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sadasha

♛ Morgane | TRAK

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♛ Morgane | TRAK
sadasha, 10 Sep. 2016
    • sadasha
      20. September 2016
      Beritt | Morgane
      Kaum hatte ich meinen Trainingsstall wieder eröffnet, hatte ich auch schon wieder einige Aufträge an Land ziehen können. Einer davon war zum Beispiel auf Phoenix Valley bei Kenneth und Lucius Jenkins. Ich sollte eines ihrer Pferde einreiten. Offenbar eine Zicke, wie sie im Buche stand, wenn man den Erzählungen von Kenneth glauben schenken sollte. Ich machte mich also auf den Weg, um mich der nicht ganz einfachen Stute anzunehmen. Fröhlich und guten Mutes kam ich am Hof an und wurde bereits von Kenneth Jenkins erwartet. Jedenfalls ging ich davon aus, dass es sich um Kenneth handelte. Bisher war ich ihm ja noch nicht begegnet. "Hallo, ich bin Samanta Thomsen. Sind Sie Kenneth Jenkins?" Er nickte und bot mir direkt an, dass ich ihn doch Dutzen sollte. Das war mir sowieso lieber. Ich mochte es nicht, wenn ich förmlich mit meinen Kunden umging. Das war doch immer sehr steif und unpersönlich. Nachdem ich mich häuslich eingerichtet hatte, traf ich mich mit Kenneth im Stall und er machte mich mit Morgane bekannt. Die Stute schien nicht gerade begeistert zu sein, schnupperte aber trotzdem gnädig an meiner Hand und wandte sich dann wieder ihrem Futter zu. "Scheint ja ein ganz besonderes Schätzchen zu sein", sagte ich schmunzelnd und Kenneth lachte. "Ja, man muss sie schon wirklich überzeugen, dass man etwas von ihr will." Er reichte mir ein Halfter und ließ mich dann die Stute aufhalftern, was gar nicht mal so einfach war, weil sie sich mehr für ihr Futter interessierte, als für meine Bemühungen,sie aufzuhalftern. Schließlich hatte ich sie jedoch davon überzeugt und band sie fest. Das Putzen ließ sie mehr über sich ergehen, als es wirklich zu genießen. "Lässt sie sich longieren?" Kenneth nickte und meinte das hätten sie schon gemacht, grinste dabei aber und fügte hinzu:"Sie macht es, aber man muss sie davon überzeugen, dass ihr das etwas bringt." Ich schmunzelte. Wirklich ein ganz besonderes Schätzchen. Wir gingen mit der Stute in die Halle und ich begann sie zu longieren. Am Anfang war es wirklich gar nicht so einfach, aber irgendwann schien sie zu begreifen, dass ich mir nicht auf der Nase herumtanzen ließ und nach einer halben Stunde lief die Stute im Schritt brav um mich herum. Der Trab klappte auch ganz gut, aber im Galopp raste und buckelte sie entweder oder versuchte sich von mir wegzudrehen. Ich beendete das Training jedoch für heute und lobte sie ausgiebig,da sie sich für den ersten Tag wirklich gut geschlagen hatte. Die nächsten 2 Wochen verbrachte ich damit mich mit Morgane vertraut zu machen und sie an der Longe zu trainieren. Es wurde immer besser und schließlich galoppierte sie auch ganz gelassen, wenn auch immer noch etwas schnell um mich herum. Je nach Tagesform klappte es mal besser und mal schlechter. Die Stute hatte einfach ihren eigenen Kopf und so ließ ich mir viel Zeit mit dem Training und nahm mir jede freie Minute dafür Zeit mich mit ihr gut zu stellen. Obwohl sie nie wirklich von mir begeistert zu sein schien, akzeptierte sie jedoch meine Anwesenheit und ließ sich zwischenzeitlich sogar mal ganz gerne kraulen. Aber nur solange sie wollte. Wenn ich dann nicht aufhörte, dann bekam ich schon mal mit Nachdruck klar gemacht, dass es genug war. Sie biss und tritt mich nie, aber sie drohte und das sehr nachdrücklich. Eine Woche später lief Morgane schon viel besser an der Longe und ich beschloss, dass es jetzt Zeit war, das erste Mal Gewicht auf ihrem Rücken auszuprobieren. Erstmal wollte ich bloß den Longiergurt mit einem Pad drauf tun. Ich bat Kenneth dabei zu sein und die Stute festzuhalten. Er tat mir den Gefallen und ich legte ihr vorsichtig das Pad drauf. Die Stute war nicht gerade begeistert, ließ sich aber von Kenneth beruhigen. Ich wiederholte das noch einige Male, bis sie sich entspannte und legte dann vorsichtig den Gurt drauf. Das schien sie nun erstmal nicht zu stören. Auch das wiederholte ich einige Male und beendete dann das Training für den Tag, longierte sie noch einmal ohne Gewicht und fuhr dann die nächsten Tage mit dem Auflegen des Gurtes und des Pads fort. Jeden Tag wurde sie etwas entspannter und schließlich konnte ich sogar den Gurt schließen. Ich longierte sie damit und Morgane ließ es im Schritt und Trab auch zu. Im Galopp machte sie einige Sätze, aber das war völlig normal und so beendete ich das Training. Die nächsten Tage wiederholte ich es immer wieder und wieder. Kenneth sah immer mal wieder zu und meinte, dass er nicht gedacht hätte, dass sie sich so gut machte. "Wir kommen ganz gut aus, schätze ich",sagte ich lächelnd. Am nächsten Tag war dann der Sattel dran. Morgane akzeptierte diesen recht schnell, da sie jetzt schon gewohnt war, etwas auf dem Rücken zu haben. Es würde allerdings nochmal schwieriger werden, wenn sich letztlich jemand - also ich - draufsetzen würde. Ich longierte sie noch zwei Wochen ohne Reiter, sodass sie sich an alles auf ihrem Rücken und dann auch noch die Trense gewöhnen konnte, bevor ich Juan - einen meiner Mitarbeiter - anrief und ihn bat herzukommen, da die Stute nun soweit war, einen Reiter auf ihrem Rücken kennen zu lernen. Während Kenneth die Stute am nächsten Tag vorne hielt und sie beruhigte, hob Juan mich auf den Rücken. Erstmal lag ich bloß über ihrem Rücken, sodass ich jederzeit runterrutschen konnte, wenn die Stute in Panik geriet. Sie war nicht begeistert von dem Druck und leicht angespannt, machte aber ansonsten nichts und ließ es über sich ergehen. Mehrmals wiederholten wir diese Übung und ließen es dann für heute gut sein. Die nächsten drei Tage legte ich mich immer wieder über ihren Rücken und streichelte sie beruhigend, bevor ich schließlich am vierten Tag wagte, mein Bein über ihren Rücken zu nehmen, mit dem Oberkörper aber noch unten zu bleiben. Ich bat Kenneth die Stute ein wenig durch die Halle zu führen. Sie ging los, war skeptisch, aber ansonsten relativ ruhig, sodass es fürs erste Mal ganz gut klappte. Wir beendeten das Training für heute und wiederholten auch das mehrere Tage hintereinander. Das erste Mal aufrichten klappte nicht ganz ohne Zwischenfälle. Die Stute tänzelte nervös zur Seite und versuchte zu buckeln, aber Kenneth schaffte es, sie zu beruhigen und so blieb ich noch etwas sitzen, bevor wir es dann gut sein ließen. Von Tag zu Tag wurde die Stute ruhiger und schließlich konnten wir sie im Schritt durch die Halle mit mir auf dem Rücken führen. Es dauerte nur noch ein paar Tage, dann ritt ich die Stute zum ersten Mal im Schritt an der Longe. Da die Stute relativ entspannt wirkte, ließen wir sie antraben und auch das klappte wirklich gut. Ich lobte die Stute überschwänglich. Drei Wochen später ritt ich die Stute im Schritt und Trab ohne an der Longe zu sein. Galopp hatten wir bisher nur an der Longe gemacht, aber zwei Tage später wagte ich es dann auch zu galoppieren. Die Stute buckelte einmal, aber ansonsten galoppierte sie brav ganze Bahn. Ich blieb noch eine Woche auf dem Hof und ließ Kenneth in der Zeit auch immer wieder reiten. Die beiden kamen gut miteinander klar. Besser als ich mit ihr klar gekommen war, aber das war auch gut so, denn er würde sie weiterhin reiten müssen, damit sie im Training blieb. Ich händigte ihm am meinem letzten Tag einen Trainingsplan für die kommenden Wochen aus und verabschiedete mich dann von ihm und der Stute. "Ich wünsche euch viel Erfolg auf eurem weiteren Weg." Lächelnd reichte ich ihm die Hand und machte mich dann auf den Weg nach Hause. Ich war lange weggewesen und freute mich schon sehr auf zu Hause. Dort wurde ich schon erwartet.
      von Samanta | 7510 Zeichen
    • sadasha
      07. November 2016
      Praktikum in Californien bei den Gebrüder Jenkins

      Pflege aller Pferde des Phoenix Valley

      „Warum soll ich denn jetzt nach Californien?“, fragte ich Rachel neugierig. „Ich habe vorhin bei Kennet Jenkins angerufen und habe dir dort ein einwöchiges Praktikum gesichert. Die beiden haben viel um die Ohren mit ihren Pferden und Lucius wird dir was über das Stuntreiten und das Showreiten erklären. Ken zeigt dir dann Sachen, was die Pferdezucht betrifft und der Umgang mit Fohlen.“ Mein Mund blieb offenstehen. „Dein Ernst? Show- und Stuntreiten? Ich glaub’s nicht.“ „Doch, du fliegst morgen rüber. Ich würde an deiner Stelle deine Sachen packen. In der Woche wird Cleavant dann kastriert und du hast einen Wallach und keinen Hengst mehr zur Pflege“, sagte meine Tante streng und drehte sich dann um und ging in den Stall zu ihrem Hengst Cherti. Ich stand noch eine Weile da und starrte Löcher in die Luft bis ich mich in mein Zimmer machte und meine Sachen zusammenpackte. In California lagen die Temperaturen noch zwischen 20 – 35°C und somit war es um einiges wärmer als in Mazedonien. Ich würde die Woche schon überleben ohne Cleavant, aber doch verletzte es mich irgendwie, dass er kastriert wurde. Auch wenn er ein komischer Mix war, konnte man doch sicher mit ihm züchten. Vielleicht war er hier auf unserem Hof einfach nur falsch…

      Der Flug war länger als geplant und die Landung nahm mich genauso mit wie damals von Canada nach Mazedonien. Meine Ohren taten weh, ich war fertig wie ein Lachsbrötchen und wartete nach der Passkontrolle auf meinen wohl etwas zu groß geratenen Koffer. Die ganzen Kontrollen hier dauerten immer eine Ewigkeit. Aber immerhin wurde ich von Kenneth und seinem Bruder Lucius herzlichst in Empfang genommen.

      „Du musst Valerie sein“, stellte Kenneth erfolgreich fest und ich nickte nur kurz. „Das ist mein Bruder Lucius“, sagte er und deutete dabei auf den etwas kleineren Mann neben ihn, der mich nur mit einem kurzen Grinsen begrüßte, „Und ich bin Kenneth.“ Ich reichte ihm die Hand und stellte mich auch noch einmal vor. Die Blicke der beiden waren unbezahlbar, als sie meinen Koffer entdeckten und Lucius sich bereit erklärte, diesen zu schleppen. Er hatte Kraft, hatte aber wohl nicht mit dem Gewicht gerechnet. „Was hast du darin? Klamotten oder doch eher Ziegelsteine“, fragte er mich und schaute mich mit schiefgelegten Kopf an. „Alles was ich brauche“, grinste ich und sah mich um. Der Flughafen war riesig und ziemlich modern, so hatte ich mir das ganze hier gar nicht vorgestellt. Die Fahrt zum Anwesen dauerte nur länger als gedacht und ich war sowieso schon vom Flug fertig, dass ich im Auto kurzerhand auch noch einschlief. Die Zeitverschiebung machte mir auch etwas zu schaffen, aber ich schlief die paar Stunden zum Hof sehr gut im Auto. Kenneth konnte sehr gut Auto fahren und ich wurde sofort wach, als Lucius am Steuer saß. Er hatte einen etwas rasanteren Fahrstil und ich murmelte jedes Gebet, das ich kannte vor mir her. „War das arabisch?“, fragte mich Ken neugierig und ich nickte. „Ja, muslimisch geprägt“, sagte ich und sah auf die Straße, die wir gerade einbogen. Lucius schluckte. „Gut, das wir gleich da sind.“


      Tag 1 – Monday

      Mein Tag begann bereits um sieben Uhr morgens mit dem Füttern der Pferde. Wir hatten allein in der Reitschule fast so viele Pferde wie die beiden Brüder, aber trotzdem hatte ich am Anfang noch Mühe, die Pferde auseinander zu halten. Ich schaute also lieber doppelt und dreifach auf die Boxenschilder um den Pferden die richtige Ration zu geben, als dass ich ihnen womöglich zu viel oder zu wenig zu fressen gab. Allein vom ersten Anblick her, hatten mir Morgane, eine Dark Bay Tobiano Stute, Leveneza, ein Rappfohlen mit vier weißen Stelzen und Senda Oscura, eine rabenschwarze Stute angetan. Als die Pferde den Futterwagen rollen hörten, wurden sie alle ein wenig unruhig, ließen mich aber alle brav bis auf Morgane den Weg zum Futtertrog durchschreiten. Die noch junge Stute schüchterte mich doch ein wenig ein. Bei ihr war ich froh, als sie mich heile aus der Box raus ließ. „Ärgert die dich?“, fragte mich Kenneth und ich sah etwas verwirrt zu ihm ans andere Ende der Stallgasse. „Morgane ist noch jung. Keine vier Jahre alt und auch sonst immer etwas launisch. Als sie hier hinkam, war sie die Diva und Zicke in Person. Sie ließ sich nicht kraulen, machte Palaver und und und. Aber mittlerweile lässt sie sich auch mal kraulen und streicheln. Man muss sich nur mal durchsetzen und sie muss dir ein wenig vertrauen können. Dann geht das.“ Er demonstrierte es noch kurz und begann dann mit dem Verteilen des Heus. „Nimm dir mal Busted Cherry Cake und S’Cada und führ sie dort hinten auf die Weide. Danach kannst du Leveneza und Ases Maskwamozi auf die Weide führen. Ghost Merchant und Cadiz können auf die andere Weide. Danach kannst du grad die Stallgasse fegen“, erteilte mir Kenneth meine Aufgaben zu und ich gab nicht mehr als ein kurzes „Ok“ raus. „Ist was?“, fragte er mich feinfühlig und ich schüttelte mit meinem Kopf. „Nein, ich bin nur nicht so der extrovertierte Typ Mensch“, sagte ich und nun war es Ken, der nur ein Nicken brachte. „Alles klar, wenn du das gemacht hast, kannst du was essen. Wir sind ja keine Unmenschen“, zwinkerte er und ich lächelte. „Danach kannst du meinem Bruder ja zuschauen und etwas lernen“, sagte er und schaute auf seine Uhr, für mich ein kleines Zeichen mich an meine Arbeit zu machen.

      Zuerst nahm ich mir die Scheckstute ans Halfter und dann erst S’Cada. Die dunklere der beiden, war ihres Verhalten zu urteilen auch noch jung und etwas unausgeglichener. Ihr Schritt war zügiger als der von Busted Cherry Cake und so hatte ich vielleicht doch ein paar mehr Probleme als auf Briar Cliff. Gut, dort kannte ich auch schon die Pferde etwas länger. Mit den Jungpferden, ging das ganze irgendwie leichter. Leveneza wartete sogar bis ich ihrer Freundin den Strick vom Halfter löste, sodass die zwei zusammen los tollten. Der Porzellanschecke Ghost Merchant stupste mich sanft mit seiner hellgrauen Schnauze an auf dem Weg zur Weide. Blieb auch ruhig, fast so wie ich es von Cleavie gewohnt war.

      Ich beeilte mich beim Fegen der Stallgasse und hatte nun von 8:00 bis um 8:30 Uhr eine kleine Pause in der ich ein Toast mit Marmelade aß. Ich hatte die Marmelade aus den vereinigten Staaten vermisst. Bis ich 16 wurde, hatte ich sie beinahe täglich auf dem Tisch gehabt und jetzt seit eineinhalb Jahren hatte ich endlich wieder den Genuss auf der Zunge. Kenneth schrieb mir, dass ich nun Leveneza wieder reinholen solle und sie ein wenig über den Hof führen könnte, wenn ich wollte und davor noch schnell drüber putzen sollte und so machte ich mich wieder an die Arbeit und spülte schnell ab und stapfte zur Weide. Die Sonne war noch lange nicht am höchsten Punkt, raubte mir mit ihrer Hitze aber dennoch ein paar Nerven.

