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sadasha

♛ Arcany | DRP - HuskyJenny

♛ Arcany | DRP - HuskyJenny
sadasha, 24 Feb. 2019
    • sadasha
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      15. Juni 2013 | 1755 Zeichen von Snoopy
      Ankommensbericht Arcany

      Aufgeregt lief ich durch das Zimmer, heute würde endlich ein neues Pferd kommen und dann auch noch ein super Stütchen. Ich hatte ewig die 40000 zusammengespart für dieses eine Pferd und jetzt war es soweit, endlich konnte ich sie empfangen. Gut gelaunt hüpfte ich unter die Dusche und wusch mich gründlich, ehe ich in die Küche schwebte und warme Crossaints aß. nachdem ich gefrühstückt hatte, kam auch schon der Anruf von HuskyJenny, die mir Bescheid gab, das sie jetzt mit Arcany käme, so hatte ich sie genannt. ich stimmte zu und zog mir gleich was ordentliches an und ging aus dem Haus und zum Stutenstall. In Kürze war ich bei der zukünftigen Box von Arcany angelangt und schrieb auf das Boxenschild mit Kreide ihren Namen und die Rasse. Dann füllte ich die Tröge mit Wasser und Hafer auf, füllte die Heuraufe gründlich auf und schloss die Boxentüre wieder hinter mir. Ich kümmerte mich nun etwas um die Stallgasse und nahm mir einen Besen, mit dem ich erstmals durchkehrte und den groben Schmutz zum Misthaufen brachte. Genau in dem Moment wo ich wieder aus dem Stall trat hörte man Autoreifen auf dem Asphalt meines Hofes. Ich winkte HuskyJenny glücklich zu und ging auf das nun stehende Auto zu. Glücklich umarmte ich sie und unterhielt mich etwas mit ihr, ehe wir uns um Arcany kümmerten, die jetzt schon ungeduldig wartete aus dem Hänger zu kommen. Lächelnd führte ich sie rückwerts aus dem Hänger und ließ sie etwas locker, sodass sie sich umsehen konnte. Dann brachte ich sie mit HuskyJenny zu ihrer zukünftigen Box. Husky war zufrieden und das machte mich auch entspannter. Sie musste nur leider wieder los, also verabschiedete ich mich von HuskyJenny und sah ihr noch nach, wie sie vom Hof verschwand, dann widmete ich mich wieder Arcany zu.


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      von Wolfzeit
      Heute Hatte ich einen Auftrag bei Samsisam.Also packte ich meine Sachen ein und fuhr los.Als ich auf Samsisam hof vorfuhr sah ich sie schon wie sie eins der Fohlen zu Putzplatz führte.Ich stieg aus nahm mein Zeug und begrüßte sie.Samsisam zeigte mir River's Baghira und holte dann die anderen zwei.Ich holte ein Lecklie raus und gab es Baghira wären sie noch kaute holte ich meine Spritze raus und verabreichte sie.Die kleine zuckte ein bisschen zusammen aber blieb sonst ruhig.Dafür das sie so braf war gab es noch eine Karotte.Dann Tastete ich die Gelenke ab.Alles war gut.Nun schaute ich noch in ihr Maul Die Zähne sahen gut aus und hatten weder ecken noch kanten die Baghira beim fressen stören könnten.Nun war Samsisa mit Arcany.Samsisa sagte das sie heut gut drauf war.Arcany rieb auch schon ihre Nase an mir.Auch sie bekamm ein Leckerli und ich begann bei der Sprize.Als sie den piks spürte ging sie ein Schritt zurück.Sie bekam zur belohnung eine Karotte und ich tastete ihre beine ab.Auch dort war alles gut.Nun schaute ich mir noch ihr Maul an auch sie hatte gute Zähne.Nun war noch Cheetah.Ich begann gleich mit n der Sprize.Sie versuchte in den Srick zu beißen aber als ich sie abtastete sand sie wieder ruhig.Nun schaute ich noch in ihr Maul und auch hier war alles gut.Ich verabschiedete mich von Samsisam und fuhr los.


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      von Sosox3
      Hufschmiedbericht Arcany

      Nachdem ich mit Arcado fertig war, zeigte mir Samsisam die Stute welche sie beschlagen haben wollte. Sie kratzte der Stute die Hufe aus und nahm sie aus der Box. Neugierig beschnupperte sie mich und ich begrüßte sie mit einem Strich durch die Blesse der Stute Arcany. Dann nahm ich moir auch schon die Hufe der Stute vor. Sie hatte gute, gesunde Hufe und ausgeschnitten werden musste nur wenig, wie mir der Probeschnitt bewies. Ich schnitt jeden Huf sorgfältig aus und bearbeitete auch den Strahl. Dann raspelte ich die Auflagefläche der Hufeisen gerade und ging dann zu meinem Wagen um die Stahl+ Kunststoffhufeisen zu erhitzen und zu formen. Als ich die Hufen angepasst hatte, legte ich sie auf den Pferdehuf und schaute ob er gut auflag und das tat er. Also hämmerte ich 3 Nägel in die Eisen an jeder Seite und bog sie an der Hufaußenwand um. Ich kürzte die Nägel mit der Krokodilzange und widerholte diesen Vorgang an den restlichen drei Hufen. Dann ließen wie die Stute vor laufen und nichts deutete auf einen Fehler hin. Ich gab auch ihr noch ein Leckerli und verabschiedete mich dann.


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      5272 Zeichen von Snoopy
      Der Kürtag

      Früh war ich auf den Beinen, um Arcany meine Süße Stute fertig zu machen. Ich verschwand in Kürze im Stall und schnappte mir die feurige Fuchsstute. Sie folgte mir brav zum Putzplatz und blieb ruhig stehen, dann begann ich auch schon mit der Fellpflege und der Huf pflegen die Mähne flechtete ich ein und fertig war sie. Dann brachte ich meine Stute in den Hänger, band sie fest, holte noch die Vielseitigkeitsausrüstung und machte den Hänger zu. Schon ging die Fahrt zum Turnier los. Es dauerte eine knappe halbe Stunde und meiner Mum ihr Wagen kam zum Stand und ich war mit einen Ruck aus dem Wagen gesprungen und hinter zum Hänger gesprintet. Dort holte ich Arcany sofort heraus und band sie fest. Dann legte ich ihr sanft die Ausrüstung an , inklusive weiße Bandagen und war fertig. Die Kür hatte schon begonnen, doch ich hatte noch Zeit also führte ich sie zum Aufwärmeplatz und stieg auf, dort drehte ich ein paar Runden, übte das Gespräch und studierte die Bahnfiguren. Dann machte ich mich auf den Weg zur Halle und stellte mich am Rande des Halleneingangs auf und wartete.

      Mit angespannten Ohren blickte meine Stute Arcany um den Platz herum und schnaubte abermals. Es war Arcany's erste Kür und die Stute war leicht nervös. Ihre Augen und Ohren erkundeten alles um uns herum, während sie ein wenig sanft im Boden scharrte. ,,Ganz ruhig Arcany. Das ist deine erste Körung, sei ja brav.´´. Ich lächelte als sie zu mir sah und die Nüstern aufblähte. ,,Nun sehen wir Arcany! Geritten von Samsisam.´´, dröhnte es aus den Lautsprechern und die Hallentore knarrten beim Öffnen. Freundlich nickte ich der nun raus kommenden Reiterin zu und nahm die Zügel auf. ,,Dann mal los!´´, flüsterte ich meiner Stute zu und ließ sie antraben.
      Im Leichttrab traten wir präzise und schwungvoll in die Halle ein, dann verlagerte ich mein Gewicht saß Aus und die Stute viel in einen geschlossenen Stand. Mit forschenden Blicken sahen die Richter uns an und nickten als Startzeichen. 'Konzentriert bleiben...', wies ich mir im Kopf zu und drückte sanft in Arcany's Flanken. Brav ging die Fuchsstute vorwärts und wir ritten auf die kurze Seite der Bahn, als wir beim nächsten Hufschlag ankamen drückte ich Arcany wieder sanft in die Flanken und gab die Galopphilfe, sofort machte sie größere und weiter Schritte. Ruhig versammelte ich die Stute, da sie ein wenig Übermut zeigte und lange nicht mehr richtig galoppiert war. Entspannt, das sie jetzt gleichmäßiger auftrat, verdiente sie sich ein kleines Lob. Arcany wühlte sanft den Sand auf und ging ach brav in der Geraden und ging folgsam auf den Handwechsel ein. Dies war ihrer schwächere Seite, doch heute schien sie sich Mühe zu geben und man sah kaum was davon. In mir ging Freude auf und lobend parierte ich sie zum Trab durch und ritt auf die Acht. Dort machte sie geschmeidige und fließende Trabsprünge und blieb bei einer präzisen Bewegung der Beine, was man nicht oft sah bei Deutschen Reitponys. Sanft legte sich die Stute in die Kurven und zeigte die gleichen wundervollen Bewegungen auf der rechten Hand. Ihre Ohren spielten leicht herum und ihre Mähne wippte taktvoll in den gleichmäßigen Bewegungen. Konzentriert beendete ich den lockeren Trab beim Ausitzen und ließ die Zügel lockerer. Nun machten wir eine entspannte Schritt Runde im Zirkel, wechselten durch den Zirkel und machten das gleiche auf der linken Hand. Arcany's Muskeln blitzen und spielten bei jeden Schritt und zeigten was für einen kraftvollen Gang sie hatte. Nun lenkte ich die Fuchstute aus dem Zirkel und wir kehrten zu 'X', der Mitte der Halle zurück. Als meine Stute stand, stieg ich elegant ab. Nun löste ich den Gurt und legte ihn über den Sattel, ehe ich diesen zur Seite legte und meine brav stehende DRP-Stute wieder am Zügel nahm: ,,Arcany ist eine wunderschöne Fuchsstute und dadurch das sie einen ausgeprägten Charakter hat, lässt sie nicht jeden sofort auf ihr Reiten, sie sieht das Gute in den Reitern und zeigt nur dann eine super Leistung, wenn sie mit dem Reiter auf gleicher Höhe ist. Die Stute kann sowohl Western als auch Englisch geritten werden und zeigt in so gut jedem Reitsport ihre Stärken und dadurch hat sie eine wundervolle GGA, die für jeden super sitz- und reitbar und bequem ist. Die Stute kann so ihren wundervollen Charakter und ihre tolle Leistung jeden ihrer Fohlen vererben.´´, erzählte ich in ein paar Sätzen und verabschiedete mich dann von den Richtern, den Sattel legte ich auf ihren Rücken. Nun führte ich Arcany, dicht gefolgt vom lauten Applaus, aus der Halle und draußen angekommen lobte ich sie für die tolle Leistung.


      Schon war die Show hinter uns und ich lobte Arcany nochmals, tolle Leistung Süße. Wir hatten gewonnen! ,,Toll gemacht!´´, meinte ich und führte sie nun zum Hänger zurück, dort legte ich ihre Ausrüstung ab und verstaute diese im Hänger, ehe ich Arcany die neue Decke zum Abschwitzen anlegte und sie wieder in den Hänger führte, schloss und vorne einstieg. Schon fuhren wir nach Hause und die Auswertung des Wettbewerbs bekamen wir am nächsten Tag. Eine Halbe Stunde Fahrt war wieder hinter uns und ich stieg aus und öffnete den Pferdehänger, ehe ich meine Reitponystute aus dem Hänger führte und in ihre Box brachte. Dann verräumte ich ihre Ausrüstung und gab Arcany frisches Kraftfutter.

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      1713 Zeichen von Snoopy
      Arcany und Cheetah Dressurtraining

      Ein stürmischer Tag begann und ein eiskalter Weg rauschte an mir vorbei. Schwerfällig öffnete ich das Tor vom Stutenstall und blickte zu den neugierigen Köpfen, ehe ich das Tor wieder mühevoll schloss. Hallo ihr!´´, grüßte ich die Stuten und holte mir gleich Arcany heraus, band sie fest und holte den Putzkasten von ihr und Cheetah. Dann holte ich mir die braune Stute aus der Box und band sie ebenfalls fest.
      ,, So dann mal los!´´, lachte ich und schnappte mir den Striegel von Arcany. Gründlich begann ich ihr weiches Fell zu säubern und brauchte nicht lange da glänzte es wieder wie neu. Ihre Hufe waren genauso flott gesäubert und ihr Langhaar gekämmt. Sowei so gut. Ich kümmerte mich nun um Cheetah und braichte nicht lange bis auch sie komplett sauber war. Zufrieden mit dem Ergebnis ging ich zur Sattelkammer und holte mir die Dressurausrüstung und brachte sie zu den Stuten. Meine Freundin Luba war auch schon da sie wollte heue mit Cheetah trainieren und ich mit Arcany. Glücklich umarmte ich meine freundin und half ihr beim aufzäumen. Nun waren die beiden Stuten schön hergerichtet und wir führten die beiden aus dem Stall in die Halle, wo wir aufstiegen und die Stuten warm ritten. Arcany vollbrachte wieder tolle Leistung beim Training und legte sich richtig ins zeug. So ritt ich einmal durch den Zoírkel und versammelte sie im Trab, während Luba Cheetah Galoppwechsel machen ließ. Ich galoppierte nun auch ein paar Runden und ließ Arcany die ein oder andere Figur vorführen, ehe ich sie bal trocken ritt und mit Luba aus der Halle ging. Wir führten die Stuten in den Stall und legten ihre Ausrüstung ab. Dann legten wir den Beiden die Halfter und Abschwitzdecken an und brachten sie in ihre Boxen.

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      4053 Zeichen von Snoopy
      Ausritt durch den Winter ohne Schnee

      Bibbernd zog ich meine Jacke zu und ging Richtung Stutenstall. Heute war es sehr kalt, aber es lag kaum Schnee. Dennoch wollte ich mal Abwechslung für die Reitponystute machen. Das tagelange Training machte einen sehr zu schaffen, da durfte sich auch mal die junge Stute entspannen. ,,Hey du!´´, grüßte ich die Fuchsstute die neugierig den Kopf aus der Box reckte. Sanft strich ich über ihre Nüstern und griff dann nach ihren Halfter, schloss die Box auf und ging zu der Stute rein. Dort legte ich ihr das Halfter an und führte sie aus ihrer Box. ,,Sehr dreckig siehst du ja nicht aus!´´, lächelte ich und täschelte Arcany's Hals. Sie schnaubte bloß und winkelte entspannt ihr Bein an. So dann lass uns mal dich trotzdem etwas putzen und deine Ausrüstung holen, weil wir heute Ausreiten!´´, sagte ich strahlend und machte mich auf den Weg zur Sattelkammer und ihren Spind.
      Als ich alles soweit hatte kehrte ich zu Arcany zurück und legte alles ab, ehe ich mir Striegel und Kardätsche schnappte und begann ihr Fell gründlich zu putzen. Ihre Beine machte ich mit einer weicheren Bürste. Nach ein paar Minuten war ich endlich fertig und legte die Utensilien zur Seite und schnappte mir den Hufkratzer mit dem ich jedes einzelne Huf gründlich reinigte und anschließend säuberte. Als dies gemacht war nahm ich mir den Kamm und begann ihr Langhaar wieder seidig zu kämmen bis es gesund glänzte.
      Nun machte ich ihr erstmal die Ausrüstung ran und schnallte alles fest. Schon war die Trense angelegt und saß fest, der Sattel war auch ordentlich auf ihren Rücken gelegt und bereits fest geschnallt. Schon waren wir fertig und Bereit zum Aufbrechen und ich aufstieg und dann vom Hof ritt.
      Es war wundervolles Wetter und kaum Schnee, was alles ein wenig traurig wirken ließ. ,,Fein meine Kleine!´´, lobte ich die Stute und ritt im Schritt weiter über den schmalen Weg durch den Wald, ehe ich Arcany antraben ließ und die kleine Stute fleißig fort schritt. Im Leichttrab ritten wir in eine rechte Biegung rein und hatten eine lange Gerade vor uns. Dies ließ ich mir nicht zweimal sagen und schnalzte, eh ich meine Schenkel kräftig an ihre Flanken drückte und die Fuchsstute im feurigen Galopp los stürmte. es war ein tolles Gefühl im vollen Galopp über den weg zu jagen und den kühlen Winterwind im Nacken zu spüren, da eine Erfrischung schon lange wieder fällig war. um Glück war ich geschützt mit einen Schal, trotzdem war es wie ein Eistee im Sommer. Erfrischend. Glücklich jagte ich mit der Fuchsstute unter mir über den Weg und wurde erst langsamer als eine Kreuzung in Sicht kam. ,,Hoo!´´, sprach ich sanft und parierte Arcany zum Schritt durch, ehe das laute Schnaufen der Stute den Wald erfüllte. Wir bogen nun links und kamen an einem See vorbei, der in den Sonnenstrahlen sanft glitzerte und wenig eingefroren war. Hier ritt ich gerne im Sommer entlang, da es dann schön warm war und man im See baden konnte, geschweigedenn mit dem Pferd ins Wasser. Arcany blickte neugierig in die Richtung und ich grinste: ,,Im Sommer kommen wir wieder her und baden etwas.´´, sprach ich zu ihr. Nun ritten wir wieder zurück in den wald und ich ließ der Stute langen Zügel, während sie sofort ihren Gang änderte und nun entspannt den Weg entlang trottete. Als der Hof in Sicht kam trabten wir an und trotteten gemütlich auf den Hof, ehe wir zurück in den Schritt fielen und ich elegant absprung, als wir am Putzplatz zum Stand kamen.
      Dann machte ich den Sattelgurt locker und legte ihn anschließend über den Sattel und nahm ihn ab, ehe ich ihr noch die Trense abnahm und kurz aus wusch und dann zu ihren Spind brachte und verstaute.
      ,,So meine Kleine! ich bringe dich erstmal auf die Weide, samt Abschwitzdecke und hole dich dann wieder.´´, sprach ich zu der Reitponystute und führte sie auf die Koppel, ehe ich mich an die Arbeit machte und ihre Box anfing auszumisten. Als alles gemacht wurde, füllte ich die Tröge der Pferde und holte Arcany von der weide, nahm ihr die Decke ab und brachte sie in ihre Box, dann verstaute ich diese und hatte meine Arbeit heute getan.

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      8294 Zeichen von Snoopy
      Sammelbericht für die Stuten

      Früh war ich auf den Beinen und machte mich auf den Weg zu den Stuten die ich heute gründlich putzen würde und etwas trainieren. Der Stall war heute ruhig und die Pferdeköpfe blickten mir sogleich entgegen, während sie schnaubten und ich lächelte. Dann schnappte ich mir das erste Halfter an den Haken neben den Boxen und ging zu der Fuchstute Arcany: ,,Na du?´´, lächelte ich und schloss die Box auf.
      Die Fuchstute kam mir entgegen und ich lächelte und legte ihr liebevoll das Halfter an, ehe ich sie hinausführte und anband. Dann nahm ich mir aus ihren Putzkasten, der vor ihrer Box stand, einen Striegel sowie Kardätsche und striegelte gründlich ihr Fell. Das natürlich auch ausfiel, da der Winter endetete. Das war eine Abeit, doch bald hatte ich soweit alles weg gemacht und nahm mir einen Hufkratzer, ehe ich ihre 4 Hufe gründlich säuberte und dann mit dem Langhaar weitermachte. Schnell war es gekämmt und ich schnappte mir Arcany's Dressursachen und legte ihr die Ausrüstung an. Daraufhin waren wir auch schon in der Halle und ich stieg auf und ritt die Fuchsstute warm. Dann begann ich ein paar Dressurlektionen zu üben und hatte Erfolg, da sie alles brav und gehorsam machte und ich konnte mit dem Training enden und brachte die stute zurück zum Stall. Dort angekommen sattelte und trenste ich sie ab und veräumte alles, dann brachte ich sie wieder in ihre Box.
      Nun war meine einzige Isländerstute tran, mein kleines Herstück Frejka. ,,Na Süße?´´, grüßte ich sie und kraulte der kuscheligen Stute die Ohren, ehe ich mit der anderen Hand nach dem Halfter griff und die Box öffnete um sie rauszuholen und mich um sie zu kümmern. Im Nu stand die isländerstute draußen und sah mir neugierig zu, wie ich die Putzutensilien fürs Fell holte und begann das ganze Winterfell wegzustriegeln. Als nach einer halben Stunde soweit alles am Boden lag, nahm ich den Hufkratzer heraus und hob jedes Bein nach dem anderen an, um die Hufe gründlich auszukratzen. Als dies auch erledigt war, nahm ich mir den Kamm und bändigte die wilde Mähne sowie den verfilzten Schweif der Stute und hatte nach knapp 10 Minuten wieder wunderschönes Langhaar. Dann schnappte ich mir Longiersachen und ging mit der Stute zum Round-Pen. Dort begann ich sie in allen Gangarten zu longieren und hatte sogar ein paar Verbesserungen der Gänge geschafft. Nun brachte ich Frejka zurück zum Stall und nahm ihr die Longiersachen ab und stellte sie dann wieder in ihre Box, wo sie zu Fressen begann.
      Meine hübsche rappstute La Bella Goia war an der reihe und sie blickte mir strahlend entgegen. ,,Na meine Hübsche?´´, grüßte ich die Stute und strich ihr liebevoll über die Stirn, ehe ich mir das Halfter vom Haken nahm und die Box öffnete. Dann legte ich es ihr an und holte sie heraus, wo ich sie anband und mir aus ihren Putzkasten den Striegel, sowie Kardätsche rausnahm und das restliche Winterfell wegputzte. Mal wieder war eine Ewigkeit vergangen, doch sie erstrahlte schnell im neuen Glanz. Nun kümmerte ich mich auch um ihre Hufe und hob alle an und säuberte sie gründlich. Nun waren die Hufe gemacht und das Langhaar war an der Reihe, also schnappte ich mir den Kamm aus dem Putzkasten und begann ihre Mähne, sowie Schopf und Schweif zu verlesen und gründlich durch zu kämmen. ,, Na also! Nun trainieren wir dich ein wenig.´´, sprach ich zu dem Rappenstütchen und holte ihre Dressurausrüstung, die in Kürze angelegt war und ich mit Bella zur Halle ging. Dort stieg ich auf und ritt sie warm, wie Arcany zu vor. Dann begannen wir das Training und man merkte das Bella heute super Leistung vollbrachte, dies erfüllte mich sehr mit Stolz. Wir trainierten noch eine Weile, dann machten wir Schluss und führte Bella zurück zum Stall. Angekommen, nahm ich erstmal die Ausrüstung ab und verstaute sie, ehe ich auch Bella in ihre Box stellte.
      Nun kam meine farbenfrohe Hackneystute dran und ich grüßte auch sie liebveoll mit einem: ,,Hey Kleine!´´, ehe ich sie kraulte und dann ihr Halfter am Haken ergriff und die Box öffnete. Sie schien auch einiges an Winterfell vorzuweisen, also konnte ich wieder ewg alles Fell enfternen. Sofort schnappte ich mir Striegel und Kardätsche und begann mit der Arbeit, bis nach einer knappen halben Stunde all das Fell oder fast alles entfernt war. Nun verschwanden die beiden Sachen wieder im Putzkasten und ich machte weiter mit den Hufen. Diese säuberte ich gründlich nacheinander und legte den Hufkratzer dann weg. Jetzt war ihr kurzes Langhaar an der Reihe und ich kämmte es gründlich durch. Schon war sie fertig und ich legte ihr die Fahrausrüstung an und brachte sie zur Rennstrecke, wo ich den Fahrwagen an ihr befestigte und dann mit dem Training begann. Folgsam hörte die Stute auf meine Hilfen, während ich sie warm ritt, bzw. fuhr. Dann begann die eigentliche Arbeit und ich ließ sie ordentlich durchziehen und merkte auch hier verbesserungen, sie nahm die Beine höher und beschleunigte schnell, sowie hatte einen perfekten Gang drauf. Zufrieden mit ihrer Leistung, parierte ich sie durch und ließ sie trocken werden, dann nahm ich das Fahrgestell ab und führte sie zu ihrer Box. Dort angekommen nahm ich die Ausrüstung ab und brachte diese weg. Dann stellte ich die Hackneystute in ihre Box und ging zu der nächsten Kanidatin.
      ,,Na meine Große?´´, grüßte ich die Hannoveranerstute und täschelte ihren kräftigen Hals. Sie schnaubte mir liebevoll entgegen und ich lächelte, dann nahm ich ihr Halfter vom Haken und legte es ihr an, ehe ich sie rausführte. Dann band ich sie fest und suchte mir aus dem Putzkasten, Kardätsche und Striegel heraus. Nun begann ich auch schon ihr dunkles Fell zu striegeln, wo wieder einges an Winterfell herabfiel. Nach einer ewigkeit war ihr Fell soweit befreit von überschüssigen Haar und ich begann ihre Hufe auszukratzen. Als diese sauber waren, nahm ich mir den Kamm aus der Putzbox und kämmte ihr Langhaar gründlich durch. Als sie im neuen Glanz erstrahlte, holte ich mir ihre Springausrüstung aus der Sattelkammer und kehrte zu Flow zurück. Dann legte ich ihr gründlich die Ausrüstung an und führte sie zur Halle, wo ein paar A-Sprünge aufgestellt waren. Dort angekommen stieg ich auf und ritt die Hannoveranerstute warm und drehte einige Runden in verschiedensten Gangarten, ehe ich beschloss mit dem Taining zu beginnen. Perfekt überwand die Stute die Hindernisse und zeigte einwandfreie Leistung, auf sowas konnte man Stolz sein. Wir überwanden noch einige Sprünge und drehten dann nur noch ein paar Runden im Schritt, das sie trocken wurde. Dann stieg ich ab und führte Oricono Flow zurück zum Stall, wo ich ihre Ausrüstung abnahm und in der Sattelkammer verstaute. Die Stute brachte ich dann in ihre Box.
      Nun war die letzte Stute an der Reihe und ich ging zu ihrer Box: ,,Na Sympathy?´´, grüßte ich sie lächelnd und tächelte ihren Hals, ehe ich das Hafter vom Haken nahm und die Box öffnete. Schon war ihr Halfter befestigt und die Hübsche herausgeführt. Dann begann ich das Winterfell, von ihrem Roanfell zu entfernen und brauchte wieder ein wenig, doch diesmal ging es schneller. Als die Stute dann schließlich fertig war, nahm ich mir ihren Hufkratzer und begann die Hufe des Vollblut's zu säubern. Schnell waren sie sauber ausgeputzt und ich nahm mir den Kamm aus der Putzbox und begann das kurze Langhaar zu kämmen und war in Kürze damit fertig. Nun holte ich die Rennausrüstung der Roanstute und legte sie ihr gründlich an, ehe ich sie zur Rennbahn führte und dort aufstieg. Hibbelig trabte sie über die Strecke und ich musste mir Mühe geben sie zurück zu halten. Doch nach einer Runde, ließ ich die Stute in den Galopp fallen und drehte eine etwas langsamer Runde, ehe ich Mitte der nächsten Runde durchstartete und sie antrieb. Fleißig und flott jagte die die Runde durch und legte eine gute Zeit hin. Nun ritt ich eine normale Galopprennrunde und hielt sie anfangs zurück und ließ sie erst gegen Ende in vollen Galopp fielen. Schon hatten wir eine neue Bestzeit geschafft und trainierten noch etwas, ehe ich Schluss machte und sie zum Stall führte. Dort nahm ich ihr die Ausrüstung ab und verstaute sie, ehe ich auch sie in die Box brachte.
      Nun waren alle Stuten versorgt und ich machte mich an die Arbeit das ganze Fell und den Dreck aus der Stallgasse zu entfernen. In Kürze war alles entfernt und ich war mit der Arbeit fertig.

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      3006 Zeichen von Snoopy
      Sammelpflegi - Stuten

      Früh stand ich auf um mich um die ganzen Stuten zu kümmern. Flott stand ich in der großen Stallgasse und holte mir den ersten Kandidat hinaus.
      Schon begann ich Arcanys Fell gründlich zu striegeln und hatte die Hufe genauso schnell gesäubert und die Mähne frisch gekämmt. Also legte ich ihre Ausrüstung an und drehte eine Runde auf den Reitplatz, ehe ich zurückkehrte und die Ausrüstung abnahm, denn Stall mistete und Arcany zurück in die Box stellte.
      Nun war Code of Mystic Girl an der Reihe und ich holte den dunkle Stute aus der Box, ehe ich ihr Fell striegelte, die Hufe säuberte und das Langhaar kämmte. Schon war sie sauber und ich mistete ihre Box, ehe ich sie mit der Longe ausrüstete und ebenfalls etwas auf dem Platz bewegte. Als auch sie etwas Bewegung bekommen hatte, nahm ich ihr die Ausrüstung ab und brachte sie in ihre Box.
      Nun kam Frejka an die Reihe und ich begann sie ebenfalls gründlich zu striegeln, das Langhaar zu kämmen und die Hufe auszukratzen. Dann mistete ich ihre Box, legte ihre Ausrüstung an und bewegte sie auf der Rennbahn in Tölt, sowie Pass und den anderen Ganarten. Als sie genug Bewegung hatte, legte ich ihree Ausrüstung ab und brachte sie in ihre Box.
      Nun kam La Bella Goia an der Reihe und ich striegelte sie gründlich, säuberte ihre Hufe, kämmte ihr Langhaar und mistete ihre Stallbox. Dann legte ich ihre Ausrüstung an bewegte sie auf dem Reitplatz und brachte sie anschließend, mit abgelegter Ausrüstung, in die Box.
      Nayeli war die fünfte Stute und ich begann sie gründlich zu striegeln, ihre Hufe zu säubern und ihr Langhaar zu kämmen, ehe ich den Stall mistete und ihr ihre Ausrüstung anlegte. Nun bewegte ich die Hackneystute auf den Reitplatz und führte sie nach dem Training zurück zum Stall, wo ich ihre Ausrüstung ab nahm und sie in die Box stellte.
      Jetzt kam Oricono Flow an die Reihe und ich begann die dunkle Stute ordentlich zu striegeln, ehe ich ihre Hufe auszukratzte und ihr Langhaar gründlich kämmte und anschließend ihre Box mistete. Dann legte ich ihre Dressuraustrüstung an und bewegte sie auf dem Reitplatz und brachte ihn anschließend wieder in die frisch gemistete Box.
      Die Vorletzte war dran und ich führte Possy Pleasure Mainstream aus der Box. Dann begann ich ihre Fuchsiges Fell zu striegeln, die Hufe zu säubern und das lange Langhaar zu kämmen, ehe ich die Box mistete und der Trakhenerstute ein Halfter ran machte. Dann bewegte ich sie etwas auf dem Platz, übte ein paar Vertrauensübungen und brachte sie anschließend wieder in die Box.
      Nun war die letzte in der Runde an die Reihe und ich holte die Englische Vollblutstute, namens Sympathy of the Devilaus der Box. Draußen angekommen begann ich gründlich ihr Fell zu striegeln, die Hufe zu säubern, das Langhaar zu kämmen und anschließend den Stall zu misten. Dann legte ich ihre Ausrüstung an und bewegte sie ein paar Runden auf der Rennstrecke, wo sie wieder Höchstleistungen bewies. Nach dem Training nahm ich ihre Ausrüstung ab und brachte sie in ihre Box.
      Fertig waren die Damen.

