur hin um Bonbone die Hufe zu machen, da hatte mich Anabell drum gebeten und ich wollte ein wenig Zeit mit ihr verbringen, weil sie demnächst zur Krönung soll und dann wieder heimkommt. Sie wird direkt nach Mazedonien geflogen. Ich werde alleine fliegen!“ Die Stimmung wurde immer schlechter. „Fährst du mich bitte zum Flughafen?“ „Ja.“ Wir gingen die Treppe gemeinsam runter, sprachen jedoch nicht mit einander. Den Koffer hievte auch er alleine in den Kofferraum. In der Zwischenzeit setzte ich mich auf den Beifahrersitz und nahm mir ein Kaugummi aus der Lehne in der Mitte. Auch während der Fahrt schwiegen wir. Er war nicht wütend, eher enttäuscht. Auch am Flughafen war unsere Stimmung eher geknickt und ruhig als aufgeschlossen wie sonst. „Pass gut auf dich auf“, sagte er geknickt und nahm mich in den Arm, als wolle er mich nicht mehr loslassen. „Mach ich“, flüsterte ich und gab ihn einen Kuss auf die Wange. Noch einmal atmete ich seinen Geruch ein. Er würde mir die Woche über fehlen, aber ich musste meine kleine Zicke endlich mal wiedersehen. Er gab mir noch einen sanften Kuss auf die Stirn ehe ich den Weg zum Flugzeug antrat. Ein kurzer Blick über die Schulter und man zauberte mir ein Lächeln ins Gesicht. Ich bekam Gänsehaut als ich den Sitz im Flugzeug belegte und versuchte mich mit Kopfhörern in den Ohren von den ersten Startturbulenzen abzulenken. Ich hasste es zu fliegen…ebenso wie ich es hasste lange Strecken zu fliegen. Irgendwie würde ich das ganze schon überstehen. Und so war es auch. Ich hatte den Flug gut überstanden und war nun auf Dänemark, nahe dem Isländergestüt auf dem Bonbone stand. Im Flugzeug ereilte mir die Nachricht, dass unser erster Myzequeahengst Zot die Kolik nicht überstanden hatte und ich war zugegebenermaßen am Boden zerstört… Aber ich musste weiterdenken. Weiterleben. Gott schenkte und nahm einem das Leben, so wie er es wollte. Ich seufzte als ich den Hof von Anabell betrat und wie üblich zur Wattweide, wo Bonbone beherbergt wurde. Ich suchte mit meinem Blick die Weide nach dem Braunen Getier ab, fand es auch gleich. Ich pfiff kurz und schon reckten sich die Ohren nach vorne. Aber das war es auch. Sie hatte sich also nicht wirklich verändert. Sie war noch immer die alte Zicke. „Bohne“, zielsicher stapfte ich auf sie zu nahm sie ans Halfter. Okey, zumindest das hatte sich geändert. „Ich habe dich vermisst, mein Baby“, grinste ich kurz und klopfte ihr kurz den Hals. „Du bekommst heute die Hufe gemacht“, erzählte ich ein wenig und führte sie in die Stallgasse, wo ich Bohne rasch anband und meine Instrumente aus dem Koffer packte. Das Hufegeben hatte sich auch stark gebessert und erleichterte mir gerade einiges an Arbeit. Ich war nur hier um die Hufe ein wenig zu kürzen und zu raspeln. Am Ende feilte ich sie auch noch und gab Bonbone ein Leckerli aus Erdnussbutter, damit sie auch ein Erfolgserlebnis erlebte. Sie wieherte schrill und ich lächelte. Ich hatte sie mehr als vermisst. „Hey du“, lauschte ich einer mir bekannten Stimme und hob den Kopf. „Na du, lange nicht mehr gesehen.“ „Ja, das stimmt. Wie geht es dir? Wie läuft es mit der Zucht?“, fragte sie neugierig und freute sich wirklich mich zu sehen. „Naja, eben ereilte mir die Nachricht, dass Zot die Kolik nicht überlebt hat. Mein Grundstein ist weg… Aber die anderen waren bei meiner Abreise wohl auf. Und wie geht es Kjarkur und Slaufa bei euch?“ „Das ist weniger gut. Komm mal her“, sagte sie und gab mir eine Umarmung. Das war es was ich gebraucht hatte. Vielleicht eher von Smetti als von ihr, aber er war ja leider nicht hier. „Danke.“ „Kein Problem“, lächelte sie kurz. „Kjarkur ist schon Vater von ein paar Fohlen und Slaufa hat sich prächtig entwickelt“, grinste sie. Wenn du magst, kannst du ihn auch gerne mal besuchen. Komm ruhig mit.“ Und schon machten wir uns auf dem Weg zu Kjarkur und Slaufa mit Bonbone. Sie wieherte so fürchterlich häufig, dass es mich fast schon nervte. „Jetzt hör doch mal auf, du Elephant“, moserte ich rum und Bella nahm Slaufa von der Weide. „Lass uns einen Spaziergang machen. Dann können wir noch ein wenig plaudern.“
      „Was bin ich froh, dass du wieder da bist.“ Endlich war ich wieder zuhause bei Smetti, bei meinen Pferden und trotzdem hatte ich noch keinen Abschied von meinem Hengst genommen. Aber die anderen Pferde halfen mir dabei schon ziemlich, denn ich musste weitermachen. „Komm wir gehen ausreiten, ich erzähl dir, wie es in Dänemark war“, und schon machten wir uns auch auf den Weg in den Stall. „Welches nimmst du Rachel?“ „Croatoan, mein faules Lieschen. Die wird immer fetter. Ich weiß gar nicht wie sie im letzten Turnier noch auf dem Siegertreppchen landen konnte“, ich musste Lachen und steckte auch Smetti damit an. „du bist fies“, lachte er und schaute sich um. „Dann nehme ich…puh. Soviel Auswahl steht ja gar nicht. Kann ich Sweety nehmen?“ Die Frage klang ziemlich zögerlich. „Klar, hol sie dir und mach sie fertig. Bis dahin sitze ich dann im Westernsattel und komm im Schneckentempo dann vorbei.“ Er lächelte und ich grinste kurz. Croatoan war einfach verdammt faul. Anders kann man das nicht nennen. Ich wanderte zur Weide und sah mich nach der Bay Roan Stute um und fand sie liegend und fressend auf der Weide unter einem schattenspendenden Baum. „Du faules Stück“, murmelte ich und nahm mir das Halfter vom Haken. Bald würden alle eine neue Ausrüstung bekommen auf dem Hof, zumindest, wenn wir in Mazedonien angekommen waren. „Tony!“, rief ich und die Stute riss den Kopf hoch und sah aufmerksam zu mir rüber. Nur sehr langsam rappelte sie sich auf und schüttelte den Staub aus ihrem hellen Fell. „Komm her du Fettsack“, grinste ich und lächelte das pummelige Pony an. Langsam stapfte sie auf mich zu uns legte erst mal ihren Kopf an meinen Körper und wir schmusten ein bisschen ehe ich ihr das Halfter anlegte und sie zum Stall führte. Ich machte sie rasch fertig nach dem langen Putzen und legte ihr auch die grünen Gamaschen an. Dann stieg ich auch schon auf. Genau in diesem Moment kam mir Smetti auf dem Schimmel schon durch die Stallgasse entgegen. „Und du bist nicht mal losgeritten“, grinste er mich an und ich trieb Croatoan an. Im Schritt ritten wir eine kleine Runde um den Hof. An manchen Stellen trabten wir auch, aber hauptsächlich waren wir im Schritt unterwegs, damit ich in aller Ruhe von der Woche in Dänemark erzählen konnte. „Bonbone hat sich super gemacht. Unterm Reiter nimmt sie wie vorher auch schon die feinsten Hilfen an, hat dabei aber keinen starken eigenen Kopf mehr wie vorher. Sie kooperiert endlich mit dem Reiter“, erzählte ich mit aller Freude. „Das freut mich so sehr für dich“, lächelte er mich an und gab der ruhigen Schimmelstute eine kurze Parade. „Ich bin stolz auf dich Smetti.“ „Warum?“, fragte er etwas verwirrt und sah mich an. „Weil du ganz schön beim Thema reiten hinzugelernt hast.“ Wir ritten wieder zurück zum Hof und spritzten die beiden Pferde ein wenig ab um auch sie von der Hitze ein wenig zu erlösen. Dann brachten wir die Pferde gemeinsam auf die Weide für den Rest des Tages.
      Die Tage des Umzugs waren gezählt. Heute würden die ersten Pferde ihren Weg in die neue Heimat machen und ich würde mit ihnen fliegen. Der Transport würde etwas länger dauern als vorher geplant aber anders würde es wohl nicht gehen. „Nimmst du bitte Sweety Candypie? Sie kann direkt mit rüber fliegen. Der Tierarzt und der Zahnarzt haben sie ja schon besucht und haben auch das Ok gegeben, das sie fliegen darf. Mit ihr gehen Alinghi und Croatoan. Die anderen müssen noch verbereitet werden. Obwohl, statt Croatoan geht dann doch lieber Deila mit. Das Pummelchen hat ihre Füße noch nicht gemacht bekommen…“, sagte ich zu Abby und Smetti die mir aufmerksam zu hörten. „Was ist mit Cleavant? Oder Itaque?“, hakte Abby noch einmal kurz nach. Ich dachte einen Moment nach, eigentlich könnten die beiden mit. Wären da nicht die Hufe. „Nein, ich mach denen noch die Hufe, dann kommen die mit. Acacia wird auch direkt von der Vorbesitzerin nach Mazedonien verschifft. Das ist dann auch aus dem Kopf. Classic Gold und Classic Spring sehen heute dann auch noch das neue Zuhause. Das wäre dann der erste Rutsch. Der zweite Rutsch kommt dann in zwei Tagen. Meine Cousine empfängt drüben die Pferde und versorgt sie dann bis wir alle da sind.“ Die beiden nickten und machten sich dann auch schon vom Acker. „Das wird noch stressig“, murmelte ich und machte mich auf den Weg zu unserem Mixpony ‚Cleavant ‚Mad Eyes‘‘. Er war noch nicht wirklich lange bei uns, 1-2 Monate vielleicht, aber Valerie kümmerte sich super um ihn. Sie nahm am Reitunterricht teil, ging mit ihm spazieren und betüddelte ihn den ganzen Tag. Ab und an setzte sie sich auf die Weide und sah ihm beim Grasen zu. Sie waren das Dreamteam schlecht hin. „Val? Magst du zuschauen wie ich Cleavant die Hufe mache?“, rief ich in die Stallgasse entlang und die 17-Jährige kam mir lächelnd entgegen. „Klar, warum nicht?“, grinste sie. „Was bekommt er denn?“ „Erstmal die Kontrolle und dann evtl Hufeisen. Wobei ich nicht weiß ob er die überhaupt braucht.“ „Okey.“ Gemeinsam gingen wir zu Cleavant und nahmen ihn aus der Box. Er stand auf Spähnen aufgrund seiner Heu/Stauballergie und bekam morgens und abends einen großen Haufen nasses Heu, damit auch er die passende Heuration bekam und ein wenig Beschäftigung über die Nacht hatte. Zudem kam noch, dass er eine Paddockbox hatte und immer wieder raus könnte um frische Luft zu schnappen. Val nahm den jungen Hengst schon einmal aus der Box und ich ging währendessen in die Schmiede um meine Ausrüstung zu schnappen und wieder zu den beiden zurück zu kehren. Val und Cleavant passten perfekt zusammen und sie hatte ihn schon blitzeblank geputzt und auch schon die Hufe ausgekratzt. „Danke“, lächelte ich und sie ging zur Seite. Seine Hufe waren etwas zu kurz, aber dennoch ziemlich hart, so dass ich sie nur kurz begradigte und ein wenig raspelte. Ich feilte auch noch mal kurz drüber und ließ ihn dann von Val vorführen, sowohl im Schritt und Trab. Er lief gut. „Soll er Hufeisen bekommen oder nicht?“, fragte sie mich noch einmal und ich starrte kurz Löcher in die Luft. „Nein, die Witterungszustände im Gebirge auf der Weide sind ganz in Ordnung, die braucht er da nicht. Und auch sonst sind weniger Asphaltierte Straßen in Mazedonien zu finden…“, ließ ich meinen Gedanken freien Lauf. „Wenn du magst gebe ich dir grad eine Stunde Unterricht auf ihm. Sie nickte und ging rüber in die Sattelkammer während ich bei Cleavi stehen blieb. Er war eines der treuesten Pferde auf dem Hof und wie geschaffen für Val. „Sollen wir ihn jetzt schon rüber fliegen oder möchtest du ihn erst später rüber fliegen lassen, wenn die letzten den Hof verlassen?“, fragte ich noch einmal nach. Schließlich war es fast ihr eigenes Pferd mit dem sie machen konnte, was auch immer sie wollte. „Was macht denn Merita mit den Pferden, wenn sie auf sie aufpasst?“, fragte sie misstrauisch. Aber ich kannte ja meine Cousine wie meine Westentasche. Sie würde genau das machen, was ich ihr sagen würde. „Nichts, zumindest nichts außer sie regelmäßig füttern, raus und wieder reinstellen. Ich vertrau ihr da sehr.“ Val nickte kurz und überlegte während sie aufstieg. „Reite ihn erst einmal ein wenig warm im Schritt. Dann kannst du ihn antraben.“ Val ritt ihn gute 15 Minuten im Schritt warm ehe sie ihn antrabte. Er reagierte auf sehr feine Hilfen und hatte manchmal Mühe Valerie’s unruhiges Bein zu verstehen. „Geh mal auf den oberen Zirkel und bau in der oberen Hälfte einen Trab-Schritt-Trab-Übergang ein und wenn das einigermaßen sitzt, dann galoppierst du ihn ein wenig an.“ Sie nickte und gab sich alle Mühe ihm die Hilfen gut umzusetzen, schaffte es aber nicht ganz so gut. „Setz dich ein wenig tiefer in den Sattel, wenn du durchparierst und versuch dein Bein ruhiger am Pferd zu halten. Die nächste Stunde geht’s wohl wieder an die Longe. Sitzschulung“, grinste ich und auch wieder versuchte sie das umzusetzen, was ich ihr anriet. „Aber er versteht die Hilfen nicht“, maulte sie ungeduldig rum. „Wegen deinem unruhigen Bein“, wiederholte ich abermals. „Warte, ich geh die Longe holen“, sagte ich und machte mich schon auf den Weg und verließ den Reitplatz. „Reite ihn erstmal im Schritt und geh ein paar Bahnfiguren bis ich wieder da bin.“ „Alles klar“, sagte sie und parierte den Braunen durch. Ich beeilte mich um wenig Zeit zu verlieren, damit sie nicht nur Schritt ritt und kam nach 5 Minuten wieder am Reitplatz an und nahm den jungen Hengst an die Longe. Zunächst im Trab und dann im Galopp ließ ich sie einige Übungen machen, damit ihr Bein ruhiger anlag und führte das gut 30 Minuten durch. Die Zeit verging wie im Fluge und je mehr sich Val anstrengte, desto mehr blieb ihr Bein auch ruhig. Die nächste Zeit kam sie wohl öfter an die Longe, wenn wir in Mazedonien sein würden. Heute würde wohl auch noch Cleavant ‚Mad Eyes‘ noch mit nach Mazedonien fliegen.
    • sadasha
      Ehemalige Pflegeberichte Teil 2
      Ein Auftrag in Norwegen
      Smetti saß gerade im Büro und heftete bearbeitete Aufträge in die verschiedenen Aktenordner. Die ganzen Aufträge lagen vor ihm auf dem Bürotisch, verstreut bis in die hinterste Ecke und er hatte es sich genau Heute vorgenommen, alles zu sortieren, da uns nur noch wenig Zeit hier in Canada blieb, bis wir endgültig von diesem Kontinent verschwanden. „Wo war das andere davon?“, maulend suchte er das zugehörige Blatt zu seinem letzten Auftrag. „Ich frag einfach Rachel nach dem Blatt, die weiß eh alles…“, murmelte er und griff nach seinem Smartphone und entdeckte einen entgangenen Anruf einer unbekannten Nummer. Nicht einmal die Vorwahl kannte er. „Erst rufe ich Rachel an und dann kümmere ich mich darum.“ Beep. Beep. Beep. „Was gibt’s?“, fragte ich gefasst auf seine Frage. „Weißt du, wo das andere Blatt zum Auftrag hin ist? Ich finde das nicht.“ „Schau mal unter den Ordner“ Kurz darauf fand Smetti das Blatt und heftete auch dies ab ehe er noch einmal zum Telefon griff und die unbekannte Nummer wählte. „Nicolaus du Martin. Freut mich, dass sie zurückgerufen haben. Wir haben einen Stall in Norwegen und eines unserer Pferde bräuchte einen neuen Duplo-Beschlag. Wäre es möglich in näherer Zukunft vorbeizuschauen?“ Smetti brauchte einen Moment zum Nachdenken und zum Durchdenken der Termine für die nächste Woche. „Hm, ich würde den Flug morgen nehmen und wäre so gegen 15 Uhr bei ihnen und ihrem Hengst. Den Rest klären wir dann morgen.“ Der Kunde am anderen Hörer stimmte zu und legte kurz darauf auf. Dann rief er mich noch einmal an und erzählte mir, dass er den Flug in der Frühe buchen würde und jetzt noch Croatoan die Hufe machen würde. Ich antwortete ihm, dass das wohl klarginge und ich hoffte, dass er rechtzeitig wieder da sein würde, weil wir noch einiges zu tun hatten und ich gerade auf Candypies Rücken saß um sie in der Dressur zu fördern und gegenfalls ein paar Übergange zu üben wie den Stand-Schritt und den Schritt-Stand um sie langsam fortzubilden, bis wir in der neuen Heimat auf Hochtouren trainieren würden. Denn vor uns lag eine weitere Saison voller Turniere und die Möglichkeit mit Haustrainer zu arbeiten und voran zu kommen. Smetti machte sich also auf den Weg zur Weide um das Roan Getier zur Schmiede zu führen und wie immer, dauerte es so seine Zeit, da Tony einfach verdammt faul war. Auf den Turnieren musste man sie richtig überzeugen und wüsste man bei uns am Stall nicht, wie wir sie motivierten, so würde man uns höchstwahrscheinlich Doping vorwerfen. „Komm schon du Trantüte. Geht das nicht schneller?“, moserte Smetti rum. Auch er hatte heute keinen wirklich guten Tag gehabt und ihn nervte Croatoan’s langsame Art. Sie lernte zwar schnell, bewegte sich aber fast schon in Zeitlupe. So schleichend wie sie sich auch bewegte, war er froh, wenn er sie in der Reitstunde mitreiten konnte um sich durchzusetzen. „Weißt du was Tony? Ich setz mich einfach auf dich drauf“, entschlossen blieb er stehen und mit ihm auch sie und sah ihn nur verwundert an, als er ihr auf den Rücken sprang. „So ist’s fein“, lobte Smetti sie und trieb die Stute energisch vorwärts. Gleich schritt sie auch schneller voran und sie erreichten die Schmiede schneller als zu Fuß. „Geht doch. Ich glaub ich mach das auf dem Rückweg auch…“, murmelte er und band Croatoan an beiden Seiten an. Da sie sowieso stehen blieb und gleich wahrscheinlich dösend dastand, würde es so oder so keinen Unterschied machen. Der junge Hufschmied kratzte ihr erst fein säuberlich die Hufe und schaute sie sich genau an. Er kontrollierte bis hin zu den Trachten und schnitt dann ruhiger Hand aus. Sie hatte ein wenig lange Hufe und so schnitt er mehr aus als normal und raspelte sie dann in zurecht. Wie vorhergesagt döste die junge Stute bereits und Smetti hatte seine Arbeit bereits getan. Mit dem Klicken beim Öffnen der Stricke, öffnete auch unsere kleine Schlafmütze ihre Augen und sah Smetti müde an. „Ach komm schon“, lächelte er und begann die Schlafmütze zu kraulen. „Was hätte ich nur ohne dich gemacht.“ Ein paar Momente später saß er auf der Stute und trieb sie wieder zur Weide um endlich für heute Schluss zu machen. Er musste noch Sachen zusammenpacken und morgens in der Frühe aufstehen.
      „Tschüss meine Kleine“, lächelte er mich an und gab mir wie immer einen Abschiedskuss auf die Stirn. Es war so unser ‚Ritual‘ geworden und es schmerzte immer ein wenig wenn er mit einer dieser Maschinen losflog um seine Arbeit zu erledigen. Dieses Mal waren es gut 5800 km bis nach Norwegen und ich machte mir, glaubte ich zumindest, mehr Sorgen als er. Auch wenn ich später auf Magic Attack noch einen Ausritt machte und Abby auf Acacia mitnahm, würden meine Gedanken wohl nur um das Wohl meines Freundes drehen.
      Während des gesamten Fluges hörte er seine Playlist rauf und runter und schlief eigentlich die meiste Zeit mit den Kopfhörern in den Ohren. In Norwegen angekommen, mietete er sich erst einmal einen Jeep um mobil zu sein, morgen würde er auch wieder zurückfliegen, also wurde es nicht ganz so teuer mit dem Mietwagen. Schlafen würde er in einem günstigen Motel und auch sonst beschränkte er bei seinen Aufenthalten die Zeit auf das geringste. Er hatte jetzt noch gute 3 Stunden auf den langen Straßen Norwegens vor sich bis er die Tyrifjord Ranch erreichen würde um zu seinen heutigen Kunden zu stoßen. Auch die Fahrt gestaltete sich eher unkompliziert, nur eben verdammt langwierig. Hier und da erspähte er mal einen Elch und anderes Wild, ließ sich davon jedoch nicht ablenken. Nach langer Fahrt sah er die kleine Einfahrt vor sich und lenkte den Wagen hindurch um auf dem Parkplatz zu halten. Einen Moment genoss er noch die Ruhe und vergaß den Stress den ihn zuhause wieder erwartete. „Nur noch zwei Wochen, dann ist der Stress vergessen“, murmelte er und begab sich aus seinem Wagen, packte seine Sachen zusammen und machte sich auf die Suche nach Nicolaus du Martin aka Nico und ging erst einmal zum Haupthaus rüber, fand ihn dort aber nicht. Da er sich ein wenig schlau gemacht hatte über die Ranch, wusste er, dass dies ein Trainingshof war und versuchte es am Reitplatz. Dort wurde er auch fündig und sah wie er einen Norweger gerade abritt. „Ist das der Hengst, der neue Hufeisen braucht?“, fragte Smetti direkt und recht unvorsichtig dem Unbekannten gegenüber. „Sie haben aber recht schnell den Weg nach Norwegen zu unserer Ranch gefunden, aber leider muss ich Sie enttäuschen. Der Hengst steht gerade noch in seiner Box dort hinten im Stall. Ich bin in 5 Minuten fertig und bringe den Wallach hier auf die Weide, dann komm ich zu ihnen und bleibe bei Marid, weil er ziemlich irre ist.“ „Alles klar, ich mache mich schon mal auf den Weg zur Box und bereite meine Utensilien vor, bis gleich“, gab Smetti von sich und packte dann seine Sachen um den Stall zu betreten. Sie beherbergten hier viele verschiedene Rassen und hatten zwischendurch auch ein paar Wallache untergebracht und während er sich Gedanken machte, kam Nico auch schon vorbei um den aufgebrachten Hengst aus seiner Box zu führen. Für Smetti würde dies hier zu einer Herausforderung werden, hoffte aber inständig, dass er und das Pferd alles gut überstehen würden. Unruhig tänzelte Marid auf der Stelle und blähte Smetti gegenüber die Nüster, ehe er einmal schrill wieherte. „Ruhig jetzt!“, sagte der Mann barsch gegenüber seinem Hengst und ließ ihn zurückweichen. Der Hengst brauchte wohl die starke Hand und so blieb Nicolaus du Martin die ganze Zeit über bei Smetti und Marid und unterhielt sich mit dem jungen Hufschmied. „Wie kamen Sie eigentlich so jung an eine eigene Hufschmiede?“, fragte der werte Herr etwas barsch, doch das machte ihm nichts. „Meine Chefin hat sie mir übergeben, sie hat sich nun auf die Pferdezucht spezialisiert und zieht ihr Ding durch. Ich habe mit der Hufschmiede und unserem Umzug schon genug zu tun.“ „Kann ich verstehen. Wohin geht’s denn?“, Smetti hatte seine Neugierde geweckt. „In die Heimat meiner Freundin Rachel. Wir ziehen auf einen neu erbauten Hof in Mazedonien, nahe der Hauptstadt Skopje“, lächelte Smetti und nahm dem unruhigen Araber die alten Beschläge ab. „Achso, das Land ist mir nicht gänzlich unbekannt. Es liegt doch im Balkan oder?“ „Jap, das schon. Grenzt an Serbien, Albanien, Kosovo und Griechenland.“ Smetti hatte alle Mühe sich seine Hufe anzuschauen, da der Hengst zappelte wie eh und je. „Interessant“, sagte Nico und beruhigte, während Smetti die Hufe kürzte und anschließend raspelte, seinen Hengst. Das Feilen gelang ihm trotz Aufregung, nur beim Aufnageln der neuen Duplobeschläge gab es ein paar Komplikationen, aber auch die meisterte Smetti hervorragend. „Ich bin dann fertig.“ Smetti wischte sich etwas Schweiß von der Stirn und wischte es sich an der Schürze ab. „Der Kerl hat jetzt neue Duplo-Beschläge der Standartreihe und hat tolle Hufe.“ „Tut mir leid für die Komplikationen, er ist etwas sehr anstrengend, wobei es sich aber auch schon gelegt hat.“ Smetti sah ihn verwirrt an. „Er war schlimmer?!“ „Jap, mit mir in der Nähe geht es ja noch, aber ohne mich dreht Marid ganz ab.“ „Hallelujah“, murmelte der Hufschmied und packte seine Sachen zusammen. Nicolaus brachte in der Zeit Marid wieder in die Box. Smetti stellte noch eine Rechnung aus und machte sich dann ab. Er brauchte den Schlaf, schließlich hatte er morgen wieder einen langen Tag vor sich. Der Flug und dann wieder die Arbeit auf dem Hof mit dem Umzug und alles, all das würde wieder Stress bedeuten. Den Flug zurück würde er gut hinter sich bringen.

