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sadasha

♛ Magical Touch

♛ Magical Touch
sadasha, 8 Aug. 2017
sweetvelvetrose gefällt das.
    • sadasha
      Verjährte Pflege
      Pflegebericht 01.05.2013 - Carpe Diem
      Ich gähnte genüsslich und blickte zufrieden aus dem Fenster. Es war erst um acht und doch schien schon die Sonne in mein Zimmer. Der Frühling zauberte mir schon jetzt ein Lächeln ins Gesicht. Es war einfach herrlich zu sehen, wie alles wieder zu leben begann. Die letzten Wochen der Kälte und des Schnees hatten sich endlos gezogen und hier in Kanada jede Bewegung lahmgelegt. Nicht mal mehr die Pferde hatten auf die Weide gewollt, sondern waren lieber im warmen Stall geblieben. Nun war seit einer Woche der Schnee verschwunden und die Temperaturen stiegen sogar fast über 10°C! Da musste man glatt aufpassen, nicht gleich mit schwitzen anzufangen. Der Frühling weckte in allen wieder den Tatendrang, so dass ich sogar motiviert war, in der Schule mein Bestes zu geben. Heute hatte ich frei, warum hatte ich nicht ganz verstanden, wahrscheinlich einer dieser beweglichen Ferientage, den sie Gott sei Dank auf diesen wundervollen Tag gelegt hatten! In den letzten Wochen hatte sich bei uns viel getan, denn damit wir wieder ein ausgeglichenes Verhältnis haben würden, wollten wir uns noch zwei Pferde anschaffen, eine Stute und einen Hengst. Eher gesagt, die Stute war schon da. Auf einem Turnier waren wir auf Magical Touch, eine wundervolle Irish Tinker Stute, gestoßen und hatten uns sofort verliebt. Außerdem passte sie hervorragend zu Ravi, welche nun eine Weidepartnerin besaß. Auch für Toothless hatten wir uns mächtig ins Zeug gelegt, bis ich aus Zufall auf die Seite einer New Forest Zucht gestoßen war und mich in Altair verliebt hatte. Ich muss zugeben, inzwischen begann ich mich mit meinem Schicksal abzufinden, nachdem wir nun schon über einem halben Jahr in Kanada waren und da die Pferde meine einzigen Verbündeten in manchen Sachen zu sein schienen, pflegte ich inzwischen ein inniges Verhältnis zu ihnen. Unten in der Küche erwartete mich schon ein frisch gedeckter Frühstückstisch und meine Familie. Gemeinsam mit meiner Mutter und meiner Schwester frühstückte ich in aller Ruhe. „Kathie, kommst du?“ rief ich eine halbe Stunde später ungeduldig vom Flur aus, wo ich schon fertig angezogen stand. Erst wollte sie unbedingt mithelfen, die Pferde auf die Weide zu bringen und nun? Trödelte sie herum. Als sie dann auch endlich fertig war, liefen wir flott in den Stall, ich warf Kathie die Halfter von Magic und Ravi zu, während ich mir selbst das von Toothless schnappte. Trotz der positiven Entwicklungen in den vergangenen Monaten, war Toothless immer noch sehr scheu und misstraute dem Menschen mehr als alles andere. Ich musste aber auch ehrlich zugeben, dass ich mich nicht großartig mit ihm beschäftigt hatte, dazu hatte uns beiden in den kalten Monaten einfach die Motivation gefehlt. Dennoch ließ er sich problemlos aufhalftern, denn er wusste genau, dass ich ihn nur auf seine Weide bringen würde. Die beiden Stuten vergnügten sich schon in der Morgensonne und auch Toothless konnte es kaum erwarten, auf seine Weide zu gelangen. Danach marschierte ich zurück in den Stall, um gemeinsam mit meiner Schwester auszumisten. Eine Stunde lang wirtschafteten wir im Stall, um alles wieder auf Vordermann zu bringen. „Wie wäre es mit einem gemütlichen Ausritt als Belohnung? Wir sollten unseren freien Tag nutzen.“ grinste ich meine Schwester an. „Aber ich mag Magic reiten!“ quietschte sie freudig und holte die Stute von der Weide, ehe ich etwas antworten konnte. Lächelnd holte ich mir Ravi von der Weide. Ich mochte die kräftige Mixstute und ritt gerne mit ihr aus. Meine Schwester stand da jedoch mehr auf die Tinkerstute mit ihrer langen Mähne. Wenn Magic nicht mehr in die Kaltblutrichtung gegangen wäre, wäre sie bei mir schon längst als Barbiepferd verschrien gewesen. Wir putzten beide Stuten gründlich, ehe wir uns ans Satteln machen. Die beiden Tiere warfen schon jetzt Unmengen von Winterfell ab, wie würde das nur werden, wenn es noch wärmer werden würde? Innerlich stöhnte ich schon auf, wenn ich an diese Arbeit dachte. Als wir fertig waren, schwangen wir uns in die Sättel und ritten gemütlich los, so konnte man seine schulfreien Tage wahrlich genießen! „Heute bestehe ich aber auf eine Revanche!“ jauchzte Kathie. „Und diesmal werden Magic und ich gewinnen!“ grinste sie. Ich schüttelte nur lachend den Kopf, vielleicht war Ravi schon älter als Magic und doch war die Stute in Wettrennen einfach unschlagbar.

      Pflegebericht 31.07.2013 - Der Riding Mountain Nationalpark
      Neugierig schaute ich meiner Mutter über die Schulter, während sie versuchte, eine zusammenhängende Strecke auf der Karte zu markieren. „Wenn wir die Wege erst einmal alle haben, kann es so richtig losgehen!“ freute sie sich wie ein kleines Kind. Für ihren Wunsch, Ausritte anzubieten, versuchte sie momentan einige schöne Strecken zu finden, die einerseits aufregend, aber andererseits auch sicher waren. Heute wollten wir zu dritt die erste Strecke abreiten. „Gwen? Nimmst du bitte Teiga, ihr beide kennt euch schon besser. Und Kathy? Du kannst dir aussuchen ob du Jaela oder Magic nehmen willst.“ Gemeinsam mit meiner kleinen Schwester huschten wir schon aus dem Haus, um die drei Tinkerstuten von der Weide zu holen und am Putzplatz anzubinden. Kurz darauf war auch unsere Mutti da und gemeinsam machten wir die Pferde fertig. Kathy wollte lieber Magic nehmen, dass fand sie angenehmer, wenn wir eine fremde Strecke entlang reiten würden. Alle drei Stuten hatten einen nagelneuen Wanderreitsattel aus dem Barefoot-Sortiment, ebenso wie eine neue Trense. „Auf geht’s!“ grinste meine Mutti und schwang sich auf ihre Schimmelstute. Ich murmelte Teiga nochmal beruhigende Worte zu und stieg dann auch auf. Dann ging es schon los. Wir ritten durch den angrenzenden Wald und es dauerte nicht lange, bis wir den Eingang des Riding Mountain Nationalpark erreichten. Gerade jetzt im Sommer war es einfach traumhaft! Unser Weg führte uns an einigen kleineren Seen vorbei, ehe wir uns in höhere Lagen begaben. Die Stuten waren äußerst trittsicher und allesamt total entspannt. Wir standen wie auf einem Plateau und konnte auf die riesige Grasebene unter uns blicken und ab da wusste ich, dass das Geschäft meiner Mutter boomen würde. Vor uns graste eine gigantische Herde von Bisons. „Wow...“ murmelte Kathy nur und lehnte sich über Magics Hals. So etwas hatten wir noch nie gesehen. „Schaut mal, ein Bisonkalb!“ rief ich erfreut, als ich das kleine hellbraune Flausch über das Gras flitzen sah. Meine Mutter schien mal wieder mit sich selbst äußerst zufrieden zu sein. Sie wendete Jaela und ritt weiter. Der Nationalpark lag direkt an einem der großen Seen Kanadas und auch den bekamen wir nun zu sehen. Weit von uns entfernt watete soeben ein Elchbulle durch das flache Ufer. Allmählich machten wir uns wieder auf den Heimweg, doch ich konnte mich an Tieren und der Landschaft wirklich nicht satt sehen. „Mama? Ich glauben wir werden ausgebucht sein.“ lachte ich fröhlich. Wieder zu Hause sattelten wir gemeinsam die Stuten ab und brachten sie wieder auf die Weide. „Diese Strecke war ein voller Erfolg.“ murmelte meine Mutter und begann direkt damit, sie in die große Karte einzuzeichnen, welche bei uns im Stall hing. Ich machte mich auf den Weg zu unserer Kleinsten, Highland Moon.


      Pflegebericht 23.08.2013 - Arbeit auf dem Reitplatz
      „Gwen? Kathy?“ tönte es von draußen her. Wir beide antworteten nur mit einen „Hm.“ denn es war klar, wo wir gerade waren. Mama stürmte um die Stalltür und schaute sich suchend um. „In den Boxen, Mama.“ lachte ich fröhlich, wir hatten ihr vorhin ja nur gesagt, dass wir uns an die Stallarbeit machen würden. „Tut mir leid, Kinder. Ich bin gerade ein wenig durch den Wind.“ grinste sie uns an. „Auf alle Fälle habe ich zwei tolle Nachrichten für euch! Erstere, die ersten Buchungen sind eingegangen! Bald sind wir mit unseren Tinkern und den Gästen im Nationalpark unterwegs. Und Zweitens habe ich heute den Anruf erhalten, dass heute Mittag unsere Heu- und Strohlieferung eintrifft. Gott sei Dank, Morgen soll nämlich wieder grauenvolles Wetter sein. Also plant nicht zu viel, wir müssen das Zeug unbedingt auf den Dachboden bringen.“ grinste sie uns freudig an. Puh, das waren viele Neuigkeiten, ich freute mich natürlich riesig, dass Mamas Geschäftsidee mit den Ausritt anscheinend fruchtete, aber auf die Arbeit mit dem Heu und Stroh freute ich mich so gar nicht, zudem das mir gewaltig gegen den Strich ging. „Aber Mama, Kathy und ich wollten heute noch mit Magic und Jalea auf den Platz!“ stöhnte ich genervt und erntete einen missbilligenden Blick. Doch dann bekam ich die Zusage, dass wir das durften, bevor es an die Arbeit gehen würde. Schnell machten wir die restlichen Boxen fertig und machten uns dann direkt auf den Weg zur Weide der Stuten. „Ich nehme heute Jaela!“ rief Kathy und lief vor, um sich das Halfter der großen Schimmelstute. Mir war das ganz recht, dann konnte ich heute wieder mit Magic arbeiten. Die beiden Stuten kamen wie immer ohne Probleme zu uns, ließen sich aufhalftern und folgten uns auf Schritt und Tritt. Am Putzplatz machten wir beide fertig und ich flechtete Magic sowohl Mähne als auch Schweif, denn wenn die Stute schwitzte, war das immer äußerst unangenehm mit ihrem dicken Langhaar und heute war es schon noch angenehm warm. Nachdem beide Stuten gesattelt waren, machten wir uns auf unseren Platz und schwangen uns in die Sättel. Gemeinsam drehten wir im Schritt am langen Zügel unsere Runden, um die Stuten aufzuwärmen. Danach begannen wir mit Wendungen und Handwechsel und nahmen allmählich die Zügel auf, bevor wir in den Trab übergingen. Auch hier ritt ich mit Magic viele Bahnfiguren, um abwechslungsreich zu bleiben. Im Galopp war sie heute ein wenig motivierter als sonst und ich musste sie erst einmal zügeln, doch dann lief sie äußerst angenehm. Auch bei Kathy und Jaela sah das Training gut aus, auch wenn sie die Stute ein wenig mehr vorwärts treiben müsste, doch ich schwieg, Jaela würde ihr den Fehler schon noch früh genug zeigen. Ich parierte Magic zum Stand durch, schwang mich aus dem Sattel und legte einige Trabstangen auf den dritten Hufschlag und gegenüber stellte ich ein Cavaletti. Dann saß ich auch schon wieder auf Magics Rücken und gymnastizierte die Stute ein wenig. Erst nahmen wir die Trabstangen von beiden Seiten und dann auch das Cavaletti, zu Beginn im Trab und dann im Galopp. Auch Kathy nutzte die Stangen, doch beim Cavaletti blieb Jalea einfach stehen, da Kathy einfach zu wenig getrieben hatte vor dem Hindernis. Das zweite Mal klappte dann wesentlich besser. Ich machte mit Magic noch einiges an Galopparbeit, da sie gerade auf der linken Hand Probleme hatte, sich gut zu balancieren, dass Problem würden wir wohl auch noch einmal mit der Longe angehen müssen. Dann parierte ich zum Schritt durch und ritt die Stute ab. Kathy tat es mir gleich, so dass wir eine kleine Runde um unsere Ranch zogen. Dass gefiel den Stuten und uns, denn es war angenehmer als über den Platz zu dümpeln. Nachdem beide Stuten abgesattelt und abgespritzt waren, brachten wir sie wieder auf die Weide. Mama wartete schon ungeduldig auf uns, denn nun mussten wir wirklich anfangen, die Bündel einzustapeln. Morgen würden dann noch die Rollen kommen und dann wären wir für den Winter versorgt.

      Pflegebericht 24.09.2013 - Reiten vor der Schule
      Nach dem Frühstück schlüpfte ich in meine Reitsachen und machte mich auf den Weg zum Stall. Eigentlich war heute Schule, aber ich hatte zwei Stunden später und bei unserem Blockunterricht war das schon viel Zeit. Hinzu kam, dass ich erst heute Abend wieder zu Hause sein würde, weil ich den Nachmittag noch in der Stadt würde verbringen müssen, wegens einer Gruppenarbeit, bei welcher ich leider nicht fehlen durfte. Deshalb hatte ich spontan beschlossen, Magic einfach vor der Schule zu bewegen. Als ich an ihre Box herantrat, begrüßte mich unsere Tinkerstute mit einem freundlichen Brummeln. Da unsere Pferde nachts immer in den Boxen standen, waren sie zumeist auch relativ sauber, so dass ich nur kurz über Magic drüber putzen musste und sie dann direkt satteln konnte. Das sparte natürlich einiges an Zeit und ich war schneller fertig, um in die Halle zu wechseln. Ich blieb heute lieber drin, denn das Wetter war stürmisch, nass und kalt. Im Schritt am langen Zügel ritt ich Magic einige Runden warm, ehe ich mit einfachen Bahnfiguren begann und dann allmählich die Zügel aufnahm. Magic war heute gut gelaunt und arbeitete sofort ohne große Probleme mit. Es war mal wieder angenehm zu reiten, da ich die letzten Tage vor allem mit Bodenarbeit verbracht hatte. Nachdem wir uns ausgiebig im Schritt gedehnt und gebogen hatten, nahm ich den Trab dazu. Anfangs war Magic ein wenig unmotiviert, aber durch viele Hand- und Tempiwechsel wurde es schnell besser. Magic fand Spaß daran und ich trainierte mit ihr noch ein wenig die Seitengänge. Auch ein bisschen Galopp nahmen wir mit dazu, doch darauf wollte ich heute nicht den Fokus legen. Stattdessen blieb ich lieber im Schritt und Trab, übte die Verstärkungen und Versammlungen. Magic machte das tatsächlich Spaß und so verging die Zeit im Nu. Als es dann schon um neun war, ritt ich Magic flott ab und machte sie in Windeseile fertig, denn in einer Stunde kam mein Bus! Dabei musste ich jetzt nochmal unter die Dusche springen, danach Haare föhnen, mein Zeug packen und dann zur Bushaltestelle eilen. Dank einer fünfminütigen Verspätung des Busses, schaffte ich es sogar noch rechtzeitig, wenn auch mit nassen Haaren.

      Pflegebericht 31.10.2013 - Halloween!
      „Gwen? Wann kommen deine Freundinnen nochmal?“ fragte mich meine Mutti nun schon zum dritten Mal. Ich stöhnte leise auf, legte das Messer zur Seite und schaute zu ihr auf. „Immer noch kurz nach Mittag!“ knurrte ich unsanft und machte mich wieder daran das Obst für den Obstsalat zu schnippeln. Heute war Halloween und da ich gerne feierte und dieses Fest in Kanada sowieso recht weit verbreitet war, hatte ich Elii und Tikka eingeladen. Beide hatten sich einen weiten Weg vorgenommen, um uns extra auf der Nahanni Rivers Ranch zu besuchen und ich war ihnen dankbar dafür. Da sie auch ihre Pferde mitbrachten, sollten sie schon kurz nach Mittag kommen, damit sich die Vierbeiner erst einmal ausruhen würden können, das Gleiche galt natürlich für die Reiter. Ich war gerade dabei, Muffins zu backen, welche, sobald sie fertig wären durch Schokostäbchen und Smarties in Spinnen verwandelt werden würden. Sonst standen noch einige andere leckere Süßigkeiten zur Auswahl, dazu gab es natürlich auch etwas Gesundes, nämlich Obstsalat. Nachdem ich den fertig hatte, schob ich ihn in den Kühlschrank und machte mich an die Muffins.
      Die letzte Spinne verließ das Backblech, als plötzlich mein Handy summte. Es war eine SMS, welche mir sagte, dass Elii in einer Viertelstunde hier ankommen würde. „Kathy? Machst du das hier fertig? Ich mach derweil die Box für unsere Gäste fertig.“ lächelte ich und huschte raus in den Stall. Theoretisch standen auch zwei Weiden für die Hengste von Elii und Tikka bereit, aber ich war mir nicht sicher, wie aufgeregt die Kerle sein würden, also machte ich lieber auch eine Box fertig. In den Wäldern Kanadas fand man ein Pferd schließlich nicht so schnell wieder, erst recht nicht, wenn es sich hier nicht auskannte. Zu unserem Glück war heute noch einmal herrliches Wetter, die Sonne schien und die Sturmböen der letzten Tage hatten sich endlich gelegt. Als ich dann gerade aus dem Stall heraustrat, sah ich ein Auto langsam unsere Auffahrt entlang fahren. Ich winkte Elii und sie schien beruhigt zu sein, die richtige Ranch erwischt zu haben. „Hey!“ begrüßte ich sie herzlich und bot ihr direkt an, dass wir erst einmal ihren Hengst befreiten. „Box oder direkt Weide?“ fragte ich schnell, ehe wir den Hengst irgendwo hin lotsen müssten. „Box wäre besser, ich glaube Fekete ist nicht ganz so entspannt.“ Ich nickte und half ihr, die Rampe zu öffnen, dann ging ich aus dem Weg, damit Elii ihr Pferd hinausführen konnte. Ich war schon immer von ihren Furioso Northstar begeistert gewesen, aber Fekete war noch einmal ein Hengst der Extraklasse mit seinem rabenschwarzen Fell. Aufgeregt blähte er die Nüstern und sah sich um, ich lief voraus, um Elii den Weg zu zeigen und wir waren beide beruhigter, als der Hengst dann sicher in seiner geräumigen Box stand. Da er alleine im Stall war, blickte er sich nochmals aufgeregt um, ehe er sich seinem Heu zuwand. „So, jetzt fehlt nur noch Tikka.“ grinste ich, doch direkt hörte ich schon wieder ein Auto draußen. „Na holla...“ murmelte ich und schaute verwundert auf mein Handy, aber Tikka hatte mir gerade geschrieben gehabt, als ich Elii in Empfang genommen hatte. „Ich fahr flott das Auto auf euren Parkplatz.“ lächelte diese mich an und ich nickte nur zurück, um dann direkt Tikka zu begrüßen. Sie war extra für die zwei Tage aus Finnland hierher gekommen. „Hui, im Gegensatz zu Zuhause ist es bei euch ja noch richtig warm!“ lachte sie mich freudig an und wir luden ihren Norwegerhengst Mørke aus. Auch sie fragte ich bezüglich Weide oder Stall, doch sie nahm direkt die Koppel, allerdings war Mørke auch wesentlich ruhiger als Fekete. Ich nickte und zeigte ihr den Weg. Mørke schien seine neue Weide toll zu finden und begann sofort friedlich zu grasen. Wir ließen ihn in Ruhe und sammelten stattdessen Elii wieder ein. Gemeinsam gingen wir ins Haus, wo auch Kathy die beiden begrüßte. Ich präsentierte Muffins und Obstsalat und mit diesem Proviant setzten wir uns auf die Couch und schauten erst einmal einen Film zur Entspannung, denn sowohl Elii als auch Tikka hatten eine lange Fahrt hinter sich.
      Es war inzwischen 16 Uhr und ich erhob mich allmählich. „Wollen wir langsam los?“ lächelte ich, denn dank der Zeitumstellung würde es schon bald dunkel sein. Die anderen drei nickten freudig und wir machten uns daran, unsere Kostüme anzuziehen, immerhin war heute Halloween! Tikka war als erste fertig und brachte uns alle zum lachen, denn sie ging als Kürbis! Elii ihr Kostüm hatte aber auch Stil, denn sie war verkleidet als Skelett. Kathy hatte sich wochenlang damit beschäftigt, ihr Kostüm für einen Reiter anzupassen, denn sie hatte unbedingt als bleiche Marie Antoinette gehen wollen. Ich war nicht ganz so kreativ gewesen, denn meine Accessoires waren lediglich ein Hut und ein Besen, denn ich ging als Hexe. Natürlich hatte es dazu noch bunte Socken gegeben und ein kleidähnliches Oberteil, der Hut war aber eh das genialste. „Nun sind die Pferde dran.“ lachte ich fröhlich. Kathy und ich holten uns Magic und Ravi, während Elii und Tikka ihre beiden Hengste im Stall jeweils in einer Box anbanden. Wir putzten die vier ordentlich und machten sie dann fertig. Erst satteln und dann wurden auch sie verkleidet. Das beanspruchte viel Zeit, aber nach einer Stunden hatten wir auch das geschafft. Als wir die Pferde anbanden, kam meine Mutti in den Stall geflitzt und überreichte jeden einen Beutel und eine Kürbislaterne, welche natürlich am besten zu Tikkas Kostüm passte. Wir dankten ihr und führten dann die Pferde aus dem Stall, um dort aufzusteigen. Inzwischen dämmerte es auch schon, aber das war auch gewollt. Anfangs waren alle Pferde ein wenig aufgeregt, aber irgendwann entspannten sie sich, als wir im Schritt die Auffahrt hinausritten. Wir wollten nach Dauphin, der nächstgelegenen Kleinstadt, in welcher sicherlich die ein oder anderen Gruselgestalten unterwegs sein würden. Aber wir würden am meisten auffallen, immerhin waren wir berittene Gespenster. Die Straßen waren herrlich geschmückt, so dass wir schön im Hellen reiten konnten, was auch den Pferden die Angst nahm. Die waren inzwischen mehr neugierig als ängstlich und nachdem unser erstes Klingelopfer jedem Pferd einen Apfel spendiert hatte, schien ihnen unser Ausritt immer mehr zu gefallen. Tatsächlich sammelten wir viele Komplimente und natürlich Süßigkeiten, denn unsere Beutel füllten sich unablässig. Während unseres Ritten tauschten wir Neuigkeiten aus, so erfuhr ich, dass sowohl Fekete als auch Mørke bei der letzten Monatswahl für Hengste sehr erfolgreich gewesen waren! Ich gratulierte ihnen für ihren Sieg und berichtete, dass wir demnächst mit unserem Haflingerfohlen das erste Mal an einer Fohlenschau teilnehmen würden. Elii und Tikka konnte meine Aufregung nachvollziehen, denn auch bei ihnen hatte es einmal ein erstes Mal gegeben. Wir zogen noch ein Weilchen durch die Stadt, ehe es dann plötzlich schon 21 Uhr war. Also verabschiedeten wir uns von der kleinen Gruppe Gespenster, Hexen und Monster, welche uns vier begleitet hatten und ritten nach Hause. Dabei waren uns unsere Laternen eine große Hilfe, denn sie spendeten uns eine Menge Licht.
      Wieder auf der Ranch versorgten wir gründlich die Pferde und natürlich gab es für Fekete und Mørke direkt etwas zu schauen, denn plötzlich standen wesentlich mehr Pferde im Stall. Die beiden standen aber nebeneinander und neben Mørke stand unser Hengst Altair, so dass es keinen Stress gab, sondern alle in Ruhe ihr Abendheu futtern konnten. Gemeinsam mit Elii und Tikka bereiteten ich und meine Schwester das Abendbrot für die Pferde vor, fütterten einmal komplett durch und wünschten unseren Lieblingen dann eine gute Nacht. Als wir im Haus ankamen, zogen wir uns flott um und dann erwarteten uns auch schon unsere eingesammelten Süßigkeiten und ein angenehmer Abend im Wohnzimmer vor dem Fernseher und dem Kamin.

      Am nächsten Morgen standen wir alle etwas später auf, da der nächtliche Ritt gestern schon anstrengend gewesen war. Aber Mutti hatte sich zum Glück schon um die Pferde gekümmert und auch unsere beiden Gäste genossen ihre private Weide. Als wir dann hinunter in die Küche kamen, erwarteten uns köstliche Pancakes mit Vanillesoße und Blueberrys. Das war ein tolles Frühstück! Dabei besprachen wir, wann Elii und Tikka fahren wollten, doch ich ließ sie nicht gehen, bevor wir noch einen Ritt in den Riding Mountain Nationalpark gemacht hätten. Also ging es für uns nach dem Frühstück direkt in den Stall. Erst kümmerten wir uns um die Stallarbeit und misteten flott alle Boxen aus, dann holten Elii und Tikka ihre Hengste und ich schnappte mir meinen treuen Gefährten Altair. Er verstand sich am ehesten mit drei fremden Hengsten und mit ihm traute ich mich auch mit Fremden in den Nationalpark. Wir machten die drei flott fertig und schwangen uns dann auch schon die Sättel. Wir waren alle noch ein wenig müde, so dass wir es eher ruhiger angingen. Fekete und Mørke schienen die erneute Bewegung allerdings toll zu finden und ihre Besitzerinnen meinten auch, dass der Ritt vor dem langen Heimweg nicht schaden würde. Trotz des Schritttempos kamen wir auch schnell im Nationalpark an. Natürlich wusste ich schon, wen man wo zur Mittagszeit fand. Ich wählte dem Weg, welcher dem Bachverlauf folgte, der schon kurz später in einen Fluss mündete. Wir ich gehofft hatte, konnte ich Elii und Tikka meinen kleinen Elchbullen vorstellen, welchen ich schon kannte, seitdem er auf seinen wackeligen Beinchen das erste Mal gestanden hatte. Die beiden waren sofort fasziniert, nur die Pferde trauten dem fremden Getier nicht ganz. Also machten wir uns weiter und galoppierten den Hügel hinaus, von welchem aus man einen gigantischen Panoramablick auf den Park hatte. „Wow...“ murmelten Elii und Tikka nur, als sie unter uns die riesige Bisonherde entdeckten, welche dort friedlich graste. „Die sind ja riesig!“ stöhnte Tikka, welcher die haarigen Tiere nicht ganz geheuer waren. Auch Fekete schnaubte unruhig und blickte die Bisons misstrauisch an. Ich führte die beiden noch ein Stückchen weiter durch den Park und wir entdeckten sogar noch eine Coyotin mit ihren zwei Jungen, welche unseren Weg kreuzten. Auch wurden wir von zu neugierigen Eichhörnchen befallen, dabei war Feketes Blick einfach nur zu genial gewesen, als ein Eichhörnchen auf seinem Kopf gelandet war. Die Sonne stand bereits hoch am Himmel, weshalb wir uns auf den Heimweg machten. Dort durften sich Fekete und Mørke nochmals ausruhen, während ich ihre Besitzer zum Mittagessen entführte. Danach hieß es dann leider wirklich Abschied nehmen. Fast gleichzeitig verließen die beiden uns wieder und ich vermisste sie jetzt schon. Doch wir hatten schon beschlossen, dass öfter zu machen.

      Pflegebericht 11.11.2013 - Remembrance Day
      Es war Montag und dennoch stand ich erst kurz nach um neun auf. Der Grund hierfür war der offizielle Feiertag in Kanada, welcher zu Gedenken des offiziellen Endes des Weltkrieges eingeführt worden war. Er trug den Namen Remembrance Day und ich hatte mich in den letzten Tagen über ihn erkundigt, denn natürlich war so etwas äußerst interessant. Normalerweise fand er einfach immer zwei Sonntage vor dem ersten Advent statt, aber heute war sogar der 11.11. Ich zog mich langsam an und marschierte dann in die Küche. Mama war schon hochaktiv und kochte köstliche Eierkuchen, während Kathy den Tisch deckte. Ich machte mich daran, den Kaffee für Mama und den Cappuccino für Kathy und mich aufzusetzen und herzurichten. Kurze Zeit später saßen wir gemeinsam am Tisch und frühstückten. „Gwen? Denkst du an den heutigen Umzug?“ riss mich meine Mutter aus den Gedanken und sofort fiel es mir wieder ein. „Ach ja!“ stöhnte ich auf und Kathy grinste nur. In der Kleinstadt Dauphin, unsere mehr oder weniger Nachbarn, wurde ein kleiner Umzug zu Ehren des Gedenktages veranstaltet und ich hatte mich bereiterklärt, den Umzug mit Magic anzuführen. Also ging es für mich nach dem Frühstück direkt in den Stall. Schnell alle Pferde gefüttert und auf die Weide gebracht, nur unsere Tinkerstute blieb im Stall. „Heute darfst du mal zeigen, was du drauf hast.“ lächelte ich und begann sie überaus gründlich zu putzen. Besonders wichtig war mir auch das Langhaar, denn nachdem ich fertig war, flochten Kathy und ich Mähne und Schweif und arbeiteten darin Mohnblumen ein, zwar nur künstliche, aber echte hätte einen Ritt nie ausgehalten. Und zwar galten Mohnblumen als das typische Symbol des Remembrance Day, denn sie waren die ersten Pflanzen, welche wieder auf den Schaltfeldern gewachsen waren, da sie auch in zerstörten Boden gedeihen konnten, außerdem stand ihre tiefrote Farbe für die Gefallenen. Im Magics weißer Mähne sahen die roten Blumen besonders schick aus und als wir fertig waren, wurde sie gesattelt und getrenst und auch das verzierten wir mit den Blumen. Ich zog mir ordentliche Reitkleidung an, während Kathy und Mum sich fertig machten und band auch mir eine Mohnblume ins Haar. Als wir fertig waren, machten wir uns auf den Weg. Kathy und Mum nahmen die Straße und ich ritt durch den Wald, wir waren etwa gleichzeitig da. In Dauphin wurde schon auf uns gewartet und wir wurden von allen Seiten gelobt, wie schick Magic und ich doch aussahen. Dann ritten wir an den Anfang des Umzugs und führten ihn an. Wir ritten vom einen Ende der Stadt zum anderen und dann in das Zentrum auf den kleinen Marktplatz. Dort hielt die Bürgermeisterin eine Rede, ehe die Schweigeminute eingelegt wurde. Während dieser Zeit war Magic die ganze Zeit über ein Sonnenschein und ich war wirklich froh, dass ich das ganze mit ihr machte, denn sie war bei so etwas einfach toll! Nach der Zeremonie durften wir alle eine Mohnblume auf das Pflaster in der Mitte des Platzes legten. Trotz unseres bisher kurzen Lebens in Kanada, fühlte ich mit allen mit und war glücklich, so etwas miterleben zu dürfen. Während die anderen noch blieben, machte ich mich mit Magic wieder auf den Heimweg, denn das würde auch noch ein ganzes Stückchen werden, ehe wir zu Hause sein würden. Dort sattelte ich sie dann ab und während ich ihren Behang vom Schlamm befreite, durfte sie einige Äpfel und Karotten futtern. Danach ging es auf die Weide zu Ravi und Nayala, welche ihre Freundin freudig entgegennahmen. Ich zog mich flott um und begann erst einmal mit der Stallarbeit.

      Pflegebericht 26.12.2013 - Ein Ritt durch den Schnee
      „Guten Morgen, meine Schönheit!“ begrüßte ich unsere Tinkerstute, als sie mir auf der Weide entgegen kam. Sofort klinkte ich den Führstrick im Halfter ein und führte sie von der Weide. Durch die Kälte hier in Kanada, war aus Magic ein richtiges Plüschpferd geworden und ich liebte es, mich in ihr flauschiges Fell kuscheln zu können. Dafür dauerte das Putzen umso länger, denn sobald man ihrem Fell mit der Bürste zu nahe kam, war sie statisch aufgeladen und innerhalb von Sekunden standen die Haare entweder ab wie bei einem Igel oder wurden an ihren Körper angeklatscht. Egal was passierte, danach bekam man meistens einen ungewollten Schlag. Heute schien sich dies aber in Grenzen zu halten und ich war schnell mit Madame fertig. Stattdessen ließ ich mir viel Zeit bei ihren Hufen, denn im Schnee vereiste ihr Behang gerne einmal und gerade bei Tinkern hatte man immer Sorge zu tragen, dass sich unter dem Pelz am Huf eventuell Krankheiten einnisteten, die da definitiv nicht hingehörten. Doch bei Magic sah alles wie immer fein aus und nachdem ich sie fertig geputzt hatte, holte ich das Weihnachtsgeschenk von Mama, um mit unserer Tinkerstute ausreiten zu können. Zu Weihnachten hatte es ein tolles Bosal gegeben, welches ideal auf Magics großen Kopf zugeschnitten war. Nachdem ich es noch einmal gründlich angepasst hatte, führte ich Magic aus dem Stall und hielt am Zaun an, um mich durch ihn auf ihren hohen Rücken hieven zu können. Als ich oben war, ritt ich gemütlich los. Auf unserem Hof war der Schnee inzwischen breitgetrampelt, doch sobald man den Wald betrat, musste man sich wieder durch eine hohe Schneedecke kämpfen, aber ich wollte unbedingt in den Nationalpark. Denn dort war die Aussicht im Winter fast noch schöner als sonst! Alles glitzerte weiß, der Fluss war am Rand eingefroren und doch tummelten sich um ihn jede Menge Arten von Tieren. Außerdem konnte man im Winter die Spuren der Bisonherden genaustens beobachten. Mich interessierte es sehr, ob es hier auch Pferde gab, sicherlich, aber so weit war ich noch nie in die Berge eingedrungen, denn die Pferde hielten sich bevorzugt dort auf. Nur im Winter kamen sie auf die Ebenen, weshalb ich heute mit Magic wieder Ausschau hielt, aber leider kein Glück hatte. Dafür genoss ich den ausgelassenen Galopp über die weißen Weiten und freute mich über meine Ferien. Schon bald würde 2014 beginnen und ich war jetzt schon gespannt, was dieses Jahr für mich bereithalten würde. Nach einer Weile kehrte ich mit Magic zurück zur Ranch. Ich brachte sie direkt zur Weide und nahm ihr dort nur noch das Bosal ab und schon konnte sie zu den anderen Stuten. Ich brachte noch schnell das Zaumzeug weg, bevor Mama mich hineinrief, wo es leckeres Essen gab.

      Pflegebericht 22.01.2014 - Kleines Westernturnier
      „Denke dran, es ist des Spaßes wegen.“ sagte ich grinsend und frühstückte zu Ende. Heute ging es mit Ravi und Magical Touch auf ein kleines Westernturnier. Die Disziplin in der wir starteten war der Trail und zwar in der Anfängerklasse. Wir wollten einfach nur ein wenig Abwechslung haben und gerade jetzt im Winter würde das den Stuten nicht schaden. Nach dem Frühstück ging es direkt in den Stall, um die Pferde zu füttern und auf die Weiden zu bringen. Nachdem das geschafft war, machte ich Ravi fertig und Kathy kümmerte sich um Magical Touch. Die beiden Stuten waren schnell geputzt und verladefertig, so dass Mama nur den Hänger vor den Stall fahren brauchte und innerhalb von ein paar Minuten standen die Pferde im Hänger. Wir packten noch schnell die Ausrüstung ein und schon ging es los. Wir fuhren fast zwei Stunden durch die weiße Landschaft und mussten auch den ein oder anderen Umweg nehmen, da manche Straßen gesperrt waren. Das Turniergelände war größer als gedacht und wir hatten genügend Platz für unsere Pferde. Mama kümmerte sich um die Anmeldung, während wir die Stuten in aller Ruhe fertig machten und sattelten. Dann hatten wir unsere Startnummern und wir ritten auf den Abreitplatz. In aller Ruhe wärmten wir die Stuten auf, denn wir würden erst am Ende an der Reihe sein. Der Abreitplatz war verschneit, weshalb wir äußerst vorsichtig ritten, damit den Pferden nichts passierte. Leider blieb es trotzdem nicht dabei, denn als ich mit Ravi um die Kurve trabte, stolperte sie plötzlich und fiel für ein paar Sekunden auf die Vorderknie, ehe sie sich wieder aufrappelte. Ich sprang sofort aus dem Sattel und schaute nach, ob alles Okay war. Die Stute war in eine vom Schnee versteckte Kuhle getreten und lahmte nun. Mama kam sofort mit einer Tierärztin, welche sich das Ganze genauer anschaute. „Es ist nichts Schlimmes, nur eine Stauchung, aber sie sollte die kommende Woche geschont werden.“ erklärte sie und verband Ravi sicherheitshalber das Bein, besonders wegen der Rückfahrt. Ich wünschte Kathy noch viel Glück und brachte dann Ravi erst einmal zurück zum Hänger, um sie in ihren Paddock zu stellen. Sie hielt das Bein schön brav still, so dass ich ihr nur noch etwas Heu gab und dann in die Halle ging, um wenigstens Kathy und Magics Durchlauf anschauen zu können. Der Parcours war nicht schwer, aber es schien großen Spaß zu machen. Trotz ein paar Fehler durchliefen Kathy und die Tinkerstute den Parcours ohne große Probleme und Kathy war froh, als sie es dann geschafft hatte. Da wir die letzten waren, brauchten wir nicht lange auf die Siegerehrung warten und zu unserer Freude wurde Magic sogar noch platziert! Mit einer guten Wertnote erreichte sie den dritten Platz und Kathy hätte nicht stolzer sein können. Ich lobte beide ausgiebig und glücklich machten wir uns auf den Heimweg. Ich fand es nur halb so schlimm, nicht gestartet zu sein und Ravi schien froh zu sein, als sie in ihrer warmen Box stand, denn die Kälte tat ihrer Stauchung nicht gar so gut. Magic blieb mit im Stall, damit unsere Scheckin nicht alleine stehen musste und wir machten uns an die Stallarbeit.

      Pflegebericht 25.02.2014 - Ausritt mit Schwesterherz
      Anlässlich meiner Rückkehr wollte ich natürlich auch Kathy eine Freude bereiten und da sie die letzten Monate immer hatte alleine ausreiten müssen, lud ich sie heute ein. Direkt nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg in den Stall. Heute waren Ravi und Magic an der Reihe, wie immer ritt Kathy die Tinkerstute und ich halfterte mir unsere Scheckin auf. Ravi schien genauso gute Laune zu haben wie wir und das war auch sehr verständlich. Die endlos grauen Tage schienen allmählich vorbei zu sein, denn schon seit einer Woche schien die Sonne und der Himmel war strahlend blau. Inzwischen hatten wir nur noch -10°C was für Kanada einfach herrlich angenehm war, so auch für die Pferde. Ravi ließ sich ausgiebig putzen und danach sattelte ich sie direkt auf. Kathy machte in der Zwischenzeit Magic fertig und als beide Pferde gesattelt waren, verließen wir den Stall und schwangen uns auf die Rücken der Pferde. Im gemütlichen Schritt verließen wir die Ranch und machten uns auf den Weg in den Nationalpark. Viele Teile davon hatten wir noch nicht erkundet, weshalb ich sehnsüchtig auf den Frühling wartete, denn dann würden wir endlose Ritte machen können! Heute ritten wir nur unsere allseits bekannte Strecke, welche dennoch atemberaubend schön war. Im vollen Galopp jagten wir den Berghang hinauf, bis wir von oben auf alles hinabblicken konnten. Leider sahen wir heute weder Elche noch Bisons, dennoch war die Sicht einfach herrlich. Es wehte ein leichter Wind, welcher aber nicht die Kälte der vergangenen Wochen mit sich trug, sondern wesentlich wärmer und angenehmer war. Die Pferde streckten die Nüstern in die Luft und prusteten dem Wind entgegen. Lächelnd verließen wir den Hügel und ritten am Fluss entlang. Währenddessen erzählte mir Kathy, was ich alles verpasst hatte und im Gegenzug erzählte ich ihr, was ich alles erlebt hatte. Wie ich hörte war Kathy mit ihrem Hengst Apollo inzwischen schon tatkräftig fortgeschritten, so dass die beiden immer mehr ein Team wurden. Ich versprach ihr, Morgen beim Training zu zuschauen und den beiden Tipps zu geben. Wir quatschten noch ein Weilchen, ehe wir uns auf ein Wettrennen nach Hause einließen. Wie immer überzeugte Ravi mit ihrer Wendigkeit, doch Magic ließ auch nicht locker. Beide Stuten waren topfit, aber dennoch verschwitzt, als wir zu Hause ankamen. Als stellten wir sie zunächst mit Abschwitzdecke in ihre Boxen und gaben ihnen einen Arm voll Heu. Danach brachten wir die anderen schon einmal auf die Weide und begannen mit dem Ausmisten. Es dauerte ein Weilchen aber schon bald waren Ravi und Magic trocken und dann durften auch sie wieder auf ihre Weide, wo sie sich direkt genüsslich im Schnee wälzten. Wir beobachteten sie noch lächelnd, ehe wir in den Stall zurückkehrten. „Ich mag endlich wieder unseren Reitplatz nutzen!“ stöhnte Kathy, welche sich immer von der Halle eingeengt fühlte. Ich konnte sie da zu gut verstehen, doch den meterhohen Schnee auf dem Platz konnten wir nicht wegwünschen, so dass uns nichts anderes blieb, als in die Halle zu wechseln. Doch der Frühling würde bald kommen, da war ich mir sicher!

      Pflegebericht 31.03.2014 - Zu Besuch bei der neuen Nachbarin
      „Davon hast du mir noch gar nichts erzählt!“ meinte ich lachend ins Telefon und bejahte sofort, als Elisa mich zu einem Ausritt einlud. „Ich beeile mich, in einer halben Stunde bin ich bei dir.“ meinte ich fröhlich und legte auf. Es war schön, jemanden mit Pferdeverstand in der Nachbarschaft zu haben, mit dem man nun auch ausreiten konnte. Seit Elisa unsere Nachbarin geworden war, hatte ich viel mehr Möglichkeiten, denn ich konnte es nicht verheimlichen: ihr Hof war einfach ein Traum! Nur zu gern besuchte ich sie mit Altair und nutzte ihren riesigen Springplatz oder die tolle Geländestrecke. Für unser Training war das alles ideal und unsere kleine Ranch bot das einfach nicht. Dennoch wollte ich nicht umziehen, auch wenn Elisa mir das schon öfters angeboten hatte. Den Ritt von zehn Minuten zu ihr rüber, nahm ich gerne in Kauf und er ging auch ganz problemlos, wenn man die geheimen Schleichwege kannte. Ich zog mich flott um und lief dann in den Stall, um das Halfter von Magic zu holen. Inzwischen war es richtig warm und ich rannte schon die ganze Zeit im T-Shirt herum, auch wenn ich deshalb öfters eine Rüge von Mama bekam. Auch die Pferde genossen die Wärme und so standen die Stuten in der Sonne und grasten zufrieden. Als ich kam und rief, hoben sich dennoch die Köpfe und sie kamen mir entgegen geschlendert. Ich halfterte die große Tinkerstute auf und führte Magic von der Weide. Wie ich sah, hatte sie mal wieder versucht, an die allmählich aufgehenden Knopsen der Weidebäume zu gelangen, denn ihre Mähne war vollkommen verfilzt und hier und da fand man kleine Astreste. Ich band sie in der Stallgasse an und holte ihre Putzbox. Magic war bisher die einzige unserer Pferde, welche schon fast mit dem Fellwechsel durch war, dabei hatte sie den dicksten Pelz gehabt. Keine Ahnung, welches Wundermittel Madame gegen das juckende Fell gefunden hatte. Umso schneller war ich bei ihr mit dem Putzen fertig, dafür beanspruchte ihre Mähne aber wieder eine gewisse Zeit und dabei hatte ich doch pünktlich bei Elisa sein wollen! Seufzend ließ ich mir dennoch Zeit, damit ich ihr nicht alle Haare ausriss. Nach einer halben Ewigkeit sah die Mähne auch wieder so schön und fluffig aus wie vorher. Flott verschwand ich in der Sattelkammer und holte ihr Sattelzeug. Als die hübsche Lady dann gesattelt und getrenst war, führte ich sie aus dem Stall und schwang mich geschwind in den Sattel. Im flotten Schritttempo verließen wir die Ranch Richtung Westen, um uns durch das Unterholz zu Elisa zu schlagen. Anfangs war ich immer orientierungslos durch den Wald gepilgert, denn eine direkte Verbindung gab es zwischen unseren beiden Höfen nicht, doch nach einer Weile hatten wir uns einfach einen Weg getrampelt. Der Schnee hatte uns dabei sehr geholfen, denn so fand man immer seine Spur wieder und jetzt im Frühjahr zeichnete sich dieser Weg im Boden ab. Magic kannte den Weg allerdings noch gar nicht, denn bisher war ich immer mit den Ponys hier unterwegs gewesen. Die hatten mit ihrer geringen Größe auch einen großen Vorteil gehabt, denn bei Magic musste ich mich doch ziemlich oft ducken, um keine Äste ins Gesicht zu bekommen. Als der Weg sich dann aber lichtete, konnte ich in den Trab wechseln und so waren wir relativ schnell auf Crown Hills. Dort herrschte wie immer das rege Treiben eines großen Gestütes, an welches ich mich immer noch nicht gewöhnt hatte. Elisa fand ich dafür aber dennoch ganz schnell, denn sie stand an einer der kleineren Weide und grinste von einem Ohr zu anderen. „Gibt es irgendwas zu feiern?“ lachte ich, als ich sie sah. Elisa deutete nur begeistert auf das Reitpony, was aufmerksam in unsere Richtung blickte und sich direkt im Trab und wiehernd auf uns zubewegte, als sie uns sah. „Na nu, wer ist denn die Schönheit?“ meinte ich lächelnd und schwang mich aus dem Sattel. Magic begann direkt ein wenig Gras am Rande des Weges zu rupfen, während ich mich mit Elisa unterhielt. „Das ist Très Jolie, kurz Teddy.“ grinste Elisa und erzählte mir von ihre neuen Stute. Es war eine wunderschöne Palominostute und sie machte ihren Namen alle Ehre, denn sogar mit mir schmuste sie kurz, um mich zu begrüßen. „Wir wärs denn, wenn du sie reitest? Dann können die beiden Palomino-Ladys gemeinsam die kanadischen Wälder unsicher machen.“ meinte ich lachend und Elisa nickte begeistert. Wir begleiteten sie zum Putzplatz, wo ich Magics Sattelgurt lockerte und auf Elisa wartete. Ihre Stute war jedoch sehr sauber und umso schneller war sie fertig und wir schwangen uns gemeinsam wieder in die Sättel. Elisa sagte noch ihrem Stellvertreter Matthew Bescheid, dass sie unterwegs sei und schon konnten wir los. Wie immer hatten wir uns viel zu erzählen, denn auf den Höfen geschah immer allerhand. Am amüsantesten war jedoch Elisas Geschichte von dem Schwarzbären. Schon am ersten Tag hatte ich sie vor den Tieren gewarnt, denn jetzt im Frühjahr wurden die Bären wieder aktiv und natürlich hatte Elisa sofort einen getroffen, nur dass dieser in einem Baum gesessen hatte. Solche Geschichten standen hier in Kanada auf der Tagesordnung und das hatte Elisa auch schnell bemerkt. Mir wurde dabei erst wieder bewusst, wie besonders Kanada und seine Einwohner eigentlich waren, denn in Österreich, während meines Praktikums, war mir eigentlich nie etwas großartiges passiert. So kamen wir auch auf den Ausbildungsbetrieb zu sprechen und begannen direkt zu planen, denn eine Eröffnungsfeier stand eigentlich noch an, doch im Schnee hatten wir nicht feiern wollen. Nun wurde es jedoch wärmer und so wollten wir einen Wanderritt planen, am besten zu Ostern. Außerdem bot Crown Hills ja nun wirklich die Möglichkeit für Turniere, so dass wir ein großes Spektrum bieten konnten. Während wir in unser Gespräch versunken waren, achteten wir kaum noch auf die Umgebung, weshalb wir beinahe aus dem Sattel fielen, als beide Stuten plötzlich auf der Hinterhand Kehrt machten und davon sausten. So schnell es ging, bekamen wir sie aber wieder beruhigt und ritten den Waldweg erneut hinauf, um zu schauen, was die beiden Ladys denn so erschreckt haben könnte. Vor uns erstreckten sich die großen Wiesen des Nationalparks und darauf stand eine kleinere Herde Bisons! Wir mussten beide lachen, denn natürlich kannte Teddy diese großen dunklen Wesen noch nicht. Die Ponystute blähte aufgeregt die Nüstern und ich war der Meinung, wenn ihre Augen noch größer werden würden, würden sie herausfallen. Da Magic die Tiere aber kannte und auch keine Angst zeigte, wurde auch Teddy mutiger und gemeinsam überwanden wir das spontane Hindernis. Die Bisons nahmen uns nicht einmal wahr, sondern grasten friedlich weiter. Wir ritten noch ein wenig den Fluss entlang, wo die Pferde auch trinken durften, ehe wir uns auf den Heimweg machen. Ich lieferte Elisa auf ihrem Gestüt ab und verabschiedete mich dann von ihr. „Bis später!“ meinte ich grinsend und ritt mit Magic nach Hause zur Ranch.

