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sadasha

♛ Iseabail

Shire Horse | Stute | Bay Sabino

♛ Iseabail
sadasha, 9 Jan. 2017
Dir, Cooper, Möhrchen und 12 anderen gefällt das.
    • sadasha
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      26. Januar 2017 | 8861 Zeichen von sadasha
      Pflege für die Drum Horse und Vollblutzucht, sowie Come Back Cupcake, Arcany + Emrys

      Hunter | Aus irgendeinem Grund war Gine eifersüchtig auf Kerry. Das wusste ich nun. Kerry kam deshalb nur noch selten auf den Hof und Gine sprach kein Wort mehr mit mir, bzw. nur das Nötigste. Das hatten wir schon mal. In der Anfangszeit. Gine müsste mittlerweile wissen, das ich kein Interesse an ihr hatte. Isaac stand zwischen den Stühlen und machte stets einen auf diplomatisch: „Ich verstehe euch ja beide...“ Genervt ging ich meiner Arbeit nach. Dieses Jahr standen wieder einige Termine für meine Stuten an. Der Deckplan war eng gestrickt und je früher ich da Struktur reinbrachte umso besser. Neben den Deckterminen musste ich außerdem meine Jungpferde weiter bringen. Die Fohlen waren jetzt groß genug um langsam an Trense und Sattel gewöhnt zu werden, auch mit leichter Bodenarbeit konnte man anfangen. Allen voran lag PFS' Savory Blossom. Die Spotted Timeout Tochter war schon weiter als die anderen drei Jungpferde. Sie war allerdings auch die älteste. Die jüngste war CHH' Classic Spring. Doch sie holt gut auf und passt sich den nächst älteren Genossen an. Raving Hope Slayer und Bearing Spots waren in der Hinsicht sehr sozial und engagierten sich.
      Neu dazu gekommen, während meiner Abwesenheit sind
      Riven in a Dream und LMR Lady Luna. Die beiden bunten Vollblutstuten sorgten hier auf dem Hof bei ihrer Ankunft für Aufsehen. Niemand wusste davon und da ich nicht anwesend war und auch kein Mobiltelefon nutzen konnte, blickten meine Angestellten ins Blaue. Natürlich kümmerten sie sich sorgfältig darum die Stuten zu versorgen. Sobald ich wieder zu Hause war schickte ich Riven gleich wieder weg. Sie bekam eine privilegierte Ausbildung. In Norwegen wird sie nun auf ihre Zukunft vorbereitet. LMR Lady Luna wollte ich selber weiter fördern. Neben diesen Planungen schaffte ich es außerdem noch Moulan auf eine Zuchtshow zu bringen und vorzustellen. Hier warteten wir noch auf die Ergebnisse, Scarlet in Birth war auch bald soweit. Wenn ich so daran denke macht es mich sehr stolz zu sehen wie weit ich mit meiner Vollblutzucht schon gekommen war. Mit Slap Happy, Bearing Totem's Denali, Blütenzauber, CHH' Lamperd und Mr. Raw Depression hatte ich einen großartigen Start hingelegt. Mit der Unterstützung von Freunden und anderen lokalen Züchtern schaffte ich es weitere Anwärter zu gewinnen. Dank Isaac, Gine und meinen Eltern setzte sich außerdem der Gedanke in die Realität um eine Kaltblutrasse auf den Hof zu holen. Durch die Drum Horses hatten wir nicht nur eine sondern gleich drei mögliche Kaltblutrassen, nach denen wir Ausschau halten konnten. Iseabail, Lady Lyneth Bowen, Felan, Mephisto und Vikar hatten wir nun schon. Erstmal sollte es bei diesen fünf bleiben. Sämtliche Pferde aus dem Verkaufsstall hatten uns derweil verlassen. Die Konzentration lag also voll bei den eigenen Pferden. Um die Hand voll Einstaller kümmerten sich die jeweiligen Besitzer. „Hunger?!“ Meine Mutter hielt mir einen Teller Essen unter die Nase und riss mich damit aus meinen Tagträumen. „Ja, danke.“ sagte ich immer noch etwas verträumt und probierte von dem Essen. Meine Mutter verschwand sofort wieder. „Du solltest mal wieder mit uns essen.“ sagte sie noch, als sie den Raum verließ und schloss dann die Tür.

      Gine | Wie immer tat Hunter ganz so, als wäre er vollkommen unschuldig. Anstatt mal mit mir zu reden. Nein, der Herr bleibt stumm, wie immer. Was erwarte ich eigentlich? Und Isaac war noch schlimmer. Der schlug sich immer mehr auf Hunters Seite, dabei müsste er mich doch am besten verstehen... Wenigstens konnte ich mich mit der Arbeit ablenken. Hunter tat es mir gleich. Und dass Kerry nicht mehr so oft hier war kam mir auch zu Gute. Sie stand sowieso immer nur im Weg, wenn man die Pferde bewegen wollte. „Ich hab einen Tipp für dich.“ meinte Isaac plötzlich, der ebenfalls in der Reithalle war, als ich Arcany longierte. Emrys lief freudig nebenher. „Ach ja?“ meinte ich säuerlich. „Dann schieß mal los.“ Er schmunzelte. Wieso war er immer gut gelaunt? „Wieso sprichst DU ihn nicht an?“ fragte er immer noch grinsend. „Weil ICH nicht das Problem bin.“ erwiderte ich. Er lachte. „Glaubst du er versteht das, ohne dass du es ihm sagst?“ Nachdenklich vergaß ich fast mich mitzudrehen, während Arcany um mich herumlief. „Mhmmm...“ Isaac hatte recht, aber das wollte ich keinesfalls zugeben. Aber wenn ich Hunter anspreche, bin ich eh nur die wieder Doofe. Also beließ ich es dabei. Da würde ich eher mit Kerry sprechen... Kopfschüttelnd verwarf ich den letzten Gedankengang und konzentrierte mich wieder auf die Fuchsstute und deren Fohlen am anderen Ende der Longe. „Ehrlich, Gine. Reif ist das von keinem von euch. Sei doch mal die Erwachsenere von euch beiden.“ beendete Isaac das Gespräch, während er mit seiner Come Back Cupcake die Halle verließ. Ihn stumm nachäffend holte ich Arcany zu mir um sie noch ein paar Minuten freilaufen zu lassen, bevor ich die Longenstunde beendete.
      Wieder im Stall traf ich auf Hunter. „Hi.“ meinte ich knapp und schlängelte mich an ihm vorbei, da er, wie konnte es anders sein, mitten im Weg stand mit seiner Slap Happy. „Warte.“ er hielt mich am Oberarm zurück und sah mich durchdringend an. „Was ist eigentlich los?“ fragte er ernst. Tief seufzend machte ich wieder einen Schritt zurück. „Willst du jetzt wirklich kurz vor der Arbeit darüber sprechen?“ fragte ich und verschränkte die Arme. Er musterte mich kurz und trenste dann, die schon gesattelte Braune auf, während er weitersprach. „Erzähl, ich höre dir zu.“ - „So nicht.“ meinte ich eingeschnappt und wandte mich ab zum Gehen. „Oor wirklich. Gine! Dann schnapp dir Bear und komm mit verdammt!“ fauchte er mich an und deutete auf die Box der Roanstute. „Geputzt ist sie ja schon.“ Nach einem kurzen Blick zu Slap Happy, dann zu Bear und wieder zurück zu Hunter entschied ich mich. „Aber nur, wenn wir keine Springstrecke laufen.“ - „Dann aber eine längere.“ Hunter wollte einen Kompromiss. Ich stimmte zu und beeilte mich Bear Totem's Denali fürden Ritt vorzubereiten.
      Wir waren gut eine Stunde unterwegs, bevor ich anfing mit Hunter über mein Problem zu sprechen. Und siehe da, er war auch pissed. „Kerry ist schuld.“ hielt ich fest und bekam dafür sofort einen Rüffel. Kerry sei seine Therapie und er brauche sie. Ob ihr diese Wortwahl gefallen hätte? Ich ließ das unkommentiert. „Ich hab sogar schon überlegt einfach zu gehen, nur damit ich dich nicht mehr sehen muss.“ meinte ich geknickt. „Was hielt dich davon ab?“ wollte er wissen. Gute Frage. Das wusste ich selbst nicht so genau. „Die Pferde...“ antwortete ich schließlich. Hunter wusste genau, dass es das nicht war. „Okay, Gine. Wir müssen festhalten, dass wir zwei niemals enge Freunde werden und schon gar nicht etwas darüber hinaus. Und wenn du das nicht akzeptieren kannst, dann musst du gehen.“ Hunter sagte das so ernst, dass es mehr weh tat als wenn man seine Hände auf heiße Herdplatten legen würde. Traurig blickte ich auf den Pferdehals vor mir, der sich im Takt auf und ab bewegte. „Das heißt nicht, dass wir uns hassen müssen.“ fügte Hunter hinzu und lächelte behutsam zu mir rüber. Die nächste Zeit schwieg ich und war stets darauf bedacht eine Pferdelänge hinter ihm zu reiten, damit er nicht sah wie mich seine Worte verletzt hatten.


      Hunter | Erst als wir wieder auf den Hof kamen sah ich, dass Gine aufgelöst war. Ich wusste nicht so recht wie ich damit umzugehen hatte, immerhin wollte ich keine falschen Zeichen senden. Immer wieder während wir die Pferde absattelten prüfte ich ob sie standhaft blieb oder komplett zusammenbrach. Als meine Mutter auf die Stallgasse kam und uns sah fiel mir ein Stein vom Herzen. Sie kümmerte sich nun um Gine und tröstete sie. Als die beiden Vollblutstuten wieder in ihren Boxen standen und alles Sattelzeug in der Kammer lag waren meine Mom und Gine schon ins Haus gegangen. Isaac packte derweil seine Sachen zusammen, da er Feierabend machen wollte. „Habt ihr gesprochen?“ fragte er neugierig als er mich sah. Ich nickte und ging zu ihm. „Habt ihr alles geklärt?“ Ich nickte abermals, wenn auch zögerlich. Ob Gine mich verstanden hatte und meinen Stand akzeptieren würde wusste ich nämlich nicht. „Wieso ist sie so fertig?“ fragte er dann. Schulterzuckend sah ich ihn an. „Sie hat sich vermutlich mehr erhofft.“ Isaac lachte. „Ach was!“ meinte er dann. „Ja was soll ich denn machen? Soll ich sie anlügen?“ fragte ich genervt. Isaac schüttelte immer noch grinsend den Kopf. „Nein, du hast das schon richtig gemacht.“ Er legte mir eine Hand auf die Schulter, während er das sagte. „Ich glaube sie wird nicht mehr lange bleiben.“ sagte ich nun etwas geknickt. Gine war zu einem festen Bestandteil des Hofes geworden. Man würde sie vermissen, wenn sie auf einmal nicht mehr da wäre. „Dann mach was, damit sie nicht geht.“ Verdattert sah ich zu ihm auf. „Was soll ich denn machen?“ Nun zuckte er mit den Schultern. „Überleg dir was.“
    • sadasha
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      30. Januar 2017 | 10499 Zeichen von Canyon
      Dressurtraining E-A

      Die Reise zum Bear Brook EC, auch wenn ich diese bereits zum Öftern angetreten war, war nicht einfach. Mein erster Zug hatte Verspätung, die Fähre, mit welcher ich fahren wollte legte an diesem Tag gar nicht ab, und so banal wie es auch klang, in einem weiteren Zug fand ich nur Platz in einem Raucherabteil und das war für mich fast das schlimmste an diesem Tag. Um nicht noch mehr solcher Überraschungen zu begegnen, mietete ich mir dann für die Strecke durch England ein Auto und schaffte es tatsächlich mehr zu spät als pünktlich auf dem Gestüt von Hunter Crowley anzukommen. Hunter und ich waren mittlerweile gute Bekannte und so brauchte ich nicht lange zu überlegen, als er mich nach einem Gefallen seinerseits dazu gebeten hatte, eine seiner neuen Shirestuten in der Dressur zu trainieren.
      Wie immer hatte ich nicht allzu viel Freiraum, allerdings wollte ich es mit der jungen und unerfahrenen Stute ruhig angehen, sodass ich nach einer kurzen Begrüßung mit Hunter und einer Besichtigung meines Schlafplatzes für die nächste Tag, einen Spaziergang mit Iseabail unternahm. Ich sah Hunter das Grinsen an, welches er gekonnt versteckte, als er mich neben der Stute sah. Allerdings konnte ich das gut nachvollziehen, denn ein 1,72m großer Mann neben einer zwei Meter Stute war bestimmt ein ziemlich witziger Anblick. Ich ließ mich von ihrer Größe, oder besser gesagt von meiner Kleine, nicht abschrecken, sondern genoss ausführlich die klare Morgenluft. Es war auch hier einer der schönsten und wärmsten Tage seit Wochen und es erfreute mich, dass ich endlich mal Glück hatte.
      Unterwegs stellte ich Iseabail viel auf meine Stimme ein und auch wenn das meiste von meinem Gerede für sie uninteressant war, gewöhnte sie sich so an meinen Tonfall und meine Tonlage. Ich hatte gemerkt, dass das vor allem bei jungen Pferden bei der Ausbildung sehr hilfreich war.
      Der Spaziergang dauerte über eine Stunde und ich entschied mich dafür, Isi danach erst einmal eine Ruhepause zu gönnen, welche ich jedoch dafür nutzte, ihre Ausrüstung unter die Lupe zu nehmen, sowie einen kurzen Plan für die nächsten beiden Tage zu machen.
      Am Nachmittag half mir Hunter dann dabei die Stute zu satteln und ich war ganz froh darüber, mich nicht damit blamieren zu müssen, den Sattel des riesigen Tieres mithilfe eines Hockers auf ihren Rücken schwinge zu müssen. Zwar war auch Hunter nicht besonders riesig, aber immerhin um einiges größer als ich. Auf ihren Rücken kam ich dann allerdings wirklich nur mit einer Aufstiegshilfe, aber ich war erstaunt, dass ich überhaupt den Rückenberg erklommen hatte.
      Das Training fand heute auf dem Platz statt. Die klägliche Sonne erwärmte mir jedenfalls etwas den Rücken und auch Isi schien sich über die Bewegung an der frischen Luft zu freuen. Nach einer ordentlichen und gemütlichen Erwärmung begann ich mit einfachen Dressurübungen aus der E-Dressur, welche eigentlich jedes gründlich ausgebildete Pferd beherrschen sollte. Ich brauchte etwas, um mich an den schwingenden Rücken und die großen und weichen Schritte zu gewöhnen und machte bei den ersten Bahnfiguren immer wieder kleinere Fehler in der Hilfegebung. Allerdings hatte die Stute viel Geduld mit mir, sodass es nicht lange dauerte bis ich mich an ihr Tempo und ihren Rhythmus gewöhnt hatte. Nach einigen Schlangenlinien und Bahnwechseln in allen drei Gangarten fing ich vorsichtig damit an, sie an das Überstreichen im Galopp zu gewöhnen. Es war keine schwere Lektion und Isi galoppierte so gelassen und ruhig, dass es kaum Anstrengung von mir verlangte, dass sie sich weiterhin selbst trug. Stück für Stück führte ich meine Hand etwas weiter am Mähnenkamm entlang, bis diese Lektion für sie kein Problem mehr darstellte.
      Als nächstes entschied ich mich für die Schlangenlinien durch die ganze Bahn mit vier Bögen. Bereits zur Erwärmung war ich mit ihr eine mit drei Bögen gegangen und wusste recht genau, was nun auf mich zukam. Trotz ihrer riesigen Hufe hatte die Stute in großes Talent dafür, ziemlich weich und akkurat aufzutreten, sodass die Form der Schlangenlinien mit ihr kein Problem waren, sie jedoch noch viel Hilfe brauchte ihren gesamten Körper zu biegen, anstatt nur ihren Kopf. Um das zu üben ritt ich mit ihr zwischendurch einige Volten und schlug gleich zwei Fliegen mit einer Klatsche, da auch die 10m Volte eine Anforderung bei einer A-Dressur war. Auch bei den Volten saß die Form perfekt und auch das Biegen in beide Richtungen sah mit der Zeit immer besser aus. Ich war ziemlich zufrieden wie schnell Isi lernte und gab ihr eine kleine Schrittpause, in welcher sie genüsslich mir die Zügel aus der Hand kaute und ihren Kopf weit nach unten streckte. Jedoch hatte sie erst die Hälfte des heutigen Trainings geschafft, denn auch den Mitteltrab und die Kehrtwende auf der Vorderhand wollte ich heute noch beginnen zu lernen. Nach der Schrittpause hatten wir beide wieder genügend Energie gesammelt, um uns dem Mitteltrab zu widmen. Ich ließ das Ganze ruhig angehen und wechselte immer nur einige Schritte aus dem Arbeitstrab in den Mitteltrab. Stück für Stück verlängerte ich diese, baute verschiedenste Bahnfiguren mit ein und versuchte das Training so spannend wie nur möglich zu gestalten. Als letztes war dann nur noch die Kehrtwende an der Reihe. Ziel war, dass sich Isi um 180 Grad um die eigene Vorderhand dreht. Es war zum Schluss eine ziemlich lösende Übung und machte Isi mit seitwärtstreibenden Hilfen vertraut, was fürs spätere Training sehr von Vorteil war. Ich gab ihr eine ganze Parade zum Halten, stellte sie dann nach rechts, gab ihr eine treibende Hilfe mit dem rechten Bein und versuchte sie dann etwa neunzig Grad zu drehen, um klein anzufangen. Zum Schluss gab ich ihr wieder eine ganze Parade und brachte sie damit zum Stehen. Zufrieden lobte ich sie, ließ sie wieder auf der ganzen Bahn antreten, trabte kurz an und wechselte dann durch die ganze Halle die Hand. Auch auf der anderen Hand machte ich das gleiche nochmal und nachdem sie sich eine viertel Rund gedreht hatte, ließ ich es für heute dabei bleiben, denn morgen war auch noch ein Tag.
      Zufrieden mit der heutigen Arbeit ließ ich sie die Zügel aus der Hand kauen und ritt sie entspannt trocken. Um von ihrem Rücken zurück auf den Boden zu kommen musste ich gefühlt 10 Meter in die Tiefe fallen, kam jedoch zum Erstaunen meinerseits gesund und munter mit beiden Beinen auf den Boden auf. Ausgiebig lobte ich sie und brachte sie dann zurück in den Stall, wo Hunter bereits ihre Box gemistet und ihr neues Heu bereitgelegt hatte. Gierig stürzte sie sich darauf und ich ließ sie für den heutigen Tag in Ruhe.

      Nach einer für mich sehr kurzen Nacht begann das Training am nächsten Morgen mit einer Longiereinheit. Ich wollte Isis Rückenmuskulatur fürs Training etwas aufbauen und nebenbei noch unser Vertrauen ineinander stärken. Mithilfe von einigen Trabstangen erweiterte ich die Longierstunde zum Schluss, dehnte sie jedoch nicht in die Länge, da am Nachmittag das finale Training stattfinden sollte.
      Den Mittag hinweg half ich im Stall und lernte so einige der neuen Pferde kennen, welche seit meinem letzten Besuch dazugekommen waren und erfreute mich an dem harmonischen Klima des kleinen Teams.
      Am frühen Nachmittag holte ich dann meine neue riesige Freundin von der Weide und brauchte gefühlt dreimal so lang sie zu putzen wie meinen Isländer zu Hause, was ja auch kein Wunder war, angesichts des Größenunterschieds. Nach dem Sattel entschied ich mich wieder für den Platz, da die Wintersonne immer noch am klaren Himmel stand. Für heute stand vor allem auf dem Plan, die Vorderhandwendung zu vollenden, aber auch den Mittelgalopp zu erlernen, die Verkleinerung und Vergrößerung des Vierecks, sowie das Rückwärtsrichten.
      Da wir gestern sehr erfolgreich das Training mit der Vorderhandwendung abgeschlossen hatten, begann ich heute, natürlich nicht ohne ein gründliches Warmreiten, mit dieser. Wieder versuchte ich nur eine Viertelrunde zu drehen und nachdem das auf beiden Seiten funktionierte, erweiterte ich diese auf eine halbe Runde. Das Ganze kombinierte ich geschickt mit den Schritt- und Trab-, sowie Schritt- und Galoppübergängen. Nachdem die Wendung beim wiederholten Male auf den Punkt funktionierte, machte ich mit der Lektion der Verkleinerung und Vergrößerung des Vierecks weiter. Mit der Vorhandwendung hatten wir gute Vorarbeit geleistet, da nämlich die Schenkelhilfen auch jetzt eine wichtige Rolle spielten. Ich war ziemlich erstaunt, wie schnell sie nun dadurch auf meine Hilfen reagierte, sodass dieses Thema bereits nach kurzem Üben abgeschlossen war.
      Das Rückwärtsrichten kostete sie einige Überwindung, da es nicht in der Natur der Pferde liegt, in eine Richtung zu gehen, in welche sie nicht sehen konnten. Deswegen stieg ich von ihr ab und machte diese Übung erst einmal vom Boden aus, wo ich ihr die benötigte Sicherheit gab. Hier machte sich auch der Spaziergang und bestimmt auch die Longeneinheit von heute Morgen bemerkbar. Ich war zufrieden, als sie zwei Schritte nach hinten auswich, sodass ich, verbunden mit einigen Schwierigkeiten, wieder in den Sattel kletterte und es nun auch als Reiter versuchte. Sie brauchte seine Zeit, jedoch ließ ich ihr diese, sodass sie kurze Zeit später eins, zwei, drei Schritte nach hinten wich und ich diese Lektion für beendet ansah.
      Vor dem Mittelgalopp ließ ich Isi erst einmal im normalen Arbeitsgalopp laufen, tastete mich dann jedoch, genauso wie am Vortag, langsam und Schritt für Schritt an den Mittelgalopp heran. Die hübsche Stute brauchte zwischendurch, wie ich bemerkte, immer wieder kurze Pausen, wo sie ihren Hals nach unten dehnen konnte. Diese gab ich ihr natürlich auch, die Zeit musste sein.
      Am Ende der Stute klappte auch der Mittelgalopp, auch wenn er noch etwas holprig war und hin und wieder kleine Fehlerchen aufwies. Diese gaben wir jedoch nicht zu bedenke, da ich wusste, dass das mit der Zeit besser werden würde.
      Um einen guten Abschluss hinzulegen, rief ich Hunter zu mir und zeigte ihm eine kleine und kurzfristig eingeübte Kür in der neuen Klasse. Hunter schien mit meiner und natürlich auch Iseabails Arbeit vollkommen zufrieden, sodass ich ein letztes Mal vom Rücken der Stute kletterte. Auch ich sah mein Training als vollendet und war froh, mal wieder eine fantastische Stute kennengelernt zu haben, welche ich hoffentlich noch einmal wiedersehen würde.
      Am frühen Abend packte ich dann meine Sachen und trat die lange Heimreise zurück nach Norwegen an, wo mich meine eigenen Pferde bestimmt schon erwarteten.
    • sadasha
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      17. April 2017 | 3451 Zeichen von Rinnaja
      Ausbildungscenter Beacon Lodge | Westerntraining E-A