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      5892 Zeichen von Sunnyyy
      Pflegi - Stuten

      Heute war ein besonderer Tag, da ich mich um die Stuten von Snoopy kümmern durfte. Ich kam in den Stall und die erste, die mir in den Blick fiel, war Arcany. Ich holte ihren Putzkasten und nahm sie aus der Box. Fix putzte ich ihr Fell, kratzte ihr die Hufe aus und bürstete Mähne und Schweif. Als sie sauber war, holte ich ihren Sattel und ihre Trense und machte sie fertig. Ich ging mit ihr auf das Dressurviereck und ritt ein paar Runden mit ihr. Sie war zwar brav, aber nicht wirklich motiviert zu arbeiten. Nach etwa einer halben Stunde ritt ich sie dann trocken und brachte sie zurück. Erst nahm ich ihr alle Sachen wieder ab, dann machte ich noch schnell die Box sauber, legte ihr eine Portion Heu hinein und tat ein wenig Kraftfutter in den Trog. Nun konnte sie auch hinein und fing gleich an zu fressen.
      Als zweites war Code of Mystic Girl an der Reihe. Auch sie holte ich aus ihrer Box und putzte sie erst einmal. Nachdem ich sie fertig geputzt hatte, die Hufe ausgekratzt und die Mähne gekämmt waren, holte ich ihren Springsattel und ihre Trense. Ich legte ihr beides an und ging mit ihr auf den Springplatz. Die Sprünge stellte ich alle auf E-Höhe und ritt sie erst einmal warm. Wir ritten die Sprünge in verschieden Reihenfolgen an und Code war fleißig dabei. Durch regelmäßiges Abschnauben, machte sie deutlich, dass sie Spaß an der Arbeit hatte. Als sie dann langsam müde wurde, ritt ich sie nur noch trocken und ging dann wieder zu ihrer Box. Ich zog ihr alles aus und putzte sie noch einmal über. Danach machte ich noch ihre Box sauber und tat ihr Heu und Kraftfutter hinein. Sobald Code in ihrer Box war, fing sie zufrieden an zu fressen.
      Nun war Frejka an der Reihe. Ich holte sie aus der Box, putzte sie, kratzte ihre Hufe aus und kämmte ihr Langhaar. Dann holte ich Sattel und Trense und ging mit ihr auf die Ovalbahn. Zu Anfang war sie kaum zu bremsen und flitzte nur so im Kreis umher, doch nach einer Weile hatten wir uns ganz gut arrangiert und sie ließ sie anständig kontrollieren. So machten wir immer wieder Gangarten- und Tempowechsel bis sie locker wurde und richtig schön angenehm lief. Am Ende ritt ich sie in Ruhe trocken und brachte sie dann wieder zurück zu Box. Ich zog ihr alles aus und machte auch ihre Box noch sauber und tat Heu und Kraftfutter hinein. Zufrieden schnaubend machte sie sich über ihr Futter her.
      Nach Frejka war Glammy dran. Ich putzte sie, machte ihre Hufe sauber und kämmte Mähne und Schweif. Danach legte ich ihr ihr Westernzubehör an und ging mit ihr auf den Platz. Sie war sehr fleißig und man konnte mit ihr jede Lektion sehr exakt reiten. Es machte richtig Spaß mit ihr zu arbeiten und so machten wir auch etwas länger als ursprünglich geplant. Nachdem ich sie trocken geritten hatte, ging es wieder zu ihrer Box. Ich sattelte und trenste sie ab und machte ihre Box sauber, abschließen kam noch Heu und Kraftfutter hinein, damit sie schön fressen konnte. Mit einem letzten Krauler verabschiedete ich mich und ging weiter.
      Als nächstes war La Bella Goia an der Reihe. Nachdem ich sie geputzt hatte und ihr die Hufe ausgekratzt und die Mähne gekämmt hatte, legte ich ihr Sattel und Zaumzeug an und ging mit ihr auf den Springplatz. Für sie stellte ich die Sprünge alle eine Nummer höher. Ich ritt sie erst warm, um danach die Sprünge in verschiedenen Reihenfolgen anzureiten. Sie war sehr ehrgeizig und sprang sehr energisch. Nur einmal nahm sie eine Stange mit. Nach getaner Arbeit ritt ich sie in Ruhe trocken. Danach nahm ich ihr alles ab und brachte sie zurück in ihre Box, die ich zuvor noch sauber machte und Heu und Kraftfutter hinein tat.
      Folgend war Oricono Flow dran. Ich putzte sie, kratzte ihr die Hufe aus und kämmte ihr ihr Langhaar. Danach sattelte und trenste ich sie und ging mit ihr auf das Dressurviereck. Doch ritt ich sie erst einmal locker um dann alle möglichen Lektionen zu reiten. Sie reagierte sehr sensibel auf die Hilfen und es gab im Grunde nichts, was sie nicht konnte. Um so mehr Spaß machte die Arbeit mit ihr. Da sie im Grunde unermüdlich war, hörte ich nach einer Weile auf, obwohl sie noch nicht ansatzweise erschöpft war. Ich ritt sie in Ruhe trocken und brachte sie wieder zu ihrer Box. Dort nahm ich ihr alles ab und machte noch eben die Box sauber. Nachdem ich ihr Heu und Futter hinein getan hatte, stellte ich sie in die Box.
      Als Vorletzte war Possy Pleasure Mainstream an der Reihe. Sie wollte ich nur longieren, da sie wohl einen ziemlichem Dickkopf haben konnte und sie noch nicht ausreichend kannte. Also putzte ich ihr Fell, kratzte ihr die Hufe aus und kämmte ihr ihr Langhaar. Danach legte ihr ihr den Longiergurt an und trenste sie auf. Wir gingen auf den Longierzirkel und ich ließ sie erst einmal ein wenig im Schritt gehen. Als ich sie dann schneller laufen ließ, buckelte sie erst einmal los. Aber nach einer Weile merkte sie, dass sie damit bei mir nicht weit kam und wurde friedlicher. Ich konnte sie schön locker longieren und ließ sie am Ende noch ein wenig im Schritt gehen. Nach getaner Arbeit brachte ich sie dann wieder zur Box und nahm ihr alles ab. Ich machte die Box sauber, tat Heu und Futter hinein und stellte Possy wieder rein.
      Als Letzte ist Sympathy of the Devil dran. Auch sie putzte ich schnell über, machte ihre Hufe sauber und kämmte ihr Mähne und Schweif. Danach bekam sie ihr Rennoutfit an und wir gingen auf die Ovalbahn. Ich wärmte sie erst ein wenig auf, bevor wir mit dem Galoppieren anfingen. Man merkte sofort welchen Spaß sie hatte. Sie flitzte nur so über die Ovalbahn. Nach einer Weile war sie aber sehr erschöpft und so ritt ich sie nur noch trocken und brachte sie dann wieder zu ihrer Box. Dort nahm ich ihr alles ab und machte die Box sauber. Nachdem ich ihr ein wenig Heu und Futter hinein getan hatte, konnte sie dann auch rein.
      Ein letztes Mal ließ ich meinen Blick durch die Stallgasse schweifen und machte mich dann auf den Weg nach Hause.

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      von Ally
      Hufschmiede Relient - Der zweite Besuch bei Snoopy

      "My eyes are closed, no control ..", sang ich leise mit und tippte auf dem Lenkrad meines BMWs, während ich in die Einfahrt einbog. "Powerless, and I don't care it's obvious ..." Mein Singen wurde langsam zum Murmeln, als ich mich umsah und einen Parkplatz suchte. Snoopy hatte mich wieder auf ihren Hof geboten, mich aber dieses Mal vor den sieben Pferden gewarnt. Ich schaltete den Blinker an und bog in einen der Parkplätze ab, stellte dann den Motor aus und summte noch die letzten Wörter des Liedes mit, ehe ich das Auto komplett ausmachte und die Tür öffnete. Sofort wehte mir der Stallgeruch entgegen und ich spürte, wie meine Fingerspitzen langsam kalt wurden. Ich hustete und beobachtete dann, wie mein Atem in kleinen Wölkchen hochging, ehe ich die Tür zuschlug und meinen Kofferraum öffnete. "Hey Ally!", rief Snoopy. Sie wusste, wie sehr ich meinen vollen Namen hasste, und ich hatte sie dazu gezwungen, mich Ally zu rufen, obwohl sie mich manchmal damit nervte. "Hi Snoops.", sagte ich grinsend und holte den kleinen Koffer heraus, schlug den Kofferraum zu und klickte auf meinen Autoschlüssel drauf. Die Lichter blinkten zweimal, dann war das Auto geschlossen. "Mit wem fangen wir heute an?", fragte ich, als wir die Einfahrt herunter liefen. "Mit wem auch immer. Alle sollen kontrolliert und ausgeschnitten werden, alte Hufeisen ab und neue dran.", sagte sie und ich nickte. Einer der Stallburschen war gerade dran, ein schwarzes, deutsches Reitpony zum Zaun führte und dort anband. Ich entschied mich allerdings, mit der ersten Stute aus der Reihe anzufangen. Es war eine Rappstute mit schönem Blanket auf dem Po. "Das ist Girly, sie sollte eigentlich keine Probleme machen. Bloß ist sie manchmal ein wenig stur, wenn ihr was nicht passt.", sagte Snoopy und ich nickte. Ich klopfte der Stute auf den Hals und massierte sie kurz dort, ehe ich ihr Vorderbein abtastete. Girly spielte ein wenig mit den Ohren, verwundert, was ich da machte, und ich entschied mich, ein paar Lieder auf meinem iPod spielen zu lassen. "I know they'll be coming to find me soon ..", murmelte ich und Snoopy lachte. "Ich kann mich so besser konzentrieren!", sagte ich grinsend und sie nickte grinsend. Ich tastete ihr Vorderbein nach Entzündungen oder warmen Stellen ab, entdeckte aber nichts, und hob dann ihren Huf. "Feines Mädchen.", sagte ich und murmelte weiter das Lied. "Who's this man that's holding your hand .." Ich klemmte mir ihren Huf zwischen meine Beine und spürte, wie Girly an meinem Rücken herumspielte, und grinste. Snoopy schubste ihren Kopf lachend weg und sie stellte ihr Hinterbein, das vorher angewinkelt war, auf den Boden, um mehr Gleichgewicht zu haben. Ich tastete ihren Strahl und ihre Strahlfurche ab, ebenfalls die Sohle und streckte mich dann nach dem Hufmesser. Snoopy gab es mir schließlich nachdem ich es nicht erreichen konnte, und ich dankte ihr kurz, ehe ich ihre Sohle ein wenig begradigte und ihren Strahl etwas tiefer schnitt. Ich feilte ein wenig an ihren Zehen, bis der Huf gerade war, und setzte ihn dann wieder auf den Boden. Duckend prüfte ich, ob sie gerade stand, und lobte Girly dann. Bei dem Hinterhuf brauchte sie ein wenig, bis sie ihn nach hinten streckte, stand dann aber ganz entspannt da und legte nur ab und an die Ohren in den Nacken, wenn ich das Hufmesser oder die Feile auf den Boden fallen ließ. So arbeitete ich mich weiter und war schließlich fertig mit dem Ausschneiden und Kontrollieren. Ich schob ihr ein Leckerli in die Maulspalte und drehte mich dann um - Eine schwarze Stute mit weißer Laterne streckte mir ihren Kopf hin, die Ohren nach hinten gelegt und grinsend schob ich auch ihr ein Leckerli ins Maul, das sie genüsslich kaute. "Das ist Flow, sie ist eigentlich auch ganz okay ..", sagte sie, während ich ihren ersten Huf hob. "Everybody wanna steal my girl, everybody wanna take her heart away.", summte ich, während ich ihren Huf betatschte und nach Krankheiten Ausschau hielt, doch ihre Hufe sahen allesamt sehr gesund aus. Bei dem letzten Hinterhuf zog sie ihn allerdings so ruckartig zurück, das ich fast hinfiel, und grinsend knuffte ich ihre Hinterhand. "Du böses Mädchen.", sagte ich lachend und holte dann die Zange, um ihre alten Eisen zu entfernen. Ich musste ein wenig rütteln bei den ersten drei Eisen, da sie ziemlich fest saßen, aber der letzte war schon ein wenig locker und kam so sehr gut ab. Ich warf das Eisen weg und Flow erschrak ein wenig und auch Girly, die noch neben ihr stand, wich ein wenig zurück. "Sorry!", sagte ich und klopfte den beiden auf den Hals, ehe ich das Hufmesser holte und Flows Hufe ausschnitt. Sie waren eigentlich schon sehr gepflegt und gerade, deswegen musste ich nicht viel feilen. "Couple billion in the whole wide world, find another one 'cause she belongs to me.", summte ich weiter und setzte Flows letzten Huf auf den Boden, ehe ich mich zu einem schwarzen Hannoveraner umdrehte. "Das ist Ramml. Okay, nein, Ramires ..", verbesserte sich Snoopy, nachdem ich laut lachte. "Ramml? Oh Gott, okay .. Wahrscheinlich ein Zuchthengst, was?", grinste ich und Snoopy lachte. "Er ist eigentlich lieb, aber .. ein bisschen mutig und launisch, also würde ich aufpassen.", sagte sie und ich nickte, gab dem schwarzen Hengst ein Leckerli und er wurde sofort etwas entspannter, präsentierte sich aber immer noch mit gewölbtem Hals. Ich hob seinen ersten Huf und kontrollierte ihn, wiederholte das dann alles und nach einiger Zeit wurde ihm anscheinend langweilig, weil er auf dem Holz des Zaunes herumkaute. Ich schob seinen Kopf weg und er legte die Ohren nach hinten und zeigte mir kurz seine Zähne. "Woah, ist okay.", sagte ich grinsend, ehe ich weiter machte und seine alten Hufeisen entfernte, ehe ich die Hufe ausschnitt und feilte. Es war nicht viel zu machen bei ihm, deswegen drehte ich mich zu der Stute, die der Stallbursche vorhin hingeführt hatte. "Das ist Bella, sie ist eigentlich ganz lieb.", sagte Snoopy und ich nickte. "Where do broken hearts go?", sang ich mit und drehte mich grinsend zu Snoopy, ehe das Lied endete und ein weiteres anfing, doch ich übersprang dieses. "She floats to the room on a big balloon, some say she's such a fake, that her love's made up ..", sang ich mit und hob Bellas Hufe. Sie beschnupperte mich kurz, stand dann aber ruhig da. "The only, only believer that something happened in here, I hope you feel what I'm feeling tooooooo.", sang ich grinsend und tastete all ihre Hufe ab, beobachtete sie rundherum und fing dann an, ihre Hufe auszuschneiden. Auch bei ihr musste ich nicht viel feilen, und ich kontrollierte noch kurz, ob sie gerade stand, ehe ich zu einem hellen Hengst lief. "Let's have another toast to the girl almighty!", rief ich und Snoopy schüttelte grinsend ihren Kopf. "Das ist Deli, ders eigentlich ganz ruhig.", erklärte sie und ich hob seinen ersten Huf. Er wackelte ein wenig auf seinen Hufen und ich vermutete, dass er auf einem seiner Beine nicht ganz gerade stehen konnte. "Who's that shadow holding me hostage, I've been here for days .." Das nächste Lied startete, während ich seine Hufe und Beine kontrollierte und sie danach ausschnitt. Ich hatte Recht, er stand auf einem seiner Hinterhufe nicht ganz gerade, weil der Huf einen kleinen Hubbel geformt hatte, der aber wahrscheinlich nur von einem Stein war, denn eine Krankheit konnte ich nicht erkennen, und ich konnte ihn auch ohne Probleme wegschneiden. Nachdem ich alle Hufe gerade gefeilt hatte ging es zu einer glänzenden, braunen Stute. "Das ist Arcany, mein kleines Prachtstück.", grinste Snoopy. Ich nickte und übersprang ein paar Songs auf meinem iPod, bis ich ein passendes fand, und begrüßte die Stute kurz. Doch sobald ich mich bückte und ihren Huf zwischen meine Beine klemmen wollte, wurde sie zickig und lief ein paar Schritte zurück, sodass ich ihren Huf fallen lassen musste. Snoopy lachte laut und ich rollte meine Augen. "Pupsi, lass mich das hier mal machen, okay?", sagte ich grinsend und schob ihr ein Leckerli in die Maulspalte, ehe ich wieder anfing. Sie blieb diesmal ruhiger und ließ mich alle Hufe kontrollieren. Auch beim ausschneiden hielt sie recht still, bloß zickte sie beim letzten Huf ein wenig rum und wurde ungeduldig. Ich klopfte ihr auf den Hals und drehte mich dann zu einem etwas dunkleren Sabinoschecken. "Das ist Hugo.", sagte Snoopy und ich lachte. "Immer diese komischen Namen. Erst Ramml, jetzt Hugo ..", grinste ich und Snoopy zuckte mit den Schultern. "Er ist ziemlich neugierig, da würde ich aufpassen.", sagte sie und ich begrüßte den schönen Fuchshengst, ehe ich sein erstes Bein hob. Ich spürte, wie er an meinem Rücken herumfummelte und auch an meinen Haaren, ignorierte das aber und arbeitete weiter, bis ich fertig war. Auch bei ihm entdeckte ich keine Krankheiten. "So, jetzt gehts an die Eisen.", sagte ich, streckte mich und holte dann zusammen mit Snoopy alle Eisen sowie die mobile Hufschmiede. Ich ging zu Girly und begrüßte sie wieder kurz, ehe ich die passende Größe für ihre Eisen suchte und sie dann erhitzte, mit dem Hammer anpasste und wartete, bis sie abkühlten. Auch bei den anderen sechs Pferden wiederholte ich das, und ich ließ alle Eisen abkühlen, während ich die Nägel heraussuchte. Als Girlys Eisen kalt waren, befestigte ich sie an ihren Hufen, und einer der Stallburschen fing an, sie herum zu führen, um sie an die neuen Eisen zu gewöhnen. Flow und Ramires bekamen kurz danach auch ihre neuen Eisen drauf, während Snoopy fegte und die alten Eisen wegräumte. Bella war etwas unruhig, weil sie anscheinend Angst vor dem Hammer hatte, aber auch das war geschafft. Arcany keifte mich kurz an, als ich ihrem Gesicht zu nah kam, aber sobald ich mich wieder ihren Hufen widmete, blieb sie einigermaßen ruhig. Hugo blieb auch schön still stehen und grölend ließ ich mich auf den Boden fallen. "She belongs to me!", rief ich, als das Lied auf meinem iPod sich dem Ende zuneigte und ein neues anfing. "There's a lining in your eyes I can't deny, then there's me inside a sinking boat, running out of time.", summte ich und Snoopy kam lachend zurück, als sie mich auf dem Boden fand. Alle Pferde waren schon weg und die - kalte - Hufschmiede stand neben mir. Wir packten zusammen alle Sachen in mein Auto und seufzend setzte ich mich in meinen wunderschönen BMW. "Tschüss, ich komm nie wieder. Viel zu anstrengend hier.", grinste ich und Snoopy lachte. Wir verabschiedeten uns und zuhause gönnte ich mir erst einmal eine kalte Dusche.

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      2334 Zeichen von Eddy
      Sammelpflegebericht - Deutsche Reitponys

      Alle guten Dinge sind drei. Und so sprang ich auch ein drittes Mal für Stefanie ein, als sie einem wichtigen Geschäftstermin am anderen Ende der Stadt nachgehen musste. Als ich auf dem Gestüt ankam, war sie schon längst weg, aber ich kannte mich inzwischen gut genug aus, um zu wissen, was zu tun war. Dementsprechend stand erst einmal die Morgenfütterung auf den Plan und während die Pferde zufrieden futterten, stellte ich mir schon Schubkarre und Mistgabel bereit. Kurz darauf brachte ich alle Ponys auf die Weiden und machte mich an die Stallarbeit. Das hieß zuerst alle Boxen misten, danach wieder einstreuen und die Heunetze auffüllen. Als das geschafft war, war es dann schon fast Mittag.
      Nun wurde es langsam Zeit, was mit den Vierbeinern zu machen. Ich holte mir als erstes Parwaaneh von der Weide, putzte den kleinen Kerl äußerst gründlich und trainierte mit ihm das Fohlen ABC, da saß nämlich definitiv noch nicht. Es dauerte ein Weilchen, aber dann lernte auch er dazu. Danach war Before the Dawn an der Reihe. Zuerst putzte ich das Stutfohlen gründlich, dann führte ich einige Entspannungstechniken durch, ehe wir eine kleine Runde im Gelände spazieren gingen. Das schien Dawn auch sichtlich zu genießen. Nun war Bateau an der Reihe. Sie war schon etwas älter als die anderen und kannte bereits die Grundlagen. Aus diesem Grund machte ich mit ihr vermehrt Bodenarbeit, was dem Stütchen auch zu gefallen schien.
      Nachdem die Kleinen geschafft waren, ging es an die Großen. Zuerst holte ich Delicius von der Weide, putzte den Hengst gründlich und sattelte ihn. Gemeinsam gingen wir in die Halle, wo ich mit ihm an den Seitengängen und den Übergängen arbeitete. Wir hatten sehr viel und schnell Erfolg, so dass wir die Einheit zufrieden beendeten. Hugo Boss war als nächster an der Reihe. Ich putzte ihn gründlich, wärmte ihn dann mit einem kleinen Spaziergang auf, ehe ich ihn noch circa zwanzig Minuten longierte. Als das dann geschafft war, durfte sie zurück auf die Weide.
      Als Abschluss des Tages gönnte ich mir einen Ausritt mit La Bella Goia geplant, bei welchem Arcany als Handpferd mitkam. Wir waren fast zwei Stunden in dem schönen Gelände unterwegs und kamen pünktlich kurz vor dem Dunkelwerden wieder am Stall an. Ich brachte alle Pferde in den Stall, kümmerte mich um die Abendfütterung und fuhr dann nach Hause.

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      von Snoopy
      Sammelpflegi Reitponys

      Der heutige Tag sollte eigentlich sonnig sein, doch bei uns war das Wetter wohl anderer Meinung. Nun ja man musste damit Leben, also machte ich mich auf den Weg zu den Reitponys.

      Anfangen würde ich mit Arcany, der kleinen Fuchsstute aus dem Stutenstall. Somit führte ich sie aus ihrer Box und band sie drinnen fest, ehe ich mit der Fellpflege der jungen Stute begann. Also striegelte ich gründlich ihr fuchsiges Fell und entfernte gründlich ihr übriges Winterfell. Als dies getan war, schnappte ich mir den Hufkratzer aus ihren Putzkasten und säuberte gründlich alle ihre Hufe, bis diese keinen einzigen Stein mehr beinhalteten. Dann machte ich weiter mit der Mähne der jungen Dame, ehe ich mit dem Ausrüstung anlegen begann. Heute wurde sie im Dressur gefördert, weshalb ich ihr den schwarzen Dressursattel anlegte, festgurtete und ihre Englische Trense anlegte. Dann führte ich sie in die Halle und ritt sie warm. Dies brauchte knapp 10 Minuten, doch dann war ich sicher, sie war fertig für das Trainieren und begann mit denen ihr bekannten Dressurfiguren. Diese absolvierte sie heute befriedigend, weshalb ich dann ihre Ausrüstung ablegte, in die frisch ausgemistete Box stellte und ihr etwas Kraftfutter gab.
      Nun machte ich mit Before the Dawn weiter, die junge Stute war frisch eingeritten, weswegen ich ihr erst öfters alles einprägen musste, was mir die Ausbilderin dringend empfohlen hatte. Somit war heute das Training in der Halle angesagt, wo ich alle Bahnfiguren und Hilfen durchnehmen wollte. Doch davor musste die braune Stute erstmal sauber werden und das war wohl heute ein schwieriger Fall, da sie bis über beide Ohren verdreckt war. Also schnappte ich mir ihren Putzkasten und holte Striegel plus Kardätsche raus, ehe ich mit der Kardätsche über das ganze Fell Kreisbewegungen machte, damit der gröbste Dreck von allen verschwand. Dies dauerte seine Zeit, weshalb mir mein Freund mit Delicus half und den kleinen schon mal fertig striegelte. Als das grobe Entfernen von Unrat aus dem Fell sich endlich dem Ende nahte, putzte ich mit den Striegel alles weg, bis ihr Fell kaum noch Staub und Dreck verlor und ich wusste: Das Säubern der Hufe war an der Reihe. Also hob ich einen Huf nach dem Anderen, säuberte ihn gründlich und putze den restlichen Schlamm vom Huf herunter. Schon konnte ich ihr langhaar kämmen, was am schnellsten ging und ich ihr in Kürze die Ausrüstung anlegen konnte und somit beschloss mit dem Training an zu fangen. Also führte ich sie zur Halle und stieg auf, ritt sie ein paar ganze Bahnrunden warm und begann dann mit den Grundwissen des Reitens. Das hieß, dass ich ihr wieder alles von neu einprägte und es sehr oft wiederholte, bis sie wieder auf den neusten Stand war und ich mir sagte, das es das erstmal war. Also stieg ich ab und führte sie zurück zum Stall, es hatte mittlerweile angefangen mit Regnen. Doch daraus machte ich mir nichts und beeilte mich Dawn unter das trockenes Dach zu bringen. Dann legte ich ihre Ausrüstung ab und striegelte nochmals über ihr Fell, ehe ich auch sie in ihre Box stellte.
      Somit übernahm ich Delicius von meinen Freund Maximilian und striegelte nochmals kurz über sein Fell, ehe ich mit der Hufpflege begann, seine Außenhorn säuberte und die Steine und den Dreck aus den inneren Huf entfernte. Schon waren seine Hufe sauber und ich kämmte sein Langhaar, das am aller schlimmsten aussah und auch mäßig dauerte, doch wieder schön war als ich fertig war. Also konnte ich mit dem Bewegen des Hengstes beginnen weshalb ich ihm seine Springrüstung anlegte und den Buckskin zur halle führte, wo ich ein paar Hindernisse aufgebaut hatte, denn die Halle war für alles da, falls es draußen regnete und die eigentlichen grundsätzlichen Plätze belegt waren. Deli stellte sie heute sehr gut an, was mich ziemlich mit Stolz erfüllte und ich viel mit ihm Lernen konnte. Doch irgendwann hatte alles mal ein Ende, sowie das Training mit dem Reitpony, da er nicht der Einzige war der Bewegung wünschte. Also ritt ich ihn nur noch trocken und führte ich ihn bei nieselnden Wetter zurück zum Stall, wo er seine Ausrüstung abbekam und in seine Box durfte.
      Nun machte ich weiter mit der Rappstute La Bella Goia, eine der ältesten aus meinen Stall, die heute eine der Saubersten war von allen, weswegen ich nicht lange ihr Fell striegeln musste, da sie außer ein wenig Staub nichts an Dreck hatte und verlor. Somit hob ich dann ihre Hufe nacheinander hoch und säuberte sie gründlich aus, ehe ich mit ihrem Langhaar weitermachte und es sorgfältig kämmte. Nach einer Viertelstunde war ich auch schon mit der Pflege der Stute fertig und legte ihr die Dressurausrüstung an, ehe ich sie in die Halle brachte und ein wenig mit dem praktischen beschäftigte. Sie lernte fleißig und brac mit und war beim Trockenreiten ganz entspannt, ihr hatte das Training einfach gut getan. Also führte ich sie nun nur noch zum Stall, nahm ihre Ausrüstung ab und brachte sie in ihre saubere Box.
      Nun waren die drei Fohlen Laila Nahara, Parwaaneh und Pitch Perfect, jeder übernahm eines der drei kleinen Reitponys. Maximilian nahm Laila, Loona unsere gute Freundin übernahm Parwaaneh und ich übernahm den kleinen Pitch Perfect. Also begannen wir alle drei gründlich zu striegeln, bis sie wieder richtig glänzten. Dann übten wir bei allen das hufe heben und bei Pitch dauerte etwas, doch langsam verstand er es und folgte brav. Somit musste ich nur noch das Langhaar kämen und mit ihm das Führen üben. Die anderen waren mittlerweile auch fertig, die Longierten aber die Fohlen. Also gingen wir alle bei Nieselregen zur Halle und machten mit dem kleinen Training weiter. Somit übten wir alle drei mit den Fohlen und hatten viel diesen heute gelernt, weshalb sie sich eine pause im Offenstall gönnen durften.

      Schon war alles fertig und die Reitponys waren alle zusammen gut versorgt.


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      Die erste Zuchtstute!

      Hibbelig saß ich auf der Couch. Riley und Clark, die neben mir saßen, starrten mich grinsend an. Riley, der eigentlich für Verena arbeitete, wollte mal bei mir in den Betrieb reinschnuppern. Die beiden kamen sich langsam näher, auch wenn sie hier zum Arbeiten da waren! Ich kritzelte zur Beruhigung auf dem Block herum, auf dem ich die Aufträge von Kira, Rachel und Verena aufgeschrieben hatte. Der Grund? Stefanie verkaufte gerade einige ihrer Pferde, und darunter war auch die prämierte Stute Arcany. Es hatte mich eine Menge Geld und Handeln gekostet, aber jetzt stand eine Box für die DRP-Dame und Mutter eines Fohlens bereit. Jetzt musste ich nur noch auf sie warten. "Riley – fang schon mal mit den Heutüten an. Nein, Clark! Du bleibst hier, wenn ich bei der Stute Hilfe brauche!", schnauzte ich ihn an. Womöglich knutschten sie dann noch im Heu herum. Damit mich keiner falsch versteht: ich bin nicht gegen die Homoehe oder Menschen, die eine andere Sexualität haben, aber solange ich noch nicht wusste, ob die beiden schwul waren, wollte ich keine Schwuchteleien hier sehen. Murrend zogen sie von dannen.

      Stefanie gurkte langsam von der Auffahrt direkt zum Stall (obwohl es hier einen Parkplatz vor dem Haupthaus gab) und sprang raus. Im Hauptgang des Stalles – der war ja unterteilt – sah ich Riley mit den Plastiktüten rumhantieren. Er warf Clark verstohlene Blicke zu. Ich trat ihm auf den Fuß. Japsend sprang er zur Seite. Stefanie, die nun die Fuchsstute langsam aus dem Transporter führte, scheuchte meinen Azubi direkt zum Wagen, damit er ihr Zeug holen konnte. "Also, ich hoffe, dass du ihr hier ein prima Zuhause – ach was, du wirst ihr ein gutes Zuhause bieten!" "Klar! Hoffe nur, dass sie sich mit den Hengsten versteht...", wandte ich ein. Arcany ließ sich von mir nur sachte anfassen. Stefanie zuckte mit den Schultern. "Naja, also darauf würde ich in der Anfangsphase verzichten." "Hatte ich eh vor." Ich steckte der Stute ein Stück Möhre ins Maul. Sie schüttelte nur den Kopf. "Ich denke, ein Stück Weide wird ihr jetzt guttun." Stefanie pflichtete mir lächelnd bei. Gemeinsam schlenderten wir mit Pferd und Azubi im Schlepptau zur Stutenweide. "Du hast deinen Bestand verkleinert.", bemerkte sie nach einem kurzen Blick über die leeren Grasflächen. "Naja, ich will mich ja auf einige Rassen fokussieren, und da sind mir die DRP- und Berberzucht halt als erstes eingefallen. Ein paar andere Pferde sind zwar auch noch dabei, aber die will ich nicht abgeben. So wie Benny, Onkelchen, Tigrotto..." ich machte eine ausschweifende Bewegung. Die Züchterin nickte nur. Sie klopfte ihrer ehemaligen Stute auf die Flanke, als sie sie auf die Weide entließ, und schaute neben mir zu, wie sie zuerst mit Steel, dann mit Tigrotto eine Schnupperrunde aufmachte, sich dann aber weg von den beiden und direkt auf Middle Ages zu trabte. Das Schäker-Spiel beobachteten wir noch eine Weile, dann aber gingen wir von der Weide. Sie graste nun etwas abseits, ließ sich aber von der neugierigen Tigrotto nicht ablenken, als diese sie nun erneut beschnüffelte und dann auch neben ihr zu futtern begann.