      Leveneza musste ich von der Weide holen gehen, ließ sich aber super von mir leiten. Ases trottete mir hinterher und ich versuchte sie leicht abzuschütteln, damit sie nicht mit uns durchs Tor trappelte. Es gelang mir auch zum Glück und nur Levenza und ich durchquerten das Tor bis hin zur Stallgasse, an der ich sie anband. Sie blieb erstaunlicherweise ruhiger als ich dachte beim Putzen und ich fand gleich ihre Lieblingsstelle an der sie lustig die Schnute verzog und die Luft ‚kraulte‘. Ich putzte sie ausgiebig und führte sie dann gut 15 min und übte mit ihr das Stehen bleiben und weitergehen. Wenn sie nicht rechtzeitig stehen blieb, richtete ich sie zurück. Das hatte ich von Rachel gelernt gehabt und bisher gingen die meisten ihrer Pferde ordentlich vom Boden aus. Aber auch das machte die Rappstute neben mir gut. Als ich fertig war, stellte ich sie wieder auf die Weide. „Valerie!“, rief Lucius dunkle Stimme quer über den Hof und ließ mich aufzucken. Ich konnte doch bis jetzt nichts falsch gemacht haben. Ich eilte zu ihm in den Stall und sah etwas misstrauisch in die Stallgasse. „Hmm?“, machte ich und sah, dass er gerade die lange, dichte Mähne einflocht. „Komm mal her und schau mir gut zu, okey“, sagte er und ich trat näher. Der Schimmel schaute mich nur mit angelegten Ohren an. „Er hat heute einen guten Tag“, grinste Lucius und klopfte dem Hengst auf die Schulter. Als er fertig war hielt er den geflochtenen Zopf am Ende fest und fragte mich ob ich gesehen hätte, wie er geflochten hatte und ich nickte. „Ja? Gut. Dann kannst du das ja nochmal machen“, grinste er neckend und löste den gesamten Zopf noch einmal. „Ihr Ernst?“, fragte ich perplex nach. „Klar, du willst ja auch was lernen, also auf“, grinste er weiterhin und ich sah ihn nur ungläubig an. Schließlich machte ich mich dann aber doch an die Mähne und versuchte Amador so gut es ging, zu ignorieren. Es dauerte doch etwas länger als bei Lucius, doch ich gab mir Mühe nicht völlige Hilfslosigkeit darzustellen und zog den Zopf etwas enger und bekam am Ende ein Lob. „Ich flechte ihm noch den Schweif ein und dann geh ich mit ihm auf den Platz, du kannst mir zuschauen wie wir für unsere nächste Show proben. Vielleicht inspiriert dich das ja bei Cleavant. Den Kleinen, haben wir im Übrigen zusammen mit Hunter Crowley gesehen und ihn ermutigt ihn mitzunehmen.“ Meine Augen blitzten auf. „Echt?“, fragte ich neugierig und hakte weiter nach. „Ja, wir waren gerade in England unterwegs und fanden ihn zusammen mit Braddock, einem fast gleichen Mix in einer Hobbyzucht zum Verkauf. Beide hatten was. Während Braddock so ziemlich das beliebte Kinderpony war, war Cleavant der Hingucker mit seiner weißen Brust. Fast wie ein Pinguin“, erzählte er mir weiter und ich grinste über beide Ohren. „Dann muss ich mich bei ihnen ja noch bedanken“, sagte ich und tat dies auch gleich. „Du kannst mich gerne duzen.“ Ich nickte kurz, schaute ihm dabei zu, wie er den Schweif hochband. Danach legte er ein schickes Sattelzeug drauf und führte ihn zum Reitplatz mit einer Longe bewaffnet. Er longierte Amador vorher ab und ich konnte sogleich begreifen wieso. Amador hatte Pfeffer im Arsch – Verdammt viel Pfeffer. Erst nach einer Weile auf beiden Händen beruhigte er sich allmählich und wurde ruhiger. Dann stieg Lucius auch schon auf und warf mir die Longe entgegen, die ich glücklicherweise auch noch fing. „Anders kann man den hier nicht arbeiten“, sagte er mir und begann dann auch schon gleich im Schritt mit dem spanischen Schritt, ging dann über in den Spanischen Trab und blieb in der Gangart. Lucius lieferte mir eine tolle Show, in der ich viel über die beiden lernte und als er fertig war, bat er mich darum Senda Oscura zu putzen und im Anschluss zu Satteln. Ihr Sattelzeug würde ich in ihrem Spind finden. Ich nahm den Auftrag gerne an und watschelte auch schon zu der Stute und nahm sie langsam aus der Box. Und schon lutschte sie an meinem Rücken am T-Shirt rum. „Hör auf“, murmelte ich und band sie an. Sie genoss die Pflegeeinheiten und lutschte weiter an der Wand vor ihr. „Senda, du hast eine Macke“, schmunzelte ich und kratzte ihr gerade die Hufe aus, als ich ihre Schnauze auf meinem Rücken spürte. Während ich sie sattelte und dann ihre Bandagen wickelte, sah ich wie Kenneth über den Hof irrte und irgendwen suchte. Ich machte mir aber nichts draus und ging meiner Arbeit wieder nach. Lucius kam mir gerade entgegen und fragte mich dann ob ich reiten könne. Ich bejahte verwirrt. „Dann reite sie im Schritt ein wenig warm, ich komme gleich nach. Ich bringe Amador gerade auf die Weide.“ Wieder nickte ich und stieg dann auf dem Reitplatz mit einem leicht mulmigen Gefühl auf die Stute auf. „Auf geht’s“, murmelte ich und war fasziniert von ihrem zielstrebigen Schritt. Die ersten paar Runden blieb ich auf dem Hufschlag, rang mich aber dann an andere Bahnfiguren. Ich ritt jetzt bestimmt seit 30 Minuten und wunderte mich so langsam, wo Lucius denn blieb. Nun betrat auch Kenneth den Reitplatz mit seiner Stute Fix the Flame und arbeitete sie in der Dressur weiter. Es dauerte noch ein paar Minuten bis Lucius zu mir kam. „Es hat ein wenig länger gedauert“, rief er um die Ecke und ich sah zu ihm rüber. Etwas zu ruckartig, denn jetzt schmerzte mein Nacken. Er hatte einen Apfelschimmel neben ihm stehen und ich sah ihn verwirrt an. „Und was ist mit Senda?“, fragte ich nach und er sah mich von Lucero aus nachdenklich an. „Hmm. Dann reite sie ein wenig im Trab und Galopp und dann kann sie auf die Weide. Danach kannst du Estrada holen und sie spazieren führen“, sagte er und ich gehorchte. Ich ritt sie im Trab und hatte Mühe zu entdecken ob sie gerade trabte oder im Rack unterwegs war. Dann galoppierten wir auf beiden Händen. Immerhin konnte ich das gut unterscheiden. Als ich Senda Oscura trocken ritt, sagte mir ihr Besitzer, dass ich Estrada doch nicht führen brauchte. Sie käme heute nur auf die Weide und ich könnte dann jetzt Feierabend machen. Heute Abend würden sie mir die Stadt zeigen.


      Tag 2 – Tuesday

      Der zweite Tag war weniger anstrengend. Ich fütterte wieder alle Pferde und fegte nach dem Heu verfüttern wieder die Stallgasse. Heute erzählte mir Ken dann mehr über die Zucht und ich verbrachte die meiste Zeit bei ihm und hörte aufmerksam zu. Er erklärte mir, was er sich bei der Verpaarung von den Elternteilen von Ases Maskwamozi gedacht hatte. Die Kleine hatte die Farbe der Mutter geerbt und dazu das Talent des Vaters. Mr. Raw Depression kannte ich sogar vom Sehen. Ein toller Hengst mit viel Potenzial. Ases würde wohl in seine Fußstapfen treten. „Und wie kam S’Cada zu euch?“, fragte ich neugierig und schaute auf die Rappstute neben der Buckskin Tobiano Stute Levistino’s Hope. „Sie ist noch nicht lange hier, ist auch etwas stürmisch. Levistino’s Hope ist da schon anders. Sie hat uns auch Leveneza als Fohlen gebracht und zeigt so ihre Zuchttauglichkeit schon sehr deutlich. S’Cada kommt sogar von einer Freundin von uns.“ Ich nickte stumm und lauschte aufmerksam seiner Erzählung und schon führte mich Kenneth zu Ases damit ich in der Jungpferdeerziehung ein wenig weiter kam. Auch wenn sie sich bei mir sehr unaufmerksam zeigte, gab mir Kenneth Tipps wie ich ihre Aufmerksamkeit bekommen konnte. Wurde sie zu temperamentvoll, zügelte ich sie mit Rückwärtsrichten und hoffte insgeheim, dass sie nicht steigen würde. Das Problem hatten wir heute teilweise noch mit Deila, doch das hatte wohl gesundheitliche Probleme. Die Sonne zwang uns sogar zu einer längeren Pause und erst gegen Abend spürte ich die Anstrengung.


      Tag 3-4 – Wednesday + Thursday

      Den heutigen Tag plagte ich mich mit sehr viel Muskelkater rum, doch auch heute fütterte ich die Pferde dreimal am Tag und mistete heute alle Boxen aus. Danach half ich Kenneth auch wieder bei seinen Jungspunden und durfte auch über Morgane drüber putzen, was ich als Ehre empfand, denn die Scheckstute war biestig, fast schon wie unsere Bailey. Nach der Pause half ich Lucius dann wieder und durfte Senda wieder reiten. So langsam vernarrte ich mich in das Pferd, auch wenn ich Cleavant ganz schön vermisste. Senda war da schon schöner Ersatz. Wenn man das so nennen konnte. Die Hälfte meiner Zeit hier auf dem Hof war schon vergangen und ich sehnte mich irgendwie doch nach Mazedonien. Mal sehen wie die nächsten Tage vergehen würden. Ich longierte gegen Abend noch Estrada Dourada auf beiden Händen und lobte sie am Ende ausgiebig. „Geh mit der noch eine Runde spazieren, die ist ja pitschnass“, sagte mir Luci, wie ich ihn in Gedanken nun immer zu nennen pflegte. Ich nickte wieder und legte ihr noch eine Abschwitzdecke über und führte sie ein paar Runden um den Hof bis sie trocken war und ich Heu und Kraftfutter verfütterte. Am Abend machte ich mich dann auch schon wieder mit den beiden in die Stadt und schaute nach ein paar Souvenirs, die ich für Rachel, Smetti und Abby holen würde. Morgen wäre mein letzter Tag hier in Kalifornien und ich legte mich noch einmal richtig ins Zeug. Ich putzte zusätzlich das Sattelzeug der Pferde und durfte noch etwas Zeit mit Senda verbringen und Morgane putzte ich auch wieder. Am Donnerstag war sie besser drauf als den Tag zuvor. Konnte aber auch an der Bestechung liegen, die ich ihr für danach aufgehoben hatte. Mit Ghost Merchant und Fix the Flame ging es dann auch zu einer Körung und Krönung, sodass ich noch was Aufregendes erlebte und am Abend mit den beiden noch die beiden Pferde auslud. Freitag morgen flog ich wieder nach Hause.


