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sadasha

♛ Moulan

Englisches Vollblut | Stute | Rappe | sweetvelvetrose

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♛ Moulan
sadasha, 3 Apr. 2016
Dir, Rinnaja, Tassila und 2 anderen gefällt das.
    • sadasha
      12. März 2015
      Gekonntes Einspringen
      Es war bereits nach 17 Uhr als mich plötzlich ein wichtiger Anruf ereilte. „Eddi? Oh Eddi! Gott sei Dank! Endlich erreiche ich jemanden!“, ertönte eine erleichterte Stimme. „Ich bins! Fiona! Du kannst dich nicht zufällig die kommenden drei Tage um meine Pferde kümmern? Ich hatte einen bösen Unfall und liege im Krankenhaus und Melissa schafft das nicht alleine!“, erzählte Fiona mir die Kurzfassung und natürlich sagte ich sofort zu! Nachdem ich aufgelegt hatte, scheuchte ich Ethan und Kat auf, damit sie sich um unsere Vierbeiner kümmern würden, während ich mich bereits warm einpackte und dann ins Auto stieg, um mich auf den Weg zum Rosenhof.
      Eine Stunde später war ich auch dort und fand eine definitiv gestresste Melissa. Na ja, eigentlich war sie mit den Nerven schon am Ende. „Ich schaffe das einfach nicht!“, stöhnte sie und schüttelte den Kopf. Ich munterte sie auf und gönnte ihr eine kurze Pause, ehe wir die letzten Boxen im Stall misteten und frisch einstreuten. Zu zweit ging das natürlich definitiv schneller von der Hand, aber mit den Pferden würden wir noch die Hände voll zu tun haben! „Also ich habe heute nicht annähernd alle geschafft. Alleine ist das fast unmöglich!“, erklärte sie mir und zählte dann, was sie geschafft hatte.
      Das Stutfohlen Perfect Noblesse hatte seine tägliche Portion Erziehung erhalten. Danach hatte sie Citation und Dahiba longiert, ehe sie noch Refren geritten war. „Ich dachte ja, ich schaffe alle…“, murmelte sie, während sie mir zwei Halfter zuwarf, doch dann schüttelte sie nur den Kopf. Draußen war es bereits fast dunkel, dabei mussten noch alle Pferde in den Stall. Die kamen dafür aber auch direkt freiwillig zu uns. Ich holte Black Dragon und Fada Fid von ihren Paddocks in den Stall, während Melissa die beiden Stuten Vai Alida und Moulan einfing. Dann waren noch Morengo, Efeu und Opium an der Reihe.
      Während wir zu den weiter entfernten Weiden liefen, erzählte Melissa weiter. „Ich bin dann mit Cazador ausgeritten und hatte Morrigan als Handpferd. Eigentlich wollte ich mit Chaira auch eine Runde drehen, aber die muss heute eine Auseinandersetzung mit Elanor gehabt haben, weil sie ein wenig lahmte“, das überprüften wir direkt, aber auf dem Weg zum Stall lief Chaira wieder viel klarer, trotzdem zickten sich die beiden Stuten weiterhin an. Ich führte Rubina und Angels Kiss und die beiden wollten sich dann tatsächlich auch noch zoffen! Umso froher war ich, als die dann in ihren Boxen standen. Melissa bereitete dann bereits das Abendbrot für die Pferde vor, während ich die Hengste Requiem und Race is Hope in den Stall holte.

      Auch Saphira und Far Cry folgten mir brav und ließen sich dann ihr Futter schmecken. Shihan hingegen machte ein riesiges Theater, weil er mich nicht kannte und lief mit mindestens einem Meter Abstand neben mir. Dafür begrüßte mich Pharlap mit einem Wiehern, der Hengst war einfach ein Engel! Plötzlich ertönte ein leises Wiehern und beinahe hätte ich die kleine Becks Experience vergessen! Als dann auch der Zwerg im Stall stand, half ich Melissa noch bei der restlichen Fütterung und dann hatten wir es geschafft. Nun machten wir uns an die Planung für den morgigen Tagesablauf und das Training.

      von Eddi

      1. September 2015
      Cola kommt an!
      Ich ging Jani gerne mal auf die Nerven, wenn es um damalige Pferde ihrerseits ging. Erst kürzlich lief mir diesbezüglich Cola über den Weg. Ein Reitponyhengst wie aus dem Bilderbuch, welchen ich schon oft auf Turnieren gesehen hatte. Schon damals hatte ich mich in den hübschen Fuchs verliebt und nun war er tatsächlich fast dem Tierschutzverein in die Hände gefallen, weil er vollkommen vernachlässigt aufgefunden worden war. Ich hatte natürlich sofort Jani angerufen und sie gefragt, ob sie ihr Besitzerrecht nutzen könnte, um ihn wieder zu sich zu holen. Ich wusste wie toll Cola sein konnte und dementsprechend wollte ich dem Hengst gerne noch einmal eine Chance geben und tatsächlich stimmte Jani zu!
      Deshalb war ich heute schon kurz nach sieben auf ihrem Hof zu Gange und half ihr erst einmal bei den alltäglichen Dingen. Zuerst fütterten wir alle Pferde. Dabei durfte ich mich an White Boy und Moulan vorbei in die Boxen schieben, um den Vierbeinern ihr Frühstück zu geben. Die beiden machten mir zum Glück bereitwillig Platz und so konnte ich sicher rein und wieder raus. Nachdem die Pferde fertig waren, ging es für sie auf die Weide. Ich durfte die beiden Zwerge Easy Going und Gabriella auf ihre kleinere Weide hinter dem Stall bringen und kurz nachdem sie ihre Halfter los waren, sprangen sie wie die Verrückten los. Jani hatte es da mit Best look for my weekend wesentlich entspannter, denn die Stute machte kaum Stress, verabschiedete sich von Jani und wanderte zufrieden zu einer passenden Stelle zum grasen.
      Nun wurde es allmählich Zeit, Colas Ankunft vorzubereiten. Ein wenig wuschig half ich Jani beim Einstreuen und Vorbereiten einer neuen Box, in welcher der Reitponyhengst sich den ersten Monat lang erholen würde, ehe er höchstwahrscheinlich erneut umziehen würde, nämlich zu mir. Doch nun musste er erst einmal ankommen und eine halbe Stunde später hörte ich auch schon den Hänger auf den Hof fahren. Die junge Helferin lud den Hengst gemeinsam mit Jani aus und ich war sehr geschockt als ich ihn sah, denn er sah miserabel aus. Sein Fell war struppig und zerrupft und auch sonst wirkte er nicht gerade sehr gesund.
      Für Cola ging es nun erst einmal in die Box, wo er sich ausruhen konnte. Sein erster Weg führte zur Tränke, wo er ziemlich lange verweilte, ehe sein Durst gelöscht war und dann schaute er sich etwas um, ehe er am Heunetz hängen blieb und dort erst einmal ein wenig knusperte. "Wir vermuten, dass er dringend einen Zahnarzt sehen müsste", erklärte uns die TSV-Helferin und bei genauerem Hinschauen sah man, dass Cola nicht richtig kauen konnte. "Das bekommen wir hin", meinte Jani lächelnd und überließ den Hengst dann meiner Obhut.
      Die erste halbe Stunde beobachtete ich ihn nur und las mir seine Dokumente durch. So viel war leider gar nicht bekannt, aber zum Glück war er eigentlich nur vernachlässigt worden, so dass er zwar äußerlich miserabel aussah, aber es ihm psychisch zumindest noch so weit gut ging, dass man gut mit ihm würde arbeiten können. Ich wollte ihn heute erst einmal gründlich putzen. Anfangs gefiel das Cola nicht sonderlich, aber schnell mochte er die Massage doch mehr als gedacht. Ich bürstete ihm viel Fell aus und teilweise hatte er dann leider kahle Stellen, wo das Fell eigentlich nur noch drauf gelegen hatte. Heute Abend würde ich ihm direkt einen auf ihn abgestimmten Futterplan ausarbeiten und Jani dann dabei unterstützen.
      Nachdem Cola geputzt war, führte ich ihn aus der Box und machte mit ihm einen kleinen Spaziergang über den Hof. Ich wollte ihn nicht überfordern, aber ein wenig sollte er sich schon die Beine vertreten dürfen und das tat ihm auch sichtlich gut. Zwar war er danach sehr erschöpft und das konnte ich bei seinen Hufen nur zu gut nachvollziehen, aber er hatte sich bewegt und dadurch auch anscheinend Appetit bekommen. Denn das Mash, was ich ihm dann vorbereitete, kam ihm mehr als nur willkommen und da er nicht viel kauen musste, fraß er auch motivierter als sonst. Irgendwie würden wir aus ihm auch wieder ein flottes Pferdchen machen.

      von Eddi

      5. Januar 2016
      Ein grauer Morgen und doch ein guter Tag
      Aufgewacht der regen tratschte gegen die Schreibe und ich hatte so gar keine Lust raus zu gehen und doch heute war ich mit stall dienst dran. Nach dem Anziehen ging ich raus in den Stuten stall Mistet den Paddock von Fada Fid ,Hestia, Baraija, Zanyah, Best Look mein gast Pferd , Famia, Rubina Badriyah, Saddy,Teasie, Shady,Farahsa,Baraka Cardiac und meine Jungstute Cassi, bei Moulan meinen Englischen Volli streute ich auch neu ein brachte frisches Heu mit dem Trekker in die paddocks ,dann Kümmerte ich mich um die drei Jung Hengste Shamal und Bahar so wie Ironic, die beiden Pfelgis Cola und Wihte Boy bekamen auch ihre ration Shamal und Bahar und Ironic durften sich im frei speigen aus toben. Meine Western Pferden bekamen auch ihre Ration und durften sich in der Kleinen Halle die Beine vertreten brav nach ein andern oder auch mal zusammen. Erst Gerlie Faithe Jade und Caresse dann die beiden Hengste Slush und Kajano, dann ging es zu meinen Araber hengsten Duke, mein neuer und nun bester Freund von Duke Amore , dann Ashqar mit Tiri danach Bitu allei n da er grad wieder eine Phase des ich bin blöd zu anderen hatte danach Asfari mit Kadihr und Arsil danach ging ich mit dem Hund und Amore und Duke noch im Regen spatzieren und freute mich nach einem Anstregenden langen Tag auf ein Heißes Bad und ein Buch
      von sweetvelvetrose
    • sadasha
      20. April 2016
      Black Beauty