      Pflegebericht 27.04.2014 - Reitstunde auf Crown Hills
      „Los Gwen! Werd' endlich fertig!“ stöhnte meine kleine Schwester genervt und starrte mich über den Frühstückstisch hinweg an. „Jetzt entspanne dich, unsere Stunde fängt erst um zehn an.“ lachte ich und deutete auf die Uhr, die gerade einmal kurz nach halb neun anzeigte. Gemütlich aß ich zu Ende, ehe ich aufstand und hochlief, um meine Reitsachen anzuziehen. Danach lief ich gemeinsam mit Kathy über den Hof zum Stall. Unsere Kaltlblutstute wurde überschwänglich begrüßt und sofort aus ihrer Box geschleift, Kathy konnte es anscheinend gar nicht abwarten. Ich begrüßte Ravi mit wesentlich mehr Ruhe und meine Mixstute kam mir sofort entgegen, um sich aufhalftern zu lassen. Nebeneinander standen die beiden Stuten in der Stallgasse und ich lief in die Sattelkammer, um die Putzbox der Scheckstute zu holen. Kathy war da wesentlich schneller als ich und begann schon damit, Magic gründlich zu bürsten und schick zu machen. Ich schnappte mir als erstes den Federstriegel, um Ravi von den Überresten ihres Winterfells zu befreien. Danach säuberte ich erst mit der Wurzelbürste Fell und Beine, ehe ich mit der Kardätsche noch einmal darüber ging. Danach glänzte Ravi schon richtig schön, so dass ich flott ihre Hufe auskratzte und einfettete. Zum Schluss sprühte ich noch Mähne und Schweif ein, um diese dann ohne Ziepen kämmen zu können. Als wir fertig waren, räumte ich alles zusammen und kehrte die Stallgasse. Nun holte ich ihr Sattelzeug und machte meine Stute fertig. Kathy eilte immer noch umher, war aber nicht wirklich schneller als wir. Ravi nahm gerade das Gebiss ins Maul, als Kathy durch den gesamten Stall ein „Fertig!“ rief. Ich schüttelte nur lächelnd den Kopf und band Ravi los, um mit ihr auf den Hof hinauszugehen. Kathy folgte mir und hüpfte regelrecht in Magics Sattel. Auch ich schwang mich auf Ravis Rücken und gemeinsam machten wir uns auf den Weg zu Elisas Gestüt. Nachdem ich meine Schwester vor einer Woche wieder auf dem Reitplatz hatte reiten lassen, waren mir einige Zweifel gekommen, dass sie so auch nur annähernd auf einem Turnier aufkreuzen konnte. Dementsprechend hatte ich eine Dressurstunde bei Matthew, Elisas zweitbesten Dressurtrainer – der beste war natürlich Elisa selbst – organisiert. Nur leider weigerte sich Kathy, alleine dort hinzugehen, so dass ich mit musste, doch ich war mir sicher, dass das mir und Ravi nicht schaden würde. Es war wichtig, dass ab und an jemand anderes einen auf die Finger schaute und Kritik ansetzte, denn sonst schlichen sich zu schnell Fehler ein. Im gemütlichen Schritt waren wir nach einer Viertelstunde am Reitplatz angekommen, schon schön aufgewärmt. Matthew begrüßte uns fröhlich und stellte sich Kathy vor. Deren Augen begannen bei seinem Anblick sofort zu leuchten und ich verdrehte nur genervt die Augen. „Kleine Mädchen.“ murmelte ich Ravi lächelnd ins Ohr und ritt mit ihr auf den Hufschlag. Matthew machte mit uns viel Schrittarbeit, denn wie sagte er so schön? „Der Schritt ist die Grundlage aller Dressur.“. Ravi machte sehr gut mit, wobei man ihr wieder anmerkte, dass sie ein paar Probleme auf der rechten Hand hatte. Sofort war Matthew zur Stelle und ging mit mir allerhand Dehnübungen durch. Tatsächlich wurde Ravi weicher, blieb dennoch ein wenig verspannt. Ich seufzte leise: „Ich glaube da muss doch mal der Chiropraktiker kommen.“ und Matthew nickte mir zu, meinte aber, dass es sonst wirklich sehr gut aussah. So machte ich mit Ravis Training weiter, ohne groß beeinflusst zu werden, da Matthew sich lieber auf die eigentliche Reitschülerin konzentrierte. Die war Feuer und Flamme, ihrem Reitlehrer sofort alles perfekt vorzuführen, was natürlich nicht immer klappte. Irgendwann wand ich mich ab und ritt mit Ravi einige Standardübungen auf A-Niveau durch. Trotz ihrer 16 Jahre war die hübsche Stute noch nicht gar so weit ausgebildet, obwohl in ihr schon ein gewisses Potenzial schlummerte. Die Verstärkungen in jeder Gangart waren bei ihr so ideal ausgeprägt, genauso wie die fließenden Tempiübergänge. Während Matthew mit dem anderen Paar noch ein wenig arbeitete, ritt ich Ravi nach einem lockeren Leichttrab ab. Während wir über den Platz schlenderten, kam auch Elisa vorbei und musterte die Tinkerstute und deren junge Reiterin. „Aber sie machen sich doch ganz gut.“ meinte sie lächelnd zu mir, als ich mich zu ihr gesellte und Ravi ein wenig am Rand grasen ließ. „Liegt alles nur an Matthew, Kathy ist verknallt.“ grinste ich Elisa an und konnte mir das Lachen nicht verkneifen, als ich ihren Gesichtsausdruck sah. „Keine Sorge! Sie ist doch sowieso viel zu jung.“ prustete ich und versuchte mich wieder zusammen zu reißen. Elisa versuchte zwar, sich nichts anmerken zu lassen, aber so ganz nur pure Freundschaft war da auch nicht zwischen ihr und Matthew. Doch das blieb natürlich alles hinter verschlossenen Türen und die einzige, die überhaupt die Wahrheit wissen würde, wäre ihre geliebte Reitponystute Goldherz. Nachdem auch Kathy ihre Reitstunde beendet hatte, schwang ich mich wieder in den Sattel und verabschiedete mich von Elisa und Matthew. „Bleibt es morgen bei dem Springtraining?“ hakte Elisa noch einmal nach und ich bejahte. Morgen wäre Nayala an der Reihe, sich unter Beweis zu stellen, doch für heute war erst einmal Schluss. Gemeinsam verließen wir Crown Hills und ritten nach Hause und den gesamten Weg schwärmte Kathy von ihrem tollen neuen Reitlehrer. Irgendwann wurde es mir zu anstrengend und ich ließ Ravi antraben und später angaloppieren, um diesem Wasserfall zu entkommen.

      Pflegebericht 31.05.2014 - Trailpony?
      Zugegebenermaßen, diesen Monat war ich wirklich faul. Die meiste Zeit ging ich mit den Pferden spazieren oder ausreiten, weil ich einfach mal eine Pause von der Arbeit brauchte. Auch Magic profitierte von meiner Faulheit, so dass ich auch mit ihr heute eher mehr Spaßübungen als alles andere machen wollte. Heute wollte ich vor allem den neuen Sattel austesten, welchen Eli mir geschickt hatte, denn für Magic gab es nun auch ein Westernoutfit. Die Trense besaß sie schon länger und den Sattel durfte ich für zwei Tage Probereiten. Neugierig marschierte ich in den Stall, schnappte mir das Halfter und holte die hübsche Palominolady von der Weide. Wie immer war ihr Langhaar voller Unrat von der Weide, so dass ich sie erst einmal gründlich putzte. Dabei ging schon einiges an Zeit drauf, doch dann konnte ich sie satteln. Der Westernsattel passte wie angegossen, nachdem Eli die Maße der Stute genommen hatte und ihn speziell für sie angefertigt hatte.
      Glücklich führte ich sie auf den Reitplatz und ließ sie dort stehen, um einige Trailhindernisse aufzubauen. Dazu gehörte ein Stangen-L, generell Trabstangen und Pylonen und ein Viereck gelegt aus Trabstangen. Ich wärmte Magic erst einmal ein Weilchen auf, ehe ich mit Seitengängen und Biegungen begann. Als Magic allmählich bereit war, begann ich mit den einfachen Übungen, wie Anhalten und Rückwärtsrichten, ehe wir überhaupt die Hindernisse einbezogen. Doch dann machten wir einfach, was uns gerade gefiel. Im gemäßigten Trab durchwandten wir den Slalom, ich richtete Magic rückwärts durch das L und ließ sie zur Aktivierung der Hinderhand immer über die Trabstangen laufen. Doch für mehr reichte es heute dann auch nicht. Um Magic noch ein wenig Entspannung zu gönnen, ritt ich eine kleine Runde ins Gelände.
      Dort erwartete uns eine Elchkuh mit zwei Kälbern, welche uns den Weg versperrten, so dass wir uns einen neuen suchen mussten. Elchkühe konnten sehr stur sein, wenn sie ihre Kinder mit dabei hatten, weshalb ich ihnen da lieber aus dem Weg ging. Nach dem gemütlichen Schrittausritt, brachte ich Magic wieder auf ihre Weide und verstaute fürsorglich den neuen Sattel. Danach schrieb ich Eli direkt eine begeisterte Nachricht, wie gut mir der Sattel doch gefiel.

      Pflegebericht 25.06.2014 - Unerwartete Veränderungen?
      Kurz nach acht trafen Kathy und ich in der Küche ein, wo schon ein gedeckter Frühstückstisch auf uns wartete. „Guten Morgen!“ begrüßte Mama uns gut gelaunt und ich warf Kathy nur schon einen verwunderten Blick zu. Mama war zwar oft gut gelaunt, doch mit ihrem Gesumme übertrieb sie es dann doch ein wenig, außerdem gab es Eierkuchen mit Kirschkompott, also war irgendwas im Busch. Auch Kathy war das nicht so ganz geheuer und sie saß stillschweigend am Tisch. „Mama? Könnte es sein, dass du uns was sagen möchtest?“ fragte ich vorsichtig nach und plötzlich verschwand das verschmitzte Grinsen aus ihrem Gesicht. „Nicht, dass ich wüsste. Warum?“ fragte sie ganz unschuldig und da erahnte ich auch schon etwas. „Nein, oder?“ stöhnte ich leise und Kathy fiel es plötzlich auch wie Schuppen von den Augen. Mama schien jemanden kennengelernt zu haben, genauer gesagt einen Mann, denn nur dann war sie so drauf. „Kommt er heute zu Besuch?“ fragte ich unruhig und Mama nickte vorsichtig mit dem Kopf. Kathy und ich starrten uns ungläubig an. „Und wann wolltest du uns das sagen?“ schnappte Kathy nach Luft, die ganz und gar nicht begeistert von einem neuen Mann im Haus war. Es war noch gar nicht so lange her, dass unsere Eltern sich dann doch hatten scheiden lassen, genauer gesagt war es ein halbes Jahr her. Während wir hier in Kanada lebten, war unser Vater weiterhin auf Geschäftsreisen unterwegs und irgendwann hatten sich nicht nur unsere Eltern auseinandergelebt, sondern auch wir Kinder hatten das Interesse an dem Menschen verloren, der nie da war. So konnte ich es Mama nicht übel nehmen, dass sie die Scheidung eingereicht hatte und nun ihr neues Glück suchte. Kathy war davon jedoch gar nicht begeistert und das sah man ihr auch an.
      „Wollen wir heute einen Ausritt machen?“ fragte ich Kathy, um die Situation wenigstens ein wenig zu retten. Kathy reagierte erst gar nicht auf mich, ich musste noch ein zweites Mal fragen, doch dann bejahte sie. Schweigend aßen wir zu Ende und liefen dann in den Stall, wo wir geschwind die Stallarbeit verrichteten, um so schnell wie möglich los zu kommen. Kathy war immer noch sehr leise und ich ließ sie lieber mit ihren Gedanken alleine. Gemeinsam holten wir dann Ravi und Magic von der Weide. „Darf ich heute Ravi reiten?“ fragte Kathy vorsichtig und ich nickte. Noch ein Anzeichen dafür, dass sie definitiv krank war, denn sie ritt eigentlich viel viel lieber ihre Tinkerstute Magic, doch heute wollte sie wohl wirklich lieber das Pferd, auf welches man sich blind setzen und tragen lassen konnte. Gemeinsam machten wir die beiden Stuten fertig und schwangen uns dann auf dem Hof in die Sättel. Im gemütlichen Schritt ritten wir Richtung Wald, durchquerten diesen, um auf unsere geliebten Wiesen zu kommen. Kathy war immer noch still, doch irgendwann konnte sie nicht mehr alles in sich behalten. „Warum?“ fragte sie mich traurig und ihr standen die Tränen in den Augen. „Aber Kathy. Mama will doch auch noch leben, sie ist doch auch erst 38 Jahre alt, da will sie auf jeden Fall noch was erleben.“ meinte ich beruhigend und erklärte auch, dass das mit unserem Vater ja niemanden Schuld war. „Ach, nach ihm trauere ich doch auch gar nicht. Ich fand es nur so gut, wie es wahr!“ seufzt Kathy, doch ich versuche ihr die Vorteile eines Mannes im Haus zu erklären. „Vielleicht reitet er ja selbst? Und hat einen guten Job? Das bringt für uns nur Vorteile! Und vielleicht hat er ja auch einen gutaussehenden 16jährigen Sohn?“ meine ich verschmitzt und galoppiere Magic an, denn sonst würde ich gleich gehauen werden. Kathy ihre Stimmung hat sich wieder wesentlich verbessert und gemeinsam machen wir uns auf dem Heimweg. Dort wartet Mama auch schon auf uns mit einer für Kathy tollen Nachricht: „Er kann heute leider nicht kommen, also auf ein anderes Mal.“ meint Mama lächelnd und krault Ravis Schopf, dabei flüstert sie leise zu Kathy: „Du wirst ihn mögen.“ und aus irgendeinem Grund glaube ich ihr das sofort.

      Pflegebericht 08.07.2014 - Turnier in weiter Ferne
      Heute war für Kathy ein großer Tag, denn wir wollten wieder auf ein Turnier fahren. Da ich mir gestern den Ellenbogen aufgeschlagen hatte, hatte ich meine Teilnahme zurückgezogen. Mitkommen wollte ich aber trotzdem und so saßen wir früh um sechs bereits zu dritt um den Frühstückstisch und besprachen bereits den Ablauf. Kathy würde heute mit Magic bei einem Trail teilnehmen und ich war gespannt, wie sich die beiden schlagen würden, aber ich war doch ganz optimistisch.
      Gemeinsam machten wir uns auf den Weg in den Stall, um Magical Touch fertig zu machen. Gestern Abend hatten wir sie gewaschen und deshalb war sie heute auch noch richtig schön sauber. Der Behang war glänzend weiß, so dass wir sie schön einflechten konnten und schon sah sie noch hübscher aus. Kathy machte ihr gerade die Transportgamaschen um, während ich Ravi kurz überputzte. Zwar würde die Stute heute nicht am Turnier teilnehmen, aber mitkommen sollte sie trotzdem, damit Magic nicht so alleine stand, die beiden fuhren sonst immer zusammen aufs Turnier.
      Mama hatte den Hänger schon fertig gemacht und so musste wir die Pferde nur noch einladen und schon ging es los. Zwei Stunden waren wir unterwegs, denn Turniere in unserer direkten Nähe gab es nicht wirklich, so dass wir doch immer weit fahren musste. Heute war das Wetter aber wenigstens angenehm, so dass die Pferde keine Probleme mit den Temperaturen hatten. Als wir dann da waren, kümmerten Kathy und ich mich um die Pferde, während Mama bereits die Startnummer und die Patterns holte.
      Kurz darauf war Kathy auch schon dran, da sie ganz weit vorne war. Gemeinsam mit Magic meisterte sie das Turnier wirklich gut, nur ein kleiner Fehler unterlief ihnen, als sie zu schnell über die Wippe lief, ohne oben zu warten. Ansonsten lösten sie alles schon sehr gut! Für eine Schleife reichte es leider trotzdem nicht, da beide noch ein wenig zu unkoordiniert wirkten. Aber zum Training war das Turnier wirklich gut gewesen.
      Da in der Nähe ein toller See lag und wir ja auch Ravi mithatten, setzte sich Mama in ein Café und genoss den Nachmittag, während Kathy und ich eine große Runde ausritten. Das neue Gelände war wirklich toll und Kathy hatte danach auch wirklich gute Laune.

      Pflegebericht 21.08.2014 - Morgendlicher Ritt
      Momentan beschäftigte mich vieles und das wurde ich auch in meinen Träumen nicht los. Deshalb schreckte ich heute wieder schweißgebadet auf, nachdem mich wieder meine größten Sorgen und Ängste überrollt hatten.
      Ein Blick auf die Uhr sagte mir, dass es erst kurz nach um fünf war und doch wusste ich, dass ich nicht mehr einschlafen würde.
      Langsam stand ich auf, machte mich im Bad fertig und sprang in meine Reitsachen.
      Als ich das Haus verließ, kroch schon allmählich die Sonne hinter den Baumkronen hervor und lächelte mich an.
      Leider konnte sie dennoch nicht die hereinbrechende herbstliche Kälte vertreiben, so dass ich noch meine Strickjacke überzog, ehe ich den Stall betrat.
      Die Hälfte der Pferde schlief noch, nur Magical Touch knusperte schon an ihrem Heu und blickte mir aufmerksam entgegen.
      Lächelnd begrüßte ich meine Tinkerstute und holte die Putzbox, um sie schnell zu putzen und zu satteln.
      Eine Viertelstunde später standen wir fertig und bereit auf dem Hof und schon konnte es losgehen, wieder einmal unseren wunderbaren Nationalpark erkunden!
      Magic war voller Elan und schritt fleißig voran. Schon nach kurzer Zeit hatten wir unsere Lieblingsstelle am Fluss erreicht und konnten den Sonnenaufgang voll und ganz genießen.
      Ich sprang aus dem Sattel und setzte mich neben die grasende Magic, um einfach einmal auszuspannen. Ich nahm mir direkt vor, mir ausnahmsweise mal gar keine Gedanken zu machen.
      Und das gelang mir sogar einmal, denn Magics Anwesenheit ließ mich entspannen, indem sie selbst einfach eine zufriedene Ruhe ausstrahlte. „Danke.“

      Pflegebericht 10.09.2014 - Schwarzbären, Bisons & Co
      Schon seit heute Morgen wuselte ich über das Gestüt und hatte immer noch allerhand zu tun. Joline half mir bei der Vorbereitung für die Gäste, welche heute Nachmittag bei uns eintrudeln würden, denn es stand wieder eine neue Veranstaltung an, welche ich schon seit längerem plante: Ein dreitägiger Wanderritt durch Kanada.
      Die Anmeldung im Internet hatten wir keine Stunde lang offen lassen können, schon waren Formulare über Formulare eingetrudelt und wir mussten sie direkt wieder schließen. Der Wanderritt war nur für sechs Leute konzipiert, so dass wir lediglich vier der ganzen Mails annehmen konnten.
      Das Ganze war nun schon einige Wochen her und so hatte sich jeder der Teilnehmer individuell auf den Wanderritt vorbereiten können. Sie durften gerne eigene Sachen mitbringen, aber für die Grundausstattung sorgten wir – schon aus dem Grund, dass die Pferde nicht unter zu viel Kram zusammen brechen sollten.
      Während wir hier nun jedoch alles vorbereiteten, war Elisa gar nicht da. Momentan war sie überall unterwegs, nur nicht auf ihrem eigenen Gestüt. Dieses stand momentan unter der Leitung von Matthew, aber dem sollte man eher weniger zu nahe kommen, denn warum auch immer hatte er eine tierisch schlechte Laune.
      Auch Joline hatte die Nase schon wieder gestrichen voll. „Weißt du, ich wollte ihn nur fragen, ob er die Boxen vorbereitet“, schimpfte sie, „aber stattdessen grummelt er mich nur an, steigt auf Capri und haut ab“, kopfschüttelnd bereitete Joline mit mir das letzte Gästezimmer vor, während sie noch lange über Matthews Verhalten echauffierte.

      Die Zeit verging ruckzuck und Mittag war schon lange vorbei. Die Gästezimmer hatten wir nun hinter uns gebracht, dennoch waren wir noch nicht annähernd fertig.
      „Joline? Kannst du dich um das Essen kümmern? Unsere Gäste werden nach der langen Reise sicherlich hungrig sein“, meinte ich zu ihr und verließ dann das Gästehaus. Da Matthew sich nicht für unsere Besucher verantwortlich zu fühlen schien, musste ich mich um die vier Boxen kümmern.
      Während ich noch die Heunetze füllte, hörte ich schon das erste Auto auf den Hof fahren. Es war die bekannte Züchterin Tassila, welche das erste Mal auf unser Gestüt kam.
      Dementsprechend war sie kurzerhand an dem Parkplatz vorbeigefahren. Lächelnd erklärte ich ihr den Weg und lief dem fahrenden Auto hinterher.
      Auf dem Parkplatz begrüßte ich sie erst einmal in aller Ruhe und dann luden wir auch schon ihr Pferd aus. „Das ist Joaquin“, stellte sie mir ihr PRE vor. Der Hengst war ein Perlino und wunderschön.
      „Solche Pferde sieht man nicht oft in Kanada“, lachte ich und kraulte ihm kurz die Stirn, ehe ich Tassila und ihrem Pferd den Weg zu den Stallungen zeigte. Joaquin schien die neue Umgebung keineswegs zu stören, stattdessen blickte er sich neugierig um und war schon auf Erkundungstour unterwegs.
      Der Hengst kam in eine große helle Box mit Paddock und er machte sich direkt an dem frischen Heu zu schaffen. „Ich habe mir gedacht, dass es ganz gut wäre, wenn die Pferde die erste Nacht in eine unserer Boxen verbringen“, erklärte ich Tassila lächelnd und sie nickte mir zustimmend zu.
      Kurz darauf leitete ich sie an Joline weiter, welche ihr das Gästezimmer zeigen würde, denn ich musste zurück zum Parkplatz, um den nächsten Gast zu begrüßen.
      „Hey Maren!“, rief ich erfreut und winkte der Fahrerin schon von weiten zu. Bisher war sie bei allen Veranstaltungen von WHT dabei gewesen und anscheinend änderte sich daran auch so schnell nichts.
      „Na, wen hast du diesmal mit?“, fragte ich neugierig und linste in den Hänger hinein. „Das ist For an Angel, eine junge Vollblutstute“, erklärte Maren mir und lud sie aus. Sie war ein wunderschönes braunes Tier mit einigen Spots und einfach ein wahrer Hingucker!
      „Ein hübsches Pferd“, meinte ich und Maren lachte mir zu. „Und ein richtiges Arbeitstier! Manchmal habe ich Angst, dass sie sich selbst übernimmt, deshalb wollen wir auch bei dem Wanderritt mitmachen“, seufzte Maren und tätschelte der Stute den Hals.
      Auch jetzt war die Stute schon wieder voller Elan und wuselte erst einmal durch ihre Box, ehe sie sich entspannte und anfing, die neue Gegend zu erkunden. Maren zeigte ich direkt ihr Zimmer, wo schon ihre Zimmergenossin Tassila ihre Sachen auspackte.
      „Unten im Speisesaal gibt es dann erst einmal etwas zu Essen und danach geht es an die Besprechungen“, klärte ich die beiden auf und ließ sie dann kurzerhand alleine.
      Zwischendurch traf ich Joline, welche auch ständig unterwegs war und alles vorbereitete – dort noch Handtücher hinbrachte und bereits den Tisch deckte. „Mache dir nicht so viel Stress!“, meinte ich lachend und lief zurück zum Parkplatz.
      Dort kam auch schon Zairina eingetrudelt. „Na auf dich habe ich ja gewartet!“, grinste ich und umarmte meine gute Freundin herzlich. „Wie ich hörte, ist Elisa gar nicht zugegen?“, fragte sie ironisch und lachte. Ich schüttelte nur grinsend den Kopf und lud mit ihr gemeinsam ihre Stute aus.
      Scylla brachten wir dann direkt in ihre Box, welche neben der von Angel lag, so dass die beiden nicht alleine waren. Scylla war ganz ruhig und entspannt und schien keinen Stress an sich heran zu lassen.
      Ich brachte Zai in ihr Zimmer. „Wundert euch nicht, ihr verbringt die Nacht zu dritt in einem Zimmer, aber es ist nur eine Nacht und unser vierter Mitreiter ist eben ein Kerl und ehe jemand alleine schlafen muss“, mehr schien ich nicht sagen zu müssen und die Mädels grinsten mich nur an.
      Auf den genannten Kerl durften wir dann auch noch ziemlich lange warten. Die drei anderen Mitreiterinnen saßen bereits im Saal und aßen, als der letzte Wagen endlich auf den Hof fuhr.
      Sarah hatte mich schon vorgewarnt, dass ihr Freund Cayden momentan etwas launisch sein könnte. Seit dem Ritt durch Schottland hatten die beiden sich ziemlich zerstritten und Cayden schien momentan einiges an Abstand zu gebrauchen, so dass er nach Kanada gereist war.
      Aber Cayden war tatsächlich ein richtiger Stinkstiefel. „Na du wirst dich ja prima mit Matthew verstehen“, murmelte ich zu mir selbst, nachdem Cayden mich nicht einmal wirklich begrüßt hatte, sondern nur sein Pferd auslud.
      „Wo soll sie hin?“, fragte er unruhig und ich zeigte ihn den Weg zu Willows Box. Die schwarze Stute orientierte sich erst einmal ein Weilchen und schließlich sprach Cayden doch noch ein Wörtchen mit mir.
      „Willow ist auf der rechten Seite so gut wie blind“, erklärte mir Cayden und ich blickte ihn stirnrunzelnd an. Mit so einem Pferd wollte er bei einem Wanderritt mitmachen? „Na ja, ganz so schlimm ist es nicht. Sie scheint noch Licht und Schatten zu erkennen und da sie vom Gemüt her einfach wunderbar ist, kommt sie sehr gut zurecht“, beruhigte er mich und ich nickte zu.
      „Also keine Pferde auf der rechten Seite?“, fragte ich noch einmal nach und Cayden nickte. Na ja, so wirklich zum Reden würde er auf dem Ritt eh nicht zu gebrauchen sein, da war es nicht so wild, wenn Willow alleine lief, ohne jemanden an ihrer Seite.

      Im Essenssaal wurde Cayden von den anderen herzlich begrüßt, doch selbst grummelte er nur ein leises „Hallo“, ehe er sich zum Essen mit Abstand zu den anderen niederließ.
      Auch Joline und ich aßen noch etwas, ehe wir mit den Besprechungen beginnen wollten. Es war noch allerhand zu klären, ehe wir uns Morgen auf den Wanderritt begeben konnten und das sollte auch jeden unserer Mitreiter erreichen.
      „So, dann fangen wir mal ganz allgemein an“, meinte ich lächelnd, nachdem ich aufgestanden war. „Morgen früh begeben wir uns dann auf unseren Wanderritt, aber vorher muss noch einiges geklärt werden. Zuerst wird Joline euch über die einzuhaltenden Regeln belehren“, sagte ich und gab das Wort an Joline ab.
      In den Belehrungen ging es vor allem darum, die Gruppe nie ohne Erlaubnis zu verlassen, stets auf uns Führer zu hören und kein Risiko einzugehen. Des weiteren gab es noch einmal einige Formulare, welche ausgefüllt und unterschrieben werden mussten, damit wir keine Probleme mit plötzlich aufmüpfigen Teilnehmern bekamen.
      „Nun habe ich hier für euch noch eine Karte, auf welcher der Standpunkt von CHS und unsere Trailroute eingezeichnet ist. Auf der Rückseite findet ihr auch eine kurze Erläuterung unseres Ritts“, erklärte ich und gab die Karte aus. „Außerdem bekommt ihr noch einen Zeitplan, damit ihr in etwa wisst, wann es losgeht“
      Es dauerte noch lange, ehe wir mit allem fertig waren und dann war es draußen bereits dunkel. Unsere Gäste verschwanden in ihre Zimmer, während wir noch den nächtlichen Rundgang durch die Stallungen machten.
      Danach gingen auch wir früh zu Bett, um Morgen ausgeschlafen zu sein, denn mit einem Wanderritt war nicht zu spaßen.

      Früh um sechs machte ich alle Gäste munter. Während ich bei den Mädels grinsend ein „Guten Morgen!“, hinein rief, beließ ich es an Caydens Zimmertür beim Anklopfen.
      Julien stand in der Küche und kümmerte sich um das Frühstück, während Joline und ich geschwind die Tische deckten. Heute gab es ein typisches Bauernfrühstück à la Rührei, Bratkartoffeln und was alles dazu gehörte.
      Wir hatten dieses deftige Mahl gewählt, da der erste Teil des Ritts anstrengend werden würde und vorher gab es nicht noch einmal etwas zum schnabulieren. Allerdings beklagte sich auch keiner der Gäste – im Gegenteil, sie schlugen richtig zu!
      Schon eine halbe Stunde später waren wir im Stall unterwegs. Die Pferde hatte Matthew schon heute früh versorgt, so dass wir sie nun putzen und satteln konnten. Ich hatte gestern schon meine Tinkerstute Magic mit hierher gebracht, denn sie würde mich auf dem Wanderritt begleiten.
      Nachdem alle Pferde gesattelt am Putzplatz standen, teilten wir die Ausrüstung aus. Jeder bekam große kompakte Satteltaschen und dann eine Liste, worauf alle wichtigen Sachen zum abhaken standen.
      Diese teilten wir nacheinander aus und fragten zum Schluss noch einmal alles ab. „So – noch einmal gut zuhören und sich sofort melden, wenn etwas fällt!“, zog ich die Aufmerksamkeit auf mich. „Wasserflasche. Taschenlampe. Feuerzeug. Lederfett. Zinksalbe. Reparaturset. Seile. Ersatzhalfter. Regencape. Zeltplane. Schlafsack. Isomatte. Ersatzkleidung. Wanderreithalfter unter Zäumung.“, aufmerksam blickte ich mich um. Alle nickten mir zu und so konnten wir uns nun endgültig auf den Weg machen.
      Wir führten die Pferde aus dem Stall und schwangen uns in die Sättel. „Joline und ich reiten voraus. Ihr könnt euch dahinter eingliedern wie ihr möchtet“, erklärte ich lächelnd und trieb Magic an, welche direkt fleißig vorwärts lief.
      Joline ritt ihre Stute Filly neben mich und befestigte gerade das GPS-Gerät an ihrem Sattel. „Alles klar, jetzt kann nichts mehr schiefgehen“, grinste sie mich an und ich konnte nur zurückgrinsen – ich war so gespannt wie der Ritt werden würde!

      Das erste Stück zum Moon Lake legten wir in recht kurzer Zeit zurück, da sowohl Pferde als auch Reiter ausgeruht und motiviert waren. Dennoch legte ich allen stets nahe, dass sie ihre Kräfte sparen sollten.
      „Heute steht für uns noch ein anstrengender Aufstieg an. Dort werdet ihr viel Kraft brauchen“, erklärte ich den Reitern ernst, denn wenn wir hinauf zu Strathclair reiten würden, würde das Gelände sich schnell von riesigen Wiesen in einen steinigen Bergaufstieg wandeln.
      Den Moon Lake erreichten wir nach einer Dreiviertelstunde. Dort machten wir auch kurz Halt und beobachteten eine Elchkuh mit Kalb, welche den Morgen am See verbrachten und ausgiebig tranken.
      Für Joline und mich wurde solch ein Anblick allmählich zur Gewohnheit, doch für die anderen war ein Elch in echt vollkommen neu.
      „Gott, sind die riesig!“, stöhnte Zai und bat darum, den Tieren nicht unbedingt zu nahe zu kommen. Ich grinste sie an. „Ach, da werden wir noch viel furchterregenderes entdecken“, lachte ich ihr zu und Zai starrte mich nur mit großen Augen an.
      Das erste Stück unseres Trails führte uns mitten durch die unberührte Wildnis des Nationalparks. Wir ritten direkt vom Moon Lake hinüber zum Vermillion River und auf diesem Stückchen gingen wir mit unserem Kräften sehr sparsam um. Den größten Teil brachten wir im Schritt und Trab hinter uns, nur manchmal galoppierten wir auch.
      Während wir uns durch die Pampa kämpften, entdeckten wir auch allerhand Tiere. Zuerst stießen wir auf die Bisonherde des Nationalparks. „Sie wurden hier extra angesiedelt und ziehen das gesamte Jahr über durch den Park“, erklärte ich den Reitern, welche staunend die riesigen zotteligen Tiere betrachteten.
      Während die Pferde große Augen machten, beachteten uns die Bisons gar nicht. Sie waren neugierige Wanderer und Reiter gewöhnt, es schien ihnen sogar Spaß zu machen, eine besondere Attraktion zu sein.
      Wir ritten weiter und hatten mit einigen zugewachsenen Pfaden zu tun.
      „Igitt!“, quietschte Maren erschrocken und alle drehten sich direkt um. Maren war vollkommen in Spinnenweben gehüllt, denn ihre Stute hatte spontan entschieden, sich durch eine vermeintliche Lücke zwischen zwei Büschen kämpfen zu müssen, allerdings war das die Heimat einer großen Kreuzspinne gewesen und dementsprechend groß und dicht war auch das Netz.
      Tassila drehte ihren Hengst lachend um und half Maren dabei, sich aus dem Netzgewirr zu befreien. Maren sorgte bei allen für einen lauten Lacher – bei fast allen. Cayden ritt ganz hinten und wirkte ziemlich abwesend. Seufzend wechselte ich kurz einen Blick mit Joline, ehe wir das Tempo wieder aufnahmen und uns weiter durch die Wildnis kämpften.
      „Ab jetzt müsst ihr alle ordentlich hintereinander reiten! Denn manche Stellen hier sind wie eine Art Sumpf, also gut aufpassen!“, rief Joline nach hinten und wartete bis alle ihr zunickten.
      Joline ritt vorne weg und der Rest folgte ihr. Erst Zai, Maren, Tassila und zum Schluss ritt Cayden. Nach ihm hielt ich öfters Ausschau, denn Willow war halbblind und falls etwas von der Seite kommen sollte, wusste niemand, wie die Stute reagieren würde. Aus dem Grunde ritt ich auch als Schlusslicht der Gruppe und überwachte das Ganze.

      Fast drei Stunden ritten wir durch die Pampa, ehe sich die Vegetation allmählich lichtete und die Bergkette am Horizont immer näher kam. Plötzlich merkten die Reiter auch, dass der Aufstieg höher werden würde als gedacht.
      „Die werden ja immer größer!“, lachte Tassila unruhig und blickte zur Bergspitze hinauf. Niemand erwartete so eine Bergkette mitten in einem Nationalpark, doch Kanada hatte allerhand zu bieten.
      Eine halbe Stunde später waren wir auch endlich am Fuß des Aufstiegs angelangt. Wir erklärten den Teilnehmern, wie sie ihren Pferden den Aufstieg erleichtern konnten und dann ging es auch schon los.
      Joline ließ ich wieder vorne reiten, während ich mich als Katzenauge an das Ende der Gruppe setzte und mit Magic als letzte den Aufstieg bewältigte.
      Der Weg war sehr verschlungen, aber so ging der steile Hang viel besser von Statten. Wir benötigten dennoch beinahe eine Stunde, ehe wir endlich oben ankamen. Zwischenzeitlich hatte sich Angel geweigert, weiter zu gehen, als ihr der Aufstieg zu anstrengend wurde.
      Doch Maren hatte nicht lange gebraucht, um ihre Stute zu überzeugen, dass es nicht so unendlich war wie es schien und dann waren wir endlich oben. Dort machten wir auch eine ausgiebige Pause am Vermillion River. Die Pferde wurden abgesattelt und durften erst einmal ausgiebig trinken und im Wasser plantschen, ehe sie grasen durften.
      Wir setzten uns neben sie und packten selber unser Mittagessen aus, denn auch uns knurrte der Magen! Die drei Mädels unterhielten sich angeregt, während sich Cayden wieder mit Willow etwas abseits gesetzt hatte. Doch wir ließen ihn in Ruhe, denn die schien er jetzt am meisten zu brauchen.
      Lange hielt die Pause aber nicht an, denn daran sollten sich weder Zwei- noch Vierbeiner gewöhnen. „Aufsatteln!“, kündigte Joline unseren Weiterritt an und auch wir machten unsere Pferde fertig. Filly und Magic waren nicht annähernd kaputt, allerdings gingen sie auch regelmäßig Wander- und Distanzritte mit.
      Dieses Glück hatte auch Willow, welche aktiv auf Distanz trainiert wurde. Scylla schien den Ritt auch ganz gut zu verkraften. Bei Joaquin und Angel sah man jedoch schon, dass sie so etwas kaum gewöhnt waren.
      Durch das relativ ruhige Tempo hielten alle Pferde aber sehr gut aus und die frische Bergluft brachte wieder Leben in die müden Glieder. 15 Kilometer würden wir dem Trail „Strathclair“ folgen, also hatten wir noch allerhand vor uns.
      Doch die Aussicht ließ alle den langen Ritt vergessen. Von hier oben konnte man beinahe über den gesamten Nationalpark blicken und wir entdeckten so viele neue Tiere!
      Die Steinböcke hüpften mit einer unglaublichen Leichtigkeit die Hänge hinauf und herab, auch die Murmeltiere zeigten sich in unserer Gegenwart und von Weiten konnten wir auch die Silhouette eines Luchses entdecken, der jedoch wieder sehr schnell verschwand.
      „Irgendwie sehen kanadische Luchse anders aus, als unsere europäischen“, meinte Tassila stirnrunzelnd und ich nickte ihr zu. „Oh ja, vom Körperbau sind sie auch anders. Sie haben viel längere Glieder, sind aber trotzdem wesentlich kleiner als sie eurasischen Luchse. Und sie haben natürlich viel dickeres Fell“, erklärte ich lachend und Tassila nickte begeistert.
      Wir waren lange zwischen den schroffen Bergwänden unterwegs, welche sich stetig mit einigen Bergwiesen abwechselten und auch die Überreste einiger Gletscher bekamen wir zu sehen, ehe der Abstieg allmählich in Sicht kam.
      Erneut erklärten wir, was die Reiter zu beachten hatten und dass sie ihre Pferde möglichst selbst entscheiden lassen sollten, wie sie den Abstieg bewältigten. So kamen wir auch alle unbeschadet am Fuß des Berges an und standen direkt im Wald.
      „Hier gibt es echt jede Vegetation!“, staunte Maren und schaute sich um, denn rund herum standen nun große Laub- und Nadelbäume. Einige färbten sich inzwischen schon bunt, denn der Herbst hielt allmählich Einzug in Kanada.
      Wir ritten noch einige Zeit durch den Wald und Joline erzählte einiges über die Entstehung des Riding Mountain Nationalparks, aber auch einiges über die Flora und Fauna. Ich war ab und an einige interessante Hinweise ein und so brachten wir auch dieses Stück des Rittes hinter uns.
      Bisher waren alle noch bester Laune, auch wenn die Müdigkeit ab und an schon einzusetzen drohte. Dann weckten wir Pferd und Reiter mit einem flotten Trab auf und schon ging es munter weiter.
      Wir erreichten den Minnedose River, wo die Pferde kurz pausieren und trinken durften. Alle wateten auch kurz in den Fluss hinein, außer Scylla und wie wir schnell erfuhren, war die hübsche Stute wasserscheu.
      „Das sollte sie schnell ablegen, denn am Clear Lake müssen wir durch das Wasser“, meinte Joline lachend.
      Den Rest des Rittes schafften wir dann schneller als gedacht. Durch einen kleinen Umweg gelangten wir noch an den Long Lake, ehe wir uns auf den Weg zu unserem Nachtlager machten. Die Reiter waren begeistert von der herrlichen Landschaft und den ganzen Seen. Tiere konnte man eigentlich überall sehen, wenn man nur aufmerksam die Umgebung beobachtete. Für die Pferde war der Ritt natürlich auch eine vollkommen neue Erfahrung und jeder schien auf seine eigene Art damit umzugehen.
      Es war kurz vor sechs Uhr abends, als wir endlich unseren Rastplatz am Lake Audy erreichten. Inzwischen dämmerte es schon langsam und alle fielen müde aus ihren Sätteln. Dennoch waren alle bereit, noch einmal die Kräfte zu sammeln. Erst wurden die Pferde versorgt – abgesattelt und gefüttert.
      Am Lake Audy gab es den Luxus von kleinen Paddocks für die vierbeinigen Freunde von uns Reitern. So mussten wir uns keine Gedanken um Willow machen, welche laut Cayden zu gerne Knoten löste. Stattdessen bekam jedes Pferd seinen eigenen kleinen Corral und so konnten wir beruhigt gehen.
      Nachdem die Pferde gründlich versorgt waren und bereits dösten, machten wir uns an den Aufbau der Zelte. Dabei teilten sich immer zwei Leute ein Zelt. Zai und Tassila zogen gemeinsam in eins, Maren und Joline packten sich eins und ich teilte mir eines mit Cayden.
      „Und wehe ich höre dich einmal meckern“, meinte ich warnend, grinste ihn aber an und warf ihm drei Heringe zu. Inzwischen schien er wieder etwas lockerer zu werden und lächelte zaghaft zurück.
      Als unsere Unterkünfte standen, machten wir uns an das kleine Lagerfeuer, um welches wir dann den restlichen Abend verbrachten und unser Abendbrot aufwärmen konnten.
      Während wir Frauen schon unsere Dosensuppe schlürften, sprang Cayden am Ufer des Sees herum und keiner von uns wusste, was er da trieb. Erst als er eine Viertelstunde später zurückkehrte und uns stolz angrinsten, wussten wir, was er gemacht hatte.
      „Tada! Eine Forelle und was für ein Prachtstück!“, meinte er stolz, schlug den quirligen Fisch kurz auf das Genick und machte sich sein Abendbrot fertig. Wir konnten ihn dabei nur grinsend beobachten.
      Während des Abends am Lagerfeuer wurde der vorher sehr ruhige Cayden wieder etwas gesprächiger und erzählte uns allerhand Geschichten aus Schottland. Ebenso taute Tassila immer mehr auf und begann von ihrem Zuhause zu erzählen, was natürlich alle brennend interessierte, da sie noch einmal aus einer vollkommen anderen Ecke der Erde kam.
      Doch auch an diesem Abend gingen wir früh zu Bett, denn Morgen würde es wieder in aller Frühe losgehen und Morgen stand auch ein ganz besonderes Event an.

      Am nächsten Morgen klagten alle über steife Glieder, doch als sie aus den Zelten kletterten und den Sonnenaufgang über dem See entdeckten, waren alle Schmerzen vergessen. „Unglaublich!“, meinte Zai nur, welche sich allmählich in die kanadische Landschaft zu verlieben schien.
      Joline und ich beobachteten alle nur grinsend und dann machten wir uns fertig. Für die meisten war es ungewohnt, mitten in der Wildnis Zähne zu putzen und sich am See zu waschen, doch auch daran gewöhnte man sich schnell.
      Dann gab es für Pferde und Reiter ein ausgiebiges Frühstück, ehe die Zelte abgebaut und die Pferde gesattelt wurden. Schon saßen wir wieder alle auf unseren Vierbeinern und waren bereit zum Abmarsch.
      „Den ersten Teil der Strecke geht es wieder durch dichten Wald. Danach folgt ein etwas freieres Gelände, ehe wir auch schon am Clear Lake ankommen“, erklärte Joline den Reitern, wendete dann Filly und ritt voran.
      Der Rest folgte ihr still, alle waren noch recht müde und so gingen wir den zweiten Tag auch etwas ruhiger an. Im Wald war es noch recht kühl, so dass bald jeder seine wärmere Jacke angezogen hatte.
      Das eigentlich kurze Stück zum Clear Lake zog sich wegen des Geländes ins Unendliche. Wir mussten steinige Hänge erklimmen und wieder hinabsteigen und uns durch unwegsames Gelände kämpfen, doch dann wurden wir erneut belohnt.
      Wir kamen auf eine Anhöhe von welcher wir über den gigantischen Clear Lake blicken konnten. „Und diesen Fluss umreiten wir“, meinte ich lachend und zog die Linie des Weges nach, welchen wir vor uns hatten.
      Ungläubige Blicke trafen mich, doch dann packte alle die Motivation. Da das Gelände wieder viel angenehmer war, konnten wir auch traben und galoppieren und so kamen wir schnell zu unserem Ziel: dem Wasagamack-Indianerreservat.
      Damit hatte wohl kaum einer gerechnet und alle waren fasziniert, als sich vor uns tatsächlich Tipis aufbauten und Indianer umherliefen. Von dem Häuptling wurden wir herzlich in Empfang genommen und kurzerhand wurden unsere vierbeinigen Freunde versorgt und auf Paddocks untergebracht.
      Natürlich war vieles nur Show für Touristen wie uns, denn heutzutage lebten auch die Ojibway-Indianer in normalen Häusern und trugen normale Kleidung, dennoch blieb sie am meisten mit der Natur verbunden und das merkte man dem Reservat auch deutlich an.
      Wir blieben zum Mittagessen und wurden mit einem feierlichen Indianertanz begrüßt. Danach saßen wir alle um einen großen Kessel herum, aus welchem ein köstlicher Duft herausstieg.
      Die lange Pause genossen alle sichtlich und nebenbei erfuhren wir noch viel über die Geschichte der kanadischen Indianer. Sie lebten schon lange in diesem Teil von Manitoba bis sie 1937 vertrieben wurden.
      Erst als das Wasagamack-Indianerreservat gegründet wurde, kehrten die Ojibway-Indianer zurück. Sie hatten ihre eigene Bräuche und einige durften wir heute sogar kennenlernen. Auch wenn die Ojibway lieber für sich waren, fanden sie es dennoch schön, dass auch andere Menschen sich für ihr Volk interessierten.

      Es war bereits Nachmittag, als wir wieder die Pferde sattelten und uns auf den Weg machten. Wir würden noch einen Teil des Clear Lakes umrunden, um dann an einem eingezeichneten Platz unser Nachtlager aufzuschlagen.
      Durch das Indianerreservat hatten wir einiges an Zeit eingebüßt, weshalb Joline und ich den heutigen Ritt kürzer als die anderen Tage geplant hatte und das auch zu recht.
      Den Clear Lake zu umreiten war gar nicht so einfach, denn manche Stellen waren überflutet oder gar nicht mehr passierbar. Doch wir kamen für unsere Verhältnisse recht schnell vorwärts bis wir zur großen Überquerung kamen.
      Der Clear Lake und der South Lake waren miteinander verbunden und genau an dieser Stelle mussten wir rüber. Joline ritt mit Filly voran, welche fleißig durch das Wasser stapfte.
      Cayden folgte ihr mit Willow ohne Probleme und auch Maren bekam ihre Stute schnell dazu, durch das Wasser zu gehen. Für Joaquin war auch diese Überquerung ein Kinderspiel und Tassila war sichtlich stolz auf ihre Andalusierhengst.
      Nur Scylla weigerte sich unentwegt, auch nur einen Schritt in das kühle Nass zu machen, bisher hatte sie alle anderen Gewässer auch erfolgreich umgehen können. Ich war eiskalt und ritt mit Magic hinüber und hinsichtlich der Tatsache, dass nun alle ihre Pferdefreunde auf der anderen Seite des Wassers waren, setzte Scylla zum Sprung an – keine Ahnung, was sie sich dabei dachte! - und plantschte direkt in die tiefste Stelle des Wassers.
      Zai und sie wurden pitschnass und Scylla schwamm todesmutig zum anderen Ufer. Wir anderen mussten uns ein Grinsen verkneifen, denn während unsere Pferde durch die flachen Stellen gewatet waren, hatte sich Scylla den nassen Weg gewählt.
      Wir legten eine kurze Pause ein, damit Zai sich trockene Sachen anziehen konnte und machten uns dann auf den weiteren Weg. Bis zum Campingplatz war es noch ein Stück und wir waren noch gut zwei Stunden unterwegs.
      Diesmal kamen wir etwas eher am Nachtlager an und hatten mehr Zeit, welche wir aber auch brauchten. Hier gab es nicht den Luxus von Corrals, also mussten Seile gespannt werden.
      Zuerst eines, an denen die Pferde befestigt wurden. Willow wurde mittels zwei Stricke befestigt und damit sie auch nicht abhauen konnte, falls sie sich doch lösen sollte, bauten wir aus den restlichen Seilen eine Art Paddock um die Pferde rundherum.
      Als das geschafft war, wurden wieder die Zelte aufgebaut und alle Sachen sicher verstaut. „Und packe dein Essen schön weg, nicht das die Grizzly-Bären kommen“, ärgerte ich Zai grinsend und machte mich daran das Lagerfeuer aufzubauen.
      Heute fing Cayden für uns alle einen Fisch, wir versuchten es alle, aber außer Tassila hatte sonst niemand Glück, einen der flinken Fische zu fangen. Das ausnehmen der Fische überließen wir zudem Cayden, denn darauf hatte keiner von uns wirklich Lust.
      Dennoch schmeckte es wirklich köstlich und als Extra gab es noch Brot dazu und so konnte man es sich mitten in der Wildnis doch richtig gut gehen lassen!

      Den letzten Abend hatten wir länger als sonst am Lagerfeuer verbracht, denn das Eis war dann endgültig gebrochen und so kamen wir alle aus dem erzählen nicht mehr heraus.
      Umso mühsamer war dann jedoch das Aufstehen am nächsten Morgen, doch länger schlafen konnten wir uns bei der langen Strecke die noch vor uns lag nicht leisten. Also weckte Joline uns alle streng auf und wir machten uns fertig.
      Morgens kurz nach sechs aus dem Zelt in die nebelige Kälte Kanadas zu steigen, war wirklich nichts für Warmduscher und sich dann noch mit eiskalten Wasser zu waschen – brrr, ich glaube das war für uns alle eine ganz neue Erfahrung.
      An diesem Morgen merkte man, das der Herbst nun endgültig Einzug gehalten hatte. Die Pferde hatten die Nacht auch aneinander gekuschelt verbracht, warteten aber schon gierig auf ihr Frühstück.
      „So, nun ist auch unser Gepäck leichter, wo das gesamte Essen und Futter weg ist“, meinte Maren grinsend und verschnallte gerade ihre Taschen wieder auf dem Pferderücken.
      Die Zelte hatten wir schnell abgebaut und wir saßen auch schnell und vor allem warm eingepackt wieder auf den Pferden. „Bereit zum Abmarsch!“, lachte Cayden und streckte die Faust in den Himmel.
      Die letzten Tage schienen ihm wirklich gut getan zu haben und ich hoffte sehr, dass sich auch in Schottland alles wieder einrenken würde. Doch nun stand noch ein langer Ritt vor uns!
      Unser erstes Ziel waren die Grey Owl's Cabin, welche wir gegen Mittag erreichen würden. Dort wartete eine warme Mahlzeit auf uns und wir konnten uns auch kurz aufwärmen.
      Dennoch war der Weg dorthin weit. Wir mussten noch den restlichen Clear Lake umreiten und dann ging es wieder ein langes Stück durch die Wildnis Kanadas. Dabei entdeckten wir tatsächlich noch einen Grizzly-Bären! Auch wenn nur von weit weit weg, für Zai war furchteinflößend genug, um uns direkt zum weiterreiten zu drängen.
      Oft trafen wir hier unten nun die Wapitihirsche, welche besonders in den Tälern lebten. Doch vor uns stand nun schon der nächste Aufstieg an, denn die Grey Owl's Cabin lagen oben auf der Spitze des Bergs.
      Erneut mussten Pferd und Reiter alle Kräfte sammeln, um auch diesen Berg zu erklimmen. Dafür erwartete uns oben dann eine genug tuende Pause!
      Die Pferde wurden abgesattelt und durften auf kleineren Corrals grasen, während wir Reiter von einer netten älteren Lady bekocht wurden und nun gab es endlich wieder etwas ordentliches warmes zu Essen! Und das würden wir auch brauchen, denn bis zum Hof zurück war es noch ein langes weites Stück.
      Nach der ausgiebigen Pause ging es dann aber auch schon direkt weiter und wir hatten mit dem Abstieg zu kämpfen. Der eigentliche Weg war durch umgefallene Bäume versperrt, also mussten wir uns durch die verwucherten Pfade nach unten kämpfen, das war für alle eine Herausforderung.
      Umso erleichterter waren wir, endlich wieder ebenen Boden unter den Hufen zu haben. Unser nächstes Ziel war der Grayling Lake und hierzu mussten wir ein langes Stück reiten.
      Irgendwann kamen wir auf einen breiten Weg. „Das ist unsere Straße“, erklärte Joline und alle starrten sie ungläubig an. „Aber das ist doch nur ein breiter Trampelpfad?“, fragte Maren ungläubig und schaute sich um.
      Für uns waren diese Straße normal, immerhin sollte durch einen Nationalpark auch nicht zwingend etwas geteert werden, doch für Außenstehende schien das unglaublich zu sein.
      Auf unserem Heimweg begegneten wir noch drei Seen, an welchen wir jeweils eine kurze Pause machten, denn der lange Heimweg forderte die Nerven von jedem. Zuerst kamen wir an den Grayling Lake, danach folgte der Bead Lake, ehe der Tanner Lake folgte. Die Abkühlungen taten allen gut und so ließ sich der lange Weg doch noch erträglich gestalten.
      Unsere Mitreiter unterdrückten ein „Wann sind wir endlich da?“, und versuchten einfach entspannt weiterzureiten und die Landschaft zu genießen. Joline und ich wussten jedoch, dass wir bald da sein würden und forderten die Gruppe zu einem Galopp auf.
      So kamen wir schneller voran und irgendwann sah man von weitem auch schon den Moon Lake. Plötzlich wurde allen bewusst, dass sich der Ritt dem Ende zuneigte und plötzlich wollte keiner mehr nerven, wann wir denn endlich zu Hause ankommen würden.
      Stattdessen wurde die Gruppe ruhiger und jeder ging noch einmal in sich, genoss wirklich die Natur und das Zusammensein mit seinem Pferd. Als wir dann am Moon Lake ankamen, dämmerte es bereits und die Sonne ging allmählich unter.
      Als wir plötzlich vor den Toren Crown Hills standen, hielten wir an und blickten noch einmal zurück. Hinter uns ging die Sonne gerade unter und tauchte alles in ein rötlich-goldenes Licht.
      Still ritten wir auf den Hof und versorgten die Pferde, welche die kommende Nacht wieder in kuschelig warmen Boxen verbringen durften. Wir kümmerten uns um unsere Ausrüstung und als wir mit allem fertig waren, schnappte ich mir meine Teilnehmer und führte sie hinter in den Garten.
      Dort hatte Matthew ein herrlich großes Lagerfeuer aufgebaut und gemeinsam mit Julien hatte er sich um das Essen gekümmert. Es gab ein herrlich hergerichtetes Barbeque und wir stürzten uns wie verhungerte Wölfe darauf.
      Heute würden wir nicht früh zu Bett gehen müssen, heute konnten wir so lange um das Lagerfeuer herum sitzen und reden, bis es wieder hell wurde.
      Auch Matthew gesellte sich zu uns und unterhielt sich vor allem mit Cayden. „Na da haben sich ja zwei gefunden“, meinte ich grinsend zu Joline, welche mir zustimmend zunickte, die beiden sturen Esel passten perfekt zueinander.
      Auch die morgigen Abfahrtspläne waren im Gespräch und alle wollten erst einmal ordentlich ausschlafen und frühstücken, ehe sie sich auf den Heimweg machen wollten. Es war kaum zu glauben, dass die letzten drei Tage sich so schnell dem Ende zugeneigt hatten und wir hier schon an unserem letzten Abend zusammensaßen.
      Auch die anderen konnten es kaum glauben und wollten sich nur schwer von Kanada trennen. Keinem fiel es leicht, daran denken zu müssen, morgen schon wieder nach Hause zu fahren.
      Cayden überlegte sogar noch, ein wenig länger bei uns zu bleiben, anscheinend wollte er noch einiges mit Matthew unternehmen, nachdem die beiden sich nun so prächtig verstanden.
      Plötzlich waren beide wieder voller Tatendrang und planten unendlich viele Sachen, obwohl sie vor drei Tagen noch beide in Grummelstimmung gewesen waren. Aber das verstanden wir eh nicht, es waren eben Männer und die bleiben eben ein wahres Rätsel.

