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Maleen

♛ All Pride | ♂ | Welsh B

♛ All Pride | ♂ | Welsh B
Maleen, 26 Okt. 2020
Gwen gefällt das.
    • Maleen
      Alte Berichte:
      Sammelpflegi für Biest und All Pride
      Heute fuhr ich schon um 10 Uhr zum Hof von kira um mich um Biest und All Pride Als ich ankam brachte ich Biest und Pride auf die Paddocks um die Boxen zu misten. Nachdem ich die Boxen fein säuberlich gemistet und neu eingestreut hatte holte ich Biest und band sie am Putzplatz an. Ich holte ihr Putzzeug und machte sie sauber. Sehr dreckig war sie nicht aber es muss sein. Nach dem putzen brachte ich sie auf den Paddock und ging wieder weg um Pride zu holen. Pride machte keine Probleme beim Führen eben so wenig beim Putzen und satteln. Nach dem Satteln holte ich meinen Helm und ging mit Pride in die Halle. In der Halle führte ich erst ein Paar Runden bevor ich aufstieg. Ich ritt Pride eine Halbe Stunde warm, dann gurtete ich nach und fing mit der Trabarbeit an. Im Trab ritt ich viele Wendungen da er noch nicht lange unter dem Sattel ist arbeitete ich nicht viel und hörte nach einer Stunde auf. Ich nahm Pride nach dem Reiten den Sattel ab und ließ ihn sich in der Halle wälzen. Dann fing ich ihn wieder ein und brachte ihn anschließend zum Putzplatz. Am Putzplatz angekommen nahm ich ihm die restlichen Sachen ab und putzte schnell über. Danach brachte ich ihn auf den Paddock und holte Biest. Biest putzte ich nochmal und holte dann ihren Longiergurt, ihre Ausbinder und ihren Kappzaum mit Trense. Als ich ihr alles àngezogen` hatte führte ich sie ins Roundpen und ließ sie sich erstmal warmlaufen. Nachdem sie warmgelaufen war gurtete ich nach und machte ihr die Ausbinder und Longe rein. Ich arbeitete viel im Schritt aber auch im Trab und Galopp. Als ich fertig war machte ich ihr alles ab und ließ sie sich wälzen. Dann führte ich sie wieder auf den Putzplatz und band sie an. Ich machte sie wieder sauber und brachte sie anschließend in die Box. Anschließend holte ich Pride und brachte ihn auch in den Stall. Dann machte ich das Futter, räumte die benutzten Sachen weg und gab dann den beiden ihr Futter über das sie sich eifrig her machten. Als ich mit allem fertig war verabschiedete ich mich von beiden und fuhr nach Hause.
      2079 Zeichen
      by AliciaFarina
      Pflegebericht
      Heute wachte ich erst spät auf, denn ich hatte die Nacht über schlecht geschlafen, weil ich heute ein neues Fohlen holen würde. Der kleine Hengst war ein echt sehr hübsch gescheckter Holsteiner. Da ich so spät aufgestanden ar musste ich mich nun umso mehr beeilen, da ich schon bald los musste um Valentine´s Candy Fireflies, wie sein voller Name lautete oder kurz Valentine, abzuholen. Mich angezogen und gefrühstückt hatte ich schnell. Jetzt eilte ich raus zum Stall und verteilte in einem Affentempo das Kraftfutter in die Raufen, während dessen sammelte ich die Heunetze, auch das von Valentines zukünftiger BoX, ein. Diese stopfte ich nun großzügig mit Heu voll und hängte sie wieder in den Boxen auf. Nachdem ich die Box von dem kleinen Hengst neu eingestreut hatte und die anderen Pferde auf die Weide gebracht hatte musste ich auch schon los. Nah einer kurzen Auto fahrt kam ich auf dem Hof an, der kleine ließ sich problemlos führen und in den Hänger bringen. Als ich los fuhr war ich erleichtert mich nun nicht mehr hetzen zu müssen ,und dass alles so unkompliziert geklappt hatte. Zuhause angekommen brachte ich den Kleinen in seine Box , wo er sich neugierig umschaute, und nach entdecken sofort auf das prall gefüllte Heunetz stürzte. Da er nun gut beschäftigt war konnte ich ihn beruhigt alleine lassen. Da ich noch etwas Zeit hatte schnappte ich mir nacheinander alle Pferdilies von der Weide und putzte sie. Schließlich ging ich auch noch kurz mit Juwel auf den Platz draußen. Wir übten Traversalen und den versammelten Galopp, welchen sie zum Ende hin schon schön zeigte. Nach dem Abreiten brachte ich Juwel mit ihrer weichen Abschwitzdecke in ihre Box, wo sie und Valentine sich intressiert durch das Gitter beschnupperten. Nachdem ich den beiden noch eine Möhre zu gesteckt hatte ging ich.
      Pflegebericht
      Um Punkt Sieben weckte mich mein Wecker mit einem lauten Schrillen. Seufzend über die allzu kure Nachtruhe stellte ich ihn ab und kletterte etwas mühselig und erschlafen aus meinem Bett. Nach dem Anziehen und Frühstücken war ich schon weitaus wacher und machte mich gut gelaunt auf zum Stall. Heute hatte ich mir viel vorgenommen, unter anderem würde heute Rumpelstielzchen, ein kleiner American Miniature Horse Hengst, bei mir einziehen. Ich hatte den kleinen vor kurzem von MayBee zusammen mit Flaschenzieherin, welche schon vor einiger Zeit eingezogen war und sich gut eingelebt hatte, gekauft.
      Endlich beim Stall angekommen bracht ich gleich alle Pferde auf ihre Koppeln, wo sie sich gierig auf das Gras stürzten und in Bocksprüngen über die Wiese tobten. Als ich mich endlich von dieser vor Lebensfreude sprühenden Szene trennen konnte, sagte mir ein Blick auf die Uhr, dass ich mich nun beeilen müsst um ummi rechtzeitig in Empfang nehmen zu können. Deshalb fing ich damit an seine Box herzurichten, deren Tränke zu kontrollieren und ein Heunetz aufzuhängen. Auch schaute ich mir kurz noch ein mal das daran grenzende Paddock an, um auch sicher zu sein, dass er nirgends durchschlüpfen und entwischen oder sich gar irgendwo verletzen könnte. Da dies nicht der Fall war konnte ich nun beruhigt mit den anderen Boxen weiter machen. Ich kehrte noch schnell die Stallgasse, ich würde die Pferde später also draußen putzen, auch weil das Wetter ja wirklich schön heue war. Die Sonne schien von einem strahlend blauen Himmel und es war wirklich die perfekte Temperatur zum Reiten oder anderen Aktivitäten draußen.
      Schon rollte ein Auto mit Hänger auf meinen Hof, lächeln lief ich der aussteigenden MayBee entgegen. Sie sagte mir noch etwas zu Rumpi, wobei ich den groß Teil schon wusste, denn wir hatten uns ja schon einige Male über ihn unterhalten, vor und nach dem Kauf, dann überreichte sie mir fast feierlich seine Papiere. Nachdem ich diese schnell weggelegt hatte ging ich vorsichtig in den Hänger, der kleine Mann schaute mich leicht misstrauisch an. Ohne mich davon irritieren zu lassen führte ich ihn bewusst ruhig, gewissenhaft und sicher aus dem Hänger, wodurch er um einiges relaxter wurde und sich immer noch ein wenig schüchtern, aber neugierig, in der neuen Umgebung umschaute. Rasch verabschiedete ich mich nett von MayBee, welche dann auch wieder fuhr. Langsam, damit er sich schon etwas umschauen konnte, aber auch zielstrebig, brachte ich Rumpi nun zu seiner Box. In dieser rannte er erst ein mal kurz auf das Paddock, bevor er wieder zurückkehrte um sich dem Heunetz zu zu widmen. Beruhigt über seine Gelassenheit in dieser neuen Situation ging ich nun zur Koppel. Ich würde zwischen durch würde ich mal nach ihm schauen.
      Mit Flaschi und Juwel im Schlepptau kam ich wieder zum Stall zurück. Die beiden Stuten verstanden sich gut und hatten sich auch brav, mit ein wenig Bestechung, aufhalftern und von der Weide holen lassen. Beim Putzplatz angekommen band ich beide an und ging dann schnell die Putzbox und Flaschis Sattelzeug holen. Ich wollte mit Juwel als Handpferd mit den beiden raus in den Wald gehen. Erst putzte ich Juwel über was sie auch, bis auf den Bauch über sich ergehen ließ, denn dort ist sie etwas kitzelig. Nach einigem Rumgezappel ihrerseits und rumgeschimpfe meinerseits, ließ sie sich dies aber doch etwas mürrisch gefallen. Beim putzen und Satteln hatten Flaschi und ich heute keine Probleme.
      Kurz danach saß ich schon auf ihr und es ging los, erst zockelten wir im Schritt vom Hof, damit sich die beiden erstmal auch an die neue Situation, denn meist ritt ich Juwel und nahm die andere Stute am Strick mit, gewöhnen konnten. Nach einem kurzen Weg über die Feldwege kamen wir auch schon bei meinem liebsten Waldweg an. Hier wollte ich nun auch mal versuchen zu traben und gab als Flaschi kurz entschlossen einen sanften Antipper. Damit Juwel nicht zurückfiel schnalzte ich für sie extra. Mit erfreuen stellte ich fest das sie sich unseren Tempo anpasst. Leise hörte man den Hufschlag auf dem Erdboden des Pfades, welcher ein schöner Rundritt durch den Wald war. Links und rechts blühten Blumen, welche jetzt im Sommerübergang fast täglich wechselten, so hatte ich dieses mal schon eine andere Blütenpracht als beim letzten Ausritt zu bewundern. Zwischendurch legte ich längere Schittpausen ein, in welchen ich mich noch mehr an den Natur erfreuen konnte. Nach eineigen Minuten des Galoppierens waren wir auch schon fast wieder am Stall. Etwas geschafft freute ich mich schon auf ein relaxtes longieren von einigen meiner anderen Pferd. Davor musste ich aber die beiden Ponydamen versorgen. Als diese glücklich mampfend in ihren Boxen standen, war ich auch schon auf dem Weg zum nächsten Pferd.
      Ich holte Biet von der Weide und putzte sie gründlich, dann zog ich ihr ihre Trense an und legte den Longiergurt auf. Als ich beim Roundpen angekommen, war bemerkte ich erst, dass ich die Ausbinder am Putzplatz hatte liegen lassen. So lief ich, mit ihr an der Hand, noch einmal zurück und holte diese. Das Longieren klappte gut, nach kurzer Zeit im Schritt und ein paar Trabschritt Übergängen konnte ich ihr die Ausbinder einschnallen. Biest lief schön locker und wölbte den Hals. Nach einem schnalzen und einem auffordernden hoch gehen der Peitsche fiel sie den Galopp, in welchen sie nach etwas längerer Zeit auch den Kopf senkte, so durfte sie wieder traben. Doch als ich sie in den Schritt parieren wollte weigerte sie sich und lief stur im Trab weiter, also trieb ich sie wieder in den Galopp an. Wenn sie schon nicht langsamer werden wollte, sollte sie sehen was sie davon hat. Als sie nach einiger Zeit war sie ganz schön geschafft und ging brav wieder in den Schritt. Da sie schon ziemlich verschwitzt war hörte ich auch bald, nach den ruhiger werden und ablaufen, auf und brachte sie in ihre schon vorbereitete und mit Kraftfutter versehene Box. Mit dem Gedanken die hälfte der Pferde bewegt zu haben ging ich zum Mittagessen.
      Nach dem Mittagessen schnappte ich mir meinen kleinen süßen Candy und ließ ihn zusammen mit Davour in der Halle laufen. Ich legte ein paar Trabstangen hin und ließ die beiden drüber hoppeln. Davour ging taktrein und schwungvoll über die Stangen, während Candy ein bisschen tollpatschig hinterher trottelte. Nah ein paar mal üben und einigen Leckerlies kam Candy auch schön brav jedes mal, wenn ich ihn rief. Während er sich dann mit dem großen, roten Ball, den ich mitgebracht hatte, beschäftigte übte ich mit Davour einige Kunststückchen. Er arbeitete auch gut und mit viel Spaß mit. Kompliment klappte schon fast fehlerfrei, so gut wie das Rückwertsrichten. Nach einigen weiteren Übungen hörte ich auf. Ich ließ die beiden noch in der Halle, hier könnten sie noch etwas toben.
      Ich holte meine beiden Pony Hengste und bracht sie erstmal zum Putzplatz. Die beiden waren schnell sauber gemacht, da sie sich nicht besonders dreckig gemacht hatten. Nur an Wild Dreams Abzeichen schrubbte ich länger herum. Mit einer Schere schnitt ich beiden, den schon etwas lang gewordenen, Schweif sauber ab. Dann kürzte ich wieder All Prides Mähne, da diese schon drohte um zu kippen. Nach dem ich dieses erledigt hatte holte ich die Kutschgeschirre der beiden. Nach ein bisschen Fummelei und erstellen der Schnallen, vorher hatten Juwel und Biest sie getragen, saßen die Geschirre gut an den beiden kräftigen Hengsten. Beide brachte ich nun zu meinem kleinen und leichten doppel Sulky. Ich hatte kaum noch Zeit mich rauf zu schwingen schon liefen die beiden eifrig und freudig los. Und ab ging es, wir nutzten die gepflasterten und betonierten Feldwege. Die beiden liefen gut zusammen, hatten einen sehr ähnlichen Schwung im Schritt und liefen gleichzeitig. Galoppieren wollte ich nicht mit den beiden, da sie nicht beschlagen waren, entweder würde ich sie nächstes mal auf dem Platz fahren, oder bis dahin waren sie schon beschlagen. Verschwitzt kam ich mit den beiden nach guten Zwei Stunden wieder auf dem Hof an. Den Sulky brachte ich mit beiden wieder in die Lagerhalle und spannte dann Pride und Wild aus. Die Geschirre nahm ich beiden ab und legte sie erstmal bei Seite, erst waren die Pferde dran. Kurz übergeputz und Hufe kontrolliert brachte ich beide in ihre schon fertig mit Futter bestatteten Boxen. Dann lief ich wieder nach draußen und holte die Geschirre ,welche ich in der Sattelkammer kurz mit Wasser abputzte, abtrocknete und dann mit Lederfett einrieb, bis ich sie wieder an ihren Platz hängte.
      Zu guter letzt holte ich noch meinen Tekken und Candy aus der Halle und brachte sie in den Stall. Ein kurzer letzter Kontrollblick in jede Box sagte mir, dass es allen gut ging. Also durfte nun auch ich ins Bett gehen.
      Pflege Bericht
      für Laheeb al Amara, Rumpelstielzchen, Valentine´s Candy Fireflies, Flaschenzieherin, Juwel der Stille, Wild Dream, All Pride, Davour, Biest
      Seufzend blieb ich noch ein bisschen liegen, nachdem mich mein Wecker mit einem schrillen Piepsen geweckt hatte. Irgendwann bewegte ich mich dann auch, wenn auch noch ein bisschen verschlafen, aus meinem Bett. Nach dem ich mein Frühstück vertilgt hatte stand ich schon bald fertig angezogen vorm Stall. Ich begrüßte alle Pferde während ich ihnen ihre Frühstücksration an Futter und Heu verteilte. Während sie nun fraßen suchte ich schon mal Laheeb al Amaras Sattelzeug zusammen. Sie war schnell fertig mit ihrem Futter, und so konnte ich bald mit ihr unsere heutige Dressurarbeit, nachdem sie fertig gesattelt und geputzt war, auf dem Platz beginnen. Sie machte sich schon recht gut, nur wurde sie heute ein wenig von Geistern abgelenkt, sie war halt ihrer Rasse typisch ein bisschen guckig. Als wir fertig waren hatte sie ganz schön geschwitzt, daher legte ich ihr ihre Abschwitzdecke auf, bevor ich sie auf die Weide ließ. Ich holte noch Rumpelstielzchen und Valentine´s Candy Fireflies aus ihren Boxen um sie, nachdem ich sie geputzt hatte, zu Amara auf die Weide zu stellen, sie hatten heute ihren freien Tag. Ich ging wieder zum Stall zurück wo noch einige Pferde warteten, brav ließen sich Flaschenzieherin und Juwel der Stille, nach dem Putzen, in die Führanlage bringen. Danach holte ich Wild Dream aus seiner Box und machte ihn fertig, mit ihm wollte ich heute etwas Springen. Die Springstunde klappt besser als erwartet, wahrscheinlich war das letzte Mal eine meiner Stuten rossig gewesen, was ihn abgelenkt hatte. Obwohl er nur bis E im Springen ausgebildet war flog er auch beinahe perfekt über höhere Hindernisse, ich freute mich schon auf das nächste Springturnier mit ihm. Nach dem Reiten brachte ich ihn auf die Hengstweide mit Paddock, wo er sich erst mal im Staub wälzte. Gut gelaunt ging ich zur Führmaschiene um meine beiden Stuten raus zu holen und sie auch auf die Weide zu entlassen. Danach kamen All Pride und Davour in die Führanlage, vor allem Davour brauchte jetzt nach einer längeren Pause wieder Muskelaufbau. Mit Biest ritt ich aus. Das Gelände um meinen Hof war perfekt dazu, auch gab es im nahem Wald eine gut instand gehaltene Military Strecke. Auf dieser versuchten wir uns jetzt und mein kleines Stütchen fetzte wie eine Weltmeisterin durch den Parkour und flog über die Hindernisse. Nach diesem Ritt war auch ich kaputt, aber ich konnte mich nicht wie jetzt Biest bei den andern Pferden auf der Weide ausruhen, sondern musste noch alle Boxen ausmisten. Als dieses endlich getan war durften auch die beiden Hengste aus der Führanlage auf die Koppel und ich ging erst mal nachhause. Abends kam ich wieder und brachte die Pferde für die Nacht in ihre Boxen, wo auch schon ihr Abendessen wartete.
      Pflegebericht für alle Weidepferde
      Verschlafen streckte ich mich, als ich durch das hereinfallende Licht der Sonne geweckt wurde. Heute würde ein perfekter "Pferde-Tag" werden, verriet mir die Sonne beim Hochziehen der Rollladen. Noch etwas verschlafen zog ich mich an und wanderte dann in die Küche um mir mein Frühstück zu machen. Dieses am essen, wanderte ich dann in den Stall. Dort begrüßten mich meine Schatzis schon mit freudigen, vielleicht auch das Früstück fordernden, wiehren. Ich begab mich also in die Sattelkammer, welche gleichzeitig als Futter- und Eimerlager diente. Mit den Eimern bewaffnet ging ich wieder in die Stallgasse um den Herren und Damen ihr Frühstück zu servieren. Während alle mit fressen beschäftigt waren begann ich die Heunetzte auf zu füllen. Als ich damit fertig war hatten die ersten schon ihre Eimer geleert, welche ich nach dem auswaschen, denn jeder weiß wie ekelhaft getrocknete Pferdesabber ist, wieder in der "Futterkammer" verstaute. Zurück kam ich mit den Halftern von Rumpelstielzchen, Valentine´s Candy Fireflies und Flaschenzieherin. Als die vier fröhlich auf der Weide rum hopsten brachte ich auch meine drei Hengste Davour, All Pride und Wild Dream( Rumpelstielzchen war einfach so ein Knirps das man ihn nicht dazu zählen konnte) auf eine der Weiden. Mit den im Stall verbliebenen wollt ich mich heute näher beschäftigen, auch musste ich heute daran denken ein neues Pony abzuholen.
      Erst machte ich Pangäa fertig, heute wollte ich schauen wie und ob sie Springtechnisch begabt war. Sie war noch nicht lange bei mir im Stall, doch hatte sie sich schnell eingelebt und in Laheeb, meiner Araber Stute eine gute Freundin gefunden. Sie liebte es zusammen mit Laheeb und der auch relativ neuen Famiha über die Weiden zu fetzten. Da sie noch sehr jung war zappelte sie nun schon ungeduldig herum. Auf dem Platz angekommen merkte ich schnell, dass ihr Herz wohl eher für´s Springen als die Dressur schlug, was mich sehr erfreute, denn meine beiden Araber Stuten waren von Sprüngen leider nicht sonderlich begeistert. Nach einer vollen Stunde hörten wir auf, und ich brachte meine hübsche Stute auf eines der Paddocks.
      Nach einigem Überlegen ging ich mit Laheeb ins Dressurviereck, während meine drei Hengste und Flaschenzieherin sich in der Führmaschiene etwas bewegten. Im Gegensatz zum letzten Training klappten die Traversalen beinahe perfekt, sie hatte nun keine Schwierigkeiten mehr damit ihre Beine zu koordinieren. Sie arbeitete fleißig mit und wir schafften zu Ende hin sogar eine fehlerfreie Drehung auf der Hinterhand. Nach dem Abreiten brachte ich sie zu ihrer liebsten Pangäa auf das Paddock. Danach brachte ich die Pferde aus der Führmaschiene in ihre Boxen.
      Kurze Zeit später hatte ich meinen Hänger her gerichtet und war auf dem Weg um eine kleine Welsh B Stute abzuholen. Auf dem Hof angekommen lud ich Drachenlady nach kurzer Absprache mit Jackyline ein. Während der Fahrt verhielt sie sich ruhig und auch als ich sie auslud machte sie einen entspannten Eindruck. Ich brachte sie in nun ihre Box, wo sie sich nach kurzem beschnuppern dem Heu zu wandte. Schließlich brachte ich noch die restlichen Pferde in ihre Boxen.
      Pflegebericht für alle Weidepferde
      Bei schön sonnigen, aber dennoch sehr kaltem, Winterwetter kam ich an den Stall. In den nächsten Tagen sollte es schneien. Doch jetzt konnte man sich das erst schwer vorstellen, denn die Sonne hatte wie es schien noch einmal all ihre Kraft gebündelt und strahlte vom blauem Himmel. Kleine Atemwölckchen stiegen auf, verschwanden aber beim Betreten des Stalles. Die Massigen Pferdekörper hielten ihn warm. Ungeduldig warteten sie auf Bewegung und Arbeit. Als erstes brachte ich Asfari Sharin, Rumpelstielzchen und Valentine´s Candy Fireflies auf die Weide. Gras war zum fressen nicht mehr genügend da, aber zum Toben war es noch ideal. Sie sollten, solange der Boden noch nicht von Schnee aufgeweicht war, noch richtig Auslauf bekommen. Denn obwohl das Paddock sehr groß war, hatte es nicht die beinahe endlos scheinenden Weiten der Koppel. Asfari hatte seine Decke auf, da er nicht viel Winterfell bekommen hatte, was leider Araber-typisch war. Aber dank dieser konnte er auch bei Kälte ohne die Gefahr sich zu Erkälten raus. Mein kleiner Miniature Horse Hengst quietschte vergnügt und übermütig herum, währen Candy ebenso wild hinter ihm her jagte. Auch Asfari beteiligte sich nach kurzer Zeit am Getobe. Nach dem ich eine Weile den dreien zugesehen hatte, ging ich doch, denn der Tag war kurz und ich hatte noch einiges im Stall zu machen. Erst kümmerte ich mich um das Ausmisten der Boxen der dreie. Ich war recht schnell fertig, denn jetzt war ich noch frisch und voller Energie. Später würde sich das bestimmt ändern… Als ich fertig war und auch in jeder Box frisches zum fressen Heu lag, brachte ich Laheeb al Amara auf eine andere Weide. Danach machte ich flott meine süße dicke Maus Flaschenzieherin fertig, putze auch Drachenlady und zog ihr ihre Trense an. Dann ging ich mit den beiden, Lady als Handpferd mitführend, ins Gelände. Mit meinen beiden treuen Seelchen tüddelte ich so durch die Umgebung meines Hofes. Ein bisschen durch den Wald und ein bisschen durch die Felder. Auch als ein Trecker laut rumorend an uns vorbei rollte blieben sie ruhig. Nur vor einem auf flatternden Vogel erschreckte sich Flaschi genauso wie ich, aber dank Ladys Ruhe war sie sofort wieder gelassen. Nach ein paar Stunden kamen wir dann endlich wieder ein getrödelt und ich brachte die beiden zu Laheeb auf die Wiese. Dann machte ich Wild Dream, mein Pony Hengst mit seiner prachtvollen Halsmuskulatur, die jeden Andalusier vor Neid erblassen lässt, für die Dressurarbeit fertig. Es sollten sich endlich die Erfolge einstellen, doch ich war mir sicher, dass er das trotz seines fortgeschrittenen Alters bald schaffen würde. Er war am Anfang etwas widerspenstig, doch nach einer Weile ging er ganz gut. Wir machten einige Bahnfiguren wie Zirkel und Schlangenlinien oder aus der Ecke kehrt. Die Zeit war schnell rum und ich ritt ihn, nachdem ich eine Abschwitzdecke über seinen in der Kälte dampfenden Körper geworfen hatte, noch einige Minuten trocken, bevor ich ihn kurz auf dem Paddock, in eine Decke gehüllt, zwischenparkte, bis ich seine Box fertig hatte. Als er wieder in dieser stand nahm ich ihm seine Decke wieder ab und wandte mich dem nächsten Pferd zu. All Pride war schon ganz hibbelig als ich ihn rausholte, als ich dann die letzte Schnalle der Trense schloss wollte er schon alleine zum Platz düsen, doch ich hielt ihn noch auf. Aufgesessen wärmte ich ihn erst mal lange auf und ritt bevor ich mit ihm Sprang viel Trab und auch viele Trab-Schritt-Trab Übergänge. Ein paarmal brach er mir aus, dann verlängerte ich die Phase bevor wir springen würden noch einmal. Als wir dann endlich zu Springen kamen machte er seine Sache wundervoll. Geschafft kam auch er nach dem Reiten auf das Paddock. Ich wollte erst das letzte Pferd für den heutigen Tag bewegen, bevor ich die Restlichen Boxen sauber machen würde. Also schnappte ich mir schnell Davour, putzte und sattelte ihn und begann dann mit etwa lockerer Dressurarbeit ich ritt viel v/a um seine Rücken und Halsmuskulatur zu stärken, die sich leider immer wieder schnell Abbaute. Nachdem auch er KO war und bei den andern beiden Hengsten auf dem Paddock stand, machte ich daran die letzten Boxe aus zu missten. Dann brachte ich alle Pferde wieder in ihre Boxen. Beim Futter verteilen machten sie wie immer ein schreckliches Theater, als alle dann aber glücklich am fressen waren, kehrte Ruhe ein. Ich räumte noch schnell ein wenig auf, fegte die Stallgasse und dann ging ich. Draußen war es schon dunkel und er roch nach Schnee. Der Winter würde bald kommen.
      Pflegebericht für Davour, All Pride, Wild Dream, Valentine’s Candy Fireflies, Flaschenzieherin, Rumpelstielzchen, Laheeb al Amara, Drachenlady, Asfari Sharin:
      Heute rief Kira mich an. Sie war eine Bekannte von mir, und lud mich ein, zu ihr zu kommen, und ihr zu helfen, sich um die Pferde zu kümmern. Ich willigte ein, denn ich hatte für den Tag noch nichts geplant, und freute mich über etwas Abwechslung vom Alltag. Kaum war alles abgesprochen, setzte ich mich auch schon ins Auto und fuhr los. Auf dem Hof angekommen, erwartete Kira mich bereits, und führte mich herum, damit ich alle Pferde, dessen Zubehör und die Anlagen fand. Nach der Führung teilte sie mir die Pferde zu, mit denen ich heute arbeiten würde. Ich merkte mir die neun Namen, und suchte mir dann für den Anfang den Apfelschimmelhengst Asfari Sharin aus. Um sein Halfter zu holen, ging ich zunächst in die Sattelkammer. Diese war sehr ordentlich, und so fand ich schnell sein Halfter und seinen Putzkasten. Dann holte ich den Junghengst. Zuerst kraulte ich ihn ein wenig, zur Gewöhnung an mich, und dann ging ich mit ihm zum Putzplatz, wo ich anfing ihn zu putzen. Zuerst nahm ich eine Wurzelbürste, da er nicht sehr dreckig war, und reinigte das Fell, anschließend kämmte ich Mähne sowie Schweif, und kratzte die vier Hufe aus. Er blieb während der Prozedur die ganze Zeit still stehen und genoss es sichtlich. Da er nun aber sauber war, ging ich mit ihm am Halfter den Weg hinunter zum Reitplatz, wo ich ihm das Halfter abnahm. Erst schaute Asfari ein wenig irritiert, als ich jedoch einmal schnalzte, rannte er los und bockte ein wenig. Ich schaute lachend zu, wie der Hengst sich austobte, und welch enorme Kraft er dabei zeigte. Nach einiger Zeit fing ich ihn wieder ein, und brachte ihn zurück in seine Box, wo ich ihm noch etwas Kraftfutter gab, bevor ich wieder in die Sattelkammer ging. Als Nächstes entscheid ich mich, die kleine Stute Drachenlady zu versorgen. Ich holte auch ihr Halfter und ihren Putzkasten, und ging zu ihrer Box. Da sie eigentlich gar nicht dreckig war, putzte ich sie nur schnell in der Box mit einer Kardätsche über, und kratzte Hufe aus. Außerdem verlas ich ihren Schweif sorgfältig und bürstete ihre Mähne. Bei ihr wurde mir gesagt, dass sie sehr lieb sein solle, weswegen ich nur in der Sattelkammer ihre Trense holte, sie in der Box trenste, wobei sie das Gebiss super annahm, und ich sie so dann hinaus auf den Hof führen konnte. Da die Stute sehr klein war, gelang es mir ohne Hilfsmittel auf ihren Rücken zu gleiten, und ich konnte schnell zu einem kleinen Ausritt starten. Ich wählte einen Weg, der in den Wald hinein führte, in der Hoffnung, dort etwas vor der Hitze geschützt zu sein. Mein Plan ging auf, und ich konnte im kühlen Wald etwas entspannen. Auf geeigneten Wegen trabte oder galoppierte ich auch mal ein Stück, jedoch wollte ich nicht allzu lange weg sein, weswegen ich schnell wieder drehte, und zurück zum Hof ritt. Dort angekommen trenste ich die Stute ab, brachte sie in ihre Box, und gab auch ihr noch etwas Kraftfutter gab. Nun hatte ich nur noch sieben Pferde zu versorgen und beschloss als Nächstes die Vollblutaraberstute Laheeb al Amara zu reiten. Die Stute stand gerade auf dem noch vom Regen durchgeweichten Paddock, weswegen sie von einer dicken Schlammschicht umgeben war. Ich stöhnte schon bei dem Gedanken an die lange Putzaktion, die das ganze nun geben würde, beschloss aber es durchzuziehen. Also holte ich die Stute und brachte sie an den Putzplatz. Dort band ich sie an und holte mir zunächst den Federstriegel, um die Matschklumpen aus dem Fell zu bekommen. Dies dauerte circa eine halbe Stunde, bevor ich überhaupt anfangen konnte mit der Kardätsche zu bürsten und anschließend die Hufe sowie Mähne und Schweif zu säubern. Weil ich nun schon so lange gebraucht hatte, um sie zu säubern beschloss ich, dass die Stute heute frei haben würde, und ich sie nur ein wenig verwöhnen wollte. Um das Verwöhnprogramm abzuschließen bekam sie noch eine kurze Massage, bevor ich sie zurück in ihre Box brachte. Nach dieser aufwändigen Putzaktion hatte ich nun nicht mehr viel Lust auf ein dreckiges Pferd, und suchte nach einem unkomplizierten, recht sauberen Pferd. Da fiel mir beim Vorbeigehen an den Boxen, bei einem Blick aus dem Fenster, ein kleines American Miniature Horse Hengst auf. Der Fuchsschecke stellte sich als Rumpelstielzchen heraus, um den ich mich so oder so noch kümmern sollte. Da dieser auch komplett sauber war, holte ich nur schnell ein Halfter und einen Hufkratzer aus der Sattelkammer, kratzte seine kleinen Hufe aus, was sehr schnell ging, und halfterte ihn auf. Da ich ja viel zu groß war, um den kleinen Kerl zu reiten, ging ich zu Fuß mit ihm eine Runde in den kühlen Wald. Sobald ich auf weichen Wegen meine Schritte verlängerte, trabte der kleine Rumpi mit kleinen Trippelschritten neben mir her. Einmal versuchte ich zu sprinten, sodass er neben mir her galoppierte, jedoch ging mir bald die Puste aus, und ich drehte um. Schon bald waren wir wieder am Hof angekommen und ich gab ihm noch ein paar Leckerlis, bevor ich ihn wieder auf die Koppel brachte, wo er sich prompt wälzte, und sich dabei ziemlich einsaute. Ein bisschen ärgerlich, allerdings auch halb lachend ging ich nun zu Flaschenzieherin. Auf sie freute ich mich auch besonders, denn ich hatte noch nie mit einem Dülmener Wildpferd zusammen arbeiten. Auch sie war nicht sehr schmutzig, außer ein paar verklebten Stellen im Fell, weswegen es bei ihr auch reichte, dass ich sie grob überputze. Ich kratzte noch ihre Hufe aus, bevor ich mit ihr in den Roundpen ging. Ich wollte testen, wie solche ehemaligen Wildpferde auf die Signale der Menschen reagieren, ob sie anders verstehen, als die Pferde, die vom Menschen gezüchtet wurden, oder ob sie relativ gleich sind. Sie stellte sich schon im Schritt als sehr aufmerksam heraus, jedoch nahm sie Signale nicht anders als unsere "Hauspferde" an. Ich arbeitete also mit ihr ganz normal im Schritt, Trab und Galopp, wobei sie mir jedoch einmal durchging, was aber ja im umzäunten Roundpen nicht weiter schlimm war. Dann brachte ich sie zurück in ihre Box, und brachte ihr Halfter, sowie ihren Putzkasten zurück in die Sattelkammer. Dort stand dich nun zuerst etwas ratlos vor all den Halftern und wusste nicht so recht, wen ich nun als nächstes holen sollte. Dann jedoch stach mir ein Name ins Auge: Valentine’s Candy Fireflies. Sein Halfter war sehr klein, weswegen ich wieder ein American Miniature Horse erwartete. An seinem Namensschild stand ebenfalls, wo er sich gerade aufhielt, also ging ich zu dem Paddock, wo ich ein Braunscheckfohlen vorfand. Im ersten Moment war ich ein wenig überrascht, fing mich jedoch wieder relativ schnell, und ging zu Valentine hin. Dieser war erst etwas misstrauisch, als ich ihn jedoch mit einem Leckerli lockte, kam er sofort an und fraß mir aus der Hand. Von dem Moment an, konnte ich ihn überall berühren, und dürfte ihn auch auf halftern. Innerlich war ich ein wenig über das verfressene Fohlen am lächeln, jedoch war ich froh ihn nun am Halfter zu haben. Auch mit ihm ging ich hinunter zum Roundpen wo ich ihn ein wenig im Schritt, Trab und Galopp laufen ließ, bevor ich ihn zurück auf seinen Paddock brachte. Auch seine Sachen brachte ich wieder in die Sattelkammer, und nahm dort direkt das Halfter von Wild Dream mit. Der imposante Hengst stand auf der Weide, und schaute mich schon von weitem neugierig an. Er hatte eine lange Mähne, die ich direkt auf der Weide anfing zu kämmen. Auch sein Schweif viel lang, und dick bis auf den Boden. Ihn verlas ich, und kratzte danach Wilds Hufe aus. Sein Fell bürstete ich grob mit der Wurzelbürste, und dann halfterte ich ihn auf, ging mit ihm zum Laufband und führte ihn hinauf. Wild kannte das Ganze und fing sofort gehorsam an im Schritt zu laufen. Ich ließ ihn dort eine Weile drauf laufen, machte unterdessen eine kleine Pause, und holte ihn dann wieder rein in seine Box, wo ich ihm schon Kraftfutter vorbereitet hatte. Da ich nun kaum noch Zeit hatte, holte ich die beiden Hengste All Pride und Davour zusammen, und stellte beide an den Putzplatz. Dort bürstete ich beide mit dem Striegel und der Kardätsche, bevor ich die insgesamt acht Hufe reinigte und bei den beiden Hengsten Mähne und Schweif bürstete. Anschließend zog ich dem eher temperamentvollem All Pride seine Trense an, die ich vorher aus der Sattelkammer geholt hatte, und holte noch schnell zwei Paar Springglocken, und ein langes Führseil für Davour. Alles legte ich, und stieg dann auf All Pride auf. Mit Davour als Handpferd ritt ich auch mit den beiden Hengsten zum Wad. Allerdings ritt ich mit ihnen diesmal in eine andere Richtung, wo ich traumhafte Wege zum galoppieren und traben vorfand. Dies nutzte ich natürlich aus, sodass ich mit den beiden viel Strecke zurücklegte. Bald jedoch fing es an zu dämmern und ich musste umkehren. Auf dem Rückweg ließ ich beide nochmal ein wenig galoppieren, bevor ich sie zum Schritt durch parierte, und gemütlich im Schritt zurück zum Hof ritt. Dort versorgte ich die beiden noch, gab ihnen Futter, und räumte zum Schluss noch alles weg, was ich liegen lassen hatte über den Tag, dann verabschiedete ich mich von Kira und fuhr zurück nach Hause.
      Zeichenanzahl: 9222
      Vertretung für Kira
      (c) Gwen
      Um 6 Uhr klingelte mein Wecker und riss mich aus meinem Tiefschlaf. Ganz und gar nicht munter stand ich auf und machte mich auf den Weg zum Bad, um mich fertig zu machen. Kürzlich hatte sich wieder jemand auf meine Anfrage gemeldet und so hatte ich es heute mit 15 Pferden zu tun, da sollte man schon relativ früh beginnen. Deshalb wollte ich schon vor um acht auf dem Gestüt von Kira ankommen. Schnell frühstückte ich und schaute aus dem Fenster, wo es Gott sei Dank nicht regnete, sondern die Sonne schien und sich ein blauer Himmel zeigte. Dann packte ich meine sieben Sachen zusammen inklusive mein Mittagessen und machte mich auf den Weg. Eine halbe Stunde später stand ich auf dem Gestüt Milky Way und wurde von einer freundlichen jungen Frau begrüßt. Kira zeigte mir noch schnell alles und ging auf das ein oder andere Pferd ein, ehe sie schon los musste. Heute stand bei ihr eine Familienfeier an, welche noch einiges an Vorbereitung bedurfte, aber ihre Pferde sollten darunter nicht leiden. Kira hatte ihre Pferde bereits gefüttert, so dass ich mich nun darum kümmern konnte, dass alle auf ihre Weiden kamen. Dafür hing am schwarzen Brett extra ein Weideplan und dank der Boxenschilder lief auch alles problemlos ab. Als alle Pferde auf den Weiden standen, machte ich mich erst einmal an die Stallarbeit, denn es galt 15 Boxen auszumisten. Da Kiras Pferde aber nur nachts in den Boxen standen, war ich relativ schnell fertig und musste nur noch das neue Stroh und das Heu verteilen, ehe ich mich an meine eigentliche Aufgabe für heute machen würde.