      Kurz darauf brauste Stefanie auch vom Hof. Ich versprach, ihr regelmäßig Bericht zu erstatten.

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      Little Miss Universe versus Toretto Hill
      Es war kurz nach sechs Uhr. Frisch angezogen war ich gewappnet für den heutigen Tag. Aus der Küche entstieg ein himmlischer Duft, eine Kombination aus gebratenem Speck und Quittenmarmelade. Maxine, die stets gut gelaunte Köchin und Reiterin, hatte ein Frühstück daher gezaubert, dass einem Königsmahl gleichte.

      Die Olsens lebten nun seit drei Monaten hier. Fast zeitgleich war auch Clark ausgezogen. Es gab noch sehr viele Veränderungen und Schicksalsschläge. Benedick war seinem hohen Alter und den Auswirkungen seiner Kolik erlegen, und auch Fire's Grace hatte das Zeitliche gesegnet. Äußerst betrübt hatte ich fast alle Pflichten vernachlässigt, bis Danielle ordentlich auf den Putz gehauen hatte.
      Maxine und August waren die Oberhäupter der Olsens. Die beiden waren äußerst liebenswürdig, flexibel, hatten aber auch ihren eigenen Kopf. Während August sich auf die Berber fixierte, wollte Maxine sich einfach um alle Pferde kümmern. Collin und Danielle waren noch Schüler. Collin hatte Interesse am Westernreiten, Danielle wollte mir unbedingt meine DRPs abluchsen. Kein Wunder; Arcany und Pendragon haben es ihr angetan. Nur von dem sieben Jahre alten Mick konnte man nichts erwarten. Die Pferde waren einfach zu groß.

      Schon um sieben Uhr standen alle auf ihren zugehörigen Weiden. Collin und August wurden mit der unseligen Aufgabe beauftragt, die Boxen sowie den Stalltrakt zu putzen. Maxine kümmerte sich um die Futter- und die Sattelkammern. Und währenddessen packte ich mit Danielle eine Tasche für das Wochenende. In der Nähe gab es eine Ausstellung einer für mich sehr interessanten Ponyrasse. Pony of the Americas hieß die noch junge Rasse. Danielle, Maxine, Mick und ich wollten daher nach Cardiff fahren. Gut, Cardiff war nicht unbedingt 'in der Nähe', aber nach Amerika fliegen? Kam für mich nicht in Frage.
      „Kann ich dann ein Pony kriegen?“ Dani schwärmte seit Tagen von der sehr hübschen und vielfältigen Rasse. Mit einem kleinen Lachen zuckte ich mit den Schultern. „Wenn du dann das Futter und den Tierarzt selber bezahlst, werde ich sehen, was sich machen lässt.“ Ihre grauen Augen strahlten förmlich, als sie von ihrem zukünftigen POA träumte und sich ausmalte, mit ihm (oder ihr?) Turniere zu gewinnen.

      Tigrotto und Mick waren ein Traumpaar. Zu schade, dass der Junge irgendwie Angst vor ihr hatte. Aber wie er auf ihr ritt war einfach nur göttlich. Wie ein zu klein geratener Prinz saß er auf dem Longierpad und hielt sich an dem -gurt fest. August strahlte, als er mit der Stute und seinem Jüngsten im Schlepptau über den Platz stoppelte. „Oh nein, ich glaube, so wird das nichts.“, gibbelte Maxine. Die Französin aus Lyon hielt sich den Bauch und schaute teils verwundert, teils bewundernd ihren Sohn an, der mit einem glücklichen Lachen auf der AMH-Stute herumhüpfte. „Aber so kann Tigrotto sich an das Gewicht von Kindern gewöhnen.“ „Aber nicht mit Mick!“, gestand Collin sich ein. Der war etwas verstroht und hustete. Brüderlich legte er einen Arm auf Danis Schulter, die diesen sofort herunterschob. „So, wenn Tigrotto bewegt wird, möchte ich mit Danielle gerne die Ponys unterhalten. Collin kann auf Corry ein bisschen Dressurarbeit leisten und Maxine-“ Maxine wusste Bescheid. Die Dame kam mit Pünktchen und Pashmina gut klar.
      Danielle und ich machten Arcany und Steelheart für einen kleinen Ausritt in die Wälder bereit. Die Füchsinnen verstanden sich prächtig. Während des Sattelns unterhielten sie sich lautstark und stubsten sich an. „Worauf musst du achten, wenn du mit Steel arbeitest?“ „Konkretes und langsames Befehlegeben. Es lieber ruhiger angehen lassen, damit sich keiner überanstrengt.“, berichtete sie und band ihre langen Haare geschickt zusammen. Manchmal konnte man regelrecht auf die 15jährige eifersüchtig sein. Nicht nur auf ihr Haar, sondern auch auf ihre Naivität, die sie doch häufig an den Tag legte. Wie zum Beispiel vor einer Woche, als sie achtkantig von Pünktchen abgeworfen wurde. Der gute Herr ließ sich von nicht jedem unterbuttern. Die beiden Ponystuten hingegen waren brav wie Lämmer, als wir im Trab an die viereinviertel Kilometer hinter uns brachten und gelegentlich für Fotos anhielten.
      „So, und jetzt?“ Ich nahm mich der beiden Stuten an und schickte Dani los zu Pendragon. Gemeinsam mit Collin auf Corry Crackergab ich ihnen eine kleine Reitstunde. Corry wirkte sehr ehrgeizig, seinen Mitstreiter zu übertrumpfen. Das artete etwas aus, sodass ich wohl oder übel mit ihm über den Platz ging, Seite an Seite. „Wenn er sowas noch mal abzieht greifst du die Zügel auf und treibst ihn voran, verstanden?“, rief ich Collin zu, der mit angestrengtem Gesichtsausdruck nickte und dann verbissen dreinblickte. Die restliche Stunde verlief sehr gut, auch der Galopp saß wie angegossen. Auch wenn Collin ein wenig im Sattel hüpfte...
      Monster Delusion durfte nur leicht vom Boden aus bewegt werden. Seine Fesseln waren dick und glühten wie Feuer. Doch nach einer halben Stunde vermehrt im Schritt konnte er im Trainingsstall seine Box mit Paddock beziehen. Direkt neben Pünktchen. Der hübsche Knabstrupper hatte erste Erfolge in der Dressur und auch auf Turnieren erlangt und bewies Köpfchen, wenn es um das Abluchsen von Naschereien ging. Leider bekam ich in der letzten Zeit häufiger Anfragen, den Hengst zu verkaufen. Zuerst war ich entrüstet, doch nach und nach schickte ich einfach eine simple Ablehnung, niemals würde ich den Onkel verkaufen wollen! Onkelchen triezte mich gerade. Für ihn ging es auf das Wasserlaufband. Nachdem er sich aus unerfindlichen Gründen die Fesselgelenke aufgekratzt hatte – die Weide war giftpflanzen- und distelfrei, sorgte die therapeutische Maßnahme für eine Leistungssteigerung. Er wirkte allgemein fitter und schien Spaß am Laufen im nassen Element zu haben, auch wenn ich das Gefühl hatte, dass er immer noch angeschlagen war.
      Pashmina stieg konzentriert über einige Stoffstangen. Genauso konzentriert blicke Maxine drein, als diese das Berberfohlen über die Hindernisse geleitete, manchmal das Stutfohlen antrieb oder lenkte. „Und?“, mit den Armen verschränkt auf der Bande, wollte ich die alles entscheidende Antwort haben. „Nö. Bei mir klappts auch nicht so ganz.“, erwiderte die Französin. Schade, dass Pasha keine Seelenverwandte in ihr gefunden hatte. In wem könnte der passende Reiter für das Fohlen stecken? Das plagte mir so manche Bauchschmerzen. „Kannst du mir dann noch bei Daryl helfen?“

      Passend zum Start der sechsten Staffel The Walking Dead vergangenen Montag hatte der Vollbluthengst benannt nach einem der Hauptdarsteller sich doch noch an mich und August gewöhnt. Daryl sorgte auch so schon genug für Aufregung. Er ließ sich mittlerweile auch reiten – ohne Gerte oder andere Pferde in der näheren Umgebung, aber es klappte immerhin. Einen passenden Sattel gab es für den feinen Herren nicht. Ein Reitpad und ein modifiziertes gebissloses Zaumzeug taten es aber, und man konnte an der Vertrauensbasis anfangen. Die bestand hauptsächlich aus ganzen Runden und einigen Zirkeln. Zu viel Einwirkung auf das Maul fand er nämlich auch nicht so töfte; der Kopf wurde hoch gerissen und man blieb direkt stehen und verweigerte jegliches Weitergehen. Doch mit gutem Zureden und Pfefferminze schaffte man es bei ihm eine vernünftige und sogar ansehbare Runde im Trab hervorzuzaubern.

      Genauso zauberhaft war das Zusammenspiel zwischen Aldaire und seinem weiblichen Partner in Crime Numidia – ein Herz und eine Seele. Die beiden schmusten am Putzplatz miteinander herum, umgarnten sich und brummelten sich verliebt an. Aus den beiden würden wunderbare Fohlen entspringen, mit genauso sahnebonbonfarbenen Augen und dem verträumten Blick. Im Round Pen an der Doppellonge zeigten sie, aus was für einem Holz sie geschnitzt waren. Was Holz angeht kenne ich mich ja nicht aus, aber bei ihnen war es etwas Edles, Standhaftes und Biegsames. So etwas wie Bambus, nur nicht...in..grün...Der raumgreifende Trab und die schwungvollen Bewegungen wahrten das Antlitz meines stolzen Paares, und jetzt verstand ich, warum diese Rasse mit den Arabischen Vollblütern gekreuzt wurden, um neue, genauso edle Rassen hervorzubringen. Als sie angaloppierten, stürmten sie praktisch durch den Sand, als wären sie in ihrem Heimatland Marokko und nicht in England, wo die feine britische Art existierte. Mehr als nur zufrieden mit der Leistung meiner Pferde gab ich dem inneren Druck nach, mit der Tasche zum Auto zu gehen. Ein finaler Abschiedsgruß und -kuss von meinen Schätzen – und ab ging es nach Cardiff!

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      European Ponys Of The Americas Association – Cardiff 12th to 15th October 2015
      Mehrere der rot-weiß gefärbten Banner mit der schwarzen Aufschrift wiesen uns auf dem Eventgelände den Weg. Mit unseren Weekcards hatten wir Zugang zu sämtlichen Shows und Vorstellungen. Auch an einigen Auktionen und Verkäufen konnten wir teilnehmen. Danielle und Mick machten sich zu den Kinderaktionne auf, während Maxine und ich uns die Informationsstände unter die Lupe nahmen.

      Mit einer erfolgreichen Züchterin aus Texas geriet ich in ein sehr schönes Gespräch über den Nutzen von POA's. „Mir ist es bei ihnen nicht unbedingt um das Fell wichtig. Klar, die permanent papers sind ein Muss, aber ich weiß nicht, wie groß die Kriebelmückenpopulation bei uns ist.“, erklärte ich der Züchterin. „In England, Richtung Küste hin ist die Wahrscheinlichkeit eher gering. Hier im Inland würde ich nicht unbedingt halten wollen.“ Die Frau erzählte uns von der Plage aus 2013, in der sie fast zehn Tiere einschläfern lassen mussten. Zwar reagierten sie nur allergisch, aber ihre Jungstuten hatten einen allergischen Schock erlitten, der sie für die Zucht und die Nutzung als Reitponys unnütz machte. Es klang brutal, aber das Geschäft mit und um das Pferd war in Amerika und England so brandaktuell wie das Flüchtlingsdilemma in Deutschland, Österreich und Co. „Es ist halt leider so, dass hier in England kein Verband für unsere Ponys existiert. Registrierte Tiere gibt es leider keine.“, sagte die Frau mit traurigem Lächeln. Registriert bedeutete prämiert oder gekört, und 'normale' Ponys gab es nur an die zwanzig. Schließlich musste jedes eingebrachte Tier von einem fremden Kontinent eingetragen werden. „Ich will Sie nicht bedrängen, die Zucht hier zu mobilisieren, aber bedenken Sie nur: in Deutschland gibt es 350 Ponys of the Americas! Und alle im Zuchtverband, das ist eine der höchsten nicht amerikanischen Zahlen weltweit!“, sie grinste triumphal. Ich lächelte eher bedeckt, als sie mir weitere Zahlen und Fakten vorlegte und dann noch auf ihre Verkaufsaktion heute Nachmittag hinwies. Ich bedankte mich, aber insgeheim überlegte ich es mir doch noch drölfmal, dort wirklich ein oder zwei Ponys zu erstehen.

      „Guck mal, die Fohlen!“ Wie Kinder zur Weihnachtszeit strahlten Mick und Dani. Und wirklich; die Fohlen, die auf ihrer kleinen Weide standen und toll herumspielten wollte ich mich am liebsten dem Drang hingeben mich zu ihnen zu setzen und sie zu knuddeln. Unauffällig beugte ich mich zu Maxine vor und wisperte ihr ins Ohr: „Ich denke, so ein Pärchen wäre doch gar nicht so schlecht, oder?“, doch die machte nur schnell pschhh!

      „Wirklich?!“ Mick gab Dani ein Babyhighfive und lachte glücklich. „Oh je, was habe ich nur angestellt?“, fragte ich hypothetisch, als die Kinder mich von einem Halter zum nächsten zogen, auf der Suche nach dem perfekten Paar.
      *
      „Little Miss Universe!“ - „Nein, Toretto Hill!“ „LITTLE MISS UNIVERSE!“ „NEIN, TORETT-“ Rasch mutete ich die Kinder mit einer Hand auf ihren Mündern. „Ruhe! Die Armen sind doch schon total verängstigt!“ Das war eine Lüge. Die beiden Kinder fanden die beiden Ponys total spannend. Little Miss Universe, eine braune Stute mit Spotted Blanket hatte einen sehr lieben, schüchternen Blick drauf, der zusammen mit Toretto Hill, einem Grauschecken, einfach nur wundervoll aussah. Toretto wirke schon eher wie ein wacher und neugieriger Hengst, der ohne Scheu von Mick gekrault wurde.

      Später, am Ende des Tages, ließ ich mir heimlich die Nummer der Besitzerin geben, um über das Paar zu verhandeln.


    • sadasha
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      27.01.2016 | von sadasha
      Nicht viel Neues

      Es hat sich so viel getan auf dem Gestüt in England. Die Trakehner abgegeben habe ich kurz darauf zwei der Reitponys von Catalina übernommen. Beide schon zur Zucht zugelassen, ein Hengst und eine Stute. Pendragon und Arcany, ich kannte sie bereits von meinen Aufenthalten auf ihrem Gestüt und hatte Pendragon sogar einmal unterm Sattel. Außerdem habe ich euch den einzigen Wallach hier noch garnicht vorgestellt. Samson. Er ist ein Tinkerwallach und ein Allroundtalent. Ursprünglich Western eingeritten und in frühen Jahren auch eingefahren wurde er später auch in die englische Reitweise eingeführt. Er hat mich 'früher' viel begleitet und stets treue Dienste erwiesen. Meine Eltern haben auch heute noch viel Spaß an ihm, er wird hauptsächlich gefahren und als Besucher-Pferd genutzt. Heute kam ein neues Pferd auf dem Hof an, eine Vollblutstute: Chuckling Dancing Mess. Jill hätte sie nicht gemocht. Leicht rosa gesprenkelte Haut um Augen und Maul, fast weißes Langhaar und eine golden glänzende Grundfarbe. Nicht gerade pflegeleicht, aber das würden wir schon hinkriegen. Sie hat einen guten Charakter. Sehr aufgedreht, sehr intelligent, sehr schnell. Für ein englisches Vollblut großartig. Meine Eltern sind begeistert von ihr. Steven hat seine Zweifel. Er hat es gerne pflegeleicht, genau wie Jill. Ja, besonders darf es sein, aber nicht pflegeintensiv. Wahrscheinlich ist das auch der Grund für Jill's Liebe zu braunen Pferden in sämtlichen Schattierungen. Pendragon hätte sie geliebt ja... Oh wenn sie gewusst hätte wie toll Mr. Raw Depression sich auf der Körung gemacht hat.
      Gedankenversunken saß ich im Auto, auf dem Weg Ausrüstung für die neuen Pferde zu besorgen. Vor allem an Ponysachen fehlte es auf dem Gestüt. Erst am späten Nachmittag kehrte ich wieder zu Hause ein. Steven hatte Pendragon bereits bewegt, es war seltsam ihn als Westernreiter in einem englischen Sattel zu sehen, aber er hatte sichtlich Spaß daran etwas Abwechslung in seinen Alltag zu bringen und Neues zu lernen. Ein guter Mann. Ein Glücksgriff.
      Mit mir war gegenwärtig nicht viel anzufangen. Die Anprobe der neuen Reitsachen überließ ich so Jamie, eine junge Frau, die sich seit ein paar Wochen um die Ponys kümmerte. Sie ließ sich dabei von meinen Eltern fernsteuern. Sie studiert zur Zeit Tiermedizin. Dass sie sich so diktieren ließ verwunderte mich jedes mal. Während sie Arcany die mitgebrachten Sachen vorstellte ging ich zur Box von Missy, wie ich die neue Vollblutstute nannte. Mit wachen Augen sah sie mich an. Ich hob die Boxentüre zur Seite und trat ein, streichte über die weichen Nüstern, das seidige Fell am Hals. Diese Fellfarbe brachte ein sehr leichtes, dünnes Fell mit sich. Jetzt im Sommer war das kein Problem. Aber an kühleren Tagen wird sie eine Decke brauchen. Ich glaube nicht, dass sie ein ordentliches Winterfell entwickeln wird. Vorsichtig halfterte ich die Stute auf und brachte sie auf eine leere weide, damit sie rennen konnte. Es war schön ihr dabei zuzusehen. Eine Viertelstunde lang stand ich da und beobachtete sie beim Spinnen. Dann ging ich zurück zum Stall, die Boxen waren nun alle leer. Die Pferde versorgt.
      Am nächsten Tag stand ich früh auf, schlang ein schnelles Frühstück herunter, mistete gemeinsam mit Steven die Boxen und brachte dann Race is Hope und CHH' Lamperd zur Rennbahn. Wieder auf dem Hof kümmerte ich mich um Slap Happy, die nun hochtragend war. Lange konnte es nicht mehr dauern bis ihr Fohlen kam. Wir hatten bereits einen Interessenten für das Fohlen, der es rassegerecht aufziehen würde. Steven hatte sich nach der Stallarbeit Princess Sansa geholt und so beschloss ich mit Bear Totem's Denali auszureiten. Sie hatte sich toll entwickelt und schon einige Turniererfolge eingeholt. In Deutschland war sie immer eher das graue Mäuschen, das niemand beachtete. Hier in England war man begeistert von ihr. Braune Pferde sah man hier zu Hauf, aber ein Blue Roan Vollblut war etwas besonderes. Auf Ausritten mit ihr wurde man ständig angesprochen, was für ein tolles Pferd sie doch sei. Ja das war sie auch, die ausgeglichenste Vollblutstute im Stall. Ausgeglichener als Slap Happy. Jamie war mittlerweile auch eingetroffen und kümmerte sich um Arcany, Pendragon, Iceflower und PFS' Heart of Ocean. Damit war sie den ganzen Tag beschäftigt. Jedes mal wenn ich sie traf, hatte sie ein anderes Pony zwischen. Nach der Mittagspause hatte ich nur noch Mr. Raw Depression vor mir. Auch mit ihm ging es ins Gelände, allerdings nicht für einen Ausritt. Wir trainierten fürs Military. Gut eine Stunde hatte ich ihn zwischen, bis ich ihn auf die Weide entließ, Samson im Vorbeigehen grüßte und schließlich die beiden Renner von ihrem Training abholte und ebenfalls verabschiedete. Feierabend! Seit Wochen hatte ich nichts mehr von Catalina gehört. Nichtmal ein „Hallo.“ schrieb sie mir. Langsam hatte ich die Vermutung, dass etwas nicht stimmte. Abermals versuchte ich sie telefonisch zu erreichen, doch wieder hob niemand ab. Wieder ging ein Tag zu Ende ohne nennenswerte Veränderungen.


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      06.03.2016 | von sadasha
      Das erste Fohlen

      Es ist gerade einmal zwei Wochen her, das ich mit zwei meiner Pferde in Kanada war. Zwei Wochen und es wahr keine leichte Zeit dort. Immer wieder nahm ich Kontakt zu meinen Eltern in England auf um zu hören wie es Slap Happy ging. Die hoch tragende Vollblutstute machte sich prächtig. Erst als ich heim kam fing sie an schwierig zu werden. Sie war unerfahren, launisch. Schon zwei Tage vor dem eigentlichen Abfohlen verbrachte ich die meiste Zeit an ihrer extra großen Abfohlbox. Immer wieder dachte ich es sei gleich so weit. Miss Chattahoochee stand mir dabei zur Seite und mit ihrer Hilfe brachte Slap Happy nach zwei unendlich langen Tagen ohne Schlaf ein im ersten Augenblick sehr zerbrechlich wirkendes Rappfohlen zur Welt. Es war eine Stute, fast gänzlich schwarz und zierlich gebaut. Nach ein paar unbeholfenen Aufstehversuchen stand sie auf ihren unendlich langen Stelzen und suchte instinktiv den Weg zur Milch. „Na das sieht doch großartig aus.“ sagte ich mehr als stolz. Es dauerte fast zwei Stunden, bis ich mich abwenden konnte und der Schlaf mich nun doch übermannte.
      Cooper Chattahoochee begleitete uns durch die erste Zeit und führte alle wichtigen Fohlenuntersuchungen und -impfungen selbst durch. Es stand schon während Slap Happys Tragezeit fest, dass sie allergrößtes Interesse an diesem Fohlen hätte. Immerhin ist es der erste Nachkomme ihres ehemaligen Hengstes CHH' Lamperd, der nun in meinem Besitz war. Dass es dann auch noch eine lackschwarze Stute war, war es komplett um sie geschehen. Ich muss gestehen, dass auch ich überwältigt war von der Eleganz die dieses junge Pferd mit sich brachte und es war faszinierend die Entwicklung beobachten zu können. Es war immer wieder etwas ganz Besonderes. Man kann sich einfach nicht satt sehen an überheblichen Luftsprüngen, abgedrehten Spurts und liebevollen Schmuseeinheiten zwischen Fohlen und Stute. Ein halbes Jahr lang konnten die beiden ihre Zweisamkeit genießen, bis die kleine Stute, die wir Glamour of Death tauften, absetzten.
      Es war herzzerreißend wie die beiden nacheinander riefen und ich war mir sicher man würde uns der Tierquälerei beschulden, hätten wir direkte Nachbarn.
      Eine Woche dauerte es bis beide sich beruhigten und unabhängig voneinander wurden. Erst jetzt rief ich Miss Chattahoochee wieder nach England für den letzten Aufenthalt auf dem Bear Brook EC. Dieses mal nahm sie Glamour mit zu sich nach Hause. „Auf eine vielversprechende, erfolgreiche und lehrreiche Zukunft!“ verabschiedete ich mich und fuhr ein letztes mal durch die seidige, schwarze Mähne des sichtlich gewachsenen Fohlens. Zusammen mit einem hochwertigen Lederhalfter, einem dazu passenden Strick, den Papieren und ein paar Fotos, die wir in der letzten Zeit aufgenommen hatten, verließen Cooper und Glamour den Hof.
      „Eigentlich hätte ich Cooper ja aus Kanada direkt mitnehmen können nach England.“ dachte ich im Nachhinein.

      Neben Slap Happys Fohlen gab es außerdem zwei neue Errungenschaften für die Zucht. Mr. Raw Depression hatte seine Zuchtpapiere endlich bekommen und Bear Totem's Denali war aus Kanada zurückgekehrt und nun ebenfalls zur Zucht zugelassen. „Dann ist es ja nur noch Chuckling Dancing Mess bei den Vollblütern oder?“ merkte Steven an und ich nickte zufrieden. „Nur noch Missy, dann steht unser Zuchtstamm.“ Zu schade, dass der Kontakt zu Catalina noch immer unterbrochen war. Mittlerweile erreichte ich sie nicht mal mehr telefonisch. Sie war wie vom Erdboden verschluckt. Ein halbes Jahr Funkstille und ich dachte immer noch tagtäglich an unsere Zeit auf ihrem Hof. Wenngleich ich mich immer mehr damit abfand, dass dieses Kapitel wohl einen Haken bekommen kann, war es doch nicht einfach sie aus den Gedanken zu verdrängen. Die letzte Zeit hatte mich die Arbeit rund um das Fohlen abgelenkt. Jetzt, wo das wegfiel, wurde ich wieder ruhiger. Besonders meiner Mutter fiel das auf, doch ich tat es wie immer ab und trainierte stattdessen die Pferde. Neben Missy waren ja auch die Ponys noch da. Jamie kümmerte sich zwar super um das Training von Arcany, Pendragon und Heart of Ocean und Iceflower und Princess Sansa waren weiterhin in Kanada im Training, aber ich wollte mich ab und an selbst vom aktuellen Trainingsstand überzeugen.Zusammen mit Jamie schaffte ich es am Tag über die Hälfte der Pferde zu bewegen. Dabei ritt sie stets auf dem alten Samson und ich nahm Mr. Raw Depression oder Bear Totem's Denali. Auch für Jamie war die Geburt des Fohlens sehr lehrreich. Sie hatte noch nie die Möglichkeit so hautnah dabei zu sein und für sie als angehende Tierärztin gab es wohl kein besseres Lehrbuch als die Praxis selbst.


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      06. März 2016 | von Cooper
      Tierärztliche Untersuchung, Immunisierung | Pferde des BearBrook EC

      Mein nächster Auftrag führte mich nach England, Lincolnshire, um genau zu sein. Mein Auftraggeber, Hunter Crowley. Wir waren relativ gute Bekannte und unsere Gestüte arbeiteten des öfteren zusammen. Er hatte damals Lamperd gekauft und das erste Nachkommen sollte meins sein. Und das war es auch. Vor einem halben Jahr war ich schon mal dort, um mich um die Geburt von dem Fohlen zu kümmern und natürlich um Slap Happy. Die Geburt dauerte anstrengende und schlafraubende zwei Tage, jedoch ohne Komplikationen. Ich hatte der trächtigen Stute damals einige Schmerzmittel gegeben und führte eine direkte Nachuntersuchung durch. Da es ihr erstes Fohlen war, war es normal das sie zuerst etwas apathisch benahm. Aber als sie ihr kleine kleine Prinzessin sah, war auch dieser Teil des 'Schocks' schnell vergessen. Es war immer wieder wundervoll bei einer Geburt dabei zu sein, jedoch war es diesmal was überaus besonderes gewesen. Da ich einige Tage auf BearBrook ec verbrachte konnte ich auch sofort eine neugeborene Untersuchung durchführen, mit allen wichtigsten Tests, sowie Immunisierungen. Ich konnte bei dieser Untersuchung bei der kleinen Rappstute keine negativen Auffälligkeiten finden und auch die Immunisierungen vertrug sie prächtig. Auch Slap Happy kümmerte sich wunderbar um ih Fohlen, was nicht immer selbstverständlich war, vor allem bei Vollblütern. Nach den schönen Tagen verschwand ich nochmal in den Hintergrund und lies die getaufte 'Glamour of Death' Fohlen sein.

      Dieses mal aber kam ich aber um die kleine ab zu holen und um mich um die anderen Pferde zu kümmern, es standen nämlich Immunisierungen und Grunduntersuchungen an. Als ich ankam wurde ich zuerst sehr nett begrüßt und wir schauten selbstverständlich erstmal nach Glamour. "Sie ist so wunderschön, das haben Slap Happy und Lamperd toll gemacht" lächelte ich. "Alllerdings" erwiederte Hunter und führte mich dann in den geräumigen aber gemütlichen Stall. Zuerst kümmerte ich mich um einen Wallach namens Samson. "Meine Güte, ist der Fluffig". Hunter lachte. Ich begrüßte den stämmigen Kerl und unterzog ihm erstmal die Vitalzeichenkontrolle, dann folgte die Abtastung des Körpers und die Untersuchung der Reflexe. "Alles supi". Dann spritze ich ihm noch die Immunisierungen für das halbe Jahr. Ich hatte das Gefühl das er es noch nicht mal spürte dass da grade etwas pickste. Nur ein regelrechtes Muskelzucken lies mich denken das er doch, ganz vielleicht, was verspürt hatte. Was er nicht mochte war die Wurmkur, aber wer mag die auch, egal wie viel süße Sachen man dazu gibt, es schmeckt für Pferde einfach widerlich. Weiter ging es nach der Belohnung mit Chuckling Dancing Mess. "Was ein Name". Hunter war inzwischen Slap Happy und ihr Fohlen von der Weide holen. Ich wiederholte den Vorgang den ich bei Samson machte bei der Vollblutstute und kam dann zu Slap Happy. "Hallo süße" sagte ich und sie schnaubte mich erstmal an. Sie fand es nicht so toll das ich in die Box von ihr und ihrem Kind kam, konnte sich dann aber doch damit abfinden. Auch hier untersuchte ich die Vitalzeichen beider Stuten und schaute nach weitern Auffälligkeiten. bei Glamour schaute ich nochmal besonders hin und unterzog ihr auch einige Tests die führ Fohlen wichtig sind, sowie Beugproben, abtasten der Muskeln und Knochen etc. "Alles perfekt, Glamour wird dem Namen Vollblut sehr gerecht". Glamour war nun alt genug für die Fohlenlähmungimpfung und auch Slap Happy's Immunierungen, sowie Wurmkur, frischte ich auch. Ich lobte die Beiden und kam dann zu einer besonders schönen Stute, Bear Totem's Denali, bekannt aus dem Grund, dass sie unglaublich viele Erfolge zu bieten hatte. Es war mir wirklich eine Ehre sie behandeln zu dürfen und danach ging es zu Mr.Raw.Depression. Beides waren wundervolle Pferde, und auch hier war nach der Untersuchung keinerlei negativen Aspekte zu finden, dennoch war es mit den Immunisierungen und den Wurmkuren nicht sehr leicht. "Was will man bei Vollblütern auch anderes erwarten" sagte Hunter. "Allerdings" lachte ich. Simon war in Kanada geblieben und kümmerte sich dort um alles. Er war ein wenig eifersüchtig das ich alleine gefahren war. Er wusste das Hunter ein gut aussehender Kerl ist und sein Anwesen sowie der Besitz von bedeutungsvollen Vollblütern und die enge Zusammenarbeit, machte ihm es ja nicht leichter. Aber sie verstanden sich das letzte mal aber sogar sehr gut und Simon wusste auch das ich in dieser Hinsicht niemals an sowas denken würde, das tat ich auch nicht. Hunter war einfach, ein guter Kerl. Jetz kam ich zu Lamperd. "Ohwww...Hallo mein süßer" sagte ich und umarmte ihn. Etwas verwirrt schaute der Hengst mich an, beugte sich aber dann nach unten und begrüßte mich mit einem lauten Schnauben. Er hatte sich prächtig entwickelt. Ich wiederholte den gleiche Prozess bei dem Overo Hengst und landete dann bei den Deutschen Reitponys. Die erste war Arcany. Diese kannte ich auch, dennoch nur vom Namen. Dann zu, Princess Sansa, Iceflower, Pendragon und PFS' Heart of Ocean. Bei allen schaute ich nach den Vitalzeichen, tastete den Körper ab, Kontrollierte extra Reflexe, Ohren, Nüstern, Schleimhäute und Mundbereich und unterzog ihnen die Immunisierungen sowie Wurmkuren. "So, ich hab euch genug gequält". Ich konnte alle Pferde ausgiebig belohnen und Hunter war um zwanzig Äpfel ärmer. "Erstmal Pause" sagte er und wir verschwanden ins Gutshaus.

