Flair

♛ Jonquil [EVB]

Englisches Vollblut, Stute, *2012, zugelassen

♛ Jonquil [EVB]
Flair, 4 Sep. 2018
Ezi, Veija, Rinnaja und 2 anderen gefällt das.
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      31.08.2017
      | Neues, und Neuankömmlinge

      Jonquil, Cosmic Dawn, Nemax, Macaruja,
      Waikiki, Daitona, Bijou, Shyvana, Eskari und Kjarkur


      Bericht Tag 1
      [Philipp] "Philipp später kommt noch eine Kundin zu uns, sie bringt ihr Pony zum Springtraining her. Würdest du ihr die Box vorbereiten? Ich habe für das Training zwei, vielleicht drei Tage eingeplant - Je nachdem wie gut es klappt." Das waren schon fast zu viele Informationen in einem Satz für mich. "Isa, sag mir einfach, was ich machen soll." "Habe ich doch gerade eben gesagt! Ich bin eben drinnen, ich erwarte noch einen Anruf." In Eile rauschte Isa aus der Stallgasse und ließ mich alleine stehen. "Wundervoll, Philipp." Ich bemitleidete mich selbst ein wenig, während ich die Box neben Macaruja für das Pony großzügig einstreute. Einerseits freute ich mich auf die Eröffnung des Trainingszentrums, andererseits machte es sichgleich am ersten Tag bemerkbar, dass das vorhandene Personal dafür nicht ausreichte. Nachdem meine Arbeit erledigt war, setzte ich im Stübchen Kaffee auf, um mir eine kleine Pause zu gönnen. Allerdings hielt der Moment der Ruhe nur wenige Minuten an, da Isa kurze Zeit später mit einer jungen Frau an ihrer Seite ins Stübchen trat. "Philipp, dass ist Stefanie Westside. Die Besitzerin des Springponys. Stefanie, das ist Philipp Gerdes, er wird sich in den nächsten Tagen um Heartbreaker kümmern." Ich stand auf, machte zwei große Schritte auf die junge Frau zu und reichte ihr die Hand "Schön Sie kennen zu lernen Frau Westside." "Ich freue mich ebenfalls, Herr Gerdes!", sie lächelte mich herzlich an und schüttelte mir die Hand. In den folgenden Minuten besprachen wir gemeinsam das Trainingsprogramm, und erhielten von Stefanie noch Informationen zum Verhalten des Ponys und zu seiner Fütterung. "An sich ist er ein ganz lieber, er ist aufmerksam, guckt ab und an auch ganz gerne mal, aber er würde niemals aus einer Mücke einen Elefanten machen", versicherte Stefanie mir. "Bei uns zuhause am Stall zeigte er sich stets als rittig und arbeitete freudig mit."Als Heartbreaker's Temptation in seiner Box verfrachtet war und zufrieden an seinem großen Haufen Heu knabberte, verabschiedeten wir uns voneinander. "Ich werde mich in zwei bis drei Tagen noch einmal bei Ihnen melden Frau Westside. Ich sage Ihnen Bescheid, sobald sie ihn wieder abholen können, bis dahin ist er in den besten Händen", erklärte ich ihr. Sie nickte verständnisvoll. "Auf jeden Fall, ich stehe mit Isa sowieso in Kontakt, falls etwas vorfallen sollte, lassen Sie es mich bitte wissen". Ich nickte fürsorglich "Selbstverständlich, Frau Westside." Isa brachte Stefanie zum Parkplatz, während ich den Neuankömmling begutachtete. Es war schon Ewigkeiten her, dass ich mich auf ein Pony gesetzt hatte. Insgeheim hatte ich mir das Ponyreiten ja abgeschworen, allerdings könnte Isa ja wohl kaum die Kundschaft mit Ponys ablehnen. Zumal sie ja selbst eine kleine Ponyfanatikerinin ist. Bei dem Gedanke musste ich ein wenig schmunzeln.

      [Isa] Als Stefanie vom Hof fuhr, winkte ich ihr noch kurz hinterher, bevor ich ins Haus verschwand und mich hinter meinen Rechner klemmte, um den nötigen Papierkram zu erledigen. Außerdem musste ich für die Zeitung und fürs Netz noch zwei Stellenanzeigen verfassen, da Philipp, Janina und Marie in der kommenden Zeit mit Sicherheit Unterstützung brauchen werden. Neben dem Trainingszentrum, welches neben der Pferdezucht und der Ausbildung der eigenen Pferde laufen sollte, stand ein kleines Lädchen für Reiter und Pferd in der Planung. Allerdings sollte dies ein kleiner Vertrieb werden, der in einer ungenutzten Scheune hier auf dem Hof unterkommen sollte. Dennoch würde der Laden Arbeit verursachen, die ich meinen bisherigen Mitarbeitern nicht zumuten möchte. Außerdem wollte ich die beiden Ponys ins Internet einstellen, um eine Reitbeiligung für sie zu finden. Damit fing ich gleich an, denn mir schwebte schon ein passender Text für die Anzeige vor Augen: "Biete Reitbeteiligung an Welsh B und Islandpony", lautete der Titel schon einmal. Nach einigen Minuten stand auch schon der Text für die Anzeige. Ich las ihn noch einmal und prüfte ihn auf Rechtschreibfehler.
      Biete Reitbeteiligung an Welsh B und Islandpony; Hallo zusammen. Ich suche auf diesen Weg eine Reitbeteiligung für meine beiden Ponys. Das erste Pony ist Kjarkur. Er ist ein 9-jähriger Islandponyhengst und sehr sensibel, sodass er eine feine Reiterhand braucht. Insgesamt ist er sehr gelassen, entzieht sich aber, sobald der Reiter zu grob wird. Das zweite Pony ist Eskari, ein 5-jähriger Welsh B Hengst. Er ist ebenfalls leicht zu reiten, allerdings muss man sich als Reiter doch durchsetzen können. Im Viereck macht er gut mit, und macht auch den einen oder anderen Hüpfer.
      Ich suche keine Reitanfänger oder Wiedereinsteiger! Am besten bist du bereits über 18 und bist mobil, da unser Stall nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist. Gerne können sich Freundinnen für die beiden melden, vergebe aber auch an Einzelpersonen eine Reitbeteiligung. Ich freue mich auf Anfragen! Isabell Neyer.
      Zufrieden speicherte ich die Anzeige und fügte jeweils noch zwei Fotos von den beiden Ponys an. Spaßeshalber schaute ich nach neuen Pferdeanzeigen in der Umgebung, wo ich doch sowieso schon im Netz unterwegs war. Ich hatte mehrere Tabs geöffnet, zwei Pferde sahen wirklich sehr interessant aus. Eine kleine Vollblutstute, welche hier ganz in der Nähe zu Verkauf stand, und ein dunkler Vollbluthengst. Letzterer stand allerdings in München. Ich schrieb mir die Nummern auf und rief zuerst bei den Besitzern der Stute an. Am anderen Ende der Leitung meldete sich ein junger Herr. Als ich nach der Stute fragte, bat er um einen kurzen Moment und reichte das Telefon an eine junge Dame weiter. "Ika Helms am Telefon, Sie melden sich wegen Jonquil?", begrüßte sie mich. "Guten Tag, ich bin Isa Neyer. Ja genau, die kleine Vollblutstute hats mir angetan", sagte ich ihr durchs Telefon. Am anderen Ende der Leitung wurde um Hintergrund gelacht, während ich mit Ika einen Termin zum Probereiten vereinbarte. Sie hatte glücklicherweise gleich morgen etwas frei. Glücklich beendete ich das Gespräch und ging voller Motivation den weiteres Büroarbeiten nach.

      Bericht Tag 2
      [Philipp] "Wahnsinn Philipp, da bist du ja endlich!" Marie sah mich genervt an. "Ich habe dir das Pony schon einmal fertig gemacht, du hättest ruhig mal Bescheid geben können. Weißt du, dein Tagesplan ist jetzt recht stramm, da könnte man durchaus mal pünktlich auf der Arbeit erscheinen!" Ich wich ihrem vorwurfsvollen Blick aus und versuchte ihr erhitztes Gemüt zu beschwichtigen: "Vielen Dank Marie, du hast bei mir etwas gut." Damit schien sie sich vorerst zufrieden zu geben, aber irgendwie spürte ich, dass eines Tages eine Aufgabe für sie bewältigen soll, der ich absolut nicht gewachsen bin. Ich musterte das hübsche Pony, klopfte seinen Hals und nahm ihm das Halfter ab, welches über der Trense angelegt war und an dem der kleine Ponyhengst noch angebunden war. Ich klopfte seinen Hals und nahm ihn an den Zügeln. Fleißig ging er neben mir nach draußen und wieherte laut, sobald wir im Nieselregen standen. Irgendwo aus der Ferne wieherte ein Pferd - Nein, nicht irgendein Pferd, eigentlich war es ziemlich genau Shyvanas Wiehern, welches eher nach einem Missglückten Versuch klingt, einen Löwen zu imitieren. Eine kuriose Mischung aus Husten, Grummeln, und lautstarkem Wiehern. Es war wirklich schwierig zu beschreiben. Breaker schien davon doch wesentlich entzückt zu sein, denn er wieherte gleich ein zweites Mal. Diesmal bekam er jedoch keine Antwort. "Können wir weitergehen?", fragte ich das Pony, und ging einen Schritt voran. Er folgte willig und tänzelte neben mir her. Anscheinend ist er doch ein klein wenig aufgeregt. Auf dem Springplatz hatte ich zu Beginn wirklich alle Hände voll zu tun. Breaker wieherte am laufenden Band und konzentrierte mich nicht so richtig auf mich. Erst als sich Marie mit Daitona zu uns auf den Springplatz gesellte, wurde Breaker etwas ruhiger. Ob die Kombination von aufgewühlten Pony und der tickenden Zeitbombe nun so glorreich war, würde sich wohl später erst herauskristallisieren. Zunächst jedoch lief alles gut, und nach ausgiebiger Trabarbeit stand der Ponyhengst gut an meinen Hilfen. Ich taxierte den ersten kleinen Steilsprung mit einer Höhe von 80 Zentimetern an. Breaker galoppierte wie ein Uhrwerk darauf zu. Wir kamen passend vor den Sprung und Breaker blieb auch nach dem Sprung gut am Zügel und ließ sich in einem gleichmäßigem Tempo dirigieren. Erstaunt von dem kleinen Kerl ritt ich auf den nächsten Sprung zu, einen Oxer, 75 Zentimeter hoch und etwa einen Meter breit. Breaker verhielt sich genau so entspnnt wie beim ersten Sprung. Ich fühlte mich, als hätte sich ein Hebel bei dem kleinen Pony umgelegt. Kaum hat er einen Sprung vor der Nase, ist er 'Breaker der Profi'. Nach einigen weiter Sprüngen, die Breaker problemlos überwand, sprang ich einen kleinen Parcours, bestehend aus 6 Sprüngen. In der Kombination hatte er beim zweiten Sprung Schwierigkeiten, den passenden Absprung zu finden. Allerdings ließ sich dieses Problem leicht lösen, da Breaker wirklich gut an den Hilfen stand, und ich auch zwischen den Sprüngen gut einwirken konnte, sodass ich ihn beim Absprung gut Hilfe stellen konnte. Nachdem ich die Kombination ein drittes, und ein viertes Mal gesprungen bin. ließ ich die Zügel lang und ritt Breaker für heute trocken. dabei beobachtete ich noch ein wenig Marie und Daitona, die mittlerweile richtig gut zusammengefunden hatten. Offensichtlich war Dai heute gut drauf und etwas spritzig, jedoch wusste Marie ganz genau, was sie da zu tun hatte und machte ihre Sache sehr vorbildlich. Ich klopfte das Pony, hielt ihn auf der Mittellinie an und brachte ihn zurück in den Stall. Ich warf ihm eine Abschwitzdecke über und gab ihm sein tägliches Kraftfutter. Außerdem steckte ich ihm ein paar Möhrchen zu, die hatte er sich wirklich verdient.