      Ich wollte den Tag ein wenig ruhiger angehen lassen, weshalb ich entschieden hatte, erst einmal etwas mit Kiras Miniature Horse Rumpelstielzchen zu machen und danach ihr Fohlen Candy Fireflies zu bespaßen. Doch zuerst holte ich den kleinen Schecken von der Weide und band ihn am Putzplatz an. Kira hatte mir gezeigt, wo ich in der Sattelkammer die Putzboxen fand und so entdeckte ich auch schnell die des kleinen Hengstes. Ich begann ihn gründlich zu putzen, auch wenn er beim Hufe auskratzen versuchte mich zu ärgern. Als Strafe machte ich mich dann noch daran, seine dicke und lange Mähne einzuflechten. Meiner Meinung nach konnte sich der spanische Zopf danach auch sehen lassen, denn ich fand ihn wirklich schick. Dann schnappte ich mir das Knotenhalfter, was in Rumpelstielzchens Spind lag und suchte mir noch eine längere Gerte, um dann mit dem Pony in die Halle zu gehen. Dort begann ich, mit ihm einige Zirkuslektionen auszuprobieren. Zu Beginn klärten wir die Rangordnung, welche auch schnell klar war. Dann versuchte ich Rumpelstielzchen zu motivieren, mir immer zu folgen, was mir auch durch Leckerlies gut gelang und der Kleine anscheinend Spaß an den Spielen zu finden schien. So hatte ich ihm auch schnell beigebracht, zu Steigen, wenn ich es wollte und dass er mit dem Kopf schüttelte, wenn ich es tat. Es war wirklich lustig, mit dem Hengst zu arbeiten. Nachdem er so lange aufmerksam gewesen war, ließ ich ihn noch ein wenig durch die Halle toben und baute stattdessen schon einmal Trabstangen und ein Cavaletti auf, denn ich wollte nachher mit der Jungstute ein wenig Bodenarbeit machen. Ohne Probleme ließ sich der Miniaturehengst wieder einfangen und auf die Weide bringen. Ich gab ihm noch ein Leckerli zum Abschied und holte mir dann das Halfter von Fireflies.
      Da er das einzige Fohlen war, stand er mit auf der Hengstweide und schien diese auch gerne mal aufzumischen, zumindest machte er sich gerade wieder einen Spaß daraus, den kleinen Pride zu ärgern. Dennoch ließ er sich ohne Probleme von der Weide holen und auch beim Putzen war er relativ brav. Auch wenn er anscheinend gerne mal das Fohlen-ABC zu vergessen schien. Lediglich das Hufe geben bei den Hinterhufen schien noch nicht ganz zu sitzen, so dass ich dies explizit noch übte. Danach holte ich einen Kappzaum und eine Longe, um dann mit ihm in die Halle zu gehen. Die Stangen lagen auf dem Mittelzirkel, also ging ich auf den Vorderen und wärmte Fireflies erst einmal im Schritt und Trab auf beiden Händen auf, ehe wir uns an die Gymnastizierung machen würden. Anfangs schien Fireflies den Stangen auch nicht zu trauen, aber das legte sich dann allmählich, nachdem er einige Male über die Trabstangen gelaufen war. Beim Cavaletti schnappte ihn der Übermut und er sprang voller Motivation darüber, so dass er dann auch einige Runden galoppieren und springen musste. Nach einer halben Stunde war er deshalb auch ziemlich k.o. Ich lobte ihn ausgiebig und er durfte sich, genauso wie Rumpelstielzchen, noch ein wenig austoben. Fireflies wälzte sich außerdem noch ausgiebig und ärgerte mich, als er sich nicht einfangen ließ. Ich war froh, als das quirlige Fohlen wieder auf der Weide stand.
      Der nächste auf meiner Liste war Davour, ein schlanker Achal Tekkiner Hengst, welcher für seine weichen Gänge bekannt war. Ihn nahm ich direkt mit, nachdem ich Fireflies in seine Freiheit entlassen hatte. Davour war sehr menschenbezogen und schien sich zu freuen, dass ich mich mit ihm beschäftigte. Auch beim Putzen und Satteln war er ein Sonnenschein, auch wenn es ihm anscheinend nicht schnell genug gehen konnte. Doch Geduld musste auch er haben. Ich holte mir noch schnell meinen Reithelm und wanderte dann samt Pferd in die Halle. Dort gurtete ich nach und stellte die Steigbügel ein, ehe ich mich in den Sattel schwang und einige Runden im Schritt am langen Zügel ritt, um Davour aufzuwärmen und mich an ihn zu gewöhnen. Nach 10 Minuten nahm ich die Zügel auf und begann, Handwechsel und Volten zu reiten, um den Hengst allmählich abwärts zu stellen, aber auch ordentlich vorwärts zu reiten. Auch nahm ich schon Verstärkungen und Versammlungen mit rein, damit er stets aufmerksam blieb, ehe wir in den Trab wechselten. Als wir uns auch dort erwärmt hatten, nahm ich die Trabstangen hinzu, damit für Davour ein wenig Abwechslung auftauchte und dem Hengst schien das auch äußerst viel Spaß zu machen. Seine Gänge waren wahrlich ein Traum und er ließ sich einfach wunderbar reiten! Auch im Galopp konnte ich ihn gut sitzen und da er heute einen guten Tag zu haben schien, sprang ich auch mit ihm ein wenig über das Cavaletti. Nach anfänglichen Startproblemen, lief auch das reibungslos ab. Nach einer Stunde ritt ich den verschwitzten Hengst ab und brachte ihn wieder zum Stall. Dort erlöste ich ihn von seiner Ausrüstung, putzte noch einmal drüber und spritzte ihm die Beine ab, ehe auch er wieder auf die Weide durfte.
      Da ich gerade noch die Motivation auf ein wenig Training hatte, holte ich mir direkt All Pride, einen jungen Welsh B Hengst. An seiner Box hingen drei Schleifen, also schien er trotz seinem jungen Alters schon recht erfolgreich gewesen zu sein. Anfangs schien er auch ein äußerst Braver zu sein, bis wir an der Stutenweide vorbeiliefen, da driftete sein Benehmen ein wenig ab, doch ich hatte ihn schnell wieder unter Kontrolle. Am Putzplatz machte ich auch ihn fertig, was gar nicht so leicht war, da Pride total staubig war und ich zu tun hatte, ihn sauber zu bekommen. Doch nachdem das geschafft war, konnten wir uns endlich auf den Weg in die Halle machen. Dort passte ich wieder alles an und schwang mich dann auf den kleinen Hengst. Seine Ponygänge waren so viel anders als Davours schwungvollen Schritte! Dennoch war Pride äußerst angenehm zu reiten und er war stets aufmerksam. Nachdem wir warm waren, ritt ich auch ihn wieder sehr abwechslungsreich und versuchte ihn stets in einer lockeren Anlehnung zu reiten. Als wir im Galopp waren, sprang ich auch mit ihm und man merkte, dass er Springturniere ging. Er zog vor dem Hindernis beträchtlich an, wusste aber genau wie er springen musste, denn seine Manier war einwandfrei. Dennoch wurde er mir nach einer gewissen Zeit zu hitzig, so dass ich noch ein wenig Dressur ritt und ihn dann wieder abritt. Der Hengst durfte dann noch ein wenig in der Halle herumwühlen, während ich die Stangen umbaute und eine Springgasse errichtete, denn der nächste Punkt auf meiner Liste würde das Freispringen mit den Ponys sein. Also putzte ich dann nochmal Pride, verstaute seine Ausrüstung und brachte ihn wieder auf die Weide, wo er sofort zu grasen begann.
      Für die erste Runde Freispringen wählte ich die drei Hengste Wild Dream, Club Can't Handel me und Asfari Sharin. Die beiden Ponyhengste würden das Springen schon gewöhnt sein, während der Araber noch nicht eingesprungen war. Deshalb würde er nur die niedrigen Sprünge mitmachen. Doch zuerst putzte ich die drei gründlich, was ein Weilchen dauerte, ehe sie sich in der Halle noch einmal bewegen durften, damit die Muskeln sich aufwärmten. Dann begannen wir mit einer Kombi aus Trabstangen und am Ende ein Cavaletti. Als erster durfte Wild Dream springen, was er auch einwandfrei machte. Club folgte ihm ohne Probleme und überwand die Kombi fehlerfrei. Lediglich bei Sharin gab es einen Beinsalat, weshalb er die Kombi direkt noch einmal nehmen durfte und dann zu verstehen schien, was er machen musste. Danach tauschte ich die Trabstangen durch drei weitere Cavaletti aus. Wieder überwanden die Ponys die Hindernisse ohne Probleme und auch der Araber stellte sich nicht mehr gar so dumm an, so dass wir das letzte Hindernis erhöhen konnten und so eine Steigerung drin hatten. Wild Dream und Club gingen routiniert ans Werk und Sharin wollte es ihnen gleich tun, was ihm auch gelang. Noch einmal erhöhte ich das letzte und zweite ein wenig und ließ noch einmal alle drei springen. Dann fing ich Sharin ein und behielt ihn bei mir, da es nun höher als 1m wurde. Wild Dream und Club sprangen noch ein Weilchen und dann sammelte ich auch die beiden wieder ein, um alle drei in geschlossener Gesellschaft zurück auf die Weide zu bringen.
      Nun waren die Stuten an der Reihe. Ausgewählt hatte ich mir für den ersten Damendurchlauf Flaschenzieherin und Drachenlady. Beide Schönheiten machte ich ordentlich fertig und versorgte sie mit Gamaschen. Dann gingen wir in die Halle und auch die beiden durften sich wieder erwärmen, ehe mit der gleichen Masche weiterging wie bei den Hengsten. Sowohl Flaschenzieherin als auch Drachenlady schienen Spaß am Springen zu haben und ich war froh, dass richtige ausgesucht zu haben. Lediglich nicht so hoch wie Hengste sprangen sie, da ich vorher beendete, weil ich nichts über das Potenzial der beiden wusste. Sie durften sich noch einmal ausgiebig wälzen, ehe ich sie zurück auf die Weide brachte und dann die drei Fellponydamen I like it, Wie konntest du nur und Snow Whites Beauty holte. Auch die Mädels putzte ich gründlich und machte sie fertig, ehe es in die Halle ging. Auch sie sollten sich erst einmal aufwärmen, während ich die Sprünge wieder niedriger einstellte. Auch das Prinzip des hintereinander Springens hatten die Stuten schnell verstanden und es schien ihnen Spaß zu machen, durch die Gasse zu fegen und dabei immer noch mit viel Luft zur Stange zu springen. So dass ich bei ihnen ohne schlechtes Gewissen immer höher gehen konnte. Nach einer Weile war dann aber auch hier Schluss und sie durften sich nochmal so die Beine vertreten, während ich die Hindernisse wieder komplett abbaute. Dann brachte ich auch diese Stuten wieder die Weide.
      Nun wollte ich mir eine Pause gönnen und wählte dafür einen Ausritt mit White Dance und als Begleitstute suchte ich mir Laheeb al Amara aus. Ich holte die beiden von der Weide und brauchte erstmal ein Weilchen, ehe ich White Dance sauber hatte, denn sie sah aus wie ein Ferkel. Dann begann ich sie zu satteln und zog auch Amara ihre Trense über. Gemeinsam gingen wir auf den Hof, ich gurtete nach und stellte meine Steigbügel ein. Kurzerhand schwang ich mich auf White Dances Rücken, schnappte mit Amaras Zügel und ritt los. Wir ritten durch den naheliegenden Wald und genossen die Ruhe. Obwohl Amara ziemlich schreckhaft war und so manches Mal zur Seite sprang, blieb White Dance total entspannt und ließ sich davon so gar nicht beeindrucken. Ich beließ es bei einem Schrittausritt, da ich die beiden Stuten nicht kannte, aber das schien ihnen auch nicht sehr viel auszumachen, zumindest waren beide zufrieden. Als wir an einer Lichtung vorbeikamen, bog ich ab und ließ beide Stuten ein wenig grasen. Auf unserem Heimweg ritten wir an einem Bauernhof vorbei, als plötzlich eine Ziege aus dem Hoftor gedackelt kam und bei Amara beinahe einen Herzinfarkt verursachte. Mit geblähten Nüstern und tänzelnden Schritten lief sie neben White Dance her und versuchte sich vor der Ziege zu verstecken. Ich musste mir dringend ein Lachen verkneifen, denn sonst wäre Amara komplett ausgetickt. Allerdings war ich auch froh, dass wir danach wieder auf dem Hof ankamen, denn das hätte auch leicht ins Auge gehen können, wenn White Dance nicht so eine gutmütige Stute gewesen wäre. Ich machte beide Stuten in aller Ruhe fertig und brachte sie dann wieder auf ihre Weide. Jede bekam noch ein Leckerli und dann entließ ich sie zu ihrem frischen Gras, um mich zum letzten Pferd des Tages aufzumachen.
      Hierbei handelte es sich um den Araberhengst Eisenmann, welcher noch nicht lange auf Kiras Hof stand. Weswegen ich ihn heute auch nicht zu sehr nerven wollte. Ich holte den schicken Roan von der Weide und band ihm am Putzplatz an, um ihn in aller Ruhe zu Putzen. Schon da merkte ich deutlich das Temperament und die Hengstmanieren des Hengstes, so dass ich den geplanten Spaziergang direkt verwarf und lieber auf die Halle zurückgriff und den Hengst für die Bodenarbeit fertig machte. Jedoch war das Longieren äußerst anstrengend, denn der Hengst war so aufgedreht, dass wir kaum zum Arbeiten kamen, sondern ich eher zu tun hatte, ihn auf einem ordentlichen Zirkel zu halten. Aber letzten Endes powerte sich der Hengst so trotzdem aus und nachdem ich ihn nochmal ein wenig in der Halle hatte laufen lassen, war er auch platt und pumpte wie ein Marienkäfer. Ich führte ihn noch eine Runde um den Hof, ehe ich seine Beine abspritzte und ihn direkt in seine Box brachte, denn es dämmerte bereits. Auch die anderen Pferde folgten kurzerhand und dann kümmerte ich mich um die Abendfütterung und als ich komplett fertig war, schrieb ich Kira eine SMS, dass alles glatt gelaufen war und machte mich müde auf den Heimweg, wo zu Hause erst einmal eine heiße Dusche auf mich warten würde.
      Pflegebericht Weidepferde
      Früh morgends stand ich im Stall um mich um meine ganzen Privatenpferde und Zuchtanwärter zu kümmern. Freudig wurde ich schon begrüst, als ich allen nacheinander in den zwei Ställen ihr Früstück servierte.
      Erst brachte ich die "Kleinen" auf eine gemeinsame Koppel, zu ihnen zählte der süße AMH Hengst Rumpelstielzchen und die beiden Junghengste Pancake Killer und Valentine´s Candy Fireflies. Problemlos waren die drei zusammen auf die Weide zu bringen und als ich sie losließ stürmten sie übermütig spielend davon.
      Danach brachte ich die Hengstgruppe auf ihre etwas abseits gelegene, aber große Weide. Erst Davour und Club Can´t Handel Me, danach die beiden Ponyhengste All Pride und Wild Dream und dann zwei Araber Hengste, Eisenmann und Asfari Sharin.
      Als die Männer aus dem Stall waren brachte ich noch die Damen nacheinander auf ihre Weide. Flaschenzieherin und Juwel der Stille, die Araberstute Laheeb al Amara zusammen mit der kleinen Drachenlady. Zuletzt das dreier Gespann Fellponys; I Like It, Wie Konntest Du Nur und Snow Whites Beauty zusammen mit der Welsh Stute White Dance.
      Den Rest des Tages verbrachte ich mit dem Ausmisten der Boxen, ehe ich erst die "Kleinen" reinholte. Der dreien große Paddockbox, war schon fertig, den Rest streute ich noch ein, dann kamen die Stuten und Hengst auch wieder in ihre Boxen, wo alle noch ihr Abendessen serviert bekamen, ehe ich ging.
      Hallo, Looki!
      Piep, piep, piep... nervig und unnachgibig riss mich mein Wecker aus dem Schlaf. Langsam kam ich stöhnend auf die Beine und kroch, mich reckend, aus meinem Bett. Wie fast jeden Morgen führte mich mein erster Weg in die Küche zur Kaffeemaschiene.
      Während ich langsam am heißen Kaffee nippte und mein Marmeladenbrötchen aß, ging ich meine Stallkleidung anziehen. Nach einem Blick aus dem Fenster schnappte ich mir auch noch meine mit Fleece gefütterte Regenjacke und wappnete mich innerlich auf einen "Schlechtwetter-Schock". Trotz dieser Vorbereitung kam es "Scheiße ist das kalt!... ihhh und es regnet!" über meine Lippen. Ich war froh über meinen heißen Kaffee.
      Schnell war ich in den Stall gehuscht, hier war es von den ganzen Pferdekörpern schön warm drinnen. Freudiges wiehren und scharren begrüßte mich. Der eine raffte sich verschlafen auf, wären ander schon längst auf ihr Futter warteten oder noch lagen und schliefen. Ich ging zielstrebig in die Futterkammer, wo ich den Futterwagen frisch auffüllte, mit Kraftfuttermischungen, reinem Hafer und Pellets. Danach packte ich noch einige Eimer zum portionieren in den Wagen. Bevor ich los konnte meine Futterrunde drehen holte ich aus dem kleinen Waschraum an Futter- und Sattelkammer einen Eimer Rübenschnitzel, welchen ich am vor Abend aufgesetzt hatte und stellte diesen zusätzlich in den Futterwagen.
      Die Futterkammer war im ersten Stalltrakt gelegen. Hier standen die Zuchthengste und einige weitere Hengste. Nacheinander gab ich A le Hop, Legacy of Gold und Golden Pirate ihre morgentliche Ration. Dann schob ich den Futterwagen ein Stück weiter, um auch dem Zuchthengst Coco´s Landzauber und seinem noch nicht gekörten Sohn All Pride ihr Frühstück zu geben. Die Eimer füllte ich wieder auf. Einen brachte ich Frisco, meinem gekörten Fellpony Hengst, welcher heute die Stellung als einziger Fellpony Zuchthengst in meinem Stall verlieren würde. Um die MIttagszeit würde ich einen weiteren abholen. Schnell hatte ich auch den anderen drei Hengsten, ungekörte, ihr Futter gegeben. Wild Dream, Asfari Sharin und Eisenmann stürzten sich gesund und munter wie alle anderen auf ihr Futter. Die Zehnte Box in diesem Stalltrakt war frei, hier würde heute der neue Hengst einziehen, ich hatte das Glück gehabt, dass sie nicht besetzt war, so musste kein Pferd umziehen und die Box nachher nur eingestreut werden.
      Als nächstes ging ich in den direkt anliegenden Stalltrakt mit Freizeit und Tunierpferden. Auch diese waren längst durch den Tumult im Nebengebäude wach geworden und erwarteten ihr Futter. Routiniert und schnell fütterte ich, mit einem Kontrollblick auf den Gesundheitszustand und die Box, Davour, Club cant Handle me, Laheeb al Amara, und Drachenlady. Einige Boxen in diesem Stalltrakt waren leer, was aber nicht störte und für Notfälle immer gut war. An diesen Stalltrakt gelegen waren direkt die Zugänge zu den erst neuerlich errichteten Laufställen mit Paddockbereichen über welche auch Weiden erreicht werden konnten. Doch momentan bei den schlechten Wetter waren die Pferde drinnen und die Tore nach draußen geschlossen. Mit mehreren Eimern bewaffnet ging ich zum ersten Stall wo ich in zwei lange Raufen das Futter für White Dance, I like it., Wie konntest du nur und Snow Whites Beauty verteilte. Die vier Puschel, wie ich sie nannte, passten gut zueinander, auch wenn es ab und an gezicke gab. Doch sie waren halt Stuten. Im zweiten Laufstall waren zwei Jungspunde, Panecake Killer und Valentines Candy Fireflies, zusammen mit den beiden älteren Stuten Flaschenzieherin und Juwel der Stille und dem AMH Hengst Rumpelstielzchen untergebracht. Auch hier verteilte ich das Futter in Raufen. Die beiden älteren Stuten leisteten gute Arbeit und erzogen die Frechen kleinen Machos, langsam wurden diese "Gesellschaftsfähig". Was aber auch Zeit wurde da ich diese bald von den Stuten trennen müsste, aber noch konnten diese auf die Jungs einwirken.
      Als nächstes bekamen meine neun Zuchtstuten ihre erste Mahlzeit an diesem Tag, sie waren auf zwei weiter Laufställe aufgeteilt. Ich war einfach ein großer Fan von dieser Haltungsart und auch den Pferden schien es zu gefallen. Erst fütterte ich Famiah, Pangäa, Knives and Pens und Siana und auf der gegenüberliegenden Hallenseite Star, Dracula's Wife, Happy Steffi, Antigone und Nosferatu. Bald würden erste Fohlen kommen und ich war mächtig gespannt. Sorgsam betrachtete ich alle Tragenden Stuten auf erste Anzeichen einer nahenden Geburt. Doch noch bei keiner war es soweit. Sollten sich Anzeichen Zeigen würden die Stuen in eine geräumige, zugfreie und ruhige Box ziehen und erst nach einigen Wochen, mit ihren Fohlen, sich wieder im Laufstall zusammen finden.
      Der Futterwagen wurde weggebracht und danach verteilte ich in alle Boxen und Ställe Heu, schließlich war Raufutter das Grundnahrungsmittel von Pferden. Und meine Pferde sollten guter Gesundheit sein. Daher bekamen sie auch über den Tag verteilt fünf Rationen Raufutter, vorwiegend Heu, durch mich, oder Stallburschen, gefüttert.
      Endlich fertig mit dem Füttern machte ich mich daran die frei Box einzustreuen. Damit fertig brachte ich Halfter,Decke und Transportgamaschen, sowie ein gefülltest Heunetzt in meinen kleinen Hänger. Diesen benutzte ich meist wenn ich mit jur einem Pony oder Pferd unterwegs war. Nachdem das Heunetz aufgehängt und alles andere verstaut war verteilte ich mit Hilfe meines Stallburschens bei allen Pferden die zweite Tagesration Heu. Dann setze ich mich in den Wagen und machte mich auf den Weg um Look at my Hair abzuholen.
      Ivi.Kiwi kam nach einem kurzen Anruf, dass ich da wäre zu mir und begrüßte mich freundlich. Sie holte mit mir zusammen Looki und wir machten ihn reise fertig. Brav ließ der tolle Hengst in den Hänger führen. Mit den Papieren in der Hand verabschiedete ich mich und stieg in mein Auto.
      Zuhause auf den Gestüt angekommen holte ich den Hengst aus dem Hänger. Looki schaute sich aufmerksam und mit gespitzen Ohren um. Als ich ihn zu seiner Box führte blieb er einmal kurz stehen und wiehrte laut und schrill. "Die Stuten lernst du auch noch schnell genug kennen!", meinte ich lachend zu ihm. Nach einem kurzen zupfen am Strick folgte er mir aber wohl erzogen in seinen neunen Stall. In der Box entledigte ich ihn von seiner Decke und Transportgamaschen und zuletzt, nachdem ich vorherige weggebracht hatte, auch von Halfter und Strick. Er schien nicht sonderlich beunruhig von der neuen Umgebung, sodass ich ihn guten Gewissens allein lassen konnte. Die nächste Heuration der Pferde stand an und ich musste noch bescheidgeben, dass ich wieder da war, dass Looki und ich sicher Zuhause angekommen waren.
      Sommertunier in Nordirland
      In Hektik kontrollierte ich noch einmal ob ich alles hatte. Meine Reisetasche mit unter anderem meinem kompletten Tunieroutfits. Dressur, Springen und Military, also auch die Schutzweste. Wo war sie nur ich hatte sie doch…? Nervös kramte ich im Kofferraum des Jeeps und… da war sie. Sättel, Trensen und ganz viel anderer Pferdekram war in großen Boxen verstaut, nach dem ich diese zum x-ten Mal auch kontrolliert hatte schnaufte ich durch. Doch an alles gedacht. Jetzt musste ich nur noch die Pferde verladen und dann ging es los Richtung Flughafen. Ich schwitzte es war heute doch wärmer als ich dachte. In zwei Tagen wäre ich schon in Nordirland in einem kleinen Städtchen in der Nähe der Küste. Ich freute mich auf das Tunier, zu welchen ich All Pride und Davour mitnahm. Es war ein dreitägiges Vielseitigkeitstunier, eine gute Trainingsmöglichkeit und hoffentlich auch erfolgreich. All Pride sollte als einer meiner Top Nachwuchs Hengste als Aushängeschild meiner Zucht dienen und ich hatte auch Hoffnungen mit ihm im großen Sport zu starte. Er kannte Tuniere war er doch dort seit letztem Jahr äußerst aktiv und hatte auch vor kurzem seine zweite Körung erfolgreich abgeschlossen. Den ersten Nachkommen stand jetzt also auch nichts mehr im Weg. Davour war, seid Pride bei mir war, sein Weide Kumpel gewesen und sollte nun auch wieder in den Sport eingeführt werden, also hatte ich auch ihn kurzerhand mit angemeldet zu dem Tunier in Ballycarry.
      Die beiden ließen sich brav verladen und so ging es dann zum Flughafen. Pferde wegbringen, Gepäck abgeben und einchecken. Als ich im Flugzeug saß wurde ich wieder ruhiger, ich hatte alles dabei und für meiner Zuhause verbliebenen Pferde war gesorgt. Fix und fertig gönnte ich mir im Flugzeug eine Mützeschlaf und so waren wir im handumdrehen in Irland. An Pass- und Zollkontrolle vorbei ging es erst mit Gepäck zum Mietwagen, ehe ich mit diesem zur Zollstelle fuhr, wo ich meine beiden Hengste in empfang nehmen konnte. Brav und auch etwas fertig ließen sich die beiden verladen. Bald waren wir da, dann dürften sie sich die Beine vertreten und ordentlich außschlafen, ehe übermorgen das Tunier mit der Dressur starten würde.
      Es war schon lange dunkel als wir Nachts den Hof erreichten, dank Mobiler Kommunikationsgeräte kam mir auch schnell die etwas verschlafen wirkende Jual, Besitzerin des Hofes, entgegen. Wir begrüßten uns und ich etschuldigte mich sie so spät noch aus dem Bett geworfen zu haben, was sie aber mit einem Lächeln abschlug. Sie zeigte mir die Paddockboxen, nebeneinander, welche meine beiden Hengste beziehen konnten. Dann zeigte sie mir mein Nachtquartier, ich hatte glücklicherweise noch eines der Gästezimmer bekommen können, es war zwar klein, was mich aber überhaupt nicht störte. Ich wünschte Jual noch eine gute Nacht und brachte dann Pride und Davour in ihre Boxen. Schnaufend legte sich Pride nach kurzer Betrachtung seines Heimes in das Stroh und schlummerte ein. Davour stand auch schon mit angewinkeltem Bein und träge hängendem Kopf schlafend da, als ich in beide Boxen noch je eine Portion Heu brachte. Nachdem meine beiden versorgt waren durfte auch ich endlich ins Bett fallen, nachdem ich mir einen Wecker gestellt hatte, ich wollte nicht zu spät aufstehen damit ich am Abend vor dem ersten Tunier frühzeitig schlafen konnte.
      Relativ ausgeschlafen riss mich mein Wecker aus meinen Träumen, müde streckte ich mich, vom langen Sitzen am vortag taten mir immernoch alle Knochen etwas weh. Schnell machte ich mich fertig um als erstes einmal nach den Pferden zu sehen. Frühstück hatten beide schon bekommen, wie abgesprochen Heu und eine kleine Menge Kraftfutter. Davour kam sofort an als er mich sah und wollte kuscheln, da ich heute die Zeit ja hatte konnte ich seinem Wunsch auch nachgehen. Zufrieden schnaufte er als ich ihn krabbelte, besonders die Ohren fand er toll. Nach einiger Zeit klopfte ich ihn dann kurz und ging aus der Box, worauf hin er zufrieden auf das Paddock ging. Pride stand die ganze Zeit schon am Zaun seines Paddocks und spielte sich auf, unbewusst fing ich lachend an die gegend nach der Stute seines begehrens abzusuchen. Das war typisch Pride, mein kleiner lieber Macho!
      Als ich genug Zeit bei den Pferden verbracht hatte fing ich an mir den Hof einmal anzuschauen, in der letzten Nacht hatte ich wenig von diesem mitbekommen und auch keine Lust mehr gehabt ihn genauer zu betrachten. Der Stall hatte überwiegend geräumige Paddockboxen und auch einige große Paddocks mit und ohne Unerstand. Die Gruppenboxen gefielen mir gut, auch wenn sie etwas kleiner als meine Laufstalle waren, war ich doch begeistert von dieser Art der Haltung, wenn die Herde gut harmonierte, worauf man sehr achten musste. Die Pferde die hier standen schienen sich aber alle bestens zu vertragen. Von Reithalle und Platz aus hatte man einen guten Blick auf die Weiden, welche gut geführt aussahen, eben typisch grüne, saftige irische Weiden. Halle und Platz waren in gutem Zustand, auch wenn ich etwas skeptisch über die Haltbarkeit des Bodens war, dieser bestand nämlich aus Teppichschnipseln, momentan von guter Qualität, doch ich fragte mich ob diese nicht bei dem häufigen Regen auf dieser Insel schnell verrotteten.
      Nach dem Mittagessen setzte ich mich auf Pride und ging mit ihm nochmal die Dressur durch, am Anfang war er unsicher, natürlich auch aufgrund der fremden Umgebung, was sich zu meinem erstaunen aber rasch besserte. Nach einer gut durchrittenen Aufgabe machte ich Schluss und ließ ihn am langen Zügel vor mir hin dackeln. Dann ein Pferdewechsel, auch Davour sollte sich Halle und Platz anschauen können und noch ein kleines Training hinter sich bringen vor dem Tunierstart morgen. Wie erwartet war er recht hibbelig, als er zum ende der Stunde, die ich ihn ritt, dann ruhiger wurde lobte ich ihn kräftig und ließ dann die Zügel nach, ihn sich strecken und nach paar Runden im leichttraben durchparieren. Mich überkam die Idee mir im Schritt die Geländestrecke anzuschauen. Denn im Gegensatz zu Pride war Davour bei Unbekanntem etwas unsicher. Gesagt, getan. Im langsamen Tempo dackelten wir also die Strecke ab, so würde der Hengst diese in drei Tagen hoffentlich nichtmehr so gruselig finden. Dann durfte auch er wieder in seine Box, wo schon sein Mittagessen wartete.
      Nocheinmal schnaufte ich kurz durch, dann ging es auch schon mit Pride zur Halle, wo heute das Dressurtunier statt fand. Alle Zöpfe saßen und mein Kleiner strahlte. Vor der Halle hampelte er etwas rum. "Pride!", zischte ich. So viele Pferde. Das vorherige Pferd verließ die Halle, wir waren dran. Die Dressur war seine Schwachstelle, aber gemeinsam würden wir es schaffen. Obwohl er tolle Gänge mit viel Schub und Raumgriff hatte, hatte er noch etwas Probleme mit manchen Lektionen. So hoffte ich einfach das er aufgrund des Publikums sein Bestes geben würde. Im Trab ritten wir ein zu X, wo Pride punktgenau und geschlossen hielt, das konnte er. Prides Ohren spielten Aufmerksam, er nahm Publikum und Richter war und behielt dennoch Ruhe. Schenkeldruck und Pride trabte locker, fleißig weiter. Linke Hand. Dann durch die ganze Bahn, Schritte verlängern. Auch kein Problem, Lektionen die er einmal konnte brachte er auch immer wieder top, es musste einmal *Klick* gemacht haben dann lief die Lektion, ansonsten ein Glücksspiel. Auch das Zügelüberstreifen klappt und brav Galoppierte er an. Beim Galoppwechsel fiel er einen Wechsel kurz aus, doch mit unterstützung kam er wieder rein. Noch einige einfache Lektionen, welche klappten, dann der Außengalopp. Ich betete, dass er nich umsprang. Mit nachdruck ließ ich die Beine liegen, stellte ihn stark. Siehe da! Fehlerlos schaffte er seine Runde. Als wir wieder bei X hielte, ich die Richter wiederholt grüßte, konnte ich endlich die Zügel lang lassen und ihn ausgiebig loben. Auch er schien zufrieden. Ich hatte noch genügend Zeit Pride ab- und trocken zu reiten. Davour stand schon geputz und eingeflochten mit Decke in seiner Box, aber zwischen den beiden Prüfungen lag mehr als genügend Zeit. Der Plan war dieses mal gut auf mehrfach startende Reiter ausgelegt.
      Ich brachte Pride, nachdem er Boxenfertig war, wieder in den Stall. Dann holte ich Davour raus. Ein Zöpfchen hatte sich gelöst, doch damit hatte ich gerechnet. Mir blieb noch genügend Zeit es wieder zu flechten und einzurollen. Schnell war ich fertig. Kurz ging ich nochmal über die Beine, dann sattelte und treste ich ihn. Zu Fuß fühte ich Davour zum Abreitplatz, ihn würde ich länger Abreiten müssen, damit er nicht mehr so unruhig wäre. Nachdem ich sehr lange und viel Schritt gegangen war wurde er gelassener und kurz bevor wir drann waren fragte ich einmal die Lektionen durch ab. Er machte es recht gut, auch wenn er aufgeregt war. Dann ging es auch schon ab in die Halle und ehe ich mich versah steuerten wir im Trab auf X zu. Etwas überrascht blieb Davou stehen, hibbelte etwas wärend ich die Richter grüßte und trabe schneller als gewollt an, aber alles noch erträglich. Ohne größte Fehler ritten wir die Prüfung durch, auch wenn er im Galopp kurz zickte und Geister sah, hatte ich es mir doch schlimmer vorgestellt. Nachdem ich mich verabschiedet hatte wurde auch Davour gelobt, denn für Unbekanntes Terrain hatte er sich gut reiten lassen. Morgen würde das Springen dran sein und ich freute mich schon darauf, denn wie meine Pferde liebte ich es.
      Diesesmal war Davour zuerst dran, ich hatte mich entschlossen die Pferde beim Springen und Gelände nicht einzuflechten, was ja erlaubt war. So fühlten sie sich auch einfach wohler. Nur den Schopf würde ich bei Pride zu einem Zöpfchen flechten, damit er auch immer etwas sah, denn dieser war zu meiner Freude mitlerweile recht lang.
      Pflegebericht all Pride - Prides 2. HdMW
      Heute würden wir es noch mal probieren, bei der vorherigen und ersten Hengst des Monats Wahl hatte es leider nicht für den Sieg gereicht, obwohl sich Pride super geschlagen hatte. Mich brauchte er längst nicht mehr zu überzeugen das er ein toller Hengst war, denn er gehörte eindeutig zu meinen Lieblingen.
      Am Vorabend hatte ich mir schon alles bereit gelegt, jetzt brauchte ich die Sachen nur noch in mein Auto packen. Den Hänger hing ich schon mal an, dann machte ich mich auf den Weg in den Stall um All Pride zu holen. Pride war schon wach, hatte auch sein Früstück längst verputzt. Ich holte ihn aus seiner Box, wie immer trottete er brav hinter mir her. Am Putzplatz machte ich ihn fest um seine HUfe auszukratzen, zu säubern und einzufetten und alle Partien die nicht von der Stalldecke geschützt waren nocheinmal abzubürsten. Am Vorabend hatte ich ihn schon ordentlich geputzt, gewaschen und zurecht gemacht, sodass ich jetzt nicht mehr viel Arbeit hatte. Zum Glück hatte sich auch kein Zöpchen gelöst oder Stoh im geflochtenen Schweif verfangen, diesen wollte ich wenn wir los ritten auf machen, sodass er dan schöne Wellen hatte. Nachdem er wieder völlig strahlte machte ich ihn transportfertig und brachte ihn dann in den Hänger. Schon fuhren wir los.
      Am Veranstaltungsort angekommen erkundigte ich mich erstmal bei der Meldestelle nach Startnummer und wann wir dran waren. Wir hatten genau passend Zeit, nicht zu lang aber auch bestimmt nicht zu kurz. Also schlenderte ich gelassen zu Auto, Hänger und Pony zurück. Dort holte ich Pride raus und sattelte und trenste ihn, löste dann den geflochtenen Schweif. Dann ging es schon Richtung Abreitplatz wo wir uns in Ruhe warm machen könnten, jetzt brauchte man aufgrund der kalten Jahreszeit auch mehr Zeit dafür, welche wir aber hatten.
      Als mein Hengst aufgerufen wurde ging es für uns im lockeren Trab in die Halle rein, mit leichter Vorbereitung ließ ich Pride schließlich bei X geschlossen anhalten und grüßte die Richter. Nach einem Nicken der Richter ging es mit Pride auf die Rechte Hand im Trab. Erst ließ ich ihn flott traben ehe ich mich schwer machte und ihn zusammen stellte, sodass er in einen schönen versammelten, aber dennnoch lockeren Trab überging. In diesem präsentierte ich ihn eine Runde lang ehe ich durch ganze Bahn, vorbei an einem in der Mitte aufgebauten Steilsprung, wechselte, wobei ich ihn an Tempo zulegen ließ und er somit einen schönen starken Trab zeigte. Heute war er etwas hibbelig, weshalb ich nach dem Handwechsel kurzzeitig Probleme hatte ihn wieder einzufangen, doch mit etwas Gedult und Bestand konnte ich ihn doch wieder in die ruhige Versammlung holen. Diese zeigte ich eine ganze Bahn lang auch auf der Linken Hand. Danach wechselte ich wie das vorherige Mal im starken Trab über die ganze Bahn auf die Rechte Hand zurück, wonach ich ihn aber im starken Trab beließ, wobei er nahezu über den Sand schwebte. Mit sanften Paraden behielt ich ihn dennoch bei mir, dass er mir nicht unterm Hintern wegrannte. Kurz vor A nahm ich Pride etwas zurück um punktgenau anzugaloppieren. Gleichmäßig galoppierte ich auf der ganzen Bahn. Kurz machte Pride einen kleinen Seitensprung als er sich vor etwas auf der Zuschauertribüne erschreckte, doch gewann ich ihn sofort wieder unter Kontrolle. Ich ritt einen Mittelzirkel um den Sprung, welcher L Höhe besaß. Danach steuerte ich den Steil im kontrollierten Galopp an, ließ Pride sein Tempo finden, er zog etwas an, um diesen dann fehlerlos zu überwingen. Pride sprang nach dem Hinderniss brav auf die Linke Hand um und galoppierte weiter. Ich wechselte im Galopp ein weiteres Mal die Hand, wobei Pride routiniert wie immer umsprang. Dann ging es noch mal über den mitlerweile höher gebauten Sprung. Ohne Probleme und sicher setzte er drüber und ich klopfte ihn kurz lobend, ehe ich über den Trab in den Schritt durchparierte. Erst zeigten wir seinen Schritt auf der Linken und nach einem wechsel durch die Ganze Bahn auch auf der Rechten Hand. Ich ließ ihn wieder zu X gehen, wo ich anhielt um noch ein paar Worte über den Ponyhengst zu verlieren. "All Pride zeichnet sich nicht nur durch seine guten Grundgangarten und sein Vermögen am Sprung aus, sondern auch durch sein ansprechendes Wesen und hervorragenden Körperbau. Er ist schon ebenso erfolgreich wie sein Vater im Sport unterwegs, weshalb er trotz seines jungen Alters schon ein Spitzenhengst ist." Mit einem Nicken verabschiedete ich mich und ließ Pride unter mir federnd aus der Halle traben.