      Pflegebericht 06.10.2014 - Verirrt
      Gähnend blickte ich aus dem Fenster und sprang dann voller Vorfreude aus dem Bett. Draußen schien die Sonne und die Vögel zwitscherten, ein perfekter Tag zum Ausreiten! Geschwind sammelte ich meine Kleidungsstücke zusammen und verschwand dann im Bad.
      Frisch geduscht und angezogen huschte ich dann die Treppe hinunter in die Küche, wo bereits Mama ein herrliches Frühstück vorbereitete, während Kathy recht verschlafen am Tisch saß. „Heute ist Samstag, ein bisschen mehr Motivation!“, lachte ich und klopfte auf den Tisch. Dann lief ich hinaus in den Stall und erledigte die anstehenden Arbeiten. Die eine Hälfte der Boxen mistete ich, für die andere war Kathy zuständig.
      Als wir dann mit der Stallarbeit fertig waren, gingen wir zurück in die Küche, wo ein köstliches Frühstück auf uns wartete. Ich war schneller fertig als Kathy und machte mich bereits daran, unser Picknick für den heutigen Ausritt vorzubereiten. Ich machte für jeden von uns beiden zwei Sandwichs und holte dann eilig den Rucksack aus dem Wohnzimmer.
      Ich packte die Brote ein, dazu etwas Obst, eine große Tüte Chips und zwei Flaschen Wasser. Danach ging es für uns direkt wieder zurück in den Stall. Während Kathy sich noch umzog, holte ich schon Ravi und Magic von der Weide. Wir begannen die Stuten gründlich zu putzen und danach zu satteln. Ich kontrollierte noch einmal, ob wir alles hatten und dann konnte es auch schon losgehen!
      Kathy und ich hatten heute einen langen Erkundungsritt geplant und wollten neuen Wege und Orte entdecken – zwischendurch auch ein kleines Picknick einlegen. Im gemütlichen Schritt ritten wir durch den bunten Wald und ich war plötzlich froh, meine wärmere Jacke angezogen zu haben, denn der Wind war doch sehr frisch. Auch Kathy fröstelte ein wenig.
      Kurze Zeit später kamen wir an unsere Lieblingslichtung, wo wir kurz eine Herde junger Hirsche beobachten konnten, welche sich an der Quelle erfrischten. Wir rührten uns nicht von der Stelle und gaben keinen Mucks von uns, dennoch witterten die Wildtiere uns und verschwanden im Wald.
      Wir überquerten die Lichtung und schlugen einen bisher unbekannten Trampelpfad ein. Damit wir zurückfanden, knickte ich einen Ast an der Abzweigung ab. Wir ritten im flotten Trab durch den Wald und folgten dem sich schlängelnden Weg. Es dauerte nicht lange, bis wir erneut auf eine Lichtung kamen.
      Dort beschlossen wir, unser Picknick einzunehmen. Die Pferde banden wir an einem stabilen Baum an und ließen sie grasen, während wir unseren Hunger stillten, immerhin waren wir schon gute zwei Stunden unterwegs! Nachdem wir alle ausgeruht waren, ging es weiter und wir erkundeten den Wildpfad immer weiter.
      „Oh je, ich glaube wir haben uns verritten!“, stöhnte ich unsicher, als wir gerade umgekehrt waren, da es langsam spät wurde. Auch Kathy blickte sich unsicher um. Wir mussten bei unserem Wettrennen vergessen haben, die Markierungen fortzuführen und schienen nun falsch abgebogen zu sein.
      Lange irrten wir durch den Wald und es dämmerte bereits. Gerade als ich schon die Hoffnung aufgegeben hatte, trafen wir wieder auf einen größeren Waldweg, welchem wir im flotten Tempo folgten und schon bald sahen wir die hellen Lichter unserer Ranch.
      Müde und frierend kamen wir wieder an, versorgten schnell die Pferde und huschten dann zu Mama zum Abendbrot. Für uns beide gab es jedoch erst einmal eine heiße Schokolade zum Aufwärmen, nachdem wir so lange im Wald umhergeirrt waren.
    • sadasha
      Verjährte Pflege
      Pflegebericht 22.11.2014 - Hallo Bisons
      „Los Kathy, beeil dich! Wir haben heute noch viel vor!“, meinte ich ungeduldig. Während ich schon meine Stiefel anzog, saß meine kleine Schwester immer noch am Frühstückstisch. „Hm…“, grummelte diese nur und schien heute so gar nicht motiviert zu sein. Ich verließ kopfschüttelnd das Haus und machte mich auf den Weg zum Stall, um dort allen Pferden ihr Frühstück zu bringen. Manchmal hatte ich große Sorge, dass Kathy irgendwann doch das Interesse an den Pferden verlor und dann würde ich alleine da stehen und alleine würde ich das neben dem Studium und der Arbeit nicht schaffen… Irgendwann kam Kathy in den Stall, so dass wir fix alle Pferde auf die Weiden bringen konnten und uns dann den Boxen widmeten. „Was steht denn heute so besonderes an?“, fragte Kathy neugierig und ich hielt inne. Hatte ich ihr das nicht schon gesagt? Oder hatte ich das tatsächlich ausnahmsweise mal vergessen? „Ähm, die Haflingerbande kommt heute nach Hause!“, erklärte ich und plötzlich bekamen Kathys Augen einen besonderen Glanz. Sie liebte unsere jungen Haflinger, doch die hatten den Sommer in einer Jungpferdeherde auf den großen Weiden in den Bergen verbringen dürfen. Für den Winter wollte ich sie nun jedoch lieber wieder herholen, denn wenn es in Kanada einmal richtig zu schneien begann, kam man schnell für 2-3 Wochen gar nicht mehr vom Fleck. „Holen wir sie oder werden sie gebracht?“, fragte Kathy neugierig, während sie die letzte Box einstreute. „Soviel ich weiß sollen sie gebracht werden, ich hoffe es bleibt dabei, denn sonst müssten wir mit unserem kleinen Hänger zweimal fahren.“, Kathy hüpfte aufgeregt auf der Stelle und räumte mit mir gemeinsam noch den Stall auf und kehrte. „Kurz nach Mittag soll der Trailer kommen, da haben wir noch etwas Zeit! Aber heute Nachmittag kommt noch der Tierarzt, um sich Minou anzuschauen, also sollten wir nicht trödeln!“, lachte ich und Kathy nickte. „Machen wir einen Ausritt mit Ravi und Magic?“, bat sie mich und ich ließ mich dazu gerne erweichen. Wir holten die beiden Stuten von der Weide und putzten sie gründlich. „Puh, haben die ein Winterfell!“, murmelte ich, während ich versuchte, mich durch Ravis Dreckkruste zu kämpfen. Als die beiden dann aber sauber waren, waren sie weich wie Teddybären. Fix sattelten wir die Stuten und machten uns dann direkt auf den Weg. „Durch den Wald?“, fragte Kathy und ich nickte. Kurz darauf ließ sie ihre Tinkerstute antreten, während Ravi und ich ihr folgten. Es war ein herrlicher Herbsttag! Der Himmel war endlich wieder strahlend blau und die Sonne schien. Auch die Vögel zwitscherten fröhlich, als wir durch den Wald ritten. Nur die Bäume waren inzwischen schon kahl und das Laub am Boden färbte sich langsam braun. Ich erahnte schon, dass es bald schneien würde und dabei war davor noch so viel zu tun! „Wer als erster auf der Anhöhe ist!“, riss Kathy mich mit ihren Worten aus den Gedanken. Ich grinste sie an und trieb Ravi zum Galopp an. Wir hatten keine wirkliche Chance gegen die großen Schritte von Magic, aber Ravi war viel trittsicherer und so konnten wir die steinige Abkürzung nehmen. „Erste!“, rief ich grinsend und hielt Ravi an. Kurz darauf stand auch Magic neben uns. „Hey! Das war unfair!“, meinte Kathy lachend und schüttelte den Kopf. „Whoah! Sieh mal wie nah die Bisons schon sind!“, meinte sie begeistert und ich richtete meinen Blick gen Horizont. Die Bisons kamen vor dem Winter immer aus den Bergen zurück in die Täler und inzwischen waren sie unserm Tal schon sehr nah. Ich mochte es, sie im Winter zu beobachten, außerdem schützte es auch unsere Ranch vor den hungrigen wilden Tieren, wenn sich eine gigantische Bisonherde fast vor unserer Haustür rumtrieb, denn mit der legte sich eher ungern ein Wolf oder Bär an. Wir beobachteten sie noch eine Weile, bis ich auf die Uhr schaute. „Verdammt! Wir müssen zurück!“, meinte ich erschrocken, wendete Ravi und trieb sie in den Trab. Unsere Stuten waren sehr ausdauernd und so war es kein Problem, dass sie bis nach Hause im Trab blieben. Als wir ankamen, fuhr gerade der große Trailer auf den Hof. Mama kam zum Glück gerade aus dem Haus und empfing den Fahrer. Kathy und ich sattelten schnell die Stuten ab und stellten diese erst einmal in ihre Boxen, da sie doch recht verschwitzt waren. Schnell rieben wir sie mit Stroh schon einmal etwas trocken, ehe wir nach draußen huschten. „Vielen Dank!“, meinte Mama gerade zu dem Fahrer und gab ihm die unterschriebenen Papiere zurück. Gemeinsam luden wir die vier Haflinger aus. Die Jährlinge wirkten ganz aufgeregt und tänzelten schon unruhig im Trailer hin und her. Kathy nahm sich ihren Liebling, die kleine Little Lioness. Mama gab ich unsere Stute Nimué und ich nahm mir die beiden Hengstjährlinge Andvari und Nachtschwärme. Wir brachten die vier zusammen auf eine der großen Weiden gegenüber des Stalls, wo sie sich erst einmal wieder eingewöhnen und austoben durften. „Sie haben sich toll gemacht!“, meinte Mama zufrieden und ich konnte ihr nur zustimmen. Der Sommer in den Bergen hatte den vier Jungpferden wirklich gut getan. Sie sahen kräftig und gesund aus, hatten klare Augen und waren neugieriger denn je. Kathy begann direkt wieder zu schwärmen, denn sie liebte unsere Kleinen. Ich musste mich zusammenreißen, denn ich wusste, dass nicht alle bleiben würden. Nachtschwärmer würde ich in diesem Winter ausbilden, damit ich ihn nächstes Frühjahr dann als braven Zweijährigen verkaufen konnte. Vielleicht würde er auch noch an der einen oder anderen Fohlenschau teilnehmen, denn das würde seine Chancen auf einen guten Verkauf noch steigern. Lio wollte ich theoretisch auch wieder verkaufen, aber ich hatte die Kleine doch sehr ins Herz geschlossen… Andvari würde bleiben und Mo mit hoher Wahrscheinlichkeit auch, immerhin waren die beiden schon ewig hier! „Komm, wir holen ein paar Möhren für die Kleinen!“, meinte ich zu Kathy und wir huschten gemeinsam in die Futterkammer. Als wir wiederkamen und kurz pfiffen, kamen die Haflinger sofort angetrabt und ließen sich von uns verwöhnen. „Wir haben eine richtige Haflingerbande!“, meinte Kathy lachend und schmuste mit den kleinen Blondinen. „Ravi und Magic wollen wieder auf die Weide!“, ermahnte ich Kathy grinsend und diese riss sich schweren Herzens von den Haflingern los. Wir putzten die Stuten ordentlich, welche inzwischen doch recht trocken waren und brachten sie zurück auf die Weide. Von dort nahm ich mir wiederum direkt Minou mit, denn mit ihr wollte ich noch etwas machen, bevor der Tierarzt kam. Erst einmal putzte ich die hübsche Stute gründlich und machte sie schick. Nächstes Jahr wäre sie dann offiziell vier Jahre alt und ich war mir sicher, dass wir dann allmählich mit dem Reiten beginnen konnten. Diesen Winter wollte ich sie schon ein wenig darauf vorbereiten und sie alles kennenlernen lassen, damit es dann auch keine Probleme gab. Heute begnügten wir uns mit einem Spaziergang bei diesem herrlichen Wetter und das schien meine Dreijährige auch sichtlich zu genießen! Entspannt trottete sie neben mir her und beobachtete ihre Umgebung. Minou war schon jetzt einfach nur gelassen und immer entspannt, obwohl sie noch gar nicht so viel von der Welt gesehen hatte. „Wenn du irgendwann genug Kondition hast, machen wir bei den Distanzritten auf der ganzen Welt mit!“, prophezeite ich ihr lächelnd und strich ihr sanft über den Hals. Minou schaute mich zustimmend an und brummelte zufrieden.

      Pflegebericht 07.12.2014 - Morgendliches Longentraining
      Gähnend drehte ich mich um und schaute aus dem Fenster. „Kein Schnee!“, murmelte ich bestürzt und stand allmählich auf. Jeden Morgen hoffte ich, dass es draußen endlich weiß werden würde, aber irgendwie ließ der Winter dieses Mal auf sich warten! Ich schlüpfte in meine Stallsachen und eilte ins Bad, um noch vor Kathy fertig zu sein, denn die brauchte selbst sonntags immer Ewigkeiten! Dann ging ich in die Küche, auf dem Küchentisch stand unser Adventskranz und ich zündete die erste und die zweite Kerze lächelnd an. Ich liebte die Weihnachtszeit! Heute wollten wir nach Dauphin auf den Weihnachtsmarkt fahren, dann konnte ich endlich noch die restlichen Weihnachtsgeschenke besorgen. Doch vorher waren die Pferde an der Reihe, die immerhin alle bewegt werden wollten. Ich schmierte mir schnell ein Marmeladenbort, stopfte es in mich hinein und machte mich auf den Weg in den Stall, um die morgendlichen Arbeiten zu erledigen. Als dann alle Pferde frühstückten, betrat ich die Box von Magic und kraulte die Tinkerstute ein wenig, dann schnappte ich mir den Striegel und begann in kreisenden Bewegungen ihr dickes Winterfell zu bearbeiten. Magic hatte mal wieder im Liegen geschlafen und so sah sie jetzt auch, von oben bis unten voller Stroh. Grinsend schüttelte ich den Kopf und verlas dann Mähne und Schweif, um zumindest ein wenig des Stroh daraus zu holen. Nach einer halben Stunde sah Magic dann auch wieder ganz ansehnlich aus. Ich ging in die Sattelkammer um Kappzaum und Longe der Stute zu holen und sie für die heutige Arbeit fertig zu machen. Magic war hochmotiviert und folgte mir aufmerksam in die Halle. Den Platz mied ich zur frühen Stunde nun, da der Boden gerne fest fror. Bisher hatten wir noch Sand, aber ich versuchte Mama seit einem halben Jahr zu überreden, den Reitplatz zu erneuern und aus Sand lieber Teppichschnipsel zu machen, die waren einfach viel praktischer! Gemeinsam mit Magic lief ich einige Runden durch die Halle, so dass wir beide allmählich warm wurden, ehe die Arbeit begann. Heute stand nur ein lockeres Konditionstraining auf dem Programm. Also viele Übergänge, ein wenig Stangenarbeit und auch mal das Wechseln vom kleinen Zirkel auf die große Bahn. Magic arbeitete motiviert mit und so konnte ich das Training nach einer halben Stunde mit einem guten Ereignis beenden. Lächelnd führte ich Magic ein wenig trocken, ehe ich sie mit Abschwitzdecke in die Box stellte, wo sie noch ein wenig vor sich hin trocknen durfte, ehe es auf die Weide ging.

      Pflegebericht 27.01.2015 - Wellnessprogramm
      Mehr oder weniger gewollt war unsere Tinkerstute Magic in letzter Zeit vermehrt auf Turnieren unterwegs gewesen. Große Erfolge hatte sie dabei vor allem in der Dressur absahnen können und das trotz der großen Konkurrenz. Dementsprechend war ich der Meinung, dass der Stute ein komplett freier Tag sicherlich einmal gut tun würde. Da Magic diese "Belastungen" auch nicht gewöhnt war, wollte ich ihr etwas Gutes tun. Nach der Stallarbeit ließ ich nur Magic im Stall und band sie in der Stallgasse an. Erst einmal putzte ich sie äußerst gründlich: kämmte den Behang, verlas Mähne und Schweif und säuberte ihr Gesicht vorsichtig mit einem Schwamm. Als Magic dann glänzte wie eh und je, begann ich mit leichten Massageübungen, die ich auf Heartland gelernt hatte. Magic entspannte sich sofort und ließ leicht den Kopf hängen. Nach weiteren Minuten schloss sie sogar die Augen. "Das würdest du jeden Tag haben wollen, Hm?", murmelte ich leise und begann mit den Dehnübungen. An manchen Stellen war Magic tatsächlich verspannt, auch wenn ich unser Training und den Tagesablauf immer so ausrichtete, dass Stresssituationen vollständig gemieden worden, aber das klappte eben auch nicht immer. Als ich mit dem ersten Durchgang fertig war, bereitete ich Magic ein wenig Mash vor und füllte einige Kräuter und Öle mit hinzu. Magic schien sehr begeistert über ihr zweites Frühstück sein und mampfte es zufrieden in sich hinein. Währenddessen massierte ich sie ein zweites Mal, aber dieses Mal kräftiger. Außerdem schaute ich, ob ich noch irgendwo Schmerzpunkte finden konnte. Nachdem alles in Ordnung war, kraulte ich Magic noch ein bisschen und entließ die Stute dann auf die Weide.

      Pflegebericht 28.02.2015 - Unsere Heldin des Tages: Gwen!
      „Wie macht sich Filly im Training?“ war das Erste, was ich an diesem Tag von Elisa hörte, als ich sie im Stalltrakt der Stuten antraf, während ich vor der Box von Audio Delite at Low Fidelity verweilte und mir dort ein wenig die Zeit vertrieb. Mir war die bunte Mix-Stute viel zu sehr ans Herz gewachsen, und auch, wenn es mir irgendwie einen Stich ins Herz versetzte, dass sie mir nicht gehörte, war ich froh darüber, dass Elisa sie mir überließ und ich mit ihr so gut wie alles machen könnte. Manchmal vermisste ich es schon, ein eigenes Pferd zu haben, hatte ich es doch auf der alten Ranch meiner Familie nicht anders gekannt. Dennoch hatte ich nach dem Tod meines Wallachs Catatomic, als ich 17 Jahre alt gewesen war, kein eigenes Pferd mehr gehabt. Zu groß war die Angst, ich würde ihn in irgendeiner Art und Weise ersetzen wollen oder gar vergessen.
      „Ganz gut“, erwiderte ich dann endlich, als ich bemerkte, dass Elisa noch immer neben mir stand. „Wir fangen langsam an, aber theoretisch könnte ich in absehbarer Zeit damit beginnen, sie auf LK4 zu trainieren, wenn das gewünscht ist?“, fügte ich fragend hinzu und als Fillys Besitzerin nickte, spiegelte ich ihre Bewegungen und nickte ebenfalls.
      „Alles klar, dann wäre das ja geklärt. Was willst du jetzt machen?“
      „Ich wollte mit Filly zu Gwen reiten und sie auf einen Ausritt mitnehmen, wenn du nichts vorhast, was uns da in die Quere kommen könnte?“, grinste ich dann und Elisa schüttelte lachend den Kopf, wünschte uns noch viel Spaß und verschwand dann in der Box von Romantica, um nach ihr und ihrem Fohlen zu sehen, das neulich erst ausgebüxt war.
      Nachdem ich aufgestanden war und das bunte Pferd vor mir eine Weile dabei beobachtet hatte, wie sie gelangweilt auf einigen Heuhalmen herumkaute, wischte ich mir den Dreck von der Hose, schnappte mir Fillys Halfter, das ich mir zuvor über die Schulter gehangen hatte und öffnete die Boxentür, um den Sabino aufzuhalftern.
      Mit dem Putzen und Aufsatteln konnte ich mir heute besonders viel Zeit lassen, da ich bereits früh im Stall gewesen war und es momentan erst halb elf sein sollte. Gegen zwölf Uhr wollte ich bei Gwen sein, dank des Trampelpfads, der die beiden Höfe verband, brauchten wir nicht sonderlich lange und kamen sogar noch vor der vereinbarten Zeit an.
      Gwen kämpfte dennoch bereits mit dem Sattelgurt von Magical Touch, der anscheinend einfach nicht so wollte wie sie und ich lachte sie schon aus der Entfernung aus, als ich das Spektakel beobachten konnte. Im Lope bewegten wir uns auf das Paar zu und kamen beinahe direkt neben ihnen zum Stehen. Noch immer schmunzelnd begrüßte ich Gwen und deutete auf den Sattel. „Brauchst du Hilfe?“, fragte ich, doch unsere Nachbarin winkte nur ab: „Das muss ich alleine schaffen!“
      Irgendwann war die Heldentat vollbracht und Magical Touchs Sattelgurt war zugezogen, wenn auch auf beiden Seiten im ersten Loch. Dennoch stolzierte Gwen nun selbstsicher und heldenhaft zum Kopf des Pferdes, um die Trense aufzuziehen.
      „Die Gute könnte mehr Bewegung gebrauchen, meinst du nicht?“, grinste ich und musste schon fast leise kichern, weil die Tinkerdame in diesem Moment mit dem Kopf schüttelte, als wolle sie dagegen protestieren. Filly, die Magic etwas skeptisch beobachtete, näherte sie ihr dennoch nach einer Weile an und beschnupperte das helle Pferd. Schon kurz darauf ertönte ein lautes Quieken seitens Filly, was dazu führte, das beide Stuten ihren Kopf in die Luft warfen und die langen Mähnen nur so flogen.
      „Wollen wir dann?“, fragte Gwen irgendwann, als sie im Westernsattel saß und sich geordnet hatte. Man merkte, dass sie eher Wert auf den englischen Reitstil legte, da sie erst einige Zeit lang hin und her rutschte und sich wohl an die Umstellung gewöhnen musste, doch solange sie überhaupt erst damit klarkam, würde ich ihr da auch nicht auf die Füße treten.
      Während wir also im Schritt von der Ranch ritten und die Weiden betrachteten, fiel mir eine witzig gepunktete Gestalt auf, die ich noch gar nicht kannte. „Wer ist das denn da?“, hakte ich neugierig nach und deutete auf das scheinbar noch sehr junge Pferd, das wohl noch als Jährling durchgehen könnte. Das Gesicht, welches zur Hälfte weiß und zur anderen Hälfte hellbraun war, betrachtete uns aufmerksam und folgte uns mit wachsamem Blick.
      „Der Knabstrupper? Das ist Sinfonie, die haben wir erst seit Ende Januar. Total niedlich, findest du nicht? Ist erst anderthalb Jahre alt und dementsprechend sind größtenteils kurze Spaziergänge drin, aber sie ist jetzt schon ein totaler Liebling auf dem Gestüt.“
      „Oh, da kenne ich ja das perfekte Gegenstück!“, grinste ich über beide Ohren und schenkte Gwen einen vielsagenden Blick, während wir weiter durch die verschneite Landschaft ritten.
      „Pinero?“, erwiderte Gwen und verdrehte die Augen nur, als sie den Junghengst, den Elisa ihr „geschenkt“ hatte, erwähnte und ich musste kurz auflachen. „Nein, Sambuca! Ist bestimmt ein cooler Anblick, wenn man mit den beiden gemeinsam durch eine Stadt reitet oder so.“
      Kopfschüttelnd nickte Magics Reiterin nur und stimmte mir zögernd zu. „Bis dahin dauert es aber noch eine Weile, Sinfonie ist schließlich noch nicht einmal zwei Jahre alt!“
      „Jaja“, antwortete ich und schmunzelte, „wir haben ja Zeit.“
      Nach dem doch ziemlich langen Ausritt waren wir vier völlig kaputt und erleichtert, als wir endlich wieder die heimische Gegend erblickten und Gwen auf ihrer Ranch absetzten. Wir verabschiedeten uns noch voneinander, ehe ich mich im Trab mit Filly auf den Weg nach Hause machte. Es war inzwischen schon fünfzehn Uhr und ich hoffte nur, es würde noch Zeit für einen weiteren Ritt mit Unbroken oder einen Proberitt mit Capulet, unserem neuen Hengst, bleiben. Als ich allerdings auf dem Gestüt angekommen war und Filly versorgt hatte, fiel ich todmüde auf das Sofa im Wohnzimmer und schlief ein, noch bevor ich einen weiteren Gedanken an die anderen Pferde verschwenden konnte.

      Pflegebericht 21.03.2015 - Amber ist da!
      Aufgeregt schlug ich die Augen auf und als ich mich erinnerte, welcher Tag heute war, war ich sofort hellwach! Seit einer Woche war Amber wieder zu Hause bei ihrer Familie und die kommenden drei Tage wollte sie bei mir verbringen und übernachten. Ich hatte schon einen Packen Filme rausgesucht und war bereits einkaufen gewesen, es war also genug Knabberzeug da, um die nächsten drei Wochen zu überleben. Aber vorher wollte ich Amber aufs Pferd entführen. Ehe sie nach Sydney gefahren war, hatte sie mir versprochen, mal mit mir auszureiten und wann war ein besserer Zeitpunkt dazu als jetzt zum Frühlingsbeginn? Ich duschte geschwind, zog mich an und huschte dann hinunter in die Küche zum Frühstück. Bevor Amber kam, mussten erst die Pferde versorgt und auf die Weide gebracht werden. Dann musste ich auch noch die Stallarbeit schaffen und dann konnte meine beste Freundin kommen!
      Tatsächlich war es recht knapp, aber als Amber endlich ankam, war ich mit allem Pferd und hatte schon alles vorbereitet. Fröhlich fiel ich Amber um den Hals, begrüßte sie herzlich und weihte sie direkt in meinen Plan ein. Zu meiner Verwunderung schien sie nichts dagegen einzuwenden zu haben. Ich lieh ihr eine meiner Reithose und Reitstiefel inklusive Helm, so dass auch sie komplett ausgerüstet war. Dann holten wir Ravi und Magical Touch von der Weide in den Stall. Amber würde Ravi reiten dürfen, auf der Lebensversicherung würde ihr definitiv nichts passieren. Gemeinsam putzten wir die Pferde und hatten uns schon da sehr viel zu erzählen. Dann half ich Amber beim Satteln, wobei sie das erstaunlicherweise ziemlich gut konnte. Dann saßen wir ein paar Minuten später beide im Sattel und ritten gemütlich los in Richtung Fluss. Endlich konnte ich Amber den Nationalpark in seiner vollen Pracht zeigen!
      Und Amber war tatsächlich beeindruckt von den gewaltigen Wiesen, dem reißenden Fluss und sogar die Bisonherde entdeckten wir, wenn auch etwas weiter entfernt. „Bald werden sie wieder hinauf in die Berge ziehen, aber bis Mai werden sie noch hier unten verweilen“, meinte ich lächelnd und musterte glücklich die Bisons, irgendwie gehörten sie einfach zu meinem Leben, ja fast schon zur Familie. Dann erzählte ich Amber alles, was bisher passiert war und was ich vorhatte, wie das Studium verlief und vieles mehr. Gleiches kam aber auch von ihr zurück und auch sie hatte wirklich viel zu erzählen! Sydney schien eine tolle Stadt zu sein und Amber kam kaum aus dem schwärmen heraus. „Ich besuch dich mal!“, meinte ich grinsend und wir schlugen daraufhin ein. Doch dann entschieden wir uns, erst einmal umzukehren, denn zu Hause wartete ein Mittagessen auf uns was gekocht werden wollte! Und vorher hieß es ja noch Pferde versorgen und duschen, also auf auf!

      Pflegebericht 19.04.2015 - Frühlingswetter!
      „Woah!“, jauchzte Kathy aufgeregt als sie die Küche betrat. „Schaut mal aus dem Fenster! Das Wetter ist so mega!“, schwärmte sie direkt und ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen, denn ich brauchte nur noch im Kopf bis drei zählen und schon kam die Frage „Reiten wir aus?“. Bei gutem Wetter war Kathy dafür immer zu haben und ich sagte da nicht nein, es war schön, mal wieder was mit ihr zu unternehmen und nicht immer alleine ausreiten zu müssen. Auf Dauer wurde das auch einfach nur übelst langweilig.
      So huschten wir nach dem Frühstück direkt hinaus in den Stall, fütterten die Pferde, brachten sie auf die Weide und widmeten uns erst einmal der Stallarbeit. Zu zweit war man damit auch wesentlich schneller fertig und schon eine Stunde später konnten wir uns Minnie Maus und Magical Touch von der Weide holen. Gemeinsam putzten wir die beiden Stuten, sattelten sie und dann ging es auch schon los. Das Wetter war herrlich, die Sonne schien und der Himmel war strahlend blau. Es war sogar richtig warm, der hammer!
      Da ich mir in der Zeit bei Occulta einen bösen Sonnenbrand geholt hatte, cremte ich mich nun immer ein, ehe ich beinahe den gesamten Tag in der Sonne verbrachte und seitdem wurde ich sogar richtig braun! Zu Hause in Deutschland war ich immer ein weißer Käse geblieben, aber hier in Kanada war das anders und es fühlte sich richtig gut an.
      Gemeinsam ritten wir zufrieden nebeneinander her und kamen mal wieder dazu, die üblichen Schwesternthemen zu besprechen. Unter anderem auch der Muttertag, der ja schon bald wieder anstand und für den wir immer noch kein Geschenk hatten, yay! Eine Idee beziehungsweise mehrere hatte ich aber schon und letztendlich würden wir schon was finden.
      Gemeinsam ritten wir über die weiten Wiesen des Nationalparks. Inzwischen wuchs das Gras richtig schnell und war saftig grün, so unterließ Magic zumindest nicht den Versuch, doch den einen oder anderen Halm zu stibitzen. Das hieß auch, dass die große Bisonherde schon bald wieder zu uns hinunter kommen würde, um die saftigen Weiden zu plündern, während die kleineren Pflanzenfresser sich allmählich in die hohen Berge verzogen, um dort den Sommer zu verbringen.
      Ich fand diesen Wechsel immer absolut faszinierend und es war schön, dass man jedes Mal etwas zu sehen bekam, wenn man ausritt. Innerlich plante ich bereits den Wanderritt für Mai, der sogar zwei Übernachtungen außerhalb beinhalten sollte und sicherlich äußerst spannend werden würde!
      Leider hatte ich nur noch gar keine Ahnung, wen ich reiten würde. Vielleicht Wish? Immerhin war er in der Distanz auch bewandert. Aber für heute schaltete ich dann doch einfach nur ab und ließ Minnie Maus durch den Bach auf die andere Seite stampfen, während Magic uns zufrieden folgte.

      Pflegebericht 10.05.2015 - Muttertag
      Pünktlich um sieben klingelte mein Wecker. Sonntagmorgen.
      Begeistert war ich davon nicht und hundemüde war ich außerdem, allerdings konnte ich mich nicht wieder ins Bett fallen lassen und friedlich bis um neun weiterschlummern, sondern musste aufstehen, mich anziehen und in die Küche. Das dachte ich noch, ehe ich schon wieder einschlief.
      Leider war mein Wecker mir einen Schritt voraus (oder mein Ich von gestern), denn fünf Minuten später klingelte es erneut und da ich wusste, dass dieser 5-Minuten-Takt die nächste halbe Stunde anhalten würde, stieg ich mühsam aus dem Bett und huschte ins Bad.
      Nachdem ich fertig war, verließ ich das Zimmer und weckte Kathy, die genauso genervt dreinschaute wie ich. Dann huschte ich herunter in die Küche, setzte den Kaffee auf und schob die Brötchen in den Backofen. Zehn Minuten später war auch Kathy anwesend und wir bereiteten Mama ein herrliches Muttertagsfrühstück vor mit all ihren Lieblingsessen (die man zum Frühstück aß). Leider mussten wir so früh aufstehen, weil Mama Frühaufsteherin war. Leider, oder zum Glück, hatte sie das keiner ihrer Töchter vererbt, so dass wir immer zu tun hatten, sie einmal zu überraschen.
      Aber heute geling uns das! Und Mama freute sich riesig über das Frühstück, die Blumen & Pralinen und das Wellnesspaket. Aber wir hatten noch viel mehr vor. Nach dem Frühstück beschäftigte Kathy unsere Mutter, während ich in den Stall hinaus huschte und die Pferde fütterte und dann die drei Stuten putzte und sattelte. Für Mama hatte ich Arriba vorgesehen, sie würde sie sicher durchs Gelände tragen. Kathy ritt wie immer Magical Touch, die Tinkerstute war inzwischen fast wie ihr eigenes Pferd und ich nahm mir Minnie Maus.
      Als alle drei Pferde fertig waren schrieb ich Kathy eine SMS und schon schleifte die Mama aus dem Haus. Die war total überrascht von unserer Idee und während sie sich noch wand, kontrollierte ich ein letztes Mal alle Satteltaschen, ehe es auch schon losging.
      Mama konnte reiten und das sogar gut, aber wie das nun einmal bei Müttern war die einmal stürzten, wollten sie das Risiko am liebsten komplett meiden. Ab und an bekamen wir sie trotzdem aufs Pferd und heute bei dem herrlichen Wetter bereute sie es definitiv nicht. Zudem war Arriba wirklich herzenslieb und schritt brav zwischen Magic und Minnie daher. Wir waren fast zwei Stunden unterwegs, aber das lohnte sich! Denn dann waren wir endlich da.
      Vor uns erstreckte sich die große Lichtung und man hörte das Rauschen des kleinen Wasserfalls. Wir ritten auf die Lichtung, stiegen ab und sattelten die Pferde ab. Die Stuten ließen wir grasen, während Kathy und ich eine Decke ausbreiteten, denn jetzt hieß es picknicken! Ich hatte gestern extra Nudelsalat gemacht, es gab aber auch Obst und Kuchen, für jeden war etwas dabei! Und so genossen wir den herrlichen Muttertag. Kathy überraschte Mama dann auch noch mit dem heutigen Kinoabend in einen ihrer Lieblingsfilme und damit war der Tag perfekt!

      Pflegebericht 22.06.2015 - Alles beim Alten
      „Ich hasse dieses Wetter, es ist zu waaaarm!“, nörgelte ich gleich, als ich am Morgen aus dem Haus und auf den Hof trat, um dann gleichzeitig einfach die Jacke auszuziehen, die ich mir vorhin noch übergezogen hatte. Dass ich diesen Schritt nur wenige Minuten später wieder bereuen würde, hätte ich da noch nicht erwartet.
      Stattdessen suchte ich mit den Augen die Weide nach meiner Sabino Stute ab, um Audio Delite at Low Fidelity mal wieder etwas zu beschäftigen. Die Gute hatte ich in der letzten Zeit eher den andren überlassen, jetzt wollte ich aber mal wieder selbst Zeit mit ihr verbringen.

      Das letzte Wochenende hatte ich in Deutschland verbracht. Es war schön gewesen, mal wieder Zeit mit der Familie verbringen zu können, so hatten wir das Wochenende vor einer ganzen Weile schon geplant und die Vorfreude darauf, mit ihnen einige Tage in Köln verbringen zu können, wuchs immer mehr, je näher die Zeit kam.
      So legte ich gerade den schweren Westernsattel auf dem Rücken der Mixstute ab, als Gwen und Magical Touch neugierig ihre Köpfe durch den Eingang zur Stallgasse steckten und uns beobachteten. Das Bild war viel zu perfekt, um nicht schnell mein Handy zu zücken, einen Snap zu machen und den an meine Kontakte zu schicken – natürlich mit der Bildunterschrift „#stalker“. Was anderes wäre natürlich unzumutbar gewesen.

      Es hatte sich herausgestellt, dass Gwen mich auf einen Ausritt hatte entführen wollen, dem ich natürlich nur zu gerne zustimmte. Zwar war es fast schon ungewohnt, nach knapp vier Tagen zum ersten Mal wieder auf dem Rücken eines Pferdes zu sitzen (in Köln hatte ich natürlich „Besseres“ zu tun gehabt). Dennoch hielt mich das nicht davon ab, Gwen bereits zu Beginn, als wir an unserer geliebten Galoppstrecke ankamen, zu einem kleinen Wettrennen herauszufordern und mit ihr nun gemeinsam über den schier endlosen Feldweg zu hetzen.

      Als wir wieder mit den beiden Tinkerdamen (oder einer Tinkerdame und einer Ich-wäre-gerne-ein-Tinker-Dame, um es genauer zu nehmen) auf dem Hof ankamen, erwarteten uns Eli und Jojo, die beide jeweils eine Katze auf dem Arm hatten. Jojo hatte sich dabei auf Fay beschränkt, Elena kümmerte sich um Pebbles und kitzelte den kleinen Kater am Bauch, was ihn dazu brachte, ihr spielerisch in die Hand zu beißen. Noch konnte er seine Kräfte noch nicht ganz einschätzen, was Elena eine zerkratzte Hand bescherte, doch dem fetten Grinsen in ihrem Gesicht tat dies nichts ab. Stattdessen lief sie nun den Rest des Tages herum und schrie über den ganzen Hof: „Guckt mal, wie süß selbst seine Kratzspuren sind!“

      Pflegebericht 23.07.2015 - Wir gehen baden!
      Letzte Nacht war ein Gewitter angekündigt worden und das war auch da gewesen – eine Viertelstunde lang. Großartig abgekühlt war dann aber genau deshalb trotzdem nicht und aus dem Grund wurde ich diesen Morgen auch schon wieder kurz nach sechs wach, weil es einfach zu warm im Zimmer war (und ich vergessen hatte das Rollo runterzumachen…). Dementsprechend hievte ich mich seufzend aus dem Bett und stellte mich erst einmal unter die Dusche.
      Meine morgendliche Routine wurde natürlich heute auch wieder gestört und natürlich auch wieder von Elisa. „Hey! Gehen wir heute baden? BITTE“, tönte es aus meinen (altmodischen) Handy und ich nickte nur gähnend, bis mir einfiel, dass Elisa das nicht sah. Auch egal, sie plapperte eh schon weiter. Und dann legte sie auf. Von den letzten zehn Minuten ihres Geplappers hatte ich nicht sonderlich viel mitbekommen, immerhin hatte ich meine Zähne putzen müssen. Ob die eigentlich weißer wurden, je länger man sie putzte?
      Heute hatte ich zumindest keine Lust das auszuprobieren. Unten in der Küche schnappte ich mir die Schüssel Brombeeren und den Smoothie meiner kleinen Schwester und verließ frühstückend das Haus. Die Pferde mussten wie jeden Morgen gefüttert und dann auf die Weide gebracht werden.
      Ich war mir nicht ganz sicher, glaubte aber, Elisa hätte was von einem größeren See erzählt, also hieß das wohl reiten. Mist. Eigentlich hatte ich Sinfonie mitnehmen wollen. Aber vielleicht konnte ich sie ja als Handpferd nehmen?
      Jetzt wurde erst einmal für Proviant gesorgt und so packte ich meine Satteltaschen ordentlich voll. Badezeug und Handtuch durfte natürlich auch nicht fehlen und so war das schon einmal fertig. Nun noch die Wahl des Pferdes. Eine Stute würde es wohl sein müssen, nur wer? Spontan entschied ich mich für Magical Touch. Mit der Tinkerstute würde nichts schiefgehen. Also Pferd gesattelt und Sinfonie geputzt und aufgehalftert und dann standen wir auch schon fertig auf dem Hof und warteten auf unsere Abholerin.
      Einige Minuten später kam Elisa auch hochmotiviert auf Goldherz angetrabt. „Was macht die denn hier?“, fragte ich entsetzt, als hinter ihr auch Elena auf Tavasz aus dem Wald galoppiert kam. „Aber das habe ich dir doch erzählt!“, meinte Elisa traurig und ich kommentierte das gedanklich nur mit einem Upsi.
      Also machten wir uns zu dritt auf den Weg. Sinfonies Führstrick wurde mir mit den Worten „Du machst das total falsch! Komm her mein Baby!“, aus den Händen gerissen und seitdem lief MEINE Knabstrupperstute als Handpferd bei Elena mit. Toll.
      Ansonsten blieb der Ausritt aber relativ ruhig. Also fast. Ich weiß nicht, was Elena in ihre Satteltaschen gepackt hatte, aber sie wurde von einem Schwarm Hornissen attackiert. Dabei ließ sie Sinfonies Strick los und die junge Stute war schnell über alle Berge. Elena war beinahe vom Pferd gefallen und packte dann schweren Herzens das große Marmeladenglas aus ihre Satteltasche, um es den Hornissen zum Fraß vorzuwerfen.
      „Bist du Winnie Puh oder was?“, fragte ich und verdrehte die Augen. Elisa schaute mich mahnend an und hob den Zeigefinger: „Winnie Puh isst Honig und wie kannst du so einen süßen Bären nur mit der Kratzbürste Elena vergleichen?“ – „Wie hast du mich genannt?!“ – Handgemenge.
      Irgendwie kamen wir dann doch am See an und auch Sinfonie hatte erfolgreich wieder zu uns gefunden. Blieb ab sofort aber MEIN Handpferd. Ein Wunder, dass wir überhaupt an einen See gekommen waren, denn die letzte Diskussion war wieder Oskar verdächtig gewesen.

      „WAS?! Der heißt Edward Lake? Zu dem reite ich nicht“
      „Hä, wieso das denn nun schon wieder?“
      „Da gibt’s laut Elena bestimmt Vampire“
      „Ich reite zu keinem See der Edward Lake heißt, Punkt“
      „In der wörtlichen Rede kommt am Ende des Satzes kein Punkt. Das ist inkorrekt Elena“
      Handgemenge.
      Anmerkung: Elena zeigt einen eindeutigen Hang zur Gewalt. Eigentlich wollten wir ihr eine Therapie vorschlagen, allerdings kam es daraufhin zum nächsten Handgemenge und so beließen wir das Thema.

      Wir sind dann letztendlich übrigens zu dem See direkt daneben geritten, der hieß Moon Lake, war also nicht ganz so schlimm wie der mutmaßliche Vampirsee, wenn auch für Elena anscheinend genauso gruselig.
      Während Elisa und ich dann schon fröhlich im Wasser plantschten, saß Elena bockend am Ufer und rupfte wie blöd Grashalme aus dem Boden. „Lass doch mal das arme Gras in Ruhe und komm mit rein!“, rief ich grinsend, erhielt aber nur als Antwort einen Todesblick.
      Wie wir später erfuhren, wartete Elena eigentlich nur die ganze Zeit aufs Picknick. Währenddessen jammerte sie auch permanent ihrem Marmeladenglas hinterher. „1000g waren das! TAUSEND!“
      Irgendwie bekamen wir sie dann doch noch ins Wasser und die vier Stuten hatten auch tierisch Spaß. Also wurde geplantscht, gebadet und nach Elenas Devise natürlich möglichst viel gegessen.

      Pflegebericht 20.08.2015 - Mähbumss
      „Ich sprühe gerade so vor Kreativität! Das sieht man doch“, murrte ich und blickte vorwurfsvoll zu Elisa auf. Diese stand einen Joghurt essend neben mir und studierte meine Notizen. Theoretisch hatte ich neue Ideen für den Ausbildungsbetrieb sammeln wollen, aber momentan war mein Kopf einfach wie leergefegt und dementsprechend sah eigentlich auch das Blatt unter mir aus – gut, abgesehen von dem Strichmännchen in der linken oberen Ecke.
      „So zeichnerisch begabt bist du jetzt nicht, oder?“, meinte Elisa in ihrer ernsten Tonlage, bei welcher man nie wusste, ob es jetzt wirklich so gemeint war oder sie nur wieder ihren gesamten Sarkasmus im Raum versprühen wollte. „Ach und wie bist du überhaupt hierhergekommen? Und wer hat dir erlaubt meinen Joghurt zu essen?“, hakte ich ironisch nach. „Elena“, war lediglich die Antwort, auf welche ich nur sehr laut ausatmete, um meinen Unmut kundzutun.
      Circa eine halbe Stunde philosophierten wir noch weiter über das leere Blatt vor mir und darüber, dass das Strichmännchen ein bisschen wie Elena aussah, zumindest nachdem Elisa ihm Haare und ein stylisches Outfit verpasst hatte. Wenigstens konnte ich so sagen, dass das nicht auf meinem Mist gewachsen war, denn das da hätte ich niemals zu Stande gebracht. Nachdem nun Elisa meinen letzten Joghurt verputzt hatte, stand ich auf und schaute aus dem Fenster.
      „Ausreiten?“
      „Ausreiten“
      Natürlich war Elisa nicht ohne Pferd bei mir aufgekreuzt, niemand kam bei uns zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem Auto, das wäre in Kanada ja mal mega uncool gewesen, gerade wenn man ein eigenes riesiges Gestüt hatte. Dementsprechend stand zufälligerweise Filly mit grasend auf meiner Weide. Selbstverständlich hüpfte (oder auch: hievte) sich Elisa über den Zaun und holte ihre Stute von der Weide. Ich tat es ihr in etwa gleich, um mir Magic einzusammeln.
      Während Elisa ihre Stute innerhalb von einigen Sekunden gesattelt hatte, weil diese auch noch sauber war, brauchte ich ein wenig länger. Nach den vergangenen Regentagen sah Magic wirklich bezaubernd aus. Sie war alles, nur nicht sauber. Nachdem dann Elisa bereits einige Male ungeduldig aufgestampft hatte, war auch meine Stute fertig und wir konnten uns endlich auf den Weg machen.
      Den ersten Teil des Ritts verbrachten wir relativ stumm, bis mir wieder der witzige Spruch einfiel, mit dem ich erst kürzlich Elena genervt hatte. Also wandte ich mich an Elisa und sagte: „Ein Schaf, eine Trommel und eine Schlange fallen die Klippe runter“. Ein wenig ungeduldig wartete ich auf Elisas Antwort, die mich jedoch nur verwirrt anblickte.
      „mähbumss?“ – „Boah du Langweiler“ – „Ich verstehe den Witz nur nicht?“ – „Elisa, es heißt: Badumtss“
      Also ritten wir lieber schweigend weiter, bis wir auf die Idee kamen, Jojo noch einmal auf den Wecker zu gehen, also auf zum Pine bla Gestüt! Dort trafen wir natürlich unsere liebste Juliane an und mit wem? Richtig! Pacco! Was die beiden gerade taten, konnten wir jedoch nicht so ganz entziffern, Pacco graste friedlich, während Jojo ein wenig mit der Gerte und dem Strick herumfuchtelte und ihn zu irgendwas ermutigen wollte.
      „Sehr gut!“, „Weiter so!“, ermutigten wir natürlich unsere Freundin, immerhin waren wir gute Freunde, ganz im Gegensatz zu anderen. Zum Beispiel zu Elena, die zufällig genau jetzt auch hier aufkreuzte. „Was machst du mit dem armen Pferd?“, fragte sie kopfschüttelnd und setzte direkt die „Wo ist sein neues Lederhalfter?“-Frage hinterher.
      Mir wäre beinahe das „Elisa hat dich gemalt“ rausgerutscht, aber der zauberhafte Blick meiner Freundin hielt mich seltsamerweise von dieser tollen Idee ab, dabei hätte sich Elena über das Porträt sicherlich gefreut. Vielleicht. Vielleicht auch weniger.
      Da wir nun schon einmal alle versammelt waren, entschied Elisa sich, auch Zai noch anzuhauen und einen potenziell gut werdenden Filmabend zu organisieren, auch wenn Zai nur per Skype dabei sein konnte (vielleicht zog sie ja endlich mal um, wenn sie von unseren tollen Filmabenden mitbekam!). Wir hatten es zwar gerade einmal 14 Uhr, aber für einen guten Film war es nie zu früh! Also verfrachteten wir unsere Pferde auf irgendeine Weide von Elisa und bereiteten uns materiell auf den Film vor. Elisa kümmerte sich um Popcorn, Trinken und den Film und Elena, Jojo und ich richteten das Sofa ein, indem wir uns schon einmal darauf pflanzten und austesteten, welche Plätze die besten waren.


      Pflegebericht 21.09.2015 - Unsere Kür
      "Na mal sehen, ob die dich und deinen Tinker überhaupt bewerten", meinte Elena knapp und musterte Magical Touch von oben bis unten. Ich hatte ihr gestern Abend erlauben müssen, dass sie Pferd und mich stylte und dementsprechend passten wir heute auch bestens zusammen. Magic schien ihr Äußeres nicht sonderlich zu interessieren und noch weniger Elena, die versuchte, die Tinkerstute davon abzuhalten, sich am Bein zu schubbern und so die Turnierzöpfe zu zerstören, was sie dann teilweise auch schaffte. "Toll! Typisch Tinker. Total unerzogen", murrte Elena rum und versuchte das Ganze noch ein wenig zu richten, doch wir wurden bereits aufgerufen und so musste sie uns leider so gehen lassen, wie wir waren. Das wurde natürlich noch von genügend Grummeln kommentiert, was ich erst nicht mehr hörte, als wir bereits in die Halle ritten.
      Wie immer lief Magic vorbildlich, sehr schwungvoll, aber nicht zu schwungvoll. Ich mochte die etwas kräftigere Stute und ritt sie sehr gerne. Immerhin hatte sie auch allerhand Turniersiege zu verzeichnen, ich bezweifelte, dass ihre Rasse einen Nachteil für uns spielen würde. Stattdessen ritten wir im Mitteltrab zu X und parierten geschlossen zum Stand durch. Ich grüßte wie immer freundlich die Richter und machte mich dann für unsere kleine Kür bereit. Kür war wohl übertrieben, denn eigentlich sollten nur auf jeder Hand jeweils die drei Gangarten gezeigt werden.
      Wir begannen auf der linken Hand im Arbeitstempo Trab. Magic war vollkommen bei der Sache, lief in schöner Anlehnung und ich brauchte gar nicht viel zu tun, um meine Stute auf den Zirkel abbiegen zu lassen. Es war der Mittelzirkel und meine anfängliche Angst, dass er doch mehr einem Ei gleichen könnte, verschwand ziemlich schnell, denn heute ließ sich Magic traumhaft mit dem inneren und äußeren Schenkel eingrenzen und dementsprechend gut sah auch unser Zirkel aus und auf dem galoppierten wir an.
      Ein wenig überwältigt war ich von der Wucht, mit welcher Magic angaloppierte, daran würde ich mich wohl nie gewöhnen, denn der Unterschied zwischen Tinker und Pony war groß, sehr groß. Wir ritten einmal ganze Bahn, ehe wir bei C zum Schritt durch parierten und im schönen Tempo durch die ganze Bahn wechselten. Nun war die rechte Hand an der Reihe. Nicht meine Schokoladenseite, da ich selber Linkshänder war, aber Magic glich das immer ganz gut wieder aus.
      Deshalb gelang uns auch die einfache Schlangenlinie im Trab an der langen Seite ohne Probleme und auch der Galopp klappte einwandfrei. Einmal war Magic kurz davor, mir auszufallen, weil ich mit der äußeren Hand nicht aufgepasst hatte. Mein Faux-Pax hätte unangenehme Folgen haben können, wenn die Stute nicht sowieso schon so routiniert gewesen wäre.
      Umso froher war ich dann, als wir endlich wieder bei X ankamen und zum Halt durch parierten. Nochmals die Richter grüßen und dann ging es im Schritt am langen Zügel aus der Halle. Und dort warteten bereits auf uns eine fröhliche Elisa und eine äußerst kritisch hereinschauende Elena.