      [Isa] Die Anfahrt zum Hof, auf dem Jonquil stand, war kurz. ich fuhr gerade mal 40 Minuten auf der Autobahn und schlängelte danach noch weitere 10 Minuten durch Feldwege und kleinere Straßen. Der Hof war wirklich schön, sehr überschaubar mit 7 Pferdeboxen, aber sehr schön und gemütlich. Ich wurde gleich von Ika empfangen, sie hatte Jonquil bereits fertig gesattelt und begrüßte mich mit einem Grinsen im Gesicht. "Schön Sie kennen zu lernen, Frau Neyer!", sie hielt mir ihre Hand entgegen. "Ebenso, Frau Helms", sagte ich und schüttelte ihre Hand zur Begrüßung. Sie zeigte mir die Stute und erklärte mir, worauf ich zu achten hatte. Jonquil war erst seit einem halben Jahr unterm Sattel, zeigte aber bereits ihre Stärken und Schwächen. "...solange sie viel beschäftigt wird, ist sie gut zufrieden, aber sobald sie sich langweilt, denkt sie sich eben Quatsch aus. Ich bin mir nicht sicher, ob das zur Zeit so eine Phase ist, oder ob das einer ihrer markanten Charaktereigenschaften sein wird. Aber das wirst du gleich selbst merken, wenn du drauf sitzst." Von der Beschreibung her passte ihr Verhalten sehr gut zu dem von Dai und Cosmic, und mit den beiden kam ich auch zurecht.
      Kurze Zeit später fanden wir drei uns auf dem Reitplatz wieder, der Nieselregen hatte aufgehört und die Sonne schien zum ersten Mal heute. Das musste ein Zeichen sein. Die Stute ging fleißig vorwärts und schaute sich in der Aufwärmphase ein wenig um. Jedoch fand sie nichts, wovor sie sich hätte erschrecken können. Ich gab mir Mühe, entspannt und locker zu sitzen, um dem Pferd eine gewisse Sicherheit zu geben und Ruhe auszustrahlen. Nach einigen Minuten gurtete ich fix nach und trabte die Stute an. Sie kaute auf ihrem Gebiss und trabte zügig, aber im Takt. Auch auf Zirkelrunden ließ sie sich nicht verunsichern und hielt ihr Gleichgewicht. Beim angaloppieren hob sie sich kurz heraus, fand aber schnell den Takt wieder und dehnte sich an meinem Zügel. "Sieht doch super aus", kommentierte Ika meinen bisherigen Ritt. "Es fühlt sich auch echt super an", lachte ich zurück. Jonquil lief artig wie ein Uhrwerk und konnte die von mir gestellten Aufgaben gut umsetzen. Nach zwanzig Minuten Reiten ohne Zwischenfall, entschied ich mich dazu, die Zügel lang zu lassen und die Stute trocken zu reiten. "Ich denke, die würde ich schon ganz gerne mit nach Hause nehmen wollen", sagte ich zu Ika. Sie lachte und freute sich sichtlich "Das lässt sich bestimmt einrichten!" Ich marschierte auf, hielt die Stute an und stieg ab. Ich führte die Stute zu Ika herüber, und besprach mit ihr alles weitere. Als wir zum Schluss einen Preis von 2300€ inklusive ihrem Zubehör aushandelten, waren wir beide zufrieden. Ika nahm mir die Stute ab, und wir verabschiedeten und voneinander. Morgen gegen 13.00 konnte ich die kleine Apfelschimmelstute abholen.

      Bericht Tag 3
      [Philipp] "Du hast nicht ernsthaft noch eins gekauft, Isa! So langsam wird es echt voll hier."Sie sah mich mit ihrem Dackelblick an. "Bitte Philipp das ist nicht einmal eine Stunde Fahrt. Ich muss mich noch um die Stellenanzeigen kümmern." Ich seufzte. "Nagut,Isa. Ich erledige das später. Aber du kannst Stefanie Westside anrufen. Heute Abend kann sie ihr Pony wieder mit zu sich nach hause nehmen. Ich wollte ihn heute nur noch eine Gymnastikreihe springen lassen, um den Absprung etwas zu festigen!" Isa sah mich vorwurfsvoll an. "Ich weiß, dass es eilig ist, aber lass mich eben erst das Pony machen. Die Sprungreihe steht noch von Bijous Freispringen in der Halle." Daraufhin presste Isa ihre Lippen zu einer schmalen Linie zusammen. "Nagut. Aber vergiss es bitte nicht!", sagte sie in einem Ton zu mir, in dem eigentlich Eltern mit ihren Kindern sprechen, wenn sie ihre Hausaufgaben erledigen sollten. "Natürlich nicht", versicherte ich ihr. Sie betrachtete mich noch kurz mit einem prüfenden Blick und verschwand dann im Stübchen. Gedämpft hörte ich, ihre Stimme, sie schien mit Frau Westside zu telefonieren.
      "Dann mal zu dir, kleiner Mann." Nachdem Breaker mich gestern so sehr von seinem Können unterm Reiter überzeugt hat, wollte ich ihn heute eine Springreihe gehen lassen, damit er selbst lernt, die Distanzen zwischen den Sprüngen besser einzuschätzen. Ich longierte ihn zunächst auf beiden Händen ab, bevor ich ihn laufen ließ. Zuerst hatten die Sprünge eine Höhe von 40 Zentimetern, doch nach jeder guten Runde erhöhte ich das Maß um jeweils 10 Zentimeter. Die ersten Versuche waren noch etwas wackelig, doch er verstand das Prinzip schnell, sodass er zwischen den Sprüngen einen guten Rhythmus entwickelte und flüssig über die Sprünge hinweg hüpfte. Dieses Training war wohl am effektivsten für den Ponyhengst. Bei der letzten Runde waren die ersten drei Sprünge auf 60 Zentimeter Höhe eingestellt, der vierte auf 80 Zentimeter und der Letzte war einen guten Meter hoch aufgebaut. Mühelos meisterte Breaker die Distanzen und zeigte eine gute Manier am Sprung. Pumpend und schwitzend sah mich der Ponyhengst auffordernd an. Anstatt ihn jedoch eine weitere Runde über die Sprungreihe zu schicken, ging ich auf ihn zu und klopfte seinen Hals. "Gut gemacht, du kleiner Kerl. Weißt du, für jemanden in deiner Größe ist das wirklich schon sehr anständig. Du wirst es auf jeden Fall noch viel Höher schaffen." Ich ließ Breaker an der Longe noch ein wenig Schritt gehen, brachte ihn anschließend auf die Waschplatte und duschte ihm den Schweiß aus dem Fell. Anschließend brachte ich ihn in seine Box und schrieb Isa eine kurze Nachricht, dass alles gut geklappt hat und ich mich jetzt für sie auf den Weg mache.

      Am späten Abend, als ich mit Jonquil im Anhänger wieder auf den Hof kam, erfuhr ich von Isa, dass Frau Westside ihr Pony gut und sicher auf den Anhänger aufladen konnte und ihre Freude über seinen Zustand kaum in Worte zu fassen war. "Ich bin gespannt, ob wir von dem kleinen Pony noch etwas hören werden", sagte ich zu Isa, "er ist gesprungen wie ein ganz Großer." "Naja", sie legte ihren Kopf schief, "wie ich es immer zu sagen pflege: Ponys sind halt die besseren Pferde!" bei ihrem bekloppten Gesicht, das sie dabei zog, musste ich loslachen: "Warum hast du dir denn dann so viele Große angeschafft?!", forderte ich sie heraus. "Man kann halt nicht alles haben, was man will! ich hätte zum Beispiel auch gerne einen Springreiter für meine Pferde gehabt, der Ponys nicht so sehr verachtet!" "Jetzt übertreibst du aber!", entgegnete ich, "außerdem sind ja auch nicht alle Ponys... Nunja... Biestig! Aber die meisten sind es halt doch. Gott sei Dank war Breaker keiner von der schlimmen Sorte. Im übrigen hast du dir ein hübsches Pferdchen ausgesucht, die hat mir gleich gefallen, als ich sie gesehen habe". Ich reichte ihr Jonquils Pass und Besitzurkunde. "Danke! Was Pferdchen angeht, ist unser Geschmack wohl doch recht ähnlich, nicht wahr?" Ich lachte und musste doch zustimmen. Isa brachte Jonquil in ihr neues Heim. Nemax, Macaruja und Waikiki wieherten leise, als der Neuankömmling die Stallgasse heruntergeführt wurde. Magic Attack und Bijou schenkten uns ebenfalls aufmerksame Blicke, während Cosmic vor lauter Aufregung seine halbe Box verwüstete. Jonquil ging angespannt, blieb aber brav neben ihr, und spielte aufgeregt mit ihren Ohren. "Willkommen in deinem neuen Zuhause!", sagte ich zu ihr, und klopfte im gehen ihren Hals.
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      World Horse Training by the Southkorean Horse Federation