      Überschwänglich lobte ich meinen kleinen Mann, ich hatte ein gutes Gefühl, denn er hatte sich wirklich toll präsentiert. Zwar hatte er sich auch kurz mal erschrocken und war rum gedüst, aber alles noch kontrollierbar. Jetzt musste nur noch die Konkurrenz nicht so stark sein, wobei diese wie ich gesehen hatte auch aus vielen Tophengsten bestand. Pride durfte auf dem Abreitplatz noch etwas runter kommen ehe wir uns zum Hänger bewegten. Abgesattelt und sicher und warm eingepackt kam er dort schließlich hinein und wir fuhren wieder nachhause.
      Zuhause brachte ich den guten Kerl erstmal in seine Box und befreite ihn von allem außer seiner Stalldecke. Dort wartete auch schon sein Futter auf ihn, wo ich noch einige Leckereien hinzufügte. Flotte hatte ich wieder allen Kram gesäubert und verstaut, fegte noch den Hänger aus und war dann fertig. Jetzt hieß es nur noch warten, warten dass die Ergebnisse wie erhofft waren.
    • Maleen
      Alte Berichte:
      Hoch und Tief
      Pflegebericht
      Der Blick auf die Uhr verriet mir, dass ich vielleicht mal etwas in die Pötte kommen sollte. Schnaufend befreite ich mich aus der Umarmung. Lars brummelte. Vorsichtig rutschte ich zur Bettkante und schlüpfte mit meinen nackten Füßen in meine Pantoffeln. Es war kalt im Zimmer, bloß schnell in die Küche. Ich reckte mich noch, um mich wieder bewegen zu können und stupste meinen Freund leicht an „Wir müssen aufstehen Lars. Ich bin schon mal unten.“ „Hmmhh..“, er drehte sich rum. Mit einem leichten grinsen und kopfschüttelnd bewegte ich mich die Treppe runter. In der Küche angekommen deckte ich den Tisch, nicht sehr viel Aufwand bei zwei Personen. Grade fertig mit decken tauchte auch Lars auf. „Schon fertig?“ Ich nickte. „Morgen erstmal, ne?“, meinte ich dann grinsend. Ein Lachen konnte er sich nicht verkneifen. „Guten Morgen mein Schatz“, ein Kuss folgte. Am Frühstückstisch würde der Schlachtplan für den heutigen Tag folgen. Ich setzte mich schon mal und begann mein Brötchen fertig zu machen, während Lars sich noch Kaffee kochte. Brrr.. Kaffee – nicht so meins – mit meinem Kakao war ich sehr glücklich. Einen kräftigen Bissen nahm ich von meinem Käsebrötchen, während Lars sich setzte. „So. Was steht heut an? Die Kleinen kommen heute, oder?“ Ich nickte, denn ich war immer noch mit meinem Käsebrötchen beschäftigt. „ Ist alles dafür schon fertig?“ Noch am kauen nickte ich, aber hob die Hand um ihm zu verdeutlichen, dass ich dazu noch etwas sagen wollte. Der letzte Bissen war runtergeschluckt: „ Prinzipiell schon, die kommen doch zu Gracie in den kleinen Laufstall.“ „Meinst du das geht gut?“ Die Kleinen waren nicht nur vom Alter klein, was Grace auch war, sondern wirklich klein. Zwei Miniature Horses. Und Grace war normal groß. „Hoffe ich doch.“ „Okay.“, meinte er nickend. Wir Frühstückten zu Ende ehe wir uns fertig anzogen und auch schon nach draußen verschwanden um das Tageswerk zu beginnen.
      Als wir vor der Tür standen genoss ich es einen Augenblick mein Gesicht der Sonne entgegen zu strecken, die letzte Zeit hatte es viel geregnet, richtiges Winterwetter hatte es diesen Winter bisher kaum gegeben, dennoch war es kalt und ekelhaft gewesen. Dann folgte ich Lars zu den Ställen. Er hatte schon begonnen den Pferden ihr Frühstück zu geben. „Stutenstall ist fertig, ich mach jetzt die Hengste.“ „Gut, dann nehm ich was übrig bleibt.“, meinte ich und schnappte mir einen Futterwagen, womit ich mich aus dem Hauptstall, welcher die Zuchthengste und Anwärter beherbergte, auf dem Weg zu einem der Nebengebäude machte. Hier waren die Pferde und Ponys untergebracht, welche nicht eine unserer Hauptzuchtlinien waren. Also eher die Hobby Pferde. Nacheinander bekamen Davour, Valentine´s Candy Fireflies, Flaschenzieherin, Rumpelstielzchen, Pancake Killer und Umpalumpa ihr Futter. Ebenso wie die Araber, gekört und ungekört, Asfari Sharin, Laheeb al Amara, Eisenmann und Famiah und meine Berber Stute Pangäa, die auch hier untergebracht waren, da sie nur eine Nebenzucht waren. Am Ende des Gebäudes befand sich der Jungpferde Laufstall, in welchen heute die beiden neuen Jährlinge einziehen sollten. Eigentlich schon anderthalb, bald zwei. Am Tor stand Graceful Eclipse. „Na Gracie?“, begrüßte ich die Stute. Das große Mädchen steckte mir freundlich ihren Kopf entgegen, sodass ich sie krabbelte während ich ihr Futter in die Raufe schüttete. Auch hier kontrollierte ich routinemäßig die Tränke und nahm mir kurz die Zeit die Stute in Augenschein zu nehmen, aber wie immer war alles in Ordnung. Glücklich klopfte ich Grace den Hals, worauf hin sie mich an stupste. So ein freundliches Pferd hatte ich selten erlebt und mit Spannung wartete ich darauf wie sie sich unterm Sattel und bei sonstiger Arbeit machen würde. Sie war echt ein Herzenspferd. Aber weiter ging es, also wieder in den Hauptstall und den Futterwagen weggebracht und neu aufgefüllt. Beim Verrichten davon kam ich bei All Pride vorbei, im Gegensatz zu sonst kam er nicht zur Boxentür um sich ein Leckerchen zu egammeln. Noch so eines meiner Lieblingspferde, auch wenn er jetzt wohl noch faul im Stroh lag. Generell haben wir viele wundervolle Pferde. Was würde ich nur ohne sie machen? Und ohne Lars? Aber sie sind alle hier. Glücklich machte ich weiter. Vom Heuboden schmiss ich einen kleinen Quarder Stroh runter und transportierte ihn mit einer Schubkarre zum Hänger. Eine neue Schubkarre könnten wir mal gebrauchen, diese hier war etwas schrottig. Aber es reichte, ich und das Stroh kamen beim kleinen Hänger an, wo ich eine Schicht drin verteilte. Der Hänger war eigentlich ein Schafhänger. Aber wofür den riesen Häger mitnehmen, dieser war für zwei so winzige Pferdchen viel sicherer und auch angenehmer zu fahren. Würde Lars fahren? Das müsste ich ihn noch fragen. Aber so oder so würde ich auf jeden Fall mit zum Abholen. Mit dem restlichen Stroh ging ich zurück zum Hauptstall. Eigentlich könnte ich es auch im Stutenstall verteilen. Wieso nicht? Die würden sich freuen. Also nahm ich einen kleinen Umweg und brachte das restliche Stroh zu den Stuten. Das ganze wurde im Laufstallverteilt, wo die Zuchtstuen standen. Nosferatu, Draculas Wife, Star, Happy Steffi, Siana, Knifes and Pens, Antigone, Vanity und Lillifee freuten sich drüber und ein Großteil stürzte sich sofort drauf. Vanity zickte etwas herum doch Siana bot ihr direkt Einhalt. Dennoch musste ich lachen als Knive lieber reißaus nahm und sich mit etwas Stroh davon machte. Frisches Stroh war recht beliebt, Heu und Kraftfutter oder Frischfutter natürlich mehr, aber momentan gab es für die Zuchtstuten fast nur Heu. Ein paar Zusätze gabs dennoch, für die Entwicklung der Fohlen. Aber es passt so. Es gab immer gesunde kräftige Fohlen. Und ab Frühjahr sind sie ja auch draußen. Nach kurzen Recken nahm ich die Schubkarre wieder auf und ging an den Einzelboxen der ungekörten Stuten, sie standen alle noch im Training, Wie konntest du nur, Drachenlady, I like it, De Luxe, White Dance, Snow Whites Beauty und Juwel der Stille vorbei. Einige neugierige Nasen reckten sich mir entgegen, aber es gab keine Leckerchen. Like versuchte es mit quitschen und empörten treten gegen die Boxentür. „Hör auf du Zicke! Ich hab nichts!“, vesuchte ich ihr klar zu machen. Zufrieden war sie dennoch nicht, sie warf mir einen trotzigen Blick zu. Einfach ignorieren, sie war eben so. Eine der kleinen Stalldiven.
      Grade als ich die Schubkarre abstellte kam Lars an: „Kommst du gleich mal?“ Er machte so ein besorgt-wichtiges Gesicht. Nickend fragte ich: „ Klar, was ist denn?“ „Gleich. Ich muss wieder zu Dracula.“ Schon war er wieder verschwunden. Anscheinend hat er Dracula bewegt. Gut, dann muss ich das nicht mehr machen, der Kerl war auch heute mit Training dran. Worums aber geht..? Hoffentlich ist nichts mit Dracula passiert. Sorgen breiteten sich aus. Das Zurecht legen des Sattelzeuges der Pferde die heute geritten werden sollten müsste warten, erstmal würde ich nach schauen was los ist.
      Lars war grade Dracula am abbürsten. Dee hatte ordentlich geschwitzt sah ansonsten aber quitsch lebendig aus und hibbelte wie immer ein bisschen herum und machte uns das Leben schwer. „HEY!“ Ich schreckte aus meinen Gedanken auf. Lars verpasste Dee einen kräftigen Klaps. „Er hat mich gezwickt.“, entschuldigte er sich und verzog das Gesicht. „Frechdachs. Aber er ist dennoch gut.“ „ Ich hab ihn mal ein bisschen gefordert, Medy hat gute Arbeit geleistet, der geht ne super L Dressur mitlerweile.“ „Wir könnten sie ja nochmal kommen lassen oder meinst du er wäre mit mehr Überfordert?“, fragte ich nachdenklich und kam naher um den Ponyhengst zu krabbeln. Dee ließ mal seine hengstige Seite fallen und drückte sich meiner Hand entgegen. „was du nur immer mit den Pferden machst!“, meinte Lars lächelnd. Dees Lippe zuckte, der Mascho genoss es sichtlich. „Achja und wir können ja mal mit Medy telefonieren was sie dazu meint.“, er schwieg kurz, setzte an etwas zu sagen, aber überlegte es sich doch anders. Nach einem Moment der Stille und einem Stirnrunzeln von mir kam er doch noch zu Punkt: „Ich glaub Pride geht’s nicht so gut.“ Nein! Ich verkrampfe leicht, „ Könnte ne Kolik sein.“ Dracula wurde unruhig, ich hatte unbewusst aufgehört ihn zu krabbeln. Meine Hand hing nur noch angespannt an seinem Hals, ich nahm sie weg. „Es ist noch nicht so schlimm. Ich hab den Tierarzt vorhin schon angerufen er kommt nachher.“ Ich nickte. „Magst du nach ihm schauen? „, fragte er sanft und legte mir seine Hand auf die Schulter. „Du kannst am besten mit ihm. Ich kümmer mich hier um den Rest. „Ja“, kam es leicht krazig aus meinem Mund. Er schenkte mir einen mitleidigen Blick, denn er wusste wie viel mir Pride bedeutete. Dann nahm er Dracula um diesen wieder in seine Box zu bringen. Also auf zu Pride. Wird schon nicht so schlimm sein. Warum hab ich das nicht gemerkt heute Morgen als er nicht raus geschaut hat! Ich hätte nach ihm schauen sollen.
      So schnell war ich noch nie bei einer Box gewesen. Vorsichtig lugte ich durch das Boxen Gitter. Da lag er im Stroh. Zumindest wälzt er sich nicht. Schwitzig sah er aus und er blähte auch die Nüsten. „Hallo Kleiner!“, begrüßte ich ihn leise und schob den Riegel zu Seite um einzutreten. Prides Blick wanderte zu mir. Langsam ging ich zu ihm hin und hockte mich neben ihn. Er legte mir pracktisch seinen Kopf in den Schoß, mir kamen beinahe die Tränen. Ich streifte ihm sein Halfter über und stand dann auf. „Komm! Hoch!“, versuchte ich ihn zum Aufstehen zu bewegen. Schnaufend kam er hoch. Zumindest das Geschafft. Er spannt den Bauch. Jetzt mal ein bisschen Bewegung, dass hilft. Hoffentlich kommt der Arzt bald. Mit einem sanften zupfen am Strick brachte ich ihn dazu mir zu folgen. Aus der Box raus, er sah nicht gut aus. Die Tränke hatte aber funktioniert, also lag es nicht daran. Erstmal würden wir ein paar Runden drehen.
      Es dauerte bis der Tierarzt kam. In der Zwischenzeit war ich mit Pride Runde um Runde gegangen und hatte immer wieder versucht ihm etwas Wasser anzubieten – bisher ohne Erfolg. Lars schaute auch immer wieder vorbei: „Wie geht’s ihm?“ „Nicht so gut.“ „Wenn du was brauchst sag mir Bescheid. Ich hab mein Handy dabei.“ „Klar“, meinte ich und schenkte ihm ein Lächeln. „Looki ist jetzt auch bewegt. Ich war eben mit ihm in der Halle und bin ein bisschen gesprungen..“, er hielt inne und grinste mich leicht an, „.. es war intressant, aber ich glaube nicht das er ein großes Springpferd wird. Cavalettis schafft er aber.“ Lars zwinkerte mir zu. Bei dieser Vorstellung wie er Looki wohl mit großem Aufwand zum Springen gebracht haben musste musste ich lachen. „Überlass das besser uns.“, ich schaute etwas wehleidig zu Pride. Er und ich – das war ein Team – wir waren beide unglaublich springbegeistert und kamen super miteinander aus. Aber ans Springen war momentan nicht im Entferntesten zu denken. „Ich bring jetzt erstmal die Zuchthengste in die Führmaschiene und dann reit ich noch Club.“ Ich nickte. Dann waren zumindest schon mal Admiral, Frisco, Coco´s Landzauber, Legacy of Gold, Golden Pirate, A le Hop und Club Can´t Handle Me bewegt.
      Endlich traf der Tierarzt ein. Ein schaute sich Pride genau an, tastet ihn ab. Drückte hier und da. Armer Kerl, er hatte echt Schmerzen. Und jetzt drückt der Arzt auch noch an ihm rum. Beruhigend streichelte ich ihn. „Also „, setzte der Tierarzt an, „ es ist wie sie dachten eine Kolik. Das Führen war schon eine gute Maßnahme, ebenso wie das Anbieten von Wasser. Ich werde ihm jetzt eine Krampflösende Spritze geben und ein Schmerzmittel.“ Den Strick fest in der Hand streichelte ich Pride und redete mit ihm um ihm abzulenken: „Schau her Junge! Alles wird gut. Hhmm? Ja, mein lieber Pride.“ Der Arzt setzte die Spritzen geschickt und Pride blieb brav. Er war aber auch fertig. “ Sie können ihn dann wieder in die Box stellen. Achten Sie darauf ob er trinkt. Aber er sollte erstmal noch nichts fressen. Wenn es sich bessert kann er wieder kleine Portionen Heu bekommen, was dann langsam gesteigert werden kann. Wenn es aber nicht besser wird sollten sie mich nochmal Kontaktieren, aber ich denke hiermit sollte es getan sein.“, wies der Arzt mich an. „Okay alles klar.“, ich verabschiedete mich mit einem Händeschütteln und brachte Pride etwas erleichtert in seine Box zurück. Dort räumte ich alle Futter Reste raus und stellte ihm zusätzlich zur Tränke einen Eimer mit lauwarmen, frischen Wasser in die Futterraufe. Es schien ihm schon jetzt etwas besser zu gehen. Zumindest steht er und ist nicht mehr schwitzig.
      Nach kurzem Tätscheln ließ ich ihn dann alleine, mein Magen grummelte schon seit geraumer Zeit und es waren noch andere Pferde um die ich mich heute kümmern müsste. Und die zwei Neuen! Erschrocken schaute ich auf meine Uhr. Vier Uhr. Mist. Eigentlich hätte ich vor einer halben Stunde bei der Züchterin sein sollen. Hastig zog ich mein Handy aus der Hosentasche – kein verpasster Anruf. Also machte ich mich auf die Suche nach Lars. Wie es schien hatte er inzwischen schon alle Hengst wieder in ihre Boxen gebracht, denn die Führmaschine war leer. Als ich die Futter- und Sattelkammer betrat bemerkte ich eine Notiz am Brett
      ‚Bin die Kleinen abholen. Hoffe du bist nicht sauer, dass du nicht mit bist ;)
      Lars‘
      Glückgehabt, es wäre mir sehr unangenehm gewesen, wenn niemand pünktlich dar gewesen wäre. Und ich war nicht sauer. Auch wenn ich natürlich schon sehr gerne mitgekommen wäre. Hatte er gut gemacht. Aber ich sehe die Kleinen ja nachher. Motte und Porcelain Doll. Beim Überprüfen der Tabelle stellte ich auch fest das Lars auch anscheinend noch unseren alten Herren Wild Dream geritten war, so hatte ich jetzt eigentlich nur noch ein Pferd heute zu reiten. Bei übriger Zeit würde natürlich sich auch keines der restlichen Pferde dagegen wehren, aber es gab immer einige „Pflicht“-Pferde, danach kamen die Optionen. Aber erstmal ging ich jetzt ins Haus. In der Küche stellte ich auch fest, dass Lars sogar gekocht hatte. Wie ich ihn liebe! Er hatte heute echt gerackert.
      Nach dem Essen ging ich wieder gestärkt erstmal nach Pride schauen, ich erwischte ihn grade mit dem Maul im Wassereimer. Erleichtert seuftze ich, worauf hin er seine Nase hob und ans Gitter presste. „Nein, Pride du kriegst nichts. Du willst doch wieder Gesund werden.“, wähnte ich. Weil ich ihn aber nicht so stehen lassen wollte kraulte ich ihn, es schien ihm schon deutlich besser zu gehen. Wie schön! Ich merkte wie ich deutlich entspannter wurde. So und jetzt kommt der Spaßige Teil des heutigen Tages.
      Roi du Soleil stand schon ungeduldig an seiner Boxen Tür, er war noch ziemlich neu doch hatte er sich schnell eingelebt und wartete nun jeden Tag auf seine Beschäftigung. "Hey du!", begrüßte ich den hübschen Hengst. Roi stampfte mit dem Huf auf und nachdem ich ihm diese ausgekratzt hatte und ihn mit Halfter am Strick aus der Box führte schien er fast etwas beleidigt. Armer Kerl, musste er heute so lange warten bis er dran war. Sonst war er früher.. Also schnell geputzt bis das rote Fell in der restlichen winterlichen Sonne funkelte und dann den Sattel drauf gepackt. Schnell flitze ich noch in die Sattelkammer um meinen Helm zu holen und nahm dabei wieder die halbe Tür mit "Autsch!" "Was für´n Mist!", fluchend ging ich wieder zu Roi zurück, darauf bedacht nicht weitere Ecken mit zu nehmen, der blaue Fleck würde nun reichen. Relativ flott war der Kerl gesattelt und als würde er sich bedanken wollen, dass er jetzt endlich seine heiß ersehnte Bewegung bekäme, stupste er mich sanft an. Lächelnd krabbelte ich ihn zwischen den Ohren. Brav folgte er mir zum Reitplatz, das Wetter war heute wirklich gnädig, blauer Himmel und Sonne. Naja kalt war es immer noch. Und feucht. Vom ganzen Regen. Aber was sollte man erwarten? Mit dem was man hat sollte man sich zufrieden geben und sich freuen. Ich öffnete unter einiger Anstrengung das Tor, da müsste man noch mal was dran machen, es funktionierte nicht mehr ganz so wie es sollte. Darum war ich froh als ich es wieder geschlossen hatte und im weiß umzäunten Reitplatz stand. Roi war hibbelig, das merkte ich schon beim aufsteigen. "Hey!", stehen bleiben war wohl nicht drin.. Schnell schwang ich mich hoch und ihn dann, er war einfach losgelaufen, anzuhalten und rückwärts wieder zum Ursprungsort zurück zu kehren. Dort ließ ich ihn erstmal stehen. Passte ihm natürlich nicht und er schlug mit dem Kopf. "Selber Schuld, wer sich bewegen will muss dennoch auf mich hören.", meinte ich etwas genervt. Als er es dann doch schaffte ruhig zu stehen durfte er dann endlich auch gehen. Im Schritt ging es einige Minuten über den Platz bis Roi gut aufgewärmt war. Dann sollte er traben. Die nächste Hürde an diesem Tag. Lief heut nichts wie es sollte? Sanft berührte ich seine Flanke und Roi preschte los als würde er ein Rennen laufen. Ein Galopprennen. Gegen die Schnellsten. Und er hält mit. "Hör auf!", schnauzte ich ihn an. Ein paar sehr eindeutliche Paraden und Volten ließen ihn zu seinem Glück wieder langsamer werden. So geht man nicht mit mir als reiter um. Hatte er jetzt gemerkt, würde er, hoffte ich für ihn, nicht nochmal machen. "Nächstes mal wirst du vorher longiert!", meinte ich zu ihm. "Was?", kam es zurück. Verwirrt schaute ich mich um und entdeckte Lars am Zaun, der musste natürlich lachen, ich schien wohl recht verdutzt zu schaune. Ich manovrierte Roi im lockeren Trab zu Zaun und ließ ihn dort anhalten. Na bitte, ging doch. Er stand ruhig. "Dachtest du dein Pferd spricht mit dir?", meinte Lars schmunzelnd. "Ich war mir nicht ganz sicher und habe schon an meiner Zurechnungsfähigkeit gezweifelt!", erwiederte ich lachend. "Wo sind denn die Kleinen?" "Ordentlich verstaut im Stall. Alles super gelaufen, sind brav in den Hänger und haben es sich dort bequem gemacht. Zwei ganz süße sind das!" "Super! Ich schau sie mir an, wenn wir hier fertig sind." "Lass dir Zeit mit Roi die Kleinen rennen schon nicht weg!", meinte Lars frech. Ich zog eine Schnute, doch musste dann lächeln, er kannte mich einfach zu gut. "Jaja." Also widmete ich meine Aufmerksamkeit wieder Roi. Erst lobte ich ihn natürlich, dass er so lange brav und ruhig gestanden hatte. Da hatte es wohl klick gemacht wer das sagen hatte. Als ich antrabte meinte Lars noch:"Ich mach schon mal die Abendrunde." Ich nickte nur. Ich hatte gar nicht wirklich wahrgenommen das es schon recht düster wurde, aber der Tag würde bald zuende sein. Roi stellte sich beim restlichen Reiten vorbildlich an, er arbeitete toll mit und bot sich von selber an. Fleißiger Junge! Als ich schließlich beendete schien er mit sich selbst sehr zufrieden zu sein und sich, zum Glück, gut ausgepowert zu haben. Ich würde mit Lars besprechen ein Paddock an seine Box zu Bauen, denn umziehen lassen wollte ich ihn nicht. Dort wo er momentan stand stand er eigentlich gut. Umzüge waren immer so große Pferde hin und her Schieberreien. Denn es konnte ja uch nicht jeder überall stehen. Also wäre ein neues Paddock die simpelste Möglichkeit. Klar, es müsste auch noch ein Durchgang nach Außengebaut werden, aber hey! Wofür hatte man einen handwerklich begabten Freund? Als Roi wieder in seiner Box stand könnte ich gar nicht schnell genug Sattel und Putzzeug wegräumen. Beinahe vergaß ich zu kehren. Doch der drohend in der Stall Gasse stehende Besen erinnerte mich daran. Seuftzend nahm ich ihn und beseitigte den Dreck vor Rois Box. Schließlich konnte ich mich doch endlich in Richtung Laufstall auf machen, auf dem Weg kam mir Lars entgegen. "Sie stehen doch im Laufstall?" "Ja, ich hab ihnen aber erstmal ein eigenes Stück abgetrennt, dass sie nicht sofort zu Gracie müssen." Ich nickte. "Bin gleich auch mit Füttern fertig. Dann geh ich rein. Pride geht es übrigens schon eindeutig besser." Erleichtert lächelte ich, er war mein Liebling, ohne ihn.. ich wollte es mir gar nicht vorstellen. Lars und meine Wege gingen wieder auseinander, ich betrat das Gebäude in welchem sich der Laufstall befand. Dunkelheit empfing mich. Licht an. Da standen sie.. zusammen gekuschelt bei Gracie. Absperren hatte wohl nichts gebracht. Motte und Porcelain Doll hatten sich einfach durch den sorgfältig aufgestellten Zaun gequetsch, wie war auch mir ein Rätsel. Verschlafen blintzelten mir drei Augenpaare entgegen. Lars hatte recht, sie würden mir nicht weglaufen, daher beschloss ich den dreien ihre ruhe zu lassen. Für die beiden Minis war der Tag schon aufregend genug gewesen. Lich aus und wieder raus. Lars war warscheinlich schon fertig. Auf dem Weg zum Haus ging ich nochmal bei Pride vorbei. Ruhig lag er im Stroh. Als ich langsam den Riegel aufschob und zu ihm rein ging, reckte er mir den Kopf entgegen und blieb völlig entspannt liegen. Vor seinem Bauch ließ ich mich nieder und lehnte mich gegen ihn, seinen Kopf legte er mir nun fast in den Schoß. Die Ruhe die er ausstrahlte ging auch direkt auf mich über. Nach diesem stressigen und aufregenden Tag könnte ich endlich wieder durchatmen. Vertrauensvoll ließ er sich von mir umarmen und krabbeln. Wir beide, das war was. Ich liebte diese Momente, die einem beinahe verzaubert vorkamen, etwas unreal, aber dennoch wundevoll. Ich strich noch einige male über sein braunes, weiches Ponyfell, bevor ich auf stand, aus der Box ging und mich, wieder etwas unbefangener, zum Haus und zu Lars aufmachte.
      Pflegebericht
      Ich hatte in letzter Zeit ein bisschen Fehlplanung, weshalb ich schnell aus dem Bett sprang als mein Wecker schrillte. Im Hengststall versorgte ich flott All Pride, Roi du Soleil, Cocos Landwein, Admiral, Look at my Hair, A le Hop, Frisco,Legacy of Gold, Club cant Handel me, Golden Piratmit Frühstück nacheinander. Dann kamen die Zuchtstuten oder solche die es werden sollten dran. Nosferatu, Draculas Wife, Star, Happy Steffi, Lillifee, Vanity , Knives and Pens, Siana, Antigone , De luxe, White Dance, I like it, Juwel der Stille, Snow Whites Beauty, Wie konntest du nur, Drachenlady bekamen auch ihr Futter, worüber sie sich wie jeden Tag her machten. Danach brachte ich Davour, Pangäa, Famiah, Asfari Sharin, Laheeb al Amara, Eisenmann , Flaschenzieherin, Wild Dream auf ihre Koppeln. Ich hoffte niemanden in meiner Eile vergessen zu haben, hinterließ Lars noch eine Nachricht auf dem Küchentisch. Er war noch nicht aufgestanden, aber ich hatte heute Termine so das ich so früh raus musste. Zum Glück hatte ich bald wieder Zeit meinen Pferden die Pflege zukommen zu lassen, die sie brauchten und verdienten.
      Pflegebericht für Kiras Hengste
      "Hallo, ich bin Kira Esenbeck, schön, dass du kommen konntest", stellten sich mir die junge Frau vor, die soeben aus dem Stall gekommen war. Ich war hier, um mich heute um die Hengste des Gestüts zu kümmern. Ich wusste zwar nicht den genauen Grund, warum sie niemanden hatte, der sie Hengste versorgte - wahrscheinlich war ihr Stallhelfer krank oderso -, aber dennoch hatte ich mich kurzfristig bereit erklärt, ihr heute unter die Arme zu greifen. Da ich noch nie auf dem Hof gewesen war, zeigte mir Kira alles, was ich heute brauchte. Zu aller erst natürlich den Hengststall, wo mir schon viele neugierige Augen entgegen sahen, dann noch die Futterkammer, wo Behälter mit diversen Müslis standen und die Sattelkammer, wo das ganze Zubehör der Pferde ordentlich verstaut war. Dann verabschiedete sie sich in den Stutenstall, denn auch für sie gab es heute viel zu tun. Ich schnappte mir derweil das nächstbeste Halfter und suchte dann im Stall nach einem Boxenschild das mit dem selben Namen wie der Haken, an dem das Halfter gehangen hatte, beschriftet war. Schnell wurde ich fündig und holte den Welsh A-Hengst namens Admiral aus seiner Box und band ihn im Gang an. Während ich in der Sattelkammer nach seinem Putzzeug stöberte, knabberte der Hengst gedankenverloren an seinem Strick. Zuallererst kam - wie immer - die Fellpflege, die bei dem kleinen Hengst zum Glück nicht lange dauerte, dann säuberte ich ihm gründlich die Hufe und brachte ihm sein Futter. Während er noch fraß, holte ich auch schon den nächsten Stallbewohner aus der Box; ebenfalls einen Welsh A-Hengst, der den Namen Coco's Landzauber trug. Mit einem Sicherheitsabstand von drei Metern zu Admiral band ich auch ihn im Stallgang an. Ich glaubte zwar nicht, dass sich die beiden zanken würden, aber sicher war sicher. Auch Coco musste eine ausgiebige Putzeinheit über sich ergehen lassen, gründlich wie ich war. Kaum hatte ich ihm sein Futter hingestellt, senkte er auch schon den Kopf darüber und begann es gierig zu fressen. In Sachen Futter waren doch wirklich alle Pferde gleich. Jetzt, da Coco beschäftigt war, sah ich wieder nach Admiral, der seine Futterschüssel schon geleert hatte. Ich brachte ihn zurück in seine Box und öffnete die Tür zu seinem Paddock. Heute hatten die Pferde einen Ruhetag, also konnte sie den ganzen Tag fressen und dösen, was Pferde hält so den ganzen Tag machten. Froh darüber, dass Admiral gleich durch die Tür nach draußen marschierte, schnappte ich mir Mistgabel und Schubkarre und holte die dreckige Streu aus der Box, um sie durch neue zu ersetzen. Auch die Box von Coco's Landzauber säuberte ich, bevor auch er auf den Paddock durfte. Nun holte ich Golden Pirate aus seiner Box. Der kleine Hengst bekam wie auch die beiden anderen das Fell ordentlich geputzt und dann sein Futter. Während er fraß machte ich auch seine Box frisch, genauso wie die Boxen von A Le Hop, All Pride, Auftakt, BonnyBoy und Single Malt, welche ebenfalls geputzt wurden und ihre tägliche Portion Futter bekamen. Erstaunt stellte ich fest, dass mittlerweile die Hälfte der Hengste versorgt war, weshalb ich eine kleine Pause einlegte. Dann holte ich Fürst der Finsternis und Dracula, welche, wie mir auffiel, vom Namen als auch von der Fellfarbe her gut zueinander passten, und versorgte auch sie mit Striegel und Futter. Bei Dracula dauerte dies etwas länger, da ich die ganzen Späneschnipsel, die sich in seinem Schweif verfangen hatten, alle einzeln herauszupfen musste. Deshalb war ich froh, als ich die beiden Rappen auf den Paddock ihrer frischgemachten Box bringen konnte und Legacy of Gold aus seiner Box holen konnte. Bei dem Lichtfuchs brauchte ich nicht lange, um ihn wieder zurück zu seiner Box zu bringen, denn sein Fell war fast ganz staub- und Druckerei und auch das Futter war schnell im Pferd verschwunden. Als ich die nächste Box öffnete, bekam ich fast einen kleinen Schreck, denn der Welsh D-Hengst Roi du Soleil sah im ersten Augenblick wie ein Pferd auf dem ich reiten gelernt hatte aus. Auch Rois Fell beanspruchte nicht viel Zeit, allerdings ließ er sich beim Fressen doch etwas Zeit, sodass ich seine Box gründlich ausmisten konnte. Auch Roi ging, wie auch die anderen Hengste erst einmal auf den Paddock, nur um dann in der Sonne zu dösen. Mittlerweile waren nur noch drei Pferde unversorgt; Look at my Hair, Frisco und Club can't handle me, allesamt Fellponys. Die drei waren alle quirlige Kerle, die sich in der Box wohl die ganze Nacht gewälzt hatten, nach den Millionen Späneschnipseln in ihrem Fell zu schließen. Doch auch sie waren schnell versorgt und ich holte Heu vom Heuboden, welches ich gerecht auf die Heunetze der Hengste verteilte. Dann meldete ich Kira, dass es allen Hengsten gut ging und ich sie alle mit Futter versorgt hatte. Sie dankte mir überschwänglich. Da ich heute noch nach Hause kommen musste, verabschiedete ich mich bald von ihr und den Pferden. Es hatte Spaß gemacht, einmal ein paar andere Pferde als die altbekannten zu sehen.
      Schlammmonster, lahmende und andere Ponys
      Pflegebericht
      Armani, Coco´s Landzauber, All Pride, Frisco, Admiral, Auftakt, BonnyBoy, Golden Pirate, Legacy of Gold, A le Hop, Look at my Hair, Single Malt, Fürst der Finsternis, Dracula, Stromer´s Painting Gold, ZM´s Zanaro, Club Can´t Handel Me, Lady Moon, Butterblume Roi du Soleil
      Unschlüssig was er tun sollte stand Armani neben mir, Alex hatte mich gerade aufgehalten. Mit Coco´s Landzauber am Strick stand sie vor mir. „Ich glaube er lahmt, kannst du dir das später mal ansehen? Ich bringe ihn erst mal zurück in die Box.“. „Mach das! Ich schau ihn mir nachher mal an.“, nickte ich ihr zu und setzte dann meinen Weg zur Weide fort. Armani folgt mir etwas entspannter, mit Coco hatte er noch nichts zu tun gehabt, auch wenn er bald mit der ganzen Ponyhengstherde vergesellschaftet werden sollte.
      Vorläufig ließ ich ihn aber wieder zusammen mit All Pride, Frisco und Admiral auf eine der Weiden. Die drei Hengste waren besonders verträglich und so hatte ich den Neuen erst in diese Teilgruppe integriert, damit er später nichts von allen Seiten gemobbt wurde. Gerne hätte ich Armani auch mit Auftakt zusammen gestellt, denn dieser war vom äußerst friedlichen Gemüt, doch dieser war der Weidepartner von BonnyBoy, welcher keine anderen Hengste akzeptierte und diese ordentlich zusammen faltete. So konnte er nur mit Stuten oder Auftakt zusammen stehen. Dieser kam neugierig an den Zaun als ich mit Armani vorbei ging. „Na großer?“, rief ich den Hengst zu und konnte mich nicht dagegen wehren kurz stehen zu bleiben um den mittlerweile 16 jährigen die Stirn zu kraulen. Genüsslich schubberte er seinen kräftigen Kopf an meiner Hand. Bou begann sich missmutig zum Zaun zu bewegen, als er Armani entdeckte. Mit einem Klopfen auf den Hals verabschiedete ich mich um Zankereien zu entgehen.
      Heute war ausnahmsweise mal Wetter, welches man fast Sommer nennen konnte. In letzter Zeit hatte es viel geregnet, doch heute strahlte mir passend zu meiner guten Laune auch ein blauer Himmel entgegen. Armanis Weidepartner hatten sich schon über ihr Stück Wiese verteilt. Armani selbst deutete einen Sprint an, als ich den Strick aushakte, überlegte es sich aber nach einigen Metern und senkte abrupt den Kopf richtig Gras. Ich musste grinsen, jedes Pony war verfressen, so gut manche es auch verbergen mochten, Futter liebten sie alle. Da heute auch keine Reitstunden waren, standen die meisten Pferde draußen und durften sich einen schönen Tag machen. Die Hengste wurden sowieso eher wenig für den Unterricht genutzt. Auf meinem Rückweg zum Hof ging ich den Rundgang um die große Stutenweide weiter um so bei meinen anderen Zuchthengsten vorbei zu kommen.
      Schon von weiten sah ich Golden Pirate und Legacy of Gold mir entgegen leuchten, ihr goldenes Fell reflektierte die Sonne und hob sie aus dem grünen Gras hervor. Aber auch wenn beide Golden waren so wurde dies bei Gold durch das Flaxengen und Pangare und nicht wie bei Pirate durch Cream hervorgerufen. Mein Blick schweifte über die Weide auf der Suche nach meinem dritten aufgehellten Fuchs, aber ich entdeckte nur A le Hop, ein Dunkelfuchs, der grade begeistert sich im feuchten Sand-Schlamm-Gemisch vom Flussufer wälzte. Auch Look at my Hair stand am Flussufer und planschte mit dem Huf im Wasser. Neben ihm prustete ein lehmfarbenes Pferd Luftblasen ins Wasser um dann darauf den Kopf zu heben und seine Rosa-Cremefarbene Nase zu zeigen. Single Malt hatte ich somit nun auch entdeckt, doch der Cremello war nicht wieder zu erkennen, sein Fell war dunkel vom wälzen im Schlamm. Ich war froh heute nicht den Plan zu haben ihn zu reiten. Die letzten im Bunde, Fürst der Finsternis und Dracula, bewegte sich langsam unter einigen Bäumen hervor – ihnen war es wohl zu warm in der Sonne geworden. Während Fürst nach einigen Metern zu den anderen hinüber schwenkte, schritt Dee zielstrebig auf mich zu,. Wartend lehnte ich mich an den Zaun. Die weiche Ponynase find an meine Kleidung zu durchwühlen und Dee knabberte frech an einer Hose. „Hey!“, rief ich ihn zurecht, als er meine Haut mit erwischte. Verdutzt schaute er ich an. Nach einiger Zeit riss ich mich los, nachdem ich auch einiges an Leckerchen los geworden war.
      Mein Weg zurück hätte mich eigentlich ein Stück durch den Wald geführt, doch da ich keine Lust auf Mücken hatte und auch nicht allzu viel Zeit hatte ich mich als Abkürzung an der Stutenweide entlang gequetscht, was nicht ohne Blessuren an mir vorbei gegangen war. Es war halt kein Weg, sondern ein ganz schönes Dickicht. Ich rieb mir über den Oberarm, wo ein roter Striemen diesen zierte. Als ich a alten Putzplatz vorbei kam erntete ich verwunderte Blicke, ich sah wohl etwas zerzaust aus. „Ich hab ne Abkürzung genommen.“, rief ich Andrew entschuldigend zu und zuckte mit den Schultern. Dieser grinste mir nur entgegen, „Solange wir pünktlich los kommen!“ , und striegelte weiter über Stromer´s Painting Golds buntes Fell. Ich nickte. Die schmale Vollblut Stute genoss dies sichtlich. Neben ihr stand ZM´s Zanaro, völlig entspannt am dösen. Ich machte mich rasch auf dem Weg zum Haus u meine Kleidung etwas reittauglicher zu gestalten. Mit Jeans und Hemd konnte man zwar auch aufs Pferd, doch erschien es mir nicht angemessen. Andrew und ich hatten im nahegelegensten Rennstall die Erlaubnis bekommen, heute deren Rennbahn zu nutzen. Daher wollten wir mit meinen beiden Vollblütern pünktlich los und die Zeit ausnutzen zu können. Die Zusage war etwas unvermittelt gekommen, weshalb mein Freund Lars andere Termine für mich hatte übernehmen müssen, was mir gar nicht gefiel, aber so war es nun mal manchmal. Ich war schon froh jetzt Andrew Cole auf meinem Hof zu haben, der sowohl Rennpferde wie auch normale Sportler verstand. Gebürtig kam er aus England, arbeitete aber schon länger in Deutschland, woher auch seine Mutter stammte. Daher konnte er auch nahezu perfekt Deutsch, was die gemeinsame Arbeit erleichterte.