      Ich hatte spontan einen Anruf von Hunter bekommen. Ich war erstaunt dass er diesmal meine Hilfe brauchte, sonst war ich doch immer diejenige die seine Hilfe bei meinen Pferden brauchte. Ich sagte zu ihm dass es kein Problem sei und ich mich fertig machen würde. Ich war gespannt, abermals. Wie es auf seinem Hof weiter gegangen ist und wie er nun aussah. Nach fast einer Stunde Fahrt kam ich bei Hunter auf dem Hof an. Er war gerade dabei einige Pferde auf der großen Weide zu kontrollieren. Ich rufte ihn und er reagierte und kam zu mir. Wir begrüßten uns herzlich weil wir uns schon einigermaßen gut kannten. Er sagte mir kurz und knapp was zu machen ist und wo das Pferd stand er beschrieb mir auch wo das Zubehör des Tieres war und dass ich zum Abschluss noch mal zu ihm kommen sollte und mit ihm besprechen sollte wie es weiterging und was noch zu machen wäre für die Prüfung von E nach A. Nach dem Gespräch ging es zu der Shire Horse Stute namens Iseabail. laut Hunter war sie eine coole Stute, die leicht zu händeln war und mir keine Probleme bereiten sollte. Ich suchte nach dem Halfter und holte sie aus dem Stall und band sie in der Stallgasse an um sie ausgiebig zu bürsten zum Schluss noch die Hufen zu putzen. Danach sattelte ich sie um mit ihr an die Arbeit auf dem großen Reitplatz zu gehen. Es war einfach, da sie noch am Anfang der Western Lektionen war. Also machte ich meine Standard-Schreck-Übungen mit ihr. Ich lege ein paar Balken auf den Boden wo sie durchlaufen sollte und suchte auf dem Hof nach einer großen Plane zu meinem Erstaunen hatte die Stute keine Angst davor, also würde das drüber reiten für mich leichter werden. Ich kontrollierte noch mal den Sattel und die Trense bevor ich mich rauf schwang und mit ihr ein paar leichte Bodenarbeits-Gymnastik machte, damit sie einigermaßen warm wurde, bevor ich die nächsten Lektionen anfing. Als sie aufgewärmt war lief ich mehrmals über die Plane. Sie hatte damit keine Probleme auch nicht am Anfang, so wie ich dachte. Später lief ich noch ein wenig durch die hingelegten Stangen und richtete sie auch rückwärts und ließ sie auch dazwischen stehen bleiben. Diese Übung wiederholte ich mehrmals. Auch zu meinem Erstaunen blieb die Stute ganz cool und machte alles mit was ich von ihr verlangte selbst im Trab und Galopp machte sie es mit. Sie blieb ganz cool und hörte aufs Wort. Vielleicht ab und zu, mal da Gezicke und hier ein wenig Gezicke, aber sonst war sie brav und artig. Nach gut einer Stunde hörte ich auf und brachte die Stute zurück zum Putzplatz und suchte Hunter auf. Als ich ihn nicht fand ging ich zurück zu Iseabail, sattelte sie ab und brachte die Sachen weg um anschließend eine Abschwitzdecke holen und ihr über zu werfen. Ich kontrollierte noch mal die Hufen und suchte anschließend Hunter noch mal. Diesmal fand ich ihn in der großen Reithalle. Zusammen gingen wir zu Iseabail und ich erklärte ihm was noch zu machen wäre damit sie die Prüfung von E nach A bestehen würde und es keine Problem gäbe. Er nickte mir wie immer höflich zu und sagte zu mir er würde es machen. Hunter rief eine junge Frau aus dem Stall die sollte die Stute wieder zurück auf der Weide bringen. Wir redeten noch kurz miteinander bevor ich mich verabschiedete und nach Hause ging. Ich sagte davor noch, dass sie die Lektionen von E nach A mit Bravour meistern würde, wenn sie die Übungen immer wiederholten. Mit diesem Satz sagte ich auf Wiedersehen und ging zu meinem Auto.
    • sadasha
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      10. Mai 2017 | 12409 Zeichen von Rinnaja
      Ausbildungscenter Beacon Lodge | Dressur A-L

      Hunter, Hunter, Hunter sagte ich mir im Gedanken als ich mir am Morgen Heißen Frischen Kaffee in meiner Tasse Kippte. Es war sehr, sehr früh und Alles auf dem Hof schlief noch tief und fest. Ich setzte mich kurz am Tisch hin und trank meinen Kaffee entspannt und guckte auf die Liste was zu machen war bei ihm. Leise sprach ich zu mir, es war mal Idee in der Nähe zu sehen so oft wie ich bei ihn auf Hof bin und anderes rum. Meine Sachen hatte ich schon gestern gepackt und alles mit meinen Leuten auf dem Hof abgesprochen, damit alles reibungslos lief wenn ich weg war. Nach der Entspannungszeit, so dass ich wach werden konnte nahm ich alle meine Sachen und machte mich auf den Weg nach Ost-England. Ich haute meine ganzen Sachen ins Auto und fuhr los, da es eine gute Strecke war. Ich kam Spät abends an, zwar k.o. aber munter. Bevor ich ausstieg gönnte ich mir noch eine Kippe vor dem Gestüt im Auto und entspannte dabei. Bevor mich eine Stimme raus Riss und mich Erschrak. Was machst du denn da. Erschrak mich Hunter mit diesen Worten. Ich guckte ihn erschrocken und mit leichten Lachen auf den Lippen kann. "Du weiß schon dass das nicht gesund ist." sagte er noch neben bei. Leise sagte ich grinsen ist klar mein Kleineketten Raucher und stieg auf um ihm um hals zu fallen und ihn zu gegrüßten. Wo merkte das es ihn wo recht Peinlich war aber das war mir egal. Da wir uns lange kannten Mittlerweile. "Hättest ja auch drinnen Rauchen können" meinte er und kam aus meinem Griff raus und verschwand in meinem Kofferraum um meine Sachen raus zu holen. "Jetzt komm aber schnell rein und ruhe dich aus. Morgen wird ein langer Tag." sagte er leicht abwesend. Ich lief ihm nach und war sehr erstaunt dass er so viel redet sonst war er immer schweigsam und sagte nichts und zog sein Ding durch. Drinnen angekommen erwarteten mich Hunters Eltern Mr. & Mrs. Crowley. Ich begrüßte beide Herzlich und Folgte Hunter weiter der mich zu einen Klein Zimmer brachte. Ohne nach zu denken warf er erst mal meinen Rucksack aufs Bett und stellte den Koffer ab. So hier dein Zimmer sagte er locker raus. "Gleich gibt es Abendbrot. Ich denke schon dass du hungrig bist" Leicht verwirrt guckte ich noch meinem Rucksack nach, den er mal so locker aufs Bett geschmissen hatte. Als ich ihn fragen wollte was das sollte war er schon verschwunden und überlies mich meinen Schicksal nach dem Motto. Ich packte ein paar Sachen in die Tasche und packte alles zurecht bevor ich runter ging und natürlich raus. Erst mal Luft schnappen dachte ich mir und machte mich auf dem Weg zu den stellen um mir die Pferde an zusehen mit den ich morgen Arbeiten wurde. Erst ging ich zu Iseabail und guckte mir die Shire Horse Stute an. Sie war recht groß aber zum Glück wird sie Hunter Reiten. Da muss ich aber noch an meiner Überredungskunst arbeiten. Das war aber mein kleinstes Problem. Als nächstes ging ich zu Lady Lyneth Bowen, die auch nicht grade ein Schoßhund war mit ihren fast 2m. Auch hier guckte ich auf meine Liste was gemacht werden sollte. Zum Glück mussten beide Pferde in Dressur trainiert werden. Aber das wurde ich schon wie schaffen. Erst mal wieder raus aus Stall. Ich hoffte diesmal eine ganz in Ruhe rauchen zu können, ohne dass mich jemand erschrak oder dass mich jemand zu quackte was ich von meinem Hof kannte. In der Nähe des Haupthauses fand ich einen ruhigen schönen Platz wo ich mich hinsetzte und die Abendluft genoss und eine rauchte. Ich ging neben meine Plante für Morgen durch und genoss die Luft. Ich guckte auf die Uhr fast 23uhr naja dachte ich mir bin ja so oder so ne Nachteule und wurde sofort mit der Arbeit beginnen aber ich ging zurück ins Haus und sagte Gute Nacht. Also ich um 4.30 wach wurde machte ich mich Fertig und ging runter in die Küche es war noch keiner wach. Das war ich gewöhnt von Zuhause da pennte auch alles bis zum Mittag wenn kein Wecken wurde. Ich suchte alles zusammen um Kaffee zu machen und saß mich an den Tisch am Fenster und genoss die Ruhe. Ich wartet bis 6Uhr als ich hoch ging und beschloss Hunter zu wecken. Ob das eine gesunde Einstellung war, war mir nicht klar. Bewaffnet mit eine Tasse voll Kaffee die auf Hunter Nachttisch packte weckte ich ihn. Er guckte mich Komisch an. Mit einen Auge da sein Gesicht im Kopfkissen Gedruckt hatte. Mit einem launischem aber freundlichem „Morgen“ begrüßte er mich. Ich sagte Guten Morgen zu hin und lachte mach dich fertig wird langer Tag. Mit ein kurzen Knurren von ihm verschwand ich aus dem Zimmer um wieder in die Küche zu gehen und raus zu gehen um Kaffee und Kippe zu mir zunehmen. Ich hatte alles schon zurecht gesucht in den Eineinhalb Stunden und alles hingelegt sodass ich später nur noch Putzen musste. Ich hatte in der Zeit 2 weitere Leute auf dem Hof kennen gelernt. Einmal Gine und dann Isaac, die beide sehr freundlich waren zu mir und mir halfen alles zusammen zu suchen. Da mich aber selber kaum mit anderen Weibliches genossen verstand war auch nur Kurz und Herzlich. Da ich nicht viel zu sagen hatte. Ich wartet fast eine Stute bevor Hunter doch beschloss auf zu stehen und runter zu kommen. Ich saß draußen und genoss die frische warme Luft. Es war echt warm für diese Jahres Zeit. Als Hunter sich neben mir saß und versuchte seine Haare zum Zopf zu, zu binden. Ich grinste nur und sagte abermals "Guten Morgen, Zickchen" und lachte dann auf. Er guckte mich nur komisch an und sagte beiläufig "Mit wem fangen wir an?" Ich konnte ihn gestern überreden selbst seine Riesen Pferde zu Reiten was mich Happy machte. Nicht das mich die Große Stören wurde aber wann sieht man mal ein Mann auf Pferd Reiten. Eher selten! Ich antworte ihm da drauf dass es egal wäre und er es sich selber aussuchen durfte mit wem wir anfangen würden, da wir viel Zeit hatten. Hunter holte aus seiner Tasche seine Kippen raus und bot mir eine an. Ich nahm sie danken an und er sagte den fangen wir am besten mit Iseabail an. Ich lachte und sagte "Gut, deine Entscheidung." Wir rauchten auf und machten uns an die Arbeit. Hunter holte Iseabail von der Weide und ich suchte alles zusammen was wir brauchen für die Arbeit. Ich guckte auf meinen Zettel und überlegt mir was am besten war und wir trainierten. Hunter war dabei Iseabail zu Putzen und sie fertig zu machen für das Training. Wir beide gingen unser Liebling Beschäftigung nach uns gegen seitig Tot schweigen. Das lag wohl uns beiden sehr gut im Blut. Hunter sagte wann FERTIG und das so laut das ich erschrak. Es machte ihn scheinbar spaß mich zu erschrecken oder zu verarschen. Ich guckte ihn erschrocken an, da ich echt vertieft war die Trainingseinheiten durch zu gehen. Ich sagte den nur macht dir spaß war mein Freund. Er lachte und sagt kurz und knapp ja. Zusammen gingen wir zum Reitplatz und Hunter kontrollierte alles und sie auf. Ich guckte Hunter Kurz zu als er Iseabail warm ritt. Er ritt ganz entspannt und machte ein paar Bahnfiguren wie, Ganze Bahn, Ritt auf dem Zirkel und machte paar einfache Schlangenlinien. Ich sagte zu Hunter dass wir heute aus der Kehrt und die Volte übten. Hunter sag nicht begeistert aus aber stimmte mir zu und sagte das sie da die meisten Probleme hatte und wo her ich das Weiß. Ich guckte nur entsetzt und meinte zu Hunter ob er Alzheimer hatte, da er es mir am Telefon gesagt hatte. Er Brummelte vor sich hin und Ritt weiter. Ich erklärte Hunter wie und wann er es machen sollte. "Um eine korrekte Volte zu reiten, muss du dein Pferd nach innen stellen und biegen." sagte ich ihm, besser gesagt rief ich ihm zu. Wie stark die Biegung ausfällt, Hang vom Radius der Volte ab. Rief gleich Hinter her als Hunter los meckern wollte. Gleich daraufhin rief ich "Das Pferd soll dabei gut auf dein inneres Bein reagieren und die geforderte Biegung in der kompletten Volte beibehalten." Ich sah wie Hunter mit Iseabail kämpfte damit sie sich so bog wie er es gerne hätte. Ich sagte den noch ganz frech zu ihm, dass wir das so lang heute machten bis es zu 40% stimmte. Begeistert war Hunter nicht und versuchte es immer wieder. Bis ich beschloss ihm zu helfen und vom Boden aus den beiden zu helfen und Hunter von oben die entsprechenden Hilfen gab. Nach ein paar Mal schafften es wir alle 3 zusammen und ich beschloss es Hunter noch mal allein machen zulassen. Die ersten 2 Anläufe klappten dennoch nicht allein. Aber Hunter war so verbissen, dass er es schaffen wollte. Ich lachte und meinte "Gut so! Dickköpfigkeit zahlt sich aus." Nach weiteren 5 Versuchen schafften sie die Volte mit einem Radius und entsprechender, passender Biegung. Ich beschloss mit dieser Übung auf zu hören und sagte das konnte ihr weiter ohne mich trainieren sollte kein Problem sein. Hunters Gesicht war mittlerweile echt rot angelaufen. Man sah ihn aber nicht an ob es vor Wut war oder vor Anstrengung. Die nächste Hufschlagfigur war aus der Ecke Kehrt. Ich sagte zu ihm "Aus der Ecke Kehrt ist eine Möglichkeit die Hand zu wechseln." Die Übung ist zusammen gesetzt aus einer Halben Volte und ein teil geradeaus Reiten. Hunter sah nicht begeistert aus und sagte beiläufig "Du hast gesagt wir machen was anderes.“Ich lachte und stimmte ihm zu und sagte ja wir machen ja auch was anderes. Er sagt nur leise vor sich hin "Glaub nicht." Aber aus der Eck kehrt klappe die mal sehr gut. Ich glaubte aber nur weil Hunter es schnell durch ziehen wollte und Sich Richtig konzentrierte. Nach einer Stunde harter Arbeit Ritt Hunter Iseabail ab. Als Iseabail abgeritten war ging wir zusammen zum Stall wo wird Iseabail Weide Fertig machten. Ich fragte Hunter ob alles Okay sei da er echt ein Roten Kopf hatte. Er sagte nur kurz ja es sei alles okay und das eine echt harte Lehrerin sein und das ungewohnt für ihn sei. Ich lachte und meinte nur das es Gewohnheit sei und ich versuchte nächste runde es ruhig an zu gehen. Er guckte mich erschrocken an wie nächste runde haute er Richtig raus. Naja sagte ich es wartet ja noch Lady Lyneth Bowen auf uns. Mist die hatte ich total vergessen sagte er nur. Wir brachten Iseabail weg und Hunter brachte Lady Lyneth Bowen und verschwand den erst mal schnell so meinte er. Ich machte Lady Lyneth Bowen Fertig und ging mit hier auch zum Reitplatz. Ich kontrollierte alles und schwang mich die mal selber in den Sattel da Hunter langer als ein paar Minuten verschwand. Er meine doch noch es geht recht schnell naja jetzt ist er fast 20 min weg. Ich Ritt Lady Lyneth Bowen erst mal ein paar Runden warm. Ich versuchte mit Lady Lyneth Bowen Aus dem Zirkel zu wechseln und guckte das sie sich gut biegt dabei. Als wir das im Schritt gemacht hatten versuchte ich es auch im trab aber da war es mit dem Gut biegen vorbei und ich muss es immer wieder versuchen. Ich entschloss abzusteigen und neben ihr zu laufen und sie zu biegen allein war das viel schwer als zu 2 aber auf Wort tausche Hunter wieder auf und guckt mir zu. Ich lachte und meinte nur ein paar Minuten ja. Er meine waren ja nur ein paar Minuten muss mich nur wenig Wasser ins Gesicht schmeißen. Ich steig wieder auf und Bat Hunter mir zu helfen Lady Lyneth Bowen zu biegen damit alles Klappte und sehe da zu Zweit war es echt viel leichter und das biegen und das Zirkel reiten Klappte ganz gut. Hunter saß sich auf die Absperrung und Guckte mir zu wie ich Lady Lyneth Bowen versuchte mir gefügig zu machen. Die Stute war faul und Unausgeglichen jetzt war mir klar wieso Hunter sie nicht so gerne Reiten wollte und er nur paar Minuten wie er sagt weg war. Ich ritt auch mit Lady Lyneth Bowen Aus der Ecke Kehrt und versuchte sie auch zu biegen aber es klappt nicht mir ihr egal wie oft wir es versuchten. Ich sagte zu Hunter dass die unbedingt trainiert werden sollte damit sie weiter kommen konnte in Dressur. Er meinte nur das es kein Problem sei und er es Gine sagen wurde da sie für Dressur zuständig sein. Ich ritt Lady Lyneth Bowen ab und zusammen brachten wir die Stute weg. Es war noch viel Zeit, Ich guckte Hunter nach gemacht Arbeit an und meinte nur was machen wir jetzt mein Flug geht erst Morgen früh. Er Zuckte nur mit den Schultern und meinte wir konnten einen Ausritt machen und er wurde mir die schöne Umgebung des Hofes Zeiten. Ich lachte ja klar können wir machen. Neben bei machte ich mir eine Kippe an und genoss sie und bat Hunter auch eine an und sagt man wir muss echt mit diesen Mist auf Horen. Er lachte und nahm sich eine und meine das konnte aber noch Jahre dauern. Nach der Kippe machten wir noch einen Ausritt bevor ich die Reise wieder nach Hause machte.
    • sadasha
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      16. Mai 2017 | von sadasha
      Widerwillig knurrend schaltete ich nach vier Snooze Durchgängen meinen Wecker aus und rappelte mich hoch. Gerade als ich mein Schlafzimmer verlassen wollte hämmerte es gegen die Türe: „Aufstehen, Frühstück wird kalt!“ rief meine Mutter und sah mich erschrocken an, als ich sofort die Tür öffnete und vor ihr stand. „Morgen.“ murrte ich und glitt an ihr vorbei ins Bad um mich fertig zu machen. Nach etwa einer halben Stunde hatte ich so viel Kaffee intus, dass ich voller Tatendrang war. Ein kurzer Blick auf den Arbeitsplan verriet mir, dass ich heute den Vormittag bei meinen Vollblütern verbringen würde. Gine hatte die Offenställe von Mr. Raw Depression, Ehrengold und CHH‘ Lamperd schon geöffnet, sodass die Hengste nach draußen gehen konnten. Die Stuten jedoch warteten noch ungeduldig darauf herausgelassen zu werden. Blütenzauber streckte ihren Kopf in die Stallgasse, als ich mit den passenden Halftern näher kam. Neben Blütenzauber, nahm ich auch Bear Totem’s Denali, LMR Lady Luna samt Little Miss Backyard, Scarlet in Birth samt Stars of Magic und Riven in a Dream samt Rouge Trap mit raus. Natürlich musste ich mehrmals laufen. Immer eine Stute links, eine rechts. Hatte die Stute ein Fohlen bei Fuß, so lief es ohne mein Zutun mit. Nachdem alle Stuten auf dr Weide standen kümmerte ich mich um die Youngsters. Golden Sugar und PFS Strolch standen zusammen mit Raving Hope Slayer auf der Bachelor Weide. CHH‘ Classic Spring hatte Gine gerade im Training. PFS‘ Savory Blossom war mit einem der Jockeys auf dem Weg zur Ovalbahn.

      „Jetzt sind es nur noch wir beide.“ sagte ich zu Moulan, während ich meiner Rappstute das Halfter überstreifte. Moulan ließ das bei mir mittlerweile ohne Angst zu. Auf der verlassenen Stallgasse machte ich sie fest und holte ihren Putzkoffer. Beim Putzen ließ ich mir ordentlich Zeit und untersuchte meine Stute auch auf Ungeziefer oder Schrammen. Moulan war im besten Zustand seit Langem. Wir hatten seit ein paar Tagen die Testergebnisse ihrer Farbgene da. Sie war ein reinerbiger Rappe, was mir sehr zusagte. Zwar war mir die Farbe meiner Pferde im Grunde egal, wenn ich jedoch die Wahl habe würde ich immer mehr zum Braunen oder Rappen tendieren als zum Fuchs. Bei der nächsten Decksaison ist Moulan auch dabei. Mit 10 Jahren war sie eine verhältnismäßig alte Maidenstute, doch sie brauchte die Zeit.

      Eine halbe Stunde später stand ich mit Moulan auf dem Springplatz. Vor dem Platz hatten es sich meine Mutter und Kerry gemütlich gemacht. „Was machst du hier?“ wollte ich Kerry wissen, die ich heute nicht eingeplant hatte. Sie lächelte nur und wank ab. Weiß der Himmel was sie wieder hatte. Ich dachte nicht weiter daran und konzentrierte mich auf Moulan unter mir. Wir nahmen zuerst ein paar Cavalettis zum warm werden, bevor ich sie auf den aufgebauten Parcours brachte. Fehlerfrei waren unsere Durchgänge heute nicht, jedoch hatte ich das Schwierigkeitslevel erhöht. Sie musste engere Kurven gehen und sich schneller auf die neuen Hindernisse einstellen als üblich. Am Ende konnten wir aber doch zufrieden sein. Ein Durchgang ohne gefallene Stange war wirklich lobenswert für eine Stute, die eigentlich nicht als Springpferd geboren ist. Nach dem Abreiten lobte ich Moulan abermals und brachte sie schließlich mit ihrer Abschwitzdecke auf die Weide zu den anderen Stuten. Der Vormittag war damit vorbei.