      von Sosox3
    • sadasha
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      08. Februar 2017 | 16931 Zeichen von Cascar
      Stufenerhöhung Springen E-A
      Der Schnee begann allmählich zu schmelzen. Seit etwa zwei Tagen verzeichneten wir Temperaturen über null, was dazu führte, dass der Wasserspiegel des Sees stieg und die Weiden im Nordosten des Hofes aufgrund des Stauwassers nicht nutzbar waren. Nichtsdestotrotz waren die Trainer und Pferde der Winterscape Stables eifrig bei der Arbeit – es wurde geputzt, trainiert, im Allgemeinen herrschte in den Ställen ein geschäftiges Treiben. Dies war die Atmosphäre, die herrschte, als sich das Auto mit einem edlen, braun-schwarzen Pferdeanhänger durch die Pfützen der Auffahrt bis auf den offiziellen Parkplatz quälte. Ich grüßte den Fahrer lächelnd, mit erhobener Hand, und stellte mich ihm vor, nachdem er den Motor abgestellt hatte und ausgestiegen war. Vor mir stand Kenneth Jenkins und der ungeduldig gegen die Wand des Anhängers schlagende Huf aus dem inneren gehörte einer jungen, gescheckten Trakehnerstute, die im Folgenden von ihrem Besitzer auf den Sand geführt wurde. Sie schüttelte sich daraufhin unverblümt und musterte ihre neue Umgebung mit unverhohlenem Interesse.
      Schon als ich Morgane das erste Mal sah konnte ich sie mir gut am Sprung vorstellen: Ich wusste nicht nur, dass sie bereits erfolgreich an einigen Turnieren teilgenommen hatte, nein. Trotz ihrer jungen Jahre zeichneten sich ihre ordentliche Muskeln unter dem weichen Winterfell ab, die auf ein sorgfältiges Training schließen ließen. Außerdem zeigte sie sich ausgesprochen wach und auch ein wenig temperamentvoll, denn sie tänzelte ein wenig, als ich mich ihr näherte. „Hallo.“, sagte ich schlicht und das Pferd ließ sich schließlich mit geblähten Nüstern von mir auf der Stirn streicheln. „Gut. Wir werden schon Freunde.“, sagte ich halb zu Morgane, halb zu Kenneth, der daraufhin höflich lächelte und Andeutungen machte, den Rückweg anzutreten. Ich stimmte ihm zu und nahm die Scheckin mit, die sich nunmehr im Gehen immer wieder umzudrehen versuchte und lauthals wieherte, als Kenneth den Motor anließ. Ich redete fortwährend ruhig auf das aufgebrachte, junge Pferd ein und so schafften wir es doch wohlbehalten bis zum Stutenstall. Auf der vor jenem befindlichen Koppel, umgeben von alten, hohen Bäumen, graste meine Stute Razita, die kauend aufblickte und dann langsam näherkam. Kurzerhand führte ich unseren Neuankömmling auf die überschaubare Weide und nahm das Halfter ab. Im Folgenden spielte sich ein vorbildlicher kleiner Zickenkrieg vor meinen Augen ab – der abrupt mit der Kapitulation Morganes endete. Die junge Stute ordnete sich nach einigen Galopprunden und angelegten Ohren entnervt der älteren Füchsin unter, sodass das saftige Gras bis in die späten Abendstunden genossen werden konnte. Auf dem Trainingsplan stand nämlich für heute nur die Ankunft. Morgane sollte schließlich erstmal alles Neue aufnehmen und entspannen. So bezog sie am Abend auch die Box neben Razita, die am weitesten weg vom Stalltor lag. Grund waren die Reitschüler, die an drei Tagen der Woche Cheetah und manchmal auch Razita putzten und sattelten. Nach Kenneths Beschreibung mochte die „Kleine“ nämlich keine Kinder und mit ihrer Unterbringung hoffte ich Konflikten aus dem Weg zu gehen.
      Mein Plan wurde schon am nächsten Morgen auf die Probe gestellt: Beim Füttern halfen Oliver zwei Reitschülerinnen, die sich gerade um den Eimer kabbelten, als ich mit Knotenhalfter und Putzzeug den Stallkomplex betrat. „Morgen!“, wünschte ich und wie ich hineinrief, schallte es heraus. „Hab den Zettel gelesen, übrigens.“, sagte Oliver freundlich und deutete auf eine handschriftliche Notiz, die an der Magnettafel von Morganes Box angebracht war. Vermutlich hatte ihn Cascar gestern dort angebracht, als sie die Scheckin herein gebracht hatte. „Danke dir.“, sagte ich und tat dem ebenso insgeheim meiner Tochter.
      So war der Morgen irgendwie gerettet und ich konnte getrost das scheinbar ständig missgelaunte Pferd auf die Stallgasse holen, anbinden und in aller Ruhe mit der Säuberung von Fell, Hufen und Langhaar studieren. Wie ich vermutet hatte tat die Aufmerksamkeit dem Pferd gut: Morgane entspannte sich zunehmend, wenn auch widerwillig. Ich grinste darüber und redete die ganze Zeit ruhig mit ihr, während die Sperlinge im Dachgebälk zwitscherten. Schließlich tauschte ich ihr Stallhalfter gegen ein hellblaues Knotenhalfter und führte sie am mäßig langen Strick nach draußen, in Kälte und strahlenden Sonnenschein. Unser Atem bildete Dampf und ich versuchte abzuwägen, ob der Boden des Roundpens wohl begehbar oder gefroren war. Ich ließ es dann drauf ankommen und meine Risikobereitschaft wurde damit belohnt, dass der harschige Boden tatsächlich unter unseren Schritten nachgab. So konnte unsere erste Trainingseinheit, die vorrangig zum Kennenlernen diente, wie geplant stattfinden.
      Morgane, wie ich sie bisher kannte, war ein introvertiertes, auf den ersten Blick mürrisches und ein wenig stures Pferd, die hinter dieser Fassade jedoch einen etwas unsicheren und unerfahrenen Teil verbarg – so stellte sie mich als Bezugsperson beim Führen ja nicht infrage, das heißt sie überholte nicht einfach oder benahm sich sonst daneben. Nein, sie folgte mir immer eher widerwillig. Deshalb begannen wir die Arbeit auch mit einer Bodenarbeitsübung aus dem Westernreiten. Sie nannte sich „Friendly Game“ und bestand darin, das Strickende in monotonen Bewegungen mit leichtem Schwung über den Hals des Pferdes zu legen und langsam wieder heruntergleiten zu lassen. Imitiert werden sollte so die Bewegung des Schweifs der Mutterstute, die im Allgemeinen eine beruhigende Wirkung auf das Pferd ausübte – so auch auf Morgane. Obwohl sie sich standhaft weigerte, zu entlasten, wurden zumindest die Augenlider schwer. Das war gut so, ich hatte ja keinen übermäßigen Gefühlsausbruch erwartet. Was ich wollte und brauchte war ihr Vertrauen und Ruhe im Training; im Anschluss an diese erste Übung folgte nämlich das Longieren.
      Und die Scheckin drehte auf. Die Kälte schien sie nach der anfänglichen Ruhe so sehr zu beleben, dass sie vorerst einige Freudenbuckler sehen ließ. Außerdem verschnellerte sie sich immer wieder, wenn ich sie auf den Hufschlag schicken oder durchparieren wollte. Alles, was man da tun konnte, war warten. Und warten. Denn irgendwann war die Luft raus. Morgane schnaufte und drehte zunehmend das innere Ohr zu mir und blickte mich manchmal an. So erreichte ich mit Geduld, dass sie mir zuhörte und sich schließlich in den Schritt durchparieren ließ. Ich lobte sie leise und trabte sie dann, dieses Mal gewollt, an. Wir wechselten daraufhin die Seite und wiederholten das Spiel, später auch im Galopp. Dort musste ich die Erfahrung machen, dass sie auf der linken Hand dazu neigte, in den Außengalopp zu fallen. Ich parierte durch und galoppierte die Liebe so oft an, bis wir den Innengalopp hatten – dann beendete ich das Training im Schritt. Das Pferd schnaubte und dampfte und ich gesellte mich zu ihr, auf den Hufschlag, um sie trocken zu führen. Zum Schluss streichelte ich liebevoll ihre Stirn, dann ging es in Richtung Weide.
      Morgane war also, wie ich erwartet hatte, durchaus ein Pferd, das sich unterordnete. Nur brauchte sie eine ganze Weile, um aufzutauen und ich konnte mir gut vorstellen, dass wir morgen wieder bei Null anfangen würden.
      Und so war es. Launischer den je traf ich die Scheckin am folgenden Tag auf ihrem Paddock an, von meiner Ruhe beim Putzen nahm sie nicht so viel auf, wie am Tag zuvor. Ihre Ohren waren ständig in Bewegung und an der Longe schien sie abgelenkt: Ich musste sie mehrmals ermahnen, mitzuarbeiten. Und trotzdem wurde gearbeitet. Einfach damit die Liebe merkte, dass sie nicht drumherum kam. Als Ausgleich durfte sie am Nachmittag auf die Weide; gegen 16:00, als das Licht der Sonne bereits orange wirkte, holte ich das Stütchen erneut zu mir. Dieses Mal ging es in die vollkommen verlassene Reithalle. Dort lagen einige gestreifte Stangen am Boden und zwei Cavaletties zierten den Hufschlag. All das wurde mit ausgesprochen gespitzten Ohren und gewölbtem Hals betrachtet. „So, Mädchen. Die kennst du schon, die wollen dir nichts Böses.“, erklärte ich ihr ruhig lächelnd und führte sie herum. So war es auch. Morgane fiel bei den Cavaletties ein wenig aus ihrer Rolle – beinahe begeistert ließ sie sich von mir im Trab darüber schicken und schnaubte gleich danach. Ich lobte sie. Das Ganze zog sich über etwa vierzig Minuten, in allen drei Grundgangarten, dann war ich sehr zufrieden. Meine Trainingspartnerin indes schien an diesem Tag ihr Aufnahmelimit erreicht zu haben: Sie ließ sich von mir zum Stall ziehen und als ich ihr das Halfter abnahm, klebte das Fell hinter ihren Ohren ein wenig vor Schweiß. An diesem Abend hatte sie ihr Futter redlich verdient.
      Der Tag darauf war ein Ruhetag. Ich hatte ihn spontan anberaumt und das einzige, das die Trakehnerstute zu schaffen hatte, war ein Spaziergang, den sie erneut äußerst widerwillig mit mir antrat. Es handelte sich um einige Runden über den Hof, die an einer für sie noch unbekannten Koppel endeten. Heute wieherte sie dafür schon, als sie auf jener Razita erblickte und ich entließ sie vorsorglich.
      Die Nacht zu Montag verbrachten beide Stuten mit der Decke draußen. Ich hoffte, Morgane würde vielleicht am Morgen schon etwas ausgelasteter sein – das Training sollte nämlich zum ersten Mal unter dem Sattel verlaufen. So benahm ich mich heute etwas hoffnungs- und elanvoll und zu meiner Zufriedenheit schien Morgane das auch zu tun. Das Putzen und satteln ließ sie über sich ergehen, mehr oder weniger begeistert, und ebenso die kurze Reise in die Halle. Das Longieren hingegen lief gut – ohne Wind oder andere externe Geräuschquellen hörte die Scheckin mir deutlich besser zu und ich konnte ihre Aufmerksamkeit durch meine Stimme gut halten. Kurz darauf ging es zum Nachgurten und Einstellen der Steigbügel. Als ich aufstieg, ging sie erstmal schonmal los. „Na. Selbst denken ist nicht.“, wies ich sie zurecht und hielt kurzerhand. Dann gingen wir noch einmal los, so wie ich es wollte. „Schau, das ist mein Job.“ Mit diesen Worten begannen wir zaghaft mit dem Warmreiten. Mittlerweile gewohnt war ich Morganes unstetes Spiel mit den Ohren. Nicht so gewöhnt war ich ihre ausgesprochen schön zu sitzenden Gänge: auf dem Hufschlag präsentierte sie nach einigen Bahnfiguren im Schritt, auf beiden Händen, ihren wunderschönen, ausgreifenden Trab. Abgesehen davon musste man sagen, dass sie sich, wie das bei Jungpferden manchmal ist, eher unwillig von der Bande löste, um Bahnfiguren zu gehen. Das brauchte einiges an Durchsetzungsvermögen. Vor allem als es im Galopp zunehmend anstrengender wurde und die Liebe schlichtweg keinen Sinn mehr darin zu sehen schien, nach meiner Anweisung den Hallenboden zu passieren. An diesem Punkt widmeten wir uns Trabstangen und Cavaletties, die Beschäftigung und Kräftigung für weitere zwanzig Minuten boten. Danach war gut und ich machte Schluss. Morgane hatte sich super geschlagen – ich lobte sie ausführlich, aber zu sehr wagte ich ihr meine Begeisterung nicht zu zeigen. Meine Wertschätzung bekam sie in Form ihres abendlichen Futters zu spüren, in dem eine geschnittene Futterrübe enthalten war.
      Wieder folgte ein Ruhetag. Zumindest bis zum späten Nachmittag. Dann ging es am Strick von der Weide in die Halle. Zu einigen echten Kreuzen auf E-Höhe und einem auf A-Höhe. Springen sollte Morgane heute selbstverständlich nicht – es ging eher um eine Grundlegende Inspektion. Mit anderen Worten, die Scheckin räumte mit den Vorderhufen schwungvoll die Stangen ab. Auch diese Erkenntnis war wichtig – sie sollte die Scheu vor den Hindernissen vollkommen verlieren. Dazu gehörte auch das Wissen des Nachgebens.
      Am Mittwoch nun wurde Morganes Sprungtauglichkeit von oben geprüft. Ich hatte tatsächlich einen in ihrem Sinn guten Tag erwischt. Das Ablongieren vor dem Reiten brauchte nicht allzu lange bis zu einem guten Ergebnis und dem ein oder anderen Schnauben und das Aufsitzen machte ebenfalls keine Probleme. Beim Warmreiten hingegen erwies sich die junge Stute als ein wenig hibbelig und aufgeregt: sie schüttelte im Schritt ständig den Kopf und fiel in kleinen Momenten der Unaufmerksamkeit sofort in den Trab. Ich parierte sie wieder und wieder ruhig und geduldig durch. Bald schwitzte sie an Brust und Hals und als wir gewollt antraben wollten, versuchte sie den Kopf nach oben zu reißen und anzugaloppieren. Wieder nahm ich sie zurück, beschäftigte sie mit Bahnfiguren und Trabstangen. Es dauerte eine ganze Weile, bis die Liebe lockerer wurde und ich sie erstmals an ein Kreuz heranführen konnte. Ich galoppierte an und beobachtete zufrieden, wie die Scheckin den Sprung ins Visier nahm, ein wenig ungleichmäßig hüpfte und es dann mit beinahe angelegten Ohren in viel zu großer Höhe überwand. Ich lachte darüber und lobte sie, während wir auf dem Zirkel galoppierten. Im Folgenden versuchten wir es wieder und wieder und trotz ihrer jungen Jahre oder gerade deswegen schien Morgane einen Riesenspaß zu haben. Liegen blieben die Stangen eigentlich immer - was mir auffiel war die scheinbare Instabilität in ihrem Rücken, die für ihr Alter jedoch typisch war. Am Ende des Trainings parierte ich deshalb zum Schritt durch und meinte: "Na? Muskulär müssen wir da aber noch einiges machen."
      Und genau das taten wir in den kommenden Wochen: es wurde verstärkt longiert, auf Stangenarbeit und Auslastung geachtet und vier Mal in der Woche ritt ich die Stute. Oft in der Halle, einmal auch im Gelände - des Vertrauens und der Trittsicherheit wegen. Morgane selbst indes schien dann schon nicht mehr so unberechenbar und einmal entwich ihr (versehentlich?) ein Wiehern, als ich den Stall mit Sattel- und Putzzeug betrat.
      Nach dieser ganzen Zeit und dem langsamen, schonenden Training sah ich die Zeit reif, um tatsächlich an einer Stufenerhöhung zu arbeiten. "Morgen, Morgane!", sagte ich an jenem Tag zu der Stute, die ein Ohr drehte, aber weiter in der Ecke ihrer Box am Heu kaute. "Heute wieder allerbeste Laune, was?", kommentierte ich, halfterte aber unbeirrt auf und trennte sie von ihren trockenen Halmen. Beim Putzen taute sie dafür wieder ein bisschen auf und reckte sogar ein wenig den Hals, als ich ihn schrubbte. Das entlockte mir ein Lächeln. Nach dem Satteln ging es dann in die Halle. Ich hatte gestern Abend unsere Hindernisse schon ein wenig modifiziert - sie waren bunter und ein wenig höher. Die Scheckin ließ sich trotzdem weitgehend problemlos alles zeigen, dann wurde longiert. Zu Beginn ließ das Pferd einige Buckler und es dauerte, bis es mir zuhörte, aber wir konnten die Erwärmung trotzdem erfolgreich abschließen. Beim Warmreiten zeigte sie sich dafür vergleichsweise kompromissbereit - und zu meiner Überraschung noch viel mehr am Sprung. Da schien das Pferd regelrecht zu vergessen, seinen Griesgram zu pflegen und konzentrierte sich ganz auf eine sorgsame Hufführung und die Luft um die Nase. Ich grinste und wir versuchten uns an einigen Gymnastiksprüngen, dann näherten wir uns dem Kreuz in A-Höhe. Ich bemerkte während des Anreitens ein kaum spürbares Zögern in der Stute, deshalb drehte ich ab und redete ruhig auf sie ein, bevor wir es erneut versuchten. "Komm, du kannst das.", sagte ich ihr entschlossen, zügelte sie vor dem Satz ein wenig und tatsächlich setzte die Liebe fehlerfrei darüber. Ich lobte sie mit warmer Stimme, bemerkte insgeheim, dass zwischen ihren Hufen und der Stange sehr viel Platz gewesen war. Sie sprang zu hoch.
      Deshalb wurde weiter geübt. An diesem Tag wie am folgenden und dem darauf. Morganes Verhalten am Sprung wurde so zum einen sicherer, zum anderen disziplinierter: Sie ließ sich zunehmend, wenn auch zögerlich, beinahe widerwillig, mehr auf den Reiter ein und sich so fügsamer reiten. Das wiederum führte dazu, dass ich bestimmen konnte, wie wir ein Hindernis am besten angingen und die Schritte davor verkürzten oder verlängerten. Nach insgesamt fünf Wochen harter Arbeit war es dann so weit: Ich parierte durch und während des Trockenreitens zog vor meinem Inneren Auge ein Kurzfilm über meine Erlebnisse mit Morgane vorüber. Sie war auf Stufe A angekommen, ganz sicher. Ich lobte mein am langen Zügel schnaubendes Pferd und saß schließlich ab. Vor dem Verlassen der Halle lockerte ich den Sattelgurt, dann ging es zum letzten Mal mit Decke auf dem Rücken zu Razita auf die Weide.
      Zwei Tage später fuhr Kenneth auf den Hof. Wieder hatte er einen Pferdeanhänger dabei und wieder begrüßte ich ihn herzlich. Und Morgane auch. So herzerwärmend erfreut hatte ich sie noch nie gesehen. "Sie hat sich super gemacht.", wusste ich zu berichten. "Das freut mich!", erwiderte der Besitzer mit einem liebevollen Seitenblick auf sein Pferd, das am langen Strick vor dem Stall graste. "Und ich wünsche weiterhin viel Erfolg. Beim Training und insgesamt." Damit verabschiedete ich mich, nachdem die Stute sicher im Hänger verstaut war. Ich schüttelte Kenneth die Hand, dann wandte ich mich vom Parkplatz ab und dem Hof erneut zu. Es gab noch viel zu tun.
    • sadasha
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      02. März 2017 | 20513 Zeichen von adoptedfox
      Pflege für alle Pferde des Phoenix Valley

      Ankunft

      Mittwoch. Vor wenigen Minuten noch setzte mein Flug zur Landung an und schon stand ich inmitten der Menschenmenge, welche darauf wartete abgeholt zu werden. Die Sonne stand genau über dem Flughafen und die Luft wurde nur durch die leichte Frühlingsbrise abgekühlt. Ich sah mich um und hoffte zu erkennen, wer mich abholen würde. Und da entdeckte ich Ihn. Er stand etwas Abseits mit einem Schild in der Hand auf welchem in großen Druckbuchstaben "Käthe -> Phoenix Valley" stand. Ich hängte meine Reisetasche über die Schulter, nahm meinen Koffer und ging Ihm mit einem Lächeln entgegen. "Hi, ich bin Käthe!" begrüßte ich Ihn, stellte meinen Koffer ab und machte anstalten seine Hand zu schütteln doch er kam mir zuvor, nahm meine Hand, zog mich an sich und umarmte mich. "Ich bin Kenneth, schön Dich zu sehen! Wir war dein Flug? fragte er mich während er mich aus der Umarmung entließ und nahm gleichzeitig meine Reisetasche ab. "Weniger anstrengend als ich erwartet hatte." antwortete ich Ihm ehrlich und folgte Ihm zum Kofferraum, wo ich meinen Koffer neben die Reisetasche stellte die er bereits hineingelegt hatte. Während der Fahrt zur Anlage unterhielten wir uns über die Pferde, meine Arbeit und wie es mich nach England verschlug. Nach einer Weile fuhren wir auf den Parkplatz des Phoenix Valley ein. Kenneth nahm meine Reisetasche und meinen Koffer aus dem Kofferraum und bat mich Ihm zu folgen. Während wir über den Hof zum Hauptgebäude liefen, erklärte mir Kenneth das man mich im Gästezimmer unterbringen würde für die Zeit des Aufenthalts. Dort angekommen stellte er meinen Koffer und meine Reisetasche vor das Bett und teilte mir mit, das er im Stallgebäude der Stuten auf mich warten würde. Ich nutzte seine Abwesenheit um mich umzuziehen. Eine schlichte Reithose und ein leichtes Top. Ich zog meine Stiefeletten an und ging aus dem Gebäude zu dem Stalltrakt, den ich für den Bereich der Stuten hielt.

