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sadasha

♚ Ghost Merchant | TRAK

Decktaxe: 360 J.

♚ Ghost Merchant | TRAK
sadasha, 4 Sep. 2016
Rinnaja, AliciaFarina, Ofagwa und 7 anderen gefällt das.
    • sadasha
      27.01.2016
      Phoenix Valley

      Phoenix Valley, Kalifornien. Für immer Sommer! Zumindest denken Europäer so. Auch Hunter Crowley schwärmte davon, als er erfuhr wo die beiden Brüder lebten. Dass es aber auch in Kalifornien mal regnet und dass auch hier nicht durchgängig 30-40°C an der Tagesordnung stehen und Umweltkatastrophen in jeden kalifornischen Sommer gehören, daran dachte er sicher nicht. Immerhin liegt Phoenix Valley, ein Pferdehof zweier Brüder wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten, nicht am Strand. Er liegt im Norden Kaliforniens, an der Grenze zu Oregon, am Rand des Modoc National Forest. Es ist schön hier keine Frage. Aber auch Kalifornien bringt seine Tücken mit sich. Die Brüder sind damit aufgewachsen. Lucius und Kenneth sind in Newport groß geworden, ohne Familie. Kenneth interessierte sich schon früh für den Pferdesport. Lucius, ließ sich eher mittreiben. Er hatte keine festen Pläne und lebte einfach in den Tag hinein. Dass er eines Tages als Talent entdeckt wurde hätte er selbst nicht gedacht. Jedenfalls ist er nun als Stuntreiter auf Pferdeshows aktiv und hat ebenfalls ein Pferd. Sein Bruder ist seitdem sein Laufbursche. Kenneth liebt die Arbeit mit Pferden, er hat sich einen kleinen Breedingstock mit Trakehnern aufgebaut und verfolgt recht zielstrebig seinen Wunsch sie zur Zucht zuzulassen und dann ebenfalls Erfolg zu haben. Die Trakehner hat er aus der Umgebung, bis auf einen der zwei Hengste. Cadiz hat er Hunter Crowley abgekauft, bzw. Lucius hat vermittelt. Da bestand er drauf. Fix the Flame und Busted Cherry Cake, die beiden Stuten kommen aus Kalifornien, aus dem gleichen Gestüt und sind sehr vielversprechende Stuten. Ghost Merchant kommt aus einer Zucht Oregon und ist Ken's Liebling. Ach das Pferd von Lucius... Er hat einen Lusitanohengst namens Amador. Ein launisches Tier. Schwer zu händeln, furchtbar hengstig, aber hauptsache hübsch. Kenneth sagt seinem Bruder immer, er habe nichts anderes verdient und wahrscheinlich hatte er damit mehr als recht. Lucius verletzte sich ständig bei seinen Versuchen Neue Stunts und Lektionen mit Amador einzuüben. Kenneth hatte seinen Spaß daran, machte sich aber insgeheim doch Sorgen, dass irgendwann mal etwas ernsteres passieren würde.
      Meist schweigend kümmerte er sich um seine vier Schützlinge. Heute lag sein Augenmerk auf den Stuten. Die eine war ein Militarytalent, die andere in der Dressur begabt. Also ging es zuerst auf den Reitplatz mit Fix the Flame und anschließend mit Busted Cherry Cake in den Wald. Als er wieder kam, hatte sein Bruder Cadiz zwischen. Der Hengst hatte es ihm angetan, aber zurecht kam er mit ihm nicht. Cadiz braucht eine ruhige Hand und die hatte Lucius nicht. In keinem Fall. Nach gut eineinhalb Stunden gab er es auf, stieg ab und überließ ihn Ken. Ghost Merchant war da charakterlich eher Lucius' Liga. Er ließ sich von Unruhe nicht aus dem Konzept bringen und lief brav seine Runden. Den Abend ließen die zwei Brüder ausklingen, indem sie sich mit einem Whisky in der Hand vor den Fernseher warfen. Diese Momente waren selten im Leben der beiden. Meistens waren sie auf Montur mit der Stuntgruppe von Lucius. In dieser Zeit kümmerte sich ein ausgewähltes Team an Arbeitern um die Trakehner. Amador kam mit zu den Veranstaltungen, er kannte das und liebte es. Dort wurde er gefordert und gefördert und vor allem: Fast nonstop beschäftigt.

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      25.03.2016
      Dressurtraining E-A

      Thomas füllte gerade die Heunetze auf, als Vel völlig aufgebracht den Stall betrat. "Thomas du bist viel zu spät dran! Einer unserer Kunden ist gerade angekommen, sind die Boxen sauber?", der Stallbursche nickte. "Wenigstens eine gute Neuigkeit... Was stehst du denn noch hier? Komm und lad die Pferde gefälligst aus". Unmotiviert verließ Thomas den Stall, gab einen tiefen Seufzer von sich und staunte erst einmal über den großen Transporter. An der Seite des Transporters war eine Klappe die bereits herunter gelassen wurde. Rechts und links standen je zwei Pferde. Thomas führte zunächst Cadiz und Fix the Flame aus dem Transporter, stellte die Pferde in die vorrübergehende Box und widmete sich dann Busted Cherry Cake und Ghost Merchant. Auch diese brachte er schließlich in die frisch eingestreute Box. Vel kümmerte sich inzwischen um Kenneth Jenkins. "Wie ich anhand ihres Hängers sehe sind sie gut bestückt, wollen sie wirklich kein Leistungsfutter dazu kaufen?"
      "Aber nein doch! Außerdem ist der Hänger geliehen", Kenneth winkte genervt ihr Angebot ab und wartete krampfhaft darauf den Trainingsvertrag unterschreiben zu können. "So...dann", Vel konnte gar nicht aussprechen so schnell unter junge Bursche den Vertrag. "Wir sehen uns dann wenn sie fertig sind. Sie erreichen mich telefonisch", Kenneth stand auf und bewegte sich zum Transporter. "Eh, ja klar.", etwas enttäuscht sah Vel wie ihr Kunde davon fuhr. "Der hat es aber eilig", sagte Ashley die in ihren schicken Reitklamotten vom Platz stüppelte. "Mum ich sagte dir doch bereits du sollst nicht jeden Kunden etwas aufzudrehen versuchen", Ash grinste schelmisch und warf ihrer Mutter einen arroganten Blick zu. "Pass auf dein freches Mundwerk auf Fräulein. Sag Thomas er soll Celsius putzen. Der Schimmel sieht wieder unmöglich aus."
      "Ja doch", genervt ging Ashley in den Stall um Thomas zu suchen.
      *
      Am nächsten Morgen betrat Judy gut gelaunt den Stall. "Morgen Thomas", er lächelte sie dankbar an. "Ich bin froh das man dir die Neuankömmlinge zugeteilt hat. Du weißt ja wie Jarred ist... außerdem sieht er nicht so gut aus", er zwinkerte ihr entgegen. Auf das indirekte Kompliment reagierte Judy erst zögerlich. Sie lief rot an und schnappte sich schnell Cadiz um mit dem Training zu beginnen. Thomas sah ihr hinterher. "Schade", murmelte er und fuhr mit der Stallarbeit fort. Judy führte Cadiz schließlich in die Halle, gurtete den Trakehner Hengst nach und begann damit den Parcours aufzubauen. Sie stellte zunächst zwei 80cm hohe Steilsprünge in die Halle auf, sowie eine 2 fache Kombination. Diese Hindernisse wollte Judy am jetzigen Tag für Cadiz und Cherry Cake zum Üben verwenden. Sie stieg geschwind in den Sattel auf, und ritt Cadiz erst einmal warm. Nachdem der Hengst warm geritten war, steuerte sie auf den in der Halle allein stehenden Steilsprung zu. Kurz vor dem Hindernis gab sie Cadiz einen Klaps mit der Gerte, sowie eine Sprunghilfe. Cadiz segelte über das Hindernis, riss jedoch eine Stange. Genervt ritt Judy zum Hindernis zurück um abzusteigen und um die Stange etwas tiefer einzuhängen. Glücklicherweise kam im gleichen Moment Thomas mit Cherry Cake. "Was hast du vor?", fragte Judy ihn. "Ich wollte ihn unters Solarium tun, damit seine Rückenmuskulatur vorgedehnt wird."
      "Klingt gut. Kannst du mir beim Training helfen? Sollten mir mal Stangen fallen oder so..." - "Sicher. Judy kann ich dir mal einen Tipp geben?"
      "Hm?" - "Ich würde mit Gymnastikübungen beginnen, da Cadiz zuvor nicht gesprungen ist". Judy sah ihn verwundert an. "Bist du Trainer oder Stallbursche?", verschämt blickte Thomas zu Boden. "Ich wollte doch nur helfen."
      "Oh nicht doch Thomas! Das meinte ich nicht abwertend... aber woher weißt du das?"
      "Ich interessiere mich für Pferde, lese gerne Bücher über das Training, die Ausbildung und so..."
      Schließlich nickte Judy anerkennend und sah zu wie Thomas zwischen K und F eine Pylone aufstellte. Anschließend nahm er 3 Trabstangen die er auf den Boden im Zirkel auslegte. "So dann trab mal zunächst im Bogen über die Cavalettis und anschließend im Galopp" Judy ritt - wenn auch etwas verwirrt da ihr ein Stallbursche beim Training half, auf die Stangen zu. Aufmerksam lief Cadiz über die Stangen hinweg.
      Das Training verlief gut. Mit jeder Runde wurde Cadiz aufmerksamer, er hob die Beine höher an und wurde beweglicher. "Lass uns zum Abschluss des Trainings noch über den Steilsprung springen", Thomas lächelte das hübsche Mädchen an die scheinbar auch an Motivation gewonnen hatte. Schnell ritt Judy aus dem Zirkel zum Steilsprung, fokussierte sich auf die Stangen und sprang schließlich ab. "Fehlerfrei!", Thomas applaudierte und Judy strahlte. "Wow, du bist nicht schlecht für einen Stallburschen! Lass uns das gleiche bei Cherry Cake wiederholen". Cherry Cake döste unter dem Rotlicht und genoss die Wärme auf ihren Rücken. Thomas holte währenddessen ihr Zubehör aus dem Stall um sie zu Satteln.
      *
      Zur gleichen Zeit trainierte Jarred die Fuchsstute Fix the Flame unter dem Sattel. Sie war bereits warm geritten weshalb er daran übte ihr die Grundlagen bei zu bringen. Dazu ritt er zunächst auf den Zirkelpunkt um sie im Schritt im Kreis zu reiten, dann gab er ihr eine Hilfe wodurch sie den Kopf etwas anhob und angelehnter im Schritt ging. Flame befand sich nun im sogenannten Mittelschritt. Schließlich trabte er sie an um etwas schneller voran zu kommen. Er wechselte aus dem Zirkel in den Hufschlag und ritt bei F ganze Schlangenlinien durch die Halle. Das sollte Flame etwas gymnastizieren, zudem lernte sie dadurch auf Hilfen schneller zu reagieren. Im Leichttrab ritt Jarred anschließend eine ganze Bahn ehe er bei M das Viereck verkleinerte. Das war eine wichtige Lektion die der Reiter, aber auch das Pferd in einer Prüfung beherrschen sollte. Ab X vergrößerte er wieder das Viereck und gab der Trakehnerstute eine Galopphilfe. Zunächst ritt er im Arbeitsgalopp auf den Zirkel, wechselte dann auf die Bahn und führte währenddessen einen Galoppwechsel aus. Jarred ritt von K nach H und wechselte schließlich durch die ganze Bahn nach F. Dort parierte er die Stute und ritt ab A nach X, zog dann an den Zügeln wodurch Flame stehen blieb. Nun probte er das Rückwärtsrichten, zog dazu erneut an den Zügeln und lehnte sein Gewicht nach vorne. Etwas unsicher trat Flame einen Schritt nach hinten. Er lobte sie kräftig und wiederholte den Vorgang. Nun wurde auch die Stute selbstsicherer und lief ganze fünf Schritte rückwärts. "Super!", Jarred lobte sie und beendete somit das Training. Sein nächster Kanditat sollte dann Ghost Merchant sein.
      *
      Als Judy Cherry Cake warm geritten hatte, begann sie zunächst mit der Cavalettiübung die auch bei Cadiz gut funktioniert hatte. Thomas achtete darauf das die Stangen richtig angeordnet waren und sah anschließend Judy beim Training zu. Die zierliche Frau ritt im Schritt auf den Zirkel um die Trakehnerstute wach zu halten, nun konnte sie sehen was sie gleich erwarten wird. Nach ein zwei Runden trabte sie Cherry schließlich an und hielt sie mit kleinen Hilfen aufmerksam. Jedes Mal wenn Cherry eine fehlerfreie Runde hinterlegte, lobte Judy sie und klopfte ihr den Hals. Nach acht Trabrunden, galoppierte sie das Pferd an um die Stangen auch im Galopp zu überwinden. Das war kein Problem mehr, da Cherry durch das Solarium und den Trabübungen so aufgewärmt und vorgedehnt wurde, das sie mühelos die Beine hob um über die Stangen zu galoppieren. "Dann schaffen wir ja heute noch ein paar Hindernisse mehr", rief Judy dem Stallburschen zu. "Ja! Ich bau sie dir schon mal auf". Thomas holte ein paar Ständer aus der Ecke und stellte sie mittig in die Halle und einmal auf den Hufschlag. Dann hob er die langen schweren Stangen aus der Bande hervor um sie in den Ständer zu heben. Eine der Stangen legte er vor das Hindernis um den Absprungpunkt deutlich zu machen. Eine Hilfe für Pferd und Reiter. "Bin soweit!", rief Thomas und räumte die Cavalettistangen wieder weg. Judy ritt vom Zirkel und wärmte Cherry auf der Bahn auf ehe sie das erste Hindernis ansteuerte. Cherry sprang rechtzeitig ab und streifte ganz knapp die Stange. Beim zweiten Hindernis bewies sich das Aufwärmtraining jedoch als gelungen. "Du wirst immer besser" lobte Thomas die junge Frau. Judy strahlte und lobte Cherry für jeden Fehlerfreien Sprung. "Damit können wir das Training im guten Gewissen beenden".
      *
      Währenddessen ritt Jarred den Porzellanschecken warm. Dazu hatte er einige Cavalettistangen in einer Reihe aufgestellt, über die er hinweg ritt. Das sollte Ghost Merchants Gangart auch verbessern und ihm im Training aufmerksamer machen. Nach guten zehn bis fünfzehn Minuten Gymnastiktraining, ritt er schließlich durch die ganze Bahn. Er trabte Ghost intensiv an und wechselte durch die Bahn in den Zirkel. Aus dem Zirkel hinaus gab er ihm eine Galopphilfe und galoppierte erneut in den Zirkel, anschließend auf die Bahn und in Schlangenlinien durch die ganze Halle. Ghost wurde etwas träger, was auch Jarreds Geduld zum platzen ließ. Er trieb Ghost mit der Gerte um ihn in Bewegung zu halten. Das Pferd stöhnte und schnaubte im Galopp, erst nach einigen Runden konnte er eine Pause machen. Die Pause nutzte Jarred zum üben des Rückwärtsrichtens. Auch hier zog er wieder an den Zügel und lehnte sein Gewicht nach vorne. Ghost ging einige Schritte rückwärts. Dies konnte er wohl besser als Flame. Nach der kleinen Schritt Pause galoppierte er das Pferd wieder an und übte mehrere Galoppwechsel. Dabei ritt er auf den Zirkel, aber auch durch die Bahn. Auf der linken Hand verkleinerte und vergrößerte er das Viereck. Allerdings im Trab. Nachdem Ghost klatschnass geschwitzt war und auch ein Trockenreiten nichts mehr nützte, brachte er den Trakehner in das Solarium um ihn zu "trocknen". Erst dann konnte Ghost zurück in die Box.
      *
      Zum Abschluss des Tages kontrollierte Thomas noch einmal die Pferde. Er prüfte die Tränken und füllte das Futter bei Fix the Flame, Busted Cherry Cakes, Cadiz und Ghost Merchant nach. Dabei fiel im auf, dass Ghost Merchant gar nicht eingedeckt war. Sauer schüttelte er den Kopf "Typisch Jarred", murmelte er enttäuscht und griff nach einer Abschwitzdecke. Wenigstens war der Rest eingedeckt.
      © Jackie

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      28. April 2016
      Hufschmiedebericht Glorieas

      Alle Pferde des Phoenix Valley

      „Kalifornien. Wuzaaaah!! Auf ins Paradies! Wer ist dafür noch ein zwei Tage länger zu buchen als der Auftrag benötigen würde?“ ich hob freudig meine Hand und sah in das leicht verwirrte Gesicht meiner Chefin, die aber kurz darauf ebenfalls lächelte. „Wir schauen mal, Hunter.“ Wie ein kleines Kind freute ich mich auf Kalifornien. Erst als ich die Namen der Auftragsgeber las rutschte mir das Herz in die Hose: Lucius & Kenneth Jenkins. Noch nie hatte ich mich so sehr in einem Menschen getäuscht, wie in Lucius Jenkins. Seis drum, der Auftrag bringt dadurch, dass er fünf Pferde umfasst gutes Geld und sicherlich viele neue Eindrücke und Erfahrungen für den Beruf.
      Joicy fiel auf, dass meine gute Laune durch irgendetwas gedämpft war und sprach mich immer mal wieder darauf an, ob es mir gut gehe. Es war Privatsache, was da zwischen den Brüdern und mir passiert war, also ließ ich sie im Ungewissen. Der Flug nach Kalifornien war die reinste Qual. Im Flugzeug schlafen konnte ich noch nie und als wir in San Diego ankamen lief ich wie ferngesteuert hinter meiner Chefin her, die uns durch den Flughafen bis zum Taxi lotste, das uns schließlich zum Phoenix Valley Gut brachte, wo die Jenkins Brüder schon warteten. „Wieso haben wir kein Hotel gebucht?“ klagte ich, doch Joicy lächelte nur. „Weil die beiden sich angeboten haben und man einen kostenlosen Schlafplatz nunmal nicht ablehnt.“ Ende der Diskussion. Schweigend belud ich mich mit so viel Gepäck wie möglich und ließ mich von Kenneth einweisen, wohin ich die Sachen bringen musste. Am heutigen Tag würden wir noch nicht mit der Arbeit beginnen. Joicy hatte zwar ein wenig Schlaf abbekommen, aber auch sie war froh, als sie die Füße hochlegen konnte.
      Der nächste Tag begann stressig. Kaum wach hörte man Lucius bereits mit Amador fluchen. „GET OFF!“ ranzte er den Schimmelhengst an, dessen Hufe heute ebenfalls gemacht werden sollten.
      „Habt ihr ein Pferd das beschlagen werden soll?“ fragte ich Kenneth. Dieser schüttelte zur ntwort den Kopf. „Sind alle Barhufer oder Barhufer geworden. Wenn ihr etwas anderes empfehlen würdet nur raus damit.“ - „Nein, ist schon okay. Wir schauen uns die Pferde nacheinander an und sehen dann weiter.“ Mit den Worten lief ich zurück ins Gästezimmer um die nötigen Werkzeuge auf den sogenannten Innenhof zu bringen, der aber so offen gestaltet war, dass man ihn kaum als „Hof“ erkannte. „Schön habt ihr es hier.“ merkte Joicy an, als Kenneth den ersten Kandidaten zur Hufkontrolle herbeiführte. Ghost Merchant war ein groß gewachsener Porzellanschecke. Seine auf den ersten Blick recht ruhige Art ließ mich auf einen guten Arbeitstag hoffen. Seine Hufe waren in gutem Zustand, die beiden Brüder fetteten und wässerten die Hufe zu genüge, sodass das Horn beinahe makellos war. Kenneth ließ den Hengst vortraben. „Der läuft sehr linkslastig oder mein ich das nur?“ ich warf einen fragenden Blick zu Joicy die bereits nickte. „Ja, da müssen wir ein bisschen korrigieren.“ Sie sah mich vielsagend an. Heute war ich am Zug. „Gut, dann bring ihn mal her.“ Kenneth parkte den Trakehnerhengst vor mir, sodass ich einen Huf nach dem anderen ausschneiden und korrigieren konnte, sodass er wieder gerade aufstand und hoffentlich danach wieder normal laufen konnte. Gut eine Stunde war ich damit beschäftigt, bis ich vollends zufrieden war. Der Hengst machte es mir einfach. „Lass mal sehen wie er jetzt läuft.“ Kenneth lief mit Ghost Merchant im Schlepptau los. Er lief jetzt korrekt. Hat das ganze Üben die letzten Wochen also doch etwas gebracht. Joicy flüsterte mir ein „Gut gemacht.“ zu während Kenneth den Porzellanschecken wegbrachte und mit dem nächsten Pferd herkam. Cadiz! „Hey mein Großer.“ begrüßte ich den Scheckhengst, der mir auch einmal gehörte liebevoll und kraulte ihm kurz den Hals, bis wir auch ihn vortraben ließen. „Der sieht besser aus.“ - „Viel Horn muss da gar nicht ab.“ Da hatte Joicy recht. Cadiz kannte ich und dadurch war es ein Kinderspiel ihn fertig zu machen. Auch bei ihm war ich in weniger als einer Stunde mit dem Ausschneiden fertig. „Was nutzt ihr für ein Öl wenn ich fragen darf?“ wollte ich wissen. Die Hufe von Cadiz waren hier deutlich besser als noch bei mir. „Ehm… das hat Lucius mal irgendwo mitgebracht von einer Show. Da war wohl jemand der drauf schwörte… Ich zeig es dir gleich, wenn ich wieder komme. Kenneth verschwand in den Stallungen. Diesmal dauerte es etwas länger bis er zurück kam. Vom Innenhof aus hörte man ihn mit seinem Bruder sprechen und schließlich kamen sie beide mit dem Schimmelhengst Amador und der Dose Huffett auf uns zu. „Ach Hunter, das ist das Huffett, dass ich auf der Messe mitgenommen und noch nie getestet hab.“ erinnerte sich Joicy freudig. „Gut zu wissen, dass es einen tollen Job macht.“ Lucius war zur hälfte mit Sand bedeckt, er war wohl vom Pferd gefallen. Amador war etwas nass geschwitzt, wirkte aber entspannt. „Willst du die beiden nicht vor ihm warnen?“ fragte Kenneth seinen Bruder. „Ja. Also. Amador ist schwer zu händeln, er beißt, tritt aus und mag Fremde erst recht nicht. Viel Erfolg.“ damit verschwand er. „Idiot.“ - „Penner!“ riefen sich die Brüder noch zu, kurz bevor Lucius das Wohnhaus betrat. „Entschuldigung.“ ließ Kenneth verlauten und lief mit Amador los, der bereits vom Vorlaufen buckelte und nach Kenneth schnappte. „Kann der auch normal laufen?“ fragte ich. „So erkennt man nicht viel…“ Es war furchtbar schwer eine Fehlstellung zu erkennen, wenn das Pferd so heftig herumtänzelte und nicht einen ordentlichen Schritt gehen konnte. Erst beim dritten Anlauf konnte ich sicher sein, dass Amador keine Fehlstellung hatte. Dafür aber recht kleine Hufe, die eine gute natürliche Abnutzung zeigten. „Gut, aber er steht allgemein etwas steil, zumindest das will ich ausbessern.“ sagte ich ohne es so zu meinen. Eigentlich wollte ich die Finger von diesem Pferd lassen so flippig wie es war. Joicy schmunzelte beim Anblick meiner leicht besorgten Miene, als ich mir den ersten Huf von Amador nahm um ihn auszuschneiden. „Vorne geht’s noch, da kann man ihn gut am Boden halten.“ bemerkte Kenneth. Amador ließ die Prozedur tatsächlich ganz gut über sich ergehen. Hüpfte lediglich ein bis zwei mal ein bisschen hoch. Zumindest versuchte er das, ich schaffte es jedes Mal ihn wieder herunterzuziehen. Erst als es an die hinteren Hufe ging eskalierte der Hengst komplett. „Calm down!“ versuchte Kenneth den Schimmel zu beruhigen, der mit angelegten Ohren immer wieder nach ihm schnappte und mich partout nicht an seinen Huf lassen wollte. „Gut, dann die harte Tour.“ Mit aller Kraft zog ich seinen linken Hinterhuf auf meinen Oberschenkel und sicherte ihn, bis er sich beruhigte. Es herrschte eine unfassbare Hitze hier im äußersten Westen der USA und wir waren schon alleine vom Herumstehen nass geschwitzt. Amador trieb es immer wieder auf die Spitze. „LUCIUUUS!“ versuchte Kenneth seinen Bruder herauszurufen, doch er kam nicht. „Ist schon okay, er ist grade ruhig.“ Einen kurzen Moment brauchte ich noch um mich zu sammeln, bis ich mit dem Ausschneiden der Hufe fortfuhr. Gerade als ich den Huf fertig hatte und ihn locker ließ, damit Amador ihn aufsetzen konnte riss sich der Hengst aus Kenneth’ Griff. Ich hatte mich da bereits umgedreht und war einen Moment zu langsam. Denn im nächsten spürte ich Amadors frisch gemachten Huf in der Magengrube und ging keuchend zu Boden. Mir blieb im wahrsten Sinne des Wortes die Luft weg. Der Schimmel hatte mich gut einen Meter nach hinten befördert mit diesem Tritt. Mir zog sich alles zusammen. Joicy war direkt zur Stelle. „Kenneth, wie lautet hier der Notruf?“ fragte sie und zog ihr Handy aus der Tasche, während ich weiterhin nach Luft japste. Zehn Minuten später fuhr ein Notarzt auf das Gelände des Phoenix Valley und kümmerte sich um mich. Joicy machte währenddessen mit Amador weiter. Eine halbe Stunde diskutierte sie mit ihm, bis auch sein letzter Huf fertig war und er auf die Weide entlassen werden konnte. Mir ging es da schon wieder etwas besser. „Wir nehmen Sie mit ins Krankenhaus um zu sehen ob nichts Schlimmeres ist.“ Im Krankenhaus angekommen wurde ich schließlich von oben bis unten untersucht auf mögliche innere Verletzungen. Bis auf einige Quetschungen und Prellungen war alles im grünen Bereich und so konnte ich noch am gleichen Abend wieder ins Gästezimmer der Jenkins Brüder einziehen. Die nächsten zwei Wochen sollte ich immer mal wieder einen Arzt drüberschauen lassen ob noch alles okay ist da durch die Quetschungen auch Blutungen entstehen könnten. Gegen die Schmerzen hatte ich zum einen eine Spritze bekommen und zum anderen noch Tabletten mitbekommen. „Die Stuten machen wir morgen.“ sagte Joicy, als ich den Raum betrat. „Ich darf nicht.“ ließ ich verlauten und spürte jetzt erst wie schwer mir das atmen beim reden fiel. „Wie lange musst du aussetzen?“ - „Zwei Wochen.“ ich hob die Hand, da ich noch weiter reden wollte, aber erstmal atmen musste. „Dann zum Arzt - und dann weiter sehen.“ schloss ich ab und sah nun Joicys Sorgengesicht. „Gut, dann ruh dich aus.“ sie wirkte fast mütterlich als sie das sagte. In der Nacht fand ich nur schwer Schlaf. Immer wenn ich gerade dabei war einzudösen bekam ich Atemnot und war damit wieder wach. Es fühlte sich in diesen Momenten fast an als würde die Lunge einfach zusammenklappen. Am nächsten Morgen war Joicy früh draußen und kümmerte sih mit Kenneth um die beiden Stuten des Hofs. Fix the Flame, eine Fuchsstute war als erste dran. Die dressurbegabte Stute hatte schon lange keinen Hufschmied mehr gesehen und dementsprechend viel zu lange Hufe. „Kommt sie denn aus schlechter Haltung?“ fragte meine Chefin des Interesses halber. Doch Kenneth wusste das zu verneinen und so schwiegen sie für den Rest des Ausschneidens. Zwar war die junge Trakehnerstute sehr guckig, ließ sich die Hufe aber ohne weitere Spinnereien machen. Busted Cherry Cake hatte eine etwas ruhigere Art. Sie gefiel mir sehr und sie erinnerte mich an meinen Ray, was wohl an der gleichen Farbe lag. Sie war von der Statur her etwas zierlicher als Fix the Flame und so überraschte es mich als Kenneth sagte, dass Flame das Dressurpferd und Cherry das Springpferd war. Rein äußerlich hätte ich es eher umgekehrt vermutet. „Sie ist aber die ruhigste hier, neben Ghost Merchant.“ der groß gewachsene Mann lächelte zufrieden und begann damit den Kopf der Stute zu kraulen. Joicy begann währenddessen mit dem Ausschneiden der Hufe. Sie waren in Ordnung. Etwas lang, aber nicht so lang wie die von Flame. „Sind die beiden verwandt?“ auch diese Frage verneinte Kenneth. „Im Entferntesten vielleicht…“ ließ er ein paar Sekunden später verlauten. „Gut, dann sind wir jetzt durch.“ Joicy wischte sich den Schweiß von der Stirn und wirkte so erleichtert wie noch nie bei einem Auftrag. Wir blieben noch eine Nacht auf dem Hof. Lucius stellte mir immer wider irgendwelche Fragen, die ich nicht mal eben schnell beantworten konnte und ich wäre ihm dafür am liebsten an die Kehle gesprungen. Es fiel mir noch immer schwer längere Sätze am Stück zu sprechen. Ich hatte noch immer Atemprobleme und mir graue es vor dem Heimflug. Der Unterdruck wirkt sich sicher ganz fabelhaft auf die Quetschungen und Prellungen aus…
      Hufschmiede Glorieas | 11.178 Zeichen