      Im Gutshaus erledigten wir einigen Papierkram, inklusive des Kaufvertrags von Glamour of Death. "Wir haben acht Uhr, ich glaube langsam wird es Zeit sie fertig zu machen". Etwas traurig schaute mich Hunter an und nickte. Wir bereiteten alles vor und ich kontrollierte nochmal ob mit Glamour alles stimmte. Wir versuchten ihr es so angenehm wie möglich zu machen, dennoch war es logisch das die kleine Angst hatte. Ich hatte zum glück ein kleines Team dabei, die sich um das fachliche kümmerten, somit konnte ich mich um das Stutfohlen kümmern.
      "Auf eine vielversprechende, erfolgreiche und lehrreiche Zukunft" sagte Hunter und verabschiedete uns.

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      20. April 2016 | von sadasha
      Black Beauty

      „Dad... Nein.“ ich schüttelte den Kopf um meine Aussage zu unterstreichen. Mein Vater fing schon wieder von Schafen an. „Das sind Schnucken, keine Schafe!“ protestierte er, als würde das einen Unterschied für mich machen. „Wir haben so oder so Geldprobleme, da müssen wir nicht auch noch Schafe kaufen.“ Diskussion beendet. Dachte ich, als mein Vater abermals den Mund aufmachte unterbrach ich ihn sogleich. „Ihr habt eure fünf Esel und die damit verbundenen Feriengäste. Das reicht für's Erste!“ Im Laufschritt verließ ich den Raum um das Gespräch zu beenden. „Hi... Mr. Crowley?“ eine unsichere, recht helle und mir unbekannte Stimme klang in meinen Ohren. „I-ich... ihre Mutter hat mich zu Ihnen geschickt.“ Das dunkelhaarige Mädchen mit den großen kastanienbraunen Augen sah mich an als würde ich sie jeden Moment zusammenfalten. „Wer bist du denn?“ fragte ich noch immer etwas genervt von meinem Vater und musterte sie misstrauisch. „Ehm... ich helfe seit ein paar Wochen hier aus, beschäftige die Feriengäste und so...“ erklärte sie mir. Aaah, das war also das Mädchen von dem meine Mutter sprach. Wie hieß sie gleich? Lara? Sarah? Mara? Irgendwie sowas. „Ahja, sie hatte mir davon erzählt.“ sagte ich eher beiläufig und ging in den Stall, während mir das Mädchen folgte und weitersprach: „Ich hab nur noch etwa einen Monat Schule und ich würde gerne wissen ob ich Chancen auf Arbeit hätte.“ sie hatte für diesen etwas längeren Satz allen Mut zusammengenommen, den sie aufbringen konnte, das konnte man spüren und die Erleichterung, den Satz fehlerfrei herausgebracht zu haben stand ihr ins Gesicht geschrieben. Ich schenkte ihr ein Lächeln. „Wir reden später, ja?“ Sie nickte und blieb stehen, während ich die Stallgasse hoch ging bis zur allerletzten Box, bevor es nach rechts zu den Offenställen oder der Reithalle ging. Moulan, die schwarze Schönheit stand vor mir. Wie immer war sie unsicher und stand in der hintersten Ecke ihrer Box. „Oh! Sie hat heute keinen guten Tag.“ Ich zuckte zusammen, als Gine mich mit ihrer viel zu lauten Stimme ansprach. „Sorry...“ sie lachte kurz. „Warst du mal beim Arzt?“ Sie stellte mir diese Frage seit etwa einer Woche täglich... Nachdem Steven mir einen Dolch ins Bein gejagt hatte, war ich... etwas eingeschränkt was die Arbeit betraf. Aber um die Pferde, die nur vom Boden ausgearbeitet wurden konnte ich mich dennoch kümmern. „Hunter?“ - „Keine Zeit, Gine.“ Ich schob die Boxentüre auf und schlüpfte durch den Spalt, der sich dadurch ergab, in Moulan's Box. Die Boxentüre wieder verschlossen hörte ich die nun irgendwas vor sich hinmurmelnde Gine weiterziehen. „Hey Blacky.“ flüsterte ich fast, als die Rappstute mich mit hellwachen Augen ansah. Die Ohren drehten sich, als suchten sie ein Signal. „Alles gut, das hatten wir doch schon.“ Langsam näherte ich mich der scheuen Stute. Wir hatten alle Zeit der Welt. Je näher ich kam, desto unsicherer und nervöser wurde die schwarze Schönheit und so blieb ich immer wieder stehen, damit sie sich mit der Nähe vertraut machen konnte. Ich hatte kein bestimmtes Ziel. Ich nahm, was sie mir gab. Immer wenn jemand an der Box vorbeilief schnellte ihr Kopf hoch und die Ohren nach hinten. „Alles gut.“ wiederholte ich mehrfach, in dem Glauben es würde sie etwas beruhigen. Moulan war jetzt seit etwa einem Monat auf dem Bear Brook EC und hatte schon ein paar Fortschritte gemacht. Sie ließ sich von Gine problemlos aus der Box führen, putzen und auch ein wenig longieren, auch wenn sie dabei immer mal ausbrach, wenn sie im Stall etwas hörte. An Platzarbeit oder Gelände war in jedem Fall noch nicht zu denken. Mit Männern hatte sie noch mehr Probleme. Irgendjemand hatte ihr Vertrauen furchtbar missbraucht. So zumindest unsere Vermutung. Für heute jedenfalls beließ ich es bei ein paar wenigen Berührungen, bis ich die Box wieder verließ. „Sie hat noch immer große Angst vor dir.“ klärte Gine mich auf, als ich aus der Box kam. Sie hatte gerade mit Eismärchen gearbeitet, die noch auf der Stallgasse stand. „Ja, aber das wird schon.“ - „Apropros das wird schon...“ Gine hielt mich am Arm fest, bevor ich flüchten konnte. „Du musst zum Arzt, wenigstens der Verband sollte mal gewechselt werden. Ich sehe doch wie du gehst.“ sie sah mich in einer Mischung aus Sorge und Wut an. „Mhmmm... Wie gehe ich denn?“ gab ich zur Antwort und hoffte, das Thema sei damit erledigt. Ich löste mich aus ihrem Griff und ging weiter. „Mensch... Hunter!“ Ich zuckte zusammen. So hartnäckig war sie sonst nie. „Jetzt geh rein. Ich komm in zehn Minuten nach. Ich mach nur noch Eismärchen fertig für die Weide.“ Ich schluckte und ging rein. Keine zehn Minuten später kam Gine wie versprochen dazu und sah mich noch immer mit... diesem Blick... an. Ganz so als hätte ich irgendwas verbrochen. „Ich hab doch morgen eh einen Termin be-“ „-und genau deshalb sollte der Verband erneuert werden. Die reißen dir doch den Kopf ab, wenn du da mit einem eine Woche alten Verband ankommst!“ unterbrach sie mich. Gut. Wenn sie meinte... Ohne weitere Widerworte ließ ich sie den Verband wechseln. „Und Frau Doktor, darf ich jetzt weiter arbeiten?“ Sie wisperte irgendwas von wegen „Mach doch was du willst...“ und ließ mich alleine. Frauen... Am späten Abend kam Catalina von der Arbeit nach Hause und wirkte gestresst. Wir hatten noch immer nicht gesprochen, Steven hatte in seinem Suff ein paar nicht allzuschöne Details über sie herausposaunt. Unsere Gespräche beliefen sich seitdem nur auf Smalltalk. Vorerst würde ich an dieser Situation auch nichts ändern. Ich hatte wahrlich genug um die Ohren. Zwei meiner Stuten waren noch immer tragend und bei den Pineforest Stables wartete ein Fohlen, das ich in einem halben Jahr abholen würde. PFS' Savory Blossom hatte ich entdeckt, als ich Mr. Raw Depression's ersten Nachwuchs besucht hatte. Die junge Stute hatte sofort meine Aufmerksamkeit, als ich die Fohlen des Gestüts gesehen hatte und so kam ich nicht umher mit der Inhaberin einen Deal zu schließen. Aber auch hier würde bald noch mehr Nachwuchs erwartet. Slap Happy und Bear Totem's Denali sind noch immer tragend. Vor allem bei Denali müsste es bald soweit sein. Vielleicht noch zwei oder drei Wochen. Slap Happy hatte da noch mehr Zeit. Den heutigen Tag ließ ich damit ausklingen Samson zu longieren. So dachte ich zumindest. „Mr. Crowley?“ wieder diese helle Stimme. „Achja. Lara?“ - „Tara.“ korrigierte mich das Mädchen sofort. „Tara. Wir können dich gerne einstellen jetzt wo uns ein Mann fehlt. Du bist Springreiterin oder?“ sie nickte. „Gut. Ich mache die Papiere fertig und dann reden wir über alles Weitere. Achja und wir duzen uns hier. Davon bist du nicht ausgeschlossen, ich bin Hunter.“ Sie strahlte über das ganze Gesicht. „DANKE!“ - „Nichts zu danken.“ ich schmunzelte und kümmerte mich weiter um den Tinkerwallach am anderen Ende der Longe, der geduldig darauf wartete, dass es weiter ging.


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      21. Mai 2016 | 15.336 Zeichen von sadasha
      Ein derber Rückschlag

      Im Grunde wusste ich ja schon, dass es mit Catalina jetzt schwieriger werden würde. Jetzt wo sie schwer krank war. Jetzt wo ich von ihrem Seitensprung wusste. Aber der Anruf den ich gestern bekam, gerade als ich mit dem Beschlagen eines Pferdes fertig war, riss mich vollends aus der Fassung, die ich mir so hart erarbeitet hatte die letzten Wochen. „Deine Freundin ist gestorben, Hunter. Willst du nicht herkommen? Die Ärzte geben uns keine Details.“ hieß es da und die Worte schallten noch so deutlich in meinem Kopf, dass sie mich abermals betäubten, wenn ich nur daran dachte. Zum Glück saß ich, sodass mir das flaue Gefühl, dass sich nun auftat, egal sein konnte. Umkippen konnte ich nicht und in der Sitztasche vor mir waren Beutel für den Fall der Fälle, dass ich mich übergeben müsste. Dann die Ansage der Crew, dass wir in wenigen Momenten landen würden. Da ich mich nicht abgeschnallt hatte über den kurzen Flug von Deutschland nach England, kümmerte mich das monotone Gerede nicht.

      Eine halbe Stunde später war ich in Phase Zwei, auf dem Weg zurück in die Heimat: Lincolnshire. Die Zugverbindungen waren so grottenschlecht und über alle Maße überteuert, dass ich mir den Luxus ein Taxi zu nehmen gönnte. Der Taxifahrer warf immer mal einen verunsicherten bis besorgten Blick zur Seite und sprach mich, als das Navi die Ankunft in 5 Minuten ankündigte, doch noch an: „Sir, ist alles in Ordnung? Sie wirken bedrückt.“ fragte er höflich und wusste das sehr zu schätzen. Ich schenkte ihm zur Besänftigung ein kleines Lächeln. „Alles okay. Tut mir leid, dass ich so schweigsam bin.“ Den Rest der Fahrt redete mein Fahrer ununterbrochen. Es beruhigte ihn sichtlich und so war ich ihm nicht böse, auch wenn ich ihm nicht wirklich zuhörte. Ich dachte an Nichts. Zumindest versuchte ich das. Die Leere, die seit dem Anruf in mir herrschte breitete sich in solchen Momenten schneller aus als normal. Dann endlich sah ich die Einfahrt meines Hofes. Höflich wie ich war bedankte ich mich für das Gespräch, gab ein gutes Trinkgeld und stieg aus.

      Auf dem Hof wirkte ein reges Treiben. Dass hier zwei Personen fehlten würde man nicht bemerken, wüsste man es nicht. Gine und Isaac hatten ihre Meute im Griff. Ruby war gerade mit Denali und ihrem Fohlen, dass ich dank meiner Abwesenheit verpasst hatte, auf dem Springplatz beschäftigt. „Hey Honey!“ - „Mom.“ Meine Mutter schnellte mit erhobenen Armen zu mir um mich direkt in den Arm zu nehmen. So fest, dass ich diese Liebkosung abbrach. „Ist gut.“ Besorgt sah sie mich an. Das tat heute jeder.
      Aber die Tatsache außer Acht gelassen, dass ich ein unfassbar schlechtes Gewissen gegenüber Catalina hatte, der ich nicht zur Seite stand in ihren letzten Stunden, ging es mir gut. Ich war nicht mal traurig. Natürlich auch nicht glücklich, ich fühlte einfach... Nichts. „Komm rein, ich hab Essen gemacht. Du hast wieder abgenommen!“ Wieder warf sie einen besorgten Blick auf mich, diesmal musterte sie mich kurz von oben nach unten. Ich ließ mich ins Haus bugsieren, wo mein Vater gerade fertig mit dem Essen war. „Gut dich zu sehen, Junge!“ Ich nickte. Meine Eltern waren überfürsorglich. Sie hatten ihre Gründe, aber im Moment hielt ich das für unnötig. Noch bevor ich saß, hatte meine Mutter mir einen Teller fertig gemacht und vor die Nase geschoben. Nach Essen war mir nicht zu Mute und so stocherte ich lediglich ein wenig herum, bis meine Mutter mir nach einer halben Stunde den Teller wieder abnahm und ihn so verpackte, dass ich ihn mir sollte ich doch Hunger bekommen, wieder warm machen konnte. „Was willst du jetzt machen?“ fragte mein Vater schließlich und unterbrach damit die herrliche Stille der letzten vierzig Minuten. „Ins Krankenhaus fahren.“ Mit den Worten stand ich auf und warf einen Blick aus dem Fenster. Es war trocken und noch immer hell draußen. Zwar kündigte sich schon lange der Herbst an, so war es dennoch noch nicht zu spät das Motorrad zu nehmen. Sowohl mein Vater, als auch meine Mutter sahen mich entsetzt an, als ich mich wieder zu ihnen wandte. „Was?“ fragte ich verwirrt und verließ das Zimmer ohne eine Antwort abzuwarten. „Fahr vorsichtig!“ rief mir Mutter hinterher.
      Auf dem Weg nach draußen schnappte ich Schlüssel, Jacke, Handschuhe und Helm vom Flur auf und machte mich vor meiner Maschine fertig.

      Etwa zwanzig Minuten später stand ich an der Rezeption im Krankenhaus. „Ich würde gerne mehr über Miss Dixon's Tod erfahren. Ich bin- ...ich war war ihr Partner.“ Die Frau musterte mich kurz, war einen Blick auf ihren Bildschirm und tippte irgendwas in ihre Tastatur. „Tut mir leid, ich darf Ihnen keine Auskunft geben. Nur Familienangehörige.“ Ich brummte unzufrieden. „Wo finde ich ihren Arzt?“ Die Dame sah mich vielsagend an. „Aber Sir. Haben sie Kontaktdaten von Miss Dixons Angehörigen?“ Einen Moment lang spielte ich mit dem Gedanken die Gelegenheit auszunutzen. Sie bekommt Kontaktdaten, ich bekomme Antwort auf meine Frage. Dabei hatte ich nicht mal Kontaktdaten. Darüber hatten wir nie gesprochen. „Konnten Sie niemanden erreichen?“ fragte ich entgegen meines Planes. Die Dame nickte eifrig. „Doch doch, ein paar haben wir erreicht. Aber man weiß ja nie.“ Merkwürdige Antwort. Dann sah ich den Arzt vorbeilaufen, von dem ich wusste, dass er Catalina behandelt hatte. Ich lief ihm hinterher und hielt ihn schließlich an. „Dr. bitte, einen Moment nur.“ bat ich und er hielt inne. „Was genau ist mit Miss Dixon passiert? Sie wissen schon, die schwer CF kranke Frau?“ Der Mann seufzte und sah mich durchdringend an. „Erstens, darf ich Ihnen dazu nichts sagen, außer dass sie gestorben ist. Zweitens, sollten Sie es vielleicht bei den Angehörigen versuchen. Sie sind wohl im Hotel gleich gegenüber, hab ich gehört. Und Drittens, sollten sie dringend schlafen, sie sehen nicht mehr gesund aus.“ Wieder einer dieser besorgten Blicke. „Danke.“ sagte ich und lächelte nun tatsächlich, ganz ehrlich. Endlich eine gute Nachricht. Als wäre ich dabei einen Termin zu verpassen, rannte ich den kompletten Weg aus dem Krankenhaus und orientierte mich dann kurz um das Hotel ausfindig zu machen. Es gab nur eines hier und so ging ich zu Fuß rüber und fragte nach Dixon. Man leitete mich weiter und schließlich stand ich vor drei Personen, die mich ein wenig misstrauisch ansahen. „Hi.“ unangenehmer konnte diese Situation kaum sein. „Sie sind Verwandte von Catalina Dixon?“ fragte ich zögerlich und bekam ein ebenso zögerliches Nicken zurück. „Und wer sind sie?“ fragte der einzige Mann in der Runde. „Hunter Crowley.“ sprudelte es aus mir heraus. „Ehm, Catalina's Freund.“ fügte ich schnell hinzu, als eine der Frauen eine Augenbraue hob. Jetzt schienen sie etwas mit mir anfangen zu können, was nicht hieß, dass sie offener wurden. „Gut, chrm... Ich wollte auch nur fragen wann ihre Beerdigung ist.“ log ich und bekam prompt eine Antwort, bevor sich alle drei wieder abwandten. Unzufrieden mit diesem Resultat verließ ich das Hotel wieder und fuhr zurück nach Hause um dort gleich müde ins Bett zu fallen.

      „AUFSTEHEN!! Aufstehen, aufstehen, Auuuufsteheeen!“ jemand rüttelte mich grob wach und hielt mir schließlich seine eiskalten Finger an die Wange. „Los jetzt, mach dich fertig!“ Gine... Wiederwillig richtete ich mich auf. „Was ist denn los?!“ - „Slap Happy's Fohlen kommt, das willst du ja wohl nicht verpassen oder?“ Sofort war ich hellwach. Nein, ihr Fohlen wollte ich unter keinen Umständen verpassen! Schneller als Gine gucken konnte war ich angezogen und lief runter in den Stall. Tatsächlich, meine braune Stute lief in ihrer Box Runden und sah immer wieder zu ihrem Bauch. „Geh noch nicht rein.“ riet Gine mir und so wartete ich geduldig vor der Box, bis Slap Happy sich den Wehen ergab und zu Boden sank. Gerade als ich die Boxentüre aufschieben wollte griff Gine erneut ein: „Warte noch, es kann sein, dass sie sich nochmal umentscheidet.“ ernst sah sie mich ab und nahm meine Hände von der Türe. 'Umentscheidet'... sowas macht meine Slap Happy nicht... Nie. „Siehst du!“ - Verdammt! Für einen kurzen Moment hatte ich tatsächlich geglaubt meine Stute in diesem Punkt zu kennen. Die große Braune stand wieder, den Kopf gesenkt, als würde sie überlegen was sie nun tun sollte. Ein zwei Schritte ging sie nach vorne und sank dann wieder zu Boden. Einige Minutenlang lag sie komplett auf der Seite, bis sie sich noch einmal halb aufrichtete um zu ihrem Bauch zu sehen. „Gut, wir können jetzt rein. Sie wird denke ich nicht mehr aufstehen.“ - Gine schob die Türe auf - „Kann ich helfen?“ der irische Akzent verriet mir, dass Isaac gleich hinter mir stand. „Vielleicht.“ sagte Gine knapp und prüfte fachmännisch die Lage. Dafür, dass sie sonst immer sehr aufdringlich und kommunikativ war, war sie jetzt ausgesprochen ruhig und professionell. Isaac und ich kamen in die Box und schoben die Türe zu. Ohne überhaupt zu fragen schritt ich zum Kopf meiner Stute, hockte mich hin und fing an sie zu kraulen. Am Hals, an den Ohren und schließlich strich ich mit der flachen Hand über ihr hübsches Gesicht. Isaac sah sich die Lage von hinten. „Also in Irland... Da machen wir das anders.“ fing er lachend an zu erzählen um die Spannung zu nehmen. „Da kommen die tragenden Stuten auf die Weide un-“ - „Halt-die-Klappe!“ fauchte Gine ihn an. „Da kommt es!“ Ein breites Grinsen schlich sich auf ihre Lippen und als es ihr möglich war griff sie beherzt die Füße des kleinen Pferdes und erleichterte meiner Stute so das Abfohlen. „Es liegt super, sie macht das toll!“ - „Ist ja auch nicht ihr Erstes...“ brummte ich; zu leise, um von den beiden gehört zu werden. Es vergingen gefühlte Stunden bis das Fohlen mit einem letzten Schub den Mutterleib vollends verlassen hatte. Es war durch und durch braun, ein Hinterhuf erstrahlte aber in hellem Beige und etwas versetzt von der Mitte der Stirn fanden sich ein paar einzelne weiße Härchen. Es war ein Hengstfohlen, das ich mir schöner nicht hätte erträumen können. „Der dunkelt bestimmt noch nach, wenn er wächst. Die paar weißen Haare kannst du dir abschminken.“ fachsimpelte Isaac. „Das verwächst sich alles und der Huf dunkelt auch nach.“ Gine war dem groß gewachsenen Iren einen abwertenden Blick zu. „Er ist gut wie er ist. Hör auf ihn schlecht zu machen.“ Ich grinste. Auch Isaac lachte, was er aber im Grunde immer tat. „Sie hat recht.“ griff ich ein, bevor die beiden sich in eine Diskussion reiten konnten wie ein altes Ehepaar. „Er ist gut. Punkt.“ Ich stand auf und streckte mich ausgiebig. Slap Happy blieb noch einige Minuten liegen und solange wachte Gine über sie und das Hengstfohlen. „Isaac, an die Arbeit. Gine fällt für die nächsten stunden aus, sie muss die zwei im Auge behalten, damit nichts schief geht.“ - „Oh du reitest also auch mal wieder eines deiner Pferde?“ - „Fang bloß nicht an wie Steven mein Freund.“ ich schmunzelte. Isaac lachte wieder und legte mir brüderlich eine seiner großen Hände auf die Schulter. „Niemals, mein Hübscher.“ Verwirrt sah ich ihn an und bekam einen verruchten Blick als Antwort. Da ich nicht schwul war, wirkte das nicht und so räusperte ich mich und warf einen kurzen Blick auf die Boxenschilder. „Guuut... Isaac, kannst du die western gerittenen übernehmen?“ - er nickte - „Ich mache dann Pendragon, Ocean, Eismärchen...“ Isaac ließ einen verträumten Seufzer los „...und Ray. Alles Okay?“ prüfend blickte ich ihn an. Der Ire nickte und wirkte als hätte er irgendwelche Drogen genommen. „Dann los.“ mit den Worten drehte ich mich um. Missy, Lamperd und Majd waren seit ein paar Stunden auf der Galopprennbahn eines Bekannten. Princess Sansa und Iceflower waren wie schon seit Monaten auf Trainingsurlaub, bis sie ihre Zuchtzulassung bekommen. Die übrigen Stuten, also Denali und Arcany, hatten noch ihr Fohlen bei Fuß und standen mit eben diesen und Savory Blossom auf der größten Weide, die wir bieten konnten. Das heute kurz gehaltene Training mit den Pferden tat gut und bis zum Abend hatte ich vergessen, warum ich überhaupt hier war. Erst als ich auf Mr. Raw Depression saß, ihm die Zügel lang ließ und meine Gedanken abschweiften kam mir Catalina's Tod wieder in den Sinn. In fünf Tagen ist die Beerdigung. Dann würde noch einmal ihre Verwandten treffen, die nicht sonderlich überzeugt von mir waren. Sollte ich mir das wirklich antun? Immerhin hatte auch das Verhältnis zu Catalina am Ende einen Knacks. Nein. Sie hatte es verdient, dass ich ihr die letzte Ehre erweise, egal was sie getan oder nicht getan hatte. Wer weiß schon, was wirklich passiert ist.

      Gedankenverloren stieg ich ab und führte Ray auf die Stallgasse, sattelte ihn langsam ab und stand dann wie paralysiert da und starrte seine Beine an, die eben noch Bandagen trugen. Wo waren die hin? „Hey, hast du schon ein Namen für Slap Happy's Hengstfohlen?“ jemand schlug mir unwirsch die Hand auf den Rücken, sodass ich jäh aus meiner Trance erwachte und hochschrak. „Woah, ich wollte dich nicht erschrecken, sry.“ Isaac sah mich stirnrunzelnd an. „Also?“ Seine Gesichtszüge lockerten sich und es bildte sich ein erwartungsvolles Grinsen. Lachte er denn wirklich immer? „Nein, ich hab mir da noch keine Gedanken zu gemacht.“ gab ich zur Antwort und sah in die Bandagentasche, wo jemand feinsäuberlich die Bandagen verstaut hatte. „Warst du das?“ Isaac nickte eifrig. „Danke.“ ich lächelte und packte zu guter Letzt Bandagentasche, Trense und Putzkiste auf einmal um sie in die Sattelkammer zu bringen. Als ich wieder kam stand nur noch Isaac auf der Stallgasse. „Bist du mit deinen Kandidaten durch oder wieso nimmst du mir meine Arbeit weg?“ ich schmunzelte, er sollte sich nicht angegriffen fühlen. „Ach weißt du...“ fing er an und legte mir abermals einen Arm um die Schultern, was mir ein unangenehmes Gefühl einbrachte. „Ich dachte mir, etwas Unterstützung und Aufmerksamkeit, würde dir heute nicht schaden. Als Gine vorbeikam und ein gelachtes „Na ihr zwei Süßen?“ in den Raum warf löste ich mich aus Isaac's Griff und machte mich auf ins Haupthaus um mit meinen Eltern die nächsten Tage zu besprechen. Ich würde nach Catalina's Beerdigung wieder abreisen. Noch ein Jahr Ausbildung in der deutschen Eifel hatte ich vor mir, bis ich wieder endgültig nach England zurückkehren konnte. Die wenigen Tage zu Hause wollte ich dann wenigstens sinnvoll nutzen. „Die Jenkins Brüder aus Kalifornien haben sich gemeldet, sie wollten dich sprechen?“ fragte meine Mutter mehr als dass sie es sagte. „Haben sie gesagt, was sie wollen?“ fragte ich zurück und sie schüttelte den Kopf. „Gut, dann war es sicher nichts Wichtiges.“ Die beiden hatten immer irgendwelche Probleme mit denen ich nichts zu tun haben wollte. Hätte ich ihnen mal nie die Trakehner verkauft... Dann hätte ich heute meine Ruhe. Ich ließ den Tag mit einer Zigarette und meinem Skizzenbuch ausklingen. Ich zeichnete Nonsense... Nichts Nennenswertes, nicht mal etwas, das mit dem Tag heute zu tun hatte. Alles in mir versuchte im Moment auszublenden, was in Wirklichkeit geschehen war. Das machte diese Zeit erträglicher. Die nächsten Tage würde ich viel mit den frisch weitergebildeten Pferden arbeiten. Würde die Zuchtplanungen für nächstes Jahr erledigen und Namen für die drei aktuellen Fohlen finden. Vielleicht fand sich sogar schon ein Interessent für das Reitpony Stutefohlen? Jedenfalls plante ich so, dass zwischen der Arbeit kaum Pausen lagen in denen ich zu viel nachdenken konnte. So zumindest die Strategie.


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      27. Mai 2016 | 4905 Zeichen von Jackie
      Fohlen- und Stutenuntersuchung | Tierarztbericht

      Nach einiger Zeit Unterhaltung musste Hunter schließlich weg. "Hör mal Amy, ich bin nicht alleine hier", sie lachte - "Ich weiß, deine Eltern kenne ich schon". Hunter wurde etwas rot "Nein, ich mein ich habe meine Stute und ihr Fohlen direkt mitgenommen. Wenn ich schließlich schon auf den Weg war, kann ich sie auch gleich von Ty untersuchen lassen", das Mädchen lächelte und fragte neugierig ob sie die Beiden mal sehen könnte. Als sie das Fohlen sah schmolz sie dahin. "Neiin ist es süß! Es kommt ja ganz nach dem Vater!" überrascht fragte Hunter ob Amy Zuckerwatte kennen würde. "Nicht direkt, ich habe aber schon mal ein Foto von ihm gesehen" - "Ein toller Hengst nicht wahr ? Nun gut ich bin dann mal weg und nachher wieder da. Bis später.", er verabschiedete sich und stieg in den Wagen um nach Millarville zu fahren.

