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sadasha

♚ Amador

Decktaxe: 705 J.

♚ Amador
sadasha, 1 März 2017
Jeanne und Snoopy gefällt das.
    • sadasha
      Verjährte Berichte
      27.01.2016
      Phoenix Valley


      Phoenix Valley, Kalifornien. Für immer Sommer! Zumindest denken Europäer so. Auch Hunter Crowley schwärmte davon, als er erfuhr wo die beiden Brüder lebten. Dass es aber auch in Kalifornien mal regnet und dass auch hier nicht durchgängig 30-40°C an der Tagesordnung stehen und Umweltkatastrophen in jeden kalifornischen Sommer gehören, daran dachte er sicher nicht. Immerhin liegt Phoenix Valley, ein Pferdehof zweier Brüder wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten, nicht am Strand. Er liegt im Norden Kaliforniens, an der Grenze zu Oregon, am Rand des Modoc National Forest. Es ist schön hier keine Frage. Aber auch Kalifornien bringt seine Tücken mit sich. Die Brüder sind damit aufgewachsen. Lucius und Kenneth sind in Newport groß geworden, ohne Familie. Kenneth interessierte sich schon früh für den Pferdesport. Lucius, ließ sich eher mittreiben. Er hatte keine festen Pläne und lebte einfach in den Tag hinein. Dass er eines Tages als Talent entdeckt wurde hätte er selbst nicht gedacht. Jedenfalls ist er nun als Stuntreiter auf Pferdeshows aktiv und hat ebenfalls ein Pferd. Sein Bruder ist seitdem sein Laufbursche. Kenneth liebt die Arbeit mit Pferden, er hat sich einen kleinen Breedingstock mit Trakehnern aufgebaut und verfolgt recht zielstrebig seinen Wunsch sie zur Zucht zuzulassen und dann ebenfalls Erfolg zu haben. Die Trakehner hat er aus der Umgebung, bis auf einen der zwei Hengste. Cadiz hat er Hunter Crowley abgekauft, bzw. Lucius hat vermittelt. Da bestand er drauf. Fix the Flame und Busted Cherry Cake, die beiden Stuten kommen aus Kalifornien, aus dem gleichen Gestüt und sind sehr vielversprechende Stuten. Ghost Merchant kommt aus einer Zucht Oregon und ist Ken's Liebling. Ach das Pferd von Lucius... Er hat einen Lusitanohengst namens Amador. Ein launisches Tier. Schwer zu händeln, furchtbar hengstig, aber hauptsache hübsch. Kenneth sagt seinem Bruder immer, er habe nichts anderes verdient und wahrscheinlich hatte er damit mehr als recht. Lucius verletzte sich ständig bei seinen Versuchen Neue Stunts und Lektionen mit Amador einzuüben. Kenneth hatte seinen Spaß daran, machte sich aber insgeheim doch Sorgen, dass irgendwann mal etwas ernsteres passieren würde.
      Meist schweigend kümmerte er sich um seine vier Schützlinge. Heute lag sein Augenmerk auf den Stuten. Die eine war ein Militarytalent, die andere in der Dressur begabt. Also ging es zuerst auf den Reitplatz mit Fix the Flame und anschließend mit Busted Cherry Cake in den Wald. Als er wieder kam, hatte sein Bruder Cadiz zwischen. Der Hengst hatte es ihm angetan, aber zurecht kam er mit ihm nicht. Cadiz braucht eine ruhige Hand und die hatte Lucius nicht. In keinem Fall. Nach gut eineinhalb Stunden gab er es auf, stieg ab und überließ ihn Ken. Ghost Merchant war da charakterlich eher Lucius' Liga. Er ließ sich von Unruhe nicht aus dem Konzept bringen und lief brav seine Runden. Den Abend ließen die zwei Brüder ausklingen, indem sie sich mit einem Whisky in der Hand vor den Fernseher warfen. Diese Momente waren selten im Leben der beiden. Meistens waren sie auf Montur mit der Stuntgruppe von Lucius. In dieser Zeit kümmerte sich ein ausgewähltes Team an Arbeitern um die Trakehner. Amador kam mit zu den Veranstaltungen, er kannte das und liebte es. Dort wurde er gefordert und gefördert und vor allem: Fast nonstop beschäftigt.

      28. April 2016
      Hufschmiedebericht Glorieas
      Alle Pferde des Phoenix Valley

      „Kalifornien. Wuzaaaah!! Auf ins Paradies! Wer ist dafür noch ein zwei Tage länger zu buchen als der Auftrag benötigen würde?“ ich hob freudig meine Hand und sah in das leicht verwirrte Gesicht meiner Chefin, die aber kurz darauf ebenfalls lächelte. „Wir schauen mal, Hunter.“ Wie ein kleines Kind freute ich mich auf Kalifornien. Erst als ich die Namen der Auftragsgeber las rutschte mir das Herz in die Hose: Lucius & Kenneth Jenkins. Noch nie hatte ich mich so sehr in einem Menschen getäuscht, wie in Lucius Jenkins. Seis drum, der Auftrag bringt dadurch, dass er fünf Pferde umfasst gutes Geld und sicherlich viele neue Eindrücke und Erfahrungen für den Beruf.
      Joicy fiel auf, dass meine gute Laune durch irgendetwas gedämpft war und sprach mich immer mal wieder darauf an, ob es mir gut gehe. Es war Privatsache, was da zwischen den Brüdern und mir passiert war, also ließ ich sie im Ungewissen. Der Flug nach Kalifornien war die reinste Qual. Im Flugzeug schlafen konnte ich noch nie und als wir in San Diego ankamen lief ich wie ferngesteuert hinter meiner Chefin her, die uns durch den Flughafen bis zum Taxi lotste, das uns schließlich zum Phoenix Valley Gut brachte, wo die Jenkins Brüder schon warteten. „Wieso haben wir kein Hotel gebucht?“ klagte ich, doch Joicy lächelte nur. „Weil die beiden sich angeboten haben und man einen kostenlosen Schlafplatz nunmal nicht ablehnt.“ Ende der Diskussion. Schweigend belud ich mich mit so viel Gepäck wie möglich und ließ mich von Kenneth einweisen, wohin ich die Sachen bringen musste. Am heutigen Tag würden wir noch nicht mit der Arbeit beginnen. Joicy hatte zwar ein wenig Schlaf abbekommen, aber auch sie war froh, als sie die Füße hochlegen konnte.
      Der nächste Tag begann stressig. Kaum wach hörte man Lucius bereits mit Amador fluchen. „GET OFF!“ ranzte er den Schimmelhengst an, dessen Hufe heute ebenfalls gemacht werden sollten.
      „Habt ihr ein Pferd das beschlagen werden soll?“ fragte ich Kenneth. Dieser schüttelte zur ntwort den Kopf. „Sind alle Barhufer oder Barhufer geworden. Wenn ihr etwas anderes empfehlen würdet nur raus damit.“ - „Nein, ist schon okay. Wir schauen uns die Pferde nacheinander an und sehen dann weiter.“ Mit den Worten lief ich zurück ins Gästezimmer um die nötigen Werkzeuge auf den sogenannten Innenhof zu bringen, der aber so offen gestaltet war, dass man ihn kaum als „Hof“ erkannte. „Schön habt ihr es hier.“ merkte Joicy an, als Kenneth den ersten Kandidaten zur Hufkontrolle herbeiführte. Ghost Merchant war ein groß gewachsener Porzellanschecke. Seine auf den ersten Blick recht ruhige Art ließ mich auf einen guten Arbeitstag hoffen. Seine Hufe waren in gutem Zustand, die beiden Brüder fetteten und wässerten die Hufe zu genüge, sodass das Horn beinahe makellos war. Kenneth ließ den Hengst vortraben. „Der läuft sehr linkslastig oder mein ich das nur?“ ich warf einen fragenden Blick zu Joicy die bereits nickte. „Ja, da müssen wir ein bisschen korrigieren.“ Sie sah mich vielsagend an. Heute war ich am Zug. „Gut, dann bring ihn mal her.“ Kenneth parkte den Trakehnerhengst vor mir, sodass ich einen Huf nach dem anderen ausschneiden und korrigieren konnte, sodass er wieder gerade aufstand und hoffentlich danach wieder normal laufen konnte. Gut eine Stunde war ich damit beschäftigt, bis ich vollends zufrieden war. Der Hengst machte es mir einfach. „Lass mal sehen wie er jetzt läuft.“ Kenneth lief mit Ghost Merchant im Schlepptau los. Er lief jetzt korrekt. Hat das ganze Üben die letzten Wochen also doch etwas gebracht. Joicy flüsterte mir ein „Gut gemacht.“ zu während Kenneth den Porzellanschecken wegbrachte und mit dem nächsten Pferd herkam. Cadiz! „Hey mein Großer.“ begrüßte ich den Scheckhengst, der mir auch einmal gehörte liebevoll und kraulte ihm kurz den Hals, bis wir auch ihn vortraben ließen. „Der sieht besser aus.“ - „Viel Horn muss da gar nicht ab.“ Da hatte Joicy recht. Cadiz kannte ich und dadurch war es ein Kinderspiel ihn fertig zu machen. Auch bei ihm war ich in weniger als einer Stunde mit dem Ausschneiden fertig. „Was nutzt ihr für ein Öl wenn ich fragen darf?“ wollte ich wissen. Die Hufe von Cadiz waren hier deutlich besser als noch bei mir. „Ehm… das hat Lucius mal irgendwo mitgebracht von einer Show. Da war wohl jemand der drauf schwörte… Ich zeig es dir gleich, wenn ich wieder komme. Kenneth verschwand in den Stallungen. Diesmal dauerte es etwas länger bis er zurück kam. Vom Innenhof aus hörte man ihn mit seinem Bruder sprechen und schließlich kamen sie beide mit dem Schimmelhengst Amador und der Dose Huffett auf uns zu. „Ach Hunter, das ist das Huffett, dass ich auf der Messe mitgenommen und noch nie getestet hab.“ erinnerte sich Joicy freudig. „Gut zu wissen, dass es einen tollen Job macht.“ Lucius war zur hälfte mit Sand bedeckt, er war wohl vom Pferd gefallen. Amador war etwas nass geschwitzt, wirkte aber entspannt. „Willst du die beiden nicht vor ihm warnen?“ fragte Kenneth seinen Bruder. „Ja. Also. Amador ist schwer zu händeln, er beißt, tritt aus und mag Fremde erst recht nicht. Viel Erfolg.“ damit verschwand er. „Idiot.“ - „Penner!“ riefen sich die Brüder noch zu, kurz bevor Lucius das Wohnhaus betrat. „Entschuldigung.“ ließ Kenneth verlauten und lief mit Amador los, der bereits vom Vorlaufen buckelte und nach Kenneth schnappte. „Kann der auch normal laufen?“ fragte ich. „So erkennt man nicht viel…“ Es war furchtbar schwer eine Fehlstellung zu erkennen, wenn das Pferd so heftig herumtänzelte und nicht einen ordentlichen Schritt gehen konnte. Erst beim dritten Anlauf konnte ich sicher sein, dass Amador keine Fehlstellung hatte. Dafür aber recht kleine Hufe, die eine gute natürliche Abnutzung zeigten. „Gut, aber er steht allgemein etwas steil, zumindest das will ich ausbessern.“ sagte ich ohne es so zu meinen. Eigentlich wollte ich die Finger von diesem Pferd lassen so flippig wie es war. Joicy schmunzelte beim Anblick meiner leicht besorgten Miene, als ich mir den ersten Huf von Amador nahm um ihn auszuschneiden. „Vorne geht’s noch, da kann man ihn gut am Boden halten.“ bemerkte Kenneth. Amador ließ die Prozedur tatsächlich ganz gut über sich ergehen. Hüpfte lediglich ein bis zwei mal ein bisschen hoch. Zumindest versuchte er das, ich schaffte es jedes Mal ihn wieder herunterzuziehen. Erst als es an die hinteren Hufe ging eskalierte der Hengst komplett. „Calm down!“ versuchte Kenneth den Schimmel zu beruhigen, der mit angelegten Ohren immer wieder nach ihm schnappte und mich partout nicht an seinen Huf lassen wollte. „Gut, dann die harte Tour.“ Mit aller Kraft zog ich seinen linken Hinterhuf auf meinen Oberschenkel und sicherte ihn, bis er sich beruhigte. Es herrschte eine unfassbare Hitze hier im äußersten Westen der USA und wir waren schon alleine vom Herumstehen nass geschwitzt. Amador trieb es immer wieder auf die Spitze. „LUCIUUUS!“ versuchte Kenneth seinen Bruder herauszurufen, doch er kam nicht. „Ist schon okay, er ist grade ruhig.“ Einen kurzen Moment brauchte ich noch um mich zu sammeln, bis ich mit dem Ausschneiden der Hufe fortfuhr. Gerade als ich den Huf fertig hatte und ihn locker ließ, damit Amador ihn aufsetzen konnte riss sich der Hengst aus Kenneth’ Griff. Ich hatte mich da bereits umgedreht und war einen Moment zu langsam. Denn im nächsten spürte ich Amadors frisch gemachten Huf in der Magengrube und ging keuchend zu Boden. Mir blieb im wahrsten Sinne des Wortes die Luft weg. Der Schimmel hatte mich gut einen Meter nach hinten befördert mit diesem Tritt. Mir zog sich alles zusammen. Joicy war direkt zur Stelle. „Kenneth, wie lautet hier der Notruf?“ fragte sie und zog ihr Handy aus der Tasche, während ich weiterhin nach Luft japste. Zehn Minuten später fuhr ein Notarzt auf das Gelände des Phoenix Valley und kümmerte sich um mich. Joicy machte währenddessen mit Amador weiter. Eine halbe Stunde diskutierte sie mit ihm, bis auch sein letzter Huf fertig war und er auf die Weide entlassen werden konnte. Mir ging es da schon wieder etwas besser. „Wir nehmen Sie mit ins Krankenhaus um zu sehen ob nichts Schlimmeres ist.“ Im Krankenhaus angekommen wurde ich schließlich von oben bis unten untersucht auf mögliche innere Verletzungen. Bis auf einige Quetschungen und Prellungen war alles im grünen Bereich und so konnte ich noch am gleichen Abend wieder ins Gästezimmer der Jenkins Brüder einziehen. Die nächsten zwei Wochen sollte ich immer mal wieder einen Arzt drüberschauen lassen ob noch alles okay ist da durch die Quetschungen auch Blutungen entstehen könnten. Gegen die Schmerzen hatte ich zum einen eine Spritze bekommen und zum anderen noch Tabletten mitbekommen. „Die Stuten machen wir morgen.“ sagte Joicy, als ich den Raum betrat. „Ich darf nicht.“ ließ ich verlauten und spürte jetzt erst wie schwer mir das atmen beim reden fiel. „Wie lange musst du aussetzen?“ - „Zwei Wochen.“ ich hob die Hand, da ich noch weiter reden wollte, aber erstmal atmen musste. „Dann zum Arzt - und dann weiter sehen.“ schloss ich ab und sah nun Joicys Sorgengesicht. „Gut, dann ruh dich aus.“ sie wirkte fast mütterlich als sie das sagte. In der Nacht fand ich nur schwer Schlaf. Immer wenn ich gerade dabei war einzudösen bekam ich Atemnot und war damit wieder wach. Es fühlte sich in diesen Momenten fast an als würde die Lunge einfach zusammenklappen. Am nächsten Morgen war Joicy früh draußen und kümmerte sih mit Kenneth um die beiden Stuten des Hofs. Fix the Flame, eine Fuchsstute war als erste dran. Die dressurbegabte Stute hatte schon lange keinen Hufschmied mehr gesehen und dementsprechend viel zu lange Hufe. „Kommt sie denn aus schlechter Haltung?“ fragte meine Chefin des Interesses halber. Doch Kenneth wusste das zu verneinen und so schwiegen sie für den Rest des Ausschneidens. Zwar war die junge Trakehnerstute sehr guckig, ließ sich die Hufe aber ohne weitere Spinnereien machen. Busted Cherry Cake hatte eine etwas ruhigere Art. Sie gefiel mir sehr und sie erinnerte mich an meinen Ray, was wohl an der gleichen Farbe lag. Sie war von der Statur her etwas zierlicher als Fix the Flame und so überraschte es mich als Kenneth sagte, dass Flame das Dressurpferd und Cherry das Springpferd war. Rein äußerlich hätte ich es eher umgekehrt vermutet. „Sie ist aber die ruhigste hier, neben Ghost Merchant.“ der groß gewachsene Mann lächelte zufrieden und begann damit den Kopf der Stute zu kraulen. Joicy begann währenddessen mit dem Ausschneiden der Hufe. Sie waren in Ordnung. Etwas lang, aber nicht so lang wie die von Flame. „Sind die beiden verwandt?“ auch diese Frage verneinte Kenneth. „Im Entferntesten vielleicht…“ ließ er ein paar Sekunden später verlauten. „Gut, dann sind wir jetzt durch.“ Joicy wischte sich den Schweiß von der Stirn und wirkte so erleichtert wie noch nie bei einem Auftrag. Wir blieben noch eine Nacht auf dem Hof. Lucius stellte mir immer wider irgendwelche Fragen, die ich nicht mal eben schnell beantworten konnte und ich wäre ihm dafür am liebsten an die Kehle gesprungen. Es fiel mir noch immer schwer längere Sätze am Stück zu sprechen. Ich hatte noch immer Atemprobleme und mir graue es vor dem Heimflug. Der Unterdruck wirkt sich sicher ganz fabelhaft auf die Quetschungen und Prellungen aus…
      Hufschmiede Glorieas | 11.178 Zeichen

      13. Mai 2016
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      Amador, Fix the Flame, Busted Cherry Cake und Ghost Merchant