      Pflegebericht 13.10.2015 - Ein (un)typisches Fagy-Turnier
      Wie jedes Wochenende standen auch dieses einige Turniere auf der Liste. Wobei es sich dieses Mal sogar in Grenzen hielt und ich nur zwei Prüfungen reiten würde. Die reichten allerdings auch, denn mit zum Turnier kam Fagy, meine kleine ängstliche Fagy. Ich weiß gar nicht, warum ich mir das jede Woche vom Neuen antat, denn bisher hatte sich die junge Stute mit fremden Turnierplätzen sehr schwer getan. Selbst die inzwischen allbekannten Plätze waren nicht besser, wenn Fagy auf einem Turnier war, legte sich anscheinend ein Schalter in ihrem Köpfchen um und schon würde die Stute jederzeit mit dem Kopf zuerst durch eine Wand rennen.
      Trotzdem stand ich auch heute schon fünf Uhr morgens auf, warf mich unter die Dusche und dann in meine Stallsachen. Mum würde uns fahren, da ich ja (zur Freude aller meiner Bekannten) immer noch keinen Führerschein hatte. Den hatte ich dieses Jahr sogar machen wollen, aber nun ja, es war vielleicht das ein oder andere dazwischen gekommen und so lange Mum uns fuhr, war eigentlich alles gut. Die war übrigens auch schon in der Küche unterwegs und kümmerte sich um unsere Verpflegung.
      Für mich ging es hingegen in den Stall: Pferde füttern und Fagy fertig machen. Die Abzeichen und das Langhaar hatte ich gestern gewaschen und zum Glück war Fagy sehr reinlich, so dass sie auch nach der Nacht noch strahlte. Also bürstete ich nur kurz über ihr Fell während sie frühstückte, ehe ich ihr die dünne Decke für die Fahrt überlegte. Es war nämlich frostig kalt. Das Thermometer zeigte ziemlich 3°C an und besonders der eiskalte Wind ließ mich frösteln.
      Nachdem Fagys Schweif eingeflochten war und auch ihre Mähne in hübschen Turnierzöpfchen stand, bekam sie nur noch ihre geliebten Transportgamaschen um und war dann fertig. Nun machte ich noch schnell Magical Touch fertig. Die ältere Stute kam als Beruhigung für Fagy mit und war eigentlich nur „Deko“. Magic juckte weder das frühe Aufstehen noch der Hänger und so konnte ich sogar Fagy direkt beim zweiten Versuch motivieren, in den Hängern zu laufen. Oder eher so stelzen, denn Fagy lief mit Transportgamaschen einfach nur total dämlich, das zeigte aber direkt auch, dass die Dinger bei ihr nicht nur zur Show waren, sondern ihren Zweck erfüllen sollten.
      Schnell wurde noch die Ausrüstung eingeladen und dann fuhren wir auch schon los. Es war heute nur ein kleineres Turnier, für Fagy würde das aber reichen. Wir hatten eine A-Dressur und ein E-Springen gemeldet. Das Springen war eher zum Ausprobieren und als Spaß gedacht, ich bezweifelte ehrlich gesagt, dass ich es mit Fagy überhaupt über das erste Hindernis schaffen würde, ohne dass sie vollends ausflippte. Bei der Dressur erhoffte ich mir da mehr.
      Wir waren sehr früh da und die ersten auf dem Turniergelände. Dementsprechend ergatterten wir ein ruhiges Plätzchen und bauten den Paddock auf. Magic stand zufrieden da und zupfte am Heunetz herum, während Fagy schnaubend ihre Runden drehte, mit hocherhobenen Kopf und Schweif, um ja auch alles mitzubekommen. Halleluja, das würde lustig werden.
      Wir hatten schnell die Startlisten und unsere Nummern und eher als gedacht ging es für uns los, denn wir waren vorgerückt. Deshalb saß ich dann schon bald auf einer immer noch herumprusteten Fagy und versuchte sie auf dem Platz warmzureiten. Die Dressur würde erste Sahne werden!
      Wir ritten in das Viereck und Fagy blieb wie erstarrt bei X stehen. An sich war das gut, nur spätestens beim dritten Versuch des Wiederlosreitens wurde es mir allmählich unangenehm. Fagy kompensierte das mit einen aufgeregten Hüpfer in den Trab und einem Giraffenhals, von Anlehnung, Verbindung zum Maul oder was-auch-immer war keine Spur mehr. Dementsprechend schwer ließen sich auch die Aufgaben reiten und das meiste sah schlimmer aus als gedacht.
      Ich war froh, als wir die katastrophale Kür hinter uns hatten und Fagy aufgeregt wiehernd in Richtung Tinker stürmte. Ich war fest entschlossen, das Springen abzusagen, aber Mum stimmte mich um. Nun gut, wenn sie so gern wollte, dass ich im Krankenhaus landete, dann ritt ich natürlich das Springen.
      Wir hatten eine Stunde Pause, dann wärmte ich Fagy wieder auf. Wieder das gleiche Theater, obwohl, eigentlich noch schlimmeres, wegen den Sprüngen. Aufgeregt hüpfte Fagy über das Probehindernis und landete eigentlich mitten drin. Doch nun war es zu spät zum Aufgeben und ich wollte es zumindest versuchen.
      Unser Einritt war sehr…spektakulär.
      Fagy galoppierte auf den Platz (eine andere Gangart ging gerade nicht), erschreckte sich vor der Masse an bunten Hindernissen und blieb angewurzelt mitten auf dem Platz stehen. Ich nutzte das schnell für das Grüßen der Richter, ehe ich zusah, dass ich mein Pferd irgendwie wieder in Gang bekam.
      Bei Fagy gab es aber nur noch einen Gang: Galopp und das ein sehr zügiger. In genau dem Tempo ritten wir auf das erste Hindernis zu und ich bin ehrlich: ich machte die Augen zu. Ich konnte es nicht ertragen, hinzuschauen. Umso verwunderter war ich, als ich heile auf der anderen Seite des Hindernisses war und Fagy motiviert weiterjagte. Wir hätten beinahe das nächste Hindernis verpasst, weil ich eh nicht damit gerechnet hatte, dass wir dort noch hinkommen würden.
      Nun, ich weiß nicht, was Fagy in der Pause genommen hatte, aber sie durchlief den Parcours fehlerfrei und in einer obszönen Zeit. Ich hatte sie sogar einigermaßen händeln können, gut, das war übertrieben, aber ich war zumindest nicht nur Beifahrer.
      Fagys Mutprobe erbrachte uns übrigens sogar den ersten Platz, wie auch immer sie das geschafft hatte. Die Siegerehrung hingegen war wieder eine absolute Katastrophe, als Fagy aus dem vollen Galopp bremste und ihr gefühlt alle restlichen Pferde in den Hintern hüpften.
      Aber wir kamen heil und mit einer Schleife zu Hause an, yay!

      Pflegebericht 15.11.2015 - 1. Vereinsturnier
      "Gweeen? Hast du nun alles?!", ein bisschen entnervt klang Elisas Ton ja schon, während ich noch aufgeregt durch den Stall huschte und einen letzten Blick auf alles warf. "Äh ja, ich muss nur noch einmal auf Toilette!" - "Booooah Gwen!". Zweiteres war der E-Chor (Elena und Elisa), welche augenrollend am Auto standen und nun schon allmählich einstiegen. Ich beeilte mich auch extra und hüpfte dann auf die Rückbank. Da ich die einzige ohne Führerschein war, wurde mir dieses Leid zu teil, aber wenigstens hatte ich so die wichtigsten Dinge in meiner Nähe: Essen, Trinken und den ganzen Rest, den wir mitschleppten. Die Pferde waren heute Morgen schon auf Reisen gegangen, zusammen mit Matthew, welcher Elisa für diese Aufgabe rekrutiert hatte. Nach meinem fünften "Bist du auch sicher, dass du sie alle heil dort anbringst?" hatte er dann auch mit den Augen gerollt und sich auf den Weg gemacht.
      Ich war kein Fan davon, von zu Hause wegzufahren, erst recht nicht so lange. Auch wenn Elena und Elisa dabei waren, das machte es nicht besser. Wenigstens gab es für dieses Wochenende Alkoholverbot, sogar eigens von Elena ausgesprochen, also konnte ich mit der hundertprozentigen Unterstützung beider Freundinnen hoffen. Selbst Zai und Jojo waren indirekt anwesend und drückten die Daumen. Wohin wir überhaupt fuhren? Zum 1. Vereinsturnier. An sich nicht zwingend ein großes Turnier, aber dennoch stand uns eine lange Fahrt bevor, auch wenn wir im Gegensatz zu anderen Teilnehmern sicherlich noch eine kurze Strecke zu packen hatten. Freitag würde das Spektakel losgehen, wir reisten Mittwoch an, damit sie Pferde sich schon einmal eingewöhnen konnten.
      Da wir mindestens zehn Stunden unterwegs sein würden, waren wir bereits am Dienstag losgefahren (also heute) und staffelten die Fahrt in zwei große Etappen. Heute Abend würden wir Matthew samt Pferde in einem Gaststall auf unserer Route wiedertreffen, ehe es Morgen früh direkt wieder losgehen würde. Eine so lange Fahrt und drei Titanen in einem kleinen Auto war schon unfassbar anstrengend. Elena hatte innerhalb kürzester Zeit alle Nahrungsvorräte aufgefuttert und weigerte sich zudem, sich mit Elisa beim Fahren abzuwechseln.
      Diese saß nun übel launig hinter dem Steuer und maulte mich voll, warum zum Teufel ich noch keinen Führerschein hätte. Irgendwann wurde Elena das alles zu risikoreich und sie willigte ein, auch mal zwei Stunden durch zufahren. Elisa schlief derweil einfach mal tief und fest. Abends kamen wir dann aber auch wohlbehalten im Hotel an, wo Matthew uns schon erwartete. Von unserem fast einstündigen Stop bei einem Wildgehege, was mit Wildkatzen und Luchsen geworben hatte, verrieten wir natürlich nichts. Die Jungen von beiden Tierarten waren aber auch zu süß gewesen!

      Am nächsten Morgen ging es schon in der Frühe wieder los, so dass wir am frühen Nachmittag endlich auf Heartland ankamen. Dort herrschte schon reger Betrieb und so war es gar nicht so leicht, jemanden zu finden, der uns weiterhelfen konnte. Eine Stunde später hatten wir aber endlich unsere zugeteilten Boxen und Weiden und konnten die Pferde ausladen. Diese durften sich erst einmal austoben, ehe es dann in die Boxen ging. Danach verstauten wir noch unsere Ausrüstung, ehe wir uns auch selbst erst einmal von der Reise ausruhten.
      Donnerstag machte ich die Pferde mit allem anderen bekannt. Wir machten dazu einen kleinen Ausritt zu dritt. Matthew hatte nicht mitkommen wollen, was aber ganz praktisch war, denn so reichten die Pferde. Elisa saß auf Minnie Maus, Elena auf Altair und ich ritt Magical Touch und ließ Foxy nebenherlaufen. Wie immer waren alle vier tiefenentspannt und ließen sich ihre Aufregung - wenn denn da welche war - definitiv nicht ansehen. Wir erkundeten die Ranch und schauten uns dann schon einmal die Halle und die Plätze an. Das Turnier würde auf jeden Fall interessant werden.
      Elena gab mir direkt Tipps zu den unterschiedlichen Böden, während Elisa schon einmal unsere Konkurrenz analysierte. Bisher lächelte sie aber immer nur, das verhieß Gutes. Der Tag verlief relativ ruhig, aber wir konnten auch alle eine Pause gebrauchen. So eine Reise schlauchte schon, besonders wenn man wusste, dass man ab Morgen zweimal täglich etwas zu leisten hatte.
      Irgendwo ergatterte Elisa dann auch endlich den Zeitplan und so wussten wir nun auch, wann und wo wir dran waren. Dressur und Springen fielen auf Freitag. Military und Distanz waren am Samstag an der Reihe und am Sonntag ging es für uns in die letzte Runde mit Western und Fahren. Eigentlich war alles in Ordnung, nur Magic würde zu tun haben, nach dem Distanzritt noch fit für die Reining zu sein, aber so wie ich meine Tinkerstute kannte, würde das kein Problem werden.

      Elena warf uns schon kurz nach sechs aus den Betten. Dafür hätte ich sie töten können, denn ich war hundemüde, aber leider hatte sie recht, denn Altairs Dressurprüfung startete bereits um acht und wir waren kurz nach neun an der Reihe, also mussten wir uns beeilen. Zu dritt ließ sich ein Pferd aber wesentlich schnell fertig machen. Elisa flechtete Altair ein, während ich ihn putzte und Elena machte die Ausrüstung fertig. Innerhalb von einer halben Stunde war der Hengst bereit. Zum Aufwärmen trug er noch Gamaschen und Hufglocken, welche das Gesamtbild seines Sets eindeutig abrundeten.
      Wir wärmten uns allmählich auf und dann ging es auch schon bald in die erste Runde. Da wir eine S**-Kür ritten, hatten wir uns selbst ein Programm samt Musik ausdenken müssen. Da wir alle drei vernarrt in den Film "Spirit" waren, war eigentlich auch schnell klar, aus was unser Remix bestand und er passte entsprechend auch sehr gut zur Kür. Elena hatte sich am meisten dafür engagiert und darauf geachtet, dass besonders Altairs Stärken hervorgehoben wurden. Schwächen hatten wir zum Glück nicht allzu viele und die, die wir hatten, hatte Elena wunderbar retuschiert, indem sie sie zwischendurch einfließen ließ und gefühlt durch andere Lektionen versteckte.
      Die Kür lief einfach wunderbar ab und Altair war vollkommen bei mir. Die kleine Massage davor hatte sich doch eindeutig gelohnt. Dementsprechend war ich aber auch ziemlich aus der Puste, als wir bei X zum geschlossenen Stand durch parierten und auch haargenau den letzten Akkord trafen. Innerlich freute ich mich riesig, als wir das Dressurviereck verließen. Die Wertnote würden wir aber leider erst am Sonntag bei der Gesamtwertung erfahren, bisher hatte ich aber ein wirklich gutes Gefühl.
      Altair wurde ausgiebig abgeritten und von allen gelobt. Für ihn hieß es jetzt zwei restliche Tage in Millarville chillen, denn er hatte seine einzige Prüfung geschafft. Heute würde nur noch Minnie Maus sich unter Beweis stellen müssen und dann wäre auch ich mit meinem Tagesprogramm durch. Die Springprüfung fand erst am späten Nachmittag in der Halle statt, weshalb wir genügend Zeit hatten, um beide Pferde in aller Ruhe zu versorgen und auch dem Rest einen Besuch abzustatten.
      Beim späteren Fertigmachen von Minnie Maus spürte man jedoch direkt, wie motiviert die Stute war, heute etwas zu leisten. Auch sie trug Elenas eigene Kollektion zur Schau und Elena war sichtlich stolz. Für das Springen wärmten wir uns gut eine halbe Stunde auf, damit Minnie Maus auch wirklich geschmeidig war und sich nichts tat. Ich wollte unseren Durchgang ungern unterschätzen.
      Und dann waren wir auch schon an der Reihe. So aufgeregt wie heute war ich schon lange nicht mehr. Auch Minnie Maus tänzelte aufgeregt unter mir und wollte nun endlich zulegen. Ab jetzt spukten nur noch zwei Worte durch meinen Kopf: Stil und Zeit. Und genau auf diese beiden achtete ich den gesamten Durchlauf über. Minnie Maus sprang fehlerfrei alle Hindernisse, nahm die engsten Wendungen und hatte richtig Speed. Ich half ihr so gut ich konnte und wir kamen fehlerfrei durch und qualifizierten uns direkt für das Stechen.
      Dieses folgte schon kurze Zeit später, weil wir relativ spät an der Reihe gewesen waren. Auch das Stechen lief mit Bravour ab, aber auch wie in der Dressur würden wir unsere Note noch nicht erfahren. Stattdessen ritt ich Minnie Maus ab und versorgte sie. Für heute hatten wir es geschafft, weshalb für uns nun ein gemütlicher Mädchenabend anstand, ehe Morgen dann Military und Distanz an der Reihe waren.

      Irgendein Verrückter hatte das Geländespringen in die unmögliche Frühe des Tages gestopft, so dass ich schon auf einer gesattelten Minnie Maus saß, da war es gerade einmal kurz nach acht. Minnie Maus war trotz des gestrigen Tages energiegeladen und zeigte sich im Parcours voller Motivation. Wir durchliefen ihn auch fehlerfrei und mit einer akzeptablen Zeit. Das wäre also geschafft.
      Da sich Gelände und Distanz gefühlt überschnitten, hatte ich gar nicht viel Zeit. Elisa nahm mir Minnie Maus zum Abreiten ab und Elena kam schon mit einer gesattelten Magic an. Ich schwang mich in den Sattel, ritt meine Tinkerstute warm und eine halbe Stunde später standen wir am Start des Distanzrittes. Der hatte es in sich, denn das Gelände in Alberta war definitiv nicht zu unterschätzen, aber für uns auf jeden Fall machbar.
      Die Tierarztkontrollen waren kein Problem und wir kamen wirklich gut voran. Fleißigen Schrittes arbeitete sich Magic durch das Konkurrenzumfeld und wir kamen letztendlich mit einer traumhaften Zeit ins Ziel, ob diese aber wirklich reichte, dass wussten wir leider noch nicht. Es war aber auch bereits Abend, als ich es endlich geschafft hatte und dementsprechend regte ich mich darüber gar nicht großartig auf, ich war einfach zu müde.

      Sonntag kam schneller als gedacht und nach einem ordentlichen Frühstück sattelte ich erneut Magic. Elena hatte ihr gesamtes Herzblut in diesen Sattel gepackt und das sah man ihm wirklich an, er war fantastisch. Auf die Westernprüfung freute ich mich momentan riesig, denn bisher wurden wir mit dem Tinker nur komisch beäugt, aber spätestens während unseres Ritts würde der ein oder andere doof aus der Wäsche schauen.
      Und so war es auch. Magic legte richtig los und zeigte Spins, Sliding Stops und Rollbacks der Extraklasse. Fliegende Galoppwechsel und das Rückwärtsrichten waren für sie sowieso eine Leichtigkeit und so machte der Ritt mit ihr tierisch Spaß. Ich war total fasziniert, wie motiviert sie daherjagte und es allen zeigte. Ich glaube, so gut hatte sie sich bisher noch nie gemacht. Es war dennoch fraglich ob das reichen würde, denn es nahm durchaus das ein oder andere "richtige" Westernpferd dran teil und die waren von der Ästhetik her doch noch einmal eine andere Klasse als Magic, leider.
      Dennoch wurde Magic ausgiebig gelobt, abgeritten und durfte zur Belohnung dann direkt auf die Weide. Wir hatten noch eine kleine Pause, ehe es zur letzten und witzigsten Prüfung des Tages kommen würde: Die Fahrprüfung mit Foxy. Beifahrerin war Elisa und ich konnte schon jetzt nicht mehr aufhören mit dem Grinsen. Keine Frage, Foxy lief S-Fahren und war echt talentiert, aber so etwas wie das hier hatte er noch nie gemacht. Elisa hatte ich das aber nicht verraten, dementsprechend ahnte sie auch nichts.
      Gemeinsam mit Elena machten wir das Pony fertig, auch wenn wir ernsthaft Probleme hatten, festzustellen, wo hinten und wo vorne war, denn Geschirre waren einfach schrecklich verwirrend! Irgendwann saß es dann endlich und Foxy war vor der Kutsche. Elisa und ich saßen oben und es konnte losgehen. Die Prüfung war mehr als lustig, fiel aber besser aus als gedacht, auch wenn Foxy mit Abstand der kleinste Teilnehmer in seiner Klasse war. Dafür war er eindeutig der Publikumsliebling.
      Tatsächlich hatten wir es dann auch schon geschafft und das hieß, dass wir heute alle Pferde versorgten, unser Zeug packten und uns dann schon auf den Heimweg machen würden. Die Auswertung des Turnieres würde länger dauern, dementsprechend lohnte es sich nicht, auf Heartland zu verweilen. Wir bedankten und bei Amy und Lou Fleming für ihre Gastfreundschaft und reisten am Montagmorgen auch wieder ab. Erneut würde uns ein langer Heimweg bevorstehen, der wieder gute zehn Stunden dauern würde, aber mit meinen beiden tollen Fahrerinnen würde es schon nicht schiefgehen.

      Pflegebericht 29.12.2015 - Familienausritt
      Nachdem der ganze Weihnachtsstress vorbei war und auf der Ranch endlich wieder die übliche Ruhe einkehrte, stand auch schon unser gemeinsamer letzter Ausritt für das Jahr 2015 an. Ab und an gab es eben doch Tage, wo ich meine Familie zum Reiten motivieren konnte. Heute, zwischen Weihnachten und Neujahr, war so ein Tag. Um den Neujahrsritt würden sie zwar trotzdem nicht umhinkommen, aber etwas öfter aufs Pferd zu kommen, schadete den beiden auch nicht.
      Mum ritt kaum noch seit ihrem Unfall und Kathy besaß, was das Reiten betraf, ja sowieso eine sehr wechselhafte Laune. Heute waren aber beide tatsächlich mal motiviert. Das gute Wetter war sicherlich mit Schuld daran. Mum ritt wie immer Magical Touch, unserer Tinkerstute vertraute sie immer noch am meisten.
      Kathy hatte sich Arriba von der Weide geholt und ich wählte Wishing Well aus, denn der konnte gut eine Pause von unserem weihnachtlichen Training gebrauchen, ein lockerer Ausritt nur unter Mädels würde ihm bestimmt gefallen. Und so putzten wir unsere drei Pferde in aller Ruhe, ehe sie nach einer halben Stunde sauber und gesattelt waren.
      Eine Route hatte ich mir schon gestern Abend ausgedacht und diese würde ich heute auch direkt umsetzen. Sie führte uns an tollen Orten vorbei, zum Beispiel den Wasserfällen oder der Lichtung, wo zur Winterzeit immer eine Herde Rehe lebte. Außerdem hatte ich auch eine motivierende Galoppstrecke rausgesucht. Alle drei Pferde waren zwar Engel auf vier Hufen, rennen konnten sie aber trotzdem.
      Doch nun machten wir uns erst einmal dick eingepackt auf den Weg. Mum und Kathy waren bester Laune und bei so einem Ausritt konnte man sich zum einen toll unterhalten und zum anderen auch einfach schweigend die Natur genießen. Ich liebte das ja und irgendwo mochten es auch die anderen beiden wirklich sehr.
      Magic und Arriba machten ihren Job verdammt gut und Wish zeigte sich auch von seiner besten Seite. Ich war mehr als zufrieden mit meinem Händchen für solche Pferde und meiner Familie schien es nicht anders zu sein. Ich konnte sie so immerhin immer zu einem Ausritt überreden.
      Erfolgreich absolvierten wir die geplante Strecke und obwohl es zwischenzeitlich im Wäldchen doch sehr kühl wurde, wärmten wir bei dem Galopp durch die Wintersonne schnell wieder auf. Dennoch waren wir alle froh, als wir wieder heile am Stall ankamen. Wir versorgten die Pferde und während die anderen beiden schon ins Haus entschwanden, kümmerte ich mich noch um die Boxen.
      Als ich dann fertig war, huschte auch ich unter die Dusche und dann erwarteten mich in der Stube ein vorgeheizter Kamin und ein wärmender Kakao, so dass wir uns perfekt von unserem Ausritt erholen konnten. „Hach, das ist immer wieder schön“, meinte Mum dann noch lächelnd.

      Pflegebericht 27.01.2016 - Rückentraining
      Alles was ich momentan trank gehörte zu den Heißgetränken: Tee, Kakao, heiße Milch. Zudem war die Wärmeflasche ganz schnell mein bester Freund geworden, weil ich seit heute Morgen an einer Blasenentzündung litt. Es war ja nicht so, dass ich sowieso schon öfter als normal auf Toilette musste, aber heute war es noch viel schlimmer. Problem war, dass die Pferde trotzdem bewegt werden mussten, zwar nur im begrenzten Rahmen, aber dennoch musste etwas gemacht werden.
      Da ich gefühlt alle fünf Minuten auf Toilette musste, würde ich mich jedoch nicht weit vom Stall entfernen wollen. Stattdessen baute ich in der Halle direkt einige Trabstangen und Cavalettis auf. Später würde ich das Ganze auch noch in eine Springgasse umbauen. Doch nun wollte ich erst einmal meine Tinkerstute Magical Touch von der Weide holen und sie ordentlich putzen.
      Wie immer hatte sie ihr schönes dickes Winterfell und ich ließ mir auch extra viel Zeit beim Bürsten von Mähne, Schweif und Behang. Bei Magic war das besonders wichtig, damit sich nichts verhedderte, sondern es alles so schön ordentlich blieb. Danach holte ich den Kappzaum samt Longe, ehe wir gemeinsam in die Halle gingen.
      Dort führte ich Magic erst einmal einige Runden warm, ehe ich noch ein paar Dehn- und Streckübungen einbaute und dann mit dem Longieren begann. Wir arbeiteten erst einmal locker auf beiden Händen in jeder Gangart, bis Magic wirklich locker und warm war. Dann nahmen wir die Trabstangen und Cavaletti dazu.
      Ich wollte Magics Rückenmuskeln etwas Gutes tun und dafür musste Magic etwas tun. Fleißig arbeitete meine Stute mit und trat ordentlich unter. Zwischenzeitlich lief sie wirklich in idealer Haltung, was natürlich das Beste für ihre Muskeln war. Wir arbeiteten effektiv zwanzig Minuten, ehe ich langsam aufhörte und dann Magic noch trocken führte.
      Das dauerte ein Weilchen, weshalb ich Magic dann auch noch die Abschwitzdecke überwarf. Danach packte ich meine Stute in ihre Box, wo sie ein wenig Saftfutter mit Mineralien bekam. Während Magic in Ruhe trocknete, machte ich mich wieder in die Halle und baute dort eine Springgasse auf. Noch war sei recht niedrig, doch ich legte schon alles bereit, um sie dann möglichst fix umändern zu können.
      In der Zwischenzeit war Magic mit Fressen und Trocknen fertig und ich konnte sie wieder mit zurück auf die Weide nehmen. Von dort aus nahm ich wiederum Minnie Maus mit. Die hatte den Winter über ja ein wenig zugelegt, denn zugegebenermaßen hatte ich auch über Weihnachten auch ein wenig faul gewesen und das musste nun weg.
      Doch erst einmal putzte ich Minnie Maus ausgiebig, ehe ich ihr die Trense umlegte und die Gamaschen samt Springglocken und Streichkappen. Dann ging es gemeinsam in die Halle, wo ich Minnie Maus erst warm führte und dann noch ein wenig longierte, damit sie wirklich gedehnt und aufgewärmt war, ehe es dann zum Freispringen ging.
      Minnie Maus kannte die Prozedur schon und liebte Freispringen, ich musste immer aufpassen, dass sie nicht zu motiviert wurde, wenn sie ihre Runden lief. Doch gut tat es ihr. Mit jedem dritten Mal erhöhte ich die alte Springgasse und am Ende flog Minnie Maus über S-Höhe und das mit einer Leichtigkeit, dass man kaum glauben konnte, dass sie nur 1.40m groß war, manchmal war es mir ein Rätsel wie sie das machte.
      Dafür war sie danach auch ziemlich verschwitzt und trotz einer halben Stunde trocken führen und zwei Abschwitzdecken war sie dann immer noch sehr feucht. Da bereits später Nachmittag war, ließ ich sie direkt im Stall, wo sie ihr Frischfutter bekam und trocknen durfte. Es wurde eindeutig Zeit für ein Solarium! So einen Luxus würden wir uns nun wirklich gönnen können und Platz war dafür auch schon geschaffen, denn unsere Stallungen wurden ein wenig umgebaut.
      Nach fast vier Jahren standen sowieso allerhand Erneuerungsarbeiten an, welche wir alle im Frühjahr durchführen würden, nur das Solarium zogen wir vor, weil ich das gerade jetzt in der Übergangszeit unbedingt brauchen würde. Noch würde es dann nicht fest installiert werden, damit es später noch einmal ausgebaut werden konnte, aber eingebaut werden würde es schon, so dass wir es auch nutzen können würden. Ich freute mich jetzt schon darauf!

      Pflegebericht 28.02.2016 - Familientag
      Unser Morgen begann heute sehr unspektakulär. Es war Sonntag und so schliefen wir alle etwas länger als sonst. Während Mum sich später um das Frühstück kümmerte, fütterten Kathy und ich schnell die Pferde, um sie dann direkt auf die Weiden zu bringen und dann pünktlich wieder im Haus zu sein, als die Pancakes fertig waren. Wir frühstückten in aller Ruhe gemeinsam, unterhielten uns und entspannten.
      Die letzten Wochen waren etwas stressig gewesen, da Kathy kurz vor den Winterferien noch viele Klausuren geschrieben hatte und auch ich etwas für mein Studium machen musste, während Mum viel Zeit im Büro verbrachte. Das Café lief gut, fraß aber auch Zeit. Erstaunlicherweise rannten die Leute selbst im Februar Mum die Türen ein, aber ihr Winterprogramm war auch wirklich verführerisch.
      Heute wollten wir mal wieder etwas zusammen als Familie machen und was bot sich da besser an als ein Ausritt? Wie immer würde Mum unsere Tinkerstute Magical Touch reiten. Sie war indirekt ihr Pferd und auch eins der wenigen, welches sie wirklich gerne ritt. Kathy entschied sich spontan für Minnie Maus und ich nahm Altair. Da es nur ein ruhigerer kleinerer Ausritt werden würde, wollte ich Avenger gerne als Handpferd mitnehmen.
      Also ging es nach dem Frühstück hinaus in den Stall, Pferde putzen und satteln. Ich war gespannt, wie Avenger sich benehmen würde, aber so langsam mussten wir auch mal mit der Arbeit beginnen, damit er Muskeln aufbaute und langsam ein ordentliches Pferd wurde. Irgendwo musste man ja beginnen und ruhige Ausritte waren ideal.
      Altair hatte auch kein Problem mit dem Fuchs an seiner Seite, ebenso wenig wie mit den Stuten, weshalb er entspannt voran trottete und uns sicher durch den schönen Februarmorgen geleitete. Wir ritten quer durch den Wald und genossen dann die Sonne, die über die großen Wiesen des Nationalparks strahlte.
      Zwar waren noch leichte Minusgrade, aber dick eingepackt und mit der Sonne war das alles kein Problem und wir konnten den Ritt wirklich genießen. Wir trabten und galoppierten auch ein bisschen, wobei ich mich wegen Avenger zurückhielt. Er war noch nicht so oft als Handpferd mitgekommen, weshalb ich es nicht übertreiben wollte.
      Lieber zu vorsichtig als zu unvorsichtig. Erstaunlicherweise war er heute aber wirklich ein wahrer Engel und zeigte sich von seiner besten Seite. So kamen wir auch wieder wohlbehalten im Stall an, wo wir die Pferde versorgten und auf die Weide brachten.
      Danach war ich an der Reihe mit Ausmisten, während Mum und Kathy sich ums Haus kümmerten. Wenn wir mit allem fertig wären, wollten wir heute in die Stadt fahren und dort noch den restlichen Tag genießen, ehe sich der zweite Monat des neuen Jahres nämlich auch schon dem Ende zuneigen würde.

      Pflegebericht 30.03.2016 - Wurmkur
      Es gab zwei Zeiten, bei denen ich meinen Stuten am liebsten komplett aus dem Weg gegangen wäre. Zum einen die, in welcher sie rossig waren, das äußerte sich nämlich bei jeder anders (und meist nicht positiv) und dann die, bei welcher die Wurmkuren anstanden. Unsere Hengste waren da so unkompliziert! Den merkte man es einfach gar nicht an. Die Stuten wussten hingegen schon am Morgen, was heute kommen würde und hätten mich wohl am liebsten angezickt, wenn sie nicht gut erzogen gewesen wären.
      Heute sollten Minnie Maus und Magical Touch an der Reihe sein. In Folge der Wurmkur würden sie dann auch heute frei haben, denn danach konnte man nicht viel mit ihnen veranstalten und morgen würde dann auch nur leichte Arbeit machbar sein. Sonst waren die beiden Stuten echt die Ruhe selbst und vollkommen entspannt und auch robust, aber Wurmkur ging gar nicht. Aber da mussten sie durch.
      Zuerst holte ich Minnie Maus aus ihrer Box und putzte sie gründlich. Ich ließ mir viel Zeit, denn ich wollte ihr etwas des Stresses nehmen. Klappte nur nicht so gut. Aber immerhin verlor sie durch die lange Putzaktion beinahe den Rest ihres Winterfells, so dass sie langsam wieder ansehnlich wurde und nicht mehr wie ein Yeti aussah. Danach holte ich auch schon die Wurmkur. Es ging ganz schnell: Maul auf, Wurmkur rein, Maul zu.
      Großen Widerstand erhielt ich nicht, allerdings reichte mir Minnies Gesicht nach der Aktion aus, um zu wissen, dass sie ganz und gar nicht begeistert war. Ich entschuldigte mich auch gefühlte drei Mal, ehe ich mit ihr noch eine kleine Runde im Wald spazieren ging, ehe ich sie auf die Weide entließ. Nun würde das gleiche Spiel bei Magical Touch weitergehen.
      Die schien heute aber nicht ganz so übellaunig zu sein. Das Putzen genoss sie sichtlich und ließ sich auch schön hinter den Ohren und am Bauch kraulen. Anscheinend konnte da jemand mit unserem Wohlfühl-Wurmkur-Programm gut leben. Also ließ ich mir bei ihr auf viel Zeit und nutzte die Chance, um bei den fast 15°C ihren Schweif zu waschen. Nach der langen Winterpause hatte er es wieder dringend nötig.
      Danach musste auch Magic einmal das Maul öffnen, damit die Wurmkur reinkam und dann waren wir schon fertig. Da Magic heute doch netter als gedacht war, trenste ich sie auf und ging mit ihr noch eine kleine Schrittrunde ins Gelände. Die Wurmkur schien ihr ja doch nicht mehr so viel auszumachen. Manchmal hatte ich das Gefühl, mussten meine Stuten auch einfach mal zicken, taten sie ja sonst nie.
      Nach einem doch entspannten Frühlingsausritt versorgte ich Magic, bürstete noch einmal über sie drüber und dann durfte auch sie wieder auf die Weide. Für mich hieß es nun Boxen misten und wieder frisch einstreuen. Das würde noch genügend Zeit in Anspruch nehmen.

      2016 - von sweetvelvetrose
      Die Sonne schiehn und es war warm Vöglein zwitscherten und man spürte einfach das Frühling war. Ich schlenderte über den Hof und überlegt mit wem ich heute was machen könnte der jnge Hengst Ironic stand auf dem Paddock und schaute mich spitzbübich an er würde Bald in sein neues Zuhause um Ziehen wo er seiner rasse gerecht trainiert und ausgebildet wird hier unter den Arabern würde er auf dauer nicht glücklich werden wobei er ja einen Narren an Casanova gefressen hat dieser stand zur Zeit auf der gemähten Apfel weide bzw ehere Garten aber genau Richtig für den kleinen Kerl er hatte aktuell gesellschaft von noch einem Shetty Hengst dieser kam mit einer Stute zusammen auf den Hof die stute stand jetztz mit Magical meinem neuen tinker auf der Mittleren weide zum eingewöhnen die Araber Stuten waren alle saamt auf der großen sommer weide mit Unterstand die Mädels würde ich aktuell nicht stören esseiden eine der Ladys soll gedeckt werden doch aktuell war die nachfrage nach Arabern sehr gering wie überhaupt nach Fohlen, somit haten die Stuten erstmal Pause.

      14.05.2016 Pflegebericht für alle Pferde
      „So, jetzt müssten wir eigentlich gleich da sein!“, sagte ich fröhlich zu meinen vier Mitarbeitern, die mit mir in meinem Auto saßen. Wir waren gerade auf dem Weg zum Gestüt Fearie Hills von Sweetvelvetrose. Diese hatte für heute jemanden gesucht, der sich um ihre 38 Pferde kümmerte und ich war der Meinung, dass uns etwas Arbeit mit fremden Tieren auf keinen Fall schaden würde.
      Ich bog in die Zufahrt ein und stellte das Auto ab. Ich war schon ein paar mal hier gewesen, da ich Sweet schon des Öfteren Pferde abgekauft und auch eines verkauft hatte. Kaum waren wir alle ausgestiegen, kam uns die Gestütsleiterin auch schon entgegen und begrüßte uns herzlich.
      „Ich muss leider auch schon weg, ich hoffe ihr findet euch trotzdem zurecht? Du warst ja schon hier, denkst du das geht so?“, fragte Sweet mich. „Klar, das schaffen wir auf jeden Fall! Bis du wieder hier bist, ist alles erledigt!“, versprach ich ihr lächelnd und führte meine kleine Truppe dann auch sofort in den Stall. Es war erst früher morgen, doch da die Pferde ihr Frühstück bereits beendet hatten, begannen wir sofort damit, sie auf die Koppeln zu bringen. Sweet hatte uns netterweise einen Plan da gelassen, damit wir alles richtig machten. Ich bewunderte Sweet`s Tiere, während meine Lieblingsmitarbeiterin Meg erwartungsgemäß bei Barakah al Sanaa hängen blieb. Die junge Stute stammte aus meiner Zucht und Meg war es nicht ganz leichtgefallen, sie gehen zu lassen. „Meg, schau mal hier! Ihre erste Tochter!“, rief ich die junge Frau zu mir, als ich vor der Box einer wunderhübschen Araberstute namens Baraija ankam. Das Stütchen hatte Barakah`s Fellfarbe geerbt und besaß ein ausgezeichnetes Exterieur. Auch Meg war hin und weg von der Süßen.
      Nachdem wir alle Pferde aus dem Stall raus hatten, begannen wir mit dem Ausmisten der Boxen. Zu Hause übernahmen das immer meine Arbeitsreiter und Stallburschen, doch hier legte ich natürlich selbst mit Hand an. Immerhin hatte ich hier und heute Gott sei Dank einmal keinen Bürokram zu erledigen. Wir waren ein absolut eingespieltes Team und kamen daher sehr gut voran. Schließlich hatten wir alle Boxen ausgemistet, frisch eingestreut, Heu hineingeworfen und die Tränken kontrolliert. Ich holte flott die Kühltasche aus meinem Auto und wir schlenderten zu einer Wiese bei den Koppeln, um dort Pause zu machen. Ich tischte Sandwiches, Obstsalat und Eistee auf und es dauerte nicht lange, bis sich Samuel und Donald um das letzte Schinkenbrötchen stritten. Meg und ich rollten nur mit den Augen, während der stille Brian keine Miene verzog. Er hielt sich aus dem Gehabe der anderen Jungs meist raus, was vielleicht auch ganz gut so war. Nachdem Donald und Samuel ihren „Ich-habe-aber-mehr-gemistet-Streit“ um das Brötchen endlich beendet hatten, packten wir zusammen und kehrten in den Stall zurück, um nun mit den Pferden zu arbeiten.
      Nach einem längeren Blick auf die Trainingspläne hatte ich mich entschieden: Wir würden zuerst einmal mit den Hengsten beginnen – dazu zählten White Boy und Asfari Sharin, die beide im Verkaufsstall standen. „Samuel, Donald? Ihr schnappt euch Slushund Kajano. Letzterer ist wohl ein absoluter Westerncrack, deshalb reitest du ihn, Donald. Ihr geht mit den beiden einfach ein bisschen auf den Platz. Meg, Brian und ich schnappen uns die Shettys Ginnies Casanova und Erutan Wishes, sowie das Hengstfohlen Ironic und machen in der Halle ein bisschen Bodenarbeit. Sind alle damit einverstanden?“, ratterte ich den ersten Teil meines Plans herunter. Alle nickten und so machten wir uns wieder auf zu den Koppeln, damit jeder das ihm zugeteilte Pferd holen konnte. Am Putzplatz trafen wir uns alle wieder und machten die Pferde in aller Ruhe fertig. Brian, der sich um Erutan Wishes kümmerte, stöhnte angesichts der langen, dicken Mähne des Ponies. Aber auch Meg hatte mit Casanova`s dickem Fell gut zu tun, während ich mit dem Hannoveraner Ironic vergleichsweise schnell fertig war. So zogen die beiden Jungs mit den Criollos in etwa zeitgleich mit uns los – Donald im Westernsattel, Samuel in gewohnter Dressurmanier. Wir anderen schlugen dagegen den Weg zur Halle ein. Ich war ganz begeistert von dem Hengstchen an meiner Seite. Ironic blieb brav neben mir und war sehr folgsam. Meg musste da mit Casanova schon ein wenig mehr verhandeln und Brian brauchte eine ganze Weile, bis Erutan an seiner Seite ein wenig zugänglicher wurde. Alles in allem verlief das Training aber sehr gut und so trafen wir eine halbe Stunde später wieder mit den beiden Jungs zusammen. Donald war völlig hin und weg von dem hübschen bunten Criollohengst, während Samuel ein wenig geschafft aussah. „Slush hat es mir anfangs ganz schön schwer gemacht, der kleine Sturkopf hat mich wirklich getestet bis aufs Blut. Aber danach ist er dann wirklich schön gelaufen!“, berichtete er. Wir versorgten die fünf Pferde und entließen sie anschließend wieder auf die Koppeln.
      „Okay meine Lieben, weiter geht’s. Ich dachte wir machen einen kurzen Ausritt mit den nächsten fünf Hengsten. Donald nimmt Duke of Darkness, ich selbst werde Tiramisu reiten, Samuel bekommt Bintu Al-Bahri, Meg Ashqar – wegen der Größe und Brian, du holst dir TC Amor Casdove. Bis auf Duke und Amor könnt ihr euch die Reitweise aussuchen, die beiden werden Western geritten.“
      Wieder kamen wir alle am Putzplatz zusammen, säuberten und sattelten die wunderschönen Hengste und schwangen uns anschließend in die Sättel. Ich hatte mich für Tiramisu entschieden, da der Hengst wohl sehr unsicher wurde, wenn man beim Reiten einen klitzekleinen Fehler machte. Meine Mitarbeiter waren zwar alle ausgezeichnete Reiter, doch ich hatte nun einmal die meiste Erfahrung – und das auch mit schwierigen Pferden. Wir verließen den Hof im gemütlichen Schritt und genossen die warme Maisonne auf unseren Rücken. Die Pferde schritten eifrig aus und überzeugten uns alle von ihrem ausgeprägten Arabertemperament. Als wir auf einem recht breiten, ebenen Weg angelangten, gab ich das Zeichen für den Galopp und wir preschten den Weg entlang. Zu meiner Freude ließ Tiramisu trotz seiner anfänglichen Unsicherheit wunderbar reiten und auch auf den Gesichtern der anderen lag ein zufriedenes Lächeln, als wir auf den Hof zurückkehrten. Wir sattelten die Hengste ab und entließen sie wieder auf ihre Koppeln.
      „Auf in die nächste Runde! Danach machen wir dann kurz Pause. Donald du holst dir bitte Shamal und Meg, du nimmst Bahar. Mit den beiden Halbstarken könntet ihr ein wenig spazieren gehen, wenn ihr wollt. Brian schnappt sich Khadir, Samuel du dirAsfari Sharin und ich selbst werde Arsil nehmen. Für die drei hübschen steht heute Dressurtraining an.“, wies ich meine Mitarbeiter an. Es war nicht ganz einfach, das Training so vieler unbekannter Pferde zu koordinieren, doch bisher lagen wir sehr gut im Zeitplan. „Ach, nur damit sich niemand wundert: Ich habe White Boy nicht vergessen, den nehmen wir dann nach der Pause noch dazu.“ Während ich Arsil`s fuchsfarbenes Fell bürstete, überlegte ich mir schon einmal, was wir schönes mit den Stuten anstellen könnten. Wahrscheinlich würde sich der Plan so ziemlich wiederholen, aber nach einer kurzen Pause sollte das machbar sein. Als der wunderschöne Araberhengst glänzte, legte ich ihm die Dressurausrüstung an und schlenderte mit den beiden anderen zum Platz. Dort stellten wir die Hengste auf der Mittellinie auf, gurteten nach und schwangen uns auf die Rücken der Pferde. Während Samuel erst ein wenig um das Vertrauen des jungen Schimmels Asfari kämpfen musste, kam ich mit Arsil sehr gut zurecht. Der schöne Araber arbeitete sehr gut mit und reagierte auf jede noch so kleine Hilfe wunderbar. Auch Brian kam mit Khadir ausgezeichnet zurecht und wir beendeten die Dressurstunde mit einer kleinen, schnell improvisierten Quadrille. Als wir die drei Hengste gerade zurück auf die Weide brachten, kamen uns Meg und Donald mit Shamal und Bahar entgegen. Beide waren ganz begeistert von den Junghengsten. Shamal war zwar laut Donald sehr aufgedreht gewesen, doch Bahar`s Ruhe hatte sich zu einem guten Teil auf den anderen Hengst übertragen, sodass die vier einen netten Spaziergang gehabt hatten.
      Die anderen setzten sich nun schon einmal an die Stutenkoppeln, während ich die nächste Ladung Sandwiches holte. Die hatten wir uns nach der Arbeit nämlich redlich verdient. Inzwischen war es früher Nachmittag und wir lagen immer noch sehr gut im Zeitplan. „So, ihr Süßen“- ich ignorierte gekonnt, dass Donald, Samuel und Brian bei dieser Anrede die Gesichter verzogen – „lasst uns weiter machen. Wir starten mit einem Ausritt, dann kommt ein weiteres Dressurtraining, noch ein Ausritt, ein bisschen Freispringen und Bodenarbeit. Damit wären wir dann durch für heute. Aber jetzt mal von Anfang an: Meg, du darfst Baraija reiten, ich nehme Badriyah. Donald bekommt Teasie, Samuel Cardiac und Brian Saddy. Auf geht’s!“
      Ca. zwanzig Minuten später hatten wir das Gestüt auf dem Rücken der fünf Stuten wieder verlassen. Ich saß auf der Tochter von meinem preisgekrönten Araberhengst Khamar al Sanaa und war hin und weg von der wunderschönen Badriyah. Auch Meg strahlte auf Barakah`s Tochter mit der Sonne um die Wette und so hingen wir beide völlig unseren Gedanken nach und blendeten das Geplapper der Jungs einfach aus. Zumindest solange, bis Donald lauthals neben mir quengelte, er und Teasie wollten jetzt endlich galoppieren, dieses ewige Schrittreiten sei doch viel zu langweilig. Also nahmen wir alle die Zügel auf und ließen die Pferde angaloppieren. Donald und Samuel lieferten sich auf dem ebenen Weg ein kleines Rennen, während wir anderen einfach die schärfere Gangart genossen. Die Pferde waren zwar alle recht temperamentvoll, ließen sich dabei aber gut händeln, so dass auch dieser Ausritt wirklich schön endete. Als die fünf Stuten wieder auf ihrer Weide waren, schnappten wir unsZanyah, Rubina, Famiah, Hestia und Fada Fid. Donald murrte ein wenig, da er sehr viel lieber Western als Dressur ritt, aber da musste er jetzt eben durch. Ich wusste ja, dass er es konnte. Meg durfte die wunderschöne Famiah reiten, die früher einmal einer guten Freundin von mir gehört hatte, während ich Donald auf Fada Fid setzte. Samuel bekam Rubina und Brian Hestia, also blieb für mich die hübsche Schimmelstute Zanyah übrig. Sie sah meiner geliebten Little Miss Sunshine wirklich sehr ähnlich und ich war gespannt, ob sie sich auch charakterlich ähnelten. Wir putzten die hübschen Damen und machten sie anschließend fertig fürs Training. Dann zockelten wir mit ihnen zum Reitplatz und begannen mit der Arbeit. Soweit ich das von Zanyah`s Rücken aus beurteilen konnte, arbeiteten alle fünf Stuten sehr gut mit und meine Leute kamen gut mit ihnen zurecht. Wir beendeten das Training mit einer kleinen Schrittrunde um den Hof, damit die Pferde abkühlten und entließen auch sie wieder auf die Koppel.
      Als nächstes stand der dritte und letzte Ausritt dieses Tages an. Ich teilte Donald das Quarter Horse Jade zu, Brian bekam die Criollostute Keep the Faith, Meg die Irish Tinker Dame Magical Touch, Samuel Caresse und ich selbst übernahm deren TochterGirlie, ebenfalls zwei hübsche Criollostuten.
      Wir machten die Tiere fertig und schwangen uns in die Westernsättel. Diesmal schlugen wir einen anderen Weg ein, der uns in den Wald führte. Diesmal waren wir sowieso mit einer ein wenig ruhigeren Fraktion unterwegs, sodass wir es bei einem gemütlichen Schrittausritt beließen. Immerhin hatten wir nun doch schon einen recht anstrengenden Tag hinter uns und waren ja noch nicht fertig für heute. Wieder auf dem Hof angekommen, sattelten wir die Stuten ab, versorgten sie und schnappten uns die nächsten fünf Pferde. Nun stand wieder Bodenarbeit auf dem Programm und ich teilte als erstes Brian den Hengst White Boy zu. Die beiden sollten in die Halle gehen, während wir anderen mit den Stuten auf dem Platz trainieren würden. Ich selbst übernahm das Hannoveranerfohlen Cassidy, Meg bekam Tiara Al-Bahri, Samuel Best look for my Weekend und Donald die Shettystute My Hope Nymeria. Brian ließ uns den Vortritt und kümmerte sich erst um White Boy, als wir den Putzplatz verlassen hatten. Ich wollte mit fremden Pferden kein Risiko eingehen, deshalb hatte ich diese Trennung vorgenommen. Wir anderen betraten mit den Stuten den Platz, machten ein wenig Führtraining, übten Seitengänge, richteten die Pferde rückwärts und übten zuletzt das Freilaufen. Nur Cassidy bekam natürlich den Schongang, da das Stutfohlen in ihrer Ausbildung selbstverständlich noch nicht so weit war, wie die anderen vier Stuten.
      Als wir später wieder mit Brian zusammentrafen, verteilte ich die letzten drei Pferde. Inzwischen war es auch Abend geworden, es wurde somit Zeit, die Pferde in den Stall zurückzuholen. „Okay, wir werden jetzt ein kleines Freispringen zum Abschluss veranstalten. Dazu nimmt Samuel bitte Shády, Brian bekommt Farasha und ich selbst nehme Barakah al Sanaa. Meg, Donald ihr kümmert euch bitte schon einmal darum, dass die Pferde in ihre Boxen kommen. Wenn ihr schnell genug seid, könntet ihr auch schon mit der Abendfütterung beginnen. Meg machte ein langes Gesicht, doch ich brauchte Leute, die sich mit dem Springtraining auskannten und Meg war nun einmal Rennreiterin. Mit Springen hatte sie wirklich überhaupt nichts am Hut. Wir holten die drei besagten Pferde von der Koppel, putzten sie und schützten ihre Beine mit Gamaschen und Streichkappen. Eine kleine Springgasse hatte ich in der Halle bereits aufgebaut, sodass wir die Pferde zuvor nur noch aufwärmen mussten. Ich war wirklich froh zu sehen, dass Barakah sich hier so gut eingelebt hatte. Die Stute ging mit gewohntem Ehrgeiz ans Springen heran und auch Shády und Farasha machten ihre Sache sehr gut. Letztere war die Mutter von meinem Araberhengst Wüstentänzer, daher kannte ich auch sie bereits. Wir ließen die drei Stuten ein paar Mal über verschiedene Höhen springen, dann führten wir sie trocken und brachten sie anschließend in ihre Boxen. Im Stall herrschte ein ganz schöner Tumult, da Meg und Donald tatsächlich bereits mit der Abendfütterung begonnen hatten.
      Als schließlich jedes Pferdchen seine Ration im Trog hatte, legte sich die uns gut bekannte, wohltuende Stille über den Stall, in der nur das zufriedene Kauen der Pferde zu hören war. Wir drehten eine letzte Runde durch den Stall und machten uns dann nach diesem langen Tag auf den Heimweg.