      30.09.2017 | Galopprennen E-A


      Pferd: Jonquil
      Trainer: Sir Sobong


      Es war früh am Morgen, als der Pferdehänger auf den Hof des Pandora Studs fuhr und mit einem lauten Hupen zum Halten kam. Sobong Yoon-Tsela, welchen hier alle nur Sir Sobong nennen, schreckte von der Gartenarbeit mit seiner Frau hoch und sah verdutzt zum Hofeingang. So früh hatte er die Besitzer nicht erwartet. Hastig zog er die Jacke aus und klopfte den Dreck von seiner Hose. „Ich bin gleich wieder da“, sagte er zu seiner Frau, die gerade das Blumenbeet aushob und ging auf den Hänger zu. Ein freundlich aussehender Mann stieg aus und reichte ihm seine Hand. „Mannaso Bankawoyo!“, rief Sir Sobong während er die freundliche Handgeste entgegennahm. Der junge Mann sah Sir Sobong etwas verwirrt an. Sir Sobong verstand es erst jetzt. „Oh – Verzeihung.“ Er grinste. „Guten Tag“, sagte Sir Sobong nickend. Der junge Mann lächelte, begrüßte Sir Sobong ebenfalls und stellte sich als Philipp Gerdes vor, ein Bereiter des Gestüts von der Nordwacht. Auch Sir Sobong stellte sich ihm kurz vor und begann mit ein wenig Smalltalk. „Wie fahr der Flug?“ Philipp Gerdes begann zu grinsen. „Mein erstes Mal hier in Südkorea, doch bis jetzt finde ich es sehr schön!“ Sir Sobong lächelte zufrieden und nickte. „Gut wir bringen dann ihr Pferd erst in den Roundpen und geben ihm die Zeit, die er braucht, um sich an die neue Umgebung zu gewöhnen.“ Freundlich nickte ihm Philipp Gerdes zu und führte ihm zum Hänger. „Okay, dass ist Jonquil, eines unserer Englischen Vollblüter auf unserem Hof. Sie ist eigentlich eine sehr nette Stute“, sagte er grinsend, währen er die Hängertür öffnete und die Schimmelstute herausführte. „Aber naja.“ Sir Sobong lachte zustimmend. Er verstand. Etwas ungeduldig jedoch sah er sich um, nach Kim Wookjin, der neue Ausbilder auf dem Pandora Stud, der Sir Sobong bei dem Training der Vollblutstute helfen wollte. Jedoch war er nirgends zu sehen. Sir Sobong rannte deshalb kurz hinüber zu seiner Frau und gab ihr Bescheid, dass er sich um das Pferd kümmern wird und erst später zum Kochen wieder zurückkommen würde. Sie nickte nur seufzend und konzentrierte sich wieder auf die Gartenarbeit. Auf dem Weg zum Roundpen stotterte Philipp Gerdes ein wenig. „Dürfte ich wissen, was sie da vorhin zu mir gesagt haben?“ Sir Sobong lächelte. Er wusste, dass Philipp aus Deutschland kommt und kein Wort koreanisch sprach. „Mannaso Bankawoyo?“ Philipp nickte. „Das ist ein Ausdruck für eine Begrüßung. Wir in Südkorea legen sehr viel Wert auf die Höflichkeit in unserer Sprache. Mannaso Bankawoyo sagst du meistens zu Fremden, die du noch nie gesehen hast und jünger als du selbst sind. So kann man aus unseren Gesprächen hören, wie die Personen zueinanderstehen.“ Philipp sah etwas verwirrt um sich. „Ganz schön kompliziert“, gab er dann von sich und brachte Sir Sobong zum Lächeln. Praktisch das der alte Indianer mehrere Sprachen sprechen konnte, da Menschen aus aller Welt zu ihm kamen. Eine Sprache haben sie jedoch alle gemeinsam – die Sprache der Pferde. Er musste bei dem Gedanken schmunzeln. So poetisch dachte er selten. Er schüttelte kurz den Kopf und konzentrierte sich wieder auf die Neuankömmlinge. Jonquil durfte sich auf dem Roundpen kurz austoben und zur Ruhe kommen, bis sie sich ein wenig an die neue Umgebung gewöhnen konnte. Dann wurde sie in ihre Box gebracht und Philipp Gerdes und Sir Sobong gingen hinüber ins Wohnhaus, um die nächsten Wochen zu besprechen. Jonquils Training würde sich über mehrere Wochen erstrecken. Die ersten beiden Wochen gehören der Gewöhnungsphase an. Jonquil wird trainiert, um die richtigen Muskeln aufzubauen und durchläuft ein Gelassenheits- und Schrecktraining. Wenn sie sich dann soweit eingelebt hat, kommt die Gewöhnung an Sattel und Trense und wird von einem erfahreneren Reiter eingeritten. Zuerst kommt die Gewöhnung an die Bahn und die Startbox. Von Anfang an wird jedoch gleich ein ausgebildetes Rennpferd dabei sein, welches als Unterstützung für Jonquil dienen soll und um später in Jonquil den Willen zum Gewinnen zu wecken. Für Philipp Gerdes hieß es erst einmal Training, bevor er mit Jonquil die ersten Runden auf der Bahn drehen könnte. Gewöhnung an die neue Sitzhaltung und die Kontrolle über das Pferd. Sir Sobong wollte ihn deshalb gleich am Abend in der Reithalle sehen. Philipp entdeckte dort eine schwarze Rappstute aufgesattelt neben Sir Sobong stehen. „Philipp, dass ist Warrior Gun.“ Philipp berührte vorsichtig die Nüstern der Rappstute. „Ich werde dich heute gleich ein wenig einweisen in den Rennsport. Einverstanden?“ Philipp nickte. Sir Sobong ließ Gun sich erst ein wenig an der Longe warmlaufen. Später stieg Philipp auf ihren Rücken und sollte die Beine hängen lassen. Man sah ihm an, dass es sich für ihn komisch anfühlte, auf so einem kleinen Sattel zu sitzen, doch Philipp gab sich größte Mühe alles richtig zu machen. Später sollte er in die Steigbügel steigen und ein paar kleine Übungen auf Guns Rücken machen, um sein Gleichgewicht zu schulen. Bis zum Ende der Woche sollte Philipp schon die erste Runde auf der Ovalbahn drehen.