      „Dad... Nein.“ ich schüttelte den Kopf um meine Aussage zu unterstreichen. Mein Vater fing schon wieder von Schafen an. „Das sind Schnucken, keine Schafe!“ protestierte er, als würde das einen Unterschied für mich machen. „Wir haben so oder so Geldprobleme, da müssen wir nicht auch noch Schafe kaufen.“ Diskussion beendet. Dachte ich, als mein Vater abermals den Mund aufmachte unterbrach ich ihn sogleich. „Ihr habt eure fünf Esel und die damit verbundenen Feriengäste. Das reicht für's Erste!“ Im Laufschritt verließ ich den Raum um das Gespräch zu beenden. „Hi... Mr. Crowley?“ eine unsichere, recht helle und mir unbekannte Stimme klang in meinen Ohren. „I-ich... ihre Mutter hat mich zu Ihnen geschickt.“ Das dunkelhaarige Mädchen mit den großen kastanienbraunen Augen sah mich an als würde ich sie jeden Moment zusammenfalten. „Wer bist du denn?“ fragte ich noch immer etwas genervt von meinem Vater und musterte sie misstrauisch. „Ehm... ich helfe seit ein paar Wochen hier aus, beschäftige die Feriengäste und so...“ erklärte sie mir. Aaah, das war also das Mädchen von dem meine Mutter sprach. Wie hieß sie gleich? Lara? Sarah? Mara? Irgendwie sowas. „Ahja, sie hatte mir davon erzählt.“ sagte ich eher beiläufig und ging in den Stall, während mir das Mädchen folgte und weitersprach: „Ich hab nur noch etwa einen Monat Schule und ich würde gerne wissen ob ich Chancen auf Arbeit hätte.“ sie hatte für diesen etwas längeren Satz allen Mut zusammengenommen, den sie aufbringen konnte, das konnte man spüren und die Erleichterung, den Satz fehlerfrei herausgebracht zu haben stand ihr ins Gesicht geschrieben. Ich schenkte ihr ein Lächeln. „Wir reden später, ja?“ Sie nickte und blieb stehen, während ich die Stallgasse hoch ging bis zur allerletzten Box, bevor es nach rechts zu den Offenställen oder der Reithalle ging. Moulan, die schwarze Schönheit stand vor mir. Wie immer war sie unsicher und stand in der hintersten Ecke ihrer Box. „Oh! Sie hat heute keinen guten Tag.“ Ich zuckte zusammen, als Gine mich mit ihrer viel zu lauten Stimme ansprach. „Sorry...“ sie lachte kurz. „Warst du mal beim Arzt?“ Sie stellte mir diese Frage seit etwa einer Woche täglich... Nachdem Steven mir einen Dolch ins Bein gejagt hatte, war ich... etwas eingeschränkt was die Arbeit betraf. Aber um die Pferde, die nur vom Boden ausgearbeitet wurden konnte ich mich dennoch kümmern. „Hunter?“ - „Keine Zeit, Gine.“ Ich schob die Boxentüre auf und schlüpfte durch den Spalt, der sich dadurch ergab, in Moulan's Box. Die Boxentüre wieder verschlossen hörte ich die nun irgendwas vor sich hinmurmelnde Gine weiterziehen. „Hey Blacky.“ flüsterte ich fast, als die Rappstute mich mit hellwachen Augen ansah. Die Ohren drehten sich, als suchten sie ein Signal. „Alles gut, das hatten wir doch schon.“ Langsam näherte ich mich der scheuen Stute. Wir hatten alle Zeit der Welt. Je näher ich kam, desto unsicherer und nervöser wurde die schwarze Schönheit und so blieb ich immer wieder stehen, damit sie sich mit der Nähe vertraut machen konnte. Ich hatte kein bestimmtes Ziel. Ich nahm, was sie mir gab. Immer wenn jemand an der Box vorbeilief schnellte ihr Kopf hoch und die Ohren nach hinten. „Alles gut.“ wiederholte ich mehrfach, in dem Glauben es würde sie etwas beruhigen. Moulan war jetzt seit etwa einem Monat auf dem Bear Brook EC und hatte schon ein paar Fortschritte gemacht. Sie ließ sich von Gine problemlos aus der Box führen, putzen und auch ein wenig longieren, auch wenn sie dabei immer mal ausbrach, wenn sie im Stall etwas hörte. An Platzarbeit oder Gelände war in jedem Fall noch nicht zu denken. Mit Männern hatte sie noch mehr Probleme. Irgendjemand hatte ihr Vertrauen furchtbar missbraucht. So zumindest unsere Vermutung. Für heute jedenfalls beließ ich es bei ein paar wenigen Berührungen, bis ich die Box wieder verließ. „Sie hat noch immer große Angst vor dir.“ klärte Gine mich auf, als ich aus der Box kam. Sie hatte gerade mit Eismärchen gearbeitet, die noch auf der Stallgasse stand. „Ja, aber das wird schon.“ - „Apropros das wird schon...“ Gine hielt mich am Arm fest, bevor ich flüchten konnte. „Du musst zum Arzt, wenigstens der Verband sollte mal gewechselt werden. Ich sehe doch wie du gehst.“ sie sah mich in einer Mischung aus Sorge und Wut an. „Mhmmm... Wie gehe ich denn?“ gab ich zur Antwort und hoffte, das Thema sei damit erledigt. Ich löste mich aus ihrem Griff und ging weiter. „Mensch... Hunter!“ Ich zuckte zusammen. So hartnäckig war sie sonst nie. „Jetzt geh rein. Ich komm in zehn Minuten nach. Ich mach nur noch Eismärchen fertig für die Weide.“ Ich schluckte und ging rein. Keine zehn Minuten später kam Gine wie versprochen dazu und sah mich noch immer mit... diesem Blick... an. Ganz so als hätte ich irgendwas verbrochen. „Ich hab doch morgen eh einen Termin be-“ „-und genau deshalb sollte der Verband erneuert werden. Die reißen dir doch den Kopf ab, wenn du da mit einem eine Woche alten Verband ankommst!“ unterbrach sie mich. Gut. Wenn sie meinte... Ohne weitere Widerworte ließ ich sie den Verband wechseln. „Und Frau Doktor, darf ich jetzt weiter arbeiten?“ Sie wisperte irgendwas von wegen „Mach doch was du willst...“ und ließ mich alleine. Frauen... Am späten Abend kam Catalina von der Arbeit nach Hause und wirkte gestresst. Wir hatten noch immer nicht gesprochen, Steven hatte in seinem Suff ein paar nicht allzuschöne Details über sie herausposaunt. Unsere Gespräche beliefen sich seitdem nur auf Smalltalk. Vorerst würde ich an dieser Situation auch nichts ändern. Ich hatte wahrlich genug um die Ohren. Zwei meiner Stuten waren noch immer tragend und bei den Pineforest Stables wartete ein Fohlen, das ich in einem halben Jahr abholen würde. PFS' Savory Blossom hatte ich entdeckt, als ich Mr. Raw Depression's ersten Nachwuchs besucht hatte. Die junge Stute hatte sofort meine Aufmerksamkeit, als ich die Fohlen des Gestüts gesehen hatte und so kam ich nicht umher mit der Inhaberin einen Deal zu schließen. Aber auch hier würde bald noch mehr Nachwuchs erwartet. Slap Happy und Bear Totem's Denali sind noch immer tragend. Vor allem bei Denali müsste es bald soweit sein. Vielleicht noch zwei oder drei Wochen. Slap Happy hatte da noch mehr Zeit. Den heutigen Tag ließ ich damit ausklingen Samson zu longieren. So dachte ich zumindest. „Mr. Crowley?“ wieder diese helle Stimme. „Achja. Lara?“ - „Tara.“ korrigierte mich das Mädchen sofort. „Tara. Wir können dich gerne einstellen jetzt wo uns ein Mann fehlt. Du bist Springreiterin oder?“ sie nickte. „Gut. Ich mache die Papiere fertig und dann reden wir über alles Weitere. Achja und wir duzen uns hier. Davon bist du nicht ausgeschlossen, ich bin Hunter.“ Sie strahlte über das ganze Gesicht. „DANKE!“ - „Nichts zu danken.“ ich schmunzelte und kümmerte mich weiter um den Tinkerwallach am anderen Ende der Longe, der geduldig darauf wartete, dass es weiter ging.
      Veija gefällt das.
    • sadasha
      29. Mai 2016
      Neue Gesichter

      Ein gleichmäßiges Surren, ein regelmäßiges Piepsen und hin und wieder Schritte drangen an meine Ohren. Die Lider waren schwer und der gesamte Rest des Körpers fühle sich an wie Blei. Dann kam jemand näher an mich heran, das hörte ich an den Schritten. „Mr. Crowley?“ eine unbekannte Frauenstimme. Ich öffnete die Augen und sah in ein fremdes Gesicht. „Gut Sie sind wach.“ sie lächelte mich an und verschwand wieder. Ich hätte mich so gerne aufgerichtet um zu sehen wo sie hinging, aber mein Körper war zu träge. Wenige Minuten später kam die Frau zurück in Begleitung eine weitere Ärztin. Ich wusste mittlerweile wo ich war. Aber wie war ich her gekommen? „Wie fühlen Sie sich?“ fragte die deutlich jüngere Ärztin und prüfte die Werte, die die Geräte anzeigten, an denen man mich angeschlossen hatte. Mein Mund war staubtrocken, würde ich jetzt etwas sagen wollen, würde es sowieso niemand verstehen. Stattdessen hob ich den Kopf vom Kissen um das Zimmer anzusehen. „Sir?“ sie drückte mich wieder zurück und leuchtete mir in die Augen. „Können Sie mir sagen, welcher Tag heute ist?“ Noch eine Frage... Ich räusperte mich. „Mittwoch.“ meine Stimme war rau, aber besser als ich es erwartet hätte. Die Schwester lächelte immer noch. Sie war von eher plumper Statur und mit Sicherheit schon über vierzig. Die Haare hatte sie zu einem festen Knoten gebunden. „Nun, wir haben Samstag. Nur für's Protokoll.“ Die Ärztin wirkte weniger freundlich, aber vermutlich hatte sie einfach Stress. Sie war jung, vielleicht in meinem Alter? Aber durch die Stressfalten und den strengen Gesichtsausdruck wirkte sie älter. „Mr. Crowley. Wie fühlen Sie sich?“ wiederholte sie mit Nachdruck. Gute Frage! Keine Ahnung. Ich weiß ja nicht mal wie ich hergekommen bin. Das Gefühl fand nach und nach seinen Weg zurück in die müden Glieder. Einen Versuch mich aufzurichten vereitelte die Schwester sogleich. „Was ist passiert?“ fragte ich zurück, da ich keine Antwort auf die Gefühlsfrage wusste. „Woran erinnern Sie sich?“ Fragen... wieder eine neue! Könnte Sie mir nicht einfach antworten. „Mhm...“ ich dachte tatsächlich nach, aber konnte nichts entdecken, was mich hierher hätte bringen können. „Was ist das letzte, was Sie Ihrer Erinnerung nach getan haben?“ Wahnsinn, die Ärztin konnte lächeln. Das Letzte... „Ich hab mein Pferd für ein Turnier vorbereitet und wir wollten es in den Hänger laden. Aber...“ ich legte die Stirn in Falten, das konnte nicht sein. Pendragon ist eines der ausgeglichensten Pferde, die wir auf dem Hof haben. Außerdem... „...das war aber mittwochs.“ Was ist denn passiert, zur Hölle?! Die Ärztin stellte mir noch einige belanglose Fragen, die ich zur Hälfte nicht beantworten konnte. Dennoch wirkte sie am Ende halbwegs zufrieden. „Physisch geht es ihnen den Umständen entsprechend gut. Aber wegen ihren Erinnerungen setz ich einen Psychologen auf sie an, das gefällt mir nicht.“ sprach sie jetzt absichtlich nicht im Fachchinesisch, weil sie mich für irre hielt? Ich nickte nur und sie verschwand. Die Schwester hatte sich schon während des Gesprächs aus dem Staub gemacht.

      Über Mittag wurde ich auf Normalstation verlegt, bekam allerdings ein Einzelzimmer. Gut eine Stunde später trudelte eine abgehetzte Person ins Zimmer, zog einen der umstehenden Holzstühle zu sich und setzte sich erstmal um zu verschnaufen. „Alles okay?“ fragte ich, als die Frau auch nach gut einer Minute noch nichts gesagt hatte. Endlich wandte sie sich mir zu. „Ja, ehm, Mr. Crowley, richtig?“ sie warf einen Blick auf ihr Klemmbrett und sah dann wieder zu mir. Ich richtete mich etwas auf und nickte. „Guten Tag, ich bin Ihre psychologische Betreuung für die nächsten Wochen.“ Hatte ich da jetzt richtig gehört? Für die nächsten WOCHEN?! Ich schluckte, aber sie lächelte mich weiterhin unverhohlen an und rückte näher ans Krankenbett. „Sie haben Schwierigkeiten sich zu erinnern, wie sie hier her gekommen sind, hab ich gehört?“ Sie sagte das mit einer Süßlichkeit in der Stimme, dass ich das Gefühl hatte, sie wollte nun Freundschaft schließen. Psychologenspielerei. „Ja.“ antwortete ich knapp und bemühte mich ihr nicht in die Augen zu sehen. „Das Letzte woran Sie sich erinnern ist, dass sie ihr Pferd transportfertig machten.“ Ich nickte abermals. „Sie reiten?“ Wieder nickte ich. Sie lachte leise. Ihre Stimme war sanft und ruhig, aber dennoch sehr feminin. „Man trifft nicht häufig Männer, die im Reitsport unterwegs sind. Wie kamen Sie dazu?“ Verdammt! Keine Ja/Nein-Frage. Ich atmete tief ein und aus. „Ich bin so aufgewachsen.“ Das war die kürzest mögliche Antwort, die mir einfiel und ich ahnte bereits, dass ihr das nicht reichen würde. Unsicher sah ich zu ihr, in Augen die so grün waren, dass selbst das Gras daneben Grau wirkte. Fesselnd. Ich wandte den Blick ab. Ich wollte ihr nicht zu viel Aufmerksamkeit schenken, auf Psychologengespräche hatte ich keine Lust. „Nun.“ fing sie an und ich atmete laut aus, sah aus dem Fenster auf der anderen Seite des Betts. In eben diesem Moment setzte sie sich noch ein Stück näher an mich heran, näher ging jetzt nicht mehr. Ihre Knie berührten die Stangen des Bettrahmens. „Was genau machen Sie denn im Reitsport?“ Vollendete sie ihre nächste Frage und ignorierte meine Abneigung. „Hauptsächlich Springreiten.“ Wieder eine knappte Antwort. Nichtmal sonderlich spezifisch, aber wenn ich jetzt Military oder Cross Country gesagt hätte, wüsste sie vermutlich nicht mal was das ist. „Und was für ein Turnier war das wo sie mit ihrem Pferd hin wollten?“ - „Springturnier.“ Man war ich dreist. Sie schnaubte verächtlich. „Mr. Crowley...“ sie hörte sich tadelnd an, also wandte ich mich ihr wieder zu. „Ja, Miss...?“ sie hatte mir nicht mal ihren Namen verraten. „OH, mein Name ist Kerry Robertson! Das hab ich in der Eile ganz vergessen.“ Ein verschmitztes Lächeln schlich sich auf ihr Gesicht. Ich schmunzelte zufrieden. War sie neu in dem Job? „Nun, Sie müssen sich etwas auf mich einlassen, sonst klappt das hier nicht.“ Ich schmunzelte weiter und schien sie damit ein wenig aus der nicht vorhandenen Ruhe zu bringen. „Was soll ich machen?“ fragte ich und freute mich innerlich darüber, die Zügel in der Hand zu haben. „Sie... ach...“ Sie winkte ab und vergrub sich in ihren Akten. „So hat das keinen Sinn mit Ihnen. Wenn Sie nicht wollen, kann ich auch nicht helfen.“ Meine Rede... Ich setzte mich nun ganz auf und spürte zum ersten Mal warum das Krankenhaus aktuell der richtige Ort für mich war. Ein betäubender Schmerz zog vom Knie bis hoch in die Hüfte und ließ mich keuchend zurück in die Kissen sinken. „Alles okay?“ diesmal war es Miss Robertson die diese Frage stellte. Ich lachte, da hatte sie gut gekontert. „Alles Bestens!“ log ich und sie spielte an ihrem Pieper rum. „Sie haben auch so einen?“ fragte ich ohne eine Antwort zu erwarten. Der Schmerz ließ langsam wieder nach und ich entspannte mich. „Ja, ich hab auch so einen.“ wiederholte sie lächelnd. „Nun, Sie wirken nicht auf mich, als hätten Sie Spaß daran sich Schmerzen zuzufügen. Wieso haben Sie sich aufgerichtet obwohl ihr Bein kaputt ist?“ Ich schluckte. Ertappt! „Ich hatte keine Ahnung...“ antwortete ich unsicher. „Ich weiß nicht mal was mit dem Bein ist.“ - „Oh, ich schon.“ sie lächelte. „Ich weiß auch wie Sie hier her gekommen sind. Aber ich hätte es lieber, wenn Sie sich selbst daran erinnern würden.“ Die Situation wurde zunehmend unangenehmer für mich. „Interessant, dass Sie scheinbar mehr über mich wissen als ich.“ - „Nicht mehr über Sie, aber mehr über die letzten Stunden, bevor sie hier aufgewacht sind.“ korrigierte sie mich sofort. „Nagut, ruhen Sie sich aus. Ich schicke Ihnen jetzt einen Arzt, nicht dass da noch mehr kaputt gegangen ist.“ sie schielte zu meinem Bein. „Bis morgen. Vielleicht schau ich auch heute Abend nochmal kurz rein um Gute Nacht zu sagen.“ scherzte sie und verließ das Zimmer.