      Tag 1
      Er ging mit mir von Box zu Box und stellte mir die Pferde vor. "Ok, ich denke es ist das einfachste wenn ich mich zuerst um die Fohlen kümmere, dann kann ich diese zusammen auf eine Weide stellen während ich mich um den Stall kümmere. Oder?" fragte ich. Kenneth sah mich an und antwortete mir lachend "Perfekt, kommst du zurecht? Dann schauen Lucius, mein Bruder und Ich nach dem Wagen, der macht nämlich Probleme.". Mit den Worten verschwand er aus der Stallgasse in Richtung Hof. Ich wandte mich den beiden Stutfohlen Ases Maskwamozi und Leveneza zu. Kenneth berichtete mir, dass die beiden Fohlen vom Ausbildungsstand am weitesten wären und so entschloss ich mit beiden eine Runde spazieren zu gehen um die Umgbung kennen zu lernen. Behutsam zog ich Ases Maskwamozi das Halfter über und führte das Fohlen in die Stallgasse, wo ich es mit einem geschickten Knoten anband um Leveneza zu holen. Ich begrüßte beide Fohlen ausgiebig, nahm eines in die linke, das andere in die rechte Hand und zu dritt verließen wir die Stallgasse. Wir wandten uns dem Weg zu, welcher von Bäumen gesäumt war um im kühlen Schatten zu laufen. Leveneza nahm die Umgebung aufmerksam wahr, die Ohren spielten und schienen jedes Geräusch einzusaugen. Ases Maskwamozi hingegen schien nur Levenza zu folgen. Mehrfach versuchte sie mich auszutricksen und den Rückweg anzustreben, doch mit Geschick konnte ich sie immer wieder überreden uns weiter zu begleiten. Die Wege um den Hof schienen miteinander verbunden, denn langsam ließen sich die Umrisse des Stallgebäudes erahnen. Auf dem Hof angekommen ließ ich die beiden Stutfohlen trinken und brachte beide auf die Weide. "Na, was stellen wir denn mit euch 2 hübschen an?" fragte ich als ich die Stallgasse betrat und ging zu der Box mit Stracciatella. Die kleine Stute sah gelagweilt aus und schenkte mir, bis auf 1 zugewandtes Ohr, keinerlei Aufmerksamkeit. Ich öffnete die Boxentür und wandte mich ihr langsam zu. "Keine Sorge, wir wollen Dir doch nichts schlechtes, hm?" sprach ich beruhigend auf das junge Fohlen ein und streichelte dessen Hals. Vorsichtig wanderte meine Hand zum Mähnenkamm, weiterhin kreisende Bewegungen streichelnd. "Super machst du das!" lobte ich Stracciatella, die aufzutauen schien. Ich holte aus meiner Hosentasche 1 Bananenchip und bot ihn Ihr an. Neugierig schnaubte sie in meine Handfläche und nahm den Bananenchip zwischen die weichen Lippen. Er schien Ihr zu schmecken, denn kaum war der erste verschwunden, schob sie Ihr weiches Maul in Richtung meiner Hose. Ich lachte "So aber nicht! Erst die Arbeit, dann das Vergnügen!". Ich strich in sanften Bewegungen in Richtung Rücken. Mit meiner anderen Hand griff ich in den Trog, wo ich zuvor einen weichen Striegel positioniert hatte. Ich bewegte den Striegel in der gleichen kreisenden Bewegung am Rücken des Fohlens, wie zuvor meine Hand. Stracciatella schien sich selbst nicht sicher zu sein, ob sie dies gut oder schlecht fand. Ich beschloss das Training für den heutigen Tag zu beenden und gab Stracciatella zur Belohnen noch einen Bananenchip. Das letzte Fohlen, Phoebe, beobachtete mich bereits neugierig als ich aus Stracciatella's Box kam. Als ich die Boxentür öffnete spürte ich eine Hand auf meiner Schulter, es war Kenneth. "Wenn du magst..." sagte er und reichte mir ein kleines Halfter. "Sie wird mir doch nicht die Hand abbeißen, oder?" fragte ich und erhielt statt einer Antwort nur ein verlegenes Schulterzucken. Er schloss die Boxentür hinter mir, blieb jedoch stehen und sah mir zu. Ich ließ mich nicht beirren strich mit beruhigenden, sanften Bewegungen über den Hals der Stute. Das Halfter war bereits geöffnet, sodass es mir leicht fiel das Genickstück sanft über Ihren Hals zu streifen. Vorsichtig zog ich Ihr das Halfter an und schloss es locker. Sobald ich meine Hand entfernte schlug die junge Stute ein paar Mal mit dem Kopf. Sie schien nicht erschrocken über das klappernde Geräusch welches die Halfterschnallen verursachten, im Gegenteil, es schien sie zu amüsieren! Lobend kraulte ich Phoebe die Brust und steckte ihr einen Bananenchip als Belohnung zu. Kenneth reichte mir durch die Boxenstäbe einen Strick. Ich nahm ihn und befestigte ihn am Halfter der Stute und führte sie in die Stallgasse. Dort band ich sie aber nicht an und griff stattdessen nach dem Striegel aus Stracciatellas Trog um in kreisenden Bewegungen über Phoebes kurzes Fell zu streichen. Es schien ihr nichts auszumachen, jedoch entschied ich das Training zu beenden, da ich die Stute nicht überfordern wollte. Damit Stracciatella nicht als einziges Fohlen im Stall bleiben musste, brachte ich auch Phoebe zurück in Ihre Box.
      Während die beiden Fohlen Ases Maskwamozi und Levenza nicht in Ihren Boxen waren, nutzte ich die Zeit um diese auszumisten. Ich schob die halb gefüllte Schubkarre an die Box von Stracciatella, öffnete die Boxentür und ging hinein. Behutsam sammelte ich alle Pferdeäpfel und das nasse Stroh ein und beförderte es in die Schubkarre. Das gute Stroh verteilte ich, wie bei den anderen beiden Boxen, über die kahlen Stellen. Den Vorgang wiederholte ich anschließend auch bei Phoebe und den anderen Stuten im Stall. Nachdem auch die letzte Schubkarre auf dem Misthaufen entleert wurde, schnappte ich mir ein paar Strohballen um die Stallboxen entsprechend aufzufüllen. Als die Boxen der Stuten und Fohlen gemistet und neu eingestreut waren schob ich die Schubkarre hinaus in den Hof, lehnte die Mistgabel gegen das Stalltor und kehrte mit einem Besen die Stallgasse sauber. Mit jedem Bürstenstrich über den Stallboden wirbelte Staub auf. Als die Arbeit erledigt war beschloss ich die beiden Fohlen wieder in die Boxen zu bringen. Da ich zuvor bereits mit beiden spazieren war und dies super funktionierte, etschloss ich auch dieses Mal beide Fohlen zeitgleich zum Stall zu bringen. Zurück in der Stallgasse traf ich Kenneth, der sich gerade ein Halfter und einen Strick nahm. "Hast du Lust auf eine Runde spazieren? Ich würde Morgane nehmen und wenn du magst, kannst du Fix the Flame nehmen." ich nickte zustimmend und brachte die beiden Fohlen in Ihre Boxen. Kenneth hat bereits beide Stuten aufgehalftert und in die Stallgasse gebracht. Geschickt löste ich den Knoten und bevor ich mich versah, befanden wir uns auf einem kleinen Waldpfad. Kenneth erzählte, das dieser Pfad angenehm für Spaziergänge mit Pferden wie Fix the Flame war, da Sie sich so an die Umgebung gewöhnte und man Ihr gleichzeitig zeigen konnte, das es außerhalb der sicheren Box nicht nur Gefahren gab. Morgane schien die Ruhe selbst zu sein, aber Kenneth versicherte mir, das dies nur ein trügender Schein ist. Über diesen Pfad kamen wir auf der Rückseite der Stutstallung an. Kenneth nahm Morgane mit in Richtung der Reithalle, während ich Fix the Flame wieder in Ihre Box brachte. Nachdem die Boxentür fest verschlossen war und ich Fix the Flame einen Bananenchip zusteckte, begab ich mich auf die gegenüberliegende Boxenseite und holte Levistino's Hope und Busted Cherry Cake aus den Boxen. Ich entschied mich mit beiden Pferden dazu, die erste Route entlang zu spazieren, welche ich bereits mit den Fohlen erkundet hatte. Beide Stuten verhielten sich vorbildlich und schienen, genau so wie ich, den warmen, sonnigen Tag zu genießen. Nachdem wir zum Hof zurückgekehrt waren stellte ich die Stuten in Ihre jeweiligen Boxen. Gerade als ich die Boxentür zu Estrada Dourada öffnete, suchte jemand anderes meine Aufmerksamkeit. "Hey, wenn du Estrada beschäftigst, kannst du an Ihrer Gelassenheit arbeiten? Der Hufschmied hat nicht jedes Mal die Zeit mit einer aufmüpfigen Stute zu diskutieren!" hallte es die Stallgasse entlang und ich war mir sicher, dass es sich nicht um Kenneth gehandelt haben kann. "Du bereitest deinen Besitzern also Kopfzerbrechen, hm?" fragte ich die Stute und strich ihr sanft über die Stirn. Ich zog Ihr das Halfter über und führte Sie in die Stallgasse, wo ich sie vor Ihrer Box festband. Ich nahm mir aus der Putzbox einen Hufkratzer und aus der Sattelkammer einen zusätzlichen Strick. Schon als ich mit meiner Hand am Bein der Stute entlang striff, schien sich diese merkbar zu verspannen. Ich sprach beruhigend auf die Stute ein und wiederholte den Vorgang immer wieder, bevor ich den Huf hoch nahm und in der Luft behielt. Immer wenn ich den Huf in der Luft hielt, zählte ich bis 5 und setzte Ihn sanft wieder ab. Nach einigen Wiederholungen nutzte ich zusätzlich den Hufkratzer um der Stute zu zeigen, das Ihr nichts geschieht und es nur um ihr Wohl ging. Von Wiederholung zu Wiederholung wurde die Stute entspannter und ruhiger. Ich klopfte lobend Ihren Hals und brachte sie zurück in Ihre Box, wo sie ein paar Bananenchips von mir bekam. Der Tag neigte sich langsam aber sicher dem Ende zu. Ich entschied, mit Senda Oscura noch eine Runde spazieren zu gehen, bevor ich den Stalltrakt für den Tag verließ und mich dem Bett in meinem Gästezimmer widmete.


      Tag 2
      Mit dem ersten aufgeregten zwitschern der Vögel wurde ich wach. Ich betrat das Badezimmer und bereitete mich auf den Tag vor. Auf dem Weg nach draußen hielt mir Kenneth eine Brottüte vor die Nase. "Frühstück nicht vergessen junge Dame!" sagte er lächelnd und ich nahm diese dankend entgegen. Bevor ich mich den Pferden widmete ging es zur Fütterung. Ich betrag die Futterkammer und richtete die Futterrationen für die Pferde. Nach und nach leerte ich jeden Eimer im Trog der Pferde, bis alle schmatzend ihr Frühstück genossen. Ich ebenso, denn ich hatte es mir gerade auf einem Strohballen gemütlich gemacht und nahm das Sandwich aus der Brottüte. Ich sollte mir für die Heimreise ein paar Sandwiches von Kenneth wünschen, denn sie schmeckten fabelhaft! Gestärkt nahm ich mir eine Longe aus der Sattelkammer und ging hinüber zu den Stuten. Ich hing die Longe an die Box von Corde de la cerise und begann die Stute in Ihrer Box zu putzen. In langen Zügen strich ich mit dem Striegel in der einen und der Bürste in der anderen Hand über das Fell der hübschen Stute. Die Mähne und den Schweif säuberte ich lediglich mit meinen Fingern und sammelte so Strohhalme heraus und löste Knötchen. Mithilfe des Hufkratzers säuberte ich die Hufe und nahm die Stute dann am Halfter und führte sie zur Boxentür. Dort hakte ich die Longe am Halfter ein und führte die Stute zur Reithalle. Ich positionierte mich in die Mitte der Halle und schickte die Stute nach außen auf den Zirkel. Sie schien arbeitswillig, denn sie setzte sich sofort in Bewegung und lief im Schritt Ihre Runden. Nach ein paar Runden schnalzte ich mit der Zunge und Corde de la cerise fiel in einen lockeren Trab. Die Stute war aufmerksam, hielt ein Ohr aber stets zu mir gerichtet. Im Galopp powerte sie sich offenbar erst aus, bevor sie zur eigntlichen Arbeit zurück kam. Ich lies sie gewähren. Ich nahm die Longe auf und ließ die Stute in den Schritt parieren und letztendlich stehen. Mithilfe einer lockeren Armbewegung gab ich der Stute zu verstehen, das ich einen Handwechsel möchte und nach einer kleinen Diskussion trabte die Stute auch auf der linken Hand auf dem Zirkel. Die anfängliche Anspannung war schnell verflogen und so holte ich die Stute zu mir, lobte sie ausgiebig und brachte sie zurück in Ihre Box. Den gleichen Ablauf versuchte ich bei S'Cada, jedoch zeigte sie mir eindeutig, das es ihr absolut nicht passte arbeiten zu müssen. Nach minutenlangen Diskussionen und wildem gereiße an der Longe holte ich die Stute zu mir und nahm die Longe ab. "Gut, dann bleibst du halt hier. Tob dich aus!" sagte ich bestimmt und verließ die Halle. Offenbar schien ihr das auch nicht wirklich Recht, denn sobald das Hallentor geschlossen war stürmte die Stute los und buckelte. Währenddessen nutzte ich die Zeit um die Boxen der Hengste auszumisten und neu einzustreuen. Als die Arbeit beendet war ging ich zurück zur Halle, wo eine ausgepowerte S'Cada bereits auf mich zu warten schien. "Na, alles klar?" rief ich ihr zu und schloss das Hallentor hinter mir. Ich ging ruhig auf die Stute zu und klopfte ihren Hals. Die Longe wieder eingehakt, gingen wir aus der Halle zurück in die Stallgasse. Ich brachte S'Cada in Ihre Box zurück und nahm ihr das Halfter ab. Als ich die Stallgasse der Hengste betrat wartete bereits Kenneth auf mich. "Bevor du dich mit unseren Jungs beschäftigst rate ich Dir an, Amador zum Schluß zu arbeiten. Und sei vorsichtig, er ist das, was sich alle unter einem Hengst vorstellen!" sagte er und redete auf mich ein aufzupassen. Ich beschloss auf ihn zu hören und ging zur Box von Cadiz. Ich strich ihm sanft über die Nüstern und tauschte sein Stallhalfter gegen eine Trense. Bereits auf unserem eigenen Gestüt lernte ich schnell, das es leichter war einen Hengst mit einer Trense, als mit einem Halfter auszuführen. Ich nahm mir, auf dem Weg an der Sattelkammer vorbei, eine Longierbrille und Longe und tauschte diese gegen die Zügel ein. Zusammen gingen wir nach draußen und schlugen den ruhigen Waldpfad ein. Der heutige Tag würde nicht so heiß werden wie der gestrige, zumindest hoffte ich das. Cadiz lief im Schritt neben mir, sodass es eine ruhige und entspannte Runde wurde. Zurück im Stall tauschte ich Cadiz gegen Ghost Merchant ein. Er war ein hübscher Hengst und gefiel mir auf Anhieb. Auch mit Ihm lief ich auf dem Waldpfad entlang. Ghost Merchant war aufmerksam und nahm seine Umgebung genauestens auf. Einige Male versuchte er mich zu überholen, doch das wusste ich mit einem einfachen Wendemanöver zu unterbieten! Da mir der Hengst gefiel gab es, zurück in der Box, einen Bananenchip.
      Bevor ich mich an Amador versuchte, wandte ich mich Lucero zu. Schon als ich in die Box kam stieß er mir seinen gewaltigen Kopf schnell entgegen und schnupperte an meiner Hosentasche. Als wüsste er was sich in Ihr befindet, knabberte und zog er am Stoff umher. "Hey du Spinner, lass das!" sagte ich und schob seinen Kopf beiseite. Ich legte ihm das Halfter an und führte ihn aus der Box auf den anhängenden Reitplatz. Da ich nicht wusste wie der Hengst sich verhält hielt ich es für die beste Idee mit Halfter und Longe zu arbeiten. Ich stellte mich mit dem Hengst auf den Zirkel und strich mit der Schlaufe der Longe über den Hals und die Schulter des Hengstes. Dies schien ihm keine Probleme zu bereiten, so begann ich damit das Longenende über seinen Rücken zu legen und herunter zu ziehen. Lucero verspannte sich, sobald er bemerkt wie das Seil heruntergezogen wird. Ich sprach beruhigend auf ihn ein und wurde langsamer, sodass er sich auf das Gefühl, welches das Seil verursachte, einlassen konnte. Schon nach ein paar Wiederholungen wurde der Hengst merklich ruhiger und entspannter. Das ich das Longenende schließlich über seinen Rücken warf bereitete ihm keinerlei Probleme mehr. Ich lobte den Hengst ausgiebig für seine Geduld und Mitarbeit und schob ihm ein paar Bananenchips zu. Diese schienen ihm zu schmecken denn sofort bettelte er nach mehr. Ich verwehrte Ihm den Zugang in meine Tasche und führte ihn zurück in seine Box. Ich schloss die Boxentür und wandte mich Amador zu. Dieser legte bereits die Ohren an, als ich auch nur zur Box trat. Ich ging in die Sattelkammer und holte ein festes Rope, sowie ein Knotenhalfter. Behutsam öffnete ich seine Boxentür und betrat diese, während ich beruhigend auf den Hengst einsprach. Die Ohren noch immer angelegt ging er ein paar Schritte auf mich zu und beobachtete mich. Ich ging ebenfalls auf den Hengst zu und sprach weiterhin beruhigend auf ihn ein. Er lies zu das ich ihn berührte und ich nutzte den Moment, ihm das Knotenhalfter anzuziehen. Ich entschloss zuerst mit dem Hengst in die Reithalle zu gehen um ihn ein paar Runden laufen zu lassen, bevor wir einen Spaziergang unternahmen. So konnte er sich auspowern und ich konnte mir ein Bild über ihn verschaffen. Allein der Weg in die Halle war kein Zuckerschlecken. Amador zog am Rope und versuchte auf der kurzen Strecke mehrmals sich mir zu entziehen und strebte den Sprung nach vorn an. Ohne mich! Ich wendete ihn immer und immer wieder, blieb stehen und richtete rückwärts. In der Halle angekommen ließ ich ihn sich auspowern. Er setzte sofort zum Galopp an und hielt diesen minutenlang am Zirkel. Irgendwann schien ihm die Lust zu vergehen und nach ein paar Buckler und gezielten, gegen mich gerichteten Tritten, lief er mit gesenktem Kopf im Schritt. Ich lobte ihn mit sicherer Stimme und ließ ihn zum Stand hin parieren. Bestimmt ging ich auf den Hengst zu und klopfte seinen Hals. "Na, hast du Lust auf Entspannung?" fragte ich ihn und ging in Richtung Hallentor. Kenneth erwartete mich bereits und öffnete das Tor. "Wer hätte gedacht das eine so zierliche Frau diese Eskarpaden aushält!" sagte er sichtlich beeindruckt und schloss das Hallentor hinter mir. "Ich begleite euch, es ist gerade Luft und sollte doch etwas passieren kann ich eingreifen" bot er an und ehe wir uns versahen, befanden wir uns im Wald. Kenneth erzählte mir von Amador und wie sie zu ihm kamen. Ebenso erfuhr ich, das ich am Tag zuvor seinen Bruder Lucius kennenlernte und er sich gleich für dessen forschen Ton entschuldigte. Er sei im Stress gewesen als er mich bei den Pferden sah. Ich beschloss ihm zu vergeben. Kenneth erkundigte sich nach dem Stand meiner Arbeit und bot mir an doch noch einen weiteren Tag zu bleiben um Kalifornien kennenzulernen. Ich nahm diesen Vorschlag dankend an, entgegnete jedoch das ich dafür am Abend kochen würde als Dankeschön. Kurz bevor wir auf den Hof einbogen stemmte Amador seine Hufe in den Boden, riss den Kopf in die Luft und stieß ein durchdringendes Wiehern aus. "Halt ihn fest....!" sagte Kenneth und sah sich um. Doch alles was er entdeckte war sein Bruder Lucius, der mit Morgane über den Hof lief. Ich hielt Amador fest und richtete ihn rückwärts um seine Aufmerksamkeit zu erhalten und um ihn dazu zu bringen weiter zu gehen. Es funktionierte und schon wenige Minuten später fanden wir uns auf dem Hof ein. "Wir bringen Amador besser auf die Weide, nicht das er uns schon wieder die Box zertritt." sagte Kenneth und nahm mir den Hengst ab. Ich wandte mich der Stallgasse der Hengste zu und begann diese für die Mittagszeit zu füttern. Als jeder der Hengste, bis auf Amador, schmatzend mit dem Maul in den Trog schauten, ging ich hinüber zu den Stuten und bereitete auch ihnen das Futter zu. Als auch die Stuten gefüttert waren ging ich zurück ins Haupthaus und besprach mit Kenneth und Lucius den Rest des Tages, sowie den Tagesablauf für Morgen. Ich freute mich schon auf die Führung durch Kalifornien, doch noch mehr freute ich mich darauf wieder nach Nottingham zu reisen. Auch wenn ich die warmen Sonnenstrahlen auf meiner Haut vermissen werde.
    • sadasha
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      28. März 2017 | 8326 Zeichen von Friese
      Trainingscenter Sportpferdegestüt Jasmund | Dressur E-A für Morgane + Corde de la cerise