      Tausend Sterne am Himmel
      „Meinst du Rising Star könnte gegen Ende der Woche zusammen mit Croatoan, Classic Gold, Classic Spring, Calorro und Riverside mit rüber fliegen? Also Calorro nur wenn Rising Star auch mit rüber fliegt“, fragte mich Smetti und ich schaute ihn nur nachdenklich an. „So an sich eigentlich schon. Nur würde ich den beiden dann heute noch die Hufe machen, wenn es geht. Riverside bräuchte auch neue Aluminiumeisen.“ „Ich habe hier immer so viel zu tun mit deinen Pferden. Kannst du denen nicht selber die Hufe machen?“ „Also langsam nervt mich deine Maulerei. Ich muss die Pferde trainieren die heute auf dem Plan stehen: Candypie, Balerinë, Silberstern, Attentivenly, Meister Propper, Born to Die und Itaque. Von den Fohlen ganz zu schweigen! Ich denke ich hab da einiges mehr zu tun als du!“ Ich hasste es mit ihm zu streiten, aber er musste einsehen, dass ich ebenfalls viel zu tun hatte und ob ich jetzt drei Pferden die Hufe mache oder gut 10 zu versorgen und trainieren habe ist dabei aber ein ganz großer Unterschied. „Ist okey, ich mach als erstes Risa und Calorro…“, grummelte er wütend und ging in die Küche. Unsere Möbel blieben allesamt hier und würden für einen Nachmieter da sein. Er machte sich einen Kaffee zum Mitnehmen und verließ dann mit einem lauten Knall die Tür. „Penner“, murmelte ich und zog mich rasch um. Wir hatten gerade mal 9 Uhr und so fing der Tag schon an. Der Stress tat uns beiden nicht gut. Das konnte noch was werden...
      Ich nahm mir als erstes Balerinë zu Herzen, denn sie war noch immer sehr übermütig im Handling. Die Rappstute neben mir ging schnellen Schrittes fast vor mir und ich musste sie immer wieder rückwärtsrichten. Irgendwann würde sie es schon lernen. Immerhin blieb sie beim Putzen stiller als all meine anderen Pferde. So beruhigte sie mich auch gleich damit. Heute wollte ich sie nur ein wenig in den Grundgangarten in verschiedenen Bahnfiguren reiten, da sie etwas schwieriger wurde, sobald bei ihr die Rosse einsetzte. Und das war gerade der Fall. „Na komm schon“, murmelte ich und gab ein wenig mehr Druck auf die Zügel, da sie sich gerade quer stellte. Nach mehr maligen ziehen konnte ich sie dann doch überreden mir in die Halle zu folgen in der sich gerade Nicolaus, unser Trainer, mit Meister Propper ein wenig Warm ritt. Mich wunderte es nicht, dass Bali sich da nicht rein begeben wollte. Aber wenigstens im Schritt musste sie ein wenig durchhalten. Ich gurtete kurz nach und schon wurden Meister Propper die Ohren angelegt und gedroht was das Zeug hielt. „Hör jetzt auf!“, motzte ich Bali an und war kurz davor ihr eine zu donnern. Nico behielt den Fellponyhengst vorsichtshalber nur auf dem Oberen Zirkel, damit ich sie auf dem unteren Zirkel ein wenig warm reiten konnte. Als ich richtig mit der Arbeit anfangen wollte, verließ Nico die Halle vorsichtig. Nun hatten wir die Halle wieder ganz für uns alleine, bis Smetti bei uns rein schlich und mich zum Halleneingang bat. „Könntest du vielleicht Riverside und den anderen selbst die Hufe machen? Ich habe gerade einen Auftrag hier in Canada bekommen und müsste wohl heute dorthin für Zwei Hengste. Würde uns ja auch wieder Geld reinbringen in die Kasse.“ Während er sich weiter rechtfertigte oder es zumindest versuchte hatte ich meine Entscheidung schon längst fest beschlossen. „Fahr hin“, lautete meine kurze Antwort und er sah mich nur etwas verwirrt an. „O-ok“, brachte er vorsichtig raus und nahm meine Entscheidung lieber hin als diese zu hinterfragen bevor ich mich doch um entschied. „Ich pack dann gerade die Sachen und hoffe, dass ich bis morgen früh wieder da bin und dir dann bei allem helfen kann“, sagte er mir und gab mir einen Kuss, den ich ein wenig genoss auch wenn wir uns gerade erst gestritten hatten. „Bis dann, mein Großer.“ Während ich versuchte Balerinë die Schlangenlinien schmackhaft zu machen, füllte Smetti alle möglichen Vorräte des Trucks auf und machte sich dann auf den Weg zu seinem neuen Kunden Svejn. Die Fahrt alleine schon dauerte ein paar Stunden bis er überhaupt die Gips Reminder Ranch erreicht hatte und machte sich dann auf die Suche nach dem Besitzer und seinen Pferden. Die Ranch war mehr als riesig und beherbergte viele Reit und Zuchtpferde. Die Suche nach seinem Kunden erleichterte es aber definitiv nicht. Smetti wusste weder wie er noch wie seine Pferde aussahen und zum anderen auch gar nicht wo diese standen um dort auf ihn zu warten. Bis dann ein Mann mittleren Alters in einem Rolator angefahren kam. Seine schwarzen Haare waren zu einem Zopf gebunden und die Seiten waren rasiert, ähnlich kurz wie meine, nur, dass ich einen Undercut besaß. „Sie müssen der Hufschmied sein“, sagte er etwas grimmig dreinschauende Mann und bei genauerem beobachten sah ich das der Mann eine Schiene am rechten Schienbein trug und wohl nicht auftreten konnte. Gekleidet war er ganz in Schwarz und würde Rachel ihm wohl in der Nacht begegnen hätte sie wohl eine Heidenangst gehabt. Aber das hatte sie ja öfter. „Ich bringe sie dann gerade zu meinen zwei Hengsten“, grummelte er und Smetti fühlte sich nicht gerade wohl, da er Svejn nicht einschätzen konnte. „Bekommt Verena nicht auch ein Pferd von ihnen wieder?“, fragte er den jungen Mann und schaute ihn neugierig an. „Ja, woher wissen sie davon? Der Anhänger ist auch schon mit dem Pferd geladen auf dem Hof. Ich hatte Verena vorhin Bescheid gegeben, dass sie sie ausladen soll. Das Pferd hasst mich. Die einzige, die sie irgendwie von Weide zum Stall bringen konnte war Rachel und das auch nur, weil sie konsequenter ist und sich nicht unterbuttern lässt von ihren Pferden…“, sprudelte es nur so aus Smetti heraus. Svejn grinste nur und schmunzelte. „Dann habe ich ja richtige Schätze.“
      Ich hatte mich bereits mit Balerinë auseinandergesetzt und sie auf die Weide zu Acacia, Born to Die und Croatoan gestellt um mich dann um Silberstern zu kümmern, welchen ich heute ein wenig ausritt. Er machte sich super unterm Sattel, sehr gelehrig und auch sonst zeigte er sich super kooperativ. Abby ritt zurzeit Candypie auf der Bahn und versuchte die Runde immer schneller zu absolvieren.
      Smetti hatte sich in der Zeit schon mit Smaug beschäftigt und ihm seine Hufe gekürzt. Smaug war währenddessen ganz ruhig geblieben und schaute nur hier und da mal zu dem Hufschmied herunter. Auch beim Feilen am Ende schaute der Hengst wissbegierig dabei zu wie ihm die Hufe gefeilt wurde, ähnlich einer Pediküre beim Menschen. Der zweite Hengst war Thjalfe, ein komischer Mix aus Warmblut und Shire horse, dass Smetti so noch nicht gesehen hatte, wobei er einen Weideunfall vermutete. Auch er war so gelassen wie Croatoan, zumindest waren sie von der Gelassenheit sehr vergleichbar. Auch seine Hufe waren gut in Form, nur beschlich Smetti ein unangenehmer Verdacht einer schleichenden Strahlfäule und beim Kürzen der Hufe fiel es ihm immer mehr auf. Er machte die Hufe rasch fertig und lief zum Auto um eine Salbe gegen Strahlfäule zu holen. Diese sollte Svejn 2x täglich auf die Hufe schmieren, dann sollte das wieder im Griff sein. „Ich stelle ihnen die Rechnung aus und mache mich gerade auf die Suche nach Verena.“ Svejn nickte und warf einen Blick auf die Rechnung, welche Smetti ihm ausgestellt hatte. Während Smetti nun Verena suchte, brachte ich Silberstern in die Box und rief kurz bei Smetti an. Es klingelte eine Weile bis er dranging und auch unsere Unterhaltung fiel eher kühl aus. Er hatte Raised from Hell mitgenommen um sie dort abzusetzen und Wolfs Bane nach dem Einreiten wieder mitzubringen. Ich wusste auch nicht was er dort so lange tat. Klar waren die Hin- und Rückfahrt ziemlich lang, dennoch wusste ich irgendwoher, das alles länger dauern würde als gedacht. Ich schnappte mir nun Rising Star um ihr die Hufe zu feilen und auch ihren Sohn Calorro würde ich die Hufe kurz kontrollieren. „Hey Verena, hast du Raised from Hell ausgeladen bekommen?“, fragte Smetti die Ranchleitung und sie nickte. „Na klar, anstrengend ist sie aber immer noch. Ich hätte da noch ein paar Verkaufspferde, wenn du magst kannst du sie dir mal anschauen.“ „Klar, warum nicht“, zuckte er mit den Schultern und folgte der bekannten Züchterin. Sie hatten viele Pferde zu verkaufen und in den Stallungen waren einige Hübsche Tiere dabei. Darunter auch Dynur, welcher vor kurzem erst unseren Hof verlassen hatte und ein Schimmelscheckhengst, welche mit neugierigen Augen zu Smetti sah und seine Ohren aufmerksam nach vorne richtete. „Wer ist denn der Hübsche da?“, dachte er laut und las genauso laut auch den Namen des Schildes aus. „Ist der wirklich so wie sein Name vermuten lässt?“, fragte er vorsichtig und richtete seinen Blick auf die Gestütsleitung. „Nein, er ist ein ganz lieber. Den kann man auch mit anderen Hengsten auf die Weide stellen. Unterm Sattel ist er auch ein Schatz.“ „Hmm.“ Und weiter ging der Weg durch die riesige Stallung und er sah viele verschiedene und auch tolle und erfolgreiche Pferde, welche nun einen neuen Besitzer suchten, doch der Sympathy fort he Devil ging ihm nicht mehr aus dem Kopf. „Sag an, was willst du für den Guten von eben?“, fragte er gerade heraus. „9000“, sagte sie direkt und er schluckte. „Sagen wir 8000 und ich mache zwei deiner Pferde die Hufe. Heute noch!“, feilschte er und sie stimmte ein. Rachel würde es nicht wirklich gefallen das Smetti Geld ausgeben würde, aber er passte so gut zu ihm. „Ich bring dich dann zu den zwei Pferden, die die Hufe gemacht brauchen. Wobei… du brauchst sicher die Aluminium-Hufeisen. Ich bring sie besser zu deinem Wagen. Dann hast du ja alles dort“ „So geht’s auch“, lächelte er und machte sich auf den Weg zu seinem Wagen. Erneut rief ich Smetti an um zu sehen wo er blieb und ob er schon losgefahren sei, doch er erzählte mir nur was von ich solle ihm nicht böse sein und von wegen, dass ich nicht allzu lange wach bleiben sollte. Langsam machte er mir ein paar Sorgen und ich wusste nicht wohin uns das führen sollte oder auch würde. Immerhin konnte ich mich jetzt auf Attentivenly einlassen, da sie bald wohl auch auf einer Körung ihr Können und auch ihr Temperament zeigen und heute gab mir Nico eine Stunde auf ihr, damit ich sie ein wenig besser arbeiten konnte und so auf die Körung vorbereiten konnte. Sie machte sich zwar super unterm Sattel, konnte aber die Hölle am Boden sein mit ihrer Aufmerksamkeitssuchenden Art. Doch daran sollte es nicht liegen, ich fragte mich nur wann mein Freund seinen Weg nach Hause finden würde…
      „Das ist Drama Baby, die ist noch neu hier. Ich hoffe er stellt sich gut an.“ Der junge Hufschmied nickte nur und sah sich die Hufe des Vollblüters an. Sie waren eigentlich ganz in Ordnung, nur etwas aus der Form. So schnitt er nur sehr vorsichtig die Hufe aus und raspelte sie dann um sie in die Form zu bringen. Auch beim feilen gab er sich wie bei jedem Mal Mühe und lobte den Vollblüter neben sich. Dann schaute er welche Aluminium-Eisen ihr passten und nagelte diese ebenso vorsichtig an. Beim Vortraben ergab sich keine Taktverschiebung und so sahnte das Pferd ein Leckerli ab und mir wurde der nächste und zum Glück auch letzte gebracht. Er hatte den Namen ‚Turf Runner‘ und war ein interessanter Brauner und Smetti vermutete ein Splash-Gen. Auch seine Hufe sahen ihn Ordnung aus, waren auch super in Form, sodass er nur Raspelte und feilte. Turf Runner schaute ihn nur aufmerksam an, als er auch ihm die Aluminium Hufeisen anbrachte. Die leichten Hufeisen waren nicht gerade die einfachsten wenn es darum ging sie anzubringen, doch bis jetzt hatten wir immer Glück gehabt. „So der Gute ist dann auch fertig“, lächelte er mit einem breiten Grinsen und nahm einen Batzen Geld aus der Hosentasche. „Ich habe vorhin noch einmal nachgezählt. Sind genau 8000.“ „Alles klar, wir machen gerade die Unterlagen und dann verladen wir deinen Hengst für den Nachhauseweg.“ Gemeinsam luden wir Dash ein und ich klopfte dem großen neben mir auf die Schulter. „Das wird eine lange Fahrt“, murmelte er seinem neuen Begleiter ins Öhrchen und schloss die Hängerklappe. Dann fuhr er auch schon los. Bis er ankommen würde, würde es wohl schon morgen sein.
      Ich hingegen hatte Classic Spring nun doch verkauft. Es tat mir um Classic Gold nur etwas sehr leid, es war schließlich ihr Fohlen… aber auch mit dem ersten Fohlen hatte es keine Probleme beim Absetzen gegeben, also hoffte ich auch dieses Mal drum. Die letzten Stunden hatte ich einiges geleistet: Rising Star hatte die Hufe gekürzt bekommen, Calorro nur eine kurze Kontrolle, er war schließlich erst 2 Monate alt und Rohdiamant wurde zum Spazieren von Abby entführt. So langsam begann es auch zu dämmern und ich brachte mit Abby langsam die Pferde rein. Erst die Fohlen, dann die Stuten und zum Schluss die Hengste. Ich wunderte mich etwas als Abby eine neue Box einstreute, zuckte jedoch nur mit den Schultern und ging dann ins Haus um auf Smetti zu warten. Erst spät in der Nacht legte er sich zu mir ins Bett und nahm mich in den Arm um mich zu ihm zu ziehen und ich murmelte nur was vor mich her. Völlig im Schlaf versunken. Wenn er nur wüsste, dass ich ein Pferd schon sicher gekauft hatte und uns schon in der neuen Heimat erwartete und ich auf weitere 2 geboten hatte. Er würde mich umbringen wollen. In einer Woche würden wir alle vom Hof im neuen Heim sein. Die Flüge waren gebucht und alles bezahlt. Jetzt hieß es nur noch abwarten.
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      September 2016
      Ankunft in Mazedonien