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      13.05.2016
      Trainingsbericht "Springen von A auf L"

      Kaum war ich wieder zu Hause, rief mich Kenneth Jenkins auch schon wieder an. "Hallo Kenneth. Was kann ich denn für dich tun?"
      "Könntest du in den nächsten Wochen nochmal zu uns nach Kalifornien kommen? Ich habe einen Hengst, den ich gerne im Springen fördern würde. Er hat Angst vor undurchsichtigen Sprüngen, aber vielleicht kann man da ja was machen."
      "In einer Woche könnte ich bei euch sein", sagte ich, nachdem ich in meinen Kalender geschaut hatte. Die nächste Woche stand noch nichts an und mein Team kam auch super ohne mich aus. Wir vereinbarten also, dass ich in einer Woche bei ihnen sein würde. Sechs Tage später war ich Abfahrt bereit. Fast. "Und denk daran, dass du Sun Sulverdor bewegst. Ich suche immer noch einen neuen Besitzer."
      "Ja."
      "Und pass auf, dass Prince sich nicht überfrisst. Der geht momentan ganz schön in die Breite."
      "Ja."
      "Ach und..." Alan schob mich ins Auto und sagte:"Ja, ich werde mich um alles kümmern. Mach dir keine Sorgen." Ich nickte und lachte, als er das Gesicht verzog, weil ich ihm nochmal sagte, wie wichtig es war, dass Levante einen Spielkameraden bekam und dass er mit ihm doch ein bisschen üben sollte. "Ja." Er fuhr mich dankenswerterweise zum Flughafen, sodass ich jetzt lieber die Klappe hielt und ihm keine Anweisungen mehr gab, wenn ich nicht irgendwann laufen wollte. "Danke, dass ihr mir alle so viel helft. Ohne euch könnte ich den Job gar nicht machen." Er nickte und sagte:"Das machen wir alle gerne. Du gehörst schließlich zur Familie." Ich lächelte. Keine Minute hatte ich es bereut, dass ich nach England gekommen war und bereute es auch immer noch nicht. Am Flughafen drückte ich Alan zum Abschied und winkte noch einmal, bevor ich mich zum Check-In-Schalter begab. Eine Stunde später saß ich im Flieger richtig Kalifornien und 10 Stunden später landete das Flugzeug. Ich streckte mich ausgiebig und hoffte, dass ich dieses Mal ohne weitere Zwischenfälle ankommen würde. Beim letzten Mal hatte ich mich ja rettungslos verfahren. Naja, nicht ganz rettungslos. Ich stieg in meinen Mietwagen, der Gott sei Dank bereit stand und fuhr los. Ein kurzer Blick auf die Karte und dann schaltete ich doch das Navi an. Das wollte ich mir nun wirklich nicht nochmal antun mit dieser dämlichen Karte. Ohne weitere Zwischenfälle kam ich am Hof an und schnappte mir meinen Koffer. Mein Blick glitt suchend über den Hof, aber ich konnte niemanden entdecken. Schulterzuckend ließ ich meinen Koffer im Auto zurück und betrat den Stall. Wie war noch gleich der Name des Pferdes, das ich trainieren sollte? Irgendwas mit Ghost. Ich lief die Boxen ab, bis ich zu einem Pferd namens Ghost Merchant kam. "Das dürfte er sein", murmelte ich und hielt dem Hengst meine Hand hin. Er schnupperte neugierig daran und ließ sich auch sogleich von mir kraulen. "Ah, scheinbar habt ihr euch schon kennengelernt." Ich drehte mich um."Schön dich wiederzusehen, Kenneth und vor allem so schnell." Ich umarmte ihn zur Begrüßung und drehte mich dann wieder zu dem Schimmelhengst um. "Das ist also mein 'Patient'?" Er nickte und sagte:"Genau, ich hab dir ja schon am Telefon erklärt, was das Problem ist. Bekommst du das hin?" Ich nickte und sagte:"Klar, kein Problem. Sonst wäre ich nicht hier." Ich ließ mir von ihm noch Ghosts Sachen zeigen und nickte, als er sich entschuldigte, weil er heute wohl keine Zeit für mich haben würde. "Nicht schlimm. Ich weiß ja wie das ist. Auf einem Hof gibts immer was zu tun. Wir sehen uns dann heute Abend." Ich wandte mich wieder Ghost zu und halfterte ihn auf. "Dann wollen wir mal, mein Süßer, was?" Natürlich antwortete er nicht. Er 'brummelte' nicht mal, nicht so wie in diesen 'Kleine-Mädchen-Geschichten', wo das Pferd immer darauf reagiert, was man gerade sagt. Ich lachte und begann ihn zu putzen. Das schien ihm offenbar zu gefallen, denn er stand völlig ruhig. Nachdem ich ihn geputzt hatte, sattelte und trenste ich ihn und ging mit ihm in die Halle. Wie immer ritt ich den Hengst erst einmal so, ohne irgendwie schon zu springen. Ein paar Trabstangen legte ich mir aber schon hin. Entspannt schritt der Hengst voran und ließ sich auch brav an den Zügel herantreiben. Er war fleißig, aber nicht zu hektisch, was fürs Springen eigentlich sehr vorteilhaft war. Wie oft sah man diese 'heißen Öfen', die durch den Pacours hetzten und man sich fragte, ob die Reiter überhaupt noch die Kontrolle über das Pferd hatten? Mir waren die ruhigeren lieber. Natürlich durften sie auch nicht zu ruhig sein, denn sonst fehlte ihnen die nötige Motivation, um zu springen. Ghost war aber offenbar motiviert. Die Trabstangen machten ihm Spaß und er wirkte hier sehr mutig auf mich, aber hier ging es ja auch noch nicht um unübersichtliche Hindernisse. Das einzig schwierige würde wohl die Mauer sein. Alles andere würden wir hinbekommen. Nachdem ich ihn in allen drei Gangarten geritten war und mich ein bisschen an ihn gewöhnt hatte, beendete ich das Training für heute und versorgte ihn. Ich blieb noch eine Weile bei ihm und half schließlich noch beim Füttern, wo ich schon mal gerade da war. Abends besprach ich mit Kenneth, wann er da sein würde, damit ich den Trainingsplan so gut es ging abstimmen konnte und ging recht früh zu Bett. Der Flug hatte mich ganz schön geschlaucht. Trotzdem war ich am nächsten Tag früh auf den Beinen und machte mich direkt daran mit Ghost zu trainieren. Nachdem der Hengst aufgefressen hatte natürlich. Ich baute zwei Cavalettis auf und dann machte ich den Hengst fertig. Neugierig sah er sich in der Halle um, ließ den Kopf fallen, als er feststellte, dass niemand in der Halle war. Ich gurtete nach und stieg dann auf. Die nächsten Tage verbrachte ich damit den Hengst besser kennen zu lernen. Wir trainierten weitestgehend allein. Kenneth schaute immer mal wieder rein und half, wenn er konnte, versprach mir aber in der nächsten Woche mehr Zeit dafür zu haben. Nach einer Woche wagte ich es, den ersten A-Pacours mit Ghost zu gehen. Nicht, dass ich mich nicht getraut hätte, aber ich nahm mir immer viel Zeit, um mich mit den Pferden vertraut zu machen. Ghost war beim Springen zwar etwas verhalten, aber solange er hinter die Sprünge sehen konnte, war es kein Problem für ihn. Wenn ich ihn trieb, dann zog er an und offenbarte immer wieder sein Springvermögen. Er musste nur noch etwas mutiger werden und dann würde aus ihm ein richtig gutes Springpferd werden. Er war jetzt schon gut, aber mit der nötigen Förderung konnte er richtig gut werden. Nach drei Wochen intensivem Training baute ich den ersten L-Sprung mit ein. Die Höhe war kein Problem für Ghost. Er setzte darüber hinweg, als sei es ganz normal. Auch, als wir das Hindernis etwas höher machten, hatte er kein Problem damit. Nach und nach erhöhten wir im Laufe der Tage alle Hindernisse und Ghost meisterte sie alle. Nur an die Mauer hatten wir uns noch nicht herangewagt, aber auch das wollte ich mit ihm schaffen. Jedenfalls die Grundlage dafür schaffen. Ich bat also Kenneth am nächsten Tag eine Mauer aufzubauen. Ansonsten nur ein Kreuz. Schon als Ghost die Mauer sah, wich er aus. Ich lenkte ihn darauf zu. Es war eine kleine Mauer, aber trotzdem konnte der Hengst nicht dahinter sehen. Er versuchte immer wieder kehrt zu machen, aber ich trieb weiter und weiter, bis er schließlich vor der Mauer stand und daran schnuppern konnte. Er entspannte sich etwas und ich beendete das Training fü heute an diesem Punkt. Tag für Tag wiederholte ich diese Übung, solange bis er sich an die Mauer gewöhnt hatte. Immer wieder machte ich Pausen dabei und konzentrierte mich auf die L-Sprünge. Als Ghost sich schließlich an die Mauer gewöhnt hatte, versuchte ich sie mit ihm zu überwinden. Er scheute beim ersten, beim zweiten, beim dritten, beim zehnten Versuch und nichts schien ihn davon zu überzeugen, dass er darüber springen konnte. Ich stieg also ab und nahm ihm Sattel und Trense ab, bat Kenneth mir zu helfen und wir bauten eine Springgasse mit der Mauer in der Mitte auf. Wir 'bewaffneten' uns mit zwei Peitschen und begannen den Hengst in die Springgasse zu treiben. "Jetzt nur nicht zu viel Druck machen, sonst bekommt er Panik", wies ich Kenneth an und wir versuchten es mit wenig Druck, aber Bestimmtheit. Der Hengst stockte und blieb stehen. Wir ließen ihn aber nicht aus der Springgasse und versuchten es wieder und wieder. Schließlich sprang er ab. Blasend kam er am Ende der Springgasse heraus. "Gleich noch einmal", sagte ich und wir versuchten es noch einige Male. Schließlich sprang der Hengst mehr oder weniger flüssig darüber und ich beendete das Training. "Ich weiß nicht, ob ich ihm die Angst völlig nehmen kann, aber ein Anfang ist schon mal gemacht." Die nächsten Tage übten wir weiter daran und schließlich wagte ich es, erneut zu versuchen mit Ghost über eine Mauer zu springen. Es klappte nach dem dritten Versuch. Er war noch immer unsicher, aber schon weitaus weniger, als am Anfang. "Ich würde dir raten das mit der Springgasse beizubehalten und immer mal wieder zu üben. Dann wird er es irgendwann ohne Angst machen." Kenneth nickte und dankte mir schon mal für meine Mühe. Ich lächelte und winkte ab. "Keine Ursache, ist ja schließlich mein Job." Meine Arbeit war getan. Am nächsten Tag war Kenneth dran Ghost in einem L-Pacours zu reiten. Die Mauer ließen wir weg. Es klappte gut zwischen den beiden. "Er vertraut dir. Das ist gut." Am nächsten Tag machte ich mich auf den Nachhauseweg."Bis bald und schön fleißig weiter üben, Kenneth." Er nickte und sagte:"Natürlich. Nichts anderes werde ich tun." Lachend winkte ich ihm und machte mich dann auf den Weg zum Flughafen. 10 Stunden später kam ich am Flughafen an und wurde von Allison bereits erwartet. Schweigend fuhren wir nach Hause. Todmüde fiel ich direkt ins Bett.
      © Samanta | 9715 Zeichen

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      13. Mai 2016
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      Amador, Fix the Flame, Busted Cherry Cake und Ghost Merchant
      Ich erhielt einen Anruf der Jenkins- Brüder aus Kalifornien. Sie wollten, dass ich vier ihrer Pferde untersuchte. Ich freute mich über diesen Auftrag, da ich selber noch nie in Kalifornien war.
      Nach einem anstrengenden Flug war ich froh, endlich auf dem Hof der beiden angekommen zu sein. Ich schnappte mir meine Arzttasche und ging Richtung Stall. Ich hörte von draußen die Brüder miteinander reden. Ich begrüßte beide mit einem freundlichen „Hallo!“ und gab beiden die Hand. Lucius und Kenneth hießen die zwei. Lucius stellte mir auch direkt seinen Schimmel-Hengst Amador vor. Er sollte, wie die restlichen drei Pferde, das Standardprogramm bekommen und zudem sollte seine Lahmheit geklärt werden. Der Hengst stand mir gegenüber angebunden. Er scharrte ungeduldig mit den Hufen. „Er ist nicht immer einfach, ich hoffe, dass ist kein Problem für dich?“, fragte mich Lucius. Ich lachte und sagte: „Nein, keine Sorge. Ich kenne mich mit Problempferden aus.“
      Zuerst gab ich dem Hengst ein Leckerchen, als Bestechung sozusagen. Er wollte noch mehr und stubste mich frech in die Seite. Ich ging nicht auf sein Fordern ein und fing mit der Behandlung an. Zum Anfang schaute ich mir seine Schleimhäute an und maß seine Temperatur und seinen Puls. Seine Werte lagen im Normalbereich und er machte einen fitten Eindruck. Seine Augen waren stets wachsam und beobachteten mich bei meiner Arbeit. Um mich direkt wieder unbeliebt zu machen, spritzte ich ihm drei Impfstoffe gegen Tetanus, Influenta und Tollwut. Amador war zwar nicht gerade begeistert von den Spritzen, hielt es aber tapfer aus. Um ihm eine kleine Verschnaufpause zu geben, bevor ich ihm die Wurmkur geben wollte, lies ich ihn von Lucius vortraben um mir seine Lahmheit anzuschauen. Ich fühlte am Bein entlang und die Sehne war unnatürlich warm. „Kühlt das Bein jeden Tag und schont das Pferd eine Woche. Hat er sich vertreten oder ist er mal umgeknickt? Daran kann es schon gelegen haben. Achtet darauf, dass er nicht zu doll auf der Koppel herum tobt, dann sollte sich das Bein schnell wieder erholen. Das ist nichts dramatisches.“, rat ich den Brüdern. Sie nickten und ich fuhr mit meiner Behandlung fort. Denn jetzt bekam Amador die allseits beliebte Wurmkur. Ich öffnete sein Maul, spritzte die bittere Paste hinein und drückte schnell zu, sodass er es schlucken musste und nicht herausspucken konnte. Er wehrte sich, da die Paste nicht allzu gut schmeckte aber ich gewann den Kampf und Amador schluckte die Kur hinunter. Nun öffnete ich sein Maul, zog seine Zunge ein wenig zur Seite und begutachtete seine Zähne. Die sahen aber sehr gut aus, sodass dort nichts gemacht werden musste. Zu guter Letzt nahm ich dem Hengst Blut ab um Zuhause in der Klinik ein großes Blutbild durchzuführen.
      Der Hengst war fertig und wurde von Lucius in seine Box zurückgebracht. „So der nächste Kanditat bitte!“ Schon kam Kenneth mit einer wunderschönen Stute namens Fix the Flame an. Sie tänzelte nervös am Strick und Kenneth versuchte sie zu beruhigen. Ich stellte mich auch ihr vor und als sie bemerkte, dass ich ihr nichts tat wurde sie augenblicklich ruhiger. „ So ist gut Mädchen, ich tu dir nichts!“, sprach ich zu ihr. Auch bei ihr fing ich mit der allgemeinen Untersuchung an. Ihre Schleimhäute waren normal farbig, ihre Temperatur normal, nur ihr Puls war ein wenig erhöht. Dies lag aber wahrscheinlich an ihrer Nervosität, denn sie tänzelte schon wieder von links nach rechts und schaute immer in eine dunkle Ecke, als ob dort kleine grüne Trolle sitzen würden. Ich öffnete ihr Maul und sag mir ihre Zähne an. Auch diese Zähne sahen sehr gut aus. Danach spritzte ich auch ihr drei Impfungen gegen Tetanus, Influenza und Tollwut. Um sie nicht zu lange zu stressen hing ich das Blutabnehmen direkt hinten dran. Es gefiel ihr ganz und gar nicht, so viele Nadeln in ihrem Hals stecken zu haben, aber sie wehrte sich nicht groß. Zu aller Letzt spritzte ich ihr die Wurmkur in das Maul und auch sie fand es nicht besonders appetitlich. Fix war fertig und Kenneth brachte die Stute zurück und kam auch schon mit der nächsten Patientin an. Busted Cherry Cake hieß die schicke braungescheckte Stute. Sie war, im Gegensatz zu Fix the Flame, die Ruhe selbst und schien ein bisschen Aufmerksamkeit von einer ihr fremden Person zu genießen. Ich streichelte ihr den Hals und fing dabei an, sie zu untersuchen. Ihre Schleimhäute sowie ihre Temperatur und ihr Puls waren absolut in Ordnung und im grünen Bereich. Ich war begeistert von ihrer tollen Scheckung und träumte insgeheim auch von den ein oder anderen Schecken-Pferd in meinem Stall.
      Ich impfte die Stute gegen Tetanus, Tollwut und Influenza und nahm ihr dabei auch direkt das Blut für das große Blutbild ab. Nachdem ich die Blutprobe in meiner Tasche verstaut hatte, widmete ich mich ihren Zähnen. Auch hier waren keinerlei scharfe Kanten sichtbar. Die Brüder konnten froh sein, solche gesunden und unauffälligen Pferde im Stall stehen zu haben. Zu guter Letzt verabreichte ich der Stute die Wurmkur-Paste und entließ sie. Kenneth brachte sie in die Box zurück und kam mit dem letzten Pferd am heutigen Tage an.
      Ghost Merchant, ein siebenjähriger Hengst, ebenfalls ein Schecke. „Traumhafte Tiere habt ihr hier! Da wird man ja neidisch.“
      Ich tastete das Pferd ab, untersuchte seine Schleimhäute und maß Temperatur und Puls. Beim Abtasten entdeckte ich eine kleine offene Stelle, die wahrscheinlich beim Wälzen oder beim Spielen entstanden ist. Ich schmierte die Stelle mit einer wund heilenden Salbe ein. Ansonsten war das Pferd gesund. Auch seine Zähne sahen gut aus und benötigten keine Behandlung.
      Ich fuhr mit der Wurmkur fort. Leider hatte ich bei diesem Pferd nicht schnell genug das Maul zugedrückt, sodass Ghost die Paste wieder ausspuckte. Ich versuchte es erneut und dieses Mal geling es mir, dass Ghost die Paste schluckte, wenn auch sehr widerwillig. Ich klopfte ihm den Hals und impfte auch ihn gegen Tetanus, Influenza und Tollwut. Zu Letzt nahm ich ihm das Blut ab.
      Nachdem alle vier Pferde behandelt wurden, verabschiedete ich mich von den Brüdern und sagte ihnen, dass ich mich meldete, sobald ich die Ergebnisse des Blutbildes hatte.
      Ich fuhr nach Hause und fing sofort an, das Blut zu analysieren. Alle Pferde hatte einen minimalen Selen-Mangel. Ich rief die beiden Brüder an und Kenneth ging ans Telefon. Ich teilte ihm die Ergebnisse mit und riet ihm zu einem speziellen Zusatzfutter, welches er einige Zeit füttern sollte um den Selen-Mangel zu beheben. Er bedankte sich für meine Arbeit und lag auf. Ich notierte mir noch einige Stichpunkte in der Akte der Pferde und fuhr danach zufrieden nach Hause.
      13.05.2016 | (c) honigkuchenpferd | 5535 Zeichen ohne Leerzeichen

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      28. Mai 2016
      Entweder man kann oder man kann nicht...


      Die Sonne brennt geradezu auf uns nieder. Hochsommer! Und Kenneth rennt noch im Shirt hier rum und arbeitet seine Pferde. So ein Idiot... Gerade machte er mit Ghost Merchant ein paar Sprungübungen, draußen auf dem Mini-Springplatz, wenn er diesen Namen überhaupt verdient hatte mit seinen paar provisorischen Hindernissen aus umliegenden, verdorrten Zweigen. Unsere Springpferde hatten es hier wirklich schwer. Der gesamte Stall war auf Dressurreiter ausgelegt, bestenfalls sogar barocke. Die ganz hohe Kunst. Wer konnte schon ahnen, dass mein verrückter Bruder sich Sportpferde einlud? Niemand, genau! Genauso wenig ahnen konnte man jedoch, dass ich mir zwei Islandpferde nach Kalifornien holen würde. Das ist vielleicht noch eine Nummer verrückter, weil sie absolut nicht für die Hitze hier ausgelegt sind. Vor allem nicht der helle Óslogi, der bereits bei seiner Ankunft einen Sonnenbrand auf der Nase hatte. Jeden Tag wurde er gründlich eingecremt und bekam den schattigsten Platz, den wir hier bieten konnten. Eine dünne Exemerdecke hatten wir schon bestellt, aber es würde noch ein paar Tage dauern, bis die ankommt. Bei Goldmarie stand außerdem noch unser baldiges hoffentlich Schneeweißchen Félagi frá glæsileika eyjarinnar. In störte die Sonne weniger, aber die Hitze machte ihm trotzdem zu schaffen. Er haarte so stark, dass man bei jeder Berührung einen Büschel Fell in der Hand hielt. Gut so, in einer Woche würde er fast nackt hier stehen, auch er bekam zur Sicherheit eine dünne Decke. Ich saß Oberkörper frei im Schatten eines Pfostens vor den Boxen und genoss meine wohlverdiente Pause, nachdem ich mich schon mit Kenneth Dressurstütchen Fix the Flame herumgeschlagen hatte. Irgendwie hatte es mein Bruder geschafft mich in seine Sportpferdezucht einzubinden. Ein Fan davon war ich aber trotzdem nicht. Schecken mochte ich auch nicht, es sei denn sie würden wie mein kleiner Isländer, mit der Zeit so weiß werden, dass man die Scheckung eh nur noch erahnen könnte. Dann ging das. Schimmel sind einfach meine absoluten Favoriten. An oberster Stelle stand dabei mein Lusitano Amador, der heute auch noch an der Reihe war. Aber erstmal musste ich mich aufraffen Cadiz aus seiner Box zu holen und fertig zu machen. Der Schecke... hatte erst vor Kurzem seine Zuchtzulassung erhalten.