      21. Oktober 2016 von sweetvelvetrose - Die Einkehr in ein neues Heim
      Hi ich bin Nancy Wizzard , ich bin jung und voller taten Drang
      Meine Eltern sind beide super Verdiener und ermöglichen es mir mit einem großen Startkapital meinen Traum von einer eigenen Zucht zu verwirklichen
      Ich habe mich den Warmblütern verschrieben doch einen gute Freundin von mir die Jani Redinsch musste leider auf Grund ihrer Drillings Geburt alle Pferde abgeben ein Paar werde ich bei mir behalten allen Voran ihr geliebter Duke er wird bei mir die Hengste in Schach alten und Magical Touch die Tinker Stute wird das Start Tier für meine Freizeitpony Tinker Zucht.
      Aktuell Wächst meine kleine Herde um jeden Tag etwas mehr angefangen hat es mit Incendio dann folgte recht schnell die nicht einfache Schimmel Stute Lamira und auch von Cassidy der Jung Stute von Jani erhoffte ich mir Einigens hatte sie doch einen berühmten Vater den Icebreaker der leider Tragisch ums Leben kam.
      Meinen neueste Errungenschaft war Imaginary der große dunkel Schimmel Hengst hatte viel Potnezial und schicke Gänge aber die Sprung Kraft war genial so würde ich ihn auf jedenfalls im Springen Fördern.
      Neelix der Pony Hengst steht aktuell als Gast Pferd einer Freundin in unserem Verband und das Shetty Casanova leistet ihm Gesellschaft.
      Neben den Pferden gehört noch jede Menge Personal und Freunde zu mir und meinem noch kleinen Hof.
      Lee Freeman jüngerer Bruder von Tom Freigeist etwas abgedreht aber ein ehrlicher Mensch hat einen Hang zu Drogen aller Art. Hilft im Stall. (19 Jahre führt sich aber zum Teil auf wie 16)
      Tom Freeman um 7 Jahre älterer Bruder von Lee er ist der Ruhe Pol auf dem Hof und kümmert sich um die Finanzen. Wohnen beide in getrennten Wohnungen auf dem Hof Leitet die Springstunden ( 26)
      May Lieb Trainerin und Reitlehrerin etwas Ruppig in ihrer Art aber meist am Lachen wenn sie dies mal nicht tut sollte man sie besser meiden. Seit 17 Jahren Glücklich mit Sven Lieb verheiratet hat 2 nun erwachsene Kinder. (geschätzt sie will es nie zugeben 45)
      Biene Hampton eigentlich aus Deutschland stammend heiratet früh einen Mike Hampton leider ergab das Schicksal ein anderes er ging ihr fremd und sie ließ sich scheiden seitdem ist sie sehr esoterisch angehaucht und macht einen Ausbildung zur Geistheilerin oder dem waren Titel Heilpraktikerin sowohl für Mensch als auch für Tier. 32 Jahre Sie wohnt im Nachbardorf hat hier aber auch ein eigenes Gästezimmer und vermutlich zukünftig auch ihre Praxis auf dem Hof (vorausgesetzte sie schafft die Ausbildung)
      Sergej aushilfst Kraft aus Polen ist immer ein halbes Jahr da und wechselt sich dann mit Paolo ab der dann für ein halbes Jahr tat Kräftig im Stall für Ordnung sorgt, können das wichtigste in Deutsch leben in den kleinen Mietwohnungen am Hengst Stall.

      So viel dazu heute würde ich endlich zum Reiten kommen nach den der Hof hergerichtet war und die Zäune neu aufgestellt die Dächer neu gedeckt und die Plätze und die Reit Halle neuen Sand erhalten haben.
      Ich holte heute zuerst die Tinkerstute raus und würde mit ihr einen Runde die neue Umgebung erkunden.
      Gesagt getan die kleinen war schnell fertig gemacht und gestattet und dann ging es los erst lange grade dann Berg rauf oben angekommen konnte ich einen unheimlich schönen Blick auf meinem Hof werfen – ja das war meiner und würde hoffentlich bald bis über die vielen Berge hier bekannt und geschätzt sein.
      Nach einer guten Stunde war ich wieder Zurück machte die Isabellstute fertig und stellte sie zu den andern auf die Herbstweide.

      19. November 2016 von sweetvelvetrose - Ein neues Pferd zieht ein
      Nebel hing über den Wisen udn bergen von Echo Forest wie so oft die Tage, ob er heute sich verzeihen würde war fraglich.
      Nachdenklich und im gedanken verzunken stand ich da udn Blickte ins leere im Stall herschte das übliche treiben Biene klappterte mit Holzbrttern in ihrer Praxis rum, ja sie hatte die Ausbildung geschafft udn ein partyy würde es noch geben aber sei wollte so schnell wie mögliche ihre Praxis eröffnen und war nun auch schon arg spät dran 2 Tage bleiben ihr noch bis zur eröffnung ihrer Heilpraxis für PFerde und Kleintiere, ich würde ihr für härtere Fälle dann auch eine box zur verfühgung stellen zumidnest war so der Plan.
      4 Boxen waren noch leer eien davon würde sich heute füllen, Tom gesellte sich grade zu mir " Na auf was wartest du " oh je ich hatte ihm vergessen zu sagen das heute eine neue Stute kam doch mehr als ihn geschockt anschauen konnte ich nicht denn mein handy klingelte udn ich ging eillens ran " Nacy Wizzard " kurze pause " ja ok ja kein Problem gegen Mittag dann ? " wirder pause " ja vielen Dank auf wiederhören" ich drehte mich wieder5 zu Tom um " Die Handwerker für Bene kommen leider erst heute Mittag, da wird sie nicht grade begeistert sein* kurze Pause" ich warte übrigens auf ein neues Pferd , sie ist eine schimmel Stute Trakhener udn super zu reiten Sprungkraft udn schnelligkeit ich dneke sie köntne sich gut wie Image im Vielleseitigkeits Sport beweißen denn nervenstark ist sie auch " Tom nickte nur udn lächelte leicht , das war zustimmung genug und ich war erleichtert denn normalerweiße sollte ich solche käufe mit meinem Team absprechen.
      Ein Poltern kündigteden Transporter ab der über den Platz ffuhr und an der Reithalle an hielt.
      Eien Junge Frau stieg aus und begrüßte mich. ich eilte zu ihr schüttelte freudig ihre Hand und ging dann mit ihr an das andere ende des Transporters sie hatte nichtn ur die Schimmel stute dabei sondern noch 3 weitere Pferde die mich alle Neugierig anschauten als ich ein trat lachen meitne sie " ihr bleibt alle fdrin nur Wave geht, mit dne andren bin ich auf dem weg zu einigene Tunieren " ich wünsche ihr viel Glück udn führte Wave raus auf den feuchten Hof udn führte sie zur kleinen Reithalle hier soltle sie erst einmal die angestaute energie der Langen fahrt ab reagieren vor der Halle nahm ich ihr die blaue Dencke ab udn entließ sie in die Hallo wo sie aufgeregt schaubend udn schweifschalgend erstm al umher trabgte dann Galoppierte sehr eindrucksvoll zeigte das diese Rasse gern mit Arabern verjüngt wird. ich verabschidete mich von der Ehemaligen besitzerin udn beobachtet weiter die 8 Jährige Stute wie sie da in der Halle rum buckelte udn sich austobte.
      Nach einer weile stellte ich fest das sie noch jemand beobachte es war Tom der an die bande gelehnt ihr zu sha und die Stirn runtzele ich seuftze udn ging zu ihm hinter " na wwas meinst du ? " Tom blickte mich an " Der flecke an ihrem Bauch der könnte sich vereerben udn sie passtt von der Rasse nicht esseidenn du holst dir ncoch einen Thrakner Hengst " " Das war der paln " sagte ich leiße " und ja der Flecke den macht sie aber auch grade einzigartig udn einzigartigkeite ist gefragt udn jeder weiß dass sich dieser sabino fleck nicht vererben muss aber kann " ich finde sie klasse und sie wird unsere Zucht auf irgendeine weiße breichern " sagte ich lachend " und sie muss geschoren werden so können wir nicht mit ihr traineiren sie ist ja jetzt schon nass geschwitzt !" sagte Tom " ja das stimmt ich wollte morgen Eh auch die andren Scheren Incendio aht auf einmal wolle geschoben ohne ende " trotz eindecken rechtzeitg dachte ich bei mir hoffentlich würde der winter nicht so eisig werden.
      " Wir sollten Cassidy kurz dazu stellen das es keien gekeife im Stall gibt die box neben ihr hast du ja schon hergerichtet " schuldbewusst blicke ich ihn an " ja " ich geh sie holen" udn verschwand auf dem Hof und eilte Rüber um Cassiy meien junge Stute zu holen sie hatte einen seht bekannten und tollen Vater gehabt der leider verstorben war , sie hatte selbst auch viel fvon ihm die Hellen spitzen kammen ihmmer mehr raus und auch das nussbraune Fell glich ihm stark " mit einem leisen und freundlichem wiehren kündigte se unser kommen an. Vor der Halle streifte ich ihr die Dekce ab auch sie war trotz dicker dekce gut im fell stehend. ich fürhte sie rein hielt mit der Gerte Wave noch auf abstand macht Cass ab und ging au der Halle .
      Die beiden Stuten stecken die Köpfe zusammen udn beschnupperten sich dann wurde gequitscht und dann losgerannt ? neine dann kraulten sie sich gegensietig die Mähne *" ja super das ging ja shcnell " also holte ich die Stuten raus deckte Cassidy wieder ein stellte sie in die Box udn Wave brachte ich unter das Solarium. wärend die Stute da abtrocknete holte ich Casanova vom Paddock der kleien hengst hatte einen leichten schnupfen udn er würde heute zum erst mal unsere Pferde Sauna kenne Lernen .
      Also Packte ich dne viel befellten kleinen hengst aus der decke aus udn führte ihn in die Sauna band ihn dort an udn heizte die Suana ein d nach 10 Min holtei ch ein Dampfendes Muteres Pony wieder raus brahcte ihn zu Wave die ihn neugierig beäugte und Band den kleinen hengst mit guter enfernung neben ihr am andern Solarium an udn duschte das Pony ab ( lauwarm versteht sich ) dann stellte ich das Solarium auf ide Größe eine udn machte es an so soltle der kleien erst mal trockenen udn dnan würde er noch inalierne müssen.
      Wave Packte ich wärenddessen in ihre Decke ein und wüprde bald eien wärmere für sie holen müssen, dann ging es in die Box dorte wartet Frisches Wasser Heu udn müsli alles wurde abgescnuppert aber nichts angerührt dann stellte sie fest das man auch hier raus konnte auf einen kleinen paddock d en betrat sie erst mal und blickte sich um drausen wurde sie von cass begrüßt udn auch lamira wiehrte ihr zu magic hob nur den Kopf .
      Nach dem kurzen Hallo sagen ging sie wieder rein und machte sich über das Müsli her was sie noch vom alten stall mitgrbracht hatte.
      Zufriedne ging ich weiter zu den Hengsten Incendio holte ich raus kraulte den Hengst zwischen den Ohren udn nahm ihm die Burgunder rote Decke ab bürstete über das glatte glänzende fell kurz rüber, sattelte ihn auf und ging mit ihm in die große Reithalle hier baute ich ein paar niedrige Sprünge auf Tom würde mir Unterricht geben.
    • sadasha
      Verjährte Pflege
      14. Dezember 2016 von sweetvelvetrose - Da steht ein Pferd auf dem Reitplatz !
      „ Nancy!!!!!!!!!!“ Biene kam keuchend in die Stube gerannt ich saß grade bei einem Dampfenden gut riechenden Kaffee und hätte ihn vor Schreck fast umgestoßen, fragend Blickte ich sie an „Da steht ein Pferd draußen!“ wieder ein Fragender Blick meinerseits „ ja Biene das ist ein Pferdestall!?“ meinte ich lachend ich erntete einen genervten Blick „ keins von unseren – geh und schau selbst „ jetzt war ich es die aufsprang und los rannte kurz die Glocks anzog und auf den Hof flitze mich umblickte und ein Pferd auf dem Reitplatz angebunden stehen sah. Es war ein großes geschecktes Tier was mit der Situation wohl alles andere als Glücklich war denn es riss immer mal wieder an dem Strick und hatte die Ohren flach angelegt ich machte auf dem Absatz kehrt und zog meine richtigen Schuhe an und einen Jacke die halbwegs biss fest war.
      Dann machte ich mich auf den Weg in den Stall machte die Quarantäne und eigentlich Bienes Box fertig und nahm einen Amr Heu mit und 2 Äpfel ich würde mich bei dem Tier erst mal einschleimen und schauen wie es so drauf war.
      Sergjie war auch schon wach und Blickte aus der Box von Magic raus „ Pferd draußen ein Miststück , geben acht“ „ Danke „ sagte ich und wusste das er vermutlich recht hatte doch ob es eine Stute war konnte ich noch nicht feststellen im ersten Moment würde ich sagen es ist ein Hengst vom Hals und Gebäude her.
      Mit dem Bestechung Materialen bewaffnet ging ich auf den Platz blickte unter das Pferd in gutem Abstand und stellte fest das Serg recht hatte die gescheckte mit der langen Mähne war eine Stute.
      „ Hallo du Hübsche Ganz Ruhig ich will dir nur das Heu hinlegen und bin dann wieder weg „ redete ich leise auf die Misstrauische Stute ein würde ich sei losbinden wär sie vermutlich über alle Berge weg.
      Ich legte das Heu auf sicherer Entfernung hin und stupste es mit dem Fuß zu der Stute, die erst einmal ängstlich reagierte „ oh je was hat man dir denn angetan das du so eine Angst hast? „ Mit leiser stimme redete ich weiter musste aber feststellen das das die Stute keines Wegs beruhigt ich entfernte mich etwas und überlegte was ich machen könnte, mir war ein Brief um ihren Hals aufgefallen doch an den würde ich jetzt noch nicht ran kommen.
      Tom kam mir entgegen und hatte Magic dabei unser Therapie Pferd sollten wir es wagen und sie dazu stellen? „ Tom meinst du das hilft?“ „ Ein versuch ist es wert, vor uns Zweibeinern hat sie ja Angst „ Tom machte das Halfter von Magic ab und entließ sie auf den Platz die Isabell farbene Stute trottete gemächlich zu der gescheckte hin und blieb in einiger Entfernung stehen und beobachtet genau wie wir was passierte.
      Die Gescheckte blickte sich um und wieherte dann leise mit aufgestellten Ohren zu Magic hin diese setzt sich wieder in Bewegung und ging zu der großem Stute hin und schnupperte an ihr dann steckten beide die Köpfe zusammen und quietschten 2 x dann war die Sache gut und sie Kraulten sich.
      Mir kam grade eine Idee und hoffte sie hatte den Trick verinnerlicht den wir mit dem kleinen Casanova geübt hatten „ Magic Aufmachen und führen“ sagte ich ihr leise und hoffte es würde klappen.
      Magic schien verstanden zu haben und nahm den Strick und zog am richtigen ende daran und zog ihn auf zum Glück war er nicht extra gesichert die Große Stute war verwundert trottet dem kleineren Tinker Mädchen aber hinter her Magic führte sie wie selbstverständlich in die bereit gemachte box und bleib mit ihr zusammen drin stehen. Schnell eilte ich herbei und schloss die Tür und oh Wunder ich konnte die Große anfassen und vorsichtig streicheln, sie legte zwar die Ohren an aber machte keine Anstalten zu beißen oder so, Vorsichtig nahm ich ihr das Halfter und den Breif ab und ließ sie mit Magic in der Großen Box allein Heu hatten sie und auch Wasser und Tom meinte er würde in der Nähe bleiben.
      Ich setzte mich wieder ins Haus zu meinem nun kalten Kaffee und faltet den Brief auf und begann zu lesen

      Sehr geehrte Frau Wizzard,

      es ist vermutlich feige und auch nicht richtig ihnen das Pferd einfach vor die Tür zu stellen aber ich bin mir sicher dass sie es bei ihnen gut haben wird.
      Ich musste mich von meinem Mann trennen und es war einfach kein Geld mehr da und es ist mir alles über den Kopf gewachsen, Avalon-Fiffenity ist eine Gekörte Barockstute sie hat einen eigenen Kopf und ist leider Fremden gegenüber erst mal sehr skeptisch wie sie sicher schon gemerkt haben.
      Papiere und Pass etc. liegen bei ich bitte sie mich nicht darüber ausfindig zu machen.
      Ich weiß es ist nicht richtig aber der einzige andere Weg der so schnell gegangen wäre, wäre der Schlachter gewesen und das habe ich nicht übers Herz gebracht.
      Achso es könnte sein das sie tragend ist wir haben sie vor einigen Monaten decken lassen da war das alles noch nicht bekannt.
      Viele Grüße und viel Glück

      Na das war ja der Hit so schnell kam man noch zu einem weiteren Pferd, mal schauen was sich aus der großen machen lässt …

      22. Mai 2017 von sweetvelvetrose - Abschied von Imaginary und die Vorbereitung für den Urlaub.
      Wir hatten es nicht kommen sehen und es war so schmerzhaft auch wenn ich den Großen noch kaum gearbeitet hatte so war er immer der gutgelaunte groß rahmige Hengst der alle verzaubert hat.
      AN einem Morgen merkte ich beim Longieren das Imaginary komisch lief, so gekrümmt. Direkt allamierte ich dne Tierarzt einer aus dem Nahen Dorf da ich wusste das mein Hof Ta verreist war.
      Dieser tastet ihn ab und fand einen schmerzhafte stelle, okay er hatte da vielleicht ein tritt abbekommen doch er stand aktuell allein auf dem kleinen Paddock das konnte es also nicht sein. So wurde er erst geultraschallt und das legte schon das große übel frei er hatte einen riesigen also wirklich riesigen Tumor im Bauchraum. Das ließ nur eins zu Einschläfern … Ich Eilte in Haus und holte Tom und die anderen erzählte ihnen was passiert war bzw ist und alle stimmten zu es sofort zu amchen denn man sah dem großen an das es ihm nicht gut ging sein Zustand hatte sich sein den 5 Min Longieren und dem Kommen den Tierarztes zusehens verschlechtert. Der Ta vermutet das durch die Bewegung sich der Tumor verschoben hat und jetzt auf eins der Innerne Organe drückt und schmerzen verursacht.
      Schwer schluckend schaut ich Tom an mit Fehlten die Worte.
      "hatte man das nicht bei einem Checkup merken müssen ?“ fragte Tom der Arzt verneinte wenn man nicht Ultraschallt bekommt man sowas nicht mit .
      Die Quarantäne Box war mit Inspiration belegt deswegen gingen wir in die Longierhalle hier konnte man auch gut ran fahren so dass der Abdecker das Pferd dann abholen konnte.
      Bine stand auf einmal neben mir und nahm mich in dne Arm jeder abschied ist schwer der Ta setzt die schlafsprizte und dann als er lag den Rest es dauerte nicht lang da war es vorbei und Image schief für immer. Alkle gingen bedröppelt ihre wege ich hatte einen Plane geholt und deckte den Leblosen Körper ab. „ Ich ruf den Abdecker an „ sagt ich Laut in die Runde wobei meine Stimme erstarb „ Brauchst du nicht hab ich schon er ist in 10 min da „ sagte Bine
      Tom war schon im Stall und hatte Lamira rausgeholt auch Bine war nun in den Stall gegangen und holte Avalon raus die beiden hatten sich super gut angefreundet, sogar so gut das in Bienes bei sein jeder die Stute streicheln durfte.
      Ich holte mir Duke und das Pony Casanova und ging mit beiden Spazieren, Tom würde dem Abdecker Bescheid sagen wo Image lag. Ich musste erstmal vom Hof runter.
      Unterwegs schaute ich noch nach den beiden Fohlen die etwas abseitzs auf der Fohlen Koppel rumsprangen – ja hier war das blöühnede Leben Jejota glätze im Sonnenschein wie pures Gold da hatte der Vater ganze arbeit geleistet und ich hoffte das ihr Opa nicht durchkommen würde uns sie nie zu einem Schimmel wird. Jora hingengeh atte das Felll von dunkelm eben holz und schimmerte im Sonne licht leicht Rötlich.

      Duke brummelte den Jungestute zu und Casa machte einen auf ich bin ein riesiger toller Hengst dsabei war er kleiner als die beiden Fohlen ich lachte ja ich kontne wieder lachen keinen 20 Min nach Images verlust … das llleben ging weiter und mein weg auch.
      Wieder zurück war Image fort abngeholt vom BAdecker als nächstes holte ich Rainy raus und ging mit ihm in die kleine Trianigens Halle leisß ihn laufen baute ein paar kavaletties auf und ließ ihn frei springen mit Freude war der Tinkerhengst dabei. Meine Gendanken schwirrten aber immer wieder rüber zu der kleinen Longierhalle … hättem an ihm das ersparen können ? der Ta sagte nein aber wenn doch ?

      Nahc einer dreiviertel stunde Fing ich den Fuchsschekcen wieder ein und brachte ihn zu Duke und Casa auf die Apfelweide.
      Dann Widmente ich meiner aufmerksamkeit meinem anderen Tinker der sanften stute magic mit ihr machte ich das gleiche wie mit Rainy und auch sei war mit spass dabei merkt aber sensibel wie sie war das es mir nicht so gut ging.
      Nahc 10 Min kam Bine mit Avalon vorbei und steckte den kopf rein „ huhu wie geht’s dir ? ich hab hier was für dich „ ich kam an die Tür und nahm 2 Tabeletten engegen „ Für mich oder das Pferd ? „ fragte ich „ dfür dich kam prombt die antwort „ für was ?“ fragte ich skeptisch „ dann geht’s dir besser „ sagte sie lächelnd „ oh cool Drogen „ meinte ich lachend und nahm die Tabletten die nach Lavendel rochen mit einem Schluck Wasser welches ich immer an der Tür stehen hatte.
      Nach dem auch Magic fertig war brachte ich sie zu Lamira und Avalon auf die Koppel und holte Incedio raus da es mir jetzt besser ging ( waren es vielleicht doch Drogen ? und nicht nur Lavendel ? ) wie dem auch sei es war nicht mehr alles so bedrückend und ich konnte mit Inc etwas reitender weiße arbeiten,. Die Anlehnung ging schon wesentlich besser als noch vor 4 Wochen. „ ich sag doch er kann das „ meinte Tom von der tür der Großen Riethalle aus „ ich hatte ihn nicht bemerkt und zuckte zusammen „ na schreckhaft ?“ fragte er amüsiert ich streckte ihm die Zunge raus und arbeitetr weiter Tom kam derweil mit Wave rein sie hatte ich gestern geritten und hatte ihm von den Anlehnung Problemen geschildert mit ihr würde er heute intensiv trianieren.
      Am Abend waren alle Pferde versorgt und wir sahsen noch lange zusammen Bine und Tom hatten den Paddock von Image gesäubtet und neu eingestreut das es nicht ganz so leer aus sah.
      Inspiration war von mir noch geputzt wordne und mit salbe eingeschmiert der Tierarzt war shcon bestellt denn sie hatte ein Paar offene stellen und auch war ihre Nahrungsaufnahme nicht die beste ich hatte ihr etwas Mesh gegeben nur wenig aber das konnte sie wenigeigtens auflutshcen das würde ich vor dem schalfengehen noch mal machen bis dann der Ta morgen kam.

      22. Mai 2017 von Veija - Besuch bei Nancy Wizzard und ihren Tinkerlein
      "An meine Lieben,

      da ich leider ein paar Tage verreisen muss, übergebe ich euch meine Pferde,Ponys und Halbstarken in eure pflegenden Hände. Anbei erfahrt ihr etwas über die einzelnen Pferde, damit ihr sie besser einschätzen könnt. Euch beiden, Bellamy und Octavia, übergebe ich Avalon- Fiffenity, Rainy Afternoon und Magical Touch.
      Rainy ist ein gemütlicher kleiner Tinker, der sich gerne Tricks beibringen lässt. Unter dem Sattel arbeitet er gerne mit. Noch lieber geht er jedoch ins Gelände und zeigt sich dort sehr trittsicher. Magical Touch ist eine feinfühlige Stute, die mit einem durch dick und dünn geht. Sie liebt Kinder und geht mit ihnen sehr behutsam um.
      Avalon ist da ein eher größerer Proglemfall. Sie ist eine großrahmige, etwas eigenwillige und scheue Stute, die lange brauch um jemandem zu vertrauen. Druck verträgt sie leider gar nicht. Seit sie mit Biene zusammen arbeitet und Globulis bekommt, ist sie etwas umgänglicher. Die Globulies sind schon abgezählt in ihrem Futter vermengt, welches sie täglich bekommt. Das bedeutet, alles fein in Tupperdosen verstaut und beschriftet, wie bei den anderen Pferden auch.

      Das war also die kleine Info zu den euch zugeteilten Pferden.
      Mein stall liegt bei Shawinigan leicht außerhalb, Québec, Kanada. Es stehen 2 Wohnungen und 5 Gästezimmer zur Verfügung. Die Gästezimmer sind im Haupthaus, Wohnungen in den Nebengebäuden.

      Ich hoffe ihr findet euch zurecht und ich wünsche euch einen schönen Aufenthalt auf meinem hof.

      Liebe Grüße
      Nancy Wizzard"

      Das war es also, der Brief, der Octavia und mich für eine gute Woche nach Québec auf den kleinen Hof von Nancy Wizzard führen sollte. "O hast du alles, ich will endlich losfahren.", rief ich den Flur hinauf und sah, wie Octavia gerade den Koffer die Treppe herunter schleppte. "Helf mir doch mal...", murrte sie. "Sag doch Bescheid, wenn du Hilfe brauchst.", erwiderte ich nur augenrollend und half ihr dann, den Koffer ins Auto zu bringen. "Hast du den Brief gelesen, O? Die Pferde stehen 24 Stunden auf der Koppel und kommen nur in Ausnahmefällen und zum Füttern nach dem Reiten in die Paddockboxen, hat Nancy noch geschrieben. Merk dir das, wenn wir da sind, sonst köpft sie uns.", sagte ich lachend und wir konnten endlich losfahren, in Richtung Echo Forest Stable!

      Ich parkte unser Auto auf dem Parklpatz der Wohnung, in der wir uns diese Woche aufhalten wollten. Schnell hatten wir ausgepackt und uns umgezogen, ehe wir uns auf den Weg zu den Koppeln machten, auf denen die Pferde standen. Nancy hatte uns noch mitgeteilt, dass die drei Pferde, um die wir uns kümmern sollten, alle Western geritten wurden. Wobei sie jedoch bezweifelte, dass auch nur einer von uns Avalon in der Woche reiten würde, aber Rainy und Magical würden da keine Probleme machen. "Schau mal, da ist Magical Touch schon, und Avalon glaube ich!", sagte Octavia aufgeregt und deutete auf eine kleinere Koppel, auf der tatsächlich die beiden Tinkerdamen standen. Wir gingen zum Zaun und zückten die Möhren, die wir den Pferden mitgebracht hatten. Magical Touch kam sofort angetrabt, als wir ihren Namen riefen. Avalon starrte uns nur aus der Ferne an, kam dann zögerlich ein paar Schritte auf uns zu, nur um im nächsten Moment wie ein verschrecktes Reh kehrt zu machen und sich ein gutes Stück von uns zu entfernen. Das konnte ja lustig werden, sie einzufangen, dachte ich seufzend und gab Magical ein Stückchen von meiner Möhre. Die andere Hälfte war für Rainy. "O schnappst du sie dir und bringst sie Richtung Stall, dann geh ich mir Rainy holen und wir können die beiden putzen. Dann ist es eh schon fast Zeit fürs Bett.", erklärte ich und sie nickte.
      So machte ich mich auf den Weg, um Rainy Afternoon zu finden, der auf einer benachbarten Wiese stand und genüsslich sein Gras futterte. Ich rief ein paar Mal seinen Namen, ehe er sich gemütlich, ganz getreu dem Motto 'Kommst du heut nicht, kommst du morgen' auf den Weg zu mir machte. Ich gab ihm sein Stück Möhre und klickte dann den Führstrick in sein Halfter, ehe auch wir in den Stall gingen, wo wir auf Octavia und die schicke Stute trafen, die zusammen schmusten. "Na da haben sich ja zwei gesucht und gefunden.", scherzte ich und band Rainy an seiner Box an. Gemeinsam putzten und knuddelten wir die Pferde etwa eine gute Stunde, ehe wir sie wieder auf die Koppel brachten und uns noch eine Weile zu den Stuten gesellten. Natürlich hatten wir auch hier wieder kleine Möhrenstücke eingepackt, falls Avalon sich doch zu uns gesellen wollte- und tatsächlich, nach einiger Zeit kam die Stute zögerlich auf uns zu und klaubte sich ein Stückchen Möhre. Als Octavia jedoch die Hand hob, um sie sachte zu streicheln, machte sie einen panischen Schritt zurück und legte ruckartig die Ohren an. "Holla...", sagte ich leise und versuchte sie zu beruhigen, doch sie wandte sich ab und galoppierte ein Stück von uns weg. "Dann lass sie O.", sagte ich schulterzuckend. "Nancy wird sich schon um sie kümmern, wenn sie wieder da ist.", sagte ich zu ihr und wir gaben Rainy und Magical die letzten Möhrenstücke, ehe wir ins Haus verschwanden und uns irgendwann ins Bett legten.

      Am nächsten Morgen kamen wir beide nicht so wirklich aus dem Bett. Da die drei Pferde jedoch auf der Koppel standen, würden sie schon nicht verhungern, bis wir endlich aufstehen würden. So waren wir erst um zehn Uhr fertig mit frühstücken und machten uns auf den Weg zu den Pferden. Octavia schnappte sich wieder Magical, während ich mir erneut Rainy holte und wir die beiden im Stall putzten. "Bell ich geh ein wenig mit ihr spazieren, dann kannst du..." "Sollen wir nicht heute Mittag mit den beiden ausreiten? Dann machen wir jetzt ein wenig Bodenarbeit und schwingen uns heute Mittag auf den Rücken?", unterbrach ich meine Schwester und sie nickte. "Eigentlich eine gute Idee. Nur was machen wir mit Avalon?", fragte sie nachdenklich. "Ich weiß es nicht, vielleicht bekommen wir sie ja doch noch dazu, dass sie sich zumindest putzen lässt.", erklärte ich O und sie nickte. So putzten wir die beiden Pferde ausgiebig und gingen dann mit ihnen auf den Platz, wo ich ein paar Stangen aufbaute, mit denen wir ein paar Übungen aus verschiedenen Trail- Pattern ausprobierten. Beide Pferde zeigten sich dabei wirklich absolut talentiert und so konnten wir sie nach etwa 1,5 Stunden auf ihren Paddock stellen, wo wir ihnen noch ihre Ration Kraftfutter bereitstellten.
      Gemeinsam aßen O und ich dann zu Mittag, bevor wir erneut mit Leckerlis bewaffnet zur Avalon gingen. Dieses Mal dauerte es gar nicht mehr so lange, bis sie auf uns zukam. Sie streckte ihren Hals so lang es ging, ehe sie sich die Leckerchen abstaubte und sie wortwörtlich wieder aus dem Staub machte. "Schöne Gangarten hat sie ja.", sagte ich zu O und schüttelte den Kopf. "Ja.. schade, dass sie so ist.", meinte sie noch schulterzuckend, ehe wir Rainy und Magical Touch zum Ausritt fertig machen gingen. Es dauerte nicht lange, bis beide Pferde gesattelt waren und wir uns im Wald befanden. Nancy hatte wirklich zwei total tolle Buschpferde, die in jeder Situation ruhig blieben. "Ich glaube das machen wir jetzt jeden Morgen. Ein wenig Bodenarbeit und mittags ein Ausritt.", meinte O schließlich, als wir uns wieder auf dem Heimweg befanden.

      Der Rest der Woche, die wir bei Nancy verbrachten, verlief ähnlich. Morgens machten wir mit Magical Touch und Rainy Afternoon ein wenig Bodenarbeit oder longierten sie, nachmittags ritten wir gemeinsam aus. Mit Avalon kamen wir leider in dieser Woche nicht besonders weit. Sie kam schneller auf uns zu, wenn wir die Koppel betraten. Anfassen ließ sie sich auch an der Nüster, das war es aber auch. Von putzen oder reiten keine Frage, doch Nancy hatte uns ja vorgewarnt- und da wir nur eine Urlaubsvertretung waren, waren wir auch nicht gezwungen, die Stute zu reiten. So fuhren wir mit einem lachenden und einem weinenden Auge wieder nach Hause zum Blakes Crow Meadow.

      Tierarztberichte

      Tierarztbesuch 30.06.2013 - Tierklinik Dawning of a new Day
      © Quall
      Gwen gab mir einige Tage nachdem ich ihre drei neuen Kaltblüter untersucht hatte noch einen Auftrag. Ich sollte Ohnezahn, Altair, Ravi und Magical Touch komplett impfen und entwurmen. Die Wurmkur war schnell eingepackt und ich waschte die Spritzen, ehe ich sie mit dem Impfstoff füllte. Dann packte ich alles in mein Auto und fuhr los. Ihr Hof war nicht sehr weit von der Klinik entfernt, also war ich sehr schnell da. Sie hatte die vier Pferde schon angebunden und wartete auf mich. Ich begrüßte sie kurz und packte dann alles aus. Als erstes kam Ohnezahn dran, weißes New Forest Pony. Er war recht scheu und zog immer wieder sein Kopf weg, als ich ihn streichelte, da er die Spritze in meiner anderen Hand bemerkte. Gwen kam zu uns und beruhigte ihn und er wurde sofort still. Ich nutzte den Moment und führte die Spritze in seine Haut am Hals ein, bis der komplette Impfstoff in ihm war. Ich lobte ihn und ging dann zu Altair, ein brauner New Forest Hengst. Hier verlief die Impfung ohne Probleme, sodass ich mich direkt meinem nächsten Patienten widmen konnte, Ravi, ein Norwegermix. Ich holte die Spritze für sie und erst ging sie einige Schritte zurück, als ich sie jedoch streichelte, wurde sie ruhiger und ließ sich impfen. Magical Touch, eine Irish Tinker Stute, war sehr ruhig und ließ alles über sich ergehen, ohne irgendwelche Probleme zu machen. Ich lobte die Stute und ging dann zurück zu meinem Auto, wo ich vier Portionen Heu mit der Wurmkur fertig stellte. Ich gab erst Ohnezahn eine Hand voll Heu, dann Altair, dann Ravi und dann Magical Touch. Alle Pferde nahmen die Wurmkur, die in dem Heu vermischt war, ohne Probleme an. Somit war ich auch hier fertig und konnte meine Sachen einpacken.

      Tierarztbesuch 02.12.2013 - Tierklinik Musta Kyyneleet
      © Tikka
      Meine Bekanntschaften und mein Beruf als Tierarzt hatten mich schon weit in der Welt herumgeführt, doch eines meiner Lieblingsziele war Gwens Hof im schönen Kanada. Heute führte mich mein Weg zu der jungen Frau, um einige ihrer Pferde durchzuchecken und zu impfen. Doch zu diesen Patienten war ich heute ohne meine Praktikantin unterwegs, welche in der Klinik bleiben musste. Bei den kalten Temperaturen hatten wir ständig Ausfälle und mit den Pateienten nur noch mehr zu tun, was es nicht gerade erleichterte. Im Wagen war es schön warm und als ich beim Ankommen die Tür öffnete, hätte ich mich am liebsten wieder im Inneren verkrümmelt. „Schön warm hast du’s hier!“, grinste ich und begrüßte Gwen, die lächelnd auf mich zukam. „Fast wie zu Hause.“, fügt ich hinzu und vergrub meine Hände in den Taschen meiner dicken, blauen Jacke, die ich meistens bei den Pferden trug. Gemeinsam gingen wir zum Kofferraum, um meine Tasche herauszunehmen, ehe wir durch den Schnee zum Stall stapften. „Wer ist unser erster Patient?“, fragte ich Gwen und sie erzählte mir von dem Hengst Ohnezahn, welcher im Umgang jedoch nicht so einfach werden würde. „Am besten bleibst du bei seinem Kopf stehen, sodass er eine vertraute Person bei sich hat.“, erklärte ich und blieb gemeinsam mit Gwen bei dem Schimmel stehen. Er stand in der hinteren Ecke der Box und begutachtete mich misstrauisch. „Na du.“, sagte ich ruhig und er spielte kurz mit den Ohren, ehe er sie anlegte und sich gegen die Wand hinter ihm drückte. Ich bat Gwen ihn festzuhalten, während ich mein Stethoskop und das Fieberthermometer auspackte. „Ganz ruhig..“, murmelte ich und begann damit, ihn mit ruhigen, jedoch raschen Bewegungen abzutasten, um ihn nicht unnötig lange zu stressen. Ihm gefiel die Prozedur ganz und gar nicht und oft musste ich inne halten, sodass Gwen ihn wieder beruhigen konnte. Schließlich hatte ich seinen Körper, insbesondere die Beine auf sichtbare Verletzungen und auch auf nicht sichtbare kontrolliert, ehe ich einen Blick in Nüstern, Ohren, Augen und Maul warf. Doch dem Kleinen schien es auf den ersten Blick gut zu gehen und so hörte ich ihn ab. Das Fiebermessen wurde zur größten Prozedur, doch mit viel Überzeugungskraft fiel auch diese Untersuchung negativ auf und wir konnten gegen Influenza und Herpes impfen. „Braves Tier.“, lobte ich den verspannten Hengst und zwang ihm mit einer geübten Handbewegung die bei den meisten Pferden verhasste Wurmkur in den Mund. „Und schon hast du es geschafft.“, lächelte ich und verließ die Box, worüber er sehr erleichtert schien. Der Nächste war das genaue Gegenteil von Ohnezahn. Es schien fast, als wäre die Untersuchung fü Altai mehr Unterhaltung, als alles andere. „Du bist einer..“, grinste ich und klopfte ihm den Hals. „Bei ihm ist auch alles okay, wir können ihn impfen und die Wurmkur geben.“, sagte ich an Gwen gewandt und nahm den Impfstoff sowie eine Einwegspritze aus meiner schwarzen Tasche. Ich zog die Kappe von der Kanüle, ehe ich den Impfstoff aufzog und dem Hengst injizierte. Er ließ es anstandslos über sich ergehen, erst als er den bitteren Geschmack der Wurmkur auf der Zunge hatte, schien sich seine Laune etwas zu trüben. „Dabei sollte es eigentlich nach Apfel schmecken, aber ich habe noch kein Pferd gesehen, das es gut fand.“, grinste ich und lobte den Hengst, ehe wir gemeinsam seine Box verließen. Damit hätten wir die Hälfte hinter uns und würden nun zu den Stuten gehen. Als nächstes ging es zu Gwens „Engel auf vier Hufen“ und ein leichtes Schmunzeln legte sich bei ihrer liebevollen Bezeichnung des Mixes auf meine Lippen. Die Stute war wahrhaftig ein Blickfang und im Umgang war mir selten ein so sanftes Tier begegnet. Beinahe wie eine Statue stand sie da, während ich sie auf Krankheiten durchcheckte, ihr Herz abhörte und schließlich Fieber maß, um davon ausgehen zu können, dass sie keine Infektion in sich trug. Lobend klopfte ich Ravi’s Hals und sie blickte mich aus großen Augen an, ehe ich den Impfstoff wie die beiden Male zuvor auch schon aufzog und ihr injizierte. Erneuert lobte ich sie und nahm eine der breiteren Einwegspritzen ohne Kanüle heraus, um ihr die Wurmkur zu verabreichen. Sie schmatzte etwas widerwillig die Masse herunter und schüttelte leicht den Kopf, ehe ich mich von ihr verabschiedete. „So, dann wollen wir mal zu unserer letzten Patientin.“ Von dem verhältnismäßig großem Pony ging es nun zu der Irish Tinker Stute Magical Touch. Zwar war sie am Widerrist gemessen kleiner als ich, doch wirkte sie durch ihre Masse um einiges größer. Das machte sie aber nicht ungestüm, sondern war auch sie sanft wie ein Lamm, wenn auch etwas frecher. Nahezu gelangweilt zupfte sie an dem Ärmel meiner Jacke, während ich ihr Herz auf Geräusche abhörte und ich schob sie schmunzelnd weg. Auch ihre Temperatur war normal, die hatte keine Verletzungen oder Schmerzen und wie bei allen anderen auch waren Zähn, Ohren, Augen, Maul und Nüstern in Ordnung. „Dann wollen wir mal.“ Ich impfte die Stute gegen Influenza und Herpes, ehe ich ihr die Wurmkur gab. „Das war es auch schon Magic.“, lächelte ich, klopfte ihr den Hals und begann damit, meine Sachen in die Tasche zu räumen. „Dann sind deine Kleinen wieder in einem guten Zustand.“, sagte ich lächelnd zu Gwen und wir verließen die Box. Sie begleitete mich zurück zum Auto und wir verabschiedeten uns. „Bis zum nächsten Mal.“, lächelte ich die junge Frau an und machte mich auf den langen Weg zurück nach Hause.

      Tierarztbesuch 06.07.2014 - Tierarztpraxis Aiden
      © Aya
      Und genau wie ich es am gestrigen Tag vermutet hatte, rief mich heute morgen ein weiterer Kunde an - Gwendolyn Campbell. Sie bat mich aber mehrmals darum, sie Gwen zu nennen, weil sie ihren langen Namen zu 'edel' fand. Ich lachte darüber, nannte sie aber natürlich Gwen. "Also, kannst du die zwei denn zu mir fahren?", fragte ich sie und ich bekam nur ein gemurmeltes "Ja klar!" zur Antwort. "Sorry, bin grad im Stall am Ausmisten.", entschuldigte sie sich aber direkt danach und ich lachte. "Macht nichts. Ich warte dann hier auf dich!", verabschiedete ich mich und nach genau 13 Minuten rollte ein Hänger auf den großen Parkplatz der Praxis. Gwen stieg aus ihrem Truck heraus und sah sich kurz um, ehe sie mich an der Praxis sah. "Ein Stall neben die Praxis und das hier könnte glatt nen Zuchtgestüt sein!", sagte sie grinsend und ich lächelte. "Man braucht doch immer mal wieder Platz für Patienten.", begründete ich und sie nickte lächelnd, ehe wir beide die Pferde verluden. Die eine war Ravi, ein Norwegermix, die ich sofort ins Herz schloss, die andere hieß Magical Touch, ein Irish Tinker. Gwen und ich führten die beiden sofort in die kühle Praxis hinein - Ich hatte nämlich extra Räume gebaut für Untersuchungen, die in Räumen stattfinden sollten. Der Boden war aus Gras und mit Späne belegt und der Raum hatte viele Fenster, also fast wie eine Box, nur mit Anbindepfosten. Nachdem Gwen mir ein wenig über die beiden Pferde erzählte, machte ich mich bei Ravi an die Arbeit. Die beiden sollten eine Grunduntersuchung bekommen und ihre Augen und Zähne kontrolliert bekommen, also eine Untersuchung, die ich jetzt fast blind konnte. Ich holte erst frische Einweg-Handschuhe und fing bei Ravi an, ihren Hals detailliert zu kontrollieren und zu überprüfen. Außer Knochen, Muskeln, Haut und Fett spürte ich aber nichts auffälliges und als nächstes kam ihre Schulter und ihr Bauch. Als ich dort aber auch nichts entdeckte, ging ich zu ihrer Kruppe und zu den Beinen hinüber. Sie hatten eine angenehme Temperatur, nicht zu heiß und nicht zu kalt, und auch auf ihrer anderen Seite bemerkte ich nichts. Ich machte mich daher sofort an die Arbeit mit meinem Röntgengerät, was natürlich viel genauer war als das mobile Röntgengerät, was ich immer für Aufträge mit hatte, bei denen ich in den Stall kommen sollte. Ich konnte jeden einzelnen Knochen scharf erkennen und überprüfte jede einzelne Ecke und Kante, aber auch bei dem Röntgenbild fiel mir nichts auf - Alle Knochen saßen da wo sie sitzen sollten, waren schön abgerundet, hatten keine Beulen, Brüche oder Risse und Ravi sah daher ziemlich gesund aus. Als letztes überprüfte ich allerdings noch ihre PAT-Werte: Als erstes überprüfte ich ihren Puls, der regelmäßig war, dann hörte ich ihren Atemzügen zu und schließlich misste ich ihre Temperatur. Doch Ravi schien kein allzu großer Fan von dem Thermometer zu sein, was in ihrem Hinterteil war, und nach einer ruckartigen Bewegung von ihrem Hinterteil war es geschehen: Das Thermometer war verschwunden. "Och ne, nicht ehrlich?", grummelte ich und Ravi blickte zu mir nach hinten, als hätte sie nichts schlimmes gemacht. Schnell war das Thermometer aber wieder herausgefischt und ihre Temperatur gemessen: Genau 38 Grad, also perfekt. Ich lobte Ravi und spülte das Thermometer ab, wechselte meine Handschuhe und ging hinüber zu ihrem Kopf, wo ich ihre Augen kontrollierte. Das war kein großes Problem, weil sie ihren Kopf ziemlich still hielt, und ich erkannte keine Wunden oder Fremdkörper. Ich überprüfte das andere Auge nochmals, ehe ich in ihren Mund blickte. Alle Zähne waren ausgewachsen und schienen gesund zu sein, ihr Zahnfleisch war auch nicht zu weich, aber auch nicht zu hart. Ich entdeckte aber eine scharfe Kante an einem ihrer vorderen Zähne und holte die Feile. Nach ein paar Minuten war der Zahn geschliffen und ich gab Ravi ein wenig Heu: Von was die Mixstute aber nicht wusste, waren die Wurmkurtabletten, die ich ins Heu getan hatte. Sie kaute aber genüsslich und spuckte auch nichts aus, daher ging ich hinüber zu Magical Touch, bei der ich die gesamte Prozedur wiederholte: Körper kontrollieren, Röntgenbild, PAT-Werte kontrollieren, Augen- und Zahnkontrolle und und und. Bei Magical Touch war das einzige komische ihre erhöhte Temperatur, denn eigentlich war der Raum regelrecht kühl. Ich gab ihr ein Mittel gegen Fieber und überprüfte noch ein paar Mal ihre Temperatur, die nach einigen Minuten wieder ins Normale abkühlte. Auch Magical Touch bekam ihre Wurmkur und nachdem sie aufgefressen hatte, gab ich beiden Pferden ein Leckerli. "So, das wars!", sagte ich zu Gwen, die mich anlächelte. "Du kannst die beiden jetzt verladen, sie sind kerngesund.", erklärte ich ihr und Gwen nickte. Ich half ihr beim Verladen und wir besprachen noch ein paar Dinge, ehe Gwen vom Hof fuhr. Wieder ein Patient abgehakt!

      Tierarztbesuch 11.02.2015 - Tierärztliche Klinik Sakura
      Schwungvoll wie immer raste ich auf den Hof. Einmal umgeguckt – noch keiner da. Also stieg ich gemächlich aus dem Auto und lud meine Sachen aus, bis ich plötzlich ein Geräusch hörte. Verwundert drehte ich mich um und direkt vor mir stand ein Tinker der mich freundlich ansah. Ich machte einen Satz zurück und knallte erstmal gegen mein Auto. Erst jetzt wurde ich mir der Besitzen neben dem Tier gewahr und beim zweiten Blick erfasste ich auch dass es sich um eine Stute handelte. Wohl meine erste Patientin mit ihrer Besitzerin. „Eine Tierärztin mit Angst vor Pferden?“ wurde ich ungläubig gefragt, während ich mich wieder entspannte. „Nein, aber dafür eine zu Tode erschrockene.“ meinte ich grinsend, schnappte mir meine Tasche und folgte den beiden zu einem Koppelzaun wo Magic angebunden wurde und ich sie gut untersuchen konnte. Nachdem ich den Namen des Tieres und der Besitzerin erfahren hatte, machte ich mich unter Gwens prüfenden Augen an die Untersuchung. Die Muskulatur am Rücken war genauso stark wie am Hals, fühlte sich jedoch auch fein an. Meine Vermutung wurde von Gwen bestätigt, Magic war ein sensibles Tier und zudem eine wahre Augenweide in der Dressur – nichts von Schwerfälligkeit zu erkennen. Nach dieser Aussage stürzte ich mich voller Neugier auf die Beine. Auch sie waren gesund und zudem wie typisch für die Rasse, auch noch ziemlich kräftig. Aus reiner Neugier winkelte ich ein Bein an und befühlte den Rücken und fühlte starke Muskeln an Schulter und Rücken. Ich musste schmunzeln. Was diesem Pferd an äußerlicher Eleganz fehlte durch den schweren und breiten Knochenbau machte sie durch sehr gute Muskulatur wieder wett. Während ich mir noch die Hufe, welche in einem super zustand waren, ansah meinte ich nur halb im Scherz dass Magic wohl einem Araber im Dressurviereck Konkurrenz machen würde. Nochmal übergegangen zum Hals – gechippt werden musste sie auch noch. Ganz ruhig stand sie da. Wunderbar, ein ruhiges Tier. Das würde mir das Chippen schön leicht machen. Zuletzt noch den Kopf kontrolliert – es passte alles. Die Augen waren klar und trocken, sahen mich neugierig an und auch die Nüstern waren trocken, kein Ausfluss zu sehen. Auch den Mund machte sie bereitwillig auf. Alle Zähne da wo sie hingehörten und gleichmäßiger Abrieb auf allen Seiten. „Gesund und munter!“ beurteilte ich die Stute, als ich die Spritze aufzog um den Chip zu setzen. Auch das war schnell passiert. Zwar zuckte die Stute beim Einstich leicht zurück, ließ sich jedoch mit einem Leckerli und einer Streicheleinheit wieder beruhigen.

      Tierarztbesuch 16.09.2015 - Klinik Caen
      Der letzte Termin des Tages war wohl mehr als nur spontan. Elisa hatte mich angehauen, ob ich nicht doch noch einmal zufällig bei ihr vorbeischauen könnte. Nachdem ich gefragt hatte, welches Reitpony denn wieder mal ein Wehwehchen hatte, erfuhr ich, dass meine heutige Patientin ein Tinker war und (gewiss) nicht Elisa gehörte, sondern ihrer Freundin Gwendolyn. Und wenn ich schon so lieb über drei Ecken gefragt wurde, machte ich mich natürlich gerne noch einmal auf den Weg.
      Auf der Nahanni Rivers Ranch angekommen, wurde ich herzlich in Empfang genommen und mir wurde sogar ein Tee angeboten, den ich dankend annahm. Bei der besagten Tinkerstute stand nicht viel an, sie brauchte eigentlich nur noch einmal einen Vet-Check, bevor es Morgen auf eine Körung gehen sollte. Also gesagt getan. Gwen holte mir die hübsche Stute aus der Box und führte sie mir einmal im Schritt und einmal im Trab vor. Das sah doch schon einmal ganz gut aus.
      Dann ging es weiter mit den Untersuchungen. Ich warf einen Blick in Augen, Ohren und Maul und schaute nach den Schleimhäuten und sonstigen Anzeichen von Krankheiten. Aber bei Magical Touch sah alles bestens aus. Also machte ich erst mit dem Abhören und dann mit dem Abtasten weiter. Magical Touch war in Topform und auch ihre Körpertemperatur war im Idealbereich. Dementsprechend gab es für die Stute nun nur noch die Influenza und Herpes Impfung, ehe sie eine Wurmkur schlucken musste und dann auch schon fertig war.
      "Danke!", meinte Gwen lächelnd, als ich wieder in mein Auto stieg, der späte Besuch war schnell von Statten gegangen, dementsprechend gab ich den Dank gerne zurück.