      Am Abend kam Miss Robertson tatsächlich noch einmal rein, davon bekam ich allerdings herzlich wenig mit, da ich bereits schlief. Der nächste Tag begann, indem man mich unwirsch aus einem Traum riss. „Mr. Crowley. Gut, da sind Sie ja. Sie haben im Traum gesprochen, erinnern Sie sich daran?“ Ich war vollkommen außer Atem, nass geschwitzt und absolut verwirrt. Miss Roberston saß vor mir, hellwach, mit einer Tasse Kaffee in der linken, ihrem Klemmbrett in der rechten Hand. „Ich, ehm... nein.“ Ich runzelte die Stirn. „Gut beruhigen Sie sich erstmal.“ Sie beobachtete wie sich mein Brustkorb in viel zu schnellem Tempo hob und sank. Ein paar Minuten Ruhe gönnte sie mir, bis sie mich wieder ansprach. „Erinnern Sie sich jetzt?“ Sie wirkte wesentlich professioneller heute. „Ich bin mir nicht sicher.“ gab ich zu und wühlte in meinen Gedanken. Ich war absolut verwirrt. Wie spät war es eigentlich? Ich suchte verzweifelt nach einer Uhr, doch es hing keine in diesem Raum. „Ich weiß, dass ich nach dem Turnier am Mittwoch nach Hause kam und dass am Samstag, an dem ich hier aufgewacht bin, ein weiteres anstand.“ - „Soso... erinnern Sie sich auch an Details vom Samstag?“ Sie sah nur beiläufig zu mir. Sie war so abweisend. Und wie ich mich erinnerte. „Ja...“ Noch bevor Miss Robertson weiter stochern konnte, erzählte ich von mir aus wie diese Details aussahen. „Wir waren im letzten Drittel der Strecke. Mit wir meine ich mein Pferd und mich. Es war komplett verregnet, wir waren beide bis auf die Haut durchnässt. Bei so einem Turnier keine Seltenheit, das waren wir gewohnt. Dennoch... So erfahren wir auch beide waren, bei einem Wasserhindernis, wo wir von einem kleinen Abhang in Gewässer springen mussten, rutschte mein Pferd beim Absprung ab. Ich erinnere mich noch, dass ich mit einem Fuß im Steigbügel hängen geblieben bin... Weiter weiß ich nicht.“ Die Psychologin nickte anerkennend. „Mehr können Sie nicht wissen, weil sie bewusstlos wurden.“ Mein Magen zog sich zusammen. Was war mit Lamperd passiert? „Wissen Sie ob mein Pferd okay ist?“ fragte ich hoffnungsvoll, doch die Frau schüttelte entschuldigend den Kopf. „Aber vielleicht können Ihnen Ihre Verwandten da weiterhelfen, die dürfen Sie ab heute Nachmittag besuchen.“ Freude mischte sich in das mulmige Gefühl.
      „Gut, wir haben denke ich heute eine Menge erreicht, heute Abend sehe ich nochmal vorbei.“

      Am Nachmittag kamen wie versprochen meine Eltern vorbei. Mit Lamperd war soweit alles in Ordnung, sie hatten aber zur Vorsicht einen Tierarzttermin vereinbart. Selbstverständlich fragte ich auch nach den anderen Schützlingen und hörte nun zum ersten Mal etwas von „den“ Fohlen. Dabei habe ich nur eines im Kopf. Außerdem kam das Gespräch auf Catalina, meine Exfreundin. Ich gab es vor meinen Eltern nicht zu, aber ich hatte keine Ahnung von wem sie da sprachen. Nachdem die beiden wieder weg waren kam jemand und brachte mir ein paar Krücken, damit ich aufstehen konnte. Nach ein paar Übungsschritten, war ich recht sicher unterwegs. Krücken kannte ich schon aus früheren Verletzungen. Miss Robertson fing mich abends vor der Türe ab, wo ich gerade rauchte. „Hier stecken Sie!“ Sie sah mich mit einer Mischung aus Erleichterung und Empörung an. Wie schaffte sie das? Ich stieß einen Schwall Rauch aus und steckte die Zigarette aus. „Schon so spät?“ fragte ich, während ich die angelehnte rechte Krücke wieder in die Hand nahm. Miss Robertson nickte. „Wir können ja etwas spazieren gehen, wenns Ihnen nichts ausmacht?“ Sie schielte auf mein kaputtes Bein. „Gerne.“ gab ich zurück und wir schlenderten langsam in Richtung Krankenhauspark. „Und wie geht es ihrem Pferd?“ - „Gut soweit.“ - „Das ist schön.“ Eine lange Pause des Schweigens trat ein. Wie konnte ich am besten ansprechen, dass ich mich nicht an meine Exfreundin erinnerte? Nicht an sie und nicht an alles was mit ihr zusammenhing? „Was bedrückt Sie?“ - „Wie?“ - „Na hören Sie, ich bin Psychologin, ich merke wenn jemand über etwas grübelt.“ Sie lachte leise und bugsierte mich zur nächsten Bank, wo wir uns setzten. „Mhm... Da... Meine Eltern haben heute Nachmittag eine Frau erwähnt, meine Ex-Freundin...“ - „Ja?“ sie wirkte verwirrt. Konnte sie mir noch folgen oder war das jetzt schon zu kompliziert? Einen Moment zögerte ich, dann fuhr ich fort. „Ich erinnere mich nicht an sie... auch nicht an sämtliche Ereignisse die mit ihr in Verbindung stehen. Es ist mir alles fremd. Klingt das irgendwie logisch?“ Nun war es an Miss Robertson zu grübeln. „Es wäre da natürlich gut mehr über Sie und Ihre Freundin zu wissen.“ - „Ex...“ korrigierte ich. „Und für mehr Infos sind Sie bei mir im Moment falsch...“ ich lachte. Das ganze war so verrückt. Wie konnte man denn eine ganze Person einfach vergessen? „Wäre es möglich ihre Ex-Freundin herzubestellen?“ Ich schüttelte den Kopf. „Sie ist vor Kurzem gestorben.“ Ihre Augen weiteten sich, als hätte sie gerade den Einfall ihres Lebens. „Das wäre möglicherweise eine Erklärung.“ - „Ach ja?“ - „Traumatische Erlebnisse werden manchmal verdrängt.“ - „Aber wieso erst nach dem Unfall?“ Ich war verwirrt. „Weil sie sonst daran kaputt gegangen wären... Ich werde morgen mit ihren Eltern sprechen, wenn Ihnen das recht ist?“ Ich nickte. „Gut, dann belassen wir es für heute dabei.“ Wir standen auf und gingen gemeinsam zurück ins Krankenhaus, wo sich unsere Wege schließlich trennten.
      Die nächsten Tage waren für Miss Robertson sehr aufschlussreich. Sie wusste jetzt wo sie anpacken musste. Mein Erinnerung kam dennoch nicht zurück. Sie riet mir nicht in Panik zu geraten, das würde nach und nach kommen, wenn ich wieder nach Hause käme. Erstmal wurde ich in Reha geschickt, wo ich die nächsten vier Wochen verblieb. Erst danach kehrte ich nach Hause.

      „Oh mein Baby!“ meine Mutter schloss mich wie immer, wenn ich lange weg war oder etwas passiert war in ihren Arm. Dieses mal wehrte ich mich nicht dagegen. Zum einen weil sich das auf Krücken schwer gestaltete und zum anderen, weil doch ganz gut tat. „Miss Robertson hat gesagt sie möchte versuchen mindestens jeden zweiten Tag einmal herzukommen, damit du nicht in die Tagesklinik musst. Sie denkt das wäre hilfreicher für dich in deiner gewohnten Umgebung.“ Ich nickte und lächelte. „Ja, das hat sie mit mir abgesprochen. Alles okay.“ Mein Vater schleppte nach der Begrüßung meine Tasche ins Haus. „Willst du was essen?“ Das änderte sich wohl nie. Ich lachte. „Nein, danke. Ich geh in den Stall.“ Ich wollte sehen ob das meinem Kopf auf die Sprünge half. Zu meinem Entsetzen fand ich hier einige Pferde, die mir nichts sagten. „Haben wir Einstaller bekommen?“ Fragte ich Gine verwirrt, da sie gerade mit CHH' Lamperd auf der Stallgasse stand. Sie schüttelte besorgt den Kopf. „Aber erstmal 'Hi'. Schön dich wieder zu sehen.“ Den Striegel noch in der Hand kam sie auf mich zu und umarmte mich kurz. Sie wirkte furchtbar besorgt. „Alles okay?“ fragte ich schließlich, wer weiß was ich noch vergessen hatte. Ich wollte keinesfalls grob wirken, indem ich meine Mitarbeiter ignorierte. Sie schüttelte bedächtlich den Kopf, eine Träne rollte über ihre Wange. „Was ist denn passiert?“ ich lehnte die Krücken an die Boxentüre und öffnete die Arme um sie zu halten. Kaum hatte sich sie eingeschlossen fing sie an zu schlurchzen. „Hey...“ Behutsam strich ich über ihren Hinterkopf. Dann löste sie sich aus der Umarmung und sah mir mit feuchten Augen an. „Du erinnerst dich wirklich an Nichts?“ fragte sie. „Nun, 'Nichts' ist ein hartes Wort. Ich kenne Lamperd da hinten, ich kenne dich... Slap Happy und Samson sind mir auch ein Begriff und von Slap Happy's Fohlen weiß ich auch noch.“ - „Welches?“ - „Na den braunen Hengst.“ Verdutzt starrte sie mich an. „Moment, du erinnerst dich an Raving Hope Slayer, aber nicht an Bearing Spots und Accomplishment? Wie geht das, die beiden waren vor dem Hengst da.“ Was fragte sie mich das... „An wen erinnerst du dich noch?“ Sie zog mich ein Stück durch die Stallgasse. „Was ist mit dem hier?“ Ihr Blick fiel auf einen braun gescheckten Araber. „Keine Ahnung.“ - „Das ist Majd. Du hast ihn von Catalina bekommen. Genauso wie Eismärchen, Arcany und Pendragon. Arcany ist übrigens die Mutter von Accomplishment.“ - „Mhm...“ Ich hatte längst den Faden verloren. „Den nächsten kenn ich. Das ist PFS' Heart of Ocean.“ Zufrieden grinste ich, während Gine lachte. „Und ich hatte noch zwei Stuten dazu. Iceflower und Princess Sansa.“ Sie nickte anerkennend. „Die beiden sind übrigens bald bereit für ihre Zuchtzulassung, du kannst dir schon mal was überlegen für die jeweilige Kür.“ Sie warf das so nebensächlich rein. Das war doch großartig! Und es würde mich die nächsten Tage etwas ablenken von meinen eigentlichen Problemen. „RAY!“ Hätte mein kaputtes Bein mich schon richtig getragen, hätte ich mich aus Gine's Unterstützung gerissen und wäre zur Box meines zweiten Vollbluthengstes gelaufen. „Ah, den kennst du auch noch, eh?“ Sie grinste und rieb sich mit einer Hand über die noch immer etwas feuchten Augen. „Bear Totem's Denali ha-“ - „Denali kenn ich noch.“ - „Ja, sie ist die Mutter von Bearing Spots. Das zweite fohlen an das du dich nicht erinnerst.“ Wieder brummte ich. „Wo stehen die Stuten?“ - „Sie sind draußen. Komm.“ Gemeinsam schlenderten wir zu den Weiden, wo ich auch Missy und Moulan wieder erkannte, wenn auch nur nach reichlich Überlegungszeit. „Zwei sehr expressionistische Scheckungen.“ fiel mir auf. „Ja, die helle ist Bearing Spots und die Braune ist PFS' Savory Blossom. Sie sind Halbgeschwister.“ Das erklärte die Ähnlichkeit. „Hast du Hunger?“ fragte ich Gine schließlich. Als sie nickte gingen wir ins Haus, sammelten auf der Stallgasse meine Krücken ein und aßen etwas. Meine Mutter freute sich, dass ich mich doch entschlossen hatte noch etwas zu essen, obwohl ich voll war. Es hätte sie gekränkt, wenn ich ohne ihr Essen schlafen gegangen wäre. Die nächste Zeit würde es viel zu regeln geben. Erst am nächsten Morgen begriff ich wie hart es für mich war so viele für mich fremde Pferde im Stall stehen zu haben. Einige davon gehörten noch Catalina und mussten verkauft werden.