      Jonquil war erst am nächsten Morgen wieder an der Reihe. Ihr Training übernahm jedoch nicht Sir Sobong, sondern Kim Woojin, welcher schon etwas länger dabei war und viel Erfahrung in der Ausbildung von Pferden im Rennsport sammeln konnte. Er nahm Jonquil mit in den Roundpen und ließ sie ein wenig an der Longe laufen. Vertrauensaufbau war jetzt an der Reihe. Das Leben eines Rennpferdes ist sehr hektisch und unruhig. Die Gewöhnung an Sattel, Trense und Reitergewicht würde nicht in der Reithalle oder im Roundpen stattfinden, sondern in ihrer Box. Dort sind Rennpferde am ruhigsten und können besser auf Training oder Rennen vorbereitet werden. Das Gelassenheitstraining würde immer mal wieder mit einfließen. Da Jonquil erfolgreich ist in anderen Disziplinen, wollte Woojin nicht so viel Wert auf Muskelaufbau und Gelassenheit legen. Ihm war wichtiger, dass Jonquil erst einmal sicher unter dem Sattel wird und lernt sich unter dem Reitergewicht auszubalancieren. Nach circa zehn Minuten beendete er das Training im Roundpen und brachte sie zurück in ihre Box. Später würde er sie wiederholen und weiter longieren.
      Am Abend kam dann auch Sir Sobong dazu. Er beobachtete Woojin ganz genau, wie er Jonquil führte und Kommandos gab. Er sah sehr zufrieden aus. Woojin gab Jonquil frei und kam aus dem Roundpen. „Ich denke sie ist schon bereit für die Gewöhnungsphase.“ Sir Sobong nickte ihm zu. Woojin drehte sich zu Philipp. „Also, wir werden nun damit beginnen, Jonquil an Sattel und Trense zu gewöhnen. Das findet aber alles in ihrer Box statt. Erst später lassen wir sie dann im Roundpen laufen. Da Jonquil das Reitergewicht ja schon kennt, können wir da gleich in die Halle gehen.“ Philipp nickte. „In drei Wochen kommt sie dann das erste Mal auf die Bahn.“ „Und bis dahin bist du ein Rennprofi“, warf Sir Sobong ein. Grinsend wendete sich Philipp wieder Jonquil zu. Er bekam für heute den Auftrag, sich den restlichen Abend um Jonquil zu kümmern. Vertrauensaufbau.
      Es vergingen zwei Tage Training in Roundpen und Halle an der Longe und an der Hand, bis Woojin und Sir Sobong sich morgens vor Jonquils Box trafen. Philipp stand schon früh auf, um Jonquil zu versorgen. Sir Sobong wartete draußen vor der Box. Woojin legte vorsichtig den kleinen Sattel auf Jonquils Rücken, während Philipp sie hielt und liebevoll kraulte. Jonquil machte keine Anzeichen, dass es ihr unangenehm war. Stattdessen hörte sie aufmerksam Philipp zu. Woojin war erleichtert. So könnte das Training ruhig öfters laufen. Das wiederholten sie mehrmals am Tag, bis sie Jonquil dann auch mal aufgesattelt aus der Box holten du für wenige Minuten über den Hof führten. Sie nahm den Sattel wunderbar an. Jedoch fehlten noch das Reitergewicht und das Ausbalancieren, womit die meisten Pferde ein Problem hatten. Es ist ungewohnt für die Pferde, vor allem wenn sie erst so spät eingeritten werden. Während Woojin Jonquil die ersten Runden mit Sattel und Trense im Roundpen drehen durfte, ging das Training für Philipp auch weiter. Er war nun schon soweit die erste Runde auf der Ovalbahn zu drehen. Davor hieß es aber aufwärmen. Zusammen mit ein paar anderen Pferden, ritten sie sich im Schritt warm und beschleunigten erst später ein wenig. Das hochwerfen auf den Pferderücken war sehr komisch für Philipp und er müsse sich auch erst ein wenig daran gewöhnen, dass Pferd immer in Bewegung zu halten, erst recht, wenn sie zappeln oder bocken. Das ruhige Stehen kennen die wenigstens Rennpferde. Gun ist jedoch nicht so extrem wie manche anderen Pferde. Nach dem Aufwärmen im Schritt ging es für 20 Minuten in den Trabring. Dann folgten die Galoppeinheiten. Bei dem Training wird ein Pferd jedoch sehr selten an seine Grenzen gebracht. Es sind mehr kurze Strecken auf hoher Geschwindigkeit, die die Ausdauer trainieren sollen. Nach dem Training ritten alle noch ein paar Runden im Kreis, um die Pferde runterzubekommen und brachten sie später versorgt zurück in ihre Boxen. Das Training wiederholte sich die nächsten Tage, bis Sir Sobong sich sicher war, dass Philipp das Prinzip des Rennreitens verstanden hatte. Jonquil war nun auch bereit für das Reitergewicht. In der Halle warteten schon zwei andere Pferde die schon im großen Volten warmgeritten wurden. Jonquil wurde von Sir Sobong an der Longe geführt und sich ebenfalls aufzuwärmen. Aufgesattelt wurde sie schon in der Box. Woojin kletterte später auf ihren Rücken und ließ sich einige Runden führen. Er war schon gespannt auf Jonquils Reaktion, wenn er auf ihren Rücken geworfen werden würde. Nach circa 5 Minuten stellte er seine Füße in die langen Steigbügel und begann für ein paar Sekunden seinen Oberkörper anzuheben und ihn wenig später wieder zu senken. Jonquil schnaubte ein wenig unsicher. Je kürzer die Steigbügel wurden, desto langsamer wurde sie und desto mehr begann sie ein wenig zu zicken. Deshalb entschloss Sir Sobong jetzt schon dazu, die anderen beiden Pferde dazu zu holen. Jonquil beruhigte sich etwas, doch das leichte ausbalancieren gefiel ihr nicht wirklich. Mit der Zeit würde sie sich aber daran gewöhnen.
      Es dauerte knappe zwei Wochen, bis Woojin das erste Mal ohne Longe durch die Halle reiten konnte. Die Steigbügel waren jedoch noch so kurz, dass er sich normal auf ihren Rücken setzten konnte. Jetzt hieß es aber nicht nur schneller zu werden, sondern auch Jonquil die Reiterhilfen zu erklären. Da man durch den Sitz des Rennreiters nur bedingt Hilfe geben kann, läuft dass alles über Stimme, Zügel und Gerte. Jonquil nahm die leichten Hilfen über die Stimme und Zügel gut an. Sie ließ sich gut treiben, selbst ohne Gerte. Heute war der Tag gekommen an dem die Steigbügel sehr gekürt werden. Jonquil hatte sich daran jedoch schon gewöhnt und trabte brav durch die Halle. Woojin und Sir Sobong nickten sich begeistert zu. Philipp sah zwischen den beiden hin und her. Jonquil war bereit für die Ovalbahn. Dazu trafen sich alle am nächsten Tag auf der Ovalbahn. Die zwei anderen Pferde aus dem letzten Training waren dabei, um Jonquil ein wenig Sicherheit zu geben und ihren Ehrgeiz zu wecken. Im Schritt wurden die Pferde warm geritten, dann ging es wieder in den Trabring. Die Gewöhnung an die Startbox würde erst später am Tag folgen. Jetzt war es erst einmal wichtig, dass Jonquil ohne große Probleme durch die Bahn galoppierte und sich dabei gut ausbalanciert. Die anderen beiden Pferde ritten voran und Jonquil mit Woojin hinterher. Die ersten drei Runden waren noch etwas langsamer, bis sich Woojin der Meinung war, dass Jonquil sich sicher fühlte und beschleunigte ein wenig. Das Jonquil galoppierte jedoch immer sehr brav hinter den beiden anderen Pferden hinterher und machte keine Anzeichen sie überholen zu wollen. Dieser Ehrgeiz würde später, wenn sie dann richtig Speed hat, kommen. Das Training verlief gut. Woojin war sehr zufrieden. Das erste Training diente dazu, Jonquils Stärken und Schwächen zu erkennen. Sie hatte gut die Hilfen von des Jockeys angenommen und sie balancierte sich unter dem Sattel sehr gut aus. Das durchziehen und der Ehrgeiz würden mit der Zeit kommen.
      Beim zweiten Training für den Tag, fühlten sich beide für die Startbox bereit. Woojin Herz klopfte, denn er wollte nicht aus dem Sattel segeln, wenn sich die Türen ruckartig öffnen würde. Alle warteten sie gespannt in ihren Boxen. Jonquil mochte die Enge nicht und wurde unruhig. Die Türen sprangen auf und die Pferde rasten raus, bis auf Jonquil die sich erschrocken hatte und sich erst nicht aus der Box traute. Woojin konnte sich dann nur schwer auf ihrem Rücken halten. „Alles gut?“, fragte ihn Sir Sobong. Woojin nickte und gab ein Handzeichen für eine Wiederholung. Jonquil spielte mit den Ohren, während Woojin sich nach vorne lehnte und sie versuchte zu beruhigen. Das zweite Mal klappte es schon besser. Jonquil sah diesmal wie die anderen Pferde losgaloppierten und rannte ihnen regelrecht nach. Sie wiederholten es so oft, bis Jonquil ohne zu zögern aus der Box rannte und gut auf Woojins Hilfen achtete.
      Jonquil hatte eine sehr gute Ausdauer die sich auch im Training zeigte. Beim nächsten Training wurden das erste Mal ihre Zeiten auf 800m Meter gemessen. Sie waren recht gut, jedoch war da noch viel Luft. Das lag jedoch daran, dass sie es noch nicht verstanden hatte, als erste durchs Ziel zu rennen. Trotzdem war sich Woojin ziemlich sicher, dass Jonquil ein Meiler war. Sie hatte viel Ausdauer und hielt die mittleren Strecken sehr gut durch. Die Schnelligkeit würde mit dem Ehrgeiz kommen.
      Die Grundkenntnisse hatte Jonquil. Sir Sobong und Woojin steigerten in der nächsten die Strecken auf 1500m und und 2000m. Jonquils Zeiten waren sehr gut für ihre Verhältnisse. Sie begann mit der Zeit zu verstehen, an den anderen Pferden vorbei zu ziehen und schneller als sie zu sein. Als dann Philipp das erste Mal aufsaß, übertrug sich die Nervosität ein wenig auf Jonquil. Das Training verlief jedoch super und Woojin und Sir Sobong erkannten, dass ihre Arbeit hier getan war. Nach einigen Tagen fühlte sich auch Philipp sicherer. Jonquil war auf den kurzen und mittleren Strecken super und es gab noch viel Potential nach oben. Die Zeit verging schnell nach Woojins Meinung. Er hätte gerne weiter trainiert, doch für Jonquil war die Zeit auf Pandora nun vorbei. Sie würde mit Philipp nun wieder nach Hause gehen und dort weiter trainiert werden. Alle halfen mit, Jonquils Zubehör ins Auto zu räumen und die Stute einzuladen. „Sie können uns jederzeit anrufen wenn es Probleme gibt!“, sagte Sir Sobong freundlich und schüttelte Philipps Hand. „Kamsahabnida!“, antwortete er und zwinkerte den Beiden zu. Sir Sobong musste wieder grinsen und nickte Philipp zum Abschied zu. Dieser Stieg ins Auto und fuhr vom Hof. Woojin beobachtete Sir Sobong. „Kamsahabnida“, murmelte er kichernd. „Nimm dir mal ein Beispiel an ihm. Er ist wenigstens engagiert“, sagte Sir Sobong kalt zu ihm und verschwand ihm Wohnhaus. Woojin schüttelte verwirrt den Kopf und ging zurück in den Pferdestall, wo er den Pflegern half die restlichen Pferde zu versorgen.

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      09.11.2017
      | Winterzauber

      Ravenclaw, Mimi Magical, Jonquil, Valerian, Cosmic Dawn, Bijou,
      Shyvana, Nemax, Waikiki, Macaruja, Daitona, Angel's Kiss, Eskari und Kjarkur.

      Ich fröstelte und zog mir mit zittrigen Händen die Ärmel über meine eiskalten Finger. In der Halle war Marie gerade mit Ravenclaw beschäftigt. Sie gewöhnte den kleinen Träumer langsam aber sicher an Sattel und Trense. Er trabte locker an der Longe, und gehorchte Maries Stimmkommandos artig. Janina war ebenfalls in der Halle und bewegte gerade Waikiki. Mit Nemax und Macaruja war sie bereits fertig. Außerdem hatte sie heute erstmals Cosmic unter dem Sattel, um ihn auch in der Dressur fit zu halten. Bisher war der Hengst überwiegend auf dem Springplatz oder im Gelände geritten worden, weshalb er etwas hitzig geworden ist. Philipp hatte sich heute bereits schon Daitona, Valerian, Mimi und Shyvana gewidmet, Marie würde nachher noch Bijou reiten und ich übernehme Jonquil und Angel, während die beiden Reitbeteiligungen sich heute um die Ponyhengste Eskari und Kjarkur kümmerten. Lisa und Emily hatten sich auf meine Anzeige gemeldet. Zwei Freundinnen, die bereits einige Erfahrungen auf Turnieren sammeln konnten, und denen der Reitunterricht einfach nicht genügte. Lisa ist 16 Jahre jung und kümmert sich um den Isländerhengst Kjarkur, währens Emily ein Jahr älter ist und sich Eskari widmet. Die beiden haben sich bisher als sehr zuverlässig erwiesen, und kamen mit den Ponys schnell zurecht.
      Mittlerweile haben sich einige Pferde auf dem Gestüt angesammelt, und wenn in Zukunft noch zwei weitere Warmblutrassen, nämlich Hannoveraner und Holsteiner, in die Zucht mit aufgenommen werden, dann müsste definitiv weiteres Personal eingestellt werden. Jodie übernahm in letzter Zeit die Arbeit im Büro, und wir waren zu viert mit allen 14 Pferden mehr als ausgelastet. Bald würden noch zwei weitere Pferde dazukommen: Ein Holsteinerhengst und eine Hannoveranerstute. Beide waren von interessanter Blutlinie und ansonsten völlig unverbraucht. Philipp hat darauf geschworen, dass der Hengst im Springen sehr weit kommen würde, während die Stute ein kleines Überraschungspaket sein wird. Janina hoffte darauf, dass sie Dressurbegabt ist, denn optisch wäre sie der reinste Knaller mit den vier weißen Stiefeln und dem weißen Schweif.
      ich schaute auf die Uhr. Halb 5, draußen wurde es bereits Dunkel. "Möchtet ihr nachher einen Glühwein oder einen Kakao? Ich geh jetzt ins Stübchen und wärme mich auf", fragte ich in die Halle, worauf hin beide einen Kakao bestellten. "Stelle ich euch dann gleich auf die Bande", sagte ich, und wanderte zum Stübchen. Drinnen war es schön behaglich warm, der Ofen feuerte wirklich gut. Ich drückte den Kakao-Knopf auf dem Automaten, zwei mal, und brachte die Becher nach einer kurzen "Hand-Auftau-Einheit" vor dem Ofen zu den beiden Reiterinnen in der Halle. Janina bedankte sich, hielt Waikiki an und griff nach ihrem Becher. Ich machte mich auf den Weg zu Jonquil, um sie zum reiten fertig zu machen. Die kleine Stute freute sich, mich zu sehen und ich schob ihr wie immer einen Apfel zu. "Huhu meine Liebe", begrüßte ich die Stute, halfterte sie auf und führte sie aus der Box auf die Gasse, wo ich sie festband. Dann nahm ich ihre Winterdecke herunter und musterte das geschorene Fell. Hübsch ist das ja nicht geworden, da müsste ich Philipp noch einen Tacken zu sagen. Ich sah vorerst darüber hinweg und begann damit, die Stute zu putzen. "So langsam wird es richtig kalt, kleine Maus, was?" Als hätte Jonquil mich verstanden, stöhnte sie leise und schloss ihre Augen, ich lachte, und bemerkte das draußen die ersten Schneeflocken rieselten.
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      08.12.2017 | Ankaufsuntersuchung