      Ich erhielt einen Anruf der Jenkins- Brüder aus Kalifornien. Sie wollten, dass ich vier ihrer Pferde untersuchte. Ich freute mich über diesen Auftrag, da ich selber noch nie in Kalifornien war.
      Nach einem anstrengenden Flug war ich froh, endlich auf dem Hof der beiden angekommen zu sein. Ich schnappte mir meine Arzttasche und ging Richtung Stall. Ich hörte von draußen die Brüder miteinander reden. Ich begrüßte beide mit einem freundlichen „Hallo!“ und gab beiden die Hand. Lucius und Kenneth hießen die zwei. Lucius stellte mir auch direkt seinen Schimmel-Hengst Amador vor. Er sollte, wie die restlichen drei Pferde, das Standardprogramm bekommen und zudem sollte seine Lahmheit geklärt werden. Der Hengst stand mir gegenüber angebunden. Er scharrte ungeduldig mit den Hufen. „Er ist nicht immer einfach, ich hoffe, dass ist kein Problem für dich?“, fragte mich Lucius. Ich lachte und sagte: „Nein, keine Sorge. Ich kenne mich mit Problempferden aus.“
      Zuerst gab ich dem Hengst ein Leckerchen, als Bestechung sozusagen. Er wollte noch mehr und stubste mich frech in die Seite. Ich ging nicht auf sein Fordern ein und fing mit der Behandlung an. Zum Anfang schaute ich mir seine Schleimhäute an und maß seine Temperatur und seinen Puls. Seine Werte lagen im Normalbereich und er machte einen fitten Eindruck. Seine Augen waren stets wachsam und beobachteten mich bei meiner Arbeit. Um mich direkt wieder unbeliebt zu machen, spritzte ich ihm drei Impfstoffe gegen Tetanus, Influenta und Tollwut. Amador war zwar nicht gerade begeistert von den Spritzen, hielt es aber tapfer aus. Um ihm eine kleine Verschnaufpause zu geben, bevor ich ihm die Wurmkur geben wollte, lies ich ihn von Lucius vortraben um mir seine Lahmheit anzuschauen. Ich fühlte am Bein entlang und die Sehne war unnatürlich warm. „Kühlt das Bein jeden Tag und schont das Pferd eine Woche. Hat er sich vertreten oder ist er mal umgeknickt? Daran kann es schon gelegen haben. Achtet darauf, dass er nicht zu doll auf der Koppel herum tobt, dann sollte sich das Bein schnell wieder erholen. Das ist nichts dramatisches.“, rat ich den Brüdern. Sie nickten und ich fuhr mit meiner Behandlung fort. Denn jetzt bekam Amador die allseits beliebte Wurmkur. Ich öffnete sein Maul, spritzte die bittere Paste hinein und drückte schnell zu, sodass er es schlucken musste und nicht herausspucken konnte. Er wehrte sich, da die Paste nicht allzu gut schmeckte aber ich gewann den Kampf und Amador schluckte die Kur hinunter. Nun öffnete ich sein Maul, zog seine Zunge ein wenig zur Seite und begutachtete seine Zähne. Die sahen aber sehr gut aus, sodass dort nichts gemacht werden musste. Zu guter Letzt nahm ich dem Hengst Blut ab um Zuhause in der Klinik ein großes Blutbild durchzuführen.
      Der Hengst war fertig und wurde von Lucius in seine Box zurückgebracht. „So der nächste Kanditat bitte!“ Schon kam Kenneth mit einer wunderschönen Stute namens Fix the Flame an. Sie tänzelte nervös am Strick und Kenneth versuchte sie zu beruhigen. Ich stellte mich auch ihr vor und als sie bemerkte, dass ich ihr nichts tat wurde sie augenblicklich ruhiger. „ So ist gut Mädchen, ich tu dir nichts!“, sprach ich zu ihr. Auch bei ihr fing ich mit der allgemeinen Untersuchung an. Ihre Schleimhäute waren normal farbig, ihre Temperatur normal, nur ihr Puls war ein wenig erhöht. Dies lag aber wahrscheinlich an ihrer Nervosität, denn sie tänzelte schon wieder von links nach rechts und schaute immer in eine dunkle Ecke, als ob dort kleine grüne Trolle sitzen würden. Ich öffnete ihr Maul und sag mir ihre Zähne an. Auch diese Zähne sahen sehr gut aus. Danach spritzte ich auch ihr drei Impfungen gegen Tetanus, Influenza und Tollwut. Um sie nicht zu lange zu stressen hing ich das Blutabnehmen direkt hinten dran. Es gefiel ihr ganz und gar nicht, so viele Nadeln in ihrem Hals stecken zu haben, aber sie wehrte sich nicht groß. Zu aller Letzt spritzte ich ihr die Wurmkur in das Maul und auch sie fand es nicht besonders appetitlich. Fix war fertig und Kenneth brachte die Stute zurück und kam auch schon mit der nächsten Patientin an. Busted Cherry Cake hieß die schicke braungescheckte Stute. Sie war, im Gegensatz zu Fix the Flame, die Ruhe selbst und schien ein bisschen Aufmerksamkeit von einer ihr fremden Person zu genießen. Ich streichelte ihr den Hals und fing dabei an, sie zu untersuchen. Ihre Schleimhäute sowie ihre Temperatur und ihr Puls waren absolut in Ordnung und im grünen Bereich. Ich war begeistert von ihrer tollen Scheckung und träumte insgeheim auch von den ein oder anderen Schecken-Pferd in meinem Stall.
      Ich impfte die Stute gegen Tetanus, Tollwut und Influenza und nahm ihr dabei auch direkt das Blut für das große Blutbild ab. Nachdem ich die Blutprobe in meiner Tasche verstaut hatte, widmete ich mich ihren Zähnen. Auch hier waren keinerlei scharfe Kanten sichtbar. Die Brüder konnten froh sein, solche gesunden und unauffälligen Pferde im Stall stehen zu haben. Zu guter Letzt verabreichte ich der Stute die Wurmkur-Paste und entließ sie. Kenneth brachte sie in die Box zurück und kam mit dem letzten Pferd am heutigen Tage an.
      Ghost Merchant, ein siebenjähriger Hengst, ebenfalls ein Schecke. „Traumhafte Tiere habt ihr hier! Da wird man ja neidisch.“
      Ich tastete das Pferd ab, untersuchte seine Schleimhäute und maß Temperatur und Puls. Beim Abtasten entdeckte ich eine kleine offene Stelle, die wahrscheinlich beim Wälzen oder beim Spielen entstanden ist. Ich schmierte die Stelle mit einer wund heilenden Salbe ein. Ansonsten war das Pferd gesund. Auch seine Zähne sahen gut aus und benötigten keine Behandlung.
      Ich fuhr mit der Wurmkur fort. Leider hatte ich bei diesem Pferd nicht schnell genug das Maul zugedrückt, sodass Ghost die Paste wieder ausspuckte. Ich versuchte es erneut und dieses Mal geling es mir, dass Ghost die Paste schluckte, wenn auch sehr widerwillig. Ich klopfte ihm den Hals und impfte auch ihn gegen Tetanus, Influenza und Tollwut. Zu Letzt nahm ich ihm das Blut ab.
      Nachdem alle vier Pferde behandelt wurden, verabschiedete ich mich von den Brüdern und sagte ihnen, dass ich mich meldete, sobald ich die Ergebnisse des Blutbildes hatte.
      Ich fuhr nach Hause und fing sofort an, das Blut zu analysieren. Alle Pferde hatte einen minimalen Selen-Mangel. Ich rief die beiden Brüder an und Kenneth ging ans Telefon. Ich teilte ihm die Ergebnisse mit und riet ihm zu einem speziellen Zusatzfutter, welches er einige Zeit füttern sollte um den Selen-Mangel zu beheben. Er bedankte sich für meine Arbeit und lag auf. Ich notierte mir noch einige Stichpunkte in der Akte der Pferde und fuhr danach zufrieden nach Hause.
      13.05.2016 | (c) honigkuchenpferd | 5535 Zeichen ohne Leerzeichen

      28. Mai 2016
      Entweder man kann oder man kann nicht...

      Die Sonne brennt geradezu auf uns nieder. Hochsommer! Und Kenneth rennt noch im Shirt hier rum und arbeitet seine Pferde. So ein Idiot... Gerade machte er mit Ghost Merchant ein paar Sprungübungen, draußen auf dem Mini-Springplatz, wenn er diesen Namen überhaupt verdient hatte mit seinen paar provisorischen Hindernissen aus umliegenden, verdorrten Zweigen. Unsere Springpferde hatten es hier wirklich schwer. Der gesamte Stall war auf Dressurreiter ausgelegt, bestenfalls sogar barocke. Die ganz hohe Kunst. Wer konnte schon ahnen, dass mein verrückter Bruder sich Sportpferde einlud? Niemand, genau! Genauso wenig ahnen konnte man jedoch, dass ich mir zwei Islandpferde nach Kalifornien holen würde. Das ist vielleicht noch eine Nummer verrückter, weil sie absolut nicht für die Hitze hier ausgelegt sind. Vor allem nicht der helle Óslogi, der bereits bei seiner Ankunft einen Sonnenbrand auf der Nase hatte. Jeden Tag wurde er gründlich eingecremt und bekam den schattigsten Platz, den wir hier bieten konnten. Eine dünne Exemerdecke hatten wir schon bestellt, aber es würde noch ein paar Tage dauern, bis die ankommt. Bei Goldmarie stand außerdem noch unser baldiges hoffentlich Schneeweißchen Félagi frá glæsileika eyjarinnar. In störte die Sonne weniger, aber die Hitze machte ihm trotzdem zu schaffen. Er haarte so stark, dass man bei jeder Berührung einen Büschel Fell in der Hand hielt. Gut so, in einer Woche würde er fast nackt hier stehen, auch er bekam zur Sicherheit eine dünne Decke. Ich saß Oberkörper frei im Schatten eines Pfostens vor den Boxen und genoss meine wohlverdiente Pause, nachdem ich mich schon mit Kenneth Dressurstütchen Fix the Flame herumgeschlagen hatte. Irgendwie hatte es mein Bruder geschafft mich in seine Sportpferdezucht einzubinden. Ein Fan davon war ich aber trotzdem nicht. Schecken mochte ich auch nicht, es sei denn sie würden wie mein kleiner Isländer, mit der Zeit so weiß werden, dass man die Scheckung eh nur noch erahnen könnte. Dann ging das. Schimmel sind einfach meine absoluten Favoriten. An oberster Stelle stand dabei mein Lusitano Amador, der heute auch noch an der Reihe war. Aber erstmal musste ich mich aufraffen Cadiz aus seiner Box zu holen und fertig zu machen. Der Schecke... hatte erst vor Kurzem seine Zuchtzulassung erhalten.

      „Hey Lucius!“ Kenneth zeigte mit seiner Minigerte auf mich, als sei sie ein Schwert. „Wird das heute noch?!“ Ich seufzte und zog mich langsam hoch, streckte mich ausgiebig und klopfte mir dann den Staub von der schwarzen Hose. Zufrieden grinsend dackelte Kenneth mit Cherry an mir vorbei in den Stall. Ich folgte ihm, und blieb an Cadiz' Box kleben, während er mit der Stute bis zum Ende der Stallgasse ritt, bevor er abstieg. „Du bist schon faul, oder?“ lachte ich bei diesem Anblick, doch Kenneth ließ sich nicht auf meine Spielchen ein, das kannte ich ja schon. Ohne auf seine Antwort zu warten holte ich Cadiz aus seiner Box und bekam fast einen Schock bei dem was mir da blühte. Er hatte sich wohl in seiner eigenen Scheiße gewälzt. Wieso macht er sowas? Kenneth lachte bitterböse, als er das Malheur sah. „Halt, deine...“ ich hob einen Striegel vom Boden, warf ihn nach meinem Bruder und – traf! „Eeh!“ beschwert er sich und ließ den Striegel über den Boden zurückschlittern. Vermutlich hatte er zu viel Sorge, dass die Pferde hochschrecken könnten, aber bis auf Cherry's verdutzten Blick hatte der fliegende Striegel nichts mit den beiden auf der Stallgasse angestellt. „Was denn? Das ist Schreck-Training!“ verteidigte ich mich schmunzelnd und fing an den furchtbar stinkenden Fleck an Cadiz Flanke wegzuschrubben. Ich versuchte es... Aber ohne Wasser würde ich da nicht weit kommen. Kenneth hatte Cherry mitterweile in ihren Offenstall gebracht und sich stattdessen Óslogi auf die Stallgasse geholt. Zu meinem Vergnügen, hatte sich der Sechsjährige nicht ehrenhafter verhalten als Cadiz und sah mindestens genauso appetitlich aus. „Viel Spaß.“ meinte ich grinsend, als ich mit dem gesattelt und getrensten und noch halbnassen Cadiz an den beiden vorbeizog. „Troll dich!“ - War das eine Mahnung? Ich lachte und führte Cadiz zur rundum geschlossenen und neuerdings sogar klimatisierten Reithalle. Gut eine Stunde arbeitete ich den frisch gebackenen Deckhengst. Als ich wieder kam war Kenneth noch immer nicht soweit mit dem Isländer. „Mein Gott, nimm doch Wasser!“ meinte ich genervt, aber irgendwie amüsierte mich der Funke von Verzweiflung im Blick meines Bruders. „Machst du den Kleinen nachher auch noch? Dann würde ich mit Amador ausreiten.“ Das hatte ich schon seit Tagen vor! Nie kam ich dazu. Kenneth murmelte irgendwas vor sich hin. „Was denn jetzt?“ hakte ich nach, während ich die Boxentüre zu Amador aufschob. Der Stall war so klein, dass wir egal wo auf der Stallgasse wir uns befanden, uns in angenehmer Lautstärke kommunizieren konnten. „Ja mach...“ Überzeugt war Kenneth scheinbar nicht, aber gut. Ich zuckte als Reaktion mit den Achseln und machte dann Amador für den Ausritt fertig. Ich liebte Ausritte mit meinem Schimmel so sehr, weil er hier wesentlich braver war als auf Plätzen oder in Hallen. Außerdem staubte er hier und da das ein oder andere Leckerlie von Passanten ab. Vermutlich war er deshalb so zugegen, wenn jemand „Ausritt“ sagte. Da wir mit allen anderen Pferden sowieso schon durch waren, blieb ich noch eine ganze Stunde länger draußen als ursprünglich geplant. Kenneth kommt schon klar. Kam er nicht – Aber das bekam ich erst mit, als ich mit Amador auf den Hof zurückkehrte und er immer noch, nach mittlerweile drei Stunden, mit Óslogi kämpfte. Der junge Hengst zeigte sich bockig, ganz in Amador-Manier. „Was macht ihr da?“ fragte ich lachend, doch Kenneth hörte mich nicht. Ich beschloss erstmal meinen Lusitano abzusatteln, abzuspritzen und zurück in seinen Offenstall zu bringen, bevor ich mich meinem Bruder widmete. Als ich wieder zum Platz kam hatte dieser sich in den Sand gesetzt und raufte sich die langen Haare. „Verfällst du jetzt in einen Sitzstreik?“ ich zog ihn hoch, doch Kenneth war mit seinen Nerven vollkommen am Ende. „Jetzt geh, mach den Zwerg fertig, ich regel das hier.“ Das ließ er sich nicht zweimal sagen. Sofort verschwand er in Richtung Stallungen und ich sah in die blauen, sturen Augen des Ponys vor mir. „Nun denn...“ bestimmt griff ich nach der Longe am Boden und ging los. Óslogi folgte. Was hatte Kenneth nur? Ohne Probleme führte ich den Perlino in den Stall. Kenneth fiel die Kinnlade runter, als er uns reinkommen sah. Er war sprachlos. „Was auch immer du versucht hast... Machs nächstes Mal anders.“ Ich grinste. Das war gemein. Ich wusste ja nicht mal was er alles versucht hatte. Eigentlich war mein Bruder nicht der Typ, der schnell aufgab, im Gegenteil. „Den kriegst du aber hin oder soll ich helfen?“ Kenneth sah mich herablassend an. „Du kannst ihn gerne übernehmen, wenn du es mir nicht zutraust.“ sagte er in abfälliger Art, aber mit weicher Stimme. „Du hast mein vollstes Vertrauen, Bruder.“ Ich klopfte ihm im Vorbeigehen auf die Schulter und begann den Hof abzukehren. Als ich fertig war, war auch Kenneth mit Félagi durch. „Wir sollten Termine vereinbaren, bevor die Anrufzeiten wieder zu Ende sind.“ Ich stimmte gedankenverloren zu und ging ins Wohnhaus. „Wir teilen uns am besten auf.“ Kenneth kramte einen seiner tollen Notizzettel hervor. „Du rufst für die beiden Isländer beim Tierarzt an. Die brauchen eine Routineuntersuchung, nur zur Sicherheit und deren Impfungen sind auch nicht komplett. Ah und bei der Gelegenheit kann dann auch die Wurmkur mit aufgefrischt werden!“ Ich nickte jeden Punkt einzeln ab, aber so schnell wie er das runterratterte behielt ich eh nur die Hälfte. „Hast du das auch noch schriftlich?“ - „Du kriegst meinen Zettel...“ - „Oh nein...“ Meinte ich leise und legte mir die Hand vors Gesicht. Kenneth ignorierte das gekonnt und fuhr fort. „Ich rufe währenddessen bei Hunter an, der soll sich die Hufe der beiden anschauen.“ - „Der muss dann von England bis hier fliegen nur für zwei Pferde, hast du sie noch alle?!“ Er meinte das tatsächlich ernst. „Na gut. Gib mir den Zettel.“ Wo hatte ich mein Smartphone? Ich tastete meine Hosentaschen ab. Nichts. Kenneth lachte. „Wo ist es?“ Er zuckte mit den Schultern. Drohend sah ich ihn an. „In deiner Jacke, wie immer. Was kann ICH denn dafür, wenn DU meinst hier ohne Oberteil rumrennen zu müssen.“ Protzig wie er war, zog er sein iPhone aus seiner Hosentasche und hielt es sich einen Moment später ans Ohr. Auch ich fand schließlich mein Smartphone und rief beim Tierarzt an um einen Termin zu vereinbaren. Für was nochmal? Ich versuchte zu entziffern was mein Bruder mir aufgeschrieben hatte. Seine Schrift war grauenvoll! Kein Vergleich zu meiner Sauklaue, aber ich wusste immerhin was ich geschrieben hatte und mutete meine Schrift niemanden sonst zu. „KENNETH!“ rief ich, aber er telefonierte noch. Bei mir meldete sich mittlerweile die melodische Stimme unserer Tierärztin. Süffisant grüßte ich zurück und bat um einen Moment, bis ich entziffert hatte was ich eigentlich von ihr wollte. Wenige Minuten spät hatte ich das Rätsel schließlich gelöst.

      Alles geregelt schmiss ich mich, samt Smartphone und Tablet-PC, aufs Sofa im Wohnzimmer. Kenneth stieß wenig später dazu und pflanzte sich in den Sessel neben mir. „Hunter kann nicht...“ meinte er geknickt. „Der steckt im Krankenhaus. Wen buchen wir stattdessen?“ Was fragte er mich? „Keine Ahnung, hast du seine Chefin mal gefragt?“ Kenneth schüttelte langsam den Kopf. Ach er wusste nichts davon. Hatte er wohl vergessen, dass er in Begleitung hier war. Wie konnte er nur? „Joicy Mc Flower, ruf die mal an. Die Nummer findest du bestimmt im Internet, du bist ja nicht von gestern.“ Ich zwinkerte ihm zu, während er die Augen rollte. Aber er tat wie ich sagte. „Sie ruft zurück. Klang aber ganz zuversichtlich.“ Gut, jetzt hatten wir wirklich alles fertig für heute. „Lucius...“ Ich hatte gerade die Augen zu gemacht! Was wollte der jetzt? Stirnrunzelnd sah ich ihn an. Oh Gott er sah besorgt aus... Das heißt nie was Gutes. „Lucius, ich wollte mit dir noch was besprechen...“ Ächzend und stöhnend, weil ich viel lieber ein Nickerchen gemacht hätte, rappelte ich mich hoch, bis ich aufrecht saß. „Was denn?“ fragte ich. „Du hast dir ja jetzt die Isländer gekauft und...“ Ohje... Jetzt kommts. „...ich möchte mein Zuchtziel etwas breiter auffächern.“ Das hätte er jetzt nicht geschwollener formulieren können. „Wie meinst du das?“ fragte ich, die Stirn noch immer in Falten gelegt. „Ich möchte nicht nur Trakehner züchten, sondern allgemein deutsche oder gar europäische Sportpferde.“ - „Du hast dir einen Narren an den Viechern gefressen, kann das? Die sind doch totale Nervenbündel! Such dir doch was ruhigeres... Wie wärs mit... Bretonen? Oder... Ja von mir aus auch Tinker oder sowas...“ - „Das ist nicht was ich will.“ - „Mhm...“ Eine unangenehm lange Pause trat ein. „Ich möchte vor allem bunte, großrahmige Sportpferde. In allen möglichen Farben und Scheckungen. Ich hab da ein Fohlen im Auge... Tigerschecke. Ein Hunter. Nachkomme von Hunter's Mr. Raw Depression.“ Verwirrt sah ich ihn an. Da war jetzt definitiv zu oft das Wort 'Hunter' drin. „Ein Vollblut-Warmblut Mix.“ klärte er mich auf. „Ah! Ein Halbblut.“ Lachend schüttelte er den Kopf. „So in der Art.“ Er zeigte mir ein Foto von dem Fohlen. Es sah tatsächlich ganz gut aus, soweit man das von einem Foto beurteilen konnte. „Dann mach halt...“ Ich konnte geradezu sehen wie ihm ein Stein vom Herzen fiel und krachend zu Boden fiel und dort zersprang. War das wirklich so eine große Last für ihn? Als würde ich ihm in seine Zucht reinreden. Er ließ mich meine Showreiterei ja auch machen ohne mir reinzureden was ich da zu tun und zu lassen hatte. Jedenfalls war ich jetzt gespannt, was er noch für Pferde auf den Hof holen würde in nächster Zeit.
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      23. Juli 2016
      Pflege aller Pferde des Phoenix Valley

      „Wie heißt die?“ ungläubig sah ich meinen Bruder an, als er mir den Namen des Tigerscheck-Fohlens nannte, das er sich angeschafft hatte. „Ases Maskwamozi“ ließ er mich in absoluter Überzeugung wissen. „Das klingt falsch. Das spricht man bestimmt nicht so aus.“ Kopfschüttelnd nahm ich ihm die Papiere des Fohlens aus den Händen. „Ist ja auch egal. Sie wird eh einen Rufnamen bekommen.“ Ein wenig beleidigt verließ Kenneth das Haus um sich um seine neuen Youngster zu kümmern. Neben dem Tigerschecken, hatte er auch noch eine Falbscheckstute mit Rappfohlen auf den Hof geholt. Levisino's Hope und Leveneza. Die Abstammung konnte sich durchaus zeigen lassen. Endlich mal Pferde, bei dem einem die Namen im Stammbaum etwas sagten. Nachdem ich meinen Kaffe ausgetrunken hatte schlenderte auch ich in den Stall. Die Isländer hatten mittlerweile den größten Teil ihrer Winterwolle verloren und mussten nicht mehr allzu schlimm schwitzen von der kalifornischen Sonne. Vor allem um Óslogi sorgte ich mich immer wenn die Sonne besonders stark war. Zur Zeit hatte er auch mit einem hartnäckigen Sonnebrand auf der Nase zu kämpfen. Trotz Maske und Sonnencreme, ließ sich das manchmal nicht vermeiden. Der goldene Hengst war nämlich Entfesslungskünstler und wir konnten ihn nicht rund um die Uhr im Auge behalten. Félagi war da doch angenehmer. Auch er hatte immer mal einen leichten Sonnenbrand auf der Nase, war aber allgemein unkomplizierter in der Handhabe. Bis jetzt.