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    • Occulta
      [​IMG] L-M

      Als ich an diesem Morgen vor die Haustür trat, war ich nachdenklich gestimmt. Ich hatte einen Trainingsauftrag bekommen für eine Vollblutstute, die offenbar bei einem ihrer Vorbesitzer einige unschöne Erfahrungen gemacht hatte. Ob ich es überhaupt schaffe, die Stute zum Laufen zu kriegen? Heute war der erste Trainingstag, und es würde sich schon zeigen, was ich ausrichten konnte. Immerhin musste ich kaum früher aufstehen als sonst, denn BearBrook EC war gar nicht so weit entfernt von hier. Trotzdem war es nun fünf Uhr und ich gähnte als Abschied meine Frau an. Sie schüttelte bloss schmunzelnd den Kopf und wünschte mir einen erfolgreichen Tag.
      Ich war schon bei der Ankunft begeistert von der ziemlich neu aussehenden, modernen Rennbahn, die mir sofort ins Auge stach. Insgeheim freute ich mich nun wie ein kleines Kind, diese Bahn ausprobieren zu dürfen. Ich war so abwesend, dass ich beinahe über einen Absatz beim Eingang zum Stall gestolpert wäre. Peinlich berührt sah ich mich um, in der Hoffnung, dass niemand zugesehen hatte. Doch wie gewohnt hatte ich kein Glück: Hunter Crowley höchst persönlich kam auf mich zugehumpelt. Wir schüttelten die Hände und stellten uns einander vor. "Oliver Jones; glad to find you so soon Mr. Crowley. What about your leg? You had an accident?" "Well kind of - that's a long story. Would you please follow me", kam die Antwort recht ungerührt. Ich verstand blitzschnell, dass der Herr nicht alle seine Sorgen teilen wollte und lieber beim Geschäftlichen blieb. Da hatte ich absolut nichts dagegen einzuwenden. Er führte mich zu Moulans Box und zeigte mir ihre Ausrüstung. Ich hatte während dem Putzen Zeit, die Stute bereits etwas kennenzulernen und erkannte sogleich, dass sie mich nicht zu mögen schien. Schon als ich die Box betrat, wich sie aus und legte die Ohren auf Vorrat an, eine eindeutige Warnung an mich. "Don't come close to me, I'm a poor poor horsie and I don't want you to touch me, no", murmelte ich vor mich hin, während ich auf sie zuging und sie dann zielsicher an der Nase hielt, um ihr das Halfter überzustreifen. "No time for cat and mouse games, my dear." Wenn ich eines von Framed in History Zuhause gelernt hatte, dann wie man scheue Pferde überlistet. Der Hengst war ein Paradebeispiel für solche Problemkinder und erfand ständig neue Tricks um zu entkommen. Ich führte die schwarze Stute aus ihrer Box und band sie in der Stallgasse an. Das Putzen ging ich so ruhig und selbstverständlich, und doch sanft und verständnisvoll an, dass sie sich bald ein wenig entspannte. Langsam kam die gute Vorarbeit zum Vorschein, die Mr. Crowley und sein Team geleistet hatten. Gleichzeitig wuchs meine Zuversicht, was sich wiederum positiv auf Moulan auswirkte. Das Satteln gefiel ihr dann doch nicht so ganz. Sie wurde unruhig und legte die Ohren an, doch viel machen konnte sie ja nicht, angebunden wie sie war. Auch das einlegen der Trense brauchte Überzeugungszeit.
      Beim hinausführen fand ich heraus, dass die Stute schreckhaft war und empfindlich auf Geräusche reagierte. Immerhin kamen wir lebendig auf der Bahn an. Ich wollte gar nicht erst herausfinden, ob sie in die Startmaschine ging; ich wollte nach dem Aufwärmen einfach einen freien Start machen und dann sehen wie sich bewegte. Rein äusserlich betrachtet hatte sie bestimmt eine gute Veranlagung, das erkannte ich mit meinen geschulten Augen. Aber was nützte Potential, wenn der Wille fehlte? Ausserdem war die Stute schon ganze 9 Jahre alt. Ich hatte nicht gefragt, aber vermutete, dass sie nur als Training oder Abwechslung vom Alltag auf die Bahn sollte. Andererseits gab es Berichte von Rennpferden, die mit 13 Jahren noch gewannen. Ich zuckte mit den Schultern, denn schlussendlich war ich nur hier für's Training - alles andere ging mich nichts an. Ich wärmte die Stute gründlich im Trab auf, wobei ich die Steigbügel noch lang eingestellt hatte, um eine bessere Kontrolle über die scheue Stute zu haben. Sie lief wie erwartet etwas verklemmt und machte den Rücken fest, also arbeitete ich mit vielen Übergängen und lockerte sie so gut ich konnte, bevor ich endlich angaloppierte. Um ihre Kondition machte ich mir keine Sorgen, denn die Stute war ja regelmässig bewegt worden und schien gut bemuskelt. Mit einem lockeren, aber frischen Aufgalopp über 1600 Meter begann ich das Intervalltraining, mit dem ich mir erhoffte, die Stute etwas zu wecken. Ab und zu baute ich 200-Meter-Sprints ein, auf denen ich sie auf ihr Höchsttempo trieb. Dies war ein Basistraining, dass unsere Pferde zuhause viermal pro Woche mit den dem Ausbildungsstand entsprechenden Geschwindigkeiten durchliefen. Ich konnte nicht behaupten, dass Moulan besonders motiviert mitarbeitete, aber wenigstens legte sie eine annehmbare Zeit hin. Ich liess sie am längeren Zügel auslaufen, bis sie von selbst in den Trab und schliesslich in den Schritt parierte. Sie hatte trotz der frühen Morgenstunde etwas geschwitzt, aber nicht übermässig und ihr Puls schien auch nicht überhöht. Ich stellte sicher, dass die Stute trocken war, bevor ich sie in ihre Box versorgte. Ausserdem tastete ich ihre Beine und die Schulter gründlich ab.
      Für die folgenden zwei Wochen stellte ich einen für die Stute anspruchsvollen, aber machbaren Trainingsplan auf. Dieser bestand auch zweimal pro Woche aus Kopf-an-Kopf Rennen mit anderen Vollblütern aus Crowleys Stall. Beim gewöhnlichen Intervalltraining ging es mir besonders darum, jeweils die letzten zwei furlongs (etwa 400 Meter) in einer Zeitlimite von 30 Sekunden zu passieren. Viel mehr brauchte es auf Moulans Stufe noch gar nicht. Ich gewöhnte mich ziemlich schnell daran, jeden Morgen zuerst hierher zu kommen, bevor ich meine Pflichten auf Pineforest erfüllte. Ausserdem lernte ich auch die Leute und ihre Eigenheiten immer besser kennen. Doch so spannend die Zeit hier auch war, so schnell verflog sie auch. Und so kam der letzte Tag unseres gemeinsamen Trainings. Moulan kannte mich nun viel besser und war deutlich offener mir gegenüber, aber ganz konnte ich ihre Skepsis nicht besiegen. Trotzdem hatte sie die erhofften Vortschritte gemacht und trug mich zuverlässig in der vorgegebenen Zeit durchs Ziel. Übrigens hatte es auch mit der Startmaschine nach ein paar Anfangsschwierigkeiten geklappt. Am Ende des letzten Intervalltrainings spritzte ich Moulan wie fast immer ab und kühlte ihre Beine. Sie waren dratig und wiesen keinerei Schwellungen auf, also war alles in bester Ordnung. Auch Crowley schien zufrieden mit dem Vortschritt der Stute. Ich bremste ihn jedoch in seinem Lob und erklärte, dass er nun für die nächsten drei Wochen auf die angefangene Weise weitertrainieren müsse, um einen bleibenden Erfolg zu haben. Und danach musste natürlich das Tempo erhöht und die Distanz erweitert werden, vorausgesetzt er wollte die Stute weiterhin im Rennen fördern. Wir hatten ein interessantes Gespräch über 'ältere' Rennpferde, doch ein Blick auf meine Armbanduhr sagte mir schliesslich, dass mich die Jockeys auf Pineforest Stable brauchten. Ich verabschiedete mich mit einem letzten Blick in Moulans Box und wünschte Hunter Crowley alles gute für die Zukunft. "I bet we'll hear from eachother."
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    • sadasha
      06. September 2016
      Exhausting

      Bei vier Fohlen und zwei Neuzugängen, die eingewöhnt und in den Alltag integriert werden müssen bleibt nicht viel Zeit um über anderes nachzudenken. Die Therapie steckt aktuell auch fest. Ich mein, es geht mir gut... aber Erinnerungen kamen bisher nur wenige zurück. Mit den Pferden bin ich wieder vertraut wie eh und je. Meinem Bein geht es ebenfalls wieder gut. Meine Eltern halten wieder Ausschau nach Pferdetrainern und geben mir immer kurz vorher Bescheid, wenn einer kommt. Zuletzt kam spontan jemand um den Reitponyhengst PFS' Heart of Ocean im Fahren zu trainieren. Er macht es einem nicht leicht, aber er wurde so vorsichtig herangeführt, wie es eben möglich war. Seit gestern ist Ocean offiziell eine Leistungsklasse aufgestiegen. An Iceflower und Princess Sansa kommt er damit zwar nicht heran, aber Eismärchen würde bald ebenfalls auf das A Niveau gebracht werden und dann könnte man daraus ein Gespann bilden. Mal sehen ob das klappt. Noch liefen sich die beiden Tigerschecken nur äußerst selten über den Weg. Die gekrönten Reitponystuten jedenfalls hatte ich meiner Kollegin in Deutschland vermacht. Iceflower und Princess Sansa würden es bei Joicy gut haben.

      Die Fohlen Raving Hope Slayer, Bearing Spots und PFS' Savory Blossom entwickelten sich gut. Herausragend waren sie alle auf ihre eigene Art. Bear Totem's Denali, Arcany und Slap Happy waren wieder vollwertig einsetzbar im Reitsport. Isaac und Gine hatten reichlich zu tun. Ich natürlich auch. Wobei sich meine Arbeit eher bei den Hengsten abspielte, so gerne ich auch mehr Zeit für Scheppi hätte, im Moment war es nicht drin sich ausführlich um meine erste Stute zu kümmern. Nun hatten wir auch noch Scarlet in Birth da, an der Isaac einen Narren gefressen hatte. Moulan war wieder so fit, dass sie auch recht gute Zeiten einlief auf der neuen Rennbahn. Chuckling Dancing Mess brachte gute Leistungen wie immer. Jeder mag Missy. Vielleicht würde sie bald den Besitzer wechseln.

      Mr. Raw Depression, CHH' Lamperd und Pendragon standen gut im Training, da sie für die Decksaison natürlich gut aussehen sollten. Besonders beschäftigte mich bei den Hengsten Majd, den ich vermehrt auf Turnieren vorstellte. Der Araber sammelte so fleißig Punkte, dass er wohl bald für die Hengstleistungsprüfung bereit war. Zu Come Back Cupcake und Samson gesellten sich nun auch zwei Jungpferde: Mephisto und Vikar. Die beiden Gypsy Cobs legten den Grundstein für eine neue Zuchtrasse auf dem Gestüt. Beide Junghengste waren sehr vielversprechend. In erster Linie durften sie aber Kind sein und wuchsen bei den Freizeitpferden auf, weil die Weide für Jungpferde noch im Aufbau war. Eigentlich fing gerade die Phase der Zucht an, in der die Pferde zu 90% zuchtfertig waren, die Ställe gut bestellt, das Personal glücklich und die Kunden ebenfalls. Eigentlich. Uneigentlich fing das Chaos jetzt erst so richtig an. An allen Ecken wurde gebaut. Die Youngsters sollten nicht nur eine eigene Weide, sondern auch einen großzügigen Offenstall bekommen. Nächstes Jahr kamen schon die nächsten Fohlen und dann würde es eng werden, sollten die Ein-, Zweijährigen keinen Platz machen können.