      „Hey Lucius!“ Kenneth zeigte mit seiner Minigerte auf mich, als sei sie ein Schwert. „Wird das heute noch?!“ Ich seufzte und zog mich langsam hoch, streckte mich ausgiebig und klopfte mir dann den Staub von der schwarzen Hose. Zufrieden grinsend dackelte Kenneth mit Cherry an mir vorbei in den Stall. Ich folgte ihm, und blieb an Cadiz' Box kleben, während er mit der Stute bis zum Ende der Stallgasse ritt, bevor er abstieg. „Du bist schon faul, oder?“ lachte ich bei diesem Anblick, doch Kenneth ließ sich nicht auf meine Spielchen ein, das kannte ich ja schon. Ohne auf seine Antwort zu warten holte ich Cadiz aus seiner Box und bekam fast einen Schock bei dem was mir da blühte. Er hatte sich wohl in seiner eigenen Scheiße gewälzt. Wieso macht er sowas? Kenneth lachte bitterböse, als er das Malheur sah. „Halt, deine...“ ich hob einen Striegel vom Boden, warf ihn nach meinem Bruder und – traf! „Eeh!“ beschwert er sich und ließ den Striegel über den Boden zurückschlittern. Vermutlich hatte er zu viel Sorge, dass die Pferde hochschrecken könnten, aber bis auf Cherry's verdutzten Blick hatte der fliegende Striegel nichts mit den beiden auf der Stallgasse angestellt. „Was denn? Das ist Schreck-Training!“ verteidigte ich mich schmunzelnd und fing an den furchtbar stinkenden Fleck an Cadiz Flanke wegzuschrubben. Ich versuchte es... Aber ohne Wasser würde ich da nicht weit kommen. Kenneth hatte Cherry mitterweile in ihren Offenstall gebracht und sich stattdessen Óslogi auf die Stallgasse geholt. Zu meinem Vergnügen, hatte sich der Sechsjährige nicht ehrenhafter verhalten als Cadiz und sah mindestens genauso appetitlich aus. „Viel Spaß.“ meinte ich grinsend, als ich mit dem gesattelt und getrensten und noch halbnassen Cadiz an den beiden vorbeizog. „Troll dich!“ - War das eine Mahnung? Ich lachte und führte Cadiz zur rundum geschlossenen und neuerdings sogar klimatisierten Reithalle. Gut eine Stunde arbeitete ich den frisch gebackenen Deckhengst. Als ich wieder kam war Kenneth noch immer nicht soweit mit dem Isländer. „Mein Gott, nimm doch Wasser!“ meinte ich genervt, aber irgendwie amüsierte mich der Funke von Verzweiflung im Blick meines Bruders. „Machst du den Kleinen nachher auch noch? Dann würde ich mit Amador ausreiten.“ Das hatte ich schon seit Tagen vor! Nie kam ich dazu. Kenneth murmelte irgendwas vor sich hin. „Was denn jetzt?“ hakte ich nach, während ich die Boxentüre zu Amador aufschob. Der Stall war so klein, dass wir egal wo auf der Stallgasse wir uns befanden, uns in angenehmer Lautstärke kommunizieren konnten. „Ja mach...“ Überzeugt war Kenneth scheinbar nicht, aber gut. Ich zuckte als Reaktion mit den Achseln und machte dann Amador für den Ausritt fertig. Ich liebte Ausritte mit meinem Schimmel so sehr, weil er hier wesentlich braver war als auf Plätzen oder in Hallen. Außerdem staubte er hier und da das ein oder andere Leckerlie von Passanten ab. Vermutlich war er deshalb so zugegen, wenn jemand „Ausritt“ sagte. Da wir mit allen anderen Pferden sowieso schon durch waren, blieb ich noch eine ganze Stunde länger draußen als ursprünglich geplant. Kenneth kommt schon klar. Kam er nicht – Aber das bekam ich erst mit, als ich mit Amador auf den Hof zurückkehrte und er immer noch, nach mittlerweile drei Stunden, mit Óslogi kämpfte. Der junge Hengst zeigte sich bockig, ganz in Amador-Manier. „Was macht ihr da?“ fragte ich lachend, doch Kenneth hörte mich nicht. Ich beschloss erstmal meinen Lusitano abzusatteln, abzuspritzen und zurück in seinen Offenstall zu bringen, bevor ich mich meinem Bruder widmete. Als ich wieder zum Platz kam hatte dieser sich in den Sand gesetzt und raufte sich die langen Haare. „Verfällst du jetzt in einen Sitzstreik?“ ich zog ihn hoch, doch Kenneth war mit seinen Nerven vollkommen am Ende. „Jetzt geh, mach den Zwerg fertig, ich regel das hier.“ Das ließ er sich nicht zweimal sagen. Sofort verschwand er in Richtung Stallungen und ich sah in die blauen, sturen Augen des Ponys vor mir. „Nun denn...“ bestimmt griff ich nach der Longe am Boden und ging los. Óslogi folgte. Was hatte Kenneth nur? Ohne Probleme führte ich den Perlino in den Stall. Kenneth fiel die Kinnlade runter, als er uns reinkommen sah. Er war sprachlos. „Was auch immer du versucht hast... Machs nächstes Mal anders.“ Ich grinste. Das war gemein. Ich wusste ja nicht mal was er alles versucht hatte. Eigentlich war mein Bruder nicht der Typ, der schnell aufgab, im Gegenteil. „Den kriegst du aber hin oder soll ich helfen?“ Kenneth sah mich herablassend an. „Du kannst ihn gerne übernehmen, wenn du es mir nicht zutraust.“ sagte er in abfälliger Art, aber mit weicher Stimme. „Du hast mein vollstes Vertrauen, Bruder.“ Ich klopfte ihm im Vorbeigehen auf die Schulter und begann den Hof abzukehren. Als ich fertig war, war auch Kenneth mit Félagi durch. „Wir sollten Termine vereinbaren, bevor die Anrufzeiten wieder zu Ende sind.“ Ich stimmte gedankenverloren zu und ging ins Wohnhaus. „Wir teilen uns am besten auf.“ Kenneth kramte einen seiner tollen Notizzettel hervor. „Du rufst für die beiden Isländer beim Tierarzt an. Die brauchen eine Routineuntersuchung, nur zur Sicherheit und deren Impfungen sind auch nicht komplett. Ah und bei der Gelegenheit kann dann auch die Wurmkur mit aufgefrischt werden!“ Ich nickte jeden Punkt einzeln ab, aber so schnell wie er das runterratterte behielt ich eh nur die Hälfte. „Hast du das auch noch schriftlich?“ - „Du kriegst meinen Zettel...“ - „Oh nein...“ Meinte ich leise und legte mir die Hand vors Gesicht. Kenneth ignorierte das gekonnt und fuhr fort. „Ich rufe währenddessen bei Hunter an, der soll sich die Hufe der beiden anschauen.“ - „Der muss dann von England bis hier fliegen nur für zwei Pferde, hast du sie noch alle?!“ Er meinte das tatsächlich ernst. „Na gut. Gib mir den Zettel.“ Wo hatte ich mein Smartphone? Ich tastete meine Hosentaschen ab. Nichts. Kenneth lachte. „Wo ist es?“ Er zuckte mit den Schultern. Drohend sah ich ihn an. „In deiner Jacke, wie immer. Was kann ICH denn dafür, wenn DU meinst hier ohne Oberteil rumrennen zu müssen.“ Protzig wie er war, zog er sein iPhone aus seiner Hosentasche und hielt es sich einen Moment später ans Ohr. Auch ich fand schließlich mein Smartphone und rief beim Tierarzt an um einen Termin zu vereinbaren. Für was nochmal? Ich versuchte zu entziffern was mein Bruder mir aufgeschrieben hatte. Seine Schrift war grauenvoll! Kein Vergleich zu meiner Sauklaue, aber ich wusste immerhin was ich geschrieben hatte und mutete meine Schrift niemanden sonst zu. „KENNETH!“ rief ich, aber er telefonierte noch. Bei mir meldete sich mittlerweile die melodische Stimme unserer Tierärztin. Süffisant grüßte ich zurück und bat um einen Moment, bis ich entziffert hatte was ich eigentlich von ihr wollte. Wenige Minuten spät hatte ich das Rätsel schließlich gelöst.

      Alles geregelt schmiss ich mich, samt Smartphone und Tablet-PC, aufs Sofa im Wohnzimmer. Kenneth stieß wenig später dazu und pflanzte sich in den Sessel neben mir. „Hunter kann nicht...“ meinte er geknickt. „Der steckt im Krankenhaus. Wen buchen wir stattdessen?“ Was fragte er mich? „Keine Ahnung, hast du seine Chefin mal gefragt?“ Kenneth schüttelte langsam den Kopf. Ach er wusste nichts davon. Hatte er wohl vergessen, dass er in Begleitung hier war. Wie konnte er nur? „Joicy Mc Flower, ruf die mal an. Die Nummer findest du bestimmt im Internet, du bist ja nicht von gestern.“ Ich zwinkerte ihm zu, während er die Augen rollte. Aber er tat wie ich sagte. „Sie ruft zurück. Klang aber ganz zuversichtlich.“ Gut, jetzt hatten wir wirklich alles fertig für heute. „Lucius...“ Ich hatte gerade die Augen zu gemacht! Was wollte der jetzt? Stirnrunzelnd sah ich ihn an. Oh Gott er sah besorgt aus... Das heißt nie was Gutes. „Lucius, ich wollte mit dir noch was besprechen...“ Ächzend und stöhnend, weil ich viel lieber ein Nickerchen gemacht hätte, rappelte ich mich hoch, bis ich aufrecht saß. „Was denn?“ fragte ich. „Du hast dir ja jetzt die Isländer gekauft und...“ Ohje... Jetzt kommts. „...ich möchte mein Zuchtziel etwas breiter auffächern.“ Das hätte er jetzt nicht geschwollener formulieren können. „Wie meinst du das?“ fragte ich, die Stirn noch immer in Falten gelegt. „Ich möchte nicht nur Trakehner züchten, sondern allgemein deutsche oder gar europäische Sportpferde.“ - „Du hast dir einen Narren an den Viechern gefressen, kann das? Die sind doch totale Nervenbündel! Such dir doch was ruhigeres... Wie wärs mit... Bretonen? Oder... Ja von mir aus auch Tinker oder sowas...“ - „Das ist nicht was ich will.“ - „Mhm...“ Eine unangenehm lange Pause trat ein. „Ich möchte vor allem bunte, großrahmige Sportpferde. In allen möglichen Farben und Scheckungen. Ich hab da ein Fohlen im Auge... Tigerschecke. Ein Hunter. Nachkomme von Hunter's Mr. Raw Depression.“ Verwirrt sah ich ihn an. Da war jetzt definitiv zu oft das Wort 'Hunter' drin. „Ein Vollblut-Warmblut Mix.“ klärte er mich auf. „Ah! Ein Halbblut.“ Lachend schüttelte er den Kopf. „So in der Art.“ Er zeigte mir ein Foto von dem Fohlen. Es sah tatsächlich ganz gut aus, soweit man das von einem Foto beurteilen konnte. „Dann mach halt...“ Ich konnte geradezu sehen wie ihm ein Stein vom Herzen fiel und krachend zu Boden fiel und dort zersprang. War das wirklich so eine große Last für ihn? Als würde ich ihm in seine Zucht reinreden. Er ließ mich meine Showreiterei ja auch machen ohne mir reinzureden was ich da zu tun und zu lassen hatte. Jedenfalls war ich jetzt gespannt, was er noch für Pferde auf den Hof holen würde in nächster Zeit.

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      26. Juni 2016
      Springen L-M


      Kalifornien.
      Für mich klang Kalifornien immer gleich nach herrlichem Urlaub, endlosem Sonnenschein und Entspannung; für die Besitzer meines neuen Trainingspferdes war genau das aber der Alltag. Ein wenig neidisch war ich also schon, als mich ein sogenannter Kenneth Jenkins anrief, um mich darum zu bitten, seinen Hengst Ghost Merchant im Springen auf das M-Niveau zu trainieren. Es lief alles recht schnell ab, weshalb wir auch schon bald gemeinsam den Transport organisierten – erst da erfuhr ich, dass der Trakehnerhengst aus Kalifornien anreisen würde. Ein sehnsüchtiges Seufzen ließ sich da lange nicht mehr verhindern, und ich war mir ziemlich sicher, dass der Besitzer des Hengstes das nicht überhört hatte.
      Während der ersten paar Tage, die Ghost Merchant bei uns auf dem Townsend Acres verbrachte, beschäftigten wir uns vor allem mit dem Vertrauensaufbau. Durch diese Prozedur musste jedes Pferd, das bei uns ins Training gegeben wurde. Besonders, wenn es danach an die Trainingseinheiten im Gelände ging, wollte ich diese nicht mit einem Pferd absolvieren, welches mir kein Vertrauen entgegenbrachte, das war mir einfach zu riskant – und es würde mir wohl kaum jemand in diesem Punkt widersprechen, denn die kanadische Natur konnte manchmal echt eigensinnig und unvorhersehbar sein. Vor allem, wenn man dann mal wieder auf die ganzen unheimlichen Tiere stieß, die sie teilweise zum ersten Mal zu sehen bekamen. ​
      Sowohl durch die Bodenarbeit zum Vertrauensaufbau als auch durch die vielen, vor allem auch längeren Ausritte, wurde aus Ghost Merchant und mir ein Team. Hatten wir uns erst einmal aneinander gewöhnt, so verbrachten wir nun viel Zeit mit Ausritten, die wir zum größten Teil dazu nutzten, seine Muskeln zu stärken und noch mehr Ausdauer und vor allem Kraft aufzubauen, aber auch etwas an Tempo zu gewinnen. Denn wenn es an einen Sprinparcours gehen würde, würde Ghost Merchant eben jene Kraft gut gebrauchen können. ​
      Schon früh bemerkte ich, dass Ghost doch sehr gelassen war und sich nicht leicht aufschrecken ließ. Dies erleichterte unsere Arbeit ungemein, denn die kanadische Natur ließ er eigentlich ziemlich weit links liegen. Auch, wenn es mal etwas lauter wurde, weil jemandem zum Beispiel etwas vom Arm fiel, beeindruckte dies den Porzellanschecken nicht sonderlich. Nicht, weil er so ein unendliches Vertrauen in mich hatte (wir arbeiteten immerhin noch nicht sonderlich lange zusammen, auch wenn ich hoffte, dass es wenigstens teilweise daran lag), sondern weil er einfach ein sehr ruhiger Zeitgenosse war, den man so schnell nicht aus der Ruhe bringen konnte. ​
      Lediglich die Pfützen im Gelände waren nicht ganz so Ghosts Fall – es hatte in den letzten Tagen ein wenig geregnet und so sammelte sich das Wasser natürlich auch am Boden. Schnell verdeutlichte der Trakehner, was er davon hielt: nämlich rein gar nichts. Er machte lieber einen großen Bogen um die Pfützen und es musste wirklich ziemlich lustig ausgesehen haben, wie er mit aufgeblähten Nüstern und zappelnd um die kleine Wasseransammlung am Boden lief. ​

      Nachdem wir mit dem tatsächlichen Springtraining begonnen hatten, verlagerten wir unser Training immer öfter in die Halle. Natürlich verbrachten wir dennoch Zeit im Gelände, doch die Einheiten in der Halle überwogen inzwischen. ​
      Anfangs brachten wir besonders viel Cavalettiarbeit und auch kleinere Kreuze noch in das Training mit ein, um Ghost Merchant bestmöglich zu gymnastizieren und seine Technik gegebenenfalls noch weiter zu verbessern oder kleinere Fehler zu beheben, was aber kaum nötig war. ​
      Insbesondere, wenn wir in der Halle trainierten, zeigte sich Ghost Merchant von seiner absoluten Schokoladenseite. Er war lernwillig und so gut wie durchgehend konzentriert, was zugegebenermaßen so ziemlich der Traum eines jeden Ausbilders sein mochte. Von irgendwelchen möglichen Ablenkungen ließ er sich nicht beeinflussen, achtete stattdessen noch weiter auf die Signale, die ich ihm gab und war hin und wieder dann schon übereifrig, sodass ich ihn des Öfteren zurücknehmen musste, um ihn nicht zu überfordern. Alles in allem war er aber ein sehr angenehmer Trainingspartner, solange Liluye in der Nähe war – ie war nämlich momentan mal wieder rossig –, da wurde er dann schon etwas unkonzentrierter und ließ sich leichter aus der Fassung bringen. ​
      Die Sprünge in einem L-Parcours waren maximal 120 Zentimeter hoch und durften 1,35 Meter Weite aufweisen. In einer M-Prüfung sah das Ganze anders aus: Auf beides addierten sich in einer M*-Prüfung zehn Zentimeter, in der M** volle zwanzig. Demnach bestand unser Training eigentlich aus zwei Stufen, die wir trainierten, und umso mehr Zeit ließen wir uns. ​
      Da Ghost Merchant sich jedoch sehr arbeitswillig zeigte, hatte ich keine Probleme damit, ihn zum Training zu motivieren. Dank der regelmäßigen Abwechslung durch die Geländeeinheiten wurde es auch nicht langweilig und die Aspekte zusammen führten zu einem angenehm ruhigen, sehr einfachen Training. ​
      Hatten wir uns die erste Zeit besonders damit beschäftigt, Ghost Merchants Sprungweite und -höhe zu optimieren, so waren wir später damit beschäftigt, ihn auch tatsächlich über die Sprünge und durch den Parcours zu kriegen. Sein Tempo war ideal, denn er hetzte sich nicht durch den Parcours, würde aber auch beim Zeitspringen nicht auf den unteren Plätzen landen. Auch an Bascule über dem Sprung mangelte es ihm nicht: Der Trakehner machte sich schön rund, bog sich und schwang locker mit der Wirbelsäule mit. Besonders für den Rücken wäre es eher weniger förderlich, würde er ihn über dem Sprung wegdrücken, doch darüber musste ich mir bei dem fleißigen Schecken keine Sorgen machen. ​
      Nach einer Weile hatten wir die mittleren Maße eines M**-Springens erreicht, hatten also schon ganze Arbeit geleistet, die wir jedoch noch weiterhin vertieften, bis wir schlussendlich einen Parcours mit mindestens neun Hindernissen, Maximalhöhen von 1,40 Meter und Weiten von bis zu 155 Zentimetern fehlerfrei überwanden. Locker ließ ich Ghost Merchant einige Runden im Schritt drehen und die Zügel lang, als wir die heutige Trainingseinheit für beendet erklären konnten.​

      Wirklich lange hatte es dann nicht mehr gedauert, bis ich Ghost Merchant offiziell als M-fertig eintragen und seinen Besitzern so Bescheid geben konnte. Zumindest mit Kenneth telefonierte ich dann wieder. Er schien mir eher die Person zu sein, die sich um das Springtraining des Hengstes kümmerte, auch wenn ich hier völlig falsch liegen könnte, da ich weder Kenneth noch seinen Bruder sonderlich gut kannte oder zuvor mal von ihnen gehört hatte. Tatsächlich war dieses Training das erste Mal gewesen, dass ich mit einem der beiden Brüder in Kontakt stand. Aber wen überraschte das schon, die Anzahl der Pferdemenschen rund um die Welt stieg ja bestimmt stetig an und da die beiden nicht in Kanada oder unmittelbarer Nähe wohnten, sollte mich es nicht sonderlich schockieren, wenn ich mal jemanden nicht kannte. ​
      Jedenfalls schien Kenneth nicht erwartet zu haben, dass Ghost Merchant großartig Probleme beim Training machen würde. Im Gegenteil, ich konnte schon heraushören, dass er seinem Hengst diesen Schritt zugetraut hatte, auch, wenn es doch ein ziemlich großer war. Dennoch konnte ich Kenneth Jenkins den Stufenaufstieg im Springen bestätigen – jetzt galt es nur noch, den restlichen organisatorischen Kram zu regeln. Obwohl das ehrlich gesagt nicht immer meine Lieblingaufgabe war, hätte ich mir gerade nichts besser vorstellen können, wenn ich so aus dem Fenster sah: Momentan würde man wohl eher einen Weltuntergang als irgendetwas anderes erwarten. ​

      7563 Zeichen | von Samarti
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      23. Juli 2016
      Pflege aller Pferde des Phoenix Valley
      „Wie heißt die?“ ungläubig sah ich meinen Bruder an, als er mir den Namen des Tigerscheck-Fohlens nannte, das er sich angeschafft hatte. „Ases Maskwamozi“ ließ er mich in absoluter Überzeugung wissen. „Das klingt falsch. Das spricht man bestimmt nicht so aus.“ Kopfschüttelnd nahm ich ihm die Papiere des Fohlens aus den Händen. „Ist ja auch egal. Sie wird eh einen Rufnamen bekommen.“ Ein wenig beleidigt verließ Kenneth das Haus um sich um seine neuen Youngster zu kümmern. Neben dem Tigerschecken, hatte er auch noch eine Falbscheckstute mit Rappfohlen auf den Hof geholt. Levisino's Hope und Leveneza. Die Abstammung konnte sich durchaus zeigen lassen. Endlich mal Pferde, bei dem einem die Namen im Stammbaum etwas sagten. Nachdem ich meinen Kaffe ausgetrunken hatte schlenderte auch ich in den Stall. Die Isländer hatten mittlerweile den größten Teil ihrer Winterwolle verloren und mussten nicht mehr allzu schlimm schwitzen von der kalifornischen Sonne. Vor allem um Óslogi sorgte ich mich immer wenn die Sonne besonders stark war. Zur Zeit hatte er auch mit einem hartnäckigen Sonnebrand auf der Nase zu kämpfen. Trotz Maske und Sonnencreme, ließ sich das manchmal nicht vermeiden. Der goldene Hengst war nämlich Entfesslungskünstler und wir konnten ihn nicht rund um die Uhr im Auge behalten. Félagi war da doch angenehmer. Auch er hatte immer mal einen leichten Sonnenbrand auf der Nase, war aber allgemein unkomplizierter in der Handhabe. Bis jetzt.

      Kenneth hatte den Fohlen und seiner Zuchtstute frisches Futter angeboten und die Tränken kontrolliert. „Amador kannst du heute vergessen. Der hat sich irgendwo die Schulter aufgerissen.“ Kenneth sagte das so nebenbei... Am liebsten hätte ich ihm dafür direkt den Kopf gewashcne, aber mein Schützling war mir wichtiger. Sofort rannte ich zu seiner Box um mir die Wunde anzusehen. Durch das trockene Klima hatte sich bereits eine Kruste gebildet und viel Dreck schien nicht reingekommen zu sein. An Reiten war nun jedoch erstmal nicht zu denken. „Ich longiere ihn trotzdem ab.“ Kenneth nickte und putzte an seinem Ghost Merchant herum, der wie immer nicht wirklich sauber werden sollte. „Ist das da ein Fleck im Fell oder vom Dreck?“ ich zeugte auf eine Stelle am Hals. „Keine Ahnung... Es wäre einfacher, wäre er ganz weiß.“ beschwerte sich Ken. „Tja...“ Ich hatte ihn schon beim Kauf gewarnt, aber er wollte nicht hören. „Warte ab bis dein Isländer ausschimmelt, du wirst das gleiche Probleme bekommen. Du wirst weinen!“ - „Der wird schöner schimmeln.“ scherzte ich und führte Amador vorbei und quer über das Gelände in die Reithalle. Es war heute einer dieser Tage, die viel zu heiß waren um überhaupt richtig zu arbeiten. Der Verbrauch an Trinkwasser stieg ins Unermessliche und wir konnten froh sein einen eigenen Wassertank zu haben, denn anderen Kaliforniern wurde die Wasserzufuhr dicht gemacht weil sie zu viel verbraucht hatten. Kaum zehn Minuten longiert pumpte Amador als hätte man ihn drei Stunden galoppieren lassen. Auch Kenneth war jetzt in der Reithalle. Niemand wollte bei dem Wetter länger draußen sein als unbedingt möglich. „Vielleicht solltest du ihn durchchecken lassen.“ Er wirkte ernst. „Find mal wen, der heutzutage schnell hier ist...“ Es war noch immer schwer akute Krankheiten und andere Wehwehchen schnell behandeln zu lassen. Sowohl tierärzte als auch Hufschmiede waren chronisch ausgebucht. Es brachte in diesem Moment nichts Amador noch weiter zu quälen. Also brachte ich den reinweißen Schimmel zurück in den Stall und ritt stattdessen Cadiz, einen der Hengste meines Bruders. Der Schecke war gut gelaunt und arbeitete fleißig mit. Später blieben nur noch Busted Cherry Cake und Fix the Flame übrig. Die Stuten wurden derzeit aktiv auf die Zuchtzulassung vorbereitet und würden vielleicht schon in einem halben Jahr durchstarten. Mal sehen was da noch kommt.
    • Ravenna
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      September 2016 | Ravenna | 17564 Zeichen
      Military A auf L
      “Svejn? Bist du sicher?” ich atmete ein, beziehungsweise atmete ich einen Seufzer weg. Ich saß am Kopf des Tisches, die Köpfe aller Mitarbeiter der Ranch auf mich gerichtet. Die Frage allerdings hatte O gestellt. Natürlich sah Rena trotzdem besorgt aus, die Augenbrauen nach oben gezogen. “Was haltet ihr davon - ich schleif Bellamy einfach mit, er lernt was, hat ein Auge auf mich und wenn es mir zu viel wird reitet er die Pferde.” Bellamys Kopf schoss nach oben, da er bisher nur seinen halbleeren Teller angestart hatte. Bevor er einen Widerspruch verlauten konnte, schenkten meine Augen ihm einen Blick der keinen Widerspruch duldete. Weshalb der Junge den halb geöffneten Mund öffnete,schloss,öffnete und dann die Lippen aufeinanderpresste. Die Reaktion hatte etwas von einem Fisch auf dem Trockenen, fast genauso hatte er geschaut als wir Anfang des Jahres mit den Reitstunden auf Thjalfe begonnen hatten. Also wandte ich mich wieder meinem Teller zu, schnitt die Kartoffel in Stücke, schob sie mir zwischen den Kiefer und fand trotzdem noch die Blicke des halben Tisches auf mir. “Wo soll es denn hin gehen?” knrirschte Bellamy. “Phoenix Valley Kenneth Jenkins rief an und fragte nach freien Terminen, also geht´s auf ins sonnige Kalifornien!” Bellamy nickte nur, aß dann auch weiter. Renas Hand zuckte in meine Richtung, hielt dann an, ihr Blick jedoch fixierte mich - schien mich zu durchwirken. “Du passt auf!” dann eindringlicher zu Bellamy “Ihr stellt keinen Mist an. Du bist erst seit kurzem wieder auf dem Weg zur Heilung, sei vorsichtiger dieses Mal.” mit einem Nicken stimmte ich zu, da ich mit der Zunge damit beschäftigt war die Kartoffel an meinem Gaumen zu zerdrücken. Ein leichter Schatten ging mir über die Gedanken, meinen Fehler hatte ich nicht vergessen, ich hatte dabei Bucks verloren und fast meine Fähigkeit zu laufen. Eigentlich hatte ich sogar vor Bellamy die Hauptarbeit machen zu lassen. Nach dem Essen berichtete ich Rena davon, sie war zufrieden.