      Kenneth hatte den Fohlen und seiner Zuchtstute frisches Futter angeboten und die Tränken kontrolliert. „Amador kannst du heute vergessen. Der hat sich irgendwo die Schulter aufgerissen.“ Kenneth sagte das so nebenbei... Am liebsten hätte ich ihm dafür direkt den Kopf gewashcne, aber mein Schützling war mir wichtiger. Sofort rannte ich zu seiner Box um mir die Wunde anzusehen. Durch das trockene Klima hatte sich bereits eine Kruste gebildet und viel Dreck schien nicht reingekommen zu sein. An Reiten war nun jedoch erstmal nicht zu denken. „Ich longiere ihn trotzdem ab.“ Kenneth nickte und putzte an seinem Ghost Merchant herum, der wie immer nicht wirklich sauber werden sollte. „Ist das da ein Fleck im Fell oder vom Dreck?“ ich zeugte auf eine Stelle am Hals. „Keine Ahnung... Es wäre einfacher, wäre er ganz weiß.“ beschwerte sich Ken. „Tja...“ Ich hatte ihn schon beim Kauf gewarnt, aber er wollte nicht hören. „Warte ab bis dein Isländer ausschimmelt, du wirst das gleiche Probleme bekommen. Du wirst weinen!“ - „Der wird schöner schimmeln.“ scherzte ich und führte Amador vorbei und quer über das Gelände in die Reithalle. Es war heute einer dieser Tage, die viel zu heiß waren um überhaupt richtig zu arbeiten. Der Verbrauch an Trinkwasser stieg ins Unermessliche und wir konnten froh sein einen eigenen Wassertank zu haben, denn anderen Kaliforniern wurde die Wasserzufuhr dicht gemacht weil sie zu viel verbraucht hatten. Kaum zehn Minuten longiert pumpte Amador als hätte man ihn drei Stunden galoppieren lassen. Auch Kenneth war jetzt in der Reithalle. Niemand wollte bei dem Wetter länger draußen sein als unbedingt möglich. „Vielleicht solltest du ihn durchchecken lassen.“ Er wirkte ernst. „Find mal wen, der heutzutage schnell hier ist...“ Es war noch immer schwer akute Krankheiten und andere Wehwehchen schnell behandeln zu lassen. Sowohl tierärzte als auch Hufschmiede waren chronisch ausgebucht. Es brachte in diesem Moment nichts Amador noch weiter zu quälen. Also brachte ich den reinweißen Schimmel zurück in den Stall und ritt stattdessen Cadiz, einen der Hengste meines Bruders. Der Schecke war gut gelaunt und arbeitete fleißig mit. Später blieben nur noch Busted Cherry Cake und Fix the Flame übrig. Die Stuten wurden derzeit aktiv auf die Zuchtzulassung vorbereitet und würden vielleicht schon in einem halben Jahr durchstarten. Mal sehen was da noch kommt.


      01. August 2016
      Umgestaltung

      „Óslogis Sonnenbrand wird immer schlimmer, willst du da nicht mal was tun?“ Etwas mürrisch sah ich von meinem Tablet auf und blickte in das empörte Gesicht meines Bruders. „Mehr als ihn tagtäglich einzucremen und im Schatten zu halten, kann ich nicht.“ Kenneth setzte sich neben mich und schielte kurz auf mein Tablet, bis er mich weiter tadelte. „Die beiden Isländer gehen hier ein. Die gehören einfach nicht nach Kalifornien.“ Ich nickte zustimmend und ergriff das Wort. „Deshalb werde ich sie auch wieder abgeben.“ Nun war Kenneth verdutzt. Stockend suchte er nach Worten, doch es kam nicht mehr „A-“ oder „Mhm...“ dabei rum. Grinsend versetzte ich das Tablet in den Ruhemodus und legte es weg. „Ja Kenneth, ganz so blöd bin ich doch nicht.“ mit einiger Genugtuung beobachtete ich die Mimik meines kleinen Bruders. Sie änderte sich von verdutzt, zu grübelnd, zu sauer werdend und wieder zu verdutzt. „Wahrscheinlich gehen beide zusammen nach Norwegen und können da ihr Ponyleben genießen. Seit wir Royal Disturbance hier haben hab ich einen größeren gefallen an Mangalarga Marchadors und Campolina Pferden gefunden für die Gangreiterei. Die sind sogar hitze- und sonnenbeständiger, wenn man sich nicht grade einen Cremello anschafft.“ erklärte ich ausgiebig um Kenneth von seinem Zwiespalt zu erlösen. „Wann?“ - „Nebenbei...“ - „Aber, du...“ - „Ja, hatte ich, aber es ist besser für die Ponys.“ - Das war eignetlich sein Spruch, aber ich hatte immer noch Spaß daran ihn zu ärgern. „Und Polka D-“ - „Die war in der Karibik und hatte da keine Probleme. Dann wird sie hier auch keine Probleme kriegen.“ erwiderte ich sofort. Mein Bruder verfiel ins Grübeln und war irgendwann so sehr in Gedanken versunken, dass ich aufstand und im Stall noch den Fohlen sah. Leveneza und Ases Maswamozi gefielen mir mit jedem Tag mehr. Beide würde ich sicher nicht als Showpferde nutzen dürfen, dennoch brachte ich ihnen Unsinn bei, wenn Kenneth mal auf Reisen oder wenigstens für ein paar Stunden außer Sicht war. Die einzigen Auswirkungen, die Kenneth bemerkte waren ein ausgeglicheneres und besseres Verhalten im Training. Leveneza war trotz, dass sie die jüngere der beiden war schon etwas weiter was „Ruhig stehen“ und „Rückwärts gehen“ oder „Drehen“ betrifft. Ases Maskwamozi ist einfach eine langsame Lernerin. Dafür überzeugt sie in Präsenz, Farbe und ihren aberwitzigen Ideen, wenn sie sich mal wieder ablenken ließ.

      Mit Amador ist die Arbeit mittlerweile auch um einiges leichter geworden. Er ist zwar immer noch sehr aufbrausend und hengstig, lässt sich aber endlich direkt ordentlich arbeiten ohne dass man ihn ewig ablognieren muss. Es zeigt sich, dass es eine gute Idee ist ab und an mal einen ausgebildeten Pferdetrainer an seine Tiere zu lassen. Das ist nicht nur Training fürs Pferd, sondern auch für die Reiter. Die Trakehner hatten in letzter Zeit auf Turnieren ordentlich abgesahnt, wie Kenneth das nun geschafft hatte konnte ich mir nicht erklären. Immerhin hat er aktuell drei Pferde aktiv im Turniersport und muss nebenbei noch zwei Zuchtpferde und zwei Fohlen bespaßen. Ich hingegen kann mich voll und ganz auf die Hofarbeit konzentrieren, Bodenarbeit mit den Pferden lag im Moment im Vordergrund, da die Klimaanlage ausgefallen ist. Harte Arbeit war so unmöglich. Kenneth fuhr zwar jeden Tag zur Reithalle eines Freundes, aber solange ich mit meinen Pferden voran kam, begnügte ich mich so mit ihnen. Royal Disturbance würde ich mir heute etwas näher ansehen. Sie sah toll aus, wie die meisten Mangalarga Marchadors. Die Kombination aus Roan und Tobiano war schon ein seltener Anblick. Ihr ruhige, bestimmte Art tat den Rest. Sie stand sehr im Gangpferdetyp. Ich hatte schnell raus wie sie tickt und wie ich zwischen den Gangarten wechseln konnte. Es machte wahnsinnig Spaß Neues auszuprobieren, das war schon mit den Isländern toll. Aber aufgrund der akuten Brandbeschwerden bei Óslogi war an Arbeit mit ihm nicht zu denken. Er tat mir schon sehr leid, umso mehr freute es mich wahrscheinlich einen guten Platz für ihn und Félagi gefunden zu haben. Die beiden Junghengste liebten sich schon heiß und innig und könnten theoretisch auch als Bachelorpaar bestehen bleiben. Die neuen Besitzer haben aber meinen absoluten Segen, wenn sie die beiden legen wollen. Für die Zucht ist weder eine, noch der andere vorgesehen und wer weiß ob sie sich irgendwann doch quälen würden als Hengste in Ställen wo auch mal rossige Stuten stehen. Meine Gedanken verloren sich und ich wurde erst wieder wachgerüttelt, als mich die hübsche Scheckstute anstupste, an deren Box ich stand. Dankbar strich ich ihr über Nüstern und Maul, bevor ich wieder ins Haus ging. Kenneth war eingeschlafen, hatte mein Tablet auf dem Bauch liegen und sabberte eins der Sofakissen voll. Großartig. Ein Bild für die Götter. Der Sommer würde noch zwei bis drei Monate andauern. Solange läuft der Betrieb auf Sparflamme, in jeglicher Hinsicht.

      Aktuelle Pflege
      07. November 2016
      Praktikum in Californien bei den Gebrüder Jenkins

      Pflege aller Pferde des Phoenix Valley

      „Warum soll ich denn jetzt nach Californien?“, fragte ich Rachel neugierig. „Ich habe vorhin bei Kennet Jenkins angerufen und habe dir dort ein einwöchiges Praktikum gesichert. Die beiden haben viel um die Ohren mit ihren Pferden und Lucius wird dir was über das Stuntreiten und das Showreiten erklären. Ken zeigt dir dann Sachen, was die Pferdezucht betrifft und der Umgang mit Fohlen.“ Mein Mund blieb offenstehen. „Dein Ernst? Show- und Stuntreiten? Ich glaub’s nicht.“ „Doch, du fliegst morgen rüber. Ich würde an deiner Stelle deine Sachen packen. In der Woche wird Cleavant dann kastriert und du hast einen Wallach und keinen Hengst mehr zur Pflege“, sagte meine Tante streng und drehte sich dann um und ging in den Stall zu ihrem Hengst Cherti. Ich stand noch eine Weile da und starrte Löcher in die Luft bis ich mich in mein Zimmer machte und meine Sachen zusammenpackte. In California lagen die Temperaturen noch zwischen 20 – 35°C und somit war es um einiges wärmer als in Mazedonien. Ich würde die Woche schon überleben ohne Cleavant, aber doch verletzte es mich irgendwie, dass er kastriert wurde. Auch wenn er ein komischer Mix war, konnte man doch sicher mit ihm züchten. Vielleicht war er hier auf unserem Hof einfach nur falsch…

      Der Flug war länger als geplant und die Landung nahm mich genauso mit wie damals von Canada nach Mazedonien. Meine Ohren taten weh, ich war fertig wie ein Lachsbrötchen und wartete nach der Passkontrolle auf meinen wohl etwas zu groß geratenen Koffer. Die ganzen Kontrollen hier dauerten immer eine Ewigkeit. Aber immerhin wurde ich von Kenneth und seinem Bruder Lucius herzlichst in Empfang genommen.

      „Du musst Valerie sein“, stellte Kenneth erfolgreich fest und ich nickte nur kurz. „Das ist mein Bruder Lucius“, sagte er und deutete dabei auf den etwas kleineren Mann neben ihn, der mich nur mit einem kurzen Grinsen begrüßte, „Und ich bin Kenneth.“ Ich reichte ihm die Hand und stellte mich auch noch einmal vor. Die Blicke der beiden waren unbezahlbar, als sie meinen Koffer entdeckten und Lucius sich bereit erklärte, diesen zu schleppen. Er hatte Kraft, hatte aber wohl nicht mit dem Gewicht gerechnet. „Was hast du darin? Klamotten oder doch eher Ziegelsteine“, fragte er mich und schaute mich mit schiefgelegten Kopf an. „Alles was ich brauche“, grinste ich und sah mich um. Der Flughafen war riesig und ziemlich modern, so hatte ich mir das ganze hier gar nicht vorgestellt. Die Fahrt zum Anwesen dauerte nur länger als gedacht und ich war sowieso schon vom Flug fertig, dass ich im Auto kurzerhand auch noch einschlief. Die Zeitverschiebung machte mir auch etwas zu schaffen, aber ich schlief die paar Stunden zum Hof sehr gut im Auto. Kenneth konnte sehr gut Auto fahren und ich wurde sofort wach, als Lucius am Steuer saß. Er hatte einen etwas rasanteren Fahrstil und ich murmelte jedes Gebet, das ich kannte vor mir her. „War das arabisch?“, fragte mich Ken neugierig und ich nickte. „Ja, muslimisch geprägt“, sagte ich und sah auf die Straße, die wir gerade einbogen. Lucius schluckte. „Gut, das wir gleich da sind.“


      Tag 1 – Monday

      Mein Tag begann bereits um sieben Uhr morgens mit dem Füttern der Pferde. Wir hatten allein in der Reitschule fast so viele Pferde wie die beiden Brüder, aber trotzdem hatte ich am Anfang noch Mühe, die Pferde auseinander zu halten. Ich schaute also lieber doppelt und dreifach auf die Boxenschilder um den Pferden die richtige Ration zu geben, als dass ich ihnen womöglich zu viel oder zu wenig zu fressen gab. Allein vom ersten Anblick her, hatten mir Morgane, eine Dark Bay Tobiano Stute, Leveneza, ein Rappfohlen mit vier weißen Stelzen und Senda Oscura, eine rabenschwarze Stute angetan. Als die Pferde den Futterwagen rollen hörten, wurden sie alle ein wenig unruhig, ließen mich aber alle brav bis auf Morgane den Weg zum Futtertrog durchschreiten. Die noch junge Stute schüchterte mich doch ein wenig ein. Bei ihr war ich froh, als sie mich heile aus der Box raus ließ. „Ärgert die dich?“, fragte mich Kenneth und ich sah etwas verwirrt zu ihm ans andere Ende der Stallgasse. „Morgane ist noch jung. Keine vier Jahre alt und auch sonst immer etwas launisch. Als sie hier hinkam, war sie die Diva und Zicke in Person. Sie ließ sich nicht kraulen, machte Palaver und und und. Aber mittlerweile lässt sie sich auch mal kraulen und streicheln. Man muss sich nur mal durchsetzen und sie muss dir ein wenig vertrauen können. Dann geht das.“ Er demonstrierte es noch kurz und begann dann mit dem Verteilen des Heus. „Nimm dir mal Busted Cherry Cake und S’Cada und führ sie dort hinten auf die Weide. Danach kannst du Leveneza und Ases Maskwamozi auf die Weide führen.Ghost Merchant und Cadiz können auf die andere Weide. Danach kannst du grad die Stallgasse fegen“, erteilte mir Kenneth meine Aufgaben zu und ich gab nicht mehr als ein kurzes „Ok“ raus. „Ist was?“, fragte er mich feinfühlig und ich schüttelte mit meinem Kopf. „Nein, ich bin nur nicht so der extrovertierte Typ Mensch“, sagte ich und nun war es Ken, der nur ein Nicken brachte. „Alles klar, wenn du das gemacht hast, kannst du was essen. Wir sind ja keine Unmenschen“, zwinkerte er und ich lächelte. „Danach kannst du meinem Bruder ja zuschauen und etwas lernen“, sagte er und schaute auf seine Uhr, für mich ein kleines Zeichen mich an meine Arbeit zu machen.

      Zuerst nahm ich mir die Scheckstute ans Halfter und dann erst S’Cada. Die dunklere der beiden, war ihres Verhalten zu urteilen auch noch jung und etwas unausgeglichener. Ihr Schritt war zügiger als der von Busted Cherry Cake und so hatte ich vielleicht doch ein paar mehr Probleme als auf Briar Cliff. Gut, dort kannte ich auch schon die Pferde etwas länger. Mit den Jungpferden, ging das ganze irgendwie leichter. Leveneza wartete sogar bis ich ihrer Freundin den Strick vom Halfter löste, sodass die zwei zusammen los tollten. Der Porzellanschecke Ghost Merchant stupste mich sanft mit seiner hellgrauen Schnauze an auf dem Weg zur Weide. Blieb auch ruhig, fast so wie ich es von Cleavie gewohnt war.

      Ich beeilte mich beim Fegen der Stallgasse und hatte nun von 8:00 bis um 8:30 Uhr eine kleine Pause in der ich ein Toast mit Marmelade aß. Ich hatte die Marmelade aus den vereinigten Staaten vermisst. Bis ich 16 wurde, hatte ich sie beinahe täglich auf dem Tisch gehabt und jetzt seit eineinhalb Jahren hatte ich endlich wieder den Genuss auf der Zunge. Kenneth schrieb mir, dass ich nun Leveneza wieder reinholen solle und sie ein wenig über den Hof führen könnte, wenn ich wollte und davor noch schnell drüber putzen sollte und so machte ich mich wieder an die Arbeit und spülte schnell ab und stapfte zur Weide. Die Sonne war noch lange nicht am höchsten Punkt, raubte mir mit ihrer Hitze aber dennoch ein paar Nerven.