      Das alles heruntergerattert aufzuschreiben zeigt einmal mehr wie hektisch die Tage sind. Die Veränderung klopft von allen Seiten an und verlangt nach Einzug. So schnell konnte ich garnicht laufen um allen gerecht zu werden. Bei weitem nicht. Aber ich tat mein bestes. Heute Stand die Vorbereitung für neue Fohlen an. Sieben Fohlen sollten nächstes Jahr hier zur Welt kommen, wenn alles gut ging. Sieben. Alle außer eines von fremden Stuten, sodass ich zum Teil fremde Stuten auf dem Hof hatte und zum Teil sechs Monate, bis zum Absetzen, immer zwischen dem Hof auf dem die Stute stand und dem Bear Brook EC pendeln musste. Was für ein Spaß. Bei dem Gedanken lief es mir eiskalt den Rücken runter.

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      Haare raufend saß ich am Schreibtisch. Draußen war es bereits dunkel und man hörte nur hie und da ein Wiehern oder Schnauben der Pferde, die nachtaktiv waren. Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass es bereits 11pm war. Egal. Ein weiterer Schluck Kaffee würde mir wieder etwas Energie einhauchen. „Dein wievielter Kaffee ist das heute?“ Die sanfte Stimme Isaacs klang dumpf in meinen Ohren. Ganz so, als hätte ich es nur geträumt. Schließlich war ich alleine hier und alle anderen schliefen bereits tief und fest. Erst als er mir eine Hand in den Nacken legte schrak ich hoch. Das war definitiv eine bessere Methode um wieder wach zu werden, als abermals einen Schluck kalten Kaffees zu nehmen. Verwirrt drehte ich mich um und sah in ein fragendes, aber immer noch freundliches Gesicht. „Keine Ahnung.“ gab ich mit angeknackster Stimme zur Antwort. „Ich zähle nicht mehr mit.“ - „Du solltest schlafen, was machst du da?“ Neugierig wie er war beugte er sich über mich um zu sehen was ich gerade auf dem Bildschirm hatte. „Die Baufirma, hm?“ Die Stirn in tiefe Falten gelegt las er sich die Mail durch, die ich geöffnet hatte. Nickend klappte ich den Laptop zu. „Gibt es Probleme?“ fragte Isaac besorgt, dessen Hand noch immer auf meiner Schulter ruhte. Mit einer sehr langsamen Bewegung hob ich mich aus dem Stuhl und streckte mich in einem Zug. Ein paar der Rückenwirbel knackten vorwurfsvoll. „Hunter?“ Isaac sah mich noch immer fragend an. „Bitte?“ fragte ich, da ich schon wieder vergessen hatte was er wollte. „Schon gut.“ Jetzt grinste er wieder. „Sagmal willst du heute nicht nach Hause?“ Nun war es an mir ihn verwirrt anzusehen. Es war spät und er noch auf dem Hof. Sein Heimweg daurte rund eine Stunde. Das lohnt sich schon fast nicht mehr für ihn überhaupt loszufahren, falls er noch Schlaf haben wollte. Dann bemerkte ich dass er sowieso den Kopf schüttelte. Gut... war das geplant? „Findest du dein Zimmer oder soll ich dir eine Wegbeschreibung geben? Du siehst aus als würdest du nichtmal den Weg zur Tür finden.“ Belustigt deutete er auf die Tür hinter sich. Ich schnaubte verächtlich. „Danke ich komme zurecht.“ Kam ich nicht. Aber das würde ich niemals zugeben. „Gute Nacht, Isaac.“ beendete ich das merkwürdige Gespräch, klemmte mir den Laptop unter den Arm und schlenderte aus dem Wohnraum um ins Bett zu gehen. Die dumpfen Schritte von Isaac verrieten mir dass er auch schlafen ging. Allerdings führte ihn sein Weg in eines der Gästezimmer. Warum schlief er noch gleich hier, diese Nacht?

      Am nächsten Morgen wurde ich unsanft aus dem Schlaf gerissen, als meine Mutter ins Zimmer platzte. „Deine Therapeutin ist da!“ Stöhnend zog ich mir das Kissen über den Kopf. „Wie spät?“ fragte ich, bekam jedoch keine Antwort mehr. Nach ein paar Sekunden Halbschlaf richtete ich mich auf und sah aus dem Fenster. Regen... Großartig. Kein Wunder, dass ich nicht wach werde. „Es ist 9am, Hunter.“ Das war nicht meine Mutter. Hektisch sprang ich auf, wandte mich um und riss dabei mein Smartphone vom Nachttisch. Kerry Robertson lachte und sprach sanft weiter. „Guten Morgen!“ Perplex starrte ich sie an. Mittlerweile hatte sie sich an den Rand meines Bettes gesetzt. Was zur Hölle?! „Setz dich, wir müssen reden.“ - „Darf ich mich vielleicht erstmal fertig machen und einen Kaffee holen?“ fragte ich ein wenig schroffer als gewollt. Sie wandte sich um und sah mich herrisch an. „Nein. Setzen!“ Stumm platzierte ich mich neben ihr und starrte auf den Boden vor uns. „So... Man sagte mir du schläfst kaum und arbeitest dich stattdessen lieber kaputt?“ Finster sah ich auf. „Ist das etwas Neues?“ In ihrem Blick erkannte ich, dass sie mir am liebsten irgendwas über den Kopf gezogen hätte für diesen Spruch... einen schweren Atlas oder einen Ziegelstein vielleicht? „Hunter, ich hab die Macht dich in eine Anstalt zu versetzen. Verscherz es dir nicht mit mir.“ Mit vollster Genugtuung sah sie wie ich mich etwas aufrappelte und sie aufmerksam ansah. „Gut so.“ - „Mach dich fertig, wir sehen uns im Stall.“ Ohne eine Antwort abzuwarten stand sie auf und verschwand. Was war das denn für eine Aktion? Was ist los mit den Menschen?

      Eine kalte Dusche und ein Kaffee weckten die letzten müden Glieder in mir und gut eine halbe Stunde nach Kerrys Auftauchen stand ich auf der Stallgasse. Die Pferde waren schon gefüttert und im hinteren Teil des Stalls stand Kerry zusammen mit Gine. Die beiden hatten Pendragon und Ocean geputzt und gesattelt. Die Hengste vertrugen sich und standen mehr oder weniger ruhig da, während Majd in seiner Box am Rad drehte. Neugierig trat ich an die beiden Frauen heran. „Hey Hunni, ich mach heute die Jungpferde, Isaac ist mit den Stuten beschäftigt und dein Vater hat Lamperd schon zur Rennbahn gebracht und longiert gerade Ray ab.“ erklärte sie mir in einer unmenschlichen Geschwindigkeit. „Und warum stehen die beiden hier gesattelt rum?“ fragte ich als ich alles verarbeitet hatte. „Weil wir jetzt einen Ausritt machen.“ antwortete Kerry. Ich lachte kurz, bis ich erkannte dass sie das ernst meinte. „Ich dachte du reitest nicht?“ fragte ich verwirrt. Sie lächelte und stieg auf Pendragon. „Einen gemütlichen Ausritt kriege ich gerade so noch hin. Los, Aufsitzen!“ Seufzend stieg ich in den Sattel. Gine hatte sogar die Steigbügel schon auf meine Länge eingestellt. „Wohin solls gehen?“ fragte ich während wir auf den Innenhof ritten. Kerry zuckte mit den Schultern. „Irgendwo hin wo es schön und ruhig ist.“ - Wald... dachte ich. Aber auf freiem Feld würde ich mich wohler fühlen, also ritt ich über die große Einfahrt vom Hof und überquerte mit Kerry die Straße. Rechts lag nun ein Rapsfeld und links eine Wiese, die erst gegen Jahresende bestellt werden würde. Es regnete übrigens noch immer, aber so schwach, dass sich das Wasser nur schleichend durch die drei Lagen Stoff grub. Einige Minuten ritten wir schweigend hinterinander her. Irgendwann trabte Kerry Pendragon an und holte auf um mit mir sprechen zu können. „Kann man irgendwo Rast machen?“ fragte sie nur. Misstrauisch sah ich sie an. „Der See ist etwa zehn Minuten entfernt.“ Zufrieden grinste sie mich an. Bis zum See sagte niemand ein Wort. Erst als wir ankamen und Kerry abstieg ergriff ich das Wort. „Was hast du vor?“ mir war mulmig. Beim See war ich schon sehr lange nicht mehr, irgendwas hielt mich fern von hier. Das hatte sich nicht geändert. Alles in mir schrie danach wieder zu gehen. „Ich möchte nur mit dir reden, komm schon.“ aufmunternd sah sie mich an. „Steig schon ab.“ Während sie Pendragon abstellte, stieg ich ab. Ocean stellte ich gleich neben den Braunen. „Komm her und setz dich.“ Kann die auch was anderes sagen? Wortlos setzte ich mich neben sie und starrte mit ihr auf die glitzernde Wasseroberfläche des Sees. „Schön oder?“ fragte sie immer noch glücklich. „Wieso bist du so angespannt? Was erwartest du?“ Sie hatte meinen Blick bemerkt und sich nun etwas mehr an mich gewandt. „Keine Ahnung.“ murmelte ich ohne aufzusehen. „Kannst du schwimmen?“ Mit dieser Frage hatte sie etwas in mir zerbrochen. Ich konnte nichtmal sagen was es war. Was ich wusste war, dass mir jetzt tausende Gedanken durch den Kopf schossen. Alle drehten sich um den See und um die Erinnerung an einen Tag... Erst als Kerry mich erneut ansprach konnte ich klarer denken. „Komm ins Wasser. Das wird dir gut tun.“ Ungläubig sah ich sie an. Sie war mitsamt Kleider einfach in den See gegangen und ein bisschen rausgeschwommen. Das nannte sie Therapie? „Was für eine Methode ist das?“ fragte ich immer noch abgeneigt. Was auch immer sie versuchte, es klappte nicht. „Konfrontationstherapie, Hunter. Komm her, dann erkläre ich es dir.“ sagte sie ruhig und damit so leise, dass ich es fast nicht verstand. Ein hilfesuchender Blick zu den Pferden verriet mir, dass es wohl kaum einen Weg gab der mich am eiskalten Nass vorbeiführte. Langsam tastete ich mich ans Wasser heran bis ich mich schließlich ans Ufer setze. „So jetzt bin ich nass, reicht das?“ - „Nein.“ Ich seufzte schwer und schwamm zu ihr. Wieder schossen Erinnerungen an mir vorbei. Sie waren sehr wage, aber ich wusste jetzt dass ich mit Catalina hier war. Das war damals unser erstes 'Date'. „Können wir wieder an Land? Das Wasser ist eiskalt.“ - „Man gewöhnt sich aber daran.“ warf Kerry ein und grinste mich an. „Willst du dann reden?“ Ich nickte stumm und schwamm zurück. Angestrengt versuchte ich meine Gedanken zu sortieren bis Kerry ebenfalls an Land kam und sich mir gegenüber setzte. „Also?“ fragte sie und suchte meinen Blick. Ich nahm einen tiefen Atemzug bevor ich anfing ihr von dem Tag mit Catalina zu erzählen. Je mehr ich darüber sprach, desto mehr Details fielen mir ein. Am Ende des Tages hatte ich ein klares Bild meiner toten Freundin im Kopf. Sie hatte lange dunkle Haare, dunkler als Kerry und länger. Sie hatte dunkle, fast schon schwarze Augen. Wenn sie sauer war konnten sie sehr bedrohlich wirken. Sie war ein ganzes Stück kleiner als Kerry. Halt. Was mache ich da? Ich kann doch meine tote Freundin nicht mit meiner Therapeutin vergleichen! Erschrocken und verwirrt über diese Gedanken wich ich Kerrys Blicken aus. „Das war gut, Hunter.“ klang die viel zu ruhige Stimme in meinem Ohr. Catalina war da anders... Aber da durfte ich nicht dran denken.

      Wir beide froren wie bekloppt. Wir konnten von Glück reden, dass es aufgehört hat zu regnen und wir wenigstens ein bisschen in der Sonne trocknen konnten bevor wir wieder zum Stall ritten. Ocean und Pendragon freuten sich als wir wieder aufbrachen. Zwei Stunden gesattelt am See zu stehen war sicherlich keine angenehme Beschäftigung für die Hengste. Den Rückweg über sagte wieder niemand ein Wort. Erst als wir die Pferde abgesattelt und in die Boxen gebracht hatten nahm Kerry wieder das Gespräch auf. „Ich glaube, Hunter... Dass die Therapie bald beendet werden kann.“ sagte sie mit einem Gesichtsausdruck der sich nicht entscheiden konnte ob er glücklich oder traurig war. Was war das für ein seltsames Lächeln? „Glaubst du...“ gab ich brummend zurück, während ich Pendragons Halfter an seine Box hängte. Sie nickte stumm. Ungewöhnlich. Wieso sprach sie nicht, hat es ihr die Sprache verschlagen? Als ich mich umdrehte wich sie meinem Blick aus. „Was ist los?“ fragte ich stirnrunzelnd. „Nichts.“ der Unterton der ihrer Stimme mitschwang verhieß nichts Gutes. Ich machte mir nichts daraus und zuckte mit den Schultern. „Nun, hast du Hunger? Ich kann was kochen.“ Wenn man das so nennen konnte. Ich war ein grausamer Koch. Meine Mutter hatte heute keine Zeit dafür und wir waren eher von unserem Ausflug zurück als ich erwartet hatte. Noch immer schwirrten mir die Bilder von Catalina durch den Kopf, aber es ging mir ganz gut damit. Vermutlich würde ich erst heute Abend Gelegenheit bekommen das alles zu sortieren um schlussendlich daran zu verrecken. Seis drum. Kerry lehnte ein Essen ab und fuhr stattdessen wieder ab. Die Therapietage waren immer merkwürdig, aber so schlimm wie heute war noch keiner. Irgendwas stimmte nicht.