      Fertig umgezogen wollte ich nun noch nach Coco´s Landzauber sehen, Andrew kam mir mit der in eine Fliegendecke eingepackten Goldie entgegen. „Ich komm gleich, Landi läuft wohl nicht ganz klar, dass muss ich mir vorher noch anschauen.“, meinte ich zu ihm. Mit einem keinen blauen Halfter holte ich den Hengst raus, das mir Alex in die Arme lief kam mir gerade gelegen. „Kannst du mir mal helfen? Ich wollte ihn mir grade anschauen.“ „Klar! Kann ich Club Can´t Handel Me gerade noch zum anbinden gehen?“ , etwas verschlafen schaute der murmelige Ponyhengst neben ihr drein. „Ich hab leider nicht so viel Zeit, stell ihn doch einfach kurz in Landi´s Box.“. Gesagt, getan, Club wurde in die Box gestellt, was ihm völlig egal zu sein schien. „Was willst du nachher mit Club machen?“, fragte ich sie. „Die Speckmurmel soll mal was arbeiten, ich hatte gedacht in der Hale etwas Dressur- und Stangenarbeit.“ „ Oh ja, gute Idee, lass ihn ordentlich schwitzen!“.
      Aus dem Stallgebäude draußen, ließ ich Alex mir Landi im Schritt und Trab auf dem gepflasterten Hof und normalem Erdboden vorlaufen. Im Schritt zeigte es sich kaum bis gar nicht, aber im Trab auf hartem Boden, wurde sehr deutlich, dass er hinten links lahmte. Ich stoppte Alex und kontrollierte sicherheitshalber seine Hufe auf Steine – nichts. Seufzend stellte ich fest, dass wohl ein Tierarzt kommen musste, ich hoffte er habe sich nur vertreten und ein Zerrung und nichts Ernstes. Kannst du einen Tierarzt anrufen bevor du mit Club in die Halle gehst? Das wäre super, er lahm hinten links schon ziemlich. Und würdest du ihn wieder weg bringen, ich hab´s leider etwas eilig.“. “Klar, kein Problem!“. Der arme Landi verschwand im Stall während ich mich beeilte in den Wagen zu kommen.
      Die Fahrt zum Rennstall, dessen Bahn wir nutzen heute durften, dauerte 30 Minuten. Das war zwar nicht kurz, aber sinnvoller als eine eigene Rennbahn, denn außer den zweien im Hänger hatte ich keinen Galopper im Stall. Und Zanaro hatte zwar Spaß am Rennen, aber die klassischen Disziplinen lagen ihm mehr. Goldie war das Rennpferd, mit hervorragendem Stammbaum, kam sie aus England von dem Pineforest Stable. Dieser hatte sich ganz der Zucht und dem Training von Vollblütern verschrieben, welche erfolgreich im Rennsport, aber auch in allen anderen Sparten waren. Auch Zanaros Abstammung konnte sich sehen lassen, aber er war erwartungsgemäß nicht auf Rennen gezogen.
      Am Stall angekommen hielten wir kurz um im Büro Bescheid zu geben, dass wir da waren. Die Bahn war frei und so fuhren wir direkt zu dieser hoch um dort die Pferde auszuladen und aufzuzäumen.
      Andrew schwang sich auf Goldie, während ich auf Zanaro stieg. Die Bahn war wirklich sehr schön und ordentlich gehalten. Gemächlich drehten wir einige Runden im Schritt, ehe wir die Steigbügel verkürzten. Startboxen hatten wir keine, aber diese waren auch nicht notwendig und zudem kannten beide Pferde diese schon. Vor einiger Zeit waren Zanaro und Goldie in einem Aufgewichtsrennen gestartet, wo mein Hengst in seiner Klasse den 5. und Goldie in ihrer für ihr junges Alter einen wirklich guten 6. Platz.
      Ruhig ließen wir die Pferde angaloppieren. Goldies Ohren schwangen hin und her und Andrew hatte Mühe die junge Stute zurück zu halten, doch wir wollten die ersten Meter die Pferde entspannt laufen lassen. Zanaro hielt sich an das Tempo. Dann ließen wir die Pferde Gas geben. Goldie preschte übermütig nach vorne, während Zanaro langsam aber stetig beschleunigte. Goldie war mit Andrew uns schon ein gutes Stück vor raus, dieser versuchte die Stute etwas ruhiger zu bekommen damit sie auch die restlichen Meter schaffen würde. Bis zum Ziel hatten wir das andere Paar grade überholt, war doch Zanaros Ausdauer und Erfahrung höher. Dennoch besaß Goldie deutlich höheres Potential.
      Wir ritten die Pferde ab, ehe sie wieder in den Hänger kamen und wir uns auf den Heimweg machten. Andrew wollte in nächster Zeit vermehrt an Goldies Ausdauer arbeiten und versuchen die Stute ruhiger starten zu lassen. Für Zanaro stellte das Rennen eher eine spaßige Abwechslung zur normalen Ausbildung dar.
      Als wir auf den Hof fuhren kam Alex uns schon entgegen. „Ich hab mit dem Tierarzt telefoniert, er kommt sich morgen mal Landzauber anschauen.“. „Alles klar! Wie lief es mit Club?“, fragte ich sie. Andrew war schon damit zugange die Pferde weg zu bringen. Währenddessen rollte auch ein blauer Jeep auf den Parkplatz. „ Ganz gut, wie erwartet faul, aber mit viel Treiben war er dann auch am Ende fertig!“, lachte sie mir entgegen, ich grinste mit. Der Ponyhengst war wirklich ein verfressenes faules Ding. Hinter mir hörte ich plötzlich ein noch etwas quietschendes begeistertes bellen. Während ich mich rumdrehte, fiel mir ein, dass Lars heute unseren Welpen abgeholt hatte. Der Kleine war vorbei an Lars aus dem Kofferraum gesprungen und schnüffelte aufgeregt herum, als er uns entdeckte kam er schwanzwedelnd auf uns zu, Lars folgte ihm mit einem Lächeln. „ohhhh“, kam es neben mir von Alex. „Na hallo kleiner!“, ich hockte mich runter und krabbelte den kleinen Hund, welcher sich auf den Rücken schmiss. „Er ist wirklich schick und so ein lieber!“, meinte ein Freund anerkennend welcher ihn heute zum ersten Mal in live gesehen hatte. „Hab ich gut ausgesucht, was?“, grinste ich.
      Noch brauchte der Barsoi Welpe einen Namen, aber dafür war auch noch später Zeit. Lars nahm ihn mit ins Haus, während ich zu Lady Moon ging. Die 8-Jährige versprach mit Training einmal eine große Sportlerin zu werden. Bisher war sie noch nicht viel gefördert worden und so wollte ich es auch erst langsam angehen lassen. Das verbleibende Licht nutze ich für einen Ritt ins Gelände. Hinter dem Nebenstall, an der großen Stutenweide vorbei ging es in den Wald. Mit Elan sprang die Stute die kleinen festen Hindernisse im Wald. Als die Lady anfing zu schwitzen machte ich mich langsam auf den Rückweg. Dafür, dass sie vor meinem Kauf lange Zeit nicht mehr gearbeitet wurde, hatte sie noch eine gute Ausdauer. Aber ich wollte sie auch nicht überstraperzieren.
      Als Lady wieder versorgt war, holte ich noch schnell Butterblume. Bevor ich Roi reiten würde wollte ich die Stute noch nach draußen bringen. Auf dem Weg zu dem kleinen Sand Paddock wurde die Stute nervöser je näher der Wald kam, doch sie ließ sich noch Händeln was eine Verbesserung war. Sicherheitshalber ging ich mit auf das Paddock und hievte die Balken des Tores wieder in die Metallhalterungen, ehe ich den Strick ausklinkte. Angespannt stürmte Blümchen los bis sie der nahende Zaun zum stoppen zwang. Unglücklich durch diese Grenze hüpfte sie vor dem Zaun mit der Vorhand. Zum Glück war der Zaun dieses Sandpaddocks extra hoch und so wagte die S-Springstute dann doch keinen Versuch diesen zu überspringen. Langsam kam sie etwas zur Ruhe, sodass ich durch den Zaun schlüpfen und sie guten Gewissens für einige Zeit alleine lassen konnte.
      Mit Roi du Soleil hatte ich Dressurarbeit vor, in der Halle lagen noch die Stangen von Alex Arbeit mit Club und so beschoss ich diese auch in das Training einzubauen. Nach kurzen Dominanz gehabe machte der Hengst begeistert mit, schwungvoll trabte er über die Stangen und es schien fast so als würde er sich selber ärgern wenn er eine dieser berührte. Lobend klopfte ich den kräftigen Hals des Hengstes. Durch die Fenster schien noch das letzte Licht des Tages und tauchte die Halle in ein goldgelb. Roi hatte deutich an Kondition dazu gewonnen, durch sein Distanztraining vor einiger Zeit und so war der Hengst am Ende nicht annähernd erschöpft. Der Kraftprotz sollte nun täglich bewegt werden um ausgelastet zu sein und ich freute mich schon auf die nächsten Turniere mit ihm.
      Zuletzt brachte ich noch Blümchen wieder in ihre Box. Beim Paddock fand ich zu meiner Freude eine entspannte Stute vor, die vertrauensvoll zu mir kam und kuschelte. Ihr schwarzes Fell war von feinem Staub bedeckt, daher bürstete ich sie mit einem weichen Striegel über. Nach dem Hufe auskratzen ließ Blume sich auch brav in den Stall bringen.
      13.02.2017 - Pflegebericht - kira
      Admiral, Dracula, Golden Pirate, Armani, Auftakt, All Pride, Coco´s Landzauber, ZM´s Zanaro, Lady Moon, Butterblume, Roi du Soleil, Daydreaming Sorrow, Viona, Nandalee, Club Can´t Handel Me, Legacy of Gold, A le Hop, Daydreaming Sorrow, BonnyBoy, Single Malt, Fürst der Finsternis, Wie konntest du nur, I like It, Frisco, Look at my Hair
      Es war noch sehr früh, doch das Dämmerlicht welches inzwischen herrschte verriet, dass der Winter sich nun dem Ende neigte. Die Tage wurden wieder länger. Jascha hatte ich noch nicht zum aufstehen bewegen können und im Stall herrsche auch noch verschlafene Ruhe. Die letzte Woche hatte der Winter sich noch einmal mit Schneeregen und Frost gezeigt und so war ich sehr froh, dass nun der Boden wieder trocken war und ich die erste Fuhre der Zuchthengste hinausbringen konnte. Hibbelig folgten mir Armani, Auftakt, All Pride und Coco´s Landzauber. Auch wenn die beiden Vater-Sohn-Gespänne eigentlich zu den ruhigeren gehörten, vor allen Armani war noch immer recht zurückhaltend, auch wenn er nun schon 9 Monate auf einem Gestüt lebte, doch das schlechte Wetter hatte den Weidegang stark eingeschrenkt. So düßten die vier mit einer Energie los, welche jedes Vollblut stolz gemacht hätte. Ich brachte noch Admiral, Dracula und Golden Pirate hinterher, bevor ich mich einzelnen Pferden zuwenden konnte. Die Stuten würde heute einer der Angestellten raus bringen und auch den Wechsel auf der Hengstweide würde einer diese übernehmen. Im Stall überprüfte ich ersteimal das Aufgaben Brett. Um 11 Uhr gab ich eine Reitstunde und nach der Mittagszeit ebnfalls eine, aber für die Fortgeschrittenen. Die 11 Uhr Reitstunde würde ich an Marion abgeben. Ich trug das reinbringen der Hengst in Alex´s Spalte ein und fügte noch hinzu, dass sie im Anschluss auf die selbe Weide raus bringen sollte. BonnyBoy war ein etwas schwieriger Kandidat, was seine Weide oder Paddock Partner anging. Malt und Fürst waren aber selber kleine Machos und standen auch schon bei ihrem Vorbesitzer mit BonnyBoy zusammen, weshalb die beiden sich gegen den Hengst behaupten konnten.
      Nachdem ich Marion angewiesen hatte die Reitstunde z leiten, machte ich noch die Zuweisung der Ponys, in der 11 Uhr-Stunde würden Wie konntest du nur und I like It, sowie die beiden außerst gutmütigen Fellpony Hengste Frisco und Look at my Hair laufen. Gerne setzte ich, wenn möglich, von meinen Zuchtponys im Unterricht ein. So lernten die Kinder auf zumeist gut ausgebildeten Ponys reiten und diese hatten genügend Bewegung, denn ich selber konnte täglich nur einen kleinen Teil dieser reiten. Vorallem aber die Fellponys hatten die Kinder gerne, denn sie brachten nicht nur gemtliche Gänge mit sich sondern waren auch gutmütige und ruhige Tiere, was bei den auch von arabischen Vollblütern abstammenden Welsh´s nicht unbedingt gegeben war.
      Zum Frühstück erwartete mich Lars bereits, mit Eiern und Brötchen konnte er mich wie jeden Morgen begeistern. Die Zeit zum gemütlichen Frühstück nahm ich mir doch fast jeden Morgen. Bevor ich mich setzte gab ich noch Jascha auf dem Flur sein Futter, inzwischen konnte an ihn auch fast ausgewachsen nennen. Der Barsoi Rüde war ein toller Anblick mit seinem seidigen langen Fell und schlanken Körperbau.
      13.06.2017 - Kostümparty für die einen, Arbeit für die anderen - Canyon
      Pflegebericht
      "Das ist doch albern."
      "Nein, das ist niedlich."
      "Haha." Sie lachte trocken und bedachte ihn mit einem ungläubigen Blick. "Und ich bin der Weihnachtsmann."
      "Da bist du aber nicht sehr glaubwürdig!" Diesmal blickte er gespielt abschätzig vom Pferd aus auf seine Freundin herab, streckte ihr dann jedoch als Zeichen eines Scherzes die Zunge raus.
      "Ich bin ohne Kostüm genauso glaubwürdig wie du es mit Kostüm bist, das habe ich versucht dir damit verständlich zu machen!" Sie versuchte sich aus dieser Lage wieder zu befreien, da ihr jedoch nichts passendes einfiel, verschränkte sie die Arme und schaute absichtlich in eine andere Richtung.
      "Bekomme ich nun trotz des oberniedlichen Hasenkostüms eine Aufmunterung? Immerhin bin ich hier, um die Ehre unseres Gestüts zu verteidigen!"
      "In einem Hasenkostüm!?" Entsetzt blickte sie ihn wieder an. "Du ziehst unsere Ehre in den Dreck!"
      "Weißt du was mir gerade einfällt? Ich weiß noch was "Ehre" auf Russisch heißt!"
      Diesmal musste sie lachen und als sie sich auf die Zehenspitzen stellte, um ihm einen Kuss auf die Lippen zu drücken, lächelte sie liebevoll. "Ich gebe es zu, es ist wirklich niedlich!"
      "Sagte ich doch!" Seine Brust schwoll an und er grinste schon wieder.
      "Jaja...", nuschelte sie. "Wir sehen uns nachher, holst du mich ab?"
      "Immer doch, Liebling, immer doch!"
      Die Kostümparty auf dem Gestüt Milky Way war eine der bekanntesten weit und breit. Viele Besucher kamen mit und ohne Pferd, doch waren sie stets verkleidet, wie es die Regeln besagten. Die einzige, welche heute nicht in eine, lächerlichen oder gruseligen Kostüm steckte, war-
      "Charlotte von Eylenstein." Freundlich streckte sie ihre Hand aus und ergriff die des Mannes. "Peter", meinte dieser nur. Charly tat es gut, nach so langer Zeit wieder ihre Muttersprache sprechen zu können. Fast hatte sie das Gefühl, sie verlernt zu haben. Es lähmte ihr die Zunge und die Wörter, welche sie so viele Jahre lang Tag für Tag gebraucht hatte, schienen hinter all den anderen Dingen in ihrem Kopf verschwunden zu sein. Deswegen nickte sie nur kurz und lächelte zögerlich.
      "Hat dir Kira bereits eine Einführung gegeben?"
      "Nur ganz kurz." Meinte sie. "Das Nötigste eben."
      Peter brummte. "Ok, dann komm mit."
      Der morgendliche Schein der Sonne kroch erst langsam über die Spitzen der hügeligen Landschaft und ließ das Gestüt trotzt des warmen Sommers noch kühl und leer erscheinen. Einige Autos besiedelten schon den Parkplatz und bis zum Nachmittag würden es noch einige mehr werden. Kira hatte sich wie immer jede Menge Mühe für ihre reichlichen Gäste gegeben, Nico freute sich jetzt auf die Mahlzeiten - er mochte deutsches Essen.
      Peter verlor nicht viele weitere Worte, sondern teilte Charly einige Pferde im Hengststall zu, drückte ihr einen Futterplan in die Hand und sie versuchte ihr bestes, das ihr fremde Fütterungsprinzip in die Tat umzusetzen.
      "Ponys, Ponys, Ponys-" murmelte sie und fuhr mit dem Finger die Liste herab. Es waren einige Tiere zu füttern und die Zeit drängte. Die meisten Pferden mussten auf den Weiden sein, bevor der Ansturm an Gästen auf das Gestüt drängte.
      Sie begann, wie man meisten begann. Ganz vorne am Anfang. Obwohl sie unter zeitlicher Anspannung stand, nahm sie sich für jedes Pferd kurz Zeit. Admiral war also der erste, bei welchem sie die Tränke kontrollierte und Heu nachfüllte. Danach folgten viele weitere Ponys: Coco's Landzauber, Armani, Golden Pirate, A Le Hop, All Pride, Auftakt, BonnyBoy, Single Malt, Fürst der Finsternis, Dracula, Daydreaming Sorrow, Legacy of Gold, Look At My Hair und Frisco. Sie war reichlich überrascht, dass der größte Teil der kleinen Pferde erfolgreich gekört war.
      Die Hengste würden heute jedoch drinnen bleiben. Zu viele fremde Pferde waren unterwegs, sodass Charly nach getaner Arbeit bei den Hengsten zu den Stuten ging. Hier lernte sie Alexandra kennen. Diese war ein paar Jahre jünger als sie, aber Charly mochte ihr nettes Lächeln und die beiden Frauen verstanden sich, ohne viel von einander zu wissen. Was Pferde und ein kleines Lächeln bewirken konnten, dachte Charly und griff das Halfter an der ersten Box. Alexandra und Peter hatten bereits die Stuten gefüttert, sodass diese nun auf die Weiden sollten. "Imma zwe auf einma'", hatte Peter gesagt, während Charly nur verständnislos geschaut und Alexandra gelacht hatte. Peter hatte erst nicht gewusst, was er getan hatte, lachte dann jedoch auch, als er es verstand.
      Lilifee und Star hießen die ersten beiden Stuten. Charly mochte einfallslose Namen nicht, verzieh es den beiden jedoch durch ihr hübsches Aussehen sehr schnell. Peter griff sich Vanity und Angel's Kiss, während Alexandra Nesquik und Sally nahm. Die Ponys kannten den Weg schon fast selbst und weit war er auch nicht, sodass nach kurzer Zeit auch Alice von Landwein, Draculas Wife, Happy Steffi, Nosferatu, Argenté Noir, Knives and Pens, Siana und Antigone auf der Weide waren. Peter klopfte sich zufrieden die Händen an der Hose ab. "Jut, dann geht jetzt ener zu den Trainingspferden und die anderen beiden zum Nebenstall. Alex machst du dat? Ich nehme Charly mit, schicke sie dir jedoch, sobald wir fertig sind." Die beiden Frauen nickten zustimmend und machten sich auf den Weg zu den jeweiligen Pferden.
      Die sieben Trainingspferde standen nicht weit abseits. Auch sie mussten gefüttert und anschließend auf die Weide gebracht werden. Wieder gab es für sie einen Futterplan, während Peter das von ihr vorbereitete Futter zu den Pferden brachte.
      "Das ist für Viona und das ist für Nandalee", sagte sie und deutete auf zwei Eimer. "Als nächstes kommen dann Drachenlady und-", sie stockte, "-Wie konntest du nur?" Zweifelnd blickte sie zu Peter auf. "Heißt der wirklich so?" Peter nickte und griff stumm zu den Eimern, während Charly sich kurz lachend schüttelte. Gerade habe ich mich noch über die Namen beschwert, dachte sie, aber jetzt-.
      Zum Schluss kamen nur noch I like it, Club can't handel me und Roi du Soleil und auch diese kamen, nachdem sie genüsslich aufgefressen hatten auf die Weide.
      "Geh' du jetz ma zu Alexandra, ich mache die Boxen hier alleine." Charly nickte und machte sich auf den Weg zum Nebenstall, welche gerade einen unglaublich niedlichen Miniatur Hengst namens Umpalumpa den Schweif kämmte.
      "Ah sehr gut! Dich könnte ich jetzt gut gebrauchen! Du musst mir mal mit Croccantino und ZM's Zanaro helfen, ich würde die beiden gerne in die Führanlage bringen." Sie drückte Charly den jungen Vollblut Hengst Zanaro in die Hände, während sie selbst Croc nahm. "Nachher kommen auch noch Butterblume und Lady Moon, aber die will ich nicht zur gleichen Zeit-" Sie brach ab, denn aus einer der benachbarten Boxen drang ein lautes klagendes Wiehern. "Das ist Stromer's Painting Gold, die mag es nicht, wenn man sie alleine lässt. Vielleicht nehme ich sie nachher mit in die Führanlage." Sie verließ den Stall und Charly folgte ihr. "Aber erst nach dem Mittagessen, logischerweise." Fügte sie noch hinzu.
      Der Nachmittag war erstaunlich Pferdeleer. Nur hin und wieder wurden ein paar Pferde in die Führanlage gebracht und nach kurzer Zeit wieder abgeholt. Ansonsten machte Charly genau die Arbeit, welche sie von Zuhause gewöhnt war. Boxen sauber machen und Weiden abäppeln.
      "Ach wie viel angenehmer wäre das Leben, wenn es auch Pferdetoiletten mit Spülung gäbe." Meinte sie am späten Abend zu ihrem Freund. Ihre Arbeitskleidung hatte reichlich gelitten und ihre Haare waren von Staub und Dreck überzogen. Nico derweilen saß immer noch im blauen Hasenkostüm auf einer der Partybänke und hielt eine Flasche Bier in der Hand. Als Charly diese erblickte, seufzte sie. "Sage nicht, dass ich nun auch noch Autofahren muss!"
      "Keine Angst Schatz, ich habe erfolgreich unsere Ehre verteidigt und eines der beliebten Gästezimmer ergattert!" Seine Brust schwoll vor Stolz.
      "Hoffentlich hast du auch etwas Werbung für unser Gestüt gemacht, das war schließlich deine Aufgabe."
      "Natürlich! Was denkst du denn von mir?" Empört richtete er sich auf. "Dass ich ein Taugenichts bin oder was?"
      Charly hustete. "Ach nö nö, quatsch!" Sie hustete wieder.
      "Glaube mir, die werden uns in Scharen besuchen kommen! Wenn ich eines bin, dann überzeugend und weißt du was? Ich habe noch einen Meilenstein heute erreicht!" Zweifelnd blickte Charly auf. "Lass dich überraschen Hase, lass dich überraschen."
      Kurzer Pflegebericht für alle Pferde
      Es frostet bereits also bepackte ich mich mit sämtlichen Jacken und marschierte los zu den Ställen. Mein morgendlicher Kaffee hielt mich wenigstens etwas warm.
      Im ersten Offenstall begrüßte ich Thorin und All Pride. Die zwei Hengste mit großem Größenunterschied verstanden sich prächtig.
      Ich mistete etwas, streute ein und gab den Burschen Heu und Kraftfutter. Genau so machte ich es auch im zweiten Offenstall bei Calle Cool, Caplin van Hoel und Appolinaris. Im dritten Offenstall begrüßte ich die letzte Gruppe von Hengsten. Hier wohnen Colour Paint, Nachtschwärmer und Alvari. Die bunte aber ruhige Mischung klappte auch hier super. Auch die drei mistete und fütterte ich. Die Stuten stehen alle zusammen im vierten Offenstall. Kabaal, Fraena, Mahamadou, Glamour's Rubina, Happy Steffi und Shari wohnen hier. Im Stutenstall gab es immer mehr zutun, mehr zu misten, mehr zu füttern, weshalb es bereits kurz vor 12 war, als ich alles geschafft hatte. In den nächsten Tagen stand wieder etwas Training auf dem Plan.
      Kurzer Pflegebericht für alle Pferde
      Mittlerweile kehrte endlich der Frühling in Luggala wieder ein. Die Sonne blinzelte bereits, als ich meine Augen langsam öffnete. Etwas verschlafen kroch ich aus meinem Bett und stolperte in die Küche hinunter. Ich wollte heute schnell die Pferde versorgen, ehe ich die Planungen für die kommende Zeit starten werde.
      Viel hat sich hier getan, und endlich werden die Pferde wieder mehr im Mittelpunkt stehen können.
      Nach einem kleinen Frühstück mit Denkpause, startete ich in den Offenstall 1 zu Thorin und dem kleinen All Pride. Da beide gut im Futter standen und aktuell nicht viel arbeiten, bekamen sie nur ihre Ration Heu und ein paar Möhren, nachdem ich den Offenstall abäppelte und neu einstreute.
      Die Ställe waren noch abgesteckt, da es die letzten Wochen so extrem matschig war, jedoch durften sie ab heute wieder die kompletten Ausläufe betreten.
      Im nächsten Offenstall standen Calle Cool, Caplin v. Hoel und Apollinaris. hier fütterte ich noch zusätzlich ein wenig Hafer bei. Auch sie mistete ich und steckte den Bereich wieder zurück. Nur noch zwei Gruppen an Pferden mussten versorgt werden, bevor es mit dem Auto in die Stadt ging.
      Colour Paint, Nachtschwärmer und Alvari waren nach schnellen zehn Minuten glücklich und auch im letzten Stall beeilte ich mich voran zu kommen.
      Hier brauchte ich allerdings am längsten, denn Kabaal, die kleine Fraena v. Hulshof, Mahamadou, Glamour's Rubina, Happy Steffi und Shari brauchten ein wenig mehr Aufmerksamkeit.
      Nun mussten ein paar Besorgungen gemacht werden, Papiere weg geschickt und noch nötige Dinge eingekauft werden.
      Kurzer Pflegebreicht für alle Pferde
      *brrr* Trotz Sonne wurde dieser Tag mit klappernden Zähnen begonnen. Keine 10 Grad waren es die Nacht gewesen, sodass ich meinen Kaffee schnell schlürfte um mich ein wenig aufzuwärmen und Motivation zu schöpfen. Nun machte ich das Kind fertig, ja es gab Nachwuchs in Luggala. Die kleine, Nora, hatte einen guten Tag, sodass ich sie ohne Bedenken in die Obhut von einer Freundin geben konnte. Sie kam täglich, damit ich wenigstens ein wenig für meine Pferde da sein konnte..außerdem hatte sie meine Pferde während meiner Schwangerschaft geritten. Im ersten Offenstall begrüßten mich lautstark Thorin und All Pride. Die beiden Jung warteten auf ihren Hafersnack. Nach dem Füttern, mistete ich schnell ab und streute neues Stroh über. Ich kontrollierte auch die Tränke ehe es in den nächsten Offenstall zu Caplin v. Hoel, Calle Cool und Appolinaris ging. Die drei Barocken Hengste genossen ein paar Streicheleinheiten. Auch hier mistete ich und gab den Burschen noch frisches Heu. Da alle derzeit pausierten, gibt es immer nur am Abend Kraftfutter. Nun warteten Colour Paint, Nachtschwärmer, und Alvari auf ihr Frühstück. Das selbe Spiel, jedoch putzte ich Cloud schnell über um ihn später schneller fertig machen zu können. Die Stuten Kabaal, Fraena v. Hulshof, Mahamadou, Glamours Rubina, Happi Steffi und Shari. Hier dauerte es am längsten, ehe alle an ihrem Platz waren und gemächlich fraßen. Nur klein Fräni holte sich noch ein paar extra Möhren bei mir ab, indem sie mächtig nervte. Nach dem misten rief auch schon meine Freundin an. Das Kind rufte.
      Das Grosse Rennen der kleinen Pferde
      PFS’ Captured in Time, Snottles Peppermint, Lindwedel, All Pride, Nosferatu, Après la Pluie, Antarktik, Mikke
      Es war Freitag, der Tag vor Beginn der International Horse Show in London. Ich sass im Moment noch in der Schule, überlegte aber längst wieder, wie es morgen ablaufen musste und was ich heute mit Peppy noch last-minute Zuhause trainieren sollte. "Lily, hast du deinen Kopf schon wieder anderswo?" Ich schreckte hoch und bedeuerte der Lehrerin, dass ich mich auch die letzte Stunde hindurch noch konzentrieren wollte. Es gab nichts Schlimmeres für mich als Mathematik. Ich sah keinen Sinn darin, sich selbst neue Probleme zu schaffen, um sie dann stundenlang auf Übungsblättern lösen zu können. Besonders dann nicht, wenn sie so einfach waren und ich die dazugehörige Theorie längst begriffen hatte. So musste sich ein Springpferd fühlen, dass in einer Reitstunde fünfmal denselben Sprung machen musste, obwohl es ja schon beim ersten Versuch drübergekommen war. "Dann muss es aber trotzdem noch trainieren und Muskeln aufbauen, oder zumindest erhalten", geisterte Occus Stimme in meinem Kopf. Ja ja, mag schon sein. Ich war jedenfalls unglaublich froh, als das Läuten der Glocke die Winterferien ankündigte. "Lily, hurry up!" "Just a moment." Ich stopfte mein Heft in den Rucksack, dann folgte ich Suri und den anderen nach draussen. "Are you comin' to Pineforest today aswell? I wanna practise one last time with Peppy for tomorrow", fragte ich Suri. "Of course!" In dem Moment wurden wir von Victoria und ihren beiden Kolleginnen angehalten. "Awww, you want to train one last time today. Do you think that's gonna change anything for you?", stichelte sie. Ich blieb unbeeindruckt und zuckte mit den Schultern. "Even if we don't win, I wont mind it." Sie sah mich verwundert an. "Really now? You have such low ambitions? I always thought you were so full of yourself." "I do have ambition. But it will be sufficient to beat you." Leicht verärgert erwiderte sie "we'll see about that" und wandte sich ab. Ich kam mir vor wie in einer stereotypischen Teenager TV-Serie. Suri lachte nur, als ich meine Gedanken aussprach.
      Schon eine halbe Stunde später stiegen wir auf dem Parkplatz Zuhause von unseren Fahrrädern und brachten die Schulsäcke ins Haus. Suri kam manchmal auf diese Weise direkt nach der Schule vorbei, weil Pineforest sozusagen auf ihrem Nachhauseweg lag, jedenfalls wenn sie einen kleinen Umweg machte. Aufgeregt diskutierten wir über ein paar Gerüchte, die in der Schule kursierten, nach denen ein Lehrer am Wochenende betrunken Fahrrad gefahren und dabei gestürzt war (es war kein besonders beliebter Lehrer). Da er sich dabei die rechte Schulter angeknackst hatte, war heute der Werkunterricht von einem anderen Lehrer durchgeführt worden (und es hatte viel mehr Spass gemacht als sonst). Im Nebenstall angekommen, öffnete Suri die Boxentür von Nossi und halfterte sie, dann brachte sie sie nach draussen vor das Holzgeländer und band das Pony an. Sie machte das mittlerweile, als wäre es selbstverständlich; am Anfang hatte sie noch grossen Respekt vor Pferden und Ponys gehabt. Ich hastete weiter zur Mini-Weide und fing Peppy ein. Wobei 'einfangen' übertrieben gesagt war - besser passte 'einsammeln'. Das Shetty war nämlich am grasen gewesen und hatte mich bloss kauend angesehen, als ich mit dem Halfter gekommen war. Sie lief brav mit mir mit, aber traben wollte sie nicht, als ich sie auf den letzten paar Metern dazu ermunterte. Ich band sie neben Nossi an und striegelte ihr gesticheltes Fell gründlich durch. Ihr Winterfell war so dicht und wollig wie das eines Alpackas, deshalb hatten wir sie für die Rennen auch geschoren. Als ich den rasierten Bauch schrubbte, spitzte sie genüsslich die Oberlippe, weil es sie wohl juckte. Suri fand das lustig und versuchte auch bei Nossi eine Stelle zu finden, die diese mochte. Ich zeigte ihr, dass sie es nur lange genug beim Hals versuchen musste. Ich bürstete Peppys Mähne und trauerte über jedes verlorene Schweifhaar, das sie sich wieder weggescheuert hatte. Manchmal rieb sie ihren Popo am Holzzaun, das hatte ich schon ein paarmal beobachtet. Ich rannte dann jeweils hin und schimpfte mit ihr, aber natürlich half das kein bisschen. Occu meinte einfach, ich solle sie lassen und dass es ganz normal sei, solange sie es nicht die ganze Zeit mache. Ich mochte es trotzdem nicht, wenn ihr Schweifansatz danach wieder so zerzaust war. Es wurde Zeit für die Sättel. Wir holten sie zusammen in der Sattelkammer und ich sah Suri über die Schulter, um zu sehen, ob sie alles richtig machte. Sie legte ihn zuerst über den Widerrist und zog ihn dann nach hinten, wie Occu es ihr gezeigt hatte. Sie schaute, dass es keine Rümpfe in der Schabracke hatte und zog den Gurt vorsichtig unter Nossis Bauch durch. Sie gurtete ins erste Loch ubd sah mich dann erwartungsvoll an. Ich gab ihr ein 'Daumen-hoch'. Auch das Zäumen klappte schon viel besser, auch wenn Suri noch ein Durcheinander mit Nossis schwarzer Stirnfranse veranstaltete. Als wir fertig waren, führten wir sie auf den Weg und stiegen auf. Als Suri ihren Fuss in den Steigbügel stellte, hielt ich sie an. "Didn't you forget something?" "What?" Ich deutete auf den losen Gurt. "Oops!" Sie gurtete rasch ins vierte Loch, dann stieg sie, rückversichert durch mein Nicken, auf. Wir ritten wie so oft zuerst zur Wilkinson Farm, um Lindwedel einen Besuch abzustatten. Suri gab mittlerweile offen zu, dass das Schimmelpony ihr gefiel. Als wir heute auf die Weide liefen, um ihn zu streicheln, war er total mit Schlamm verkrustet. Es hatte letzte Nacht ein wenig geregnet und heute Morgen war der Boden wohl gerade feucht genug für ein ausgiebiges Schlamm-Bad gewesen. Er graste friedlich Kopf an Kopf mit Peach, die ebenfalls paniert aussah. Wir gingen Rosie fragen, ob wir ihn putzen durften. Sie arbeitete gerade mit Antarktik auf dem Reitplatz, hatte uns aber längst herumschleichen sehen. Nossi und Peppy hatten wir unterdessen abgesattelt auf eine kleinere Weide gestellt, damit ihnen nicht langweilig wurde. Beim Striegeln des Bleistiftgrauen Fells gab es regelrechte Staubwolken, sodass Suri den Wallach lachend auf den neuen Namen 'Staubwedel' taufte (ich verriet ihr den passenden deutschen Ausdruck). Wir brauchten eine halbe Ewigkeit, um die mit üppigem Behang geschmückten Beine des Fellponys sauber zu bekommen. "Are you finished girls?", klang Rosies Stimme bald einmal durch die Stallgasse. Zu diesem Zeitpunkt löste Suri gerade noch die letzten Krümel aus Lindwedels Schweif. "Yeah Rosie, look how handsome he is now." "Perfect. What would I do without you guys?" Suri und ich lächelten stolz. "You've been visiting him very often these days and helped me a lot. I want to give you a little reward for that, so what would the two of you like?" Ich sah Suri an, die schüchtern ihre Hände betrachtete, und beschloss: "Suri would very much like to ride Lindwedel." Sie sah mich schockiert an und stupste mir in die Seite. Rosie kicherte amüsiert. "That so? Well, that's no problem. I was planning on asking if you'd like to do that anyways." Suris Augen strahlten begeistert und sie nickte eifrig, als Rosie meinte: "Just come over anytime, I only ride him a few times a week at the moment, so he is in dear need of some more work." Wir plauderten den ganzen folgenden Waldweg entlang über nichts anderes mehr. "But seriously Lily, just deciding that without asking me first..." "Why ask you? The answer was written all over your face!" Wir lachten herzhaft. Am Waldrand fanden wir einen kleinen Trampelpfad vor, der dem Feld entlang führte und hervorragend geeignet zum Galoppieren war. Ich musste ja noch ein bisschen mit Peppy trainieren, also kam der gerade gelegen. Weil Suri aber noch nicht so oft frei galoppiert war, und erst einmal draussen im Gelände, beschränkten wir uns auf ein langsames, kontrolliertes Tempo. Auch das war ein gutes Training, denn beim langsamen Galoppieren konnte man manchmal sogar noch mehr Muskeln aufbauen, hatte mir Occu erklärt. Peppy war zwar ziemlich enttäuscht darüber, dass sie nicht gasgeben durfte, aber ich hielt sie erfolgreich zurück. Nossi war eh brav, die blieb schön hinter uns und Suri musste sich nur festhalten. "Well done!", rief ich am Ende des Pfades nach hinten - Suri hatte ein zufriedenes Grinsen aufgesetzt. "It is much easier than I thought. And it's fun!" Ich stimmte ihr zu, wobei ich insgeheim korrigierte, dass es nur bei braven Ponys wie Nossi für einen Anfänger so einfach war. Aber ich brauchte sie ja nicht unnötig zu verunsichern. Wir ritten nach dem Galopp nach Hause, damit ich noch auf der Grasbahn ein paar Starts üben konnte. Occu hatte zwar gemeint, dass wir gut genug vorbereitet waren, und ich nicht mehr zu viel mit Peppy machen solle, damit sie morgen top fit war; aber ich musste einfach noch etwas üben, um mit gutem Gewissen an den nächsten Tag denken zu können. Ich gab Peppy beim Wegräumen eine Karotte extra, sozusagen als Bestechung. Dass es nicht viel bringen würde wusste ich schon, aber vielleicht war sie dann besonders gut gelaunt. Sie genoss die Karotte jedenfalls unter geräuschvollem Kauen. Suri hatte Nossi bereits versorgt und half mir beim Verstauen der Ausrüstung. Jonas hatte uns bemerkt und kam zum Eingang der Sattelkammer. Er stellte sich in vorwurfsvoller Haltung in den Türrahmen und tadelte: "Mit der Ausrüstung willst du morgen ans grosse Rennen? Das Zeug wird noch geputzt und eingefettet, Madame." "Kann ich auch später noch machen, wenn Suri weg ist", murmelte ich, aber er bestand darauf, dass ich es jetzt tun solle. "Fine!" Ich streckte ihm die Zunge raus und motzte: "Dann must du mir aber die Lederseife vom Schrank runtergeben!" "Du bist doch sonst so gut im Klettern?", bekam ich aks Antwort, aber er drückte mir die blaue Verpackung kurz darauf in die Hand. Suri half mit, obwohl ich ihr gesagt hatte, dass sie das nicht müsse. Weil wir zu zweit so schnell fertig wurden, und es doch ein bisschen Spass machte, putzten wir Nossis Zeug auch gleich. Danach sah alles wieder schön schwarz und wie neu aus.