      „Alle angekommen?“, fragte ich Abby, die sich den Schweiß von der Stirn wisch. „Ich glaube schon.“ Sie seufzte kurz auf. „Also Silberstern, Magic Attack und Riverside stehen gemeinsam auf einer Weide, Meister Propper steht zusammen mit Dash und Cleavant auf einer Weide. Die Stuten habe ich erst einmal in einen Offenstall gepackt bis ich die Boxen allesamt auf Vordermann gebracht hat. Sind alle noch ziemlich eingestaubt…“ „Ist kein Problem, ich schau mich kurz nach Rising Star und Calorro um, die scheint das ganze etwas mitgenommen zu haben“, murmelte ich und seufzte ebenfalls. Ich war selber noch nicht zu 100% bei der Sache und schleppte mich eher zum Offenstall, den sie momentan beherbergten, bis ich Calorro so langsam von ihr absetzen wollte und auch konnte. Wenigstens ein paar Tage sollte sie bei den anderen Stuten pausieren. Im Oktober würde ich dann ihr Training wieder langsam anpassen und Kondition aufbauen. Aber das Ganze war erst einmal in Planung. Zunächst müsste ich sie ein wenig alleine rausführen und ihn langsam abgewöhnen. Doch dafür hatten wir ja genügend Zeit. In der letzten Woche hatten wir, also Smetti, Valerie, Abby und ich, uns schon mit unseren beiden neuen KWPN-Hengsten Achter Tag und Lost Boy bekannt gemacht. Beide waren im Training ziemlich erfolgreich und hatten bereits einige Schleifen ergattern können. Die Stimme meines Freundes riss mich aus meinen Tagträumen und brachte mich geradewegs wieder zur Realität. Da stand ich gerade, am Offenstall. Meine Stute grasend und Calorro etwas abseits und versuchte irgendwas anzustellen. „Schatz!“, mein Blick suchte eifrig die Gegend um mich herum ab und sah den jungen großgewachsenen Mann auf mich zu laufen. „Hmm“, ein wenig versunken war ich vielleicht doch noch. „Was ist?“ „Ich habe gerade einige Aufträge im Ausland bekommen. Ich werde wohl heute Abend schon nach Deutschland, morgen geht mein Weg dann nach Norwegen und zu guter Letzt noch zu Schmiedemanns nach Dänemark. Sollte dann noch ein Auftrag anfallen, werde ich diesen auch noch erledigen.“ Ich nickte nur. Und wieder war er für einige Zeit im Ausland. Und ich führte mein Gestüt alleine. Es wurde allmählich Zeit für weitere Mitarbeiter. Wenn Smetti da war, konnte er mir bei einigen Pferden helfen, doch ich war dabei, mein eigenes kleines Gestüt zu einem großen aufzubauen. Da brauchte ich sowohl neue Bereiter als auch neue Stallburschen, Abby würde das alleine auf lange Zeit nicht schaffen. „Okey, aber tu mir den Gefallen und sag mir Bescheid in welchem Land du angekommen bist und wann du zum nächsten fliegst. Ich möchte nur wissen ob es dir gut geht“, wand ich ein und sah ihm in seine dunkelbraunen Augen. „Werde ich machen“, murmelte er und gab mir einen Kuss. „Ich mach mich jetzt auf den Weg meine Sachen zu packen, der Flieger geht in 2 Stunden. „Ich muss mich um meine Pferde kümmern, heute kommt ein Fohlen an. Tut mir leid“, wurde ich immer leiser und mein Blick richtete sich gen Boden. „Hey, ich weiß, dass heute Nanook kommt, es ist nicht schlimm. Ich komme schon aus“, er hob meinen Kopf hoch und nahm mich in den Arm. „Ich liebe dich“, er erwiderte es und gab mir einen Kuss auf die Stirn. „Ich muss nun los“, murmelte er und wand sich nun vor mir ab. „Ich nehme Rising Star mit Calorro gerade mal mit, warte bitte“, rief ich ihm nach und wie erhofft blieb er stehen. „Komm ich helfe dir gerade noch“, entschied er sich dann doch um und nahm sich Calorro zur Brust, der sich prächtig entwickelt hatte und nun in die Höhe wuchs. Er ließ sich auch brav aufhalftern, neben dem Menschen hatte er aber noch einiges zu lernen. „Wohin soll Calorro denn?“, fragte er kurz angebunden. Ich hatte ihn verletzt. „Er soll auf das abgeteilte Stück auf der Fohlenwiese zu Rohdiamant. Wenn später Nanook kommt, können die drei sich erst mal kennen lernen, wenn Calle sich dann ein wenig ablenkt, kann ich ihn schneller und besser absetzen. Ich wollte Rising Star gerade nur ein wenig longieren, vorher halt putzen, aber sonst, keine lange Prozedur heute.“ Er nickte und nahm den Junghengst mit zu den anderen Fohlen. Rohdiamant freute sich immer tierisch wenn Calle mit ihm auf das abgeteilte Stück kam. Seit Calorro’s Geburt war Rohdiamant immer wieder auf der Weide mit den Zuchtstuten gewesen und beide hatten sich von Anfang an gut verstanden. Die beiden waren wie Brüder und würde ich die beiden jemals verkaufen, dann auch nur zusammen. Während Smetti gerade noch Calle auf die Jungpferdeweide führte, band ich Rising Star in der Stallgasse an und machte mich auf den Weg in unsere neue Sattelkammer um mir aus ihrem Spind ihre Putzsachen zu greifen und zu ihr zurück zu stapfen. Ein lautes Wiehern durchklang unseren Großen Stalltrakt und ich zog gleich wieder ein Gesicht. „Aua“, murmelte ich nur und ging weiter zu der bunten Stute. Ich hatte mir nicht nur ihre Putzsachen gepackt, sondern auch gleich die Longe, den Kappzaum und auch die Longiergurt und auch die Türkise Longierunterlage.
      Ihr neues Set stand ihr ausgesprochen gut, die ersten Runden lief sie ziemlich vorhandlastig und so legte ich auch ein paar Stangen aus, damit sie wieder reinkam und ihre Hufe hob und ebenso gut untertrat. Nach ein paar Minuten aufwärmen, ließ ich sie antraben. Nach ein paar Runden begann sie auch schon zu schwitzen. „Mein Gott, Mädchen bist du eingerostet. Morgen setz ich mich mal wieder auf dich“, grinste ich und gab ihr ein Signal um wieder in den Schritt zu wechseln. Ich riskierte einen Blick auf die Uhr und bemerkte das wir schon länger am Arbeiten waren als geplant und so machte ich sie von der Longe und nahm ihr den Longiergurt ab, damit sie sich noch Wälzen konnte. „Rachel? Darf ich Mars auf einem Ausritt reiten? Val wollte mit Cleavant mit“, rief mir Abby entgegen. „Mach den fertig, ich komm auch eine Runde mit, ich muss nur noch Rising Star und Calorro in den zweiten Offenstall bringen und dann mach ich Magic Attack fertig.“ Ich beeilte mich extra und war froh, dass ich es auf die Schnelle noch geschafft hatte und saß nun auf dem Rücken des Schabracktigers. Der sensible Hengst machte uns heute beim Ausritt das Leben zur Hölle. „Lass uns mal ein kleines Rennen bis da oben zum Haus machen“, schlug ich vor und die beiden stimmten ein. Im vollen Galopp sprintete Magic Attack vor, Mars hinter uns und zum Schluss Cleavant. Doch nach und nach nahm das Schlusslicht auf und zog uns fast ab, doch wir blieben beim ersten Platz. „Das war unfair…“, murmelte Abby. „Ich hatte mit Mars voll viel zu tun. Der hat andauernd gebuckelt…“ „Du wolltest ihn reiten“, lachte meine Cousine und ich schmunzelte. Ihr könnt gerne noch ein wenig weiter ich muss zurück. Nanook und Arza kommen heute an.“
      Ich wusste noch nicht genau, ob ich Arza in den Offenstall stellen würde, oder ob sie doch in die Box sollte. Momentan war der Stall nämlich noch ziemlich leer. Nach einigen hin und her, teilte ich ihr einen Teil des Offenstalls zu und sah auf die Uhr. In ca. einer Stunde müssten die beiden ankommen. Also könnte ich gerade noch schnell Balerinë die Hufe kürzen. Seitdem sie bei uns stand hatte sie noch keinen Hufschmied gesehen und so programmierte ich mich schon mal auf ein Spektakel ein. Es fing auch schon damit an, dass sie stehen blieb, als ich sie in die Schmiede führen wollte, da Mars und Cleavant gerade um die Ecke kamen. „Beeilt euch, ich will der die Hufe raspeln!“, rief ich den beiden Mädchen zu und versuchte Balerinë weiter in das Gebäude mit der hohen Decke zu befördern. „Machen wir“, sagte Val und trieb Cleavant auch gleich in den Trab. Mars war wieder fast eingeschlafen und brauchte eine Minute bis er seinen Hintern in Gang setzte. Als die dann weg waren, ging Balerinë auch in die Schmiede rein und spitzte ihre kleinen feinen Öhrchen. Die Neugierde war ihr fast ins Gesicht geschrieben und sie tapste langsam zu dem Anbindeplatz, wo ich sie dann auch festmachte. Sie reagierte ziemlich unruhig und so begann ich langsam mit meiner Kontrolle der Hufe. Sie waren definitiv zu lang geworden und ich schaute mich nach Fehlstellungen um. Hinten rechts wurde ich auch fündig: Sie lief ein wenig nach innen und so begann ich dann auch mit dem Ausschneiden. Abby kam dann kurz zu mir rein und sagte mir, dass wir einen Käufer für Silberstern und Wolfs Bane haben würden. Der Betrieb, der die junge Stute eingeritten hatte, hatte sein Interesse bekundet und ich hatte eingestimmt. Für 13.000 würden die beiden vom Hof gehen und in eine Vollblüterzucht gehen. Das beste was den beiden passieren konnte.
      Bali zappelte ganz schön, also machte ich extra vorsichtig und war echt froh, als ich mit der Zappelkönigin fertig war und ich sie schnell wieder in den Offenstall stellte. Gerade als ich den Zaun hinter uns schloss und durch die Litzen schlüpfte, hörte ich das Rattern eines Anhängers auf dem Hof. Das müssten die beiden sein, dachte ich und beeilte mich zum Parkplatz. Abby und Val waren bereits am Parkplatz und staunten über den großen Transporter, genauso wie ich und seufzte kurz. Also waren nicht nur Arza und Nanook angekommen, sondern auch noch Zafinaah und White Boy. Es war schade um Zafinaah, dass sich die Araberzucht Fearie Hills schloss und ich sie wieder zurückkaufen musste. Aber durch ihre ruhige und ehrgeizige Art war sie super im Schulbetrieb einzusetzen und ich würde nächstes Jahr wohl ein Fohlen aus ihr züchten. Aber auch nur, wenn sich der passende Hengst finden würde. „Die beiden hier sind zusätzlich am Flughafen für Sie angekommen.“ Der ältere Mann sprach albanisch mit mir, was ich sowohl fließend verstand, als auch sprach. Abby hingegen sah mich nur verwirrt an. „Alles klar“, ich wand mich zu meinen zwei Helfern und teilte Abby Zafinaah und Arza zu und Val sollte White Boy nehmen, während ich mich um den kleinsten Schützling kümmerte. Nanook hatte ich schon mehrmals im Auge gehabt, ihn jedoch nie kaufen können. Jetzt war er bei mir und sollte erst später mit 5 eingeritten werden. Ponies waren ja eher die Spätzünder. Den Weg zur Weide benahm das Fohlen sich anständig, schaute nur oft in der ungewohnten Umgebung um. Die heutige Nacht würde er zusammen mit Rohdiamant und Calle stehen. Morgen wohl nur mit Rohdiamant. Er würde das wohl gut überleben. Ich riskierte noch einmal einen Blick auf mein Handy. Ich musste noch Bonbone und Deila bewegen… „Abby, wen musst du noch laut Plan machen?“, fragte ich sobald die junge Dame abnahm. „Ich muss noch Lost Boy und Riverside machen, dann habe ich Feierabend.“ „Alles klar, dann geh mit Lost Boy auf den Springplatz. Dann bin ich Bonbone in der Halle ein wenig am Üben“, sagte ich und war auch schon auf dem Weg zum Offenstall. Bohne wieherte wieder unaufhaltsam und ich verdrehte wieder die Augen. Irgendwann wird die schon noch aufhören andauernd zu wiehern…Hoffentlich. „Ruf nicht, sondern komm her!“, lächelte ich und hakte den Strick ein. Immerhin folgte sie mir jetzt ruhig und ich hatte beim Putzen immer weniger Probleme, auch wenn sie es immer noch nicht wirklich mochte. Immerhin blieb sie beim Satteln dafür ruhig. Sie folgte mir artig in die Halle, in der ich schließlich nachgurtete und in der Mitte dann aufstieg und meine ersten Runden im Schritt ging. Als sie dann auch ein wenig im Trab aufgewärmt war parierte ich sie wieder durch. Gerade der Mittelschritt fiel ihr noch etwas schwer, ebenso das verkleinern und auch vergrößern des Vierecks. Deshalb übten wir es heute noch einmal besonders. Während dem Abreiten machte ich mir über Deila Gedanken. Sie stieg hier und da noch immer und hatte seit diesem Monat auch eine neue Reitbeteiligung, welche sie 2-3 Mal die Woche unterm Sattel bewegte. Heute nahm ich sie jedoch nur an die Longe. Ich rief kurz Val an um zu fragen, ob sie mir Deila rasch fertigmachte und ob Abby Lost Boy nun schon gesprungen hatte und bejahte beides. Somit stieg ich ab und kratzte Bonbone vor der Halle die Hufe aus. Dann durfte sie wieder in den Offenstall und schickte die anderen Pferde wieder hin und her, so wie es ihr passte. Leitstute halt. Nur Azra stand neugierig auf ihrem Teil und sah sich Bonbone’s Machtgehabe nur interessiert an. „Zicke“, murmelte ich und trank einen Schluck Wasser aus meiner Plastikflasche. Nur noch Deila, dann bin ich heute fertig und kann ins Bett, dachte ich einen Moment nach und sehnte mich nach meinem Bett, ehe ich in die Realität zurückkam und zu Deila in den Stall ging. Mit ihr kam ich noch nicht so richtig klar und es würde sich erst später rausstellen ob sie überhaupt für die Zucht taugen würde. Das einzige, was sie dafür momentan interessant machte, war ihre auffällige Farbe und das Potenzial, das in ihr steckte mehr nicht. Ihr Charakter machte es immernoch ziemlich schwer sie zu händeln und einige Bereiter trauten sich die immer öfter steigende Stute zu reiten. Ich musste was dagegen tun, denn gegenhalten brachte mittlerweile nichts mehr und sie wandte noch mehr Kraft gegen den Menschen an, als vorher. Ich hatte jedoch von einer Methode mit einem rohen Ei gehört, welche ich wohl beim nächsten Ritt wohl mal versuchen. Neben dem Reiter stieg sie nämlich nicht. Die Boxentür quietschte während ich mir Deila genau anschaute und sie einen Moment lang musterte. Mit gespitzten Ohren kam sie auf mich zu. Ein leises Grummeln folgte und ich zwang mich zu einem Lächeln. Unser Sorgenkind. Vielleicht würde es ja noch was werden, vielleicht aber auch nicht und dann würde sie auf die Gnadenweide kommen. Ich hoffte es nicht. Ich gab ihr noch ein paar Monate, vielleicht würde sie weniger steigen, vielleicht wäre sie auf der Weide besser aufgehoben. Ich stülpte ihr Halfter über ihren großen Kopf und nahm sie dann aus ihrer Box. Ich putzte sie etwas länger als gedacht und legte auch ihr dann ihr Longierzubehör an. Immerhin blieb sie artig unangebunden in der Stallgasse stehen, im Gegensatz zu unserem neuen Criollohengst Injaki, der gleich alles erkundet und danach etwas schwieriger zu finden ist. Ich nahm noch ihre Gamaschen aus der Sattelkammer und legte ihr diese dann an um sie auf den Round Pen zu führen. Hinter mir schloss ich die Tür und merkte wie sich Deila anspannte. „Ist gut, Große“, sagte ich in einem ruhigen Ton und begab mich in die Mitte um Deila im Schritt aufzuwärmen. Sie stand gestern und hatte einen Ruhetag auf der Weide genossen, dafür stand heute ausgiebig Training auf dem Stundenplan. Vorhin hatte Abby noch ein paar Stangen auf den Boden gelegt, bevor sie Riverside auf dem Springplatz über einen E-Parcours brachte. Weiter war sie leider noch nicht gekommen und für Unterricht hatte ich momentan noch wenig Zeit. Wenn Val soweit wäre, könnte ich sie wenigstens so zusammen unterrichten. Aber langsam langsam brachte sie es sich selbst bei. Mittlerweile trabte Deila schon ein paar Ründchen und ich vermutete einen guten Tag. Ich trieb sie also ein wenig mehr, wodurch sie ihre Beine noch ein wenig mehr hob und so ihre Trabschritte ein wenig verstärkte. Als ich damit zufrieden war, trieb ich sie in den Galopp und sie schnaubte artig ab. Ich lobte sie verbal und ließ sie ein wenig Schritt gehen. Sie war brav gewesen und so kramte ich ein Leckerli aus meiner Hosentasche. „Braves Mädchen“, lobte ich sie und sie nahm das Leckerli verfressen aus meiner Hand. Da es nun nachts kühler wurde legte ich ihr im Stall eine Abschwitzdecke an und rief Val und Abby an, dass wie heute noch etwas für kommende Woche zu klären hatten. Denn ich hatte Val mit Cleavant an einem Basis- und Reitpass angemeldet, damit sie selbst auch sicherer wurde.
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      Turniere und Neuankömmlinge – Was das Herz begehrt!
      Meine Pferde hatten sich bis jetzt alle eingelebt und gingen ihren Üblichen Aufgaben nach. Ich hatte gerade die Pferde gefüttert und mich dann ins Reitstübchen gesetzt um in Ruhe meinen Morgen zu beginnen. Der warme Latte Macchiato vor mir half mir gerade dabei, ebenso die Zeitung die ich gerade durchstöberte. Die letzten 3 Tage hatte es in der Hauptstadt mehrere Erdbeben der Richterskala 5 und weniger gegeben, was mich etwas beunruhigt hatte. Smetti war vor 2 Tagen wieder bei uns angekommen, nach seinem Auftrag in Kanada und schlief seitdem etwas länger. Je mehr ich die Zeitung durchstöberte, desto mehr kleinere und interessantere Artikel fand ich, bis ich auf ein kleines Ausschreiben vom Zuchtverband traf. Ein Dressurturnier der Klasse E mit tollen Gewinnen, wenn auch etwas mehr Startgeld, aber dafür waren die Gewinne interessant. Ich würde wohl sicher dran teilnehmen, wie es mit Abby, Val und Smetti stand, konnte ich nur erfragen und das stand auch gerade auf meiner Liste. Val war gerade bei Cleavant und Abby mistete gerade die Boxen der Schulpferde, also machte ich mich auch gleich auf den Weg dorthin. Die Kühle Morgenluft und dichter Nebel begrüßten mich gleich sobald ich die Tür aufmachte. Dafür würde der Tag heute wohl wieder etwas sonniger sein, als die letzten. Abby mistete gerade die Box von Magic Attack, der gleich etwas brummelte als ich durch die dichte Nebelschicht auf die 2 Mädchen zu kam. „Morgen ihr beiden. Habt ihr gut geschlafen?“, fragte ich und bekam ein Nicken entgegen. „Gut, ich hab da was für euch“, mit diesem Satz erkannte ich dann auch gleich die Neugierde in ihren Augen. „Was denn?“, fragte meine Cousine neugierig und legte den Kopf etwas schief. „Ein Dressurturnier der Klasse E mit tollen Gewinnen. Startgeld übernehme ich, sodass sich das für euch etwas mehr lohnt. Ihr könnt lernen und ich könnte mit meiner Erfahrung vielleicht was reißen“, erzählte ich ihnen und lächelte. „Joa, das wäre Mal was Anderes für uns. Und es wären Cleavants und mein erstes Turnier“, schwärmte sie schon. Nur Abby blieb etwas skeptisch. „Mit wem soll ich denn Teilnehmen?“, murmelte sie ziemlich leise. „Such dir eines aus, hast ja viel Auswahl“, lächelte ich wieder. „Dürfte ich mit Rising Star teilnehmen?“, fragte sie zögerlich und ich nickte. „Noch ist sie ja am Kondition aufbauen, verlernt hat sie aber nichts und da sie ja etwas mehr Erfahrung hat, kannst du sie gerne auf dem Turnier reiten“, ich seufzte kurz auf, „Dann fehlt nur noch mir das Pferd. Ich könnte eigentlich mit Balerine oder Arza dran teilnehmen um die Beiden langsam in den Turniersport reinzubringen“, sagte ich und drehte mich dann um. Erstmal musste ich mich jetzt um meine Aufgaben kümmern. Nämlich meine Pferde trainieren. Und die erste war Alinghi. Mit noch müden Augen sah sie mich an; Ihr Futter noch nicht leer und sie hatte die halbe Mahlzeit noch in ihrem Mund. „Friss ruhig weiter. Ich hol schon mal dein Zeug“, redete ich mehr mit mir selber als mit der Stute. Ich stolperte fast in die Sattelkammer als ich sie betrat und ging die Reihe der Spinde durch. Glücklicherweise stand ihr Spind relativ am Anfang und ich musste den Sattelwagen nicht so weit hin und her ziehen. Ich nahm ihren Dressursattel, ihre Trense, die hellblaue Schabracke samt passenden Bandagen und ihren Putzkasten, welcher ebenfalls hellblau war. Ich machte einen Schritt langsamer und gab mir mehr Zeit mit dem Transportieren der Sachen. Ich hatte wohl vergessen die Boxentür zu schließen und so schaute sie mich neugierig aus der offenen Tür an. „Um Gottes Willen“, fluchte ich und legte wohl doch wieder einen Schritt zu. Doch wie Alinghi nun mal war, blieb sie nur neugierig in ihrer Box stehen und ließ sich von mir das Halfter über den feinen Kopf ziehen. Ich schnappte mir den Hufkratzer vor ihrer Box und kratzte ihr die Hufe aus, damit sie die Stallgasse nicht so vollsaute und band sie dann an ihrer Box an um in der nächsten Sekunde ihr das Fell zu striegeln. Ihr Fell war noch dreckig von der Weide gestern Abend und ich hatte heute das Glück, dass der Dreck und der Matsch getrocknet waren und nun ganz einfach weg zu kriegen waren. Nur die weißen Abzeichen wurden nicht heller als ein graubraun. „Wirst du nach der Arbeit eben einfach abgespritzt“, zuckte ich mit den Schultern und sah mir ihre ungerade Mähne an. Ich grübelte einen Moment und nahm mir dann doch die Schere und begradigte dann die zu langen Strähnen. Dann nahm ich den Sattel samt Schabracke und sattelte sie auf. Die Bandagen folgten und zu guter Letzt trenste ich sie um kurz darauf auf zu steigen. Die beschlagenen Hufe klapperten nun in Herrgotts Frühe über den asphaltierten Hof und weckten die noch so kleinsten Tiere aus. Oder weckten ihre Neugier. In der Halle angekommen stieg ich wieder ab, gurtete erst nach und schloss dann hinter uns das Tor, ehe ich vor uns nochmal das Tor öffnete und schloss. Alinghi folgte mir brav, aber immer noch langsam in die Mitte der Halle, damit ich in aller Ruhe aufsteigen konnte und im Schritt ein wenig warm wurden. Ich ritt zwei Bahnen im Schritt ehe ich sie eine halbe Bahn im Trab ritt um dann wieder in den Schritt durchzuparieren. Ich merkte wie sie lockerer wurde und so trieb ich sie zunächst in den starken Schritt um dann Schritt – Trab-Übergange zu üben und es ein wenig flüssiger laufen zu lassen. Hauptbestandteil des heutigen Trainings waren also die Übergänge in jeder Gangart zu wiederholen und auch ein Auge auf die Traversalen zu werfen, die wir momentan festigten. Als wir dann zu guter Letzt ein Cool-Down vollzogen, schnaubte Alinghi gut und ordentlich ab bis ich sie zum Stall ritt und dort abstieg, damit ich ihr das Sattelzeug vom Körper nahm und sie dann mit ihrem Halfter als erste auf die Weide stellte. Abby nahm sich in der Zwischenzeit mal Meister Propper vor, der in der Weidezeit wie ein Hefekuchen aufgegangen ist um ihn Dressurmäßig etwas zu fördern. Ich machte mich dann von der Weide gleich zum Offenstall rüber und überprüfte ob meine Stuten genügend Wasser hatten. Glücklicherweise war dies der Fall und ich schaute rasch über das Heu, das fast leer war. Also ging ich rüber zu unserer Scheune und holte mit der Schubkarre zwei Heuquader mit zum Offenstall um diese dort zu verteilen. Die Pferde stürzten sich gleich auf mich und zu meinem Glück verstand Arza sich gut mit den anderen fünf. Sie drängte sich fast alle neben mich und stürzten sich regelrecht auf das Heu, was mich etwas stutzig machte. „Ihr seid mir welche. Noch genügend Heu in der Raufe, sich aber erst dann drauf stürzen, wenn neues kommt“, schmunzelte ich und äpfelte den Offenstall ab. Anfang nächsten Monats wollte ich die Reitschule eröffnen, damit ich einen Nebenverdienst hatte und mein Gestüt etwas bekannter wurde, in etwa wie meine Hufschmiede. Zudem würde ich mit dem Erlös der Reitstunden, den Pferden neue Ausrüstung und einen Trainer ermöglichen, welcher sie neben uns hier und da mal Korrektur ritt. Im Laufe des nächsten Monats würde es dann auch ein kleines Turnier geben und einen etwas größeren Ausritt wollte ich auch noch organisieren. Also stand noch so einiges auf dem Plan neben dem normalen Training. Ich sah auf den Plan auf meinem Handy. Balerinë stand für heute noch mit auf dem Plan, ebenso noch Rising Star. Doch sie schlummerte noch tief in ihrer neuen Box, die sie bewohnte seitdem ich Calorro abgesetzt hatte. Also schnappte ich mir Bali, die mir nur mürrisch folgte und führte sie zu einer der Freien Boxen um sie dort anzubinden. Wie immer genoss der Rappe meine massageartigen Bewegungen über ihr Fell und sattelte sie mit ihrer pinken Eskadron Schabracke. Ihre Beine bandagierte ich mit passenden Bandagen und legte ihr die Trense an. Die weißen Abzeichen waren auch bei ihr eher grau, denn die letzten Tage hatte es geregnet und der Boden der Weiden und auch in beiden Offenställen war weich und teilweise matschig geworden. In umliegenden Dörfern gab es Überschwemmungen und Erdrutsche. Mehrere Menschen waren als vermisst gemeldet worden und wahrscheinlich würden sie auch nie mehr gefunden, aber wir hatten Glück gehabt. Unsere Wege waren alle samt nur ein wenig matschig, mussten aber nicht geräumt werden. Bali ging artig unter mir und hatte sich in der Zeit bei uns echt gut gemacht. Ebenso Bonbone, die jetzt im Springsport auch S- Springen ging und Platziert wurde. Das hätten wir uns nie erträumen können mit ihr, ganz zu schweigen wie sie am Anfang war. Ich überlegte ob ich eines der Jungpferde mitnahm und nahm Bali die Trense wieder ab damit ich sie am Halfter anbinden konnte. Ich sputete mich etwas zur Weide meiner Stuten und nahm mir Maekja ans Halfter. May folgte mir artig und sah Bali nur neugierig an als wir die Stallgasse betraten, damit ich Maekja schnell säuberte, damit sie mitkam. Dann band ich sie am Sattel an und trenste Bali noch einmal auf. Der armen musste es wohl genauso komisch vorkommen, wie wenn ich mich zwei Mal umziehen würde. Ich stieg auf und ritt dann an unseren Weiden vorbei geradewegs in den Wald. Da es noch früh und dazu noch nebelig war, ritt ich nur im Schritt und achtete auf alles in meiner Umgebung. May begann hier und da mal zu trab, hielt sie mit meiner Gerte aber immer wieder zurück. Bali hatte ein aufmerksames Ohrenspiel aufgrund dessen und so trabten wir ein kleines Stück damit das Jungtier hinter uns auch auf ihre Kosten kam. Nach fast 200m parierte ich sie wieder durch in den Schritt und sah mir die Umgebung genauer an. Allmählich stieg der Nebel auf und man sah mehr als zu dem Moment, zu dem ich los ritt. Hier und da sah ich auf meine Uhr und trat gegen 10 Uhr den Rückweg mit den beiden an. Sie stichelten öfter einander als es mir lieb war und May erschrak viel öfter als ich vermutet hatte.
      Auf dem Hof angekommen lief mir mein Partner über den Weg und sah mich müde an. „Wo warst du?!“, fragte er mich wütend und verschlafen zugleich an. „Ich…ähm…war ausreiten?“, sagte ich zögerlich und deutete auf die beiden Pferde neben mir. Er kniff die Augen zusammen und äffte mich nach. „Das sehe ich.“ „Sei mal nicht so gereizt. Ich war eine Runde ausreiten und wollte dich sobald du wach bist fragen ob ich dich mit Dash auch an einem Dressurturnier einschreiben soll…“, sagte ich etwas mieser gelaunt und sah ihn fragend an. „Nein, ich komme mit zum Fotografieren.“ „Okey“, sagte ich kurz angebunden und führte die Isländerstute zur Weide und Bali im Anschluss in den Stall. Die Rappstute war nicht sonderlich geschwitzt und so durfte sie auch mit auf die Weide nachdem ich ihr Sattelzeug verstaut hatte. Ich brauchte eine Pause. Dringend und so setzte ich mich ins Reitstübchen und machte mir einen Tee. Ich schaute während ich die Zeitung durchblätterte zu Abby in die Halle, wie sie Acacia versuchte zu arbeiten, die sich aber ziemlich schwer tat unter der noch recht unerfahrenen Reiterin. Als ich sie im Schritt erwischte, rief ich sie kurz an. „Abby, nimm die Zügel etwas kürzer und gib ihr öfter Paraden. Beschäftige Acacia. Wenn du sie forderst, arbeitet sie brav wie ein Lamm mit“, gab ich ihr einen Rat und legte nach ihrem „Okey“ auf. Ich sah auf die Zeitschrift und sah auch gleich zwei Interessante Pferde. Einen siebenjährigen Criollohengst, der unterm Sattel noch nicht gearbeitet wurde und eine fünfjährige PRE-Stute, die den schönen Namen Arquera trug. Beide hatten eine interessante Fellfarbe und so würde ich später mit Smetti noch darüber reden ob wir die beiden nicht uns anschauen könnten. Ich blätterte weiter in der Zeitschrift und las mir einige Artikel durch, die meine Neugierde anzogen. Ein Artikel übers Longieren und einer über passende Ausrüstung ließen mich grübeln. Ich nahm den letzten Schluck meiner Teetasse und stellte diese dann in die Spüle und ging dann zu Deila. Mit ihr übte ich momentan die meiste Zeit am Longieren und sie zu lockern. Allerdings stieg die Gute immernoch nach mehreren Methoden ihr das ab zu gewöhnen. Der Tierarzt sollte da demnächst mal drüber schauen ob sie nicht was am Rücken hatte oder ob sie blockiert war. Sie stieg ja nur unterm Reiter. Ich stapfte zur Weide und sah mich nach der auffälligen Rappstute um und ehe ich mich versah trottete sie schon auf mich zu, genauso wie Rising Star, die nun wieder voll und ganz aufblühte. Ganz wie eine Blume, die ihre Kraft wiedergewann. Rasch war ich durch die Litzen geschlüpft und hängte den Strick am Halfter ein um sie rauszuführen, kam auch Bonbone zu uns gestapft und versuchte die anderen weg zu drängen. Da ich ihr dadurch keine Aufmerksamkeit schenkte hörte sie schneller auf als sie angefangen hatte und ich schloss hinter uns das Weidetor. Fleißig schritt sie neben mir in den Stall wo nun etwas mehr los war als heute Morgen. Abby sattelte gerade Arza und führte sie raus während ich mich in der Sattelkammer nach den Longiersachen und Deila’s Putzzeug umsah. Im Umgang war sie ja ein Schatz, aber Reiten konnte man sie nicht mehr unbedingt. Immerhin tat sie sich heute beim Longieren nicht schwer und arbeitete gut mit. „Gutes Mädchen“, lobte ich sie am Ende und klopfte ihr den Hals. Deila schnaubte Seelenruhig ab und sah sich um. Sie war momentan rossig und verdrehte jedem Hengst den Kopf. Genauso wie jetzt gerade als Smetti mit Dash zum Stall ritt. Er hatte ihn wohl eine ganze Weile in der Halle gearbeitet, denn er nassgeschwitzt. Ich sah nur kurz zu ihm auf und er warf mir einen verachtenden Blick zu. Doch er hatte gerade mit Sympathy For The Devil zu kämpfen, denn er wieherte Deila zu, die gerade jeden Hengst verrückt machte. Glücklicherweise konnte Smetti mit dem Hengst umgehen und trieb ihn weiter zum Stall, wenn auch tänzelnd. Der noch so ruhige Hengst konnte bei rossigen Stuten wohl nicht auf seine Manieren und Menschen achten. Ich führte sie gerade auf die Weide, als Samantha mit Alinghi an uns vorbeiritt und mich freundlich grüßte. Sie bildete Alinghi momentan weiter im Military aus, damit sie dort demnächst auch vielleicht hier und dort eine Schleife erzielen konnte. Es wurde allmählich wärmer, denn die Mittagssonne schien gerade so auf unser Gelände und ich hing meine Jacke in die Sattelkammer und trank einen Schluck Wasser. „Hey Schatz“, hörte ich Smetti an meinem Ohr flüstern und ich nahm die Flasche vom Mund. Ich drehte sie zu und nebenbei drehte ich meinen Kopf langsam zu der Stimme und setzte ein Grinsen auf. „Fertig mit der Arbeit?“, fragte er, so als wüsste er das die Antwort ein ‚Ja‘ werden würde, doch ich musste ihn wohl oder übel enttäuschen. „Nein, leider noch nicht. Wieso? Was hattest du vor?“, fragte ich und legte meine Arme um seinen Hals. „Eigentlich wollte ich dich zum Essen entführen und dann einen Film im Kino anschauen. Läuft endlich mal wieder etwas Gutes“, grinste er und gab mir einen Leidenschaftlichen Kuss, den ich mir auch ersehnt hatte. „Klingt echt toll, aber ich muss noch ein paar Pferde arbeiten…Aber ich muss sowieso noch mit dir sprechen“, sagte ich und erzählte ihm von dem PRE und dem Criollo und er sagte mir nur: „Das musst du selber wissen.“ „Hmm“, machte ich und nahm ihn bei der Hand um zu den Hengsten zu gehen die auf der Weide waren. „Ich muss noch Cherti und Achter Tag von denen hier machen und ich wollte noch Val und Abby eine Reitstunde geben.“ „Komm schon, Rae. Das kannst du nachher auch noch machen“, murmelte er und führte mich zu unserem Haus, das nahe des Reitschulplatzes stand. „Mach dich frisch und wir fahren in die Hauptstadt.“ Ich machte mich rasch fertig und so fuhren wir dann in die Hauptstadt Skopje. Abby ritt in der Zwischenzeit Born to Die im Dressursattel und Val saß heute zum ersten Mal auf Slaughterhorse unserem neuen Schulpferd um ihn zu testen. Wie es aber schien testete er sie eher als sie ihn und so gab Abby ihr mehrere Ratschläge, die sie versuchte umzusetzen. „Komm wir tauschen die Pferde“, schlug Abby vor und merkte nach fünf Minuten was für eine schlechte Idee das war. Gerade als sie die Pferde wegbrachten, rief ich Abby an und erzählte ihnen, dass ich wohl erst später kommen würde und sie deshalb zwei Fohlen empfangen müssten und ich den Fahrer bezahlt hatte, sodass sie nur die Pferde auf die entsprechenden Weiden bringen mussten. PFS‘ Sarabi war frisch abgesetzt und Fohlen eines bekannten Englischen Vollblüters, nämlich Stromer und das andere Fohlen ‚Devil’s Trap‘ hatte es faustdick hinter den Ohren und kam von unbekannten Eltern. Ich war mir sicher, dass Abby und Val ihre Sachen gut machten und so sah ich mir mit Smetti in Ruhe den Film an. Abby machte noch White Boy fertig, der sie hier und da neckte und Val saß schon fast fertig auf Cleavant und wartete auf mich als ich noch in meiner normalen Kleidung zu ihnen machte und fragte ob alles glatt lief. „Ich konnte froh sein, dass Bailey mich nicht runter geworfen hat“, blubberte es meiner Cousine nur so aus ihrem Mund und ich hielt meine Beiden Hände an meinen Kopf. „Um Gottes Willen. Du solltest Slaughterhorse reiten!“, schimpfte ich mit ihr und warf Abby einen wütenden Blick zu. „Ab in die Reithalle mit euch. Ich geb euch jetzt die Reitstunde und dann habt ihr beiden Feierabend. Ich füttere die Pferde heute Abend selbst…“ Was hatten sich die beiden Mädchen dabei gedacht. Born to Die würde in der Reitschule nur selten zu finden sein unter meinen Reitschülern, da sie etwas speziell war, im Gegensatz zu Croatoan. Abby und Val ritten gerade die beiden Hengste warm und redeten über belangloses. Hier und da versuchten sie ein paar Worte Albanisch zu sprechen, doch was ich hörte waren nur Bruchstücke. „Val du bleibst in der oberen Hallenhälfte und du Abby unten in der Halle. So hat jeder von euch genug Platz.“ Während sie sich aufteilten, ließ ich sie antraben. Sie würden nach heute Abend Muskelkater haben. Und was für einen. Sie sollten heute eine E-Dressur reiten, ganz ähnlich dem kommenden Turnier. Die Fehler bekamen sie am Ende gesagt und so würde das die nächsten Trainingstage gehen. Denn nur Übung machte den Meister. Als sie weg waren brachte ich meine Pferde rein bis auf Cherti, den ich mir gerade zurecht putzte. Cherti stand ganz ruhig da, bei der Arbeit blieb er lernwillig und ich wusste, dass ich mir da echt einen tollen Kerl gekauft hatte. Der Trab fiel noch etwas holprig aus, da er die Hilfen wohl nicht ganz verstand, sondern immer in den Revaal fiel. Also hatten wir eine kleine Baustelle, die wir versuchten zu meistern. Mit Achter Tag hatten ich weniger Probleme. Der Grullo nahm meine Hilfen gut und artig an und trat gut an den Zügel an. Die Bahnfiguren machten ihm noch was zu schaffen, denn er war ziemlich schlampig unterwegs heute. Aber ich war froh, als ich mit meinem Freund endlich relaxen konnte.
    • sadasha
      Training Springen E-A | Juli 2013
      Trainingsbericht 1 "Springen von E auf A"
      Es freute mich,dass Sosox3 mir wieder einmal einen Auftrag erteilt hatte.Ich sollte ihre Barockpinto-Stute Rising Star im Springen trainieren.Springen machte ich gerne,denn es war eine willkommene Abwechslung zur Dressur oder auch dem Geländereiten und so freute ich mich schon darauf die Stute kennen zu lernen."Hallo,hübsche Maus",begrüßte ich die Stute sanft und streichelte sanft über ihren Kopf,nachdem sie interessiert und kein bisschen ängstlich an meiner Hand geschnuppert hatte.Ich betrat die Box und halfterte die Stute auf.Dann führte ich sie zum Putzplatz und begann sie ausgiebig und gründlich zu putzen.Die Stute genoss es offensichtlich geputzt zu werden,aber ich wusste,dass sie auch ein überschäumendes Temperament besaß und es mir sicher nicht so einfach machen würde,aber damit kam ich schon klar.Ich sattelte und trenste sie schließlich auf und führte sie dann auf den Platz,wo ich vorher bereits einen leichten E-Pacours mit einigen höheren Hindernissen aufgebaut hatte.Heute wollte ich sie bloß kennen lernen und vielleicht ein oder zwei Hindernisse auf A-Niveau überspringen.Erst morgen würde ich dann richtig anfangen.Gut,dass die Hindernisse nicht viel höher waren,als die E-Hindernisse,sodass das Training eigentlich immer recht leicht vonstatten ging.Ich gurtete nach und stieg dann auf.Im Schritt ritt ich sie warm und ließ sie sich dabei schon einmal die Hindernisse besehen.Sie schien nicht sonderlich davon beeindruckt zu sein und lief gelassen daran vorbei.Erst als ich die Zügel aufnahm und antrabte,merkte ich etwas von ihrem Temperament.Sie zog mächtig an und ich musste sie zu Anfang ganz schön halten,damit sie nicht los rannte.Nachdem ich mich aber an sie gewöhnt hatte und sie etwas ruhiger geworden war,klappte es doch ganz gut und so trabte ich sie auf beiden Händen ab,bevor ich sie auch noch auf beiden Händen abgaloppierte.Im Galopp merkte ich sofort,dass sie es kaum erwarten konnte,endlich zu springen,denn jedes Mal,wenn wir auf ein Hindernis zusteuerten,zog sie mächtig an.Ich schaffte es zwar,sie immer daran vorbei zu lenken,aber sie wollte unbedingt springen und so ritt ich schließlich auf das erste Hindernis - ein Kreuz - zu und ließ sie darüber springen.Man merkte bereits jetzt,dass sie ein unwahrscheinliches Springvermögen hatte und sie würde sicherlich zu einem hervorragenden Springpferd heranwachsen.Ich lobte sie und sprang ein weiteres Mal über den ersten Sprung.Ich wollte sie nicht gleich durch den Pacours laufen lassen,sondern sich erstmal an jedes Hindernis gewöhnen lassen,sodass ich sie über jedes Hindernis einzeln springen ließ.Danach nahm ich immer mal mehrere Hindernisse - meist zwei oder auch mal drei - hintereinander und machte mir ein Bild von ihrem Können.Nachdem sie den Pacours fehlerfrei gemeistert hatte,beschloss ich also schon einmal die ersten beiden Sprünge zu erhöhen und somit auf A-Niveau zu bringen.Sie hatte während dem Pacours mächtig angezogen und ich hatte ihre Power gespürt,aber ich hatte sie doch immer wieder parieren können,sodass wir passend zum Hindernis gekommen waren.Aus dem Kreuz wurde ein Steilsprung und das zweite Hindernis war eine Trippebarre,die ich einfach nur erhöhte.Ich wandte mich also dem ersten Sprung zu und ließ sie darüber springen.Sie hatte nicht mit dessen Höhe gerechnet und riss die obere Stange.Ich stieg ab und baute die Stange wieder auf,ließ sie gleich danach ein weiteres Mal darüber springen.Dieses Mal klappte es schon besser und ich sprang ein drittes Mal darüber.Dann wandte ich mich dem zweiten Hindernis zu.Bei diesem rechnete sie offensichtlich mit der Höhe,konnte das jetzt auch schon besser einschätzen und setzte sauber - vielleicht ein wenig zu hoch - darüber hinweg.Ich sprang noch zwei weitere Male über das Hindernis und merkte sofort,dass sie es schon besser einschätzen konnte.Da das heute so gut geklappt hatte,beendete ich das Training für heute und ritt sie im Schritt trocken.Danach führte ich sie zurück zum Putzplatz und versorgte sie dort.Schließlich brachte ich sie zurück in die Box und gab ihr dort zur Belohnung noch ein Leckerli.Dann machte ich mich auf den Nachhausweg.
      by IceLandGirl 4130 Zeichen