      Am nächsten Morgen stand ich freiwillig schon um 4am auf. Ich konnte so oder so nicht schlafen, wenn ich alle halbe Stunde auf die Uhr sah. Wie erwartet hatten mir die Gedanken den Schlaf geraubt. Mit Catalina hatte ich nun abgeschlossen. Mir ist einiges wieder klar geworden und es war eine riesige Last die mir da von den Schultern fiel. Dadurch dass Catalina nun auch schon eine Weile tot war und ich sie so lange verdrängt hatte konnte ich nichtmal traurig sein, dass das was war jetzt nicht mehr ist. Es war wie ein Buch, dass ich nun zuklappen konnte. Viel mehr Kopfzerbrechen bereitete mir Kerry, die sich so seltsam verhalten hatte, dass ich sie am liebsten angerufen hätte. Vermutlich hätte das aber den falschen Eindruck gemacht. Sie war nur meine Therapeutin, keine Freundin. Die Distanz hatte sie bisher immer gewahrt und ich würde sie nicht durchbrechen. Dankbar war ich ihr trotzdem. Der Alltag ließ sich nun trotz der Schlafstörungen einigermaßen gut meistern und laugte mich nicht mehr allzu sehr aus.

      15.822 Zeichen | sadasha
    • Canyon
      09. September 2016
      Distanz E - A

      Und wieder einmal ging es für mich nach England aufs Bear Brook EC. Mittlerweile war es ja fast Routine für mich, so oft wie ich dort in letzter Zeit zu Besuch gewesen war. Diesmal hatte ich allerdings länger überlegt, ob ich einen weiteren Auftrag annehmen wollte, denn auch zu Hause in Norwegen gab es viel zu tun. Dazu kam noch, dass mein Zackelschaf Tequila vor zwei Tagen ihr erstes Junges bekommen hatte und es mir gar nicht behagte, jetzt viele hundert Kilometer weit weg zu sein.
      Trotzdem hatte ich mich dazu entschlossen, jedenfalls ein Wochenende nach England zu reisen und dort eine Vollblutstute von Hunter etwas im Distanzen zu trainieren. Zum Glück war dies für mich nicht allzu viel Arbeit, da sie nur auf A erhöht werden musste.
      An einem herbstlich warmen Freitag in aller Frühe, parkte ich so meinen Jeep auf dem schattigen Parkplatz des Gestüts und machte mich dann auf die Suche nach Hunter, welcher mich natürlich bereits erwartete. Wenn ich eines war, dann war ich stets pünktlich!
      Nur drei Tage Training setzten eine gute Planung voraus, weswegen ich mich sofort nach der Stute erkundigte, welche mir sogleich gezeigt wurde. Moulan hieß die hübsche Rappstute, war verdammt groß und recht ängstlich. Trotzdem hoffte ich, dass ich ihr Vertrauen so schnell wie nur möglich erlangen konnte.
      Es war noch früh am Morgen und das war gut so, denn ich hatte in nächster Zeit viel vor, sodass ich gleich beginnen wollte. Die große Vollblutstute schien mich nicht so zu mögen wie ich sie, denn kaum hatte ich den Riegel ihrer Box zur Seite geschoben, legte sie die Ohren an und machte Anstalten nach mir zu schnappen. Ich ließ mich davon allerdings nicht weiter beeindrucken, begrüßte sie freundlich und zog ihr dann das Halfter über den Kopf.
      So selbstverständlich und gelassen wir nur möglich führte ich sie in die Stallgasse und band sie dort an. Während des Putzens entspannte sie sich immer mehr, vor allem, als ich ihre Lieblingsstelle am Unterhals entdeckt hatte, wo sie sogar leicht mit der Unterlippe zitterte, so sehr gefiel es ihr.
      Doch die Streicheleinheit musste auch irgendwann ein Ende finden. Dann sattelte ich die Rappstute und führte sie hinaus vor das Stallgebäude. Um sie besser kennenzulernen und auch gleich einen ersten Trainingsschritt zu wagen, stand jetzt ein kleiner Ritt ins Gelände auf meinem Plan.
      Ich ließ mir viel Zeit, um auf sie aufzusteigen, was auc gut so war, denn unruhig tippelte sie von einer Stelle zur anderen und ließ mir damit kaum die Möglichkeit, überhaupt den Weg auf ihren Rücken zu finden. Nachdem ich etwas konkreter geworden war, blieb sie so lange stehen, bis ich tatsächlich ohne Probleme in den Sattel kam.
      Dann konnte es endlich losgehen! Obwohl Moulan nicht gerade einfach war, so war der Ritt doch überraschend entspannend. Die Stute liebte anscheinend die Natur, genauso wie ich und so hatten wir recht schnell eine Gemeinsamkeit gefunden, welche uns gut verband.
      Ich merkte schnell, dass man bei Moulan nicht an der Schnelligkeit, sondern an der Ausdauer üben musste. Sie war bis jetzt vor allem im Galopprennen gefördert wurden und so musste man ihr jetzt beibringen, ihre vorhandene Kraft so aufzuteilen, dass sie auch längere Ritte im schnelleren Tempo schaffen konnte.
      Für den ersten Ausritt ließ ich den Galopp ganz weg, um auch ihre beiden anderen Gangarten zu trainieren und ritt sie deswegen vor allem im Trab. Das schien ihr nicht so zu behagen, aber je länger wir unterwegs waren, desto mehr gewöhnte sie sich daran.
      Nach einem anstrengenden und trotzdem gut gelungenen ersten Ritt kamen wir beide wieder auf dem Bear Brook EC an, wo ich sie gründlich versorgte und sie dann erstmal wieder in ihre Box brachte, damit sie sich ausruhen konnte.

      Als ich am späten Abend ein weiteres Mal ihre Box betrat, war die Begrüßung schon um einiges freundlicher. Zwar warf sie mir immer noch misstrauische Blicke zu, aber als ich ihr einen Apfel hinhielt, schien sie über ihren Schatten zu springen und mir nun etwas gesonnener entgegen zu blicken.
      Für heute Abend stand etwas Longentraining an und auch wenn Moulan bereits reichlich Muskeln durch das viele Galopptraining erhalten hatte, so hatte sie trotzdem immer nur gelernt, ihre Energie und Kraft für kurze Strecken einzuteilen. Bei einem Distanzritt war man allerdings mehrere Stunden unterwegs und das war etwas ganz anderes.
      Ich ließ mir Zeit beim Longieren, fing langsam im Schritt an und versuchte dann die Geschwindigkeit etwas zu steigern, allerdings im gemächlichen Tempo zu bleiben.
      Als es dann an den Galopp ging, war Moulan kaum noch zu halten, weswegen ich sie erst mal wieder durchparierte und mich nochmal heran tastete.
      Etwa eine Stunde arbeitete ich sie an der Longe und ich merkte, wie sie von Minute zu Minute ruhiger wurde und zum Schluss schaffte ich es wirklich, dass sie, für ihre Verhältnisse, ganz entspannt mehrere Runden galoppierte, ohne ihr Tempo groß zu verändern.
      Für heute würde das erstmal reichen, morgen würde ich das Ganze noch einmal versuchen, dann jedoch im Gelände vom Sattel aus und ich war gespannt, wie das werden würde.

      Auch am nächsten Tag begann das Training in aller Frühe. Ich wollte den Tag so gut wie möglich nutzen, denn bereits morgen würde ich wieder abreisen und da war heute einer der wichtigsten Trainingstage. Ich hatte mir gestern bereits eine Strecke erarbeitet, welche ich heute reiten würde. Ich würde genau auf die Zeit, sowie auf das Tempo und den Puls von Moulan achten, denn vor allem dieser würde bei ihr am Anfang noch höher ausfallen. Meine Aufgabe war es nun, ihre Aufregung so zu senken, dass sie mein Training bestehen konnte, denn ein nervöses Distanzpferd war nicht gerade gut.
      15 Kilometer, ich war gespannt, wie sich Moulan verhalten würde und stieg doch schon etwas aufgeregt in den Sattel. Ich hatte mich dafür entschieden, sie vorher kurz auf dem Platz warmzureiten. Das hatte zwar den Nachteil, dass sie verschwitzter mit dem Ritt begann, aber auch deutlich entspannter sein würde.
      Nach einer Viertelstunde Platzarbeit verließ ich diesen und begab mich ins Gelände. Ich trabte sofort an, da Moulan ja bereits aufgewärmt war.
      Mein Ziel war es, dass ich versuchte, so schnell wie möglich, aber auch so gesund wie möglich wieder auf dem Hof anzukommen. Auch für mich bedeutete das viel Arbeit, vor allem, weil ich herausfinden musste, wie flott ich mit Moulan laufen konnte, ohne, dass ich sie überarbeitete.
      Bis zur ersten Pause blieben wir fast durchgängig im Trab. Dieser war bei ihr zwar gemächlicher, dafür machte sie so große Schritte, dass sie das wieder rausholte.
      Sie überraschte mich auch noch, als ihre Pulswerte in der Pause viel besser waren als erwartet. Ich war jetzt schon stolz auf sie.
      In der zweiten Hälfte traute ich mir dafür umso mehr, galoppierte auch eine längere Strecke und war erstaunt, wie schnell wir die Strecke geschafft hatten.
      Nach nur etwas mehr als einer Stunde waren wir bereits wieder zurück und auch die Werte von der großen Stute waren mehr als in Ordnung. Auch wenn ihr Fell vor Nässe glänzte, waren wir beide heil angekommen und jetzt hieß es nur noch, auch morgen das Training zu bestehen.

      Am Sonntag und letzten Tag hatte ich vor, eine kürzlich entdeckte Trainingsstrategie auszuprobieren. Allerdings brauchte ich davon die Hilfe von Hunter, welcher Moulan und mich mit dem Auto etwa 17 Kilometer vom Hof wegfahren sollte.
      Ich würde mit Moulan also neues Gelände erkunden und nichts ständig die gleiche Strecke reiten müssen. Das war vor allem immer für Pferde praktisch, die sich schnell langweilten.
      Hunter hatte nichts dagegen und nahm sich die Zeit für mich und Moulan. Auch diesmal hatte ich die Strecke bereits vorher geplant, so dass alles genauso funktionierte wie erhofft. Hunter setzte uns auf einem kleinen Parkplatz ab, wo ich Moulan aus dem Hänger holte, gründlich putzte und dann sattelte.
      Diesmal würde ich sie erst im Gelände warm reiten und ich war gespannt, ob ich einen Unterschied zu gestern merken würde.
      Aber der Unterschied war so schwinden gering, dass es eigentlich keinen gab. Auch diesmal war es zwar anstrengend, die Stute zu reiten, denn man musste genau aufpassen, welche Bewegung man tat, aber es war ein tolles Gefühl, wie leicht sie durch den Wald schwebte und mit großen Schritten die Strecke meisterte.
      Der Ritt war sogar noch besser als gestern und das zeigte deutlich, dass Moulan etwas gelernt hatte, auch wenn meine Zeit so begrenzt gewesen war.
      Nach etwas 1 ½ Stunden ohne besondere Zwischenfälle, kamen wir wieder auf dem Bear Brook EC an und ich konnte Hunter eine Stute überreichen, welche mich zwar ganz schön auf Trapp gehalten hatte, aber trotzdem erfolgreich ihr erstes Distanztraining bestanden hatte.