      Nach der Mittagspause setzte ich mich in meinen Wagen. „Wohin willst du?“ Kerry… Die hatte ich schon ganz vergessen. „Zum Pineforest Stable.“ gab ich knapp zurück und legte den Sicherheitsgurt an. „Aha, was machst du da?“ sie warf einen suchenden Blick auf den Beifahrersitz neben mich. „Ich besuche dort ein Fohlen, das ich gekauft habe.“ Kerry fing an zu strahlen. „Darf ich mit?“ Natürlich sagte ich nicht Nein. Ich hätte keinen triftigen Grund gehabt.
      Auf dem Gestüt von Occulta Smith herrschte regen Treiben. Kerry war begeistert wie viele Pferde und Mitarbeiter es hier gab. An jeder Ecke blieb sie stehen um sich etwas genauer anzusehen. Ich hingegen lief suchend von Gebäude zu Gebäude bis ich Occulta fand. Wir grüßten uns herzlich, bevor sie mich zu PFS‘ Storm Cat führte. Das junge Schimmelstutfohlen tollte auf der Weide und man sah ihr Rennpotential ganz deutlich. Ich war begeistert. Bis zuletzt hatte ich immer versucht mich mehr auf meinen Sport zu fokussieren, doch jetzt da ich eine eigene Ovalbahn hatte, hatte ich die freie Wahl. „Und immer noch zufrieden mit deiner Wahl?“ wollte Occulta wissen und ich nickte. Mehr als das. Ein Schimmelfohlen war schon immer mein Traum. Mit Storm Cat wurde dieser erfüllt. Eine ganze Weile blieb ich am Zaun stehen und sah meinem zukünftigen Pferd zu. Kerry lief währenddessen überall herum, bis sie auch das irgendwann langweilig fand und wieder zurück wollte.

      Erst gegen Abend trafen wir wieder auf dem Bear Brook EC ein. Der Feierabendverkehr hatte uns voll erwischt. Gut zwei Stunden standen wir im Stau. Erst als ich die drei auf der Weide sah fiel mir ein, dass ich sie vollkommen vergessen hatte. „Mist…“ murmelte ich und Kerry sah mich mitfühlend, aber verwirrt an. „Was denn?“ fragte sie. „Eigentlich hätte ich heute Iseabail, Felan und Lady Lyneth Bowen bewegen sollen.“ gab ich zurück und sprang aus dem Wagen, als ich ihn geparkt hatte. Gine war noch immer auf dem Hof, zumindest stand ihr Wagen hier. Ohne Kerry weiter zu beachten suchte ich sie und fand sie in der beleuchteten Reithalle. „Es tut mir leid, Gine. Hast du die drei auch noch bewegt?“ fragte ich. Gine saß gerade auf Mister Blockhead und es sah ganz so aus, als wäre sie gerade fertig mit ihm. Sie nickte lächelnd. „Alles gut, deine Mutter hat mir geholfen und die Reitponystuten mit bewegt.“ Das hieß Princess Sansa, Iceflower, Arcany und Eismärchen waren auch beschäftigt worden. „Wen hast du noch gemacht?“ fragte ich, da ich meine Gedanken gerade nicht sortieren konnte. „Samson, Niffler, Pendragon, PFS‘ Heart of Ocean und Zuckerwatte.“ gab sie zurück und stieg ab. „Das reicht für heute oder?“ fragte sie neckend. „Isaac kam aber auch noch, er hat Come Back Cupcake gemacht und sich dann um Emrys, Mephisto und Vikar gekümmert.“ Nun war ich komplett raus. „Morgen wird es besser.“ versprach ich. Mir tat es wirklich leid, die beiden so allein gelassen zu haben, aber mein Kopf ist heute Morgen anscheinend im Bett geblieben.
    • sadasha
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      22. Juli 2017 | 74.895 Zeichen von adoptedfox und sadasha

      Hunter | Seufzend ging ich noch einmal die Liste durch, die ich mir angelegt hatte um auch ja nichts zu vergessen. Wenn ich erstmal im Lager war konnte ich nicht mal eben aufbrechen und zurück nach Hause fahren um etwas zu holen. Toby und Ben hatten mir vor einer Stunde geschrieben, dass sie schon unterwegs waren. Es wurde also höchste Zeit für mich aufzubrechen. “Ihr kommt klar?” fragte ich mein Team, das kurz nickte und mir eine gute Zeit wünschte. Dann setzte ich mich in meinen Wagen und schrieb Käthe noch, dass ich ab jetzt eine Woche nicht erreichbar sein würde, sie mich aber durchaus besuchen konnte. Mit den Worten schickte ich ihr gleich einen Link zu allen weiteren Infos zum Lager, wie man hinkommt und was da überhaupt gemacht wird.

      Das Wetter war extrem wechselhaft. Welcome to summer in UK. dachte ich, als ich meinen Wagen geparkt und die erste meiner Taschen geschultert hatte. Toby kam mir auf halben Weg zum Lager entgegen. “Da bist du ja! Wir sind schon fast fertig!” meinte er und klopfte mir lachend auf die Schulter. Ungläubig sah ich ihn an. “So schnell?” doch Toby lachte nur und lief weiter. Als ich den Veranstaltungsplatz erreichte wurde mir klar, dass sie nur mit ihrem Zeltaufbau soweit fertig waren und Toby gerade das nächste holte. Bis zum Abend waren wir damit beschäftigt unsere Lager aufzuschlagen und alles für die nächsten Tage vorzubereiten. Alles fertig und sichtlich müde versammelten wir uns um ein kleineres Lagerfeuer. Das große würde erst morgen brennen. Die üblichen Gruppen hatten sich wieder gefunden und auch Ben, Toby und ich saßen wie üblich beisammen. Statt wie andere über die Erlebnisse der letzten Monate aufzuklären unterhielten wir uns über unsere Arbeit und was es dort so Neues gab. Ben war zwar kein Schmied, hatte aber großes Interesse daran alles zu lernen. Dafür klärte er uns über den ganzen alten Kram auf, den es zu wissen gab, wenn man lagern ging. Meine Welt war das nicht, wenngleich ich damit groß geworden bin. Ich hatte mich nie wirklich für die Geschichten über Konflikte interessiert. Mir gefiel die Geselligkeit und die Abgeschiedenheit von der modernen Welt. Lagern war Urlaub. Wenn wie diese Woche ein Markt damit verbunden war machte das Ganze noch mehr Spaß, da man dann im besten Fall noch mehr Menschen mit diesem Hobby anstecken konnte. Während ich so ins Feuer starrte gingen mir tausend Gedanken durch den Kopf. Vor allem war ich gespannt ob Käthe herkommen würde. Ich hatte keine Ahnung ob sie sich überhaupt ansatzweise für sowas interessierte. Aber es gab einiges zu sehen und zu unternehmen. Langweilig wurde es hier nie. “Wieso nimmst du eigentlich nie eins deiner Pferde mit?” fragte Ben und riss mich damit aus meinen Gedanken. “Weil ich nicht das passende Equipment hätte.” entgegnete ich ohne aufzusehen. Ben lachte: “Meinst du nicht, das lässt sich organisieren?” Schmunzelnd warf ich ihm einen Blick zu. “Sicher, aber vielleicht will ich das auch nicht.” Damit verstummte Ben. “Ich hab dich noch nie auf einem Pferd gesehen, dabei ist das dein Hauptgeschäft!” sagte er gespielt gekränkt. Toby lauschte nur still und grinste. Er hatte seinen Wallach immer dabei. “Not gonna happen.” korbte ich ihn und sah zu Toby um von mir abzulenken. “Was macht Tyr?” Das Grinsend verschwand von seinem Gesicht. “Dem geht es wieder gut. Bis vor zwei Wochen hatte er Mauke.” Seine Miene verdüsterte sich kaum merklich. “Oh…” ich zog die Brauen hoch. “Mitten im Sommer? Wie kommts?” hakte ich nach. Toby fing daraufhin an zu erzählen, was als Ursache vermutet wurde und das klang ganz und gar nicht prickelnd. Unwillkürlich dachte ich an meine eigenen Pferde mit Behang und versuchte mir zu merken, dass ich da noch Vorsorge betreiben wollte, wenn ich wieder heim kam. Mister Blockhead, Iseabail und Co würden es mir danken.

      Die erste Nacht im Zelt war selig. Am liebsten wäre ich nicht aufgestanden, doch bevor die ersten Gäste kamen wollte ich die kleine, alte Schmiede angefeuert haben. Frühstück wäre auch nicht schlecht. “Also Hunter…” grüßte mich Ben und setzte sich samt Stulle zu mir. “Wann holst du dein Pferd her? Passendes Equipment finden wir schon.” Er betonte das Wort Equipment sehr abfällig um zu unterstreichen, dass das ja überhaupt kein Problem darstellt. Ich lächelte nur höflich und ignorierte seine erneute Forderung, bis ich eine deutlich hellere Stimme vernahm. “Genau, Hunter!” Die Frau die Ben da bekräftigte kannte ich noch nicht, also beschloss ich das Gespräch auf sie zu lenken. “Kennen wir uns?” hakte ich nach. Die Blondine setzte sich mir gegenüber und löcherte mich mit Blicken. “Nein. Aber ich hab gehört du heißt Hunter.” meinte sie und lächelte herzerwärmend. Kühl sah ich zurück. “Und wie heißt du?” wollte ich wissen. “Lily. Woher kommst du?” Eigentlich hatte ich gehofft, sie würde das Gespräch nicht vertiefen. Mein Interesse daran sämtliche Details über mich preiszugeben ging gleich Null. Also sah ich mich hilfesuchend nach Ben um. Er zog die Schultern hoch und stand auf. “Du solltest nach deiner Schmiede sehen.” sagte er nachdem er sich kurz umgesehen hatte. Guter Junge! “Tut mir leid, Lily. Ich muss los.” sagte ich entschuldigend und verschwand zur Schmiede, die noch immer nicht so heiß war, wie sie werden musste. Trotzdem fing ich an mir alles zurechtzulegen, jetzt wo ich eh schon da war. Die ersten Besucher kamen auch schon auf das Gelände und Ben war schon bald voll in seinem Element. Er liebte es die Leute herumzuführen und sie dazu anzustacheln Sachen auszuprobieren und zu kaufen. Toby war bei Tyr und machte ihn fertig, da er den halben Tag im Sattel verbringen würde.

      Käthe | Interessiert las ich die Mail durch die Hunter mir geschickt hatte. Ich war bisher auf noch keinem Mittelaltermarkt und war unsicher ob ich fahren sollte oder nicht. Erin arbeitete Hibana gerade im Roundpen und ich entschied mich, mich zu ihr zu gesellen. “Langsam wird es!” rief ich ihr zu und lehnte mich an den Zaun. “Manchmal ist sie ein ziemlich stures Stück.” lachte sie und holte die Stute zu sich. In Gedanken versunken starrte ich die dunkle Stute an. “Was überlegst du?” fragte Erin mich. “In Lincolnshire ist ein Mittelaltermarkt und ich überlege ob ich mir das ansehen soll.” antwortete ich ihr und warf ihr einen kurzen Blick zu. Sie runzelte die Stirn und grinste mich dann frech an.
      “Du willst nicht zufällig wegen einem gewissen Mann hin?”
      “Möglicherweise.”
      “Fahr! Ich bringe die Pferde später in den Stall und übernehme die Fütterung.”
      “Ich liebe dich, Erin!”
      “Danke.” antwortete sie und schüttelte den Kopf. Ich lief zum Haus und zog mich um bevor ich mich auf den Weg machte. Nach gut einer Stunde Fahrt hatte ich das Veranstaltungsgelände gefunden und stellte den Wagen auf dem Parkplatz ab. Ich steckte mein Handy in die Hosentasche und lief geradewegs in die Menschenmenge. Das wird ja einfach Hunter zu finden dachte ich und versuchte mir einen Überblick zu verschaffen. Ein größerer Mann, der nicht älter als ich zu sein schien, beobachtete mich und kam auf mich zu. “Du warst noch nie hier, das sehe ich sofort! Ich bin Ben!” sagte er und hielt mir die Hand zur Begrüßung hin. “Ich bin Käthe. Bin ich etwa so auffällig?” fragte ich und lächelte gezwungen. “Hätte ich dich sonst angesprochen? Darf ich dich rumführen?” fragte er und hielt mir seinen Arm hin. Unsicher ob es richtig war mit jemandem Fremdes mitzugehen hakte ich mich bei ihm unter und folgte ihm über das Gelände. Er zeigte mir die verschiedenen Stände und erzählte mir von den geplanten Shows. An einem Stand blieb er abrupt stehen. “Warte hier, du musst das probieren!” rief er freudig und kam wenige Minuten später mit einem Krug wieder den er mir reichte. “Was ist das?” fragte ich und roch an der mir unbekannten Flüssigkeit. “Met, probier!” sagte er und sah mich erwartungsvoll an. Ich nippte an dem Krug und sah ihn an. “Ist das Alkohol?” fragte ich und nahm erneut einen Schluck. “Ja, was dachtest du denn?” lachte Ben und führte mich zu den Handwerksständen. “Früher wurden die Schmieden noch per Hand betrieben. Wie du sehen kannst war das gar nicht so einfach!” sagte er und blieb stehen. “Hunter?” fragte ich und drückte Ben den Krug in die Hand.

      Hunter | Als ich aufsah und mir mit dem Hemdärmel den Schweiß von der Stirn rieb sah ich in das verdutzte Gesicht von Ben und in das von Käthe. Ich unterbrach meine Arbeit und ging auf die beiden zu um Käthe zu begrüßen. “Ich glaub umarmen willst du mich jetzt nicht.” meinte ich grinsend. “Wieso denn nicht?” fragte sie und schlang ihre Arme um mich. “Okay.” brachte ich raus und sah Ben an, der anfing irgendwas zu stottern. Als er sich gefasst hatte fragte er woher wir uns denn kennen würden. “Über die Pferde.” erklärte ich knapp. “Schön, dass du hier bist. Hast du Spaß?” fragte ich Käthe. “Ich habe Met getrunken, also ja.” lachte sie und sah zu Ben. “Gut so. Ich muss das da fertig machen, danach kann ich Bens Part übernehmen. Wenn du magst.”
      “Das heißt du sprichst fremde Mädchen an und lässt sie Met trinken?” fragte sie lachend.
      “Nein, aber dich würde ich schon gerne persönlich herumführen.”
      “Da kann ich wohl kaum Nein sagen.”
      Ben klatschte in die Hände und schob Käthe weiter. “Bis gleich Hunter!” rief er lachend. Es dauerte etwa eine halbe Stunde, bis ich die Schmiede an Toby übergeben konnte, der Tyr auf seine Weide gebracht hatte. Suchend lief ich über den Markt, bis eine glockenhelle Stimme meinen Namen rief. “Hey bleib stehen!” rief Lily und holte auf um sich vor mich zu stellen. “Hast du jetzt frei?” wollte sie wissen und sah mich hoffnungsvoll an. Ich knurrte ein “Nein.” und sah mich weiter nach Käthe und Ben um.

      Käthe | Lachend stellte ich den Krug auf den Tisch und wischte mir eine Träne weg. “Ben hör auf du bist unmöglich!” brachte ich hervor. Ben, der nun ebenfalls lachte trank einen Schluck aus dem Krug und lehnte sich zur Seite. “Schau, da ist Hunter!” sagte er und nickte in seine Richtung. Ich drehte mich um und entdeckte ihn mit einer anderen Frau redend. Ohne auf Ben zu warten stand ich auf und lief auf die beiden zu, was mir aufgrund des Mets etwas schwer fiel. “Da bist du ja!” sagte ich und gesellte mich zu ihnen. Hunter sah erleichtert aus mich zu sehen und legte einen Arm um mich. Die Frau hingegen sah uns entgeistert an. “Hi, ich bin Lily!” sagte sie einen Augenblick später und streckte mir ihre Hand hin. “Lily, schön dich kennenzulernen! Ich bin Käthe. Bist du öfter hier?” fragte ich lächelnd und schüttelte ihre Hand. “Ja, du nicht?” sie warf Hunter einen Blick zu, als wollte sie sagen: ‘Bei dem Mann solltest du immer hier sein.’. “Ehrlich gesagt bin ich nur wegen ihm hergekommen.” antwortete ich ihr und winkte Ben zu uns, der noch immer am Tisch saß. Der junge Mann folgte sofort und kam strahlend zu uns. Wir unterhielten uns noch kurz, bevor Hunter mich dazu drängte weiter zu gehen. “Wo gehen wir hin? Wir können Lily und Ben doch nicht alleine lassen.” fragte ich und sah Hunter an. Ungläubig sah er zu mir herab. “Wir gehen zu einem der Plätze wo gekämpft wird.” meinte Hunter und bugsierte mich bis zu einem Strohballen, wo er sich mit mir hinsetzte. Von hier aus konnten wir den Showkampf zwischen drei Schwertkämpfern beobachten. “Du hast aber nicht vor mitzukämpfen, oder?” fragte ich und lehnte mich gegen ihn. “Nein, dafür bin ich zu ungeübt.” meinte er lachend. “Gut so!” sagte ich und sah dem Kampf weiter zu. “Aber wir arbeiten dran.” fügte er hinzu ohne mich anzusehen. Ich sah ihn an und überlegte ob er das Ernst gemeint hatte. Da er es mied mich anzusehen ging ich davon aus dass es so gemeint war wie er es gesagt hatte. “Ihr seid aber vorsichtig, oder?” fragte ich besorgt nach. “Die Waffen sind nicht scharf, falls du das meinst.” erklärte er und sah mich kurz an. “Das beruhigt mich ungemein!” sagte ich lachend. “Was aber nicht heißt, dass man sich damit nicht verletzen kann.” rief Ben lachend, der auf dem Strohballen hinter uns saß. Erschrocken fuhr Hunter rum. “Wie lange sitzt du schon da?!” Ben lachte einfach weiter ohne die Frage zu beantworten. Ich schlug Hunter gegen die Brust. “Du Lügner!” rief sie. “Eh!” Hunter wandte sich wieder zu mir. “Ich hab nicht gelogen!” beschwerte er sich. Ben hatte sich jetzt wieder gefasst. “Apropos, du hast ja jetzt Freizeit, nicht wahr?” Hunter nickte ihm zu. “Na dann los gehts!” forderte Ben und stand auf. “Jungs?” fragte ich und sah die beiden erschrocken an. “Du kommst natürlich mit!” bestimmte Ben und brachte uns zu einer Wiese hinter eine Reihe von Zelten, wo Besucher nicht hingingen. Ich setzte mich auf den Boden und sah abwechselnd von Hunter zu Ben die sich für den Kampf vorbereiteten. Ben warf Hunter einen Kampfstab zu und ging etwas weiter in die Wiese. “Tu dir bitte nicht weh, Hunter.” rief ich und beobachtete die beiden. Als Ben mir einen vorwurfsvollen Blick zuwarf fügte ich “Du auch, Ben!” hinzu.
      Die beiden schienen tatsächlich ein wenig Rücksicht aufeinander zu nehmen. Die Bewegungen wurden erst schneller und unvorhersehbarer, als sie schon eine Weile kämpften. Ab und an trafen sie sich auch mit ihren Schlägen, rappelten sich aber immer wieder auf und machten weiter. Ben hatte sich von Hunter abgewandt und vollzog mit seinem Stab eine beeindruckende Drehung. Auch Hunter beobachtete diese Vorführung und schien nicht damit zu rechnen im nächsten Augenblick angegriffen zu werden. Ben schlug, als er sich wieder umdrehte, mit voller Wucht auf Hunters Schulter ein und ließ den Stab dann vor Schreck fallen, weil Hunter in die Knie ging und sich die Schulter hielt. “Hunter! Ben was hast du getan?” erschrocken sprang ich auf und lief auf Hunter zu. Ben hatte sich schon zu Hunter gehockt und half ihm sich aufzusetzen. “Das war nicht meine Absicht!” rief Ben panisch. “Tut es sehr weh?” fragte ich und nahm Hunters Hand von seiner Schulter. “Ben hol ein Handtuch!” wies ich ihn an. Er folgte und rannte in eines der naheliegenden Zelte. “Ist okay.” sagte Hunter gepresst und man sah ihm an, dass er Schmerzen hatte. Kurze Zeit später kam Ben mit einem Handtuch und einer Wasserflasche wieder. “Tut mir Leid, Hunter. Aber das wird kurz weh tun.” sagte ich und zog ihm das Hemd über den Kopf. Hunter stöhnte vor Schmerz auf als ich seinen Arm bewegte. Ich nahm Ben das Handtuch ab und schüttete etwas Wasser darüber bevor ich es Hunter auf die Schulter drückte. “Wir sollten einen Arzt rufen, das sieht echt böse aus.” sagte ich und sah zu Ben auf, der die Wasserflasche umklammerte. “Wir haben Sanitäter vor Ort!” erinnerte sich Ben und lief wieder los. “Warte doch!” rief ich ihm hinterher und versuchte Hunter auf die Beine zu helfen, was aufgrund des Größenunterschieds nicht wirklich klappte. Ben eilte zu uns zurück und stützte Hunter. Ich hob sein Hemd auf und folgte den beiden zu den Sanitätern. “Er hat eine Platzwunde an der Schulter, können sie sich das ansehen?” fragte ich einen der Sanitäter und zeigte auf Hunter. Der Sanitäter nickte und Ben half Hunter ins Zelt. “Wie ist das passiert?” fragte der Sanitäter als er das Handtuch ab nahm. Ich warf Ben einen vorwurfsvollen Blick zu. “Beim Übungskampf.” meldete Hunter sich zu Wort, noch bevor Ben irgendwas sagen konnte. Während der eine Sanitäter die Platzwunde begutachtete bereitete ein anderer einen Venenzugang vor. “Sieht aus als müssten wir das nähen.” sagte er und sah Hunter an, der in die Leere starrte. “Ist bei ihnen beiden alles in Ordnung?” fragte einer der Sanitäter und sah Ben und mich prüfend an. Ich nickte und sah zu Ben, der mittlerweile etwas bleich war. “Mir ist schlecht.” sagte er und ließ sich auf einen der Stühle sinken. Seufzend sah ich ihn an. “Trink etwas und mach dir keine Sorgen. Das wird schon wieder.” sprach ich beruhigend auf ihn ein und wendete mich dann an Hunter. “Ich fühle mich schlecht weil dir immer etwas passiert wenn ich dabei bin.” sagte ich und lächelte ihn an. “Glaub mir daran bist nicht du schuld.” sagte er und beobachtete wie die Sanitäter alles zum Nähen der Wunde vorbereiteten. “Soll ich deine Hand halten?” fragte ich und setzte mich neben die Liege auf einen Hocker. Er lachte kurz. “Das geht schon.” Ich stand wieder auf, sagte “Dann eben nicht.” und ging zu Ben um zu sehen wie es ihm ging. Mit einem Mal wurde die Plane zur Seite gerissen und Lily stürmte herein. “Oh mein Gott, was ist passiert?” besorgt schmiss sie sich auf den Hocker, auf dem ich vor wenigen Sekunden noch saß und griff nach Hunters Hand. Hunter zog diese sofort zurück und warf mir einen unsicheren Blick zu. Ben und ich sahen uns kurz an und unterdrückten ein Lachen. Ich sah zu Hunter und zuckte mit den Schultern. “Gehört sie zu euch?” fragte einer der Sanitäter und ohne explizit “Nein” zu sagen erkannten sie, dass Lily in diesem Moment nicht im Zelt sein sollte. Sie wurde daraufhin raus gebracht. Der zweite Sanitäter begann währenddessen damit Hunters Wunde zu säubern und anschließend zu vernähen. “Du hast dir aber schnell Ersatz gesucht.” sagte ich und warf Hunter einen frechen Blick zu. Düster sah er zurück und brummte. Mehr war wohl gerade nicht drin. Wir warteten bis die Sanitäter die Wunde versorgt hatten und Hunter entließen.