      Tierarztbericht für Valerian, Jonquil & Galantis

      Aus der Sicht von Mazikeen Gwynedd

      Es war ein verregneter Morgen und vor allem war es eisig kalt. Ich kuschelte mich tiefer in meine Winterjacke und schlüpfte auf dem Weg zum Auto in meine Handschuhe. Dennoch freute ich mich heute auf meinen Besuch auf dem Gestüt von der Nordwacht. Die Pferde waren in einem ausgezeichneten Zustand und es waren wirklich hübsche und interessante Tiere dabei. Meine Aufgabe war es heute, drei Neuankömmlinge durchzuchecken. „Guten Morgen.“, sagte ich lächelnd, als ich ausstieg und mir ein junger Mann entgegen kam. Er streckte mir seine Hand entgegen und stellte sich als Philipp vor. „Mazikeen.“, entgegnete ich freundlich und wandte mich kurz von ihm ab, um meine Tasche zu holen. Gemeinsam gingen wir zum Putzplatz, wo zwei Stuten auf uns warteten. Wie gewohnt waren die Pferde bereits vorbereitet und so konnte ich zügig meine Arbeit erledigen. Eine große Hilfe, vor allem wenn ich alleine unterwegs bei meinen Patienten war. „Beginnen wir mit Jonquil.“, schlug Philipp vor und ich nickte zustimmend. „Sie ist 2012 geboren, eine junge Stute mit viel Talent fürs Springen.“, berichtete er, während ich in meine Einmalhandschuhe schlüpfte und mein Stethoskop zur Hand nahm. Kurz begrüßte ich den Apfelschimmel, welche ruhig da stand und das Geschehen beobachtete. Wie gewohnt hörte ich auf Herz und Lunge und wie erwartet waren weder Atemgeräusche, noch Herztöne zu vernehmen. „Soweit alles gut, gleich kontrolliere ich Herz und Lunge noch einmal nach kurzer Belastung.“, sagte ich und richtete mich auf, um mit der restlichen körperlichen Untersuchung zu beginnen. Zunächst tastete ich ihre Lymphknoten auf Schwellungen ab, testete die Beweglichkeit der Gelenke, prüfte ihren Rücken auf Druckschmerz und checkte zu guter Letzt ihre Reflexe. „Auch der Bewegungsapparat ist in Ruhe einwandfrei. Ihr Futterzustand ist gut, das Fell glänzt, ist dicht, man kann keine Hautkrankheiten erkennen und auch keine äußeren Verletzungen.“, fasste ich für den jungen Mann weiter zusammen und nahm mir dann den Kopf vor. Auch die Schleimhäute in Maul, Nüstern und Augen waren intakt, kein Ausfluss und keine Rötungen waren zu erkennen. Jonquil ließ die Untersuchung brav über sich ergehen, was mich durchaus überraschte. Auch das Maul ließ sie sich aufdrücken und ich nickte leicht. „2012 kommt gut hin, die Zähne sind in Ordnung. Ich messe noch Temperatur, nehme Blut ab und dann gehen wir zur nächsten Patientin.“, sagte ich und machte mich sogleich daran. „Fein.“, sagte ich schließlich, als ich auch die Temperatur der Stute kontrolliert hatte und das Thermometer desinfizierte. Auch eine Vene zur Punktion war schnell gefunden und die Röhrchen füllten sich. Zuletzt lobte ich sie erneuert. „Ein braves Mädchen bist du.“, sagte ich lächelnd und rieb ihr die Stirn. „Sie ist wirklich ruhig, nicht wahr?“, sagte ich zu Philipp und vernahm das Schmunzeln in seinem Gesicht. „Warte ab, bis du sie unter dem Reiter siehst.“, sagte er belustigt und ich hob eine Augenbraue. „Soso. Dann drehst du also auf.“, sagte ich lachend zu der Stute und klopfte ihr den Hals, ehe ich die Handschuhe wechselte, um zu der Hannoveranerstute zu gehen. Galantis, wie Philipp mir erklärte war vier Jahre alt, ebenfalls ein Springtalent und ein wirklicher Blickfang, wie ich feststellte. Bewundernd trat ich zu ihr heran. Galantis hingegen, teilte diese Bewunderung für mich nicht. Kurz schenkte sie mir Beachtung, war aber sichtlich genervt, solange warten zu müssen. „Sie liebt einfach die Aufmerksamkeit.“, sagte Philipp und hielt sie ruhig, damit ich sie abhören konnte. Auch bei ihr waren Lunge und Herz im Ruhezustand ohne Befund. Ebenso ihre Gelenke, Reflexe, Lymphknoten und mir am wichtigsten, die Wirbelsäule. „Hervorragend.“, stellte ich fest, lobte sie kurz und trat dann an ihren Kopf heran. Ihre Augen, Ohren und Nüstern waren blande und zu guter Letzt schob ich einen Finger zwischen ihre Zähne. Galantis legte die Ohren an und versuchte sich Philipps Griff zu entziehen, dieser schien jedoch darauf vorbereitet gewesen zu sein und so konnte ich auch ihr ins Maul sehen. „Schon geschafft Mädchen.“, murmelte ich und der junge Mann lockerte seinen Griff wieder. „Ich nehme ihr noch Blut ab und messe Fieber.“, erklärte ich mein weiteres Vorhaben und machte mich an die Arbeit. Die Röhrchen verstaute ich in meiner Tasche und das Thermometer desinfizierte ich erneuert. „Gut, jetzt schau ich mir die beiden noch einmal in Bewegung an, horche sie dann noch einmal ab und dann können sie wieder in den Stall.“ Gesagt getan. Philipp führte mir eine Stute nach der anderen im Schritt und Trab vor. Wie erwartet liefen sie sauber und schmerzfrei. Keine der beiden war verkrampft oder lahmte. Da beide im Training waren, hätte ich auch kaum gedacht, dass es ihnen entgangen wäre, wenn etwas nicht stimmen würde. „Super.“, schloss ich ab, nachdem ich noch einmal Herz und Lunge nach der kurzen Belastung abgehört hatte. „Die beiden sind in Topform.“, sagte ich und Philipp sah zufrieden aus. „Hilfst du mir sie wegzubringen. Dann können wir gleich Valerian holen.“ Ich nickte, übernahm Galantis und folgte ihm zu den Stallungen. Wir brachten die beiden in ihren Boxen unter und er führte mich weiter zu dem Vollbluthengst, der noch auf mich wartete. Valerian war ein riesiger, Schwarzbrauner, welcher uns aus gutmütigen, dunklen Augen ruhig entgegenblickte. Während Philipp mir das Wichtigste berichtete, begann ich den Hengst abzuhören und auch ihn zu untersuchen. Zehn Minuten später seufzte ich zufrieden und klopfte dem Vollblüter den kräftigen Hals. „Alles einwandfrei.“, schloss ich ab, nachdem auch die Blutentnahme beendet war. „Zeug ihn mir noch im Schritt und Trab, dann sind wir für heute fertig.“ Philipp nickte und lief mit dem Hengst über den Hof. „Er läuft gut, wie ich vorhin auch schon gesagt habe. Seine Gelenke sind in Ordnung, er ist nicht verspannt, scheint schmerzfrei und die Wirbelsäule ist auch ohne Schaden.“, sagte ich, während ich nach meinem Stethoskop griff, um es ein letztes Mal für heute zu nutzen. Nachdem auch Valerian von oben bis unten durchgecheckt war, brachte Philipp das Pferd zurück in den Stall und ich ging zu meinem Wagen, wo ich die Tasche auf dem Rücksitz verstaute. Kurz darauf stieß der junge Mann wieder zu mir, um mich zu verabschieden. „Ich melde mich dann gegen Abend wegen der Blutergebnisse. Auf Wiedersehen.“, verabschiedete ich mich mit einem Lächeln und stieg wieder ins Auto, um mich auf die Heimreise zu machen. Erst jetzt wurde mir bewusst, wie kalt es mir geworden ist. Fröstelnd schaltete ich die Sitzheizung ein und freute mich auf meine warme Praxis. Angekommen machte ich mich sogleich an die Labortests, welche ich im Anschluss an das Gestüt von der Nordwacht faxte.
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      07.02.2018 | Hallo 2018!


      NWS Dreamcatcher, Devil May Cry, Nemax, Cosmic Dawn, Bijou, Ravenclaw, Valerian, Golden Ebano, Shiryō,
      Mimi Magical, Jonquil, NWS No Mercy, Belle Fleur, Waikiki, Macaruja, Daitona, Galantis, Shyvana und Black Eyed Smoky.