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    • Canyon
      31. Oktober 2016
      Springen E - A

      Erstaunliche zehn Grad wärmer war es, als ich an Halloween, dem internationalen Tag des Grusels, von Norwegen nach Großbritannien flog. Für normale Menschen war es ein freier Tag, den man gemütlich auf dem Sofa verbringen konnte, was ich normalerweise auch getan hätte, wenn nur Hunter Crowley mich nicht mit seiner Stute verführt hätte. Schon einmal hatte ich seine Rappstute Moulan trainiert und er hatte ganz genau gewusst, dass er mich mit ihr ohne Probleme 1500 Kilometer zu ihm locken konnte.
      In aller Frühe landete ich also mithilfe eines Taxis auf dem Bear Brook EC, wo mich wenig später Hunter zu der Stute führte, welche ich heute im Springen trainieren sollte. Damit es schneller ging und ich an einem einzigen Tag alles schaffen würde, hatte er sie bereits geputzt und gesattelt, sodass ich ohne Umschweife beginnen konnte.
      Der Tag versprach gutes Wetter, der Himmel war klar und irgendwo hinter den Wolken wartete bestimmt die Sonne nur so darauf, hervor kriechen zu dürfen.
      Der weg zum großzügigen Springplatz war zum Glück nicht weit und natürlich hatte Hunter bereits mitgedacht und für uns die verschiedenen Sprünge auf die richtige Höhe eingestellt. Ein paar Cavalettis und Trabstangen bastelte ich mir noch schnell selbst in die freien Lücken, bevor ich Hunter, welcher seine Stute kurz für mich gehalten hatte, Moulan wieder abnahm. Nach dem ich nochmal nachgegurtet hatte, stieg ich auf und begann das Training mit der hübschen Stute. Ich hatte sie bereits gut kennengelernt, als wir zusammen ein Distanztraining bestanden hatten und wunderte mich so nicht, dass sie recht unruhig und nervös um die Hindernisse herum ging. Ich ließ ihr auch genügend Zeit, sich mit den komischen Konstruktionen auf dem Sandplatz vertraut zu machen und führte sie langsam von einem Hindernis zum nächsten, bis sie an jedem kurz gerochen hatte und sie für ungefährlich einstufte.
      Dann endlich begann ich mit dem Warmreiten. Ich liebte das Gefühl auf einem Vollblut zu sitzen und bei der nachtschwarzen Moulan war es nicht anders. Auch in Norwegen war das Vollblut reichlich vertreten, sodass ich mir bereits etwas Erfahrung angesammelt hatte. In der Dressur lief Moulan schon auf L, sodass es für sie nichts neues war, Zirkel, Schlangenlinien und Volten zu gehen, was mir beim warmreiten sehr zu Hilfe kam. Als ich dann wenig später merkte, dass ihre etwas steifen Gänge mit jedem Schritt weicher und sicherer wurden, nahm ich die am Boden liegenden Trabstangen hinzu. Auch diese waren kein Problem für die langbeinige und recht elegante Stute, doch als ich sie selbstbewusst auf ein Cavaletti zusteuerte, schien es die Stute wieder mit der Angst zu tun zu bekommen. Stocksteif blieb sie vor dem kleinen Ding, nur wenige Zentimeter über dem Boden stehen, streckte den Kopf erst erschrocken in die Höhe und zog ihn dann ruckartig nach unten, um die Gefahr ins Auge zu nehmen. Ich seufzte, während ich mich wieder im Sattel aufrichtete und Moulan die Zügel freigab, damit sie die Ruhe hatte, sich das Cavaletti anzuschauen. Das war mein Fehler gewesen und das gab ich sogar freiwillig zu, jetzt hatte ich daraus allerdings gelernt und hoffte, dass mir so etwas tollpatschiges heute nicht mehr passieren würde.
      Nachdem Moulan eingesehen hatte, dass keine Gefahr drohte, wendete ich sie ab und trabte von neuem an. Das Cavaletti beachtete ich erst einmal nicht weiter, sondern übte mit ihr noch mal kurz mit den Trabstangen, bevor ich es erneut versuchte. Diesmal wurde sie merklich langsamer, bevor sie, etwas holprig, über den Sprung hinwegsetzte und wieder ruckartig schneller wurde. Die Angst war erst einmal besiegt, nun mussten wir nur noch an der Technik feilen!
      Immer wieder ritt ich die Stute über die Cavalettis und mit jedem Mal wurde ihre Angst weniger, bis ich kurz darauf sogar im Galopp mehrere Hindernisse hintereinander ansteuern und überwinden konnte.
      Die großen Sprünge hatten wir bis jetzt nicht beachtet, jedoch sagte mir mein Gefühl, dass es an der Zeit war, es zu wagen. Mit kleinen Ponys verlief ein Springtraining meist ganz anders als mit einem großen Vollblut. Die Höhe stellte hierbei meist kein Problem dar, sodass vor allem an der Genauigkeit und der Präzision gearbeitet wurde. Mit kleinen Pferden musste man eher daran arbeiten, dass sie höher sprangen, die Technik kam dann mit der Zeit sogar fast allein.
      Ich nahm meinen Mut also zusammen und ritt Moulan im Trab auf ein einfaches und recht kleines Hindernis zu. Ich versuchte so selbstsicher wie nur möglich zu reiten, ohne natürlich zu vergessen, dass es Moulan unter mir war. Desto erstaunter war ich, als Moulan den Sprung ohne Probleme überwand, auch wenn sie darauf erschrocken angaloppierte und ich etwas brauchte, um sie wieder zu beruhigen. Sie schien erst im Nachhinein bemerkt zu haben, was sie getan hatte, den Gedanken befand ich als überaus amüsant.
      Ich versuchte es kurz darauf einfach nochmal und auch wenn sie wieder etwas unentspannt vor dem Sprung wirkte, so überquerte sie diesen ohne Probleme. Bei einer maximalen Sprunghöhe von einem Meter und mit Moulans Größe war das auch kein Wunder!
      Nachdem unser erster Sprung geklappt hatte, nahm ich immer mehr Hindernisse hinzu und bot Moulan damit genügend Abwechslung, um sich nicht zu langweilen. Die Angst war bei ihr verhältnismäßig recht schnell überwunden und je öfter sie erfolgreich einen Sprung überwand, desto zielgerichteter und graziler wurden ihre Bewegungen. Natürlich riss sie hin und wieder eine Stange, welche jedoch sofort von Hunter, welcher interessiert das Training beobachtete, wieder hergestellt wurde. Selbst eine einfache zweifache Kombination schaffte sie zum Ende der Stunde, sodass ich mich dazu entschloss, das Training damit abzuschließen, dass ich mehrere Sprünge hintereinander nahm mit ihre reiten würde.
      Bis jetzt hatten wir uns vor allem auf jeden Sprung einzeln konzentriert, nun wurde es jedoch um einiges komplizierter. Eine Runde ritt ich mit ihr im entspannten Trab, um Kraft und Energie für den letzten Schritt im Training zu sammeln, bevor ich die Stute angaloppieren ließ und auf das erste Hindernis zusteuerte. Ich versuchte Moulan so korrekt wie nur möglich am richtigen Sprung abspringen zu lassen, forderte auch von mir alles und betete, dass sich das Training gelohnt hatte. Den ersten Sprung nahm sie perfekt, stolperte nur nach dem Aufkommen leicht. Dafür fing sie sich schnell wieder und galoppierte auf das nächste Hindernis zu. Dieses war zwar nicht hoch, dafür folgte jedoch nur einige Meter später bereits das nächste. Auch diese nahm sie mit Bravour. Insgesamt sieben Sprünge bestritt sie zusammen mit mir und hätte ich es nicht besser gewusst, dann hätte ich gesagt, dass es ihr sogar vielleicht Spaß gemacht hatte.
      Nachdem wir den kleinen Parcours so grandios zusammen gemeistert hatten, ließ ich mir die Zügel aus der Hand kauen und ritt die verschwitzte Stute gemütlich trocken.
      Ich war stolz auf Moulan, denn auch wenn es einige anfängliche Schwierigkeiten gegeben hatte, so hatte sie trotzdem ihre Angst und Unsicherheit überwunden und hatte sich auf das Training eingelassen und genau das war mein Ziel gewesen.
      Nachdem ich von Moulan abgestiegen war und die Stute wieder zurück in den Stall gebracht hatte, verabschiedete ich mich von den beiden und wünschte Hunter noch ein gruseliges Halloween, bevor wieder mithilfe eines Taxis zurück in Richtung Heimat fuhr.

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    • Friese
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      22. November 2016 - Dressur E - A
      Die Ankunft:
      Ich zupfte an meinem viel zu großen Pulli und musste feststellen, dass er wie immer nicht wieder sitzt. Ich sah zurück zum Stall, dann wieder an mir runter. Ich seufzte leise und sah wieder die Einfahrt nach oben. Mittlerweile konnte ich den Umriss eines Autos und Hängers erkennen. Das würden bestimmt Hunter und seine Stute Moulan sein. Simon hatte die Box für die Stute bereits hergerichtet. Nun standen Auto und Hänger bereits auf meinem Hof und Hunter stieg aus. Wir begrüßten uns und holten dann die Stute aus dem Hänger. Sie schien die Fahrt und alles bis jetzt gut überstanden zu haben. Gemeinsam brachten wir sie in ihre Box und ließen sie dann auf den Paddock. Joyce würde sie sich später noch kurz anschauen, aber erst sollte sie sich ein bisschen umsehen. Hunter und ich gingen in der Zwischenzeit in mein Büro und besprachen alles Wichtige für den Aufenthalt der schwarzen Stute. Der erste Punkt war das Fressen der Stute. Ich notierte alles genau und wir besprachen noch den Charakter der Stute und das bisherige Training. Dann gingen wir wieder nach draußen in den Stall. Joyce stand bereits an der Box der englischen Vollblutdame und wartete auf uns. Gemeinsam gingen wir zusammen in die Box und Joyce begutachtete sie. Sie hatte durch das Reisen keine Schäden und Verletzungen davongezogen. Somit würde morgen das Training schon langsam losgehen. Ich verabschiedete mich von Hunter und gab der Stute ein bisschen Heu.

      Die Eingewöhnungsphase:
      Die Eingewöhnungsphase zog sich über den Rest der Woche. Die Stute war erst mittwochs angekommen und so hatte ich beschlossen, dass ich das Training zur nächsten Woche starten würde. Heute, Donnerstag, gingen wir nur ein bisschen spazieren. Hunter hatte mir erzählt, dass sie mittlerweile sich ein bisschen gebessert hatte, aber immer noch sehr schüchtern und schreckhaft war. Ich zog ihr das Halfter über den Kopf und band sie dann vor der Box an. Ich holte als nächstes die Putzbox und striegelte sie schließlich. Ich klopfte ihr den Hals und kratzte die Hufe aus. Als nächstes säuberte ich noch den Schweif und die Mähne. Nachdem ich damit fertig war, band ich sie wieder ab und führte sie nach draußen auf den Hof. Wir gingen einen unserer Wege, welcher in einer kleinen Runde um das Gestüt führte. Ich klopfte ihr immer wieder den Hals und nach geraumer Zeit waren wir wieder am Stall. Ich putzte die Stute nochmal und brachte sie dann auf die zugewiesene Koppel. Ich ging wieder in den Stall und räumte alles auf. Als nächstes fegte ich die Stallgasse und kümmerte mich dann um meine eigenen Pferde.

      Am nächsten Tag ging ich mit der Stute ein bisschen in die Halle. Dort ließ ich sie laufen und longierte sie dann danach kräftig ab. Ich wollte, dass sie die Halle kennenlernte. Das Training würde hierdurch leichter werden, da sie nun schon sah, dass es nichts gab wovor sie sich erschrecken musste oder konnte. Ich lobte sie nach dem Longieren kräftig und brachte sie dann wieder auf die Weide. Hier durfte sie den ganzen Tag stehen, wenn sie nicht gerade trainiert wurde. Abends kam sie dann immer wieder nach drinnen und bekam ihr fressen. So auch heute.

      Mittlerweile war es bereits Samstag und die Eingewöhnungsphase würde nur noch zwei Tage gehen. Danach würden wir mit dem Training anfangen. Ich holte sie heute also wieder aus der Box und putzte sie. Als nächstes nahm ich die Longe mit und führte sie auf den Platz. Dort führte ich sie erst ein paar Runden und longierte sie schließlich auch hier. Sie sollte diesen ja schließlich auch noch kennenlernen, denn auch er würde in den nächsten Tagen eine wichtige Rolle in unserem Training spielen. Nachdem ich sie in allen drei Gangarten auf beiden Händen eine Zeit lang bewegt hatte, führte ich sie noch ein bisschen im Schritt. Dann gingen wir zur Führanlage und ich ließ sie dort ein paar Runden im Schritt laufen. Als sie komplett trocken war holte ich sie wieder raus. Jetzt kannte sie so gut wie alles auf dem Hof. Ich putzte sie nochmal und brachte dann auch sie wieder in die Box. Sie bekam noch ihr Fressen und durfte in Ruhe den restlichen Abend genießen.

      Sonntag holte ich sie wieder morgens aus der Box und klopfte ihr ein weiteres Mal den Hals. Ich putzte sie und ging eine weitere Runde mit ihr zu spazieren. Dies diente wieder mal dazu, dass die Rappenstute mir ein bisschen mehr vertrauen sollte. Ich klopfte ihren Hals und brachte sie dann wieder auf ihre Weide. Ich holte sie am Abend wieder nach drinnen und putzte sie noch ein letztes Mal.

      Die Trainingsphase:
      Mittlerweile war es Montag. Ich holte die Stute aus ihrer Box und putzte sie dann. Simon würde sich um die Stallarbeit kümmern und ich würde sie heute Probereiten. Dies würde der genaueren Einschätzung und Verfeinerung meines Trainingsplans dienen. Ich platzierte ihre Trense und ihren Sattel dann auf ihrem Rücken. Nachdem dies auch fertig war, klopfte ich ihr nochmal den Hals. Ich führte sie nach draußen und stieg auf dem Platz auf den Rücken der Stute. Heute war das Wetter noch relativ schön und deshalb bin ging es draußen zu reiten. Ich ritt sie erst in aller Ruhe warm und übte dann die ersten Aufgaben auf E-Niveau. Sie hatte in anderen Sparten bereits einige Trainingseinheiten erhalten, doch mit der Dressur schien sie sich schwer zu tun. Hin und wieder bekam sie beim Üben einen echten Beinsalat hin. Mal schauen wie das die nächsten Tage über werden würde.