      Trainingsbericht 2 "Springen von E auf A"
      Der zweite und somit letzte Trainingstag mit Rising Star war angebrochen.Ich freute mich auf die Stute und fuhr früh an diesem Morgen zum Hof.Bevor ich sie zum Training fertig machte,knuddelte ich sie erstmal eine Runde und das schien ihr sehr zu gefallen.Auch mir machte es Spaß,denn so konnte man eine Bindung zu seinem Trainingspartner aufbauen.Nachdem ich mit ihr gekuschelt hatte,führte ich sie zum Putzplatz und putzte sie ausgiebig und gründlich.Sie ließ sich das gerne gefallen und war auch beim Satteln und Trensen sehr brav.Ich lobte sie dafür,denn das war bei einem temperamentvollen Pferd nicht die Regel.Dann führte ich sie auf den Platz,wo der Pacours von gestern noch aufgebaut war.Ich war dankbar dafür,denn so musste ich ihn nur erhöhen und er war ein A-Pacours.Aber erstmal wollte ich Rising Star mit dem E-Pacours aufwärmen und den beiden A-Hindernissen.Ich gurtete nach und stieg dann auf,ritt sie im Schritt warm und ging wie immer auf beiden Händen,damit sie auf beiden gelockert war.Schließlich trabte ich an und ritt sie auch im Trab und schließlich im Galopp auf beiden Händen,damit sie gleichmäßig ausgelastet war und auf einer Seite nicht steif wurde.Ich wandte mich dem ersten Hindernis zu.Als erstes nahm ich mit ihr die E-Hindernisse,bevor ich mich zum Schluss den beiden A-Hindernissen zuwandte.Rising Star schaffte es dieses Mal sehr gut die Höhe der Hindernisse einzuschätzen.Dennoch nahm ich auch diese Hindernisse mehrmals,damit sie sich daran gewöhnte.Sie stellte sich gut an und so begann ich die anderen 4 Hindernisse auf A-Niveau zu erhöhen.Dann machte ich mich erst an die bereits bekannten Hindernisse und danach an die zwar bekannten,aber in ihrer Höhe unbekannten Hindernisse.Sie verschätzte sich beim ersten 'neuen' Hindernis,nahm aber die anderen - nachdem ich das erste mehrmals genommen hatte - gut und so lobte ich sie.Ich nahm alle Hindernisse nun hintereinander,immer zwei oder drei hintereinander,damit sie sich daran gewöhnen konnte,dass die Hindernisse hintereinander kommen würden.Schließlich kam sie mit allen Hindernissen und Kurven zurecht,sodass ich den Pacours einmal durch sprang.Es klappte nicht so gut,wie erhofft und so sprang ich ihn ein weiteres Mal.Dieses Mal klappte es schon besser,aber ich nahm ihn zur Sicherheit ein drittes Mal und dieses Mal fand ich fast nichts zu beanstanden.Sie hatte mächtig angezogen die ersten beiden Male und ich hatte Mühe gehabt sie zurück zu halten,aber beim dritten Mal war mir das besser gelungen und ich lobte sie dafür,dass sie sich hatte regulieren lassen.Es freute mich,dass es so gut geklappt hatte und ich beendete das Training.Sie würde ein gutes Springpferd abgeben und ich freute mich schon darauf,sie einmal bei einem Turnier zu sehen.Nun vielleicht.Wenn ihre Besitzerin das wollte.Nachdem ich sie trocken geritten hatte,brachte ich sie zurück zum Putzplatz,wo ich sie versorgte und noch ein wenig kraulte.Da sie geschwitzt hatte und es warm war,führte ich sie zum Waschplatz und spritzte sie ab,damit die Schweißränder des Sattels weggingen und es war eine angenehme Erfrischung für sie.Zu Anfang hatte sie ein wenig Respekt vor dem Schlauch,aber ich schaffte es sie zu beruhigen und brachte sie schließlich - nachdem ich sie mit dem Schweißmesser abgezogen hatte - in ihre Box zurück,wo sie trocknen konnte.Ich gab ihr zur Belohnung noch ein Leckerli,schrieb dann die obligatorische Nachricht an ihre Besitzerin und überbrachte diese gleich.
      Hallo Sosox3,
      vielen Dank für deinen Auftrag.Dein Pferd Rising Star ist nun offiziell im Springen der Klasse A trainiert.Du kannst sie nun in dieser Klasse starten lassen und auch reiten.Ich wünsche euch beiden viel Spaß auf eurem weiteren Weg und hoffe,dass du mit meinem Training zufrieden bist.
      Liebe Grüße IceLandGirl