      Heute ging es wieder zu Kenneth. Dieses Mal standen zwei andere Pferde an der Reihe. Zum einen Morgane, eine Trakehnerstute, und Corde de la cerise, auch eine Trakehnerstute. Zwei wirklich schöne Stuten, wobei ich Morgane auf den Bildern interessanter fand. Ich würde die Pferde heute abholen, da Kenneth leider selbst sehr eingebunden war und sie mir somit nicht bringen konnte. Ich hatte mir sowohl ein Auto als auch einen Hänger für diesen Tag gemietet und nahm beides nun am Flughafen entgegen. Ich verstaute mein Handgepäck im Wagen und fuhr dann zu Kenneth. Er war gerade dabei die Pferde endgültig fertig zu machen. Das Zubehör hatte er bereits auf zwei Wägen platziert. Ich grüßte ihn und fing gleich an die kompletten Sachen zu verladen. Ich hatte auf Kenneth Hof nur 2 Stunden eingeplant und dies konnte relativ knapp werden, wenn man bedenkt was wir alles machen mussten. Er brachte mir noch zwei Heunetze, welche ich in den Hänger band. Dann ging es auch schon weiter mit Zubehör laden. Kenneth war fertig mit den Pferden und führte sie beide noch zur Beruhigung auf den Paddock. Hier konnten sie sich noch entspannen, während ich und Kenneth den Papierkram klärten. Er übergab mir alle wichtigen Papiere für die nächsten Tage und ich verstaute sie sicher in meiner Tasche. Nachdem wir mit allem fertig waren, holten wir die Pferde und brachten sie in den Hänger. Wir banden beide in Ruhe an und klopften den zweien die Hälse. Kenneth verabschiedete sich von den zweien und ich stieg ins Auto. Wir verabschiedeten uns auch und ich fuhr wieder zurück zum Flughafen. Dort musste ich mit den Pferden erst mal durch einige Kontrollen und als letztes noch selbst einchecken. Ich konnte mich während dem Flug nicht wirklich entspannen, da Kenneth mir die bisherigen Informationen über die Pferde mitgegeben hatte und ich diese nun förmlich studierte. Am Flughafen in der Nähe meines Gestüts wartete Simon bereits auf mich. Wir verstauten meine Sachen im Wagen und holten dann die Pferde mit dem Hänger ab. Nach einiger Zeit bekamen wir die beiden auch und konnten auf unser Gestüt fahren. Dort brachte ich die zwei in den Trainings- und Tierarzttrakt. Ich klopfte ihnen den Hals und gab ihnen ein bisschen Heu. Ich öffnete die Tür für den Paddock und die beiden schauten sich um. Ich verstaute ihr Zubehör und schrieb den vorläufigen Trainingsplan an das Whiteboard im Trainingsstall. Ich schaute nochmal nach meinen privaten Pferden und ging dann ins Haupthaus. Ich aß zusammen mit Simon und den anderen, ehe ich ein letztes Mal nach allen Pferden sah. Simon hatte gemeinsam mit Tyler die Fütterung der Pferde schon vorgenommen, nur Morgane und Corde de la cerise wurden noch von mir gefüttert. Hierfür sah ich nochmal in die Mappe von Kenneth und versorgte sie schließlich. Der Tag war sehr lange gewesen und ich wollte den Pferden nun ihre Ruhe gönnen, zudem würde morgen ein Turnier mit meinen eigenen Pferden anstehen und ich müsste wieder früh raus. Die zwei würden noch drei Tage Pause haben, damit sie sich ein bisschen mehr an alles gewöhnen konnten.

      Die ersten Tage waren schon vergangen und die beiden Stuten hatten sich schon ein bisschen besser an alles gewöhnt. Ich hatte sie schon probegeritten und den Trainingsplan nochmal modifiziert. Heute sollte das richtige Training losgehen und ich wollte zuerst mit Morgane anfangen. Mit ihr würde ich als erstes den Mitteltrab und den Mittelgalopp üben. Dies würde ein paar Tage dauern und ich war mir sicher, dass die Stute auch hin und wieder gegen mich arbeiten würde und sich nicht immer als die liebe Stute stellen würde, aber genau das war klar, denn so hatte sie Kenneth mir schon beschrieben. Ich machte sie fertig und ging zusammen mit ihr auf unseren Dressurplatz. Dort ritt ich sie als erstes warm und dann übte ich noch kurz die Grundlagen der E-Dressur. Die Stute war heute recht gut drauf und machte bis jetzt brav mit. Entgegen ihres eigentlichen Charakters, aber das kam mir ja nur zu gute. Sie verstand schnell, welche Hilfen was zu bedeuten hatte und wie sie auf den Druck reagieren sollte. Die Bewegungen waren noch nicht flüssig und wirklich einfach tat sie sich auch nicht, aber das würde schon werden. Anfangs war es immer schwerer als wenn es dann mal komplett klar war, aber das war auch verständlich. Es brauchte meistens einfach nur diesen Moment in dem der Knoten platzte. Ich übte noch den Mittelgalopp und klopfte ihr schließlich den Hals. Morgane kaute mir die Zügel aus der Hand und ich ritt sie in aller Ruhe noch ab. Ich stieg vom Rücken der Stute und führte sie in den Stall. Dort trenste ich sie ab und band sie vor ihrer Gastbox an. Ich klopfte ihr nochmal den Hals und entfernte dann noch das restliche Zubehör. Als nächstes brachte ich sie auf die Weide und holte im gleichen Zug Corde de la cerise von der Weide. Ich lobte sie und band sie vor der Box an. Ich putzte sie und holte das Sattelzeug. Als nächstes machte ich sie für das Training fertig und führte sie nach draußen. Ich stieg auf dem Platz auf den Rücken der Stute und klopfte ihr den Hals. In aller Ruhe wärmte ich sie auf und übte auch mit ihr das gleiche wie mit Morgane. Sie machte brav mit und tat sich ein bisschen leichter als Morgane. Ich lobte sie und nachdem wir ein bisschen den Mittelgalopp und Mitteltrab geübt haben, ritt ich sie ab. Sie hatte relativ gut mitgemacht und nachdem sie sich leichter getan als Morgane, konnte ich das Training früher beenden als wie mit Morgane. Ich ließ ihr die Zügel lang und sie schnaubte in aller Ruhe ab. Ich führte sie in die Stallgasse und machte auch sie dann für die Weide fertig. Ich brachte sie auf diese und räumte schließlich die Reitsachen auf. Ich fegte noch die Stallgasse und machte den Platz sauber. Simon und ich kümmerten uns um alle Pferde, natürlich zusammen mit Tyler, Joyce, Linus und Mercy. Ich war froh, dass wir so tatkräftige Hilfe auf dem Hof hatten und dadurch, dass wir zu sechst waren ging es auch sehr schnell. Abends holte ich meine zwei Kundenpferde von der Weide und gab auch ihnen noch ihre Portion zu fressen.
      Die nächsten Tage über wurde auch kräftig trainiert. Die Bahnfiguren fielen den Pferden leichtern, als die neuen Gangarten, aber das war meistens so. Hin und wieder hatte ich so meine Probleme mit Morgane und das Training zog sich ein bisschen länger hin als mit Corde. Beide hatten ganz individuelle Probleme und Stärken. Neben den Bahnfiguren, kamen nun auch noch andere Lektionen an der Reihe. Ich berichtete Kenneth regelmäßig und hackte nach jeder Einheit diese auf meiner Tafel ab. Hin und wieder nahm ich meine Trainingsstunden auch auf und schickte sie dann an Kenneth. Ich wollte, dass er genau sehen konnte wie sich seine beiden Pferde entwickelten und er schien darüber auch sehr froh zu sein, wie ich bei einem unserer Skypegespräche merkte.

      Am vorletzten Tag kam dann Kenneth vorbei und ich ritt ihm die beiden Pferde vor. Hierbei konnte er sich ein genaueres Bild davon machen und ich erklärte ihm alles genauer. Ich erklärt ihm auch, dass Morgane noch ein paar Probleme mit der 10 Meter Volte hatte, aber dies würde mit der Zeit und mehr Übung auch klappen. Corde hatte dagegen noch ein paar Schwierigkeiten bei der Schlangenlinie mit vier Bögen. Sie fing hier hin und wieder ein bisschen zum Straucheln an, aber mir war klar, dass sich auch das mit Übung beheben lassen würde. Mir war wichtig, dass Kenneth ihnen diese Sicherheit geben würde, schließlich war es ein Unterschied, ob ich als Trainer auf einem Pferd saß oder der eigentlich Besitzer. Ich konnte die Pferde einfach nicht so individuell fördern wie ich es manchmal gerne wollte, da ich sie einfach nicht zu 100 Prozent kannte und die Pferde mir auch meistens gar nicht so vertrauten wie ihren Besitzern. Bei diesen konnten sie sich also doch noch ein bisschen besser fallen und somit auch los lassen. Das Training würde durch mich also vielleicht noch länger dauern, als wenn Kenneth die Lektionen einfach öfter wiederholte. Natürlich konnte ich als Trainer auch Sicherheit übermitteln, aber es war immer noch ein Unterschied zwischen Trainer und Besitzer. Kenneth und ich packten die Sachen in den Hänger und aßen noch zusammen mit den anderen. Er würde über Nacht noch bei uns bleiben und am nächsten Morgen heimfliegen. Mein Job war jetzt getan und ich stellte noch die Zertifikate aus.
    • sadasha
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      29. März 2017 | 2720 Zeichen von Möhrchen
      Pferdeklinik & mobiler Tierarzt "Horse Heaven" | Tierarztbesuch

      Früh am Morgen machte ich mich mal wieder auf den Weg nach Phoenix Valley. Nach den zwei wunderschön sonnigen Tagen war es über Nacht kühler geworden und der Himmel war von dicken grauen Wolken bedeckt. Auf Phoenix Valley wartete Kenneth Jenkins bereits mit seiner jungen Stute Morgane auf mich. Ich begrüßte die beiden und ließ mir ein bisschen über die schicke große Stute erzählen.

      Ich ließ sie an meiner Hand schnuppern und merkte schon, wie sie sich etwas verspannte. Behutsam fing ich an, mit ihre Augen und Ohren anzuschauen und ein Blick in ihr Maul zu werfen. Sie ließ es geschehen, schaute mich aber eher skeptisch und zurückhaltend an. Ich ging sehr vorsichtig vor, streichelte sie zwischendurch sanft und versuchte, ihr Vertrauen zu gewinnen. Langsam tastete ich mich über den Hals zum Rücken vor und tastete dabei jeden einzelnen Wirbel ab. Sie hatte jeden Muskel angespannt und zuckt ab und zu unter meinen Händen zusammen. Die war aber eher ihrer Unsicherheit geschuldet als Schmerzen oder Krankheiten. Ansonsten fühlte sich aber alles gleichmäßig an.
      Ich bat Kenneth, sie eine Runde über den Hof zu führen, damit ich mir ihre Bewegungen anschauen konnte. Etwas zögerlich aber brav folgte Morgane ihm und ließ sich auch auf ein paar Runden Trab ein. Es sah aber alles gut aus, sie lief locker und gleichmäßig. Wieder zurück am Putzplatz holte ich mein Stethoskop heraus und hörte ihr Herz, ihre Lunge und ihren Bauch ab.
      „Alles in Ordnung, sie ist topfit. Dann können wir jetzt mit der Wurmkur weiter machen“, sagte ich zu Kenneth und bat ihn, eine Schüssel Kraftfutter zu holen. Als er mit einer Schüssel Hafer zurückkam, holte ich die Wurmkur heraus, hielt Morganes Kopf am Halfter auf meiner Schulter fest und schob ihr die Paste ins Maul, bevor sie zu skeptisch werden konnte. Sie schmatzte erschrocken, wehrte sich aber nicht. Um den ekligen Geschmack zu überdecken, durfte sie etwas fressen und währenddessen holte ich die Impfung heraus.
      Während Morgane mit Fressen beschäftigt war und Kenneth sie am Kopf festhielt, suchte ich mir die Vene am Hals und setzte die Spritze. Sie verspannte sich wieder, bewegte sich aber nicht vom Fleck. Ich lobte sie und kraulte ihr den Hals. Sie durfte ihre Schale noch auffressen, dann entließ Kenneth sie wieder auf ihre Weide.

      „Sie sollte jetzt 2-3 Tage nicht bewegt werden, damit ihr Körper die Impfung und die Wurmkur besser verarbeiten kann. Ansonsten ist aber alles ok“, sagte ich zu Kenneth. Ich trug die Impfung in Morganes Pass ein und gab ihn Kenneth zurück. Dann verabschiedete ich mich für heute und machte mich auf den Weg zu meinem Auto.
    • sadasha
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      30. März 2017 | 3331 Zeichen von sadasha
      Vineyard Farrier | Hufschmiedbericht

      Wiedermal ging es nach Kalifornien. Die Jenkins-Brüder verstanden sich darauf immer zu ungelegensten Momenten anzurufen. Im Moment war ich sehr damit beschäftigt meine eigenen Pferde zu ordnen und neues Personal zu finden, das sich gut ins bestehende Team einfügen würde. Seis drum, der Flug nach Kalifornien war dennoch irgendwie machbar. Meine Eltern versicherten mir alles am Laufen zu halten und ich vertraute ihnen.