      Als er schließlich vor der Klinik angekommen war, suchte er gezielt nach Ty. Ty und Cassandra saßen wieder einmal im Büro und waren für ihr Studium am lernen. Als Ty seinen Freund Hunter erblickte sagte er erstaunt: "Was machst du denn hier ? Warst du nicht schon vor kurzem hier ?", glücklich reichten sich die Beiden die Hände und gaben sich eine knappe Umarmung. "Ich habe heute Lisannes und Neeles neue Pferde gebracht. Dabei habe ich direkt Arcany und Accomplishment mitgenommen. Ich würde mich freuen wenn du die Beiden durchchecken würdest." Der Tierarzt lächelte und ging zurück in die Klinik um seine Tasche zu holen. Hunter führte die Pferde schon mal aus dem Hänger und wartete darauf sie Ty vorzuführen. "So wir können anfangen", sagte Ty motiviert während er zu sah wie Hunter die Stute und ihr Fohlen vorführte. "Sehen beide Top aus ! Ich taste jetzt deine Stute ab.", Ty fühlte mit den Händen über den Rücken, am Bauch und auch unter dem Bauch, aber auch den Hals und ihr Hinterteil wurden abgetastet. "Nichts ungewöhnliches zu spüren. Die Stute ist nur etwas mager, liegt vielleicht an der Geburt. Fütter ihr am besten ein klein wenig mehr die nächste Zeit.", Ty gab der Stute einen kleinen Klaps und tastete sich schließlich zu ihren Hufen runter. Diese hob er hoch um eine Beugeprobe durchzuführen. Beim linken Vorderhuf sah er schließlich eine kleine Verletzung, worauf er gleich Hunter ansprach. "Schau mal hinten rechts hat sie eine Wunde, noch lahmt sie nicht was mich um ehrlich zu sein sehr wundert. "Ich schau mir jetzt den Kopf an", sagte Ty und steckte zwei Finger seitlich ins Maul der Stute. Diese Prozedur ließ sie brav über sich ergehen. Auch als Ty ihr in die Augen blendete und die Nüstern näher betrachtete. "Alles gut, ich prüf jetzt die Atmung und die Temperatur" Ty nahm sein Stethoskop und prüfte die Atmung des Tieres. "Nichts auffälliges", sagte er zufrieden und griff schließlich sein Thermometer aus der Tasche. Er hob den Schweif an und wartete. "38,4°C Normaltemperatur. Bis auf die Wunde am Vorderhuf geht es deiner Stute gut. Ich würde die Wunde behandeln lassen, vielleicht muss sie auch genäht werden, auf den ersten Blick kann ich dazu nicht so viel sagen. Ich vermute es ist ein Ballentritt, der kommt häufig vor und lässt sich schnell behandeln, aber Pferde haben große Schmerzen am Ballen." er gab einen seufzer von sich und überflog mit seinen Augen noch mal den rechten Vorderhuf. "Ich schau mir jetzt aber das Fohlen an. Hunter führte es tief in Gedanken versunken vor. "Gang Tip Top und das Fohlen hat genau den richtigen Futterstand. Fell und Körper sieht jedenfalls perfekt aus." Ty ging schließlich auf das kleine Scheckfohlen zu um es abzutasten. "Ich spüre nichts Auffälliges", sagte er zufrieden und prüfte die Hufe. "Hufe sind auch in Ordnung. Dann wollen wir uns doch mal deinen Kopf vornehmen", sagte Ty amüsiert und öffnete das Maul des Fohlens binnen weniger Sekunden. Accomplishment mochte diese Kontrolle überhaupt nicht, aber Ty war schließlich erfahrener als das kleine Fohlen. Die kleine Reflexprobe was die Augen angeht hatte Accomplishment ebenfalls ertragen. Ty sagte schließlich: "Es sieht alles sehr gut aus. Wenn jetzt noch die Temperatur und der Herzschlag stimmt, hast du ein gesundes Fohlen bekommen". Hunter lächelte erleichtert und warf ein weiteres Auge auf Arcany. Dabei bekam er gar nicht mit wie Ty bereits Atmung und Temperatur kontrolliert hatte. "Dein Fohlen ist gesund und in bester Form. Es ist gut ernährt und hat keine Weh-Wehchen. Das dürfte wohl mein gesündester Patient bis jetzt gewesen sein." Ty lachte glücklich und sprach mit Hunter über die Bezahlung. "Die Kontrolle macht dann 250 Joellen, würdest du dir Arcany noch mal genauer ansehen lassen ? Ich denke eine Nachuntersuchung ist nicht nötig, es ist ja offensichtlich, dass es ein Ballentritt ist. Du könntest höchstens für 100 Joellen eine Beschwerden Untersuchung machen, ich würde dich dann über den Ballentritt beraten - aber behandeln könnte ich Arcany erst ab 150 Joellen. Die Wunde muss wahrscheinlich genäht werden".

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      29. Mai 2016 | 17.893 Zeichen von sadasha
      Neue Gesichter

      Ein gleichmäßiges Surren, ein regelmäßiges Piepsen und hin und wieder Schritte drangen an meine Ohren. Die Lider waren schwer und der gesamte Rest des Körpers fühle sich an wie Blei. Dann kam jemand näher an mich heran, das hörte ich an den Schritten. „Mr. Crowley?“ eine unbekannte Frauenstimme. Ich öffnete die Augen und sah in ein fremdes Gesicht. „Gut Sie sind wach.“ sie lächelte mich an und verschwand wieder. Ich hätte mich so gerne aufgerichtet um zu sehen wo sie hinging, aber mein Körper war zu träge. Wenige Minuten später kam die Frau zurück in Begleitung eine weitere Ärztin. Ich wusste mittlerweile wo ich war. Aber wie war ich her gekommen? „Wie fühlen Sie sich?“ fragte die deutlich jüngere Ärztin und prüfte die Werte, die die Geräte anzeigten, an denen man mich angeschlossen hatte. Mein Mund war staubtrocken, würde ich jetzt etwas sagen wollen, würde es sowieso niemand verstehen. Stattdessen hob ich den Kopf vom Kissen um das Zimmer anzusehen. „Sir?“ sie drückte mich wieder zurück und leuchtete mir in die Augen. „Können Sie mir sagen, welcher Tag heute ist?“ Noch eine Frage... Ich räusperte mich. „Mittwoch.“ meine Stimme war rau, aber besser als ich es erwartet hätte. Die Schwester lächelte immer noch. Sie war von eher plumper Statur und mit Sicherheit schon über vierzig. Die Haare hatte sie zu einem festen Knoten gebunden. „Nun, wir haben Samstag. Nur für's Protokoll.“ Die Ärztin wirkte weniger freundlich, aber vermutlich hatte sie einfach Stress. Sie war jung, vielleicht in meinem Alter? Aber durch die Stressfalten und den strengen Gesichtsausdruck wirkte sie älter. „Mr. Crowley. Wie fühlen Sie sich?“ wiederholte sie mit Nachdruck. Gute Frage! Keine Ahnung. Ich weiß ja nicht mal wie ich hergekommen bin. Das Gefühl fand nach und nach seinen Weg zurück in die müden Glieder. Einen Versuch mich aufzurichten vereitelte die Schwester sogleich. „Was ist passiert?“ fragte ich zurück, da ich keine Antwort auf die Gefühlsfrage wusste. „Woran erinnern Sie sich?“ Fragen... wieder eine neue! Könnte Sie mir nicht einfach antworten. „Mhm...“ ich dachte tatsächlich nach, aber konnte nichts entdecken, was mich hierher hätte bringen können. „Was ist das letzte, was Sie Ihrer Erinnerung nach getan haben?“ Wahnsinn, die Ärztin konnte lächeln. Das Letzte... „Ich hab mein Pferd für ein Turnier vorbereitet und wir wollten es in den Hänger laden. Aber...“ ich legte die Stirn in Falten, das konnte nicht sein. Pendragon ist eines der ausgeglichensten Pferde, die wir auf dem Hof haben. Außerdem... „...das war aber mittwochs.“ Was ist denn passiert, zur Hölle?! Die Ärztin stellte mir noch einige belanglose Fragen, die ich zur Hälfte nicht beantworten konnte. Dennoch wirkte sie am Ende halbwegs zufrieden. „Physisch geht es ihnen den Umständen entsprechend gut. Aber wegen ihren Erinnerungen setz ich einen Psychologen auf sie an, das gefällt mir nicht.“ sprach sie jetzt absichtlich nicht im Fachchinesisch, weil sie mich für irre hielt? Ich nickte nur und sie verschwand. Die Schwester hatte sich schon während des Gesprächs aus dem Staub gemacht.

      Über Mittag wurde ich auf Normalstation verlegt, bekam allerdings ein Einzelzimmer. Gut eine Stunde später trudelte eine abgehetzte Person ins Zimmer, zog einen der umstehenden Holzstühle zu sich und setzte sich erstmal um zu verschnaufen. „Alles okay?“ fragte ich, als die Frau auch nach gut einer Minute noch nichts gesagt hatte. Endlich wandte sie sich mir zu. „Ja, ehm, Mr. Crowley, richtig?“ sie warf einen Blick auf ihr Klemmbrett und sah dann wieder zu mir. Ich richtete mich etwas auf und nickte. „Guten Tag, ich bin Ihre psychologische Betreuung für die nächsten Wochen.“ Hatte ich da jetzt richtig gehört? Für die nächsten WOCHEN?! Ich schluckte, aber sie lächelte mich weiterhin unverhohlen an und rückte näher ans Krankenbett. „Sie haben Schwierigkeiten sich zu erinnern, wie sie hier her gekommen sind, hab ich gehört?“ Sie sagte das mit einer Süßlichkeit in der Stimme, dass ich das Gefühl hatte, sie wollte nun Freundschaft schließen. Psychologenspielerei. „Ja.“ antwortete ich knapp und bemühte mich ihr nicht in die Augen zu sehen. „Das Letzte woran Sie sich erinnern ist, dass sie ihr Pferd transportfertig machten.“ Ich nickte abermals. „Sie reiten?“ Wieder nickte ich. Sie lachte leise. Ihre Stimme war sanft und ruhig, aber dennoch sehr feminin. „Man trifft nicht häufig Männer, die im Reitsport unterwegs sind. Wie kamen Sie dazu?“ Verdammt! Keine Ja/Nein-Frage. Ich atmete tief ein und aus. „Ich bin so aufgewachsen.“ Das war die kürzest mögliche Antwort, die mir einfiel und ich ahnte bereits, dass ihr das nicht reichen würde. Unsicher sah ich zu ihr, in Augen die so grün waren, dass selbst das Gras daneben Grau wirkte. Fesselnd. Ich wandte den Blick ab. Ich wollte ihr nicht zu viel Aufmerksamkeit schenken, auf Psychologengespräche hatte ich keine Lust. „Nun.“ fing sie an und ich atmete laut aus, sah aus dem Fenster auf der anderen Seite des Betts. In eben diesem Moment setzte sie sich noch ein Stück näher an mich heran, näher ging jetzt nicht mehr. Ihre Knie berührten die Stangen des Bettrahmens. „Was genau machen Sie denn im Reitsport?“ Vollendete sie ihre nächste Frage und ignorierte meine Abneigung. „Hauptsächlich Springreiten.“ Wieder eine knappte Antwort. Nichtmal sonderlich spezifisch, aber wenn ich jetzt Military oder Cross Country gesagt hätte, wüsste sie vermutlich nicht mal was das ist. „Und was für ein Turnier war das wo sie mit ihrem Pferd hin wollten?“ - „Springturnier.“ Man war ich dreist. Sie schnaubte verächtlich. „Mr. Crowley...“ sie hörte sich tadelnd an, also wandte ich mich ihr wieder zu. „Ja, Miss...?“ sie hatte mir nicht mal ihren Namen verraten. „OH, mein Name ist Kerry Robertson! Das hab ich in der Eile ganz vergessen.“ Ein verschmitztes Lächeln schlich sich auf ihr Gesicht. Ich schmunzelte zufrieden. War sie neu in dem Job? „Nun, Sie müssen sich etwas auf mich einlassen, sonst klappt das hier nicht.“ Ich schmunzelte weiter und schien sie damit ein wenig aus der nicht vorhandenen Ruhe zu bringen. „Was soll ich machen?“ fragte ich und freute mich innerlich darüber, die Zügel in der Hand zu haben. „Sie... ach...“ Sie winkte ab und vergrub sich in ihren Akten. „So hat das keinen Sinn mit Ihnen. Wenn Sie nicht wollen, kann ich auch nicht helfen.“ Meine Rede... Ich setzte mich nun ganz auf und spürte zum ersten Mal warum das Krankenhaus aktuell der richtige Ort für mich war. Ein betäubender Schmerz zog vom Knie bis hoch in die Hüfte und ließ mich keuchend zurück in die Kissen sinken. „Alles okay?“ diesmal war es Miss Robertson die diese Frage stellte. Ich lachte, da hatte sie gut gekontert. „Alles Bestens!“ log ich und sie spielte an ihrem Pieper rum. „Sie haben auch so einen?“ fragte ich ohne eine Antwort zu erwarten. Der Schmerz ließ langsam wieder nach und ich entspannte mich. „Ja, ich hab auch so einen.“ wiederholte sie lächelnd. „Nun, Sie wirken nicht auf mich, als hätten Sie Spaß daran sich Schmerzen zuzufügen. Wieso haben Sie sich aufgerichtet obwohl ihr Bein kaputt ist?“ Ich schluckte. Ertappt! „Ich hatte keine Ahnung...“ antwortete ich unsicher. „Ich weiß nicht mal was mit dem Bein ist.“ - „Oh, ich schon.“ sie lächelte. „Ich weiß auch wie Sie hier her gekommen sind. Aber ich hätte es lieber, wenn Sie sich selbst daran erinnern würden.“ Die Situation wurde zunehmend unangenehmer für mich. „Interessant, dass Sie scheinbar mehr über mich wissen als ich.“ - „Nicht mehr über Sie, aber mehr über die letzten Stunden, bevor sie hier aufgewacht sind.“ korrigierte sie mich sofort. „Nagut, ruhen Sie sich aus. Ich schicke Ihnen jetzt einen Arzt, nicht dass da noch mehr kaputt gegangen ist.“ sie schielte zu meinem Bein. „Bis morgen. Vielleicht schau ich auch heute Abend nochmal kurz rein um Gute Nacht zu sagen.“ scherzte sie und verließ das Zimmer.

      Am Abend kam Miss Robertson tatsächlich noch einmal rein, davon bekam ich allerdings herzlich wenig mit, da ich bereits schlief. Der nächste Tag begann, indem man mich unwirsch aus einem Traum riss. „Mr. Crowley. Gut, da sind Sie ja. Sie haben im Traum gesprochen, erinnern Sie sich daran?“ Ich war vollkommen außer Atem, nass geschwitzt und absolut verwirrt. Miss Roberston saß vor mir, hellwach, mit einer Tasse Kaffee in der linken, ihrem Klemmbrett in der rechten Hand. „Ich, ehm... nein.“ Ich runzelte die Stirn. „Gut beruhigen Sie sich erstmal.“ Sie beobachtete wie sich mein Brustkorb in viel zu schnellem Tempo hob und sank. Ein paar Minuten Ruhe gönnte sie mir, bis sie mich wieder ansprach. „Erinnern Sie sich jetzt?“ Sie wirkte wesentlich professioneller heute. „Ich bin mir nicht sicher.“ gab ich zu und wühlte in meinen Gedanken. Ich war absolut verwirrt. Wie spät war es eigentlich? Ich suchte verzweifelt nach einer Uhr, doch es hing keine in diesem Raum. „Ich weiß, dass ich nach dem Turnier am Mittwoch nach Hause kam und dass am Samstag, an dem ich hier aufgewacht bin, ein weiteres anstand.“ - „Soso... erinnern Sie sich auch an Details vom Samstag?“ Sie sah nur beiläufig zu mir. Sie war so abweisend. Und wie ich mich erinnerte. „Ja...“ Noch bevor Miss Robertson weiter stochern konnte, erzählte ich von mir aus wie diese Details aussahen. „Wir waren im letzten Drittel der Strecke. Mit wir meine ich mein Pferd und mich. Es war komplett verregnet, wir waren beide bis auf die Haut durchnässt. Bei so einem Turnier keine Seltenheit, das waren wir gewohnt. Dennoch... So erfahren wir auch beide waren, bei einem Wasserhindernis, wo wir von einem kleinen Abhang in Gewässer springen mussten, rutschte mein Pferd beim Absprung ab. Ich erinnere mich noch, dass ich mit einem Fuß im Steigbügel hängen geblieben bin... Weiter weiß ich nicht.“ Die Psychologin nickte anerkennend. „Mehr können Sie nicht wissen, weil sie bewusstlos wurden.“ Mein Magen zog sich zusammen. Was war mit Lamperd passiert? „Wissen Sie ob mein Pferd okay ist?“ fragte ich hoffnungsvoll, doch die Frau schüttelte entschuldigend den Kopf. „Aber vielleicht können Ihnen Ihre Verwandten da weiterhelfen, die dürfen Sie ab heute Nachmittag besuchen.“ Freude mischte sich in das mulmige Gefühl.
      „Gut, wir haben denke ich heute eine Menge erreicht, heute Abend sehe ich nochmal vorbei.“

      Am Nachmittag kamen wie versprochen meine Eltern vorbei. Mit Lamperd war soweit alles in Ordnung, sie hatten aber zur Vorsicht einen Tierarzttermin vereinbart. Selbstverständlich fragte ich auch nach den anderen Schützlingen und hörte nun zum ersten Mal etwas von „den“ Fohlen. Dabei habe ich nur eines im Kopf. Außerdem kam das Gespräch auf Catalina, meine Exfreundin. Ich gab es vor meinen Eltern nicht zu, aber ich hatte keine Ahnung von wem sie da sprachen. Nachdem die beiden wieder weg waren kam jemand und brachte mir ein paar Krücken, damit ich aufstehen konnte. Nach ein paar Übungsschritten, war ich recht sicher unterwegs. Krücken kannte ich schon aus früheren Verletzungen. Miss Robertson fing mich abends vor der Türe ab, wo ich gerade rauchte. „Hier stecken Sie!“ Sie sah mich mit einer Mischung aus Erleichterung und Empörung an. Wie schaffte sie das? Ich stieß einen Schwall Rauch aus und steckte die Zigarette aus. „Schon so spät?“ fragte ich, während ich die angelehnte rechte Krücke wieder in die Hand nahm. Miss Robertson nickte. „Wir können ja etwas spazieren gehen, wenns Ihnen nichts ausmacht?“ Sie schielte auf mein kaputtes Bein. „Gerne.“ gab ich zurück und wir schlenderten langsam in Richtung Krankenhauspark. „Und wie geht es ihrem Pferd?“ - „Gut soweit.“ - „Das ist schön.“ Eine lange Pause des Schweigens trat ein. Wie konnte ich am besten ansprechen, dass ich mich nicht an meine Exfreundin erinnerte? Nicht an sie und nicht an alles was mit ihr zusammenhing? „Was bedrückt Sie?“ - „Wie?“ - „Na hören Sie, ich bin Psychologin, ich merke wenn jemand über etwas grübelt.“ Sie lachte leise und bugsierte mich zur nächsten Bank, wo wir uns setzten. „Mhm... Da... Meine Eltern haben heute Nachmittag eine Frau erwähnt, meine Ex-Freundin...“ - „Ja?“ sie wirkte verwirrt. Konnte sie mir noch folgen oder war das jetzt schon zu kompliziert? Einen Moment zögerte ich, dann fuhr ich fort. „Ich erinnere mich nicht an sie... auch nicht an sämtliche Ereignisse die mit ihr in Verbindung stehen. Es ist mir alles fremd. Klingt das irgendwie logisch?“ Nun war es an Miss Robertson zu grübeln. „Es wäre da natürlich gut mehr über Sie und Ihre Freundin zu wissen.“ - „Ex...“ korrigierte ich. „Und für mehr Infos sind Sie bei mir im Moment falsch...“ ich lachte. Das ganze war so verrückt. Wie konnte man denn eine ganze Person einfach vergessen? „Wäre es möglich ihre Ex-Freundin herzubestellen?“ Ich schüttelte den Kopf. „Sie ist vor Kurzem gestorben.“ Ihre Augen weiteten sich, als hätte sie gerade den Einfall ihres Lebens. „Das wäre möglicherweise eine Erklärung.“ - „Ach ja?“ - „Traumatische Erlebnisse werden manchmal verdrängt.“ - „Aber wieso erst nach dem Unfall?“ Ich war verwirrt. „Weil sie sonst daran kaputt gegangen wären... Ich werde morgen mit ihren Eltern sprechen, wenn Ihnen das recht ist?“ Ich nickte. „Gut, dann belassen wir es für heute dabei.“ Wir standen auf und gingen gemeinsam zurück ins Krankenhaus, wo sich unsere Wege schließlich trennten.
      Die nächsten Tage waren für Miss Robertson sehr aufschlussreich. Sie wusste jetzt wo sie anpacken musste. Mein Erinnerung kam dennoch nicht zurück. Sie riet mir nicht in Panik zu geraten, das würde nach und nach kommen, wenn ich wieder nach Hause käme. Erstmal wurde ich in Reha geschickt, wo ich die nächsten vier Wochen verblieb. Erst danach kehrte ich nach Hause.

      „Oh mein Baby!“ meine Mutter schloss mich wie immer, wenn ich lange weg war oder etwas passiert war in ihren Arm. Dieses mal wehrte ich mich nicht dagegen. Zum einen weil sich das auf Krücken schwer gestaltete und zum anderen, weil doch ganz gut tat. „Miss Robertson hat gesagt sie möchte versuchen mindestens jeden zweiten Tag einmal herzukommen, damit du nicht in die Tagesklinik musst. Sie denkt das wäre hilfreicher für dich in deiner gewohnten Umgebung.“ Ich nickte und lächelte. „Ja, das hat sie mit mir abgesprochen. Alles okay.“ Mein Vater schleppte nach der Begrüßung meine Tasche ins Haus. „Willst du was essen?“ Das änderte sich wohl nie. Ich lachte. „Nein, danke. Ich geh in den Stall.“ Ich wollte sehen ob das meinem Kopf auf die Sprünge half. Zu meinem Entsetzen fand ich hier einige Pferde, die mir nichts sagten. „Haben wir Einstaller bekommen?“ Fragte ich Gine verwirrt, da sie gerade mit CHH' Lamperd auf der Stallgasse stand. Sie schüttelte besorgt den Kopf. „Aber erstmal 'Hi'. Schön dich wieder zu sehen.“ Den Striegel noch in der Hand kam sie auf mich zu und umarmte mich kurz. Sie wirkte furchtbar besorgt. „Alles okay?“ fragte ich schließlich, wer weiß was ich noch vergessen hatte. Ich wollte keinesfalls grob wirken, indem ich meine Mitarbeiter ignorierte. Sie schüttelte bedächtlich den Kopf, eine Träne rollte über ihre Wange. „Was ist denn passiert?“ ich lehnte die Krücken an die Boxentüre und öffnete die Arme um sie zu halten. Kaum hatte sich sie eingeschlossen fing sie an zu schlurchzen. „Hey...“ Behutsam strich ich über ihren Hinterkopf. Dann löste sie sich aus der Umarmung und sah mir mit feuchten Augen an. „Du erinnerst dich wirklich an Nichts?“ fragte sie. „Nun, 'Nichts' ist ein hartes Wort. Ich kenne Lamperd da hinten, ich kenne dich... Slap Happy und Samson sind mir auch ein Begriff und von Slap Happy's Fohlen weiß ich auch noch.“ - „Welches?“ - „Na den braunen Hengst.“ Verdutzt starrte sie mich an. „Moment, du erinnerst dich an Raving Hope Slayer, aber nicht an Bearing Spots und Accomplishment? Wie geht das, die beiden waren vor dem Hengst da.“ Was fragte sie mich das... „An wen erinnerst du dich noch?“ Sie zog mich ein Stück durch die Stallgasse. „Was ist mit dem hier?“ Ihr Blick fiel auf einen braun gescheckten Araber. „Keine Ahnung.“ - „Das ist Majd. Du hast ihn von Catalina bekommen. Genauso wie Eismärchen, Arcany und Pendragon. Arcany ist übrigens die Mutter von Accomplishment.“ - „Mhm...“ Ich hatte längst den Faden verloren. „Den nächsten kenn ich. Das ist PFS' Heart of Ocean.“ Zufrieden grinste ich, während Gine lachte. „Und ich hatte noch zwei Stuten dazu. Iceflower und Princess Sansa.“ Sie nickte anerkennend. „Die beiden sind übrigens bald bereit für ihre Zuchtzulassung, du kannst dir schon mal was überlegen für die jeweilige Kür.“ Sie warf das so nebensächlich rein. Das war doch großartig! Und es würde mich die nächsten Tage etwas ablenken von meinen eigentlichen Problemen. „RAY!“ Hätte mein kaputtes Bein mich schon richtig getragen, hätte ich mich aus Gine's Unterstützung gerissen und wäre zur Box meines zweiten Vollbluthengstes gelaufen. „Ah, den kennst du auch noch, eh?“ Sie grinste und rieb sich mit einer Hand über die noch immer etwas feuchten Augen. „Bear Totem's Denali ha-“ - „Denali kenn ich noch.“ - „Ja, sie ist die Mutter von Bearing Spots. Das zweite fohlen an das du dich nicht erinnerst.“ Wieder brummte ich. „Wo stehen die Stuten?“ - „Sie sind draußen. Komm.“ Gemeinsam schlenderten wir zu den Weiden, wo ich auch Missy und Moulan wieder erkannte, wenn auch nur nach reichlich Überlegungszeit. „Zwei sehr expressionistische Scheckungen.“ fiel mir auf. „Ja, die helle ist Bearing Spots und die Braune ist PFS' Savory Blossom. Sie sind Halbgeschwister.“ Das erklärte die Ähnlichkeit. „Hast du Hunger?“ fragte ich Gine schließlich. Als sie nickte gingen wir ins Haus, sammelten auf der Stallgasse meine Krücken ein und aßen etwas. Meine Mutter freute sich, dass ich mich doch entschlossen hatte noch etwas zu essen, obwohl ich voll war. Es hätte sie gekränkt, wenn ich ohne ihr Essen schlafen gegangen wäre. Die nächste Zeit würde es viel zu regeln geben. Erst am nächsten Morgen begriff ich wie hart es für mich war so viele für mich fremde Pferde im Stall stehen zu haben. Einige davon gehörten noch Catalina und mussten verkauft werden.


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      13. Juni 2016 | 3022 Zeichen von Jackie
      Behandlung Ballentritt | Tierarztbericht

      "Okay ist mir Recht, wäre es möglich das ganze sofort zu behandeln ?", Hunter schielte zum Huf seiner Stute hinüber. "Aber natürlich, ist auch besser so - ein Hufballentritt kann schmerzhaft sein. In diesem Fall haben wir Glück, die Wunde ist nicht so tief, dass man sie nähen müsste. Hunter kannst du Arcany in den Behandlungsraum führen ?" Ty hob seine Tasche an und ging vor. "Cassandra du kannst mir gleich mal die Sachen anreichen", die Studentin nickte. Ty griff nach einem paar Gummihandschuhe und zog sich diese über. "Cassandra, kannst du mir mal bitte einen Lappen und einen Eimer Wasser bringen ?", schnell machte sie sich auf den Weg und reichte ihn die gewünschten Utensilien rüber. "Dankeschön. Hunter, bitte halt Arcany gut fest. Sie darf sich jetzt nicht zu sehr bewegen", Hunter nickte und hielt den Strick etwas strammer. Gleichzeitig streichelte er den Kopf der verletzten Stute und redete beruhigend auf sie ein. Dann nahm Ty den Lappen, tunkte ihn in das Wasser und rieb ihn vorsichtig über die Wunde. Arcany zuckte schlagartig zusammen, bewegte sich jedoch nicht. "Gutes Mädchen!", lobte Hunter sie währenddessen. Ty wringte den Lappen noch einmal aus, nachdem er ihn gesäubert hatte. Erneut rieb er über die offene Wunde. "Ich denke das sollte genügen. Cassandra ? Ein Kühlpack, Betaisodona und einen Verband bitte...", er wartete darauf ihr die Gegenstände abnehmen zu können. Als es dann soweit war, legte er das Kühlpack an den Ballen des Pferdes. "Das sollte die Schmerzen vorerst lindern" er klopfte den Hals der Stute und schnappte kurz nach Luft. "Ok weiter geht's", murmelnd und hochkonzentriert bückte er sich wieder zum rechten Vorderhuf. Dann nahm er die Salbe und drückte eine gute Menge auf die offene Wunde am Ballen. Zu guter letzt, nahm er den Verband und wickelte ihn um den Huf. Ehe der Verband aufgebraucht war, umwickelte er auch das Kühlpack, welches mehrere Schichten über den Verband gelegt wurde. "So", erleichtert stand er auf und dehnte seinen Rücken. "Ich brauche noch Hufglocken", sagte er schließlich und suchte diese im Behandlungsraum. "Die dienen nur zum Schutz, so kann sie nicht erneut gegen die Wunde stoßen", Ty räusperte sich und brachte die Stute samt Fohlen in eine stationäre, bereits desinfizierte Box. "Eigentlich ist es nichts schwerwiegendes, aber wie ich glaube, bist du etwas länger in Kanada oder ?", Hunter bestätigte seine Aussage. "Es wäre am besten, wenn wir uns die nächsten drei Tage um Arcany und natürlich ihrem Fohlen kümmern. Sie darf jetzt sowieso nirgendwo großartig hin, die Wunde darf nicht dreckig werden und die Kruste die sich bildet muss später weich bleiben. Das sollte eigentlich relativ schnell gehen. Am besten ruf ich dich die Tage an." Ty lächelte zufrieden und schüttelte Hunters Hand. "Alles klar Ty! Hört sich gut an! Hier hast du meine Nummer", Hunter kramte eine Visitenkarte aus seinem Portemonnaie und die Joellen gleich dazu, dann überreichte er sie Ty. "Dankeschön!" Die Beiden Männer verabschiedeten sich schließlich.

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      26. August 2016 | 6436 Zeichen von Jackie
      Stuten und Fohlenuntersuchung

      Währenddessen am Flughafen in England...
      Scott erhielt wenige Tage vorher einen Anruf von Hunter Crowley. Ein Großauftrag wie man so schön sagt. Da eine Nachuntersuchung bei Arcany eh noch nötig wäre, beschloss Scott nach England zu fliegen um Hunters Pferde auf mögliche Beschwerden zu untersuchen. Scott verließ den ETA Travel Airport um sich ein Taxi nach Lincolnshire zum BearBrook EC zu holen. Das pendeln verließ diesmal recht flüssig. Schließlich bog das Taxi eine schmale Straße, zwischen zwei großen Feldern ab um den Tierarzt auf den Parkplatz aussteigen zu lassen. Scott bedankte sich und bezahlte das Taxi ehe er sich gegenüber zum Haupthaus begab. Er klingelte, doch es war wohl niemand zu Hause. Grübelnd schlenderte er über den Hof und hielt dabei Ausschau nach Hunter. Im Stall wurde er schließlich fündig. "Hunter!", begrüßte er den kantigen Stallbesitzer. Dieser sortierte gerade das Zubehör, welches willkürlich in einer Ecke geschmissen wurde. "Was ist denn hier passiert ?", fragte Scott stirnrunzelnd, als er das Chaos sah. "Irgendein Idiot hat das gesamte Zubehör rausgeräumt. Schau dir das mal an! War bestimmt Ruby oder einer ihrer Freunde", genervt entwirrte er die Zügel aus der Trense um sie nacheinander zurück am eigentlichen Platz zu hängen. "Tut mir Leid wenn ich gerade ungünstig komme. Aber ich wollte mir deine Pferde ansehen, wir können mit Arcany anfangen", der Tierarzt nach seine Tasche und folgte dem Gestütsbesitzer über den Innenhof.