      "Achte einfach mal auf seine Unterlippe." Marie beobachtete ihr dösendes Pferd nachdenklich. Sie übte gerade das Aufsteigen mit ihrem Rappschwarzen Hengst Ravenclaw. Dabei hat sie mit vehementen Einwürfen seitens Raven gerechnet, doch er entspannte sich so sehr, dass sie an seiner psychischen Anwesenheit zweifelte. Sicherlich waren die beiden mittlerweile miteinander vertraut - Marie hat so viel Bodenarbeit mit ihm gemacht, dass sie mehr Ausdauer als das ein oder andere Pferd in meinem Stall haben musste. Und er entwickelte sich dabei zu einem wahren Goldstück. Es konnte sogar Dinge auf Kommando apportieren, so etwas verrücktes hatte ich zuvor noch nicht gesehen. Marie gab ihm einen Klaps auf seine Schulter: "Huhu Pony, Anwesenheitspflicht." Raven gähnte ausgiebig, und betrachtete Marie mit großen Kulleraugen. Jetzt war er wach. Ich musste schmunzeln. "Dann drücke ich dir mal die Daumen, dass er dir bei den ersten Schrittversuchen nicht einpennt, Marie!" Sie grinste schief und lobte den Hengst, als sie sich über seinen Rücken beugte. Ich machte mich währenddessen auf den Weg in die Stallgasse, um zu füttern.
      Philipp machte gerade Cosmic fertig und war nicht sonderlich gesprächig. Ich wies ihn kurz darauf hin, dass Marie die kleine Halle mit Janina belegt hatte, und er somit nach draußen auf den Platz oder in die große Halle nebenan verbannt wurde. Cosmic schnaubte erschüttert, als würde er das persönlich nehmen. Philipp lächelte kurz und meinte nur: "Soso, das Wildpferd wird also gebändigt." Ich lächelte zurück und stellte Cosmics Futter in einem Eimer vor seiner Box ab. "Schmeiß ihm das nachher noch rein, ja?" Philipp nickte und legte dem großen Fuchs den Sattel auf. In letzter Zeit war es stiller geworden, Janina und Philipp waren mit dem aktuellen Bestand an Pferden absolut überfordert, daher hatte ich einige Anzeigen geschaltet, in denen Verstärkung fürs Team gesucht wird. Es gab tatsächlich auch schon einige Bewerbungen, mit denen ich mich dringend auseinandersetzen sollte. Jodie lag mit der Grippe flach, sodass ich irgendwie doppelt belastet war. Nebenbei mussten auch noch die ganzen Kürtermine geplant und das Training der Pferde getaktet werden. Diese Aufgaben fielen eigentlich in Jodies Bereich, doch jetzt war sie krank. Der Start in das Neue Jahr verlief ebenfalls chaotisch: Zwischen etlichen Körungen lief der Transport zwei neuer Westfalen schief, was nicht nur viel Zeit, sondern auch wertvolle Nerven kostete. Mittlerweile spannte ich für solche Geschichten Janina mit ein, denn diese Frau hatte offensichtlich Nerven aus Stahl. Gedankenumwoben scheffelte ich Hafer und Pellets in die Tröge der Pferde und prüfte mit einem kurzen Blick, ob die Decken noch vernünftig lagen. Das letzte, was wir jetzt noch gebrauchen könnten, wäre ein krankes Pferd. Als alle Pferde versorgt waren, machte ich mich auf den Weg ins Stübchen, machte mir dort einen Kaffee und suchte nach den Bewerbungsunterlagen. Zwischen den Zeilen schaute ich ab und zu durch das große Fenster in die Reithalle, um Raven, Marie und Janina zuzusehen. Mittlerweile saß Marie oben - Janina hatte den Rappen an der Hand und führte ihn vorsichtig einige Schritte vor. Er ging noch etwas zögerlich, machte aber keine Anstalten unartig zu sein. Marie lobte ihr Pferd ausgiebig und ich gönnte ihr diesen Erfolg. Seit sie Ravenclaw hatte, ist sie so viel selbstbewusster geworden. Mit Dai, ihrer kleinen Erzfeindin, hatte sie sich mittlerweile gut zurechtgefunden, was mit Sicherheit auch mit iherer Arbeit mit Ravenclaw zusammenhing. Unwillkürlich musste ich an meine kleine Lieblingsstute Jonquil denken. Sie hatte auch enorme Fortschritte gemacht. Während ich sie zuhause trainiert habe, hat Philipp sie zu einigen Turnieren mitgenommen, um mit ihr als Zweitpferd zu starten, und die kleine Apfelschimmelstute erwies sich auf dem Turnier stets als sehr ehrgeizig, wo sie sich zuhause als aufmüpfig erwies. Als würde man einen Schalter umlegen, dachte ich. Ein Fohlen von ihr und Cosmic würde vermutlich wahnsinnig toll werden. Nicht nur vom Potenzial her, nein, sondern auch charakterlich. Ich schweifte in meinen Gedanken ab, bis ich mich träumend auf meinem Platz im Stübchen erwischte. Ich sollte mich wahrlich mit wichtigeren Dingen, wie zum Beispiel dieser Bewerbung von Fabienne, Saskia, Jenny, Tobias und Maximilian. Diese fünf Kandidaten hatte Jodie (vor ihrem krankheitsbedingten Ausfall) bereits in die engere Auswahl sortiert. Unwillkürlich dachte ich an mich, Janina und Philipp. Wir hatten uns damals ganz ungezwungen zusammengefunden. Zuerst zu Pferd als Konkurrenten auf dem Platz, später als Sportkollegen an dem Pommesstand und eines Tages eben auch als Freunde auf dem Reiterball vor ca 6 Jahren. Irgendwie hatten wir uns auf Anhieb gut verstanden, hatten oftmals (auf keinen Fall immer!) dieselben Ansichten zum Thema Pferd und Reiterei, und so kam es zu dem, was im Hier und Jetzt stattfindet. Müde legte ich die Bewerbungen an die Seite und schwelgte in den alten Zeiten...
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      08.02.2018
      | Dressurtraining von E-A

      Trainingsbericht für: Jonquil
      Aus der Sicht von: Janina Lohmann


      Noch vor 6 in der Früh war ich im Stall, um mit Jonquil zu trainieren. Später würde auch noch eine Trainingseinheit mit Galantis anstehen, jedoch wollte ich mich zuerst mit Jonquil befassen. Jonquil war schon auf den Beinen und döste in ihrer Box, den Kopf hielt er durch das Außenfenster nach draußen in die Sonne, als würde er die Strahlen für den heutigen Tag tanken wollen. "Na Kiki, wie gehts dir heute?", begrüßte ich die zierliche Stute. Als sie ihren Kopf in meiner Richtung drehte grummelte sie mich freudig an und die Sonne strahlte auf ihren Rücken mit diesen kleinen Dapples, die ich so sehr an ihr mag. Jonquil brummelte mich an und ich schob ihr eine halbe Möhre zu. Sie kaute genüsslich, während ich ihren Kopf kraulte und ihr anschließend das Halfter überstrich. Ich holte sie zum Putzen aus der Box. Das kurzes Fell glänzte und fühlte sich seidig an, wenn ich darüber Strich. Nachdem ich ihren Schweif verlesen und seine Hufe ausgekratzt hatte, holte ich ihren Dressursattel, die Trense, die schwarzen Dressurgamaschen und Glocken. Als das Pferd gesattelt und gezäumt da stand, musterte ich die Stute noch einmal, und Prüfte den Freiraum am Widerrist. Als ich ihn Richtung Reithalle führte, muss ich sie wohl aus einem Tagtraum gerissen haben, denn sie stöhnte kurz, als ich sie aufforderte, loszugehen.
      In der Reithalle gurtete ich nach und saß auf, währenddessen stand sie ganz still da, und wartete geduldig auf mein Zeichen zum losgehen. In der Schrittphase baute ich Seitengänge ein. Jonquil war vom Dressurturnier vor zwei Tagen noch immer recht verspannt, weshalb ich es langsam angehen ließ. Nach Schenkelweichen und Schulterherein auf beiden Händen schnaubte sie zufrieden ab und kaute leise auf seinem Gebiss. Ich fasste die Zügel nach, und ließ Jonquil antraben. Ihre Tritte waren raumgreifend und schwungvoll. Ich ließ sie erst einmal einige Runden ganze Bahn am lockeren Zügel traben, bevor ich sie aufnahm und einige leichte Hufschlagfiguren in die Trabphase einbaute. Auf der rechten Hand ging sie gut und ließ sich locker Biegen, auf der linken war sie noch recht spannig. Ich löste dieses Problem, indem ich auf der rechten Hand mit Außenstellungen und Übertreten auf dem Zirkel arbeitete. Jonquil schnaubte vergnügt, stand gut an meinem Zügel und hielt sich selbst in Position. Nun war sie auch auf der linken Hand zulässiger für meine Hilfen. An der Galopparbeit hatte Jonquil besonders viel Spaß. Sie schnaubte eifrig bei jedem Galoppsprung, ließ sich dabei gut versammeln und verstärken. Ich ließ sie im Arbeitsgalopp auf den Zirkel gehen und verkleinerte diesen langsam aber sicher, bis wir auf den Radius einer engen Volte angelangt waren. Ich versammelte Jonquil so gut ich konnte und spürte, wie gut sie mit ihrer Hinterhand unter den Schwerpunkt setzte. Ich lobte sie, vergrößerte den Zirkel wieder und wechselte schließlich aus dem Zirkel von der rechten auf die linke Hand. Ich wiederholte die Zirkelübung auch links, was meines Erachtens nach wirklich gut klappte. Zwar ließ Jonquil sich nicht so gut versammeln wie auf der rechten Hand, sprang jedoch genügend unter und ließ sich auch so zurücknehmen, dass wir den Radius einer kleinen Volte erreichen konnten. Ich parierte die Stute durch zum Trab, und ließ die Zügel lang. Für heute hatte sie sich gut gemacht. Ich klopfte seinen Hals, und beschloss, sie über den Hof trocken zu reiten. Ich lenkte Jonquil aus der Halle, und freute mich, als uns draußen die strahlende Sonne ins Gesicht schien. Wie aufs Stichwort kam uns Isa entgegen. "Guten Morgen", rief sie uns zu, "du bist heute aber früh! Ich bin eben im Stall und mache Frühstück fertig. willst du auch einen Kaffee?" Ich freute mich: "Guten Morgen! Ja mach für mich einen mit, bitte. Ich gehe noch eine Runde Schritt mit Kiki, dann geselle ich mich zu dir." "Alles klar!" Isa rauschte in den Stall. Besser konnte ein Tag wohl nicht beginnen.
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      07.07.2018 | Eingekehrte Ruhe

      Millenium GC, For Pleasure, NWS Dreamcatcher, Devil May Cry, Nemax, Cosmic Dawn, Bijou, Ravenclaw, Valerian, Golden Ebano, Shiryō,
      Mimi Magical, Jonquil, NWS No Mercy, Belle Fleur, Waikiki, Macaruja, Daitona, Galantis, Shotgun, Cherrypie, Shyvana und Black Eyed Smoky,
      Eskari, Bajana, Chin Chin, Angels Kiss und Kjarkur, Ciri Riannon, Flavor's Feverdream, PFS Catching Fire und La Cadence.