      Auf dem Phoenix Valley Gut angekommen kam mir Kenneth bereits strahlend entgegen. „Guten Tag, Hunter! Schön dass du es einrichten konntest.“ trällerte er und ich knurrte ein sarkastisches: „Freut mich ebenso zurück.“ Ich wusste, dass ich mir das rausnehmen durfte, denn die Brüder hatten mir nun schon einiges zu verdanken und übergingen meine schlechte Laune ihnen gegenüber. „Morgane wartet hinten, du kennst dich aus? Alueisen vorne, hinten weiterhin Barfuß.“ erklärte Kenneth, der wohl einen anderen Termin hatte. Verdattert musterte ich den großen Mann. „Wo musst du denn hin? Du sagtest die Stute sei nicht einfach im Umgang. Wer hilft mir?“ Er lächelte breit: „Mein Bruder! Bis später.“ Damit verschwand er in seinem Wagen und ließ mich stehen. Nach einem tiefen, verzweifelten Seufzer machte ich mich auf den Weg zu den Stallungen. Tatsächlich stand Lucius schon im Schatten mit einer Scheckstute, die nicht gerade freundlich aussah. „Hey, Hunter! Wie geht es dir? Ich hab Morgane schon etwas gearbeitet, damit sie ruhiger ist. Und ich hab Futter. Damit sollte es gehen.“ begrüßte mich Lucius und war dabei noch überschwänglicher als sein jüngerer Bruder. Wir werden sehen wie gut das damit ging. „Führst du sie bitte im Schritt und Trab vor?“ bat ich und beobachtete das Gangbild von Morgane. Es war ganz gut. Ihre Hufe wirkten spröde von der Hitze. „Hydriert ihr die Hufe regelmäßig?“ fragte ich, während ich mir den ersten Huf hochnahm und die giftende Stute einfach ignorierte. Lucius sah mich an wie ein Auto. „Wässern, fetten, eincremen…?“ fügte ich hinzu und machte einen ersten Probeschnitt. Nun fing Lucius an zu erzählen was sie alles im Inventar hatten um die Pferdehufe zu pflegen. Bis er fertig war, hatte ich den Vorderhuf schon ausgeschnitten und das Eisen angepasst. Vermutlich, weil Lucius sich ständig wiederholen musste, als ich das Eisen auf dem Ambos richtete. „Das ist alles nicht das, was ich empfehlen würde.“ gab ich zurück und arbeitete erst mal weiter. Als die beiden Vorderhufe ausgeschnitten und beschlagen waren schnitt ich auch die beiden Hinterhufe aus und feilte mit der Raspel Ecken und Kanten glatt. Erst als ich fertig war führte ich meine Antwort weiter aus. „Ihr braucht etwas, dass den Hufen Flüssigkeit zuführt und sie vor dem Austrocknen schützt. Die Hufe sind noch akzeptabel, drohen aber dazu in die Trockenheit zu kippen. Passiert das werden sie spröde und brechen. Vor allem mit Eisen ist das absolut nicht gut!“ Lucius nickte verständnisvoll und wollte wissen was denn eine gute Pflege kosten würde. Zu meinem Erstaunen stimmte er dem Kauf der Salbe sogar zu, die ich gleich auf die Hufe auftrug.

      Wir klärten noch alles weitere und warteten anschließend auf Kenneth, der das Geld geholt hatte. Das Verhältnis zu den Brüdern würde nie ganz gut werden. Doch solange sie meine Arbeit brav entlohnten, würde ich weiterhin als Hufschmied zur Verfügung stehen.
    • Samarti
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      01. April 2017 | 8378 Zeichen von Samarti
      WHT Ausbildungsbetrieb | Military E-A

      Zugegeben: Ich war etwas aus der Übung, was das Training betraf. Die letzte Zeit hatte ich größtenteils Gwen alles übernehmen lassen, ab und zu hatten auch meine Ausbilder gern etwas übernommen. Dennoch war an mir der Großteil abgeprallt, viel war mit mir in der letzten Zeit nicht also definitiv angefangen zu wesen.
      Das sollte sich jetzt ändern. Ich hatte kurzerhand von Kenneth und Lucius Jenkins, den beiden Brüdern aus Kalifornien, ein Pferd ins Training genommen und würde so wohl mit einer charakterlich etwas eigenen Stute wieder ins regelmäßige Training einsteigen. Kenneth Jenkins, der sie ins Training geschickt hatte, hatte mich schon in der Nachricht des Auftrags etwas vorgewarnt – auch, wenn „vorgewarnt“ vielleicht nicht das treffendste Wort war. Grundsätzlich handelte es sich bei Morgane um eine launische, dickköpfige Stute, die sich manchmal erst mit etwas Überzeugungskraft dazu bringen ließ, manche Aufgaben doch noch auszuführen. Immerhin hatte Kenneth sie als unerschrocken bezeichnet, für das Geländetraining war das mehr als nur hilfreich.

      Gute zwei Tage kam Morgane, eine bunte Trakehnerstute, dann bei uns an. Wenn ich so recht überlegte und mir ins Gedächtnis rief, dass sie allein mit dem Widerrist die Höhe erreichte wie ich sowieso groß war, waren Großpferde noch immer irgendwie fremd für mich. Zumindest jetzt, nach der ganzen Zeit, in der ich eigentlich nur mit Reitponys und seit Neuestem mit meinen Engländern zu tun hatte. Nur einer der beiden Vollbluthengste konnte Morgane größentechnisch das Wasser reichen und der wurde momentan sowieso noch nicht geritten, also erübrigte sich dies sowieso.
      Matthew stand unbeeindruckt neben mir, als Julien den Transporter öffnete und den Tobianoschecken vorsichtig die Rampe herunterführte. „Na, wollen wir mal sehen, ob du da noch ohne Hilfe draufkommst“, meinte er dann trocken und tätschelte neckend meinen Babybauch. Okay, eigentlich war es eher das Essen, das da in mir zu einem Baby heranwuchs. Vielleicht hatte die Zeit, die ich nur mit Serien gucken und schlafen verbracht hatte, mich etwas nachlässig werden lassen.
      Genervt schlug ich seine Hand weg. „Sonst musst du dich um sie kümmern. Ich glaube nicht, dass du das bei deinem Zeitplan auch noch machen willst.“ Grummelnd verpasste ich Matthew einen leichten Schlag gegen den Hinterkopf und ging dann weg. Ich wusste, dass er gerade seinen Kopf schüttelte, aber um das zu wissen, musste ich mich nicht einmal mehr umdrehen. Inzwischen kannte ich ihn leider viel zu gut.

      Morgane war wirklich … einzigartig. Sie ließ es mich liebend gern wissen, wenn sie hinter irgendetwas keinen Sinn sah und schaltete dann noch lieber komplett auf stur. Immerhin hatte ich genügend Zeit, um mich anfangs an sie zu gewöhnen, und nutzte diese größtenteils für Bodenarbeit und einige Ausritte durch die kanadische Pampa. Erst danach ging es an die Sprünge auf dem Reitplatz, damit ich mich daran gewöhnen konnte, wie Morgane sprang. Sie hatte eine gute Manier am Sprung und auch ihre Gangarten waren wirklich angenehm zu sitzen, sehr federnd und schwungvoll.
      Die Ausritte hatten auch ihr Übriges getan. Vor allem hatte ich Morganes Trittsicherheit, Schnelligkeit und Kondition insgesamt steigern wollen, denn für Military waren diese unersetzbar. Auch im Parcours ging es durchaus um die Schnelligkeit, dass die restlichen Faktoren dafür nicht zu vernachlässigen waren, erklärte sich von selbst. Da die Stute doch recht gelassen auf Neues reagierte, waren auch etwaige Begegnungen mit tierischen kanadischen Einwohnern kein Problem.

      Als ich schließlich der Meinung war, dass Morgane auf das „richtige“ Geländetraining mit den Naturhindernissen gut vorbereitet war, stiegen wir relativ zeitnah damit ein. Wir hatten zuvor auf dem Springplatz bereits einige der Hindernisse in einem Militaryparcours provisorisch nachgebaut, um Morgane auf die Höhen und Weiten einzustellen, da sie aber im Springen schon auf A**-Niveau lief, hatten wir dadurch glücklicherweise auch einige Vorteile ziehen können. Es dauerte immer wieder aufs Neue, bis sie sich für das Training auf dem Springplatz begeistern ließ. Ich hoffte, dass sie die Naturhindernisse vielleicht spannender finden und besser mitarbeiten würde. Immerhin waren die auch für die Augen wesentlich angenehmer als die vielen bunten Stangen und aufdringlichen Hindernisständer bei einem Springen.
      Das war vielleicht gar keine so blöde Idee, immerhin waren Naturhindernisse nicht ohne. Da fielen die Stangen nicht bei dem geringsten Widerstand mal eben auf den Boden, stattdessen blieben sie stur liegen und bewegten sich kaum. Dementsprechend war es mir so immer lieber, das Pferd im Springparcours auf die Hindernisse (die übrigens einen Meter hoch, an der Basis bis zu 1,80 Metern weit und 1,20 Meter tief sein durften. Nur bei den Gräben war erst bei zwei Metern Weite Schluss) vorzubereiten. Das hatten wir jetzt aber hinter uns, und obwohl wir immer wieder einige Differenzen aufgrund der Dickköpfigkeit der Stute zu bewältigen hatten, klappte es tatsächlich ganz gut. Nur manchmal wollte Morgane sich kein Stück von mir überzeugen lassen.

      „Nein, ich will nicht!“, schien das zu sein, was mein Trainingspartner mir anscheinend sagen wollte, als er zum dritten Mal in Folge vor einem Tiefsprung verweigerte. Vom Dickkopf her erinnerte die Trakehnerstute mich inzwischen übrigens immer mehr an ein Pony. Dabei waren meistens nicht einmal meine Ponys so stur!
      Egal, wie oft ich an diesem Tag mit ihr die Tiefsprünge durchgehen wollte, Morgane wollte sie einfach nicht springen. Selbst den Sprung, der nur knapp einen Meter maß, war ihr schon zu viel. Die feine Dame wollte sich ja nicht wehtun.
      Seufzend wendete ich den Vierbeiner wieder und führte ihn langsam auf den Tiefsprung zu, knapp vier Schritte vorher blieb die Stute wie angewurzelt auf der Stelle stehen.
      „Das ist jetzt nicht dein Ernst.“ Ich rollte mit den Augen. „Du bist da schon mehrmals drüber gesprungen, nun stell dich nicht so an“, seufzte ich dann und sorgte mit Schenkeldruck dafür, dass der Trakehner wieder einige Schritte vorwärtsging. Gut Ding will Weile haben, sprach ich mir immer wieder Mut zu und redete auch auf Morgane motivierend ein, als sie schließlich vor dem Sprung stand und ihn erst misstrauisch beäugte, dann nur herablassend beschnupperte. Nur hatten wir diese Weile, die „gut Ding“ beanspruchte, heute leider nicht, denn monströse dunkelgraue Wolken hingen am Himmel und drohten nur damit, gleich zu brechen.
      Nach was-weiß-ich-wie-vielen Versuchen schafften wir es dann tatsächlich noch, den Sprung hinter uns zu bringen und das war es dann auch, was ich als Anlass nahm, die Trainingseinheit nun guten Gewissens zu beenden und schnellstmöglich das heimische Gestüt aufzusuchen. Ich für meinen Teil hatte nämlich wenig Lust, klatschnass und frierend auf dem Hof einzutreffen und mich dann wahrscheinlich noch zu erkälten. Kanada machte dem Aprilwetter nämlich schon am ersten Tag dieses Monats ganze Ehre.

      Das größte Problem während des gesamten Trainings waren letztendlich die Tiefsprünge (und natürlich Morganes Sturheit) gewesen. Um ehrlich zu sein, waren das auch anfangs die Hindernisse, die mich am meisten gruselten. Wer sprang schon gern in die Tiefe? Es war für Pferd und Reiter immer wieder eine ganz neue Herausforderung, die es da zu bewältigen gab und genau deshalb konnte ich die Sorgen der Stute da auch nachvollziehen. Wenn es wirklich Sorgen waren und nicht das Nein-Sagen aus Prinzip.
      Grundsätzlich verlief der Rest des Trainings relativ gut. Obwohl wir immer mal wieder ausklügelten mussten, dass Morgane nun mal nicht immer ihren Willen durchsetzen konnte, hatte es doch seine Vorteile. So forderte sie mich jedes Mal aufs Neue, zwang mich dazu, umzudenken und anders an die Sache heranzugehen. Nicht nur sie wuchs mit diesem Training etwas heran.

      Nach einer ganzen Weile konnte ich Morgane dann zufrieden und erfolgreich wieder nach Kalifornien verfrachten. Morgane lief nun in Military auf einem soliden A-Niveau, was man wohl noch weiter ausbauen könnte. Auch, wenn sie ihren eigenen Willen hatte, zeigte sie doch für ihr recht junges Alter eindeutiges Potenzial, das man nicht vernachlässigen sollte. Das war es auch, was ich Kenneth Jenkins noch mitteilte, als ich ihm die Bestätigungsmail schickte. Obwohl ich mir ziemlich sicher war, dass er sich dessen bewusst war.
      sadasha gefällt das.
    • sadasha
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      20. Juni 2017 | 20029 Zeichen von adoptedfox
      Pferdepflege von Landsberg

      Tag 1
      Ich brauche ganz dringend Zeit für mich stellte ich fest als ich mit müden Augen in das kleine Badezimmer meines Hotelzimmers ging. Am Abend zuvor war ich, nachdem meine Pferde versorgt waren, noch zum Flughafen gefahren um ein Last-Minute-Ticket nach Deutschland zu buchen. Mein Weg führte mich nach Caenheide im beschaulichen Nordrhein-Westfalen. Nachdem ich mich angezogen hatte verließ ich das Hotel und ging zu meinem Mietwagen. Ich stieg in den Wagen und gab die Adresse in das Navigationssystem ein. Glücklicherweise war mein Hotel nur zirka 25 Minuten vom Hof entfernt und da der Hof in einem Landschaftsschutzgebiet lag konnte ich die Fahrt dorthin genießen. Als ich den Hof erreichte stellte ich den Wagen auf dem Parkplatz ab und begab mich in den Stall. Ich begrüßte die Pferde und stellte fest, dass mir ein paar nicht unbekannt waren. Da es noch früh am Morgen war begann ich damit die Pferde zu füttern. Während die Pferde fraßen ging ich mit einer Schubkarre hinüber auf die Weiden und sammelte Pferdemist. Gleichzeitig kontrollierte ich die Zäune, konnte aber keine Beschädigungen feststellen. Ich wollte den heutigen Tag nutzen um mich den Fohlen zu widmen und begann mit Focus. Der schöne Braunschecke wirkte gelangweilt als ich an seine Box trat. Ich ging in die Box und hielt Focus meine Hand hin damit er mich kennenlernen konnte. Neugierig schob er sein kleines Maul über meine Handfläche als würde er etwas suchen. Mit meiner anderen Hand strich ich langsam über seinen Hals und bewegte sie in kreisenden Bewegungen in Richtung Rücken. Die Berührungen schienen ihm nichts auszumachen. Ich ging zur Boxentür und griff nach dem kleinen Halfter welches beim öffnen der Tür auf den Boden fiel. Behutsam legte ich den offenen Genickriemen über seinen Hals und zog ihm das Halfter auf. Bevor ich es schloss verharrte ich einen Moment. Ich lobte Focus ausgiebig als das Halfter geschlossen war und führte ihn an die Boxentür damit ich eine weiche Bürste aus der Putzbox nehmen konnte. Sanft strich ich über sein weiches Fohlenfell und entfernte so Staub und lose Haare. Um Focus nicht zu überfordern beendete ich die Trainingseinheit, ging aus der Box und verschloss diese. Ich würde die Fohlen erst später auf die Weide bringen. Neben Focus' Box schob Skittles bereits ihr Maul durch die Stangen und suchte meine Aufmerksamkeit. Ich öffnete die Boxentür und begrüßte das freundliche Stutfohlen. Während ich mit meinen Händen über ihren zierlichen Körper fuhr um sie an Berührungen zu gewöhnen ließ sie den Kopf hängen und fand offensichtlich gefallen an der Massage. Während ich zur Boxentür ging um das Halfter von der Halterung zu nehmen sprach ich beruhigend mit dem jungen Fohlen. Auch bei Skittles legte ich zuerst den Genickriemen um den Hals bevor ich das Halfter auf ihren Kopf zog. "Prima! Du bist ja eine ganz kluge!" lobte ich sie als das Halfter geschlossen war. Skittles schüttelte kurz ihren Kopf, schien aber kein Unwohlsein zu empfinden. Ich nahm die Bürste, die ich zuvor in den Trog ihrer Box gelegt hatte und strich in sanften, kreisenden Bewegungen über ihr weiches Fell. Zufrieden lobte ich Skittles und ging für einen kurzen Moment aus ihrer Box um einen Führstrick zu holen. Ich hängte den Strick in ihr Halfter und führte sie aus der Box. Das Focus neugierig an die Boxentür trat war ein Vorteil für mich, denn so konnte ich die Tür öffnen und den zweiten Strick in sein Halfter hängen. Mit einem Fohlen in der linken- und einem in der rechten Hand ging ich zu einer der großen Weiden und entließ sie für den heutigen Tag. Ungestüm galoppierten die beiden davon. Ich ging zurück in die Stallgasse und wand mich Phoebe zu. Das junge Stutfohlen war mir nicht unbekannt und ich begrüßte sie mit einem Leckerchen. Ich zog Phoebe das Halfter an und führte sie hinaus in die Stallgasse wo ich sie vor ihrer Box fest band. Ich nahm eine Bürste aus der Putzkiste und begann ihr kurzes Fell zu bürsten um es von Staub und Schmutz zu befreien. Da Phoebe mit dem Hufe geben noch unsicher war steckte ich den Hufkratzer in meine Hosentasche und beschloss mit ihr zu üben. Behutsam strich ich mit meinen Händen ihre Beine entlang und nahm den Huf für ein paar Sekunden hoch. Ein paar Mal entzug sie mir den Huf, doch das war in Ordnung. Beruhigend sprach ich mit Phoebe während ich den Huf hielt und mit der Bürste des Hufkratzers säuberte. Als alle 4 Hufe sauber waren lobte ich sie ausgiebig. Ich löste den Knoten im Strick und führte Phoebe über den Hof zu den Weiden um sie zu den anderen beiden zu bringen. Nun wand ich mich Stracciatella zu. Ich begrüßte die junge Stute ausgiebig nachdem ich die Box betreten hatte. "Na hast du Lust etwas zu lernen?" fragte ich sie und kraulte der jungen Stute die Stirn. Ich hatte das Halfter bereits mit in die Box genommen und lies Stracciatella nun daran schnuppern. Ich öffnete das Halfter und legte den Genickriemen sanft auf ihren Hals auf. Vorsichtig zog ich ihr das Halfter an und streichelte der Stute beruhigend den Hals. Stracciatella wirkte erst unsicher, fand aber gefallen am klappern wenn sie den Kopf schüttelte. Der Anblick war amüsant und ich konnte mir ein lachen nicht verkneifen. Ich hängte den Strick in das Halfter ein und führte sie aus der Box. In der Stallgasse band ich sie fest und griff nach der Bürste um die junge Stute zu putzen. Da auch für Stracciatella das Hufe geben unbekannt war, ging ich mit viel Ruhe vor und wurde überrascht. Stracciatella hatte überhaupt kein Problem mit dem Hufe geben und so konnte ich auch die Hufe auskratzen. Stolz lobte ich sie und schob ihr ein Leckerchen zwischen ihre weichen Lippen. Während sie es genüsslich zerkaute löste ich den Strick und ging mit Stracciatella zu den Weiden, wo ich sie zu ihren Freunden entließ. Mit den letzten beiden Fohlen plante ich einen Spaziergang zu unternehmen um die Gegend kennenzulernen. Ich ging in die Box von Leveneza, zog ihr das Halfter an und führte sie hinaus in die Stallgasse wo ich sie vor ihrer Box fest band. Ich holte einen Striegel und eine Bürste aus der Putzbox und begann Leveneza zu putzen. Mit den Fingern zog ich lose Strohhalme aus dem Schweif und der Mähne. Ich kratzte die Hufe der Stute aus und ließ sie in der Stallgasse angebunden stehen um mich ihrer Boxennachbarin Ases Maskwamozi zuzuwenden. Nachdem ich ihr das Halfter angezogen hatte führte ich sie neben Leveneza in die Stallgasse und band sie an der Boxentür fest. Ich klopfte den Striegel, den ich gerade noch für Leveneza verwendet hatte, auf dem Boden aus damit ich Ases Maskwamozi putzen konnte. Mit dem Hufkratzer säuberte ich ihre Hufe und auch bei ihrem Langhaar benötigte ich keinen Kamm. Ich fuhr mit meinen Fingern durch die feinen Haare um so Knötchen zu lösen. Nun, da beide Fohlen geputzt vor mir standen räumte ich die Putzbox zusammen Ich öffnete die Knoten der Führstricke und ging dann mit beiden Fohlen hinaus in den Hof. Die Natur der Caenheide wirkte unheimlich beruhigend und ich freute mich auf den Spaziergang. Wir wählten einen schmalen Schotterpfad der zwischen zwei Feldern durch führte. Ases Maskwamozi und Leveneza liefen brav neben mir her und hin und wieder schaffte Levenza es ein Büschel Gras zu erhaschen. An einer Weggabelung gingen wir nach rechts und wir hatten eine gute Wahl getroffen, da wir dem Hof entgegen liefen. Ich brachte die beiden Fohlen zu ihren Freunden auf die Weide und ging in die Stallgasse wo ich damit begann die Boxen auszumisten. Ich fegte die Boxen leer und wusch die Tränken aus. Nachbdem ich die Schubkarre auf dem Misthaufen ausgeleert hatte lehnte ich sie gegen die Stallmauer und löste ein paar Lagen vom Strohballen ab um sie in den Boxen aufzuschütteln. Als die Boxen fertig eingestreut waren kehrte ich die Stallgasse sauber und bereitete das Futter für die Fohlen zu. Ich sah auf die Uhr. Der Tag verging wie im Flug und ich nahm mir vor, für heute Ruhe walten zu lassen. Zurück im Hotel ging ich sofort ins Bett.