      Im gewissen Sinne kannte ich die Jenkins Brüder, zumindest Lucius der Ältere war mir nicht unbekannt. 2014 hatte er auf Caed Crevan als einer der Showreiter mitgewirkt, damals war ich selbst verhindert gewesen, aber nach der Übernahme des Vereins “Action Horses” aus der Hand von Sarah McAlistair, hatte ich auch alle Unterlagen erhalten. Darin hatte ich zufällig seinen Namen gelesen. Faszinierend wie klein die Welt doch war. Sein Bruder Kenneth schien eher Züchter als Stuntreiter zu sein. Ob ich wohl fragen sollte ob sie bei dem Stunt und Showevent mit wirken wollten, das ich geplant hatte?

      In den nächsten zwei Tagen wurde zunächst einmal der Flug nach Kalifornien geplant, anschließend ging es noch mit dem Mietwagen weiter. Im Gepäck befand sich auch mein Helm, von Kenneth ließ ich mir noch einmal ein paar Sachen zu den beiden zu trainierenden Pferden geben. Fix the Flame fiel aus der Reihe, sie konnte ich Bellamy nicht überlassen, zumindest nicht solange ich nicht wusste wie weitreichend ihre Probleme gingen. Ghost Merchant konnte zwar keine unübersichtlichen Sprünge leiden - was mich wunderte da er ja doch in der Military trainiert werden sollte. Vielleicht wäre ein abgehen der Hindernisse und ein vorherige longieren über diese in seinem Fall keine der schlechtesten Indeen - das musste ich dann vor Ort klären.

      Als das Flugzeug abhob drehte sich mir der Magen um, die Ohren schmerzten obwohl ich stetig auf meinem Kaugummi umher kaute. An das fliegen würde ich mich wohl nie ganz gewöhnen können, auch vermied ich weitestgehend den Blick aus dem Fenster - mein Platz war am liebsten mit beiden Füßen auf dem Boden von Mutter Erde. Auch der Versuch den Flug irgendwie mit schlafen rum zu kriegen war nicht ganz was mein Körper wollte, zumal ich nicht mal mit Bellamy sprechen konnte. Auf diese kurze Zeit hatten wir nur zwei Tickets voneinander entfernt erhalten - Bellamy hockte knapp 6 Reihen vor mir. Ich war gequetscht zwischen einer Dame die gut und gerne zwei Sitze benötigte, während die Dame zu meiner linken in ihrem Parfum geduscht haben musste. Obendrein schenkte sie mir immer wieder faszinierende Blicke, von denen ich nicht sicher war ib sie meinen Tattoos galten oder ob sie mich gern ohne Kleidung gesehen hätte.

      Als der Flug endlich rum war, rannte ich (halb) nach draußen (man wollte ja schließlich frische Luft schnappen) , nur um den Geruch nach Großstadt in meine Lungen zu saugen - au ja, ich liebte reisen. Das durchfragen nach dem Unternehmen bei dem der gemietete Wagen bereit stand, dauerte dann auch eine ganze Weile, nicht nur weil ich ja wie bekannt wie Dr. House am Stock lief, sondern da Bellamy (ja er war Schuld) uns selbst mit Google Maps in die falsche Richtung rennen ließ.

      Zwei Stunden später saßen wir endlich im Wagen - Bellamy sichtlich zufrieden, da ich ihn fahren ließ, die Computerstimme von Google erklärte uns gerade, das wir links abbiegen sollten. Ein kleines unscheinbares Schild verkündete dann sogar das wir die Auffahrt von Phoenix Valley erreicht hatten. Die Gegend hatte wenig gemein mit den grünen Wiesen Kanadas, hier war eher alles trocken. Im Osten sahen wir die Hügel der Rockys. Den Mietwagen parkten wir an einer kleinen Lichtung aus dürren, aber hochgewachsenen Bäumen, die angenehmen Schatten spendeten. Mit den Wanderrucksäcken auf dem Rücken machten wir uns auf den Weg weiter auf den Hof, per Anruf hatte ich Kenneth bereits davon berichtet das wir gleich da seien.

      Aus dem Haupthaus kam ein hochgewachsener Typ, der mich locker um 3 Köpfe überragte, mit knapp 1,66 war man(n) eben nicht unbedingt ein Riese. Trotzdem wurden wir mit einem schmalen Lächeln begrüßt, nicht überschwänglich, eher so wie man eben Geschäftspartner begrüßte. “Ich bin der den sie suchen, Kenneth, wir hatten vorhin telefoniert. Ich zeige euch erst die Unterkunft, dann könnt ihr die Sachen ablanden, anschließend einmal einen kleinen Rundgang über den Hof.” Gesagt getan. In den spanisch anmutenden Ställen trafen wir dann auch auf den älteren Bruder Lucuis. Dieser blieb neben einen rein weißen Hengst stehen, sah erst seinen Bruder, dann mich an. Jetzt hatte ich auch einen Blick für ihn, Luciens Miene verzog sich überlegend. “Svejn Àlfarsson.” stellte ich mich vor. “Action Horses?” fragte er nun freundlich lächelnd, was ich nickend zustimmte. Die Showreiterszene war nicht groß, natürlich kannte er meinen Namen, wie ich den seinen.

      Wir unterhielten uns nicht weiter, als erstes bekamen wir den Porzellanschecken Ghost Merchant zu sehen, der sich mit seiner Außenbox sichtlich zufrieden gab, zumindest war jetzt eher von “Sandschecke” die Rede. Bellamy stellte feixend fest. “Den darfst du putzen!” an Kenneth vorbei, funkelte ich ihn an. Anschließend bekamen wir Fix the Flame zu sehen, die mich in ihrer wunderschönen Fuchsfarbe an ein Rennpferd erinnerte das ich auf der Rennbahn gekannt hatte, ich glaubte sein Name war Burning Spring gewesen, aber der Hengst war bereits eine Weile Tod. Nach dem Rundgang wurden wir erst einmal uns selbst überlassen, es war ohnehin zu spät um richtig mit dem Training zu beginnen. Nach dem Auspacken , gingen wir nur in den Stall um uns mit den beiden Pferden zu beschäftigen. Bellamy teilte ich Ghost zu, ich stiefelte mit Halfter und Box zu Flame. Diese band ich vor der Box an um sie eingehend zu putzen, es gestaltete sich jedoch so das ich in der ersten Zeit der Stute eher hinterher lief anstatt sie zu putzen. Nach einem energischen “Steh” , einem kleinen Griff an die Nüster sah mich die Stute verdutzt an. Da sie stand strich ich nun mit dem Gummistriegel sanft über ihren Hals, in vielen kleinen Kreisen. Dabei wurde ich nun argwöhnisch beobachtet, aber sie stand. Als sie sich wieder zu bewegen begann hörte ich auf. setzte mich auf die Box. Das erstaunte die Stute ebenfalls. Bei ihrem Besitzer stand sie vermutlich bereits still - ich war neu und wurde getestet. In dem Moment da sie mich wieder beobachtete, wurde also mit dem Putzen belohnt. Das ganze widerholte sich einige Zeit, bis sie verstanden hatte was erwartet wurde, daraufhin konnte sie es sogar genießen. Ich lächelte in mich hinein, machte also für heute Schluss. Im Zimmer traf ich Bellamy an der aus dem Bad kam, auch sein Putzen war gut gelaufen. Morgen würden wir die beiden zunächst auf dem Platz reiten, dort einige Stangen und kleine Sprünge aufstellen um uns erst einmal vertraut zu machen.

      Am Morgen erhielten wir ein reichhaltiges Frühstück, dann wurde uns gezeigt was beide Pferde nach der Arbeit für Futter bekämen, dann gehörte der Tag uns. In der nächsten Stunde war jeder für sich beschäftigt das Pferd fertig zu machen. Ich war gespannt wie beide Pferde reagieren würden gemeinsam auf dem Platz, es wären immerhin Hengst und Stute, ansonsten mussten wir getrennt trainieren. Der Vielseitigkeutssattel wurde kombiniert mit dem gelben Zubehör, nicht meine Lieblingsfarbe, aber da die Schabracke drunter hing und ich passend dazu auch Beinschutz gesehen hatte nahm ich das einfach. Mit der Stute am Zügel ging ich dann bereits vor zum Platz, und rollte uns eine Stangenreihe zurecht und platzierte zwei der Sprünge in die Mitte des Platzes. Aus Wasserkästen war eine Aufstiegshilfe gefertigt worden, dort gurtete ich noch einmal nach, bevor es in den Sattel ging. Fein ließ sie sich an die Hilfen stellen, war flotter unterwegs als mein Thjalfe aber ich war langsam an verschiedene Pferde zurück. Auch Bellamy kam bald hinzu, Ghost wieherte, bekam aber von Flame keine Antwort also konnten wir uns beide ganz auf die Pferde unter uns konzentrieren. “Lass ihm ruhig etwas mehr die Zügel wenn du über die Stangen gehst, setzt dich mehr auf den Arsch. …..Ja so ist´s besser. bekam Bellamy von mir trotzdem die Anweisungen. Flame war spritzig, hibbelig und heiß wenn es an den Sprung ging, sprang höher als nötig. Ihre Fortgeschrittene Ausbildung sorgte aber dafür das sie fein zu dirigieren war, trotz ihres jungen Alters. Nach einer Stunde, zwei verschwitzen Reitern ging es zurück zum Stall. Wir duschten beiden die Beine ab, ließen sie in der Sonne trocknen während sie sich die Bäuche mit dem heuhartigen Gras voll schlagen durften. Am Nachmittag würden wir zum ersten Mal auf den Militaryplatz gehen.


      ~Nachmittag~

      Bewaffnet mit jeweils einem Kappzaum für die Pferde einer langen Gerte und natürlich der Longe ging es in Richtung des Platzes. In erste Linie wollte ich selbst das Gelände erst kennenlernen, dann wollte ich beide Pferde an den Sprüngen sehen - Kenneth hatte zwar gesagt sie kannten den Platz, waren aber noch nicht alle Hidnernisse gesprungen, zumindest Ghost nicht.

      Wasser wie wir am Vormittag festgestellt hatten, mochten beide Pferde recht gern, also fingen wir mit der kleinen Senke an. Dort ging es sanft ins Wasser ehe eine Kante von etwas über 50 Zentimertern hinauf gesprungen werden musste. Da es eh heiß war, machte ich mir weiter keine Sorgen um meine Chucks, watete mit ins Wasser das “schön” pupswarm war, wieß Flame an von mir weg zu gehen und longierte erst einmal hier im Schritt auf beiden Seiten. Bellamy versuchte sein Glück mit einem niedrigen Baumstamm von dem er wusste das der Hengst ihn kannte - zunächst allerdings führte er ihn rüber. Anschließend longierte er ihn daneben um ihm aufzuwärmen, ließ ihn auf beiden Händen traben ehe er ihn zu sich holte. An der Hand sprang er zusammen mit dem Hengst über den Stamm. Ihn ärgern wollend rief ich “Hast du das bei allen Sprüngen vor?” Bellamy hielt an “Er soll sich eben erstmal dran gewöhnen!” Ich schüttelte den Kopf, ließ Flame antraben und konzentrierte mich auf sie. Statt mit treiben war ich stimmlich die ganze Zeit dabei sie auszubremsen. In Kreisen bewegten wir uns also von einem zum nächsten Hinderniss. Zwischendurch schickte ich Rena ein kurzes Video “da so trainieren wir auch, ganz ohne reiten geht´s halt auch” schrieb ich dazu.

      Nachdem ich fertig war unterstütze ich anschließend noch Bellamy mit Ghost, zwei unbekannte Hindernisse wollte er nicht allein probieren. Also nahm ich dem jungen Mann die Longe aus der Hand machte mich mit dem Hengst vertraut und schickte ihn über ein Hinderniss aus Heuquadern, das er wohl kannte direkt dahinter folgte ein großer Baumstamm, ich gab ein wenig Druck von hinten, schon sprang er hinüber.


      Am darauf folgenden Vormittag ging es dann einzeln für uns auf dem Militaryplatz, damit wir uns besser unterstützen konnten. Auch dort am Rand gab es Sprungständer mit Stangen die ich Bellamy zum Aufwärmen hinlegen ließ - außerdem konnte ich Flame durch die Stangen ein wenig von ihrem Tempo nehmen. Nach jedem Sprung wurde sie deutlich heißer, drängender. Mit vielen Trabphasen, kontrolliertem Galopp wurde sie schnell weicher in der Hand, nach dem dritten größeren Sprung merkte ich jedoch schnell mein Bein, stieg ab und ließ nun Bellamy die Stute reiten. Bis auf die Tatsache das er ihr mehr Zügel geben musste, lief es gut bei den beiden. Da langsam die Mittagshitze auf uns nieder zu drücken begann, verzogen wir uns in den Stall machten die Stute fertig, gierig trank sie das ihr gebotene Wasser und machte sich anschließend über das Kraftfutter her. “Soll ich Ghost Merchant dann schonmal holen?” fragte mich Bellamy, dem ich zu nickte. Mit der freien Hand, die nicht den Strick hielt, kraulte ich die Stute hinter den Ohren.

      Mit der Schubkarre kam uns Kenneth entgegen, fragte nach dem bisherigen Training, also erzählte ich ihm was bisher gemacht wurde. “Natürlich liegt später auch viel an dir selbst, aber das ist ja nicht dein erstes Pferd. Ich würde trotzdem morgen gern mal dich auf beiden Pferden reiten lassen, dann kannst du nochmal fragen stellen, sollten sie auftauchen.” Kenneth stimmte dem zu, verzog sich ansonsten wieder zu seiner Arbeit. Ungewöhnlich nicht lauter wuselnde Menschen im Stall zu sehen, das Team der Ranch wurde immer größer.

      Wir entschieden uns Ghost zunächst wieder longierend über die Hindernisse gehen zu lassen anschließend auch durch den kleinen Wassergraben, bei dem ich mir wieder die Füße nass machte. Anschließend schwang sich Bellamy wieder in seinen Sattel, die ersten Sprünge liefen gut. Der große Baumstamm war jedoch nicht ganz seine Sache, einmal stoppte er davor, das andere mal rannte er dran vorbei. “Du musst ihn schon richtig mit den Beinen umrahmen, gib nochmal eine Hilfe bevor es rüber geht. Los dreh mal eine Runde, geh ihn von der anderen Seite an.” Bellamy parierte den Hengst also durch, ging über die Stangen stellte ihn um und galoppierte in einem großen Bogen durch die Hindernisse, richtete den Hengst gerade auf den Baumstamm. Jetzt richteten sich die Ohren von Ghost auf den Sprung, trotzdem sah ich ihn kurz zögern, “Jetzt treiben!” rief ich und tatsächlich sprang der Hengst nun über den Baumstamm, nahm den Sprung dahinter und Bellamy parierte durch um zu loben. “Du musst nur noch selbst merken wann er unsicher wird und eher stoppen möchte. Sonst macht ihr das gut. Lassen wir es für den Moment, heute Abend springen wir beide gemeinsam. Flame ist etwas sicherer am Sprung, vielleicht lässt er sich dadurch gut führen.”


      Am Abend also ging es mit beiden Pferden nochmal auf den Platz, tatsächlich zeigte sich hier das sich Ghost an einige der Sprünge mit mehr Mut wagte als zuvor allein. Ob das jetzt daran lag das es sich um eine Stute handelte sei natürlich dahin gestellt. Aber auch ohne das Flame und ich vorn weg ritten wurden Reiter und Pferd sicherer. Ich schrieb vor dem zu Bett gehen an Rena “Kleine Aufträge können wir ihm schon zumuten” sie war stolz darauf wie sich der ehemalige Häftling entwickelt hatte.

      “Morgen lassen wir Kenneth beide Pferde reiten, das hab ich schon mit ihm abgesprochen, anschließend kann er Fragen stellen, falls welche auftreten. Da es seine Pferde sind und er sie bereits kennt, denke ich allerdings das wir gut bei weg kommen.”

      “Das Training macht echt Spaß, Ghost ist verlässlich, wenn auch vielleicht etwas ängstlicher am Sprung”

      “Denke , wenn er noch mehr Erfahrung sammelt, ist davon bald nichts mehr zu bemerken.” Bellamy stimmte mir in dem Punkt zu. Wir machten noch einen kleinen Spaziergang über den Hof, sahen anschließend bei Lucius und Amados Training zu. Der Schimmelhengst war bereits gut ausgebildet, eher dafür gemacht im Stuntreiten sein können zu zeigen. Thjalfe machte sich super als Thjostpferd, auch das Steigen hat er drauf. Langsam wollte ich beginnen ihn auf Schilde steigen zu lassen, ganz als würde es aussehen das er die Menschen mit den Schilden angriff.


      Kenneth half dieses Mal dabei als ich Flame fertig machte, wir unterhielten uns dabei über ihre Springmanier. “Habe gestern aus der Ferne gesehen wie der Junge sie geritten ist, sah nicht schlecht aus. Bin gespannt wie sie sich jetzt bei mir macht.”

      Wie von mir bereits vermutet, lief sie unter Kenneth wesentlich routinierter, ruhiger - noch immer sehr schnell aber nicht halsbrecherisch wie es teilweise bei mir oder Bellamy der Fall gewesen war. Aber auch ihm gab ich den Tipp ihr öfter die Zügel zu geben, “Sie findet schon sehr oft allein den richtigen Absprung” mein tipp wurde gut angenommen.

      Auch bei Ghost Merchant kam es nur bei dem Wasser zu einer kleinen Diskussion. “Du solltest ihn bei Pfützen erleben, da ist er noch unwilliger, aber es geht bereits. Als er zu mir kam durfte ich ihm kaum die Beine nass machen.” Also führte ich beide noch einmal durch das Wasserbecken, dann versuchte es Kenneth allein und data, Herr Pferd stiefelte durch - Beine halb an den Ohren. Ich musste Lachen bei der Grimmasse des Pferdes. Nach ereignisreichen Tagen ging unser Flug am späten Nachmittag wieder in Richtung Kanada.
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    • Eddi
      25. September 2016
      Tierärztliche Klinik Caen
      Busted Cherry Cake | Ghost Merchant
      Kalifornien, Phoenix Valley. Dahin verschlug es mich heute als Tierärztin, nachdem ich vor einigen Tagen einen Anruf von Kenneth erhalten hatte. Hier warteten zwei Warmblüter auf ihren Veterinärscheck bevor es zu den großen Zuchtprüfungen gehen sollte. Auf dem Gestüt angekommen, wurde ich auch direkt herzlich in Empfang genommen und in den Stall geführt. Meine heutigen Patienten waren beides Trakehner, weshalb ich besonders neugierig war.
      Wir begannen mit Busted Cherry Cake, einer Stute mit schicker Scheckung. "Oh, bunte Sportpferde!", meinte ich begeistert, denn gerade die gefielen mir immer am meisten. Ich bat Kenneth, mir die Stute einmal im Schritt und Trab vorzuführen, damit ich sehen konnte, ob der Bewegungsapparat in Ordnung war. Cherry lief klar und locker vorwärts, so dass alles in Ordnung zu sein schien.
      Gemeinsam gingen wir an den Putzplatz, wo wir die Stute anbanden und ich erst einmal einen Blick in Ohren, Augen und Maul warf, um etwaige Symptome zu sehen. Doch alles war in Ordnung und auch Cherrys Lymphknoten fühlten sich gut an. Also packte ich das Stethoskop aus und hörte Herz, Lunge und Darm ab. Auch hier war alles bestens und die Körpertemperatur lag auch im Idealbereich.
      Zufrieden lobte ich die Stute und tastete dann noch einmal die Wirbelsäule entlang, ehe ich mich an das Impfen und Entwurmen machte. Die Stute war in Topform und so war ich mir sicher, dass sie die Krönung mit einem sehr guten Ergebnis beenden würde. Nachdem sie fertig war, band Kenneth sie los und brachte sie zurück in die Box.
      Ich erneuerte derweil die Materialien für den nächsten Patienten. Der war das passende Gegenstück zu der Stute: Trakehner, Hengst und ein Porzellanschecke. Ghost Merchant nannte er sich und war ein sehr ruhiger Genosse. Er ließ sich vorbildlich vorführen und zeigte seine guten Gänge. Danach kontrollierte ich auch bei ihm das Innenleben der Ohren, den Pupillenreflex und die Zähne, ehe ich noch nach den Lymphknoten tastete.
      Dann war das Abhören und Abtasten an der Reihe. Alles ließ Ghost ohne Probleme über sich ergehen und hielt wunderbar still. Ich lobte ihn ausgiebig und nachdem ich alle Punkte abgehakt hatte, konnte ich Impfen und Entwurmen. Bei der Impfung zuckte der Hengst leicht zusammen, hielt aber tapfer aus und so war er auch schneller fertig als gedacht.
      Kenneth brachte auch den zweiten Patienten wieder weg, während ich noch Impfpässe erneuerte und Zertifikate ausstellte. Diese reichte ich dann Kenneth und verabschiedete mich. Ich wünschte ihm viel Erfolg bei den Körungen und machte mich dann auf dem Heimweg.