      "Hier ist die gute", Scott näherte sich dem Reitpony, ließ sich beschnuppern und betrat schließlich die Box. Er bückte sich um den verheilten Hufballentritt am rechten Vorderbein zu kontrollieren. Vorsichtig tastete er die verheilte Stelle ab, Arcany jedoch schien sich nicht daran zu stören. Gelassen blieb sie stehen und fraß dabei etwas Heu. Scotts Kopf wurde schon etwas vollgerieselt. Er richtete sich auf und wandte sich dem jungen Mann zu. "Super, alles verheilt. Dann wollen wir uns mal zu den richtigen Patienten begeben"

      Zuerst führte Hunter ihn zu Bear Totem's Denali und Bearing Spots. Das kleine Vollblutfohlen trabte ausgeglichen neben ihrer Mutter her. "Ich bring dir die Mutterstute rüber, warte noch kurz", Hunter betrat die großflächige Weide und näherte sich der Vollblutstute, um ihr das Halfter überzuziehen. Im Gegenteil zum Fohlen, war die Stute ruhig und entspannt. Sie lies sich problemlos zum Innenhof führen, während Bearing Spots sich weigerte die Weide zu verlassen. Als Druckmittel, nämlich mit ihrer Mutter (Wie furchtbar es auch klingen mag), schaffte Hunter das Fohlen von der Weide zu bekommen. "Gleich wenn ich es mir ansehen will, musst du es aber kurz am Halfter fest halten oder es am Strick machen.", sagte Scott schnell. Hunter führte beide Tiere über den Hof. "Die Stute ist in Ordnung, da kann ich keine Anzeichen auf Lahmheit sehen, aber das Fohlen geht heute nicht gut. Vielleicht wollte es deshalb nicht von der Wiese ? Der Boden auf der Wiese ist ja weich, aber nun steht es auf harten Stein, ich kann mir vorstellen Bearing Spots hat Schmerzen. Aber ich fahre erst mal fort, vielleicht hatte es sich nur vertreten, kann sein dass es gleich wieder normal läuft. "Die Figur der Stute ist gut, das Fohlen sieht etwas dünn aus. Du kannst jetzt stehen bleiben" Er näherte sich dem Fohlen, um es zuerst auf mögliche Verletzungen zu untersuchen. Dabei tastete er den Körper ab und strich mit seinen rauen Händen über die dünnen, schlaksigen Beinchen. Er hob die Hufe nacheinander an, um eine mögliche Verletzung ausschließen zu können. "Hat sich wohl nur vertreten. Ich finde nichts", Scott lächelte erleichtert und leuchtete mit einer kleinen Lampe in die Nüstern, dem Maul und kurz in die Augen. "Die Nüstern sehen nicht so gut aus. Sie hier hat Nasenausfluss. Ich schätze es könnten Würmer sein, das würde die Figur erklären. Ich gebe ihm sicherheitshalber eine Wurmkur, genau sagen – ob es Würmer sind, kann ich aber nicht. Dafür müsste ich eine Stuhlprobe machen. Ich nehme aber an, es sind kleine Stongyliden. Das sind kleine Zwergbandwürmer, die gerade junge Fohlen duch das aufnehmen von Gras oder der Muttermilch bekommen können. Wie gesagt, wenn du ganz sicher gehen willst, mach eine weitere Untersuchung mit Behandlung. Du kannst aber auch abwarten wie es sich entwickelt. Ich werde eh einige Tage bleiben." Dann sah sich Scott die Mutterstute an. Er tastete ihr Fell ab, führte eine Beugeprobe an jedem Bein durch und näherte sich schließlich dem edlen Kopf der Stute. Mit schnellen griffen, leuchtete Scott in Denali's Maul, Nüstern sowie in den Augen. "Reflexe stimmen, kein Ausfluss, alles gut. Zur Sicherheit gebe ich deiner Stute aber auch eine Wurmkur.", er griff nach der Tube aus seiner Tasche, um sie sowohl den Fohlen als auch der Stute zu verabreichen. Anschließend hörte er den Puls mit dem Stethoskop ab und misste die Temperatur vom Pferd. "Die Stute ist gesund und munter. Du kannst die Beiden wieder auf die Weide lassen und mir meine nächsten Patienten zeigen."

      Hunter holte die nächste Stute von der Weide. Raving Hope Slayer war wesentlich entspannter. Das Vollblutfohlen trabte gelassen von der Weide, der Mutter hinterher und ließ sich innerhalb wenigen Sekunden führen. Hunter führte die Beiden mehrmals im Kreis, damit sich Scott ein Bild machen konnte. "Alles gut, keine Anzeichen vom Lahmheit. Fütterungsstand sieht auch in Ordnung aus, dann kann ich jetzt Slap Happys Körper abtasten. Scott strich über das seidig glänzende Fell, bis hin zu den Beinen um erneut eine Beugeprobe durchzuführen. Auch hier schien alles in Ordnung. Er richtete sich auf und öffnete das Maul der Stute. Nachdem er auch hier nichts finden konnte, kontrollierte er Nüstern und Augen. "Alles Top!", sagte er knapp und griff nach seinem Stethoskop. Die Herzfrequenz schien normal zu sein und Scott misste schließlich die Temperatur. "37.6° ist noch im normalen Bereich.", Hunter schien erleichtert über die positive Nachricht. Nun musste auch Raving Hope Slayer durch diese Kontrolle. Scott taste den Körper des Fohlens ab, beugte die Beine und begutachtete die Hufe. Als er auch hier nichts finden konnte, leuchtete er ins Maul, die Nüstern und die Augen. Zu guter letzt misste er Puls und Temperatur. "Dein Fohlen ist gesund. Ich konnte nichts finden", er lächelte freundlich. Nachdem Hunter die Beiden Pferde zurück auf die Wiese gebracht hatte, setzten die Beiden sich auf einen Tee ins Haupthaus.


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      06. September 2016 | 15.822 Zeichen von sadasha
      Exhausting

      Bei vier Fohlen und zwei Neuzugängen, die eingewöhnt und in den Alltag integriert werden müssen bleibt nicht viel Zeit um über anderes nachzudenken. Die Therapie steckt aktuell auch fest. Ich mein, es geht mir gut... aber Erinnerungen kamen bisher nur wenige zurück. Mit den Pferden bin ich wieder vertraut wie eh und je. Meinem Bein geht es ebenfalls wieder gut. Meine Eltern halten wieder Ausschau nach Pferdetrainern und geben mir immer kurz vorher Bescheid, wenn einer kommt. Zuletzt kam spontan jemand um den Reitponyhengst PFS' Heart of Ocean im Fahren zu trainieren. Er macht es einem nicht leicht, aber er wurde so vorsichtig herangeführt, wie es eben möglich war. Seit gestern ist Ocean offiziell eine Leistungsklasse aufgestiegen. An Iceflower und Princess Sansa kommt er damit zwar nicht heran, aber Eismärchen würde bald ebenfalls auf das A Niveau gebracht werden und dann könnte man daraus ein Gespann bilden. Mal sehen ob das klappt. Noch liefen sich die beiden Tigerschecken nur äußerst selten über den Weg. Die gekrönten Reitponystuten jedenfalls hatte ich meiner Kollegin in Deutschland vermacht. Iceflower und Princess Sansa würden es bei Joicy gut haben.

      Die Fohlen Raving Hope Slayer, Bearing Spots und PFS' Savory Blossom entwickelten sich gut. Herausragend waren sie alle auf ihre eigene Art. Bear Totem's Denali, Arcany und Slap Happy waren wieder vollwertig einsetzbar im Reitsport. Isaac und Gine hatten reichlich zu tun. Ich natürlich auch. Wobei sich meine Arbeit eher bei den Hengsten abspielte, so gerne ich auch mehr Zeit für Scheppi hätte, im Moment war es nicht drin sich ausführlich um meine erste Stute zu kümmern. Nun hatten wir auch noch Scarlet in Birth da, an der Isaac einen Narren gefressen hatte. Moulan war wieder so fit, dass sie auch recht gute Zeiten einlief auf der neuen Rennbahn. Chuckling Dancing Mess brachte gute Leistungen wie immer. Jeder mag Missy. Vielleicht würde sie bald den Besitzer wechseln.

      Mr. Raw Depression, CHH' Lamperd und Pendragon standen gut im Training, da sie für die Decksaison natürlich gut aussehen sollten. Besonders beschäftigte mich bei den Hengsten Majd, den ich vermehrt auf Turnieren vorstellte. Der Araber sammelte so fleißig Punkte, dass er wohl bald für die Hengstleistungsprüfung bereit war. Zu Come Back Cupcake und Samson gesellten sich nun auch zwei Jungpferde: Mephisto und Vikar. Die beiden Gypsy Cobs legten den Grundstein für eine neue Zuchtrasse auf dem Gestüt. Beide Junghengste waren sehr vielversprechend. In erster Linie durften sie aber Kind sein und wuchsen bei den Freizeitpferden auf, weil die Weide für Jungpferde noch im Aufbau war. Eigentlich fing gerade die Phase der Zucht an, in der die Pferde zu 90% zuchtfertig waren, die Ställe gut bestellt, das Personal glücklich und die Kunden ebenfalls. Eigentlich. Uneigentlich fing das Chaos jetzt erst so richtig an. An allen Ecken wurde gebaut. Die Youngsters sollten nicht nur eine eigene Weide, sondern auch einen großzügigen Offenstall bekommen. Nächstes Jahr kamen schon die nächsten Fohlen und dann würde es eng werden, sollten die Ein-, Zweijährigen keinen Platz machen können.

      Das alles heruntergerattert aufzuschreiben zeigt einmal mehr wie hektisch die Tage sind. Die Veränderung klopft von allen Seiten an und verlangt nach Einzug. So schnell konnte ich garnicht laufen um allen gerecht zu werden. Bei weitem nicht. Aber ich tat mein bestes. Heute Stand die Vorbereitung für neue Fohlen an. Sieben Fohlen sollten nächstes Jahr hier zur Welt kommen, wenn alles gut ging. Sieben. Alle außer eines von fremden Stuten, sodass ich zum Teil fremde Stuten auf dem Hof hatte und zum Teil sechs Monate, bis zum Absetzen, immer zwischen dem Hof auf dem die Stute stand und dem Bear Brook EC pendeln musste. Was für ein Spaß. Bei dem Gedanken lief es mir eiskalt den Rücken runter.

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      Haare raufend saß ich am Schreibtisch. Draußen war es bereits dunkel und man hörte nur hie und da ein Wiehern oder Schnauben der Pferde, die nachtaktiv waren. Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass es bereits 11pm war. Egal. Ein weiterer Schluck Kaffee würde mir wieder etwas Energie einhauchen. „Dein wievielter Kaffee ist das heute?“ Die sanfte Stimme Isaacs klang dumpf in meinen Ohren. Ganz so, als hätte ich es nur geträumt. Schließlich war ich alleine hier und alle anderen schliefen bereits tief und fest. Erst als er mir eine Hand in den Nacken legte schrak ich hoch. Das war definitiv eine bessere Methode um wieder wach zu werden, als abermals einen Schluck kalten Kaffees zu nehmen. Verwirrt drehte ich mich um und sah in ein fragendes, aber immer noch freundliches Gesicht. „Keine Ahnung.“ gab ich mit angeknackster Stimme zur Antwort. „Ich zähle nicht mehr mit.“ - „Du solltest schlafen, was machst du da?“ Neugierig wie er war beugte er sich über mich um zu sehen was ich gerade auf dem Bildschirm hatte. „Die Baufirma, hm?“ Die Stirn in tiefe Falten gelegt las er sich die Mail durch, die ich geöffnet hatte. Nickend klappte ich den Laptop zu. „Gibt es Probleme?“ fragte Isaac besorgt, dessen Hand noch immer auf meiner Schulter ruhte. Mit einer sehr langsamen Bewegung hob ich mich aus dem Stuhl und streckte mich in einem Zug. Ein paar der Rückenwirbel knackten vorwurfsvoll. „Hunter?“ Isaac sah mich noch immer fragend an. „Bitte?“ fragte ich, da ich schon wieder vergessen hatte was er wollte. „Schon gut.“ Jetzt grinste er wieder. „Sagmal willst du heute nicht nach Hause?“ Nun war es an mir ihn verwirrt anzusehen. Es war spät und er noch auf dem Hof. Sein Heimweg daurte rund eine Stunde. Das lohnt sich schon fast nicht mehr für ihn überhaupt loszufahren, falls er noch Schlaf haben wollte. Dann bemerkte ich dass er sowieso den Kopf schüttelte. Gut... war das geplant? „Findest du dein Zimmer oder soll ich dir eine Wegbeschreibung geben? Du siehst aus als würdest du nichtmal den Weg zur Tür finden.“ Belustigt deutete er auf die Tür hinter sich. Ich schnaubte verächtlich. „Danke ich komme zurecht.“ Kam ich nicht. Aber das würde ich niemals zugeben. „Gute Nacht, Isaac.“ beendete ich das merkwürdige Gespräch, klemmte mir den Laptop unter den Arm und schlenderte aus dem Wohnraum um ins Bett zu gehen. Die dumpfen Schritte von Isaac verrieten mir dass er auch schlafen ging. Allerdings führte ihn sein Weg in eines der Gästezimmer. Warum schlief er noch gleich hier, diese Nacht?

      Am nächsten Morgen wurde ich unsanft aus dem Schlaf gerissen, als meine Mutter ins Zimmer platzte. „Deine Therapeutin ist da!“ Stöhnend zog ich mir das Kissen über den Kopf. „Wie spät?“ fragte ich, bekam jedoch keine Antwort mehr. Nach ein paar Sekunden Halbschlaf richtete ich mich auf und sah aus dem Fenster. Regen... Großartig. Kein Wunder, dass ich nicht wach werde. „Es ist 9am, Hunter.“ Das war nicht meine Mutter. Hektisch sprang ich auf, wandte mich um und riss dabei mein Smartphone vom Nachttisch. Kerry Robertson lachte und sprach sanft weiter. „Guten Morgen!“ Perplex starrte ich sie an. Mittlerweile hatte sie sich an den Rand meines Bettes gesetzt. Was zur Hölle?! „Setz dich, wir müssen reden.“ - „Darf ich mich vielleicht erstmal fertig machen und einen Kaffee holen?“ fragte ich ein wenig schroffer als gewollt. Sie wandte sich um und sah mich herrisch an. „Nein. Setzen!“ Stumm platzierte ich mich neben ihr und starrte auf den Boden vor uns. „So... Man sagte mir du schläfst kaum und arbeitest dich stattdessen lieber kaputt?“ Finster sah ich auf. „Ist das etwas Neues?“ In ihrem Blick erkannte ich, dass sie mir am liebsten irgendwas über den Kopf gezogen hätte für diesen Spruch... einen schweren Atlas oder einen Ziegelstein vielleicht? „Hunter, ich hab die Macht dich in eine Anstalt zu versetzen. Verscherz es dir nicht mit mir.“ Mit vollster Genugtuung sah sie wie ich mich etwas aufrappelte und sie aufmerksam ansah. „Gut so.“ - „Mach dich fertig, wir sehen uns im Stall.“ Ohne eine Antwort abzuwarten stand sie auf und verschwand. Was war das denn für eine Aktion? Was ist los mit den Menschen?

      Eine kalte Dusche und ein Kaffee weckten die letzten müden Glieder in mir und gut eine halbe Stunde nach Kerrys Auftauchen stand ich auf der Stallgasse. Die Pferde waren schon gefüttert und im hinteren Teil des Stalls stand Kerry zusammen mit Gine. Die beiden hatten Pendragon und Ocean geputzt und gesattelt. Die Hengste vertrugen sich und standen mehr oder weniger ruhig da, während Majd in seiner Box am Rad drehte. Neugierig trat ich an die beiden Frauen heran. „Hey Hunni, ich mach heute die Jungpferde, Isaac ist mit den Stuten beschäftigt und dein Vater hat Lamperd schon zur Rennbahn gebracht und longiert gerade Ray ab.“ erklärte sie mir in einer unmenschlichen Geschwindigkeit. „Und warum stehen die beiden hier gesattelt rum?“ fragte ich als ich alles verarbeitet hatte. „Weil wir jetzt einen Ausritt machen.“ antwortete Kerry. Ich lachte kurz, bis ich erkannte dass sie das ernst meinte. „Ich dachte du reitest nicht?“ fragte ich verwirrt. Sie lächelte und stieg auf Pendragon. „Einen gemütlichen Ausritt kriege ich gerade so noch hin. Los, Aufsitzen!“ Seufzend stieg ich in den Sattel. Gine hatte sogar die Steigbügel schon auf meine Länge eingestellt. „Wohin solls gehen?“ fragte ich während wir auf den Innenhof ritten. Kerry zuckte mit den Schultern. „Irgendwo hin wo es schön und ruhig ist.“ - Wald... dachte ich. Aber auf freiem Feld würde ich mich wohler fühlen, also ritt ich über die große Einfahrt vom Hof und überquerte mit Kerry die Straße. Rechts lag nun ein Rapsfeld und links eine Wiese, die erst gegen Jahresende bestellt werden würde. Es regnete übrigens noch immer, aber so schwach, dass sich das Wasser nur schleichend durch die drei Lagen Stoff grub. Einige Minuten ritten wir schweigend hinterinander her. Irgendwann trabte Kerry Pendragon an und holte auf um mit mir sprechen zu können. „Kann man irgendwo Rast machen?“ fragte sie nur. Misstrauisch sah ich sie an. „Der See ist etwa zehn Minuten entfernt.“ Zufrieden grinste sie mich an. Bis zum See sagte niemand ein Wort. Erst als wir ankamen und Kerry abstieg ergriff ich das Wort. „Was hast du vor?“ mir war mulmig. Beim See war ich schon sehr lange nicht mehr, irgendwas hielt mich fern von hier. Das hatte sich nicht geändert. Alles in mir schrie danach wieder zu gehen. „Ich möchte nur mit dir reden, komm schon.“ aufmunternd sah sie mich an. „Steig schon ab.“ Während sie Pendragon abstellte, stieg ich ab. Ocean stellte ich gleich neben den Braunen. „Komm her und setz dich.“ Kann die auch was anderes sagen? Wortlos setzte ich mich neben sie und starrte mit ihr auf die glitzernde Wasseroberfläche des Sees. „Schön oder?“ fragte sie immer noch glücklich. „Wieso bist du so angespannt? Was erwartest du?“ Sie hatte meinen Blick bemerkt und sich nun etwas mehr an mich gewandt. „Keine Ahnung.“ murmelte ich ohne aufzusehen. „Kannst du schwimmen?“ Mit dieser Frage hatte sie etwas in mir zerbrochen. Ich konnte nichtmal sagen was es war. Was ich wusste war, dass mir jetzt tausende Gedanken durch den Kopf schossen. Alle drehten sich um den See und um die Erinnerung an einen Tag... Erst als Kerry mich erneut ansprach konnte ich klarer denken. „Komm ins Wasser. Das wird dir gut tun.“ Ungläubig sah ich sie an. Sie war mitsamt Kleider einfach in den See gegangen und ein bisschen rausgeschwommen. Das nannte sie Therapie? „Was für eine Methode ist das?“ fragte ich immer noch abgeneigt. Was auch immer sie versuchte, es klappte nicht. „Konfrontationstherapie, Hunter. Komm her, dann erkläre ich es dir.“ sagte sie ruhig und damit so leise, dass ich es fast nicht verstand. Ein hilfesuchender Blick zu den Pferden verriet mir, dass es wohl kaum einen Weg gab der mich am eiskalten Nass vorbeiführte. Langsam tastete ich mich ans Wasser heran bis ich mich schließlich ans Ufer setze. „So jetzt bin ich nass, reicht das?“ - „Nein.“ Ich seufzte schwer und schwamm zu ihr. Wieder schossen Erinnerungen an mir vorbei. Sie waren sehr wage, aber ich wusste jetzt dass ich mit Catalina hier war. Das war damals unser erstes 'Date'. „Können wir wieder an Land? Das Wasser ist eiskalt.“ - „Man gewöhnt sich aber daran.“ warf Kerry ein und grinste mich an. „Willst du dann reden?“ Ich nickte stumm und schwamm zurück. Angestrengt versuchte ich meine Gedanken zu sortieren bis Kerry ebenfalls an Land kam und sich mir gegenüber setzte. „Also?“ fragte sie und suchte meinen Blick. Ich nahm einen tiefen Atemzug bevor ich anfing ihr von dem Tag mit Catalina zu erzählen. Je mehr ich darüber sprach, desto mehr Details fielen mir ein. Am Ende des Tages hatte ich ein klares Bild meiner toten Freundin im Kopf. Sie hatte lange dunkle Haare, dunkler als Kerry und länger. Sie hatte dunkle, fast schon schwarze Augen. Wenn sie sauer war konnten sie sehr bedrohlich wirken. Sie war ein ganzes Stück kleiner als Kerry. Halt. Was mache ich da? Ich kann doch meine tote Freundin nicht mit meiner Therapeutin vergleichen! Erschrocken und verwirrt über diese Gedanken wich ich Kerrys Blicken aus. „Das war gut, Hunter.“ klang die viel zu ruhige Stimme in meinem Ohr. Catalina war da anders... Aber da durfte ich nicht dran denken.

      Wir beide froren wie bekloppt. Wir konnten von Glück reden, dass es aufgehört hat zu regnen und wir wenigstens ein bisschen in der Sonne trocknen konnten bevor wir wieder zum Stall ritten. Ocean und Pendragon freuten sich als wir wieder aufbrachen. Zwei Stunden gesattelt am See zu stehen war sicherlich keine angenehme Beschäftigung für die Hengste. Den Rückweg über sagte wieder niemand ein Wort. Erst als wir die Pferde abgesattelt und in die Boxen gebracht hatten nahm Kerry wieder das Gespräch auf. „Ich glaube, Hunter... Dass die Therapie bald beendet werden kann.“ sagte sie mit einem Gesichtsausdruck der sich nicht entscheiden konnte ob er glücklich oder traurig war. Was war das für ein seltsames Lächeln? „Glaubst du...“ gab ich brummend zurück, während ich Pendragons Halfter an seine Box hängte. Sie nickte stumm. Ungewöhnlich. Wieso sprach sie nicht, hat es ihr die Sprache verschlagen? Als ich mich umdrehte wich sie meinem Blick aus. „Was ist los?“ fragte ich stirnrunzelnd. „Nichts.“ der Unterton der ihrer Stimme mitschwang verhieß nichts Gutes. Ich machte mir nichts daraus und zuckte mit den Schultern. „Nun, hast du Hunger? Ich kann was kochen.“ Wenn man das so nennen konnte. Ich war ein grausamer Koch. Meine Mutter hatte heute keine Zeit dafür und wir waren eher von unserem Ausflug zurück als ich erwartet hatte. Noch immer schwirrten mir die Bilder von Catalina durch den Kopf, aber es ging mir ganz gut damit. Vermutlich würde ich erst heute Abend Gelegenheit bekommen das alles zu sortieren um schlussendlich daran zu verrecken. Seis drum. Kerry lehnte ein Essen ab und fuhr stattdessen wieder ab. Die Therapietage waren immer merkwürdig, aber so schlimm wie heute war noch keiner. Irgendwas stimmte nicht.

      Am nächsten Morgen stand ich freiwillig schon um 4am auf. Ich konnte so oder so nicht schlafen, wenn ich alle halbe Stunde auf die Uhr sah. Wie erwartet hatten mir die Gedanken den Schlaf geraubt. Mit Catalina hatte ich nun abgeschlossen. Mir ist einiges wieder klar geworden und es war eine riesige Last die mir da von den Schultern fiel. Dadurch dass Catalina nun auch schon eine Weile tot war und ich sie so lange verdrängt hatte konnte ich nichtmal traurig sein, dass das was war jetzt nicht mehr ist. Es war wie ein Buch, dass ich nun zuklappen konnte. Viel mehr Kopfzerbrechen bereitete mir Kerry, die sich so seltsam verhalten hatte, dass ich sie am liebsten angerufen hätte. Vermutlich hätte das aber den falschen Eindruck gemacht. Sie war nur meine Therapeutin, keine Freundin. Die Distanz hatte sie bisher immer gewahrt und ich würde sie nicht durchbrechen. Dankbar war ich ihr trotzdem. Der Alltag ließ sich nun trotz der Schlafstörungen einigermaßen gut meistern und laugte mich nicht mehr allzu sehr aus.


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      13. Oktober 2016 | von sadasha
      Pflegebericht für drei Neuankömmlinge | Blütenzauber | Emrys | CHH' Classic Spring

      Die Zeit vergeht einfach viel zu schnell. Das wurde mir immer dann klar, wenn ich meine Nachzuchten betrachtete. Gerade eben war Emrys, die diesjährige Reitpony Nachzucht auf die Welt gekommen und heute konnte er das Fohlen ABC schon fast aus dem Effeff. Stolz spazierte ich mit dem Junghengst an Strick und Halfter über den Hof und begrüßte alle, die uns entgegen kamen. Emrys machte freudig mit, wurde aber je länger wir draußen waren immer müder. Als ihm schon fast die Augen zufielen, brachte ich ihn zurück zu seiner Mutter Arcany. Ebenfalls jung und unerwähnt in bisherigen Berichten ist unser Neuzugang bei den Vollblutfohlen: CHH' Classic Spring. Diese Stute ist meine persönliche Wundertüte. Sie barg mehr genetische Vielfalt, als man ihr im ersten Augenblick zusprechen mochte. Zusammen mit den anderen jungen Vollblütern durfte sie heute unbeschwert über die Wiese tollen. Mit dem Fohlen ABC hatten wir bei ihr gerade erst angefangen, Gine kümmerte sich an drei Tagen in der Woche darum, dass Classic Spring gefördert wurde. Ebenfalls neu bei den Englischen Vollblütern war Blütenzauber. Eine erfahrene Mutterstute aus den Pineforest Stables von Occulta Smith. Sie auf dem Hof zu haben ist mir eine wahre Ehre, immerhin habe ich auch schon eine Tochter aus ihr hier. Blütenzauber machte hier erstmal eine Umstellung mit. Und zwar die vom Zucht- und Rennpferd zum Reitpferd. Sie hatte bereits Erfahrungen in Dressur in Springen, aber in letzter Zeit hatte sie noch ein Fohlen bei Fuß und musste so oder so wieder rein kommen. Wir begannen also schonend damit sie im Intervall zu trainieren. Erst in einfacher Dressur und mit Ausritten und später dann mit Springtraining und vielleicht dem ein oder anderen Turnier. Sie fremdelte noch etwas mit der neuen Umgebung, auch heute gab es deshalb nur eine kurze Runde auf dem Platz und einer anschließenden Erkundungstour über das gesamte Gelände. Wenigstens mit den anderen Stuten auf der Weide kam sie mittlerweile gut zurecht. Hier und da mal Gezicke war nichts Neues und das würde sich nie ändern, aber sie stand nun nicht mehr außerhalb und lief gut mit den anderen mit. Alle Pferde versorgt ließ ich mich am Abend müde aufs Sofa fallen und plante die Arbeit für die nächsten Tage.

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      25. Januar 2017 | 7428 Zeichen von sadasha
      Pflege für Samson, Come Back Cupcake, Emrys, Majd, Pendragon, PFS' Heart of Ocean, Arcany, Eismärchen

      Gine | „Hunter!“ Es war absolut unnötig, aber trotzdem musste ich ihn umarmen, wie er da aus dem Wagen stieg und seine neuen Klamotten nach gerade mal vier Tagen aussahen als seien sie hundert Jahre alt. „War es schön?“ fragte ich grinsend, als ich ihn losließ. Er sah erholt aus, war es doch eine gute Entscheidung ihn mal weg zu schicken. Er murmelte irgendwas vor sich hin, während er zum Kofferraum schlenderte und seinen Kram auspackte. Ich nickte zustimmend und wandte mich stattdessen an Kerry, die ebenfalls wieder da war. „Er hat sich gut geschlagen.“ meinte sie schmunzelnd und sah Hunter hierher, der voll bepackt zum Haus schlenderte. „Ja sicher?“ fragte ich ein wenig beunruhigt. „Er ist zwar immer ruhig, aber gerade ist ja schon fast ignorant!“ - „Ach lass ihn...“ Kerry lachte und nahm die übrigen zwei Taschen aus dem Wagen, ließ den Kofferraum zufallen und nahm mich mit ins Haus. „Wir haben ein paar Sachen mitgebracht.“ erzählte sie mir auf dem Weg. „Mach dir keinen Kopf um Hunter, er hatte in den letzten Tagen etwas mehr Aufmerksamkeit als ihm lieb war.“ Kerry schubste mich zur Seite und rüttelte mich damit aus meinen Gedanken. „Ja, ok.“ meinte ich nur und ging durch zur Küche um etwas zu Trinken zu holen, bevor ich ebenfalls in den Wohnraum kam, wo Kerry und Hunter schon ihren Krempel auspackten. Hunter lächelte, na immerhin! „Ich hab hier Kaffee und Wasser hingestellt. Ich schau jetzt eben nach unseren Ponys.“ Es war eine ganz seltsame Stimmung und statt doof daneben zu stehen ging ich lieber. Die Ponys würden es mir danken. Auf der Weide draußen standen Samson, Come Back Cupcake, Emrys, Arcany und Eismärchen. Die fünf waren mittlerweile eine harmonische Gruppe. Mit einem Pfiff lockte ich Samson und damit auch den Rest des Vereins zu mir. „Na mein Süßer.“ grüßte ich den Tinker und kraulte ihn unter der dichten Mähne. „Dann komm mal mit.“ Am Koppelzugang hingen Halfter und Stricke, sodass ich Samson sofort mitnehmen konnte. Etwas Bodenarbeit würde ihm und mir gut tun.

      Hunter | Gine hatte wohl etwas in den falschen Hals bekommen. Es war jedenfalls nicht meine Absicht sie wegzuekeln. Doch verstimmen konnte sie mich damit nicht. Zusammen mit Kerry packte ich die Kleinigkeiten aus, die sich über die Woche angesammelt hatten. Als wir die Taschen geleert hatten sortierten wir wer was mitnimmt. Irgendwann spürte ich, dass Kerry mich musterte. „Alles ok?“ fragte ich hielt kurz an um sie anzusehen. Sie schmunzelte. „Ja, mach ruhig weiter.“ Sie unterstützte ihre Aussage mit einer Geste. „Du könntest mir helfen.“ schlug ich vor, da mir nicht wohl dabei war, so beäugt zu werden. Doch Kerry lachte nur. „Du machst das prima!“ Ich hörte wie sie sich an den Tisch lehnte, der knarzend etwas nachgab. „Huch!“ Sie erschrak und auch ich wandte mich sofort rasenden Herzens um. „Wir haben Stühle, Kerry!“ -“Jaa...“ sie lachte leise. „tut mir leid, Hunter...“ Als sie sich nun tatsächlich auf einen Stuhl setzte schmunzelte ich. „Jetzt hilf mir, verdammt noch mal.“ - „Was denn nun?“ - „Komm jetzt hier hin!“ befahl ich und sie horchte. Gut eine halbe Stunde brauchten wir um die Sachen zu ordnen. Als alles wieder in Taschen verstaut war bemerkte ich, dass wir ja noch immer die Sachen vom Lager anhatten. „Ich zieh mich eben um, soll ich dich dann heim fahren?“ fragte ich und schnappte mir meine Taschen um sie in einem hoch zu bringen. Kerry nickte und setzte sich wieder auf ihren Stuhl. Ich duschte schnell und zog mir normale Kleidung an, bevor ich zurück zu Kerry kam die an ihre Medaillon herumspielte. „Das leiert aus, wenn du es ständig auf und zu klappst.“ merkte ich an und riss sie damit fast vom Stuhl. „Verdammt, schleich dich nicht so an!“ fauchte sie und stand auf. „Ich möchte mich auch umziehen, dann kann ich noch ein bisschen auf dem Hof aushelfen?“ Einen Moment lang überlegt ich was ich ihr an Aufgaben zuteilen konnte, stimmte dann aber ein. „Ich geh schon mal raus und holePendragon und PFS' Heart of Ocean auf die Stallgasse, die kennst du ja schon.“
      Draußen prüfte ich kurz die Weide. Die kleine Gruppe war vollzählig. Bei den Hengstpaddocks fehlte nun Majd. Ein Blick in die Halle verriet mir, dass Gine den Araber hier arbeitete. „Sieht gut aus!“ motivierte ich sie kurzerhand. Als Gine auf mich zutrabte blieb ich stehen. „Hunter, Samson ist schon bewegt. Majd hab ich erst seit ein paar Minuten in Arbeit.“ erklärte sie mir. „Danke.“ antwortete ich lächelnd und wandte mich ab. Gerade als ich die Reitponyhengste auf der Gasse angebunden hatte kam Kerry schon dazu. „So, was kann ich tun?“ fragte sie höchst motiviert. „Putzen.“ antwortete ich knapp und drückte ihr den Striegel in die Hand, mit dem ich eigentlich gerade anfangen wollte Pendragon zu putzen. „Okay?“ Kerry sah mich verdutzt an. „Ist das dein Ernst?“ fragte sie und ließ die Schultern hängen wie ein begossener Pudel. „Ja, soll ich es dir erklären?“ Sie schüttelte den Kopf und fing murrend an den Braunen zu striegeln. Ich holte mir währenddessen einen neuen Striegel und putzte Ocean. „Hast du keine Angestellten für sowas?“ - „Ich mach das gerne selbst. Kannst du die Hufe auskratzen?“ fragte ich und hielt ihr einen Auskratzer vor die Nase. „Weißt du wann ich das zuletzt gemacht hab?“ fragte sie verblüfft. Ich schüttelte den Kopf. „Nein, weiß ich nicht. Nimm. Du schaffst das.“ grinsend wartete ich bis sie den ersten Huf in die Hand nahm. Pendragon war sehr gnädig mit ihr und gab ihr den Huf ohne zu meckern. „Kannst du auch satteln und auftrensen?“ fragte ich im vorbeigehen, als ich mit Ocean fertig war und den Sattelkram holen wollte. Kerry schnaubte herablassend. „Du forderst es heraus, nicht wahr?“ fragte sie genervt. Grinsend antwortete ich. „Wieso nicht? Das ist ja nicht schwer.“ Am Ende war ich es der die beiden Hengste fertig machte. „Aufsteigen schaffst du aber alleine oder?“ gespielt genervt sah ich sie an. Als Kerry mir gegen die Brust stieß ging ich einen Schritt zurück. Mit viel zu viel Schwung stieg sie auf. Beinahe wäre sie gleich zur anderen Seite wieder abgestiegen, doch sie konnte sich noch halten. Ich verkniff mir ein Lachen und stieg stattdessen auf Ocean auf. „Wir reiten nur eine kleine Runde im Wald. Einige Wege sind vereist und das wäre zu gefährlich für die Pferde.“ Sie nickte und ritt an.