      Tag 2
      Heute war ich etwas früher auf den Beinen und nutzte die Zeit um in einem kleinen Café zu halten. Ich wählte einen Coffee-to-Go, das war für die Fahrt das einfachste. Ich parkte den Wagen und trank den letzten Schluck aus meinem Kaffeebecher bevor ich ausstieg und mich an die Arbeit machte. Heute würde ich mich den Pferden widmen. Auf dem Weg in das Stallgebäude stellte ich fest das die Fohlen gestern noch in die Boxen gebracht wurden. Das war in Ordnung und mit den Besitzern der Caenheide besprochen. Ich wandte mich dem ersten Pferd im Stalltrakt zu, Ostid OC. Der schöne Hengst klopfte mit dem Huf gegen die Boxentür und wirkte unruhig. Ich sprach beruhigend auf ihn ein und öffnete die Boxentür um ihm das Halfter überzuziehen. Ich führte ihn hinaus in die Stallgasse und band ihn an. Ich ließ ihn für einen Moment allein und holte die Putzbox aus der Sattelkammer. Mit langen Zügen striegelte ich sein Fell um es von Staub und Schmutz zu befreien. Ich nahm den Mähnenkamm aus der Putzbox und legte Striegel und Bürste wieder hinein. Sorgfältig kämmte ich Mähne und Schweif des Fuchses und kratzte anschließend seine Hufe aus. Ich ging in die Sattelkammer und holte eine der Longen. Zurück bei Ostid hängte ich die Longe in das Halfter ein und löste den Strick. Ich führte den Fuchs auf den großen Sandplatz und führte ihn in den Zirkel. Im Schritt zog er seine Runden, ein Ohr stets auf mich gerichtet. Ich schnalzte mit der Zunge und Ostid fiel in einen lockeren Trab. Er arbeitete fleißig an der Longe und auch die Handwechsel bereiteten ihm keine Probleme so das ich ihn im Galopp noch ein paar Runden auspowern lies. Ich parierte den Hengst durch und holte ihn zu mir. Lobend klopfte ich seinen Hals und brachte ihn direkt auf die Weide wo er sich nun entspannen konnte. Zurück im Stall ging ich zur Box von S'Cada. Ich begrüßte die Stute ausgiebig und zog ihr das Halfter an. Den Strick hatte ich bereits eingehängt und konnte sie so direkt in die Stallgasse bringen wo ich sie vor Ihrer Box fest machte. Ich nahm einen Striegel und eine Bürste aus der Putbox und begann das Fell der Stute zu putzen. Sorgfältig bürstete ich ihr dunkles Fell und legte Striegel und Bürste zurück in die Putzbox um mir einen Mähnenkamm zu nehmen. Ich kämmte die kurze Mähne und fuhr mit meinen Fingern durch den Schweif, bevor ich diesen ebenfalls kämmte. Nachdem auch die Hufe ausgekratzt waren zog ich mein Telefon aus der Hosentasche um mir die Beschreibungen der Pferde anzusehen. Ich hatte vor mir S'Cada spazieren zu gehen und wollte ein zweites Pferd mitnehmen. Damit es nicht zu Streitigkeiten kam fiel meine Wahl auf Estrada Dourada. Die champagnerfarbene Stute stand gegenüber von S'Cada in ihrer Box. Ich begrüßte die Stute durch die Boxenstangen, nahm das Halfter vom Sattelhalter und ging hinein. Brav ließ sie sich das Halfter anziehen und folgte mir hinaus in die Stallgasse. Ich band sie etwas versetzt an und begann sie zu putzen. In langen Zügen striegelte ich ihr Fell und hatte mit einer Stelle ganz besonders zu kämpfen. Estrada Dourada hatte sich über Nacht in ihre Hinterlassenschaften gelegt, doch zum Glück waren die Stellen bereits getrocknet und konnten mit etwas Druck ausgebürstet werden. Ich kämmte ihre Mähne und ihren Schweif und kratzte sorgsam ihre Hufe aus. Nun, da beide Pferde geputzt vor mir standen räumte ich die Putzutensilien auf die Seite und löste die Stricke. Mit beiden Pferden verließ ich die Stallgasse und nahm mir vor den gleichen Weg zu gehen, wie bereits am Tag zuvor mit den Fohlen. Das Wetter war heute zugezogen und ich hoffte inständig das es nicht zu regnen beginnen würde. Doch das Wetter hielt sich und die Stuten nahmen aufmerksam ihre Umgebung auf. Bevor wir zum Hof zurück gingen hielt ich mit beiden Stuten auf einer Wiese und lies sie etwas grasen. Der Weg zurück zum Hof verlief unspektakulär und ich brachte die beiden auf eine Weide. Die Stricke legte ich ins Gras nahe des Tors. Ich ging zurück zum Stall und wandte mich Fix the Flame zu. Nachdem ich die schöne Stute begrüßt hatte zog ich ihr das Halfter an und führte sie aus ihrer Box in die Stallgasse. Ich band die Stute vor ihrer Box an und griff in die Putzbox um Striegel und Bürste in die Hände zu nehmen. In langen Zügen putzte ich das rotbraune Fell der Stute und wandte mich ihrem Langhaar zu. Sorgfältig kämmte ich die Mähne. Bevor ich den Schweif kämmte zog ich "gesammelte" Strohhalme heraus und löste Knötchen. Als ich auch die Hufe der Stute ausgekratzt hatte ging ich zur Box von Senda Oscura. Neugierig trat sie an die Boxentür als ich diese öffnete und sie begrüßte. Ich nahm das Halfter vom Sattelhalter und zog es der dunklen Rappstute an. Noch bevor ich sie aus der Box führen konnte schob sie sich bereits an mir vorbei. "Hier geblieben!" mahnte ich sie und band sie vor ihrer Box an. Sie wirkte aufgeregt und blieb kaum ruhig stehen. Ich beeilte mich damit sie zu putzen und hatte gerade mit den Hufen einiges zu tun. Entweder sie verlagerte ihr Gewicht so sehr auf das Bein, welches ich hielt, das es mir unmöglich war sie zu halten oder sie entzog mir den Huf. Als ich endlich den letzten Huf ausgekratzt hatte strich ich mit dem Handrücken über die Stirn. Hoffentlich würde sie beim Spaziergang ruhiger werden! Ich löste zuerst den Strick von Senda Oscura und dann von Fix the Flame. Mit den beiden Stuten verließ ich die Stallgasse und ging hinaus in den Hof. Da es hinter dem Hof ein kleines Waldstück gab entschied ich mich für diesen Weg in der Hoffnung, dass Senda Oscura entspannter werden würde. Wir folgten dem schmalen Schotterweg der in den Wald führte und als hätte Senda meine Gedanken gehört, entspannte sie sich zusehends. Im Wald war es kühl und leider trieben ein paar Mücken ihr Unwesen. Nach einer entspannenden Runde im Wald schlugen wir den Weg in Richtung der Caenheide ein. Auf dem Hof angekommen brachte ich die beiden auf die Weide zu den anderen Stuten. Ich ging zurück in den Stall und widmete mich Ghost Merchant. Der Porzellanschecke stand ruhig in seiner Box. Ich öffnete die Boxentür und begrüßte den schönen Wallach bevor ich ihm das Halfter über zog und ihn in die Stallgasse führte. Ich band den Hengst vor seiner Box an und begann damit ihn zu putzen. Ghost Merchant war ein sauberer Hengst der es auch in seiner Box vor zog seine Hinterlassenschaften in eine Ecke zu platzieren. Demnach hatte sein helles Fell auch keine unansehlichen Flecken. Nachdem ich auch die Hufe ausgekratzt hatte ging zur Box von Ostid wo ich die Longe über den Sattelhalter gehängt hatte. Ich hängte die Longe in das Halfter von Ghost und führte ihn hinaus auf den Reitplatz. Von allein ging er auf den Zirkel und ich ließ ihn ein paar Runden im Schritt warm werden. Er arbeitete fleißig mit und setzte die Kommandos, die man ihm gab, gewissenhaft um. Nach ein paar Hand- und Geschwindigkeitswechseln parierte ich den Hengst durch und holte ihn zu mir. Ich lobte ihn ausgiebig und schob ihm ein Leckerchen zu. Ich führte Gost Merchant vom Reitplatz zur Nordweide wo er sich nun entspannen konnte. Bevor ich zurück in den Stall ging machte ich eine kleine Pause und ging zu meinem Wagen um mir einen Schluck aus der Wasserflasche zu genehmigen. Der Blick auf mein Telefon war ernüchternd. Keine verpassten Anrufe, keine Nachrichten. Ich entschied mein Telefon im Wagen zu lassen, trank noch einen großen Schluck und ging wieder zu den Pferden in den Stall. Ich ging zur Box von Morgane und öffnete die Tür. "Na Morgane? Wie gehts Dir denn?" fragte ich die Stute und hielt ihr die Hand zur Begrüßung hin. Die wirkte wenig begeistert das ich in ihrer Box stand, deswegen wollte ich mich mit Vorsicht nähern. In kreisenden Bewegungen streichelte ich ihren Hals und zog ihr das Halfter über. Ich führte sie hinaus in die Stallgasse und band sie vor ihrer Box an. Ich machte mich daran Morgane zu putzen und kämmte sorgfältig ihr Langhaar. Ich war erstaunt das sie keinerlei Zicken machte als ich ihr die Hufe auskratzte und lobte sie dafür. "Komm wir bewegen dich ein bisschen." sagte ich und holte die Longe. Nachdem ich die Longe in das Halfter eingehängt hatte führte ich Morgane auf den Reitplatz. Sie hatte Lust zu laufen was sie sofort zeigte in dem sie sich von mir ab wand und fleißig voranschritt. Ich sortierte die Longe in meiner Hand und achtete darauf das Morgane sie mir nicht aus der Hand zog. Morgane lief sowohl auf der linken- als auch auf der rechten Hand klar und folgte, wenn auch etwas widerwillig, den Kommandos. Im Galopp zeigte Morgane ihren Charakter und zog das Tempo an. Ich parierte sie in den Schritt und lies sie ein paar Runden laufen bevor ich ihr das Kommando gab, galoppieren zu dürfen. "Viel besser!" lobte ich sie. Sie hatte sich ordentlich ausgepowert und sich den Weidegang verdient. Ich holte Morgane zu mir und klopfte ihr lobend den Hals. Ich brachte sie auf die Weide und ging zurück in den Stall. Ich brachte die Longe zurück in die Sattelkammer und wandte mich Corde de la cerise zu. Ich begrüßte die nervös wirkende Scheckstute und führte sie hinaus in die Stallgasse, nachdem ich ihr das Halfter aufgezogen hatte. Im Stall angebunden machte ich mich an das putzen der Stute. Mit langen Zügen striegelte ich ihr Fell um Schmutz zu entfernen und bürstete nochmals nach. Sorgfältig kratzte ich die Hufe aus und bürstete festgesetzten Schmutz ab. Als ich auch die Mähne und den Schweif gekämmt hatte gab ich der Stute ein Leckerchen. Während des putzens hatte sie mehrfach an meiner Hosentasche geschnuppert und ich dachte es wäre ok wenn sie eins bekäme. Ich blickte zur Stalltür und sah das es langsam zu dämmern begann. "Na komm, eine Runde schaffen wir noch oder?" fragte ich Corde de la cerise und ging zu ihrer Boxennachbarin Busted Cherry Cake die ich mitnehmen wollte. Man hatte mir mitgeteilt das Busted Cherry Cake sich gegenüber anderen Stuten zickig verhielt, doch ich hoffte das beste. Nachdem ich auch Busted Cherry Cake geputzt hatte kratzte ich noch die Hufe aus und war bereit. Ich löste den Knoten aus dem Strick von Busted Cherry Cake und führte die an Corde de la cerise vorbei. Mit beiden Pferden an den Händen verließ ich die Stallgasse und entschied mich für den Feldweg. Damit die beiden Stuten keinen Streit anfangan konnten führte ich sie weit voneinander entfernt was ungemein zu helfen schien. Busted Cherry Cake fand es viel interessanter hier und da ein Grasbüschel zu ergattern. Nach einer 20-minütigen Runde schlugen wir den Rückweg ein. Ich brachte Busted Cherry Cake auf eine einzelne Weide nahe der Stutenweide und stellte Corde de la cerise zu den Stuten. Nun wartete nur noch ein Pferd auf mich, der Hengst Cadeau. Ich begrüßte den Hengst in seiner Box und führte ihn in die Stallgasse. Auch wenn ich ziemlich kaputt war gab ich mir die größte Mühe beim putzen und kämmte sorgsam seine Mähne und seinen Schweif. Als auch die Hufe ausgekratzt waren ging ich nochmals in die Sattelkammer und holte die Longe. Ich nahm den Strick ab und hängte die Longe in das Halfter ein. Ich führe Cadeau auf den Reitplatz welcher langsam in rotes Licht getränkt wurde. Cadeau zeigte Fleiß und arbeitete gut mit. Zum Abschluß ließ ich ihn ein paar Runden ausgelassen galoppieren bevor ich das Training beendete und ihn zu seinen Freunden auf die Weide brachte. Bevor ich mich an die Stallarbeiten machte brachte ich die Longe und die Putzutensilien zurück in die Sattelkammer. Gewissenhaft mistete ich die Boxen in diesem Stallbereich aus und fegte die Boxen leer. Mithilfe eines Schwamms wusch ich die Pferdetränken aus und brachte die volle Schubkarre ein letztes Mal auf den Misthaufen. Ich streute die Boxen wieder ein und kehrte die Stallgasse durch damit alles sauber war. Da es bereits dunkel wurde bereitete ich das Futter für die Pferde zu. Die Hofbesitzer würden die Pferde später in den Stall bringen. Ich streckte mich erschöpft aus und ging zu meinem Wagen. Ich fuhr zum Hotel zurück und stieg unter die Dusche. Das hab ich jetzt so nötig dachte ich und genoss das heiße Wasser auf meiner Haut. Am nächsten Tag würde es zurück nach Nottingham gehen.
    • sadasha
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      05. Oktober 2017 | 11.205 Zeichen von sadasha
      Der Boden war vom Regen der letzten Tage so durchweicht, dass man aufpassen musste die Wiesen durch das Beweiden nicht gänzlich zu zerstören. Die Pferde störte das herzlich wenig. Sie waren auch glücklich, wenn sie die abgesteckten Bereiche nutzen konnten, die so oder so schon vom Schlamm durchzogen waren. Der Aufruhr der letzten Wochen hatte sich gelegt. Die Pferde kamen langsam aber sicher in ihrem neuen Alltag an und auch das Team wirkte Hand in Hand, als wären es schon immer knapp dreißig Pferde gewesen, die es zu versorgen galt. Doch bis vor Kurzem lebten auf diesem Hof lediglich das Ehepaar Ziegler mit zwei eigenen Stuten. Der Rest der Pferde waren Einsteller. Dass ihr Bestand an eigenen Pferden so rasch auf beinahe zwanzig Pferde wachsen würde, damit rechnete niemand. Doch die Auflösung des Phoenix Valley Gestüts in Kalifornien kam den Zieglers wie gerufen. Sie hatten den Entschluss ein Sportpferde Gestüt aufzubauen schon in ihrer Ausbildung gefasst. Sie hatten Jahre lang hart gearbeitet um sich nun diesen Traum gemeinsam erfüllen zu können. Unter der Voraussetzung, dass sie alle Pferde nehmen, bekamen sie von den Jenkins Brüdern sogar ein unschlagbares Angebot zugesichert. Als die Pferde endlich in Deutschland ankamen war die Überraschung groß. Entgegen ihrer Erwartungen, befanden sich alle Pferde in gutem Zustand. Die iberischen Pferde fanden schnell einen neuen Besitzer in England und die Morgan Horse durften bis auf Weiteres auf Caenheide bleiben. Franziska Ziegler hatte Spaß an ihnen und würde sie alsbald auf Shows vorstellen wollen. Dafür schienen die beiden Stuten wie gemacht und es würde dem Hof nur zu Gute kommen, da die Preisgelder solchers Shows sehr üppig ausfielen. An Ausrüstung mangelte es den Pferden des ehemaligen Phoenix Valley Gestüts nicht. Alle Teile waren sehr gepflegt und manche schienen sogar maßgefertigt zu sein. Immer wieder drängte sich dem Ehepaar die Frage auf, wieso die beiden Brüder ihren Hof aufgaben. Doch es erschien ihm unhöflich, diese Frage laut auszusprechen, also beließen sie es bei den Gedanken.
      Sobald die Pferde auf dem Hof waren wurde klar, dass die zwei nicht in der Lage waren so vielen Pferden ohne Unterstützung gerecht zu werden. Sie hatten zwar Sabine Faber, die ihnen bei der allgemeinen Pflege und Versorgung half, doch das reichte nicht. Sie brauchten Unterstützung beim Training der Pferde. Zwei Wochen ließen sie sich Zeit und sprachen auch mit Sabine immer wieder die verschiedenen Bewerbungen durch. Sie ließen Trainer vorbeikommen um sich die Arbeit gleich am Pferd anzusehen und schließlich fiel die Wahl auf Dominik Seiler fürs Springreiten und auf Anna Schwab fürs Dressurreiten. Die beiden könnten unterschiedlicher nicht sein, aber sie machten ihre jeweilige Arbeit gut. Außerdem wirkten sie sehr sympathisch, was ihnen durchaus Pluspunkte verschaffte.