      Leveneza musste ich von der Weide holen gehen, ließ sich aber super von mir leiten. Ases trottete mir hinterher und ich versuchte sie leicht abzuschütteln, damit sie nicht mit uns durchs Tor trappelte. Es gelang mir auch zum Glück und nur Levenza und ich durchquerten das Tor bis hin zur Stallgasse, an der ich sie anband. Sie blieb erstaunlicherweise ruhiger als ich dachte beim Putzen und ich fand gleich ihre Lieblingsstelle an der sie lustig die Schnute verzog und die Luft ‚kraulte‘. Ich putzte sie ausgiebig und führte sie dann gut 15 min und übte mit ihr das Stehen bleiben und weitergehen. Wenn sie nicht rechtzeitig stehen blieb, richtete ich sie zurück. Das hatte ich von Rachel gelernt gehabt und bisher gingen die meisten ihrer Pferde ordentlich vom Boden aus. Aber auch das machte die Rappstute neben mir gut. Als ich fertig war, stellte ich sie wieder auf die Weide. „Valerie!“, rief Lucius dunkle Stimme quer über den Hof und ließ mich aufzucken. Ich konnte doch bis jetzt nichts falsch gemacht haben. Ich eilte zu ihm in den Stall und sah etwas misstrauisch in die Stallgasse. „Hmm?“, machte ich und sah, dass er gerade die lange, dichte Mähne einflocht. „Komm mal her und schau mir gut zu, okey“, sagte er und ich trat näher. Der Schimmel schaute mich nur mit angelegten Ohren an. „Er hat heute einen guten Tag“, grinste Lucius und klopfte dem Hengst auf die Schulter. Als er fertig war hielt er den geflochtenen Zopf am Ende fest und fragte mich ob ich gesehen hätte, wie er geflochten hatte und ich nickte. „Ja? Gut. Dann kannst du das ja nochmal machen“, grinste er neckend und löste den gesamten Zopf noch einmal. „Ihr Ernst?“, fragte ich perplex nach. „Klar, du willst ja auch was lernen, also auf“, grinste er weiterhin und ich sah ihn nur ungläubig an. Schließlich machte ich mich dann aber doch an die Mähne und versuchte Amador so gut es ging, zu ignorieren. Es dauerte doch etwas länger als bei Lucius, doch ich gab mir Mühe nicht völlige Hilfslosigkeit darzustellen und zog den Zopf etwas enger und bekam am Ende ein Lob. „Ich flechte ihm noch den Schweif ein und dann geh ich mit ihm auf den Platz, du kannst mir zuschauen wie wir für unsere nächste Show proben. Vielleicht inspiriert dich das ja bei Cleavant. Den Kleinen, haben wir im Übrigen zusammen mit Hunter Crowley gesehen und ihn ermutigt ihn mitzunehmen.“ Meine Augen blitzten auf. „Echt?“, fragte ich neugierig und hakte weiter nach. „Ja, wir waren gerade in England unterwegs und fanden ihn zusammen mit Braddock, einem fast gleichen Mix in einer Hobbyzucht zum Verkauf. Beide hatten was. Während Braddock so ziemlich das beliebte Kinderpony war, war Cleavant der Hingucker mit seiner weißen Brust. Fast wie ein Pinguin“, erzählte er mir weiter und ich grinste über beide Ohren. „Dann muss ich mich bei ihnen ja noch bedanken“, sagte ich und tat dies auch gleich. „Du kannst mich gerne duzen.“ Ich nickte kurz, schaute ihm dabei zu, wie er den Schweif hochband. Danach legte er ein schickes Sattelzeug drauf und führte ihn zum Reitplatz mit einer Longe bewaffnet. Er longierte Amador vorher ab und ich konnte sogleich begreifen wieso. Amador hatte Pfeffer im Arsch – Verdammt viel Pfeffer. Erst nach einer Weile auf beiden Händen beruhigte er sich allmählich und wurde ruhiger. Dann stieg Lucius auch schon auf und warf mir die Longe entgegen, die ich glücklicherweise auch noch fing. „Anders kann man den hier nicht arbeiten“, sagte er mir und begann dann auch schon gleich im Schritt mit dem spanischen Schritt, ging dann über in den Spanischen Trab und blieb in der Gangart. Lucius lieferte mir eine tolle Show, in der ich viel über die beiden lernte und als er fertig war, bat er mich darum Senda Oscura zu putzen und im Anschluss zu Satteln. Ihr Sattelzeug würde ich in ihrem Spind finden. Ich nahm den Auftrag gerne an und watschelte auch schon zu der Stute und nahm sie langsam aus der Box. Und schon lutschte sie an meinem Rücken am T-Shirt rum. „Hör auf“, murmelte ich und band sie an. Sie genoss die Pflegeeinheiten und lutschte weiter an der Wand vor ihr. „Senda, du hast eine Macke“, schmunzelte ich und kratzte ihr gerade die Hufe aus, als ich ihre Schnauze auf meinem Rücken spürte. Während ich sie sattelte und dann ihre Bandagen wickelte, sah ich wie Kenneth über den Hof irrte und irgendwen suchte. Ich machte mir aber nichts draus und ging meiner Arbeit wieder nach. Lucius kam mir gerade entgegen und fragte mich dann ob ich reiten könne. Ich bejahte verwirrt. „Dann reite sie im Schritt ein wenig warm, ich komme gleich nach. Ich bringe Amador gerade auf die Weide.“ Wieder nickte ich und stieg dann auf dem Reitplatz mit einem leicht mulmigen Gefühl auf die Stute auf. „Auf geht’s“, murmelte ich und war fasziniert von ihrem zielstrebigen Schritt. Die ersten paar Runden blieb ich auf dem Hufschlag, rang mich aber dann an andere Bahnfiguren. Ich ritt jetzt bestimmt seit 30 Minuten und wunderte mich so langsam, wo Lucius denn blieb. Nun betrat auch Kenneth den Reitplatz mit seiner Stute Fix the Flame und arbeitete sie in der Dressur weiter. Es dauerte noch ein paar Minuten bis Lucius zu mir kam. „Es hat ein wenig länger gedauert“, rief er um die Ecke und ich sah zu ihm rüber. Etwas zu ruckartig, denn jetzt schmerzte mein Nacken. Er hatte einen Apfelschimmel neben ihm stehen und ich sah ihn verwirrt an. „Und was ist mit Senda?“, fragte ich nach und er sah mich von Lucero aus nachdenklich an. „Hmm. Dann reite sie ein wenig im Trab und Galopp und dann kann sie auf die Weide. Danach kannst du Estrada holen und sie spazieren führen“, sagte er und ich gehorchte. Ich ritt sie im Trab und hatte Mühe zu entdecken ob sie gerade trabte oder im Rack unterwegs war. Dann galoppierten wir auf beiden Händen. Immerhin konnte ich das gut unterscheiden. Als ich Senda Oscura trocken ritt, sagte mir ihr Besitzer, dass ich Estrada doch nicht führen brauchte. Sie käme heute nur auf die Weide und ich könnte dann jetzt Feierabend machen. Heute Abend würden sie mir die Stadt zeigen.


      Tag 2 – Tuesday

      Der zweite Tag war weniger anstrengend. Ich fütterte wieder alle Pferde und fegte nach dem Heu verfüttern wieder die Stallgasse. Heute erzählte mir Ken dann mehr über die Zucht und ich verbrachte die meiste Zeit bei ihm und hörte aufmerksam zu. Er erklärte mir, was er sich bei der Verpaarung von den Elternteilen von Ases Maskwamozi gedacht hatte. Die Kleine hatte die Farbe der Mutter geerbt und dazu das Talent des Vaters. Mr. Raw Depression kannte ich sogar vom Sehen. Ein toller Hengst mit viel Potenzial. Ases würde wohl in seine Fußstapfen treten. „Und wie kam S’Cada zu euch?“, fragte ich neugierig und schaute auf die Rappstute neben der Buckskin Tobiano Stute Levistino’s Hope. „Sie ist noch nicht lange hier, ist auch etwas stürmisch. Levistino’s Hope ist da schon anders. Sie hat uns auch Leveneza als Fohlen gebracht und zeigt so ihre Zuchttauglichkeit schon sehr deutlich. S’Cada kommt sogar von einer Freundin von uns.“ Ich nickte stumm und lauschte aufmerksam seiner Erzählung und schon führte mich Kenneth zu Ases damit ich in der Jungpferdeerziehung ein wenig weiter kam. Auch wenn sie sich bei mir sehr unaufmerksam zeigte, gab mir Kenneth Tipps wie ich ihre Aufmerksamkeit bekommen konnte. Wurde sie zu temperamentvoll, zügelte ich sie mit Rückwärtsrichten und hoffte insgeheim, dass sie nicht steigen würde. Das Problem hatten wir heute teilweise noch mit Deila, doch das hatte wohl gesundheitliche Probleme. Die Sonne zwang uns sogar zu einer längeren Pause und erst gegen Abend spürte ich die Anstrengung.


      Tag 3-4 – Wednesday + Thursday

      Den heutigen Tag plagte ich mich mit sehr viel Muskelkater rum, doch auch heute fütterte ich die Pferde dreimal am Tag und mistete heute alle Boxen aus. Danach half ich Kenneth auch wieder bei seinen Jungspunden und durfte auch über Morgane drüber putzen, was ich als Ehre empfand, denn die Scheckstute war biestig, fast schon wie unsere Bailey. Nach der Pause half ich Lucius dann wieder und durfte Senda wieder reiten. So langsam vernarrte ich mich in das Pferd, auch wenn ich Cleavant ganz schön vermisste. Senda war da schon schöner Ersatz. Wenn man das so nennen konnte. Die Hälfte meiner Zeit hier auf dem Hof war schon vergangen und ich sehnte mich irgendwie doch nach Mazedonien. Mal sehen wie die nächsten Tage vergehen würden. Ich longierte gegen Abend noch Estrada Dourada auf beiden Händen und lobte sie am Ende ausgiebig. „Geh mit der noch eine Runde spazieren, die ist ja pitschnass“, sagte mir Luci, wie ich ihn in Gedanken nun immer zu nennen pflegte. Ich nickte wieder und legte ihr noch eine Abschwitzdecke über und führte sie ein paar Runden um den Hof bis sie trocken war und ich Heu und Kraftfutter verfütterte. Am Abend machte ich mich dann auch schon wieder mit den beiden in die Stadt und schaute nach ein paar Souvenirs, die ich für Rachel, Smetti und Abby holen würde. Morgen wäre mein letzter Tag hier in Kalifornien und ich legte mich noch einmal richtig ins Zeug. Ich putzte zusätzlich das Sattelzeug der Pferde und durfte noch etwas Zeit mit Senda verbringen und Morgane putzte ich auch wieder. Am Donnerstag war sie besser drauf als den Tag zuvor. Konnte aber auch an der Bestechung liegen, die ich ihr für danach aufgehoben hatte. Mit Ghost Merchant und Fix the Flame ging es dann auch zu einer Körung und Krönung, sodass ich noch was Aufregendes erlebte und am Abend mit den beiden noch die beiden Pferde auslud. Freitag morgen flog ich wieder nach Hause.

      von Sosox3
    • sadasha
      Training
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      09.04.2016
      Dressur E-A

      Die Zeit der ruhigen Berittpferde schien mit dem April zu Ende zu gehen, zumindest versprachen die Beschreibungen von Amador und Fix the Flame eine irrsinnig witzige Zeit. Beide waren eher schlecht als recht zu händeln und ich war erstaunt, dass sich die Brüder Lucius und Kenneth genau mit solchen Pferden beschäftigten. Na gut, mit seinem schneeweißen Märchenhengst schien Lucius gelegentlich selbst zu verzweifeln.
      Und doch fiel ihm der heutige Abschied von seinem Lusitano sichtlich schwer. Er hatte die beiden Pferde mit nach Kanada begleitet, während sein Bruder zu Hause in Phoenix Valley geblieben war und die Ranch hütete. „Ich bin gespannt, ob sich die weite Reise gelohnt hat“, murmelte Lucius, ehe er seinen Hengst auf unsere Gastweide entließ. Ich ließ das Ganze unkommentiert, so war schließlich er zu mir gekommen und ich war mir sicher, dass auch Amador gut bei uns aufgehoben war.
      Für seinen Besitzer ging es nun auf die Heimreise, während die Pferde die kommenden zwei, oder auch mehr Wochen, bei mir verbringen würden. Für die ersten Stunden hätten sie aber sowieso Ruhe vor mir, denn sie sollte erst einmal ankommen und sich die Beine vertreten. Nachdem Amador auch zweimal aufgeregt am Zaun entlang getänzelt war, beruhigte er sich allmählich, so dass ich nach der Stute schauen konnte.
      Fix the Flame war ein Trakehner und erst vier Jahre alt. Man merkte es ihr deutlich an, denn sie wirkte oftmals sehr unsicher und nervös. Schon bei ihrer Ankunft wäre sie vor Aufregung fast in die Luft gegangen. Auch mit ihr würde das Training sicherlich amüsant werden. Ich hatte schon länger nicht mehr solche Herausforderungen auf dem Hof gehabt, es war zugegebenermaßen ein bisschen ungewohnt, aber ich vertraute auf mein Können. Es war schließlich einfach nur etwas länger her.
      Aus Charaktergründen wollte ich aber heute schon einmal etwas mit den beiden Pferden machen. Normalerweise bekamen meine Berittpferde den ersten Tag komplett frei, meine beiden Sonderlinge erhielten jedoch am Nachmittag jeweils eine exklusive Führung. Per Zufall wählte ich Flame als erste aus und holte die Stute von der Weide. Mit ihren 1.68m und ihrem aufgeregten Getänzel überragte sie mich um Längen und doch ließ sie sich von meiner Anwesenheit beeindrucken und auch ein wenig beruhigen.
      Im Stall war sie generell händelbarer als draußen, aber davor hatten mich bereits ihre Besitzer gewarnt. Während einer ausgiebigen Putzphase wollte ich die Stute ein wenig an mich gewöhnen, was auch gut gelang. Sie war zwar immer noch sehr aufgeregt und schreckte gefühlt bei jedem Geräusch zusammen, aber sie war gut erzogen und baute ein wenig Vertrauen zu mir auf.
      Das war ziemlich schnell weg, als wir die Halle betraten. Dort ließ ich Flame laufen, denn sie sollte sich selbstständig mit ihrem Trainingsort beschäftigen. Noch sah ich mich noch lange nicht auf dem Pferd sitzen, aber ich würde die lange Vorarbeit noch zu schätzen wissen. Laut den Jenkins Brüdern lernte Flame nämlich verdammt schnell, wenn sie sich erst einmal wohl fühlte und das war mein Ziel.
      Nachdem Flame sich dann sogar schon ausgiebig gewälzt hatte, brachte ich sie in ihre Box, wo bereits ihr Abendbrot und ihr gefülltes Heunetz auf sie warteten und ich mich nun an Amador machen konnte. Der Hengst war zwar echt hübsch, aber so gut wie gar nicht erzogen. Zu seinem Leidwesen war ich jedoch auch nicht der Typ für Spanier, weshalb er mich mit seinem Aussehen nicht überzeugen konnte und so lernte er direkt von dem Weg von Weide zum Stall, wer hier das Sagen hatte.
      Ich ahnte aber bereits, dass das nicht unsere letzte Auseinandersetzung gewesen wäre. Auch wie Flame bekam er eine ausgiebige Putzprozedur und die genoss er sogar, auch wenn er zeitweise ständig versuchte, nach mir zu schnappen. Irgendwann fing er sich aus diesem Grund auch eine und wirkte dann tatsächlich etwas beleidigt. Auch Amador durfte sich mit der Halle bekannt machen und diese ausgiebig während des Freilaufens begutachten. Dabei durfte ich auch schon seine Buckelkünste begutachten, welche mich später sicherlich auch noch unter dem Sattel erfreuen würden.

      Schnell war mir klar, dass ich die ersten drei Tage bestimmt auf keines der Pferde steigen würde und kündigte den Besitzern direkt an, dass sich das Training wohl gut um mindestens eine Woche verlängern würde. Ich wollte die Pferde korrekt und in Ruhe ausbilden und zwar so, dass auch etwas hängen blieb und so wie die beiden tickten, würde das ein Weilchen dauern.
      Die ersten Tage wurde deshalb nur longiert oder Bodenarbeit gemacht. So fasste Flame allmählich Vertrauen in mich und meine Halle und Amador hingegen zeigte mir einmal sein gesamtes Repertoire an Biestigkeit und ich ihm an Sturheit. Natürlich stattete meine Co-Trainerin Elisa uns auch mal einen Besuch ab, war sie doch neugierig auf die beiden Pferde aus Kalifornien, deren Akten höchst interessant klangen.
      „Oha. Da trifft ja dicker Sturkopf auf dicken Sturkopf“, meinte sie amüsiert, als sie mich und Amador in der Halle antraf. Grummelnd blickte ich nur einmal kurz in ihre Richtung, ehe ich mich wieder Amador widmete, der gerade der Meinung war, nicht rechts an der Longe angaloppieren zu müssen, weil das für ihn die anstrengendere Seite war und er diese Arbeit nicht einsah.
      Dass er aber als Gegenleistung noch mehr Arbeit verrichten musste als wenn er einfach galoppieren würde, gefiel ihm noch weniger und schnell gab der eine Sturkopf von beiden nach. „Nur mit dem Unterschied, dass er nicht der erste ist, der unter meine Fittiche gerät“, konterte ich Elisas Kommentar und sie streckte nur den Daumen nach oben. „Das schaffst du schon, ich glaub an dich“ und schon war sie wieder weg.
      Flame gab ich tatsächlich auch noch zwei Tage mehr in der sie sich an mich und alles andere gewöhnen durfte. Um es spannend zu lassen gab es an dem einen Tag Stangenarbeit und an dem anderen ein bisschen Schrecktraining womit ich die Stute wohl ein bisschen sehr aus der Fassung brachte. Aber zum Glück hinterließ es nur positive Schäden.
      Für Amador ging es am vierten Tag stattdessen ans Eingemachte und für mich auch. Er war schon sehr begeistert als ich ihn dieses Mal nach dem Putzen sattelte und ich ahnte schon schlimmes. Leider enttäuschte ich ihn, denn unser erster Ritt bestand nur aus Schritt und einfach Bahnfiguren und das wenn möglich am langen Zügel. Ich gab dem Hengst keinen einzigen Grund sich gegen mich aufzubäumen und grundlos tat Amador das auch nicht, auch wenn ich fühlte, wie das Pulverfass unter mir immer größer wurde und nur auf einen Auslöser wartete.
      Amador suchte förmlich danach, bis ich dann abstieg und ihn ausgiebig lobte. Abgesehen von seinem Schnapper, welcher darauf folgte, war die Luft doch schnell raus und er wirkte ausgeglichener als gedacht nach unserem ersten Ritt. Drei Tage wollte ich so verfahren und dann mal schauen, wie sich der Trab und der Galopp gestaltete.
      Den Hengst schien es auf jeden Fall zu überraschen, wie ich ihn handhabte und man sah ihm förmlich an, wie es in seinem Kopf ratterte und arbeitete. „Übernehm‘ dich nicht und spare lieber deine Kräfte. Ich könnte mir auch Schöneres vorstellen, als das schöne Biest zu trainieren“, meinte ich schmunzelnd, als ich ihn auf die Weide entließ. Selbst dieses Pferd würde ich knacken.

      Der erste Ritt mit Flame lief überraschend gut, abgesehen von den zwei Durchgehern, als sie meine Stangen hinter der Bande entdeckt hatte. Flame war wie ein Sturm, der nie zur Ruhe kam. Aber ich nutzte diese Energie für mich und wandelte sie in Volten, Zirkel und Schlangenlinien um. Viele Tempiwechsel brachten die Konzentration der Stute zu mir und ich begann mit den ersten Übungen für ihren Aufstieg in das L-Niveau: Die Versammlung.
      Es war ein wenig ironisch, dass genau das als erstes auf Flames Plan stand. Versammelte einen Wirbelsturm, aber an sich war es doch einfach, wenn man sich einmal hereindachte. Ich zwang sie nicht dazu, komplett ruhig zu werden und nichts zu tun, sondern ich bat sie, sich auf einer Stelle zu bewegen und sich zu konzentrieren. Das Pferd unter mir war gefühlt in Dauerbewegung, doch vieles war für einen äußeren Betrachter gar nicht sichtbar.
      Und Flame fand Gefallen daran, ihre Energie zu bündeln und sich genau darauf zu konzentrieren und so sahen sowohl der versammelte Trab als auch der versammelte Galopp genauso imposant aus, wie sich die Stute auch in dem Moment fühlte. Ich hoffte ja, dass der jungen Stute diese Übungen auch mehr Selbstvertrauen bringen würden, so dass sie irgendwann nicht mehr das verschreckte Küken war. Noch waren unsere Trainingsstunden jedoch immer mit mindestens einem Hüpfer verbunden und so schnell würde sie das auch nicht loswerden.
      Amador hielt hingegen nicht so viel von meinen Vorschlägen, doch selbst in das Training einbringen wollte er sich auch noch nicht. Doch ich weckte seine Neugier, indem ich an jedem Tag ein wenig hier und da kitzelte. Amador wollte sich präsentieren und er wollte zeigen, was er konnte. Dass er das nun auf die für Menschen eher unschöne Art machte, war doof, aber wir konnten es ins Positive umleiten.
      Bot er etwas an, fing ich es auf und arbeitete daran, solange wie Amador es Spaß machte. So erlernte er die Schritt-Galopp-Übergänge im Eilflug, denn natürlich machte es dem selbstbewussten Hengst Spaß, sich auf seine Hinterhand zu setzen und einen ordentlichen Übergang zu vollführen. Was für Amador hingegen sehr schwer war, war das Rückwärtsrichten.
      Eine Übung, bei welcher er mir Vertrauen musste und die zwischenzeitlich in Steigen und Austreten endete, weil es für ihn unüberwindbar schien. Also stieg ich ab. Es war keine Schande, vom Pferderücken herabzusteigen und Amador zeigte es nur, dass ich für ihn da war. Auch vom Boden aus machte es nicht sofort Klick, das wäre definitiv auch zu viel verlangt gewesen, aber wenn Amador nur einen Schritt rückwärts tat, war das schon ein voller Erfolg. Dass unsere Listen bei beiden Pferden lang waren, ignorierte ich gekonnt und nahm mir die Zeit, die ich brauchen würde, um beide auf ihr neues Trainingsniveau vorzubereiten.