      2572 Zeichen | by Eddi | Tierärztliche Klinik Caen
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    • sadasha
      27. Oktober 2016
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      Hufschmiedbericht
      „Den Rückflug und das Hotel für eine weitere Nacht organisiert und zahlt ihr!“ fluchte ich durch den Hörer des Hoteltelefons. Seit etwa einer Woche war ich nun in Kalifornien und immer wieder fielen den Jenkins Brüdern neue Pferde ein, die ja einen Hufschmied gebrauchen könnten. „Was braucht er denn?“ fragte ich ohne auf das Gebrabbel von Kenneth am anderen Ende der Leitung zu achten. Aus dem folgenden Geflenne stachen die Worte „Barhufer“, „Erstbeschlag“ und „Zuchtzulassung“ hervor. „Moment mal...“ hielt ich ein. „Ich hatte euch beim letzten Pferd schon etwas zum Erstbeschlag kurz vor einer Vorstellung gesagt. Ihr stellt euer Glück auf die Probe nicht wahr?“ - Es brauchte einige Sekunden bis Kenneth antwortet, doch er ließ sich nicht beirren.
      Nach einigem Hin und Her raffte ich mich hoch und traf am späten Nachmittag auf dem Phoenix Valley Gestüt ein. Kenneth erwartete mich bereits und hatte Ghost Merchant schon auf seinen Hänger geladen. „Kann ich vielleicht einen Kaffe haben, bevor wir losfahren?“ brummte ich unzufrieden. Der Jetlag lag mir noch immer in den Knochen und ohne Kaffee würde Ghost Merchant vermutlich nicht glücklich werden. „Machen wir unterwegs.“ entgegente mir Kenneth und stieg in den Wagen. Augenrollend tat ich es ihm gleich und wir fuhren los.
      Tatsächlich hielt Kenneth kurz an einer Tankstelle um mir einen Coffee to Go zu bringen. Besser als Nichts, selbst wenn die Plörre mehr Wasser als Kaffee war. Bei der schmiede angekommen reinigte ich zunächst Ghosts Hufe und sah mir seinen Bewegungsablauf und das Aufhufen der Füße an. Er hatte ein gutes Fundament. Beim näheren Betrachten und Tasten der Hufbeschaffenheit spüre ich, dass sie für ein Sportpferd doch recht weich waren. „Das kann Probleme mit den Eisen geben.“ warnte ich. „Nur vorne beschlagen, bitte.“ warf Kenneth ein. Sorgfältig bereitete ich die Hufe auf die Eisen vor, Schnitt das alte Horn von der Sohle und schaffte am Kronrand eine gute Basis für den Beschlag. Keine halbe Stunde später hatte Ghost Merchant das erste Eisen am Huf. Aluminiumeisen mit Stahlkappen und der Möglichkeit Stollen einzudrehen. Beim anderen Vorderhuf lief es ähnlich gut, auch wenn Ghost seinen Huf ständig wieder abzustellen versuchte, während ich arbeitete. Irgendwann hatten wir unseren Weg gefunden und die Hinterhufe waren nur noch Nebensache. Der Hengst war zu sehr damit beschäftigt sich an die Eisen zu gewöhnen und ständig an sich herunterzublicken. „Versuch ihn etwas ruhiger zu halten.“ bat ich Kenneth.
      Als ich auch die Hinterhufe fertig ausgeschnitten und korrigiert hatte, pinselte ich alle vier nur mit einem hornfestigendem Lack ein, um die Struktur zu schützen und zu stärken. „Jetzt komm eben her, dann zeige ich dir wie die Stollen funktionieren.“ ausführlich erklärte ich Kenneth wie er die Hufe am besten hielt um gefahrlos und sicher die Stollen eindrehen zu können, falls er sie benötigte. Als alles geklärt war fuhren wir zurück auf den Hof. Ghost tänzelte ein wenig herum, machte aber einen guten Eindruck soweit. „Wenn sich etwas an seinem Zustand verschlimmert melde dich bitte.“ sagte ich abschließend und verabschiedete mich knapp, bevor ich wieder zurück zum Hotel fuhr.
    • sadasha
      07. November 2016
      Praktikum in Californien bei den Gebrüder Jenkins

      Pflege aller Pferde des Phoenix Valley

      „Warum soll ich denn jetzt nach Californien?“, fragte ich Rachel neugierig. „Ich habe vorhin bei Kennet Jenkins angerufen und habe dir dort ein einwöchiges Praktikum gesichert. Die beiden haben viel um die Ohren mit ihren Pferden und Lucius wird dir was über das Stuntreiten und das Showreiten erklären. Ken zeigt dir dann Sachen, was die Pferdezucht betrifft und der Umgang mit Fohlen.“ Mein Mund blieb offenstehen. „Dein Ernst? Show- und Stuntreiten? Ich glaub’s nicht.“ „Doch, du fliegst morgen rüber. Ich würde an deiner Stelle deine Sachen packen. In der Woche wird Cleavant dann kastriert und du hast einen Wallach und keinen Hengst mehr zur Pflege“, sagte meine Tante streng und drehte sich dann um und ging in den Stall zu ihrem Hengst Cherti. Ich stand noch eine Weile da und starrte Löcher in die Luft bis ich mich in mein Zimmer machte und meine Sachen zusammenpackte. In California lagen die Temperaturen noch zwischen 20 – 35°C und somit war es um einiges wärmer als in Mazedonien. Ich würde die Woche schon überleben ohne Cleavant, aber doch verletzte es mich irgendwie, dass er kastriert wurde. Auch wenn er ein komischer Mix war, konnte man doch sicher mit ihm züchten. Vielleicht war er hier auf unserem Hof einfach nur falsch…

      Der Flug war länger als geplant und die Landung nahm mich genauso mit wie damals von Canada nach Mazedonien. Meine Ohren taten weh, ich war fertig wie ein Lachsbrötchen und wartete nach der Passkontrolle auf meinen wohl etwas zu groß geratenen Koffer. Die ganzen Kontrollen hier dauerten immer eine Ewigkeit. Aber immerhin wurde ich von Kenneth und seinem Bruder Lucius herzlichst in Empfang genommen.

      „Du musst Valerie sein“, stellte Kenneth erfolgreich fest und ich nickte nur kurz. „Das ist mein Bruder Lucius“, sagte er und deutete dabei auf den etwas kleineren Mann neben ihn, der mich nur mit einem kurzen Grinsen begrüßte, „Und ich bin Kenneth.“ Ich reichte ihm die Hand und stellte mich auch noch einmal vor. Die Blicke der beiden waren unbezahlbar, als sie meinen Koffer entdeckten und Lucius sich bereit erklärte, diesen zu schleppen. Er hatte Kraft, hatte aber wohl nicht mit dem Gewicht gerechnet. „Was hast du darin? Klamotten oder doch eher Ziegelsteine“, fragte er mich und schaute mich mit schiefgelegten Kopf an. „Alles was ich brauche“, grinste ich und sah mich um. Der Flughafen war riesig und ziemlich modern, so hatte ich mir das ganze hier gar nicht vorgestellt. Die Fahrt zum Anwesen dauerte nur länger als gedacht und ich war sowieso schon vom Flug fertig, dass ich im Auto kurzerhand auch noch einschlief. Die Zeitverschiebung machte mir auch etwas zu schaffen, aber ich schlief die paar Stunden zum Hof sehr gut im Auto. Kenneth konnte sehr gut Auto fahren und ich wurde sofort wach, als Lucius am Steuer saß. Er hatte einen etwas rasanteren Fahrstil und ich murmelte jedes Gebet, das ich kannte vor mir her. „War das arabisch?“, fragte mich Ken neugierig und ich nickte. „Ja, muslimisch geprägt“, sagte ich und sah auf die Straße, die wir gerade einbogen. Lucius schluckte. „Gut, das wir gleich da sind.“


      Tag 1 – Monday

      Mein Tag begann bereits um sieben Uhr morgens mit dem Füttern der Pferde. Wir hatten allein in der Reitschule fast so viele Pferde wie die beiden Brüder, aber trotzdem hatte ich am Anfang noch Mühe, die Pferde auseinander zu halten. Ich schaute also lieber doppelt und dreifach auf die Boxenschilder um den Pferden die richtige Ration zu geben, als dass ich ihnen womöglich zu viel oder zu wenig zu fressen gab. Allein vom ersten Anblick her, hatten mir Morgane, eine Dark Bay Tobiano Stute, Leveneza, ein Rappfohlen mit vier weißen Stelzen und Senda Oscura, eine rabenschwarze Stute angetan. Als die Pferde den Futterwagen rollen hörten, wurden sie alle ein wenig unruhig, ließen mich aber alle brav bis auf Morgane den Weg zum Futtertrog durchschreiten. Die noch junge Stute schüchterte mich doch ein wenig ein. Bei ihr war ich froh, als sie mich heile aus der Box raus ließ. „Ärgert die dich?“, fragte mich Kenneth und ich sah etwas verwirrt zu ihm ans andere Ende der Stallgasse. „Morgane ist noch jung. Keine vier Jahre alt und auch sonst immer etwas launisch. Als sie hier hinkam, war sie die Diva und Zicke in Person. Sie ließ sich nicht kraulen, machte Palaver und und und. Aber mittlerweile lässt sie sich auch mal kraulen und streicheln. Man muss sich nur mal durchsetzen und sie muss dir ein wenig vertrauen können. Dann geht das.“ Er demonstrierte es noch kurz und begann dann mit dem Verteilen des Heus. „Nimm dir mal Busted Cherry Cake und S’Cada und führ sie dort hinten auf die Weide. Danach kannst du Leveneza und Ases Maskwamozi auf die Weide führen. Ghost Merchant und Cadiz können auf die andere Weide. Danach kannst du grad die Stallgasse fegen“, erteilte mir Kenneth meine Aufgaben zu und ich gab nicht mehr als ein kurzes „Ok“ raus. „Ist was?“, fragte er mich feinfühlig und ich schüttelte mit meinem Kopf. „Nein, ich bin nur nicht so der extrovertierte Typ Mensch“, sagte ich und nun war es Ken, der nur ein Nicken brachte. „Alles klar, wenn du das gemacht hast, kannst du was essen. Wir sind ja keine Unmenschen“, zwinkerte er und ich lächelte. „Danach kannst du meinem Bruder ja zuschauen und etwas lernen“, sagte er und schaute auf seine Uhr, für mich ein kleines Zeichen mich an meine Arbeit zu machen.

      Zuerst nahm ich mir die Scheckstute ans Halfter und dann erst S’Cada. Die dunklere der beiden, war ihres Verhalten zu urteilen auch noch jung und etwas unausgeglichener. Ihr Schritt war zügiger als der von Busted Cherry Cake und so hatte ich vielleicht doch ein paar mehr Probleme als auf Briar Cliff. Gut, dort kannte ich auch schon die Pferde etwas länger. Mit den Jungpferden, ging das ganze irgendwie leichter. Leveneza wartete sogar bis ich ihrer Freundin den Strick vom Halfter löste, sodass die zwei zusammen los tollten. Der Porzellanschecke Ghost Merchant stupste mich sanft mit seiner hellgrauen Schnauze an auf dem Weg zur Weide. Blieb auch ruhig, fast so wie ich es von Cleavie gewohnt war.

      Ich beeilte mich beim Fegen der Stallgasse und hatte nun von 8:00 bis um 8:30 Uhr eine kleine Pause in der ich ein Toast mit Marmelade aß. Ich hatte die Marmelade aus den vereinigten Staaten vermisst. Bis ich 16 wurde, hatte ich sie beinahe täglich auf dem Tisch gehabt und jetzt seit eineinhalb Jahren hatte ich endlich wieder den Genuss auf der Zunge. Kenneth schrieb mir, dass ich nun Leveneza wieder reinholen solle und sie ein wenig über den Hof führen könnte, wenn ich wollte und davor noch schnell drüber putzen sollte und so machte ich mich wieder an die Arbeit und spülte schnell ab und stapfte zur Weide. Die Sonne war noch lange nicht am höchsten Punkt, raubte mir mit ihrer Hitze aber dennoch ein paar Nerven.

      Leveneza musste ich von der Weide holen gehen, ließ sich aber super von mir leiten. Ases trottete mir hinterher und ich versuchte sie leicht abzuschütteln, damit sie nicht mit uns durchs Tor trappelte. Es gelang mir auch zum Glück und nur Levenza und ich durchquerten das Tor bis hin zur Stallgasse, an der ich sie anband. Sie blieb erstaunlicherweise ruhiger als ich dachte beim Putzen und ich fand gleich ihre Lieblingsstelle an der sie lustig die Schnute verzog und die Luft ‚kraulte‘. Ich putzte sie ausgiebig und führte sie dann gut 15 min und übte mit ihr das Stehen bleiben und weitergehen. Wenn sie nicht rechtzeitig stehen blieb, richtete ich sie zurück. Das hatte ich von Rachel gelernt gehabt und bisher gingen die meisten ihrer Pferde ordentlich vom Boden aus. Aber auch das machte die Rappstute neben mir gut. Als ich fertig war, stellte ich sie wieder auf die Weide. „Valerie!“, rief Lucius dunkle Stimme quer über den Hof und ließ mich aufzucken. Ich konnte doch bis jetzt nichts falsch gemacht haben. Ich eilte zu ihm in den Stall und sah etwas misstrauisch in die Stallgasse. „Hmm?“, machte ich und sah, dass er gerade die lange, dichte Mähne einflocht. „Komm mal her und schau mir gut zu, okey“, sagte er und ich trat näher. Der Schimmel schaute mich nur mit angelegten Ohren an. „Er hat heute einen guten Tag“, grinste Lucius und klopfte dem Hengst auf die Schulter. Als er fertig war hielt er den geflochtenen Zopf am Ende fest und fragte mich ob ich gesehen hätte, wie er geflochten hatte und ich nickte. „Ja? Gut. Dann kannst du das ja nochmal machen“, grinste er neckend und löste den gesamten Zopf noch einmal. „Ihr Ernst?“, fragte ich perplex nach. „Klar, du willst ja auch was lernen, also auf“, grinste er weiterhin und ich sah ihn nur ungläubig an. Schließlich machte ich mich dann aber doch an die Mähne und versuchte Amador so gut es ging, zu ignorieren. Es dauerte doch etwas länger als bei Lucius, doch ich gab mir Mühe nicht völlige Hilfslosigkeit darzustellen und zog den Zopf etwas enger und bekam am Ende ein Lob. „Ich flechte ihm noch den Schweif ein und dann geh ich mit ihm auf den Platz, du kannst mir zuschauen wie wir für unsere nächste Show proben. Vielleicht inspiriert dich das ja bei Cleavant. Den Kleinen, haben wir im Übrigen zusammen mit Hunter Crowley gesehen und ihn ermutigt ihn mitzunehmen.“ Meine Augen blitzten auf. „Echt?“, fragte ich neugierig und hakte weiter nach. „Ja, wir waren gerade in England unterwegs und fanden ihn zusammen mit Braddock, einem fast gleichen Mix in einer Hobbyzucht zum Verkauf. Beide hatten was. Während Braddock so ziemlich das beliebte Kinderpony war, war Cleavant der Hingucker mit seiner weißen Brust. Fast wie ein Pinguin“, erzählte er mir weiter und ich grinste über beide Ohren. „Dann muss ich mich bei ihnen ja noch bedanken“, sagte ich und tat dies auch gleich. „Du kannst mich gerne duzen.“ Ich nickte kurz, schaute ihm dabei zu, wie er den Schweif hochband. Danach legte er ein schickes Sattelzeug drauf und führte ihn zum Reitplatz mit einer Longe bewaffnet. Er longierte Amador vorher ab und ich konnte sogleich begreifen wieso. Amador hatte Pfeffer im Arsch – Verdammt viel Pfeffer. Erst nach einer Weile auf beiden Händen beruhigte er sich allmählich und wurde ruhiger. Dann stieg Lucius auch schon auf und warf mir die Longe entgegen, die ich glücklicherweise auch noch fing. „Anders kann man den hier nicht arbeiten“, sagte er mir und begann dann auch schon gleich im Schritt mit dem spanischen Schritt, ging dann über in den Spanischen Trab und blieb in der Gangart. Lucius lieferte mir eine tolle Show, in der ich viel über die beiden lernte und als er fertig war, bat er mich darum Senda Oscura zu putzen und im Anschluss zu Satteln. Ihr Sattelzeug würde ich in ihrem Spind finden. Ich nahm den Auftrag gerne an und watschelte auch schon zu der Stute und nahm sie langsam aus der Box. Und schon lutschte sie an meinem Rücken am T-Shirt rum. „Hör auf“, murmelte ich und band sie an. Sie genoss die Pflegeeinheiten und lutschte weiter an der Wand vor ihr. „Senda, du hast eine Macke“, schmunzelte ich und kratzte ihr gerade die Hufe aus, als ich ihre Schnauze auf meinem Rücken spürte. Während ich sie sattelte und dann ihre Bandagen wickelte, sah ich wie Kenneth über den Hof irrte und irgendwen suchte. Ich machte mir aber nichts draus und ging meiner Arbeit wieder nach. Lucius kam mir gerade entgegen und fragte mich dann ob ich reiten könne. Ich bejahte verwirrt. „Dann reite sie im Schritt ein wenig warm, ich komme gleich nach. Ich bringe Amador gerade auf die Weide.“ Wieder nickte ich und stieg dann auf dem Reitplatz mit einem leicht mulmigen Gefühl auf die Stute auf. „Auf geht’s“, murmelte ich und war fasziniert von ihrem zielstrebigen Schritt. Die ersten paar Runden blieb ich auf dem Hufschlag, rang mich aber dann an andere Bahnfiguren. Ich ritt jetzt bestimmt seit 30 Minuten und wunderte mich so langsam, wo Lucius denn blieb. Nun betrat auch Kenneth den Reitplatz mit seiner Stute Fix the Flame und arbeitete sie in der Dressur weiter. Es dauerte noch ein paar Minuten bis Lucius zu mir kam. „Es hat ein wenig länger gedauert“, rief er um die Ecke und ich sah zu ihm rüber. Etwas zu ruckartig, denn jetzt schmerzte mein Nacken. Er hatte einen Apfelschimmel neben ihm stehen und ich sah ihn verwirrt an. „Und was ist mit Senda?“, fragte ich nach und er sah mich von Lucero aus nachdenklich an. „Hmm. Dann reite sie ein wenig im Trab und Galopp und dann kann sie auf die Weide. Danach kannst du Estrada holen und sie spazieren führen“, sagte er und ich gehorchte. Ich ritt sie im Trab und hatte Mühe zu entdecken ob sie gerade trabte oder im Rack unterwegs war. Dann galoppierten wir auf beiden Händen. Immerhin konnte ich das gut unterscheiden. Als ich Senda Oscura trocken ritt, sagte mir ihr Besitzer, dass ich Estrada doch nicht führen brauchte. Sie käme heute nur auf die Weide und ich könnte dann jetzt Feierabend machen. Heute Abend würden sie mir die Stadt zeigen.


      Tag 2 – Tuesday

      Der zweite Tag war weniger anstrengend. Ich fütterte wieder alle Pferde und fegte nach dem Heu verfüttern wieder die Stallgasse. Heute erzählte mir Ken dann mehr über die Zucht und ich verbrachte die meiste Zeit bei ihm und hörte aufmerksam zu. Er erklärte mir, was er sich bei der Verpaarung von den Elternteilen von Ases Maskwamozi gedacht hatte. Die Kleine hatte die Farbe der Mutter geerbt und dazu das Talent des Vaters. Mr. Raw Depression kannte ich sogar vom Sehen. Ein toller Hengst mit viel Potenzial. Ases würde wohl in seine Fußstapfen treten. „Und wie kam S’Cada zu euch?“, fragte ich neugierig und schaute auf die Rappstute neben der Buckskin Tobiano Stute Levistino’s Hope. „Sie ist noch nicht lange hier, ist auch etwas stürmisch. Levistino’s Hope ist da schon anders. Sie hat uns auch Leveneza als Fohlen gebracht und zeigt so ihre Zuchttauglichkeit schon sehr deutlich. S’Cada kommt sogar von einer Freundin von uns.“ Ich nickte stumm und lauschte aufmerksam seiner Erzählung und schon führte mich Kenneth zu Ases damit ich in der Jungpferdeerziehung ein wenig weiter kam. Auch wenn sie sich bei mir sehr unaufmerksam zeigte, gab mir Kenneth Tipps wie ich ihre Aufmerksamkeit bekommen konnte. Wurde sie zu temperamentvoll, zügelte ich sie mit Rückwärtsrichten und hoffte insgeheim, dass sie nicht steigen würde. Das Problem hatten wir heute teilweise noch mit Deila, doch das hatte wohl gesundheitliche Probleme. Die Sonne zwang uns sogar zu einer längeren Pause und erst gegen Abend spürte ich die Anstrengung.


      Tag 3-4 – Wednesday + Thursday

      Den heutigen Tag plagte ich mich mit sehr viel Muskelkater rum, doch auch heute fütterte ich die Pferde dreimal am Tag und mistete heute alle Boxen aus. Danach half ich Kenneth auch wieder bei seinen Jungspunden und durfte auch über Morgane drüber putzen, was ich als Ehre empfand, denn die Scheckstute war biestig, fast schon wie unsere Bailey. Nach der Pause half ich Lucius dann wieder und durfte Senda wieder reiten. So langsam vernarrte ich mich in das Pferd, auch wenn ich Cleavant ganz schön vermisste. Senda war da schon schöner Ersatz. Wenn man das so nennen konnte. Die Hälfte meiner Zeit hier auf dem Hof war schon vergangen und ich sehnte mich irgendwie doch nach Mazedonien. Mal sehen wie die nächsten Tage vergehen würden. Ich longierte gegen Abend noch Estrada Dourada auf beiden Händen und lobte sie am Ende ausgiebig. „Geh mit der noch eine Runde spazieren, die ist ja pitschnass“, sagte mir Luci, wie ich ihn in Gedanken nun immer zu nennen pflegte. Ich nickte wieder und legte ihr noch eine Abschwitzdecke über und führte sie ein paar Runden um den Hof bis sie trocken war und ich Heu und Kraftfutter verfütterte. Am Abend machte ich mich dann auch schon wieder mit den beiden in die Stadt und schaute nach ein paar Souvenirs, die ich für Rachel, Smetti und Abby holen würde. Morgen wäre mein letzter Tag hier in Kalifornien und ich legte mich noch einmal richtig ins Zeug. Ich putzte zusätzlich das Sattelzeug der Pferde und durfte noch etwas Zeit mit Senda verbringen und Morgane putzte ich auch wieder. Am Donnerstag war sie besser drauf als den Tag zuvor. Konnte aber auch an der Bestechung liegen, die ich ihr für danach aufgehoben hatte. Mit Ghost Merchant und Fix the Flame ging es dann auch zu einer Körung und Krönung, sodass ich noch was Aufregendes erlebte und am Abend mit den beiden noch die beiden Pferde auslud. Freitag morgen flog ich wieder nach Hause.

      von Sosox3
    • sadasha
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      02. März 2017 | 20513 Zeichen von adoptedfox
      Pflege für alle Pferde des Phoenix Valley

      Ankunft

      Mittwoch. Vor wenigen Minuten noch setzte mein Flug zur Landung an und schon stand ich inmitten der Menschenmenge, welche darauf wartete abgeholt zu werden. Die Sonne stand genau über dem Flughafen und die Luft wurde nur durch die leichte Frühlingsbrise abgekühlt. Ich sah mich um und hoffte zu erkennen, wer mich abholen würde. Und da entdeckte ich Ihn. Er stand etwas Abseits mit einem Schild in der Hand auf welchem in großen Druckbuchstaben "Käthe -> Phoenix Valley" stand. Ich hängte meine Reisetasche über die Schulter, nahm meinen Koffer und ging Ihm mit einem Lächeln entgegen. "Hi, ich bin Käthe!" begrüßte ich Ihn, stellte meinen Koffer ab und machte anstalten seine Hand zu schütteln doch er kam mir zuvor, nahm meine Hand, zog mich an sich und umarmte mich. "Ich bin Kenneth, schön Dich zu sehen! Wir war dein Flug? fragte er mich während er mich aus der Umarmung entließ und nahm gleichzeitig meine Reisetasche ab. "Weniger anstrengend als ich erwartet hatte." antwortete ich Ihm ehrlich und folgte Ihm zum Kofferraum, wo ich meinen Koffer neben die Reisetasche stellte die er bereits hineingelegt hatte. Während der Fahrt zur Anlage unterhielten wir uns über die Pferde, meine Arbeit und wie es mich nach England verschlug. Nach einer Weile fuhren wir auf den Parkplatz des Phoenix Valley ein. Kenneth nahm meine Reisetasche und meinen Koffer aus dem Kofferraum und bat mich Ihm zu folgen. Während wir über den Hof zum Hauptgebäude liefen, erklärte mir Kenneth das man mich im Gästezimmer unterbringen würde für die Zeit des Aufenthalts. Dort angekommen stellte er meinen Koffer und meine Reisetasche vor das Bett und teilte mir mit, das er im Stallgebäude der Stuten auf mich warten würde. Ich nutzte seine Abwesenheit um mich umzuziehen. Eine schlichte Reithose und ein leichtes Top. Ich zog meine Stiefeletten an und ging aus dem Gebäude zu dem Stalltrakt, den ich für den Bereich der Stuten hielt.