      Nach der Überbringung und einem Abschied von Rising Star machte ich mich auf den Heimweg.
      by IceLandGirl 3866 Zeichen

      Training Springen A-L | Juli 2016
      Trainingsbericht 1 "Springen von A auf L"
      Ich hatte einen Auftrag von Sosox3 bekommen und freute mich schon darauf Rising Star wiederzusehen.Die Tatsache,dass ich sie schon kannte,würde das Training vielleicht vereinfachen.Ich kam am Hof an und ging dann zu ihr.Sie sah mir entgegen und schnupperte an meiner Hand.Dann halfterte ich sie auf und führte sie zum Putzplatz.Dort putzte ich sie ausgiebig und gründlich,ließ mir dabei heute mal mehr Zeit,denn ich wollte sie wirklich sauber machen.Nachdem das erledigt war,sattelte und trenste ich sie auf und führte sie dann auf den Platz.Ich war heute spät Abends gekommen,da es doch sehr heiß war und ich sie nicht in der prallen Sonne hatte reiten wollen.Nachdem ich nachgegurtet hatte,stieg ich auf und ritt sie im Schritt warm.Ich hatte vorher einen A-Pacours aufgebaut.Vielleicht würde ich heute auch schon zwei L-Hindernisse mir rein nehmen. Je nachdem wie sie sich gab.Ich trabte schließlich an und ließ sie um die Hindernisse herum gehen.Es war zur Einfachheit halber der gleiche Pacours wie beim letzten Mal auch schon,damit sie am gewohnten erstmal lernen konnte.Morgen würde ich dann einen anderen Pacours aufbauen.Ich galoppierte schließlich noch auf beiden Händen,bevor ich mich dem Pacours zuwandte.Erstmal sprang ich jedes Hindernis einzeln,aber da sie sich gut anstellte,sprang ich ihn beim nächsten Mal einmal durch.Auch das klappte gut und so beschloss ich die ersten beiden Hindernisse auf L-Niveau zu erhöhen.Nachdem das erledigt war,trabte ich ein weiteres Mal und galoppierte dann an.Ich ließ sie erstmal über das erste Hindernis springen,sodass sie sich an die Höhe gewöhnen konnte.Sie verweigerte die ersten beiden Male,beim dritten Mal sprang sie dann mit leichtem Druck und riss eine Stange und beim vierten Mal klappte es.Als ich noch ein fünftes Mal darüber springen wollte,zog sie mächtig an und ich hatte alle Hände voll zu tun,um sie zurück zu halten,schaffte es aber,sodass sie mit Ach und Krach über das Hindernis kam.Ich sprang gleich ein weiteres Mal,damit sie sich das nicht zur Gewohnheit machte und da es gut klappte,wandte ich mich dem nächsten Hindernis zu.Bei diesem hatte sie nun nicht mehr solche Probleme,da sie darauf vorbereitet war und ich konnte sie auch recht gut kontrollieren.Man merkte wirklich,dass sie Talent fürs Springen hatte.Schließlich sprang ich den Pacours noch einmal durch,bevor ich das Training für heute beendete und sie trocken ritt.Danach führte ich sie zum Putzplatz,wo ich sie versorgte.Schließlich brachte ich sie zurück in die Box und kraulte sie noch eine ganze Weile,bevor ich ihr ein Leckerli gab und dann auf den Weg nach Hause machte.
      by IceLandGirl 2614 Zeichen

      Trainingsbericht 2 "Springen von A auf L"
      Ich hatte in den letzten Monaten einfach so viel zu tun gehabt,dass ich auch meinen Beruf als Pferdetrainer hatte für einige Zeit ruhen lassen müssen.Ich war dankbar,dass meine Kunden mir das nicht übel nahmen und auch weiter treu blieben.Ich machte mich als erstes auf den Weg zu Sosox3's Hof und damit zu Rising Star.Die Stute schien mich noch zu kennen,jedenfalls sah sie mir entgegen und ließ sich ruhig von mir kraulen."Na dann wollen wir mal",sagte ich sanft und begann sie gründlich und ausgiebig zu putzen.Ich war froh,dass sie so eine zutrauliche Stute war,denn es wäre sicher ein Problem,wenn sie sich wieder an mich hätte gewöhnen müssen.Sanft kraulte ich die Stute eine Weile,bevor ich sie sattelte und trenste.Dann brachte ich sie zur Reithalle,wo eine Bekannte auf mich wartete.Sie wollte mir beim Auf - und Abbau helfen und dafür war ich wirklich dankbar.Sie hatte einige Sprünge in A-Höhe aufgebaut und ich wärmte Rising Star erst einmal ordentlich auf.Nachdem das geschehen war,machte ich einige Probesprünge mit ihr und stellte erfreut fest,dass sie wirklich einfach Springbegabt war.Sanft lobte ich sie und sprang über jeden Sprung einzeln,bis die Abstände und alles andere saß.Dann bat ich meine Bekannte die Sprünge zu erhöhen,sodass einige bereis im L-Niveau,andere noch im A-Niceau waren.Wieder sprang ich mit ihr über jeden Sprung einzeln,damit sie sich daran gewöhnen konnte und mit der Zeit hatte sie raus,wie hoch und wann sie springen musste.Ich lobte sie sanft und machte eine kurze Pause,damit sie sich nicht überanstrengte und sprang dann noch einmal jeden Sprung einzeln,bevor ich den Pacours einmal durch sprang.Sie machte sich wirklich gut und ich lobte sie immer wieder für ihre tolle Mitarbeit.Schließlich beendete ich das Training und ritt sie im Schritt trocken.Ich musste nicht noch einmal kommen,denn sie hatte sich gut gemacht und hatte die wichtigsten Kniffe raus.Alles andere würde Sosox3 alleine hinbekommen.Die Grundzüge waren gelegt.Nachdem ich sie versorgt hatte,knuddelte ich noch eine ganze Weile mit ihr,bevor sie ein Leckerli bekam und ich ihrer Besitzerin eine Nachricht schrieb:
      Hallo Sosox3,
      endlich konnte ich den Auftrag erledigen.Es tut mir leid,dass es so lange gedauert hat,aber letztendlich ist Rising Star auf L-Niveau trainiert.Du musst einfach weiter mit ihr üben und sie wird ein wundervolles L-Springpferd.Ich wünsche euch beiden weiterhin viel Spaß beim Springen und auch in der Dressur.
      Liebe Grüße IceLandGirl
      Nachdem ich die Nachricht geschrieben hatte,überbrachte ich sie Sosox3.Dann machte ich mich auf den Weg zum nächsten Pferd.