      Suri ging pünktlich zum Abendessen Nachhause, wie sie es ihrer Mutter versprochen hatte. Ich wünschte ihr schöne Weihnachten und sie mir viel Glück. Occu, Jonas und ich assen Spaghetti mit handgemachter Pesto-Sauce von einem unserer freundlichen Nachbarhöfe. Ich blieb auf Occus Befehl hin nicht mehr allzu lange wach, damit ich für Morgen nicht müde war. Wir mussten zwar nicht wahnsinnig früh aufstehen, aber ich widersprach nicht. Als ich jedoch im Dunkeln in meinem Bett lag, war ich mir plötzlich nicht mehr so sicher, ob wir wirklich ausreichend vorbereitet waren. Ich grübelte bis spät in die Nacht und fürchtete mich davor, mich vor allen zu blamieren. Besonders schlimm war der Gedanke daran, gegen Victoria zu verlieren. Sie würden mich gewiss die nächsten paar Jahre auslachen und damit aufziehen, wenn das passierte. Ich schaffte es mit diesen Befürchtungen einfach nicht einzuschlafen. Als ich um zwei Uhr morgens immernoch wach war, liess ich mich aus dem Bett gleiten und ging in die Küche runter, um mir ein Glas Wasser zu füllen. Jacky hob den Kopf, als ich an ihrem Korb vorbeilief. Die Jack Russel Hündin stand auf und folgte mir in die Küche. Sie sah mich fragend an, also streichelte ich sie rasch, um ihr zu zeigen, dass alles okay war. Sie setzte sich hin und ihr Blick folgte mir aufmerksam, als ich den Kühlschrank öffnete. Ich legte einen Eiswürfel in mein Wasserglas, weil ich viel zu heiss hatte, obwohl es draussen eisig kalt sein musste. Durch das Küchenfenster sah ich, dass der Mond ziemlich hell schien. Auf einmal hatte ich Lust kurz nach draussen zu gehen. Schlafen konnte ich ja sowieso nicht, und vielleicht half die kühle, frische Luft ein wenig. Ich zog mir also Socken und Schuhe an, schlüpfte mitsamt Pyjama in meine Winterjacke, schlich durch die Tür raus und lief zu den Weiden. Jacky quetschte sich ebenfalls noch durch den Türspalt, bevor ich es verhindern konnte. Sie folgte mir, als wollte sie mich beschützen. Bei den Offenställen angekommen, schlich ich mich zu Peppy rein, während die Hündin draussen im Gras herumstreunerte und wohl Pipi machte. Die Ministuten sahen auf, als ich mich durch das Stroh tastete. Sie blieben aber dort, wo sie gerade waren. Manche standen, manche lagen. Peppy lag, und knabberte sofort an meiner Hand, als ich sie ihr vor die Nase hielt, damit sie am Geruch erkannte, dass ich es war. Ich streichelte ganz vorsichtig ihren Hals unter der wolligen Mähne und setzte mich neben sie. "Wir zeigen's ihnen am Finale, nicht wahr?", murmelte ich leise. Ich erkannte im Dunkeln Peppys Augen, weil ich das Tor einen Spalt offengelassen hatte. Ich sah sie an, und sie schien zum Tor raus zu starren. "Bitte bitte, gib in den nächsten drei Tagen alles. Ich geb dir so viele Karotten wie du fressen kannst, versprochen. Nur bitte sei schneller als Victoria's Pony. Ich kann mich in der Schule nicht mehr blicken lassen, wenn sie gewinnt." Peppy's Unterlippe hing entspannt ein wenig lose und sie strahlte eine unglaubliche Ruhe aus. Als hätte sie keinerlei Sorgen auf dieser Welt. Ich blieb noch einen Moment länger, um mich von dieser tiefen, inneren Ruhe anstecken zu lassen. Es war doch ziemlich kalt, also kuschelte ich mich ein wenig mehr an Peppys Winterfell. Als mir schliesslich die Zehen fast abfrohren, schlich ich zurück ins Bett, wobei mir Jacky wieder brav ins Haus hinterherlief, und schlief tatsächlich kurze Zeit später ein.
      Am nächsten Morgen klingelte der Wecker um Punkt 8 Uhr und ich war hellwach, trotz dem ich nicht so viel geschlafen hatte. Sofort stand ich auf und ging in die Küche runter. Occu und Jonas waren natürlich schon draussen bei den Pferden, also ass ich rasch eine Schüssel Müsli und folgte ihnen dann. "Mornin' little Miss", grüsste mich Ajith freundlich; ich erwiderte es grinsend. Occu fand ich in der vorderen Sattelkammer im Stutenbereich. "Ahh, fit und wach?", fragte sie, als sie mich sah. Ich nickte und half ihr, Winter's Trainingssattel wieder mit der Schutzhülle zu überdecken. "Ich denke wir fangen langsam damit an, Peppy hübsch zu machen und die Ausrüstung einzupacken - du hast ja alles schön geputzt gestern, oder?" Sie kam mit, als ich zur Weide ging um Peppy zu holen. Es war neblig und kühl heute, man merkte, dass der Herbst nun wirklich gekommen war. Das Shetty schien etwas verwirrt, weil wir es schon am frühen Morgen belästigen kamen. Trotzdem liess sie sich brav weg von ihrer kleinen Herde führen. Sie hatte einen zackigen Schritt und ihr Hinterteil wippte locker mit, als ich sie zum Nebenstall führte. "Willst du sie nicht im Hauptstall bereitmachen? Schliesslich bist du in den nächsten Tagen auch Jockey. Ich muss nachher noch rasch zu Caprice und ihr den Hustensaft geben, den die Tierärztin mir vorgeschlagen hat." Ich nickte eifrig und bog ab. Wir stellten Peppy in eines der Putzabteile für die Rennpferde und ich begann, sie gründlich mit dem Gummistriegel zu bearbeiten. Alle Pfleger die durchkamen, grinsten amüsiert wenn sie uns so sahen. Ich kämpfte, um Peppys Schweif komplett zu entwirren - was mir am Ende auch gelang. Ich war froh, dass Occu genug Zeit eigeplant hatte... Peppy stiess ein kurzes, begrüssendes Grunz-Wiehern aus, als die Jockeys mit einer Gruppe Rennpferde zurück von der Bahn kamen und an uns vorbeiliefen. Es war total süss, als wollte sie ihnen sagen, dass sie jetzt auch dazu gehörte. Ciela drehte sogar neugierig den Kopf zu ihr, aber Parker merkte es nicht und lief weiter, sodass Ciela keine Zeit hatte, die Nase zu Peppy hinzustrecken. Ich kratzte noch die kleinen Shettyhufe aus, dann waren wir ready. Occu und ich luden die Ausrüstung ein, Ajith bestand darauf, Peppy in den Anhänger zu führen. "That will bring you good luck", beteuerte er als Begründung. "Ask Occu. Whenever I lead a horse into the trailer, it wins the race." Ich sah stirnrunzelnd meine Tante an, und sie lächelte schief. Ich zuckte mit den Schultern und liess den Pfleger machen. Jonas belud einen zweiten PW mit der Dekoration für Peppys 'Olympia-Box'. Es war so eine Art Tradition, die Boxen der Ponys möglichst weihnachtlich zu schmücken. Das Namensschild mit goldenen Sternen und Kunstschnee drauf hatte ich ganz alleine gemacht.
      Die Fahrt verlief ziemlich ruhig - fast schon zu ruhig. Ich wurde dadurch nur noch nervöser, weil ich so optimal Zeit hatte darüber nachzudenken, was passieren würde, wenn ich verlöre. Bis zum finalen Rennen dauerte es zwar noch zwei Tage, aber davor hatten wir immer wieder Trainingsrennen vor Publikum. Ich war froh, als ich endlich aus dem Auto steigen und ins Gras stehen konnte. Die Parkplätze waren auf einem Feld angelegt worden. Es standen schon viele Anhänger da, denn schliesslich war das hier eine der grössten Internationalen Pferdeshows. Mal abgesehen vom Grand National war ich entsprechend aufgeregt, die vielen berühmten Pferde aus vielen verschiedenen Ländern zu sehen. Ich öffnete die Klappe zusammen mit Jonas und lief dann hinein, um Peppys Seil zu lösen. "Heyy meine Süsse, alles klar bei dir?", fragte ich sie, mehr, um mich selbst zu beruhigen. Sie nahm sehr gerne die Karotte an, die ich ihr hinstreckte. Anschliessend lud ich sie aus und brachte sie, begleitet von Occu und Jacky, in das Stallzelt für die Shettys. Es war bereits voll mit anderen Leuten und Ponys, die meisten waren dabei, emsig ihre Boxen zu dekorieren. Wir stellten Peppy erstmal rein, damit ich die Hände frei hatte um Ausrüstung zu tragen. Nachdem alles sauber in einem kleinen Holzschrank verstaut war, begannen wir ebenfalls mit dem Boxenschmücken. Occu half mir, ein paar Girlanden aufzuhängen, weil ich dafür zu klein war. Da sie aber selbst nicht so gut herankam, musste es am Ende doch Jonas machen. Stolz befestigte ich das selbstgebastelte Namensschild und rundherum noch ein paar ausgeschnittene Sterne aus Holz. Als ich fertig war, sah ich mich gespannt um und stellte ernüchtert fest, dass unsere Box fast schon kahl aussah, im Vergleich zu den anderen. Occu und ich hatten gedacht, wir würden mehr als genug vorbereiten - aber offenbar waren alle anderen noch viel fleissiger gewesen. Weil ich zum ersten Mal dabei war, hatte ich keine Ahnung gehabt, was normal sein würde. Und dass das Dekorieren als SO wichtig erachtet wurde, hatte ich nicht erwartet. Etwas beschämt schlich ich umher und betrachtete die vielen farbigen Schilder, Girlanden, ja sogar Vorhänge und Tannenbäumchen hatte es. Jemand hatte sogar seinem Pony ein Kostüm angezogen - das wiederum fand ich doof. Rentiergeweih und Weihnachtsmütze waren zwar lustig anzusehen beim Ausreiten durchs Dorf, aber in der Box fand ich es übertrieben. Trotzdem war ich etwas neidisch auf die Mäschen und Jungs, die so tolle Ideen gehabt hatten. Bei einer Box mit einem riesigen roten Socken davor hielt ich einen Moment und bewunderte das Werk. Ein Mädchen öffnete die Boxentür und kam heraus; ich hatte gar nicht bemerkt, dass jemand dort drin gewesen war. Sie lächelte freundlich und sprach mich an. Ich kannte das Mädchen nicht, hatte sie aber schon ein paarmal gesehen. "Hi. You've been at Rutland County and Worcestershire too, right?" Ich nickte. "So we seem to be from the same region..." Sie schien trotzdem sie mich sofort angesprochen hatte leicht schüchtern. Sie war etwas grösser als ich, hatte hellbraune, leicht gelockte, hochgebundene Haare und war schlank. Sie stellte sich mir als Lea vor, das graue Pony in der Box hinter ihr nannte sie Flora. "Are you excited?" Ich hielt einen Moment inne, dann antwortete ich "yeah, very." Vor ihr brauchte ich mich ja nicht zu verstellen. "Me too. Flora here is pretty chilled, but my pulse is pretty high all the time. Even tough I already know we'll not win." Ich sah sie schief an. "Why not?" "We're not fast enough, it's as simple as that. We've only once won a race, and it was pure luck - enough to be qualified in the end, but basically we're just happy to be here and came to enjoy it all." Ich wollte nicht so recht glauben, dass sie ihre Ziele nicht höher steckte. Doch bevor ich etwas bemerken konnte, fügte sie hinzu: "Well, of course I wouldn't mind winning it. I just don't want get my hopes up." Sie lächelte schief. "How about you?" "...I would very much like to win. But I'm not sure if we can..." "Is your pony fast then?" "She - Peppermint - is fast, yes. At least at home. We trained very hard for this." Ich merkte noch während ich sprach, dass es etwas lächerlich klang - schliesslich musste vermutlich jeder hier so hart trainiert haben, und vermutlich dachten die meisten, ihr Pony sei das schnellste. Aber Lea lächelte ermutigend und stellte fest: "Then you seem to be very prepared and ready. Just try and believe in your pony." Ich nickte und verzog den Mund ebenfalls zu einem Lächeln - wenn es doch nur so einfach wäre. Aber sie hatte schon Recht. Ich konnte jetzt nichts mehr tun, ausser in den kommenden Rennen alles zu geben und die Zeit hier zu geniessen. Bei dieser Erkenntnis entspannte ich mich etwas. "Can you show me your Peppermint? I want to meet as many ponies as possible while I'm here!" Ich nickte. "Sure, follow me." Als wir vor Peppys Box hielten, bemerkte ich schüchtern: "Well - our decoration is not thaaat good..." "No, it is! I like the name plate very much. Did you write that? You have a really nice handwriting! Mine looks so childish compared to it." "Nah, I think it's very pretty, too! And that giant sock of yours is so cool!", rief ich aus. Wir lachten beide und Lea streichelte Peppy vorsichtig zur Begrüssung. Die Shettystute rieb sogleich die Stirn an ihrer Hand, weil es sie wohl unter ihrem Schopf juckte. "Oh, what a cutie. Flora doesn't like it when I touch her head. But Pride does." "Who is Pride?", hakte ich nach, neugierig mehr über Lea zu erfahren. "He's a Welsh Stallion - and he's mine", erklärte sie stolz. "I bought him a few months ago, my first own pony." "What about Flora?" "I just ride her for the races, she belongs to some folks that my parents know." "Ah..." Ich verstummte, weil ich in diesem Moment Victoria und ihre Begleiterin, vermutlich ihre Mutter, sah. Lea folgte meinem Blick und fragte beiläufig: "Someone you know?" "...Yeah", antwortete ich zögernd, während ich beobachtete, wie sie vermutlich ihre Box öffnete; "I don't like her..." Lea konnte nicht wirklich etwas dazu sagen, also schwieg sie und wartete, bis ich mich wieder ihr zuwandte. Um den Unterbruch zu überspielen, schlug ich vor, dass wir uns ein wenig umsehen konnten - jedenfalls, wenn sie nichts anderes vorhatte. Sie stimmte begeistert zu. Ich informierte Occu, die gerade vom Auto zurückkam und stellte sie so nebenbei Lea vor. Jonas war verschwunden, um Peppys Pass und die anderen nötigen Unterlagen beim Sekretariat zu zeigen. Dafür war Leas Begleitperson inzwischen wieder bei Floras Box aufzufinden - sie stellte sich als älteste Tochter der Besitzerin von Flora vor. Lea sagte auch ihr Bescheid, dann zogen wir los. Wir kannten uns zwar gerade erst ein paar Minuten, aber irgendwie verstanden wir uns auf Anhieb wie alte Kolleginnen. Während dem wir durch die Stallungen liefen und die grossen Sportpferde bewunderten, verging die Zeit wie im Flug. Wir sahen auch tatsächlich ein paar berühmte Reiter, wie zum Beispiel Charlotte von Garten, Ellen Wintaker, oder den Springreiter Ben Mäher. Aber ihre Pferde interessierten uns beide mehr. Wir ergatterten auch einen sneak-peak in die grosse Halle, in der unsere Rennen stattfinden würden. "Woaa, I bet there will be thousands of people watching on these seats while we race. It makes me kind of nervous", meinte Lea ehrfürchtig. "Don't worry. They will focus on the ponies, 'cause they're all fluffy and cute." “Do you think the Queen will be up there, too?” “Nah, probably not. But who knows…”
      Irgendwann liefen wir zurück zu den Shettys und gingen eigene Wege. Occu bemerkte grinsend, als ich zurückkam: "Schon neue Freunde gefunden? Das ging ja schnell." Ich streichelte Peppy und checkte, ob bei ihr alles in Ordnung war. Sie wühlte zufrieden in ihrem Heu und schien von dem ganzen Trubel relativ unbeeindruckt zu bleiben. Nur ab und zu hob sie ruckartig den Kopf und spitzte die Ohren, manchmal ging sie dabei sogar zur Tür und reckte ihren Kopf darüber; nämlich immer dann, wenn ein fremdes Pony vorbeilief.
      Am Abend schlief ich in dem Gruppenschlafraum für die Jockeys, zusammen mit den anderen Mädchen. Die Jungs waren im Zimmer nebenan. Occu und Jonas übernachteten in einem Hotel ganz in der Nähe. Unsere Betten waren gewöhnliche mehrstöckige, die Matratzen ziemlich dünn. Aber das machte mir nichts aus, ich war bequem in meinen Schlafsack eingekuschelt. Lea hatte sich gleich unter mir einquartiert, sodass wir noch ein wenig plaudern konnten. Irgendwann fielen uns aber die Augen zu, und das war auch gut so.
      Die nächsten paar Tage vergingen wie im Flug. Wir waren so beschäftigt damit, die vielen tollen Sportpferde und ihre Reiter zu bewundern, nach der Queen Ausschau zu halten, und natürlich unsere Trainingsrennen zu absolvieren, dass wir kaum einmal stillsassen. Ich war häufig mit Lea und ein paar anderen meiner Mitstreiterinnen unterwegs, manchmal aber auch nur mit Occu und Jonas. An einem der Verkaufsstände kaufte ich für Peppy ein schickes neues Lederhalfter das blau unterlegt war. Das war aber abgesehen von einem Sack Bananenleckerlis auch schon alles, was ich einkaufte. Schabracken und so hatte ich ja schon genug. Ausserdem reichte mein Taschengeld auch nicht viel weiter. In den Trainingsrennen waren Peppy und ich ziemlich gut. Wir gewannen zweimal und waren in den anderen auch vorne dabei. Für das Publikum sah es aus, als wären die Rennen jedes mal ernst, aber die Resultate zählten nur bedingt zur finalen Rangliste. Das wichtigste Rennen kam am letzten Tag der London International Horse Show.
      In aller Ruhe sattelten Occu und Jonas Peppy, ich zog mir unterdessen meinen Helm und den Rückenpanzer an. Als alles montiert war, führten wir Peppy ein wenig herum. Sie war inzwischen überhaupt nicht mehr ängstlich oder aufgeregt in den grossen Hallen mit all dem Trubel, weil sie so gut eingewöhnt war. Trotzdem drängelte sie etwas, aber mehr im Stil von "Ich kann's kaum erwarten". Wir liefen an den anderen Teilnehmern und Ponys vorbei, hinaus unter freien Himmel, um zur Eventhalle zu gelangen. Ich verhielt mich mittlerweile fest entschlossen, und versuchte so meine eigenen, leider immernoch vorhandenen Zweifel zu verdrängen. Vielleicht merkte Peppy ja nichts davon. Kurz vor dem Eingang der Halle trafen wir dann auch noch auf Victoria. Sie band ihrem Pony gerade ein rotes Schleifchen in den Schweif. Ich war ihr in den vergangenen Tagen so gut wie möglich aus dem Weg gegangen. Zeitweise hatte ich mit Lea sogar eine Art Versteckspiel daraus gemacht. Auch jetzt versuchte ich, unbemerkt an ihr vorbeizuschlendern, aber natürlich hob sie genau in diesem Moment ihren Kopf. Und prompt meinte sie, in einem Versuch mich zu verunsichern: "Pass auf, mein Pony ist ein bisschen zickig heute. Aber ich denke du wirst eh nicht in unsere Reichweite kommen." Ich zuckte mit den Schultern und meinte: "Sofern dein Pony nicht nach vorne ausschlagen kann, ja." Es war äusserst befriedigend zu sehen, wie sie nach einem passenden Konter suchte, ihn aber nicht fand. Ich lief weiter, und kreuzte mit zu einer schmalen Linie verengten Lippen einmal mehr die Finger, dass sich meine coolen Sprüche auch bewahrheiteten. "Ach Peppy, siehst du, was ich meine?" Die Shettystute sah mich an, weil sie dachte, ich hätte ihr gerade ein Leckerli angekündigt. Ich kraulte sie lächelnd und versprach: "Nach dem Rennen - du weisst ja, wenn du gewinnst umso mehr." Wir liefen weiter, bis uns jemand winkte.
      Ich betrat mit Peppy den Eingangsbereich der Halle. Hier mussten wir quasi backstage warten bis der Kommentator uns ankündigte. Lea und deren Begleiterin kamen kurz nach uns rein, und mit ihnen auch gleich Occu und Jonas. Die Erwachsenen unterhielten sich, während Lea und ich unsere Konkurrenz ein letztes Mal musterten und zu bewerten versuchten, wer uns heute wie gefährlich werden konnte. "I think Emmy and her black Pony could be a serious problem. What was it's name again?", bemerkte Lea. "Fairytale's Zorro", antwortete ich knapp. Ich kannte die Namen der meisten meiner Konkurrenten. Ich hatte sie auch die ganzen letzten Tage im Auge behalten, aber am Ende war es trotzdem schwierig, eine genaue Einschätzung zu machen. Es waren zum Beispiel zwei Jungs dabei, die beide behaupteten, sie hätten in den Trainingsrennen ihre Ponys absichtlich zurückgehalten. Ob ich das glauben durfte oder nicht, wusste ich nicht. Aber so langsam wurde es ernst. Bevor wir zum Start durften, mussten wir die Ponys nochmal durchchecken lassen. Peppy und Flora kamen beide ohne Probleme durch die Kontrolle. Überhaupt sah ich niemanden, der herausgewunken worden wäre. Die Ponys waren ja schon am ersten Tag einmal unter die Lupe genommen worden. Eine der Veranstaltungshelferinnen, die auch bei fast jedem meiner Quali Rennen und beim allerersten offiziellen Training dabei gewesen war, sammelte uns um sich. Sie erklärte uns nochmal rasch den Ablauf und bat uns dann, für das Einreiten des grossen Finales eine Zweierkolonne zu bilden, wie es geplant war. Jonas und alle anderen, die nicht offizielle Begleitpersonen waren, verliessen uns nun. Occu übernahm den Führstrick und ich stieg auf Peppys Rücken. Wir wurden in dieser Zweierformation am Publikum vorbei geführt und machten ein paar einfache Bahnfiguren, auch im Trab. Als die Ponys bereit waren, und die Helferin das Zeichen gab, reihten wir uns in eine lange Linie auf der Bahn auf, alle auf gleicher Höhe. Die Führstricke wurden ausgeklinkt und die Begleiter stellten sich bei den Hindernissen auf, damit man schnell eingreifen konnte, falls etwas passierte. Ich biss die Zähne zusammen und fasste Peppys Zügel nochmal etwas nach. Den Kopf wollte ich lieber nicht drehen; ich brauchte die vielen Gesichter nicht zu sehen. Stattdessen richtete ich meinen Blick nach vorne und spannte meinen Körper an, bereit, um Peppy das Startsignal weiterzugeben. Ich hielt beinahe die Luft an, bis der Starthelfer das Tuch fallen liess. Die Kinder begannen alle gleichzeitig zu rufen und ihre Ponys anzufeuern - Reitgerten waren in den Shettyrennen nicht erlaubt. Peppy schoss gleichzeitig mit den anderen los. Wir waren gleich von Anfang am im vorderen Teil des Feldes dabei, und der Galopp meines Shettys fühlte sich extrem gut an. Irgendwie locker und mühelos, trotz des Tempos. Ein Lächeln breitete sich auf meinem Gesicht aus. Ich hatte das Gefühl, jederzeit gasgeben und Peppy an die Spitze schicken zu können. Angst hatte ich keine mehr - ich wusste, dass alles nur davon abhing, wie gut ich Peppy dirigierte. Ich sah mich um und erkannte, dass Flora ein paar Ponys hinter uns war. Mein Blick sprang wieder nach vorne, denn das nächste Hindernis kam. Mit jedem weiteren fielen die anderen ein bisschen zurück. Irgendwann waren Peppy und ich alleine, und vor uns lagen nur die Hindernisse. Erst jetzt hörte ich, wie das Publikum uns Jockeys anfeuerte, und irgendwo mittendrin meinte ich auch Occu und Jonas zu hören. Vor uns lagen nur noch wenige Hindernisse, als Peppy plötzlich bei der Landung etwas rutschte und kurz vorne einknickte, sich aber geschickt rettete und weitergaloppierte. Nur hatte ich durch die Ruckartige Bewegung den Bügel verloren und war ein wenig in Seitenlage geraten. Ich klammerte mich in Peppys Mähne fest und versuchte, mich wieder aufzurichten, aber die nächste Hürde kam bereits. Auch das Publikum stockte kurz, als Peppy sprang - offenbar sahen sie mich alle bereits ins Gras fallen und überrannt werden. Aber irgendwie schaffte ich es, mich oben zu halten. Mich trieb nur ein Gedanke: Nicht jetzt! Wenn ich jetzt falle, war alles umsonst! Ich richtete mich gleich nach der Landung auf, die mit dem Sprung verbundenen Kräfte nutzend, und brachte Peppy wieder auf Kurs. Für sie war es sicherlich auch schwierig gewesen, mit meinem verschobenen Gewicht klarzukommen. Die anderen hatten den Abstand zu uns durch den Patzer etwas verringert, aber bis zum Ziel konnte es noch reichen. Ich rief "go Peppy, GO!" und das Shetty, beflügelt von meinen Rufen, bretterte über die letzte Hürde und passierte als erste das Ziel. Ich hätte sie auf der Stelle umarmen und in Freudentränen ausbrechen können. Sie hatte es allen gezeigt. Ich fasste mich jedoch zu einem simplen, aber äusserst breiten Grinsen und bremste Peppy in den Trab. Lea und Flora schlossen zu uns auf und sie gab mir ein high five. "Congratulations, and well done Peppy!" Wir liessen die Ponys kurz ein wenig austraben, dann wurde ich zu der Dame mit dem Mikrofon gerufen. Stolz liessen mein Pony und ich uns fotografieren und Peppy bekam einen hübschen Kranz umgelegt. Sobald der Trubel etwas vorbei war, brachten wir sie zurück zu ihrer Box. Occu nahm ihr unterwegs schon den Sattel ab und ich löste die Riemen am Zaumzeug. "Sah es schlimm aus, als Peppy gerutscht ist?", fragte ich besorgt. "Nö, man hat kaum was gesehen. Sie ist eigentlich nur kurz aus dem Takt gefallen", meinte Occu zu meiner Überraschung. "Echt? Das hat sich angefühlt, als wäre sie in die Knie gegangen!" "Ich glaube das hat sich für dich ziemlich viel schlimmer angefühlt als es war, wegen der Geschwindigkeit und der damit verbundenen Kräfte." "Wie lange hat das Rennen eigentlich gedauert? Es kam mir ewig lang vor, obwohl wir so schnell waren..." "Weiss nicht wie lange genau, aber nicht länger als sonst. Die Fellkugeln waren wie immer total süss anzusehen", schwärmte Occu, und zwinkerte mir zu. Für sie hatte sich das Rennen längst nicht so ernst angefühlt wie für mich. Ich zuckte mit den Schultern und beschloss für mich selbst, dass ich eifach nur froh war, gewonnen zu haben. Bei der Box tauschten wir das Zaumzeug zu einem Halfter um. Während Occu es zu schliessen versuchte, streckte Peppy mir den Kopf entgegen, weil ich mit der versprochenen, extra grossen Ladung Äpfel in den Armen auf sie zukam. An ihrem zufriedenen Blick erkannte ich, dass sie die Aufmerksamkeit genoss und wusste, wie gut sie gerade eben gewesen war. Wir führten sie nach draussen und liessen sie grasen, während ihr Fell trocknete. Ich wunderte mich nach einer Weile, ob Lea schon am packen war, und fragte Occu, ob ich nachsehen könne. Sie übernahm Peppy für mich. Jetzt wo das Final vorbei war, begannen die ersten bereits, ihre Boxen zu ent-schmücken und die Heimreise anzutreten. Lea fand ich aber ebenfalls noch draussen, sie liess Flora auch noch ein wenig trocken-grasen. Occu hatte mir erzählt, dass die beiden fünfte geworden waren. "Hey... I was wondering if we could exchange numbers or a mail adress?", fragte ich vorsichtig. Sie strahlte über meine Frage und meinte: "Of course! Maybe we can meet again and go on a hack or something." Ich gab ihr unsere Haustelefonnummer, denn ein Handy hatte ich noch nicht. Ich bekam ihre Nummer im Gegenzug. Ich kraulte Flora kurz, ehe ich zurück zu Peppy und Occu hopserhüpfte. "Wollen wir langsam?", rief mir Jonas entgegen. Ich gab ein Daumen Hoch und nahm Peppys Strick wieder entgegen. Wir brachten sie ein letztes Mal zur Box zurück und räumten alles zusammen. Occu meinte, ich könne das Namensschild ja zuhause am Offenstall annageln; das fand ich eine tolle Idee. Als wir die ganze Deko weggenommen und die Ausrüstung in den Anhänger gebracht hatten, mussten wir nur noch Peppy verladen. Sie stieg brav ein und frass drinnen sofort an ihrem Heunetz weiter. Offenbar war sie ganz schön hungrig vom Galoppieren und freute sich darauf, endlich wieder Nachhause zu kommen. Wir sagten Lea und ihrer Begleiterin auf Wiedersehen, dann fuhren wir los. Ich sah etwas traurig aus dem Fenster - der Event war viel zu schnell vorbeigegangen. Aber ich freute mich auch darauf, Skydive und Areion wiederzusehen.
      Am Abend sah ich mir stolz nochmal die Resultate an, die nun Online zu finden waren. Da standen mein und Peppys Namen, ganz zuoberst auf der Liste. Aus Neugier sah ich gleich noch nach, wie Lea mit Nachnamen hiess. "Occu!", als ich den Namen sah, hüpfte ich aufgeregt die Treppe runter. "Lea heisst mit Nachnamen Reed, du kennst doch Leute die so heissen, nicht wahr?" "Ja, die Reeds bei denen ich meistens Kürbisse für Halloween hole. Aber ich weiss nicht, ob die eine Tochter haben. Die Frau die als Begleitperson dabei war, kenne ich jedenfalls nicht..." Ein wenig Enttäuschung schlich sich in meine Miene, aber so schnell gab ich nicht auf. Ich zückte das Telefon und tippte Leas Nummer ein, die ich mir auf einem kleinen Zettel notiert hatte. Occu sah mir dabei gespannt über die Schulter und meinte nach wenigen Sekunden: "Brauchst gar nicht weiterzumachen. Das ist dieselbe Nummer." Entzückt sah ich zu ihr auf und beschloss: "Das ist kaum mehr als eine halbe Stunde zu Pferd - morgen gehe ich sie besuchen. Ich wette, sie wird überrascht sein!" Occu lächelte nickend. „Du könntest sie auch gleich zum Winterlager nächste Woche einladen. Vielleicht hat sie ja spontan Zeit - wir hätten jedenfalls noch ein Plätzchen frei.“ „Awesome!“ Wir sahen noch etwas fern, dann knuddelte ich Sheela durch, die mich anscheinend vermisst hatte, und kuschelte mich schliesslich in mein eigenes, weiches Bett, auf das ich mich genauso gefreut hatte, wie auf alles andere hier. Es war eben doch schön, nach einem Abenteuer wieder Nachhause zu kommen. Und ich hatte die allerbesten Träume, von springenden Ponys und seidigen Schleifen.
    • Maleen
      Alte Berichte
      Reitsportlager auf Pineforest Stable
      PFS’ Captured in Time, Kaythara El Assuad, tc Miss Moneypenny, PFS’ Merino, Simba Twist, PFS’ Cryptic Spots, Primo Victoria, PFS’ Sarabi, PFS’ A Winter’s Tale, PFS’ Stop Making Sense, Subsyndromal Symptomatic Depression, PFS’ Counterfire, Daedra, Areion, Circus Dancer, Co Pilot de la Bryére, Drømmer om Død, Vychahr, tc Herkir, Ljóski, Nosferatu, Cambria, White Dream, Yoomee, Silverangel, Fake my Destiny, River’s Lychee, scs Sugar and Sweets, scs Bluebell, PFS’ Shadows of the Past, Nimué, Moon Kiddy, Lovely Summertime, Phantom, Matinée, Cinnemont’s History, All Pride, Unbroken Soul of a Rebel, Diarado, Flintstone, PFS‘ Beck’s Daisy Orchid, Silhouette of a Rose
      Seit ich beschlossen hatte, ein Reitlager durchzuführen, hatte sich einiges getan, allerdings bei weitem nicht schnell genug. Aus dem Herbstlager war ein Winterlager geworden, weil es nebst den ganzen Turnieren einfach nicht für anständige Planung gereicht hatte. Lisa und Elliot hatten ihre Reitschüler mobilisiert und auch im Internet und in der lokalen Zeitung hatten wir es ausgeschrieben. Allerdings hatten wir nirgendwo erwähnt, dass ich auf der Suche nach Turnierreitern war. Das war Teil meines Plans – ich wollte sehen, wie die Jugendlichen sich natürlicherweise benahmen, nicht wie sie sich verstellten, um den ‘Job’ zu bekommen. Ausserdem war so sicher niemand enttäuscht, denn ich konnte die Kids später privat anfragen, ohne es an die grosse Glocke zu hängen. Das Lager würde in wenigen Tagen stattfinden und im Moment liefen noch die letzten Vorbereitungen. Aber vom Lager abgesehen, war die wohl grösste Veränderung seit langem der geplante Neubau eines weiteren Stallgebäudes. In Grobplanung war es schon länger gewesen, aber ich hatte zuerst die nötigen Bewilligungen einholen müssen. Es war sozusagen eine Erweiterung des Nordstalls, denn dort wurde langsam der Platz knapp, die Nachwuchshengste eingerechnet, die ich noch auf der Fohlenweide hatte. Wie ich die so geschaffenen vier grossen Boxen in dem halboffenen Gebäude verplanen wollte, wusste ich noch nicht genau. Aber ich hatte eine Idee im Kopf, daraus eine Art Ponystall zu machen, für die kleineren Sportponys. Das wäre auch praktisch für zukünftige Ferien-Reitlager, und so konnte ich die Boxen im Nord- und Nebenstall vollständig für die grösseren Pferde nutzen, so meine Überlegung. Ich hatte im Sinn, erstmal Herkir, Loki, Fake und Nossi dorthin umzusiedeln. Es würde aber noch eine Weile dauern, denn der Stall sollte erst im Frühling gebaut werden.