      Bei Flame setzte Ende der zweiten Woche das ein, was ich bereits geahnt hatte: Sie fühlte sich wohl und die neuen Aufgaben sprudelten nur so aus ihr heraus. Sonderlich viel mussten wir für die L-Dressur auch nicht neu erlernen. Die Versammlung saß und den Außengalopp konnte Flame sowieso schon von Anfang an. Ein größeres Hindernis waren die einfachen Galoppwechsel, denn auch hier brauchte Flame ein wenig Vertrauen in sich selbst.
      Die Kehrtwendung auf der Hinterhand bot da perfekte Abwechslung und mit allerhand Ruhe und Geduld würde ich die Stute Ende der dritte Woche auch vollkommen fertig machen. Ob das bei Amador nun auch der Fall war, war fraglich. Wir kamen gut voran, aber doch langsamer als gehofft und das akzeptierte ich.
      Seine Testphase war inzwischen durch. Trotz einiger Buckelattacken hatte er mich nicht von seinem Rücken bekommen und so konnten wir inzwischen unter dem Reiter rückwärts treten und sogar eine Kehrtwendung auf der Vorderhand vollführen. Momentan arbeiteten wir am Viereck verkleinern und vergrößern. Seitengänge lagen Amador und langsam kratzte ich auch an seinem Ehrgeiz, denn lernen wollte Amador schon, nur die Arbeit machte er sich noch ungern.
      Erstaunlicherweise waren Ende der dritten Woche beide Pferde bereit für ihre Rückreise. Ich warnte die Brüder jedoch vor, dass ich aus den beiden definitiv keine Engel gemacht hatte, sondern nur meinen Weg gefunden hatte, gut mit Amador und Flame auszukommen. Perfekt war es definitiv auch bei uns nicht immer gelaufen, aber es gab immer Höhen und Tiefen und bei solchen Charakterzügen wie bei den beiden war das auch selbstverständlich.
      Dennoch schienen die Brüder sichtlich zufrieden mit dem Training zu sein und für die beiden Pferde ging es am frühen Morgen auf die Heimreise. Schon am Abend hatte ich sie vorbereitet und dann wurden sie auch schon abgeholt. Normalerweise fand ich es immer sehr traurig, wenn Berittpferde abreisten, bei den beiden war ich jedoch sogar etwas erleichtert. Nun sollte es erst einmal eine kleine Pause geben, was solche Pferde betraf, zumindest hoffte ich das.
      von Gwen
      09. Juni 2016
      Dressur A-L


      Es war noch gar nicht so lange her, als ich einen Isländer aus Kalifornien bei mir auf der Ranch gehabt hatte. Heute sollte stattdessen ein bereits bekanntes Pferdegesicht hier ankommen, welcher jedoch auch aus Kanada kam. Amador, der schöne Weiße, stammte auch vom Gestüt Phoenix Valley und war mein zweites Berittpferd für diesen Monat aus Kalifornien.
      Amador war etwas eigen, aber eigentlich konnte man ihn nur liebhaben, wenn man ihn kannte. Da ich schon vor längerer Zeit mit ihm Bekanntschaft machen durfte, war ich dieses Mal guten Mutes, dass wir schnell wieder zusammenfinden würden. Doch vorher musste ich mich an die Arbeit machen, seine Box herzurichten, denn irgendwo wollte der Lusitano ja die Nacht verbringen.
      Kurz nachdem ich fertig war, hörte ich auch schon Motorgeräusche und siehe da, der Transporter war da. Amador wurde diesmal von einem professionellen Fahrer gebracht, welcher mich auch ausgiebig drei Formulare unterschreiben ließ, ehe wir endlich den Hengst und dessen Sachen ausladen konnten.
      Amador mochte lange Fahrten nicht und dementsprechend tänzelte er nur noch aufgeregt schnaubend neben mir her. So war unser erster Stopp die Weide, wo er sich erst einmal die Beine vertreten konnte. Das tat er auch zur Genüge im Trab und Galopp und zeigte die typischen portugiesischen Gangarten zum Einsatz.
      Amador war ganggewaltig und diese Kraft verkörperte der Hengst auch in allen Lebenslagen. Einfach war er nicht, aber, wenn man ihn einmal zur Mitarbeit motiviert hatte, ging die Post ab. Für heute dachte ich da jedoch noch gar nicht dran. Heute durfte der Hengst erst einmal ankommen und sich in den Alltag eingliedern, ehe wir Morgen wirklich loslegen würden. So hatte Amador also noch einen schönen freien Nachmittag auf der Weide.

      Da ich Amador bereits kannte, legte ich am kommenden Tag direkt mit dem Training los. Nichtsdestotrotz war unsere erste Einheit sowieso wieder eine Auffrischung des Kennens und ich wollte schauen, wie gut die Aufgaben der A-Dressur noch im Kopf des Hengstes verankert waren.
      Klugerweise longierte ich Amador vorher ein wenig ab, ehe ich ihn ausgiebig aufwärmte und dann einige Lektionen aus der A abfragte. Viel wollte ich heute nicht machen, dementsprechend war das ausgiebige Prozedere vor dem Reiten nicht sonderlich schlimm. Aber Amador bewies, dass er aus unserem letzten Training nichts vergessen hatte.
      Das Halten klappte noch einwandfrei, ebenso wie die ganzen Übergänge und die Kehrtwendung. Konditions- und krafttechnisch sah es genauso gut aus, also würden wir gar keine großartige Vorarbeit leisten müssen, ehe wir loslegen konnten.
      Das war gut für Amador, denn er wurde gerne gefordert, sobald er neue Aufgaben bekam war er Feuer und Flamme und dann vergaß er auch ganz gerne mal sein schlechtes Benehmen. Ein Engel war er trotzdem nicht, gerade im Umgang war er zeitweise sehr anstrengend, aber wer war schon perfekt.
      Nach unserem ersten Ritt setzte ich mich direkt an den Trainingsplan. Unser Ziel war ein souveränes L-Niveau bereits mit Tendenzen zur M. Das erschien mir bei Amador kein Problem, mit seinen acht Jahren war er immerhin in seiner Blütezeit und vom Rest brauchten wir ja gar nicht zu reden.
      Da die neuen Lektionen dennoch sehr anspruchsvoll waren, kam Amador um das Krafttraining nicht umhin, außerdem wollte ich schließlich ungern die Ausbildungsskala vernachlässigen. Takt, Losgelassenheit und Anlehnung waren bei Amador schon gar kein Thema mehr. Inzwischen arbeiteten wir mehr an Schwung und Geraderichtung, denn für die höheren Lektionen würden diese der Grundbaustein der Versammlung sein.
      Und eigentlich immer spielten Gleichgewicht und Durchlässigkeit eine Rolle, an denen konnte man gefühlt immer arbeiten. Aber dieses Training ließ ich direkt in die neuen Lektionen einfließen, indem ich alles miteinander kombinierte. So hatte Amador eine gute Abwechslung. Wir würden auch Stangenarbeit machen und ab und an ins Gelände gehen, damit der Hengst auch mal den Kopf frei bekam und so das Gelernte besser verarbeiten könnte. Ich war mir sicher, dass das bei Amadors Training ein wichtiger Aspekt war.

      Wir begannen mit dem Außengalopp. Den machte ich bevorzugt vor dem Erlernen des Galoppwechsels, denn so vermied ich direkt, dass Amador mir nur aus dem Grund umsprang, weil er der Galoppwechsel nun neu gelernt war. Wir begannen ganz simpel, indem wir im Handgalopp angaloppierten und dann durch die halbe Bahn wechselten. Auf der anderen Hand ließ ich Amador den Rest der langen Seite im Außengalopp laufen, ehe ich vor der kurzen Seite durchparierte und ihn ausgiebig lobte.
      Das machten wir einige Male, ehe wir die kurzen Seiten mit dazu nahmen und unsere erste komplette ganze Bahn im Außengalopp ritten. Danach folgte der Schritt, dass Amador auf der Hand bereits im Außengalopp angaloppierte ohne dass wir überhaupt wechseln mussten. Durch den dritten Hufschlag und die Entfernung zur Bande, ging aber auch das sehr gut.
      Als das gemacht war, begannen wir den einfachen Galoppwechsel. Aufwärmen tat ich Amador mit vielen Galopp-Trab-Übergängen und dann gingen wir in Galopp-Schritt-Übergänge über. Galopp, zum Schritt durch parieren, auf der anderen Hand wieder angaloppieren. Ganz einfach – nur, dass die Schrittpause dazwischen immer kürzer wurde. Bis ich entschied, sie bei einem Wechsel aus dem Zirkel wegzulassen.
      Aus dem Impuls heraus reagierte Amador vollkommen richtig. Aber dem Hengst neue Sachen beizubringen war auch fast zu einfach. Da Amador aber so intelligent war, übte ich dann später auch Wechsel aus dem Außengalopp in den Handgalopp und andersrum. Kopfbeschäftigung für Amador und eine Festigung der Aufgaben.
      Erstaunlicherweise blieben bei diesem Training die Diskussionen zwischen Pferd und Reiter aus. Was mich jedoch auch nicht wunderte, denn Amador wollte die neuen Dinge lernen, da blieb keine Zeit für Unsinn, den konnte man dann auch noch machen, wenn man alles konnte. Ich ahnte also schon, was der Hengst alles testen würde, wenn wir unsere erste L-Dressur reiten würden.
      Doch davor erarbeiteten wir uns noch die Kurzkehrtwendung. Das war schwerer als gedacht, aber kein Wunder, wenn das Pferd unter einem pures Dynamit war, da war so eine geduldige Aufgabe schwer. Nichtsdestotrotz gelang uns auch diese Aufgabe und Amador konnte sich langsam sehen lassen.
      In Dressuren wurden auch immer Volten und Schlangenlinien gefordert, also standen auch diese auf unserem Trainingsplan und die konnte Amador, also machte er da auch gerne mal Quatsch. Der äußerste sich meist einfach nur in kleinen Galoppsprüngen, obwohl wir gerade trabten oder dezenten Diskussionen, in welche Richtung es jetzt ging.
      Es hielt sich dementsprechend in Grenzen und so nahm ich mir vor, bald einmal eine komplette Aufgabe der L zu durchreiten. Elisa war dafür meine Ansagerin und beobachtete uns auch gleichzeitig mit Argusaugen. So gefiel ihr auch nicht der Durchsprung von Amador im Außengalopp. „Da musst du nochmal an die Durchlässigkeit ran, er versteift sich zu sehr“, ich nickte nur. Zugegebenermaßen hätte ich das gerne auf Amadors hengstiges Gehabe geschoben, aber Elisa hatte recht.
      Um Amador zu lockern, baute ich Stangen mit ein, welche uns einen klaren Weg vorgaben und Amador zwangen, sich zu konzentrieren und einen klaren Takt zu haben. Stangen nahmen einem einfach unglaublich viel bei Durchlässigkeit und Takt ab, weil die Pferde von ganz allein begannen, die Hinterhand vermehrt zu aktivieren und sobald der Antrieb hinten losging, ging es durch das ganze Pferd bis vor ins Maul.
      Generell war mir Amador immer noch teilweise zu hoch eingestellt, was er gerne von alleine tat, seine Rasse war vom Exterieur her sehr für diese majestätische Haltung geprägt. Schön sah es ja aus, blockierte aber teilweise leider die Rückenmuskeln, die sich dann nicht komplett aufwölbten und wirklich zum Tragen kamen. Also hängte ich noch eine Woche Arbeit an der Ausbildungsskala dran. Schubkraft und Tragkraft waren die beiden Zauberwörter.
      Generell ließ sich ja die Skala immer so schön runterrattern, aber sie in die Realität umzusetzen war doch immer etwas ganz anderes. Amador spielte mir da jedoch ganz gut in die Karten, denn der Hengst lief ja sowieso vor Energie über, man musste sie nur an der richtigen Stelle einfangen und auch wieder freilassen. Das benötigte allerhand Fingerspitzengefühl, aber das brauchte man sowieso, wenn man sich auf den weißen Hengst wagte.
      Deshalb schrieb ich auch stets für die Besitzer einige Notizen mit, damit sie später auch dort wieder ansetzen konnten, wo ich im Training aufgehört hatte. Gerade bei Amador war da der ein oder andere Kniff wirklich von Vorteil. Dennoch musste ich zugeben, dass der Hengst nach den trainingsreichen Wochen eigentlich fertig war. Auch wenn ich es ungern zugab, denn ich hatte Amador ins Herz geschlossen. Obwohl er einen manchmal anrempelte oder die Ohren anlegte, weil es nichts zu futtern gab, war er ja doch rundum ein toller Kerl.
      Wobei, er war ein Schimmel und ich war ja ganz froh, dass ich mich nur eine gewisse Zeit mit gelben Mist- und grünen Grasflecken herumschlagen musste. Mit dem Argument rief ich dann auch seinen Besitzer an und verkündete, dass Amador die Heimreise antreten konnte. Bis dahin würde ich ihn noch im Training lassen, damit er fit zu Hause ankommen würde und gar keine großartige Pause hätte.
      Am Morgen seiner Abreise stand ich auch extra noch einmal früher auf, um Amador noch ein wenig zu bewegen, ehe er wieder relativ lange stehen würde. Seine Sachen hatte ich bereits am Vorabend vorbereitet. Nach dem Reiten flocht ich dann noch Mähne und Schweif ein, damit von dem nichts während des Transports abhanden kam und legte dem Hengst seine Gamaschen und die Decke an. Als dann der Transporter da war, führte ich Amador aus dem Stall.
      Aufgrund der Gamaschen stakste er etwas missmutig hinter mir her, ging aber vorbildlich auf den Hänger. Ich verlud noch seine Sachen und klärte dann noch kurz die Formalitäten mit dem Fahrer ab, ehe die beiden meine Ranch verließen und Amador sich zurück nach Kalifornien machte.
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      31. Oktober 2016
      Springen E-A


      Ich war furchtbar aufgeregt als ich zum ersten Mal auf Phoenix Valley ankam. Es war wirklich ein wunderschönes Anwesen, auf welchem ich die nächsten drei Wochen unterkommen durfte. ,,Wow. Was für eine Ehre.'',murmelte ich sprachlos. Plötzlich spürte ich die Anwesenheit einer Person hinter mir. Ich drehte mich um und tatsächlich: Da stand Jemand. Schock. Herzstillstand. Hyperventilation. ,,Ruuhig.'',sagte der Mann und nahm mich an den Schultern. Als er merkte, dass ich mich beruhigte und nur einen Hang zum Drama hatte musste er schmunzeln. Er schien sein Lachen zurück zu halten. ,,Ich beiße nicht, keine Sorge. Tut mir leid, dass ich mich so an dich heran geschlichen habe. Ich vergesse immer wieder wie leise man sich auf diesem sonderbaren Untergrund bewegen kann.'' Okay. Er nahm mich auf die Schaufel. Ich lachte; und meinte dies auch so. Ich war schon ein kleiner Tollpatsch.
      Der nette Mann zeigte mir das Anwesen genauer, zeigte mir die Ställe und mein Zimmer für die nächsten Wochen. Dann ließ er mich allein. Ich duschte erstmal und erholte mich etwas von der langen Reise. Danach sah ich mir das kleine Zettelchen an, das auf dem kleinen Holzschreibtisch meines Zimmers lag. Liebevoll war hier notiert was ich wann machen sollte und auf was zu achten war. Mein Pflegling hieß Amador und schien ein ganz schöner Frechdachs sein zu können, wenn er nur wollte.
      Ich konnte es anschließend gar nicht mehr erwarten in den Stall zu gehen und ihn zu sehen. Erneut war ich sprachlos: Was für ein wunderschönes Pferd. ,,Na Amador?'',sagte ich lächelnd und öffnete seine Boxentür. Seine wallende Mähne flatterte ein wenig, während er sich zu mir umdrehte. Er kam zu mir; schien neugierig zu sein.
      Nachdem wir uns etwas aneinander gewöhnt hatten stellte ich ihn in die Stallgasse und putzte ihn ausgiebig. Dies schien ihm zu gefallen, da er immer wieder den Kopf schief legte und die Oberlippe kräuselte.
      Als er fertig war holte ich seinen Sattel, die Trense, Gamaschen und Glocken sowie eine wunderschöne, dunkelblaue Schabracke mit silberner Kordel. Damit stattete ich ihn aus und ging mit ihm los zur Halle, wo ich im Vorfeld einige kleine Sprünge aufgebaut hatte. Bevor es allerdings los gehen konnte zog ich die Steigbügel hoch und drehte die Zügel ein. Dann harkte ich die Longe in sein Reithalfter ein und begann ihn abzulongieren. Seine Besitzerin meinte, dass ihn das definitiv ruhiger machen würde und einem neuen Reiter somit umso mehr helfen würde. Er powerte sich aus und schien Spaß an der Sache zu haben.
      EInige Minuten später legte ich die Longe weg und stieg auf. Schon bei den ersten Übergängen testete er mich. Dies war ich allerdings gewohnt, weshalb ich ihn dennoch gut händeln konnte. Mutig wie ich war nahm ich gleich mal das erste, kleine Kreuz und landete auf dem wunderbaren Hals des Schimmels. Netterweise ließ er sein Köpfchen oben. Ich setzte mich zurück in den Sattel und versuchte es erneut. Diesmal etwas entschlossener und siehe da: Er sprang wunderschön ab und flog nahezu über den Sprung. Nun schien er Gefallen daran gefunden zu haben und trug mich sicher über die darauffolgenden Sprüngen ohne zu Parken. ,,Guuuter Bub!'',lobte ich ihn zum Abschluss.
      Die darauffolgende Woche vertieften wir Grundlegendes im E-Parcours. In Woche 2 allerdings ging es dann an die A-Sprünge und Amador machte sich wirklich gut. Mittlerweile ließ er seine Spielchen mit mir sondern hatte mich als Führungsperson akzeptiert. Er war ein wirklich toll zu reitendes Pferd und es machte immer mehr Spaß mit ihm zu arbeiten.
      Am Ende meiner Arbeit war er ein sicheres Springpferd auf A-Niveau geworden. Sein Besitzer war begeistert, genauso wie ich. Wer hätte kommen sehen, dass er so ein Springpotential hatte? Toll - wirklich toll.
    • sadasha
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      02. März 2017 | 20513 Zeichen von adoptedfox
      Pflege für alle Pferde des Phoenix Valley

      Ankunft

      Mittwoch. Vor wenigen Minuten noch setzte mein Flug zur Landung an und schon stand ich inmitten der Menschenmenge, welche darauf wartete abgeholt zu werden. Die Sonne stand genau über dem Flughafen und die Luft wurde nur durch die leichte Frühlingsbrise abgekühlt. Ich sah mich um und hoffte zu erkennen, wer mich abholen würde. Und da entdeckte ich Ihn. Er stand etwas Abseits mit einem Schild in der Hand auf welchem in großen Druckbuchstaben "Käthe -> Phoenix Valley" stand. Ich hängte meine Reisetasche über die Schulter, nahm meinen Koffer und ging Ihm mit einem Lächeln entgegen. "Hi, ich bin Käthe!" begrüßte ich Ihn, stellte meinen Koffer ab und machte anstalten seine Hand zu schütteln doch er kam mir zuvor, nahm meine Hand, zog mich an sich und umarmte mich. "Ich bin Kenneth, schön Dich zu sehen! Wir war dein Flug? fragte er mich während er mich aus der Umarmung entließ und nahm gleichzeitig meine Reisetasche ab. "Weniger anstrengend als ich erwartet hatte." antwortete ich Ihm ehrlich und folgte Ihm zum Kofferraum, wo ich meinen Koffer neben die Reisetasche stellte die er bereits hineingelegt hatte. Während der Fahrt zur Anlage unterhielten wir uns über die Pferde, meine Arbeit und wie es mich nach England verschlug. Nach einer Weile fuhren wir auf den Parkplatz des Phoenix Valley ein. Kenneth nahm meine Reisetasche und meinen Koffer aus dem Kofferraum und bat mich Ihm zu folgen. Während wir über den Hof zum Hauptgebäude liefen, erklärte mir Kenneth das man mich im Gästezimmer unterbringen würde für die Zeit des Aufenthalts. Dort angekommen stellte er meinen Koffer und meine Reisetasche vor das Bett und teilte mir mit, das er im Stallgebäude der Stuten auf mich warten würde. Ich nutzte seine Abwesenheit um mich umzuziehen. Eine schlichte Reithose und ein leichtes Top. Ich zog meine Stiefeletten an und ging aus dem Gebäude zu dem Stalltrakt, den ich für den Bereich der Stuten hielt.