      Tierarztbesuch 15.11.2015 - Klinik Caen
      Etwas sehr spontan war heute Mittag noch ein weiterer Auftrag eingegangen. Gwendolyn Campbell hatte mich darum gebeten, vier ihrer Pferde kurz zu untersuchen. Da ich für den Nachmittag noch nichts geplant hatte, sagte ich ihr auch zu und schon war ich auf dem Weg zu ihrer kleinen beschaulichen Ranch.
      Auf dem Weg zum Stall traf ich auch direkt auf Gwen, welche mich knapp begrüßte und dann schon in dem Stall führte. Anscheinend hatte sie genauso wenig Zeit wie ich, denn sie war doch etwas in Eile. Lächelnd folgte ich ihr und während sie schon den ersten Patienten holte, machte ich es mir am Putzplatz gemütlich.
      Als erstes war ihr New Forest Hengst Altair an der Reihe. Ihn kannte ich sogar schon und ich wusste, dass er ein vorbildlicher Schüler war. Dementsprechend würde die Untersuchung auch ganz fix verlaufen. Zuerst musste Gwen ihn mir jedoch vorführen, damit ich mir ein Bild von seinen Gängen machen konnte. Danach wurde er am Putzplatz angebunden und ich konnte mit der Arbeit beginnen.
      Zuerst kontrollierte ich den Pupillenreflex, ehe ich auch einen kurzen Blick in sein Maul warf. Dann hörte ich den braunen Hengst ab und tastete noch seine Wirbelsäule und die Beine entlang. Altair stand derweil entspannt da und wartete geduldig. Zu Gwens Freude war alles in bester Ordnung, etwas anderes hätte mich bei ihren Pferden aber auch gewundert.
      Für Altair würde es heute auch nur zwei Impfungen geben: Tetanus, Influenza und Herpes. Da es zu letzteren beiden ein Kombipräparat gab, hatte es Altair nach zwei kleinen Pieksen auch schon geschafft. Es gab nur noch die Wurmkur und schon war er fertig. Ich tauschte das alte Material gegen frisches aus, während Gwen ihren Hengst wieder in die Box brachte.
      Als nächstes wurde mir Minnie Maus vorgeführt. Eine hübsche dunkle Stute, die laut Gwen auch ein wahrer Schatz zu sein schien. Am Putzplatz wurde die junge Stute ihrem Ruf auch direkt gerecht. Während ich den Pupillenreflex und die Zähne kontrollierte, hielt sie wunderbar still. Auch vor dem Stethoskop hatte sie keine Angst und als ich sie abtastete, blieb auch sie vollkommen entspannt.
      Für Minnie Maus stand das Gleiche an Impfungen an, auch sie war nach zwei Spritzen fertig und bekam nur noch ihre Wurmkur, ehe sie mich auch schon wieder verlassen durfte. Bei Gwens Pferden musste man selten mit etwas unangenehmen rechnen, dementsprechend benahm sich ihre Tinkerstute Magical Touch, welche als Nächste an der Reihe war, genauso vorbildlich wie ihre Vorgänger. Die helle Stute musste nur gegen Influenza und Herpes geimpft werden, ein kleiner Pieks und sie war fertig. Es gab noch die Wurmkur und schon durfte auch sie wieder gehen.
      Der letzte Kandidat war der kleinste: What does the Fox say war ein Shetty und nach der kräftigen Tinkerstute doch eine ziemliche Umstellung. Nichtsdestotrotz war auch er wirklich lieb und ließ sich ohne Probleme untersuchen. Geimpft wurde er gegen Influenza, Herpes und Tetanus. Schnell waren die Impfungen injiziert und Fox bekam noch seine Wurmkur ins Maul. Dann war ich bei Gwen auch schon fertig und konnte sie wieder verlassen.

      Hufschmiedberichte

      Hufschmiedbesuch 08.09.0213 - Hufschmiede Cavallo Volante
      © Jackie
      Als es gerade zum Morgen dämmerte, erhielt ich einen Anruf. "Cavallo Volante hier, wie kann ich Ihnen helfen?". Ich vernahm eine bekannte Stimme, richtig es war Gwen! Ich sollte gegen 11 Uhr vorbeikommen, darum räumte ich schon einmal Werkzeug und Eisen in meinen Wagen und mein Angestellter und Freund Ty half mir dabei. Meine Privatschmiede war nicht gerade klein - weshalb wir einige Angebote und Behandlungen anboten. Nur selten nahm ich mobile Aufträge an, doch heute war einer der Fälle - denn 4 Pferde zu transportieren war äußerst umständlich. Außerdem hat Gwen berichtet, das Ohnezahn nicht gerade einfach vom Umgang her sei. Gegen 11 Uhr parkte ich meine Mobile Schmiede auf Gwens Hof. Gwen kam schon auf mich zu, begrüßte mich und augenblicklich nahm ich schon ihr erstes Pferd entgegen. Es war Ravi, eine wirklich schicke Stute. Nachdem ich sie auf- und abführen gelassen hatte (glücklicherweise konnte ich kein Lahmen feststellen), schnappte mir meinen Hufbock, der mich beim Halten der Hufe unterstützte. Zuerst schnitt ich mit meinem Hufrinnmesser den Huf zurecht, knipste mit der Beschneidezange überflüssiges Horn am Huf ab und raspelte zum Schluss den Huf glatt. Ehe wir fertig waren, pinselte ich noch Ravis Hufe mit einem wohlriechenden Eukalyptus- und Lorbeerenöl ein. Dieses wollte ich Gwen außerdem zum Schluss noch geben. Als nächstes war Magical Touch an der Reihe. Sie war eine größere Irish Tinkerstute. Gwen führte sie mir über den Huf damit ich mir ihren Gang ansehen konnte. Lahmen tat sie nicht. Also ging ich wie auch bei Ravi, mit ihr vor. Ich schnitt den Huf zurecht und raspelte ihn glatt. Das Ganze war ziemlich anstrengend, aber es war immerhin mein Beruf. Nachdem Magical wieder auf allen Vieren stand, pinselte ich auch ihre Hufe mit wohltuenden Huföl ein. Als ich schließlich fertig war, bat ich Gwen, mir Altair über den Hof zu führen. Er war ein äußerst schickes Springpferd. "Ich würde ihm vorne mit Sprungeisen beschlagen. Diese sind nicht so schwer, aber auch nicht zu weich, so dass diese nicht schnell abnutzen. Außerdem gebe ich dir noch Stollen dazu, diese sollte man allerdings nach jeder Anwendung wieder abnehmen, da es sonst zu Verletzungen kommen könnte." Gwen nickte aufmerksam. Ty hatte, währenddessen ich mich mit Gwen unterhalten hatte, schon den Hufbock genommen und die Hufe zurechtgeschnitten. Sie waren noch nicht all zu lang, weshalb es nicht so viel zu machen gab. Ich übernahm dann die Aufgabe sie zu beschlagen. Dies ging (so vernahm ich es) relativ schnell. Nachdem auch Altair's Hufe mit dem Huföl eingepinselt wurden waren, sollte ich mich um Ohnezahn kümmern. Gwen sagte bereits das er noch nie beim Hufschmied war und ziemlich... eigensinnig sein konnte. Glücklicherweise hatte ich schon Erfahrung mit solchen Pferden. Ohnezahns Hufe waren schon etwas lang gewachsen, doch diese kürzte ich in wenigen Minuten. Ty hielt mir währenddessen Ohnezahn fest, so das er mich nicht stören konnte. Er genoss meine Anwesenheit zwar nicht so sehr wie die anderen Pferde, aber dass musste er einfach über sich ergehen lassen. "Lass das." ermahnte ihn Ty. Ich raspelte schließlich die Hufe glatt, doch das Geräusch machte Ohnezahn etwas nervös und er versuchte mir seinen Huf zu entziehen. "Ty wende bitte die T-Touch Massage an, damit er sich entspannt." Auf der Heartlandfarm verwendeten wir solche Mittel, um Pferde zu beruhigen. Ty massierte seinen Hals in kleinen kreisförmigen Bewegungen. Da das prima half, hatte ich bei den restlichen Hufen keine Probleme. Zum Schluss gab es noch ein gut riechendes Huföl und fertig waren Gwens Pferde. Ich reichte ihr die Kunststoffflasche Huföl, verabschiedete mich und fuhr vom Hof. "Was ein Tag." dachte ich im Geheimen.

      Hufschmiedbesuch 30.01.2014 - Hufschmied Mongofisch
      Heute hatte ich mal wieder einen Termin bei Gwen auf der Nahanni Rivers Ranch. Es war noch gar nicht allzu lange her, da hatte ich meinen ersten Besuch bei ihr, doch heute waren drei neue Pferde dran, die ich noch nicht kannte.
      Gwen erwartete mich bereits und winkte mir freundlich zu, während ich meinen Wagen parkte und ausstieg. „Hallo!“, rief ich über den Hof, schnappte meinen Koffer und ließ zum Stall hinüber.
      „Hallo, wie geht’s dir?“ Gwen lächelte mich an und führte mich dann in den Stall.
      „Ich kann mich nicht beklagen“, grinste ich. „Mit ihm fangen wir an?“ Ich deutete auf einen Schimmel, vor dessen Box Gwen stehen geblieben war.
      „Genau“, nickte sie. „Das ist Ohnezahn. Er ist etwas schwierig, hatte ich dir am Telefon ja schon erzählt. Wir machen seine Hufe am besten in der Box.“ Während ich mein Werkzeug in die Schürze steckte, betrat Gwen die Box ihres Hengstes und legte ihm ein Halfter auf. Mit einem Nicken gab die junge Frau mir zu verstehen, dass sie bereit wäre.
      Ich war mir zwar nicht sicher, ob ich es auch war, schlüpfte aber trotzdem geschwind in die Box und näherte mich behutsam dem Schimmel. Mit angelegten Ohren machte der Hengst deutlich, dass ich nicht erwünscht war. Er kam allerdings um das Ausschneiden nicht herum.
      Gwen lenkte Ohnezahn so gut es ging ab, während ich den ersten Huf anhob, um mit dem Hufmesser das Horn zu kürzen. Immer wieder zappelte der Hengst rum, zog mir den Huf aus der Hand, doch am Ende hatte ich es geschafft und konnte den Huf runter lassen. Es ging weiter mit dem Nächsten, auch hier das gleiche Theater.
      Gwen und ich blieben jedoch geduldig, standen die Situation aus, sodass wir, zwar nach langer Zeit, auf die schönen Hufe des Hengstes blicken konnten.
      „Puh, na das war ja was“, grinste ich, nachdem wir die Box verlassen hatten und Ohnezahn seine Ruhe gönnten. „Die anderen zwei sind ganz brav“, lachte Gwen und führte mich zum nächsten Pferd. Sie holte aus einer der Boxen eine hübsche gescheckte Stute und band sie auf der Stallgasse an. Vorgestellt wurde mir die Ponystute als Ravi, sodass ich mich kurz mit ihr anfreundete und dann mit dem Ausschneiden anfing.
      Zuerst kam wie immer das Hufmesser zum Einsatz, mit welchem ich an allen vier Hufen das überschüssige Horn entfernte. Ravi stand die ganze Zeit über brav da und schaute ihrer Besitzerin zu, welche die Zeit nutzte und die Box des Ponys ausmistete.
      Ich stellte mir nun den Hufbock zurecht und raspelte darauf abwechselnd die beiden Vorderhufe. Anschließend raspelte ich auch die Hinterhufe schön glatt und entließ Ravi dann wieder.
      Als letztes für Heute war die Irish Tinker Stute Magical Touch dran. Sie war ebenfalls eine der braven Patienten und ließ sich artig von Gwen anbinden. Wieder waren die Rollen klar verteilt: Ich kümmerte mich um die Hufe, Gwen mistete die Box der Stute aus.
      Brav gab Magic mir den ersten Huf, sodass ich mit dem Hufmesser die Hufwand und die Trachten kürzen konnte. Anschließend schnitt ich den Strahl zurecht und korrigierte ihn. Diese beiden Arbeitsschritte wiederholte ich an den anderen drei Hufen, um dann mit der Raspel alle vier Hufe schön glatt zu feilen.
      Bevor die Isabellfarbene Stute zurück in ihre Box kam, verabschiedete ich mich noch mit einem Leckerli und packte dann meine Sachen zusammen. Gwen begleitete mich noch zum Auto, wo wir uns verabschiedeten und ich mich auf den Weg nach Hause machte.

      Hufschmiedbesuch 22.04.2014 - Hufschmiede Borden &. Co. GmbH
      Nachdem Medy gegangen war, begrüßte mich Gwen. Sie kam mit 3 Pferden welche mir nicht allzu unbekannt waren. Als ich Gwen die Hand schüttelte, kam Amy auf uns zu. "Hey Ty. Ich nehme mir jetzt eine Pause, wenn du willst kann ich dir wieder zur Hand gehen, ich sehe wir haben ganze 3 Patienten" Gwen gab Amy die Hand. "Hey das ist doch Ohnezahn!" Amy sah zu den New Forest Pony und hielt ihm die Hand zur Begrüßung hin. Ohnezahn schnupperte zögerlich. "Ohnezahn war doch bei den Reiterspielen an die auch Figaro teilgenommen hatte." - "Stimmt Amy ich erinnere mich dich gesehen zu haben. Aber ich habe an dem Tag Ravi geritten." antwortete Gwen. "Dürfte ich eure Erinnerungsgespräche stören Ladys ? Ich würde gerne mit Ohnezahn anfangen." Amy führte den Hengst über den Hof. Mit einem kritischen Blick betrachtete ich seinen Gang. "Sieht gut aus. Wann waren die Pferde das letzte mal beim Hufschmied ?" Gwen dachte nach, antwortete dann "Anfang Februar." ich nickte und ließ Ohnezahn vor der Schmiede abstellen. "Amy halt du ihn fest, er ist noch unsicher." Amy nickte und massierte Ohnezahn währenddessen Ich nahm mir die Raspel die in meinen Werkzeugkasten lag und raspelte das überschüssige Hufhorn in Form. "Die Hufe sind nur etwas lang." erklärte ich Gwen die gespannt zu sah. Nachdem auch der 4. Huf in Form war, griff ich nach dem Hufmesser um die Hufe auszuschneiden und den Hufstrahl zu formen. Ohnezahn zuckte zwar hin und wieder zusammen, reagierte aber gut auf Amys Hilfen und auf Gwens Stimme. Mit geschickten Bewegungen waren die Hufe im Nu ausgeschnitten. "So wir sind fertig, kommen wir nun zum nächsten Pferd."

      Als nächstes war Ravi dran. Amy führte den Hengst wieder über den Hof und auch hier konnte ich keine Fehlstellungen erkennen. Also band ich Ravi war der Schmiede fest und kontrollierte seine Hufe in dem ich sie nacheinander anhob und sie genaustens untersuchte. "Hier steckt ein Stein fest." stellte ich fest als ich beim rechten Hinterhuf angekommen war. Amy reichte mir eine kleine Zange mit der man perfekt größere Objekte aus dem Huf entfernen konnte. "Danke Amy." ich zog den breiten Stein raus. Und nahm mir dann die Raspel die schon bereit lag. "Auch hier sind die Hufe etwas lang." bemerkte ich und raspelte sie in Form. "Amy du kannst schon mal das Hufmesser holen." sagte ich während ich dabei war, den vorletzten Huf zu raspeln. Ravi benahm sich anständig. Als ich Amy das Hufmesser abnahm und die Hufe ausschnitt, stupste mich Ravi in den Rücken. "Ich rate dir das nicht noch mal zu machen." ermahnte ich den Hengst mit einem Schmunzeln. Es dauerte nicht lange da war auch Ravi soweit, zurück in den Hänger zu gehen.

      Unser letzter Patient war Magical Touch, eine Kaltblutstute. Auch schon mit Hufschmiedbesuchen vertraut. Die helle Stute blickte zu mir rüber als ich darauf bestand sie selbst über den Hof zu führen. Ihr Gang war perfekt, also dürften ihre Hufe auch in Ordnung sein. Ich band sie vor der Schmiede fest und hob den ersten Huf auf den Hufbock. Mit der Raspel entfernte ich das Hufhorn damit der Huf wieder in einer normalen Form war. Wie auch bei den anderen Pferden ging dieser Vorgang schnell. Anschließend nahm ich das Hufmesser und schnitt nacheinander die Hufe aus und korrigierte den Strahl. "Die Stute ist wirklich wunderbar." sagte ich zu Gwen bevor sie sich verabschiedete.

      Hufschmiedbesuch 08.07.2014 - Hufschmiede Burning Spring
      © Bracelet
      Gegen zwei Uhr nachmittags kam ich auf die Nahanni Rivers Ranch, welche unter der Leitung von Gwen stand. Bereits im Vorfeld hatte ich mit ihr telephoniert, somit wusste ich schon, was mich erwartete. Drei ihrer Stuten sollten kontrolliert und, wie Gwen vermutete, ausgeschnitten werden. Als ich ankam wurde ich bereits von Gwen erwartet. Sie begrüßte mich freundlich und sagte mir, dass sie die Pferde bereits geputzt und fertig hergerichtet hatte. Somit band ich mir schnell meine Lederschürze um und nahm meinen Werkzeugkasten aus dem Auto.

      Das erste Pferd, zu welchem mich Gwen führte war Ravi. Die hübsche Stute spitzte, als sie mich kommen sah, neugierig ihre Ohren in meine Richtung. Ich näherte mich langsam und streichelte sie erst ein bisschen um ihr zu zeigen, dass ich harmlos bin. Es dauerte nicht lange ihre Symphartie zu gewinnen.
      Danach kniete ich mich auf den Boden, zu Ravis Hufen. Ich sah sie mir genau an, wobei die Stute brav mitspielte. ,,Die Hufe sind in einem guten Zustand, allerdings ein wenig trocken. Das ist im Sommer aber nicht selten. Gegebenfalls kannst du die Hufe hier und da einmal mit Wasser abspritzen, das sollte ein wenig helfen und wirklich schlimm ist es nicht.'',meinte ich, woraufhin Gwen fragte, ob sie eventuell Hufbalsam bekommen könnte. Ich sagte daraufhin:,,Ja, das wäre sicher eine gute Investition, auch weil es das Hornwachstum unterstützt und die Hufe dadurch wunderbar glänzen.'' Auf die Frage, ob sie weiterhin ohne Probleme eisenlos sein könnte, gab ich ihr ein klares 'ja' zur Antwort.
      Nun nahm ich meinen Werkzeugkasten zur Hand und nahm ein sogenanntes Hufmesser heraus. Dann nahm ich vorsichtig Ravis Bein, welches sie mir vorbildlich gab, und entfernte loses Horn von ihren Hufen. Zusätzlich schnitt ich auch den Hufstrahl etwas in Form. Dies tat ich bei allen vier Hufen und lobte anschließend die Stute mit einem sanften Streicheln.
      Dann holte ich rasch eine Tube Hufbalsam aus meinem Wagen und trug es mit einem Pinsel auf die Hufe von Ravi auf. Dies zeigte ich dann auch noch ihrer Besitzerin, damit sie es auch selbst machen könnte. ,,Ich gebe dir dann nachher ein Eigernes.'',sagte ich, bevor sie Ravi dann wegbrachte und wir zum nächsten Pferd gingen.

      Diesmal handelte es sich um Magical Touch, eine süßen Tinkerstute. Auch sie war bereits geputzt und sehr zutraulich. Auch ihre Hufe sollte ich mir heute ansehen, was ich auch tat.
      Sie waren ebenfalls in keinem schlechten Zustand. Dennoch fand ich bei ihr einige kleine Risse im Horn. Als sie mir gehorsam das Bein gab und ich mir die Unterseite ihrer Hufe ansah, sah ich ein wenig überstehendes Horn, dass eigentlich schon relativ lose war, die Stute aber eventuell beim gehen auf hartem Boden behindern könnte. ,,Ausschneiden wäre, meiner Meinung nach, schon ziemlich wichtig. Auch würde ich empfehlen, dass du sie wie auch Ravi öfters mit dem Schlauch abspritzt. Ihre Hufe sind ziemlich trocken und Hufbalsam würde auch ihr sicher gut tuen.'',meinte ich, woraufhin Gwen zustimmte.
      Nun entfernte ich ihr noch schnell auf allen vier Hufen das überstehende und lose Horn und schnitt wie gewohnt den Hufstrahl zurecht.
      ,,So das sollte gut so sein.'',sagte ich als ich fertig war und pinselte auch Magical Touchs Hufe mit Hufbalsam ein. Dann stand ich wieder auf und gab der Stute ein Leckerli, dass sie sich durch ihren Gehorsam wirklich verdient hatte.

      Bald kam ich dann auch schon zum letzten Pferdchen für Heute. Es handelte sich um eine junge New Forest Ponystute namens Nayala. ,,Der letzte Hufschmied war bei ihr Ende Januar da.'',erklärte mir Gwen und ich sah mir auch ihre Hufe an. Sie reagierte schon auf die kleinste Berührung und gab gehorsam, wie auch Magical Touch und Ravi, ihr Bein her. Neugierig beobachtete die Kleine mich dabei wie ich ihre Hufe ansah. Diese waren tip top. ,,Ja, hier passt alles perfekt.'',informierte ich Gwen. ,,Sie hat wirklich ausgezeichnete Hufe. Eisenlos zu bleiben, ist für sie auch kein Problem, da sie damit gut klarzukommen scheint. Allerdings könnte Hufbalsam nicht schaden, wenn du das bei ihr auch verwenden möchtest.''
      Daraufhin schnitt ich sie noch aus, wie auch die beiden anderen Stuten. Bei ihr war alleridngs weit weniger loses Sohlenhorn vorhanden, weshalb ich schneller fertig war.
      Auf Gwens Wunsch pinselte ich auch ihre Hufe noch schnell mit Hufbalsam ein. Dabei blieb Nayala super brav und tänzelte nicht einmal ein wenig umher, was viele Jungpferde oft taten.
      Als ich fertig war bekam auch sie noch eine Streicheleinheit und ein Leckerli von mir.

      Als Gwen auch sie weggebracht hatte ging sie noch mit mir zu meinem Wagen, aus welchem ich ihr drei Tuben Hufbalsam und einen speziellen Pinsel gab. Dann verabschiedete ich mich freundlich und verließ das Gestüt.

      Hufschmiedbesuch 09.11.2014 - Hufschmiede "Kaltes Eisen"
      Magic ist meine dritte Kundin heute. Sie ist eine nette Tinker Stute. Als ich ankam, war es stockduster und kalt. Ich ging über den Hof zur Koppel und holte Magic. Dann band ich sie an und holte meine Werkzeuge. Diesmal müsste ich nur kürzen. Also legte ich los mit dem feilen. Sie war ganz brav und weder gezappelt noch weggezuckt. Dafür bekam sie natürlich ein Leckerli. Dann drehten wir eine Proberunde und sie lief eins A. Danach brachte ich die wieder auf die Koppel. Diesmal blieb ich auf dem Hof, weil ich noch ein paar Kunden von Gwen habe.

      Hufschmiedbesuch 23.08.2015 - Kontrolle
      Heute stand ein Termin bei Gwen an, eine 'Fast Nachbarin' von mir, gut sie wohnt in der Nähe. Nun ja, es war mal was anderes, als der ständige Flug Stress ins Ausland. Somit machte ich mich gemütlich auf den Weg zu ihren Hof, bzw ihrer Ranch, die Nahanni Rivers Ranch, wo auch ein ehemaliges Pferd von mir stand. Das war ebenso ein tolles Argument, das es ein guter Tag wird. Alte Bekannte sehen! Egal, Schluss mit nachdenken, nun musste ich los, gegen Mittag sollte ich da sein, also wollt ich mich auch nicht verspäten. Ich machte den Motor des Transporters an und fuhr los, meist War ich auf der 'Autobahn', anders gesagt eine meist befahrene Straße in Kanada. Auf dieser war ich ziemlich lange, bis ich in die letzte Ausfahrt bog und auf ihren Hof zurollte.
      ,,Hallo Gwen!", grüßte ich sie, nachdem ich aus den Auto stieg. ,,Hallo Stefanie, du bist aber pünktlich!", antwortete sie und ich grinste. Kurz darauf führte sie mich zum Stall, wo ihre beiden Stuten auch schon bereit standen. ,,Hufkontrolle & Ausschneiden war es oder?", fragte ich Gwen und sie nickte. Somit begann ich auch schon mit meiner Arbeit.
      Minou, laut Gwen eine einfache Stute, die keine großen Probleme machen würde. Gut wenn man in ihre Augen sah wusste man sofort, das die Kleine eine knuddelige Maus sein sollte. Darüber war ich zutiefst beruhigt, somit stand nichts mehr im Weg und ich glitt vorsichtig an ihrer Schulter herab, sie hob ihr Huf und ich klemmte es vorsichtig zwischen meine Beine, dann nahm ich mir das Hufmesser und kontrollierte ihre Hufe. Der Innenstrahl drohte zu verwachsen, also schnitt ich Problemstellen weg und bearbeite das alte Innenhorn. Schnell war dies getan, weswegen ich ihren Huf herab ließ und meinen Hufbock zur Hand nahm, dort stellte ich das linke Vorderhuf von Minou rauf und bearbeite das Außenhorn, schnitt überwachsene Stellen weg und raspelte dann die Kanten vorsichtig weg und schon war das erste Huf wieder in Ordnung. Dann machte ich mit dem Hinterhuf weiter, glitt an ihren Oberschenkel herab und nahm das Huf wieder zwischen die Beine wo ich erstmal kurz alles kontrollierte und dann unpassende Stellen verbesserte, sowie das abgestorbene Innenhorn entfernte. Schon konnte ich ihr Huf herab lassen und diesen auf den Hufbock legen. Dort schnitt ich wieder überwachsenes Horn weg und raspelte bei diesem die ungeraden Stellen zurecht, sodass Minou's Huf wieder in Ordnung war. Daraufhin kam die rechte Seite wo ich wieder das Vorderhuf anhob und kontrollierte, dann verbesserte und das abgestorbene Innenhorn entfernte, der Innenstrahl sah hier super aus! Schon war das nächste Innenhuf ok und ich kümmerte mich um Außen, entfernte wieder überstehendes Horn und raspelte es wieder ordentlich zu. Der letzte Huf war an der Reihe, also bat ich kurz Gwen mir den Hufbock hinter zu reichen, den diesen hatte ich diesmal nicht von vorne mitgenommen, ohne zu Zögern gab sie in mir, während ich das Innenhorn beim rechten Hinterhuf verbesserte, der Innenstrahl war hier etwas stark verwachsen, sie hatte sich wohl mal eingetreten ein Stein oder so. Also musste ich hier vorsichtiger zurecht schneiden und Gwen Bescheid geben diesen Huf mit Hufsalbe eine Woche zu behandeln. Sie nickte und ich bearbeitete mittlerweile das Außenhorn welches hier am wenigsten Verwachsen war. Mit der Raspel bearbeitete ich unpassende Stellen und war mit der ersten Stute fertig. ,,Minou hat eigentlich recht gute Hufe! Und danke fürs Hufe säubern, bevor ich kam, hättest du nicht machen müssen aber dennoch lieb von dir! Nur ich muss dir diese Salbe noch geben, damit du ihr rechtes Hinterhuf behandelst. Da hat sie sich wohl was eingetreten und der Innenstrahl war falsch gewachsen, ist nicht schlimm aber sollte dennoch etwas behandelt werden, bevor deine Kleine eine Innenstrahlentzündung bekommt und wenn das passiert, dürfte sie eine lange Zeit nicht mehr bewegt werden und das wollen wir ja nicht!", erklärte ich ihr und sie dankte mir.
      Nun kam die Zweite Stute dran, Magical Touch eine sehr hübsche Irish Tinker Stute mit Potenzial und schon vielen Erfolgen! Sie war auch eine Brave, sehr sensibel und einfühlsam also auch eine einfache Patientin. Somit machte ich mich an die Arbeit, begann aber diesmal mit dem Außenhorn, welches ich auf den Hufbock zu schnitt. Dann raspelte ich die ungeradenen Stellen und nahm den Huf vom Bock, zwischen meine Beine und bearbeitete das Innenhorn. Dieses war gut erhalten bei der hübschen Dame, auch der Innenstrahl war gut erhalten, so musste ich nur noch abgestorbenes Horn entfernen. Dann begab ich mich zu ihrem linken Hinterbein, hob da den Huf auf den Hufbock rauf, schnitt mit dem Hufmesser das überstehende Außenhorn weg und raspelte es dann zurecht, sodass keine scharfen Kanten mehr zu sehen und zu spüren waren und nahm es dann zwischen die Beine um mich um das Innenhorn zu kümmern, wo der Strahl ebenso in Ordnung war. Dann war die linke Seite fertig, also machte ich mit de rechten Seite weiter. Hob das rechte Vorderhuf auf den Bock und kümmerte mich um das überstehende Außenhorn welches ich abschnitt und dann raspelte bis es passte. Dann kümmerte ich mich um das Innenhorn, schnitt abgestorbenes weg und besserte den Strahl aus. Schon war das vorletzte Huf fertig und das letzte war an der Reihe, also hob ich des Hinterhuf auf den Hufbock und bearbeitete das Außenhorn bis es richtig zugeschnitten war und begradigt wurde. Dann machte ich weiter mit dem Innenhorn schnitt das abgestorbene weg und besserte den Strahl aus und schon war ich fertig! ,,So alles erledigt! Bei Magical ist nichts zu machen, bei Minou nur die Salbe!", erklärte ich nochmals Gwen und sah dann nach Yakari, den mir Gwen noch zeigen wollte. ,,Er sieht gut aus!", grinste ich und streichelte den Fuchs sein Kopf, dann verabschiedete ich mich von der guten Gwen und machte mich auf den Weg nach Hause.

      Hufschmiedbesuch 15.11.2015 - Pine Grove Stud
      Trotz Jetlag hatte ich Gwen versprochen, heute noch einmal bei ihr auf der Ranch vorbeizuschauen. Spontan hatte sie mich gebeten, mir vier ihrer Pferde anzuschauen und natürlich hatte ich nicht nein gesagt. Allerdings hoffte ich inständig, dass bei ihr eine Menge an Kaffee bei ihr geben würde, sonst wäre es das heute mit mir.

      Mit wehleidiger Miene stieg ich aus dem Auto und lief Gwen entgegen. Wohlwissend trug sie bereits zwei Tassen in der Hand und reichte mir direkt ein. Ein kurzer Blick in ihre Tasse genügte, um zu sehen, dass sie statt Kaffee lieber beim Tee geblieben war. „Im Stall steht die Kanne mit dem restlichen Kaffee“, beruhigte Gwen mich grinsend und so stieg meine Motivation ein kleines bisschen, zumindest würde ich den heutigen Tag überleben.

      Während ich meinen Körper noch mit Koffein auf Hochtouren brachte, holte Gwen bereits den ersten Kandidaten. Dabei handelte es sich um Altair und nachdem Gwen mir berichtet hatte, wer heute sonst noch so an der Reihe sein würde, war ich mehr als beruhigt, denn allesamt waren problemlos und so würde ich heute schnell fertig sein.

      Das Vorführen zeigte mir keine großartigen Fehlstellungen oder sonstige Einschränkungen, auf die ich achten musste. Auch, als ich bei Gwen noch einmal nachhakte, als sie Altair anband, konnte sie mir versichern, dass alles in Butter war. Dann konnte ich ohne schlechtes Gewissen beginnen. Zuerst mussten Altairs alte, abgelaufene Eisen ab. Der Huf darunter sah gesund aus – müsste Altair nicht auf jedem erdenklichen Boden springen, würde ich fast meinen, er dürfte wohl keine Probleme barhuf haben. Da aber Gwen zu gerne auch mit ihrem Braunen sprang, würde es heute wieder neue Eisen geben.

      Nachdem alle vier Hufe zu meiner Zufriedenheit gekürzt waren und mir auch beim Vorführen nichts weiter aufgefallen war, ging es ans Beschlagen. Aufgrund seiner Turniertätigkeiten hatten Gwen und ich uns für Aluminiumbeschläge geeinigt. In diese mussten nur noch die Stollenlöcher, dann waren sie fertig zum Anpassen. Das ging mit Aluminiumbeschlägen immer besonders gut – kein Erhitzen, Auflegen, Anpassen, Auskühlen, Aufnageln. Das war einer der Gründe, warum ich Aluminiumbeschläge so mochte; sie waren im Aufwand einfach nicht so „schlimm“ wie normale Eisen (und sie glänzten schön).

      Das Aufnageln erfolgte ohne Zwischenfälle; Altair gab brav jeden Huf, wie ein alter Profi. Nachdem der letzte vernietet war und ich mich noch ein letztes Mal vergewissert hatte, das wirklich alles passte und der Hengst keinerlei Probleme kriegen würde, brachte Gwen ihn schließlich wieder auf die Weide und hatte, als sie wiederkam, die Nächste an der Hand. Minnie Maus war noch relativ jung, kam aber sofort mit gespitzten Ohren zu mir und suchte mich auch gleich nach Leckerlis ab. Trotzdem musste sie erst einmal vorgeführt werden, bevor ich auch sie mit fehlerfreien Gängen abstempeln konnte und wieder zum Hufmesser griff.

      Minnie Maus gestaltete sich dann als ein wenig aufgeweckter als ihr Vorgänger, benahm sich aber dennoch vorbildlich. Auch für die dunkle Stute würde es heute Aluminiumeisen mit Stollen geben. Aus dem Grund mussten erst einmal die alten Eisen herunter und die Hufe wieder in Form gebracht werden. Im null komma nichts war auch Minnie Maus neu beschlagen und lief mit den Eisen einwandfrei.

      Nun hatte ich nur noch zwei Kunden, die aber noch fixer abgefertigt werden würden, als die vorherigen. Gwen holte ihre Tinkerstute Magical Touch aus Box und führte sie mir kurz vor. Außer der Tatsache, dass die Hufen der Stute wesentlich kolossaler waren als die der Ponys, benahm sie sich genauso vorbildlich. Magical Touch würde barhuf bleiben und da ihre Hufe sehr gesund aussahen, nahm ich nur einen kleinen Teil des Horns weg und richtete jeweils den Strahl ein wenig.

      Der letzte war auch der kleinste, denn Gwen kam mit ihrem Shetty What does the Fox say um die Ecke. Zwar hatte der Zwerg allerhand Unsinn im Kopf, aber bei seiner Größe konnte ich ihn ganz gut händeln. Auch er lief barhuf und so musste ich nur die Hufe ausschneiden und maximal ein wenig korrigieren. Abschließend bekam auch das Shetty seine Pediküre mit der Raspel und dann konnte ich ihn entlassen. Die Kaffeekanne war inzwischen auch leer, also wurde es für mich eindeutig Zeit für den Nachhauseweg.
    • sadasha
      Trainingsberichte
      Trainingsbericht 26.08.2015 - Distanz M-S
      Da Minou inzwischen so weit war, dass wir uns allmählich in Richtung Turniere richten konnten, wollte ich auch wieder mit dem Distanzreiten anfangen. Eine spannende, aber auch anstrengende Disziplin, die für unerfahrene Pferde und Reiter sehr wohl Gefahren verbergen konnte. Aus diesem Grunde wollte ich selber erst einmal wieder rein kommen und wer war dafür besser geeignet als unsere Tinkerstute Magical Touch?
      Schon länger war Magic auf M-Niveau und da wir momentan sowieso indirekt auch auf eine Stutenprämierung vorbereiteten, würde ihr das gemeinsame Training mit mir nicht schaden, so würden wir beide nach dem kommenden Monat wirklich fit sein. Wobei ich sagen musste, dass es echt komisch war, sein Pferd selbst zu trainieren, normalerweise geschah das bei uns nebenbei, aber diesmal hatten wir ein wirklich festes Ziel vor uns. Und genau deshalb hatten wir auch einen Coach und der hieß Elisa. Sie hatte für uns bereits einen Trainingsplan ausgearbeitet und der begann ziemlich genau heute.
      Deshalb holte ich mir nach der Stallarbeit Magic von der Weide, putzte sie gründlich und sattelte sie. Elisa holte uns langsam an die neuen Limits des Trainings heran und so begannen wir mit den grundlegenden Sachen, denn auch bei Magic musste das ein oder andere aufgefrischt werden. Heute machten wir einen gemeinsamen Ausritt mit Elisa. Nachdem wir nämlich fertig waren, verließen wir den Stall und nach ein paar Minuten kreuzte Elisa auf. Sie würde uns in der Anfangszeit öfters mal begleiten, um für uns noch bessere Trainingseinheiten zu entwickeln.
      Natürlich durfte auch ich meine Erfahrungen und Planungen mit einfließen lassen, aber beim eigenen Pferd war man irgendwie immer ein bisschen nachsichtiger als bei Berittpferden. Deshalb war Elisas Anwesenheit gut, denn sie wies mich des Öfteren darauf hin, dass Magic mal wieder gemütlich vor sich hin latschte und das war schließlich nicht Ziel unseres Trainings.
      So waren wir beide nach unserem ersten Ritt fertig mit den Nerven, denn Elisa konnte durchaus streng sein. Sie hatte uns viele Geschicklichkeitsaufgaben reiten lassen und von uns die volle Aufmerksamkeit gefordert, aber so waren wir beide schon jetzt wieder viel fitter als davor, also würde das doch was werden! Für heute hatten wir erst einmal frei, aber Morgen kam ja schon der nächste Tag.
      Und an dem stand für Magic eine Longeneinheit mit Gassen und Stangenarbeit an. Anfangs war sie etwas unmotiviert, denn der Parcours forderte ihre volle Konzentration und Geschicklichkeit. Wir arbeiteten auch viel im Trab und Galopp, denn Takt und Balance waren das A und O im Distanzreiten und wurden zu gerne vernachlässigt. Auch ich musste heute leiden, denn Elisa ging mit mir eine Runde Joggen und halste mir auch noch eine Reihe Geschicklichkeitsübungen auf. Danach war ich mindestens genauso fertig wie Magic nach dem Longieren.
      So ging es dann die nächsten paar Tage weiter. Entweder mussten Magic und ich vom Boden aus ran oder es ging ins Gelände. Wir waren auch öfters beim Trail unterwegs und trainierten dort die unterschiedlichen Begebenheiten von Boden und die unterschiedlichen Hindernisse. Da Magic schon recht weit in der Distanz war und ich auch alles wusste, waren wir schneller fit als gedacht, aber wir waren erst einmal nur wieder bei unserem alten Leistungsstand angelangt.
      Unser Ziel war es jedoch, das S-Niveau zu erreichen und das war noch einmal ein ganz schöner Happen für uns beide und ab der zweiten Woche hieß es nun Striezen von Seiten Elisas. Und das konnte sie gut! Inzwischen hatte sie sich auch Matthews Quad geliehen und ging uns damit auf den Keks. Ein Wunder, dass er es ihr überhaupt freiwillig gegeben hatte, normalerweise war er da nicht einfach so rumzukriegen, aber Elisa würde schon tüchtig Theater gemacht haben.
      Die Strecken wurden immer länger und wir erreichten schon bald die Ritte, bei welchen wir auch übernachteten, damit es am nächsten Morgen direkt weiter ging. Es war echt hart, gerade bei dem momentan so wechselhaften Wetter, wobei das uns die besten Möglichkeiten zum Training gab, denn so hatten wir wirklich alles dabei.
      Vier Wochen trainierten wir wirklich hart und inzwischen war auch ich so fit, dass ich mich mit in den Trainingsplan einbringen konnte und es oftmals schon alleine übernahm. Der Ehrgeiz hatte mich gepackt und Magics Figur hatte sich ebenso von „Ganz okay“ in „Sportlich“ gewandelt und das ziemlich schnell. Am Ende des Monats waren wir beide bereit, um einen Marathon zu laufen oder eben an einem Distanzritt teilzunehmen. Für meine Seite reichte das aber auch. Natürlich nannte ich noch die ein oder andere Strecke, immerhin sollte das Training nicht umsonst sein, aber jetzt würden wir uns erstmal auf die Stutenprämierung konzentrieren.
      Trainingsbericht 30.10.2015 - Distanz S-S*
      Magical Touch und ich waren uns in vielerlei Hinsicht ähnlich. Ebenso wie ich, liebte auch meine Tinkerstute die Dressur und das Westernreiten. Beides Disziplinen, in denen wir förmlich aufblühen konnten, wenn wir wollten. Aber unsere allerliebste Beschäftigung war schlichtweg die Natur und die konnte man so wunderbar bei Distanzritten genießen! Wie oft war ich mit Magic schon Tages- oder größere Wanderritte mitgegangen und hatte auch viele Distanzturniere erfolgreich abgeschlossen.
      Distanzreiten war eine Herausforderung für sich, denn man musste sich mit der Natur arrangieren. Mit den Wegen, dem Wetter und auch den eventuell vorhandenen anderen Lebewesen. Für Magic und mich immer das absolute Highlight. Genau aus diesem Grunde ließen wir es uns auch nicht nehmen, bei dem kommenden Vereinsturnier auch in der Distanz anzutreten.
      Jedoch waren wir schon länger nicht mehr so große Strecken unterwegs gewesen, da mein Fokus dieses Jahr auf unseren Jungspunden gelegen hatte. Dennoch war Magic fitter als man dachte – auf jeden Fall fitter als ich. Aber dennoch wollte ich das große Turnier ungern unvorbereitet angehen. Und genau deshalb begannen wir jetzt, einen Monat vorher, schon mit dem Training, damit wir zum Tag des Turniers auch fit sein würden. Außerdem sollte Magic auch noch in der Westernklasse starten und auch dafür konnte sie ruhig Kondition und Muskeln aufbauen.

      Wie mit jedem Pferd, begann auch das Training mit Magic bei den Grundbausteinen, welche erst einmal gelegt werden mussten. Zwar ging die Stute bereits S-Niveau, aber letztendlich lief es in den höheren Klassen überall gleich ab, dementsprechend ging es um die Perfektionierung des bereits vorhandenen.
      Wir begannen mit einer Woche Muskel- und Konditionsaufbau. Dies beinhaltete viel Longen-, Stangen- und generell Gymnastizierarbeit. Wir gingen auch fast jeden zweiten Tag zu Elisa hinüber zum Extreme Trail, um dort die unterschiedlichen Hügel zu erklimmen und wieder hinabzusteigen. Das förderte insbesondere Magics Hinterhandmuskeln und diese würde sie auch noch gebrauchen.
      Ab der zweiten Woche nahmen wir dann täglich einen Ausritt dazu. Dabei begannen wir bei einer Zeit von einer Stunde und erhöhten diese innerhalb von zwei Wochen auf bis zu fünf Stunden. Und diese trödelten wir nicht nur im Schritt durchs Gelände, sondern wir trabten größtenteils, galoppierten auch viel und die von mir ausgesuchten Strecken beinhalteten immer Aufstiege und Abstiege. Oftmals musste auch ein Fluss durchquert werden oder, eine besonders steile Anhöhe.
      Magic kannte unser Gelände inzwischen seit drei Jahren, dementsprechend war es gar nicht so leicht, die Stute so zu fordern, dass sie wirklich gefordert wurde und eventuell auch ein wenig überrascht. Aber der Nationalpark war groß und hielt so einiges für uns offen.
      Außerdem fand ich immer neue Routen, indem ich Magic und mich von jemanden zu bestimmten Startpunkten fahren ließ und von dort aus nach Hause ritt und schon hatten wir genügend neue Herausforderungen, denn unser Gelände war mit allem gespickt, was man sich wünschen konnte.
      Nebenbei blieben wir aber auch an der Bodenarbeit dran und ich arbeitete an Magics Koordination. Deshalb schob ich auch öfters Dressurstunden mit ein, in welchen ich viel an den Seitengängen arbeitete, um Magics Geraderichtung und Muskulatur im Allgemeinen zu fördern. Das half der Stute auch wirklich gut im Gelände: Enge Wendungen oder schmale Pfade waren selten ein Problem.
      Da auch ich fit sein musste, machte ich täglich ein 20-minütiges Workout. Das war ziemlich undankbar neben dem sowieso vollen Tag und dem Training mit Magic, aber nötig. Oftmals war ich diejenige, die schnell aus der Puste war, wenn der Hang so steil war, dass ich lieber abstieg und führte. Das würde uns letzten Endes auch nur zum Nachteil werden.

      Vier Wochen trainierten wir wirklich unablässig, so dass ich nicht nur Magic auf S*-Niveau brachte. Meine Grundfitness hatte sich auch wieder erheblich erhöht. Also waren wir bereit für unseren dreitägigen Ritt.
      Warum auch immer hatte ich mir dies zum Abschlussritual meines Distanztrainings gemacht. Es machte sowohl mir als auch den Pferden Spaß und zeigte oftmals entweder die Grenzen oder den Platz, der noch nach oben war.
      Für Magic war das nichts Neues und so war sie schon hellwach, als ich kurz nach sieben Uhr morgens im Stall stand, sie putzte, sattelte und mit Satteltaschen belud. Immerhin brauchte ich allerhand Kram, ehe es dann wirklich losging.
      Der Oktober zeigte sich bisher von seiner schönsten Seite, deshalb war ich guten Mutes, packte aber dennoch alles Wichtige für die Schlechtwetter-Tage ein. Und dann ging es los. Geplant waren allerhand Kilometer pro Tag und ein wenig mulmig war mir schon, aber ich hatte Magic an meiner Seite. Wir würden das packen!
      Unsere erste Etappe führte uns ins Gebirge hinauf. Der Aufstieg war nicht ohne und ich war dankbar, als wir abends in der Dämmerung die kleine Hütte samt Stall erreichten. Dort versorgte ich Magic ausgiebig und lag so schnell es ging selbst schlafend im Bett.
      Der erste Tag war relativ bewölkt gewesen, aber trocken. Am nächsten Tag hatten wir nicht so viel Glück. Als ich aufwachte, hörte ich schon den Regen auf das Dach prasseln. Magic stand motiviert und munter in ihrer Box und frühstückte gerade. Ich saß mit grimmiger Miene und Teetasse vor ihrer Box und starrte hinaus in den Regen.
      Alles musste ordentlich eingepackt werden, sowohl unsere Ausrüstung, als auch Pferd und ich. In voller Regenmontur verließen wir dann unser wohliges Heim und machten uns auf die zweite Etappe. Diese ging noch ein Weilchen den Gebirgskamm entlang, ehe wir ihn heute noch verlassen und wieder hinunter in die Wälder klettern würden.
      Trotz des miesen Wetters, hatten wir viel Glück mit den Böden, denn diese weichten hier oben kaum auf. Leider kamen wir nicht so schnell voran wie gehofft und mussten am Abend noch ein Weilchen mit Stirnlampe durch den dunklen Wald reiten, ehe wir an unserer kleinen Herberge ankamen, die uns auch direkt willkommen hießen. Wieder wurde Magic als erste versorgt, dann verstaute ich unser Zeug und erst dann war es für mich Essens- und Bettzeit.
      Der regnerische Tag wurde uns durch einen dritten, sonnigen Schönwetter-Tag entschuldigt. Die letzte Etappe ging sehr entspannt von Statten, denn wir hatten herrliches Wetter und ritten lange Zeit auch an einem See entlang. Wie auch sonst, legten wir unsere Pausen ein und genossen das Leben in der Natur.
      So schön das im Übrigen auch war – ich war froh, als wir dann am Abend endlich wieder auf unserer kleinen Ranch ankamen. Magic wieherte auch freudig ihren Kumpaninnen zu. Die Stute war genauso froh wie ich, endlich wieder im eigenen Bett schlafen zu können, aber Spaß hatte auch ihr der Wanderritt gemacht.
      Nach dieser tollen Erfahrung war ich mir aber auch sicher, dass wir sehr gut für das kommende Turnier gewappnet waren und etwas Zeit zum Entspannen hatten wir nun auch noch, ehe es losgehen würde.
      Trainingsbericht 15.11.2015 - Western S-S*
      „Ich cruise Banane essend im Trabant um den Karl-Marx-Kopf“, tönte es die Stallgasse entlang, weshalb ich mich in Habachtstellung begab und mich geschwind hinter Magic versteckte. Vorsichtig blickte ich über den Rücken meiner Tinkerstute und atmete dann beruhigt aus. „Du bist es nur Jojo. Wie kannst du hier Kraftklub-Lieder singen?“, meinte ich im vorwurfsvollen Ton und bekam direkt den „Ich ziehe eine Augenbraue hoch“-Blick geschenkt. „Ja, ich habs gegooglet. Steinigt mich“, gab ich mich geschlagen, nichts ahnend, dass es nun erst recht gefährlich werden würde.
      „Bitte was?! Gegooglet? Kraftklub? Sie gehört nicht mehr zu uns!“ – „Elisa…“ – „Nein Jojo. Das kann sie nie mehr gut machen!“ – „Doooch, mir fiele das was ein.“
      Die beiden tauschten vielsagende Blicke und grinsten mich dann an. Ich glaube ein schnelles Todesurteil wäre mir dann doch lieber gewesen. Denn als Obolus meiner Schande sollte ich Capulet trainieren. Im Western. Wie gesagt, jede Art der Knechtung wäre angenehmer gewesen…

      „Ach komm. Wenn du Magic trainierst, kannst du ihn gleich mitmachen“, tröstete mich Elena, während ich am Zaun des Reitplatzes stand und Magic noch kurz grasen ließ, weil ich auf Joline wartete. „Ich helfe dir auch!“, meinte sie plötzlich übermotiviert und als Joline mit Capulet im Schlepptau ankam, übernahm Elena einfach das Pferd. Ich sah schon, wie Elisa und Jojo ihre Popcorntüten und 3D-Brillen auspackten.
      Gemeinsam mit Elena betrat ich den Reitplatz. Eigentlich wäre ich lieber noch ein Weilchen davor geblieben, aber das wäre dann wohl auch zu auffällig gewesen. Kurz gurtete ich bei Magic nach, ehe ich mich vorsichtig in den Sattel meiner Stute schwang. Nichts ahnend wartete ich auf Elena und erst als es auf jeden Fall schon zu lange dauerte, drehte ich mich verwirrt um.
      Capulet hatte die Ohren angelegt und seinen schelmischen Blick drauf. Während Elena versuchte den Fuß in den Steigbügel zu bekommen, ging Capulet immer einen Schritt zur Seite, immer und immer wieder. Doch Elena war stur, mindestens genauso stur wie Capulet. Irgendwann hatte sie den Fuß im Steigbügel, jetzt wurde es eng für Capulet – oder doch eher für Elena?
      Jojo und Elisa prusteten los und selbst Joline musste sich zurückhalten, als Capulet begann, sich um seine eigene Achse zu drehen, viel zu schnell und mit Elena als Anhang. „Also beim Westernreiten sitzt man da eigentlich im Sattel!“, schallte Elisas lachende Stimme über den Platz und ich sah förmlich, wie Elenas Kopf allmählich immer roter anlief.
      Und da zog sie sich hoch, mitten im Spin und schwupps, saß sie auf Capulet. Der blieb etwas verwirrt stehen, denn damit hatte er bei einer eingefleischten Dressurreiterin nicht gerechnet. Und dann legte er erst richtig los: Ich war immer noch fest der Meinung, dass Capulet abends immer Spirit schaute und seine Lieblingsszene war auf jeden Fall jene, in welcher Spirit im Korral alle Reiter abwarf. Die Ähnlichkeit war verblüffend.
      Tja und Elena war der Colonel und der ließ sich nicht so gerne ärgern. Immerhin ging es hier bei uns wesentlich pferdegerechter zu und Elena hatte immerhin einen Sinn für Humor. Zwischenzeitlich bekam sie auch das ein oder andere Lachen zu Stande, ehe sie sich wieder fluchend Capulet widmete.
      Magic stand unbeteiligt unter mir und döste. Was das andere Pferd machte, interessierte sie rein gar nicht. Da es mir aber auch allmählich unangenehm wurde, reiner Zuschauer zu sein, weckte ich meine Stute auf und begann mit dem Aufwärmen. Einige Zirkel und Bahnfiguren im Schritt und Trab und schon wurde Magic weich und rittig. Capulet schien das ein wenig zu wurmen, immerhin war er ein Pferd, was auch gerne im Mittelpunkt stand und plötzlich wurde aus dem Buckler ein Selbstläufer.
      Gut, Elena behauptete seither, dass wäre ihr Werk gewesen. Aber wir anderen waren uns einig, dass alles, was Capulet gezeigt hatte, von ihm kam. Er machte Magic nach. Anfangs. Ich fand das Spiegel-Spiel natürlich lustig, wechselte die Gangarten, ritt Bahnfiguren. Capulet machte uns alles nach. Also ritt ich auch Backrolls, Spins und Sliding Stops (spätestens da konnte man ziemlich genau sehen, was von Elena gewollt war). Capulet jagte uns hinter, machte es uns nach und versuchte, Magic in allen Belangen zu schlagen. Im Arbeitswillen und Sturheit hatte er das auf jeden Fall getan. Ansonsten hatte er da aber eine harte Nuss vor sich.
      Und so beendeten wir das Training tatsächlich mit richtiger Arbeit. Beide Pferde waren danach k.o. und zumindest eines war sehr zufrieden und schnaubte ab. Capulet tänzelte – typisch Hengst – immer noch aufgeregt über den Platz, Elena immer noch auf dem Rücken. Der wurde das Ganze zu blöd. Sie stieg ab und reichte Joline die Zügel. „Trainiert ist er, abreiten kannst ja du“, murmelte sie und verschwand dann schwebenden Schrittes. Joline kicherte kurz, ehe sie auf Capulet stieg. Bei ihr war der Hengst ein Engel auf vier Hufen und keiner wusste warum.