      Schliesslich war es so weit, der erste Tag des Lagers stand vor der Tür. An diesem Morgen fand ich England in einer dicken Nebeldecke eingehüllt vor. Die Luft war so feucht, dass sich Tautropfen an Jonas’ Augenbrauen bildeten, die zudem zu gefrieren drohten, als wir auf unserem morgentlichen Rundgang zu den Weiden liefen. Und das obwohl es seit etwas mehr als einer Woche nicht mehr geregnet hatte. Es war irgendwie komisch zu sehen, dass der Boden im Licht der Lampen an den Stallungen schon wieder trocken und rissig war, während die Luft und das Gras sich so feucht anfühlten. Es war bitterkalt. Ich schob das Tor des Stutenoffenstalls auf und begrüsste die Pferde. Moon und Phantom kamen sofort näher und besonders der Rappe machte auf mich einen eifrigen Eindruck, als wartete er nur darauf, dass ich ein Halfter zückte und ihm eine Aufgabe gab. Moon hingegen war noch etwas verschlafen und rieb erstmal ihre Stirn gegen meine Hand, als ich sie unter ihrem langen Schopf streichelte. Die Stute war eben im Vergleich zu Phantom und besonders Matinée immer noch viel zutraulicher, aber auch frecher zu mir. Sie kannte den Umgang mit Menschen wie die meisten domestizierten Pferde seit dem Fohlenalter, vermutlich seit ihren ersten paar Minuten in dieser Welt. Die anderen Stuten belagerten mich nun ebenfalls neugierig, in der Hoffnung, ich hätte etwas Leckeres dabei. «Später Ladies, später», versprach ich. «You will all get your carrots.» «Das ist so süss, wie du mit ihnen sprichst», bemerkte Jonas kichernd. «Machst du doch auch.» «Ja klar, hab ja nicht gesagt, dass es schlecht ist. Ich find’s toll. Sie verstehen zwar kein Wort, aber ich bin sicher, dass sie die Aufmerksamkeit geniessen.» «Ich glaube schon, dass sie was verstehen. Zum Beispiel spitzen die meisten ihre Ohren, wenn ich ‘apple’ sage.» Just in diesem Moment kam Summer einen Schritt näher und verdrehte bettelnd ihren Kopf, als wollte sie meine Theorie untermauern. Wir lachten beide los. Manche der Pferde machten die lustigsten Grimassen, wenn sie etwas zu Fressen erwarteten. Summer verdrehte ihren Kopf und streckte ihre Lippen, weil ich ihr vor einiger Zeit das Lächeln beigebracht hatte, und sie es nun manchmal einfach so anfing, zum Betteln eben. Ich hatte nichts dagegen, wenn die Pferde so verspielt und erwartungsvoll waren, solange es nicht in ein Scharren oder aggressives Verhalten ausartete. Mit Cambria hatten wir deswegen etwas Ärger, denn die Scheckstute scharrte in der Stallgasse dauernd, sobald jemand durchlief. Es war gar nicht so leicht, ihr das abzugewöhnen, und es gab meines Wissens nach auch keinen Spezial-Trick dafür. Alles, was ich tun konnte war, sie möglichst anderweitig zu beschäftigen und ihr gezielt Tricks beizubringen, als Ersatz für das Scharren. Wenn sie nie etwas dafür bekam, dann gab sie es vielleicht irgendwann auf. Jonas und ich machten uns auf den Weg um die Runde zu beenden. Ich sah noch bei Zebra Thairu und Zazou dem Esel rein. Soweit ich durch die Dunkelheit und den Nebel hindurch erkannte, standen sie beide unter ihrem Unterstand und dösten noch, also liess ich sie gleich wieder in Ruhe. Es war nun sowieso Zeit, in den Hauptstall zu gehen und dem Vollbluttraining beizuwohnen. Dort war man bereits emsig dabei, die Pferde zu putzen. Ich beeilte mich damit, Dolly aus ihrer Box zu holen und in der Stallgasse anzubinden. Die junge, roanfarbene Stute war in Spiellaune und nahm die Anbindeketten ins Maul, während ich sie Bürstete. Als ich ihren Bauch säubern wollte, schlug sie missmutig mit dem Schweif, als wollte sie eine Fliege verscheuchen. «Hey, reiss dich zusammen – ich bin schneller fertig wenn du mich machen lässt», schimpfte ich. Sie runzelte ihre Nüstern und trampelte weiterhin ungeduldig herum. Ich wollte sie nicht zu sehr provozieren, aber ich musste weitermachen, bis sie stillhielt, damit sie nicht mit der Unart Erfolg hatte. Als sie endlich einen Moment ruhig war, hörte ich auf und machte mit einer Stelle am Hals weiter, die sie mochte. Danach wandte ich mich dem Langhaar zu, und natürlich den Hufen. Bei den Hinterhufen brauchten wir heute drei Versuche, bis ich sie wirklich hochnehmen konnte. Da war es auch nicht sonderlich hilfreich, dass wir heute allen Rennpferden Stollen eindrehen mussten, weil der Rasen im Gegensatz zum Boden selbst nebelfeucht war. Sie wollte kaum stillhalten, als ich mir Eisen für Eisen vornahm. Ich fragte mich langsam, ob die Stute schlecht gelaunt war, aber wenn ich ihren Blick richtig deutete, so schien das nicht der Fall zu sein. Ausserdem genoss sie es wie immer, wenn ich sie an ihrem Unterhals kraulte. «Der muss noch etwas weniger kräftig werden», bemerkte ich dabei liebevoll murmelnd. Als das gestichelte Fell sauber war, holte ich die Trainingsausrüstung. Ich legte eine Anti-Rutsch Unterlage, dann eine gut gepolsterte Satteldecke auf Dollys Rücken und zuletzt den Trainingssattel. Den Gurt schlaufte ich durch eine Lammfellpolsterung, bevor ich den Sattel damit befestigte. Ein Vorgeschirr brauchte die Stute nicht, denn bisher war der Sattel bei ihr noch nie wirklich nach hinten gerutscht. Ich legte ihr ein Kopfstück mit gewöhnlicher, einfach gebrochener Trense an und führte sie anschliessend nach draussen. Die Jockeys bekamen von Oliver und Ajith ein leg-up. Wir ritten alle hintereinander zum Galoppweg, vorbei an ein paar Transportern, die auf dem Parkplatz standen. Für heute hatte sich wiedermal ein auswärtiger Trainer angemeldet, der die Bahn nutzen wollten, um seine Jungpferde an fremde Situationen zu gewöhnen. Sie würden mit uns trainieren – eine gute Gelegenheit, um die unsrigen mit dem fremden Nachwuchs zu vergleichen. Wir wärmten die Gruppe ganz normal ein und ritten dann auf den kurz gemähten, sorgfältig gepflegten Rasen. Die Startmaschine liessen wir weg, weil es mit den fremden Pferden ohnehin zu wenig Plätze für alle hatte. Stattdessen machten wir einen freien Start und liessen die Pferde auf eine nicht ganz so ernste Weise gegeneinander antreten. Es ging nicht darum, Höchstgeschwindigkeiten herauszulocken, sondern viel eher, ein anstrengendes, ertragreiches Training durchzuführen und am Ende zu sehen, welche Pferde noch fit waren. Trotzdem stachelten sich die Jockeys gegenseitig etwas an, und Oliver musste sie ein paarmal mit strengen Rufen daran erinnern, die Pferde nicht zu überfordern. Besonders Parker liess sich provozieren, von einem Typen mit einer ebenfalls schwarzen Stute, die man angesichts der Wetterlage und der Tageszeit kaum von Daedra unterscheiden konnte. Ich sah nur, dass die beiden die längste Zeit Kopf-an-Kopf liefen, und alle anderen hinter sich gelassen hatten. Mambo und Sarabi liefen dicht bei mir und Dolly, sodass ich sie gut im Blick hatte. Ihre Bewegungen schienen kraftvoll und raumgreifend, soweit sah also alles richtig aus. Counterfire schien aber irgendwie nicht so richtig in Fahrt zu kommen, und auch Thalia war weiter hinten; ich hörte Oliver einmal rufen, dass Charly sie endlich vorwärtsschicken solle. Ich fragte mich, was da los war, denn normalerweise waren beide Pferde eigentlich ziemlich fleissig und eher vorne mit dabei. Zurückschauen konnte ich aber nicht gut, weil ich mich auf Dolly konzentrieren musste, die schon wieder ein Ungeheuer im Gebüsch zu sehen glaubte und nach links drängeln wollte. Dann liess sich Mambo auch noch von dem Getue anstecken und begann, sich gegen Quinns Zügel zu wehren. «Was ist denn heute nur los!», rief ich aus und richtete Dolly so gut es ging wieder gerade. Die fremden Pferde liefen weiter, als wäre nichts gewesen. Sie spulten einfach ihr Programm ab, ohne den Kopf zu heben. Später sah ich Oliver nach dem Training den Kopf schütteln und seinen typischen, unzufriedenen Ausdruck präsentieren. Ich seufzte nur, denn es brachte sowieso nichts, etwas zu sagen. «What the hell was wrong with you guys? That was a perfect disaster! I’m sure the others will have a lot to laugh about on their way home.” “Oliver.” Ich sah ihn mahnend an. Es war nicht förderlich für die Motivation der Jockeys, wenn er solche Sprüche von sich gab, auch wenn wir uns das einigermassen gewohnt von ihm waren. Alle schwiegen, die Stimmung war nicht gerade auf dem Höhepunkt. «Look, we train our horses differently, so that was to be expected. They don’t have to run with their Heads tied down, they don’t have to blindly follow stupid orders and don’t get a beating if they misbehave only a little. You could say that they are spoiled and sassy. In the end however, we won’t have broken machines that only work because they have to, but horses that want to win and still have their personality and pride. That is exactly the difference between a champion and an ordinary racehorse, that gets sorted out after a few races because it has no more will to please. If anyone is unhappy with the way we work, then please say so and start looking for a new racing stable.” Meine kleine Rede zeigte Wirkung. Die Jockeys nickten zustimmend, und Oliver wirkte nachdenklich, als sei ihm bewusst geworden, dass er womöglich überreagiert hatte. Damals, als ich Oliver eingestellt hatte und ins Renngeschäft eingestiegen war, hatte ich von Anfang an ganz klare Forderungen an den Trainer und die Jockeys gestellt. Pineforest hatte eine lange Tradition als Rennpferdegestüt, aber ich hatte es nach meinen Vorstellungen umstrukturiert und damit begonnen, die Pferde auf meine Weise auszubilden; mit der skrupellosen Geldmacherei der Rennindustrie wollte ich nichts zu tun haben. Mir ging es nur um die Freude am Rennsport selbst. Mir genügte es, meine athletischen, gesunden und vor allem psychisch zufriedenen Rennpferde über die Bahn fliegen zu sehen, völlig gleich, ob sie nun als erste oder als letzte ins Ziel kamen. Aber ich brauchte mir gar keine Sorgen um die Reputation des Gestüts zu machen, denn die Pferde gewannen regelmässig und konnten gut mit den ‘auf die herkömmliche Weise’ Trainierten mithalten. Das war auch Oliver, der mich anfangs noch belächelt hatte, über all die Jahre bewusst geworden, und deshalb hatte der ehrgeizige Trainer nicht längst zusammengepackt. Nur musste ich ihn gelegentlich daran erinnern. Weil ich irgendwodurch eine sehr sture und selbstsichere Persönlichkeit hatte, fiel es mir auch überhaupt nicht schwer, dem fremden Trainer mit einem zufriedenen Lächeln gegenüberzustehen und zum Abschied die Hand zu schütteln. In meinen Augen hatten wir alles richtig gemacht. Und nur so nebenbei hatte Daedra gegen den anderen Rappen gewonnen, aber das Gefühl dieses süssen Triumphs behielt ich für mich.
      Wir brachten es auf die Reihe, ziemlich gut gelaunt mit der zweiten Gruppe ein Kopf-an-Kopf Training durchzuführen. Die Stimmung schwappte auf Primo, Merino, Simba, Cryptic, Penny und Ciela über und sie liefen hervorragende Zeiten für uns. Nun hatte sich auch Olivers Stimmung wieder aufgehellt. Er trank, nach dem die Pferde zum Trocknen in den Freilauftrainer gebracht worden waren, mit uns Tee und gab wieder sachliche, nützliche Tipps anstelle von gehässigen Sprüchen. Als er fertig geredet hatte, sah er mich einen kurzen Moment an, und ich nickte lächelnd. So machte das Rennpferdetraining Spass.
      Während Oliver und die Jockeys nun die älteren Gruppen trainierten, machten Lily und ich in der Halle Dressur mit Areion und Circus Dancer. Wir übten spielerisch ein ausgedachtes Pas-de-Deux ein, das wir im Verlaufe der Woche auch mit den Lagerkindern einstudieren wollten. Es war eine hervorragende Übung für meine Nichte, weil sie zu jeder Zeit schauen musste, was ich gerade tat und sich gleichzeitig darum kümmern musste, selbst exakt zu reiten. Areion war dabei wiedermal ein richtiger Schatz. Er half Lily immer wieder aus, wenn sie einen Patzer machte und es war so süss wie er sich Mühe gab, um seiner jungen Reiterin zu gefallen. Dafür bekam er am Ende auch eine Extraportion Karotten (nunja, die Portion war eigentlich mittlerweile gar nicht mehr ‘extra’, weil er sie eh fast immer bekam). Auch Dancer sah mich mit einem perfekten Hundeblick an, als ich vom Schrank zurückkehrte und seine Karotten hinter meinem Rücken versteckte. «Hast du dir die verdient?», fragte ich schmunzelnd, woraufhin er seinen Kopf einmal ruckartig auf und ab bewegte, was fast schon einem Nicken glich. Ich erlöste ihn und hielt die Karotten hin, damit er sie aus meiner Hand ziehen konnte. Er kaute geräuschvoll darauf herum. Pilot und Vychahr in den Nachbarsboxen streckten ihre Köpfe natürlich ebenfalls in meine Richtung, aber sie würden sich noch etwas gedulden müssen. Als nächstes holte ich Dod aus seiner Box. Der Criollo stand beim Putzen schön still, zeigte aber wiedermal seine sture Seite, als es darum ging, die Hufe hochzunehmen. Ich schaffte es trotzdem und kratzte alle vier gründlich aus. Mir blieb nicht mehr viel Zeit, denn um zehn Uhr wollte ich die Kids offiziell empfangen. Daher longierte ich ihn eine halbe Stunde in der Halle, sorgte aber dafür, dass er während dieser Zeit trotzdem ordentlich arbeiten musste und sogar ein bisschen ins Schwitzen kam. Ich liess ihn nämlich viele Galoppübergänge machen, was gutes Training für die Hinterhand war. Lisa und Darren waren mit Rebel und Flint ebenfalls in der Halle. Die beiden Schecken liefen fleissig vorwärts, wobei Flint jedoch zwischendurch mit einem Blick durch die Fensterwand abschweifte. Der Nebel war draussen nachwievor hartnäckig. Als ich Dod zurück zum Nebenstall führte, waren bereits die ersten Eltern mit ihren Kindern auf dem Parkplatz. Ich beeilte mich damit, den Criollo Hengst zu versorgen – seine Karotten bekam er natürlich trotzdem. Ich hörte schon ein paar Stimmen, sowohl von Kindern als auch von Eltern schwärmen, was denn das für ein hübscher Rappe sei und musste dabei stolz schmunzeln. Im Norstall fand ich auch gleich Jonas vor, der Diarado für einen Ausritt putzte. Wir planten noch rasch das Mittagessen, dann versorgte ich hastig Dods Ausrüstung. Schliesslich trat ich vor die Anwesenden und begrüsste sie. Zira war wie immer brav an meiner Seite und musterte die Leute mit wachsamem Blick. Shira und Jacky schnupperten schon an der ein- oder anderen Hand und liessen sich streicheln, sehr zur Begeisterung der Kinder. Nachdem ich rasch den Tagesablauf erklärt hatte, erlöste ich ich die Kinder und Eltern von der beissenden Kälte und bat sie ins Pflegerheim. Dort hatten die Pfleger einen Raum für die Kids freigeräumt, sodass diese sich nun gleich einquartieren konnten. Die Pfleger hatten eingewilligt, für die eine Woche etwas näher zusammenzurücken – sonst hätten wir das Lager im Winter gar nicht durchführen können. Im Sommer war sowas kein Problem, weil man dann auch gut im Strohlager oder in Zelten draussen übernachten konnte. Aber bei minus fünf Grad war beides nicht das Wahre. Die Eltern blieben noch einen Moment, um sich umzusehen. Danach verschwanden sie endlich und wir konnten mit dem Programm starten. Es waren insgesamt neun Kinder gekommen, allesamt Mädchen. Darüber war ich ein kleines Bisschen enttäuscht, denn ich hatte gehofft, auch ein paar Jungs für das Lager zu begeistern. Auch Lea, die Lily an der International Horse Show kennengelernt hatte, war wie versprochen mit dabei. Die beiden kicherten jetzt schon die ganze Zeit und warfen sich vielsagende Blicke zu. Wir machten ein paar Kennenlernspiele zum Aufwärmen. Es stellte sich heraus, dass manche der Mädchen sich auch schon aus der Schule kannten. Zudem hatte es einige dabei, die schon oft mit ihren eigenen Ponys in die Reitstunde gekommen waren. Aber zumindest drei Mädchen waren ganz neu, und auch Lea war noch nie hier auf dem Hof gewesen. Als wir unsere Namen schon ein bisschen kannten, führte ich die Gruppe zu den Ponys in den Nebenstall. Spätestens da war das Eis gebrochen. Die Mädchen begannen sofort damit, die neugierig über die Boxentür spähenden Ponys zu streicheln und sich begeistert zu unterhalten. Ich stellte Cinni, Silver, Sweets, Blue, Lychee, Shira, Dream, Yoomee, Nim (die Lisa freundlicherweise zur Verfügung stellte) und Fake vor und genoss dabei aufmerksame Zuhörer. Die wichtigste aller Fragen stand allen förmlich ins Gesicht geschrieben: Welches Pony darf ich reiten? Ich hatte schon im Vorfeld angekündigt, dass jedes Kind sich die ganze Woche um dasselbe Pony kümmern würde, damit ich genau sehen konnte, welche Fortschritte gemacht wurden. Ich erlöste die Kids, indem ich die teils ausgeloste, teils den mir mitgeteilten Reitkünsten angepasste Liste hervorkramte und herunterlas. „Gina will take Shira, since you seem to be the one with the most experience. She’s only four years old, so riding her will be a bit more demanding. But she has a nice temper, so you should be fine. Just keep in mind that she does not know everything yet. Fiona, your pony will be Silver. Rachel takes Cinni, Emma will have to deal with Yoomee, Mariana can ride Sweets. Sheridan, you take Dream. Ruth takes Nim. Where was I? Ah yes, Lea takes Bluebell and Aliyah can have Lychee. Lily, you are stuck with Fake, as always.” Den letzten Teil fügte ich mit einem Zwinkern hinzu. Ich war erleichtert, als ich keine wirklich enttäuschten Gesichter sah – alle schienen mit ihren zugeteilten Partnern zufrieden zu sein. So weit so gut. „What about we start right now and see how good you are?“, schlug ich vor, und bekam begeisterte Rückmeldung. “Fine. Go and get your riding clothes, we’ll meet right here in fifteen minutes.” Ein paar trugen ihre Reitsachen schon und sahen mich fragend an. „You can help me get the grooming stuff here.“ Ich führte sie zu den Sattelkammern im Hauptstall und drückte jedem zwei Kisten in die Finger. Sie waren alle beschriftet – dafür hatten Lily und ich im Vorfeld gesorgt. Als auch die anderen wieder da waren, holten wir die Ponys raus und begannen mit dem Putzen. Ich sah zu und half zwischendurch, aber sie waren natürlich alle ziemlich selbstständig. Lily und Lea plauderten ausgelassen, und auch die anderen begannen immer mehr damit, sich gegenseitig auszutauschen. Nur Ruth putzte schüchtern schweigend ihre Haflingerstute. Ich gesellte mich beiläufig zu ihr und fragte sie ein wenig aus, wobei sie auch etwas auftaute. Ich erfuhr, dass sie kein eigenes Pony hatte, aber manchmal das einer Bekannten reiten durfte. Meine Erwartungen in ihre Reitkünste sanken damit etwas, denn offenbar hatte sie ja noch nicht viel Erfahrung sammeln können. Trotzdem liess ich mich natürlich gerne überraschen. Als die Ponys zufriedenstellend sauber waren, sattelten und zäumten wir sie. Anschliessend liefen wir alle zusammen zur Halle, wo wir eine erste, klassische Reitstunde abhielten. Ich wollte nicht zu wild starten; natürlich hatte ich noch einige weitaus interessantere Pläne für die nächsten Tage. Die Reitstunde kam aber auch schon nicht schlecht an. Ruth überraschte mich tatsächlich: sie hatte einen erstaunlich guten Sitz und schien gut mit Nim klarzukommen. Bei Aliyah haperte es dagegen am Anfang etwas, weil Lychee heute recht feurig war. Sie galoppierte einmal sogar mit ein paar übermütigen Buckelsprüngen an, was Aliyah dann doch gleich etwas Respekt einflösste. Sie blieb zwar oben, war aber deutlich angespannt und unsicher. Ich beruhigte sie so gut es ging und zeigte ihr, wie sie Lychee mit Schulterherein und kleinen Volten so beschäftigen konnte, dass sie nicht wieder auf dumme Gedanken kam. Das funktionierte dann zum Glück auch. Shira machte, sich Lychee als Vorbild nehmend, ebenfalls Anstalten zum Buckeln. Gina konnte das aber gut aussitzen und hatte die junge Stute rasch wieder konzentriert bei der Arbeit. Die anderen Ponys benahmen sich zu meiner Erleichterung vorbildlicher. Ich hätte sie alle gestern nochmal richtig durchkneten sollen, überlegte ich kopfschüttelnd. Aber manchmal hing es auch einfach von der Tageseinstellung ab. Jedenfalls konnten wir nach der ersten Stunde ein durchaus positives Fazit ziehen und die Kids sahen nicht minder begeistert aus – mit Ausnahme von Aliyah vielleicht. Ich beschloss, Lily darauf anzusetzten, ihr später ein wenig gut zu zureden. Wir versorgten die Ponys, wobei Rachel etwas voreilig war und ich sie darauf hinweisen musste, dass Cinni noch nicht genug durchgebürstet sei, um schon die Decke auf ihren Rücken zu packen. Die korrekte Pflege der Ponys war mir sehr wichtig, wichtiger noch als das Reiten selbst. Reitkünste liessen sich schnell verbessern, aber eine persönliche, vielleicht eher bequeme Einstellung in die richtige Richtung zu formen war weitaus schwieriger. Wir assen alle gemeinsam in der Reiterstube zu Mittag. Ich hatte mit Jonas im Vorfeld abgemacht, dass er einen grossen Topf Nudeln kochte und dazu etwas Tomaten- und Pestosauce vorbereitete. Den Salat machten Lily, Lea und ich noch schnell. Am Nachmittag folgte dann eine Theorielektion über den allgemeinen Umgang mit Pferden. Ich versuchte dabei, möglichst bildlich und spannend, immer wieder auch mal lustig zu erzählen, und brachte viele Beispiele, die ich selbst schon erlebt oder beobachtet hatte. Das kam gut an bei den Kids. Nur Lily musste ich ab und zu ermahnen, dass sie nicht zu viel schwatzte. Ich fragte mich schmunzelnd, ob sie in der Schule auch so gesprächig war. Irgendwann machten wir eine Pause mit Tee und Baumnüssen zum selberknacken, dann ging es weiter mit einer Bodenarbeitseinheit. Die Ponys waren etwas erstaunt, dass sie ein zweites Mal arbeiten mussten. Aber das tat ihnen gut, besonders der wilden Lychee, die jetzt schon deutlich ruhiger war als zuvor. Wir stellten Pylonen auf und machten Führünungen. Ausserdem zeigte ich den Mädchen, wie man Pferde an einer Körung oder sonstigen Schau vorstellen würde. Gegen Abend mussten die Kids dann etwas im Stall mithelfen, bis es wieder Essen gab. Auch das fand ich als Einblick in den Alltag mit Pferden eine wertvolle Lektion. Nach dem Abendessen liess ich der Gruppe Freizeit, sodass sie sich ohne mein Einmischen besser Kennenlernen konnten. Ich brachte ihnen aber noch ein paar Kartenspiele, um ihnen einen Anstoss zu geben. Jonas war froh darüber, denn so hatte er mich endlich allein für sich.
      Die folgenden Tage vergingen so schnell, dass es fast schon unheimlich war. Wir studierten die ersten Elemente der geplanten Quadrille ein, machten ein Gymkhana, gingen auf Ausritte im Pinienwald, standen einmal schon früh morgens auf, um das Renntraining mitzuverfolgen und befassten uns sogar mit einfacher Pferdeanatomie. Ich hatte das Gefühl, dass die Kids mächtig Spass dabei hatten. Sie waren jedenfalls längst nicht mehr schüchtern, sondern ein bunter, schnatternder Haufen und zum Teil schon ganz schön frech. Lily schlief ab Mitte Lager nicht mehr bei uns im Haus, sondern bei Lea und den anderen. Ich ahnte schon, dass sie nachts länger aufblieben als geplant, um sich noch Räubergeschichten zu erzählen, oder zu spielen. Ich drückte natürlich beide Augen zu – ich war ja auch mal in dem Alter gewesen, und das gehörte einfach zu einem guten Lager dazu. Tagsüber, wenn wir nicht gerade Programm führten, verbrachten die Kids gerne Zeit bei den Miniature Horses. Sie nahmen Lewis und Lisa sozusagen das Bürsten der Fellkugeln ab. Die Ponys mochten daran wohl besonders, dass jeweils ein paar extra Karotten für sie heraussprangen. Am beliebtesten bei den Mädchen waren Orchid und Rose; das süsse Fohlen überzeugte mit seinem Fohlen-Flausch, und Röschen mit ihrer bestechlichen Schönheit. Die Papageien im Pflegerheim waren übrigens auch so eine kleine Attraktion. Fast in jeder Pause wurden Africa und Blue von der Horde Mädchen bespasst. Ich hatte die beiden dazwischen noch nie so friedlich in ihrem Käfig schlafen sehen; Sie schienen richtig ausgelastet. Auch die Katzen kamen in den Genuss vieler Streicheleinheiten – besonders Gismo. Die anderen liessen sich ja bei weitem nicht so oft blicken, und Moya blieb der Gruppe sowieso vollkommen fern. Und natürlich war auch das Zebra eine der Hauptattraktionen, die regelmässig besucht wurden. Die Mädchen waren eine coole Truppe. Sie kamen gut miteinander aus und machten eigentlich alle super mit. Es kristallisierte sich bald heraus, welche meine Favoriten waren, was die Zukünftige Turnierreiterei anging. Ins Auge gefasst hatte ich insbesondere Gina, Ruth und Sheridan. Und natürlich Lea, aber die war sowieso schon so gut wie dabei, jedenfalls wenn es nach Lily ging. Die hatte sie auch schon darauf angesprochen, sodass Lea bereits Bescheid wusste und es nur noch mit ihren Eltern abklären musste. Aliyah wurde leider auch bis zum Ende des Lagers nicht so richtig warm mit Lychee. Ich schätzte, dass die beiden einfach irgendwie nicht auf derselben Wellenlänge waren.
      Der letzte Tag rückte näher und wir konzentrierten uns noch etwas mehr auf die Quadrille. Wir brauchten besonders lange, um das Timing bei den diagonalen Wechseln mit dem Kreuzen zwischeneinander hindurch hinzukriegen. Auch das reissverschlussartige Einreihen auf der Mittellinie verlangte volle Konzentration von allen. Am letzten Abend blieben die Mädchen besonders lange auf, um nochmal ausgiebig die Zeit miteinander zu geniessen. Ich erlaubte ihnen, einen Film zu schauen und dazu Popcorn in der Mikrowelle zu machen. Gismo blieb dabei den ganzen Abend mit ihnen auf der Couch und liess sich verwöhnen. Am nächsten Morgen folgte dann die Generalprobe. Wir mussten noch ein paar Widerholungen machen und Kleinigkeiten anpacken, dann passte alles. Die Musik zur Quadrille hatten die Kids natürlich selbst ausgesucht (mit meiner lenkenden Beratung). Als die Eltern kamen, herrschte einen Moment lang Chaos, weil alle aufgeregt erzählten und ihre Ponys zeigten. Dann ordneten wir uns und lotsten die Eltern in die Halle, wo wir einen Teil mit Absperrband abgegrenzt hatten. Ich sorgte dafür, dass die Eltern alle warmen Tee oder Kaffee bekamen, weil es wiedermal ziemlich kalt war. Die Mädchen bereiteten sich inzwischen zusammen mit Lisa vor. Dann kamen sie alle hintereinander in die Halle geritten. Alle Ponys trugen weisse Schabracken und Bandagen, die Mähnen waren den ganzen Morgen mühsam eingeflochten worden. Es sah richtig schick aus. Die Quadrille formierte sich und die Musik startete. Es war ein voller Erfolg. Zwar klappten nicht alle Figuren perfekt synchron, und auch beim Kreuzen gerieten die letzten zwei Paare wieder etwas aus dem Takt, aber den Eltern fiel das gar nicht richtig auf und sie klatschten sowieso begeistert, als die jungen Reiterinnen fertig waren. Die strahlten alle stolz und lobten ihre Ponys. Wir liessen uns Zeit mit dem verräumen der Ponys und die meisten der Mädchen liefen sie gemeinsam mit ihren Eltern im Schritt trocken. Dann packten alle noch ihre restlichen Sachen und verabschiedeten sich von ihren Vierbeinigen Partnern. Für die Ponystuten gab es einige Abschiedskarotten und –Äpfel, worüber sie sich natürlich brummelnd und zufrieden kauend freuten.
      Ein paar Tage nach dem Lager fragte ich wie geplant bei Gina, Ruth und Sheridan nach, ob Interesse daran bestünde, die Ponys auch zukünftig zu reiten. Gina lehnte leider ab, da ihre Familie selbst einen kleinen Stall führte und sie bald die eignenen Nachwuchsponys reiten würde. Die anderen beiden nahmen das Angebot aber begeistert an, und so konnten wir Lea Reed, Ruth Crawford und Sheridan Langley neu in unserem Team begrüssen. Eine Überraschung gab es noch: Lea brachte ihren Welsh Pony Hengst All Pride mit nach Pineforest. Das hatten wir in der Vereinbarung so ausgemacht, damit Lea die Infrastruktur nutzen und den Racker auch gleich optimal trainieren konnte. Der kleine braune Hengst war ein hübsches Kerlchen – er gefiel sogar mir. Ich hatte das Gefühl, dass Lily, Suri, Lea, Ruth, Sheridan und die Ponys noch jede Menge Spass zusammen haben würden.
      Eine Herde bekannter Gesichter
      Deadly Ambition, Odyn, Felicita II, Piroschka, Riven in a Dream, PFS' Strolch, PFS' Savory Blossom, PFS' Straight Alignment, Corde de la Cerise, Eismärchen, Blue Moon II, Louvré, PFS' Ljúfa, PFS' Lyskra, Raving Hope Slayer, Co Pilot de la Bryére, Moon Kiddy, Dancing Moonrise Shadows, Iskierka, A Winter's Tale, Empire State of Mind, Senda Oscura, Dourada Estrada, One Cool Cat, Unbroken Soul of a Rebel, Daedra, PFS' Counterfire, Phantom, Mikke, Kaythara El Assuad, All Pride, Nosferatu, Drømmer om Død
      Vor gut einer Woche hatte ich das Team informiert, dass heute «besondere Umstände» unsere unsere Zeit in Anspruch nehmen würden. Die Rede war von der Ankunft einer ganzen Horde von Pferden, die wir von Hunter Crowley und dessen Bekannten übernahmen. Es gab auf den jeweiligen Gestüten eine Umstrukturierung und in Folge dessen waren viele der Pferde zum Verkauf gestanden. Schon vor nicht allzu langer Zeit hatte ich ein paar von Hunters Pferden zu mir geholt, unter anderem den von mir heiss geliebten Vollblüter Raving Hope Slayer. Diesmal waren es aber vor allem Pferde, die ich bereits kannte und die zum Teil sogar auf Pineforest ihre ersten Schritte überhaupt getan hatten. So etwa Savory Blossom, die hübsche Blütenzauber-Tochter. Auch zwei Stromer-Nachkommen waren unter den Rückkehrern: Straight Alignment und Strolch. Auf letzteren war ich besonders gespannt, denn vom Hören-Sagen her glich er seinem Vater auf’s Haar, abgesehen von der leicht dunkleren Fellfarbe. Ally war ein stattlicher junger Hengst mit reichlich Potential für Military, wie ich ihn einschätzte. Piroschka kehrte ebenfalls wieder zurück - sie hatte seit ihrem Verkauf irgendwie ihren Weg zu Hunter gefunden, und nun durfte sie ihre alten Kolleginnen, insbesondere Moon, wiedersehen. Ausserdem war da noch Corde de la Cerise - eine Warmblutstute von, wer hätte es gedacht, Co Pilot. Praktische Grösse, hübsch dunkelbraun mit Dapples und ähnlich sensibel wie ihr Vater. Das war auch einer der Gründe, warum ich sie zu mir hatte nehmen wollen; in fremden Händen wäre ihre Zukunft recht ungewiss gewesen. Da ich aber die Launen und Macken dieser Blutlinie nur zu gut kannte, war ich sicher, damit umgehen zu können. Eine weitere Herausforderung bot sich mit Eismärchen, einer halbblinden Ponystute. Womöglich machte ich mir dazu aber mehr Gedanken als nötig, denn die Stute war laut Hunter unkompliziert und ruhig. Ganz neu war auch Mikado, eine Vollblutstute, die mich rein äusserlich ein wenig an Sympathy of the Devil erinnerte, jedoch charakterlich eher auf der scheuen Seite zu sein schien. Und natürlich der kleine Louvré, den ich schon vor einer Weile gekauft hatte, der aber bis anhin noch bei Hunter auf der Fohlenweide einquartiert war. Zu guter Letzt gab es noch einen Rückkehrer besonders zu erwähnen: Riven in a Dream. Die schwarzbraune Stute war auf dem Bear Brook Gestüt liebevoll umsorgt worden und befand sich körperlich in einem top Zustand. Ich freute mich schon darauf, sie wieder unter dem Sattel zu haben.
      Wir waren schon am Vortag nebst den Routinearbeiten eifrig damit beschäftigt gewesen, die Boxen einzurichten. Ich hatte beschlossen, ein paar Verschiebungen in der Boxenreihenfolge vorzunehmen, damit es bei den Neulingen keine Zankereien mit den benachbarten Pferden gab. Natürlich konnte ich nur raten, wer sich am besten mit wem vertragen würde. Aber meistens hatte ich eine Art Gespür dafür – schliesslich hatte ich es schon öfter mit wählerischen Kandidaten wie zum Beispiel der zuckersüssen Iskierka zu tun gehabt, die ihren ersten paar Nachbaren am liebsten durchs Gitter an die Kehle gegangen wäre und erst Ruhe gegeben hatte, als sie die Box mit nur einseitiger Nachbarschaft, verkörpert durch A Winter’s Tale, bekommen hatte. Das lag vermutlich daran, dass Thalia gegenüber anderen Pferden nicht so aufdringlich war wie viele andere der vierbeinigen Genossen. Jedenfalls hoffte ich, dass sich alle irgendwie arrangieren würden. Vor dem Mittag bereiteten wir nun auch die Transporter vor; den vierplätzigen Camion und zwei gewöhnliche Zweier-Anhänger. Die Fahrt nahmen wir kurz nach dem Mittag in Angriff. Im Nachbardorf trafen wir wie geplant auf Rosie, die ebenfalls zwei Pferde abholen wollte. Unsere Karavane kam ohne tragische Verspätung am Zielort, dem Bear Brook Gestüt, an. Dort wurden wir fröhlich in Empfang genommen, sobald wir organisiert-praktisch auf dem Parkplatz verteilt waren. Um die weniger verladefreudigen unter den Pferden nicht unnötigem Stress auszusetzen, planten wir kurz, wem welche Aufgabe zuteilwurde. Leute hatten wir mehr als genug zur Verfügung. So wurde Schlag auf Schlag ein Pferd nach dem anderen in die Transportvehikel geführt und alles gesichert. Weil wir geschickterweise die mutigeren Kandidaten gleich als Vorbilder voraus verluden, gingen eigentlich alle problemlos rein, sogar die zappelige Cerise. Die Klappen wurden schwungvoll geschlossen und es wurden zufriedene High-Fives oder Schulterklopfen ausgetauscht. «Ich hoffe, wir hören trotzdem bald wieder von euch», wandte ich mich leicht besorgt an Hunter. Der beschwichtigte mit einer Handbewegung und einem Zwinkern. «Keine Angst, wir sind ja nicht von der Welt. Aber in nächster Zeit werden wir nur leider sehr beschäftigt sein.» Ich grinste und nickte wohlwissend, dann verabschiedeten wir uns mit einer freundschaftlichen Umarmung.
      Zuhause wurde es doch noch etwas hektisch. Zwischen dem aufgeregten Wiehern der Pferde und dem tänzelnden Hufgetrappel dirigierte ich so gut es ging die Zweibeiner, während ich selber eine schnaufende Cerise am Strick hatte. Es gab Gequietsche zwischen den neuen Boxennachbaren, und manche der Neulinge drehten zunächst unruhige Runden im Stroh. Als der Heuwagen kam, beruhigte sich die Stimmung deutlich. Ich half noch mit, die Transporter zu reinigen und zu versorgen, dann machte ich eine Kontrollrunde, wobei ich zuallererst zur Fohlenweide stiefelte, um nach Louvi zu sehen. Der junge Hengst wurde wie erwartet aufdringlich beschnuppert und sein helles Fell gründlich inspiziert, aber die Begrüssung schien friedlich zu bleiben. Ich bat Lewis trotzdem, ein Auge auf die Gruppe zu halten. Als nächstes lief ich durch den Innenhof des Hauptstalls und warf einen Blick durch die Fenster. Strolch kaute zufrieden auf seinem Heu herum, aber Ally schien noch immer unruhig zu sein und rührte seinen Haufen nicht an. Ich ging ins Innere des Stalls und betrat die Box des Hengstes. «Hey, big boy. It’s allright, you’re home», murmelte ich, und streichelte seinen dunkelbraunen Hals. Er wieherte mir zum Dank direkt ins Ohr. Ich rieb mir symbolisch die Ohrmuschel und verzog das Gesicht. «Got a tinitus?», lachte Ajith, der mit der Schubkarre durchkam. «Almost…» Der Pfleger kam näher und warf ebenfalls einen Blick in die Box. Dann meinte er: «Don’t worry, I’ll check frequently to see if he’s fine.” Er ahnte, dass ich mir mehr Sorgen als nötig machte, weil ich noch zu genau im Kopf hatte, was mit Allys Vater geschehen war. Ich wusste, dass die beiden Pferde trotz ihrer Verwandtschaft völlig unterschiedlich waren und es bei Stromer einfach Pech gewesen war, aber ich konnte nicht anders als daran zu denken, wenn ich die Nachkommen meines Lieblings so aufgewühlt und gestresst sah. Ich bedankte mich bei Ajith – der Pfleger war in solchen Momenten ein Segen. Mikado und Savory waren ruhig, Riven schien sich auf Anhieb wieder wohlzufühlen. Cerise konnte sich kaum entscheiden zwischen Fressen, Nachbaren beschnuppern und in der Gegend herumglotzen. Ich lachte bei dem Anblick der höchst beschäftigten Stute. Typisch junges Pferd. Wenig später ging ich zur Stutenweide, um Ljúfa zu putzen. Ljúfa und ihre kleine Tochter, um genau zu sein. Das Fohlen war seit ein paar Wochen auf der Welt und bereits ziemlich mutig unterwegs. Sie verlief sich auch öfter mal und folgte dann einer anderen Stute, bis Mama Ljúfa sie mit angelegten Ohren zurückeroberte. Besonders frech in dieser Hinsicht war Chanda. Die Criollo Stute war ein ausgesprochener Fan des Föhlchens und lockte die Kleine jeweils fast schon zu sich. Aber natürlich liess Ljúfa nicht zu, dass das graue, flauschige Ding zu lange von ihrer Seite wich. Anfangs hatte ich die Situation besorgt aufmerksam beobachtet, aber nun waren die beiden aus dem gröbsten raus. Die kleine trug übrigens den Namen Lyskra.
      Gegen Abend wollte ich bereits zum ersten Mal eines der neuen Pferde ausprobieren. Ich entschied mich für Strolch. Sein cremefarbenes Fell war besonders beim Hals vorne ganz weich und hatte einen seidigen Glanz, typisch für Champagne. Vom Farbton her war es dem seines Vaters sehr ähnlich, aber die Haut darunter war an manchen Stellen nicht rein rosa, sondern ganz leicht dunkelgrau gesprenkelt. Von weitem erkannte man das kaum, aber als ich direkt neben ihm stand und mit den Fingern den Nüstern entlangstrich, konnte ich die einzelnen Fleckchen zählen. Strolch spielte mit seiner Oberlippe, als ich den Zeigfinger darauf tippte. Wenig später gähnte er ausgelassen und streckte dabei seine Zunge raus, weil ich eine etwas verspannte Stelle beim Kreuzdarmbein mit dem Striegel traf. Ich massierte dort noch etwas länger und er verzog genüsslich das Maul. «Na du Albino-Giraffe», grüsste Jonas laut, und strich dem jungen Hengst ebenfalls kurz über die Stirn. «Was machst du mit ihm?» «Bisschen auf den Platz, dachte ich.» Ich gab ihm einen Begrüssungskuss. «Ich hab ne bessere Idee.» «Die wäre?» «Ich nehm Empire und wir gehen zusammen zu Rosie rüber. Sie hat uns zu einer Tasse Tee eingeladen.» «Mit Strolch? Er ist gerade erst angekommen, ich weiss nicht, ob das schlau ist…» «Ach was. Das ist nicht anders, als wenn er auf einem Turnier wäre. Sagen wir, ein Patrouillenritt. Oder eine Fuchsjagd.» «’Kay, wenn man es so betrachtet…» «Genau. Ich hab immer recht.» «Stimmt doch gar nicht», protestierte ich lachend, und stupste ihm in die Seite. Wir einigten uns auf einen kurzen Besuch und ich machte Strolch fertig, während er Empire sattelte. Wir liessen die beiden beim Aufsteigen einander beschnuppern – es gab nicht einmal ein Gequietsche. Es schien, als würde Strolch den älteren, erfahreneren Hengst ohne Hinterfragen als Chef akzeptieren. «Cleverer Bursche», murmelte ich und klopfte ihm auf den Hals. Wir ritten los und kamen bis zur Holzbrücke, ehe Strolch dann doch ein wenig Unwohlsein zeigte. Die vom Regen der vergangenen Tage noch etwas feuchten Planken schienen ihm nicht geheuer zu sein. Ich ritt ihn geduldig heran und liess ihn den Untergrund untersuchen, doch auch das überzeugte ihn zunächst nicht von unserer Idee. Schliesslich klappte es, als Empire direkt vorausging und er sich quasi hinter dem Schimmel verstecken durfte. Ich lobte ihn ausgiebig und war froh, ein so wohlerzogenes Lehrpferd an unserer Seite zu haben. Empire konnte zwar auch anders, das wusste ich, aber zumindest im Moment war auf ihn verlass. Wir setzten den Weg fort und kamen in ganzen Stücken bei Rosie an. Die junge Stallbesitzerin empfing uns und wir konnten die beiden Pferde wie gewohnt in zwei ihrer leeren Boxen stellen – derer sie auch nicht mehr so viele hatte, wie ursprünglich. Zwei neue Morgan Horses wohnten nämlich nun auf der Wilkinson Farm, zwei prächtige Tiere. Das eine mit goldgelbem, glänzenden Fell und das andere so schwarz wie die finsterste Nacht. «How do you like them? I must admit - I instantly fell in love when I saw them”, schwärmte Rosie. “They are quite handsome, that’s true. The golden one is a champagne, I suppose?” “Of course. Dourada Estrada. The mottled skin and green eyes are unmistakable. I love that green sheen.” “This is kinda funny. Did you take a close look at my new fellow over there?” Wir wechselten zu Strolch und Rosie musterte ihn neugierig. «He’s a son of Stromer, right?” “Jup.” “He sure looks like his daddy…» «Nah, look at his eyes.” “OH!” Wir lachten herzhaft. “I really didn’t notice – must have been the dim light in here…” “What a coincidence, right?” “Yeah!” Wir blieben noch einen Moment im Stall bei den Pferden (Senda Oscura wurde uns auch noch vorgestellt), dann wechselten wir ins Haus und genossen eine Tasse Tee. Bevor es ganz eindunkelte machten Jonas und ich uns schliesslich auf den Heimweg.