      by IceLandGirl 2602 Zeichen

      Training Dressur L-M | März 2015
      Vhioti ITS Canterbury[
      Rising Star, M-Dressur
      Miep miep miep miep!!!
      Stöhnend stellte ich mein Handy aus. Nachdem das Pony Hugo abgefahren war, hatte ich mich für einen kurzen Mittagsschlaf entschieden. Es war vier Uhr nachmittags. Gegen halb fünf würden Rachel und ihre Barockstute Rising Star kommen, da diese von mir trainiert werden würde. Mit Rachel hatte ich bereits Bekanntschaft gemacht, daher kannten wir uns schon etwas. Mit knackenden Kniescheiben – verflucht sei meine Unsportlichkeit – rieb ich mir die Augen und ging aus dem Reiterstübchen in den Stall. Meyja stand in ihrer Box und fraß etwas Heu, aus dem offenen Fenster ihrer Box konnte ich auf der Weide meine Fohlen Delyx und Tigrotto spielen sehen, während Tomenko einfach nur in der Sonne lag und Gras rupfte. Davon sollte ich mich nicht ablenken lassen. Die Stute musste über Nacht hier bleiben – ebenso ihre Besitzerin. Der Weg nach Hause war sehr lang, daher bekam sie eine Unterkunft in unserem Bürogebäude. Eine mittelgroße Kammer mit Blick auf den Hofplatz war bereits hergerichtet worden. Jetzt musste nur noch die Box bereitgestellt werden. Die Einstreu war bereits gut verteilt, daher füllte ich den Wassertrog kurz nach – nur auf dem Paddock und in den Privatstallungen gab es solche automatische Wasserspender – und lief dann zu dem Arbeitsplan für heute. Mit einem Marker strich ich alles durch, was ich gemacht hatte – Pferde bewegen, Futter nachbestellen, Risings Box herrichten – und machte mich dann auf in die Sattelkammer. Alles tiptop – klasse.
      Schon kurz darauf hielt direkt vor dem Stall der Jeep von Rachel, hinten dran der Transporter. Eine kurze Umarmung folgte, dann brachte Rachel die schicke Stute in den Stall, und ich brachte ihre Sachen in die Sattelkammer. Nach der langen Reise war Rising erschöpft, daher wollte ich in einer halben Stunde mit ihr ihre Kenntnisse durchgehen. Vorher aber erfolgte ein angenehmes Plaudern mit Rachel über Dies und Das. Neue Trends der Equitana, das Wetter, Steuern, Turniere und der Ausbau unserer Höfe wurde angesprochen.
      Um fünf Uhr holte ich Rising aus ihrer Box. Die Barockstute war glücklicherweise nicht dreckig, daher ging das Fertigmachen sehr schnell und wir konnten flugs in die Halle. Vorher wurde das Licht angeschaltet, und Rachel half mir in den Sattel. Der Rücken der Stute war recht breit, daher nutzte ich die Eingewöhnungszeit für eine Schrittphase mit ersten Lektionsfragen. Schlangenlinien an der langen Seite, Volten bei E und F – jeweils 15 m groß – Bahnwechsel, all das klappte sehr gut. Dann gurtete ich von oben nach und gab ihr die Trabhilfen, die sie auch sofort annahm. Ihr Gang war, obgleich temperamentvoll und stark, weich und gut zu sitzen. Federnd ging die Gescheckte ganze Bahn, bog hinter A auf den Zirkel ab und nahm meine Gewichtshilfen zum Vergrößern in jeder Runde so auf, wie man es von einer Dressurstute erwarten würde. Anschließend erfolgte eine einfache Schlangenlinie, bei C parierten wir kurz durch und nach zwei Schritten trabten wir wieder an. Bei E vollführte sie eine Volte, die war jedoch sehr eierig. Mit Nachdruck stellte ich die Stute besser um, sodass die zweite Hälfte der Volte relativ rund aussah und wir bei E wieder auf dem Hufschlag ritten.
      Kurz darauf saß ich aus, machte die Beine länger und ließ das Pferd mein Gewicht spüren. Ihr linkes Ohr zuckte, dann setzte sie kurz aus und sprang danach in den Galopp hinein. Obschon ich schnelle Pferde geritten war – Rising Star war einfach anders. Elegant und doch kräftig, vermochte sie eine gute Runde hinzulegen, sodass wir bei E durchparierten. Im Leichttrab klopfte ich ihren Hals mehrmals und bekam mit, wie Rachel mir den gehobenen Daumen zeigte. Trabend machten wir noch einige einfachere Lektionen – mehrere Schlangenlinien, Zirkel und leichte Anlehnungen an die Traversale – bevor ich den heutigen Tag abschließen wollte. Zum Schluss trabte sie noch ein wenig, bevor wir auf der Mittellinie Halt machten und ich von ihr abstieg. Ich zurrte die Steigbügel hoch, lockerte den Gurt und führte sie zu den Stallungen. Rachel half mir beim Absatteln – naja, sie brachte das Sattelzeug weg, während ich mich um die verschmuste Stute kümmerte. Die wollte richtig betüttelt werden und genoss ihre Streicheleinheiten. Anschließend stellte ich sie in ihre Box und machte mich mit Rachel fertig für das Ende des Tages.

      Am nächsten Morgen...
      ...waren Rachel und ich fast gleichzeit wach und genossen die Morgensonne. Es war ein richtig heller Tag und ich war mit Begeisterung bei der Sache, als ich Rising Star vom Nachtpaddock holte. Die Stute war grünlich gefärbt, hatte sich wohl an einer grasigen Stelle gewälzt. Neugierig stupste mich die Stute an, als ich sie auf den Putzplatz führte und von dort aus in die Sattelkammer huschte, um ihre Sachen zu holen. Ohne große Schwierigkeiten bürstete ich die verfärbten Stellen aus ihrem Fell heraus und machte mich dann an die Hufe. Die waren völlig verklebt und brauchten jeweils gute zwei Minuten Arbeit, bis sie ausreichend sauber waren und dann auch noch eingefettet wurden. Ich sattelte die Barockpintostute auf und zog die Decke gerade, bis alles gleichmäßig auf ihrem Rücken lag und gurtete dann. Beim Trensen zog sie den Kopf hoch, kaute dann aber auf dem Mundstück herum als wäre nichts passiert.
      In der Halle war die Luft dick mit Sandstaub. Der Reitplatz war zwar frei, aber immer noch aufgeschwemmt, sodass ich zunächst das große Tor öffnete, um Licht und Luft in die Halle zu lassen. Dann streichelte ich den Hals der Gescheckten und stieg auf, zurrte sofort den Gurt fester und machte die Steigbügel kürzer.
      Nach einer fünfzehn minütigen Aufwärmphase mit mehreren Gang- und Tempowechseln sowie E-/A-Dressurlektionen begann ich mit dem Unterricht. Zwei Runden im Mitteltrab und anschließend eine Volte bei E – eine runde sogar! Kurz vor A nahm ich den inneren Zügel mehr auf und bog sie in die Kehrtwende hinein. Der Bogen war großzügig angelegt und vor E gelangten wir wieder auf dem Hufschlag. Die Kehrtwende wiederholten wir erneut bei C, gingen dann aber direkt auf den Zirkel und gingen im Galopp weiter. Wir konnten sogar mit etwas Nachdruck den Zirkel verkleinern, da dieser über die halbe Halle ging und so klein wie möglich gehalten werden sollte. Auch wie gestern waren ihre Gänge bequem auszusitzen, und selbst in dem Tempo konnte ich gut kleine Hilfen geben, um sie dann auf der ganzen Bahn parieren zu lassen.

      Mittag
      Etwa vier Stunden später war der Untericht vorbei. Rising Star hatte sämtliche Lektionen gut verarbeitet und konnte sogar vor Rachels Augen eine recht passable Traversale hinlegen und ihre Gänge präsentieren. Rachel war zufrieden mit dem Zustand ihrer Stute und reiste kurz darauf mit ihr ab, doch vorher bekam sie noch eine dicke Umarmung sowie eine Möhre von mir.
      Rising Star hat mit Erfolg am M-Dressurtraining der ITS Canterbury Trainerin Catalina teilgenommen.

      Training Dressur M-S | Oktober 2015
      Ich hätte ja fast gelacht, als Rachel Wincox sich wieder bei mir meldete. Sie wollte ein weiteres Pferd bei mir trainieren lassen."Freut mich, dass du so zufrieden zu sein scheinst",sagte ich ihr am Telefon und verabredete mich für den kommenden Tag mit ihr. Ich war seit dem letzten Auftrag bei Elisa Cranfield kaum drei Tage zu Hause gewesen und nun machte ich mich ein weiteres Mal auf den Weg. Ich freute mich darauf Rising Star wieder zu sehen. Die Stute war in meinem letzten Trainingsstall ebenfalls bei mir gewesen und ich war gespannt,wie sie sich entwickelt hatte. Am Hof angekommen, richtete ich mich erst einmal häuslich ein und machte mich dann auf die Suche nach Rachel. Sie hatte mich beim Ankommen kurz begrüßt und war dann schnell weiter gelaufen, weil sie noch einiges zu erledigen hatte. Ich fand sie nun auf dem Reitplatz, wo sie eines ihrer Pferde gerade longierte."Ich würde mit Rising Star gerne dazukommen, wenn das für dich in Ordnung ist",sagte ich lächelnd. Sie stimmte zu.Es war ein schöner, aber kühler Tag und ich wollte es ausnutzen, dass man noch auf dem Reitplatz reiten konnte. Ich ging zu der Stute, welche mich beschnupperte und sich dann von mir kraulen ließ."Na, du Hübsche",sagte ich sanft,"alles klar bei dir."Sie stupste mich an und ich musste lachen."Du bist wohl frecher geworden,hm?"Natürlich war das nur Spaß.Ich halfterte die Stute auf und putzte sie dann erst einmal. Sie ließ sich das gerne gefallen und auch meine gelegentlichen Streicheleinheiten schienen ihr zuzusagen. Nachdem ich sie geputzt hatte, sattelte und trenste ich sie auf, führte sie dann auf den Reitplatz und stieg auf,nachdem ich nachgegurtet hatte. Ich merkte schnell, dass die Stute viel fleißiger war, als ich sie in Erinnerung hatte, aber das war nicht das schlechteste. Sie dehnte sich gut nach unten und lief fleißig vorwärts. Als ich die Zügel nach der Aufwärmphase aufnahm, ließ sie sich ohne Probleme an den Zügel heranreiten und behielt ihr Schrittempo bei. Ich wärmte sie erst noch einmal ein bisschen im Schritt auf und trabte sie dann schließlich an.Heute wollte ich sie nur ein bisschen reiten und mich mit ihr vertraut machen. Wir kannten uns zwar und ich hatte über jedes Pferd eine Akte angelegt, aber es war doch immer relativ viel Zeit zwischen den Trainingseinheiten und ein Pferd änderte sich auch im Laufe seines Lebens. Angenehm war, dass die Stute sehr nervenstark war und der Wind, der heute ziemlich wehte, sie kein bisschen aus der Ruhe bringen konnte. Auch das andere Pferd auf dem Platz interessierte sie nicht. Sie war gut ausgebildet worden und lief wunderbar am Zügel. Ich war beeindruckt von ihrem Talent für die Dressur. Sie bot sich gut an und versuchte alles so auszuführen, wie man es von ihr verlangte. Schließlich beendete ich das Training für heute und ließ die Stute wieder in ihre Box. Nach einem ausgiebigen Abendessen und anschließendem Gespräch mit Rachel zog ich mich in mein Zimmer zurück und las noch eine Weile, bevor ich zu Bett ging. Der nächste Tag begann früh wie immer für mich. Ich war einfach kein Langschläfer. Rachel war auch schon auf den Beinen, hatte die Pferde schon gefüttert und empfing mich mit einer Tasse Tee in der Hand. Ich bekam ebenfalls eine und nachdem wir den Tee getrunken hatten, ging ich gemeinsam mit ihr nach draußen. Rachel würde heute und auch die nächsten Tage beschäftigt sein, sagte mir aber, dass sie mir da schon vertrauen würde, dass ich ihr Pferd nicht verreiten würde. Ich lachte und sagte:"Ich gebe mir große Mühe."Auf direktem Weg ging ich zu Rising Star. Sie fraß noch genüsslich ihr Heu, weshalb ich sie erstmal fressen ließ, während ich sie ausgiebig putzte. Nachdem sie fertig gefressen hatte, sattelte und trenste ich sie auf und ging auch heute auf den Reitplatz. Ich wollte heute mit ihr die Lektionen reiten, die sie schon können musste. Wollte einfach überprüfen inwieweit wir miteinander kommunizieren konnten. Nachdem ich sie aufgewärmt hatte, machte ich mich daran. Die Stute reagierte gut auf meine Hilfen. Ab und zu waren wir uns noch nicht ganz einig in der Hilfengebung, aber insgesamt war ich sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Sie würde sich gut anstellen und würde in der Dressur definitiv großen Erfolg haben. Ich beendete das Training schließlich und versorgte die Stute. Den Rest des Tages verbrachte ich mit der Stute, kraulte sie viel und ging mit ihr spazieren.Die nächsten Tage trainierte ich mit der Stute viel und wir wurden immer besser zusammen. Schließlich war ich der Meinung, dass sie soweit war, um mit dem weiterführenden Training zu beginnen. Sie reagierte nun gut auf meine Hilfen und bot sich an. Ich fing also mit den 'einfacheren' Lektionen an. Am Anfang, wie bei jedem Training, klappte es natürlich nicht, aber die Stute schien wenigstens schon mal ansatzweise zu wissen, was ich von ihr wollte. In den nächsten Tage trainierte ich viel mit der Stute, manchmal auch zwei Mal am Tag. Die Trainingseinheiten waren je nach Schwierigkeit mal länger, mal weniger ausgedehnt und mit der Zeit wurden die Lektionen klarer. Gegen Ende des Trainings war ich sehr zufrieden mit der Stute. Auch Rachel, die immer mal wieder beim Training zugesehen hatte, war zufrieden. Jedenfalls sagte sie nichts gegenteiliges. Schließlich konnte ich die Stute guten Gewissens in Rachels Obhut belassen. Sie hatte alles gelernt, was sie hatte lernen müssen und auch Rachel konnte die Lektionen mit der Stute nachverfolgen."Sie hat wahnsinniges Talent, was ich dir wohl nicht zu sagen brauch, immerhin förderst du sie ja sehr."Ich verabschiedete mich von den beiden und machte mich dann auf den Heimweg. Zu Hause angekommen, ließ ich mich erst einmal entspannt auf meinen Sessel sinken.
      © Samanta Thomsen 5705 Zeichen

      Tierarztbericht | November 2016
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      Während ich die alten Sachen gegen frische austauschte, brachte Rachel ihre Isländerstute weg und holte Patient Nummer zwei aus dem Stall. Diesmal handelte es sich um ein etwas größeres Exemplar: die sechsjährige Barockpintostute Rising Star. Aufmerksam musterte sie mich, als ich mich mit ihr bekannt machte. Sie war mir von Anfang an etwas misstrauisch gegenüber, aber zeigte es nicht direkt.
      Rachel führte sie mir einmal im Schritt und einmal im Trab auf dem Hof vor, so dass ich mir ein Bild über ihre Bewegungsabläufe machen konnte. Alles sah bestens aus, also konnte ich direkt mit der Untersuchung weitermachen. Zuerst kontrollierte ich den Pupillenreflex, dann die Farbe der Schleimhäute und den Stand ihrer Zähne.
      Danach machte ich mich direkt an das Abhören von Herz und Lunge und kontrollierte ihre Werte. Zum Abschluss tastete ich nur noch die Wirbelsäule, die Gelenke und die Sehnen ab, ehe ich abschließend die Körpertemperatur kontrollierte. Rising Star war topfit.
      Weiter machten wir mit den Röntgenaufnahmen, dafür holte ich das mobile Röntgengerät und kümmerte mich darum, die Aufnahmen zu machen, während Rachel die Stute festhielt. Schnell waren alle gemacht und ich musste nur noch das Blut für das kleine Blutbild abnehmen.
      Nun standen für Rising Star nur noch die Impfungen und die Wurmkur an. Zuerst bekam sie die vier Spritzen gegen Influenza, Tetanus, Herpes und Tollwut. Nachdem alle gesetzt waren, musste Rising Star nur noch die Wurmkur schlucken und schon war sie fertig.
      Ich erneuerte den Impfpass und dann durfte Rising Star auch schon gehen. Ich verabschiedete mich von Rachel und machte mich auf den Heimweg.


      Röntgenbilder:
      Rising Star lässt sich in die Röntgenklasse II eingliedern. Ihre Aufnahmen liegen nahe am Ideal, hier und da lassen sich jedoch kleine Abweichungen finden, die sie jedoch weder in Sport noch in der Zucht beeinträchtigen werden.

      Kleines Blutbild:
      Alle Werte liegen im Normalbereich. Der Wert der Erythrozyten war leicht erhöht, was sich jedoch auf ihre leichte Anspannung während der Untersuchung zurückführen lässt.

      Hufschmiedbericht | November 2015
      Hufschmiede Bericht für Rising Star
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      Patrick musste grinsen. Erneut hatte ihn ein Auftrag zu dem Gestüt Briar Cliff geführt. Und dieses Mal fand er den Weg auf Anhieb. Beim letzten Mal hatte ihm sein Navi einen Strich durch die Rechnung gemacht und war in dem für ihn fremden Landstrich kaputt gegangen.
      Zum Glück war ein hilfsbereiter Autofahrer so nett und hatte ihn zu dem Gestüt geführt.
      Es war noch recht früh am Morgen und auf dem Hof war wohl gerade Fütterungszeit. Karren voll Heu oder Stroh wurden umhergefahren und Mist wurde aus dem Stall gebracht. Patrick Sanders stellte den Wagen wieder an der Seite vom Stall ab und stieg heraus um sich um zusehen. Draußen konnte er Jemanden Bescheid sagen das er gekommen war um eines der Pferde zu behandeln und man schickte ihn in den Stall.
      Nach einigem suchen in dem Gebäude, fand der Mann auch wonach er Ausschau gehalten hatte. Rachel Wincox. Jene Frau die ihm letztes Mal schon eines der Pferde gebracht und auch jetzt wieder bei der Hufschmiede zwecks eines Auftrages angefragt hatte.
      „Oh, guten Morgen,“ rief sie ihm über eine Boxenwand hinweg zu und winkte kurz. Sie füllte gerade Futter mit Hilfe einer Handschaufel in den Trog der Box, wo sich dessen Bewohner auch sogleich drauf stürzte als wäre er dem Hungertod nahe.
      „So früh hatte ich Sie gar nicht erwartet,“ meinte die Frau freundlich und schloss die Boxentür, ehe sie sich zu dem Schmied herum drehte und ihm die Hand reichte.
      Patrick nickte freundlich und griff nach ihrer Hand.
      „Wenn ich einmal einen Weg gefahren bin, dann bleibt das in meinem Gedächtnis auch gespeichert.Und ich kann es mir doch nicht die Peinlichkeit erlauben ein weiteres Mal zu spät zu kommen.“
      Rachel lächelte und winkte ab. „Ach, das passt schon. Sie sind ja trotz allem gekommen. Von daher machen Sie sich da mal keine Sorgen. Ich bin hier soweit fertig, also kann ich ihnen die Stute gleich nach draußen bringen.“
      „Das hört sich gut an, dann sage ich mal `bis gleich´.“ Patrick drehte sich herum und suchte sich wieder den Weg hinaus ins Freie wo er, an seinem Wagen angekommen, alles Nötige vorbereitete. Rachel kam mit dem Pferd gerade um die ecke als der Mann fertig war und band die schwarz gescheckte Stute an der Stallwand fest. Ein wirklich hübsches Pferd, wie Patrick zugeben musste.
      Rising Star hieß die Stute und bei ihr war heute nur die Grundpflege dran.
      „Muss ich bei ihr irgendetwas bestimmtes wissen? Ist sie auch so `besonders´ wie meine letzte Kundin hier?“ Noch zu gut hatte er das bissige Island-Stütchen in Erinnerung.
      Rachel musste erst überlegen was er meinte und lachte dann als es ihr einfiel. “Aber nein, nein. Diese hier ist besonders lieb. Also keine Sorge. Bei ihr behalten Sie alle ihre Finger.“
      „Dann bin ich beruhigt,“ entgegnete Patrick schmunzelnd und begann seine Arbeit.
      Rising Star war tatsächlich eine sehr gutmütige Stute. Bei jedem Huf hielt sie brav still und lies sich die Behandlung ohne Murren gefallen.
      Zwischendurch lobte Patrick das Pferd trotzdem und strich ihr immer wieder über den Körper. Die Stute stand mit leicht gesenktem Kopf an ihrem Anbindering und drehte nur ab und an die Ohren oder hob den Kopf wieder wenn aus dem Stall ein ihr bekanntes Wiehern oder Geräusch hörte.
      Patrick strich an den Beinen entlang wenn er einen Huf haben wollte und bei Jedem hob die Stute auch sofort an. Wenn sie einmal nicht reagierte, brauchte der Mann nur leicht an das Gelenk zu tippen und prompt ruckte das Bein in die Höhe.
      Der Schmied bearbeitete die Hufe routiniert und zügig. An manchen Stellen schnitt er nur ein wenig von der Kante des Horns ab, an Anderen wiederum brauchte er nur die Raspel um kleinere Unebenheiten zu entfernen und die alte Form wieder zu erlangen.
      Bald schon war die Arbeit getan und Patrick verstaute sein Handwerkzeug in der Schmiedetasche und kam um das Pferd herum. Aus einer Seitentasche an der dicken Schürze, beförderte er eine große Mohrrübe zu Tage und hielt sie Rising Star vorsichtig hin. Erfreut brummelte die Stute und sammelte den Leckerbissen ebenso behutsam mit den Lippen von seiner Hand.
      Lächelnd nickte Rachel dem Mann zu. Sie schien mit seiner Arbeit sehr zufrieden zu sein, was Patrick wiederum sehr freute. Ihm war es sehr wichtig was man von seiner Arbeit hielt. Und wenn der Kunde zufrieden war, dann war es auch sein Chef.
      Rachel und er klärten noch eben die Formalitäten und dann konnte der Mann auch schon wieder vom Hof fahren.
    • sadasha
      14. März 2017 | 11054 Zeichen von adoptedfox
      Pflege für alle Pferde der Gwynedd Stables