      Hunter | Ben warf mir immer wieder entschuldigende Blicke zu, als wir nochmal zur Wiese gingen um die Stäbe einzusammeln und wegzubringen. “Es ist okay Ben. Sowas passiert, jetzt hör auf mich so anzusehen!” Er nickte und wir gingen zusammen zurück. “Habt ihr auch Hunger?” fragte ich Käthe und Ben, der sofort den Kopf schüttelte. “Du kennst dich hier eher aus. Such uns was gutes!” sagte sie und klopfte Ben auf die Schulter. Er rang sich ein Lächeln ab und überlegte kurz, bevor er uns ein paar Sachen vorschlug. “Wir holen uns Fladenbrot.” bestimmte ich und deutete auf die Bude ein paar Meter weiter. Mit dem Fladen auf der Hand lehnte ich mich gegen die Seite der Bude. Auch Ben hatte sich etwas zu Essen geholt, obwohl er zuerst nicht wollte. “Wie lange macht ihr das eigentlich schon?” fragte Käthe und sah Ben und mich abwechselnd an. “Seit jetzt knapp 9 Jahren.” antwortete Ben rasch und sah zu mir, als ich gerade von meinem Fladen abbiss. “Wow das hätte ich nicht erwartet.” Ben nickte eifrig. “Hunter macht das aber noch länger als ich!” sagte er begeistert, doch ich kaute noch immer und machte keine Anstalten zu antworten. Käthe nickte beeindruckt. Als wir aufgegessen hatten gingen wir zurück zum Lager. Die drei Zelte waren um die Schmiede herum angeordnet, an der Toby noch arbeitete und gerade ein paar Leuten etwas über die alte Technik erzählte. “Ich misch mich mal wieder unters Volk.” sagte Ben und lief los. “Ich hoffe es hat dir trotzdem gefallen hier zu sein.” sagte ich. “Es ist auf jeden Fall spannend!” Ben kam noch einmal zurück gelaufen und blieb völlig außer Atem bei uns stehen. “Käthe?” fing er immer noch nach Luft schnappend an. “Du brauchst auch ein passendes Outfit!” Ich lachte. “Und dafür rennst du dir die Seele aus dem Leib?” fragte ich, doch Ben ignorierte mich und sah Käthe auffordernd an. “Ben, ich weiß nicht…” sagte sie und sah mich hilfesuchend an. Ich lächelte ihr aufmunternd zu. “Wieso nicht?” - “Ok. Aber Ben, du musst dir die Augen zuhalten wenn ich mich umziehe!” sagte sie lachend und warf mir einen kurzen Blick zu. Schmunzelnd sah ich sie an. “Es gibt hier sowas wie Umkleiden. Nicht ganz so stabil, aber sie schützen vor Blicken.” Sie hockte sich vor mich und sah mich an. “Na gut, für dich.”
      Ich versank kurz in ihren Augen, bevor ich mich auf dem Gelände umsah. “Wir gehen da hinten hin.” meinte ich und nickte zum Zelt einer älteren Dame, die soweit mir bekannt, die besten Sachen nähte. Ben stimmte mir freudig zu und lief mit uns quer über den Platz. Wir stellten uns kurz vor und sahen uns dann um. “Denk dran, dass sie zu dir passen muss vom Stand her.” merkte Ben an. “Und übrigens, Hunter. Du solltest dir auch mal wieder was überziehen.” Ich lachte. “Hier laufen doch viele oben ohne rum.” sagte ich und ließ meinen Blick kurz über den Markt schweifen. Tatsächlich waren eine handvoll Männer oben ohne. Andererseits hatte Ben recht damit, dass ich ein neues Hemd brauchte. “Sag, wenn dir etwas gefällt und achte nicht auf die Preise. Wir können da noch dran drehen.” flüsterte ich Käthe ins Ohr und verschwand dann hinter dem Kleiderständer um zu den Männersachen zu kommen. Ben fing an Käthe zu beraten, während ich relativ schnell zwei Hemden gefunden hatte, die ich kaufen würde. Käthe befand sich gerade in der Umkleidekabine, also stellte ich mich neben Ben. Die ältere Dame, der der Stand gehörte kam aus der Umkleidekabine und lächelte Ben und mich an. “Du wirst erwartet, Kindchen.” sagte sie mit sanfter Stimme und öffnete den Vorhang der Kabine. Käthe zupfte unsicher das Kleid zurecht und trat einen Schritt aus der Kabine.
      Ich musterte Käthe von oben bis unten. “Wie fühlst du dich da drin?” wollte ich wissen, als ich wieder oben angelangt war. “Dreh dich mal!” meinte ich lächelnd. Käthe sah verdammt gut aus. Sogar Ben hatte es die Sprache verschlagen. “Ich fühle mich, als wäre ich in eine andere Zeit versetzt worden.” sagte sie und drehte sich. “Aber es gefällt mir besser als ich es erwartet hätte!” fügte sie hinzu und lächelte abwechselnd Ben und mich an. “Schön.” sagte ich lächelnd und schaffte es gerade so meinen Blick von ihr abzuwenden. “Willst du die eigentlich nicht anprobieren?” fragte mich die Verkäuferin mit Blick auf die Hemden, die ich noch immer herum trug. “Genau, ab in die Umkleide.” meinte Ben und schob mich hinter den Vorhang. “Käthe braucht noch Schuhe!” rief ich bevor Ben den Vorhang wieder zuzog und ich alleine dastand. Was denkt der sich eigentlich? Unter stechenden Schmerzen, weil ich meine Schulter bewegen musste um ins Hemd zu kommen zog ich das erste Hemd an. Es passte und damit kam ich wieder hinter dem Vorhang vor. “Super.” sagte die Verkäuferin glücklich. Käthe und Ben standen schon bei den Schuhen. “Und das andere?” fragte sie noch, doch ich schüttelte den Kopf. “Das wird auch passen.” brummte ich und gab ihr das Geld, was sie kosten sollten, um anschließend zu Käthe und Ben zu gehen. “Schon etwas gefunden?” fragte ich grinsend. Doch großartig begeistert schien Käthe nicht zu sein. “Nicht wirklich. Fallen meine Schuhe denn sehr auf?” fragte sie und sah an sich herab. “Ja.” sagte ich knapp und sah runter zu ihren Füßen. “Sicher? Das Kleid fällt doch drüber.”
      “Sobald du gehst nicht mehr.”
      “Du kannst mich ja tragen. Oder Ben trägt mich.”
      Ich brummte unzufrieden und nahm ein paar Halbstiefel in die Hand, die zwar nicht sonderlich authentisch waren, aber weniger auffallen würden als Chucks. “Wie wärs damit?” Sie schnappte mir die Schuhe aus der Hand und begutachtete sie. “Wenn es dich zufriedener stimmt, dann ja!” sagte sie und probierte einen an. “Sieht doch toll aus!” meinte Ben begeistert. “Ben du bist ein ganz schöner Charmeur.” sagte sie und knuffte ihn. “Sind sie denn gemütlich?” wollte ich wissen und ignorierte das, was gerade vor mir ablief. “Ja! Und wenn du mich so an deiner Seite akzeptieren kannst würde ich es kaufen.” - “Kann ich.“ sagte ich und wandte mich der Verkäuferin zu, die wieder bei uns stand. “Wie wärs denn noch mit Accessoires?” fragte sie höflich und zeigte zu den Gürteln, Hauben und allerlei Schmucksachen. “Haben sie denn einen Gürtel mit einer Art...Tasche?” frage Käthe und griff nach meinem Arm. Die Verkäuferin nickte wissend und suchte etwas passendes heraus. Sie ging zu Käthe und probierte den Gürtel an. “Perfekt! Den nehme ich dann auch.” sagte Käthe freudig. “Die Tasche können sie auch abnehmen.” erklärte die Verkäuferin noch, bevor wir alles bezahlten. Käthe drehte sich zu mir um während sie bezahlte und fragte, ob sie sich bei uns im Zelt umziehen könne. “Ja klar!” rief Ben wie selbstverständlich und kassierte einen vielsagenden Blick von mir. Nachdem auch sie gezahlt hatte machten wir uns auf den Weg zurück zum Lager. Ben lief voraus. “Du bist doch nicht etwa eifersüchtig?” fragte Käthe und sah grinsend zu mir auf. “Nein.” antwortete ich und ging mit ihr in mein Zelt, wo Ben schon wartete. “Raus hier!” sagte ich ruhig aber bestimmt und Ben verließ scherzend das Zelt. “Werde ich jetzt bestraft?” fragte Käthe und lachte. Schmunzelnd sah ich sie an. “Zieh dich einfach um.” sagte ich und setzte mich auf den Boden. “Vor dir?” fragte sie und sah mich erschrocken an. “Soll ich mich wegdrehen?” fragte ich lachend. “Ich darf doch wohl bitten. Welche Strafe erhielten Männer früher, wenn sie eine junge Dame bedrängten?” fragte sie lachend und zog sich die Schuhe aus. “Glaub nicht, dass ich dich darüber aufklären werde.” meinte ich und drehte mich um, damit sie ihre Ruhe hatte. “Aber warum denn nicht?” fragte sie während sie sich umzog. “Du musst mir mit der Schnürung helfen, da komme ich alleine nicht hin.” fügte sie hinzu und lachte. Ich rappelte mich auf und sah mir an, was man da wie schnüren musste. “Einen Moment.” bat ich, während ich die Fäden kurz überblickte. Als ich alles soweit überblicken konnte fing ich an die Schnüre fester zu ziehen. “Sag bescheid, falls es zu fest oder zu locker ist.” - “Mach ich.” sagte sie und hielt ihre Haare zur Seite damit ich bessere Sicht hatte. Käthe zog sich ihre Schuhe an und band den Gürtel um. Als sie das Telefon in die Tasche stecken wollte hielt ich ihren Arm fest. “Das bleibt hier.” sagte ich mit drohendem Blick. Sie zog ihre Augenbrauen hoch und steckte das Telefon in einen ihrer Chucks die auf dem Boden standen. “Bitte entschuldigen sie.” scherzte sie und ging an mir vorbei um das Zelt zu verlassen. Ich folgte ihr und sah draußen sofort, dass die Besucher so gut wie alle weg waren und einige der Anderen das große Lagerfeuer anzündeten. “Wer bist du denn?” fragte Toby Käthe und ging auf sie zu. “Käthe. Ich gehöre zu Hunter.” antwortete sie und lächelte. Erstaunt sah Toby mich an. “Das hättest du uns aber erzählen können.” sagte er vorwurfsvoll. “Tut mir leid.” meinte ich und grinste ihn schief an. “Setzen wir uns ans Feuer?” fragte ich die drei. Da keiner einen Einwand hatte ging ich vor und suchte einen Platz der nicht zu nah am Feuer lag, aber trotzdem ordentlich wärmer war als die Sitzplätze rund um unser Lager. “Hier ist es doch schön!” sagte Käthe und blieb einige Meter entfernt stehen. “Sie hat Recht, Hunter.” sagte Ben, der sich sofort auf den Boden setzte und eine Flasche Met aus seinem Beutel zog den er mit sich trug. “Wer will auch was trinken?” fragte er grinsend. Als sein Blick auf mich fiel fügte er hinzu: “Du nicht, du hattest eine Infusion!” Käthe setzte sich nun ebenfalls auf den Boden. “Ich trinke für ihn mit.” sagte sie und grinste mich frech an. Ich rang mir ein Lächeln ab und setzte mich zu ihnen. Auch Toby hatte es sich gemütlich gemacht. “Was ist da eigentlich passiert? Ich hab das nur so halb mitbekommen?” fragte Toby. Ben holte ellenweit aus und fing an einen Roman aus der Geschichte zu machen. Irgendwann stand ich auf und zog einen der nicht besetzten Strohballen rüber, damit ich mich dagegen lehnen konnte. “Du hättest Käthe ja auch mal einen mitbringen können!” feixte Ben und stand auf um zwei weitere Strohballen zu holen. “Danke, Ben!” sagte ich betont gereizt, damit er merkte, dass er bald zu weit ging. “Du bist also nicht eifersüchtig?” flüsterte Käthe mir zu und sah mich an. Ich sah Käthe verwirrt an und dachte nach. Und wenn schon. Ich hätte tausend Gründe dafür! Mein Blick fiel auf Bens Metflasche. Auch wenn ich vielleicht keinen Alkohol trinken sollte, Durst hatte ich trotzdem. Also stand ich auf, ging zu meinem Zelt und suchte nach einer Wasserflasche. Als ich zurück zu den anderen ging hatte Käthe sich gerade wieder gesetzt. “Tut mir Leid, es schmeckt einfach!” sagte sie und lächelte mich entschuldigend an als sie meinen fragenden Blick sah. “Du darfst ja.” sagte ich versöhnlich und ließ mich vor dem Strohballen nieder und schloss für einen Moment die Augen. “Ich möchte aber nicht, dass du mich für alkoholabhängig hältst.” sagte sie leise und lehnte sich gegen mich, darauf achtend, nicht meine Schulter zu berühren. “Tu ich nicht.” flüsterte ich ohne mich zu rühren. Irgendeine Gruppe machte etwas Musik um die Stimmung nochmal aufleben zu lassen. “Darf ich bitten?” Als ich die Augen öffnete sah ich wie Ben Käthe die Hand anbot. Sie sah mich fragend an. “Mach nur.” knurrte ich, da ich heute nicht zum tanzen aufgelegt war. Käthe stand auf und beugte sich über mich. “Mach dir keine Gedanken.” sagte sie leise und drückte mir einen Kuss auf bevor sie Bens Hand ergriff und mit ihm näher an die Gruppe ging, die musizierte. “Sie ist hübsch.” meldete Toby sich zu Wort, den ich schon fast wieder vergessen hatte. Ich brummte zustimmend und schloss wieder die Augen, da ich jetzt nicht reden wollte. Nach einer Weile sah ich nach Ben, der Käthe gerade ein paar Tanzschritte erklärte. Sie hatte sichtliche Freude daran und man sollte meinen, sie hätte nie etwas anderes getan. Als sie bemerkte, dass ich den beiden zusah, winkte sie mir zu. Ben war schon ordentlich betrunken und schien nicht zu merken, dass er immer wieder seine Grenzen überschritt. Käthe schien das nicht zu bemerken, vermutlich hatte sie genug Met getrunken um es zu ignorieren. Eine ganze Weile beobachtete ich das Schauspiel noch, bis ich aufstand und auf die beiden zuging. “Hunter, bleib hier!” warnte mich Toby und lief mir hinterher. Toby griff nach meinem Arm und hielt mich fest. “Lass mich los.” knurrte ich und drehte mich um um weiterzugehen. In genau diesem Moment zog Ben Käthe an sich und küsste sie. Zu meiner Verwunderung verpasste Käthe ihm eine ordentliche Ohrfeige und ging einen Schritt zurück. “Was machst du da, Ben?” rief sie und hob drohend die Hand. Verwirrt sah Ben sie an, schien sich aber nicht groß aufhalten zu lassen von einer Ohrfeige und startete einen neuen Versuch. “Hey!” rief ich und riss mich aus Tobys Griff um schneller laufen zu können. “Ben hör auf!” schrie sie ihn mittlerweile an und versuchte ihn von sich weg zu drücken. Ich riss Ben herum, als ich endlich bei ihm war und suchte seinen Blick. “Geh jetzt!” sagte ich drohend und gab ihm damit eine letzte Chance. Doch Ben schlug mir mit beiden Händen vor die Brust und schubste mich damit weg. Käthe hatte sich einige Meter entfernt und stützte sich, schwer atmend, an einem der Strohballen ab. Ein großer, breit gebauter Mann der Musikergruppe ging auf Ben zu und packte ihn am Arm. Wahrscheinlich hatte Ben einfach nur Glück, aber er schaffte es kurz sich dem Griff zu entziehen und schlug dann kurz auf mich ein, bis er wieder gepackt wurde. Bevor ich kontern konnte, hatte Toby meine Arme gepackt und hielt sie auf meinem Rücken fest. “Beruhigt euch!” rief er. Der Mann schob Ben vor sich her und verschwand hinter einem der Zelte. “Hunter?” fragte Toby und ließ mich los. “Ich glaub Käthe geht es nicht gut.” sagte er und lief zu ihr. Mir wurde schwarz vor Augen, weil Toby wohl nicht meine Schulter bedacht hatte. Schwankend suchte ich Halt und fand schließlich einen der Strohballen an dem ich mich herabsinken ließ. “Ruft einen Sanitäter!” rief Toby in die Menge und setzte Käthe auf einen der Strohballen die sich vornüber beugte und noch immer schwer atmete. “Ich glaube er braucht auch Hilfe.” rief eine Frau neben mir, die ich aber nicht erkannte, weil mir immer schlechter wurde.
      “Hunter? Hunter!” Toby war bei mir und schien sichtlich erleichtert zu sein, dass ich wach war. “Wie geht es Käthe?” fragte ich und richtete mich auf um zu sehen wo ich war. Toby drückte mich wieder nach hinten. “Bleib liegen. Käthe liegt auch hier.” Einer der Sanitäter hatte uns gehört und kam zu mir. “Ihre Freundin hatte eine Panikattacke. Ihr geht es mittlerweile aber besser.” erklärte er mir und sah mich ernst an. “Sie sollten sich das nächste Mal nicht mit einer frisch genähten Wunde Schlagen.” mahnte er mich und ging wieder. Fragend sah ich Toby an. “Deine Naht ist gerissen. Du solltest dich wohl besser schonen.” sagte er und nickte mir aufmunternd zu. “Sag das Ben…” knurrte ich und sah mich suchend nach Käthe um. “Ben hat von dem Großen noch ordentlich was abbekommen und ist nicht mehr hier.” erklärte Toby. Ich hörte wie die Sanitäter mit jemandem redeten. Kurz darauf erschien Käthe hinter Toby. “Wie geht es dir?” fragte sie und blieb neben ihm stehen. “Besser. Du hattest eine Panikattacke?” fragte ich besorgt und machte wieder Anstalten mich aufzusetzen, die Toby allerdings sofort unterband. “Ich bekomme Angst wenn man mich derart bedrängt. Ich mag Ben, aber doch nicht so.” Sie setzte sich neben mich und nahm meine Hand. “Hunter bitte sei mir nicht böse. Ich wollte das nicht!” sagte sie und sah mich flehend an. “Das war nicht deine Schuld.” sagte ich kühl. “Ben war schon immer so. Ich hätte dich warnen sollen.” - “Ich fühle mich trotzdem schlecht.” sagte sie und sah auf den Boden. “Würde ich auch nach einer Panikattacke.” meinte ich grinsend. Auch Toby lächelte Käthe an. “Mach dich nicht verrückt. Ich geh jetzt zu Tyr. Bis später, ihr zwei.”
      Käthe drückte meine Hand und sah weiterhin zu Boden. Jetzt da Toby weg war konnte ich mich aufsetzen und suchte Käthes Blick. “Hey, hör auf ihn, wenn schon nicht auf mich.” sagte ich leise. “Ich mache mich nicht verrückt. Ich habe Angst dass du denkst ich hätte es provoziert.” - “Mache ich nicht.” erklärte ich ihr und versuchte den Sanitäter zu ignorieren, der uns argwöhnisch beobachtete. “Meinst du sie lassen dich wieder gehen?” fragte sie und sah zu den Sanitätern. “Mir wurde nichtmal erklärt was genau passiert ist.” Nun sah ich doch rüber, woraufhin der Sanitäter zu uns kam. “Das hatte ja schon ihr Freund übernommen.” sagte er mit böser Miene. “Sie bleiben erstmal hier, wenigstens bis morgen früh.” bestimmte er und sah in mein empörtes Gesicht. “Wieso?” - “Weil sie offenbar keine Kontrolle darüber haben sich zu schonen! Das übernehmen wir jetzt und jetzt legen sie sich verdammt nochmal hin!” Käthe sah den Sanitäter eindringlich an. “Ich werde auf ihn aufpassen! In seinem Zelt.” sagte sie. Er schüttelte den Kopf. “Das möchten wir nicht verantworten. Sie waren wohl nicht besser als er, wenn sie ebenfalls hier gelandet sind.” Käthe stand wütend auf und ging auf den Sanitäter zu. “Sie denken also ich wäre nicht besser? Ich wurde bedrängt und bekam keine Luft mehr! Ich denke ich bin in der Lage auf ihn aufzupassen, es wäre nicht das erste Mal.” fuhr sie ihn an und sah zu dem anderen Sanitäter rüber. “Ich danke ihnen vielmals für ihre Hilfe! Bitte entschuldigen sie dass seine Wunde aufgerissen ist, ich sorge dafür dass es nicht nochmal passieren wird.” sagte sie sanft bevor sie dem Sanitäter, der neben mir stand, einen bösen Blick zuwarf. “Mach vorsichtig, ja?” sagte sie zu mir und half mir von der Liege runter. “Hören sie. Wenn sie nicht wollen, dass wir ihn an die Liege festketten, dann lassen sie ihn jetzt einfach hier.” drohte er und versuchte zwischen uns zu gehen. “Keine Sorge, im Fesseln brauch ich keine Nachhilfe.” sagte Käthe frech und lächelte den Sanitäter an. Er rollte die Augen und schob Käthe zur Seite. Hilflos sah ich zwischen den beiden her. “Ich brauche Hilfe!” rief es draußen und der Sanitäter eilte raus. “Komm jetzt!” zischte Käthe und sah mich an. “Der bringt uns beide um.” bedachte ich, stand aber auf um ihr zu folgen. “Dafür muss er uns erstmal finden!” sagte sie lachend und stohl uns aus dem Zelt. Sie nahm meine Hand und führte mich durch eine Menschentraube zurück zum Lager. Ich setzte mich auf eine Decke in meinem Zelt und beobachtete Käthe, die zu lachen begann. “Das warst nicht du!” rief sie und fiel Toby um den Hals der nun ebenfalls am Zelt erschien. “Wir konnten Hunter doch nicht bei dem Sanitäter lassen.” lachte er und nickte mir zu. Gerade als ich den Komplott verstanden hatte huschte mir ein Lächeln übers Gesicht. “Ihr seid verrückt, beide. Der bringt uns wirklich um.”
      “Das hast du von meinem Vater auch gesagt.” sagte Käthe und ließ sich neben mir sinken.
      “Warte nur ab…” sagte ich düster und mied die Blicke der beiden.
      “Die müssen erstmal an mir vorbei.”
      “Du warst nicht bei Tyr, oder?” fragte ich Toby, da ich noch immer nicht fassen konnte wie gerissen die beiden waren. Toby schüttelte den Kopf. “Aber ich gehe jetzt wirklich nochmal zu ihm. Gute Nacht.” sagte er grinsend und verschwand aus dem Zelt.
      “Du solltest dich jetzt besser hinlegen” sagte Käthe und legte ein Kissen hinter mich.
      Ich tat wie geheißen und ließ mich in das Kissen sinken. “Meine Schuhe und das Hemd sind noch im Sanitätszelt.” bemerkte ich. “Keine Sorge, ich hole die Sachen!” sagte sie und hockte sich vor mich. “Öffne mal das Kleid, ich muss mich dafür umziehen.”
      Ich half Käthe bei der Schnürung und unterdrückte einen blöden Kommentar. Sie zog sich das Kleid aus und griff nach ihrer Jeans und ihrem Top die auf dem Boden lagen und zog sich wieder an. Sie band sich die Schuhe zu und sah mich mahnend an. “Du bleibst hier. Du verlässt nicht das Zelt und versuchst zu schlafen.” wies sie mich an und stand auf. “Ja Ma’am.” meinte ich grinsend und sah ihr noch hinterher, bis sich der Eingang hinter ihr wieder schloss.
      Einige Minuten später tauchte sie wieder auf und rang nach Luft. “Alles gut?” fragte ich besorgt. Sie lachte und warf meine Sachen neben mich. “Ich glaube der bringt uns wirklich um.” sagte sie und legte sich neben mich auf die Decke. “Wieso, was ist passiert?” fragte ich neugierig und sah sie an. “Er hat mich nicht gesehen, falls du das meinst. Aber ihnen wird auffallen dass deine Sachen weg sind. Die standen nämlich nicht mehr da wo sie vorher waren.” - “Hast du schonmal überlegt ein professioneller Dieb zu werden?” meinte ich grinsend. Sie lachte. “Das macht mein Herz nicht mit.” - “Dafür hast du das aber jetzt sehr seriös beendet.” Sie drehte sich auf den Bauch und sah mich an. “Glaub mir so seriös war das nicht. So bin ich noch nie gerannt!” Ich lachte und rappelte mich hoch um noch zwei weitere Decken zu holen mit denen wir uns zudecken konnten. Außerdem griff ich noch nach einem Kissen für Käthe. “Du bleibst doch hier, oder?” fragte ich vorsichtig, da ich sie nicht zwingen wollte. “Ich denke schon, ja.” sagte sie leise und lächelte mich an. Ich platzierte das Kopfkissen neben meinem und reichte ihr eine der zwei Decken. Die übrige nahm ich für mich. “Der Tag war ursprünglich anders geplant.” dachte ich laut und starrte die Zeltdecke an. “Ruhiger und ohne mich?” fragte sie und legte sich neben mich. “Zumindest ohne Verletzungen und ohne Panikattacke.” sagte ich und sah sie ernst an. “Das stimmt. Ich verbringe trotzdem gern Zeit mit dir.” sagte sie und zog an meiner Decke damit sie sich zudecken konnte. Ich lächelte sanft und fing an über ihre Haare zu streichen und damit zu spielen. “Du musst besser auf dich aufpassen, Hunter.” sagte sie leise und sah mich an. “Ich versuchs.” brummte ich.
      Während wir so da lagen schweiften meine Gedanken ab. Käthe hatte recht, der Sanitäter wird wahnsinnig sauer sein. Ich durfte aber auch nicht weg hier, da Toby die Schmiede nicht den ganzen Tag besetzen konnte. Das würde dem Veranstalter so gar nicht passen. Stirnrunzelnd starrte ich den Längsbalken an der Decke des Zeltes an. “Was überlegst du?” fragte Käthe und setzte sich auf. “Ich überlege wie ich mich am besten vor den Sanitätern verstecke, in den nächsten Tagen.” antwortete ich und sah sie an. “Du brauchst dich doch nicht verstecken, immerhin können sie dich nicht festhalten. Wenn du mich fragst war der eine Sanitäter sehr unfreundlich.” Ich brummte nachdenklich und sah wieder zur Decke. “Was sollte er denn machen?” fragte sie mich. “Keine Ahnung. So wie er drauf war…” Ich zog die Augenbrauen zusammen. “Wie es Ben wohl geht?” Käthe seufzte und sah mich an. “Versteh mich nicht falsch, aber ich hoffe ihm gehts gut und er kommt wieder. Was er gemacht hat war falsch, aber er war auch betrunken…” sagte sie und dachte nach. “Ich weiß.” sagte ich knapp und drehte mich zur Seite.
      “Hunter, bitte sprich mit mir!”
      “Worüber? Ich kenne Ben, eigentlich hätte ich mir sowas schon denken können.” sagte er resigniert.
      “Es fühlt sich so an als wärst du von mir enttäuscht.”
      “Bin ich nicht. Du konntest nichts dafür.”
      “Sagst du dass nur damit ich ruhig bin, oder denkst du das wirklich?”
      “Wie gesagt ich kenne Ben. Ich weiß dass es seine Schuld war.”
      “Dann gib mir einen Kuss als Beweis!” sagte sie und schmollte.
      Ich rollte mich wieder auf den Rücken und sah sie verständnislos an. “Käthe…”
      “Dann weiß ich ja Bescheid.” sagte sie, legte sich hin und drehte sich von mir weg.
      Genervt seufzte ich und setzte mich auf, da ich mich nicht zu ihrer Seite drehen konnte. “So meinte ich das nicht.” Mit der rechten Hand fuhr ich mir durch die Haare und sah sie an. “Ben wird in den nächsten Tagen wieder her kommen, sich entschuldigen und dann ist das Thema gegessen.”
      Käthe rührte sich nicht einen Zentimeter. Offenbar war es nicht das, was sie hören wollte. “Ich bin dir nicht böse!” fügte ich hinzu. Sie brummte, rührte sich aber dennoch nicht.
      “Jetzt machst du es mir aber schwer!” beschwerte ich mich und kroch auf die andere Seite, damit ich ihr ins Gesicht gucken konnte. Sie hatte die Decke bis unter die Augen gezogen und sah mich an.
      “Du machst mich fertig.” meinte ich seufzend und versuchte ihr die Decke wegzuziehen. “Wenn ich dich so fertig mache, wieso hast du mich dann her bestellt.” sagte sie frech und hielt ihre Decke fest.
      Ich lachte und zog ein wenig fester an der Decke, doch Käthe hielt sie mit beiden Händen. “Das ist unfair! Ich hab nur eine Hand zum Ziehen.” - “Du bist Schmied.” sagte sie knapp und versuchte mit der Decke ihr Grinsen zu verstecken. ‘“Stimmt.” sagte ich als wäre mir damit ein Licht aufgegangen und zog ihr mit einem starken Ruck die Decke aus den Händen. “Ha!” triumphierte ich. “Du grinst ja.” meinte ich schmunzelnd. “Soll ich weinen?” fragte sie und griff nach ihrer Decke. Bevor sie ihre Decke wieder bis zur Nase hochziehen konnte, lehnte ich mich über sie. “Bitte nicht.” flüsterte ich in ihr Ohr und küsste sie dann. Sie strich mir durch die Haare und lächelte mich an: “Du bist so gelehrig.”.
      “Bin ich das?” wollte ich wissen und legte mich neben sie. Sie antwortete nicht und rückte näher an mich um uns zuzudecken. “Lass uns schlafen, du brauchst Ruhe.” Widerwillig brummte ich. “Ich werde gerade erst wach!” Käthe zog die Augenbrauen hoch und lachte. “Die anderen schlafen wahrscheinlich alle schon. Was willst du denn machen?” fragte sie und sah mich an. “Jedenfalls nicht schlafen…” murrte ich und lächelte sie auffordernd an. “Du böser Mann.” flüsterte sie und beugte sich über mich um mich zu küssen. Ich erwiderte ihren Kuss und drehte sie wieder auf den Rücken. “So böse bin ich nicht.” sagte ich leise. Sie lächelte mich an. “Du musst auf deine Schulter aufpassen!” - “Die wurde jetzt zweimal genäht, da passiert nichts mehr!” Sie schüttelte lachend den Kopf und drehte mich auf den Rücken. “Wie willst du das den Sanitätern erklären wenn doch etwas passiert?” sagte sie und setzte sich auf mich, sodass ich nicht aufstehen konnte. “Wenn doch etwas passiert versuche ich keine Aufmerksamkeit auf mich zu lenken und gehe dann zum Arzt, wenn die Woche rum ist.” meinte ich lachend und legte meine Hände auf ihre Hüfte. Sie sah mich vorwurfsvoll an und schüttelte den Kopf. Anstatt zu antworten beugte sie sich über mich und küsste meinen Hals. “Was wenn uns jemand hört?” flüsterte sie in mein Ohr. “Da sagt keiner was.” meinte ich grinsend. “Da kennt sich aber jemand aus.” sagte sie lachend. “Man kriegt einiges mit, wenn man seit seiner Kindheit Teil solcher Veranstaltungen ist.” gab ich zurück und küsste sie innig.