      Tag 1
      Er ging mit mir von Box zu Box und stellte mir die Pferde vor. "Ok, ich denke es ist das einfachste wenn ich mich zuerst um die Fohlen kümmere, dann kann ich diese zusammen auf eine Weide stellen während ich mich um den Stall kümmere. Oder?" fragte ich. Kenneth sah mich an und antwortete mir lachend "Perfekt, kommst du zurecht? Dann schauen Lucius, mein Bruder und Ich nach dem Wagen, der macht nämlich Probleme.". Mit den Worten verschwand er aus der Stallgasse in Richtung Hof. Ich wandte mich den beiden Stutfohlen Ases Maskwamozi und Leveneza zu. Kenneth berichtete mir, dass die beiden Fohlen vom Ausbildungsstand am weitesten wären und so entschloss ich mit beiden eine Runde spazieren zu gehen um die Umgbung kennen zu lernen. Behutsam zog ich Ases Maskwamozi das Halfter über und führte das Fohlen in die Stallgasse, wo ich es mit einem geschickten Knoten anband um Leveneza zu holen. Ich begrüßte beide Fohlen ausgiebig, nahm eines in die linke, das andere in die rechte Hand und zu dritt verließen wir die Stallgasse. Wir wandten uns dem Weg zu, welcher von Bäumen gesäumt war um im kühlen Schatten zu laufen. Leveneza nahm die Umgebung aufmerksam wahr, die Ohren spielten und schienen jedes Geräusch einzusaugen. Ases Maskwamozi hingegen schien nur Levenza zu folgen. Mehrfach versuchte sie mich auszutricksen und den Rückweg anzustreben, doch mit Geschick konnte ich sie immer wieder überreden uns weiter zu begleiten. Die Wege um den Hof schienen miteinander verbunden, denn langsam ließen sich die Umrisse des Stallgebäudes erahnen. Auf dem Hof angekommen ließ ich die beiden Stutfohlen trinken und brachte beide auf die Weide. "Na, was stellen wir denn mit euch 2 hübschen an?" fragte ich als ich die Stallgasse betrat und ging zu der Box mit Stracciatella. Die kleine Stute sah gelagweilt aus und schenkte mir, bis auf 1 zugewandtes Ohr, keinerlei Aufmerksamkeit. Ich öffnete die Boxentür und wandte mich ihr langsam zu. "Keine Sorge, wir wollen Dir doch nichts schlechtes, hm?" sprach ich beruhigend auf das junge Fohlen ein und streichelte dessen Hals. Vorsichtig wanderte meine Hand zum Mähnenkamm, weiterhin kreisende Bewegungen streichelnd. "Super machst du das!" lobte ich Stracciatella, die aufzutauen schien. Ich holte aus meiner Hosentasche 1 Bananenchip und bot ihn Ihr an. Neugierig schnaubte sie in meine Handfläche und nahm den Bananenchip zwischen die weichen Lippen. Er schien Ihr zu schmecken, denn kaum war der erste verschwunden, schob sie Ihr weiches Maul in Richtung meiner Hose. Ich lachte "So aber nicht! Erst die Arbeit, dann das Vergnügen!". Ich strich in sanften Bewegungen in Richtung Rücken. Mit meiner anderen Hand griff ich in den Trog, wo ich zuvor einen weichen Striegel positioniert hatte. Ich bewegte den Striegel in der gleichen kreisenden Bewegung am Rücken des Fohlens, wie zuvor meine Hand. Stracciatella schien sich selbst nicht sicher zu sein, ob sie dies gut oder schlecht fand. Ich beschloss das Training für den heutigen Tag zu beenden und gab Stracciatella zur Belohnen noch einen Bananenchip. Das letzte Fohlen, Phoebe, beobachtete mich bereits neugierig als ich aus Stracciatella's Box kam. Als ich die Boxentür öffnete spürte ich eine Hand auf meiner Schulter, es war Kenneth. "Wenn du magst..." sagte er und reichte mir ein kleines Halfter. "Sie wird mir doch nicht die Hand abbeißen, oder?" fragte ich und erhielt statt einer Antwort nur ein verlegenes Schulterzucken. Er schloss die Boxentür hinter mir, blieb jedoch stehen und sah mir zu. Ich ließ mich nicht beirren strich mit beruhigenden, sanften Bewegungen über den Hals der Stute. Das Halfter war bereits geöffnet, sodass es mir leicht fiel das Genickstück sanft über Ihren Hals zu streifen. Vorsichtig zog ich Ihr das Halfter an und schloss es locker. Sobald ich meine Hand entfernte schlug die junge Stute ein paar Mal mit dem Kopf. Sie schien nicht erschrocken über das klappernde Geräusch welches die Halfterschnallen verursachten, im Gegenteil, es schien sie zu amüsieren! Lobend kraulte ich Phoebe die Brust und steckte ihr einen Bananenchip als Belohnung zu. Kenneth reichte mir durch die Boxenstäbe einen Strick. Ich nahm ihn und befestigte ihn am Halfter der Stute und führte sie in die Stallgasse. Dort band ich sie aber nicht an und griff stattdessen nach dem Striegel aus Stracciatellas Trog um in kreisenden Bewegungen über Phoebes kurzes Fell zu streichen. Es schien ihr nichts auszumachen, jedoch entschied ich das Training zu beenden, da ich die Stute nicht überfordern wollte. Damit Stracciatella nicht als einziges Fohlen im Stall bleiben musste, brachte ich auch Phoebe zurück in Ihre Box.
      Während die beiden Fohlen Ases Maskwamozi und Levenza nicht in Ihren Boxen waren, nutzte ich die Zeit um diese auszumisten. Ich schob die halb gefüllte Schubkarre an die Box von Stracciatella, öffnete die Boxentür und ging hinein. Behutsam sammelte ich alle Pferdeäpfel und das nasse Stroh ein und beförderte es in die Schubkarre. Das gute Stroh verteilte ich, wie bei den anderen beiden Boxen, über die kahlen Stellen. Den Vorgang wiederholte ich anschließend auch bei Phoebe und den anderen Stuten im Stall. Nachdem auch die letzte Schubkarre auf dem Misthaufen entleert wurde, schnappte ich mir ein paar Strohballen um die Stallboxen entsprechend aufzufüllen. Als die Boxen der Stuten und Fohlen gemistet und neu eingestreut waren schob ich die Schubkarre hinaus in den Hof, lehnte die Mistgabel gegen das Stalltor und kehrte mit einem Besen die Stallgasse sauber. Mit jedem Bürstenstrich über den Stallboden wirbelte Staub auf. Als die Arbeit erledigt war beschloss ich die beiden Fohlen wieder in die Boxen zu bringen. Da ich zuvor bereits mit beiden spazieren war und dies super funktionierte, etschloss ich auch dieses Mal beide Fohlen zeitgleich zum Stall zu bringen. Zurück in der Stallgasse traf ich Kenneth, der sich gerade ein Halfter und einen Strick nahm. "Hast du Lust auf eine Runde spazieren? Ich würde Morgane nehmen und wenn du magst, kannst du Fix the Flame nehmen." ich nickte zustimmend und brachte die beiden Fohlen in Ihre Boxen. Kenneth hat bereits beide Stuten aufgehalftert und in die Stallgasse gebracht. Geschickt löste ich den Knoten und bevor ich mich versah, befanden wir uns auf einem kleinen Waldpfad. Kenneth erzählte, das dieser Pfad angenehm für Spaziergänge mit Pferden wie Fix the Flame war, da Sie sich so an die Umgebung gewöhnte und man Ihr gleichzeitig zeigen konnte, das es außerhalb der sicheren Box nicht nur Gefahren gab. Morgane schien die Ruhe selbst zu sein, aber Kenneth versicherte mir, das dies nur ein trügender Schein ist. Über diesen Pfad kamen wir auf der Rückseite der Stutstallung an. Kenneth nahm Morgane mit in Richtung der Reithalle, während ich Fix the Flame wieder in Ihre Box brachte. Nachdem die Boxentür fest verschlossen war und ich Fix the Flame einen Bananenchip zusteckte, begab ich mich auf die gegenüberliegende Boxenseite und holte Levistino's Hope und Busted Cherry Cake aus den Boxen. Ich entschied mich mit beiden Pferden dazu, die erste Route entlang zu spazieren, welche ich bereits mit den Fohlen erkundet hatte. Beide Stuten verhielten sich vorbildlich und schienen, genau so wie ich, den warmen, sonnigen Tag zu genießen. Nachdem wir zum Hof zurückgekehrt waren stellte ich die Stuten in Ihre jeweiligen Boxen. Gerade als ich die Boxentür zu Estrada Dourada öffnete, suchte jemand anderes meine Aufmerksamkeit. "Hey, wenn du Estrada beschäftigst, kannst du an Ihrer Gelassenheit arbeiten? Der Hufschmied hat nicht jedes Mal die Zeit mit einer aufmüpfigen Stute zu diskutieren!" hallte es die Stallgasse entlang und ich war mir sicher, dass es sich nicht um Kenneth gehandelt haben kann. "Du bereitest deinen Besitzern also Kopfzerbrechen, hm?" fragte ich die Stute und strich ihr sanft über die Stirn. Ich zog Ihr das Halfter über und führte Sie in die Stallgasse, wo ich sie vor Ihrer Box festband. Ich nahm mir aus der Putzbox einen Hufkratzer und aus der Sattelkammer einen zusätzlichen Strick. Schon als ich mit meiner Hand am Bein der Stute entlang striff, schien sich diese merkbar zu verspannen. Ich sprach beruhigend auf die Stute ein und wiederholte den Vorgang immer wieder, bevor ich den Huf hoch nahm und in der Luft behielt. Immer wenn ich den Huf in der Luft hielt, zählte ich bis 5 und setzte Ihn sanft wieder ab. Nach einigen Wiederholungen nutzte ich zusätzlich den Hufkratzer um der Stute zu zeigen, das Ihr nichts geschieht und es nur um ihr Wohl ging. Von Wiederholung zu Wiederholung wurde die Stute entspannter und ruhiger. Ich klopfte lobend Ihren Hals und brachte sie zurück in Ihre Box, wo sie ein paar Bananenchips von mir bekam. Der Tag neigte sich langsam aber sicher dem Ende zu. Ich entschied, mit Senda Oscura noch eine Runde spazieren zu gehen, bevor ich den Stalltrakt für den Tag verließ und mich dem Bett in meinem Gästezimmer widmete.

      Tag 2
      Mit dem ersten aufgeregten zwitschern der Vögel wurde ich wach. Ich betrat das Badezimmer und bereitete mich auf den Tag vor. Auf dem Weg nach draußen hielt mir Kenneth eine Brottüte vor die Nase. "Frühstück nicht vergessen junge Dame!" sagte er lächelnd und ich nahm diese dankend entgegen. Bevor ich mich den Pferden widmete ging es zur Fütterung. Ich betrag die Futterkammer und richtete die Futterrationen für die Pferde. Nach und nach leerte ich jeden Eimer im Trog der Pferde, bis alle schmatzend ihr Frühstück genossen. Ich ebenso, denn ich hatte es mir gerade auf einem Strohballen gemütlich gemacht und nahm das Sandwich aus der Brottüte. Ich sollte mir für die Heimreise ein paar Sandwiches von Kenneth wünschen, denn sie schmeckten fabelhaft! Gestärkt nahm ich mir eine Longe aus der Sattelkammer und ging hinüber zu den Stuten. Ich hing die Longe an die Box von Corde de la cerise und begann die Stute in Ihrer Box zu putzen. In langen Zügen strich ich mit dem Striegel in der einen und der Bürste in der anderen Hand über das Fell der hübschen Stute. Die Mähne und den Schweif säuberte ich lediglich mit meinen Fingern und sammelte so Strohhalme heraus und löste Knötchen. Mithilfe des Hufkratzers säuberte ich die Hufe und nahm die Stute dann am Halfter und führte sie zur Boxentür. Dort hakte ich die Longe am Halfter ein und führte die Stute zur Reithalle. Ich positionierte mich in die Mitte der Halle und schickte die Stute nach außen auf den Zirkel. Sie schien arbeitswillig, denn sie setzte sich sofort in Bewegung und lief im Schritt Ihre Runden. Nach ein paar Runden schnalzte ich mit der Zunge und Corde de la cerise fiel in einen lockeren Trab. Die Stute war aufmerksam, hielt ein Ohr aber stets zu mir gerichtet. Im Galopp powerte sie sich offenbar erst aus, bevor sie zur eigntlichen Arbeit zurück kam. Ich lies sie gewähren. Ich nahm die Longe auf und ließ die Stute in den Schritt parieren und letztendlich stehen. Mithilfe einer lockeren Armbewegung gab ich der Stute zu verstehen, das ich einen Handwechsel möchte und nach einer kleinen Diskussion trabte die Stute auch auf der linken Hand auf dem Zirkel. Die anfängliche Anspannung war schnell verflogen und so holte ich die Stute zu mir, lobte sie ausgiebig und brachte sie zurück in Ihre Box. Den gleichen Ablauf versuchte ich bei S'Cada, jedoch zeigte sie mir eindeutig, das es ihr absolut nicht passte arbeiten zu müssen. Nach minutenlangen Diskussionen und wildem gereiße an der Longe holte ich die Stute zu mir und nahm die Longe ab. "Gut, dann bleibst du halt hier. Tob dich aus!" sagte ich bestimmt und verließ die Halle. Offenbar schien ihr das auch nicht wirklich Recht, denn sobald das Hallentor geschlossen war stürmte die Stute los und buckelte. Währenddessen nutzte ich die Zeit um die Boxen der Hengste auszumisten und neu einzustreuen. Als die Arbeit beendet war ging ich zurück zur Halle, wo eine ausgepowerte S'Cada bereits auf mich zu warten schien. "Na, alles klar?" rief ich ihr zu und schloss das Hallentor hinter mir. Ich ging ruhig auf die Stute zu und klopfte ihren Hals. Die Longe wieder eingehakt, gingen wir aus der Halle zurück in die Stallgasse. Ich brachte S'Cada in Ihre Box zurück und nahm ihr das Halfter ab. Als ich die Stallgasse der Hengste betrat wartete bereits Kenneth auf mich. "Bevor du dich mit unseren Jungs beschäftigst rate ich Dir an, Amador zum Schluß zu arbeiten. Und sei vorsichtig, er ist das, was sich alle unter einem Hengst vorstellen!" sagte er und redete auf mich ein aufzupassen. Ich beschloss auf ihn zu hören und ging zur Box von Cadiz. Ich strich ihm sanft über die Nüstern und tauschte sein Stallhalfter gegen eine Trense. Bereits auf unserem eigenen Gestüt lernte ich schnell, das es leichter war einen Hengst mit einer Trense, als mit einem Halfter auszuführen. Ich nahm mir, auf dem Weg an der Sattelkammer vorbei, eine Longierbrille und Longe und tauschte diese gegen die Zügel ein. Zusammen gingen wir nach draußen und schlugen den ruhigen Waldpfad ein. Der heutige Tag würde nicht so heiß werden wie der gestrige, zumindest hoffte ich das. Cadiz lief im Schritt neben mir, sodass es eine ruhige und entspannte Runde wurde. Zurück im Stall tauschte ich Cadiz gegen Ghost Merchant ein. Er war ein hübscher Hengst und gefiel mir auf Anhieb. Auch mit Ihm lief ich auf dem Waldpfad entlang. Ghost Merchant war aufmerksam und nahm seine Umgebung genauestens auf. Einige Male versuchte er mich zu überholen, doch das wusste ich mit einem einfachen Wendemanöver zu unterbieten! Da mir der Hengst gefiel gab es, zurück in der Box, einen Bananenchip.
      Bevor ich mich an Amador versuchte, wandte ich mich Lucero zu. Schon als ich in die Box kam stieß er mir seinen gewaltigen Kopf schnell entgegen und schnupperte an meiner Hosentasche. Als wüsste er was sich in Ihr befindet, knabberte und zog er am Stoff umher. "Hey du Spinner, lass das!" sagte ich und schob seinen Kopf beiseite. Ich legte ihm das Halfter an und führte ihn aus der Box auf den anhängenden Reitplatz. Da ich nicht wusste wie der Hengst sich verhält hielt ich es für die beste Idee mit Halfter und Longe zu arbeiten. Ich stellte mich mit dem Hengst auf den Zirkel und strich mit der Schlaufe der Longe über den Hals und die Schulter des Hengstes. Dies schien ihm keine Probleme zu bereiten, so begann ich damit das Longenende über seinen Rücken zu legen und herunter zu ziehen. Lucero verspannte sich, sobald er bemerkt wie das Seil heruntergezogen wird. Ich sprach beruhigend auf ihn ein und wurde langsamer, sodass er sich auf das Gefühl, welches das Seil verursachte, einlassen konnte. Schon nach ein paar Wiederholungen wurde der Hengst merklich ruhiger und entspannter. Das ich das Longenende schließlich über seinen Rücken warf bereitete ihm keinerlei Probleme mehr. Ich lobte den Hengst ausgiebig für seine Geduld und Mitarbeit und schob ihm ein paar Bananenchips zu. Diese schienen ihm zu schmecken denn sofort bettelte er nach mehr. Ich verwehrte Ihm den Zugang in meine Tasche und führte ihn zurück in seine Box. Ich schloss die Boxentür und wandte mich Amador zu. Dieser legte bereits die Ohren an, als ich auch nur zur Box trat. Ich ging in die Sattelkammer und holte ein festes Rope, sowie ein Knotenhalfter. Behutsam öffnete ich seine Boxentür und betrat diese, während ich beruhigend auf den Hengst einsprach. Die Ohren noch immer angelegt ging er ein paar Schritte auf mich zu und beobachtete mich. Ich ging ebenfalls auf den Hengst zu und sprach weiterhin beruhigend auf ihn ein. Er lies zu das ich ihn berührte und ich nutzte den Moment, ihm das Knotenhalfter anzuziehen. Ich entschloss zuerst mit dem Hengst in die Reithalle zu gehen um ihn ein paar Runden laufen zu lassen, bevor wir einen Spaziergang unternahmen. So konnte er sich auspowern und ich konnte mir ein Bild über ihn verschaffen. Allein der Weg in die Halle war kein Zuckerschlecken. Amador zog am Rope und versuchte auf der kurzen Strecke mehrmals sich mir zu entziehen und strebte den Sprung nach vorn an. Ohne mich! Ich wendete ihn immer und immer wieder, blieb stehen und richtete rückwärts. In der Halle angekommen ließ ich ihn sich auspowern. Er setzte sofort zum Galopp an und hielt diesen minutenlang am Zirkel. Irgendwann schien ihm die Lust zu vergehen und nach ein paar Buckler und gezielten, gegen mich gerichteten Tritten, lief er mit gesenktem Kopf im Schritt. Ich lobte ihn mit sicherer Stimme und ließ ihn zum Stand hin parieren. Bestimmt ging ich auf den Hengst zu und klopfte seinen Hals. "Na, hast du Lust auf Entspannung?" fragte ich ihn und ging in Richtung Hallentor. Kenneth erwartete mich bereits und öffnete das Tor. "Wer hätte gedacht das eine so zierliche Frau diese Eskarpaden aushält!" sagte er sichtlich beeindruckt und schloss das Hallentor hinter mir. "Ich begleite euch, es ist gerade Luft und sollte doch etwas passieren kann ich eingreifen" bot er an und ehe wir uns versahen, befanden wir uns im Wald. Kenneth erzählte mir von Amador und wie sie zu ihm kamen. Ebenso erfuhr ich, das ich am Tag zuvor seinen Bruder Lucius kennenlernte und er sich gleich für dessen forschen Ton entschuldigte. Er sei im Stress gewesen als er mich bei den Pferden sah. Ich beschloss ihm zu vergeben. Kenneth erkundigte sich nach dem Stand meiner Arbeit und bot mir an doch noch einen weiteren Tag zu bleiben um Kalifornien kennenzulernen. Ich nahm diesen Vorschlag dankend an, entgegnete jedoch das ich dafür am Abend kochen würde als Dankeschön. Kurz bevor wir auf den Hof einbogen stemmte Amador seine Hufe in den Boden, riss den Kopf in die Luft und stieß ein durchdringendes Wiehern aus. "Halt ihn fest....!" sagte Kenneth und sah sich um. Doch alles was er entdeckte war sein Bruder Lucius, der mit Morgane über den Hof lief. Ich hielt Amador fest und richtete ihn rückwärts um seine Aufmerksamkeit zu erhalten und um ihn dazu zu bringen weiter zu gehen. Es funktionierte und schon wenige Minuten später fanden wir uns auf dem Hof ein. "Wir bringen Amador besser auf die Weide, nicht das er uns schon wieder die Box zertritt." sagte Kenneth und nahm mir den Hengst ab. Ich wandte mich der Stallgasse der Hengste zu und begann diese für die Mittagszeit zu füttern. Als jeder der Hengste, bis auf Amador, schmatzend mit dem Maul in den Trog schauten, ging ich hinüber zu den Stuten und bereitete auch ihnen das Futter zu. Als auch die Stuten gefüttert waren ging ich zurück ins Haupthaus und besprach mit Kenneth und Lucius den Rest des Tages, sowie den Tagesablauf für Morgen. Ich freute mich schon auf die Führung durch Kalifornien, doch noch mehr freute ich mich darauf wieder nach Nottingham zu reisen. Auch wenn ich die warmen Sonnenstrahlen auf meiner Haut vermissen werde.
    • sadasha
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      20. Juni 2017 | 20029 Zeichen von adoptedfox
      Pferdepflege von Landsberg

      Tag 1
      Ich brauche ganz dringend Zeit für mich stellte ich fest als ich mit müden Augen in das kleine Badezimmer meines Hotelzimmers ging. Am Abend zuvor war ich, nachdem meine Pferde versorgt waren, noch zum Flughafen gefahren um ein Last-Minute-Ticket nach Deutschland zu buchen. Mein Weg führte mich nach Caenheide im beschaulichen Nordrhein-Westfalen. Nachdem ich mich angezogen hatte verließ ich das Hotel und ging zu meinem Mietwagen. Ich stieg in den Wagen und gab die Adresse in das Navigationssystem ein. Glücklicherweise war mein Hotel nur zirka 25 Minuten vom Hof entfernt und da der Hof in einem Landschaftsschutzgebiet lag konnte ich die Fahrt dorthin genießen. Als ich den Hof erreichte stellte ich den Wagen auf dem Parkplatz ab und begab mich in den Stall. Ich begrüßte die Pferde und stellte fest, dass mir ein paar nicht unbekannt waren. Da es noch früh am Morgen war begann ich damit die Pferde zu füttern. Während die Pferde fraßen ging ich mit einer Schubkarre hinüber auf die Weiden und sammelte Pferdemist. Gleichzeitig kontrollierte ich die Zäune, konnte aber keine Beschädigungen feststellen. Ich wollte den heutigen Tag nutzen um mich den Fohlen zu widmen und begann mit Focus. Der schöne Braunschecke wirkte gelangweilt als ich an seine Box trat. Ich ging in die Box und hielt Focus meine Hand hin damit er mich kennenlernen konnte. Neugierig schob er sein kleines Maul über meine Handfläche als würde er etwas suchen. Mit meiner anderen Hand strich ich langsam über seinen Hals und bewegte sie in kreisenden Bewegungen in Richtung Rücken. Die Berührungen schienen ihm nichts auszumachen. Ich ging zur Boxentür und griff nach dem kleinen Halfter welches beim öffnen der Tür auf den Boden fiel. Behutsam legte ich den offenen Genickriemen über seinen Hals und zog ihm das Halfter auf. Bevor ich es schloss verharrte ich einen Moment. Ich lobte Focus ausgiebig als das Halfter geschlossen war und führte ihn an die Boxentür damit ich eine weiche Bürste aus der Putzbox nehmen konnte. Sanft strich ich über sein weiches Fohlenfell und entfernte so Staub und lose Haare. Um Focus nicht zu überfordern beendete ich die Trainingseinheit, ging aus der Box und verschloss diese. Ich würde die Fohlen erst später auf die Weide bringen. Neben Focus' Box schob Skittles bereits ihr Maul durch die Stangen und suchte meine Aufmerksamkeit. Ich öffnete die Boxentür und begrüßte das freundliche Stutfohlen. Während ich mit meinen Händen über ihren zierlichen Körper fuhr um sie an Berührungen zu gewöhnen ließ sie den Kopf hängen und fand offensichtlich gefallen an der Massage. Während ich zur Boxentür ging um das Halfter von der Halterung zu nehmen sprach ich beruhigend mit dem jungen Fohlen. Auch bei Skittles legte ich zuerst den Genickriemen um den Hals bevor ich das Halfter auf ihren Kopf zog. "Prima! Du bist ja eine ganz kluge!" lobte ich sie als das Halfter geschlossen war. Skittles schüttelte kurz ihren Kopf, schien aber kein Unwohlsein zu empfinden. Ich nahm die Bürste, die ich zuvor in den Trog ihrer Box gelegt hatte und strich in sanften, kreisenden Bewegungen über ihr weiches Fell. Zufrieden lobte ich Skittles und ging für einen kurzen Moment aus ihrer Box um einen Führstrick zu holen. Ich hängte den Strick in ihr Halfter und führte sie aus der Box. Das Focus neugierig an die Boxentür trat war ein Vorteil für mich, denn so konnte ich die Tür öffnen und den zweiten Strick in sein Halfter hängen. Mit einem Fohlen in der linken- und einem in der rechten Hand ging ich zu einer der großen Weiden und entließ sie für den heutigen Tag. Ungestüm galoppierten die beiden davon. Ich ging zurück in die Stallgasse und wand mich Phoebe zu. Das junge Stutfohlen war mir nicht unbekannt und ich begrüßte sie mit einem Leckerchen. Ich zog Phoebe das Halfter an und führte sie hinaus in die Stallgasse wo ich sie vor ihrer Box fest band. Ich nahm eine Bürste aus der Putzkiste und begann ihr kurzes Fell zu bürsten um es von Staub und Schmutz zu befreien. Da Phoebe mit dem Hufe geben noch unsicher war steckte ich den Hufkratzer in meine Hosentasche und beschloss mit ihr zu üben. Behutsam strich ich mit meinen Händen ihre Beine entlang und nahm den Huf für ein paar Sekunden hoch. Ein paar Mal entzug sie mir den Huf, doch das war in Ordnung. Beruhigend sprach ich mit Phoebe während ich den Huf hielt und mit der Bürste des Hufkratzers säuberte. Als alle 4 Hufe sauber waren lobte ich sie ausgiebig. Ich löste den Knoten im Strick und führte Phoebe über den Hof zu den Weiden um sie zu den anderen beiden zu bringen. Nun wand ich mich Stracciatella zu. Ich begrüßte die junge Stute ausgiebig nachdem ich die Box betreten hatte. "Na hast du Lust etwas zu lernen?" fragte ich sie und kraulte der jungen Stute die Stirn. Ich hatte das Halfter bereits mit in die Box genommen und lies Stracciatella nun daran schnuppern. Ich öffnete das Halfter und legte den Genickriemen sanft auf ihren Hals auf. Vorsichtig zog ich ihr das Halfter an und streichelte der Stute beruhigend den Hals. Stracciatella wirkte erst unsicher, fand aber gefallen am klappern wenn sie den Kopf schüttelte. Der Anblick war amüsant und ich konnte mir ein lachen nicht verkneifen. Ich hängte den Strick in das Halfter ein und führte sie aus der Box. In der Stallgasse band ich sie fest und griff nach der Bürste um die junge Stute zu putzen. Da auch für Stracciatella das Hufe geben unbekannt war, ging ich mit viel Ruhe vor und wurde überrascht. Stracciatella hatte überhaupt kein Problem mit dem Hufe geben und so konnte ich auch die Hufe auskratzen. Stolz lobte ich sie und schob ihr ein Leckerchen zwischen ihre weichen Lippen. Während sie es genüsslich zerkaute löste ich den Strick und ging mit Stracciatella zu den Weiden, wo ich sie zu ihren Freunden entließ. Mit den letzten beiden Fohlen plante ich einen Spaziergang zu unternehmen um die Gegend kennenzulernen. Ich ging in die Box von Leveneza, zog ihr das Halfter an und führte sie hinaus in die Stallgasse wo ich sie vor ihrer Box fest band. Ich holte einen Striegel und eine Bürste aus der Putzbox und begann Leveneza zu putzen. Mit den Fingern zog ich lose Strohhalme aus dem Schweif und der Mähne. Ich kratzte die Hufe der Stute aus und ließ sie in der Stallgasse angebunden stehen um mich ihrer Boxennachbarin Ases Maskwamozi zuzuwenden. Nachdem ich ihr das Halfter angezogen hatte führte ich sie neben Leveneza in die Stallgasse und band sie an der Boxentür fest. Ich klopfte den Striegel, den ich gerade noch für Leveneza verwendet hatte, auf dem Boden aus damit ich Ases Maskwamozi putzen konnte. Mit dem Hufkratzer säuberte ich ihre Hufe und auch bei ihrem Langhaar benötigte ich keinen Kamm. Ich fuhr mit meinen Fingern durch die feinen Haare um so Knötchen zu lösen. Nun, da beide Fohlen geputzt vor mir standen räumte ich die Putzbox zusammen Ich öffnete die Knoten der Führstricke und ging dann mit beiden Fohlen hinaus in den Hof. Die Natur der Caenheide wirkte unheimlich beruhigend und ich freute mich auf den Spaziergang. Wir wählten einen schmalen Schotterpfad der zwischen zwei Feldern durch führte. Ases Maskwamozi und Leveneza liefen brav neben mir her und hin und wieder schaffte Levenza es ein Büschel Gras zu erhaschen. An einer Weggabelung gingen wir nach rechts und wir hatten eine gute Wahl getroffen, da wir dem Hof entgegen liefen. Ich brachte die beiden Fohlen zu ihren Freunden auf die Weide und ging in die Stallgasse wo ich damit begann die Boxen auszumisten. Ich fegte die Boxen leer und wusch die Tränken aus. Nachbdem ich die Schubkarre auf dem Misthaufen ausgeleert hatte lehnte ich sie gegen die Stallmauer und löste ein paar Lagen vom Strohballen ab um sie in den Boxen aufzuschütteln. Als die Boxen fertig eingestreut waren kehrte ich die Stallgasse sauber und bereitete das Futter für die Fohlen zu. Ich sah auf die Uhr. Der Tag verging wie im Flug und ich nahm mir vor, für heute Ruhe walten zu lassen. Zurück im Hotel ging ich sofort ins Bett.