      Heute ging der erste Monat zu Ende. Der erste Monat mit knapp zwanzig Pferden im eigenen Besitz und erst heute konnte das Ehepaar Ziegler sagen, dass sie sich wieder eingelebt hatten. Eingelebt in diese neue Situation. Mit dem Monat hörte auch endlich der Regen auf, der sie die letzten Wochen begleitet hatte. Endlich zeigte sich die Sonne und es wurde wieder etwas wärmer. Immerhin war Sommer! Und eigentlich war es zur Sommerzeit schön in Caenheide. Doch dieses Jahr, beschränkte sich die schöne Zeit des Sommers auf gerade mal eine handvoll Tage. Motivierter als üblich ging jeder auf dem Gestüt seiner Arbeit nach. Die Pferde waren gefüttert, die Boxen gemistet und Sabine war dabei die Wiesen zu überprüfen. Leon und Franziska saßen mit einem Block und Stiften mitten im Hof und planten das weitere Vorgehen. Man wusste schon, dass nicht alle Pferde auf dem Hof bleiben würden. Vor allem der Deckhengst Ghost Merchant war den beiden ein Dorn im Auge, wegen seines Overo-Gens. Es brachte zwar eine interessante Scheckung, aber auch den Tod mit sich. Letzteres allerdings nur, sollte es reinerbig auftreten. Zu riskant sei es, dass der Deckhengst für eine Stute genutzt würde, bei der das Gen im Phänotyp nicht erkennbar ist. Im schlimmsten Fall gibt es dann nicht nur einen Toten bei einer Totgeburt. Dass das Ehepaar ohne den Overo gar keinen Deckhengst hätte schien nicht von Wert zu sein. “Sicherheit geht vor.” und “Wir haben auch noch vielversprechende Jungpferde, die seinen Platz irgendwann einnehmen können.” waren die Totschlag-Argumente. Keiner kam gegen die Meinung der beiden an. Auf die Frage, was mit dem Hengst passieren sollte, wenn er schon nicht mehr für die Zucht genutzt würde, reagierten sie unsicher. Vielleicht sollte er gelegt werden, das wäre die sicherste Methode. Vielleicht hätte ein anderer Züchter Spaß an ihm. Doch wollen die beiden das verantworten? Nein. Eigentlich wollen sie das nicht. “Wir können das ein ander mal entscheiden.” hieß es immer, wenn es zu diesem Punkt kam. Auch Busted Cherry Cakes Zukunft stand noch nicht geschrieben. Die großrahmige Stute hatte zwar ihre Mutterqualitäten schon einmal unter Beweis gestellt, doch irgendetwas schien das Paar auch an ihr zu finden, das sie zögern ließ, sie fest in ihre Pläne einzugliedern.


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      Die beiden Reitplätze des Hofes waren durch die Trainer belegt. Dominik beschäftigte Morgane und Anna Fix the Flame. Das Ehepaar beschloss sich deshalb in der Reithalle um May Bee und Yuno zu kümmern. Die beiden Fuchsstuten kamen von verhältnismäßig kleinen Höfen und waren die ersten Pferde von Franziska und Leon. “Komm schon, muss das jetzt sein?” genervt wippte Leon mit dem Fuß, als er sah, dass seine Frau gerade damit begann die Mähne ihrer Stute einzuflechten. Auf einem Mähnengummi kauend wandte sie sich kurz von ihrem Werk ab um ihm eine Antwort zu geben: “Ja. Und wenn du schon hier herumstehst: Mir sind da eben ein paar Mähnengummis runtergefallen. Hebst du die bitte auf?” Es grenzte wohl an ein Wunder, dass Leon das verstanden hatte. Vielleicht war er aber auch nur aufmerksam genug um die Blicke von Franziska zu verfolgen. Schwer seufzend hockte er sich auf den Boden um die Gummis einzusammeln und zurück in die Tüte zu packen. “Nein, nein! Ich brauche ein paar!” rief Franziska nun ohne eines der bunten Helferlein zwischen den Zähnen und lachte ihren Mann an. “Bevor die wieder alle runterfallen, gebe ich sie dir lieber einzeln an, Madame.” tadelte er ihr und gab im nächsten Moment das erste Mähnengummi an.
      Als Franziska fertig war, gingen die beiden mit ihren Fuchsstuten in die Reithalle und ritten einige Minuten warm. “Hast du von der Jagd gehört?” fragte Franziska ihren Mann um ein Gespräch zu beginnen. Leon schüttelte den Kopf. “Welche Jagd?” wollte er wissen und sie erzählte ihm davon. Schnell wurde ihm klar, dass sie sehr gerne zu dieser Jagd fahren würde, egal ob mit oder ohne ihn. Wissend lächelte er sie an. “Mit welchem Pferd wolltest du hin?” Das Feuer in ihren Augen loderte kurz noch etwas heller auf, als sie begriff, dass sie ihren Mann wiedermal unterschätzt hatte. “Mit Cadeau?” sagte sie unsicher und beobachtete die Mimik von Leon. Dieser lächelte unbeirrt weiter. “Gute Wahl. Aber du solltest trotzdem ein wenig mehr mit ihm machen, wenn du eine sicheren Ritt auf fremden Boden mit ihm haben möchtest.” Er legte die Stirn kurz in Falten und starrte gedankenverloren auf den gewölbten Pferdehals vor ihm. “Lass uns abreiten und dann mit Cadeau und Estrada Dourada ausreiten um zu sehen wie gut das klappt. Ihr kennt euch nicht so lange und von Estra weiß ich, dass sie sich draußen ruhig verhält.” Franziska nickte ein wenig übereifrig, was Leon lachen ließ.

      “Es hat sogar aufgehört zu regnen!” sagte Franziska, die noch immer vor Begeisterung sprudelte, als sie mit Cadeau unterm Sattel den Hof verließ. “Freu dich nicht zu früh.” entgegnete ihr Mann mit einem Fingerzeig auf die dunklen Wolken etwas weiter hinten am Himmel. “Da kommt noch etwas auf uns zu.” Cadeau und Franziska schlugen sich ganz gut. Nach gut einer Stunde Geländeritt waren alle vier komplett durchnässt. Leon hatte Recht behalten mit seiner dunklen Vorahnung. Wenige Minuten, nachdem sie den Hof verlassen hatten setzte der Regen ein. Zuerst sturzbachartig und später nieselig, aber weiterhin stetig. “Wie fühlst du dich auf ihm?” fragte Leon seine Frau, als er langsam aber sicher den Drang verspürte heim zu wollen. Franziska zügelte den dunklen Hengst und parierte ihn bis zum Schritt durch, bevor sie antwortete. “Er ist eine Geländeversicherung, sag ich dir.” verkündete sie fröhlich. “Das freut mich sehr mein Schatz.”


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      Am vorigen Abend noch hatte sich Franziska für die Jagd gemeldet und fieberte von nun an darauf zu. “Das wird ein toller Abschluss der Geländesaison!” Auch das Team durfte an ihrer Euphorie teilhaben. Sabine tat gleich so, als würde sie ihre Chefin nicht hören und striegelte stumm Ostid OCs rotes Fell. Leon stand einen Gang weiter und kratzte die Hufe von Corde de la cerise aus. “Beschäftigte lieber deine Pferde…” murmelte er undeutlich als Franziska an ihm vorbeilief. Sie schnaubte verächtlich, schnappte sich aber Senda Oscuras Halfter und machte sich von Dannen. “Dominik ist mit S’Cada in der Halle.” meldete Sabine sich zu Wort. Leon zeigte mit einem Nicken, dass er verstanden hatte. “Dann geh du mit Ostid auf den Platz, ich sag Franziska bescheid.” Bis zum Mittag waren alle mit den ausgewachsenen Pferden beschäftigt.
      Nachmittags ging es dann an die Arbeit mit den Fohlen. Das Team machte sich einen Spaß daraus zu sehen wer mit seinem Fohlen am Weitesten kam, natürlich immer auf das Wohlbefinden der Vierbeiner bedacht. Die zweifach prämierte Leveneza schlug sich dabei besonders gut. Aber auch Ases Maskwamozi war äußerst wesensfest. “Die macht trotzdem nur Unfug…” meckerte Sabine, als Ases mal wieder in eine komplett andere Richtung wollte als sie. Dominik hatte sich den jüngsten im Bunde geschnappt. Focus war das letzte Fohlen vom 2017er Jahrgang. Übrig blieben dann noch Stracciatella, Phoebe und Skittles. Die drei waren etwas auf dem gleichen Ausbildungsstand und wurden heute besonders gefördert, da sie zuletzt beim Hufschmied ein wenig Probleme gemacht hatten.
      “Babe?” Leon sah seine Frau ernst an, als das letzte Fohlen wieder im Stall stand. Verwundert sah sie ihn an. “Ich… möchte Corde de la cerise decken lassen. Dieses Jahr schon.” - “Sicher? Wie kommst du darauf?” Er zog den Kopf zwischen die Schultern. “Sie gefällt mir und ich habe mich auch schon nach einem Hengst umgesehen… ich hätte sogar Namen für das Fohlen…” Franziska fiel die Kinnlade runter. “Du hast es jetzt aber eilig, wir reden da gleich drüber ja?”
      Am Abend zeigte Leon seiner Frau alles, was er sich zurecht gelegt hatte. “Deo Volente also? Du möchtest die Bryère Linie weiterführen?” prüfend sah Franziska ihren Liebsten an. “Gut erkannt. Ich denke das wäre eine sehr hochwertige Anpaarung.” - “Und Namen hast du auch schon? Lass mal hören.” - “Der einzige, der dir gefallen würde wäre Devotion.” Er zählte noch ein paar andere seiner Gedanken auf, die Franziska jedoch so abwegig fand, dass sie irgendwann lauthals zu lachen begann. “Das arme Pferd!” - “Ich hab dich gewarnt!”
      Die beiden bewarfen sich noch eine Weile mit unmöglichen Pferdenamen und ließen den Tag schließlich bei einem Glas Rotwein ausklingen.
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  • Album:
    Gnadenweide | Pferdehimmel
    Hochgeladen von:
    sadasha
    Datum:
    10 Sep. 2016
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    Stute
    6 Jahre
    Rasse Trakehner
    Stockmaß/Endmaß 170cm
    Fellfarbe Dark Bay Tobiano (Dunkelbraun Schecke)
    Geno EE Aa nSty nTo

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    Charaktereigenschaften
    Launisch, Stur, Unerschrocken

    Beschreibung
    Launisch. Stur. Braucht gute Argumente um Dinge zu tun, die sie nicht mag. Angst vor Kindern (wer das nicht respektiert, wird gebissen). Unerschrocken. Weicher Kern. Lässt sich bei vertrauten Personen und Pferden auch mal ausgiebig kraulen.

    In Deutschland gezogen und bestens vorbereitet. Aufgrund der gelungenen Farbvererbung für Caenheide interessant.
    Vielversprechender VS Nachwuchs. Gute, raumgreifende GGA, federnder Trab.


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    Trainingsplan
    Eingeritten ✔ | Eingefahren x

    Schleifenaufstieg | Trainingsaufstieg | Potential
    Oben = Joelle Qualifikation | Unten = Variationen

    Dressur E A L M S

    Lektionen der Dressur: E A L LM LP M S


    Springen E A L M S
    Show Jumping: E A* A** L M* M** S* S** S*** S****

    Military E A L M S

    Eventing (British Eventing, national): BE80(T) BE90 BE100
    BE100Plus Novice Intermediate Advanced Intermediate Advanced

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    Offiziell
    380. Springturnier | 385. Springturnier | 288. Militaryturnier | 398. Springturnier | 401. Springturnier
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    Inoffiziell

    keine

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    Von Donnerschall [FS1 | FS2]
    Von Don Caladrio [FS1 | FS2] Aus der Marah
    Von Don Pedro Aus der Cry for Moon | Von Yin-Yang Aus der Miami Blood Moon

    Aus der Mystical Star
    Von Pacey Aus der Ysun
    Von Snake Aus der Pleasure's Girl | Von Royal Champion Aus der Mon Cherié


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    SK 450

    Eingetragene Zucht Caenheide

    Besitzer sadasha (Leon Ziegler)
    VKR/Ersteller sadasha

    Information zur Genetik

    To ist an E gekuppert. Das heißt Tobiano Nachzucht erbt von Morgane xE xTo.
    x steht hierbei für den Genpool des Vaters, der natürlich variieren kann.


    Nachkommen
    keine


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    Letzter Tierarztbesuch 29. März 2017
    Gesamteindruck gut


    Letzte Zahnpflege 29. März 2017
    Letzte Wurmkur 29. März 2017
    Letzte Impfung 29. März 2017


    Letzter Hufschmiedbesuch 30. März 2017
    Ausgeschnitten/Korrigiert Ja


    Beschlag vorne Aluminiumeisen
    Beschlag hinten keiner


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