      Mein Handy zeigt 4:50 an, als ich vergnügt aus dem Stall ging. Die Pferde waren alle gefüttert und versorgt, ich konnte jetzt noch kurz etwas Schlaf nachholen, mich später in die Sonne legen und den Stall den Händen meiner Mitarbeiter überlassen. Heute habe ich ausnahmsweise mal frei. Nachdem wir unsere kleine Familie um zwei weitere Bereiter und zwei Pferdewirte erweitert haben, ist der Alltag (verhältnismäßig) um einiges entschleunigt worden. Turnierwochenenden waren noch immer stressig, aber sobald unser LKW, auf den tatsächlich 5 Pferde passen werden, finanziert wird, würde auch das leidige Fahren zu den Turnierplätzen ein Ende nehmen. Unseren Pferden geht es zur Zeit prächtig, einzig unser Neuankömmling For Pleasure hatte etwas mit der Umstellung zu kämpfen. Der große Fuchs hat den Besitzer schon des öfteren gewechselt, doch hier sollte er nun seinen Endplatz genießen. Philipp hat ihn geleast, wollte noch ein wenig aus ihm herauskitzeln, sodass er eines Tages als Deckhengst einsetztbar ist, und letztenendes dann sein Gnadenbrot hier auf dem Gestüt genießen darf. Seine Erfolge im Springen, und auch seine Rittigkeit hatten mich gleich überzeugt, sodass ich ihn mit der Stute Millenium GC, welche die Mutter unserer Galantis ist, kaufte. Damit wurde der Hannoveranerbestand enorm erweitert. Außerdem durften neben den beiden Hannoveranern auch zwei Stuten hier einziehen: Die Holsteinerstute Shotgun und die Trakehnerstute Cherrypie. Beide lebten sich schnell ein und Cherrypie konnte unter Janina sogar schon einige leichte Klassen im Springen erfolgreich abschließen. Jetzt würde die Stute sicherlich von Philipp weiter geritten werden, um auch in den hohen Klassen erfolgreich zu sein. Insgesamt läuft alles gut, denn neben den Pferden haben sich auch vier weitere Mitarbeiter gut eingelebt. Malte und Saskia zählen zu den beiden neuen Bereitern, wobei beide mit dem Schwerpunkt Springen zu uns auf den Hof kamen. Die beiden Pferdewirte, Alexander (kurz Alex gennant) und Pierre waren ebenfalls nun Teil des Teams. Zuerst herrschte eine gewisse Zurückhaltung, jedoch legte sich diese Stimmung schnell, da alle vier "Neuen" eine super aufgeschlossenen und sehr umgängliche Art hatten. Marie machte mit Raven stetig Fortschritte. Der umgängliche Rappe lässt sich mittlerweile in allen Grundgangarten Reiten und lässt sich auch bei neuen Aufgaben nicht aus der Fassung bringen. Marie entwickelte sich mit dem Pferd, und sie traute sich mit meinen Pferden auch immer mehr zu. Mit Daitona hat sie sich mittlerweile wirklich angefreundet. Sowohl Dressuraufgaben als auch kleine Hüpfer waren mit der hitzigen Rappstute keine Probleme mehr. Jodie hatte einiges mit ihrem Shop zu tun, der eigentlich schon im Februar hätte eröffnen sollen, wegen ihrem Krankheitsbedingten Ausfall verzögerte sich die Eröffnung allerdings. Insgesamt schien alles seinen Lauf zu nehmen: Die Turniertage liefen zur Zeit gut, unsere Fohlen kamen alle gesund zur Welt und die Atmosphäre am Stall war wirklich toll.
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      17.08.18
      | Tierarztbericht Grunimmunisierung


      Pferde: Jonquil und For Pleasure


      Nach der Woche rumreisen wurde es nicht ruhiger. Ich hatte nicht viel Zeit mich um meine Galopper zu kümmern, schaute mich dennoch gründlich um. Unser neues Westernpferd, wovon wir eigentlich keine Ahnung hatten war mittlerweile in guten Händen eines Groomers. Im Büro schaute ich mich im E-Mail Fach der Klinik nach Aufträgen um. Es waren einige Eingegangen. Welche erneut von Hunter, welche aus Deutschland und welche aus anderen Ställen aus England. "Anscheinen mag Europa uns". "Hätte früher passieren sollen, als wir noch da gewohnt haben" lachte Simon und sortierte verschiedene Dokumente. Wir setzten uns zusammen und überlegten, welche Route am günstigsten für mich wäre. Dann informierte ich Isabel Neyer aus Niedersachsen das ich unterwegs war.
      Das Fliegen war mittlerweile zur Routine geworden. Die Airline kannte mich und meine extra Anmeldungen für die Utensilien die ich für Untersuchungen und Impfungen benötigte, und ich genoss durch das häufige Fliegen das Upgrade zur Business Klasse. Im Hotel angekommen legte ich mich sofort schlafen. Der nächste morgen war sehr entspannt und ich hielt Rücksprache mit Simon und Isabel Neyer. Der Weg zum 'Gestüt von der Nordwacht' war ebenfalls sehr entspannt und sehenwürdig. Bei der Ankunft stellte ich mich sehr förmlich vor. Die Begrüßung war sehr nett. Wir unterhielten uns für einige Zeit über unsere Gestüte, dann führte mich die junge Frau in den Stall. "Wie schon erwähnt, handelt sich es einmal um einen Vollblüter und einmal um einen Hannoveraner" sagte sie und öffnete die Boxentüre von Jonquil, eine Apfelschimmel Stute. Fasziniert von ihrer Farbe und ihrem guten Körperbau, stellte ich mich der Stute langsam vor. Für einen Vollblüter ist die sehr ruhig gewesen und war mir gegenüber eher schüchtern. "Ihr Schwerpunkt liegt im Springen. Ist aber sonst auch in anderen Disziplinen unterwegs. Also nicht ausschließlich ein Galopper" erklärte die Frau während ich nach den Vitalzeichen der Stute schaute. "Das ist schön. Finde das schlimm das die meisten Menschen englische Vollblüter in eine Schublade stecken. Auch bei uns haben wir Blüter die im Galopprennen nicht geeignet sind, dafür aber sehr gut im Dressur oder anderen Disziplinen. Viele unsere älteren Pferde schicken wir auch nicht mehr zu Rennen, sondern bilden sie zu Dressurpferden um oder eben zu der Disziplin wo wir sehen wo sie am meisten Spaß dran haben" erwiderte ich und bereite die Impfungen vor. Isabel hielt die Stute am Kopf fest während ich ohne Probleme die Grundimmunisierung durchführte. Ich lobte die Stute per Stimmte und Hand. Als nächstes war For Pleasure dran. "Hengst, 2001 geboren und ist recht umgänglich und offen" sagte Isabel und streichelte den großen Fuchs. Ich näherte mich dennoch behutsam und ging nur weiter heran wenn die Atmosphäre stimmte. Denn die erste Begegnung zwischen eine Tierarzt und einem Pferd ist wichtig für den weiteren Verlauf der Dinge. Der Hengst nahm mich aber sehr gut an und ließ mich ohne Probleme seine Vitalzeichen kontrollieren. "Gut. Somit können wir Impfen. Sagte ich und führte das aus was ich aussprach. Man bemerkte das Impfungen nicht so beliebt waren, dennoch bleib der Hengst sehr ruhig. Zufrieden lobte ich den Hengst und gab den beiden Pferden anschließend noch die Wurmkur. "Bitte beachten Sie das die beiden für 24 Stunden, am besten 48 Stunden nur leicht Bewegt werden dürfen. Durch die Impfung kann leichtes Fieber entstehen. Sollte dies aber steigen oder über einen Tag anhalten kontaktieren Sie einen lokalen Tierarzt". Die Frau nickte und schrieb sofort einen Zettel an die Box. Ich aktualisierte die Impfpässe und verabschiedete mich dann von den Pferden und Isabel Neyer.
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      04.09.2018
      | Hufschmiedbesuch

      Vollbeschlag für Jonquil und For Pleasure


      Noch immer in Deutschland ging die Reise von Mecklenburg direkt weiter zum nächsten Termin. Auf dem Gestüt von der Nordwacht in Niedersachsen warteten zwei Pferde auf einen neuen Beschlag. Ein kurzer Anruf bei meiner Bekannten klärte, dass ich die mobile Schmiede noch etwas länger brauchte. Dass sie aktuell nicht praktizierte kam mir dabei sehr gelegen. Nach ein paar Stunden Fahrt parkte ich mitten auf dem Hof des Gestüts und suchte kurz nach einem Putzplatz an den ich rückwärts heranfuhr, damit ich den Amboss in der Nähe hatte. Ich zögerte, ehe ich aus dem Wagen stieg, da es noch immer leicht regnete. Erst als eine Frau heraneilte öffnete ich die Wagentür und stieg aus um mich vorzustellen. „Der erste Kandidat ist schon geputzt, soll ich ihn sofort bringen?“, fragte Miss Neyer und deutete in Richtung Stallungen. „Gern.“, sagte ich knapp und wartete auf ihr Geheiß, während sie den Hannoveraner aus dem Stall holte. Sie führte mir den Fuchshengst aus eigenen Stücken im Trab vor. Der Hengst schrie nur so nach hochklassigem Reitsport. „Das Eisen vorne rechts sitzt seit gestern sehr locker.“, erklärte Miss Neyer besorgt, als sie vor mir stehen blieb. Ich streichelte For Pleasure und nahm mir den besagten Huf zuerst vor. Tatsächlich saß das Eisen sehr lose, zwei der Nägel waren Grund dafür. Vermutlich wurden beim letzten Beschlag alte Nagelkanäle getroffen, was den Sitz des Eisens schneller lockerte. Ich ließ das unkommentiert und kontrollierte zuerst die anderen Eisen auf ihren Sitz. „Die anderen Eisen sehen in Ordnung aus. Vermutlich nur ein Flüchtigkeitsfehler des letzten Schmieds.“ Ich zuckte mit den Schultern und legte mir schon mal ein paar frische Eisen raus, bei denen ich mir vorstellen konnte, dass sie passen. „Das nächste Eisen wird wieder fest sitzen. Versprochen.“, sagte ich und lächelte wohlwollend. Miss Neyer nickte und ließ mich dann mit ihrem Hengst alleine. Ich löste das erste alte Eisen und nahm dann das Hufmesser zur Hand um das alte Horn auszuschneiden. Ich fing grob an und wurde immer feiner, bis ich den Strahl freigelegt hatte. Mit der Zange knipste ich die Hufwand zurück. For Pleasure blieb dabei sehr brav und döste beinahe weg. Als ich mit der Raspel arbeitete wachte er langsam wieder auf, da ich seinen Huf zuletzt nach vorne aufbocken musste um auch die äußeren Ränder etwas abzurunden. Erst als ich mit dem Ausschneiden zufrieden war suchte ich ein Eisen heraus das gut auf den Huf passte. Die Hufe des Fuchshengstes waren wunderschön geformt und so musste ich nur ein paar wenige Änderungen auf dem Amboss vornehmen. Mit ein paar Nägeln schlug ich das neue Eisen an und achtete penibel darauf keine alten Nagelkanäle zu treffen, damit so ein Malheur wie beim letzten Beschlag nicht noch einmal passierte. Auch die anderen Hufe bearbeitete ich nach diesem Prinzip. Altes Eisen abnehmen, Hufe ausschneiden, alles gut plan feilen, das neue Eisen ordentlich anpassen und schließlich aufnageln. Als ich fertig war und auch den Hufbalsam aufgetragen hatte hing dem Hengst die Unterlippe fast bis auf den Boden, so entspannt war er. Lobend streichelte ich ihn und suchte dann seine Besitzerin. Sie überprüfte meine Arbeit kurz und brachte den Hengst dann zurück in seine Box.