      Das hätten wir soweit dann erledigt dachte ich und lehnte den Besen an die Wand neben dem Schubkarren. Bevor ich mich auf den Weg zu einer Kundin nahe der Küste machte, wollte ich meine eigene Anlage auf Vordermann bringen. Die Pferde waren versorgt, standen auf frischem Stroh und genossen ihr Futter. Ich ging zurück ins Haus, nahm mir eine Flasche Wasser und mein Handy vom Küchentisch und ging zum Wagen um mich auf den Weg zu machen. Das Wetter war wechselhaft geworden und so entschloss ich die Heizung auf die erste Stufe zu schalten. Aufgrund der vielen Baustellen schien die Fahrt an die Küste schier unendlich und dennoch erreichte ich die Gwynedd Stables noch vor Mittag! Man teilte mir mit, dass man die Anlage nach einer ca. 10 minütigen Fahrt durch ein dichtes Waldgebiet sehen würde und so war es auch. Der Wald wurde lichter und es erstreckten sich saftige, grüne Wiesen vor mir und inmitten konnte man die braunen Dachziegel der Stallungen erahnen. Ich bog auf den Schotterweg ein und parkte meinen Wagen auf dem Parkplatz, welcher direkt an das Haupthaus angrenzte. An der Tür hing ein Zettel, welcher an mich gerichtet war. Es gab einen familiären Notfall, weswegen man mich nicht persönlich empfangen konnte. Einerseits war ich erfreut über das entgegengebrachte Vertrauen, andererseits, so musste ich zugeben, machte ich mir auch Sorgen. Als ich zu den Ställen ging erkannte ich, dass die Pferde sich allesamt auf den Weiden befanden und so entschied ich mich, mich zuerst um die Stallgebäude zu kümmern. Nachdem ich die Gebäude begutachtet hatte nahm ich die Schubkarre, legte Mistgabel, Schaufel und Besen hinein und begab mich zum Trakt der Offenstallboxen. Dieser schien in letzter Zeit nicht genutzt worden zu sein. Ich entschloss dennoch das alte Stroh aus den Boxen zu entfernen und fegte diese dann komplett aus. Die Paddock des Offenstalls schienen sauber, sodass ich sie lediglich abkehrte. Mit einem sauberen Schwamm wusch ich die Selbsttränken aus und ließ, beim verlassen der Boxen, die oberen Läden offen damit diese gelüftet werden konnten. Ich erklärte die Offenstallboxen für sauber und bereit für neue Mitbewohner, sammelte meine Untensilien ein und ging in das nächstgelegene Stallgebäude. Die Boxen sahen genutzt aus, also begann ich mit dem ausmisten jeder einzelnen Box. Nachdem ich die volle Schubkarre auf dem Mishaufen ausgeleert hatte nahm ich mir direkt das Haupt-Stallgebäude vor, da sich hier auch die Strohballen befanden. Als alle Boxen ausgemistet waren leerte ich die Schubkarre abermals auf dem Misthaufen aus und belud diese anschließend mit frischem Stroh, welches ich hinüber in die kleine Stallanlage brachte und in den leeren Boxen verteilte. Fertig eingestreut fegte ich die Stallgasse sauber und sammelte verirrte Strohhalme aus den Tränken damit diese ebenfalls sauber waren. Ich ging hinüber zum Haupt-Stallgebäude und streute auch hier die Boxen ein. Nach getaner Arbeit kehrte ich die Stallgasse sauber und stellte den Schubkarren wieder an seinen Platz, nachdem ich diesen ausgeleert hatte. Ich holte meine Flasche Wasser aus dem Wagen und ging in Richtung der Weiden und trank einen Schluck. Eines der beiden Fohlen hatte es mir besonders angetan. Ich nahm mir einen der Führstricke, welche im Gras am Zugang zur Weide lagen und ging hinein. Langsam und beruhigend sprechend ging ich auf das fuchsfarbene Fohlen zu. Das es bereits ein Halfter truf machte es mir wesentlich einfacher, denn allem Anschein nach wollte es so schnell nicht von der Weide weggebracht werden. Ich nahm den Strick fest in die Hand und führte das Fohlen von der Weide in Richtung Haupt-Stallgebäude. Immer wieder versuchte die freche Stute mich zu überholen, doch ich wusste dagegen zu steuern! Ich hielt sie an und drängte sie einige Schritte rückwärts zu weichen. Endlich im Stall angekommen band ich Forestfire an und striegelte in langen Zügen ihr Fell. Ihren Namen entnahm ich vom Boxenschild, welches, zu meinem Glück, mit einem Bild der Pferde versehen war. Da die Stute augenscheinlich Probleme damit hatte an der Hand zu laufen führte ich sie in die angrenzende Halle und ging dort, zusammen mit ihr, meine Runden. Zwar versuchte sie nun nicht mehr mich zu überholen, jedoch entwickelte sie eine neue Methode mich zu testen. Sie blieb stehen. "Da musst du Dir schon mehr einfallen lassen meine Schöne!" sagte ich bestimmt, nahm den Strick kürzer und drehte um. Mein Plan ging auf, sie folgte. In den Stall zurück ging es jedoch nicht, denn sobald sie sich in Gang gesetzt hatte drehte ich erneut um. Ein paar Mal testete sie mich noch aus und dann schien sie kleinbei zu geben. Ohne Probleme folgte die Stute mir durch die Halle und auch auf dem Weg zur Box kam sie brav mit. Lobend klopfte ich der Stute den Hals und gab ihr einen Bananenchip als Belohnung. In der Box nahm ich Forestfire das Halfter ab und hängte es an die Boxentür. Mit dem gleichen Strick ging ich zurück zur Weide und stahl mich, vorbei an den Stuten, zu dem Fohlen namens Rabano. Vorsichtig streichelte ich es am Hals. Es war wesentlich jünger als Forestfire. Beruhigend sprach ich auf das junge Fohlen ein und griff es behutsam am Halfter, um den Führstrick zu befestigen. Ich kraulte ihm den Hals und setzte mich dann in Bewegung. Rabano war ruhig, wirkte aber leicht verunsichert. Nachdem der Weidezaun wieder verschlossen war entschied ich mich mit dem Fohlen spazieren zu gehen. Wir gingen an den Weiden entlang über die Wiese in Richtung Wald. Die Ruhe der Gegend war umwerfend, hier konnte die Natur noch Natur sein! Die Sonne kämpfte sich durch die Wolkenwand und schien durch die Baumwipfel hindurch. Rabano lief brav mit mir durch den Wald und nahm neugierig die Umgebung auf. Nach einer geschätzten viertel Stunde kehrten wir um und gingen zurück in Richtung Hof. Dort angekommen band ich Rabano an der Boxentür seiner Box an und holte einen Hufkratzer. Langsam strich ich mit der Hand am linken Vorderbein des Fohlens entlang und nahm den Huf hoch. Ich hielt ihn einige Sekunden in dieser Position bevor ich behutsam den Huf säuberte und kleine Steinchen entfernte. Rabano war vorbildlich und ließ sich so alle Hufe kontrollieren und säubern. Zur Belohnung schob ich dem kleinen Hengst einen Bananenchip zwischen die weichen Lippen welchen er sofort schmatzend zerkaute. "Das gefällt Dir, hm?" sagte ich und kraulte das Fohlen am Mähnenkamm. Auch Rabano nahm ich das Halfter in der Box ab und verschloss diese sicher.
      Ich ging zurück zur Weide, auf welcher nur noch 2 Pferde standen. Es handelte sich um die Stuten Rising Star und Cozy Blanket. Ich beobachtete die beiden eine Weile, wie vertraut sie miteinander umgingen und entschied, mit beiden einen Spaziergang entlang der Straße zu wagen, welche nach ein paar hundert Metern einen Abzweig in den Wald bat. Ich griff nach 2 Führstricken am Boden und ging auf die beiden Stuten zu . Ich streichelte beiden zur Begrüßung die Stirn und hakte die Führstricke ein. Mit Cozy Blanket in der linken- und Rising Star in der rechten Hand gingen wir zum Weidezaun. Ich öffnete diesen und hängte den Torgriff locker ein, sodass die Weide offen stand. Zusammen mit den beiden Stuten verließ ich die Gwynedd Stables und nachdem ich prüfte, ob ein Auto gefahren kam, ging ich mit beiden Stuten entlang der Straße spazieren. Das klappern der Hufe erfüllte die Luft und hin- und wieder ließ eine der beiden Stuten ein entspanntes Schnauben ertönen. Nach einigen Metern entdeckte ich, dass auf einer der groß angelegten Wiesen eine Schafsherde stand. Cozy Blanket schien sie auch entdeckt zu haben und sendete ihnen ein Wiehern. Ein paar der Schafe blökten zurück und kamen in Richtung Weidezaun gelaufen. Ich hielt beide Stuten an und sofort steckte Rising Star das sanfte Maul tief in die Wiese und riss einen ordentlichen Haufen Gras heraus. Während sie genüsslich kaute und die Schafe beobachtete, fielen links und rechts die Grashalme aus dem Maul. "Na kommt ihr beiden!" sagte ich und setzte mich wieder in Bewegung. An der Abzweigung hielt ich die Stuten kurz an um zu sehen ob ein Auto kommt, doch die Straße war frei und so gingen wir über den Schotterweg in Richtung Wald. Nach einer halben Stunde gingen Cozy Blanket, Rising Star und ich über die Wiese zurück zum Stall, über welche ich bereits mit Rabano spazierte. Ich band beide Stuten vor Ihrer Boxentür an und kratze die Hufe aus, damit sie sich keine Steinchen oder ähnliches eintraten und Probleme bekamen. Als beide Stuten sicher in Ihrer Box standen ging ich zur Weide, wo sich nur noch 1 Pferd befand. Der Hengst Animus Peredur stand auf einer abgetrennten Weide. Wie verrückt wiehernd lief er am Zaun auf und ab. Ich hob den letzten Strick vom Boden auf und nutzte die Gelegenheit, dass der Hengst bereits am Zaun stand. Ich hakte den Strick ans Halfter, öffnete den Weidezaun und ging mit dem Hengst in Richtung Reitplatz. Ich stellte ihn dort ab und spurtete in die Sattelkammer um eine Longe zu holen. Wieder zurück kam Animus bereits zu mir und rieb seinen Kopf an meinem Bein. Ich wuschelte mit meinen Fingern durch seinen Schopf und hakte die Longe in sein Halfter ein. Da Animus noch ziemlich unerfahren schien, nahm ich das Ende der Longe in die rechte Hand während ich die Longe in der linken hielt und trieb Animus vorwärts. Er fiel in einen beinahe gelangweilten Schritt und ich trieb ihn wieder und wieder damit er beim laufen nicht einschlief. Nach einigen Runden schnalzte ich mit der Zunge und trieb wieder mit der Longe und Animus fiel in den Trab. Hin- und wieder buckelte er etwas, doch er fand immer wieder den Weg zurück in die eigentliche Arbeit. "Prima machst du das! Und jetzt Gaaaaalopp!" motivierte ich ihn stimmlich und lief an der Longe im Takt mit. Er machte seine Arbeit wirklich gut und hatte einen nett anzusehenden Galopp. Nach zirka einer virtel Stunde Longenarbeit, gespickt mit mit mehreren Tempowechseln beendete ich das Training und brachte ihn in den Stand. Ich klopfte seinen Hals lobend und ließ ihn dann etwas freilaufen. Ich sah zu wie er seine Runden drehte, nach seinen Stuten rief und erwischte ihn mit meinem iPhone beim traben. Das Bild sendete ich gleich an Sophia Finch, der Besitzerin der Gwynedd Stables. "Na dir geht es gut, oder?" rief ich lachend als ich von meinem Telefon auf sah und sah, wie Animus Peredur sich genüsslich durch den Sand wälzte. Als er aufstand und sich schüttelte ging ich zu ihm, kraulte seine Stirn und steckte ihm einen Bananenchip zu. Ich hakte die Longe in sein Halfter ein und führte ihn zum Stall in seine Box wo ich ihm sein Halfter abnahm. Ich ging in die Sattelkammer und nahm eine Bürste um sein Fell vom Sand zu befreien. Nachdem ich seine Box geschlossen hatte brachte ich das Putzzeug zurück in die Sattelkammer, fegte die Stallgasse und bereitete das Futter der Pferde zu. Der Tag neigte sich langsam dem Ende zu und ich hatte noch eine weite Fahrt vor mir. Ich hinterlies Sophia noch eine Nachricht auf der Rückseite Ihrer, schloss die Boxenfenster des Offenstalls und ging zu meinem Wagen um die Heimreise anzutreten.
    • sadasha
      Gwynedd Stables
      20. Mai 2017 | 1944 Zeichen von sadasha

      Typisch englisches Wetter. Doch wenigstens war es nicht mehr ganz so kalt. Der Regen ist nur ganz seicht und so zog ich heute nur eine Sweatjacke über. Im ersten Moment war das doch etwas frisch, doch sobald ich gleich ans arbeiten käme, würde es mir schon warm genug werden. Eve und Nicholas waren noch nicht wach. Emma hingegen schon. Die 38 jährige saß am Frühstückstisch und las die Tageszeitung. „Und irgendwas Interessantes?“ fragte ich beiläufig, während ich mir eine Tasse Tee machte. Emma fing an ein wenig plaudern. Irgendwann kamen Eve und Nicholas dazu und gemeinsam gingen wir in den Stall um die Pferde zu füttern und sie anschließend auf die Weiden zu bringen. Ich begann bei den Stuten. Where’s Sleep, Cozy Blanket, Rising Star und Forestfire standen gemeinsam auf einer Weide. Die Stuten kannten mittlerweile den Weg, den sie laufen mussten und so öffnete ich nur die jeweiligen Boxen und die Pferde gingen selbtständig auf die Weide. Hinter ihnen schloss ich dann das Tor. Eve hatte Animus Peredur und Rabano auf die Bachelorweide gebracht und Punchdrunk auf den Putzplatz gestellt um ihn fertig zu machen. Ihr Bruder hingegen war mit Injaki schon soweit durch. Der Criollo Hengst war erst seit Kurzem bei uns und ist Nicholas erstes Pferd. Bisher machte er sich gut, in ein paar Wochen würden die beiden bestimmt mit dem Training beginnen und sich auf das ein oder andere Turnier vorbereiten. Ich hatte jetzt erstmal kein Pferd zu reiten. Stattdessen lief ich die Weiden ab und kontrollierte die Zäune. Auch nach giftigen Kräutern auf den Wiesen hielt ich Ausschau, damit ich sie schnellstmöglich entfernen konnte. Erst am Nachmittag fand ich Zeit zum Reiten. Emma gab mir eine Unterrichtsstunde auf Rising Star. Ich war zwar eine gute Reiterin, doch vier Augen sehen mehr als zwei. Das war schon immer so. Am Abend bekamen die Pferde ihre zweite Futterration, bevor wir den Stall dicht machten und uns ebenfalls zurückzogen.
    • sadasha
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      11. Oktober 2017 | 4152 Zeichen von sadasha

      “Soooophia?!” rief Nicholas vom Ende der Stallgasse. Ein wenig genervt drehte ich mich zu ihm um und wollte ihm gerade etwas entgegnen, als er einfach weiter sprach. “Injaki ist heute irre gut drauf. Lust auf einen Ausritt? Eve kommt auch mit.” er zeigte auf die Wand rechts von ihm, in deren Richtung auch die Weiden lagen. “Können wir machen. Wen nimmt Eve denn mit?” wollte ich wissen und nahm mir den nächsten Huf von Skadi zur Hand. Eigentlich war es eine schande mit ihr heute auszureiten. Immerhin hatte ich sie gerade eben erst richtig sauber bekommen und das Wetter draußen war eher minder gut. Nach dem Ausritt würde ihr Behang wieder voller Dreck kleben und wenn es nur der Behang war, dann hätte ich noch Glück gehabt. “Sie will Amador ausreiten, der hat sich ja ganz gut gemacht mittlerweile.” Ein betretenes Schweigen sagte alles, was ich von dieser Idee hielt. Nichts Gutes. Natürlich hatte Amador eine rapide aufwärts gehende Entwicklung hinter sich, seit er hier ist. Aber ich hielt ihn noch nicht bereit fürs Gelände. “Eve weiß schon was sie macht. Vertrau ihr.” sagte Nicholas schließlich, der meine Gedanken erraten hatte. “Davon abhalten kann ich sie sowieso nicht.” meinte ich patzig und kratzte nun den letzten von Skadis Hufen aus. Eine halbe Stunde später waren wir alle bereit und saßen in unseren Sätteln. Immer wieder warf ich einen besorgten Blick auf Eve und Amador, doch die beiden ließen sich nicht aus der Ruhe bringen. Amador versuchte zwar ab und an seine Energie durch leichtes tänzeln abzuladen, doch Eve hatte ihn gut im Griff. Injaki und Skadi verhielten sich von Natur aus ruhiger. Der Ausritt verlief wider meiner Erwartungen recht ereignislos. Amador hatte genug Möglichkeiten sich kontrolliert auszupowern und wirkte gegen Ende des Ausritts sogar recht ausgeglichen, wenn das bei ihm denn möglich war. Er schien sogar den Regen zu genießen, der jetzt aus Kübeln auf uns herabgoss. Bei den beiden Schimmeln schimmerte nun die dunkle Haut durch das weiße Fell und Injaki glänzte was das Zeug hält. Begeistert war er allerdings nicht vom kühlen Nass. Im Gegenteil. Der Criollo war froh, als er in seine warme Box entlassen wurde. Nach dem Ausritt sprach ich noch einmal mit Eve und lobte sie für ihre gute Arbeit mit dem Schimmelhengst. Doch sie war noch immer etwas eingeschnappt, weil ich ihr nicht von Anfang an vertraut hatte. Irgendwie war heute der Wurm drin. Ich beließ es dabei, da ich den Streit nicht noch mehr aufbauschen wollte. Stumm nahm ich mir Where’s Sleep aus der Box, während Nicholas Lucero und Eve Punchdrunk fertig machten. Da es regnete blieb uns nur noch die Reithalle als trockener und sicherer Trainingsort. Hier trafen wir auf Emma, die ihren Friesenhengst Filou Farrigé Etoile Filante longierte. Sie begrüßte uns freudig, merkte jedoch sofort dass die Stimmung angeschlagen war und beließ es dabei. Als sie mit Filou fertig war machte sie Rising Star fertig und ich nahm schließlich noch Cozy Blanket in die Reithalle, als Sleepy wieder in ihrer Box stand. Die beiden Geschwister kümmerten sich derweil um die Jungpferde. Nacheinander beschäftigten sie Animus Peredur, Rabano und Forestfire. Sie arbeiteten am Fohlen ABC und bei den beiden älteren auch schon an den Vorbereitungen für’s Longieren. Erst am Abend sprach ich Eve noch einmal an um den kleinen Konflikt von heute morgen zu klären. “Es tut mir wirklich leid.” beteuerte ich und sah sie reumütig an. “Pass beim nächsten mal einfach auf… Ich bin genauso erwachsen wie du und du solltest wissen, dass ich weder mich noch meine Mitmenschen leichtsinnig in Gefahr bringen würde.” - “Du hast recht, ich hab nicht nachgedacht.” Noch einmal sah mich Eve prüfend an, bevor sie anfing zu lächeln. “Okay, Schwamm drüber…” Wir unterhielten uns noch einige Minuten lang begeistert darüber wie gut sich vor allem Amador entwickelt hatte. Aber auch die anderen Pferde aus Kalifornien schienen mit dem nassen Klima Englands besser zurecht zu kommen. Emma hatte auch noch ein paar lobende Worte für uns übrig, bevor sich das Team auflöste und ich am Ende alleine auf dem Sofa saß und ein Buch zur Hand nahm um den Tag ausklingen zu lassen.
    • sadasha
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      14. Februar 2018 | 6582 Zeichen von sadasha