      Tag 1
      Er ging mit mir von Box zu Box und stellte mir die Pferde vor. "Ok, ich denke es ist das einfachste wenn ich mich zuerst um die Fohlen kümmere, dann kann ich diese zusammen auf eine Weide stellen während ich mich um den Stall kümmere. Oder?" fragte ich. Kenneth sah mich an und antwortete mir lachend "Perfekt, kommst du zurecht? Dann schauen Lucius, mein Bruder und Ich nach dem Wagen, der macht nämlich Probleme.". Mit den Worten verschwand er aus der Stallgasse in Richtung Hof. Ich wandte mich den beiden Stutfohlen Ases Maskwamozi und Leveneza zu. Kenneth berichtete mir, dass die beiden Fohlen vom Ausbildungsstand am weitesten wären und so entschloss ich mit beiden eine Runde spazieren zu gehen um die Umgbung kennen zu lernen. Behutsam zog ich Ases Maskwamozi das Halfter über und führte das Fohlen in die Stallgasse, wo ich es mit einem geschickten Knoten anband um Leveneza zu holen. Ich begrüßte beide Fohlen ausgiebig, nahm eines in die linke, das andere in die rechte Hand und zu dritt verließen wir die Stallgasse. Wir wandten uns dem Weg zu, welcher von Bäumen gesäumt war um im kühlen Schatten zu laufen. Leveneza nahm die Umgebung aufmerksam wahr, die Ohren spielten und schienen jedes Geräusch einzusaugen. Ases Maskwamozi hingegen schien nur Levenza zu folgen. Mehrfach versuchte sie mich auszutricksen und den Rückweg anzustreben, doch mit Geschick konnte ich sie immer wieder überreden uns weiter zu begleiten. Die Wege um den Hof schienen miteinander verbunden, denn langsam ließen sich die Umrisse des Stallgebäudes erahnen. Auf dem Hof angekommen ließ ich die beiden Stutfohlen trinken und brachte beide auf die Weide. "Na, was stellen wir denn mit euch 2 hübschen an?" fragte ich als ich die Stallgasse betrat und ging zu der Box mit Stracciatella. Die kleine Stute sah gelagweilt aus und schenkte mir, bis auf 1 zugewandtes Ohr, keinerlei Aufmerksamkeit. Ich öffnete die Boxentür und wandte mich ihr langsam zu. "Keine Sorge, wir wollen Dir doch nichts schlechtes, hm?" sprach ich beruhigend auf das junge Fohlen ein und streichelte dessen Hals. Vorsichtig wanderte meine Hand zum Mähnenkamm, weiterhin kreisende Bewegungen streichelnd. "Super machst du das!" lobte ich Stracciatella, die aufzutauen schien. Ich holte aus meiner Hosentasche 1 Bananenchip und bot ihn Ihr an. Neugierig schnaubte sie in meine Handfläche und nahm den Bananenchip zwischen die weichen Lippen. Er schien Ihr zu schmecken, denn kaum war der erste verschwunden, schob sie Ihr weiches Maul in Richtung meiner Hose. Ich lachte "So aber nicht! Erst die Arbeit, dann das Vergnügen!". Ich strich in sanften Bewegungen in Richtung Rücken. Mit meiner anderen Hand griff ich in den Trog, wo ich zuvor einen weichen Striegel positioniert hatte. Ich bewegte den Striegel in der gleichen kreisenden Bewegung am Rücken des Fohlens, wie zuvor meine Hand. Stracciatella schien sich selbst nicht sicher zu sein, ob sie dies gut oder schlecht fand. Ich beschloss das Training für den heutigen Tag zu beenden und gab Stracciatella zur Belohnen noch einen Bananenchip. Das letzte Fohlen, Phoebe, beobachtete mich bereits neugierig als ich aus Stracciatella's Box kam. Als ich die Boxentür öffnete spürte ich eine Hand auf meiner Schulter, es war Kenneth. "Wenn du magst..." sagte er und reichte mir ein kleines Halfter. "Sie wird mir doch nicht die Hand abbeißen, oder?" fragte ich und erhielt statt einer Antwort nur ein verlegenes Schulterzucken. Er schloss die Boxentür hinter mir, blieb jedoch stehen und sah mir zu. Ich ließ mich nicht beirren strich mit beruhigenden, sanften Bewegungen über den Hals der Stute. Das Halfter war bereits geöffnet, sodass es mir leicht fiel das Genickstück sanft über Ihren Hals zu streifen. Vorsichtig zog ich Ihr das Halfter an und schloss es locker. Sobald ich meine Hand entfernte schlug die junge Stute ein paar Mal mit dem Kopf. Sie schien nicht erschrocken über das klappernde Geräusch welches die Halfterschnallen verursachten, im Gegenteil, es schien sie zu amüsieren! Lobend kraulte ich Phoebe die Brust und steckte ihr einen Bananenchip als Belohnung zu. Kenneth reichte mir durch die Boxenstäbe einen Strick. Ich nahm ihn und befestigte ihn am Halfter der Stute und führte sie in die Stallgasse. Dort band ich sie aber nicht an und griff stattdessen nach dem Striegel aus Stracciatellas Trog um in kreisenden Bewegungen über Phoebes kurzes Fell zu streichen. Es schien ihr nichts auszumachen, jedoch entschied ich das Training zu beenden, da ich die Stute nicht überfordern wollte. Damit Stracciatella nicht als einziges Fohlen im Stall bleiben musste, brachte ich auch Phoebe zurück in Ihre Box.
      Während die beiden Fohlen Ases Maskwamozi und Levenza nicht in Ihren Boxen waren, nutzte ich die Zeit um diese auszumisten. Ich schob die halb gefüllte Schubkarre an die Box von Stracciatella, öffnete die Boxentür und ging hinein. Behutsam sammelte ich alle Pferdeäpfel und das nasse Stroh ein und beförderte es in die Schubkarre. Das gute Stroh verteilte ich, wie bei den anderen beiden Boxen, über die kahlen Stellen. Den Vorgang wiederholte ich anschließend auch bei Phoebe und den anderen Stuten im Stall. Nachdem auch die letzte Schubkarre auf dem Misthaufen entleert wurde, schnappte ich mir ein paar Strohballen um die Stallboxen entsprechend aufzufüllen. Als die Boxen der Stuten und Fohlen gemistet und neu eingestreut waren schob ich die Schubkarre hinaus in den Hof, lehnte die Mistgabel gegen das Stalltor und kehrte mit einem Besen die Stallgasse sauber. Mit jedem Bürstenstrich über den Stallboden wirbelte Staub auf. Als die Arbeit erledigt war beschloss ich die beiden Fohlen wieder in die Boxen zu bringen. Da ich zuvor bereits mit beiden spazieren war und dies super funktionierte, etschloss ich auch dieses Mal beide Fohlen zeitgleich zum Stall zu bringen. Zurück in der Stallgasse traf ich Kenneth, der sich gerade ein Halfter und einen Strick nahm. "Hast du Lust auf eine Runde spazieren? Ich würde Morgane nehmen und wenn du magst, kannst du Fix the Flame nehmen." ich nickte zustimmend und brachte die beiden Fohlen in Ihre Boxen. Kenneth hat bereits beide Stuten aufgehalftert und in die Stallgasse gebracht. Geschickt löste ich den Knoten und bevor ich mich versah, befanden wir uns auf einem kleinen Waldpfad. Kenneth erzählte, das dieser Pfad angenehm für Spaziergänge mit Pferden wie Fix the Flame war, da Sie sich so an die Umgebung gewöhnte und man Ihr gleichzeitig zeigen konnte, das es außerhalb der sicheren Box nicht nur Gefahren gab. Morgane schien die Ruhe selbst zu sein, aber Kenneth versicherte mir, das dies nur ein trügender Schein ist. Über diesen Pfad kamen wir auf der Rückseite der Stutstallung an. Kenneth nahm Morgane mit in Richtung der Reithalle, während ich Fix the Flame wieder in Ihre Box brachte. Nachdem die Boxentür fest verschlossen war und ich Fix the Flame einen Bananenchip zusteckte, begab ich mich auf die gegenüberliegende Boxenseite und holte Levistino's Hope und Busted Cherry Cake aus den Boxen. Ich entschied mich mit beiden Pferden dazu, die erste Route entlang zu spazieren, welche ich bereits mit den Fohlen erkundet hatte. Beide Stuten verhielten sich vorbildlich und schienen, genau so wie ich, den warmen, sonnigen Tag zu genießen. Nachdem wir zum Hof zurückgekehrt waren stellte ich die Stuten in Ihre jeweiligen Boxen. Gerade als ich die Boxentür zu Estrada Dourada öffnete, suchte jemand anderes meine Aufmerksamkeit. "Hey, wenn du Estrada beschäftigst, kannst du an Ihrer Gelassenheit arbeiten? Der Hufschmied hat nicht jedes Mal die Zeit mit einer aufmüpfigen Stute zu diskutieren!" hallte es die Stallgasse entlang und ich war mir sicher, dass es sich nicht um Kenneth gehandelt haben kann. "Du bereitest deinen Besitzern also Kopfzerbrechen, hm?" fragte ich die Stute und strich ihr sanft über die Stirn. Ich zog Ihr das Halfter über und führte Sie in die Stallgasse, wo ich sie vor Ihrer Box festband. Ich nahm mir aus der Putzbox einen Hufkratzer und aus der Sattelkammer einen zusätzlichen Strick. Schon als ich mit meiner Hand am Bein der Stute entlang striff, schien sich diese merkbar zu verspannen. Ich sprach beruhigend auf die Stute ein und wiederholte den Vorgang immer wieder, bevor ich den Huf hoch nahm und in der Luft behielt. Immer wenn ich den Huf in der Luft hielt, zählte ich bis 5 und setzte Ihn sanft wieder ab. Nach einigen Wiederholungen nutzte ich zusätzlich den Hufkratzer um der Stute zu zeigen, das Ihr nichts geschieht und es nur um ihr Wohl ging. Von Wiederholung zu Wiederholung wurde die Stute entspannter und ruhiger. Ich klopfte lobend Ihren Hals und brachte sie zurück in Ihre Box, wo sie ein paar Bananenchips von mir bekam. Der Tag neigte sich langsam aber sicher dem Ende zu. Ich entschied, mit Senda Oscura noch eine Runde spazieren zu gehen, bevor ich den Stalltrakt für den Tag verließ und mich dem Bett in meinem Gästezimmer widmete.


      Tag 2
      Mit dem ersten aufgeregten zwitschern der Vögel wurde ich wach. Ich betrat das Badezimmer und bereitete mich auf den Tag vor. Auf dem Weg nach draußen hielt mir Kenneth eine Brottüte vor die Nase. "Frühstück nicht vergessen junge Dame!" sagte er lächelnd und ich nahm diese dankend entgegen. Bevor ich mich den Pferden widmete ging es zur Fütterung. Ich betrag die Futterkammer und richtete die Futterrationen für die Pferde. Nach und nach leerte ich jeden Eimer im Trog der Pferde, bis alle schmatzend ihr Frühstück genossen. Ich ebenso, denn ich hatte es mir gerade auf einem Strohballen gemütlich gemacht und nahm das Sandwich aus der Brottüte. Ich sollte mir für die Heimreise ein paar Sandwiches von Kenneth wünschen, denn sie schmeckten fabelhaft! Gestärkt nahm ich mir eine Longe aus der Sattelkammer und ging hinüber zu den Stuten. Ich hing die Longe an die Box von Corde de la cerise und begann die Stute in Ihrer Box zu putzen. In langen Zügen strich ich mit dem Striegel in der einen und der Bürste in der anderen Hand über das Fell der hübschen Stute. Die Mähne und den Schweif säuberte ich lediglich mit meinen Fingern und sammelte so Strohhalme heraus und löste Knötchen. Mithilfe des Hufkratzers säuberte ich die Hufe und nahm die Stute dann am Halfter und führte sie zur Boxentür. Dort hakte ich die Longe am Halfter ein und führte die Stute zur Reithalle. Ich positionierte mich in die Mitte der Halle und schickte die Stute nach außen auf den Zirkel. Sie schien arbeitswillig, denn sie setzte sich sofort in Bewegung und lief im Schritt Ihre Runden. Nach ein paar Runden schnalzte ich mit der Zunge und Corde de la cerise fiel in einen lockeren Trab. Die Stute war aufmerksam, hielt ein Ohr aber stets zu mir gerichtet. Im Galopp powerte sie sich offenbar erst aus, bevor sie zur eigntlichen Arbeit zurück kam. Ich lies sie gewähren. Ich nahm die Longe auf und ließ die Stute in den Schritt parieren und letztendlich stehen. Mithilfe einer lockeren Armbewegung gab ich der Stute zu verstehen, das ich einen Handwechsel möchte und nach einer kleinen Diskussion trabte die Stute auch auf der linken Hand auf dem Zirkel. Die anfängliche Anspannung war schnell verflogen und so holte ich die Stute zu mir, lobte sie ausgiebig und brachte sie zurück in Ihre Box. Den gleichen Ablauf versuchte ich bei S'Cada, jedoch zeigte sie mir eindeutig, das es ihr absolut nicht passte arbeiten zu müssen. Nach minutenlangen Diskussionen und wildem gereiße an der Longe holte ich die Stute zu mir und nahm die Longe ab. "Gut, dann bleibst du halt hier. Tob dich aus!" sagte ich bestimmt und verließ die Halle. Offenbar schien ihr das auch nicht wirklich Recht, denn sobald das Hallentor geschlossen war stürmte die Stute los und buckelte. Währenddessen nutzte ich die Zeit um die Boxen der Hengste auszumisten und neu einzustreuen. Als die Arbeit beendet war ging ich zurück zur Halle, wo eine ausgepowerte S'Cada bereits auf mich zu warten schien. "Na, alles klar?" rief ich ihr zu und schloss das Hallentor hinter mir. Ich ging ruhig auf die Stute zu und klopfte ihren Hals. Die Longe wieder eingehakt, gingen wir aus der Halle zurück in die Stallgasse. Ich brachte S'Cada in Ihre Box zurück und nahm ihr das Halfter ab. Als ich die Stallgasse der Hengste betrat wartete bereits Kenneth auf mich. "Bevor du dich mit unseren Jungs beschäftigst rate ich Dir an, Amador zum Schluß zu arbeiten. Und sei vorsichtig, er ist das, was sich alle unter einem Hengst vorstellen!" sagte er und redete auf mich ein aufzupassen. Ich beschloss auf ihn zu hören und ging zur Box von Cadiz. Ich strich ihm sanft über die Nüstern und tauschte sein Stallhalfter gegen eine Trense. Bereits auf unserem eigenen Gestüt lernte ich schnell, das es leichter war einen Hengst mit einer Trense, als mit einem Halfter auszuführen. Ich nahm mir, auf dem Weg an der Sattelkammer vorbei, eine Longierbrille und Longe und tauschte diese gegen die Zügel ein. Zusammen gingen wir nach draußen und schlugen den ruhigen Waldpfad ein. Der heutige Tag würde nicht so heiß werden wie der gestrige, zumindest hoffte ich das. Cadiz lief im Schritt neben mir, sodass es eine ruhige und entspannte Runde wurde. Zurück im Stall tauschte ich Cadiz gegen Ghost Merchant ein. Er war ein hübscher Hengst und gefiel mir auf Anhieb. Auch mit Ihm lief ich auf dem Waldpfad entlang. Ghost Merchant war aufmerksam und nahm seine Umgebung genauestens auf. Einige Male versuchte er mich zu überholen, doch das wusste ich mit einem einfachen Wendemanöver zu unterbieten! Da mir der Hengst gefiel gab es, zurück in der Box, einen Bananenchip.
      Bevor ich mich an Amador versuchte, wandte ich mich Lucero zu. Schon als ich in die Box kam stieß er mir seinen gewaltigen Kopf schnell entgegen und schnupperte an meiner Hosentasche. Als wüsste er was sich in Ihr befindet, knabberte und zog er am Stoff umher. "Hey du Spinner, lass das!" sagte ich und schob seinen Kopf beiseite. Ich legte ihm das Halfter an und führte ihn aus der Box auf den anhängenden Reitplatz. Da ich nicht wusste wie der Hengst sich verhält hielt ich es für die beste Idee mit Halfter und Longe zu arbeiten. Ich stellte mich mit dem Hengst auf den Zirkel und strich mit der Schlaufe der Longe über den Hals und die Schulter des Hengstes. Dies schien ihm keine Probleme zu bereiten, so begann ich damit das Longenende über seinen Rücken zu legen und herunter zu ziehen. Lucero verspannte sich, sobald er bemerkt wie das Seil heruntergezogen wird. Ich sprach beruhigend auf ihn ein und wurde langsamer, sodass er sich auf das Gefühl, welches das Seil verursachte, einlassen konnte. Schon nach ein paar Wiederholungen wurde der Hengst merklich ruhiger und entspannter. Das ich das Longenende schließlich über seinen Rücken warf bereitete ihm keinerlei Probleme mehr. Ich lobte den Hengst ausgiebig für seine Geduld und Mitarbeit und schob ihm ein paar Bananenchips zu. Diese schienen ihm zu schmecken denn sofort bettelte er nach mehr. Ich verwehrte Ihm den Zugang in meine Tasche und führte ihn zurück in seine Box. Ich schloss die Boxentür und wandte mich Amador zu. Dieser legte bereits die Ohren an, als ich auch nur zur Box trat. Ich ging in die Sattelkammer und holte ein festes Rope, sowie ein Knotenhalfter. Behutsam öffnete ich seine Boxentür und betrat diese, während ich beruhigend auf den Hengst einsprach. Die Ohren noch immer angelegt ging er ein paar Schritte auf mich zu und beobachtete mich. Ich ging ebenfalls auf den Hengst zu und sprach weiterhin beruhigend auf ihn ein. Er lies zu das ich ihn berührte und ich nutzte den Moment, ihm das Knotenhalfter anzuziehen. Ich entschloss zuerst mit dem Hengst in die Reithalle zu gehen um ihn ein paar Runden laufen zu lassen, bevor wir einen Spaziergang unternahmen. So konnte er sich auspowern und ich konnte mir ein Bild über ihn verschaffen. Allein der Weg in die Halle war kein Zuckerschlecken. Amador zog am Rope und versuchte auf der kurzen Strecke mehrmals sich mir zu entziehen und strebte den Sprung nach vorn an. Ohne mich! Ich wendete ihn immer und immer wieder, blieb stehen und richtete rückwärts. In der Halle angekommen ließ ich ihn sich auspowern. Er setzte sofort zum Galopp an und hielt diesen minutenlang am Zirkel. Irgendwann schien ihm die Lust zu vergehen und nach ein paar Buckler und gezielten, gegen mich gerichteten Tritten, lief er mit gesenktem Kopf im Schritt. Ich lobte ihn mit sicherer Stimme und ließ ihn zum Stand hin parieren. Bestimmt ging ich auf den Hengst zu und klopfte seinen Hals. "Na, hast du Lust auf Entspannung?" fragte ich ihn und ging in Richtung Hallentor. Kenneth erwartete mich bereits und öffnete das Tor. "Wer hätte gedacht das eine so zierliche Frau diese Eskarpaden aushält!" sagte er sichtlich beeindruckt und schloss das Hallentor hinter mir. "Ich begleite euch, es ist gerade Luft und sollte doch etwas passieren kann ich eingreifen" bot er an und ehe wir uns versahen, befanden wir uns im Wald. Kenneth erzählte mir von Amador und wie sie zu ihm kamen. Ebenso erfuhr ich, das ich am Tag zuvor seinen Bruder Lucius kennenlernte und er sich gleich für dessen forschen Ton entschuldigte. Er sei im Stress gewesen als er mich bei den Pferden sah. Ich beschloss ihm zu vergeben. Kenneth erkundigte sich nach dem Stand meiner Arbeit und bot mir an doch noch einen weiteren Tag zu bleiben um Kalifornien kennenzulernen. Ich nahm diesen Vorschlag dankend an, entgegnete jedoch das ich dafür am Abend kochen würde als Dankeschön. Kurz bevor wir auf den Hof einbogen stemmte Amador seine Hufe in den Boden, riss den Kopf in die Luft und stieß ein durchdringendes Wiehern aus. "Halt ihn fest....!" sagte Kenneth und sah sich um. Doch alles was er entdeckte war sein Bruder Lucius, der mit Morgane über den Hof lief. Ich hielt Amador fest und richtete ihn rückwärts um seine Aufmerksamkeit zu erhalten und um ihn dazu zu bringen weiter zu gehen. Es funktionierte und schon wenige Minuten später fanden wir uns auf dem Hof ein. "Wir bringen Amador besser auf die Weide, nicht das er uns schon wieder die Box zertritt." sagte Kenneth und nahm mir den Hengst ab. Ich wandte mich der Stallgasse der Hengste zu und begann diese für die Mittagszeit zu füttern. Als jeder der Hengste, bis auf Amador, schmatzend mit dem Maul in den Trog schauten, ging ich hinüber zu den Stuten und bereitete auch ihnen das Futter zu. Als auch die Stuten gefüttert waren ging ich zurück ins Haupthaus und besprach mit Kenneth und Lucius den Rest des Tages, sowie den Tagesablauf für Morgen. Ich freute mich schon auf die Führung durch Kalifornien, doch noch mehr freute ich mich darauf wieder nach Nottingham zu reisen. Auch wenn ich die warmen Sonnenstrahlen auf meiner Haut vermissen werde.
    • sadasha
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      14. April 2017 | 14.024 Zeichen von Friese
      Trainingscenter Sportpferdegestüt Jasmund | Dressur L-M

      Heute sollten gleich zwei Pferde bei mir ankommen. Diese würden von ihren Besitzern gebracht werden, da ich ja schlecht mit einem Pferd noch zu jemand anderen fliegen könnte. Hunter Crowley würde mir Lady Lyneth Bowen bringen und Lucius Jenkins seinen Hengst Amador. Die Boxen für beide waren bereits hergerichtet und ich schloss für den Anfang noch die Türen zum Paddock. Ich freute mich schon die beiden kennenzulernen. Gerade Amador. Dieser musste einen sehr speziellen Charakter haben. Kurze Zeit später hörte ich Simon schon nach mir rufen. Scheinbar war einer meiner Kunden angekommen und sie würden mich beim Auslanden brauchen. Ich lief zu ihnen und begrüßte Hunter Crowley, welcher gerade dabei war seine Kaltblutdame aus dem Hänger zu holen. Ich half ihm dabei und wir brachten sie zusammen zum Stall. Dort besprachen wir alles und ließen die Stute in aller Ruhe ein bisschen Fressen. Zusammen gingen wir zu meinem Büro und sprachen nochmal in allen Kleinigkeiten genau durch. Wir schrieben einen vorläufigen Trainingsplan und ich hörte wie ein weiterer Hänger auf den Hof fuhr. „ Wir haben dann alles geklärt oder?“ fragte ich und verabschiedete ihn. Draußen grüßte ich Lucius Jenkins. Auch ihm half ich beim Ausladen und zusammen brachten wir Amador in seine Box. Der Hengst stellte sich jetzt schon ein bisschen an und ich war noch gespannter auf das Training. Zusammen mit Lucius ging ich ins Büro und besprach mit ihm alles genau. Er legte mir immer wieder ans Herz, dass der Hengst nicht gerade lieb oder brav war. Wir erstellten aufgrund ein paar Videos von ihm und seiner Beschreibung schon mal einen vorläufigen Trainingsplan. Alles Weitere würde ich in die Hand nehmen. Hierfür hatte ich sowohl von Hunter als auch von Lucius die Erlaubnis bekommen. Ich schaute abends nochmal nach den Pferden und versorgte sie ein letztes Mal für diesen Tag.