      Tag 2
      Heute war ich etwas früher auf den Beinen und nutzte die Zeit um in einem kleinen Café zu halten. Ich wählte einen Coffee-to-Go, das war für die Fahrt das einfachste. Ich parkte den Wagen und trank den letzten Schluck aus meinem Kaffeebecher bevor ich ausstieg und mich an die Arbeit machte. Heute würde ich mich den Pferden widmen. Auf dem Weg in das Stallgebäude stellte ich fest das die Fohlen gestern noch in die Boxen gebracht wurden. Das war in Ordnung und mit den Besitzern der Caenheide besprochen. Ich wandte mich dem ersten Pferd im Stalltrakt zu, Ostid OC. Der schöne Hengst klopfte mit dem Huf gegen die Boxentür und wirkte unruhig. Ich sprach beruhigend auf ihn ein und öffnete die Boxentür um ihm das Halfter überzuziehen. Ich führte ihn hinaus in die Stallgasse und band ihn an. Ich ließ ihn für einen Moment allein und holte die Putzbox aus der Sattelkammer. Mit langen Zügen striegelte ich sein Fell um es von Staub und Schmutz zu befreien. Ich nahm den Mähnenkamm aus der Putzbox und legte Striegel und Bürste wieder hinein. Sorgfältig kämmte ich Mähne und Schweif des Fuchses und kratzte anschließend seine Hufe aus. Ich ging in die Sattelkammer und holte eine der Longen. Zurück bei Ostid hängte ich die Longe in das Halfter ein und löste den Strick. Ich führte den Fuchs auf den großen Sandplatz und führte ihn in den Zirkel. Im Schritt zog er seine Runden, ein Ohr stets auf mich gerichtet. Ich schnalzte mit der Zunge und Ostid fiel in einen lockeren Trab. Er arbeitete fleißig an der Longe und auch die Handwechsel bereiteten ihm keine Probleme so das ich ihn im Galopp noch ein paar Runden auspowern lies. Ich parierte den Hengst durch und holte ihn zu mir. Lobend klopfte ich seinen Hals und brachte ihn direkt auf die Weide wo er sich nun entspannen konnte. Zurück im Stall ging ich zur Box von S'Cada. Ich begrüßte die Stute ausgiebig und zog ihr das Halfter an. Den Strick hatte ich bereits eingehängt und konnte sie so direkt in die Stallgasse bringen wo ich sie vor Ihrer Box fest machte. Ich nahm einen Striegel und eine Bürste aus der Putbox und begann das Fell der Stute zu putzen. Sorgfältig bürstete ich ihr dunkles Fell und legte Striegel und Bürste zurück in die Putzbox um mir einen Mähnenkamm zu nehmen. Ich kämmte die kurze Mähne und fuhr mit meinen Fingern durch den Schweif, bevor ich diesen ebenfalls kämmte. Nachdem auch die Hufe ausgekratzt waren zog ich mein Telefon aus der Hosentasche um mir die Beschreibungen der Pferde anzusehen. Ich hatte vor mir S'Cada spazieren zu gehen und wollte ein zweites Pferd mitnehmen. Damit es nicht zu Streitigkeiten kam fiel meine Wahl auf Estrada Dourada. Die champagnerfarbene Stute stand gegenüber von S'Cada in ihrer Box. Ich begrüßte die Stute durch die Boxenstangen, nahm das Halfter vom Sattelhalter und ging hinein. Brav ließ sie sich das Halfter anziehen und folgte mir hinaus in die Stallgasse. Ich band sie etwas versetzt an und begann sie zu putzen. In langen Zügen striegelte ich ihr Fell und hatte mit einer Stelle ganz besonders zu kämpfen. Estrada Dourada hatte sich über Nacht in ihre Hinterlassenschaften gelegt, doch zum Glück waren die Stellen bereits getrocknet und konnten mit etwas Druck ausgebürstet werden. Ich kämmte ihre Mähne und ihren Schweif und kratzte sorgsam ihre Hufe aus. Nun, da beide Pferde geputzt vor mir standen räumte ich die Putzutensilien auf die Seite und löste die Stricke. Mit beiden Pferden verließ ich die Stallgasse und nahm mir vor den gleichen Weg zu gehen, wie bereits am Tag zuvor mit den Fohlen. Das Wetter war heute zugezogen und ich hoffte inständig das es nicht zu regnen beginnen würde. Doch das Wetter hielt sich und die Stuten nahmen aufmerksam ihre Umgebung auf. Bevor wir zum Hof zurück gingen hielt ich mit beiden Stuten auf einer Wiese und lies sie etwas grasen. Der Weg zurück zum Hof verlief unspektakulär und ich brachte die beiden auf eine Weide. Die Stricke legte ich ins Gras nahe des Tors. Ich ging zurück zum Stall und wandte mich Fix the Flame zu. Nachdem ich die schöne Stute begrüßt hatte zog ich ihr das Halfter an und führte sie aus ihrer Box in die Stallgasse. Ich band die Stute vor ihrer Box an und griff in die Putzbox um Striegel und Bürste in die Hände zu nehmen. In langen Zügen putzte ich das rotbraune Fell der Stute und wandte mich ihrem Langhaar zu. Sorgfältig kämmte ich die Mähne. Bevor ich den Schweif kämmte zog ich "gesammelte" Strohhalme heraus und löste Knötchen. Als ich auch die Hufe der Stute ausgekratzt hatte ging ich zur Box von Senda Oscura. Neugierig trat sie an die Boxentür als ich diese öffnete und sie begrüßte. Ich nahm das Halfter vom Sattelhalter und zog es der dunklen Rappstute an. Noch bevor ich sie aus der Box führen konnte schob sie sich bereits an mir vorbei. "Hier geblieben!" mahnte ich sie und band sie vor ihrer Box an. Sie wirkte aufgeregt und blieb kaum ruhig stehen. Ich beeilte mich damit sie zu putzen und hatte gerade mit den Hufen einiges zu tun. Entweder sie verlagerte ihr Gewicht so sehr auf das Bein, welches ich hielt, das es mir unmöglich war sie zu halten oder sie entzog mir den Huf. Als ich endlich den letzten Huf ausgekratzt hatte strich ich mit dem Handrücken über die Stirn. Hoffentlich würde sie beim Spaziergang ruhiger werden! Ich löste zuerst den Strick von Senda Oscura und dann von Fix the Flame. Mit den beiden Stuten verließ ich die Stallgasse und ging hinaus in den Hof. Da es hinter dem Hof ein kleines Waldstück gab entschied ich mich für diesen Weg in der Hoffnung, dass Senda Oscura entspannter werden würde. Wir folgten dem schmalen Schotterweg der in den Wald führte und als hätte Senda meine Gedanken gehört, entspannte sie sich zusehends. Im Wald war es kühl und leider trieben ein paar Mücken ihr Unwesen. Nach einer entspannenden Runde im Wald schlugen wir den Weg in Richtung der Caenheide ein. Auf dem Hof angekommen brachte ich die beiden auf die Weide zu den anderen Stuten. Ich ging zurück in den Stall und widmete mich Ghost Merchant. Der Porzellanschecke stand ruhig in seiner Box. Ich öffnete die Boxentür und begrüßte den schönen Wallach bevor ich ihm das Halfter über zog und ihn in die Stallgasse führte. Ich band den Hengst vor seiner Box an und begann damit ihn zu putzen. Ghost Merchant war ein sauberer Hengst der es auch in seiner Box vor zog seine Hinterlassenschaften in eine Ecke zu platzieren. Demnach hatte sein helles Fell auch keine unansehlichen Flecken. Nachdem ich auch die Hufe ausgekratzt hatte ging zur Box von Ostid wo ich die Longe über den Sattelhalter gehängt hatte. Ich hängte die Longe in das Halfter von Ghost und führte ihn hinaus auf den Reitplatz. Von allein ging er auf den Zirkel und ich ließ ihn ein paar Runden im Schritt warm werden. Er arbeitete fleißig mit und setzte die Kommandos, die man ihm gab, gewissenhaft um. Nach ein paar Hand- und Geschwindigkeitswechseln parierte ich den Hengst durch und holte ihn zu mir. Ich lobte ihn ausgiebig und schob ihm ein Leckerchen zu. Ich führte Gost Merchant vom Reitplatz zur Nordweide wo er sich nun entspannen konnte. Bevor ich zurück in den Stall ging machte ich eine kleine Pause und ging zu meinem Wagen um mir einen Schluck aus der Wasserflasche zu genehmigen. Der Blick auf mein Telefon war ernüchternd. Keine verpassten Anrufe, keine Nachrichten. Ich entschied mein Telefon im Wagen zu lassen, trank noch einen großen Schluck und ging wieder zu den Pferden in den Stall. Ich ging zur Box von Morgane und öffnete die Tür. "Na Morgane? Wie gehts Dir denn?" fragte ich die Stute und hielt ihr die Hand zur Begrüßung hin. Die wirkte wenig begeistert das ich in ihrer Box stand, deswegen wollte ich mich mit Vorsicht nähern. In kreisenden Bewegungen streichelte ich ihren Hals und zog ihr das Halfter über. Ich führte sie hinaus in die Stallgasse und band sie vor ihrer Box an. Ich machte mich daran Morgane zu putzen und kämmte sorgfältig ihr Langhaar. Ich war erstaunt das sie keinerlei Zicken machte als ich ihr die Hufe auskratzte und lobte sie dafür. "Komm wir bewegen dich ein bisschen." sagte ich und holte die Longe. Nachdem ich die Longe in das Halfter eingehängt hatte führte ich Morgane auf den Reitplatz. Sie hatte Lust zu laufen was sie sofort zeigte in dem sie sich von mir ab wand und fleißig voranschritt. Ich sortierte die Longe in meiner Hand und achtete darauf das Morgane sie mir nicht aus der Hand zog. Morgane lief sowohl auf der linken- als auch auf der rechten Hand klar und folgte, wenn auch etwas widerwillig, den Kommandos. Im Galopp zeigte Morgane ihren Charakter und zog das Tempo an. Ich parierte sie in den Schritt und lies sie ein paar Runden laufen bevor ich ihr das Kommando gab, galoppieren zu dürfen. "Viel besser!" lobte ich sie. Sie hatte sich ordentlich ausgepowert und sich den Weidegang verdient. Ich holte Morgane zu mir und klopfte ihr lobend den Hals. Ich brachte sie auf die Weide und ging zurück in den Stall. Ich brachte die Longe zurück in die Sattelkammer und wandte mich Corde de la cerise zu. Ich begrüßte die nervös wirkende Scheckstute und führte sie hinaus in die Stallgasse, nachdem ich ihr das Halfter aufgezogen hatte. Im Stall angebunden machte ich mich an das putzen der Stute. Mit langen Zügen striegelte ich ihr Fell um Schmutz zu entfernen und bürstete nochmals nach. Sorgfältig kratzte ich die Hufe aus und bürstete festgesetzten Schmutz ab. Als ich auch die Mähne und den Schweif gekämmt hatte gab ich der Stute ein Leckerchen. Während des putzens hatte sie mehrfach an meiner Hosentasche geschnuppert und ich dachte es wäre ok wenn sie eins bekäme. Ich blickte zur Stalltür und sah das es langsam zu dämmern begann. "Na komm, eine Runde schaffen wir noch oder?" fragte ich Corde de la cerise und ging zu ihrer Boxennachbarin Busted Cherry Cake die ich mitnehmen wollte. Man hatte mir mitgeteilt das Busted Cherry Cake sich gegenüber anderen Stuten zickig verhielt, doch ich hoffte das beste. Nachdem ich auch Busted Cherry Cake geputzt hatte kratzte ich noch die Hufe aus und war bereit. Ich löste den Knoten aus dem Strick von Busted Cherry Cake und führte die an Corde de la cerise vorbei. Mit beiden Pferden an den Händen verließ ich die Stallgasse und entschied mich für den Feldweg. Damit die beiden Stuten keinen Streit anfangan konnten führte ich sie weit voneinander entfernt was ungemein zu helfen schien. Busted Cherry Cake fand es viel interessanter hier und da ein Grasbüschel zu ergattern. Nach einer 20-minütigen Runde schlugen wir den Rückweg ein. Ich brachte Busted Cherry Cake auf eine einzelne Weide nahe der Stutenweide und stellte Corde de la cerise zu den Stuten. Nun wartete nur noch ein Pferd auf mich, der Hengst Cadeau. Ich begrüßte den Hengst in seiner Box und führte ihn in die Stallgasse. Auch wenn ich ziemlich kaputt war gab ich mir die größte Mühe beim putzen und kämmte sorgsam seine Mähne und seinen Schweif. Als auch die Hufe ausgekratzt waren ging ich nochmals in die Sattelkammer und holte die Longe. Ich nahm den Strick ab und hängte die Longe in das Halfter ein. Ich führe Cadeau auf den Reitplatz welcher langsam in rotes Licht getränkt wurde. Cadeau zeigte Fleiß und arbeitete gut mit. Zum Abschluß ließ ich ihn ein paar Runden ausgelassen galoppieren bevor ich das Training beendete und ihn zu seinen Freunden auf die Weide brachte. Bevor ich mich an die Stallarbeiten machte brachte ich die Longe und die Putzutensilien zurück in die Sattelkammer. Gewissenhaft mistete ich die Boxen in diesem Stallbereich aus und fegte die Boxen leer. Mithilfe eines Schwamms wusch ich die Pferdetränken aus und brachte die volle Schubkarre ein letztes Mal auf den Misthaufen. Ich streute die Boxen wieder ein und kehrte die Stallgasse durch damit alles sauber war. Da es bereits dunkel wurde bereitete ich das Futter für die Pferde zu. Die Hofbesitzer würden die Pferde später in den Stall bringen. Ich streckte mich erschöpft aus und ging zu meinem Wagen. Ich fuhr zum Hotel zurück und stieg unter die Dusche. Das hab ich jetzt so nötig dachte ich und genoss das heiße Wasser auf meiner Haut. Am nächsten Tag würde es zurück nach Nottingham gehen.
    • sadasha
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      05. Oktober 2017 | 11.205 Zeichen von sadasha
      Der Boden war vom Regen der letzten Tage so durchweicht, dass man aufpassen musste die Wiesen durch das Beweiden nicht gänzlich zu zerstören. Die Pferde störte das herzlich wenig. Sie waren auch glücklich, wenn sie die abgesteckten Bereiche nutzen konnten, die so oder so schon vom Schlamm durchzogen waren. Der Aufruhr der letzten Wochen hatte sich gelegt. Die Pferde kamen langsam aber sicher in ihrem neuen Alltag an und auch das Team wirkte Hand in Hand, als wären es schon immer knapp dreißig Pferde gewesen, die es zu versorgen galt. Doch bis vor Kurzem lebten auf diesem Hof lediglich das Ehepaar Ziegler mit zwei eigenen Stuten. Der Rest der Pferde waren Einsteller. Dass ihr Bestand an eigenen Pferden so rasch auf beinahe zwanzig Pferde wachsen würde, damit rechnete niemand. Doch die Auflösung des Phoenix Valley Gestüts in Kalifornien kam den Zieglers wie gerufen. Sie hatten den Entschluss ein Sportpferde Gestüt aufzubauen schon in ihrer Ausbildung gefasst. Sie hatten Jahre lang hart gearbeitet um sich nun diesen Traum gemeinsam erfüllen zu können. Unter der Voraussetzung, dass sie alle Pferde nehmen, bekamen sie von den Jenkins Brüdern sogar ein unschlagbares Angebot zugesichert. Als die Pferde endlich in Deutschland ankamen war die Überraschung groß. Entgegen ihrer Erwartungen, befanden sich alle Pferde in gutem Zustand. Die iberischen Pferde fanden schnell einen neuen Besitzer in England und die Morgan Horse durften bis auf Weiteres auf Caenheide bleiben. Franziska Ziegler hatte Spaß an ihnen und würde sie alsbald auf Shows vorstellen wollen. Dafür schienen die beiden Stuten wie gemacht und es würde dem Hof nur zu Gute kommen, da die Preisgelder solchers Shows sehr üppig ausfielen. An Ausrüstung mangelte es den Pferden des ehemaligen Phoenix Valley Gestüts nicht. Alle Teile waren sehr gepflegt und manche schienen sogar maßgefertigt zu sein. Immer wieder drängte sich dem Ehepaar die Frage auf, wieso die beiden Brüder ihren Hof aufgaben. Doch es erschien ihm unhöflich, diese Frage laut auszusprechen, also beließen sie es bei den Gedanken.
      Sobald die Pferde auf dem Hof waren wurde klar, dass die zwei nicht in der Lage waren so vielen Pferden ohne Unterstützung gerecht zu werden. Sie hatten zwar Sabine Faber, die ihnen bei der allgemeinen Pflege und Versorgung half, doch das reichte nicht. Sie brauchten Unterstützung beim Training der Pferde. Zwei Wochen ließen sie sich Zeit und sprachen auch mit Sabine immer wieder die verschiedenen Bewerbungen durch. Sie ließen Trainer vorbeikommen um sich die Arbeit gleich am Pferd anzusehen und schließlich fiel die Wahl auf Dominik Seiler fürs Springreiten und auf Anna Schwab fürs Dressurreiten. Die beiden könnten unterschiedlicher nicht sein, aber sie machten ihre jeweilige Arbeit gut. Außerdem wirkten sie sehr sympathisch, was ihnen durchaus Pluspunkte verschaffte.

      Heute ging der erste Monat zu Ende. Der erste Monat mit knapp zwanzig Pferden im eigenen Besitz und erst heute konnte das Ehepaar Ziegler sagen, dass sie sich wieder eingelebt hatten. Eingelebt in diese neue Situation. Mit dem Monat hörte auch endlich der Regen auf, der sie die letzten Wochen begleitet hatte. Endlich zeigte sich die Sonne und es wurde wieder etwas wärmer. Immerhin war Sommer! Und eigentlich war es zur Sommerzeit schön in Caenheide. Doch dieses Jahr, beschränkte sich die schöne Zeit des Sommers auf gerade mal eine handvoll Tage. Motivierter als üblich ging jeder auf dem Gestüt seiner Arbeit nach. Die Pferde waren gefüttert, die Boxen gemistet und Sabine war dabei die Wiesen zu überprüfen. Leon und Franziska saßen mit einem Block und Stiften mitten im Hof und planten das weitere Vorgehen. Man wusste schon, dass nicht alle Pferde auf dem Hof bleiben würden. Vor allem der Deckhengst Ghost Merchant war den beiden ein Dorn im Auge, wegen seines Overo-Gens. Es brachte zwar eine interessante Scheckung, aber auch den Tod mit sich. Letzteres allerdings nur, sollte es reinerbig auftreten. Zu riskant sei es, dass der Deckhengst für eine Stute genutzt würde, bei der das Gen im Phänotyp nicht erkennbar ist. Im schlimmsten Fall gibt es dann nicht nur einen Toten bei einer Totgeburt. Dass das Ehepaar ohne den Overo gar keinen Deckhengst hätte schien nicht von Wert zu sein. “Sicherheit geht vor.” und “Wir haben auch noch vielversprechende Jungpferde, die seinen Platz irgendwann einnehmen können.” waren die Totschlag-Argumente. Keiner kam gegen die Meinung der beiden an. Auf die Frage, was mit dem Hengst passieren sollte, wenn er schon nicht mehr für die Zucht genutzt würde, reagierten sie unsicher. Vielleicht sollte er gelegt werden, das wäre die sicherste Methode. Vielleicht hätte ein anderer Züchter Spaß an ihm. Doch wollen die beiden das verantworten? Nein. Eigentlich wollen sie das nicht. “Wir können das ein ander mal entscheiden.” hieß es immer, wenn es zu diesem Punkt kam. Auch Busted Cherry Cakes Zukunft stand noch nicht geschrieben. Die großrahmige Stute hatte zwar ihre Mutterqualitäten schon einmal unter Beweis gestellt, doch irgendetwas schien das Paar auch an ihr zu finden, das sie zögern ließ, sie fest in ihre Pläne einzugliedern.


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      Die beiden Reitplätze des Hofes waren durch die Trainer belegt. Dominik beschäftigte Morgane und Anna Fix the Flame. Das Ehepaar beschloss sich deshalb in der Reithalle um May Bee und Yuno zu kümmern. Die beiden Fuchsstuten kamen von verhältnismäßig kleinen Höfen und waren die ersten Pferde von Franziska und Leon. “Komm schon, muss das jetzt sein?” genervt wippte Leon mit dem Fuß, als er sah, dass seine Frau gerade damit begann die Mähne ihrer Stute einzuflechten. Auf einem Mähnengummi kauend wandte sie sich kurz von ihrem Werk ab um ihm eine Antwort zu geben: “Ja. Und wenn du schon hier herumstehst: Mir sind da eben ein paar Mähnengummis runtergefallen. Hebst du die bitte auf?” Es grenzte wohl an ein Wunder, dass Leon das verstanden hatte. Vielleicht war er aber auch nur aufmerksam genug um die Blicke von Franziska zu verfolgen. Schwer seufzend hockte er sich auf den Boden um die Gummis einzusammeln und zurück in die Tüte zu packen. “Nein, nein! Ich brauche ein paar!” rief Franziska nun ohne eines der bunten Helferlein zwischen den Zähnen und lachte ihren Mann an. “Bevor die wieder alle runterfallen, gebe ich sie dir lieber einzeln an, Madame.” tadelte er ihr und gab im nächsten Moment das erste Mähnengummi an.
      Als Franziska fertig war, gingen die beiden mit ihren Fuchsstuten in die Reithalle und ritten einige Minuten warm. “Hast du von der Jagd gehört?” fragte Franziska ihren Mann um ein Gespräch zu beginnen. Leon schüttelte den Kopf. “Welche Jagd?” wollte er wissen und sie erzählte ihm davon. Schnell wurde ihm klar, dass sie sehr gerne zu dieser Jagd fahren würde, egal ob mit oder ohne ihn. Wissend lächelte er sie an. “Mit welchem Pferd wolltest du hin?” Das Feuer in ihren Augen loderte kurz noch etwas heller auf, als sie begriff, dass sie ihren Mann wiedermal unterschätzt hatte. “Mit Cadeau?” sagte sie unsicher und beobachtete die Mimik von Leon. Dieser lächelte unbeirrt weiter. “Gute Wahl. Aber du solltest trotzdem ein wenig mehr mit ihm machen, wenn du eine sicheren Ritt auf fremden Boden mit ihm haben möchtest.” Er legte die Stirn kurz in Falten und starrte gedankenverloren auf den gewölbten Pferdehals vor ihm. “Lass uns abreiten und dann mit Cadeau und Estrada Dourada ausreiten um zu sehen wie gut das klappt. Ihr kennt euch nicht so lange und von Estra weiß ich, dass sie sich draußen ruhig verhält.” Franziska nickte ein wenig übereifrig, was Leon lachen ließ.