      Punchdrunk sieht gut aus, Eve!” lobte ich meine Freundin, während ich mit der gesattelten Where’s Sleep den Reitplatz betrat. Tatsächlich hatte sich der Reitponyhengst super entwickelt und es würde bald Zeit werden ihn auf Turnieren vorzustellen. “Hast du schon etwas von Emma gehört? Ich mache mir Sorgen. Sie meinte zwar es sei nur ein Routineeingriff, aber…” Ich stieg auf und sah zu Eve rüber, die Punchdrunk durchparierte. Betreten schüttelte sie den Kopf. “Sie hat sich noch nicht gemeldet, aber ich weiß was du meinst. Sie tut immer so als nehme sie es auf die leichte Schulter, aber eigentlich trifft es sie jedes mal wie ein Schlag ins Gesicht. Hoffen wir das Beste!” Ich nickte und fasste den Entschluss nach getaner Arbeit ins Krankenhaus zu fahren und nach ihr zu sehen. Wir hatten Emma so viel zu verdanken, vielleicht war es ein kleines “Lift me Up” für sie, wenn sie ein freundliches Gesicht sah, das nicht gerade zur Familie gehörte. Die nächste Stunde jedoch konzentrierte ich mich auf die Stute die ich gerade unterm Sattel hatte. Where’s Sleep hatte sich zu einem echten Dressurcrack entwickelt, was bei den Friesen Sporthorses trotz der barocken Abstammung nicht selbstverständlich war. Die Talente waren da sehr weiter verstreut und wenn ich Pech gehabt hätte, dann hätte sie es in der Dressur, in meinem Bereich, nicht weit gebracht und ich hätte umdisponieren müssen. Worst Case wäre gewesen, wenn sie Talent im Westernsport gezeigt hätte unter Eve oder Nicholas. Doch das Alles sind nur Hirngespinste, die zu meinem Glück nicht eingetreten sind. Miss Monstermähne ist in der Dressur goldrichtig. Auch heute zeigte sie wieder was sie gelernt hatte und machte mich damit unfassbar glücklich. Eve war mit Punchdrunk durch und beschäftigte sich nun mit den beiden Junghengsten Rabano und Animus Peredur. Ich war Nicholas sehr dankbar, dass er sich mit meiner Forestfire dazugestellte. So hatten die Babys ihre Spielstunde und ich konnte nach Sleepyhead mit meinen Großen weitermachen. Cozy Blanket und Skadi schmiss ich nur auf die Weide. Die zwei hatten heute frei. Rising Star jedoch putzte ich gründlich und sattelte sie danach für einen Ausritt. “Warte auf mich.” raunte Nicholas rüber, als ich gerade aufsitzen wollte. Er hatte Lucero gerade fertig geputzt und musste nur noch satteln.

      Zurück von unserem Ausritt machten wir eine ausgiebige Mittagspause und kochten unsere Suppe vom Vortag noch einmal auf. “Wer muss denn heute noch bewegt werden?” fragte Nicholas, der den Überblick mal wieder verloren hatte. Eve rollte genervt mit den Augen. “Na… denk doch mal nach wen wir heute schon dran hatten. Dann kannst du per Ausschlussverfahren herausfinden, wer noch gemacht werden muss. Ganz einfach. Soll ich es dir vormachen?” - “Wenn du noch ein Wort sagst…” Eve lachte gehässig, während Nicholas hilfesuchend zu mir rüber sah. Doch ich zog nur den Kopf zwischen die Schultern. “Deine Schwester, nicht meine! Komm alleine klar.” Als Eve sich wieder gefangen hatte fragte sie: “Und Bruderherz, weißt du jetzt wen wir machen müssen.” Nicholas sah sie verdutzt an. Er hatte keine Zeit gehabt groß nachzudenken, Eve plapperte sofort weiter: “Ach Bruder… Wir machen jetzt erstmal Filou Farrigé Etoile Filante, weil Emma nicht da ist er aber tägliche Betüddelung gewöhnt ist. Dann schnappst du dir Injaki und ich mir Amador. Das wars. Was machst du mit deinem freien Nachmittag, Sophia?” Ich schluckte hastig den Löffel Suppe herunter, den ich mir gerade erst in den Mund geschoben hatte. “Ich wollte Emma besuchen.” Die Stimmung kippte spürbar. Die Geschwister warfen sich betrübte Blicke zu. “Grüß sie von uns und sag ihr, dass wir sie vermissen.” Sanft lächelnd garantierte ich ihnen die Grüße außerordentlich auszurichten und stand dann auf. “Den Abwasch mache ich noch, bevor ich gehe. Dann könnt ihr gleich wieder zu den Pferden.” Freudig sprangen die Zwei auf und gingen dankbar lächelnd nach Draußen.

      Alle Pflichten erledigt fuhr ich ins Krankenhaus und fragte an der Rezeption nach Emma. Ein gutes Zeichen war wohl, dass sie auf Normalstation lag und nicht mehr in der Totalüberwachungszone, wie ich sie immer nannte. Ein wenig zaghaft klopfte ich an und trat ein, nachdem ein ebenso zaghaftes “Herein” zu hören war. Emma sah furchtbar zerknittert aus, die Frage wie es ihr wohl ging verkniff ich mir daher. Stattdessen nahm ich sie vorsichtig in den Arm und richtete ihr die Grüße von Eve und Nicholas aus und zeigte ihr ein brandaktuelles Foto von Eve und Emmas Hengst Filou. Glücklich, aber auch mit Wehmut betrachtete sie es und bedankte sich. “Die OP verlief gut. Ihr habt mich in ein, maximal zwei Wochen zurück.” Sie deutete mir an die Akte am Fußende des Bettes hervorzuholen. “Schau dir die Bilder an. Dann siehst du womit ich tagtäglich zu kämpfen hab.” Die Röntgenbilder zeigten ihre Apparaturen in Hüfte und Knien. “Du bist ein Cybot. Ich wusste es!” meinte ich scherzhaft in der Hoffnung, dass sie es nicht falsch verstand. Emma lachte und mir fiel ein Stein vom Herzen. Zufrieden grinste ich und packte die Bilder wieder weg. “Das ist nicht so toll wie es klingt. Um ehrlich zu sein ist das sogar ziemlich schmerzhaft. Würde ich keinem empfehlen.” meinte sie ebenfalls grinsend. “Wir machen uns alle schreckliche Sorgen. Wo hast du denn dein Telefon?” fragte ich nun wieder mit ernster Miene. Emma zeigte auf das Schränkchen neben sich. “Da drin, aber ich hab mein Ladekabel vergessen. Der Akku ist leer. Wenn du mir also einen riesen Gefallen tun möchtest...” Sie lächelte mich bittend an. “Mein Mann kam noch nicht dazu.”
      Ich machte mich also auf den Weg um Emma ein Ladekabel zu besorgen. Als ich zurückkam und Emma ihr Handy endlich wieder anmachen konnte ging zuerst einmal sämtliche Nachrichten durch, klärte ein paar besorgte Freunde auf und fand schließlich etwas, was sie mir gleich zeigte. “Oh schau mal, Sophia! Schau doch mal, das wäre etwas für dich.” Sie gab mir das Telefon und ich warf einen Blick darauf. Geöffnet war die Verkaufsanzeige eines Barockpintostutfohlens. Ihr Name war Arcane und sie hatte eine ähnlich nostalgische Abstammung wie meine anderen Pferde. Dressurbegabung war ihr praktisch in die wiege gelegt. Ganz nebenbei war sie wunderbar gescheckt. “Ich wusste sie gefällt dir! Die hat mir Anja gesendet. Du solltest sie dir wenigstens ansehen. Wenn nicht für dich, mach es für mich.” - “Gut. Versprochen, Emma.” Ich wollte heute nicht mit ihr diskutieren, das war ihr Glück. Denn eigentlich hatte ich in nächster nicht vor weitere Pferde auf den Hof zu holen. Doch Arcane wäre eine wunderbare Ausnahme.
    • adoptedfox

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      19. Juni 2018 | 3330 Zeichen von adoptedfox

      Käthe | Einige Monate waren seit meinem letzten Besuch auf den Gwynedd Stables verstrichen und ich freute mich schon darauf, alte Bekannte wiederzusehen. Ich ließ das Fenster einen Spalt herunter und sog die frische Luft ein. Vielleicht bildete ich es mir ein, aber ich meinte die Meeresluft riechen zu können. Als ich das Gelände der Gwynedd Stables erreichte stellte ich den Wagen auf dem Parkplatz ab und widmete mich direkt der Arbeit. Ich nahm mir eine der Schubkarren und eine Mistgabel um die Weiden und Offenställe zu säubern, bevor ich die Pferde nach draußen bringen würde. Schon jetzt erwärmte die Sonne die Luft und wäre die leichte Brise nicht, wäre es unerträglich stickig. Nachdem ich auch die Tränken auf ihre Funktion überprüft hatte ging ich in den Stall um die ersten beiden Fohlen nach draußen zu bringen. Ich nahm zwei Halfter und zog sie nacheinander Doo Wop und Arcane an um sie nach draußen zu bringen. Brav ließen die beiden sich führen und warteten geduldig ab, bis die Stricke gelöst waren, bevor sie miteinander zu spielen begannen und in rasantem Tempo davon zogen. Ich beobachtete sie einen Moment, bevor ich wieder in den Stall ging und auch Rabano und Forestfire beim wilden Spiel teilhaben durften. Auf dem Weg zurück in den Stall wieherte der Hengst Amador durchdringend und begann mit seinem Huf gegen die Boxentür zu schlagen. “Hörst du auf!” mahnte ich ihn und schob ihn zurück in seine Box, damit ich ihm ein Halfter überziehen konnte. Amador schien heute nicht gut drauf zu sein und so entschloss ich mit ihm in die Reithalle zu gehen um ihn frei laufen zu lassen. In der Halle angekommen nahm ich mir eine der Longierpeitschen und stellte den unruhigen Hengst auf, damit ich ihm in Ruhe den Strick abnehmen konnte. Sofort lief er tief schnaubend im Trab auf der Bahn und buckelte ein paar Mal. In sicherem Abstand lief ich hinter ihm her und trieb ihn vorwärts wenn er versuchte die Richtung zu wechseln. Nach zirka 20 Minuten schien er sich beruhigt zu haben und kam sogar zu mir um sich eine Belohnung abzuholen. Da ich keine Leckerchen einstecken hatte klopfte ich ihm den Hals und kraulte ihn an der Brust. Da er bereits bei mir war befestigte ich den Strick wieder am Halfter und brachte ihn auf die Weide neben denen die Fohlen standen. Nacheinander holte ich nun auch Filou Farriagé Etoile Filante und Animus Peredur. Während ich die beiden Stuten Where’s Sleep und Cozy Blanket auf die Weide brachte, kam Sophia Finch, die Inhaberin der Gwynedd Stables und gab mir Bescheid, dass ich Skadi in der Box lassen sollte, da sie sie später reiten wollen würde. Ich nickte zustimmend und holte Piroschka und Rising Star. Die drei verbleibenden Hengste Punchdrunk, Injaki und Lucero brachte ich in den Offenstall damit es auf der Weide keine Komplikationen geben würde. Da sich alle Pferde zufrieden draußen befanden begann ich damit die Boxen auszumisten und für den Abend frisch einzustreuen. Bevor ich mich wieder auf den Weg nach Hause machte schaute ich noch einmal nach den Pferden. Am liebsten würde ich einmal für 1-2 Tage hierher kommen um einen langen Ausritt am Strand zu genießen. Doch das musste erst einmal warten, da genug andere Arbeiten am Hof anstanden. Ich verabschiedete mich von Sophia Finch die gerade dabei war Skadi zu putzen und stieg in den Wagen um nach Hause zu fahren.
    • sadasha
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      04. November 2018 | von sadasha
      Schnelle Pflege für Alle Pferde

      "Man was für ein Scheißwetter!", fluchte Nicholas, der gerade mit Injaki von einem Ausritt zurück auf den Hof kam. Er hatte heute Vormittag schon Lucero und Doo Wop bewegt und dabei Glück gehabt nicht nass zu werden. Nun hatte er es jedoch gewagt ins Gelände zu gehen mit seinem Criollohengst und bekam gleich die Klatsche für diesen Leichtsinn. Beide waren bis auf die Knochen durchnässt und froren sichtlich. "Tja Brüderchen, du solltest dir vielleicht einen Regenmantel anziehen, wenn du bei diesen Wetterprognosen draußen arbeiten möchtest." Eve zog die Schultern hoch und ging dann mit Punchdrunk in den Stall. Der Ponyhengst hatte gerade gearbeitet, würde jetzt noch sein Mash bekommen und hätte dann den Rest des Tages frei. Eve war auch schon seit heute Vormittag auf dem Hof und hatte sich um Amador und Piroschka gekümmert. Die beiden Hengstfohlen Animus Peredur und Rabano waren zuletzt an der Reihe, denn da war sie nicht so sehr auf gutes Wetter angewiesen. Emma beschlagnahmte schon den ganzen Tag eine Hälfte der Halle. Sie arbeitete vom Boden aus mit Filou Farrigé Etoile Filante, ihr Friesenhengst, ihr ganzer Stolz. Und ich, ich hatte heute ausgeschlafen. Hatte bislang nur ein Pferd fertig gemacht und das war Where's Sleep. Gerade führte ich Forestfire quer durch den Regen, da sie dieses Wetter hasste und sich immer wieder anstellte durch Regen zu laufen. Also übten wir. Erst als sie ruhig neben mir lief belohnte ich sie und beendete ihre Einheit für heute. Auch Arcane bekam dieses Regentraining heute zu spüren, sie jedoch war etwas umgänglicher und lief von Beginn an neben mir her, wie an jedem anderen Tag. Emma kam zwischendurch zu mir und fragte ob ich Hilfe bräuchte. Ich bat sie deshalb sich um Skadi zu kümmern. Dann konnte ich nach meinen Fohlen Rising Star und Cozy Blanket gespaßen und wäre dann fertig. Gesagt, getan. Am Abend hatten wir Alle unsere Portion Regenwasser abbekommen und freuten uns auf eine heiße Gemüsesuppe. Wir besprachen die nächsten Trainingseinheiten und überlegten ob wir nicht im kommenden Jahr wieder in die Turniersaison einsteigen wollten. Fest legten wir das jedoch nicht. Vor allem Eve und Emma waren von der Idee nicht überzeugt und so vertagten wir die im Moment recht aussichtlose Diskussion auf spätere Tage.
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  • Album:
    Gnadenweide | Pferdehimmel
    Hochgeladen von:
    sadasha
    Datum:
    14 Jan. 2017
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    Stute
    09. April 2009 | 7 Jahre
    Rasse Barockpinto
    Stockmaß/Endmaß 160cm
    Fellfarbe Black Tobiano
    Geno Ee aa ToTo

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    Charaktereigenschaften
    Aufmerksam, Sozial, Ruhig, Loyal, Gutmütig, Nervenstark, Temperamentvoll

    Beschreibung
    Rising Star ist eine ziemlich Springebegeisterte Stute und hat auch viel Potenzial und Springmanier. Sie ist doppelvererbt worden und wird sowohl in der Dressur als auch im Springen eingesetzt. Unter'm Sattel ist sie temperament voll, aber auch nerven stark. Sie ist sehr flexibel und liebt es ab und an mal richtig betüddelt zu werden.

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    Trainingsplan
    Fohlen ABC ✔ | Eingeritten ✔ | Eingefahren ✔

    Schleifenaufstieg | Trainingsaufstieg | Potential
    Oben = Joelle Qualifikation | Unten = Variationen

    Dressur E A L M S

    Lektionen der Dressur: E A L LM LP M S
    Doma Classica: WE WA WL WM WS
    Alta Escuela: WE WA WL WM WS
    Doma Vaquera: WE WA WL WM WS

    Springen E A L M S

    Show Jumping: E A* A** L M* M** S* S** S*** S****


    Fahren E A L M S
    Dressurprüfung: CAI-A1 CAI-A2 CAI-A4
    Ausdauerprüfung: CAI-M-A1 CAI-M-A2 CAI-M-A4
    Hindernisfahren: CAI-C-A1 CAI-C-A2 CAI-CA4


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    Offiziell
    30. Dressurturnier | 250. Dressurturnier | 50. Synchronspringen | 200. Fahrturnier | 328. Dressurturnier
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    333. Dressurturnier | 5. Synchronfahren | 336. Dressurturnier
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    Inoffiziell

    ES. Dressurturnier, 1. Platz
    x Keine Schleife x

    E Dressur - Junge Reiter - Abigail Bailey - 2. Platz

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    Von Slater
    Von Samber Aus der Dark Lady

    Aus der Kalinka

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    SK 436

    Eingetragene Zucht Gwynedd Stables
    Besitzer sadasha (Sophia Finch)
    VKR/Ersteller Tassila

    Nachkommen
    Calorro von Aristo
    Animus Peredur von Aristo


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    Letzter Tierarztbesuch unbekannt
    Gesamteindruck unbekannt


    Letzte Zahnpflege überfällig
    Letzte Wurmkur überfällig
    Letzte Impfung überfällig


    Letzter Hufschmiedbesuch unbekannt
    Ausgeschnitten/Korrigiert nein


    Beschlag vorne keiner
    Beschlag hinten keiner


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