      Ich trainierte mit Moulan die nächsten Tage und von Tag zu Tag wurde es besser mit dem Beinchaos. Sie bekam die Füße immer besser geordnet und die Figuren wurden auch von Tag zu Tag immer besser. Nun war sie seit 2 Wochen bei uns und das Training hatte einiges an Zeit in Anspruch genommen. Hunter würde nun selbst noch für ein paar Tage vorbeikommen. Zum einen, dass ich ihm die Stute morgen vorreiten konnte, zum anderen, dass er sie nochmal unter meiner Aufsicht reiten würde.

      Letzten Tage auf Jasmund:
      Ich bezog das Gästezimmer für Hunter. Er würde in ungefähr einer halben Stunde auf unserem Gestüt eintreffen. Ich ging wieder zu den Weiden und schaute nach Moulan. In diesem Moment fuhr auch schon ein Wagen mitsamt Hänger auf den Hof. Ich begrüßte in und zeigte ihm dann seine Unterkunft für die nächsten drei Tage. Als nächstes gingen wir zu der Rappstute und holten sie wieder von der Weide. Zusammen machten wir sie fertig und gingen dann in die Halle. Dort ritt ich sie in aller Ruhe warm und ihm dann vor.

      Die darauffolgenden Tage vergingen sehr schnell und nun hieß es bereits Abschied nehmen. Ich lobte die Stute nochmal und verlud sie dann zusammen mit Hunter. Auch von diesem verabschiedete ich mich herzlich und schon rollten Auto und Hänger vom Hof.
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    • sadasha
      16. Januar 2017
      Tierarztbesuch
      Großer Komplettcheckup | 3846 Zeichen | © BellaS

      Ein Komplettcheckup war angesagt und so machte ich mich einmal mehr mit meiner mobilen Tierarztpraxis auf den Weg. Heute ging es zu Hunter Crowley, den ich bereits von einem vorherigen Besuch kannte. Ich begrüßte ihn schnell und freundlich und ließ mir die Papiere der Stute geben um die es heute ging, um direkt herauszufinden, wie es mit Wurmkur, Impfungen und dem Chip stand. Während Hunter seine Stute, die den exotischen Namen Moulan trug, der wahrscheinlich vom gleichnamigen Disneyfilm ispiriert wurde, aus der Box holte, bereitete ich schon einmal den Impfstoff vor, um diese nachher einfach zur Hand zu haben.
      Ich gab der Stute einen Moment Zeit um mich zu beschnuppern, dann begann ich. Als erstes kontrollierte ich die Vitalfunktionen. Mit dem Stethoskop horchte ich sie ab. Der Puls lag bei 35 Schlägen pro Minute, die Atemfrequenz bei 14 Atemzügen. Völlig normale Herz- und Lungentätigkeit. Dann maß ich die Körpertemperatur. Mit 37,7°C lag sie im Normalbereich. Jetzt fehlte noch das Chippen, impfen und Blut abnehmen für das Blutbild. Auch die Zähne sollte ich kontrollieren. Als erstes wollte ich einen Blick ins Maul des Rappen werfen und bat Hunter dazu um Hilfe. Moulan ließ zwar alles über sich ergehen, verdrehte jedoch die Augen bis das Weiße darin zu sehen war und klemmte den Schweif ein. Die Stute hatte eindeutig Angst. Um die Ergebnisse des Bluttest nicht zu verfälschen, durfte ich aber leider nicht sedieren, weshalb sie das Ganze so übersich ergehen lassen musste. Aus diesem Grund hielt ich die Zahnkontrolle so kurz wie möglich und warf nur schnell einen oberflächlichen Blick in ihr Maul, was in diesem Fall wahrscheinlich das Beste war. Da ich an den Zähnen aber nichts zu beanstandendes gefunden hatte, würde die, sehr oberflächliche, Kontrolle hoffentlich kein Problem darstellen. Das sagte ich Hunter auch genau so, der seine Stute kannte und mein Vorgehen befürwortete um sie für die anstehende Körung möglichst wenig Stress auszusetzen. Nun ging es mit dem Checkup weiter und bereitete mich aufs Blutabnehmen vor. Ich öffnete die Verpackung einer sterilen Spritze, zog die Plastikkappe von der Nadel und desinfizierte die Stelle am Hals, die Drosselvene, an der ich gleich zum Blut abnehmen einstechen würde. Ich drückte mit dem Daumen dagegen und massierte die Stelle am Hals kurz, während ich mit ruhiger Stimme auf Moulan einsprach und versuchte ihre Angst in den Griff zu bekommen. Trotzdem legte sie die Ohren an und quittierte sie den Stich mit schnappen und noch panischerem Ausdruck im Pferdegesicht. Alle Versucht meinerseits das Tier zu beruhigen trugen keine Früchte und so nahm ich mich bereits vor Hufen oder Zähnen in acht. Das Blut würde ich zu Hause im Labor analysieren und Hunter die Ergebnisse in den nächsten Tagen mitteilen. Die Einstichstelle wurde auch noch einmal kurz massiert und ich drückte etwas Mull darauf, um eventuell austretendes Blut zu stoppen. Als letzten Versuch das Vertrauen des Tieres zu mir zu retten gab es ein Stücken Möhre. Als ich als nächstes mit der Spritze für den Impfcocktail ankam, war die Stute schon ziemlich misstrauisch. So ein Mensch der mit spitzen Gegenständen an hier herumstechen wollte, sollte sich gefälligst von ihr fern halten. Die Impfung nahm sie jedoch besser hin, da sie sie kaum spürte. „In den nächsten Tagen sollte sie geschont werden. Eine Impfung enthält zwar abgeschwächte Erreger, doch ihr Immunsystem hat auch damit genug zu tun. Zusätzliche Belastung durch anstrengendes Training ist da nicht förderlich.“ Mit dem Lesegerät kontrollierte ich noch den Microchip, der zum Glück anstandslos funktionierte. Die Wurmkur verabreichte Hunter seiner Stute grundsätzlich selbst, was für mich nur förderlich war, da diese mich nicht mehr an sich heran ließ. Ich trug noch alles notwendige in den Equinepass ein und verabschiedete mich dann.
    • sadasha
      16. Januar 2017
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      Hufschmiedbericht

      Es war wieder so weit. Ein Pferd war bereit um zur Zucht zugelassen zu werden. Nunja zumindest bald. Moulan stand in den Startlöchern, wurde in den letzten Tagen bereits von einem Tierarzt in Augenschein genommen und heute waren die Hufe an der Reihe. Mein Glück, dass ich das selbst übernehmen konnte. Da die Rappstute immer noch recht scheu war, wenn man mit etwas Neuem kam, beschloss ich sie nicht kurz vor ihrer Kür zu beschlagen. Das Training mit ihr lief mit den anklickbaren Hufschuhen ohne Probleme, wenngleich ich ihnen noch nicht so recht vertraute. Neue Techniken müssen schließlich erst einmal auf Herz und Nieren getestet und geprüft werden, bevor man sie sorglos verwenden kann. Bei der Zuchtzulassung musste Moulan keine große sportliche Leistung vollbringen und so schnitt ich sie heute nur aus, wie immer. Die Stute hatte ein gutes und starkes Fundament. Das horn war schon weiter herausgewachsen, als ich dachte und so nutzte ich nach dem groben ausschneiden die Zange um den Kronrand ebenfalls zu stutzen. Als das erledigt war raspelte ich alles in Form und machte die Feinheiten. Das ganze Prozedere führte ich auch bei den übrigen drei Hufen durch. Zuletzt pinselte ich alle Viere gründlich mit schwarzem Huflack ein. Jetzt waren die Hufe nicht mehr gräulich, sondern ebenso schwarz wie das Fell meiner Stute. Bei ihrer Inspizierung würde das sicherlich gut ankommen. Gut gepflegte und hübsch gemachte Pferde kamen dort immer besser an. Zufrieden packte ich mein Werkzeug weg, brachte Moulan zurück in ihre kuschelige Box und fegte anschließen die Stallgasse.
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  • Album:
    Gnadenweide | Pferdehimmel
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    sadasha
    Datum:
    3 Apr. 2016
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    Stute
    17. März | 13 Jahre
    Rasse Englisches Vollblut
    Stockmaß/Endmaß 174cm
    Fellfarbe Rappe
    Geno EE aa

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    Charaktereigenschaften
    Aufmerksam, Intelligent, Scheu, Rittig, Stolz, Temperamentvoll, Bewegungsfreudig

    Vorgeschichte
    Moulan wurde in der Schweiz geboren, dort wurde sie mit viel Liebe aufgezogen. Die ersten Jahre ihres Lebens verbrachte sie mit ihrer Mutter und ein paar andren Fohlen auf der Weide. Als sie 2 Jahre alt war, wurde sie langsam an eine Rennkarriere herangeführt. Schnell stellte sich heraus das Moulan das geborene Rennpferd ist. Da ihre Besitzer aber keine Zeit und auch nicht das nötige Geld hatten um das Potential der Stute zu fördern, wurde sie verkauft. Nach einigen Umwegen gelangte sie dann zu mir. Ich nahm sie auf mein Gestüt auf und versuche sie nun zum Spitzen Rennpferd zu trainieren. Kurze Zeit später zog ich nach Deutschland um. Dort würde ich mit Else zusammen züchten. Moulan kam mit einigen anderen Pferden musste ich verkaufen. Dort hatte Moulan Mühe sich einzuleben. Sie brauchte länger als es für ein junges Pferd normal war. Als sie sich dann endlich wohl fühlte bekam ich ein grossartiges Angebot für die Stute. für 12 000 Joellen wechselte Moulan den Besitzer. 2 Monate später zog ich zurück in die Schweiz. Das war ein sehr harter Schlag für mich als, ich mich wieder erholt hatte schaffte ich es Moulan zurück zu kaufen. Für nur 5000 Jollen. Die Stute war jedoch nicht mehr sie selbst. Das Siegerpferd war weg geblieben war eine verängstigte, schüchterne Stute ohne Ehrgeiz. Ihre Zeiten auf der Rennbahn sind katastrophal und sie steht auf der Weide immer allein in einer Ecke. Ich denke ernsthaft darüber nach sie zu verkaufen. Ein Wunder muss gesehen!
    Auf dem Bear Brook EC in England hat sich Moulan nach einer langen Eingewöhnungsphase und Kurzzeittherapie wieder zu dem ehemaligen Spitzenpferd gemausert. Sie hat zwar noch immer Probleme sich an neue Dinge zu gewöhnen, vertraut aber ihren Menschen und erzielt mit ihnen wieder Erfolge.

    Beschreibung
    Moulan ist eine Stute mit viel Potential zum spitzen Rennpferd. Die Stute konnte in ihrer frühsten Karriere schon 2 Siege feiern. Moulan hat eine sehr gute Abstammung und einen exzellenten Körperbau. Im Umgang mit vertrauten Personen und Pferden ist Moulan sehr ausgelassen, stolz und temperamentvoll. Bei Fremden ist sie scheu und sehr unsicher.


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    Trainingsplan
    Eingeritten ✔ | Eingefahren x

    Schleifenaufstieg | Trainingsaufstieg | Potential
    Oben = Joelle Qualifikation | Unten = Variationen

    Dressur E A L M S

    Lektionen der Dressur: E A L LM LP M S


    Springen E A L M S
    Show Jumping: E A* A** L M* M** S* S** S*** S****

    Military E A L M S

    Eventing (British Eventing, national): BE80(T)
    BE90 BE100 BE100Plus Novice Intermediate Advanced Intermediate Advanced

    Galopprennen E A L M S
    Ausgleichsrennen|Hindernisrennen: AIV AIII AII AI | AU AM AG
    Flachrennen: 800m 1000m 1250m 1500m 1750m 2000m 2250m 2500m 3000m 3400m


    Distanz E A L M S

    Distanzritte: EL EVG1 EVG2 EVG3 EVG4 CEN* CEN** CEN***


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    Offiziell
    77. Galopprennen | 100. Galopprennen | 266. Distanzturnier | 355. Galopprennen | 271. Distanzturnier
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    391. Dressurturnier | 392. Dressurturnier | 285. Militaryturnier
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    Inoffiziell

    Joelle Galopp
    12.10. Maiden(1300m) Platz 1 | 18.12. Maiden (2400m) Platz 2
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    1. Platz Dressurprüfung Kl. A
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    Von Black Rose
    Aus der Black Image

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    SK 448


    Eingetragene Zucht Bear Brook EC

    Besitzer sadasha (Hunter Crowley)
    VKR/Ersteller sweetvelvetrose

    Nachkommen
    keine

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    Pferdepass

    Letzter Tierarztbesuch 20. Mai 2017
    Gesamteindruck sehr gut


    Letzte Zahnpflege Januar 2017
    Letzte Wurmkur Januar 2017
    Letzte Impfung Januar 2017


    Letzter Hufschmiedbesuch 16. Januar 2017
    Ausgeschnitten/Korrigiert ja


    Beschlag vorne keiner
    Beschlag hinten keiner


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