      In einem Zug holte sie Jonquil ab. Die Schimmelstute sah mich mit ihren großen dunklen Augen an und traf direkt in mein Herz. Schmunzelnd strich ich über ihre kurze Mähne, nachdem sie den Kopf ganz vorsichtig gesenkt hatte um mein Werkzeug zu überprüfen. „Dich würd ich glatt mitnehmen.“, flüsterte ich in ihr Ohr und ging dann ein paar Schritte zurück, damit ich mir ihre Bewegungen im Trab ansehen konnte. Sie hufte gleichmäßig auf und das Horn war mehr nach vorne, als zur Seite raus gewachsen. So kannte ich das bereits von meinen Vollblütern. Die Schimmelstute wirkte zurückhaltend, zögerlich und schien mir noch nicht so recht zu trauen. „Irgendwelche Vorkommnisse?“, fragte ich vorsichtshalber. Miss Neyer verneinte und machte ihre Stute an der Putzstange fest. Es hatte mittlerweile aufgehört zu nieseln, was die Arbeit etwas verschönerte. Behutsam streichelte ich den Hals der Stute und arbeitete mich über die Schulter runter zum ersten Fuß. Nach leichtem Klopfen gegen das Röhrbein, gab sie mir den Huf, sodass ich mir Horn und Eisen genauer ansehen konnte. Alles in bester Ordnung. Mit der Zange holte ich die Nägel raus und löste damit das Eisen. Ich legte es zu den Eisen von For Pleasure und machte dann einen Probeschnitt mit dem Hufmesser. Dieser Schnitt war wichtig um zu prüfen wie die Beschaffenheit des Horns tatsächlich war. Wie bei For Pleasure zuvor schnitt ich auch Jonquils Hufe gründlich aus und bereitete sie auf den neuen Beschlag vor. Erst als ich damit fertig war griff ich nach einem neuen Eisen und prüfte ob es grundsätzlich passen würde. Nach einigen Anpassungen auf dem Amboss lagen dann alle Nagellöcher auf der weißen Linie des Hufs. Ein Zeichen dafür, dass das Eisen nun passte. Mit ein paar Nägeln schlug ich das Eisen an und ging dann zum nächsten Huf über. Zwischen den Hufen lobte ich Jonquil immer wieder, da sie sich nicht so ganz wohl zu fühlen schien. Von Huf zu Huf wurde sie jedoch immer entspannter. „Gutes Mädchen.“, sagte ich ruhig als ich mich nach dem letzten Eisen aufrichtete. Ich griff nach dem Pott Hufbalsam und strich damit alle vier frisch beschlagenen Hufe ein, sodass sie wieder wunderbar glänzten. Miss Neyer war nun auch wieder bei uns und nahm mir Jonquil sofort ab. „Vielen Dank.“, sagte sie. Ich nickte höflich und räumte dann das Chaos auf, das ich angerichtet hatte. Ich brachte mein Werkzeug zurück in den Wagen und kehrte den Hof ab, während Jonquil zurück in ihre Box gebracht wurde. Als ich wieder auf Miss Neyer traf klärten wir den finanziellen Part und verabschiedeten uns. Gerade als ich mich umdrehte um in den Wagen zu steigen brach die Sonne durch die Wolkendecke. Gut gelaunt setzte ich mich hinters Steuer, machte das Radio an und fuhr dann los.
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      20.12.2018 | Weihnachtszeit

      Valerian, Golden Ebano, PFS'Catching Fire, Eskador, Daitona, Mimi Magical, Jonquil, Shiryō, Cosmic Dawn, Bijou, Cherrypie und Shyvana.

      Bibbernd saß ich an der Bande und sah dem regen Treiben in der kleinen Halle am Haupthaus zu. Langsam aber sicher haben sich auch die wetterfestesten unserer Bereiter in die überdachte Reithalle zurückgezogen um dem kalten und nassen Wetter zu entkommen. Aufgrund der Wetterverhältnisse musste der Geländeplatz gesperrt werden - noch in der letzten Woche hat sich Daitona beinahe mit Marie hingelegt. Die beiden tasten sich langsam aber sicher an die ersten Sprünge, und Marie kommt mit der wilden Stute immer besser zurecht. Nicht ganz unschuldig daran ist womöglich ihr kleiner Rapphengst Ravenclaw. Dank seiner gelassenen Art hat sie einiges an Selbstvertrauen gewinnen können. Bei seiner Ausbildung lief alles ohne Vorfälle einwandfrei. Er ließ sich mittlerweile in allen Grundgangarten reiten und arbeitete stets aufmerksam mit.
      "Soll ich euch mal den Spiegel aufschieben?", fragte ich Philipp, der gerade dabei war die ersten Runden auf Catchy zu zu reiten, und Marie, die gerade mit Ravenclaw an den Seitengängen arbeitete. Ein wildes "Ja!" kam allerdings von Janina aus der hintersten Ecke. Sie bereitete aktuell Galantis für die Krönung vor, und war äußerst gut mit der Entwicklung der Stute zufrieden. Mittlerweile war sie auf einem sicheren A-Niveau und Janina arbeitete auf die ersten L-Lektionen hin. Die fliegenden Galoppwechsel werden zwar erst in der M abgefragt, jedoch beherrschte Galantis diese jetzt schon. Zwar nicht schön, aber das Prinzip saß! Lachend schob ich die Hallentür auf, machte mich zum Spiegel und schon dann auch diesen auf. Catchy fand das alles äußerst spannend, was selbst den griesgrämigen Philipp amüsierte. Er stellte den jungen Hengst vor den Spiegel, und ließ ihn sich bestaunen. Der kleine gepunktete Vollbluthengst war von sich sehr begeistert und prustete, sodass der Spiegel an seinen Nüstern beschlug. "Soll ich euch im Stübchen schon einmal den Kamin anfeuern und Kaffee bereitstellen?", fragte ich Philipp, während ich Catchys sehnigen Hals tätschelte. Er hatte sich wirklich zu einem Prachtkerl entwickelt. "Was für eine Frage!", entgegnete Philipp. Und so machte ich mich auf den Weg zum Stübchen, wo ich das kleingehackte Feuerholz vom Stapel nahm und in den Ofen legte. Danach machte ich mich daran, in der Futterkammer das Abendessen für die Pferde vorzubereiten. Mittlerweile ist der Bestand zu groß geworden, dass ich und Jodie noch zwei weitere Stallungen anbauten. Ich war wirklich stolz auf das, was wir mittlerweile geschaffen hatten und vor allem war ich auf unsere wunderschöne Nachzucht stolz. La Cadence, unser erstes Stutfohlen hat ihre beiden Fohlenschauen als Gewinnerin verlassen dürfen. Mit diesem Erfolg hat niemand von uns gerechnet. Die Konkurrenz war nämlich in beiden Fällen wirklich sehr stark, und dennoch haben wir uns so gut mit der Kleinen präsentiert, dass wir eine Schleife mit nach Hause nehmen konnten. Das Jahr 2018 können wir in jeder Hinsicht wirklich positiv beenden.
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  • Album:
    Gestüt von der Nordwacht
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    Flair
    Datum:
    4 Sep. 2018
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    Grunddaten:

    Name: Jonquil
    Rasse: Englisches Vollblut
    Geburtsjahr: 2012
    Geschlecht: Stute
    Stockmaß: 1,67
    Farbe: Apfelschimmel
    Abzeichen: 4x weiße Fessel


    Besitzdaten:

    Besitzer: Flair
    Vorbesitzer: -
    Ersteller: Flair
    VKR: Flair

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    Abstammung:

    von: unbekannt


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    Körung:

    Zur Zucht zugelassen: ja
    Gewinnerin der [SK 460] Alle Stuten

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    Richtspruch Exterieur:
    [folgt]

    Richtspruch Interieur:
    [folgt]


    weitere Zuchterfolge

    keine


    Zuchtdaten

    Stammt aus der Zucht: -

    Eingetragene Zucht: Gestüt von der Nordwacht

    Nachkommen:
    keine

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    Charakter:

    Jonquil ist eine kleine, zurückhaltende Vollblutstute. Unter anderen Pferden verhält sie sich ruhig, geht
    Streitereien jedoch vorzugsweise aus dem Weg. Unterm Sattel ist sie fleißig, arbeitswillig und legt ein
    angemessenes Temperament an den Tag. Allerdings ist sie nicht besonders leicht zu reiten, da sie ihren
    eigenen Kopf hat, welchen sie gerne durchsetzen möchte. Daher ist es ratsam, unerfahrene Reiter von
    ihr fern zu halten - nicht nur um des Pferdes Willen, sondern auch um des Reiters Willen. Während
    sie sich im Dressurviereck immer wieder neue Unarten ausdenkt, blüht sie im Springparcours richtig
    auf, sofern ihr Reiter ihr die nötige Sicherheit am Sprung bietet, springt sie jedes Hindernis.

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    Ausbildungstand:

    Dressur: A

    Springen: L
    Gelände: M
    Distanz: M
    Rennen: S

    Western: E
    Fahren: E


    Schwerpunktdisziplinen: Springen
    Eignung: Springen, Distanz, Gelände, Galopprennen

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    Turniererfolge:

    2. Platz beim 310. Distanzturnier
    2. Platz beim 444. Springturnier
    2. Platz beim 313. Distanzturnier
    2. Platz beim 399. Galopprennen
    2. Platz beim 450. Springturnier
    3. Platz beim 403. Galopprennen
    2. Platz beim 412. Galopprennen
    1. Platz beim 414. Galopprennen
    3. Platz beim 342. Distanzturnier
    3. Platz beim 357.Militaryturnier
    1. Platz beim 373. Militaryturnier
    3. Platz beim 374. Militaryturnier


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