      “Es hat sogar aufgehört zu regnen!” sagte Franziska, die noch immer vor Begeisterung sprudelte, als sie mit Cadeau unterm Sattel den Hof verließ. “Freu dich nicht zu früh.” entgegnete ihr Mann mit einem Fingerzeig auf die dunklen Wolken etwas weiter hinten am Himmel. “Da kommt noch etwas auf uns zu.” Cadeau und Franziska schlugen sich ganz gut. Nach gut einer Stunde Geländeritt waren alle vier komplett durchnässt. Leon hatte Recht behalten mit seiner dunklen Vorahnung. Wenige Minuten, nachdem sie den Hof verlassen hatten setzte der Regen ein. Zuerst sturzbachartig und später nieselig, aber weiterhin stetig. “Wie fühlst du dich auf ihm?” fragte Leon seine Frau, als er langsam aber sicher den Drang verspürte heim zu wollen. Franziska zügelte den dunklen Hengst und parierte ihn bis zum Schritt durch, bevor sie antwortete. “Er ist eine Geländeversicherung, sag ich dir.” verkündete sie fröhlich. “Das freut mich sehr mein Schatz.”


      »⊱ —————————————— ⚜ —————————————— ⊰«


      Am vorigen Abend noch hatte sich Franziska für die Jagd gemeldet und fieberte von nun an darauf zu. “Das wird ein toller Abschluss der Geländesaison!” Auch das Team durfte an ihrer Euphorie teilhaben. Sabine tat gleich so, als würde sie ihre Chefin nicht hören und striegelte stumm Ostid OCs rotes Fell. Leon stand einen Gang weiter und kratzte die Hufe von Corde de la cerise aus. “Beschäftigte lieber deine Pferde…” murmelte er undeutlich als Franziska an ihm vorbeilief. Sie schnaubte verächtlich, schnappte sich aber Senda Oscuras Halfter und machte sich von Dannen. “Dominik ist mit S’Cada in der Halle.” meldete Sabine sich zu Wort. Leon zeigte mit einem Nicken, dass er verstanden hatte. “Dann geh du mit Ostid auf den Platz, ich sag Franziska bescheid.” Bis zum Mittag waren alle mit den ausgewachsenen Pferden beschäftigt.
      Nachmittags ging es dann an die Arbeit mit den Fohlen. Das Team machte sich einen Spaß daraus zu sehen wer mit seinem Fohlen am Weitesten kam, natürlich immer auf das Wohlbefinden der Vierbeiner bedacht. Die zweifach prämierte Leveneza schlug sich dabei besonders gut. Aber auch Ases Maskwamozi war äußerst wesensfest. “Die macht trotzdem nur Unfug…” meckerte Sabine, als Ases mal wieder in eine komplett andere Richtung wollte als sie. Dominik hatte sich den jüngsten im Bunde geschnappt. Focus war das letzte Fohlen vom 2017er Jahrgang. Übrig blieben dann noch Stracciatella, Phoebe und Skittles. Die drei waren etwas auf dem gleichen Ausbildungsstand und wurden heute besonders gefördert, da sie zuletzt beim Hufschmied ein wenig Probleme gemacht hatten.
      “Babe?” Leon sah seine Frau ernst an, als das letzte Fohlen wieder im Stall stand. Verwundert sah sie ihn an. “Ich… möchte Corde de la cerise decken lassen. Dieses Jahr schon.” - “Sicher? Wie kommst du darauf?” Er zog den Kopf zwischen die Schultern. “Sie gefällt mir und ich habe mich auch schon nach einem Hengst umgesehen… ich hätte sogar Namen für das Fohlen…” Franziska fiel die Kinnlade runter. “Du hast es jetzt aber eilig, wir reden da gleich drüber ja?”
      Am Abend zeigte Leon seiner Frau alles, was er sich zurecht gelegt hatte. “Deo Volente also? Du möchtest die Bryère Linie weiterführen?” prüfend sah Franziska ihren Liebsten an. “Gut erkannt. Ich denke das wäre eine sehr hochwertige Anpaarung.” - “Und Namen hast du auch schon? Lass mal hören.” - “Der einzige, der dir gefallen würde wäre Devotion.” Er zählte noch ein paar andere seiner Gedanken auf, die Franziska jedoch so abwegig fand, dass sie irgendwann lauthals zu lachen begann. “Das arme Pferd!” - “Ich hab dich gewarnt!”
      Die beiden bewarfen sich noch eine Weile mit unmöglichen Pferdenamen und ließen den Tag schließlich bei einem Glas Rotwein ausklingen.
    • sadasha
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      12. Dezember 2017 | 9061 Zeichen von sadasha

      Das Gestüt Caenheide liegt auf dem Flachland, wo in der Regel nur sehr wenig bis kein Schnee liegen bleibt, egal wie kalt der Winter wird. Dieses Jahr jedoch war ein „Einmal im Jahrzehnt“-Winter. Seit nun fast einer Woche schneit es jeden Tag und der Boden konnte das kühle Nass schon nach ein paar Stunden nicht mehr aufsaugen. Die ganze Gegend wurde in Weiß getunkt. Eine eisige Brise wehte Franziska um die Nase, als sie dick eingepackt in den Stall ging um Sabine bei der Versorgung der Pferde zu helfen. Die beiden Frauen freuten sich über den Schnee, wenngleich er den Verkehr auf den Straßen deutlich erschwerte. Die Pferde wurden nur noch in kleinen Gruppen auf die Weiden gelassen um die Verletzungsgefahr zu verringern. Die besonders wertvollen Zuchtpferde wurden sogar nur zum Training rausgebracht.
      In Gedanken versunken füllte Franziska einen Futtertrog nach dem anderen und brachte dabei beinahe die Futterpläne durcheinander. „Woran denkst du?“ wollte ihre Freundin wissen. Verträumt lächelnd wandte sich Franziska zu ihr um zu antworten. „Heute kommen neue Pferde an und wir haben endlich Namen für das Fohlen aus Morgane. Ich hoffe auf eine Schimmelstute, dann würde es meins werden. Leon hätte gerne einen Hengst, den er dann General taufen kann.“ Die junge Frau schnaubte verächtlich und zeigte eine herablassende Handbewegung. Sabine wusste, dass sie dazu nichts sagen sollte und lächelte nur vielsagend. In die kleinen Reibereien der Zieglers sollte man sich als Angestellter nicht einmischen. Man konnte nie wissen ob es Ernst oder Spiel war. In der Regel klärte sich diese Frage mit der Zeit von selbst. „Ich hoffe nur, dass es ein braves Fohlen wird.“ sagte die ältere Frau schließlich in ihrer sanften Art.

      Nach der Fütterung war der gesamte Stall erfüllt von den Kaugeräuschen der Pferde. Hier und da schnaubte eines oder schlug mit dem Schweif gegen die Boxenwand. Irgendein Fohlen rief weit hinten im Stall nach seiner Mutter, was ein paar der Stuten dazu veranlasste ihr Frühstück zu unterbrechen und in Richtung des Rufes zu lauschen. Alles wirkte sehr idyllisch und warm, während Franziska draußen an die klirrende Kälte erinnert wurde. In einer Stunde sollte Deo Volente zusammen mit St Pauli eintreffen. Die beiden Rapphengste sind eine gute Ergänzung für die Trakehnerzucht. Beide waren begabte Springpferde und konnten schon die ein oder andere gute Nachzucht vorweisen. Einen jungen Hengst hatte Franziska erst vor Kurzem gekauft. Sie wusste zwar, dass sie keinen Bedarf mehr an weiteren Hengsten hatten, aber Sacred Assault hatte ihr unglaublich gut gefallen. Der Fünfjährige sollte zunächst schonend eingeritten werden. Das knirschen des Schnees verriet Franziska, dass Sabine nun bei ihr stand. Ohne sich umzudrehen fragte sie: „Sind die Boxen für die Neuankömmlinge fertig?“ – „Ja. Die vier können kommen.“ gab sie im Vorbeigehen zurück. „Kaffee?“ rief sie ihrer Chefin zu ohne sich noch einmal umzudrehen. Franziska sog die klare, kühle Luft tief ein und ging im Ausatmen los. Neue Pferde waren immer mit viel Aufregung verbunden und heute kamen gleich vier an. Als sie in die Küche kam stand ihr Mann bereits vor der Kaffeemaschine. Gespielt tadelnd sah sie ihn an. Er grüßte die beiden Frauen fröhlich und schenkte dann auch ihnen je eine Tasse Kaffee ein, ehe er sich setzte. „Was machen wir nur?“ fragte Franziska verzweifelt. „Können wir die Pferde nicht nach und nach zu uns holen, wie das normale Menschen machen?“ Sie lachte leise und auch auf Leons Lippen zeichnete sich ein verwegenes Lächeln ab. „Seit wann sind wir schon normal, Liebes? Wir packen das schon! Vier sind Nichts im Vergleich zur Übernahme der Phoenix Valley Pferde. Das machen wir mit Links.“ – „Besser nicht mit Links.“ korrigierte Franziska ihn sofort. Im Laufe des Morgens gesellten sich auch Dominik Seiler und Anna Schwab dazu, was die Runde komplett machte. Die beiden Trainer unterhielten sich angeregt, als sie das Haus wieder verließen um an die Arbeit zu gehen. Sie hatten im Moment viel damit zu tun, die beiden Stuten Leveneza und Ases Maskwamozi einzureiten. Seit Kurzem war Sacred Assault noch mit von der Partie. Doch sie wirkten keinesfalls überfordert. Das Ehepaar Ziegler hatte ein zuverlässiges, gut funktionierendes Team aufgebaut. Das Training der Turnier- und Zuchtpferde wurde gerecht, je nach verfügbarer Zeit unter allen Mitarbeitern aufgeteilt.

      Nun war der Tagesablauf heute etwas anders. Die Trainer machten sich zwar über ihre Berittpferde her, Franziska, Leon und Sabine jedoch warteten ungeduldig auf die Ankunft der beiden neuen Hengste. Mit gut 30 Minuten Verspätung fuhr dann endlich der Trailer auf den Hof. „Das müssen sie sein!“ sagte Franziska aufgeregt und sprang auf um rauszurennen und auf dem glatten Boden auszurutschen. „Vorsicht!“ rief ihr Mann und fing sie etwas unbeholfen auf, bevor sie sich verletzen konnte. Beschämt lächelte sie ihn an und ging dann deutlich bedachter auf den Trailer zu, der mittlerweile zum Stehen gekommen war. Eine Frau um die 40 trat aus der Fahrertüre und begrüßte die Drei höflich. „Zweimal Lackschwarz?“ scherzte sie. Leon und Franziska nickten aufgeregt und rieben sich frierend die Hände, während Sabine und der Gast die Trailertüre weit aufschoben. Zwischen den Hengsten hatte man eine Box frei gelassen. Eigentlich konnte man mit diesem Fahrzeug insgesamt vier Pferde transportieren. „In den leeren Boxen waren zwei Wallache, die ich vor diesen beiden in ihre neuen zu Hause gebracht habe. Sie waren also nur auf dem letzten Stück so isoliert.“ erklärte sie. Wieder nickte das Ehepaar angespannt, voller Vorfreude. Die beiden Hengste sahen schläfrig aus und machten keine Anstalten von selbst aus dem Trailer zu steigen. Franziska konnte es ihnen nicht verübeln. Im Trailer herrschte eine schnuckelige Wärme und der Geruch von frischem Stroh und Heu lag in der Luft. Sabine löste den Strick von Deo Volente und schob seine Tür beherzt auf. Das schabende Geräusch der Schiene weckte die Gemüter der Rappen und Bewegung kam in die Szene. Sabine führte den älteren Hengst ruhig zur Reithalle, wo er sich erst einmal lösen konnte, nachdem sie ihm die Transportgamaschen abgenommen hatte. Danach ging es zum ersten Mal in seine neue Box. St Pauli bekam anschließend die gleiche Behandlung. Nachdem beide Hengste dampfend und ihre erste Futterration kauend in ihren neuen Boxen standen kehrte Sabine zurück auf den Innenhof. Die Dame mit dem Trailer war schon längst wieder abgefahren und Franziska und Leon warteten auf sie um die Ankunft der nächsten Pferde zu besprechen.

      Die beiden Stuten Shorty und Aphedril könnten unterschiedlicher kaum sein. Bei Shorty stand außerdem noch nicht fest, ob sie auf dem Gestüt bleiben würde. Overo Schecken wollte das Ehepaar eigentlich nicht in ihrer Zucht haben, Ghost Merchant wurde deshalb schon in seine wohl verdiente Rente geschickt. Shorty jedoch war noch jung. Einzig ihre Abstammung und ihr Potential waren interessant. Die Zeit würde zeigen, wie sich ihre Zukunft geben wird. Aphedril, das stand fest, würde ihren Lebensabend auf diesem Gestüt verbringen. Leon hatte sich gleich in diese Stute verliebt und er würde sie selbst einreiten, nachdem sie sich eingewöhnt hatte. Vom Gebäude her war die Tigerscheckstute ein klasse Allrounder und würde ihn in der Vielseitigkeit sehr glücklich machen, wenn sie sich wie erhofft entwickelte.

      Am Nachmittag spitzte sich die Wetterlage wie bisher jeden Tag dieser Woche erneut zu. Der Wind nahm zu und auch der Schneefall wurde heftiger. Dicke Flocken fielen dicht an dicht auf den eh schon weißen Boden. Schneeverwehungen verblendeten die Übergänge von Straßen und Wegen und an eine Weiterarbeit Draußen war nicht zu denken. In der Halle tummelten sich Dominik, Anna und Leon mit ihren Schützlingen. Franziska und Sabine beschäftigten sich derweil mit den Fohlen und bereiteten im Anschluss das Essen für die Mannschaft vor. Abends hatte das bunte Treiben in Halle und Stall endlich ein Ende. Es wurden heute nicht alle Pferde bewegt, das war aber bei einem Team dieser Größe und Pferden dieser Menge nicht ungewöhnlich. Zufrieden aßen die Fünf und berichteten von ihren Fortschritten.Dominik und Anna blieben dabei immer wieder bei ihren Berittpferden hängen, wobei Leon sich darauf versteifte wie toll Corde de la cerise doch heute mitgearbeitet habe. Franziska und Sabine tauschten immer wieder argwöhnische Blicke aus und lachten an den denkbar unmöglichsten Stellen, weil sie die Euphorie ihres Teams als sehr überheblich empfanden. Es herrschte Hochstimmung, während draußen das Chaos wütete. Sie ahnten noch nicht, dass der viele Schnee auch für sie noch Tücken bereit hielt. Er nagte jetzt schon an den Barrikaden und es fehlte nur noch ein Müh um die ersten Steine zum fallen zu bringen.
      Aber für heute schien die Welt noch perfekt zu sein. Die vorweihnachtliche Stimmung, die neuen Pferde, die Erfolge im Training. Das alles ließ nur Gutes verheißen. Nicht im Traum dachten die Fünf daran, dass irgendetwas in den nächsten Tagen ihre Stimmung kippen könnte. Niemals.
    • sadasha
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      16. Februar 2018 | 6274 Zeichen von sadasha

      Sie musste sich ja unbedingt Reitponys holen. Jetzt hat sie den Salat. Wenig begeistert sah Leon seiner Frau dabei zu wie sie versuchte die Reitponyhengste Thornheart und PFS’ Heart of Ocean davon abzuhalten sich gegenseitig zu Tode zu beißen. Er wartete darauf gerufen zu werden und just in diesem Moment: “Leon! Komm mal bitte!” Schmunzelnd lief er rüber und legte sich gespielt nachdenklich eine Hand ans Kinn. “Jetzt lass das, das ist nicht witzig!” Franziska war verzweifelt darum bemüht wenigstens einen der Hengste vom Boxenfenster weg zu halten. Leon lachte gehässig. “Du hast recht. Aber... “ Er kam nicht dazu seinen Satz zu Ende zu sprechen, da Franziska ihn beherzt weg schubste. “Hallooo? Jemand zu Hause?” rief sie nun ebenfalls lachend. “Wir müssen die Hengste umordnen. So geht’s nicht.” Leon zog entgeistert die Brauen hoch. “Ach WIRKLICH?” meinte er sarkastisch und nahm sich nun den anderen der beiden Hengste vor. “Welchen möchtest du woanders haben?” Franziska überlegte kurz und beschloss dann Thornheart wegzubringen, da immerhin er der Neuzugang war. Ocean hatte das Hausrecht. Gemeinsam sortierten sie das Geplänkel und brachten den jüngeren der beiden Hengste erstmal in Einzelhaft auf eine Weide. Mittlerweile hatte sich Sabine auf dem Hof eingefunden und war sichtlich verwirrt von der leeren Box neben Ocean. “Lass dir das von Franzi erklären. Ich nehm mir jetzt St Pauli raus, der ist weniger auf Drama aus, wenn du verstehst was ich meine.” scherzte Leon und tat wie geheißen.
      Währenddessen hatte Franziska Phoebe und Leveneza von der Weide geholt. Die beiden Jungstuten benötigten nur noch etwas Feinschliff um vom Fohlen-und Jungpferde-ABC zu den Vorbereitungen des Beritts überzugehen. Die junge Deutsche übte deshalb fleißig die Geländesicherheit. Die beiden Stuten machten sich wunderbar und zeigten sich unbeeindruckt von den meisten Gegebenheiten solange sie gemeinsam ausgeführt wurden. Sabine mistete unterdessen die Boxen, während Dome und Anna Ases Maskwamozi und Aphedril im Training hatten. Die beiden Tigerschecken waren noch nicht beritten und machten noch ein paar Probleme in der Vorbereitung. Doch die Trainer übten sich in Geduld mit den beiden Knalltüten.
      Als Leon von seinem Ausritt mit Pauli heimkehrte beobachtete er die beiden auf dem Reitplatz. “Sieht chaotisch aus. Wo ist denn das Problem?” wollte er wissen, bekam jedoch nur ein. “Geh wieder arbeiten, Klugscheißer!” von der genervten Anna zugeschrien. Dafür würde sie sich später reuemütig entschuldigen. Immerhin war Leon ihr Chef, aber in Stresssituation reagierte die junge Frau gerne mal etwas voreilig. Leon hob entschuldigend die Hände und ging in den Stall um nun Scared Assault, St Paulis Sohn fertig zu machen. “Ey, das ist meiner.” beschwerte sich Franziska, als sie ihn dabei erwischte. Prüfend blickte er sich um. “Dann nimm du eben Vakany. Die ist meine, aber ich weiß wie gern du sie reitest.” Er warf ihr einen Kuss zu und widmete sich dann wieder dem Rappen neben ihm. Franziska murmelte irgendwas vor sich her, während sie zu Vakany schlenderte und sie schließlich aus der Box holte. “Wieso weißt du das?” fragte Franziska schließlich, kurz bevor Leon mit Sacred Assault die Gasse verließ. “Weil du meine Frau bist und ich Alles über dich weiß.” Wie er das so sagte klang es gruselig. Franziska erschauderte und lachte dann. “Ja ja klar…” meinte sie und wank ab. Leon lachte gespielt irre und machte sich auf den Weg zur Reithalle.

      “Franzi?” Sabine war mit dem Misten fertig und stand nun an der Bande der Reithalle um Franziska und Vakany beim Training zu beobachten. Leon und Sacred Assault beschlagnahmten den hinteren Teil der Halle. “Sagmal, was ist denn bei den Ponyhengsten los?” Im Trab kam Franziska zur Bande. “Gut, dass du das erwähnst. Du bist ja jetzt fertig oder?” Sabine nickte. “Wir müssen Thornheart von den anderen Hengsten trennen, der ist streitlustig. Hast du vielleicht Lust dir da etwas zu überlegen? Du hast da so viel Erfahrung mit.” Dem bittenden Blick ihrer Chefin konnte Sabine nicht widerstehen. Sanft lächelte sie. “Mache ich. Soll ich mich danach um die restlichen Fohlen kümmern?” fragte sie. Franziska überlegte kurz. “Stracciatella und Skittles mache ich nachher noch. aber du könntest Focus noch übernehmen.” - “So machen wirs.” Gleich machte sie kehrt und ging an die Arbeit. “Ich freue mich schon auf General und Devotion.” fügte Leon hinzu, dessen Gedanken zu den Fohlen abgeschweift waren, die noch gar nicht auf dieser Welt weilten. “Lebst du jemals im Hier und Jetzt, mein Schatz?” fragte Franziska liebevoll lächelnd. “Tue ich! Pensive Cuddlepot und Louvré zum Beispiel mache ich nachdem ich mit ihm hier fertig bin. Die hast du in deiner Planung nämlich vergessen. Siebhirn.” Er zwinkerte um ihr zu zeigen, dass er das nicht bissig meinte und Franziska lachte. “Die beiden sind Neu, was erwartest du von mir! Nenn mich nicht so! Das bekommst du später zurück!” drohte sie immer noch lachend und galoppierte Vakany an. Leon brummte schmunzelnd und verkniff sich seinen Kommentar zu dieser Drohung.
      Gegen Nachmittag stand der Weidewechsel an. Senda Oscura, Estrada Dourada, Paminta, May Bee, Yuno, Morgane, Corde de la cerise, S’Cada, Fix the Flame, Princess Sansa, Arcany, Eismärchen und Busted Cherry Cake wurden reingeholt und die Hengste Ghost Merchant, Cadeau, Ostid OC, Deo Volente, Pauli und sein Sohn, Red Diamond, Emrys und die Streithähne wurden auf die kleinen Weiden aufgeteilt. Der Tage neigte sich schon bald dem Ende zu. Sabine war schon am Nachmittag in den Feierabend gegangen und Anna und Dominik blieben bis zum Abendessen. Erst als alle Mitarbeiter den Hof verlassen hatten schlossen Leon und Franziska sämtliche Türen und Tore ab. Schließlich sah Franziska ihren Mann tadelnd an. “So, jetzt bist du fällig!” Verwirrt stand Leon da, bis ihm die Geschichte von heute Mittag wieder einfiel. “Du hast es also nicht vergessen?” Sie schüttelte mit dem Kopf. “Ich habe die Zeit genutzt um meine Rache zu planen.” Hämisch grinsend kam sie näher. Leon hatte keine Chance ihr zu entfliehen. Im Endeffekt hatte auch er Spaß an diesem Spiel. Sie ließen den Tag nun ausklingen und die Arbeit und die damit verbundenen Sorgen fielen wie eine schwere Last von ihnen ab, ehe sie sich schlafen legten.
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  • Album:
    Gnadenweide | Pferdehimmel
    Hochgeladen von:
    sadasha
    Datum:
    4 Sep. 2016
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    Hengst
    14 Jahre
    Rasse Trakehner
    Stockmaß/Endmaß 170cm
    Fellfarbe Porzellanschecke
    Geno ee aa ff Gg Oo

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    Charaktereigenschaften
    Ruhig, Reserviert, Verlässlich

    Vorgeschichte
    In Deutschland geboren, kam Ghost direkt nach Amerika. Hier wurde er weiter gebildet und geliebt. Hier entdeckte man auch recht schnell seine Stärken und Schwächen im Gelände, an denen täglich gearbeitet wird. Eine stetige Verbesserung setzte schon bald ein. Am Höhepunkt seiner Karriere fand der Hengst schließlich den Weg zurück in sein Heimatland auf das Gestüt Caenheide.

    Beschreibung
    Ghost ist ein ruhiger Vertreter seiner Rasse. Zumindest im alltäglichen Händling und auf dem Reitplatz. Er kommt gut mit anderen Pferden aus, wenngleich er bei einer rossigen Stute ein wenig mehr Präsenz zeigt als üblich. Der Trakehner ist auch im Gelände ein Verlasspferd. Er hat ein wenig Angst vor unübersichtlichen Sprüngen und hasst es nass zu werden.
    Der Porzellanschecke ist ein Hingucker. Seine helle, stahlgraue Scheckung fällt jedem gleich ins Auge und er wird einmal ein interessanter Vererber für die Zucht. Er zeigt ein besonderes Talent am Sprung. Mauern oder Gräben sind dem Schecken nicht geheuer, diese überspringt er nur, wenn er dem Reiter vertraut.


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    Trainingsplan
    Eingeritten ✔ | Eingefahren x

    Schleifenaufstieg | Trainingsaufstieg | Potential
    Oben = Joelle Qualifikation | Unten = Variationen

    Dressur E A L M

    Lektionen der Dressur: E A L LM LP M


    Springen E A L M S
    Show Jumping: E A* A** L M* M** S* S** S*** S****

    Military E A L M S

    Geländestrecke: CIC/CCI* CIC/CCI** CIC/CCI*** CIC/CCI****



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    Offiziell
    111. Synchronspringen | 360. Springturnier | 130. Synchronspringen | 131. Synchronspringen | 251. Militaryturnier
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    373. Dressurturnier | 374. Dressurturnier | 372. Springturnier | 147. Synchronspringen
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    Inoffiziell

    keine

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    Von unbekannt

    Aus der unbekannt

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    HK 486

    Eingetragene Zucht Caenheide

    Besitzer sadasha (Leon Ziegler)
    VKR/Ersteller sadasha


    Nachkommen

    Ghostly Phenomenon | Hengst aus Conversation
    Pennyroyal | Stute aus Gameover
    Ghost's Phenomena | Stute aus Attentivenly

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    Letzter Tierarztbesuch 25. September 2016
    Gesamteindruck gut


    Letzte Zahnpflege 25. September 2016
    Letzte Wurmkur 25. September 2016
    Letzte Impfung 25. September 2016


    Letzter Hufschmiedbesuch 27. Oktober 2016
    Ausgeschnitten/Korrigiert Ja


    Beschlag vorne Aluminiumeisen
    Beschlag hinten keiner


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