      Käthe | Als ich am nächsten Morgen aufwachte war ich allein im Zelt. Ich band mir eine der Decken um und ging vor das Zelt um zu sehen wo Hunter geblieben war. Er bereitete gerade die Schmiede vor und schien etwas zu essen. “Hast du gut geschlafen?” fragte ich ihn und rieb mir die Augen. “Ja, du auch?” Er zeigte auf den Hocker neben sich und bedeutete mir damit, dass ich mich setzen sollte. “Obwohl du mich lange wach gehalten hast, habe ich das.” grinste ich und hob meine Decke an um besser laufen zu können. Ich setzte mich auf den Hocker und fragte ihn wie spät es sei. “Etwa 8 Uhr.” meinte er und stocherte in der Schmiede herum, die anfing zu qualmen. “Möchtest du was Essen oder duschen?” fragte er schließlich und musterte mich kurz. “8 Uhr? Die Pferde!” stellte ich erschrocken fest und lief zurück ins Zelt um mein Telefon zu holen. Toby, der gerade mit seinem Wallach zu uns kam schüttelte tadelnd den Kopf. “Ein Telefon im Mittelalter?!” Hunter lachte. Ich ignorierte Toby und wählte Erins Nummer um sie anzurufen. Noch bevor ich etwas sagen konnte fiel sie mir ins Wort. Sie versicherte mir die Pferde gefüttert zu haben und verlangte nach Hunter. Ich sah ihn mit hochgezogenen Augenbrauen an und reichte ihm das Telefon. “Was ist los?” fragte er, bevor er sich das Telefon ans Ohr hielt. Ich zuckte mit den Schultern und sah zu Toby, der nun auch Hunter kopfschüttelnd ansah. “Eigentlich sollte ich zuhause sein die Pferde füttern. Das ist eine Freundin, die immer mal als Stallhilfe einspringt.” erklärte ich ihm und setzte mich wieder auf den Hocker. Hunter lauschte Erins Worten und sah mich dabei nachdenklich an. Ab und an brummte er verständnisvoll. “Tut mir leid, Erin. Kommt nicht nochmal vor.” schloss er ab und gab mir mein Telefon zurück. Ich unterdrückte ein Lachen und sah Hunter an. “Was hat sie gesagt?” fragte ich obwohl ich mir hatte denken können was sie zu sagen hatte. “Nichts, komm ich zeig dir die Dusche und dann essen wir. Toby, kümmerst du dich kurz um die Schmiede?” Toby stieg von seinem Pferd und übernahm Hunters Werkzeug. Ich stand auf und ging ins Zelt um mir etwas überzuziehen. “Ist sie sauer?” fragte ich Hunter als ich ihm zu den Duschen folgte. “Nein.” sagte er gedehnt und grinste mich an. “Wenn die Reithalle voll nutzbar ist und ich Unterricht gebe, werde ich sie fragen ob sie bei mir arbeiten möchte.” sagte ich und lächelte ihn an. Er nickte und brachte mich zu den Duschen, die mehr als spartanisch wirkten. ”Oh Gott ist das kalt!” rief ich erschrocken auf als ich in eine der Kabinen ging und das Wasser an stellte. Hunter lachte böse. “Ich besorg uns was zu Essen, du kommst ja zurecht.” sagte er bestimmt. Ich rief ihm ein “Okay” zu und beeilte mich, damit ich mich wieder anziehen konnte. Als ich zum Zelt zurück ging war Hunter bereits da. “Hat Erin eigentlich etwas gesagt ob sie sich die ganze Woche um die Pferde kümmert oder nur heute?” fragte ich ihn und ging ins Zelt. Einen langen Moment lang sah er mich ratlos an. Dann antwortete er: “Darüber haben wir nicht wirklich gesprochen. Soll ich das klären?” bot er sofort an, als er meinen Blick sah. Ich reichte ihm mein Telefon, wo ich im Voraus Erins Kontakt rausgesucht hatte. Während er telefonierte, machte ich mich über unser Frühstück her. Erins Fluchen konnte ich hören, selbst wenn Hunter sich von mir weg drehte. Irgendwie schaffte er es trotzdem sie zu beruhigen, sodass sie letzten Endes einwilligte bis zum Ende der Woche auf dem Hof zu bleiben. Selig lächelnd legte er auf und gab mir mein Telefon zurück. “Es ist alles geklärt, aber das nächste halbe Jahr sollten wir solche kurzfristigen Aktionen vermeiden.” Ich wusste, dass Erin wohl nie ‘Nein’ sagen würde, wenn ich in nächster Zeit noch einmal eine solche Bitte an sie hatte. Auch Hunter hatte das schon erkannt und wirkte dadurch sehr entspannt. “Wer ist eigentlich auf deinem Hof über Nacht?” fragte ich neugierig. “Die Claytons haben sich angeboten.” sagte er beiläufig und nahm sich auch wieder etwas zu Essen. “Pitch ist bei meinen Eltern.” - “Hunter, die Schmiede!!” rief es von draußen. - Er sprang sofort auf und lief raus ohne den Zelteingang wieder zu schließen, sodass ich ihm hinterher sehen konnte. Die Schmiede qualmte wie bescheuert und Hunter hatte einiges zu tun um das wieder hinzubekommen. Toby, der ihn gerufen hatte, war nicht mehr zu sehen. “Was ist los?” rief ich, doch Hunter antwortete nicht. Die Schmiede hatte seine volle Aufmerksamkeit. Ein paar Minuten später hatte sich der dunkle Qualm wieder gelegt und Toby kam, diesmal ohne Tyr, zur Hilfe. “Ah du hast es schon hinbekommen.” sagte er anerkennend und übernahm die Schmiede wie selbstverständlich. Hunter rieb sich Ruß und Schweiß vom Gesicht und kam dann zurück ins Zelt.
      “Was war denn?” fragte ich erneut.
      “Die Schmiede hat angefangen zu brennen.” erklärte er, nachdem er sich gesetzt hatte.
      “Du siehst aus wie ein Schornsteinfeger.” meinte ich lachend.
      Er grinste und sah an sich runter. “Ich hab noch Sachen zum wechseln.” verteidigte er sich.
      “Du solltest erstmal duschen!”
      Er schwieg und lehnte sich zurück in die Kissen. Der unerwartete Trubel hatte ihn eiskalt erwischt. Ein paar Minuten und eine Dusche brauchte er, bevor er weiter machen konnte. Solange würde Toby sich um Alles kümmern, obwohl er eigentlich die Vormittage frei hatte. Er beobachtete mich, während ich die Reste vom Frühstück zusammen räumte.
      “Käthe?” fing er plötzlich an. “Stört es dich eigentlich, dass ich rauche?”
      “Wenn du es im Stall tust Ja, ansonsten nicht, Nein.” antwortete ich nach kurzer Denkpause.
      “Sicher?” fragte er misstrauisch.
      “Ja, ich bin mir sicher.” sagte ich und lächelte ihn an.
      “Okay.” Er senkte seinen Blick und schien zu überlegen was er jetzt als nächsten machte. Als ihm endlich einfiel was er geplant hatte stand er auf. “Ich geh dann eben duschen.” Die Reste vom Essen nahm er mit, da er ja eh einmal raus ging. Da ich nicht alleine im Zelt bleiben wollte zog ich mir das Kleid an, welches ich am Vortag erworben hatte und gesellte mich zu Toby. “Du solltest öfter mit uns kommen, Käthe. Das Mittelalter steht dir!” sagte er und lachte mich an. “Dankeschön! Bis Sonntag bin ich ja noch hier. Vielleicht nimmt Hunter mich beim nächsten Mal wieder mit.” antwortete ich und sah ihm bei der Arbeit zu. “Du bist auf jeden Fall herzlich eingeladen!” sagte er und unterbrach seine Arbeit. “Willst du es nicht auch mal probieren?” fragte er und hielt mir die Schmiedezange hin. “Meinst du ich bekomme das hin?” fragte ich misstrauisch. Ich nahm die Schmiedezange in die eine und den Hammer in die andere Hand und folgte Tobys Anweisungen.

      Hunter | Nach der Dusche lief ich schnurstracks an den Zelten vorbei zum Auto um meine Zigaretten zu holen, die ich die letzten zwei Tage nicht angerührt hatte. Auf dem Weg zurück zum Lager rauchte ich und war fertig, bevor ich die Schmiede wieder erreichte. Käthe hatte das Schmiedewerkzeug in der Hand und schlug gerade auf einem Stück Eisen herum. Toby stand daneben und erklärte ihr alles. “Na nimmst du uns jetzt den Job weg?” fragte ich und setzte mich auf den Hocker neben der Schmiede. Sie hielt das platte Stück Eisen mit der Zange in die Luft und betrachtete es. “Wenn ihr nur sowas macht, dann ja.” sagte sie und lachte. “Das ist ja noch nicht fertig, Käthe!” warf Toby ein und schüttelte grinsend den Kopf. Er begann ihr zu erklären wie es weiterging. Als er fertig damit war, Käthe das Falten von Eisen näher zu bringen, kam er auf mich zu sprechen. “Und wie geht es dir heute?” fragte er und beäugte mich kritisch. “Gut.” meinte ich lächelnd und sah Käthe dabei zu wie sie versuchte umzusetzen, was Toby angewiesen hatte. Doch so richtig funktionierte das nicht. Als sie sich komplett zu verrenken schien fing ich an zu lachen. “Lachst du mich etwa aus?” fragte sie und hob drohend den Hammer. “Tut mir leid.” lachte ich weiter und fiel fast vom Hocker, weil das Bild absolut unwirklich war. “Deine Pause ist vorbei, Crowley!” rief sie lachend, legte das Werkzeug zur Seite und kam auf mich zu. “Drohst du mir?” fragte ich immer noch lachend und rückte mit dem Hocker ein Stück nach hinten. “Nein, aber du musst meinen Klotz fertig stellen.” sagte sie und setzte sich neben mich auf den Boden. “Das macht Toby schon.” erwiderte ich, als ich mich wieder gefangen hatte. “Ob ich das noch retten kann?” rief Toby von der Schmiede und begutachtete das unförmige Stück Eisen. “Ach zur Not schmilzt du es ein und arbeitest dann weiter.” meinte ich grinsend. “Ich hab mir Mühe gegeben!” protestierte Käthe und schlug gegen mein Bein. “Eh! Nicht fair!” beschwerte ich mich und ging in Deckung. “Beweg deine Schulter nicht so ruckartig.” mahnte sie.
      “Wenn du mich schlägst?!”
      “Du hebst deine Arme um dein Bein zu schützen?”
      “Nein, aber wer weiß wo du als nächstes hin schlägst!”
      “Dann lass mich besser nicht aus den Augen, Hunter.” drohte sie und grinste mich an.
      Aus dem Hintergrund hörte ich das gewohnte Zischen, das entstand, wenn heißes Eisen auf kaltes Wasser traf. “Machst du weiter, Hunter? Tyr reißt sonst alle Zäune ein.” bat Toby. Er hatte in der Zwischenzeit eine Klinge aus Käthes Klotz geformt, die zwar bei Weitem noch nicht fertig, aber durchaus erkennbar war. Ich nickte ihm zu und ging dann an die Arbeit.
      “Moment mal!” rief jemand, den ich eigentlich den Besuchergruppen zugeordnet hatte. Ich hielt inne und versuchte den Mann zu erkennen. Dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Der launische Sanitäter vom Vortag! Mit bitterböser Miene kam er auf uns zu.
      “Was haben sie zwei sich dabei gedacht?” fragte er, als er vor uns stand und richtete sich dabei auch an Käthe. “Ich habe gedacht dass es ihm bei mir genau so gut geht wie bei ihnen.” sagte Käthe, noch bevor ich etwas sagen konnte und verschränkte die Arme. Der Sanitäter glühte vor Wut. “Ach und sie können sicherstellen, dass er nicht wieder etwas macht von dem die Naht aufreißt? Scheint ja super zu funktionieren, wenn er gleich am nächsten Tag wieder an der Schmiede steht!”
      Käthe zog die Augenbrauen hoch und ging auf den Sanitäter zu. In Rage begann sie mit dem Sanitäter zu diskutieren und verfiel zwischenzeitlich sogar ins Deutsche. “Das ist mir zu dumm.” sagte der Sanitäter schlussendlich und ging. Käthe atmete tief durch und hielt beide Hände hoch die vor Wut zitterten. “Denk nicht falsch von mir, aber ich hätte ihm am liebsten eine runtergehauen.” sagte sie und setzte sich auf den Hocker. “Kann ich verstehen.” redete ich ihr zu und drückte ihr einen Kuss auf die Stirn, bevor ich mich wieder an die Schmiede stellte. “Pass auf deine Schulter auf, ja?” sagte sie und lächelte mich an. “Mache ich.” antwortete ich.
      Als Toby mit Tyr vorbei kam strahlte er über beide Ohren. “Ben hat sich gemeldet, er kommt morgen Nachmittag wieder.” berichtete er fröhlich und ging dann weiter. “Heißt das etwa du hast dein Telefon bei dir? Auf einem Mittelaltermarkt?” rief Käthe ihm hinterher und lachte. Toby blieb stehen und wandte sich auf Tyr Rücken um. “In solchen Fällen: Ja!” sagte er ruhig und ritt dann weiter.
      Um meinem Freund noch lange hinterher zusehen fehlte mir die Zeit. Jemand von den Besuchern zeigte Interesse an meiner Arbeit, sodass ich mich lieber darauf konzentrierte was er fragte. Auch Käthe hörte neugierig zu. Der Rest des Tages verlief ausgesprochen ruhig. Am Nachmittag übernahm Toby wieder die Schmiede und ich machte Käthe bei ein paar anderen Lagerern bekannt, die nach ihr fragten.
      Der Veranstalter hatte mitbekommen, dass ich eine Verletzung an der Schulter hatte und kam daraufhin am nächsten Morgen auf mich zu. Ich solle die Schmiede aus lassen, die Besucher würden das schon verkraften, wenn dort erst ab Mittags Betrieb wäre. “Sicher?” fragte ich und legte das Werkzeug zur Seite. “Ich bestehe darauf.” Damit drehte er sich um und ging wieder. “Er hat Recht.” sagte Käthe und stand auf. “Deine Schulter braucht Ruhe.” Ich winkte ab. “Gestern ging es auch gut, daran hätte es nicht scheitern müssen.” meinte ich und sah sie an.
      Bis zum Nachmittag vertrieben wir uns die Langeweile damit sich den Besuchern anzuschließen. Zuletzt saßen wir wieder vor der Schmiede, wo Toby arbeitete.