      Gine | Enttäuscht sah ich Kerry und Hunter hinterher, als ich die Halle verließ. „Ja, genau... Danke, Hunter! Danke, dass du mir Bescheid gegeben hast, dass du ausreitest. - Arsch...“ rief ich ihnen hinterher, bekam jedoch keine Reaktion. Vermutlich waren sie doch schon zu weit weg. Meine Laune sank mit jeder Minute, die Hunter wieder da war. Fluchend sattelte ich Majd ab und brachte ihn in mit Abschwitzdecke seine Box. Als Isaac auf den Hof kam fiel mir ein Stein vom Herzen. „Schnapp dir Arcany, ich nehm Eismärchen. Ich muss reden.“ überfiel ich ihn und nutzte den Ritt in der Halle dazu mich bei ihm darüber auszulassen was für ein Idiot Hunter doch ist und wie unpassend Kerry ist. Isaac kam nicht dazu etwas zu sagen und warf immer mal ein „Verstehe“ oder ein „Mhmmm“ ein. Erst als ich längere Zeit aufhörte zu reden sagte er einen Satz, der den Vogel für mich abschoss. „Aber, Gine... Wolltest du nicht, dass er mit Kerry da hin geht?“ Das Gespräch war damit für mich beendet, wie auch das Training mit Eismärchen.
    • sadasha
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      26. Januar 2017 | 8861 Zeichen von sadasha
      Pflege für die Drum Horse und Vollblutzucht, sowie Come Back Cupcake, Arcany + Emrys

      Hunter | Aus irgendeinem Grund war Gine eifersüchtig auf Kerry. Das wusste ich nun. Kerry kam deshalb nur noch selten auf den Hof und Gine sprach kein Wort mehr mit mir, bzw. nur das Nötigste. Das hatten wir schon mal. In der Anfangszeit. Gine müsste mittlerweile wissen, das ich kein Interesse an ihr hatte. Isaac stand zwischen den Stühlen und machte stets einen auf diplomatisch: „Ich verstehe euch ja beide...“ Genervt ging ich meiner Arbeit nach. Dieses Jahr standen wieder einige Termine für meine Stuten an. Der Deckplan war eng gestrickt und je früher ich da Struktur reinbrachte umso besser. Neben den Deckterminen musste ich außerdem meine Jungpferde weiter bringen. Die Fohlen waren jetzt groß genug um langsam an Trense und Sattel gewöhnt zu werden, auch mit leichter Bodenarbeit konnte man anfangen. Allen voran lag PFS' Savory Blossom. Die Spotted Timeout Tochter war schon weiter als die anderen drei Jungpferde. Sie war allerdings auch die älteste. Die jüngste war CHH' Classic Spring. Doch sie holt gut auf und passt sich den nächst älteren Genossen an. Raving Hope Slayer und Bearing Spots waren in der Hinsicht sehr sozial und engagierten sich.
      Neu dazu gekommen, während meiner Abwesenheit sind Riven in a Dream und LMR Lady Luna. Die beiden bunten Vollblutstuten sorgten hier auf dem Hof bei ihrer Ankunft für Aufsehen. Niemand wusste davon und da ich nicht anwesend war und auch kein Mobiltelefon nutzen konnte, blickten meine Angestellten ins Blaue. Natürlich kümmerten sie sich sorgfältig darum die Stuten zu versorgen. Sobald ich wieder zu Hause war schickte ich Riven gleich wieder weg. Sie bekam eine privilegierte Ausbildung. In Norwegen wird sie nun auf ihre Zukunft vorbereitet. LMR Lady Luna wollte ich selber weiter fördern. Neben diesen Planungen schaffte ich es außerdem noch Moulan auf eine Zuchtshow zu bringen und vorzustellen. Hier warteten wir noch auf die Ergebnisse, Scarlet in Birth war auch bald soweit. Wenn ich so daran denke macht es mich sehr stolz zu sehen wie weit ich mit meiner Vollblutzucht schon gekommen war. Mit Slap Happy, Bearing Totem's Denali, Blütenzauber, CHH' Lamperd und Mr. Raw Depression hatte ich einen großartigen Start hingelegt. Mit der Unterstützung von Freunden und anderen lokalen Züchtern schaffte ich es weitere Anwärter zu gewinnen. Dank Isaac, Gine und meinen Eltern setzte sich außerdem der Gedanke in die Realität um eine Kaltblutrasse auf den Hof zu holen. Durch die Drum Horses hatten wir nicht nur eine sondern gleich drei mögliche Kaltblutrassen, nach denen wir Ausschau halten konnten. Iseabail, Lady Lyneth Bowen, Felan, Mephisto und Vikar hatten wir nun schon. Erstmal sollte es bei diesen fünf bleiben. Sämtliche Pferde aus dem Verkaufsstall hatten uns derweil verlassen. Die Konzentration lag also voll bei den eigenen Pferden. Um die Hand voll Einstaller kümmerten sich die jeweiligen Besitzer. „Hunger?!“ Meine Mutter hielt mir einen Teller Essen unter die Nase und riss mich damit aus meinen Tagträumen. „Ja, danke.“ sagte ich immer noch etwas verträumt und probierte von dem Essen. Meine Mutter verschwand sofort wieder. „Du solltest mal wieder mit uns essen.“ sagte sie noch, als sie den Raum verließ und schloss dann die Tür.


      Gine | Wie immer tat Hunter ganz so, als wäre er vollkommen unschuldig. Anstatt mal mit mir zu reden. Nein, der Herr bleibt stumm, wie immer. Was erwarte ich eigentlich? Und Isaac war noch schlimmer. Der schlug sich immer mehr auf Hunters Seite, dabei müsste er mich doch am besten verstehen... Wenigstens konnte ich mich mit der Arbeit ablenken. Hunter tat es mir gleich. Und dass Kerry nicht mehr so oft hier war kam mir auch zu Gute. Sie stand sowieso immer nur im Weg, wenn man die Pferde bewegen wollte. „Ich hab einen Tipp für dich.“ meinte Isaac plötzlich, der ebenfalls in der Reithalle war, als ich Arcany longierte. Emrys lief freudig nebenher. „Ach ja?“ meinte ich säuerlich. „Dann schieß mal los.“ Er schmunzelte. Wieso war er immer gut gelaunt? „Wieso sprichst DU ihn nicht an?“ fragte er immer noch grinsend. „Weil ICH nicht das Problem bin.“ erwiderte ich. Er lachte. „Glaubst du er versteht das, ohne dass du es ihm sagst?“ Nachdenklich vergaß ich fast mich mitzudrehen, während Arcany um mich herumlief. „Mhmmm...“ Isaac hatte recht, aber das wollte ich keinesfalls zugeben. Aber wenn ich Hunter anspreche, bin ich eh nur die wieder Doofe. Also beließ ich es dabei. Da würde ich eher mit Kerry sprechen... Kopfschüttelnd verwarf ich den letzten Gedankengang und konzentrierte mich wieder auf die Fuchsstute und deren Fohlen am anderen Ende der Longe. „Ehrlich, Gine. Reif ist das von keinem von euch. Sei doch mal die Erwachsenere von euch beiden.“ beendete Isaac das Gespräch, während er mit seiner Come Back Cupcake die Halle verließ. Ihn stumm nachäffend holte ich Arcany zu mir um sie noch ein paar Minuten freilaufen zu lassen, bevor ich die Longenstunde beendete.
      Wieder im Stall traf ich auf Hunter. „Hi.“ meinte ich knapp und schlängelte mich an ihm vorbei, da er, wie konnte es anders sein, mitten im Weg stand mit seiner Slap Happy. „Warte.“ er hielt mich am Oberarm zurück und sah mich durchdringend an. „Was ist eigentlich los?“ fragte er ernst. Tief seufzend machte ich wieder einen Schritt zurück. „Willst du jetzt wirklich kurz vor der Arbeit darüber sprechen?“ fragte ich und verschränkte die Arme. Er musterte mich kurz und trenste dann, die schon gesattelte Braune auf, während er weitersprach. „Erzähl, ich höre dir zu.“ - „So nicht.“ meinte ich eingeschnappt und wandte mich ab zum Gehen. „Oor wirklich. Gine! Dann schnapp dir Bear und komm mit verdammt!“ fauchte er mich an und deutete auf die Box der Roanstute. „Geputzt ist sie ja schon.“ Nach einem kurzen Blick zu Slap Happy, dann zu Bear und wieder zurück zu Hunter entschied ich mich. „Aber nur, wenn wir keine Springstrecke laufen.“ - „Dann aber eine längere.“ Hunter wollte einen Kompromiss. Ich stimmte zu und beeilte mich Bear Totem's Denali fürden Ritt vorzubereiten.
      Wir waren gut eine Stunde unterwegs, bevor ich anfing mit Hunter über mein Problem zu sprechen. Und siehe da, er war auch pissed. „Kerry ist schuld.“ hielt ich fest und bekam dafür sofort einen Rüffel. Kerry sei seine Therapie und er brauche sie. Ob ihr diese Wortwahl gefallen hätte? Ich ließ das unkommentiert. „Ich hab sogar schon überlegt einfach zu gehen, nur damit ich dich nicht mehr sehen muss.“ meinte ich geknickt. „Was hielt dich davon ab?“ wollte er wissen. Gute Frage. Das wusste ich selbst nicht so genau. „Die Pferde...“ antwortete ich schließlich. Hunter wusste genau, dass es das nicht war. „Okay, Gine. Wir müssen festhalten, dass wir zwei niemals enge Freunde werden und schon gar nicht etwas darüber hinaus. Und wenn du das nicht akzeptieren kannst, dann musst du gehen.“ Hunter sagte das so ernst, dass es mehr weh tat als wenn man seine Hände auf heiße Herdplatten legen würde. Traurig blickte ich auf den Pferdehals vor mir, der sich im Takt auf und ab bewegte. „Das heißt nicht, dass wir uns hassen müssen.“ fügte Hunter hinzu und lächelte behutsam zu mir rüber. Die nächste Zeit schwieg ich und war stets darauf bedacht eine Pferdelänge hinter ihm zu reiten, damit er nicht sah wie mich seine Worte verletzt hatten.

      Hunter | Erst als wir wieder auf den Hof kamen sah ich, dass Gine aufgelöst war. Ich wusste nicht so recht wie ich damit umzugehen hatte, immerhin wollte ich keine falschen Zeichen senden. Immer wieder während wir die Pferde absattelten prüfte ich ob sie standhaft blieb oder komplett zusammenbrach. Als meine Mutter auf die Stallgasse kam und uns sah fiel mir ein Stein vom Herzen. Sie kümmerte sich nun um Gine und tröstete sie. Als die beiden Vollblutstuten wieder in ihren Boxen standen und alles Sattelzeug in der Kammer lag waren meine Mom und Gine schon ins Haus gegangen. Isaac packte derweil seine Sachen zusammen, da er Feierabend machen wollte. „Habt ihr gesprochen?“ fragte er neugierig als er mich sah. Ich nickte und ging zu ihm. „Habt ihr alles geklärt?“ Ich nickte abermals, wenn auch zögerlich. Ob Gine mich verstanden hatte und meinen Stand akzeptieren würde wusste ich nämlich nicht. „Wieso ist sie so fertig?“ fragte er dann. Schulterzuckend sah ich ihn an. „Sie hat sich vermutlich mehr erhofft.“ Isaac lachte. „Ach was!“ meinte er dann. „Ja was soll ich denn machen? Soll ich sie anlügen?“ fragte ich genervt. Isaac schüttelte immer noch grinsend den Kopf. „Nein, du hast das schon richtig gemacht.“ Er legte mir eine Hand auf die Schulter, während er das sagte. „Ich glaube sie wird nicht mehr lange bleiben.“ sagte ich nun etwas geknickt. Gine war zu einem festen Bestandteil des Hofes geworden. Man würde sie vermissen, wenn sie auf einmal nicht mehr da wäre. „Dann mach was, damit sie nicht geht.“ Verdattert sah ich zu ihm auf. „Was soll ich denn machen?“ Nun zuckte er mit den Schultern. „Überleg dir was.“


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      16. Mai 2017 | von sadasha
      Widerwillig knurrend schaltete ich nach vier Snooze Durchgängen meinen Wecker aus und rappelte mich hoch. Gerade als ich mein Schlafzimmer verlassen wollte hämmerte es gegen die Türe: „Aufstehen, Frühstück wird kalt!“ rief meine Mutter und sah mich erschrocken an, als ich sofort die Tür öffnete und vor ihr stand. „Morgen.“ murrte ich und glitt an ihr vorbei ins Bad um mich fertig zu machen. Nach etwa einer halben Stunde hatte ich so viel Kaffee intus, dass ich voller Tatendrang war. Ein kurzer Blick auf den Arbeitsplan verriet mir, dass ich heute den Vormittag bei meinen Vollblütern verbringen würde. Gine hatte die Offenställe von Mr. Raw Depression, Ehrengold und CHH‘ Lamperd schon geöffnet, sodass die Hengste nach draußen gehen konnten. Die Stuten jedoch warteten noch ungeduldig darauf herausgelassen zu werden. Blütenzauber streckte ihren Kopf in die Stallgasse, als ich mit den passenden Halftern näher kam. Neben Blütenzauber, nahm ich auch Bear Totem’s Denali, LMR Lady Luna samt Little Miss Backyard, Scarlet in Birth samt Stars of Magic und Riven in a Dream samtRouge Trap mit raus. Natürlich musste ich mehrmals laufen. Immer eine Stute links, eine rechts. Hatte die Stute ein Fohlen bei Fuß, so lief es ohne mein Zutun mit. Nachdem alle Stuten auf dr Weide standen kümmerte ich mich um die Youngsters. Golden Sugar und PFS Strolchstanden zusammen mit Raving Hope Slayer auf der Bachelor Weide. CHH‘ Classic Spring hatte Gine gerade im Training. PFS‘ Savory Blossom war mit einem der Jockeys auf dem Weg zur Ovalbahn.

      „Jetzt sind es nur noch wir beide.“ sagte ich zu Moulan, während ich meiner Rappstute das Halfter überstreifte. Moulan ließ das bei mir mittlerweile ohne Angst zu. Auf der verlassenen Stallgasse machte ich sie fest und holte ihren Putzkoffer. Beim Putzen ließ ich mir ordentlich Zeit und untersuchte meine Stute auch auf Ungeziefer oder Schrammen. Moulan war im besten Zustand seit Langem. Wir hatten seit ein paar Tagen die Testergebnisse ihrer Farbgene da. Sie war ein reinerbiger Rappe, was mir sehr zusagte. Zwar war mir die Farbe meiner Pferde im Grunde egal, wenn ich jedoch die Wahl habe würde ich immer mehr zum Braunen oder Rappen tendieren als zum Fuchs. Bei der nächsten Decksaison ist Moulan auch dabei. Mit 10 Jahren war sie eine verhältnismäßig alte Maidenstute, doch sie brauchte die Zeit.

      Eine halbe Stunde später stand ich mit Moulan auf dem Springplatz. Vor dem Platz hatten es sich meine Mutter und Kerry gemütlich gemacht. „Was machst du hier?“ wollte ich Kerry wissen, die ich heute nicht eingeplant hatte. Sie lächelte nur und wank ab. Weiß der Himmel was sie wieder hatte. Ich dachte nicht weiter daran und konzentrierte mich auf Moulan unter mir. Wir nahmen zuerst ein paar Cavalettis zum warm werden, bevor ich sie auf den aufgebauten Parcours brachte. Fehlerfrei waren unsere Durchgänge heute nicht, jedoch hatte ich das Schwierigkeitslevel erhöht. Sie musste engere Kurven gehen und sich schneller auf die neuen Hindernisse einstellen als üblich. Am Ende konnten wir aber doch zufrieden sein. Ein Durchgang ohne gefallene Stange war wirklich lobenswert für eine Stute, die eigentlich nicht als Springpferd geboren ist. Nach dem Abreiten lobte ich Moulan abermals und brachte sie schließlich mit ihrer Abschwitzdecke auf die Weide zu den anderen Stuten. Der Vormittag war damit vorbei.

      Nach der Mittagspause setzte ich mich in meinen Wagen. „Wohin willst du?“ Kerry… Die hatte ich schon ganz vergessen. „Zum Pineforest Stable.“ gab ich knapp zurück und legte den Sicherheitsgurt an. „Aha, was machst du da?“ sie warf einen suchenden Blick auf den Beifahrersitz neben mich. „Ich besuche dort ein Fohlen, das ich gekauft habe.“ Kerry fing an zu strahlen. „Darf ich mit?“ Natürlich sagte ich nicht Nein. Ich hätte keinen triftigen Grund gehabt.
      Auf dem Gestüt von Occulta Smith herrschte regen Treiben. Kerry war begeistert wie viele Pferde und Mitarbeiter es hier gab. An jeder Ecke blieb sie stehen um sich etwas genauer anzusehen. Ich hingegen lief suchend von Gebäude zu Gebäude bis ich Occulta fand. Wir grüßten uns herzlich, bevor sie mich zu PFS‘ Storm Cat führte. Das junge Schimmelstutfohlen tollte auf der Weide und man sah ihr Rennpotential ganz deutlich. Ich war begeistert. Bis zuletzt hatte ich immer versucht mich mehr auf meinen Sport zu fokussieren, doch jetzt da ich eine eigene Ovalbahn hatte, hatte ich die freie Wahl. „Und immer noch zufrieden mit deiner Wahl?“ wollte Occulta wissen und ich nickte. Mehr als das. Ein Schimmelfohlen war schon immer mein Traum. Mit Storm Cat wurde dieser erfüllt. Eine ganze Weile blieb ich am Zaun stehen und sah meinem zukünftigen Pferd zu. Kerry lief währenddessen überall herum, bis sie auch das irgendwann langweilig fand und wieder zurück wollte.

      Erst gegen Abend trafen wir wieder auf dem Bear Brook EC ein. Der Feierabendverkehr hatte uns voll erwischt. Gut zwei Stunden standen wir im Stau. Erst als ich die drei auf der Weide sah fiel mir ein, dass ich sie vollkommen vergessen hatte. „Mist…“ murmelte ich und Kerry sah mich mitfühlend, aber verwirrt an. „Was denn?“ fragte sie. „Eigentlich hätte ich heute Iseabail, Felan und Lady Lyneth Bowen bewegen sollen.“ gab ich zurück und sprang aus dem Wagen, als ich ihn geparkt hatte. Gine war noch immer auf dem Hof, zumindest stand ihr Wagen hier. Ohne Kerry weiter zu beachten suchte ich sie und fand sie in der beleuchteten Reithalle. „Es tut mir leid, Gine. Hast du die drei auch noch bewegt?“ fragte ich. Gine saß gerade auf Mister Blockhead und es sah ganz so aus, als wäre sie gerade fertig mit ihm. Sie nickte lächelnd. „Alles gut, deine Mutter hat mir geholfen und die Reitponystuten mit bewegt.“ Das hieß Princess Sansa, Iceflower, Arcany und Eismärchen waren auch beschäftigt worden. „Wen hast du noch gemacht?“ fragte ich, da ich meine Gedanken gerade nicht sortieren konnte. „Samson, Niffler, Pendragon, PFS‘ Heart of Ocean und Zuckerwatte.“ gab sie zurück und stieg ab. „Das reicht für heute oder?“ fragte sie neckend. „Isaac kam aber auch noch, er hat Come Back Cupcake gemacht und sich dann um Emrys, Mephisto und Vikar gekümmert.“ Nun war ich komplett raus. „Morgen wird es besser.“ versprach ich. Mir tat es wirklich leid, die beiden so allein gelassen zu haben, aber mein Kopf ist heute Morgen anscheinend im Bett geblieben.

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      05. Januar 2018 | 6098 Zeichen von sadasha
      Arcany | Gnadenweide Wunschzettel für den Weihnachtsmann

      Freude, es ist der letzte Tag! Hochmotiviert schlürfte Franziska ihren Kaffee und schmiedete bereits Pläne für das letzte Pony, dem sie sich heute widmen würde. Arcany war mit acht Jahren die älteste des Trupps und war Herdenchefin. Die Fuchsstute hatte bereits zwei Fohlen wunderbar großgezogen und würde sich auch auf Caenheide noch einmal als Mutter beweisen dürfen. Trotz ihrer guten Eignung als Zuchtstute, ist Arcany wohl eine Zicke durch und durch. Franziska würde ja gleich sehen wie sehr zickig die Stute wirklich ist. Vielleicht mochte sie Crowley einfach nicht? Die Tiere haben schließlich auch ihren eigenen Kopf. Schmunzelnd stand die junge Frau auf und hüpfte aus dem Haus in Richtung Sattelkammer um sich Halfter und Strick von Arcany zu nehmen.

      Arcany war schon beim Abholen von der Weide wenig überzeugt von Franziskas Kompetenz und zeigte das deutlich indem sie stur stehen blieb und in die entgegengesetzte Richtung zog. Entweder das oder sie lief Franziska in die Hacken und giftete sie an, sobald sie sich umdrehte. Die Deutsche blieb geduldig und lobte die Stute, wenn sie locker ließ und brav mitging. Der Weg von der Weide zur Stallgasse dauerte so zwar ewig, aber sie kamen halbwegs stressfrei an. Auf der Stallgasse wurde die Fuchsstute dann erst mal gründlich und ausgiebig geputzt und inspiziert. Auch das gefiel der zweifachen Mutter nicht. Sie wagte es sogar nach Franziska zu schnappen, sobald sie den Rücken kehrte. Franziska wehrte diesen Versuch intuitiv ab. Keine Belohnungen mehr, bis das Putzen fertig war. Pech gehabt. Franziska holte Arcanys Kappzaum aus der Sattelkammer und machte die Stute mit ein wenig Überredenskunst fertig für die Reithalle.
      „Freiarbeit, meine Kleine.“ hauchte sie der Stute ins Ohr, als sie die leere Halle betrat. Keine Longe, keine Hindernisse. Sobald Franziska das Hallentor geschlossen hatte, löste sie den Strick aus dem Kappzaum und ließ Arcany freie Wahl wegzulaufen oder zu bleiben. Die Stute entschied sich mit erhobenem Schweif quer durch die Halle zu traben und irgendwo in der hintersten Ecke stehen zu bleiben und sich einen guten Ort zum Wälzen zu suchen. Franziska lachte und ließ sie machen. Sie würde schon von alleine kommen, denn viel gab es hier sonst nicht zu erleben. Mal sehen was die Zicke daraus macht.
      Es dauerte ein paar lange Minuten, bis Arcany gelangweilt auf Franziska zuging. Eigentlich hatte die Stute keine Lust jetzt etwas zu machen. Aber die Bande war sie schon abgelaufen und es blieb dabei: Das einzige was interessant werden könnte, war der Mensch, der aktuell nur blöd herum stand. Den könnte man ja mal animieren etwas zu tun. Franziska lobte Arcany für ihr Kommen und setzte sich nun erstmals wieder in Bewegung. Arcany blieb wie angewurzelt stehen und sah ihr verwirrt, beinahe bockig hinterher. Das war nicht die Intention der Stute gewesen, sie wollte die Aufmerksamkeit des Menschen gewinnen und nicht wieder alleine stehen gelassen werden. Franziska blieb in ein paar Metern Entfernung stehen, immer noch mit dem Rücken zu Arcany. Es dauerte wieder eine Weile bis Arcany sich in Bewegung setzte. Die Stute machte einen Bogen um Franziska um von vorne auf sie zugehen zu können. Wieder wurde sie gelobt und wirkte gleich ein wenig aufmerksamer. Franziska freute es zu sehen, dass sich in Arcanys Kopf etwas zu bewegen schien. Sie drehte sich zur Seite, sodass sie der Stute wieder nicht ins Gesicht sah. Arcany machte einen Satz und platzierte sich wieder vor dem Menschen, wurde wieder belohnt. „Braves Mädchen.“ flüsterte Franziska ruhig und ging nun los. Sie deutete der Stute diesmal an zu folgen und wurde brav begleitet. Entweder war Arcany gar keine so große Zicke und wollte nur beschäftigt werden oder Franziska hatte einen ganz guten Tag erwischt um mit der Fuchsstute zu arbeiten. Die junge deutsche ging nun dazu über ein paar Biegungen für Hals und Rücken zu üben. Danach ließ sie der Energie zwischen ihr und der Stute freien Lauf. Arcany konnte mitbestimmen, was sie jetzt machen. Sie endeten damit kreisförmig umeinander herumzulaufen. Arcany wurde dabei so übermütig, dass sie hier und da einen Freudenbuckler einlegte und den Kreis etwas großzügiger beschrieb, da sie zu viel Schwung aus dieser Bewegung bekommen hatte. Die beiden hatten zusammen Spaß und die Zickereien vom Abholen und vom Putzen waren verflogen.
      Nach der Freiarbeit deckte Franziska die Reitponystute ein und brachte sie zurück zu ihren Weidengenossen. Auf der Weide drehte sich Arcany noch einmal um und sah Franziska aufmerksam an. Ging es jetzt weiter? Noch mehr Spaß? Erst als Franziska das Weidentor hinter sich geschlossen hatte lief die Stute zu ihrer Herde. Die junge Frau machte sich jetzt auf den Weg zum Haus um mit Crowley zu sprechen. Immerhin war sie nicht umsonst fünf Tage hier gewesen.

      Im Gespräch kam Franziska nicht umher dem Briten einige Vorwürfe zu machen, auch wenn sie das eigentlich bei sich behalten wollte. Seine Fehler waren zu offensichtlich und selbst wenn er darum wusste. Es hatte Franziska zu sehr aufgebracht, als dass sie es unerwähnt lassen würde. Crowley reagierte defensiv und lenkte ein. Er wollte keinen Streit und deutete lieber auf das Wesentliche hin. Den Verkauf der Ponys und die Überfahrt nach Deutschland. Für ihn stand also schon fest, dass Franziska alle fünf Ponys kaufen will? Franziska stellte diese Frage laut. Verdattert sah er sie an. „Nicht?“ fragte er. Franziska blieb ruhig und sammelte sich. „Naja, doch… schon…“ Freundlich lächelte er sie an und schielte auf die Papiere vor sich. „Dann können wir die ja fertig machen oder wollten Sie noch etwas anderes besprechen?“ Er drehte ihr die Worte im Mund rum. Darauf wollte sie doch gar nicht raus. Sie wollte diskutieren und nicht… Ach egal. Sie gab klein bei und beschloss die Annahme der Ponys schnell über die Bühne zu bringen. Wer weiß ob überhaupt alles gut ging bei der Überfahrt. Vielleicht entschied sich Crowley auch noch um, bis die Ponys geholt würden.
      Für heute jedoch war alles geklärt. Die Papiere waren fertig, die Hoffnung wurde gemacht und in Franziska stieg die Nervosität.


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      16. Februar 2018 | 6274 Zeichen von sadasha

      Sie musste sich ja unbedingt Reitponys holen. Jetzt hat sie den Salat. Wenig begeistert sah Leon seiner Frau dabei zu wie sie versuchte die Reitponyhengste Thornheart und PFS’ Heart of Ocean davon abzuhalten sich gegenseitig zu Tode zu beißen. Er wartete darauf gerufen zu werden und just in diesem Moment: “Leon! Komm mal bitte!” Schmunzelnd lief er rüber und legte sich gespielt nachdenklich eine Hand ans Kinn. “Jetzt lass das, das ist nicht witzig!” Franziska war verzweifelt darum bemüht wenigstens einen der Hengste vom Boxenfenster weg zu halten. Leon lachte gehässig. “Du hast recht. Aber... “ Er kam nicht dazu seinen Satz zu Ende zu sprechen, da Franziska ihn beherzt weg schubste. “Hallooo? Jemand zu Hause?” rief sie nun ebenfalls lachend. “Wir müssen die Hengste umordnen. So geht’s nicht.” Leon zog entgeistert die Brauen hoch. “Ach WIRKLICH?” meinte er sarkastisch und nahm sich nun den anderen der beiden Hengste vor. “Welchen möchtest du woanders haben?” Franziska überlegte kurz und beschloss dann Thornheart wegzubringen, da immerhin er der Neuzugang war. Ocean hatte das Hausrecht. Gemeinsam sortierten sie das Geplänkel und brachten den jüngeren der beiden Hengste erstmal in Einzelhaft auf eine Weide. Mittlerweile hatte sich Sabine auf dem Hof eingefunden und war sichtlich verwirrt von der leeren Box neben Ocean. “Lass dir das von Franzi erklären. Ich nehm mir jetzt St Pauli raus, der ist weniger auf Drama aus, wenn du verstehst was ich meine.” scherzte Leon und tat wie geheißen.
      Währenddessen hatte Franziska Phoebe und Leveneza von der Weide geholt. Die beiden Jungstuten benötigten nur noch etwas Feinschliff um vom Fohlen-und Jungpferde-ABC zu den Vorbereitungen des Beritts überzugehen. Die junge Deutsche übte deshalb fleißig die Geländesicherheit. Die beiden Stuten machten sich wunderbar und zeigten sich unbeeindruckt von den meisten Gegebenheiten solange sie gemeinsam ausgeführt wurden. Sabine mistete unterdessen die Boxen, während Dome und Anna Ases Maskwamozi und Aphedril im Training hatten. Die beiden Tigerschecken waren noch nicht beritten und machten noch ein paar Probleme in der Vorbereitung. Doch die Trainer übten sich in Geduld mit den beiden Knalltüten.
      Als Leon von seinem Ausritt mit Pauli heimkehrte beobachtete er die beiden auf dem Reitplatz. “Sieht chaotisch aus. Wo ist denn das Problem?” wollte er wissen, bekam jedoch nur ein. “Geh wieder arbeiten, Klugscheißer!” von der genervten Anna zugeschrien. Dafür würde sie sich später reuemütig entschuldigen. Immerhin war Leon ihr Chef, aber in Stresssituation reagierte die junge Frau gerne mal etwas voreilig. Leon hob entschuldigend die Hände und ging in den Stall um nun Scared Assault, St Paulis Sohn fertig zu machen. “Ey, das ist meiner.” beschwerte sich Franziska, als sie ihn dabei erwischte. Prüfend blickte er sich um. “Dann nimm du eben Vakany. Die ist meine, aber ich weiß wie gern du sie reitest.” Er warf ihr einen Kuss zu und widmete sich dann wieder dem Rappen neben ihm. Franziska murmelte irgendwas vor sich her, während sie zu Vakany schlenderte und sie schließlich aus der Box holte. “Wieso weißt du das?” fragte Franziska schließlich, kurz bevor Leon mit Sacred Assault die Gasse verließ. “Weil du meine Frau bist und ich Alles über dich weiß.” Wie er das so sagte klang es gruselig. Franziska erschauderte und lachte dann. “Ja ja klar…” meinte sie und wank ab. Leon lachte gespielt irre und machte sich auf den Weg zur Reithalle.