      Bei der letzten Stallkontrolle vor dem Zubettgehen hatte Ally seinen Heuhaufen schliesslich auch ratzeputz aufgefressen, und Savory streckte sich diese Nacht sogar schon entspannt im Stroh aus, was man an ihrem reichlich dekorierten Schweif am nächsten Morgen erkannte. Überhaupt hatten sich viele der Neuen über Nacht schon etwas eingelebt. Wir begannen an diesem Morgen, alle in den gewöhnlichen Tagesablauf zu integrieren. Dazu gehörte natürlich auch Bewegung. Ich ritt am Morgen deshalb nebst One Cool Cat, Rebel, Moon und Phantom auch Riven – allerdings nicht auf der Rennbahn, sondern auf dem Sandplatz. So kurz vor dem Mittag war die Luft schon sehr aufgeheizt und wir schwitzten beide so viel, dass wir nach dem Galopp fast frisch geduscht aussahen. Ich wollte Riven (und mich selbst, mit meiner zarten, bleichen Haut) nicht mehr zu lange der Sonne aussetzen, also verzichtete ich auf allzu ausgiebiges Ausschreiten und steuerte schon den Ausgang an, beziehungsweise Waschplatz. Aber so weit kam ich nicht – mein Smartphone klingelte vorher. Überrascht nahm ich ab. «Cooper?» «Hi Occulta. I have to reorganize my barn and prepare for future breeding projects. Would you like to take back Felicita? And there’s Odyn, too – the son of Mikke. And I have a Mare out of Burning Spring that I’m sure you would like.” “Are you kidding me??” “No, why?..” Ich konnte es nicht fassen – noch mehr Pferde? Die Sonne brannte auf meine Oberschenkel, und Riven scharrte ungeduldig. «Coop?», fragte ich, um zu sehen ob sie noch dran war. «Yes?» «I have to think about it – and discuss with Jonas…” “No Problem. Hey – is it so very hot in England, too? We had to train the horses even earlier in the morning than usual. At eight o’clock it was already 77 °F over here…” “Yeah Cooper, I’m drowning in my own sweat right now. That’s why – let’s hang up, I really need to go take a bath together with my horse”, drängte ich. “Oh my, you’re still out? I’m sitting here with an ice cream, enjoying the fan in front of me.” “Whatever. Bye, I’ll call you back later.” Ich hängte lächelnd auf, dann stopfte ich das Smartphone in die Po-Tasche und ritt Riven zügig zum Hauptstall zurück. Ich sprühte sie gründlich von Huf bis Kopf ab und streifte dann das überschüssige Wasser mit dem Schweissmesser ab. Sie schnaubte ein paarmal und hielt den Hals entspannt waagrecht. «That’s much better girl, right?», murmelte ich liebevoll. Ich wusch mir selbst rasch das Gesicht, dann führte ich die Stute in ihre Box, wo sie bis zum Abend bleiben würde – wir stellten die Pferde im Sommer erst Abends auf die Weide, um sie nicht den Bremsen zu servieren. In der Stallgasse des Hauptstalls war es zum Glück etwas kühler als draussen. Alle Fenster waren geöffnet und eine leichte Brise sorgte für gelegentlichen Luftaustausch. Trotzdem machte ich mir natürlich Gedanken, wie man es den Pferden noch angenehmer machen konnte. Eine Klimaanlage im ganzen Stall kam jedoch leider nicht in Frage – die Stromkosten wären nicht tragbar. Etwas Besseres fiel mir momentan auch nicht ein. Ich begab mich ins Haus, um das Mittagessen, ein Birchermüsli mit Früchten, vorzubereiten. Auf etwas warmes hatte niemand Lust. Zum Nachtisch gab’s dann auch ein Eis. Lily hatte im Supermarkt Wassereis gefunden, in das Gummibärchen eingefroren waren. Unerwartet lecker für ein vermutlich überzuckertes, künstlich gefärbtes Produkt. Ich rollte die Augen beim blossen Gedanken daran und schleckte genüsslich weiter. Beiläufig stellte ich mich neben Jonas und lehnte mich leicht an ihn. Er durchschaute mich sofort. «Was führst du jetzt wieder im Schilde?» «Gar nichts. Verdächtige mich doch nicht immer gleich.» «Dann darfst du mir aber keinen Grund dafür geben.» «…Okay, nächstes Mal. Cooper hat angerufen…» Ich brauchte gar nicht weiterzureden. «Noch mehr Pferde??» Ich stiess ein kleinlautes «Ja» aus. Sein Tonfall wurde ernst. «Wir müssen noch mehr anbauen, wenn das so weiter geht. Der Hauptstall hatte noch nie, seit ich hier bin zumindest, alle Boxen besetzt. Zum Glück ist die Besitzerin von Muskat letztens mit ihm umgezogen, sonst hätten wir sogar eine zu wenig gehabt." "Ich weiss ja... Ich hatte auch nicht vor, so viele aufzunehmen. Aber ich kann doch unsere alten Freunde nicht im Stich lassen! Ich meine - Felicita kommt zurück! Ich kann es kaum fassen, dass ich sie nach so langer Zeit wiedersehe. Ich bin so gespannt darauf wie sie jetzt ist. Sie muss inzwischen richtig erwachsen und zuverlässig geworden sein. Aber sie war sowieso immer schon ein Schatz." "Nichts desto trotz müssen wir aufpassen, dass wir uns nicht zu viel aufhalsen. Vermutlich müssen wir noch einen Pfleger mehr einstellen, und die ganzen Kosten für Tierarztbesuche und Futter darfst du auch nicht vergessen. Bisher kamen wir relativ sorglos über die Runden, aber mit so vielen Mäulern zu stopfen wird das nicht ewig so bleiben." Ich seufzte. Er hatte vollkommen recht, das war mir auch bewusst. Ich sah ihn nicht direkt an, meinte aber: "Die Saison ist noch lange nicht zuende. Iskierka ist dieses Jahr noch stärker als sonst und wir haben mit Counterfire und Daedra gleich zwei ausgezeichnete Jungpferde am Start. Cool Cat und Kaythara sind ebenfalls beinahe ungeschlagen - und vergessen wir mal nicht Raving Hope Slayer, dessen volles Potential wir noch gar nicht kennen. Ich wollte mit Oliver sowieso darüber sprechen, ob wir uns im September mit Counterfire an die St. Leger Stakes in Doncaster wagen können." "Die St. Leger Stakes?? Glaubst du sie hat ne Chance? Das ist ein Gruppe-1 Rennen, und erst noch das älteste der British Classics - Es geht über 2900 Meter! So eine Distanz ist Daedra bisher nie gelaufen." "...und das Preisgeld für den Sieger ist £421,355", stellte ich beiläufig fest. "Und Oliver meint, dass sie das kann?" "Sie ist ungeschlagen, Jonas. Keiner der Zweijährigen konnte ihr das Wasser reichen, und die Dreijährigen können es bisher auch nicht. Oliver wird mir sicher zustimmen."
      "You wanna do WHAT?!?" Oliver sah mich an, als hätte ich mein letztes bisschen Vernunft an die Schwalben unter dem Dach des Hauptstalls verfüttert. "Well, don't you always rave about how she is oh so outstanding and should race group-1?" "That's a completely different story! What you are suggesting ist Great Britain's oldest classic race, the last race of the tripple crown! This is not some freshwater race like the ones that we've done so far. This one is of international importance!" "You fear that she could embarrass you in front of international trainers. You're a coward." "I'm only being realistic!" "I think we should give her a chance to prove herself." "I think you should ask her first, if she wants to run a whole Mile and six furlongs against three-year-olds that were trained specifically for that." "There's still time to train her specifically, too." Schweigen stellte sich für einen Moment ein. Oliver sah nachdenklich aus, und ich überlegte mir, ob ich mit meiner Idee vielleicht doch zu sehr nach den Sternen griff. Schliesslich ergriff Oliver wieder das Wort. "We would have to train hard to achieve this level of stamina. We would have to train her first in the morning, and even then it will still be too warm for that amount of training. You know I will try to fulfill your every wish, but only if you are sure about it. I don't want to hear another harangue from you about how I abuse your precious horsey-babies and about how overambitious I am. You still remember our little discussion after Frame's accident, don't you?" Ich zögerte. "Yes - and you're right, it probably is a stupid idea. I still thought you would be more excited and help me get upbeat about it, too." Er fixierte mich mit ernster Miene. "I AM excited about it. I would gladly try to train a champion horse for a challenge like that. But my experience tells me that you will not let me finish the plan once you realise what you're asking of that horse." Entschieden antwortete ich: "I will. I will agree with whatever you deem necessary, as long as Counterfire does not get hurt in the process. I will keep an eye on you, but I will not blame you if something goes wrong. I promise." "It's decided then. We start tomorrow, we have a lot to catch up on." Ich nickte, unsicher, ob ich erleichtert oder besorgt sein sollte. Auch wenn ich es schönzureden versuchte - ich hatte im Grunde genau das vor, wofür ich so viele andere Rennpferdebesitzer anprangerte: Geldverdienen.
      Später am Nachmittag rief ich Cooper erneut an und bestätigte, dass ich Odyn, Felicita und die Stute namens Deadly Ambition bei mir aufnehmen würde. Ich setzte alle Hebel für den Einflug der drei aus Kanada in Gang, dann ging ich in den Stutenoffenstall, um Shadow zu holen; aber vorher zog ich meine Badesachen an. Die Stute hatte mit ihrem schwarzen Fell noch heisser als die anderen und brauchte dringend eine Abkühlung. Und wo bekam man die besser, als bei der Badestelle im Fluss nebenan? Lily, und auch Lea, die gerade um fünf Uhr gekommen war, stiessen begeistert hinzu. Lea durfte einen Badeanzug von Lily ausleihen. Sie nahm ihren Ponyhengst All Pride, während Lily die ebenfalls dunkle Nosferatu auswählte. Die beiden Ponys kannten sich übrigens bereits von früher: sie hatten ziemlich lange auf dem selben Gestüt gelebt. Kurz bevor wir losreiten wollten, kam Jonas in seinen Badehosen über den heissen Asphalt gejoggt - ausrufend, dass er auch noch mitwolle. Er holte Dod aus dem Nordstall. Wir warteten ungeduldig in der heissen Sonne auf ihn, aber er beeilte sich zum Glück. "Man darf die Ladies nicht warten lassen, stimmt's?" Wir rollten allesamt die Augen, dann machten wir uns auf den Weg. Ich war unglaublich froh, als wir das Wasser erreichten, denn ich klebte förmlich auf Shadows Rücken fest und ihr Fell war richtig heiss zum Berühren. Die Pferde stiegen bereitwillig das Ufer hinunter und auch sofort stampfend ins Wasser. Der Fluss führte trotz der Hitze noch relativ viel Wasser, vermutlich weil es zuvor lange geregnet hatte. Wir genossen die Abkühlung eine ganze Dreiviertelstunde lang, ehe die Vierbeiner ungeduldig wurden und wir uns auf den Heimweg machen mussten. Dort lockte nämlich das Kraftfutter.
      Von überlaufenden Fässern
      Iskierka, Raving Hope Slayer, PFS’ Riptide, One Cool Cat, Kaythara El Assuad, PFS’ Counterfire, Daedra, Unbroken Soul of a Rebel, Burggraf, Areion, Diarado, Drømmer om Død, Vychahr, Flintstone, Nosferatu, Cambria, White Dream, Yoomee, Silverangel, Fake my Destiny, River’s Lychee, scs Sugar and Sweets, scs Bluebell, PFS’ Shadows of the Past, Nimué, Moon Kiddy, Chanda, Dancing Moonrise Shadows, Phantom, Matinée, PFS’ Ljúfa, PFS’ Skydive, PFS’ Reverie, Brendtwood, PFS’ Soñando Solas, PFS’ First Chant, PFS’ Clooney, PFS’ Cranberry, Cinnemont’s History, All Pride, PFS’ Karat, PFS’ Lyskra, PFS‘ Savory Blossom, Odyn, PFS‘ Strolch, Eismärchen, Piroschka, Louvré
      Was ist nur aus dem Herbst geworden?, trauerte ich innerlich, als ich zum Fenster hinaussah und feststellte, dass der Tau auf dem Gras gefroren war. Ich sah ausserdem nicht besonders weit, denn eine dicke Nebelwand verechluckte die Gebäude des Hofs. Irgendwie hatte der Herbst diesmal kaum mehr als zwei Wochen angedauert, danach hatte gleich der Winter angeklopft. Es waren sogar schon die ersten Schneeflocken gefallen, jedoch auch gleich wieder verschwunden, kaum dass sie den Boden berührt hatten. Ich rieb mir die Augen, als Jonas das Licht einschaltete. "Warum stehst du hier im Dunkeln rum? Komm runter, Frühstück steht auf dem Tisch." Es war mir ein Rätsel, welches Virus ihn diesmal erwischt hatte, dass er für einmal früher aufgestanden war als ich. Normalerweise musste ich ihn regelrecht aus dem Bett zerren, in der kalten Jahreszeit ganz besonders. Ich zog mich an und stakste die Treppen runter, möglichst leise, um Lily nicht zu wecken. Sie musste wie immer erst um 8 Uhr zur Schule, wohingegen das erste Rennpferdetraining um 6 Uhr begann. Bei so vielen Vollblütern wie wir mittlerweile hatten, konnten wir auch im Winter nicht später anfangen - sonst reichte die Zeit für alles andere nicht mehr. Und den nächste Zuwachs erwarteten wir bereits im Frühling: Felicita, Deadly Ambition und Savory Blossom erwarteten Fohlen. Ich freute mich besonders auf das von Felicita, denn der Vater war Gleam of Light und somit hatte es zwei besonders treue Gefährten aus den Anfängen meiner Zeit auf Pineforest als Eltern. Der Gedanke weckte eine gewisse Nostalgie in mir. Damals waren nur eine Handvoll Rennpferde auf dem Hof gewesen, die Jack und ich mehrheitlich alleine trainierten. Wenn ich mir überlegte, was daraus entstanden war, konnte ich es kaum glauben.
      Wenig später, als ich während dem Müsli-Kauen die Zeitung las, surrte mein Handy. Es war eine Nachricht von Lisa.
      - Komme etwas später, muss meine Mutter zum Flughafen bringen
      Fällt dir auch früh ein, tadelte ich sie stumm kopfschüttelnd.
      - Ok.
      Ich wollte das Handy gerade wieder weglegen, da surrte es erneut.
      - Btw hast du mitbekommen, dass die kleine Icy Rebel Soul gestorben ist??
      Nein, hatte ich nicht. Die Nachricht dämpfte meine Vorfreude auf den Tag ein Stück. Offenbar hatte Lisa um sieben Ecken mitbekommen, dass das Stutfohlen von Rebel nicht einmal zwei Jahre alt geworden war. Die genauen Umstände waren uns nicht bekannt, was es nicht unbedingt besser machte. Ich bereute zutiefst, dass ich im letzten Halbjahr nicht mehr nach ihr gefragt und somit gar nichts von ihrem Zustand mitbekommen hatte. Normalerweise behielt ich unsere Zuchtfohlen immer ein wenig im Auge und las mit Freude von ihren Erfolgen im Sport. Ich stand auf und stellte seufzend meine Müslischüssel in den Geschirrspühler. Jonas hakte nach, was los sei und ich berichtete ihm kurz, was ich so eben erfahren hatte. Auch er war traurig, denn das Stutfohlen hatte uns beiden gut gefallen. Aber so war das Leben nunmal.
      Nach dem Frühstück ging ich wie immer als erstes in den Hauptstall. Iskierka, Raver, One Cool Cat, Kaythara und Odyn wurden gerade für’s Trainig ausgerüstet. Ich lief durch die Stallgasse und streichelte jeden kurz, wobei ich jeweils einen prüfenden Blick über die ganzen Vierbeiner wandern liess. Besonders bei Odyn und Iskierka nahm ich mir einen Moment Zeit, um die korrekte Ausrüstung in Augenschein zu nehmen, denn die beiden wurden heute von zwei neuen Jockeys geritten. Ich hatte die eine junge Frau, Isaiah Griffiths, schon an mehreren Rennen beobachtet und Oliver hatte mir zugestimmt, dass sie talent hatte. Isaiah hatte mir dann kurz nach meiner Anfrage noch einen Rennreiter namens Idris Shaw empfohlen, sodass ich ihn ebenfalls auf einen Proberitt eingeladen hatte. Die beiden kannten sich anscheinend schon länger. Beide ritten unter Olivers und meinen kritischen Augen hervorragend, sodass ich sie gleich beide eingestellt hatte. Mit den vielen Nachwuchspferden brauchten wir einfach mehr Reiter, damit wir auch alle regelmässig starten lassen konnten. Ich freute mich auf die weitere Zusammenarbeit mit den beiden neuen Jockeys. Nicht nur Zweibeiner waren zu unserem Team gestossen, auch eine Nachwuchsstute von Riven in a Dream und Rosenprinz ergänzte meine „Sammlung“ seit ein paar Wochen. Sie hiess Riptide und war eine braune Stute mit samtigem Fell. Ich hielt bei ihrer Box und schob die Tür auf, denn ich sah eine kleine Schramme an ihrer Schulter. Sie wandte sich sofort neugierig zu mir. „She’s going to be stunning, once she has muscles and starts to race“, bemerkte Ajith hinter mir, und erschreckte mich dadurch fast. “When did you get here? Gee, don’t sneak up on me like that.” “Sorry boss.” Tut dir überhaupt nicht leid, bei deinem Grinsen. „Anyway, is Quinn already here?“ „Why would I know?“, meinte er nur schulterzuckend. Ich runzelte skeptisch die Stirn. “I thought you two had a really good time after the St. Legers?” “We’re not going out, if that’s what you expected. She… Kind of started avoiding me again.” Ich seufzte ungeduldig. “What is wrong with you guys? You obviously belong together.” Er lächelte schief, dann wechselten wir das Thema und evaluierten stattdessen Riptides Futtermenge. Quinn stiess später zu uns, denn sie ritt erst in der zweiten Gruppe mit. Diesmal sattelte sie Strolch. Der helle Palomino mit den auffallenden, grünen Augen spielte mit der Anbindekette, als ich zu ihm kam. Ich streichelte seine weisse Stirn. Die grosse Blesse verlieh seinem Gesicht noch mehr babyhafte Züge als es sonst schon hatte. Er war eines von den Pferden, die man am liebsten knuddeln wollte, wenn man sie sah. Zum Glück war er auch ziemlich verschmust, sodass er die Aufmerksamkeit toll fand. Er war kaum dünkler als Stromer es gewesen war. Auch der Körperbau war mittlerweile ähnlich geworden, anders als bei Ally, der eher grobknochig gebaut war. Alle Stromerfohlen waren recht unterschiedlich – da mischte nunmal jeweils noch ein grosser Teil der Mutterseite mit. Ich mochte sie aber alle wahnsinnig gerne, und alle erinnerten mich auf die eine oder andere Art an meinen verstorbenen Liebling. Wenn es nicht das äussere war, dann dafür umso mehr der Charakter. Ich werde ihn nie vergessen, stellte ich einmal mehr wehmütig fest. Da war es wieder, dasselbe Gefühl wie schon beim Frühstück. Vielleicht bin ich so sentimental weil Weihnachten naht, überlegte ich. Ich beschloss mich selbst etwas aufzuheitern und ging zu Counterfire. Die Stute hatte ihr Wehwehchen am Vorderbein gut überstanden und war wieder voll einsetzbar. Und frech wie immer. Sie zupfte an meinem Schal, als ich sie durchs Boxenfenster streichelte. „You will get to show your talent next year“, versprach ich ihr flüsternd, im hinblick auf die nächste Saison. Daedra hatte ihr dieses Jahr ziemlich die Show gestohlen, mit ihrem unerwarteten Sieg in den St. Leger Stakes. Aber ich war sicher, dass die feurige Fuchsstute auch noch ein paar Überraschungen für uns auf Lager hatte.
      Ich lief vom Innenhof des Hauptstalls zum Nebenstall, denn als erstes wollte ich heute mit Yoomee arbeiten. Die Ponystute wirkte noch ein wenig verschlafen, liess sich aber brav aus der Box führen. Ich bürstete sie gründlich und kämmte ihre kurze Mähne. Auch die Hufe kratzte ich aus; es war aber kaum etwas darin, weil sie noch nicht auf der Weide gewesen war. Danach sattelte ich sie und brachte das vierbeinige Tier zur Halle. Ich stellte ein paar Cavaletti auf, während ich sie herumführte. Als ich mit dem Aufbau zufrieden war, stieg ich in den Sattel und ritt Yoomee warm. Die nächste halbe Stunde nutzte ich, um das Connemara über den Cavaletti zu gymnastizieren. Es war insofern ein guter Tageseinstieg, als sie fleissig mitmachte und die meisten Aufgaben geschickt löste.
      Nach der Arbeit mit Yoomee wechselte ich vom Nebenstall zum Nordstallgebäude, das mittlerweile fertig umgebaut, beziehungsweise erweitert war. Es gab nun im Anbau vier weitere grosse Boxen aus dunklem Holz, in denen vorläufig All Pride, Areion und Skydive hausten. Lily nannte es liebevoll ihren „Ponystall“, auch wenn nicht alle Ponys dort standen. (Wo wir gerade von ihr Sprachen, sie schwang sich in diesem Moment auf ihr Fahrrad und brauste richtung Schule davon. Ich winkte ihr zum Abschied.) Skydive lief mittlerweile übrigens in allen drei Gangarten unter dem Sattel. Wir nahmen ihn im Moment so oft wie möglich auf Ausritte mit, so dass er möglichst viele neue Eindrücke kennenlernte und viel geradeauslaufen konnte. Lily war natürlich wann immer sie zuhause war dabei – sie war sogar schon ein paarmal nachdem ich ihn geritten hatte auf seinem Rücken gesessen, zum trockenreiten. Sie schwärmte jeweils, wie weich sein Schritt war. Ich fand auch, dass er bequeme Gänge hatte, aber nicht aussergewöhnliche. Lily neigte nunmal zu Übertreibungen, wenn es um ihren Liebling ging. Bevor ich heute wieder mit dem jungen Ponyhengst arbeitete, war aber Vychahr dran. Der Dunkelfuchs brummelte mir schon ungeduldig zu, als ich mit seinem Stück Begrüssungskarotte zu ihm kam. Ich bewegte ihn eine Dreiviertelstunde in der Halle und übte an unseren Seitengängen, wobei ich aufpassen musste, Lisa und Darren mit Rebel und Flint nicht in die Quere zu kommen. Die beiden trainierten nämlich ihre Reiningfertigkeiten. Irgendwie kamen wir aneinander vorbei. Ich war jedoch froh, dass ich mit Vilou fertig war, bevor auch noch David mit Aristo, Linda mit Piroschka und Thomas mit Chanda reinkamen, weil es draussen zu Regnen begann. Es war im Winter eben doch etwas mühsam, wenn alle in die Halle wollten. Ich versorgte den Dunkelfuchs und gab ihm seine Belohnung, danach holte ich gleich Dod raus. Ich hatte mich nämlich mit Jonas beim Frühstück auf einen Ausritt um neun verabredet. Angesichts des Wetters verzog ich zwar etwas das gesicht, aber wie man so schön zu sagen pflegte: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung. Jonas nahm Shadow mit, und wir ritten gemeinsam Richtung Norden zu den Laubwäldern, die inzwischen nur noch einzelne, rotbraune Blätter in den Kronen trugen. Wir trabten den grössten Teil der Strecke über nasses Laub und trotzten dem garstigen Wetter. Shadow und Dod waren nach kurzer Zeit völlig durchnässt und ihr Fell klebte an ihren Hälsen. Es schien sie aber nicht sonderlich zu stören; sie klappten einfach geduldig die Ohren zurück, wenn wieder eine Windböe das Wasser in ihre Richtung zu wehen drohte.
      Nachdem wir Ausrüstung, Pferde und uns selber getrocknet hatten, hastete ich zur Stutenweide um Phantom und Matinée zu holen. Mit beiden gleichzeitig im Schlepptau joggte ich zum Nebenstall und band sie unter dem Dach an. Matinée war klitschnass, weil sie im Regen gestanden hatte. Phantom war wenigstens so gnädig gewesen, sich unter einen Baum zu stellen. Ich trocknete das Winterfell der beiden Mustangs mit einem Frotteetuch so gut es ging, dann kämmte ich noch das Langhaar durch und kratzte die Hufe aus. Jonas übernahm Phantom, sobald er vom Haus zurückkam – er hatte ein Telefonat mit dem Hufschmied geführt. Nasse Weiden bedeuteten viele fehlende Eisen. Zum Glück hatten wir auch viele Barhufpferde, sodass sich das Problem in Grenzen hielt. Wir bewegten die Mustangs, indem wir einfache Reiningübungen mit ihnen machten. Dabei ging es stets vor allem um die Losgelassenheit, besonders bei Matinée. Sie war heute aber gut aufgelegt, sodass sie mir sogar zum ersten Mal im Galopp abschnaubte und den Hals in die Tiefe streckte, als ich die Zügel länger werden liess. Höchst zufrieden lobte ich sie dafür. Allerdings liess sie sich ablenken, als Lisa mit Brendtwood reinkam, und der junge Haflingerhengst erstmal in der Gegend herum wieherte, weil Skydive nicht in der Nähe war. Die beiden klebten ein wenig aneinander, weil wir oft zusammen raus gingen. Ich hoffte, dass es besser werden würde, nun da Skydive im Anbau eingestallt war. Ich holte Matinées Aufmerksamkeit noch für ein paar letzte schöne Schlangenlinien mit korrektem Umstellen zurück, dann liess ich es gut sein. Die Halle füllte sich wieder, als wir raus gingen: Diarado, Nimué und Moon wurden von Anne, Rita und Jason bespasst. Rita und Lisa hatten sich wegen der Haflinger abgesprochen. Jonas und ich brachten die beiden Ex-Wildpferde zurück auf die Weide, wo sich Phantom gleich in den Schlamm legte und genüsslich wälzte. Jonas konnte nicht hinsehen, wie der Rappe sein sauber geputztes Fell wieder ruinierte, und auch ich stöhnte entsetzt. „Morgen dasselbe Spiel wie immer…“, stellte ich fest. „Wenigstens scheint er es zu geniessen, dem entspannten Grunzen nach zu urteilen.“, meinte Jonas dazu. Wir schlurften durch den noch immer strömenden Regen ins Haus, denn es war bereits Mittag. Ich war froh, die nassen Kleider zumindest für den Moment abzulegen. Zum Aufwärmen machten wir uns erstmal eine Tasse Tee, dann kochte ich das Mittagessen. Lily kam kurz darauf rein und tropfte alles voll, sodass ich sie ins Badezimmer scheuchen und ihr die Haare trocknen musste, wie zuvor schon den Hunden. Wir assen zusammen, dann musste sie wieder in den Unterricht. Ich sass noch eine halbe Stunde vor dem PC und checkte meine E-Mails, danach musste auch ich zurück in den Regen. Jonas half bereits eifrig beim Misten, als ich abermals zum Offenstall der Stutenweide kam. „Braucht ihr hier noch jemanden?“ Lewis, der halb hinter Ljúfa versteckt gewesen war, verneinte. „You could start with the foals though.“ Ich nickte, liess es mir aber nicht nehmen, vor dem Gehen die kleine Lyskra zu streicheln. Im Frühling wollten wir sie zu den anderen Fohlen stellen, aber im Moment war sie noch glücklich bei ihrer Mama. Da sie erst im Mai zur Welt gekommen war und mit Mama im Offenstall lebte, hatten wir es nicht eilig, die beiden zu trennen. Bei den Fohlenoffenställen herrschte ein riesen Schlammbad, direkt vor den Eingängen. Die Fohlen hatten die Weide förmlich umgepflügt. Das war aber nicht zum ersten Mal so, wir kannten das Problem längst. Zum Glück wuchs das Gras im Frühling relativ zuverlässig nach, wenn man frühzeitig mit Grassamenausstreuen nachhalf und die besonders geschädigten Stellen so gut es ging abzäunte. Solas, Louvi, Karat und Clooney bedrängten mich gelangweilt, als ich ihr Stroh mistete. Karat schubste einmal sogar fast die Schubkarre um. Ich scheuchte die Gruppe junger Flegel infolgedessen hinaus in den Regen, sodass ich in Ruhe arbeiten konnte. Bei den Stutfohlen waren auch nicht mehr viele übrig; im Moment teilten sich nur Reverie, Chime, First Chant und Cranberry die grosse Weide und den Offenstall, genau gleich viele also wie bei den Hengstchen. Dadurch gab es auch nicht so viel zu misten wie ein paar Monate zuvor, als die jungen Vollblüter noch hier standen.
      Gegen drei Uhr nutzte ich eine vorläufige Regenpause und machte mich zügig auf den Weg zum Nebenstall. Dort wartete die Ponystute Eismärchen auf mich. Ich nahm ihr Halfter vom Haken und öffnete die Boxentür. Märchen drehte die Seite mit dem gesunden Auge ihres Kopfes zu mir und kam einen Schritt auf mich zu. Ich streichelte sie, dann streifte ich ihr das Halfter über. Sie war eigentlich völlig normal im Umgang, wie jedes andere Pferd. Nur hin und wieder merkte man den Unterschied, wenn eine plötzliche Berührung auf der blinden Seite sie zusammenzucken liess. Ich wollte mir ihr ausreiten gehen, solange es noch nicht wieder aus Eimern regnete. Ich band sie draussen unter dem Vordach an und begann, ihr grauweisses Fell zu bürsten. Sie hatte wirklich eine interessante Musterung - eine Mischung aus Appaloosa- und Pintoscheckung. Das Resultat waren weisse Stellen, deren Übergang zum restlichen grauen Fell teilweise verwaschen und gestichelt erschienen. Ich bewunderte die vielseitig abgestuften Grautöne, als ich darüber bürstete. Ihr Winterfell war ausserdem richtig schön weich. „Are you daydreaming?“, drang Jonas‘ Stimme an mein Ohr. „Huh?“ „Ich hab etwa dreimal versucht dich anzusprechen. Du warst richtig schön abwesend“, meinte er schmunzelnd. „Oh, sorry. Ich war wohl tatsächlich etwas Gedankenversunken. Was gibt’s?“ „Ich will nochmal mitkommen, muss noch Cambria bewegen.“ „Na gut, wenn es unbedingt sein muss“, neckte ich. Er holte die Scheckstute raus und putzte sie in Rekordtempo. Zaumzeug und Sattel waren kurz darauf montiert und wir konnten die beiden zum Aufsteigen auf den Kiesweg führen. Der Ausritt führte uns durch den Pinienwald und über ein paar wunderschöne, neblige Galoppwege. Die Hunde Zira, Jacky und Sheela liefen artig mit und inspizierten die zahlreichen Gerüche im Unterholz. Eismärchen war so ein Engel zum Ausreiten. Sie war entgegen der Intuition überhaupt nicht guckig und marschierte selbstsicher voran. Sie verliess sich total auf mich, obwohl wir uns noch gar nicht so lange kannten – vermutlich war ihr das über die Jahre so beigebracht worden. Sie wurde auch nie irgendwie heftig, auch nach dem dritten Galopp nicht. Cambria überholte uns mehrfach, weil sie am liebsten über das feuchte Gras davonbrettern wollte. Als der Hof wieder in Sicht kam, begegneten wir am Waldrand einer ganzen Gruppe von Reitponys. Sheridan, Ruth, Lily, Lea und zu meiner positiven Überraschung auch Suri ritten mit Cinni, Silver, Bluebell, Shira und White Dream aus. Sie hatten ausserdem Sweets und Lychee als Handpferde dabei. Ich war froh, dass Lilys Kollegin Suri nun doch wieder häufiger auf den Hof kam und die Ponys ritt. Sie hatte sich offenbar damit abgefunden, dass Lindwedel weg war, so schade es auch sein mochte. Je näher wir zu der Gruppe kamen, desto mehr fiel mir auf, dass sie offenbar schwierigkeiten mit Sweets hatten. Das braun gescheckte Pony zickte immer wieder gegen Silver und dohte zwischendurch sogar auszuschlagen. Wir hielten kurz an und tauschten uns aus. „She is a total nuisance today“, jammerte Lily. Sheridan, die das Pony am Führseil hatte, bestätigte dies. “You know what? I take her, I will lunge her a bit. It’s okay, you guys can go ahead and enjoy your hack.” Die Mädchen bedankten sich, als ich Sweets Strick übernahm. Die freche Ponystute hampelte zwar auch neben Eismärchen ein wenig, aber ich hielt sie mit der Reitgerte auf Abstand. Zuhause longierte ich sie dann wie beschlossen eine halbe Stunde lang ausgiebig, damit sie sich auspowern konnte. Danach lief sie mir wie ein Lämmchen hinterher. Als ich sie versorgte, begann es gerade wieder zu tröpfeln. Ich rettete mich mit den Hunden ins Haus, aber die Mädchen mit den Ponys wurden nass, denn sie waren noch nicht zurückgekehrt. Lily musste bis zum Abendessen ausserdem noch Nossi und Fake bewegen, danach kam auch sie abermals klitschnass ins Haus. Ich wartete bereits mit einem Frotteetuch auf sie, weil ich sie durchs Küchenfenster hatte kommen sehen. „I think I’ve seen enough water for today“, bemerkte sie naserümpfend. “So you don’t even want to take a hot bath then?” “Ohhh…” Sie wechselte sofort ihre Meinung und schlich ins Bad. Ich sah ihr hinterher und schmunzelte. Sobald sie weg war, kam Moya unter dem Sofa hervor und strich mir um die Beine. Ich nahm sie auf den Arm und streichelte sie, wobei sie laut schnurrte. „Du hast dich auch ganz schön verändert, Kampfkatze“, sprach ich zu ihr. Das warme, weiche Fell verriet, dass sie wohl den ganzen Tag keinen Fuss vor die Tür gesetzt hatte. Katze müsste man sein. Ich sah zum Fenster raus uns seufzte. Es war längst dunkel und schüttete immernoch in Strömen. „Jonas, die Regentonne überläuft schon“, rief ich die Treppe hoch. Von oben kam die Antwort: „Ich weiss, schon seit dem Mittag. Wenn es nicht bald aufhört, sind die Weiden wieder eine ganze Woche lang unter Wasser.“ Ich liess mich auf’s Sofa fallen und schaltete den Fernseher ein, kurz darauf jedoch gleich wieder aus, denn es kam nichts Schlaues. „Ich freue mich auf den Sommer“, bemerkte ich laut. Moya sprang von meinem Schoss runter und tapste zu ihrem Futternapf. Sie ass die letzten paar Krümel von dem, was ich vorher aufgefüllt hatte und verschwand danach die Treppe hoch, vermutlich ins Büro auf den Schrank neben dem Fenster, ihren heimlichen Lieblingsplatz. Dafür kam Jonas runter und setzte sich zu mir. „Machen wir morgen einen Ausflug?“ „Wohin willst du denn bei dem Hundewetter?“ „Ich dachte, wir könnten mit Lily nach Bristol ins Aquarium gehen.“ „Noch mehr Wasser?“, stöhnte ich scherzhaft. Aber eigentlich fand ich es eine gute Idee, nur – „aber ich muss morgen noch so viel erledigen…“ „Genau darum möchte ich ja, dass du eine Auszeit nimmst. Bald fängt der Weihnachtsstress an, und du hast in letzter Zeit non stop gearbeitet. Ich habe bereits mit den Pflegern gesprochen, Lisa schaut, dass alles läuft.“ Ich kuschelte mich dankbar an ihn und gab ihm einen Kuss.
      „Occu, komm endlich!“, rief Lily ungeduldig. „Ja, gleich!“ Ich hastete zu Odyns Box und wechselte rasch dessen Decke zu einer leichteren Stalldecke. Dann sah ich bei Cool Cat rein und stellte fest, dass er ebenfalls noch die schwere Decke trug. „Moment noch!“ „Occu!!“ „Lass Ajith seine Arbeit machen und komm jetzt“, meldete sich nun auch Jonas. „Aber ich muss noch schnell Kaytharas Bein mit Lehm einstreichen! Und Riptide hat auch noch eine kleine Schramme auf der Schulter die ich gestern gesehen habe!“ „Das machen die Pfleger. Sie sind alle informiert. Es wird alles klappen, wirklich.“ Mit einem Seufzen gab ich auf. „Na schön. Aber wehe ich komme zurück und hier herrscht Chaos!“ „So ist’s gut“, meinte Jonas zufrieden lächelnd, und empfing mich, den Arm um meine Schulter legend. „Für alle Pferde ist gesorgt. Du kannst unseren Ausflug in vollen Zügen geniessen.“ „Meinst du?“ „Klar.“ Ich lehnte meinen Kopf an seinen und zwang mich zu einem Lächeln. Lily zog an meiner Hand. „Das Aquarium schliesst um fünf Uhr!“ „Es ist erst zehn Uhr, little Miss Adams.“ „Trotzdem!“ Jonas und ich lachten. Dann liefen wir gemeinsam zum Parkplatz.
      Longenarbeit mit All Pride
      Lea stand vor einer schwierigen Entscheidung. Ihr Ponyhengst All Pride war zwar seit Jahren ihr Liebling, doch er kam so langsam an seine Grenzen wenn es darum ging, mit Lea auf Turnieren zu glänzen. Er war einfach ein Stückchen zu klein für die höheren Stufen und Lea hatte auch immer mehr das Gefühl, allgemein zu gross für ihn zu werden. Sie dachte deshalb schweren Herzens darüber nach, ihn an ein liebevolles neues Zuhause zu verkaufen und sich von dem Geld ein neues, grösseres Pony zu kaufen. So schwierig es auch war, sie war sich mehr und mehr sicher, dass dies der Richtige Weg war. In der Zwischenzeit bis zu Prides Verkauf genoss sie jede Minute mit ihm, unternahm ausgiebige Ausritte oder Spaziergänge und putzte ihn täglich heraus. Heute liess sie ihn an der Longe arbeiten. Dabei wurde einmal mehr klar, wie umgänglich und lieb der Hengst war. Lea hoffte deshalb, dass sich ein Mädchen wie sie für ihn melden würde, aber ein etwas jüngeres. Pride hatte auch hübsche Gänge und lief gut auf Turnier, also versprach sie sich, rasch jemanden für ihn zu finden.
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  • Album:
    RP - Ponybande
    Hochgeladen von:
    Maleen
    Datum:
    26 Okt. 2020
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    EXIF Data