      Käthe | “Toby, was ist Tyr eigentlich für eine Rasse?” fragte ich und sah ihn neugierig an. “Er ist ein Clydesdale Mix.” antwortete er freundlich lächelnd. Ich nickte und sah zu Hunter. “Nimmst du auch manchmal Pferde mit?” fragte ich ihn. “Nein.” sagte ich knapp und warf Toby einen vielsagenden Blick zu, der sich daraufhin das Lachen verkneifen musste. “Sollte er aber!” ertönte eine Männerstimme gleich hinter mir, die Hunter aufspringen ließ. Auch Toby legte das Werkzeug beiseite und folgte Hunter. Die beiden begrüßten Ben, der sich unbemerkt zu uns gesellt hatte. “Ben! Wie geht es dir?” fragte Toby und begrüßte Ben. “Es geht schon, ich halt einiges aus.” sagte er lachend und auch ich stand auf um zu Ben zu gehen. Als Ben sich Hunter zuwandte veränderte sich die Stimmung spürbar. Er entschuldigte sich bei ihm und mit einem mal lächelte Hunter wissend. “Du lernst nie dazu, oder?” fragte er und schüttelte den Kopf. Ben war das alles sehr peinlich. “Schön, dass du doch nochmal hergekommen bist, Ben.” sagte ich und lächelte ihn an. Ben nickte stumm, während Toby anfing zu lachen, auch Hunter musste sich zusammenreißen. Ich sah die beiden verwirrt an und fragte: “Was lacht ihr denn?” Toby fing sich als Erster und antwortete mir: “Es ist nicht das Erste mal, dass Ben so Etwas passiert. Er kommt immer wieder.” Zur Antwort schüttelte ich den Kopf und umarmte Ben flüchtig. “Das nächste Mal trete ich dir zwischen die Beine.” drohte ich ihm und ging zur Schmiede um zu sehen ob alles in Ordnung war. Ben lachte, aber Hunter sah ihn so ernst an, dass er gleich wieder verstummte. “Toby du gehst dann wieder an die Schmiede oder?” fragte ich und sah ihn an. Toby nickte und zog Ben mit sich. “Würdest ihr zwei vielleicht mal nach Tyr schauen? Der kam heute viel zu kurz.” Hunter nickte. “Braucht er noch irgendwas?” fragte er. “Möglicherweise Futter, du kennst dich ja aus.” antwortete er und nahm das Werkzeug zur Hand. Ich stand auf und folgte Hunter zur kleinen Wiese am Rande des Geländes wo Tyr stand. Er schnappte sich den Eimer mit Futter, der schon bereit stand, öffnete den Zaun und bedeutete mir ihm rein zu folgen. Tyr kam freudig auf uns zu getrabt um sofort einen Blick in seinen Eimer zu werfen, doch Hunter schob ihn wieder weg und schüttete ihm das Futter stattdessen in den dafür vorgesehenen Trog. Tyr machte sich sofort darüber her und schenkte uns keine Beachtung mehr. “Hat Toby noch mehr Pferde oder nur ihn?” fragte ich und kraulte dem Wallach den Hals. “Er hat nur ihn.” erzählte Hunter. “Für mehr fehlt im die Zeit.” fügte er lächelnd hinzu. “Schade. Man sollte meinen wir hätten auch keine.” meinte ich lächelnd und sah zu Hunter.
      “Vermutlich sind wir einfach besser organisiert als andere.” gab er zurück.
      “Du vielleicht. Meine Organisation nennt sich Erin.” sagte ich und lachte.
      “Sie ist sehr zuverlässig.” merkte Hunter an. “Das findet man nicht so häufig.”
      “Ich hoffe so sehr dass sie das Angebot annehmen wird, für mich zu arbeiten.”
      “Bestimmt.” sagte er knapp und verließ die Weide. “Kommst du?”
      Ich verabschiedete mich von Tyr und ging zu Hunter. Wieder auf dem Gelände fiel mir sofort das gleichmäßige Trommeln der Musik auf, die nun spielte. Hunter sah auf und versuchte zu orten woher die Klänge kamen. “Was passiert da?” fragte ich und versuchte über die Menschen vor uns zu sehen. Auch Hunter schien noch nicht genau zu wissen, was los war. Er steuerte aber jetzt auf die Musik zu und blieb irgendwann wie angewurzelt stehen. “Wir gehen wieder zur Schmiede.” sagte er dann und schob mich weg. “Das ist etwas, wo wir nicht mit reingezogen werden wollen.” Ich sah verwirrt zu ihm auf. “Wieso was ist denn da?” fragte ich und versuchte ihn zum stehen zu bringen. “Das dauert zu lange vertrau mir.” Es schien eine Art Umzug stattzufinden, denn die Gäste bildeten eine Gasse und jetzt konnte auch ich sehen, dass eine Gruppe von Lagerern auf uns zu kam. “Können wir denn wenigstens zusehen?” fragte ich und beobachtete das Treiben. Hunter presste die Lippen aufeinander, weil er das eigentlich nicht wollte. Dann sah er sich wieder um und schob mich schließlich hinter ein paar Gäste. “Hier können wir bleiben.” sagte er zufrieden. Freudig lächelte ich ihn an und sah dem Umzug zu. “Das ist richtig faszinierend. Wirklich!” sagte ich und drehte mich zu Hunter um, der sein Gewicht vom einen auf den anderen Fuß verlagerte. Dann wurde es laut, weil einer aus dem Umzug brüllte: “Jemand hat etwas vom Hof gestohlen! Ein sehr, sehr wertvolles Tuch! Findet den Dieb, er muss hier irgendwo sein!” Hunter rollte die Augen. “Findest du das wirklich interessant?” fragte er. “Ja! Ich möchte ja auch wissen was du tust, wenn du nicht im Stall- oder beruflich unterwegs bist.” antwortete ich ihm und griff nach seiner Hand. “Wenn du hierbei Pech hast, steckt man dir das Tuch zu. Dann bist du der Dieb. Und dann solltest die die Beine in die Hand nehmen.” erklärte er und sah sich wieder aufmerksam um. “Was wieso?” ich drehte mich zu ihm um und schlang meine Arme um ihn. “Weil du, wenn sie dich kriegen, erstmal festsitzt.” Ich brummte ein “Hm.” und legte meinen Kopf auf seine Brust. “Da ist der Dieb!” schrie jemand, der mich im gleichen Augenblick von Hunter weg stieß. “Lauf!” rief Hunter. “Was?” fragte ich und sah ihn erschrocken an. “Ich kann doch in dem Kleid nicht laufen!” Hunter kam zu mir und packte mich am Arm um mich wegzuziehen. “Lauf oder gib mir das dämliche Tuch.” verlangte er. “Da lauf ich lieber, du sollst dich schonen!” sagte ich lachend und lief los um mich in der Menschenmenge zu verstecken, die noch nicht nach mir suchte. “Geh zum Zelt!” rief ich Hunter zu und nahm den Stoff des Rocks höher um besser laufen zu können.

      Hunter | “Der da ist ihr Komplize!” Eine junge Frau, die mir mittlerweile schon bekannt war, zeigte auf mich. Lily… Das war mein Kommando ebenfalls loszulaufen. Lily versuchte mir zu folgen, konnte aber nicht mithalten und verschwand in der Menge. Als ich eine ordentliche Distanz zwischen uns geschaffen hatte harrte ich aus. Ich war jetzt fast am Rand des Geländes. Zu allem Übel begann es jetzt auch noch zu regnen. In diesem Moment rechnete ich nicht damit, dass irgendjemand auf mich zukommen würde, doch überraschenderweise zog mir jemand am Arm. “Komm mit, hier finden sie dich nicht.” Es war die Schneiderin! Bereitwillig folgte ich ihr und wir machten es uns in ihrem Zelt, das voller Tierfelle hing, gemütlich. “Möchtest du was trinken, Junge?” Sie gab mir einen Krug Met. Irgendwann schien sich der Trubel draußen zu legen. Die Schneiderin sah für mich nach ob die Luft rein ist und als dem so war machte ich mich auf den Weg zur Schmiede.

      Käthe | “Ihr müsst mich verstecken!” rief ich Ben und Toby zu während ich zum Zelt lief. “Wieso? Wo ist denn Hunter?” fragte Toby und wischte sich mit dem Ärmel über die Stirn. “Ich hab ihm gesagt er soll hierher kommen. Man hat mir das hier zugesteckt.” sagte ich und zog das Tuch aus der Tasche als ich bei den beiden ankam. Toby riss mir das Tuch aus der Hand und nickte Ben kurz zu, bevor er los sprintete. “Da bist du ja!” rief eine Frauenstimme. Ich drehte mich um und erkannte Lily, die vor mir stehen blieb und nach Luft schnappte. “Ich habe das Tuch nicht mehr.” sagte ich und grinste sie triumphierend an. “Schön für dich! Hast du es Hunter zugesteckt? Große Klasse, weil er sich ja auch so wehren kann mit seiner Schulter!” motzte sie und ging weiter auf mich zu. “Gerade weil er verletzt ist habe ich es ihm nicht gegeben, Lily.” sagte ich ruhig und sah Ben unsicher an. “Und wo ist er dann?” Ich zuckte mit den Schultern, da ich es selbst nicht wusste. “Du bist so naiv und glaubst er empfindet etwas für dich? Jedes Mal bringt er ein anderes Mädchen mit hierher. Hunter und der da sind vom gleichen Schlag.” Sie nickte abfällig zu Ben rüber und lachte als ich ihrem Blick fragend folgte. “Zieh dir etwas Gelbes an, du Dirne, dann erkennt man dich wenigstens sofort.” sagte sie und schüttelte lachend den Kopf. “Zeit zu gehen, Lily.” sagte Ben und griff nach ihrem Arm, doch sie zog ihn weg und verschränkte die Arme vor der Brust. “Willst du nicht dass sie es erfährt?” fragte sie ihn und sah mich an. “Hast du dich nicht gewundert dass die dich nicht kennen?” fragte sie und zog die Augenbrauen hoch. Ich fühlte mich, als hätte man mir den Boden unter den Füßen weggezogen. Ohne sie anzusehen drehte ich mich um und ging ins Zelt. “Die Wahrheit tut weh, stimmts?” rief sie mir hinterher. Ich nahm mir ein Kissen und setzte mich auf die Decke.

      Hunter | “Du kommst genau richtig.” Lily kam strahlend auf mich zu. “Ich habe deiner kleinen Bekanntschaft eben ein paar Wahrheiten über dich erzählt.” sagte sie spitz. Verwirrt sah ich sie an und sah dann zu Ben, der schon fast mitleidig drein blickte. “Was?” fragte ich immer noch verwirrt. “Wo ist eigentlich Toby?” - “Der ist mit dem Tuch weggelaufen, damit Käthe ihre Ruhe hat.” erklärte Ben. “Und wo ist Käthe?” wollte ich wissen. Ben und Lily nickten zeitgleich in Richtung Zelt. “Wenn ich herausgefunden habe, was du erzählt hast, solltest du besser nicht mehr hier stehen.” drohte ich Lily und verschwand dann ins Zelt. Käthe sah fertig aus. Behutsam setzte ich mich zu ihr und versuchte sie zu deuten. “Was ist passiert?” fragte ich leise und sah sie unsicher an. “Lily sagte, dass du immer andere Mädchen dabei hast wenn ihr lagern geht. Wie Ben.” antwortete sie leise. Mir rutschte das Herz in die Hose. Wieso hatte Lily das getan? “Hunter, ich rede mir ein, dass das nicht wahr ist. Aber es tut weh.” fügte sie hinzu und seufzte. Diese Worte wirkten wie ein Schlag in die Magengrube. “Mache ich auf dich wirklich den Eindruck, so ein Typ Mann zu sein?” fragte ich herausfordernd, hatte aber Angst vor der Antwort. “Nein. Ich verstehe nicht wieso sie sowas sagt. Ich habe ihr nichts getan.” sagte sie und sah mich an. Ich verstand das auch nicht. Eine Frage, die man ihr persönlich hätte stellen müssen. Aber erstmal war ich froh ihr nicht mehr in die Augen sehen zu müssen. “Wenn du wirklich wahre Aussagen über die Frauen haben willst, die ich hierher mitgenommen habe oder auch nicht... Dann frag Toby.” sagte ich ernst. “Das werde ich nicht machen.” sagte sie und sah wieder auf den Boden vor sich. “Glaub mir, viel hätte er dir nicht zu erzählen.” sagte ich mit fester Stimme und nahm mir eines der umliegenden Kissen um mich anzulehnen. “Hunter, ich glaube dir. Ich habe nur ziemlich schlechte Erfahrungen gemacht, was sowas betrifft. Deswegen ist mein Vater auch nicht begeistert von dir. Er denkt du bist genau so wie Lily sagt.” sagte sie leise und strich sich die Haare aus dem Gesicht. “Tut er das?” hakte ich nach. Von draußen drangen Stimmen ins Zelt. Toby war wieder da. Das hieß, die Gäste waren jetzt alle soweit weg und das Programm für den Tag beendet. “Er sagte du bist ein Raufbold.” sagte sie und unterdrückte ein Lachen. “Ein Raufbold?!” betonte ich ohne die Miene zu verziehen. Sie nickte und sah mich an. “Du siehst eben nicht nach dem aus, was mein Vater sich für mich vorstellt.” sagte sie und zuckte mit den Schultern. “Was stellt er sich denn vor? Ich bin ja flexibel.” meinte ich. “Möglicherweise einen Anzugträger mit weniger langen Haaren.” sagte sie und lächelte. “Die Haare kann ich gerne schneiden.” feixte ich. “Meinen Anzug kennt er ja schon.” Erschrocken sah sie mich an, woraufhin ich lachte. “Wehe, Hunter! Ich finde dich gut so wie du bist. Er wird sich damit abfinden müssen dass seine Tochter einen Raufbold trifft.” sagte sie und stupste mich an. Zufrieden lächelte ich und stand auf, da ich noch nachsehen wollte ob Lily schon das Weite gesucht hatte. Toby und Ben sahen mich neugierig an, als ich aus dem Zelt trat. Lily war zu ihrem Glück nicht mehr da. “Alles gut bei euch?” fragte Toby, der von Ben ins Bilde gebracht wurde. Ich nickte den beiden zu. “Haben sie dich bekommen?” lenkte ich ab und wartete noch die Antwort ab, bevor ich wieder ins Zelt ging. “Hast du Hunger?” fragte ich Käthe. “Ich könnte einen Met vertragen.” sagte sie und wischte sich das Gesicht mit einer der Decken ab. “Seh ich schlimm aus?” fragte sie mich und sah auf. “Du siehst super aus.” flüsterte ich und ging raus um Met und etwas Brot zu holen. Käthe folgte mir nach draußen und sah Toby und Ben nur flüchtig an während sie sich auf einen der Hocker setzte. “Bring uns auch was mit!” verlangte Toby und ich tat wie geheißen. Wenige Minuten später kam ich mit reichlich Brot zurück und ging dann noch einmal los um mehrere Flaschen Met zu besorgen. Als wir alles beisammen hatten setzte ich mich in die Runde. Ben hatte sich zu Käthes Rechten gesetzt. “Ich bin übrigens auch kein Aufreißer.” sagte er und sah zuerst mich an, bevor er Käthe ansah. Als sie ihren Kopf langsam zu ihm drehte fügte er hinzu, dass er seine Grenzen nicht kenne, wenn er betrunken war. Ich lachte kurz auf und nickte zustimmend. “Ist schon okay, Ben.” sagte sie und lächelte ihn an. Sie nahm eine der Metflaschen und hielt sie mir hin, damit ich sie öffnen konnte. “Wir trinken jetzt und dann ist das alles vergessen, ja?” fragte sie und sah in die Runde. Wir tauschten Blicke aus und waren uns auch ohne Worte darüber einig, dass Käthe recht hatte. Ich gab ihr den Met zurück und sie nahm einen kräftigen Schluck, bevor sie die Flasche an Ben weiter reichte. Den Abend über zog ich mich immer mehr zurück und ging schließlich total übermüdet ins Zelt um mich schlafen zu legen. Spät war es noch nicht, aber ich hatte das Gefühl, dass wenn ich eine Minute länger draußen gesessen hätte, ich im Sitzen eingeschlafen wäre. “Willst du schlafen?” fragte Käthe, die ins Zelt gekommen war. “Ja.” sagte ich heiser und zog die Decke über mich. Sie setzte sich neben mich und sah mich fragend an. “Soll ich mit hier bleiben? Oder stört dich das?” - “Musst du nicht, du scheinst ja nicht müde zu sein.” Sie stand auf und ging wieder nach draußen. Ich konnte hören dass sie mit Toby und Ben redete, bevor sie wieder ins Zelt zurück kam. “Ich möchte aber bei dir sein.” sagte sie grinsend. Ich lächelte sie müde an. “Danke.” Sie zog sich das Kleid aus und nahm sich eine Decke um sich zu mir zu legen. “Wie geht es deiner Schulter?” fragte sie und lächelte mich an. “Ich denke gut.” sagte ich gedehnt. “Darf ich?” fragte sie und zog meine Decke etwas runter um den Verband zu lösen. Da Käthe so oder so nicht auf eine Antwort wartete, hielt ich die Augen geschlossen und ließ sie machen. “Wenn du zuhause bist solltest du das sauber machen. Aber es sieht besser aus als noch vor ein paar Tagen.” sagte sie und legte den Verband wieder an. “Ja, Frau Doktor.” meinte ich schmunzelnd. “Dann wünsche ich ihnen einen erholsamen Schlaf, Mister Crowley.” sagte sie lachend und legte sich ebenfalls hin.

      Die letzten Tage vergingen schnell und ehe wir uns versahen, räumten wir das Gelände. Ben und Toby halfen bei meinem Zelt, während Käthe die Taschen in die Fahrzeuge brachte. Als alles sicher verstaut war verabschiedeten wir uns herzlich. “Bis zum nächsten Mal!” rief Ben fröhlich und stieg dann in seinen Wagen. Als auch Toby weg war sah ich Käthe an. “Fährst du gleich nach Hause?” Fragend sah sie mich an. “Wieso fragst du?”
      “Vielleicht möchtest du ja noch mit zu mir kommen?”
      “Vielleicht möchtest du auch, dass ich mit zu dir komme?” sagte sie lachend und lehnte sich gegen meine Tür.
      “Möglich.” sagte ich knapp und versuchte ernst zu bleiben.
      “Ich fahre dir hinterher, oder? Ich bin etwas langsamer unterwegs.”
      “Wie du willst. Bis gleich.” antwortete ich nun doch lächelnd und stieg in den Wagen.