      Nach ein paar Tagen hatten sich die beiden an ihr Übergangszuhause gewöhnt und das Training konnte beginnen. Ich holte als erstes Lady Lyneth Bowen aus der Box und klopfte ihr den Hals. In aller Ruhe putzte ich sie und begann dann damit sie zu satteln und zu trensen. Ich klopfte ihr nochmal den Hals und zog meinen Protektor und meinen Helm an. Ich führte die Stute zum Platz und stieg dort auf ihren Rücken. Auf dem Platz ritt ich Lyneth in aller Ruhe warm. Sie kaute brav auf dem Gebiss ab und ging bereits relativ früh in die vorwärts-abwärts Bewegung. Dies würde mir die weitere Arbeit mit ihr erleichtern, denn ich hatte erwartet, dass es ihr schwerer fallen würde in diese Bewegung zu gehen. Ich lobte sie nochmal und ritt sie in alle den Bahnfiguren und Gangarten, welche die Stute bisher kannte und konnte. Das Reiten heute sollte nur nochmal zur Trainingsplanüberarbeitung dienen. Ich merkte, dass sie im Trab wahnsinniges Potenzial hatte und auch ihr Galopp war weich auszusitzen. Ich hatte aber auch einfach lange nicht mehr auf einem so klobigen Pferd gesessen. War doch eine ganz andere Hausnummer als meine Warmblüter. Die Stute ging gemütlich voran, im Vergleich zu meinen Warmblütern war sie auch ein bisschen faul. Ich freute mich jetzt schon auf das weitere Training, denn sie hatte eine wahnsinnig gute Aufnahmefähigkeit. Hin und wieder sah sie sich auch ein bisschen um und ich hatte auch einiges daran zu tun sie zu beruhigen. Wir beendeten das Training damit, dass ich die Stute in aller Ruhe abritt. Sie hatte nachdem wir uns noch zusammengefunden hatte, perfekt mit gemacht und sich voll und ganz auf mich konzentriert.

      Ich brachte die Stute auf die Weide und ließ sie dort in aller Ruhe graßen und laufen. Ich räumte noch das Zubehör auf und holte Amador aus seiner Box. Er legte die Ohren tief ins Genick und ich war jetzt schon ein bisschen von ihm genervt. Ob es wirklich das richtige gewesen war, den Auftrag anzunehmen? Ich hatte zwar auch ein paar extreme Pferde im Stall, aber er war vielleicht eine ganz eigene Nummer. Ich putzte ihn in aller Ruhe und begann damit ihn zu satteln und zu trensen. Der Hengst hatte hierbei die ganze Zeit seine Ohren im Nacken. Ich machte ihn komplett fertig und ging auf den Platz. Dort ritt ich ihn warm. Natürlich hatte ich meinen Protektor und meinen Helm an. Nachdem er warm war, begann ich die Lektionen des L-Niveaus abzufragen. Er legte oft die Ohren in den Nacken und trat nach hinten aus. Wirklich begeistert schien er nicht, aber Lucius hatte mich schon vorgewarnt, dass ich mit ihm keine Freude haben würde. Ich versuchte trotzdem wenigstens ein bisschen mit dem Hengst voran zukommen. Nach einer sehr anstrengenden halben Stunde ritt ich ihn ab. Er hatte für die Jahreszeit ordentlich schwitzen müssen. Sein Winterfell war ja nicht zu dick, da es in Kalifornien ja wärmer war als hier. Nach dem Abreiten führte ich ihn zum Stall. Dort trenste ich ihn ab. Als nächstes folgte der Sattel und ich legte ihm eine Decke über. Ich führte ihn noch ein bisschen trocken und brachte ihn mit einer frischen Abschwitzdecke auf die Weide. Ich schaute nach meinen anderen Pferden und Lady Lyneth Bowen. Als nächstes kümmerte ich mich noch um das Futter. Meine eignen Pferde wollten heute auch noch geritten werden und so folgte dies nach dem füttern. Spät am Abend holten wir alle die Pferde nach drinnen und ich klopfte meinen Trainingspferden noch die Hälse.

      Am nächsten Morgen ging das Training wieder mit Lyneth los. Ich putzte sie und machte sie schließlich komplett fertig. Sie folgte mir brav auf den Platz und lief mir gelangweilt hinterher. Sie wirkte wirklich müde und unmotiviert, also würde das Training heute auch anstrengend werden. Ich schüttelte den Kopf und stieg am Mittelpunkt auf ihren Rücken. Die Stute trottete nur so vor sich hin und ich ließ sie erst am langen Zügel laufen. Ich klopfte ihr den Hals und nach weiteren 5 Minuten nahm ich dann die Zügel auf. Ich wollte heute mal wieder auf E-Niveau arbeiten und die Grundlagen noch weiter festigen. Die Stute tat sich hin und wieder noch mit dem Arbeitstrab ein bisschen schwer, aber sonst war alles schon sehr gut und sie machte von Minute zu Minute besser mit. Nachdem wir einen guten Abschluss gefunden hatten, beendete ich das Training und ritt sie in aller Ruhe ab. Ich klopfte ihr den Hals und stieg nach einer guten viertel Stunde von ihrem Rücken. Gemeinsam gingen wir zum Stall und ich trenste und sattelte sie ab. Ich legte ihr eine Abschwitzdecke auf und führte sie noch ein bisschen trocken. Mit einer frischen Decke ging es auf die Weide. Aus dem Stall holte ich mir dann Amador und machte auch ihn fertig. Er hatte, wer würde es ahnen, mal wieder schlechte Laune. Ich klopfte ihm also aufbauend den Hals und versuchte alles so positiv wie möglich für ihn und mich zu gestalten. Über ein weiteres Training mit ihm würde ich mich jetzt schon definitiv nicht freuen. Ich zog den Gurt nach und verschnallte die Trense nochmal richtig. In aller Ruhe führte ich ihm zum Platz und klopfte ihm ein weiteres Mal den Hals. Als nächstes führte ich ihn zehn Minuten lang warm und nahm mir dann die Longe. Mir war fast klar, dass heute irgendwas anders war. Wie wenn man es im Blut hatte beziehungsweise im Gefühl. Ich klopfte ihm nochmal den Hals und machte ihn für das Longieren fertig. Ich hängte ihn an diese und ließ ihn einfach ein bisschen laufen. Er buckelte wie ein Wilder los und mir war jetzt schon klar, dass es zu gefährlich werden würde, ihn heute noch zu reiten. Ich parierte ihn durch und sattelte ihn ab. Dies war einfach besser, wenn mir jetzt schon klar war, dass ich ihn nicht mehr reiten würde. Ich legte den Sattel über eine der Holzstangen des Platzes. Gemeinsam ging ich mit Amador wieder zur Platzmitte und ließ ihn dort traben. Hin und wieder riss er den Kopf hoch und legte die Ohren tief in den Nacken. Im Galopp buckelte er und versuchte sich mit mir gewaltig anzulegen. Er drehte mir den Hintern zu, stieg und versuchte rückwärts zu gehen und mich mitzuziehen. Ich zeigte ihm aber wer hier der Chef war und wer nicht. Klar eigentlich sollte man als Partner arbeiten, aber mir war klar, dass das Pferd deutliche Anweisungen brauchen würde und somit eine leichte Hierarchie. Nachdem das Longieren dazu führte, dass wir beide nur noch gestresster wurden, ließ ich ihn ein paar Runden einfach nur galoppieren und sich ausspinnen. Morgen würde das richtige Training wieder losgehen. Ich klopfte dem Hengst den Hals, als er sich wieder ein bisschen entspannt hatte. Wir gingen zum Stall, dort holte ich schnell eine Decke und führte den Schimmel auf dem Platz weiter ab. Nachdem er trocken war, durfte auch er mit einer frischen Decke auf die Weide. Ich räumte alles auf und rechte den Platz. Ich fegte die Stallgasse und richtete das Futter wieder her. Nun kamen meine eigenen Pferde an der Reihe. Ich wollte mal wieder mit Vision arbeiten. Das hatte ich mir schon länger vorgenommen. Das Training mit ihm lief sehr gut und dauerte somit länger als das mit Amador. Ich klopfte Vision den Hals und richtete dann noch das Futter für die anderen Ställe her. Simon, Tyler und Linus holten die Pferde abends wieder rein, während Joy und ich das Abendessen herrichteten.

      Die nächsten Tage waren wieder sehr mit Training vollgepackt. Bei Lady Lyneth Bowen standen Mitteltrab und Mittelgalopp auf dem Plan. Der Rest würde danach drankommen und so gestaltete ich das Training immer um die eigentliche Aufgabe herum unterschiedlich. Sie sollte ja schließlich nicht die Lust an allem verlieren. Die tägliche Arbeit war mit viel Lob und zugleich dem Ausgleich auf der Weide verbunden.

      Bei Amador war das Training schon ein bisschen anstrengender und das vorrankommen gestaltete sich schwerer. Der Hengst versuchte den Großteil der Zeit einfach gegen mich zu arbeiten. Dies war auch beim heutigen Training wieder Fall. Mittlerweile waren die beiden schon über zwei Wochen bei mir und Lyneth kam der A-Dressur immer näher. Die Gangarten saßen bei beiden Pferden nun schon und Amador konnte auch die beiden Bahnfiguren, welche er zwischen der L-Lektion und der M-Lektion lernen musste. Heute standen Schulterherein und das Halten aus dem Galopp auf dem Plan. Ich führte den Hengst warm und longierte ihn in aller Ruhe ab. Der Hengst schnaute ruhig und ich war der festen Meinung heute würde ein guter Trainingstag werden. Ich stieg auf seinen Rücken und ritt ihn weiter warm. Nachdem ich damit fertig war, übte ich die Aufgaben mit dem Hengst. Er machte heute wirklich gut mit und ich war echt stolz auf ihn. Das Training verlief wirklich reibungslos und ich hörte mit einem guten Gefühl auf. Ich ließ ihm die Zügel lang und ritt in aller Ruhe ab. Aus einem mir nicht erklärbaren Schritt, schoss Amador auf einmal los und haute einen Hacken in sein Gebuckel. Da ich nach dem heutigen Trainingserfolg nicht wirklich darauf vorbereitet war, hing ich nun an seinem Hals. Er stieg und meine einzige Möglichkeit war, mich fallen zu lassen. Natürlich viel ich auch noch doof auf meinen Arm. Amador galoppierte weiter und buckelte. Ich versuchte ihn einzufangen und nach gut fünf Minuten geling mir das auch. Ich ging mit ihm zum Trainingsstall, wobei ich schon höllische Schmerzen im Arm hatte. Das absatteln und abtrensen machte es natürlich auch nicht besser. Amador lief nervös in seiner Box auf und ab. Simon hörte scheinbar wie der Hengst sich aufführte, denn er kam in den Stall gelaufen. Er versuchte als erstes den Hengst zu beruhigen und sah dann zu mir. „ Alles okay? Ist war passiert?“ fragte er mich und ich schüttelte auf die erste Frage den Kopf. „ Er hat beim Abreiten auf einmal angefangen zu spinnen und ich bin runter gefallen. Ich glaube wir sollten ins Krankenhaus fahren, mein Arm tut höllisch weh“ erklärte ich und seufzte dann. Er nickte und wir gingen noch schnell auf unser Zimmer. Dort half er mir bei Umziehen und wir sagten den anderen Bescheid. Im Krankenhaus stellte sich raus, dass ich mir den Arm schwer geprellt hatte und eine leichte Gehirnerschütterung hatte. Das war zwar schlimm, aber besser als ich befürchtet hatte. Ich durfte nur leider die nächsten Wochen über nicht reiten und auch nicht im Stall arbeiten. Auf dem Heimweg rief ich Lucius an und erzählte ihm alles. Er war scheinbar auch sehr besorgt und wir besprachen wie es weiter gehen sollte. Der Hengst würde bei uns bleiben und von Simon trainiert werden. Jedoch würde er jetzt ein paar Tage Bodenarbeit verordnet bekommen. Der nächste den ich anrufen musste war Hunter. Auch ihm erklärte ich alles und sagte ihm, dass Simon das restliche Training der Stute übernehmen würde. Er stimmte dem zu und wollte bereits ein paar Tage vorher kommen und uns unter die Arme greifen beim Training. Ich fand dieses Angebot sehr nett und stimmte zu.

      Die Tage Bodenarbeit hatten Amador gut getan. Er hatte sich wieder ein bisschen beruhigt und Simon und er kamen im Training besser zu Recht als ich und der Hengst zuvor. Ich stand trotzdem jedes Mal am Platzrand und sah aufmerksam zu. Auch er und Lyneth kamen gut klar und er hatte sie bei Hunters Ankunft auf einem fast sicheren A-Niveau. Den letzten Feinschliff nahm ich gemeinsam mit Hunter vor. Ich gab ihm Reitunterricht auf der Stute und sagte ihm, wie er welche Aufgabe reiten sollte. Bei seiner Abreise, stellte ich ihm das Zertifikat aus und bescheinigte so, dass die Stute nun auf A-Niveau laufen durfte und auch konnte. Ich bedankte mich herzlich bei ihm für seine Unterstützung. Er hatte mir die letzten Tage wirklich viel Arbeit übernommen und gut unter die Arme gegriffen. Gut, dass seine Angestellten so viel auf dem eignen Hof übernehmen konnten.

      Amador blieb eine Woche länger bei uns als Lady Lyneth Bowen, aber auch er lief bei seiner Abreise auf einem soliden Niveau. Ich gab Lucius das Zertifikat über die M-Dressur mit und ich merkte richtig, dass es ihm höllisch leid tat, war passiert war. „Du kannst nichts dafür. Ich war einfach nicht aufmerksam genug und hätte es ja besser wissen müssen“ meinte ich zu ihm und versuchte so ihn ein bisschen zu beruhigen. Er verabschiedete sich von mir und flog gemeinsam mit seinem Hengst wieder nach Kalifornien.
    • sadasha
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      11. Mai 2017 | 11727 Zeichen von Friese
      Trainingscenter Sportpferdegestüt Jasmund | Dressur M-S

      Heute begann der zweite Monat in welchem Felan bei uns war. Auch Amador würde demnächst wieder zu mir auf den Hof kommen und ins Training. Hoffe, dass es dieses Mal besser werden würde und wir nicht wieder solche Probleme haben würden. Als erstes würde ich heute mit Felan trainieren und Amador sollte in den nächsten Tagen ankommen. Wirklich freuen tat ich mich nicht auf seinen Besuch, jedoch wollte ich auch nicht ablehnen und damit Lucius verärgern. Er war schließlich für den letzten Auftrag dankbar gewesen und er war ja auch ein zahlender Kunde. Und wie sagt man so schön: Der Kunde ist König! In keinem der Länder, wo ich bis jetzt eine Zucht hatte, war das so ausgeübt worden wie in Deutschland, genauso wie die Pünktlichkeit. Ich hatte mich aber auch schon damit abgefunden, dass nicht jeder meiner Kunden genauso pünktlich war. Schließlich war ich das von meinen ehemaligen Wohnorten auch gewöhnt. Ich holte Felan aus der Box und putzte dann das weiße Fell der Stute. Mit ihr müsste ich nicht erst wieder ein Probereiten machen sondern konnte gleich da weiter mache, wo ich aufgehört hatte. Ich klopfte ihr den Hals und sattelte sie dann. Nachdem ich damit fertig war, bandagierte ich der Stute die Beine und trenste sie. Ich führte sie in die Halle. Der Himmel war heute relativ grau und so würde es später bestimmt noch zum Regnen kommen. Ich ritt die Irish Cob Dame in aller Ruhe wach und lobte sie immer wieder. Ich würde heute erst wieder eine A-Dressur reiten und nochmal den letztendlichen Feinschliff vornehmen. Morgen würden wir richtig durchstarten. Ich trabte sie an und ließ sie im Mitteltrab durch die Bahn wechseln. Danach parierte ich sie in den Schritt durch. Sie machte beim weiteren Training noch gut mit und schnaubte danach in aller Ruhe ab. Ich klopfte ihr den Hals und ritt sie am langen Zügel ab. Ich brachte sie nach dem Training wieder auf die Weide. Hier bekam sie vorsichtshalber schon die Regendecke drauf. Da sie nicht sonderlich viel geschwitzt hatte, war auch keine Abschwitzdecke nötig gewesen. Sie graste in aller Ruhe und so konnte ich zu einem meiner Pferde und mit ihm trainieren. Dies dauerte auch nicht wirklich lange und ich konnte mich in aller Ruhe nochmal um ein bisschen Papierkram kümmern. Ich ging also ins Büro, checkte E-Mails und wurschtelte mich durch meine Unterhaltungen. Ich seufzte kurz und versuchte mir dann mal einen Überblick über die Finanzen zu machen. Die letzten Wochen über hatten sich Simon und Joyce um die Unterlagen gekümmert. Zweite leistete mir nun Gesellschaft und wir setzten uns gemeinsam mit der Planung für die nächsten Monate auseinander. Abends holte ich die Stute wieder nach drinnen und gab ihr noch das Futter, welches mit Hunter abgesprochen war. Sie freute sich sehr darüber und ließ es sich schmecken. Ich schaute noch nach meinen anderen Pferden.

      Am nächsten Tag trainierte ich wieder erst mit einem meiner Pferde und holte gegen Nachmittag Felan wieder von der Weide. Ich putzte sie ausgiebig und machte sie für das Training fertig. Ich führte sie in die Halle und stieg dort auf ihren Rücken. In aller Ruhe ritt ich die Schimmeldame warm und danach übte ich den versammelten Trab und den versammelten Galopp mit ihr. Diese beiden Gangarten würden in einer L-Kür von ihr gefordert werden und so musste sie da nun durch. Ich klopfte ihr den Hals und übte weiter. Nach einer halben Stunde aktiver Arbeit ritt ich sie wieder ab. Ich wollte sie schließlich nicht überfordern. Ich führte sie im Schritt noch ein paar Runden und ging dann mit ihr in den Trainingsstall. Ich klopfte der Stute dort den Hals. Als nächstes trenste ich sie ab und zog ihr das Halfter über den Kopf. Ich gab ihr ein Leckerlie und bandagierte ihr die Beine ab. Als nächstes folgte der Sattel und nachdem alles verräumt war, deckte ich sie mit einer Regendecke ein. Ich klopfte ihr den Hals und brachte sie auf die Weide. Sie begann wieder zu grasen und ich konnte alles für Amadors Anreise morgen vorbereiten. Gegen Spätabend holten Simon, Louis und Tyler die Pferde rein.