      Da ich mit beiden Pferden aber nun auch vorwärts kommen wollte und wir immerhin auf das S*-Niveau hinarbeiteten, war ab sofort richtiges Training angesagt. Das kam Elena gerade Recht, um nicht noch einmal in einen Westernsattel zu steigen, auch wenn sie unser Training immer genauestens unter die Lupe nahm und sich anscheinend auch in der Westernkunde weitergebildet hatte. Das war hundertpro die Rache für die Sache mit Shakoor.
      Elena lebte nach dem Motto: „Ich bin nicht nachtragend, wenn ich meine Rache hatte, ist alles vergessen“. Das durfte auch kennenlernen, auch wenn ich es mit Humor nahm, so wie man solche Dingen eben nehmen sollte. Stattdessen konzentrierte ich mich ab sofort auf das Training mit Magic.
      Wir begannen bei dem Ausbauen unserer unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Je mehr Stufen wir beherrschten, desto einfacher ließen sich die Manöver ausführen. Außerdem trainierte ich Magics Muskeln und Kondition, denn ein Westernpferd musste allerhand leisten und dabei wurden die Beine nicht sonderlich geschont. Deshalb traf ich mich auch einmal in der Woche mit Joline zu speziellen Übungen, welche die Sehnen stärken sollten.
      Desweiteren arbeiteten wir an den Manövern. Im Westernsport sah alles immer sehr schnell spektakulär und toll aus, aber auch den Richtern ging es alleine um die Technik, nicht um die Show. Und genau diese Technik musste sitzen. Besonders bei den Spins und den Roll Backs schluderten wir beide gerne mal noch. Tendenziell lag das an mir und meinem Sitz. Western war eher mein zweites Fachgebiet, ich war bevorzugt englisch unterwegs, das kam der Zweitbesetzung nicht immer zu Gute.
      Magic benötigte meine korrekten Gewichtshilfen, um die Manöver korrekt ausführen zu können. Deshalb nahm ich oft Unterricht bei Joline, sie war unser absoluter Westernprofi.
      Nebenbei schaute ich ihr oft bei dem Training mit Capulet zu. Die beiden harmonierten fantastisch miteinander und alles sah so leicht aus. Gut, das lag vielleicht auch daran, dass Capulet im Gegensatz zu Magic schlank, sportlich und ohne dicken Behang war, aber trotzdem, es zeigte mir schnell unsere Fehler.
      Also arbeiteten wir weiter und weiter. Ich mochte Perfektion, so lange man es nicht übertrieb. Magic wurden immer feiner, meine Hilfen immer weniger. Bald sah man nichts mehr und trotzdem reagierte Magic sofort. Für einen Tinker war nicht leicht, sich im Westernsport durchzusetzen und trotzdem hatten wir wirklich tolle Erfolge erzielt.
      Capulet erging es da nicht anders. Zwar erfüllte er schon wesentlich mehr Komponenten für das perfekte Westernpferd, aber mit 144cm Stockmaß hinkte er da ab und an hinterher. Die meisten Westernpferde waren nicht sonderlich größer, brachten aber einen anderen Körperbau mit. Capulet hatte da gute Ansätze und das Westerntraining verbesserte das logischerweise und dementsprechend war Capulet auch erfolgreich unterwegs. Wenn er an Turnieren teilnahm, dann ging er entweder als erster raus oder legte zumindest eine traumhafte Buckelshow hin.
      Das Training war hart und lang, aber letztlich konnten sich beide Pferde wirklich sehen lassen. Da uns das Pas-de-Deux am Anfang schon Spaß gemacht hatte, überredete ich Joline zu einem erneuten. Beide Pferde harmonierten dieses Mal wesentlich besser und ich fand, dass sich unsere Show sogar sehen lassen konnte. „Sollten wir uns für die Weihnachtsfeier merken“, meinte ich lachend und ging mit Joline noch eine kleine Runde zum Abkühlen ins Gelände.
    • sadasha
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      11. Juli 2017 | 38.351 Zeichen von adoptedfox und sadasha

      Hunter | Auf dem Bear Brook EC ging es etwas turbulenter her als üblich. Gine giftete immer wieder aus dem Nichts los. Leider nicht nur bei mir, sondern auch bei Isaac, meinen Eltern oder anderen Angestellten. Manchmal sogar bei Feriengästen. Eine Weile hatte ich mir das Theater angesehen. Die ein oder andere Mahnung hatte Gine bekommen, bevor ich sie schlussendlich entlassen musste. Isaac war davon nicht begeistert, immerhin kam er noch gut mit ihr zurecht. Doch seit ich den Hof tatsächlich alleine führte, weil meine Eltern ausgezogen sind, war mir das Drama um Gine zu viel. Als Kerry von ihrer Fortbildung wieder zurückkam fiel sie aus allen Wolken. Sie hatte so viele gute Erfahrungen aus Schottland mitgenommen. Jetzt stand sie auf dem Hof und erkannte die Hälfte des Personals nicht mehr, weil es ausgewechselt wurde. Die Jockeys und Isaac waren die einzigen bekannten Gesichter für sie.

      “Und wieso wohnen deine Eltern nicht mehr hier?” fragte Kerry, als wir abends auf dem Innenhof saßen und ich ihr die aktuelle Lage erklärte. “Sie wollten besser angebunden sein, nicht mehr mit dem Auto fahren müssen.” antwortete ich. Es fühlte sich noch immer unwirklich an, dass die beiden nicht mehr hier lebten, auf ihrem Hof. Aber sie waren glücklich mit dieser Entscheidung. Kerry schien zu merken, dass ich darüber nicht weiter sprechen wollte. Stattdessen fragte sie nach Mirko, der gerade vorbeilief und mir zuwinkte um sich zu verabschieden. “Er ist eine neue Stallhilfe. Er kümmert sich zusammen mit Elizabeth Carroll um die Fütterung der Pferde und darum, dass die Weidezeiten eingehalten werden.” Kerry nickte anerkennend. “Hört sich ja sehr… strukturiert an. Fühlt sich Isaac dann nicht nutzlos?” Kopfschüttelnd grinste ich sie an. “Er freut sich mehr Zeit zu haben.” - “Und er bekommt das gleiche Geld?” wollte Kerry wissen. “Darüber sprechen wir nicht.” gab ich zurück und zeigte stattdessen auf Elise und Louis Clayton. “Die beiden kümmern sich um Gäste und darum, dass es Mittags etwas zu Essen gibt.” erklärte ich. Wieder nickte Kerry. Sie wollte immer noch gerne wissen, wie ich das denn finanzieren kann. Aber das sollte meine Sorge sein. Sie fragte nicht noch einmal nach. “Morgen Vormittag lernst du die neue Dressurreiterin kennen. Damit sollten wir dann alle neuen Gesichter haben.” schloss ich gut gelaunt und stand auf. “Über Magical Touch reden wir noch.” sagte ich, bevor sie diesen Punkt einwenden konnte. Kerry hatte gesehen, dass Mephistos Mutter verkauft werden sollte. Sie wurde als Therapiepferd angepriesen und wäre ideal für ihr Vorhaben Stunden anzubieten. Mir sollte das recht sein, der Platz war da und es würde dem Ruf zugute kommen. “Mir liegt wirklich viel daran.” betonte Kerry, als auch sie aufstand. “Mephisto solltest du dann trotzdem noch ausbilden.” sagte ich noch, bevor wir uns verabschiedeten.

      Am nächsten Tag wachte ich unfassbar spät auf, sodass ich es eilig hatte in den Stall zu kommen. Schließlich warteten die Pferde auf ihr Frühstück. Erst als ich halb angezogen an den zufrieden fressenden Pferden vorbei lief fiel mir auf, dass Elizabeth heute schneller war.
      “Guten Morgen, Mr. Crowley!” brummte Mirko Vicari, der gerade mit PFS Strolch auf dem Weg zur Weide war. Hinter ihm stand Elizabeth mit Golden Sugar. “Ist alles in Ordnung?” fragte sie und beäugte mich mit einem Blick, den ich nicht einordnen konnte. Ich musste furchtbar lächerlich aussehen, nicht nur weil mir das Hemd halb aus der Hose hing und die Haare zu allen Richtungen standen. Auch mein Gesichtsausdruck war wohl in diesem Moment nicht der frischeste. Nachdem ich das nun festgestellt hatte fuhr ich mir durch die Haare. “Nein, alles okay. Ich muss mich erst daran gewöhnen manche Arbeiten nicht mehr selbst machen zu müssen.” Die beiden nickten und brachten dann die Hengstfohlen auf ihre Weide. In der Küche war zu meiner Erleichterung noch niemand. Die Claytons waren also auch noch nicht fertig. Ich setzte Kaffee auf und machte mir etwas zum Frühstück. Keine fünfzehn Minuten später bekam ich eine Nachricht von Käthe. “Hey, wann geht’s los?” wollte sie wissen. Desorientiert sah ich im Kalender nach, was heute anstand. Die Messe! Es fiel mir wie Schuppen von den Augen. Wir wollten heute zur Pferdemesse. “Gib mir eine Stunde, dann hole ich dich ab.” schrieb ich zurück und eilte ins Bad um mich fertig zu machen.
      “Hunter, einen Moment.” Isaac schlug mir seinen Arm vor die Brust und hielt mich fest, als ich auf dem Weg zum Auto war, sodass ich stehen bleiben musste. “Ich hab keine Zeit!” beschwerte ich mich und machte Anstalten einfach weiter zu gehen. “Du musst noch die Wurmkuren abholen, die liegen seit Wochen beim Tierarzt!” sagte er eindringlich und lockerte seinen Griff. “Stimmt. Mache ich.” sagte ich und lief weiter um mein Auto soweit leer zu räumen, dass mögliche Messekäufe hinein passen würden. Wie ich Messe und Tierarzt verbinden sollte war mir jedoch ein Rätsel. Wenn es gut lief, waren wir in fünf bis sechs Stunden durch und konnten dann gerade so vor dem Feierabendverkehr zurückfahren. Dann würde ich wohl auch den Tierarzt noch unterbringen können. Wenn es aber schlecht lief, würden wir für alles länger brauchen und der Tierarzt geschlossen haben, bevor wir ihn erreichen...

      Käthe | “Ich bin überrascht wie schnell es voran geht! In ein paar Tagen sollte sie fertig sein.” erzählte ich meinem Vater angeregt am Telefon. Wir telefonierten einmal die Woche um den Kontakt aufrecht zu erhalten, jetzt wo wir uns nur ein paar Mal im Jahr sahen. Bevor ich auflegte versprach er mir mich zu besuchen, sobald es ihm möglich war. Ich steckte mein Telefon zurück in die Hosentasche und wollte gerade ins Haus gehen, als Hunters Wagen auf den Hof fuhr. “Gib mir eine Minute!” rief ich ihm zu und ging ins Haus um mich umzuziehen. Ich entschied mich für eine einfache, schwarze Jeans und ein weißes Neckholder-Top. Auf dem Weg nach draußen nahm ich meine Tasche und warf Geldbeutel und Telefon hinein. Hunter hupte als ich die Tür abschloss. Ich schüttelte den Kopf und stieg zu ihm in den Wagen. “So gefällst du mir viel besser!” sagte ich und strich mit dem Handrücken über seine Wange. “Wollte Gine nicht mitkommen?” fragte ich während ich mich anschnallte. Er warf mir einen genervten Blick zu und fuhr los. “Entschuldige.” sagte ich knapp und sah aus dem Fenster. “Ich hab ihr gekündigt.” murrte er schließlich. “Du hast was? Was ist denn passiert?” fragte ich erschrocken. Damit hätte ich nicht gerechnet. “Lass uns da bitte nicht drüber reden.” sagte er. Ihm war das Thema sichtlich unangenehm. “In Ordnung. Solltest du doch darüber reden wollen weißt du wie du mich erreichst.” antwortete ich ihm und warf ihm ein kurzes lächeln zu. Die restliche Fahrt verlief ruhig und obwohl auf dem Messegelände reges Treiben herrschte, fanden wir schnell einen Parkplatz. Ich stieg aus dem Wagen und hängte meine Tasche über die Schulter. “Hunter? Lass mich kein Pferd kaufen!” wies ich ihn an. Er grinste. “Nur wenn du das Gleiche für mich tust.” - “Ich gebe mein Bestes!” sagte ich lachend und folgte ihm zur Messehalle.
      Wir gingen durch die Messehalle und hielten an einigen Ständen um uns Reitzubehör und -kleidung anzusehen. Mein Vorhaben kein Geld auszugeben löste sich bereits am ersten Stand in Luft auf als ich Lederhalfter für Fohlen entdeckte. “Schau mal wie hübsch!” sagte ich und hielt freudig ein dunkelbraunes mit Strass in Hunters Richtung. Kritisch sah er rüber. “Für wen?” rief er mir zu. “Compliment!” rief ich zurück und lachte. Er schüttelte mit dem Kopf und steckte seine Hände in die Hosentaschen. Ich lächelte dem Verkäufer zu und gab ihm zu verstehen, dass ich es mitnehmen würde. An der Kasse nahm ich noch zwei Lecksteine mit Fruchtgeschmack für die Fohlen mit. “Hast du kein echtes Obst, dass du denen sowas reinhängen musst?” - “Sie werden davon nicht sterben, Hunter.” sagte ich beinahe beleidigt, doch er grinste nur. Als wir weitergingen kamen wir in eine Gasse mit Pferdeboxen. Es handelte sich um Verkaufspferde und obwohl wir uns vorgenommen hatten keines zu kaufen, sahen wir sie uns an. Als ich einen bekannten Namen las blieb ich stehen und trat näher an die Box. “Was machst du denn hier?” fragte ich die Stute und hielt meine Hand an das Gitter. Da ein Veranstaltungshelfer mich beobachtete zog ich meine Hand zurück und folgte Hunter der bereits weiter gelaufen war. “Wo warst du?” fragte er, als er bemerkte, dass ich wohl gerade erst wieder da war. “Ich hab diesem gutaussehenden jungen Mann gerade meine Nummer gegeben.” log ich und nickte zum Veranstaltungshelfer. “Aha.” Hunter sah kurz in die Richtung, in die ich genickt hatte. Viel konnte er ja eh nicht ausrichten, also lief er weiter. Innerlich lachend folgte ich ihm zu den Tribünen. Wir suchten uns geeignete Plätze aus von denen wir alles gut beobachten konnten und setzten uns hin. Gerade lief der Moderator auf den Platz und sagte die Auktionen an, die jetzt folgen würden. Die Pferde wurden nacheinander über den Platz geführt. Darunter war auch die Stute, die mir eben schon bekannt vor kam. Mein Blick wanderte über die anwesenden Zuschauer. Niemand schien bisher Interesse zu haben. Bevor die Stute vom Platz geführt wurde hob ich meine Hand. Der Auktionator zeigte auf mich und wartete weitere Gebote, ab die jedoch ausblieben. ”Was machst du da?!” fuhr Hunter mich an. “Vertrau mir, ich kenn das Pferd!” zischte ich leise und wartete gespannt. Er sah mich an, als sei ich vollkommen irre geworden. “Für 500 Pfund verkauft, an die Dame da oben.” sprach der Moderator in sein Mikrofon und ich sah Hunter an, der immer noch fassungslos war. “Mein Vater bringt mich um.” sagte ich und stand auf. Ich lief zu den Boxen in denen die Verkaufspferde standen und blieb vor Verdines Box stehen. “Was hast du gemacht?” fragte Hunter und sah mich eindringlich an. “Vor zwei Monaten wurde ich beauftragt sie und ein Fohlen zu versorgen. Ich bin sie geritten, Hunter. Etwas ängstlich aber sonst große Klasse! Super geeignet für Reining!” bevor ich weiter erklären konnte unterbrach er mich “Und deswegen kaufst du ein Pferd?”. “Niemand hatte Interesse, wer weiß was mit ihr passiert wäre hätte ich sie nicht gekauft!” fügte ich hinzu und sah auf den Boden. Hunter griff sich in die Haare und verstand die Welt nicht mehr. “Sie hätte schon noch einen anderen Käufer gefunden! Was willst du mit ihr?” Ich nahm seine Hand und sah ihn entschuldigend an: “Reite sie, dann wirst du mich verstehen.”. “Wie stellst du dir das vor?” - “Entschuldigung, hinten hätten sie die Möglichkeit das Pferd Probe zu reiten.” antwortete der Auktionator der zwischenzeitlich erschienen war. Erwartungsvoll sah ich Hunter an. “Gut, dann machen wir sie fertig.”. Der Auktionator organisierte Verdines Sattel und Zaumzeug und ich half ihm dabei das Pferd zu satteln. Er führte Verdine zum Reitplatz, Hunter und ich folgten ihm.

      Hunter | Mein letztes mal in einem Westernsattel war Jahre her. Ein wenig misstrauisch stieg ich auf und nahm die Zügel auf, da Verdine sofort losging. Es dauerte einen Moment, bis ich mich sortiert hatte und sie verstand, was ich von ihr wollte. Die Grundlagen beherrschte sie einwandfrei. Die Appaloosastute gab sich erstaunlich ruhig, trotz ihrer offensichtlichen Nervosität. Sie bemühte sich sichtlich. Auch als ich ein paar schwierigere Lektionen von ihr forderte spielte sie mit. Außerdem saß sie sich unfassbar gut. Das mochte auch am Sattel liegen, aber im Gesamtpaket gefiel mir die Stute nun besser als erst gedacht. Nach ein paar Minuten stieg ich wieder ab und führte sie zurück zu Käthe, die am Zaun stand. “Gut.” meinte ich knapp um ihr die Frage vorwegzunehmen. Sie grinste mich freudig an und öffnete das Tor damit ich Verdine vom Platz führen konnte. Wir brachten die Stute zurück zur Box und sattelten sie ab. “Möchten sie dann mit mir kommen?” fragte der Auktionator und sah Käthe an.
      “Du reitest also Western?” fragte ich Käthe, während wir dem Auktionator folgten.
      “Mein Vater war immer dagegen, für ihn ist das kein richtiges Reiten.”
      “Super Zeitpunkt ein Westernpferd zu kaufen, wenn dein Vater die so toll findet und demnächst vorbeikommen will.”
      Käthe sah mich vorwurfsvoll an: “Ich kann ihm ganz andere Sachen erzählen die er nicht so toll finden wird.”.
      Ertappt schluckte ich. “Achja... Aber bei Verdine bist du dir wirklich sicher?” Das Thema wollte ich so schnell wie möglich los werden.
      “Ja wieso?” fragte sie.
      “Schade.”
      “Wieso Schade?”
      “Sie ist ein gutes Pferd.”
      Sie verschränkte die Arme vor der Brust. “Du hast Interesse.”
      “Hmm…” brummte ich.
      “Wenn sie mir dann folgen möchten.” unterbrach der Auktionator und Käthe folgte ihm. Kurze Zeit später kam sie mit einem Umschlag in der Hand wieder.
      “Glückwunsch.” meinte ich grinsend und verkniff mir eine dumme Bemerkung.
      “Wenn ich deinen Hänger ausleihen darf kann ich sie morgen früh abholen.”
      “Gut.”
      “Wollen wir dann los?” fragte sie und sah mich an.
      Ich nickte und wir gingen quer durch die Halle zum Ausgang. An einem Stand für Pferdefutter blieb Käthe abrupt stehen und drückte mir ihre Einkaufstüten in die Hand. “Schau mal wie niedlich!” rief sie und ging zum Betreiber des Standes. Noch bevor ich reagieren konnte hockte sie sich auf den Boden und hatte ein schwarzes Fellbündel im Arm. Die Verkäuferin erkannte sofort, dass ich zu Käthe gehörte und sprach mich an: “Zwei der Wurfgeschwister sind noch zu haben.” sagte sie freundlich. Käthe stand auf und kam mit dem Welpen auf dem Arm zu mir. Da ich vermutete, den Hund gleich halten zu müssen stellte ich die Tüten auf dem Boden ab. Mit meiner Vermutung lag ich nicht ganz falsch, denn Käthe legte mir das Fellbündel in die Arme: “Er ist so weich! Und schau dir die kleinen Pfoten an!”. So klein waren die Pfoten gar nicht. Aber niedlich war der Welpe trotzdem. “Der kleine steht dir! Ihr seht euch ähnlich.” lachte Käthe und ich warf ihr einen mahnenden Blick zu. “Ist das so?”
      “Wie Geschwister. Und jetzt wo du alleine auf dem Hof bist wäre ein tierischer Wegbegleiter doch eine nette Idee.”
      “Ich habe knapp 30 tierische Wegbegleiter im Stall stehen.” meinte ich schmunzelnd, ließ den Hund aber nicht runter.
      “Aber keins davon sieht aus wie du!” antwortete sie und lachte.
      “Ich kann mir doch nicht einfach einen Hund auf einer Messe kaufen!”
      “Hättest du lieber ein Pferd?”
      Ich lachte. “Dafür ist es jetzt zu spät. Was ist das denn für ein Hund?” wollte ich von der Verkäuferin wissen, die mir im Anschluss ein Ohr abquatschte.
      Letzten Endes schaffte sie es mich zu einem ihrer Welpen zu überreden. Ich setzte den Welpen auf dem Boden ab und warf Käthe einen unschuldigen Blick zu während ich der Frau in den Stand folgte. “Jetzt aber wirklich nach Hause.” brummte ich als ich wieder kam.
      Wir schafften es noch die Wurmkuren für meine Pferde abzuholen und fuhren danach gleich zur Hundezüchterin um den Welpen abzuholen. “Willst du dein neues Pferd nicht auch gleich noch abholen?” scherzte ich, als wir auf meinen Hof fuhren. “Um die Uhrzeit? Soll ich in den Stall einbrechen?” fragte Käthe und grinste mich frech an. Verschwörerisch grinste ich zurück. “Wieso eigentlich nicht?”
      “Du kneifst.” sagte sie und verengte die Augen zu Schlitzen. “Tu ich nicht!”
      “Einbrechen ist also in Ordnung, aber bei gewissen Themen schweigst du?”
      “Was für Themen?” wollte ich wissen, da ich mir nicht vorstellen konnte woran sie dachte.
      “Vor zwei Wochen. Du und ich?” fragte sie und grinste mich an.
      “Was willst du da bereden?” fragte ich und ging auf den Innenhof, wo ich ihr einen Stuhl hinstellte und mich anschließend selbst auf einen anderen setzte.
      “Ich dachte schon, dass wir darüber reden sollten. Oder wollen wir so tun als wäre nichts gewesen?” fragte sie mich und setzte den Welpen auf ihrem Schoß ab.
      “Nein.” sagte ich um mir etwas Zeit zu verschaffen.
      “Oder wir schieben es auf den Alkohol.”
      Ich lachte hart. “Wie du willst.”
      Das sie damit nicht zufrieden war merkte ich an ihrem Blick mit dem sie mich durchbohrte.
      “Für mich war es nicht nur der Alkohol, bei dir bin ich mir da nicht so sicher.”
      Sie lachte. “Zugegeben der Alkohol hat mir den nötigen Mut gegeben. Nach deiner Abfuhr davor war ich mir nämlich nicht mehr so sicher ob wir uns überhaupt noch sehen würden.”
      “Welche Abfuhr?”
      “Der Abend bevor du mit Sanitätern in meine Wohnung geplatzt bist.”
      “Wenn du halbtot auf dem Boden rumliegst?!”
      “Davon spreche ich gar nicht! Du machst mich wahnsinnig.”
      “Tut mir leid.”
      Sie schüttelte den Kopf.
      “Käthe?”
      “Ja, Hunter?”
      Ich schmunzelte. “Wenn du mich fragst, haben wir nichts falsch gemacht. Falls du das wissen willst.”
      “Schön zu wissen das du so denkst.” sagte sie und lächelte.
      “Wie siehst du das?”
      “So wie du. Und ich hätte nichts dagegen wenn es eine Wiederholung gäbe. Vielleicht mit weniger Alkohol damit ich nicht so starke Kopfschmerzen habe.” sagte sie und lachte.
      Lächelnd sah ich sie an. “So schlimm?”
      “Ich bin mir sicher ich habe mehr vom Wein getrunken als du.”
      “Bestimmt.”
      “Ich sollte dann langsam nach Hause.” sagte sie und setzte mir den Welpen auf den Schoß.

      Erst am nächsten Tag realisierte ich, was gestern passiert war. Und zwar um 2 Uhr nachts, als ich von lautem, schrillen Hundegejammer geweckt wurde. Der Welpe war mit seinen sechs Monaten natürlich nicht stubenrein und hatte aus meinem Schlafzimmer ein Schlachtfeld gemacht. Ein wenig verzweifelt, aber noch zu müde um etwas zu sagen packte ich mir meinen Hund und brachte ihn kurz in eine leere Pferdebox. Da war er sicher und ich konnte das Unheil, dass er verursacht hatte, beseitigen.
      Ich konnte mich nicht erinnern, wann ich das letzte mal so schnell und ohne Kaffee wach wurde. Der Welpe weinte erbitterlich in seiner Box. Erst als ich wieder kam und ihm Halsband und Leine umlegte beruhigte er sich. Es war immer noch mitten in der Nacht. Ich ging auf eine der Wiesen und lief ein paar Minuten, damit der Hund sich lösen konnte. Danach ging ich wieder ins Bett und hoffte, dass ich bis zum Morgen durchschlafen konnte.
      Wunschdenken ist etwas Tolles. Leider bleibt es oft das, was es ist: ein Wunsch. Eine knappe Stunde ließ mich mein Hund schlafen, bis er anfing am Bett zu nagen wie ein Bekloppter. Im Halbschlaf schob ich ihn immer wieder weg, bis er sich dem Schrank zuwandte, da ich ihn dort nicht erreichen konnte. Zumindest nicht vom Bett aus. Seufzend stand ich auf und hob den schwarzen Hund auf, brachte ihn wieder nach unten und lobte ihn ausgiebig, als er sein Geschäft draußen verrichtete, statt neben meinem Bett.
      Gegen 6 Uhr Elizabeth zur Arbeit, kurz darauf Mirko. Die beiden freuten sich über den neuen Schützling und blieben ein paar Minuten bei uns um zu frühstücken und den Hund zu bespaßen, bevor sie die Pferde füttern gingen. Ich packte mir den Satz Wurmkuren, der noch im Auto lag und folgte damit der Fütterung.
      Über den Vormittag verteilt kamen die Pferdetrainer auf den Hof und arbeiteten die Sportpferde. Jeder, wirklich jeder, wollte den Hund anfassen und seinen Namen wissen. “Er hat noch keinen Namen.” wurde zum Satz des Tages. Ich sagte ihn so oft, dass ich die Frage dazu schon nicht mehr hören konnte. “Na dann gib ihm doch einen Namen.” meinte Isaac lachend. Recht hatte er, aber man sollte sich gut überlegen wie man sein Tier nennt. Er sollte natürlich keinen 0 8 15 Namen bekommen!

      Nach dem Mittagessen rief ich Käthe an und fragte wann ich ihr den Hänger bringen sollte. “Ich dachte ich komme schnell vorbei und hole ihn ab.” sagte sie und so vereinbarten wir genau das. Zirka eine Stunde später fuhr sie auf den Hof und wendete den Wagen so, dass ich den Hänger ankuppeln konnte. “Wie war die Nacht?” fragte sie und verkniff sich ein Lachen. “Hol dir nie einen Welpen.” gab ich zurück und ging ein paar Schritte zurück, nachdem ich die Sicherung angebracht hatte. “Das hatte ich auch nicht vor.” sagte sie und stieg in den Wagen. Wir verabschiedeten uns und dann fuhr sie wieder ab um ihr neues Pferd abzuholen.
      Ein paar Stunden später hielt ein Wagen im Innenhof und hupte. Genervt, weil der Hund anfing mit zu jaulen kam ich aus dem Stall. Von oben bis unten mit Stroh übersät, weil ich gerade den Heuboden umdisponiert hatte. “Du kommst genau richtig, kannst du mir eben helfen?” fragte sie und ich nahm an, dass sie damit den Pferdehänger meinte. Als sie die Laderampe runter ließ wurde ich jedoch stutzig. “Was wird das?”
      “Du hattest erwähnt dass du ein paar freie Boxen hast und ich dachte du kannst mir helfen.” sagte sie und lud Verdine aus. “In wie fern? Möchtest du jeden Tag herkommen?” fragte ich grinsend und sprang dem Hund hinterher, der gerade weglaufen wollte. “War das ein Angebot?” fragte sie und sah dabei zu wie ich versuchte das kleine Fellbündel einzufangen. Als ich ihn hatte nahm ich ihn hoch und kam zurück zu Käthe: “Irgendjemand muss sich ja um dein Pferd kümmern, nicht wahr?” .
      “Ganz richtig ist das nicht. Wo wäre eine freistehende Box?”
      Ich deutete ihr an mir zu folgen und brachte sie zu einer der freien Boxen im Nebenstall, während der Hund mir das Shirt anknabberte, da er runter wollte. Sie brachte Verdine in die Box und schloss die Tür. “Ich glaube wir müssen reden.” sagte sie und deutete an, dass es unter vier Augen geschehen sollte. “Wieder?” fragte ich perplex. “Ja.” antwortete sie knapp und nahm mir den Welpen ab. “Okay, dann gehen wir rein. Ich muss mich so oder so umziehen.” meinte ich und sah an mir herab. Wir gingen zum Haupthaus, wo ich sofort im Bad verschwand und danach ins Schlafzimmer huschte um mir neue Kleidung anzuziehen. Als ich fertig war kam ich runter ins Wohnzimmer, wo Käthe mit dem Welpen wartete. Sie streichelte ihn und er war ruhiger als bei mir. “Keine Sorge es geht um Verdine.” sagte Käthe als sie meinen fragenden Gesichtsausdruck sah. Ich ließ mich in den Sessel fallen: “Okay.” sagte ich nicht minder fragend.
      “Ich fände es gut wenn du dich Verdine annimmst. Ihr beide bildet eine gute Einheit und du kannst ihr das Training bieten, was sie braucht.”
      “Kann ich das?” Der Meinung war ich nämlich ganz und gar nicht.
      “Du bist vielleicht etwas eingerostet aber das lässt sich ja ändern.”
      “Hmm.” brummte ich. Im Grunde war ein Pferd mehr nun auch egal. Trotzdem war ich von der Vorstellung nun auch ein Westernpferd fördern zu müssen nicht begeistert.
      “Was denkst du?” fragte sie und sah mich eindringlich an.
      Ich seufzte. “Käthe, ich weiß nicht…” Auf der anderen Seite wollte ich sie nicht auf dem Pferd sitzen lassen. Sie legte den Welpen, der mittlerweile eingeschlafen war, neben sich auf das Sofa und stand auf. “Hunter ich würde mich freuen wenn Verdine bei dir bleiben könnte. Und wenn du nicht weiter weißt kann ich dir helfen, das weißt du.” sagte sie und setzte sich auf die Lehne vom Sessel. Wieder brummte ich. “Gut.”
      “Ist das ein Ja für Verdine?” fragte sie und sah mich freudig an. Ich nickte nur und fühlte mich als hätte ich gerade mein Todesurteil unterschrieben. “Dann gehört sie offiziell dir!” sagte sie und zog einen Umschlag unter ihrem Shirt hervor den sie mir auf den Schoß legte. “Du bist gerissen.” bemerkte ich und sah in den Umschlag. Die Papiere waren sogar schon auf mich umgeschrieben. Böse funkelte ich sie an und packte alles wieder zurück und legte den Umschlag zur Seite. “Hättest du denn etwas anderes erwartet?” fragte sie und zwinkerte mich frech an. “Ja, mein Bild von dir ist jetzt zerstört.” sagte ich als wäre ich maßlos enttäuscht und stand auf, da ich nicht ewig hier sitzen konnte. Die Arbeit rief. “Jetzt erst?” rief sie lachend und ließ sich in den Sessel rutschen. “Hast du Lust mir als Entschädigung auf dem Heuboden zu helfen?” fragte ich. “Wenn du mir versprichst mir nichts anzutun, gerne!” antwortete sie und stand auf. Sie ging zum Sofa und hob den Welpen wieder auf den Arm. Schmunzelnd ging ich in den Stall und kletterte auf den Heuboden. “Pack den Welpen in die leere Box da.” sagte ich zu Käthe und zeigte auf die Box, die man vom Heuboden aus einsehen konnte. Sie folgte meiner Anweisung und stieg die Leiter zum Heuboden hinauf. “Hattest du nicht bereits angefangen? Es sieht nämlich nicht danach aus.” sagte sie frech und schob einen Heuballen zur Seite. “Ich kontrolliere die Ballen erst auf Schäden, wenn sie ok sind kommen sie da hinten hin. Wenn sie kaputt sind fliegen sie da runter in die Box.” erklärte ich und zeigte auf ein Loch weiter hinten. Sie sah mich erschrocken an: “Du willst mich aber nicht in die Box werfen, oder?”. “Du würdest weich fallen. Das ergäbe in dem Zusammenhang keinen Sinn.” erklärte ich und grinste böse. Sie hob mahnend den Finger und ging langsam auf mich zu. “Vergiss nicht dass ich klein bin, vielleicht fall ich durch ein Loch zwischen die Ballen.” Ich lachte. “Hast du mal geguckt wie viel Stroh da schon liegt?” Sie schüttelte den Kopf und versuchte mir in die Seite zu boxen. Da ich rechtzeitig ausweichen konnte gelang es ihr jedoch nicht und sie wandte sich den Ballen zu.

      Gut zwei Stunden waren wir damit beschäftigt die übrigen Ballen zu sortieren. Am Ende war wieder viel Platz für neues Stroh. Ich setzte mich an das Loch zur Box, die mit schadhaftem Stroh gefüllt war. “Hättest du noch immer Angst zu springen?” fragte ich Käthe und sah auf das Stroh unten. Sie stellte sich neben mich, sah nach unten und antwortete knapp: “Etwas.”. Ich stellte mich wieder auf, mit dem Rücken zum Loch und sah sie an. “Tief ist es nicht.” - “Hunter, nein!” sagte sie mahnend und wollte noch nach meinem Arm greifen, doch ich war schneller und ließ mich ins Stroh fallen. “Komm, Käthe!” Sie sah verzweifelt von mir zur Leiter am anderen Ende des Heuboden und setzte sich an die Kante. “Ich hab Angst” rief sie und biss sich auf die Unterlippe. “Das Stroh ist wirklich weich. Oder soll ich dich fangen?” fragte ich lachend. Sie seufzte und ließ sich dann fallen. “Zufrieden?” fragte sie lachend und drückte mich ins Stroh. “Ja.” sagte ich stolz und zog sie zu mir um sie zu küssen. ”Was war das?” fragte sie als ich sie wieder los ließ. Ertappt sah ich sie an und räusperte mich dann, bevor ich antwortete. “Hätte ich das nicht tun sollen?” Sie lachte. “Ich hätte nicht erwartet dass du es tun würdest!” Ich setzte mich auf und zog einen Strohhalm aus meinen Haaren, der mich nervte. “Du unterschätzt mich!” - “Ach ja?” fragte sie lachend und zog mich an sich. “Ja.” sagte ich leise und sah sie eindringlich an. Sie lächelte nur und küsste mich. Gleich darauf jaulte der Welpe eine Box weiter auf und ließ mich aufspringen. “Was ist denn jetzt kaputt?” fragte ich entsetzt und rannte rüber. Der Welpe hatte nichts. Zumindest nicht, dass ich etwas sehen konnte. Als er mich sah und wurde er sofort leise und freute sich. “Alles in Ordnung?” fragte Käthe die sich mittlerweile aus dem Stroh befreien konnte. “Ich denke schon.” gab ich noch immer etwas geschockt zurück und nahm den Welpen hoch. “Du bist voller Stroh!” meinte ich grinsend, als ich mich Käthe zuwandte. “Wie kommt das nur…” antwortete sie und versuchte sich das Stroh abzuklopfen. “Lass uns reingehen. Ich räume das schlechte Stroh morgen auf den Hänger.” schlug ich vor und ging aus dem Stall um den Welpen auf den nächsten Fleck Wiese zu setzen. Käthe folgte uns. “Hast du ihm eigentlich schon einen Namen gegeben?” fragte sie und zog sich Strohhalme aus den Haaren. Vielsagend sah ich sie an. “Nein.” Grinsend erwiderte sie: “‘Nein’ ist ein passender Name für einen Welpen.”. “Schlag was Besseres vor.” meinte ich und nahm den Welpen wieder hoch um ins Haus zu gehen. Sie folgte mir ins Haus und blieb auf dem Flur stehen. “Dir fällt sicher bald ein Name ein.” sagte sie und sah mir nach. “Wie wäre es mit Pitch?” fragte ich aus einer Eingebung heraus. Sie wiederholte den Namen mehrfach bevor sie sagte: “Pitch klingt super!”. “Gut, dann heißt er jetzt so.” meinte ich grinsend und blieb im Türrahmen stehen um mich zu Käthe umzudrehen. “Wieso stehst du auf dem Flur? Kommst du nicht mit?” - “Ich bin voller Stroh, ich will nichts schmutzig machen.” antwortete sie und lächelte verlegen. “Bin ich das nicht?” fragte ich lachend. “Du bist ja auch zuhause.” sagte sie und folgte mir. Im Schlafzimmer zog ich mich um und sah dann zu Käthe. “Hast du Erfahrungen mit Hundewelpen?” fragte ich gähnend. “Entschuldige…” sagte ich sofort und setzte mich aufs Bett. “Nicht wirklich, worum geht es denn?” fragte sie und setzte sich neben mich. “Darum, dass er mich nicht schlafen lässt.” antwortete ich und beobachtete, wie sich einige Strohhalme von Käthes Klamotten lösten. Kopfschüttelnd stand ich auf um Käthe den Kleiderschrank zu öffnen, damit sie sich was zum Umziehen aussuchen konnte. “Tut mir Leid! Gib mir irgendwas dann zieh ich mich schnell um.” sagte sie und versuchte beim aufstehen möglichst wenig Stroh zu verlieren. Ich zog ein Shirt aus dem Stapel und hielt es ihr hin. “Hose brauchst du mir keine geben, das kann ich als Kleid tragen.” Sie nahm mir das Shirt aus der Hand und hielt es hoch. “Wie du möchtest.” meinte ich schmunzelnd und setzte mich wieder aufs Bett. Pitch saß neben Käthe und sah an ihr hoch. “Magst du mitkommen?” fragte sie das Fellknäuel und kraulte Pitch hinter den Ohren. “Soll mir recht sein.” murmelte Hunter. Käthe hob Pitch hoch und verschwand im Badezimmer. Wenige Minuten später kam sie zurück. “Gib mir noch zwei Welpen und ich sehe aus wie eine Wahnsinnige die Hunde hortet.” lachte sie und ließ sich neben mir aufs Bett fallen. Ich beschloss das unkommentiert zu lassen und ließ mich nach hinten in die Kissen sinken und schloss die Augen. “Möchtest du schlafen?” fragte sie. Brummend öffnete ich die Augen. “Nein.” knurrte ich und richtete mich wieder auf. “Hunter wenn du schlafen willst, dann schlaf! Ich nehm Pitch auch mit in den Stall.” sagte sie verständnisvoll und lächelte mich an. “Nein, ich mache mir Kaffee.” sagte ich bestimmt und stand auf um runter zu gehen. Ich wollte nicht tagsüber schlafen. Außerdem wartete noch genug Arbeit. Ich hörte wie Käthe die Treppe runter lief und mit Pitch redete. “Lässt du dein Herrchen nicht schlafen, hm?” fragte sie ihn und setzte Pitch auf den Boden. Sofort sprang er ins Wohnzimmer und legte sich vor den Tisch. Bevor er anfangen konnte am Tischbein zu knabbern schimpfte Käthe und rollte ihn auf die Seite. Sie setzte sich neben ihn auf den Boden um aufzupassen, dass er es nicht erneut probieren würde. “Du sagtest er lässt dich nicht schlafen. Was macht er denn?” fragte sie ohne mich anzusehen. “Er jault.” sagte ich knapp und ging in die Küche um Kaffee aufzusetzen. “Durchgehend?”
      “Er lässt mich meistens erst einschlafen, bevor er wieder anfängt.”
      “Gehst du mit ihm raus bevor du schlafen gehst?”
      “Ja. Und er kommt auch raus, wenn er mich weckt.”
      “Wenn du mich fragst solltest du genau das nicht tun. Er muss lernen nachts ruhig zu sein, wenn du ihm aber die Aufmerksamkeit gibst die er will…” brach sie ab und zuckte die Schultern.
      “Hmm…” Das klang logisch. Aber ob er dann aufhören würde zu jaulen? Als mein Kaffee fertig war nahm ich mir eine Tasse. “Magst du auch Kaffee?” fragte ich Käthe, doch sie schüttelte den Kopf. “Ich bin abends lieber müde, als hellwach.” antwortete sie und verkniff sich ein Lachen. Ich lachte und kam mit meiner Tasse zurück ins Wohnzimmer und setzte mich in den Sessel. “Wieso hab ich den Welpen nochmal gekauft?” - “Weil ihr Geschwister seid, das sieht man doch!” sagte sie knapp und lehnte sich gegen den Sessel.
      “Nicht witzig.” meinte ich schmollend und nahm einen Schluck Kaffee. “Gib mir ein paar Minuten, dann kann Pitch jaulen wie er will.” - “Du wirst ihm nichts antun, Hunter!” mahnte sie und kniff mir in die Wade. “Eh!” Käthe sah auf die Uhr in der Küche. “Ich muss dann bald los, sonst denkt Erin noch ich will ihr den Hof überlassen.” Schmunzelnd sah ich zu ihr runter. “Da werde ich gerade wach und du willst fahren.”
      “Was hattest du denn geplant zu machen?” fragte sie und sah mich an.
      “Wach bleiben.” sagte ich entschieden und beugte mich zu Pitch runter um mit ihm zu spielen. “Das schaffst du doch auch alleine, oder?” fragte sie und fügte hinzu: “Ist es für dich nicht ungewohnt jetzt alleine im Haus zu sein?”.
      “Doch.” antwortete ich knapp, da ich ungerne über mich sprach.
      “Frag doch Isaac ob er hier einzieht. Dann könnt ihr eine Männer-WG gründen.”
      Ich lachte. “Das würde er falsch aufnehmen.”
      Verwirrt sah sie mich an. “Wieso das?”
      Erstaunt sah ich sie an. “Weil… Nicht so wichtig. Es geht nicht.”
      “Jetzt machst du mich aber neugierig. Hattet ihr Streit?”
      “Nein.”
      Man sah ihr deutlich an dass sie überlegte. Irgendwann drehte sie sich zu mir um. “Isaac steht auf Männer?”
      Zustimmend lächelte ich sie an und nahm einen weiteren Schluck Kaffee.
      “Er steht auf dich?” fragte sie weiter und lachte.
      “Keine Ahnung.” sagte ich ebenfalls lachend.
      “Oh mein Gott, Hunter! Muss ich mir Sorgen machen?”
      Ich kam aus dem Lachen nicht mehr raus und hielt mir die Seite, weil sie vom Lachen schon schmerzte. “Wenn er das gleiche Drama wie Gine macht, siehst du mich nie wieder!” drohte sie mir und lachte ebenfalls.
      “Darauf wird er sicher verzichten.” sagte ich immer noch lachend und zog meine Hand von Pitch weg, da er begann mich zu beißen. “Mit dir macht man was mit…” sagte sie und wischte sich eine Träne vom Lachen weg. Als wir uns wieder beruhigt hatten stand sie auf und zog das Shirt gerade. “Zum Glück hab ich Bäume vor dem Haus. Was würde mein Nachbar nur denken wenn er mich so aus dem Wagen aussteigen sieht.” sagte sie und verabschiedete sich von Pitch.
      Seufzend stand ich auf. “Na gut, dann fahr doch… Lass mich alleine…” sagte ich vorwurfsvoll. “Wirst du es überleben?” fragte sie.
      “Nein.” sagte ich bitter und brachte meine Tasse zurück in die Küche. Sie folgte mir und nach mehreren erfolglosen Versuchen schaffte sie es endlich sich auf die Anrichte zu setzen. “Bist du sicher?” fragte sie und grinste mich an. “Ziemlich.” sagte ich. “Aber… ich kann dich nicht aufhalten.” fügte ich theatralisch hinzu. “Du kannst schon. Du musst dich nur darauf einstellen dass Erin dich ins Kreuzverhör nehmen wird wenn du bei mir bist.” antwortete sie und legte den Kopf schief. “Viel wird sie aus mir nicht raus bekommen.” meinte ich grinsend. “Stimmt, das hatte ich vergessen. Der geheimnisvolle Schweigsame.” sagte sie und ahmte mich nach. Noch immer grinsend sah ich sie an.
      “Dann bleibst du also?”
      “Sieht so aus.”
      “Großartig. Gehen wir nochmal mit Pitch raus?”
      Sie sprang von der Anrichte und nahm die Leine von der Stuhllehne. “Dann aber los!”
      “Der ist eh nach fünf Minuten fertig.” meinte ich lachend, nahm meine Schlüssel aus der Schüssel und ging raus. Käthe folgte mir nach draußen und rief Pitch, der aufsprang und an uns vorbei rannte. Auf der Wiese neben dem Haus blieb er stehen. “Der ist ganz schön schnell.” sagte Käthe und ging zu Pitch um ihm die Leine anzulegen. “Ich gehe eben nachsehen ob alles in Ordnung ist und schließe dann die Tore zu.” erklärte ich und ging in Richtung Stallungen.

      Käthe | Während Hunter sich auf dem Weg in den Stall machte ging ich mit Pitch eine kleine Runde über den Innenhof. Er wollte alles erkunden und ich gab ihm die Gelegenheit dazu und wartete. Als Hunter von seinem Rundgang wieder kam jaulte Pitch auf und machte einen Satz nach vorn. “Alle Pferde versorgt?” fragte ich ihn und hielt ihm die Leine vom Pitch entgegen. Er nickte zustimmend und nahm sie mir ab. Wir gingen zum Hoftor und ich hielt Pitch fest während Hunter das Tor zu schloss. Als wir wieder im Haus waren nahm ich Pitch die Leine ab, der sich auf den Teppich im Wohnzimmer legte und einschlief.
      “Mal sehen wie lange er heute schläft.” sagte Hunter und kam ins Wohnzimmer. “Hast du für Pitch gar keine Decke, oder ein Kissen wo er sich drauf legen kann?” fragte ich und setzte mich aufs Sofa. “Bisher noch nicht.” antwortete er und setzte sich in den Sessel. “Dann hast du für morgen ja direkt eine Aufgabe, nachdem du das Stroh weggebracht hast.” legte ich fest und grinste ihn an. “Mhmm…” Mahnend sah ich ihn an: “Hunter du kannst den Hund nicht auf dem Boden schlafen lassen. Du möchtest auch nicht auf dem Boden schlafen.”- “Ich bin ja auch kein Hund.”
      Ich warf ihm einen bösen Blick zu. “Trotzdem. Sonst kaufe ich eins!”
      “Schon gut, morgen hole ich eins.”
      “Braver Mann!” lachte ich und sah ihn an.
      “Hast du Hunger?” wollte er wissen und kam nun doch aufs Sofa.
      “Lass mich raten, du hast nichts zu hause?” fragte ich ihn und lachte.
      “Doch. Tiefkühlpizza.” erwiderte er grinsend.
      “Dann ab in den Ofen damit!” forderte ich ihn auf.

      Hunter | Ein paar Minuten später war die Pizza im Ofen und wir saßen am Küchentisch. Pitch lag noch immer im Wohnzimmer und schlief. Als wir fertig gegessen hatten sahen wir uns fragend an. “Was machen wir jetzt?” fragte ich und war froh diese Frage zuerst gestellt zu haben. “Lass uns doch einen Film ansehen!” schlug Käthe vor und sah mich an. “Welchen denn?”
      “Was hast du denn da?”
      “Netflix.”
      “Dann lass uns doch schauen was wir finden.” schlug sie vor und ging ins Wohnzimmer wo sie sich aufs Sofa fallen ließ. Ich tat es ihr gleich und holte mein Telefon aus der Tasche um Netflix zu öffnen. “Ich hätte dich ja als Typ Mann eingeschätzt der abends am Feuer sitzt und Holzfiguren schnitzt. Aber nicht dass du mit dem Telefon den Fernseher steuerst.” sagte sie und hielt schützend die Hände hoch. Grinsend sah ich sie an. “Das mit dem Lagerfeuer verschiebe ich lieber auf Mittlelaltermärkte.” Verwundert sah sie mich an: “Wirklich?”.
      Netflix hatte ich geöffnet und den Fernseher angeschaltet, also reichte ich mein Telefon an Käthe weiter. “Das Symbol” - ich zeigte drauf - “ist dafür da, dass du das auf den Fernseher überträgst.” Sie zog die Augenbrauen hoch und sah mich an. “Okay.” sagte sie knapp, wählte einen Film aus und gab mir mein Telefon zurück. Ich legte es auf den Wohnzimmertisch. Nach dem Film nahmen wir Pitch mit hoch und gingen schlafen.

      Am nächsten Morgen waren wir schon früh auf den Beinen. Pitch ließ uns nicht wirklich zur Ruhe kommen und auch Käthes Idee ihn zu ignorieren hatte nicht geholfen. Demzufolge waren wir müde. Ich machte uns Kaffee und Käthe beschloss mir noch mit dem Stroh und der Besorgung eines Hundebetts zu helfen bevor sie nach Hause fahren würde. Als wir aus der Stadt zurückkamen richteten wir Pitchs Platz ein. “Ich muss dann aber wirklich mal nach Hause, bevor man mich als vermisst meldet.” sagte Käthe und sah mich an. Sanft lächelte ich sie an. “Na gut.” Wir verabschiedeten uns und ich sah noch zu wie sie vom Hof fuhr, bevor ich mich wieder meinen Aufgaben auf dem Hof widmete.


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      Hunter und Pitch
    • sadasha
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      25. Oktober 2017 | 13.287 Zeichen von sadasha

      „Jetzt bleib doch mal stehen!“ Kerry folgte mir schon den halben Tag und versuchte in ein Gespräch zu kommen. Aber ich hatte besseres zu tun, so besorgt sie auch wirkte. Ich war nun mehrere Monate in der Weltgeschichte unterwegs und hatte nun endlich Zeit für meine Pferde. Dass ich diese Zeit nicht für Kerry opfern würde, musste sie doch früher oder später begreifen. Verzweifelt seufzte sie, als ich die Boxentür zu Verdine aufschob. „Gut, dann halt so. Ich komme mit Braddock mit! Mir egal was du jetzt mit Verdine vor hattest!“ beschloss Kerry und wirkte stolz, endlich einen Weg gefunden zu haben mit mir zu sprechen. Schweigend machten wir die Pferde fertig und gingen dann in die Reithalle. Mirko war hier gerade dabei den Hufschlag wieder plan zu ziehen, also begnügten wir uns zum Warmreiten mit Zirkelreiterei. Braddock ‚The Parrot‘ schlurfte unter Kerry vor sich hin. Wenn Ruby das sehen würde, würde sie beide Hände über den Kopf schlagen. „Jetzt erzähl doch mal.“ forderte Kerry schließlich und sah mich erwartungsvoll an. „Du bist seit zwei Tagen wieder da und hast Nichts erzählt!“ beschwerte sie sich. „Was soll ich denn erzählen?“ brummte ich widerwillig und ging nun, da dieser gerade gezogen war, mit Verdine auf den Hufschlag. „Ich hab gearbeitet…“ antwortete ich schließlich und hörte wie Kerry abermals seufzte. „Und es ist nichts Spannendes passiert? Du warst doch auch bei deiner Freundin!“ fragte sie genervt. Ich lachte heiser. „Davon erzähle ich dir nicht.“ sagte ich bestimmt und galoppierte Verdine an, die sich freute endlich ans arbeiten zu kommen. Braddock und Kerry schlurften noch immer im Schritt und wenn Kerry es doch mal schaffte sich halbwegs durchzusetzen im langsamen Trab, vor sich hin. „Früher hast du mehr erzählt!“ sagte Kerry enttäuscht, als ich auf ihrer Höhe war. Für mich war das Gespräch beendet und so warf ich ihr nur einen flüchtigen Blick zu und widmete mich dann wieder Verdine. „Du siehst gestresst aus, deshalb hake ich nach.“ fing Kerry wieder an. „Wir machen uns alle Sorgen!“ Tief ausatmend parierte ich Verdine zum Schritt und sah rüber zu Kerry, die in der Mitte eines Zirkels stand und Braddock machen ließ, was er wollte. „Wenn du nicht willst dass er sich gleich mit dir wälzt, solltest du die Zügel aufnehmen.“ warnte ich sie die Stirn in Falten gelegt. Hektisch zog Kerry die Zügel zu sich, sodass Braddock den Kopf hob und seine Aufmerksamkeit wieder bei Kerry war. „Warum ich gestresst bin ist privat.“ sagte ich ruhig und versuchte den erstaunten Blick von Kerry zu ignorieren. „Auf einmal?“ flüsterte sie niedergeschlagen und ließ Braddocks Kopf abermals sinken. „Fängst du wieder an alles in dich hinein zu fressen, wie damals als wir uns kennenlernten?“ sagte sie noch immer leise, aber so laut, dass ich sie gut verstehen konnte. „Das war etwas anderes.“ meinte ich kühl und lobte Verdine, da sie heute trotz meiner gedanklichen Abwesenheit gut mitmachte. Kopfschüttelnd stieg Kerry ab. „Wenn du meinst.“ sagte sie abweisend und brachte Ruby’s Pony zurück in seine Box. Wirklich bewegt wurde Braddock nicht, aber das würde Ruby heute Abend schon merken. Ich arbeitete mit Verdine noch ein paar Minuten, ehe ich sie abritt und im Anschluss auf die Stutenweide brachte. Bis zum Abend beschäftigte ich noch Happy Fantasy und Felan. Mikro und Beth hatten sich ausgiebig mit den Fohlen befasst. Bear Brooks Denahi, What Rainbow, Fantastic Sonata, Rouge Trap, PFS Strolch, Golden Sugar, Little Miss Backyard, PFS‘ Storm Cat, Stars of Magic und CHH‘ Classic Spring standen in kleinen Gruppen aneinander gekuschelt auf den beiden Absetzerweiden. May und José hatten PFS‘ Savory Blossom, Raving Hope Slayer, Ehrengold, Moulan, Bear Totem’s Denali und Blütenzauber im Galopprennen trainiert. Gegen Abend kam Ruby um nach ihrem Pony zu sehen und beschäftigte dann auch noch Iseabail und Lady Lyneth Bowen.