      Auf meinem Hof angekommen stellte ich den Wagen ab und begann die Taschen auszuräumen. Wenige Minuten später fuhr Käthe auf den Parkplatz und half mir mit den Taschen. Die Claytons waren froh, dass ich wieder auf dem Hof war und auch Isaac lief freudestrahlend auf uns zu. Als er da war schlug er mir brüderlich auf die kaputte Schulter, woraufhin ich zusammen zuckte. “Huch?” sagte er erschrocken und zog die Hand gleich wieder weg. “Keine Sorge wir wechseln den Verband eh gleich.” sagte Käthe ruhig und grinste Isaac an. “Was ist passiert?” fragte Isaac sofort und suchte meinen Blick. “Lass uns erstmal rein gehen.” bat ich. Er half uns mit dem Gepäck und wiederholte seine Frage, sobald wir im Wohnzimmer saßen. “Das war ein Unfall. Nichts weiter schlimmes.” erklärte ich knapp. Käthe blieb stehen und fragte wo im Haus ein Verbandskasten wäre. “Im Bad.” sagte Isaac und sprang auf um es ihr zu zeigen. “Danke dir.” sagte sie und folgte ihm ins Badezimmer. Als die beiden wieder kamen deutete sie mir an mein Shirt auszuziehen. Die beiden sahen mich erwartungsvoll an. Ohne groß darüber nachzudenken zog ich das Shirt aus. Isaac musterte mich von oben bis unten, sagte aber zu seinem Glück nichts. Sie nahm den Verband ab und säuberte die Naht behutsam bevor sie die Jodsalbe nahm. “Bist du bereit?” fragte sie und hielt mir die Tube hin damit ich sehen konnte was sie vor hatte. “Kann man dafür bereit sein?” fragte ich mürrisch. Sie lachte kurz auf und begann die Salbe aufzutragen. “Ich mach dir jetzt einfach eine Kompresse drauf oder soll ich den Verband wieder komplett anlegen?” fragte sie und griff nach dem Verbandskasten. “Das mit der Kompresse klingt gut.” Sie nickte und befestigte die Kompresse mit Pflasterstreifen. Ich bedankte mich lächelnd und zog das Shirt wieder an. “Was ist da denn passiert?” Isaac hatte seine Stimme wiedergefunden. “Frag nicht.” sagte ich mit einer ausladenden Geste und stand auf. “Wie lief es diese Woche auf dem Hof?” lenkte ich von mir ab, doch Isaac machte nicht den Eindruck, als wolle er sich jetzt über den Hof unterhalten. “Du weichst aus.” knurrte er. “Das Kampftraining lief etwas anders als geplant.” sagte Käthe und sah mich ernst an. “Kampftraining?” Isaacs Augen leuchteten plötzlich. “Darf man da mal zusehen?” Ich schüttelte seufzend den Kopf und setzte mich aufs Sofa. “Vielleicht solltest du mal mit mir trainieren.” scherzte er. Käthe grinste und stupste mir gegen den Arm. “Danke für das Angebot.” antwortete ich trocken ohne ihm etwas Genaueres zu sagen. “Ich fahr dann nach Hause, ja?” sagte Käthe hinter mir. Ich stand auf und sah sie traurig an. “Okay, sag Erin ‘Danke’ von mir.” Ich begleitete sie noch bis zu ihrem Wagen. “Schau nicht so traurig, wir sehen uns doch wieder.” sagte sie und lachte. Ich rang mir ein Lächeln ab und legte meine Hände auf ihre Hüfte. “Ja. Bald.” Sie legte ihre Arme auf meine Schultern, darauf achtend nicht auf die Wunde zu kommen und sah mich an. “Vielleicht komme ich die Tage einfach mal vorbei?” bot sie an und lächelte sanft. “Gerne.” erwiderte ich und küsste sie. “Du machst mich wahnsinnig.” flüsterte sie lachend und gab mir einen Kuss. “Ich fahr jetzt besser, Isaac guckt schon.” sagte sie und nickte zum Haus. Isaac lehnte im Türrahmen und beobachtete uns. “Okay. Fahr vorsichtig.” Ich machte einen Schritt zurück, damit sie die Fahrertür öffnen konnte. “Einen noch.” sagte sie lächelnd und zog mich an sich heran damit sie mir einen Kuss geben konnte. Lächelnd stieg sie in den Wagen und startete den Motor. Winkend sah ich ihr hinterher und ging dann zurück zu Isaac. “Ich hole jetzt Pitch ab.” berichtete ich und verschwand gleich wieder. Als ich meinen Hund wieder zu Hause hatte, war alles erledigt, sodass ich müde ins Bett fiel und schlief.
    • sadasha
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      25. Oktober 2017 | 13.287 Zeichen von sadasha

      „Jetzt bleib doch mal stehen!“ Kerry folgte mir schon den halben Tag und versuchte in ein Gespräch zu kommen. Aber ich hatte besseres zu tun, so besorgt sie auch wirkte. Ich war nun mehrere Monate in der Weltgeschichte unterwegs und hatte nun endlich Zeit für meine Pferde. Dass ich diese Zeit nicht für Kerry opfern würde, musste sie doch früher oder später begreifen. Verzweifelt seufzte sie, als ich die Boxentür zu Verdine aufschob. „Gut, dann halt so. Ich komme mit Braddock mit! Mir egal was du jetzt mit Verdine vor hattest!“ beschloss Kerry und wirkte stolz, endlich einen Weg gefunden zu haben mit mir zu sprechen. Schweigend machten wir die Pferde fertig und gingen dann in die Reithalle. Mirko war hier gerade dabei den Hufschlag wieder plan zu ziehen, also begnügten wir uns zum Warmreiten mit Zirkelreiterei. Braddock ‚The Parrot‘ schlurfte unter Kerry vor sich hin. Wenn Ruby das sehen würde, würde sie beide Hände über den Kopf schlagen. „Jetzt erzähl doch mal.“ forderte Kerry schließlich und sah mich erwartungsvoll an. „Du bist seit zwei Tagen wieder da und hast Nichts erzählt!“ beschwerte sie sich. „Was soll ich denn erzählen?“ brummte ich widerwillig und ging nun, da dieser gerade gezogen war, mit Verdine auf den Hufschlag. „Ich hab gearbeitet…“ antwortete ich schließlich und hörte wie Kerry abermals seufzte. „Und es ist nichts Spannendes passiert? Du warst doch auch bei deiner Freundin!“ fragte sie genervt. Ich lachte heiser. „Davon erzähle ich dir nicht.“ sagte ich bestimmt und galoppierte Verdine an, die sich freute endlich ans arbeiten zu kommen. Braddock und Kerry schlurften noch immer im Schritt und wenn Kerry es doch mal schaffte sich halbwegs durchzusetzen im langsamen Trab, vor sich hin. „Früher hast du mehr erzählt!“ sagte Kerry enttäuscht, als ich auf ihrer Höhe war. Für mich war das Gespräch beendet und so warf ich ihr nur einen flüchtigen Blick zu und widmete mich dann wieder Verdine. „Du siehst gestresst aus, deshalb hake ich nach.“ fing Kerry wieder an. „Wir machen uns alle Sorgen!“ Tief ausatmend parierte ich Verdine zum Schritt und sah rüber zu Kerry, die in der Mitte eines Zirkels stand und Braddock machen ließ, was er wollte. „Wenn du nicht willst dass er sich gleich mit dir wälzt, solltest du die Zügel aufnehmen.“ warnte ich sie die Stirn in Falten gelegt. Hektisch zog Kerry die Zügel zu sich, sodass Braddock den Kopf hob und seine Aufmerksamkeit wieder bei Kerry war. „Warum ich gestresst bin ist privat.“ sagte ich ruhig und versuchte den erstaunten Blick von Kerry zu ignorieren. „Auf einmal?“ flüsterte sie niedergeschlagen und ließ Braddocks Kopf abermals sinken. „Fängst du wieder an alles in dich hinein zu fressen, wie damals als wir uns kennenlernten?“ sagte sie noch immer leise, aber so laut, dass ich sie gut verstehen konnte. „Das war etwas anderes.“ meinte ich kühl und lobte Verdine, da sie heute trotz meiner gedanklichen Abwesenheit gut mitmachte. Kopfschüttelnd stieg Kerry ab. „Wenn du meinst.“ sagte sie abweisend und brachte Ruby’s Pony zurück in seine Box. Wirklich bewegt wurde Braddock nicht, aber das würde Ruby heute Abend schon merken. Ich arbeitete mit Verdine noch ein paar Minuten, ehe ich sie abritt und im Anschluss auf die Stutenweide brachte. Bis zum Abend beschäftigte ich noch Happy Fantasy und Felan. Mikro und Beth hatten sich ausgiebig mit den Fohlen befasst. Bear Brooks Denahi, What Rainbow, Fantastic Sonata, Rouge Trap, PFS Strolch, Golden Sugar, Little Miss Backyard, PFS‘ Storm Cat, Stars of Magic und CHH‘ Classic Spring standen in kleinen Gruppen aneinander gekuschelt auf den beiden Absetzerweiden. May und José hatten PFS‘ Savory Blossom, Raving Hope Slayer, Ehrengold, Moulan, Bear Totem’s Denali und Blütenzauber im Galopprennen trainiert. Gegen Abend kam Ruby um nach ihrem Pony zu sehen und beschäftigte dann auch noch Iseabail und Lady Lyneth Bowen.

      Am nächsten Tag war ich nach einer beinahe schlaflosen Nacht früh auf den Beinen und machte die beiden Junghengste Vikar und Mephisto soweit fertig. Die beiden waren noch nicht fertig eingeritten und so longierte ich sie vorbereitend. Der Beritt für die beiden würde außerhalb stattfinden. Anschließend machte ich mit Thomas, der ebenfalls noch nicht beritten war etwas Freidressur. Der große Hengst war nicht ganz so roh wie die beiden Tinker und würde unter meiner Hand fertig eingeritten. Ruby kam heute schon vormittags zum Stall. Nachdem sie mit ihrem Pony durch war schnappte sie sich Magical Touch von der Weide und putzte sie übergründlich, flechtete ihr Langhaar neu ein und begleitete mich dann auf einen Ausritt, bei dem ich Slap Happy ritt. „Wie kommt es, dass du so früh hier bist?“ wollte ich wissen und lächelte Ruby an, die sich in ihrer Zeit auf dem Hof verdammt gut gemacht hatte. Wenn sie so weiter macht, dann würde sie sicher eine gute Reiterkarriere hinlegen. „Ich hab heute keine Schule, weil zu viele Lehrer ausgefallen sind.“ erzählte sie mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Ich lachte kurz und trabte Scheppi dann an. Ruby folgte. „Aber nächste Woche hab ich ein paar Klausuren…“ fügte Ruby ernüchtert hinzu. „Ich bin froh, wenn ich endlich fertig bin.“ Schweigend schmunzelte ich. Alles was ich jetzt hätte sagen können, wird Ruby oft genug von Erwachsenen hören. Also beließ ich es dabei. Als wir wieder auf dem Hof waren kam uns Max mit Riven in a Dream und Scarlet in Birth entgegen, die er wohl zur Ovalbahn brachte. Ich kümmerte mich den Rest des Tages um Mr. Raw Depression und LMR Lady Luna. Kerry hielt sich heute fern von mir und versuchte Niffler und Benji in den Griff zu bekommen, die heute besonders aufmüpfig waren. Gegen Abend sah ich dass Abby sich mit Mister Blockhead beschäftigte. Der Tinkerhengst war noch recht neu auf dem Hof und zeigte durchaus Talent für die Dressur. Allerdings hätte ich nicht vermutet, dass Abby so viel aus ihm herausholen konnte wie ich da gerade sah. Da ich mit meinen Aufgaben für heute abgeschlossen hatte verweilte ich an der Bande und sah mir das Training an. Abby war ein Profi und ließ sich von Zuschauern nicht stören. Im Gegenteil, es schien sie anzufachen noch mehr Enthusiasmus reinzustecken. „Sieht gut aus, nicht wahr?!“ erschrocken fuhr ich herum und hätte Isaac beinahe eine Klatsche verpasst. Doch er hatte damit gerechnet und meinen Unterarm gepackt, bevor ich ihn erreichte. „Woah, ruhig Brauner!“ meinte er lachend und ließ mich los. „Du kommst spät.“ merkte ich an. „Ich komme immer spät, das ist eine Kunst für sich.“ meinte Isaac grinsend. Ich lachte und sah wieder zu Abby, die diese Anspielung wohl gehört hatte und angewidert den Kopf schüttelte. „Gehen dir die Witze aus?“ rief sie zu Isaac, doch Isaac fand sich immer noch äußert amüsant und ließ sich nichts anderes einreden. „Wie war deine Fortbildung?“ wollte ich wissen und ging mit Isaac ins Haus, wo wir ausgiebig über die Arbeit der letzten und der nächsten Tage sprachen. Kerry saß immer noch recht bockig daneben und schüttelte hie und da den Kopf. Als Isaac sich verabschiedete sah Kerry mich wieder mit diesem erwartungsvollen Blick an. „Was denn?“ fragte ich genervt. „Ihr habt euch mehrere Stunden nur über die Arbeit unterhalten? Im Ernst jetzt?“ sagte sie mit steinerner Miene. Ich zog den Kopf zwischen die Schultern. „Kann es sein, dass du das Problem hast, Kerry?“ fragte ich ein wenig forscher als gewollt. Ertappt sah sie mich an. „Ich bin nicht Gine!“ beteuerte sie empört und machte auf dem Absatz kehrt. „Dann mach nicht die gleichen Fehler wie sie.“ In Kerrys Gesicht mischte sich Traurigkeit. Für einen kurzen Moment sah es so aus, als würde sie noch etwas erwidern. Doch dann verabschiedete sie sich mit einer vollkommen deplatzierten Reserviertheit und verschwand. Was für eine scheußliche Lage…

      „Kerry hat sich heute und morgen krank gemeldet.“ meldete Mrs Clayton, als ich am nächsten Morgen zusammen mit Pitch im Halbschlaf die Treppe runterlief um mir den ersten Kaffee zu holen. „Was hat sie denn?“ fragte ich teilnahmslos, da ich noch nicht ganz begriffen hatte wer und was vor sich ging. „Hat sie nicht gesagt.“ Ich ließ ein Brummen vernehmen und nahm meine Tasse aus der Spülmaschine, trocknete sie kurz ab und nahm mir etwas frisch aufgebrühten Kaffee. „Soll ich hier bleiben?“ fragte ich den nächstbesten Mitarbeiter, der rein kam. Beth schüttelte eifrig den Kopf. „Fahr ruhig, wir kommen klar.“ sagte sie fröhlich und nahm sich ebenfalls eine Tasse Kaffee. Da meine nun leer war bedankte ich mich und schnappte mir Unterlagen, Leine, Jacke und Schlüssel, zog meine Schuhe an und ging mit Pitch raus. Regen. Immer noch regnete es und stürmisch war es noch dazu. Pitch, der mittlerweile kniehoch gewachsen war zog die Rute ein. Das war absolut nicht unser Wetter und die paar Meter bis zum Auto reichten aus um uns beide zu durchnässen. Der Weg führte uns heute zu einer Show für regionale Pferdezuchten. Zwar stellte ich selber nicht aus, aber es war immer gut zu wissen, mit wem man Kontakte schließen konnte.

      Auf der Show gab es viele Züchter der typisch britischen Rassen. Darunter auch einige Clydesdale und Shire Horse Züchter und ich glaubte sogar zwei Drum Horse Hengste zu sehen. Shire und Clydesdale Züchter verpönten Drum Horses meistens, da sie noch nicht lange als eigenständige Rasse galten. Ich für meinen Teil fand sowohl die einen, als auch die anderen interessant. Allerdings gefielen mir die heute anwesenden Drum Horses nicht so gut. Sie war zu schlaksig und zudem hatten sie beide eine Tovero Scheckung, was ich mit allen Mitteln zu vermeiden suchte. Sehr schön waren jedoch einige Shires. Kräftig gebaut mit ordentlich Halsung und Fesselbehang. Vor einem Exemplar blieb ich stehen. Ein Brauner ohne Blesse, mit vier symmetrisch weißen Beinen. Ein bisschen Weiß hatte er an der Stirn. Das Langhaar war zu shiretypisch verflochten und ließ die eigentliche Länge nur erahnen. Eigentlich war an diesem Pferd nicht viel Besonderes. Den Braunton hatten 90% aller braunen Shires und auch das nur sehr kleine Kopfabzeichen war nicht allzu selten. Es war seine Ausstrahlung die mir gefiel. Acht Jahre alt, gefahren und geritten, mit überschaubarer Showkarriere. Wie ich so das Informationsblatt durchlas sah ich aus dem Augenwinkel, wie sich ein Mann näherte. Neugierig wie Pitch war zog er leicht in dessen Richtung. Als der Mann neben mir stehenblieb und mich freundlich anlächelte wandte ich mich zu ihm. „Sie sehen aus, als hätten sie Ahnung?“ begann der schmale Mann etwas unsicher und sah kurz zu Pitch, den ich daraufhin zu mir zog. „Ich bin Züchter. Hunter Crowley.“ stellte ich mich vor und lächelte den Mann aufmunternd an. „Was für Pferde züchten sie, Sir?“ fragte er übertrieben höflich. „Hauptsächlich Englische Vollblüter.“ Und sie Mr …?“ Ich hatte den Herrn kalt erwischt. Eilig stellte er sich als Jayden Buck vor. „Ich baue mir gerade eine Shire Zucht auf.“ erklärte er und zeigte mir stolz seinen Deckhengst Clairkson. Er sah dem Hengst hier vor uns sogar ein wenig ähnlich, war aber wesentlich dunkler in der Farbe und hatte unregelmäßigere Beinabzeichen. Wir unterhielten uns eine Weile über die Pferdezucht, worauf man zu achten hatte und was bei den Shires als Zuchtziel galt. „Woher kennt ihr euch bei den Shires aus?“ wollte Jayden wissen, der mich noch immer siezte. „Ich habe eine Shire Stute für die Drum Horse Zucht.“ erklärte ich und rechnete eigentlich schon mit einem abfälligen Kommentar. Doch Jayden war interessiert. Mitten im Gespräch darüber ob Drum Horse eine sinnvolle Zucht war oder nicht, brach ich ab. Im Gehen fiel mir eine schwarze Stute auf, die im miserablen Zustand war. „Wieso stellt man sie hier aus?“ fragte ich empört. Die Stute hieß Bad Medicine und war lackschwarz. Sähe sie nicht aus wie ein Flickenteppich durch die ganzen Narben, wäre sie sicher ein hübsches Exemplar ihrer Rasse. Nicht ganz typisch, da weiße Beine eigentlich höchst erwünscht waren, aber ein Hingucker alle male. Auch Jaydens Blick haftete auf der Stute. „Die werden doch untersucht, bevor sie herkommen. Wie kann sie dann hier stehen?“ fragte er und warf einen Blick auf das Informationsblatt. In großen Lettern stand dort „Rette mich“. Es handelte sich hier also um ein Rettungspferd, aus schlechten Verhältnissen. Man suchte über die Show jemanden, der sich der Stute annahm. „Was hältst du davon?“ fragte mich Jayden und versuchte die Stute anzulocken, die sich im hintersten Eck ihres begrenzten Platzes verkrochen hatte. „Nicht viel.“ meinte ich knapp und musste eiskalt auf Jayden wirken, der es tatsächlich geschafft hatte, dass Bad Medicine ein paar Schritte auf uns zu tat. „Wieso nicht?“ fragte er ebenso knapp ohne den Blick von der Stute abzuwenden. „Weil man nicht weiß ob man es je wieder gerade biegen kann, was da falsch gemacht wurde.“ erklärte ich stumpf. „Dafür hätte ich keine Zeit.“ Jayden hatte dafür wenig Verständnis, ließ mir aber meine Meinung. Wir beschlossen gemeinsam etwas zu Essen und verabschiedeten uns nach dem gegenseitigen Versprechen in Kontakt zu bleiben was die Zucht betrifft. Ich machte zusammen mit Pitch noch einen Abstecher zu den Englischen Vollblütern, bevor wir uns auf den Heimweg machten. Zu Hause schrieb ich Käthe von meinem Tag und fragte gleichzeitig wie es bei ihr aussieht. Wir hatten seit einer gefühlten Ewigkeit nicht gesprochen.
    • sadasha
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      25. Oktober 2017 | 3739 Zeichen von Findu
      CMC Crownfield Medical Center | Tierarztbericht

      Heute führte mich mein Auftrag nach England. Nach einem relativ kurzen und entspannten Flug nahm ich mir am Flughafen einen Mietwagen, rief mir das Navigationssystem auf und begann meine Reise. Nach einiger Fahrzeit kam ich auf Bear Brook EC an und stellte den Mietwagen ab. Ich holte meine Behandlungstasche und schaute nochmals auf den Auftrag. Dann begab ich mich auf die Suche nach Hunter Crowley.
      Bereits im ersten Stalltrakt des Gestüts traf ich einen Mitarbeiter, welchen ich nach Mister Crowley befragen konnte. Anstatt mit einfach Auskunft zu geben, brachte dieser Mitarbeiter mich sogar direkt zu Hunter Crowley. Ich bedankte mich bei ihm und wandte mich dann an meinen Auftraggeber. „Mister Crowley ich bin Sophia Galway die leitende Tierärztin des CMC. Ich bin hier wegen der Kontrolluntersuchung bei Iseabail.“ Mister Crowley nickte und ging mit mir dann zur Box von Iseabail. Die Kaltblutstute erwartete uns bereits mit einem freundlichen und aufgeweckten Blick. Beim Öffnen der Boxentür kam uns der Kopf der Stute sogleich entgegen. Hunter Crowley streichelte zärtlich die Stirn der Stute, während ich langsam die Box betrat und meine Hand in Richtung Pferdekopf hinhielt.

      Freundlich nahm das große Tier meinen Duft auf und suchte gleich nach einer Leckerei in meiner Hand. Lächelnd schmuste ich eine Weile mit der Stute ehe ich mit der Regeluntersuchung begann. Zuerst sah ich mir das Fell, die Augen und Ohren an. Anschließend schaute ich mir die Nüstern und das Maul an. Ich kontrollierte den Zustand der Zähne und der Schleimhäute und sah nach, ob Verletzungen im Maul oder an der Zunge vorhanden waren. Dies alles war bei Iseabail nicht der Fall rein optisch stand die Stute in einem super Zustand da. Ich nahm mein Stethoskop und legte dies an der Brust an und hörte mir die Atemgeräusche an. Zusätzlich hörte ich noch die Verdauung ab. Es waren keine auffälligen Geräusche zu verzeichnen. Die Zahnreinigung würde ich morgen durchführen, sodass nun nur noch die Impfung auszuüben war. Ich zog also den Impfstoff nach kurzer Nachfrage bezüglich des Gewichts an Hunter Crowley auf und ertastete die Vene am Hals. Ich stach ein und injizierte den Impfstoff zügig. Anschließend drückte ich einen Wattebausch an die Stelle um Nachblutungen aufzufangen. Nach einigen Minuten entfernte ich den Wattebausch und streichelte die Riesin. Dann räumte ich meine Utensilien auf und verabschiedete mich für heute. Morgen würde ich vor meiner Heimfahrt nochmals vorbei schauen und die Zahnreinigung erledigen.