      “Franzi?” Sabine war mit dem Misten fertig und stand nun an der Bande der Reithalle um Franziska und Vakany beim Training zu beobachten. Leon und Sacred Assault beschlagnahmten den hinteren Teil der Halle. “Sagmal, was ist denn bei den Ponyhengsten los?” Im Trab kam Franziska zur Bande. “Gut, dass du das erwähnst. Du bist ja jetzt fertig oder?” Sabine nickte. “Wir müssen Thornheart von den anderen Hengsten trennen, der ist streitlustig. Hast du vielleicht Lust dir da etwas zu überlegen? Du hast da so viel Erfahrung mit.” Dem bittenden Blick ihrer Chefin konnte Sabine nicht widerstehen. Sanft lächelte sie. “Mache ich. Soll ich mich danach um die restlichen Fohlen kümmern?” fragte sie. Franziska überlegte kurz. “Stracciatella und Skittles mache ich nachher noch. aber du könntest Focus noch übernehmen.” - “So machen wirs.” Gleich machte sie kehrt und ging an die Arbeit. “Ich freue mich schon auf General und Devotion.” fügte Leon hinzu, dessen Gedanken zu den Fohlen abgeschweift waren, die noch gar nicht auf dieser Welt weilten. “Lebst du jemals im Hier und Jetzt, mein Schatz?” fragte Franziska liebevoll lächelnd. “Tue ich! Pensive Cuddlepot und Louvré zum Beispiel mache ich nachdem ich mit ihm hier fertig bin. Die hast du in deiner Planung nämlich vergessen. Siebhirn.” Er zwinkerte um ihr zu zeigen, dass er das nicht bissig meinte und Franziska lachte. “Die beiden sind Neu, was erwartest du von mir! Nenn mich nicht so! Das bekommst du später zurück!” drohte sie immer noch lachend und galoppierte Vakany an. Leon brummte schmunzelnd und verkniff sich seinen Kommentar zu dieser Drohung.
      Gegen Nachmittag stand der Weidewechsel an. Senda Oscura, Estrada Dourada, Paminta, May Bee, Yuno, Morgane, Corde de la cerise, S’Cada, Fix the Flame, Princess Sansa, Arcany, Eismärchen und Busted Cherry Cake wurden reingeholt und die Hengste Ghost Merchant, Cadeau, Ostid OC, Deo Volente, Pauli und sein Sohn, Red Diamond, Emrys und die Streithähne wurden auf die kleinen Weiden aufgeteilt. Der Tage neigte sich schon bald dem Ende zu. Sabine war schon am Nachmittag in den Feierabend gegangen und Anna und Dominik blieben bis zum Abendessen. Erst als alle Mitarbeiter den Hof verlassen hatten schlossen Leon und Franziska sämtliche Türen und Tore ab. Schließlich sah Franziska ihren Mann tadelnd an. “So, jetzt bist du fällig!” Verwirrt stand Leon da, bis ihm die Geschichte von heute Mittag wieder einfiel. “Du hast es also nicht vergessen?” Sie schüttelte mit dem Kopf. “Ich habe die Zeit genutzt um meine Rache zu planen.” Hämisch grinsend kam sie näher. Leon hatte keine Chance ihr zu entfliehen. Im Endeffekt hatte auch er Spaß an diesem Spiel. Sie ließen den Tag nun ausklingen und die Arbeit und die damit verbundenen Sorgen fielen wie eine schwere Last von ihnen ab, ehe sie sich schlafen legten.

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      28. April 2018 | 8564 Zeichen von sadasha

      "Ich liebe ihn, Leon!" schwärmte Franziska, während sie den bunten Hengst unter ihr kraulte, der wohlig schnaubte. Eine halbe Stunde waren die beiden auf dem Reitplatz bei schwülwarmen Wetter. Leon kam gerade von einem Ausritt mit Ghost Merchant zurück. Der alte Hengst genoß seinen Ruhestand und musste nicht mehr so hart arbeiten wie seine jüngeren Kollegen. Red Diamond, auf dem Franziska gerade saß war sogar noch ein bisschen älter. Die beiden Rentner würden ihre guten Gene vielleicht noch ein paar mal vererben, ehe sie auch aus der Zucht herausgezogen würden. Dass Franziska ihren Schecken liebte wusste Leon schon. Dennoch freute er sich darüber seine Frau glücklich zu sehen und lächelte seelig, während er sie dabei beobachtete wie weiter mit dem Pferd arbeitete. "Eh Faulpelz!" beschwerte sich Dominik, als er aus der Reithalle kam. "Nicht rumstehen, weiter arbeiten." Leon nickte. "Wen hast du schon fertig?" erkundigte er sich und sein Springreiter dachte nach, bevor er die Pferde aufzähle: "Busted Cherry Cake, Morgane, Corde de la Cerise und Yuno." Abermals nickte Leon. Die beiden tragenden Stuten hätte er sowieso nicht großartig bewegen können. "Keine Lust auf die Hengste?" Dominik lachte rau und schüttelte den Kopf. "Anna hat sich die Hengste vorgenommen und wie du siehst kommen die Stuten auch bei euch beiden etwas zu kurz heute." Er deutete auf Franziska und Leon. "Ich bring die Gute hier jetzt rein. Wenn du nicht noch weiter nutzlos herumstehen willst, kannst du mir ja folgen, damit wir als nächstes zusammen ins Gelände gehen können. May Bee freut sich sicher das Wissen aus eurem Training weiter zu festigen. Und ich komme mit Paminta mit." Ohne zu antworten nahm Leon die Zügel seines Hengstes auf und wandte sich zum Gehen. Ein Blick in den Himmel verhieß jedoch nichts Gutes. Er ahnte, dass sich etwas zusammenbraute und zweifelte an Dominiks Idee jetzt auf die Geländestrecke zu gehen. Vermutlich war es auch nur die Angst davor sein Wissen zu prüfen. Schließlich hatte Leon sich immer ganz gut vor den Cross Country Pferden gedrückt, seit er vom Lehrgang wieder heim gekommen war. Wenigstens würde er gleich nicht alleine sein. Falls etwas passierte, war gleich Hilfe zur Stelle.
      Franziska beendete alsbald die Session mit ihrem Liebling und nahm sich als nächstes Deo Volente aus der Box. Der Rappe stand mit seinen sieben Jahren in der Blüte seines Lebens. Besonders im Springen war er begabt, doch Franziska forderte auch ihn heute in der Dressur. Er befand sich auf E Niveau, würde aber mit etwas Hilfe auch eine A Dressur schaffen, da war sich die Blondine sicher. Sorgfältig putzte sie das seidige Fell und holte dann Sattel und trense aus der Kammer. Im Verbeilaufen sah sie Anna, die gerade Cadeau zurück in seine Box brachte. Franziska beobachtete sie aus dem Augenwinkel dabei, wie sie als nächstes St Pauli fertig machte. Heute morgen hatte sich Anna mit den Jungpferden Sacred Assault und Thavila beschäftigt. Deo schlug unruhig mit dem Schweif, als Franziska den Sattelgurt anzog. "Zieh den Bauch ein!" scherzte sie und streichelte den Rappen kurz, ehe sie in die Zügel griff und ihn auf den Reitplatz führte. Schwungvoll stieg sie auf und ritt den Rappen im Schritt an. Sie ließ ihm viel Zügel, sodass er sich noch strecken konnte. Beim Warmreiten legte die Reiterin nicht allzu viel Wert auf Formvollendung. Deo nutzte seine Freiheit und schnaubte über den sandigen Boden. Erst als Anna mit Paulchen ebenfalls auf den Reitplatz kam hob er neugierig den Kopf und wurde wieder unruhiger. Franziska war nun gezwungen die Zügel richtig aufzunehmen. Die beiden Hengste hatten sich für diesen Tag entschieden nicht gut Freund zu sein. Beide spielten sich etwas auf und machten es den Reiterinnen schwer sich voll und ganz auf die Reiterei zu konzentrieren. Doch auch mit solchen Situationen mussten sie umgehen. Auf Turnieren ließ sich so etwas auch nicht unbedingt vermeiden.

      Nachdem der Tag gut verlaufen war begannen Leon und Franziska den nächsten Tag mit dem Training von Fix the Flame und S'Cada.Es war regnerisch und hatte sich das Paar in ihrer Reithalle einen kleinen Parcours aus Cavaletti und Stangen aufgebaut. Die beiden Stuten wurde jedoch vorher zuerst gründlich warm geritten, ehe mit der Stangenarbeit angefangen wurde. Irgendwann gesellten sich Dominik und Anna mit Ostid OC und Vakany dazu.Der Fuchshengst war jedoch deutlich abgelenkt von so viel weiblicher Präsenz. Dominik verabschiedete sich deshalb ins Gelände, nachdem Ostid gut aufgewärmt war. Zwar konnte er bei dem Wetter nicht viel anstellen im Gelände, doch er würde wissen was er tut. Nach der Mittagspause sah Franziska bei Sabine nach dem Rechten. Die ältere Frau übernahm das Fohlentraining. Gerade hatte sie Phoebe zwischen und heute früh hatte sie mit Pensive Cuddlepot geübt. Die hübsche Scheckstute machte große Fortschritte beim Führtraining. "Kann ich dir helfen? Die meisten Pferde haben heute Pause und das schaffen die drei schon ohne mich." fragte Franziska. Sabine lächelte. "Sehr gerne! Ich bringe die Kleine eben weg. Dann können wir mit Stracciatella und Skittles eine Runde gehen." Gesagt getan. Franziska holte aus der Sattelkammer die beiden Fohlenhalfter und zwei Stricke und kam Sabine dann auf dem Weg zur Fohlenbox entgegen. Die beiden Stutfohlen freuten sich endlich Auslauf zu bekommen. "Das Wetter ist leider so unbeständig und wir wollen die jungen Pferde nicht bei Gewitter und Sturm draußen stehen haben." entschuldigte sich Franziska und kassierte eine tadelnden Blick ihrer Mitarbeiterin. "Hör auf dich zu rechtfertigen. Ich weiß, dass ihr nur das Beste für eure Pferde wollt." Draußen sahen sie zwei wie Leon mit Aphedril in die Halle ging. "Viel Spaß mein Schatz." rief er seiner Frau zu und verschwand im Dunkeln.
      Nach dem Spaziergang standen die Boxen von Leveneza, Ases Maskwamozi und Emrys leer. Die drei Jungpferde standen in den Kinderschuhen was ihren Beritt betraf und Franziska hielt es für keine gute Idee die drei gleichzeitig in einer Halle zu haben. Doch wenn Leon da anderer Meinung war, musste sie darauf vertrauen, dass er die Situation unter Kontrolle hatte. Doch auch Sabine wirkte nicht begeistert von dieser Konstellation. Sie brummte leise vor sich hin, ehe sie mit einer Idee aufkam. "Am besten machen wir weiter wie bisher und nehmen und einfach die nächsten zwei Fohlen raus." Sie zuckte mit den Schultern. "Gute Idee." meinte Franziska und stülpte das Halfter, das eben noch an Skittles Kopf saß über Nase und Ohren von Louvré. Sabine nahm sich stattdessen Focus vor. Bei diesem Spaziergang redeten die zwei viel über die Reitponys. Thornheart hatte sich auf dem Gestüt prächtig entwickelt und würde bald für die wichtigen Prüfungen vorbereitet werden. Auch das ein oder andere turnier sollte der kleine Hengst laufen. Anna hatte sichtlich Spaß an ihm und allein durch seinen schönen Körperbau und die Farbe war der Hengst interessant für die Sportponyzucht. "Stell dir vor, wenn Pleasing groß ist. Ein Fohlen von den beiden!" schwärmte Franziska und brachte Sabine damit zum Lachen. "Das kann ich mir noch nicht vorstellen, Liebes." Pleasing war einfach noch zu klein. Doch jeder Genetikliebhaber würde erkennen welch Farbpotential in dieser Anpaarung steckte. "Apropros Ponys… Golden Samurai wurde seit zwei Tagen nicht bewegt und ich glaube heute wird es mal wieder Zeit. Das Wetter ist zwar blöd, aber für einen Ausritt reichts. Solange die anderen die Halle blockieren?" Franziska nickte. "Gute Idee. Dann komme ich mit PFS' Heart of Ocean mit. Die vertragen sich zwar nicht gut, aber wir müssen ja nicht aneinander kleben." Die beiden Frauen machten sich mit diesem Vorsatz auf den Heimweg und putzten im Anschluss die beiden ausgesuchten Hengste. In der Halle bewegten Anna, Leon und Dominik aktuell die übrigen Ponys: Eismärchen, Arcany und Princess Sansa.
      Spät am Abend als die Mitarbeiter das Gestüt schon verlassen hatten sattelten Franziska und Leon abermals Pferde. Die beiden Morgan Stuten Senda Oscura und Estrada Dourada durften die frische Gewitterluft schnuppern. Es hatte sich mächtig abgekühlt und die Thermik hatte jetzt ausgesetzt. Das Gewitter war kurz und heftig. "Wie lange glaubst du halten uns Morgane und Corde de la Cerise noch vor, was sie tragen? Ich möchte meine Devotion haben!" fragte Leon seine Frau auf halber Strecke. Sie zog eine Grimasse. "Wen fragst du da? Ich möchte auch endlich meinen General!" Dass die beiden Stuten zu ihrer Überraschung noch am nächsten Tag mit nur wenigen Stunden Abstand fohlen würden, konnten sie nicht ahnen.

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      09. Oktober 2018 | von sadasha
      Hibiskus und Thaurissan

      Auf dem Caenheide Gestüt erhielten vor Kurzem gleich zwei neue Pferde Einzug. Die Ponystute Hibiskus kam von einer alten Bekannten und hatte sich schon gut eingelebt. Sie war recht unkompliziert im Umgang, wenngleich sie durchaus verrückte Züge an sich hatte. Sie stand mittlerweile mit Eismärchen, Princess Sansa, Arcany und Pleasing auf einer Weide. Die Ponystuten hatten aktuell Pause und genossen die langen Tage auf der Weide, ehe die Temperaturen wieder so kühl wurden, dass man sie mindestens über Nacht in den warmen, schützenden Stall holen musste. Ebenfalls neu eingezogen war der stattliche Braune Thaurissan. Der Hengst verstand sich nicht ganz so gut mit anderen Pferden, weshalb er noch alleine stand, ehe man ihn mit einem Partner vergesellschaftete. Die Zeit dazu war im Moment einfach nicht da. Das Augenmerk des Ehepaars liegt zur Zeit auf den Pferden Thavila, Paminta, Skittles, Stracciatella, Thornheart und Emrys. Die beiden Ponyhengste PFS' Heart of Ocean und Golden Samurai standen aktuell leider auch viel herum. Um diese leichte Vernachlässigung alsbald zu beenden denken die Zieglers über weiteres Personal nach. Besonders freut es das Team, dass Focus, der erst frisch eingeritten wurde schon auf einem Wettbewerb punkten konnte. Phoebe ist ebenfalls als Newcomer heiß im Rennen und soll demnächst eingeritten werden, damit ihre Karriere starten kann. Leveneza wird im Moment ebenfalls schonend angeritten, ihre Ausbildung wird jedoch mit noch mehr Geduld angegangen, da sie bereits durch ihre Erfolge aus Fohlentagen genug Leistung erbracht hat. Devotionund General haben endlich das Licht der Welt erblickt und ihre Mütter Corde de la cerise und Morgane erholen sich gemeinsam mit ihren Anhängseln auf den Weiden. Damit ist die Fohlensaison 2018 auf dem Gestüt beendet. Pensive Cuddlepot, Louvré und Extra Sugarstehen als Youngstergruppe noch separat von den jungen Mutterstuten. Die beiden Morganhorse Stuten Estrada Dourada und Senda Oscura wurden regelmäßig für ausgiebige Erholungsausritte genutzt und bekam dadurch ausreichend Beschäftigung. Übrig bleiben nur noch die prämierten und gekörten Warmblüter. Vakany, May Bee, Yuno, S'Cada, Fix the Flame, Busted Cherry Cake und Chessqueen wurden in kleinen Gruppen in der Führanlage bewegt und durften dann ihren Alltag auf den Weiden genießen. Die Hengste Ghost Merchant, Deo Volente, Red Diamond, Cadeau, St Pauli, Ostid OC und Sacred Assault wurden einzeln in der Halle trainiert. Im Großen und Ganzen läuft es also ganz rund. Lediglich die Zeit ist knapp und es bedarf einer künftig besseren Organisation um diese Masse an Pferden angemessen zu beschäftigen. Vor allem den Fohlen muss sich wieder mehr gewidmet werden, damit sich ihre Erziehung und Entwicklung nicht zu stark verschlechtert.
    • sadasha
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      06. März 2019 | von sadasha


      Eine entspannte Zeit war es aktuell auf dem Caenheide Gestüt. Die Turniersaison war vorbei und würde erst in ein paar Monaten wieder beginnen, keine Stute war für das kommende Jahr gedeckt und so bestand die tägliche Arbeit darin den Betrieb in Stand zu halten. Ein wenig auf den Kopf stellte uns das ganze nur die Ankunft gleich zwei neuer Schützlinge. Darlington, war eine besondere Trakehner Stute aus Irland, die wir durch Zufall beim Stöbern durch Verkaufsanzeigen gefunden hatten. Jeune Mariée hingegen war Franziskas wahr gewordener Traum eines bunten Trakehnerfohlens. Die beiden Stuten kamen in der gleichen Woche, nur wenige Tage versetzt auf dem Hof an und lebten sich derzeit ein. Die Quarantäne Zeit war bald vorüber und dann würde kein Zaun mehr bei der Kontaktaufnahme mit den Koppelfreunden stören. Franziska verbrachte viel Zeit damit ihr Stutfohlen einfach nur zu beobachten, das Fohlen ABC abzufragen. Immer wieder erinnerte ich sie daran, dass es auch noch andere Pferde auf dem Gestüt gab, die sich über ihre Zuneigung freuen würden. So widmete sie sich auch den anderen Jungpferden. Devotion, General und Pensive Cuddlepot waren bald bereit für die ersten Schritte in Richtung Beritt. Es war erschreckend wie groß die drei nun schon waren. Phoebe gesattelt und beritten zu sehen, brachte uns jedes Mal ins Staunen. Extra Sugar war da noch eine ganze Ecke kleiner, verspielter und unberechenbarer. Die Jüngste auf dem Gestüt, neben Marie. Gedankenversunken stand ich neben May Bee und verlas ihren dichten Schweif. Meine Frau konnte ich durch das offene Stallfenster bespitzeln. Sie lief draußen hin und her um die Koppeln ohne automatische tränken mit Wasser zu versorgen. Als ich meine Stute fertig geputzt und schon aufgesattelt hatte kam Franziska auf die Stallgasse und sah mich mit weitem Blick an. „Was ist los?“, fragte ich, unsicher darüber was sie wohl schockierte. Sie hob eine Hand um mir Einhalt zu gebieten. „Warte einen Moment, ich komme mit S'Cada mit!“ Hektisch wandte sie sich um und entspannte sich just in dem Moment, als sie sah, dass S'Cada mit Abschwitzdecke in ihrer Box stand. Das Putzen würde so ein wenig schneller gehen. Lächelnd beobachtete ich das Prozedere und kraulte May Bee an Hals und Schulter. Irgendwann fand ich genau den Punkt, der die Fuchsstute dazu brauchte sich lang zu strecken, den Kopf zu senken und das Gesicht zu einer lustigen Grimasse zu verziehen. Als sie dann auch noch anfing zu stöhnen lachte ich und hörte kurz auf. Enttäuscht wandte May Bee den Kopf zu mir um. Auch Franziska hielt kurz inne, ging dann jedoch in die Sattelkammer. Keine zehn Minuten später ritten wir uns in der Halle warm. Wir blieben nicht lange hier. Kaum waren die beiden Stuten warm ging es raus ins Gelände. Wir ritten bis hoch zum Wald und suchten die Wege aus, die noch trocken genug waren, damit wir das Tempo ab und an erhöhen konnten. Für S'Cada und May Bee war das am Ende des Ritts eine gelungene Trainingseinheit. Wir bewegten den Rest des Tages noch Vakany und Corde de la cerise. Die übrigen Pferde hatten heute frei und würden morgen bewegt werden. Wir ließen den Abend mit einem gemeinsamen Essen ausklingen und gingen dann ins Bett.
      Der nächste Morgen begann mit viel Sonne und entsprechend guter Laune. „Hengsttag.“, beschloss Franzi beim Frühstück. „Erst der Senior?“, schlug sie vor und funkelte mich begeistert an. Ich nickte und bereitete mich in Gedanken auf eine Springstunde mit
      Red Diamond vor. Er war der älteste Hengst auf dem Hof und lief keine Wettbewerbe mehr. Ab und an gab es noch Interessenten für einen Natursprung, doch er hatten hier ein weitestgehend ruhiges Leben und durfte bei uns bleiben, bis es irgendwann zu Ende geht. Nach dem Senior schnappten wir uns Cadeau und Ostid OC. Die zwei ritten wir in der Reithalle, wo wir abermals auf unsere Trainer trafen. Deo Volente und Sacred Assault wurden von ihnen gerade gearbeitet. Die Hengste verstanden sich nur minder gut und wir gingen uns so gut es ging aus dem Weg. Alltag im Umgang mit Hengsten, sie mussten trotzdem lernen auch bei Anwesenheit anderer Pferde, egal welchen Geschlechts, bei der Sache zu bleiben und ihren Job zu machen. Auch Focus war davon nicht ausgenommen, wenngleich er noch so jung war, dass wir nicht allzu viel erwarteten. Überraschender Weise arbeiteten heute vor allem diese beiden besonders fleißig mit und ließen sich nicht irritieren. Wir machten nach den eher eintönigen Trainingseinheiten auf Halle und Platz einen gemeinsamen Ausritt mit Thaurissan und Golden Samurai. Zwei Hengste, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Wir genossen die warme Sonne auf unseren Gesichtern und setzten nicht viel daran die Pferde zum arbeiten zu bekommen. Der leichte Wind machte den fast schon frühlingshaften Tag perfekt. Zumindest solange, bis sich unter die rauschenden Geräusche der Umgebung auch ein klägliches Jammern mischte. „Hörst du das?“, flüsterte Franziska und sah mich mit besorgter Miene an. Wir hielten die Hengste an und versuchten das Klagen zu orten. „Da!“, rief Franziska und deutete auf den Feldgraben. Ein sich bewegendes Bündel lag dort im Dreck. Wir stiegen ab und nahmen die Pferde mit, die uns nur unsicher folgten. Das Bündel war eine Leinentasche. Darin wuselten drei kleine Katzen. „Wer tut so etwas?“, fragte Franziska enttäuscht und nahm die Kätzchen eins nach dem anderen hoch. Sie waren dreckig und verschnupft. „Leg sie zurück in die Tasche, dann können wir sie einfacher transportieren.“, bestimmte ich und Franziska folgte meinem Rat. Wir machten uns sofort auf den Heimweg. Samurai war zum Glück ein wenig entspannter als Thaurissan, was das merkwürdige Bündel betraf. Ruhig ließ er sich führen und schnupperte ab und an an den Kätzchen, wenn sie besonders laut Maunzten. Mein brauner Hengst hingegen spielte sich ab und an so sehr auf, dass ich lieber ein paar Meter hinter meiner Frau ging. Ich konnte es dem Hengst nicht verübeln. Es sah merkwürdig aus, wenn sich die Katzen in dem Beutel hin und her bewegten, das könnte auch ein besonders agiles Alien sein! Zu Hause angekommen legten wir die Katzen in einem Wäschekorb ab und sattelten unsere Pferde ab und brachten sie in ihre Boxen. Erst dann schickte ich Franziska los mit den Katzen zum Tierarzt zu gehen und danach ins Tierheim. Ich kümmerte mich in der Zwischenzeit um Punchdrunk, Emrys und Thornheart. Die drei Reitponyhengste ritt ich nicht, ich steckte sie in die Führanlage und blieb dann mit meiner Frau über das Smartphone in Kontakt. Sie war so aufgeregt, schaltete sofort Anzeigen im Internet ob jemand die Katzen vermisste. Doch es war unter diesen Umständen recht eindeutig, dass die Katzen ungewollt waren. Man hatte sie ausgesetzt. Immer wieder fragte Franziska was für Menschen so eine Tat vollbrachten, wohlwissend, dass die Kätzchen auch hätten sterben könnten. Sie vergoss in der Nacht einige Tränen darüber und dachte sich viel zu sehr in die Materie hinein. Tröstend streichelte ich ihr über den Rücken und sagte gar nichts dazu. Egal was ich gesagt hätte, es wäre nicht richtig gewesen oder hätte die bösen Gedanken nur vertieft. „Ich möchte sie alle behalten, wenn sie überleben.“, beschloss Franzi. Auch das ließ ich unkommentiert. Wir würden noch genug Zeit haben diese Überlegung zu diskutieren, doch jetzt war dafür der falsche Zeitpunkt. Ich kümmerte mich am Tag darum meine Frau mit Arbeit abzulenken. Ich suchte für sie die Ponys aus, mit denen sie arbeiten sollte und ritt selbst ein paar der Großpferde. Am Ende waren Hibiskus, Pleasing und Eismärchen von ihr beschäftigt worden. Ich hingegen hatte mich um Stracciatella, Aphedril und Thavila gekümmert. Die Trainer hatten Arcany am Morgen gearbeitet. Nachmittags hatten sie dann Estrada Dourada und Senda Oscura rausgenommen. Die beiden Morganstuten waren auch für sie eine Herausforderung und Spaß zugleich. Wir hatten ihnen beigebracht wie sie mit ihrer zusätzlichen Gangart zu reiten waren und sie nutzten jede freie Minute um mit ihnen zu üben. Franzi und ich verbrachten den Nachmittag damit uns um die Kätzchen zu kümmern. „Das ist eine prima Vorbereitung auf eigene Kinder.“ Franziska schmunzelte und lächelte mich vielsagend an. „Ich dachte die Pferde sind unsere Kinder, reicht das nicht?“, fragte ich feixend. Ich sah ihr an, dass sie überlegte eine Diskussion zu starten, doch sie ließ es bleiben. Es hätte die Stimmung zu sehr gedrückt und deshalb bin ich ihr dankbar. Sie ließ mir die Zeit, die ich brauchte. Eigene Kinder waren ein großer Schritt, vor Allem wenn man nebenbei einen Betrieb führen musste. Konnten wir das überhaupt stemmen? Zeitlich? Vielleicht irgendwann, doch nicht jetzt, nicht in nächster Zukunft. Wenn mehr Personal da ist, die Einnahmen stabil sind. Kurz: Wenn der Betrieb auf einer stabilen Basis steht.
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  • Album:
    Gnadenweide | Pferdehimmel
    Hochgeladen von:
    sadasha
    Datum:
    24 Feb. 2019
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    Stute
    03. Juni | 8 Jahre
    Rasse Deutsches Reitpony
    Stockmaß/Endmaß 148cm
    Fellfarbe Fuchs
    Geno ee Aa Ff

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    Charaktereigenschaften
    zickig, launisch, eigensinnig, lieb verschmust, lernfreudig

    Beschreibung
    Arcany ist eine nicht gerade einfache Stute, sie hat meist ihren eigenen Kopf und es faustdick hinter den Ohren. Wenn ihr was nicht passt oder jemand Fremdes was an ihr macht, wird sie zickig und kann dann ziemlich unerträglich werden. Arcany, wie ihr Name schon sagt ist leicht arrogant und versteht sich nicht mit jeden. Doch wenn man sie kennt, ist sie die perfekte Partnerin und präsentiert eine wundervolle GGA . Sie ist sowohl Western aber auch Englisch gewohnt und deshalb sehr flexibel beim Reiten und Training. Durch das, dass sie so viel kennt und kann, ist sie für jeden Reitsport zu haben, bis auf das Fahren, das kann sich nicht, sie hasst es schwere Dinge zu ziehen oder zu transportieren. Man sollte definitiv aufpassen, da sie gerne mal ihren Reiter testet und ausprobiert wie weit sie gehen kann. Wenn man sie gut kennt, kann sie aber auch die perfekte Freundin sein, da sie dann an guten Tagen ziemlich lieb und verschmust ist. Arcany lernt ab und zu gerne was Neues, nur wenn sie gerade keine Lust hat, ist es schwerer ihr was beizubringen, doch irgendwann schafft man es doch und ihre Motivation ist wieder da. Man brauch viel Geduld mit der Fuchstute. Daher ist sie kein Anfängerpferd und eher was für die erfahrenen Reiter.
    Dazu ist es Recht schwer mit ihr zu züchten, da sie nur ungern fremde Hengste an sich lässt.


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    Trainingsplan
    Eingeritten ✔ | Eingefahren ✔

    Schleifenaufstieg | Trainingsaufstieg | Potential
    Oben = Joelle Qualifikation | Unten = Variationen

    Dressur E A L M

    Lektionen der Dressur: E A L LM LP M

    Springen E A L

    Show Jumping: E A* A** L

    Military E A L

    Geländestrecke: CIC/CCI* CIC/CCI**

    Distanz E A
    Distanzritte: EL EVG1

    Fahren E A L M

    Dressurprüfung: CAI-A1 CAI-A2 CAI-A4
    Ausdauerprüfung: CAI-M-A1 CAI-M-A2
    Hindernisfahren: CAI-C-A1 CAI-C-A2


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    Offiziell
    247. Dressurturnier
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    Inoffiziell

    Zuchtverband
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    August 2016
    Richtnote: 4.0


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    Von Tiva Wyanet
    Aus der Kovu


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    SK 408

    Eingetragene Zucht Caenheide

    Besitzer sadasha (Franziska Ziegler)
    VKR/Ersteller HuskyJenny


    Nachkommen

    Parwaaneh | Stute
    Accomplishment | Stute aus Zuckerwatte

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    Letzter Tierarztbesuch unbekannt
    Gesamteindruck unbekannt


    Letzte Zahnpflege überfällig
    Letzte Wurmkur überfällig
    Letzte Impfung überfällig


    Letzter Hufschmiedbesuch unbekannt
    Ausgeschnitten/Korrigiert nein


    Beschlag vorne keiner
    Beschlag hinten keiner


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