      Am nächsten Tag war ich nach einer beinahe schlaflosen Nacht früh auf den Beinen und machte die beiden Junghengste Vikar und Mephisto soweit fertig. Die beiden waren noch nicht fertig eingeritten und so longierte ich sie vorbereitend. Der Beritt für die beiden würde außerhalb stattfinden. Anschließend machte ich mit Thomas, der ebenfalls noch nicht beritten war etwas Freidressur. Der große Hengst war nicht ganz so roh wie die beiden Tinker und würde unter meiner Hand fertig eingeritten. Ruby kam heute schon vormittags zum Stall. Nachdem sie mit ihrem Pony durch war schnappte sie sich Magical Touch von der Weide und putzte sie übergründlich, flechtete ihr Langhaar neu ein und begleitete mich dann auf einen Ausritt, bei dem ich Slap Happy ritt. „Wie kommt es, dass du so früh hier bist?“ wollte ich wissen und lächelte Ruby an, die sich in ihrer Zeit auf dem Hof verdammt gut gemacht hatte. Wenn sie so weiter macht, dann würde sie sicher eine gute Reiterkarriere hinlegen. „Ich hab heute keine Schule, weil zu viele Lehrer ausgefallen sind.“ erzählte sie mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Ich lachte kurz und trabte Scheppi dann an. Ruby folgte. „Aber nächste Woche hab ich ein paar Klausuren…“ fügte Ruby ernüchtert hinzu. „Ich bin froh, wenn ich endlich fertig bin.“ Schweigend schmunzelte ich. Alles was ich jetzt hätte sagen können, wird Ruby oft genug von Erwachsenen hören. Also beließ ich es dabei. Als wir wieder auf dem Hof waren kam uns Max mit Riven in a Dream und Scarlet in Birth entgegen, die er wohl zur Ovalbahn brachte. Ich kümmerte mich den Rest des Tages um Mr. Raw Depression und LMR Lady Luna. Kerry hielt sich heute fern von mir und versuchte Niffler und Benji in den Griff zu bekommen, die heute besonders aufmüpfig waren. Gegen Abend sah ich dass Abby sich mit Mister Blockhead beschäftigte. Der Tinkerhengst war noch recht neu auf dem Hof und zeigte durchaus Talent für die Dressur. Allerdings hätte ich nicht vermutet, dass Abby so viel aus ihm herausholen konnte wie ich da gerade sah. Da ich mit meinen Aufgaben für heute abgeschlossen hatte verweilte ich an der Bande und sah mir das Training an. Abby war ein Profi und ließ sich von Zuschauern nicht stören. Im Gegenteil, es schien sie anzufachen noch mehr Enthusiasmus reinzustecken. „Sieht gut aus, nicht wahr?!“ erschrocken fuhr ich herum und hätte Isaac beinahe eine Klatsche verpasst. Doch er hatte damit gerechnet und meinen Unterarm gepackt, bevor ich ihn erreichte. „Woah, ruhig Brauner!“ meinte er lachend und ließ mich los. „Du kommst spät.“ merkte ich an. „Ich komme immer spät, das ist eine Kunst für sich.“ meinte Isaac grinsend. Ich lachte und sah wieder zu Abby, die diese Anspielung wohl gehört hatte und angewidert den Kopf schüttelte. „Gehen dir die Witze aus?“ rief sie zu Isaac, doch Isaac fand sich immer noch äußert amüsant und ließ sich nichts anderes einreden. „Wie war deine Fortbildung?“ wollte ich wissen und ging mit Isaac ins Haus, wo wir ausgiebig über die Arbeit der letzten und der nächsten Tage sprachen. Kerry saß immer noch recht bockig daneben und schüttelte hie und da den Kopf. Als Isaac sich verabschiedete sah Kerry mich wieder mit diesem erwartungsvollen Blick an. „Was denn?“ fragte ich genervt. „Ihr habt euch mehrere Stunden nur über die Arbeit unterhalten? Im Ernst jetzt?“ sagte sie mit steinerner Miene. Ich zog den Kopf zwischen die Schultern. „Kann es sein, dass du das Problem hast, Kerry?“ fragte ich ein wenig forscher als gewollt. Ertappt sah sie mich an. „Ich bin nicht Gine!“ beteuerte sie empört und machte auf dem Absatz kehrt. „Dann mach nicht die gleichen Fehler wie sie.“ In Kerrys Gesicht mischte sich Traurigkeit. Für einen kurzen Moment sah es so aus, als würde sie noch etwas erwidern. Doch dann verabschiedete sie sich mit einer vollkommen deplatzierten Reserviertheit und verschwand. Was für eine scheußliche Lage…

      „Kerry hat sich heute und morgen krank gemeldet.“ meldete Mrs Clayton, als ich am nächsten Morgen zusammen mit Pitch im Halbschlaf die Treppe runterlief um mir den ersten Kaffee zu holen. „Was hat sie denn?“ fragte ich teilnahmslos, da ich noch nicht ganz begriffen hatte wer und was vor sich ging. „Hat sie nicht gesagt.“ Ich ließ ein Brummen vernehmen und nahm meine Tasse aus der Spülmaschine, trocknete sie kurz ab und nahm mir etwas frisch aufgebrühten Kaffee. „Soll ich hier bleiben?“ fragte ich den nächstbesten Mitarbeiter, der rein kam. Beth schüttelte eifrig den Kopf. „Fahr ruhig, wir kommen klar.“ sagte sie fröhlich und nahm sich ebenfalls eine Tasse Kaffee. Da meine nun leer war bedankte ich mich und schnappte mir Unterlagen, Leine, Jacke und Schlüssel, zog meine Schuhe an und ging mit Pitch raus. Regen. Immer noch regnete es und stürmisch war es noch dazu. Pitch, der mittlerweile kniehoch gewachsen war zog die Rute ein. Das war absolut nicht unser Wetter und die paar Meter bis zum Auto reichten aus um uns beide zu durchnässen. Der Weg führte uns heute zu einer Show für regionale Pferdezuchten. Zwar stellte ich selber nicht aus, aber es war immer gut zu wissen, mit wem man Kontakte schließen konnte.

      Auf der Show gab es viele Züchter der typisch britischen Rassen. Darunter auch einige Clydesdale und Shire Horse Züchter und ich glaubte sogar zwei Drum Horse Hengste zu sehen. Shire und Clydesdale Züchter verpönten Drum Horses meistens, da sie noch nicht lange als eigenständige Rasse galten. Ich für meinen Teil fand sowohl die einen, als auch die anderen interessant. Allerdings gefielen mir die heute anwesenden Drum Horses nicht so gut. Sie war zu schlaksig und zudem hatten sie beide eine Tovero Scheckung, was ich mit allen Mitteln zu vermeiden suchte. Sehr schön waren jedoch einige Shires. Kräftig gebaut mit ordentlich Halsung und Fesselbehang. Vor einem Exemplar blieb ich stehen. Ein Brauner ohne Blesse, mit vier symmetrisch weißen Beinen. Ein bisschen Weiß hatte er an der Stirn. Das Langhaar war zu shiretypisch verflochten und ließ die eigentliche Länge nur erahnen. Eigentlich war an diesem Pferd nicht viel Besonderes. Den Braunton hatten 90% aller braunen Shires und auch das nur sehr kleine Kopfabzeichen war nicht allzu selten. Es war seine Ausstrahlung die mir gefiel. Acht Jahre alt, gefahren und geritten, mit überschaubarer Showkarriere. Wie ich so das Informationsblatt durchlas sah ich aus dem Augenwinkel, wie sich ein Mann näherte. Neugierig wie Pitch war zog er leicht in dessen Richtung. Als der Mann neben mir stehenblieb und mich freundlich anlächelte wandte ich mich zu ihm. „Sie sehen aus, als hätten sie Ahnung?“ begann der schmale Mann etwas unsicher und sah kurz zu Pitch, den ich daraufhin zu mir zog. „Ich bin Züchter. Hunter Crowley.“ stellte ich mich vor und lächelte den Mann aufmunternd an. „Was für Pferde züchten sie, Sir?“ fragte er übertrieben höflich. „Hauptsächlich Englische Vollblüter.“ Und sie Mr …?“ Ich hatte den Herrn kalt erwischt. Eilig stellte er sich als Jayden Buck vor. „Ich baue mir gerade eine Shire Zucht auf.“ erklärte er und zeigte mir stolz seinen Deckhengst Clairkson. Er sah dem Hengst hier vor uns sogar ein wenig ähnlich, war aber wesentlich dunkler in der Farbe und hatte unregelmäßigere Beinabzeichen. Wir unterhielten uns eine Weile über die Pferdezucht, worauf man zu achten hatte und was bei den Shires als Zuchtziel galt. „Woher kennt ihr euch bei den Shires aus?“ wollte Jayden wissen, der mich noch immer siezte. „Ich habe eine Shire Stute für die Drum Horse Zucht.“ erklärte ich und rechnete eigentlich schon mit einem abfälligen Kommentar. Doch Jayden war interessiert. Mitten im Gespräch darüber ob Drum Horse eine sinnvolle Zucht war oder nicht, brach ich ab. Im Gehen fiel mir eine schwarze Stute auf, die im miserablen Zustand war. „Wieso stellt man sie hier aus?“ fragte ich empört. Die Stute hieß Bad Medicine und war lackschwarz. Sähe sie nicht aus wie ein Flickenteppich durch die ganzen Narben, wäre sie sicher ein hübsches Exemplar ihrer Rasse. Nicht ganz typisch, da weiße Beine eigentlich höchst erwünscht waren, aber ein Hingucker alle male. Auch Jaydens Blick haftete auf der Stute. „Die werden doch untersucht, bevor sie herkommen. Wie kann sie dann hier stehen?“ fragte er und warf einen Blick auf das Informationsblatt. In großen Lettern stand dort „Rette mich“. Es handelte sich hier also um ein Rettungspferd, aus schlechten Verhältnissen. Man suchte über die Show jemanden, der sich der Stute annahm. „Was hältst du davon?“ fragte mich Jayden und versuchte die Stute anzulocken, die sich im hintersten Eck ihres begrenzten Platzes verkrochen hatte. „Nicht viel.“ meinte ich knapp und musste eiskalt auf Jayden wirken, der es tatsächlich geschafft hatte, dass Bad Medicine ein paar Schritte auf uns zu tat. „Wieso nicht?“ fragte er ebenso knapp ohne den Blick von der Stute abzuwenden. „Weil man nicht weiß ob man es je wieder gerade biegen kann, was da falsch gemacht wurde.“ erklärte ich stumpf. „Dafür hätte ich keine Zeit.“ Jayden hatte dafür wenig Verständnis, ließ mir aber meine Meinung. Wir beschlossen gemeinsam etwas zu Essen und verabschiedeten uns nach dem gegenseitigen Versprechen in Kontakt zu bleiben was die Zucht betrifft. Ich machte zusammen mit Pitch noch einen Abstecher zu den Englischen Vollblütern, bevor wir uns auf den Heimweg machten. Zu Hause schrieb ich Käthe von meinem Tag und fragte gleichzeitig wie es bei ihr aussieht. Wir hatten seit einer gefühlten Ewigkeit nicht gesprochen.
    • sadasha
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      13. Februar 2018 | 14487 Zeichen von adoptedfox und sadasha

      Hunter | Mit Kopfzerbrechen lag ich wach. Käthe benahm sich wie ein Teenager, der nicht wusste ob er gute oder schlechte Laune hatte. Mit Sicherheit kam es mir auch nur so vor, aber es nervte mich. Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass es bereits 2 Uhr morgens war. Noch drei Stunden um Schlaf zu finden, bis der Arbeitstag beginnt. Eigentlich hatte Käthe nichts Schlimmes verbrochen. Wir hatten wenig Kontakt und als wir uns zufällig trafen war es komisch. Da kann Käthe auch nichts für, oder doch? Pitch riss mich aus meinen Gedanken. Er träumte und schlug dabei mit seinen Pfoten gegen das Bett, was mich richtig wach machte. Zwar kannte ich die Geräusche schon und sie versetzten mich nicht mehr in einen Schockzustand wie beim ersten Mal als ich sie hörte, aber dennoch saß ich jetzt kerzengerade im Bett und beobachtete den schwarzen Rüden. Punkt 5 Uhr sprang Pitch auf und lief im Zimmer auf und ab. Es dauerte nicht lange, bis mich das Geräusch der Krallen auf dem Parkett so nervte, dass ich aufstand um ihn rauszulassen. Bei der Gelegenheit machte ich mich gleich auch fertig für den Tag und bereitete im Anschluss Pitchs Frühstück vor. Mrs Clayton machte nebenbei Kaffee und warf ab und an einen argwöhnischen Blick auf das rohe Fleisch. „Das riecht fürchterlich.“ klagte sie und sog den Duft der ersten Tasse Kaffee ein um den Gestank loszuwerden. „Für Pitch duftet das gut.“ erwiderte ich und deutete zum Retriever, dem der Sabber schon aus den Lefzen hing. Da er dazu neigte sein Futter in einem Drei-Meter-Radius um sich herum zu verteilen wenn er fraß, fütterte ich ihn seit ein paar Monaten draußen. Auch heute stellte ich die Schüssel vor die Türe und Pitch trottete fröhlich hinterher um sein Frühstück auf dem überdachten Platz zu genießen.
      Ein paar Stunden später stand ich mit Kerry in der Reithalle und half ihr mit Vikar und Mephisto. Die beiden Junghengste waren zur Zeit im Beritt und bekamen daher besonders viel Aufmerksamkeit. Kerry hatte es mit Hilfe einer Trainerin bereits geschafft sie an das Zubehör und Reitergewicht zu gewöhnen, sodass nun die richtige Arbeit anfing. Nach gut zwei Stunden saßen wir wieder ab und brachten die zwei in ihre Boxen. “Ist bei Käthe und dir eigentlich alles in Ordnung?” fragte Kerry. “Wieso fragst du?” Wollte sie jetzt wirklich über meine Beziehung sprechen? “Weil sie lange nicht mehr hier war und du warst schon lange nicht mehr bei ihr. Am Hof gehen schon Gerüchte rund, dass es bei euch kriselt.” - “Gerüchte?” fragte ich lachend. “Jetzt lenk nicht ab! Ist alles in Ordnung?” - “Ich weiß es selbst nicht.” meinte ich schulterzuckend und machte mich auf die Suche nach Pitch. “Du solltest mit ihr sprechen, wenn du nichtmal selbst weißt was Sache ist. Das meine ich nicht nur als Psychologin, sondern auch Freundin.” Wahrscheinlich hatte sie damit recht. Sie hatte Recht. Ohne vorher anzurufen packte ich Pitch in den Wagen, den ich irgendwo bei den Weiden aufgegabelt hatte und fuhr los.

      Käthe | “Soll ich dir sicher keinen Helm bringen?” rief Erin mir über den Platz zu. Ich lachte gespielt und verneinte während ich damit beschäftigt war Smooth Gravity zu parieren. Die Stute machte es mir alles andere als einfach. Als ich sie endlich dort hatte wo ich sie wollte hielt ich neben Erin an und rieb mir mit dem Ärmel den Schweiß von der Stirn. “Du hättest sie Probe reiten sollen.” sagte sie vorwurfsvoll und reichte mir eine Flasche Wasser. “Sie muss sich erst einleben. Gib ihr etwas Zeit!” erwiderte ich und nahm einen kräftigen Schluck. “Einen Versuch noch!” motivierte ich mich selbst und nahm die Zügel auf. Konzentriert trabte ich die Stute an und wechselte durch die ganze Bahn um die Stute anzugaloppieren. Gravity kam mir jedoch einen Schritt zuvor und machte einen gewaltigen Satz nach vorn um mich abzusetzen. Was ihr gelang. “Du hättest dir einen Helm aufsetzen sollen.”

      Stöhnend rappelte ich mich auf und rieb mir die Schulter. “Was machst du denn hier?” fragte ich Hunter und lief zu Gravity die am Zaun stand und mich beobachtete. “Nach dir sehen.” gab er trocken zurück. “Jetzt hast du mich ja gesehen.” antwortete ich und öffnete das Tor um Gravity zurück in den Stall zu bringen. “Ich lass euch besser allein, ja?” flüsterte Erin und lächelte mir aufmunternd zu bevor sie ging. Ich zog der Stute die Zügel über den Hals, nahm die Trense ab und zog ihr ein Halfter an damit ich sie in der Stallgasse anbinden konnte. “Ich wollte nach dir sehen, weil wir sprechen müssen.” sagte er genervt. “Ich hör dir zu.” sagte ich ohne ihn anzusehen, nahm der Stute den Sattel ab und brachte ihn zusammen mit dem Zaum in die Sattelkammer. Mit schmerzverzerrtem Gesicht hob ich den Sattel auf seinen Platz und ging zurück zu Gravity und Hunter. Ich nahm den Hufkratzer aus der Putzbox und hob einen Huf der Stute an. “Du wolltest mit mir sprechen.” erinnerte ich Hunter und begann damit ihren Huf auszukratzen. “Hast du dich verletzt?” wollte er wissen und bemühte sich um eine nicht allzu besorgte Miene zu machen. “Natürlich habe ich mich verletzt, ich wurde gerade in hohem Bogen abgesetzt.” gab ich genervt zurück und drängte mich an ihm vorbei. “Dann fahre ich dich jetzt zum Krankenhaus.” - “Nein das wirst du nicht.” unterbrach ich ihn und sah auf. “Es geht mir gut. Zwei oder drei Tage, dann ist alles wieder in Ordnung.” - “Das.” Er packte mir forsch an die Schulter. “Ist nicht in zwei, drei Tagen wieder in Ordnung.” Ich stöhnte vor Schmerz auf und gab ihm aus Reflex eine Ohrfeige. “Was sollte das?” fragte ich und sah ihn vorwurfsvoll an. Er ignorierte meine Frage und bugsierte mich zu seinem Wagen. Pitch folgte uns fröhlich. “Ich bleibe hier!” fuhr ich ihn an und stemmte meine Hand gegen die Tür damit er sie nicht öffnen konnte. “Damit es schlimmer wird und du für Wochen ausgeknockt wirst, weil du nicht sofort zum Arzt gehen wolltest? Machst du das immer so? Sachen aufschieben?”- “Aufschieben?” fragte ich und wirbelte herum damit ich ihn ansehen konnte. “Du meinst also ich schiebe Sachen auf, ja?” - “Ja.” - “Zum Beispiel?” fragte ich und verschränkte die Arme. Er verdrehte genervt die Augen. “Jetzt gerade, zum Beispiel. Aber wenn du nicht willst. Dann geh halt und sitz es aus.” Er ließ mich los. “Ich bin auch der Meinung du solltest das abklären lassen…” warf Erin ein die, allem Anschein nach, schon eine Zeit lang in der Haustür stand und mitgehört hatte. Ich sah sie an und atmete hörbar aus. “Ich muss mich um…” begann ich, musste aber unterbrechen als Hunter die Wagentür öffnete und mich auf den Sitz schob. “Danke!” rief er Erin zu und ließ sich auf den Fahrersitz fallen. Er zog die Tür zu und verriegelte das Fahrzeug. “Hunter! Das ist Entführung!” rief ich und sah ihn an. “Sobald du aus dem Krankenhaus raus bist, fahre ich dich gerne zur Polizei, damit du mich anzeigen kannst.” meinte er spitz und fuhr los. Genervt schnallte ich mich an und sah aus dem Fenster. Die Fahrt über sprachen wir kein Wort miteinander. Auch im Krankenhaus schien es nicht besser zu werden. Die Notaufnahme war brechend voll und man teilte mir mit, dass es zirka 2 Stunden dauern würde bevor ich dran war. Nervös kaute ich auf meiner Unterlippe herum und ging nach draußen, wo ich mir von einem jungen Mann, der etwa mein Alter hatte, eine Zigarette lieh. Normalerweise rauchte ich nicht, aber manchmal war es eine Erfüllung.

      Hunter | Ich ging davon aus, dass Käthe frische Luft schnappen wollte, daher folgte ich ihr nicht sondern wartete geduldig. Als ich geistesabwesend aus dem Fenster sah konnte ich meinen Augen nicht glauben. Käthe mit einer Zigarette? Seit wann rauchte sie? Ohne nachzudenken ging ich raus und sah sie verwirrt an. “Was hab ich noch verpasst?” fragte ich fast schon enttäuscht, dass ich nichtmal davon etwas wusste. “Ich habe drei neue Pferde und habe die mobile Pferdepflege aufgegeben um meine Trainerlizenz zu erhalten und… sonst eigentlich nichts.” antwortete sie und blies mir den Rauch entgegen. Resigniert nickte ich und zog meine Schachtel Zigaretten aus der Tasche um mir eine anzumachen. “Wie sieht es bei dir aus?” fragte sie und sah mich an. “Wenn sich bei mir etwas Großes bewegt hätte, wüsstest du davon.” - “Das ist also der Grund weswegen du dich nicht mehr gemeldet hast.” - “Was?” verwirrt sah ich sie an. Ich hatte keine Lust wieder zu diskutieren. “Ach vergiss es!” sagte sie, warf ihre Zigarette auf den Boden und ging wieder hinein.

      Nach zwei Stunden wurde Käthe endlich aufgerufen. Die Schulter und der Ellenbogen waren geprellt und der Arzt riet ihr sich zu schonen. Dass sie das nicht tun würde stand außer Frage. “Wieso hast du dich nicht gemeldet?” fragte Käthe leise. “Weil ich nicht sicher war ob es richtig wäre. Deinem Vater ging es nicht gut und ich dachte du würdest dich lieber erstmal auf ihn konzentrieren. Ich wollte nicht stören. Ich war mir sicher, dass du dich gemeldet hättest, wenn es wieder passt.” - “Danke, jetzt fühle ich mich schlecht!” rief sie und rutschte tiefer in den Sitz hinein. Ich lachte leise. “Noch schlechter?” Doch anstatt zu antworten nickte sie nur. “Ich habe oft überlegt dir zu schreiben oder einfach vorbei zu fahren aber ich wollte dich nicht mit meinen Problemen belasten.” Seufzend stieg ich aus und ging um den Wagen herum um Käthe die Tür zu öffnen. “Also waren wir in etwa gleich blöd.” schloss ich und warf die Tür zu, nachdem Käthe ausgestiegen war. “Kann man so sagen, ja.” antwortete sie und lächelte. Wie sie da stand, noch immer an den Wagen gelehnt und lächelnd trotz ihrer Verletzung an der Schulter, war sie der schönste Mensch, den ich mir jetzt gerade vorstellen konnte. Es fühlte sich an als hätte jemand die Zeit angehalten, doch mein Herz raste dagegen an. Wie gerne würde ich sie jetzt... Doch ich hielt mich zurück. Wir hatten gerade erst unseren bisher größten Konflikt gelöst und da konnte ich jetzt nicht... oder doch? Unwillkürlich sah ich mich vor ihr, hatte meine Hände an ihre Hüfte gelegt und berührte sanft ihre Lippen mit meinen. Es war kein richtiger Kuss, es war mehr eine kaum spürbare Berührung. Doch sie weckte mich aus meiner Trance. Ein eiskalter Schauer durchlief meinen Körper und riss mich ein paar Schritte von ihr weg. Noch immer pochte mein Herz so stark, als wolle es mir aus der Brust springen. Ich atmete hörbar aus und fuhr mir durch die Haare, während ich mich langsam wieder beruhigte und zu ihr umdrehte. “Ist alles in Ordnung?” fragte Käthe besorgt und rieb sich die verletzte Schulter. “Alles Bestens.” gab ich verschmitzt lächelnd zurück. “Ich muss leider wieder fahren. Isaac ist heute quasi Alleine mit den Pferden und da muss ich mithelfen.” - “Schreiben wir heute Abend miteinander?” fragte sie, während sie auf mich zu kam und umarmte. “Ich habe dich wirklich vermisst.” flüsterte sie leise und lehnte ihren Kopf auf meine Brust. “Ich hab dich auch vermisst. Ich schreibe dir wenn wir mit den Pferden durch sind.” Ich konnte sie zwar nicht sehen, spürte aber dass sie zufrieden lächelte. “Dann schaue ich mal wie weit Erin mit den Pferden ist.” - “Melde dich, wenn du mich brauchst. Ich kann Isaac auch mal alleine lassen.” meinte ich schmunzelnd und öffnete die Fahrertür. “Mache ich, versprochen!” sagte sie lächelnd und entfernte sich ein paar Schritte vom Wagen damit ich fahren konnte.

      “Auch mal wieder da?” rief mi Isaac zu, der gerade mit Mr. Raw Depression von den Feldern zurück auf den Hof kam, als ich aus meinem Wagen stieg. Es war mittlerweile Spätnachmittag und eigentlich hätte ich ihm helfen müssen die Pferde zu versorgen, weil Kerry nur bis mittags da war. Entschuldigend hob ich die Hände und kam mit Pitch im Schlepptau zu ihm. “Es kam leider etwas dazwischen. Wer muss noch gemacht werden?” Isaac taxierte mich kritisch, während er Mr. Raw Depression auf eine unscheinbare, ruhige Art die Leviten las, da der Hengst versuchte einfach weiterzulaufen, obwohl Isaac stehen geblieben war. “Du kannst deine Vollblüter als abgehakt sehen. Ehrengold, Raving Hope Slayer und PFS Strolch hatte Kelly noch auf die Rennbahn gelassen und Slap Happy, Blütenzauber, Bear Totem’s Denali, Moulan, Riven in a Dream, Scarlet in Birth, LMR Lady Luna, PFS’ Savory Blossom, Happy Fantasy und CHH’ Classic Spring hab ich in der Führanlage laufen lassen. Golden Sugar, Stars of Magic, PFS’ Storm Cat, Little Miss Backyard, Fantastic Sonata, Rouge Trap, What Rainbow und Bear Brooks Denahi hat Kerry glaube ich zusammen von der einen zur anderen Weide geschickt. Keine Ahnung welcher Sinn dahinter stand, aber die Fohlen sind damit alle bedient gewesen, sodass ich sie zwischendurch nur zurück in die Boxen gebracht hatte. Immerhin soll es kommende Nacht wieder frieren. Achja, Benji und Niffler haben sich heute in den Haaren gehabt, die hab ich jetzt getrennt gestellt. Nicht dass du dich wunderst. Wir müssten jetzt noch die Großen machen und Verdine.” - “War Ruby da?” Isaac nickte. “Ja, war sie. Sie hat Braddock ‘The Parrot’ bewegt und ist dann wieder abgezischt. Die war wegen irgendwas verstört, schlechte Noten, Beziehungsdrama, weiß der Geier… Apropos Beziehungsdrama…” Wieder taxierte der Ire mich und wartete auf eine Antwort. Doch ich beschloss nicht auf diese Anspielung einzugehen. “Gut, dann schnappe ich mir als erstes Iseabail und Lady Lyneth Bowen. Du nimmst dir bitte Magical Touch und Felan vor.”
      Gesagt getan, beide machten wir uns an die Arbeit. Isaac ließ immer wieder Sticheleien vom Stapel und versuchte aus mir herauszuquetschen was denn jetzt mit Käthe und mir war, doch ich genoss es ihm den Gefallen nicht zu machen. Soll er ruhig ein bisschen grübeln, wenn es ihn so brennend interessierte. Nachdem die Stuten bewegt waren, blieben uns nur noch Mister Blockhead und Thomas. Als auch diese beiden Hengste zufrieden und müde in ihren Boxen standen war es schon längst Dunkel geworden. Die Uhr zeigte 11 Uhr abends. “Danke.” sagte ich knapp als Isaac sich in seinen Wagen schwang. “Du weißt, dass du dich immer auf mich verlassen kannst.” gab er zurück und knallt die Tür zu um loszufahren. Lachend wandte ich mich ab und ging noch einmal über den Hof um alle Tore und Türen zu kontrollieren. Nebenbei sammelte ich Pitch ein, der sich in einer leeren Box auf Mäusesuche begeben hatte. “Komm Junge.” rief ich und der schwarze Rüde folgte, wenn auch widerwillig. Als ich mir sicher war, dass der Hof gut abgeriegelt war ging ich ins Haus und sprang erstmal unter die Dusche, ehe ich mich aufs Bett warf und mein Telefon aus der Tasche kramte um mich bei Käthe dafür zu entschuldigen, dass es so spät geworden war.
    • sadasha
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      11. Juni 2018 | 13.173 Zeichen von sadasha
      Neuzugänge

      Als mitten in der Nacht das Telefon klingelte drehte ich mich zuerst noch einmal auf die andere Seite, in der Hoffnung den schrillen Ton ignorieren zu können. Doch sobald ich mich umgedreht hatte leckte mit Pitch hektisch über das Gesicht. Genervt schob ich ihn von mir weg und richtete mich ächzend mit einem Blick auf die Uhr auf. Wer zur Hölle ruft um 2:37am an? Die Vorwahl sagte mir nichts und das konnte nur bedeuten, dass der Anrufer von weit weg kam. Wenigstens erklärte das auch die irre Zeit. Verschlafen nahm ich das Gespräch an und brummte ins Telefon. "Ehm… Hunter?" Ich brummte erneut. Eine Frau war am anderen Ende der Leitung und die Verbindung stand eher schlecht als recht, sodass der Ton knisternd und rauschen bei mir ankam. "Hey! Wir hatten uns doch über deine Tinker unterhalten! Und was du suchst und ja… Ich hab eine tolle gefunden, Pearl carrier und… du wolltest keine Fohlen oder?" Nachdenklich schwieg ich. Cooper aus Kanada war am Telefon, doch auch bei ihr musste es jetzt schon spät sein. "Schläfst du auch mal?" brummte ich ohne ihre Frage zu beantworten. Sie lachte. "Ist doch noch früh hier! Oh, hab ich dich geweckt? -" sie brabbelte eine Entschuldigung und redete dann über ein Fohlen, das sie ebenfalls entdeckt hatte. "Double Dilute! Du suchtest doch sowas oder nicht? Und eine Stute! Warte, ich schicke dir Fotos. Und… Hunter ich hab die zwei gekauft, du kannst also nicht Nein sagen. Im Zweifelsfall werden die sicher auch klasse Therapiepferde für deine… Freun-, Kollegin?" Ich hatte nach Fotos mein Gehör eingestellt und kramte nach meinem Laptop. Pitch hatte seinen Kopf auf dem Bett abgelegt und sah mir schwanzwedelnd dabei zu wie ich versuchte klar zu werden. "Warte kurz, der Laptop braucht Strom…" unterbrach ich Cooper. "...und ich brauche Kaffee."

      Nachdem ich mir einen Kaffee gemacht und Pitch auf den Hof gelassen hatte, setzte ich mich mit dem Laptop ins Wohnzimmer wo auch das Ladekabel lag. Die Stute war bereits eingeritten und gefahren und komplett durchgetestet was Erbkrankheiten und Farben betraf. Für mich also perfekt und dass sie Pearl Trägerin war würde später noch mit Mephisto interessant werden. Das Tinkerfohlen war sehr kompakt gebaut trotz der Größe und sie sah auch ansonsten korrekt aus. Hier wurde nicht nur wegen der Farbe gezüchtet. Trotzdem sah ich mir auch die Linien der kleinen Stute ausgiebig an, ehe ich mich bei Cooper bedankte. Gemeinsam planten wir die Überfahrt nach England und klärten das Finanzielle. Als ich auflegte wurde es schon hell und auch Cooper war jetzt müde. Wir wünschten uns also noch eine gute Nacht und legten dann auf. Ich jedoch blieb jetzt wach. Ich ging ins Bad um zu Duschen und mich für den Tag fertig zu machen. Noch bevor einer der Angestellten eintrudelte hatte ich die Fütterung fertig, die ersten Pferde auf die Weiden gebracht und mistete die ersten paar Boxen, bis Beth zum Arbeitstag kam und mir das Werkzeug aus der Hand schnappte. "Guten Morgen!" meinte sie fröhlich und lächelte mich an. "Du hast wohl nichts Besseres zu tun, hm?" Ich verneinte grinsend und streckte mich ausgiebig, ehe ich aus Benjis Box ging. Der kleine Hengst stand zusammen mit seinem Shettykumpel Niffler auf einer doppelt gesicherten Weide aus denen sie nicht mehr ausbüchsen konnten. Zu meiner Überraschung kam mir Ruby entgegen, als ich Thomas von der Weide holen wollte um mit ihm zu arbeiten. Sie hatte ihren Ponyhengst Braddock 'The Parrot' an der Hand. "Mit dir habe ich erst am Nachmittag gerechnet. Keine Schule heute?" Sie grinste über beide Ohren und nickte. "Richtig. Es sind viele Lehrer krank und deshalb dürfen heute zwei Klassen zu Hause bleiben. Ich bin unter den Glücklichen." - "Na dann viel Spaß." meinte ich und ging weiter zu meinem Drum Horse Hengst. "Achja Hunter?!" rief Ruby noch und ich blieb kurz stehen. "Später kommen noch ein paar Freundinnen, können wir uns die Shettys dann leihen? Nur auf dem Hofplatz etwas Spielen mit den Ponys?" Ich nickte und gab ihr einen Daumen hoch, ehe ich wieder kehrt machte. Thomas stand zusammen mit Tank am Rand der Weide, wo das höchste Gras wuchs. Doch im Gegensatz zum Rappen graste er nicht, sondern beobachtete aufmerksam mein Verhalten. Vielleicht erkannte er, dass ich sein Halfter mitschleppte. Jedenfalls trabte er ein paar Schritte auf mich zu, sodass auch Tank kurz aufsah um zu überprüfen was seinen Kumpel aufmischte. "Guter Junge." lobte ich den Schecken und streichelte den kräftigen Hals, als er bei mir stand und sich das Halfter überziehen ließ. Den fast vierjährigen Hengst hatte ich seit Kurzem unterm Sattel und er machte sich soweit ganz gut. Die langen Beine bekam er noch nicht immer richtig geordnet, doch dafür übten wir das ja. Auch heute sattelte und zäumte ich ihn. In der noch recht kühlen Reithalle longierte ich Thomas zuerst ab und schwang mich dann in den Sattel. Im Moment arbeiteten wir an seinem Trab und den Übergängen zum Schritt. Hier und da, wenn die Motivation stimmte versuchten wir es auch schon mit kurzen Galoppphasen. Doch die waren kaum nennenswert und wirklich schlacksig in der Ausführung. In Trab und Schrott kam Thomas aber schon gut runter, lernte sich zu entspannen und versuchte es mir Recht zu machen.
      Nach der Session mit dem Drum Horse Hengst rief ich bei Käthe an. Sie erzählte mir vom ein oder anderen Neuzugang und dass sie nun aufpassen müsse nicht noch mehr Pferde ins Boot zu holen. Ich erklärte ihr, dass es mir da im Moment nicht viel anders ging. Die beiden Neuzugänge Stonery und Hester würden wohl nächste Woche eintreffen. "Achja und wenn du ja jetzt eine Rappstute hast verlange ich ein Shooting zusammen mit Moulan und als Kontrast vielleicht Smooth Gravity, sollten die sich verstehen." meinte ich und lächelte bei dem Bild, das ich mir da zusammenstellte. Echo's Maiden sollte die Rappstute heißen. "Mit blauen Augen!" Ich war sehr gespannt sie kennenzulernen. "Und wenn du so denkst, kannst du Sympathy of the Devil auch gleich mit einplanen. Die ist auch schwarz-weiß." Ich brummte wohlwollend. "Und wen hat dir Occulta noch verkauft?" fragte ich neugierg. "Einen Hengst." sagte sie aufgeregt. "Valentine's Cantastor heißt er. Ein Brauner." Da ging mir sofort ein Licht auf. "Den habe ich gesehen, als ich sie mal besucht habe. Holst du die zwei ab oder werden sie dir gebracht?" Käthe schwieg. "Ich sehe dich nicht, das ist dir aber klar oder?" fragte ich vorsichtig. "Ja klar… Keine Ahnung, das haben wir noch nicht geklärt." Ich lachte leise. "Gut, ich komme später vorbei. Bearing Spots und Compliment erkennen mich vielleicht schon nicht mehr, so lange war ich nicht mehr da." Wir legten auf. Kerry hatte mittlerweile Vikar und Mister Blockhead für heute fertig, sodass sie nur noch die Stuten übrig hatte. "Venetia und Magical Touch spanne ich mir an und bin für etwa eine Stunde im Gelände." erklärte ich und ging mit den Halftern der beiden Stuten auf die Weide. Erleichtert dankte sie mir und schnappte sich das Halfter von Felan. Max und José sind fleißig mit CHH' Classic Spring und PFS Strolch. Die beiden Vollblüter räumten auf den Rennen aktuell viele Schleifen ab. Bald würde ich Bear Brooks Denahi ebenfalls auf die Rennbahn schicken, doch ihr fehlte es noch an Ausbildung.
      Während ich mit den beiden Tinkerstuten unterwegs war überlegte ich was ich am nächsten Tag unternehmen wollte. Die beiden benahmen sich vorbildlich und wir hatten eine sehr entspannte Runde um das Gestüt herum. Die Schatten der Bäume ließen die brennende Sonne nicht zu uns durchdringen, sodass wir immer noch fit waren als wir auf den Hof zurück kehrten. "Crowley, sie sollten was essen!" rief mir Mrs. Clayton von der Türe zu. Ich brachte zuerst die beiden Stuten zurück auf die Weiden und schob die Kutsche die letzten paar Zentimeter in die Scheune, ehe ich zum Essen kam. Danach setzte ich mich mit Pitch ins Auto und fuhr nach Nottingham um Käthe zu besuchen.

      "Erin ist mit Hibana unterwegs." erklärte Käthe und küsste mich sanft zur Begrüßung. "Wir haben den Hof für uns!" Hinter ihr stand Amistad und stupste sie ungeduldig an. "Wir bringen den kurz weg ja? Dann zeig ich dir auf dem Rückweg Echo's Maiden und dann gehen wir rein. Die beiden anderen sind ja noch nicht hier. Aber ich hab Fotos!" erzählte sie stolz. Dass ich auch nach den beiden Fohlen gucken würde war selbstverständlich. For an Angel streckte neugierig den Kopf aus der Box, als wir an ihr vorbeigingen. Amistad war auch nicht abgeneigt gegenüber der hübschen Stute, doch Käthe kannte keine Gnade und zog den Scheckhengst weiter bis zu seiner Box. "Wo sind denn die Kleinen?" wollte ich wissen. Käthe zeigte nach draußen und ich beschleunigte meinen Schritt. Bearing Spots und Compliment standen gleich draußen, wenn man aus dem Stall kam und warteten darauf reingeholt zu werden. "Die sollen noch draußen bleiben, Hunter!" rief Käthe, als ich das Tor öffnete um mich auf die Weide zu mogeln. Sofort kamen die beiden zu mir und taxierten mich neugierig. Doch Leckerchen hatte ich heute nicht dabei. Besonders Compliment hatte nochmal einen ordentlichen Wachstumsschub. Ich ließ meinen Blick über die anderen Weiden schweifen. Grenzfee stand auch noch draußen zusammen mit der neuen Rappstute. Smarty Jones war der einzige, den ich noch nicht gesehen hatte. Aber er würde dann wohl in seiner Box stehen. Pitch fing an zu quängeln, weil ich ihn nicht mit auf die Weide gelassen hatte und bevor er richtig laut wurde kam ich lieber wieder raus und ging mit ihm Käthe hinterher ins Haus. Hier tauschten wir uns über unser beider Neuzugänge aus. "Ach, ich hab ganz vergessen dir Echo's Maiden zu zeigen." sagte Käthe schockiert. Doch ich unterbrach sie, ehe sie weitersprechen konnte. "Ich hab sie eben schon gesehen. Sie sieht toll aus. Wunderbar groß!" - "Und ihr Fell ist total samtig!" fügte Käthe hinzu woraufhin ich schmunzelte.

      Wir waren erst spät wieder heim gefahren und so schaffte ich es in dieser Nacht wieder nicht den verlorenen Schlaf nachzuholen. Doch es half nichts. Wenigstens war Kerry früher da und hatte sich schon Iseabail und Lady Lyneth Bowen gewidmet. Ich ging daher sofort über zu meinen Vollblütern. Kerry würde später noch Xana bespaßen. Ich begann mit Happy Fantasy. Die Stute kam grundsätzlich etwas zu kurz und deshalb gehörte mein Vormittag heute gänzlich ihr. Ich putzte sie ausgiebig, sattelte sie dann und ging mit ihr auf die Militarystrecke in Mitten der Rennbahn. Von hier aus konnte ich meinen Jockey bei der Arbeit zusehen. Sie hatten heute die Oldies Ehrengold und Mikado aus dem Stall geholt. In der Mittagspause erklärte ich den beiden dass ich mir als nächstes Mr. Raw Depression rausnahm. Die beiden nickten und sagten dann dass sie PFS' Savory Blossom und Raving Hope Slayer rennen wollten.
      Ich freute mich sehr, als am Nachmittag Isaac aus dem Urlaub kam. Übersäht mit noch mehr Sommersprossen als üblich und mit heller Fläche rund um die Augen, weil er wohl die Sonnebrille nicht abgenommen hatte bevor er sich an den Strand gelegt hatte. Freundschaftlich begrüßten wir uns und gingen zusammen in den Stall. Blütenzauber und Riven in a Dream waren die nächsten, die wir uns vornahmen. So heiß wie es war zogen wir uns in die Reithalle zurück, wo auch Abby schon den ganzen Tag war. Sie hatte sich mit Moulan beschäftigt und jetzt gerade ritt sie Scarlet in Birth warm. "Beth macht das mit den Fohlen gut oder?" fragte Isaac, der unsere Stallhilfe vor seinem Urlaub auserkoren hatte die Fohlenarbeit zu übernehmen. Sie hatte damit zu Beginn sehr zu kämpfen. "Sie hat sich gut mit ihnen eingespielt, ja." gab ich zurück. Besonders das Hengstfohlen Golden Sugar hatte sie ganz gut im Griff. Die Flausen von PFS' Storm Cat oder Stars of Magic waren dagegen ein Witz. Als wir mit den beiden Stuten fertig waren hatte Beth gerade Little Miss Backyard an der linken und Fantastic Sonata an der rechten Hand. "Könnt ihr nicht noch die letzten beiden übernehmen?" flehte sie und Isaac und ich tauschten vielsagende Blicke aus. Wir stimmten aber zu. So konnte Beth mit der Stallarbeit weiter machen und Isaac und ich schnappten uns What Rainbow und Rouge Trap. Die beiden Stuten brannten schon darauf die Welt zu erkunden. Als wir jedoch mit ihnen nach draußen gehen wollten um eine Runde um den Hof herum zu machen scheuten sie und wollten lieber wieder zurückgehen. Wir tasteten uns also eine Ecke vorsichtiger heran und ließen die beiden Stutfohlen in Ruhe gucken und das Tempo selbst bestimmen. Weit kamen wir so zwar nicht, aber wir konnten das Führtraining mit einem positiven Gefühl abschließen, als wir nach einer halben Stunde auf den Hof zurück kehrten um die Fohlen in ihre Boxen zu bringen wo sie übernachten würden.
      Am nächsten Tag hatten die meisten Pferde frei und so konzentrierte ich mich auf Slap Happy. Isaac hatte sich Bear Totem's Denali fertig gemacht und Kerry nahm LMR Lady Luna mit auf einen gemeinsamen morgendlichen Ausritt. Am Nachmittag kümmerten sich die beiden um Verdine und Tainted Whiz Gun, sodass ich frei hatte. Ich nutzte die Zeit um mit Pitch zum See zu gehen und die Woche ruhig ausklingen zu lassen. Nächste Woche würden die beiden Neuzugänge eintreffen und die Stallordnung wieder mal aufmischen.
    • sadasha
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      01. November 2018 | von sadasha
      Schnelle Pflege für alle Pferde

      Nachdem ich endlich vom Arzt das Go bekommen habe meine Pferde wieder zum teil selbst zu versorgen, machte ich mich heute früh gleich auf in den Stall um bei der Fütterung auszuhelfen. Ich fing bei meinen Zuchtstuten an um sie als erste auf ihre Weide bringen zu können. LMR Lady Luna, PFS' Savory Blossom und Scarlet in Birth streckten schon neugierig die Köpfe aus der Box, als sie den Fuggerwagen hörte. Slap Happy kam erst zur Tür, als ich bereits vor ihr stand. Als Boxennachbarin wurde dann auch Mikado neugierig. Riven in a Dream war noch im Halbschlaf und musste erstmal aufstehen, als sie das Futter hörte. Ich versuchte noch ein Foto davon zu machen, wie sie in ihrer Box lag, doch ich war zu langsam und erwischte sie mitten in der Bewegung. Die Dunkelheit gab dann den Rest dazu, das Bild war komplett verschwommen. Als nächstes waren Moulan, Blütenzauber und Bear Totem's Denali an der Reihe. Die Vollblut Zuchtstuten waren damit fertig. Nach der Fütterung kamen sie auf ihre Weide. Jetzt waren Tainted Whiz Gun, Verdine und Happy Fantasy bereit für ihr Frühstück. Die bunte Truppe stand nicht mit den Zuchtstuten auf einer Weide. Sie hatte ein eigenes Weideplätzchen und war so harmonisch, dass ich sie gar nicht in die große Herde werfen wollte. Die "Youngsters" hingegen schon. CHH' Classic Spring, PFS' Storm Cat, Rouge Trap, Fantastic Sonata und Essence of Life konnten sich schonmal daran gewöhnen mit tragenden Stuten und Fohlen umzugehen. Sie waren meine Anwärter. Die Jährlingsstuten Little Miss Backyard, Stars of Magic und What Rainbow standen zusammen mit Hester auf einer Weide weiter weg von ihren Mutterstuten. Das Absetzen hatten sie bereits hinter sich, doch ehe sie wieder zu den Großen kommen, würde noch etwas Zeit versteichen. Framed in Fantasy, mein neuster Zuwachs stand zusammen mit Braddock 'The Parrot', Niffler und Benji auf einer Weide, da ich aktuell keine Hengstfohlen außer ihm auf dem Hof hatte. Als die Fütterung der Stuten durch war öffnete ich die Paddockboxen der Hengste. Dabei ließ ich zuerst die älteren Hengste raus. Ehrengold und Mr. Raw Depression und danach Reverence. Zuletzt kamen Raving Hope Slayer und PFS Strolch auf ihre Paddocks.
      Mirko hatte sich in der Zwischenzeit um den zweiten Stalltrakt gekümmert und Xana, Stonery, Venetia, Felan, Magical Touch, Delmara, Iseabail, Lady Lyneth Bowen und Uschi komplett versorgt. Beth war noch dabei die Kaltbluthengste raus zu bringen. Maeyr, Schneemann und Mister Blockhead hatte ich schon draußen gesehen. Tank, Buck or Two, Thomas, Vikar und Mephisto standen noch in ihren Boxen. Ich hatte noch zwanzig Minuten Zeit um eine Box fertig zu machen für den heutigen Neuankömmling. Ramira, eine Tinkerstute, die auch Kerry gut gefallen wird. Sie war charakterlich einwandfrei und genoß bislang ein sehr liebevolles zu Hause in dem sie ordentlich in der Freiarbeit gefördert wurde. Für ein Therapiepferd exzellente Voraussetzungen. Nach der langen Reise aus Deutschland würde sie erstmal Ruhe brauchen. Ich streute deshalb so ein, dass sie es gemütlich hatte. Futter würde sie Portionsweise mitbringen, sodass ich mir darum vorerst keine Gedanken machen musste. Futterumstellungen hatte ich nun schon zu genüge umgesetzt und auch Ramira wird damit sicher gut zurecht kommen, sobald ich damit beginne. Ich legte ein paar saftige Möhren in den Futterkrug und öffnete das Fenster zum Innenhof. Damit war ich mit meinem Tagesplan fertig.
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  • Album:
    Gnadenweide | Pferdehimmel
    Hochgeladen von:
    sadasha
    Datum:
    8 Aug. 2017
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    Stute
    2002
    Rasse
    Irish Tinker
    Stockmaß/Endmaß 161cm
    Fellfarbe Isabell
    Geno ee AA nCr xx

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    Beschreibung
    Magic ist eine sehr einfühlsame und sensible Stute. Dennoch ist sie besonders im Gelände die Ruhe selbst und weder Motorgeräusche noch Ähnliches kann sie erschrecken. Trotz ihrer inneren Ruhe braucht die Tinkerdame einen fortgeschrittenen und sicheren Reiter, da sie noch recht jung ist und ab und an eine konsequente Hand benötigt. Auch sollten ihre schicken Gangarten gefördert werden, mit welchen sie im Viereck besonders begeistert. Denn plötzlich wird aus so einem großen und doch kräftig wirkenden Pferd eine leichte Feder. Außerdem verfügt Magic über eine enorme Ausdauer und ist so hervorragend für lange Wanderritte geeignet, ebenso wie Distanzritte, an welchen sie auch schon erfolgreich teilgenommen hat.

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    Trainingsplan
    Fohlen ABC ✔ | Eingeritten ✔ | Eingefahren x

    Schleifenaufstieg | Trainingsaufstieg | Potential
    Oben = Joelle Qualifikation | Unten = Variationen

    Dressur E A L M S

    Lektionen der Dressur: E A L LM LP M S


    Springen E A
    Show Jumping: E A*


    Western E A L M S
    Western Pleasure: LK5 LK4 LK3 LK2 LK1
    Reining: LK5 LK4 LK3 LK2 LK1
    Trail: LK5 LK4 LK3 LK2 LK1
    Cutting: LK5 LK4 LK3 LK2 LK1
    Barrel Racing: LK5 LK4 LK3 LK2 LK1
    Pole Bending: LK5 LK4 LK3 LK2 LK1
    Roping: LK5 LK4 LK3 LK2 LK1
    Hunter under Saddle: LK5 LK4 LK3 LK2 LK1


    Distanz E A L M S
    Distanzritte: EL EVG1 EVG2 EVG3 EVG4 CEN* CEN** CEN***

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    Offiziell
    48. Distanzturnier | 119. Dressurturnier | 246. Westernturnier | 264. Dressurturnier | 180. Distanzturnier
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    277. Dressurturnier | 295. Dressurturnier | 277. Westernturnier | 293. Westernturnier | 216. Distanzturnier

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    323. Westernturnier | 324. Dressurturnier | 321. Springturnier | 310. Westernturnier

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    Inoffiziell

    keine

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    Von Harris
    Aus der Touch of Magic

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    SK 434

    Eingetragene Zucht Bear Brook EC
    Besitzer sadasha (Hunter Crowley)
    VKR/Ersteller sweetvelvetrose

    Nachkommen
    Mephisto von Unbekannt
    1 Leihmutterschaft reserviert für sweetvelvetrose


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    Letzter Tierarztbesuch 15. November 2015
    Gesamteindruck unbekannt


    Letzte Zahnpflege überfällig
    Letzte Wurmkur überfällig
    Letzte Impfung überfällig


    Letzter Hufschmiedbesuch 15. November 2015
    Ausgeschnitten/Korrigiert nein


    Beschlag vorne keiner
    Beschlag hinten keiner

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    PNG | Puzzel PNG | Offizieller Hintergrund