      Bereits gegen 5 Uhr erwachte ich, Jetlag sei Dank. Ich richtete also bereits alles für die Abfahrt und frühstückte dann in aller Seelen Ruhe ehe ich mich erneut aufmachte nach Bear Brook EC. Dieses Mal stand Mister Crowley direkt am Parkplatz als ich die Einfahrt entlang fuhr. Ich stieg aus und begrüßte ihn freundlich. Anschließend suchte ich meine Arbeitsmittel zusammen und folgte ihm zur Box von Iseabail. Die Stute grummelte ihrem Besitzer freundlich zu und streckte ihre Nase in meine Richtung als wir direkt vor dem Eingang der Box anhielten. Ich bat Hunter Crowley um einen Eimer Wasser und begann schon einmal mit der Sedierung. Als die Stute weggedämmert war, legte ich die Maulsperre an und zog den Kopf, welchen ich in einem Hebebügel fixiert hatte über einen Seilzug nach oben. Ich bat Mister Crowley darum das Seil festzuhalten und begann Zahn für Zahn den Zahnstein zu entfernen. An den Backenzähnen im Unterkiefer fand ich 2 scharfe Kanten, sodass ich meinen Schleifer zur Hand nahm und die Kanten abschliff. Anschließend waren wir fertig. Ich teilte Mister Crowley die nachfolgenden Maßnahmen vor und verabschiedete mich. Ich hoffte dass meine Arbeit für den Kunden zufriedenstellend erledigt worden war.
    • sadasha
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      11. Juni 2018 | 13.173 Zeichen von sadasha
      Neuzugänge

      Als mitten in der Nacht das Telefon klingelte drehte ich mich zuerst noch einmal auf die andere Seite, in der Hoffnung den schrillen Ton ignorieren zu können. Doch sobald ich mich umgedreht hatte leckte mit Pitch hektisch über das Gesicht. Genervt schob ich ihn von mir weg und richtete mich ächzend mit einem Blick auf die Uhr auf. Wer zur Hölle ruft um 2:37am an? Die Vorwahl sagte mir nichts und das konnte nur bedeuten, dass der Anrufer von weit weg kam. Wenigstens erklärte das auch die irre Zeit. Verschlafen nahm ich das Gespräch an und brummte ins Telefon. "Ehm… Hunter?" Ich brummte erneut. Eine Frau war am anderen Ende der Leitung und die Verbindung stand eher schlecht als recht, sodass der Ton knisternd und rauschen bei mir ankam. "Hey! Wir hatten uns doch über deine Tinker unterhalten! Und was du suchst und ja… Ich hab eine tolle gefunden, Pearl carrier und… du wolltest keine Fohlen oder?" Nachdenklich schwieg ich. Cooper aus Kanada war am Telefon, doch auch bei ihr musste es jetzt schon spät sein. "Schläfst du auch mal?" brummte ich ohne ihre Frage zu beantworten. Sie lachte. "Ist doch noch früh hier! Oh, hab ich dich geweckt? -" sie brabbelte eine Entschuldigung und redete dann über ein Fohlen, das sie ebenfalls entdeckt hatte. "Double Dilute! Du suchtest doch sowas oder nicht? Und eine Stute! Warte, ich schicke dir Fotos. Und… Hunter ich hab die zwei gekauft, du kannst also nicht Nein sagen. Im Zweifelsfall werden die sicher auch klasse Therapiepferde für deine… Freun-, Kollegin?" Ich hatte nach Fotos mein Gehör eingestellt und kramte nach meinem Laptop. Pitch hatte seinen Kopf auf dem Bett abgelegt und sah mir schwanzwedelnd dabei zu wie ich versuchte klar zu werden. "Warte kurz, der Laptop braucht Strom…" unterbrach ich Cooper. "...und ich brauche Kaffee."

      Nachdem ich mir einen Kaffee gemacht und Pitch auf den Hof gelassen hatte, setzte ich mich mit dem Laptop ins Wohnzimmer wo auch das Ladekabel lag. Die Stute war bereits eingeritten und gefahren und komplett durchgetestet was Erbkrankheiten und Farben betraf. Für mich also perfekt und dass sie Pearl Trägerin war würde später noch mit Mephisto interessant werden. Das Tinkerfohlen war sehr kompakt gebaut trotz der Größe und sie sah auch ansonsten korrekt aus. Hier wurde nicht nur wegen der Farbe gezüchtet. Trotzdem sah ich mir auch die Linien der kleinen Stute ausgiebig an, ehe ich mich bei Cooper bedankte. Gemeinsam planten wir die Überfahrt nach England und klärten das Finanzielle. Als ich auflegte wurde es schon hell und auch Cooper war jetzt müde. Wir wünschten uns also noch eine gute Nacht und legten dann auf. Ich jedoch blieb jetzt wach. Ich ging ins Bad um zu Duschen und mich für den Tag fertig zu machen. Noch bevor einer der Angestellten eintrudelte hatte ich die Fütterung fertig, die ersten Pferde auf die Weiden gebracht und mistete die ersten paar Boxen, bis Beth zum Arbeitstag kam und mir das Werkzeug aus der Hand schnappte. "Guten Morgen!" meinte sie fröhlich und lächelte mich an. "Du hast wohl nichts Besseres zu tun, hm?" Ich verneinte grinsend und streckte mich ausgiebig, ehe ich aus Benjis Box ging. Der kleine Hengst stand zusammen mit seinem Shettykumpel Niffler auf einer doppelt gesicherten Weide aus denen sie nicht mehr ausbüchsen konnten. Zu meiner Überraschung kam mir Ruby entgegen, als ich Thomas von der Weide holen wollte um mit ihm zu arbeiten. Sie hatte ihren Ponyhengst Braddock 'The Parrot' an der Hand. "Mit dir habe ich erst am Nachmittag gerechnet. Keine Schule heute?" Sie grinste über beide Ohren und nickte. "Richtig. Es sind viele Lehrer krank und deshalb dürfen heute zwei Klassen zu Hause bleiben. Ich bin unter den Glücklichen." - "Na dann viel Spaß." meinte ich und ging weiter zu meinem Drum Horse Hengst. "Achja Hunter?!" rief Ruby noch und ich blieb kurz stehen. "Später kommen noch ein paar Freundinnen, können wir uns die Shettys dann leihen? Nur auf dem Hofplatz etwas Spielen mit den Ponys?" Ich nickte und gab ihr einen Daumen hoch, ehe ich wieder kehrt machte. Thomas stand zusammen mit Tank am Rand der Weide, wo das höchste Gras wuchs. Doch im Gegensatz zum Rappen graste er nicht, sondern beobachtete aufmerksam mein Verhalten. Vielleicht erkannte er, dass ich sein Halfter mitschleppte. Jedenfalls trabte er ein paar Schritte auf mich zu, sodass auch Tank kurz aufsah um zu überprüfen was seinen Kumpel aufmischte. "Guter Junge." lobte ich den Schecken und streichelte den kräftigen Hals, als er bei mir stand und sich das Halfter überziehen ließ. Den fast vierjährigen Hengst hatte ich seit Kurzem unterm Sattel und er machte sich soweit ganz gut. Die langen Beine bekam er noch nicht immer richtig geordnet, doch dafür übten wir das ja. Auch heute sattelte und zäumte ich ihn. In der noch recht kühlen Reithalle longierte ich Thomas zuerst ab und schwang mich dann in den Sattel. Im Moment arbeiteten wir an seinem Trab und den Übergängen zum Schritt. Hier und da, wenn die Motivation stimmte versuchten wir es auch schon mit kurzen Galoppphasen. Doch die waren kaum nennenswert und wirklich schlacksig in der Ausführung. In Trab und Schrott kam Thomas aber schon gut runter, lernte sich zu entspannen und versuchte es mir Recht zu machen.
      Nach der Session mit dem Drum Horse Hengst rief ich bei Käthe an. Sie erzählte mir vom ein oder anderen Neuzugang und dass sie nun aufpassen müsse nicht noch mehr Pferde ins Boot zu holen. Ich erklärte ihr, dass es mir da im Moment nicht viel anders ging. Die beiden Neuzugänge Stonery und Hester würden wohl nächste Woche eintreffen. "Achja und wenn du ja jetzt eine Rappstute hast verlange ich ein Shooting zusammen mit Moulan und als Kontrast vielleicht Smooth Gravity, sollten die sich verstehen." meinte ich und lächelte bei dem Bild, das ich mir da zusammenstellte. Echo's Maiden sollte die Rappstute heißen. "Mit blauen Augen!" Ich war sehr gespannt sie kennenzulernen. "Und wenn du so denkst, kannst du Sympathy of the Devil auch gleich mit einplanen. Die ist auch schwarz-weiß." Ich brummte wohlwollend. "Und wen hat dir Occulta noch verkauft?" fragte ich neugierg. "Einen Hengst." sagte sie aufgeregt. "Valentine's Cantastor heißt er. Ein Brauner." Da ging mir sofort ein Licht auf. "Den habe ich gesehen, als ich sie mal besucht habe. Holst du die zwei ab oder werden sie dir gebracht?" Käthe schwieg. "Ich sehe dich nicht, das ist dir aber klar oder?" fragte ich vorsichtig. "Ja klar… Keine Ahnung, das haben wir noch nicht geklärt." Ich lachte leise. "Gut, ich komme später vorbei. Bearing Spots und Compliment erkennen mich vielleicht schon nicht mehr, so lange war ich nicht mehr da." Wir legten auf. Kerry hatte mittlerweile Vikar und Mister Blockhead für heute fertig, sodass sie nur noch die Stuten übrig hatte. "Venetia und Magical Touch spanne ich mir an und bin für etwa eine Stunde im Gelände." erklärte ich und ging mit den Halftern der beiden Stuten auf die Weide. Erleichtert dankte sie mir und schnappte sich das Halfter von Felan. Max und José sind fleißig mit CHH' Classic Spring und PFS Strolch. Die beiden Vollblüter räumten auf den Rennen aktuell viele Schleifen ab. Bald würde ich Bear Brooks Denahi ebenfalls auf die Rennbahn schicken, doch ihr fehlte es noch an Ausbildung.
      Während ich mit den beiden Tinkerstuten unterwegs war überlegte ich was ich am nächsten Tag unternehmen wollte. Die beiden benahmen sich vorbildlich und wir hatten eine sehr entspannte Runde um das Gestüt herum. Die Schatten der Bäume ließen die brennende Sonne nicht zu uns durchdringen, sodass wir immer noch fit waren als wir auf den Hof zurück kehrten. "Crowley, sie sollten was essen!" rief mir Mrs. Clayton von der Türe zu. Ich brachte zuerst die beiden Stuten zurück auf die Weiden und schob die Kutsche die letzten paar Zentimeter in die Scheune, ehe ich zum Essen kam. Danach setzte ich mich mit Pitch ins Auto und fuhr nach Nottingham um Käthe zu besuchen.

      "Erin ist mit Hibana unterwegs." erklärte Käthe und küsste mich sanft zur Begrüßung. "Wir haben den Hof für uns!" Hinter ihr stand Amistad und stupste sie ungeduldig an. "Wir bringen den kurz weg ja? Dann zeig ich dir auf dem Rückweg Echo's Maiden und dann gehen wir rein. Die beiden anderen sind ja noch nicht hier. Aber ich hab Fotos!" erzählte sie stolz. Dass ich auch nach den beiden Fohlen gucken würde war selbstverständlich. For an Angel streckte neugierig den Kopf aus der Box, als wir an ihr vorbeigingen. Amistad war auch nicht abgeneigt gegenüber der hübschen Stute, doch Käthe kannte keine Gnade und zog den Scheckhengst weiter bis zu seiner Box. "Wo sind denn die Kleinen?" wollte ich wissen. Käthe zeigte nach draußen und ich beschleunigte meinen Schritt. Bearing Spots und Compliment standen gleich draußen, wenn man aus dem Stall kam und warteten darauf reingeholt zu werden. "Die sollen noch draußen bleiben, Hunter!" rief Käthe, als ich das Tor öffnete um mich auf die Weide zu mogeln. Sofort kamen die beiden zu mir und taxierten mich neugierig. Doch Leckerchen hatte ich heute nicht dabei. Besonders Compliment hatte nochmal einen ordentlichen Wachstumsschub. Ich ließ meinen Blick über die anderen Weiden schweifen. Grenzfee stand auch noch draußen zusammen mit der neuen Rappstute. Smarty Jones war der einzige, den ich noch nicht gesehen hatte. Aber er würde dann wohl in seiner Box stehen. Pitch fing an zu quängeln, weil ich ihn nicht mit auf die Weide gelassen hatte und bevor er richtig laut wurde kam ich lieber wieder raus und ging mit ihm Käthe hinterher ins Haus. Hier tauschten wir uns über unser beider Neuzugänge aus. "Ach, ich hab ganz vergessen dir Echo's Maiden zu zeigen." sagte Käthe schockiert. Doch ich unterbrach sie, ehe sie weitersprechen konnte. "Ich hab sie eben schon gesehen. Sie sieht toll aus. Wunderbar groß!" - "Und ihr Fell ist total samtig!" fügte Käthe hinzu woraufhin ich schmunzelte.

      Wir waren erst spät wieder heim gefahren und so schaffte ich es in dieser Nacht wieder nicht den verlorenen Schlaf nachzuholen. Doch es half nichts. Wenigstens war Kerry früher da und hatte sich schon Iseabail und Lady Lyneth Bowen gewidmet. Ich ging daher sofort über zu meinen Vollblütern. Kerry würde später noch Xana bespaßen. Ich begann mit Happy Fantasy. Die Stute kam grundsätzlich etwas zu kurz und deshalb gehörte mein Vormittag heute gänzlich ihr. Ich putzte sie ausgiebig, sattelte sie dann und ging mit ihr auf die Militarystrecke in Mitten der Rennbahn. Von hier aus konnte ich meinen Jockey bei der Arbeit zusehen. Sie hatten heute die Oldies Ehrengold und Mikado aus dem Stall geholt. In der Mittagspause erklärte ich den beiden dass ich mir als nächstes Mr. Raw Depression rausnahm. Die beiden nickten und sagten dann dass sie PFS' Savory Blossom und Raving Hope Slayer rennen wollten.
      Ich freute mich sehr, als am Nachmittag Isaac aus dem Urlaub kam. Übersäht mit noch mehr Sommersprossen als üblich und mit heller Fläche rund um die Augen, weil er wohl die Sonnebrille nicht abgenommen hatte bevor er sich an den Strand gelegt hatte. Freundschaftlich begrüßten wir uns und gingen zusammen in den Stall. Blütenzauber und Riven in a Dream waren die nächsten, die wir uns vornahmen. So heiß wie es war zogen wir uns in die Reithalle zurück, wo auch Abby schon den ganzen Tag war. Sie hatte sich mit Moulan beschäftigt und jetzt gerade ritt sie Scarlet in Birth warm. "Beth macht das mit den Fohlen gut oder?" fragte Isaac, der unsere Stallhilfe vor seinem Urlaub auserkoren hatte die Fohlenarbeit zu übernehmen. Sie hatte damit zu Beginn sehr zu kämpfen. "Sie hat sich gut mit ihnen eingespielt, ja." gab ich zurück. Besonders das Hengstfohlen Golden Sugar hatte sie ganz gut im Griff. Die Flausen von PFS' Storm Cat oder Stars of Magic waren dagegen ein Witz. Als wir mit den beiden Stuten fertig waren hatte Beth gerade Little Miss Backyard an der linken und Fantastic Sonata an der rechten Hand. "Könnt ihr nicht noch die letzten beiden übernehmen?" flehte sie und Isaac und ich tauschten vielsagende Blicke aus. Wir stimmten aber zu. So konnte Beth mit der Stallarbeit weiter machen und Isaac und ich schnappten uns What Rainbow und Rouge Trap. Die beiden Stuten brannten schon darauf die Welt zu erkunden. Als wir jedoch mit ihnen nach draußen gehen wollten um eine Runde um den Hof herum zu machen scheuten sie und wollten lieber wieder zurückgehen. Wir tasteten uns also eine Ecke vorsichtiger heran und ließen die beiden Stutfohlen in Ruhe gucken und das Tempo selbst bestimmen. Weit kamen wir so zwar nicht, aber wir konnten das Führtraining mit einem positiven Gefühl abschließen, als wir nach einer halben Stunde auf den Hof zurück kehrten um die Fohlen in ihre Boxen zu bringen wo sie übernachten würden.
      Am nächsten Tag hatten die meisten Pferde frei und so konzentrierte ich mich auf Slap Happy. Isaac hatte sich Bear Totem's Denali fertig gemacht und Kerry nahm LMR Lady Luna mit auf einen gemeinsamen morgendlichen Ausritt. Am Nachmittag kümmerten sich die beiden um Verdine und Tainted Whiz Gun, sodass ich frei hatte. Ich nutzte die Zeit um mit Pitch zum See zu gehen und die Woche ruhig ausklingen zu lassen. Nächste Woche würden die beiden Neuzugänge eintreffen und die Stallordnung wieder mal aufmischen.
    • sadasha
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      01. November 2018 | von sadasha
      Schnelle Pflege für alle Pferde

      Nachdem ich endlich vom Arzt das Go bekommen habe meine Pferde wieder zum teil selbst zu versorgen, machte ich mich heute früh gleich auf in den Stall um bei der Fütterung auszuhelfen. Ich fing bei meinen Zuchtstuten an um sie als erste auf ihre Weide bringen zu können. LMR Lady Luna, PFS' Savory Blossom und Scarlet in Birth streckten schon neugierig die Köpfe aus der Box, als sie den Fuggerwagen hörte. Slap Happy kam erst zur Tür, als ich bereits vor ihr stand. Als Boxennachbarin wurde dann auch Mikado neugierig. Riven in a Dream war noch im Halbschlaf und musste erstmal aufstehen, als sie das Futter hörte. Ich versuchte noch ein Foto davon zu machen, wie sie in ihrer Box lag, doch ich war zu langsam und erwischte sie mitten in der Bewegung. Die Dunkelheit gab dann den Rest dazu, das Bild war komplett verschwommen. Als nächstes waren Moulan, Blütenzauber und Bear Totem's Denali an der Reihe. Die Vollblut Zuchtstuten waren damit fertig. Nach der Fütterung kamen sie auf ihre Weide. Jetzt waren Tainted Whiz Gun, Verdine und Happy Fantasy bereit für ihr Frühstück. Die bunte Truppe stand nicht mit den Zuchtstuten auf einer Weide. Sie hatte ein eigenes Weideplätzchen und war so harmonisch, dass ich sie gar nicht in die große Herde werfen wollte. Die "Youngsters" hingegen schon. CHH' Classic Spring, PFS' Storm Cat, Rouge Trap, Fantastic Sonata und Essence of Life konnten sich schonmal daran gewöhnen mit tragenden Stuten und Fohlen umzugehen. Sie waren meine Anwärter. Die Jährlingsstuten Little Miss Backyard, Stars of Magic und What Rainbow standen zusammen mit Hester auf einer Weide weiter weg von ihren Mutterstuten. Das Absetzen hatten sie bereits hinter sich, doch ehe sie wieder zu den Großen kommen, würde noch etwas Zeit versteichen. Framed in Fantasy, mein neuster Zuwachs stand zusammen mit Braddock 'The Parrot', Niffler und Benji auf einer Weide, da ich aktuell keine Hengstfohlen außer ihm auf dem Hof hatte. Als die Fütterung der Stuten durch war öffnete ich die Paddockboxen der Hengste. Dabei ließ ich zuerst die älteren Hengste raus. Ehrengold und Mr. Raw Depression und danach Reverence. Zuletzt kamen Raving Hope Slayer und PFS Strolch auf ihre Paddocks.
      Mirko hatte sich in der Zwischenzeit um den zweiten Stalltrakt gekümmert und Xana, Stonery, Venetia, Felan, Magical Touch, Delmara, Iseabail, Lady Lyneth Bowen und Uschi komplett versorgt. Beth war noch dabei die Kaltbluthengste raus zu bringen. Maeyr, Schneemann und Mister Blockhead hatte ich schon draußen gesehen. Tank, Buck or Two, Thomas, Vikar und Mephisto standen noch in ihren Boxen. Ich hatte noch zwanzig Minuten Zeit um eine Box fertig zu machen für den heutigen Neuankömmling. Ramira, eine Tinkerstute, die auch Kerry gut gefallen wird. Sie war charakterlich einwandfrei und genoß bislang ein sehr liebevolles zu Hause in dem sie ordentlich in der Freiarbeit gefördert wurde. Für ein Therapiepferd exzellente Voraussetzungen. Nach der langen Reise aus Deutschland würde sie erstmal Ruhe brauchen. Ich streute deshalb so ein, dass sie es gemütlich hatte. Futter würde sie Portionsweise mitbringen, sodass ich mir darum vorerst keine Gedanken machen musste. Futterumstellungen hatte ich nun schon zu genüge umgesetzt und auch Ramira wird damit sicher gut zurecht kommen, sobald ich damit beginne. Ich legte ein paar saftige Möhren in den Futterkrug und öffnete das Fenster zum Innenhof. Damit war ich mit meinem Tagesplan fertig.
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  • Album:
    Gnadenweide | Pferdehimmel
    Hochgeladen von:
    sadasha
    Datum:
    9 Jan. 2017
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    EXIF Data

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  • [​IMG]
    Stute
    7 Jahre
    Rasse
    Shire Horse
    Stockmaß/Endmaß 198cm
    Fellfarbe Bay Sabino
    Geno Ee Aa SbSb

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    Charaktereigenschaften
    Ausgeglichen, Verschmust, Ruhig, Gutmütig, Nervenstark, Faul

    Vorgeschichte
    Aus Schottland stammend war zu Beginn nicht ganz klar ob nun ein Shire Horse oder ein Clydesdale vor einem steht. Liebhaber jedoch erkannten den Unterschied sofort. Crowley war einer davon und holte die Stute in jungen Jahren zu sich. Sie kam unter seiner Aufsicht in Beritt und wurde lange auf ihre Zuchtzulassungsprüfung vorbereitet. Als Zuchtstute wird sie hoffentlich bald einen Meilenstein in der Shirezucht legen und die großen weißen Abzeichen wieder in Umlauf bringen, ganz entgegen der eigentlichen Zuchtziele der meisten Shirezüchter.

    Beschreibung
    Iseabail ist typisch Kaltblut. Verlasspferd durch und durch, aber faul wie Sünde. Besonders unterm Sattel muss man Biss beweisen, wenn man bei der schweren Stute etwas erreichen möchte. Es bietet sich an sie zu Beginn mit Bodenarbeit zu motivieren. Im alltäglichen Umgang zeigt sich Iseabail kooperativ und lieb.


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    Trainingsplan
    Fohlen ABC ✔ | Eingeritten ✔ | Eingefahren ✔

    Schleifenaufstieg | Trainingsaufstieg | Potential
    Oben = Joelle Qualifikation | Unten = Variationen

    Dressur E A L M S

    Lektionen der Dressur: E A L LM LP M S
    Doma Classica: WE WA WL WM WS
    Alta Escuela: WE WA WL WM WS
    Doma Vaquera: WE WA WL WM WS


    Western E A L M S
    Trail: LK5
    LK4 LK3 LK2 LK1

    Fahren E A L M S
    Dressurprüfung: CAI-A1 CAI-A2 CAI-A4
    Ausdauerprüfung: CAI-M-A1 CAI-M-A2 CAI-M-A4
    Hindernisfahren: CAI-C-A1 CAI-C-A2 CAI-CA4

    Wendigkeit E A L M S


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    Offiziell
    RS 68
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    324. Fahrturnier | 332. Fahrturnier | 338. Fahrturnier | 343. Fahrturnier | 344. Fahrturnier
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    349. Fahrturnier | 421. Westernturnier
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    Inoffiziell

    keine

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    Von Big John
    Von Black Darkness Aus der Tigra

    Aus der Mayalie

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    SK 455

    Eingetragene Zucht Bear Brook EC

    Besitzer sadasha (Hunter Crowley)
    VKR/Ersteller sadasha

    Nachkommen
    keine

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    Letzter Tierarztbesuch 25. Oktober 2017
    Gesamteindruck gut


    Letzte Zahnpflege 25. Oktober 2017
    Letzte Wurmkur 25. Oktober 2017
    Letzte Impfung 25. Oktober 2017


    Letzter Hufschmiedbesuch unbekannt
    Ausgeschnitten/Korrigiert nein


    Beschlag vorne keiner
    Beschlag hinten keiner


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    PNG | Puzzel PNG | Offizieller Hintergrund