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    960px
    Height:
    640px
     

    Note: EXIF data is stored on valid file types when a photo is uploaded. The photo may have been manipulated since upload (rotated, flipped, cropped etc).

  • Rufname:
    Pride

    Von: Coco's Landzauber

    Coco x Primadonna
    unbekannt x unbekannt | unbekannt x unbekannt

    Aus der: Bella Loona
    Moon x Bella Sara
    unbekannt x unbekannt | unbekannt x unbekannt

    [​IMG]

    Geburtstag:
    04.Juni 2010
    Geschlecht:
    Hengst
    Rasse:
    Welsh B
    Farbe:

    Brauner
    Abzeichen:
    Keilstern, 1x weiß
    Stockmaß:
    1.27m

    Charakter:
    lieb, manchmal kleiner Macho, verlässlich

    All Pride ist ein ziemlich gutmütiger Hengst. Auf der Weide hält er sich gerne zurück, aber wenn er unter Stuten steht, da vergisst er seine Freundlichkeit, und wird ein Macho, der auf alles und jeden aufpasst.


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    Genetik:
    Ee Aa
    Zuchterlaubnis:

    [​IMG]
    HK 458

    Hengstleistungsprüfung:
    [​IMG]
    HLP ZV Green Briar Ridge September 2016
    Richtnote: 8.2

    Zuchtverband:
    //

    Fohlen:
    MW's Zombie *2014
    MW's Amelie *2016

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    Besitzer:
    Royal Peerage
    Jamie Lewis
    Reiter:
    Jamie Lewis
    Pfleger:
    //
    Maler(VKR):
    sweetvelvetrose

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    Reitstil:
    Englisch

    Dressur: A/L
    Springreiten: M/M
    Geländespringen: A/A
    Fahren: A/M
    Rennen(Galopp): L/L
    Distanzreiten: L/L
    Western: -/-

    Fett > besonderes Talent // kursiv > dafür geeignet // durchgestrichen > keine Begabung

    Turnierschleifen:
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    237. Springtunier 248. Springturnier 277. Springturnier
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    237. Galopprennen 264. Galopprennen 258. Dressurtunier
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    171. Militaryturnier 137. Distanzturnier 184. Distanzturnier
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    196. Fahrtunier

    1. Platz 1. Halloweentunier Hofgut Tannenheide
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    Geländespringen GHS Sommerturnier 2014