      Der nächste Tag begann wieder mit einem Training mit Felan. Ich wollte heute nochmal die beiden neuen Gangarten üben und nochmal versuchen hier ein bisschen was aus ihr rauszukitzeln. Sie machte beim Training wie immer aufmerksam mit und ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Ich ließ ihr nach dem Training die Zügel lang und ritt sie ab. Ein weiteres Mal klopfte ich den Hals der Kleinen und brachte sie auf die Weide. Amador würde in ein paar Stunden ankommen und so würde ich nun den Trainingsplan vorbereiten. Ich hörte wie ein Auto auf den Hof fuhr und mir war gleich klar, dass es Lucius und sein Hengst Amador waren. Seit dem letzten Training auf meinem Hof war er bei keinem Trainer mehr gewesen und ich war schon gespannt, wie er sich heute machen würde. Ich half Lucius beim Ausladen und band ihn vor seiner Box an. Dort entfernte ich ihm die Transportgamaschen und seine Transportdecke. Ich lobte ihn kurz und ging noch eine kleineRunde mit ihm und Lucius in der Halle spazieren. Hierbei erklärte ich ihm den Trainingsplan und er nickte nur zustimmend zu. Er schien mal wieder im Stress zu sein und machte sie noch während ich mit dem Hengst lief auf den Weg zurück zum Flughafen. Ich wollte deshalb nicht groß diskutieren und so kümmerte ich mich alleine um alles. Ich brachte ihn auf seinen Paddock und ließ ihn dort ein bisschen in Ruhe. Ich richtete das Futter für abends vor. Ich hängte den Trainingsplan auf und markierte alles Wichtige auf dem Plan. Ich klopfte mir den Staub von der Hose. In der Küche richtete ich das Abendessen für alle her. Ich half noch beim Futtern und Reinholen der Pferde, danach gab es für alle Essen.

      Das erste Training mit Amador fand am nächsten Tag statt. Ich machte ihn bereits mit einem sehr mulmigen Gefühl fertig und hatte mir auch geschworen ihn erst abzulongieren. Danach würde ich auch nur mit Helm und Protektor aufsteigen. Mein Vertrauen in den Hengst war einfach nicht sonderlich vorhanden. Ich putzte das weißes Fell bis es glänzte und klopfte ihm nochmal den Hals. Nachdem die getan war, sattelte und trenste ich den Lusitano. Gemeinsam gingen wir zur Halle, wo ich ihn longierte. Hier stellte er sich schon gegen meine Anweisungen und wir hatten einiges zu diskutieren. Ich legte mich hier deutlich mit ihm an, denn er sollte endlich mal verstehen, dass ich das Sagen hatte und er nicht immer gegen mich sondern mit mir arbeiten sollte. Irgendwann schnaubte er wiederwillig ab und hörte. Ich war mir aber sicher, dass wir die gleiche Diskussion die nächsten Tage wieder beziehungsweise noch öfter haben würden. Bei X hielt ich ihn an und schnallte die Longe ab. Im nächsten Zug nahm ich die Zügel auf und schwang mich auf seinen Rücken. Die Ohren gingen tief in den Nacken und ich war gespannt was jetzt auf mich warten würde. Da er ja schon warm war, ritt ich nur noch ein paar Runden im Schritt und begann mit dem Training. Ich fragte nochmal die Lektionen der M-Dressur ab bei welchen er sich leicht getan hatte. Ich wollte ihn heute nicht überfordern und so ritt ich ihn nach ein paar Übungen ab. Nachdem er wieder trocken war, stieg ich von seinem Rücken und führte ihn aus der Halle zu seiner Box. Für den Weg hatte ich ihm eine Abschwitzdecke übergelegt. Ich band ihn vor der Box an und entfernte das komplette Zubehör. Er durfte den Rest des Tages auf der Weide genießen und hier in aller Ruhe grasen und sich nochmal austoben. Simon hatte vor meinem Training Felan bereits nach draußen gebracht und ich holte sie nun wieder nach drinnen. Ich putzte das Fell meines zweiten, auch weißen, Trainingspferdes. Dann holte ich das Sattelzeug und platzierte als erstes den Sattel und die Bandagen auf ihr. Zu gut da Letzt folgte nun noch die Trense. Die Stute nahm das Gebiss brav auf und ich konnte alles schnell verschnallen. Auch mit ihr ging es heute mal in die Halle. Ich wollte die Lokation immer wieder ein bisschen ändern, damit sie nicht so eingefahren waren. In Ruhe wurde nun erst mal warmgeritten und dann ging das Training auch schon los. Wir übten als aller erstes nochmal die zwei neun Gangarten und widmeten uns danach einer neuen Aufgabe. Diese lautete Außengalopp. Als erstes sollte dieser auf der ganzen Bahn und schließlich auf dem Zirkel klappen. Ich galoppierte die Stute also an und versuchte immer wieder, dass sie in den Außengalopp sprang. Hierfür gab ich ihr natürlich auch die notwendigen Hilfen. Nachdem wir einen erfolgreichen Punkt hatten, machte ich einen Cut und ritt sie ab. Ich wollte sie zum einen nicht überfordern, zum anderen wollte ich dass das Training wie immer positiv aufhörte. Schließlich führte Überforderung auch gerne mal zu Missmut oder schlechter Aufgabenausführung und beides würde kein Loben hinter sich ziehen. Ich führte sie zum Stall und machte sie auch für die Weide fertig.

      Die nächsten Tage, besser gesagt Wochen, waren mit Training der beiden Pferde vollgetaktet. Mit Amador versuchte ich mich auch an der Bodenarbeit und siehe da wir machten wirklich ein paar kleine Fortschritte. Der Hengst hörte irgendwann auf nach mir zu beißen sobald ich versuchte ihn an der Vorderhand wegzuschicken. An der Rückhand hörte er auch allmählich auf zu treten und machte bei einem Großteil der Aufgaben mit. Ich übte mit aber auch an den Aufgaben der S-Dressur. Hierbei tat er sich bei der Passage, der Piaffe und dem Schaukeln erstaunlich leicht. Die Bahnfiguren fielen ihm hingegen einfach ein bisschen schwerer und hier mussten wir einiges an Arbeit reinstecken. Ich lobte ihn hier oft und versuchte auch bei ihm immer einen positiven Abschluss zu finden. Bei Felan gelang mir dieses jedoch um einiges leichter wie bei ihm. Sie würde morgen bereits abgeholt werden, da die L-Dressur nicht so anspruchsvoll war wie die S-Dressur und sie hatte besser mitgemacht. Des Weiteren war sie ja auch schon länger bei mir. Ich trainierte heute ein letztes Mal die Kurzkehrtwenden und Galoppwechsel. Sie machte diese ordentlich mit und ich war sehr zufrieden mit ihr. Ich hatte ein gutes Gefühl dabei sie morgen wieder zu Hunter zu schicken. Dieser würde später am Abend besser gesagt noch ankommen.

      Am nächsten Tag ritt ich Hunter seine Stute nochmal vor und auch er war zufrieden mit dem Fortschritt seiner Stute. Wir brachten sie noch ein bisschen auf ihren Paddock. Der Heimflug der beiden würde heute Abend beziehungsweise Nacht erst gehen und so durfte sie sich jetzt noch ausruhen. Ich ritt danach unter Hunters Aufsicht nochmal Amador. Er sah mir zu und war auch hier echt überrascht, dass das Training ohne Buckeln, Steigen oder sonstigem Mist ging. Ich klopfte ihm nach allem den Hals. Er hatte mal zur Ausnahme sehr gut mitgemacht und ich war stolz auf den Schimmel. Heute hatte ich nur bisher geübten Lektionen abgefragt und nichts Neues trainiert. Damit würde ich morgen wieder weitermachen, wenn ich alleine war. Wenige Stunden später half Hunter beim Einladen und verabschiedete mich von allen beiden. Er hatte versprochen, dass er mich auf dem Laufenden halten würde.

      Die nächsten Tage waren mit Bodenarbeit und Dressurtraining mit Amador gespickt. Meistens fand beides an einem Tag statt, jedoch hatten wir auch Tage da trainierte ich ihn nur in der Dressur oder machte nur Bodenarbeit mit ihm. Ich übte alle Aufgaben sehr ausführlich mit ihm, damit sie auch auf Turnieren abfragbar sein würde. Zirka eine Woche nachdem uns Hunter und Felan verlassen hatten, kam Lucius zu uns. Er schaute mir auch beim letzten Training zu und fuhr noch am gleichen Abend mit seinem Hengst zum Flughafen. Das Verhältnis zwischen uns war nicht so gut wie das mit Hunter. Ich würde dennoch den Weg des Hengstes weiter verfolgen, auch wenn meine Arbeit hier eigentlich bereits getan war.
    • sadasha
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      14. Juni 2017 | 10338 Zeichen von adoptedfox

      Pferdepflege von Landsberg

      Müde rieb ich mir die Augen und schenkte mir eine Tasse Kaffee ein. Die Nacht war zu kurz und die anhaltende Wärme machte es mir beinahe unmöglich erholsamen Schlaf zu finden. Nachdem ich meinen Kaffee ausgetrunken hatte stellte ich die Tasse in den Geschirrspüler, streckte mich und begab mich ins Badezimmer um mich für den Tag fertig zu machen. Beim Verlassen des Hauses nahm ich meinen Terminkalender vom Tisch, den ich auf die Motorhaube meines Wagen legte. Bevor ich mich auf den Weg machte ging ich in den Stall und fütterte die Pferde. "Benehmt euch Ihr beiden, ich will keine Geschichten hören wenn ich wieder da bin!" sagte ich zu meinen beiden Jünglingen Compliment und Bearing Spots und kraulte ihnen die Stirn. Zurück beim Wagen nahm ich den Terminkalender, setzte mich hinein und stellte das Navigationsgerät ein. "Auf eine gute Fahrt!" sagte ich, klopfte auf das Amaturenbrett und schnallte mich an.

      Eine lange Autofahrt lag hinter mir, doch ich war endlich auf den Gwynedd Stables angekommen. Ich stellte meinen Wagen auf einen der Parkplätze, nahm meinen Terminkalender und ging zum Haupthaus um zu klingeln. Eine dunkelhaarige Frau öffnete mir die Tür und hieß mich Willkommen. Es war Sophia, die Inhaberin der Gwynedd Stables. Sie führte mich über das Anwesen und zeigte mir die Reithalle, die Sattel- und die Futterkammer. Währenddessen erzhälte Sie mir, wie Sie zu all dem kam. Vor den Nebenstallungen, die für die Hengste vorgesehen waren, blieben wir stehen. "Ich würde gleich losfahren, wir sind heute auf einem Turnier gemeldet. Amador, Lucero und Filou Farrigé Etoile Filante kamen in letzter Zeit etwas zu kurz, es wäre Klasse wenn du dich um sie kümmern könntest. Sollte es Probleme geben" begann Sie und zog eine Karte aus Ihrer Hosentasche "...ruf mich an. Emma sollte zwar hier sein aber ich bin mir nicht so sicher." und gab sie mir. Ich versicherte ihr das ich zurecht kommen würde und verabschiedete sie. Ich schlug meinen Terminkalender auf, legte die Karte in den heutigen Tag und überflog die E-Mail, die ich ausgedruckt und eingeklebt hatte. "Amador, 8 Jahre alt, Lusitano..." las ich laut vor und überlegte. Ich betrag den Stall und sofort bestätigte sich meine Ahnung. "Na sieh mal einer an!" sagte ich und ging zur Box des mir wohl bekannten Hengstes. Er schien wenig begeistert, legte die Ohren an und trat nah an die Boxengitter. Der wird sich wohl nie ändern dachte ich und nahm den Strick der vor seiner Box am Boden lag. Ich gab ihm klar und deutlich zu verstehen das er zu weichen hat und öffnete die Tür. Einem Hengst wie diesen durfte man nichts durchgehen lassen. Ich band ihn vor der Box an nahm in die eine Hand einen Striegel und in die andere die Bürste aus der Putzkiste und begann Amador zu putzen. Die Ohren noch immer angelegt, ließ er die Prozedur über sich ergehen und blieb brav stehen. Während ich seine Mähne und seinen Schweif kämmte sprach ich beruhigend mit ihm. Beim auskratzen der Hufe entzog er mir diesen ein paar Mal, doch letztendlich konnte er nichts daran ändern dass seine Hufe ausgekratzt werden mussten. Als er fertig geputzt vor mir stand ging ich in die Sattelkammer um einen Kappzaum und eine Longe zu holen. Zurück bei Amador legte ich das Halfter auf seinen Hals und legte ihm den Kappzaum an. Nachdem ich die Longe am Kappzaum befestigt hatte nahm ich das Halfter ab und ließ es mitsamt Strick an der Boxentür hängen. Ich führte Amador auf den Reitplatz um ihn dort etwas zu longieren. Er schien einiges an Energie angestaut zu haben, denn noch bevor ich ihn auf den Zirkel schicken konnte, entfernte er sich von mir und sofort in einen energischen Trab. Dann power dich mal aus dachte ich und ließ ihn laufen. Minuten vergingen und Amador machte keinerlei Anzeichen sein Tempo zu verringern. Ich nahm die Longe auf und parierte ihn in zum Stand wo ich ihn einige Sekunden verharren ließ, bevor ich ihn mit einem bestimmten "Scheritt!" zu verstehen gab, dass er einen Gang runter fahren sollte. Ein Ohr auf mich gerichtet, folgte er dem Kommando und auch wenn er zügiger voranschritt als gewollt, lobte ich ihn. Als ich merkte, das er fleißiger meinen Anweisungen folgte als Anfangs vermutet baute ich ein paar Richtungswechsel ein, bevor ich ihn zum Abschluß noch ein paar Runden galoppieren ließ. Da die Sonne genau über uns stand und sowohl Amador als auch ich ins schwitzen kamen beendete ich die Einheit, holte Amador zu mir und lobte ihn ausgiebig. Bevor ich Amador jedoch auf seine Weide am Haupthaus brachte band ich ihn noch einmal kurz vor seiner Box an, tauschte den Kappzaum gegen das Halfter aus und fuhr mit dem Schweißmesser über sein Fell. "Jetzt hast du Dir aber eine Pause verdient!" sagte ich zu ihm und gab ihm ein Leckerchen zur Belohnung und führte ihn auf seine Weide. Nach ein paar Bucklern ließ er sich in das Gras sinken und wälzte sich ausgiebig. Ich legte den Strick nahe des Weidezauns in das Gras und ging zurück in den Stall.
      Nun wollte ich mich Lucero widmen der bereits mit seinem Huf an der Boxentür klopfte. Ich öffnete die Boxentür und begrüßte den schönen Andalusier ausgiebig bevor ich ihn aus der Box führte und ihn vor dieser anband. Auch Lucero wurde von mir gründlich geputzt bevor es an die Arbeit ging. Ich nahm den Kappzaum, welchen ich breits für Amador verwendete und legte ihn Lucero an. Da er einen feineren Kopf hatte musste ich ihn etwas einstellen, was jedoch kein Problem darstellen sollte. Als ich mit Lucero den Stalltrakt verließ, war es deutlich wärmer geworden, sodass ich entschloss mit ihm in die Halle zu gehen wo es kühler und schattiger war. Ich nahm die Longierpeitsche, die neben dem Hallentor stand, mit und führte Lucero in die Mitte der Halle. Ich sortierte die Longenleine und schickte Lucero auf den Zirkel wo ich ihn im Schritt ein paar Runden gehen ließ um ihn zu lockern. Lucero arbeitete fleißig mit und fiel in den Trab sobald ich ihm das Kommando dazu gab. Seine Gänge waren schwungvoll, typisch für einen Andalusier wie er einer war. Ich parierte Lucero durch und nahm die Longe und Longierpeitsche in die jeweils andere Hand. Lucero registrierte das und wechselte die Hand. "Super Lucero! Das hätte ich jetzt nicht erwartet!" lobte ich ihn und ließ ihn in ein paar Runden galoppieren. Zufrieden mit ihm und seiner Mitarbeit parierte ich ihn in den Schritt und ließ ihn ein paar Runden zum trocknen gehen bevor ich ihn zu mir holte und ausgiebig lobte. Er hatte seine Arbeit gut gemacht und sich das Leckerchen redlich verdient! Ich führte Lucero zurück in den Stall wo ich ihn vor seiner Box an band, ihm den Kappzaum ab nahm und das Halfter anzog. Mit der Bürste des Hufkratzers ging ich nochmal kurz über seine Hufe bevor ich ihn auf die Weide brachte. Anders als Amador durfte er auf eine der großen Weiden. Wieder zurück im Stall brachte ich den Kappzaum zurück in die Sattelkammer und wandte mich meinem letzten Schützling zu: Filou Farrigé Etoile Filante. Ich ging zur Box des edlen, dunklen Friesen und begrüßte ihn. "Ich kann deinen Namen leider kaum aussprechen, deswegen wirst du einfach Filou genannt. Das ist doch ok für dich oder?" fragte ich den Hengst und kraulte seine Stirn. Filou war vom Wesen das komplette Gegenteil von Amador. Ich brachte ihn aus seiner Box und band ihn fest. Mit Striegel und Bürste in den Händen putzte ich Filou ausgiebig. Mithilfe des Kamms kämmte ich sogfältig seine Mähne und den Schweif. Ich ließ mich von der Länge seiner Mähne hinreißen und teilte Strähnen ab um ihm einen hübschen spanischen Zopf zu flechten. Glücklicherweise fand ich Mähnengummis in der Kiste in welcher sich alle Putzuntensilien befanden und konnte den Zopf festigen. Als auch die Hufe ausgekratzt und sauber waren ging ich in die Sattelkammer und holte Filou's Trense. Auch wenn er auf mich einen ruhigen Eindruck machte wollte ich nichts riskieren und entschloss, Filou lieber mit Trense auf einen Spaziergang mitzunehmen. Ich ging mit der Trense zurück zu Filou, öffnete das Halfter um es ihn auf den Hals zu ziehen und legte die Trense an. Er nahm das Gebiss artig an und ehe ich mich versehen konnte, waren wir bereit loszugehen. Ich legte das Halfter auf den Boden vor seiner Box und nahm den Strick ab um ihn, mithilfe der Longierbrille, an der Trense zu befestigen. Um ein Verheddern zu vermeiden nahm ich die Zügel ab und hängte sie an den Sattelhalter an der Box. Ich führte Filou aus dem Stalltrakt in den Hof und wählte den kleinen Pfad aus der direkt in ein nahegelegenes Waldstück führte. Der Schatten den die Bäume spendeten war angenehm kühl. Filou nahm aufmerksam seine Umgebung auf und machte keine Anstalten direkt wieder umkehren zu wollen. Sowohl er als auch ich genossen die Ruhe des Waldes und die kühle Luft. Der Weg sollte uns direkt um das Grundstück führen. Als man durch die Bäume hindurch die Gebäude erkennen konnte zog Filou das Tempo an und stieß ein schrilles Wiehern aus. Er rief nach seinen Freunden und anscheinend nach den Stuten, die ihm prompt antworteten. Bevor ich Filou zu Lucero auf die Weide brachte ging ich mit ihm in den Stall, wo ich die Trense gegen das Halfter austauschte. Natürlich bekam auch er eine Belohnung, auch wenn wir nur spazieren waren. Nachdem Filou sich zu Lucero gesellte ging ich zurück in den Stall und begann damit die Putzsachen zu säubern und sie zurück in die Putzkiste zu legen. Filou's trense baute ich selbsverständlich auch wieder zusammen bevor ich sie in die Sattelkammer zurück brachte.
      Da die Boxen der 3 Pferde nun leer standen konnte ich mich in Ruhe deren Säuberung widmen. Mithilfe einer Mistgabel hob ich Mist und nasses Stroh aus den Boxen in die Schubkarre und entleerte diese auf dem Misthaufen. Auf meinem Weg zurück in den Stall machte ich einen Stop um Strohballen einzuladen. Ich öffnete die Strohballen mithilfe meines Taschenmessers und verteilte es sorgfältig in den Boxen. Mit einem Schwamm wusch ich die Tränken sauber und entfernte Strohhalme aus den Futtertrögen. Ich schob die Schubkarre beiseite um die Stallgasse zu kehren. Als alles sauber war brachte ich die Schubkarre und die Mistgabel zurück an ihren Platz. Bevor ich den Hof verließ schrieb ich Sophia eine kurze SMS damit sie sich keine Sorgen machte und stieg in den Wagen. Bevor ich den langen Weg nach Hause antrat, machte ich einen kurzen Halt bei McDonalds. Das hatte ich mir heute verdient.
    • sadasha
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      11. Oktober 2017 | 4152 Zeichen von sadasha

      “Soooophia?!” rief Nicholas vom Ende der Stallgasse. Ein wenig genervt drehte ich mich zu ihm um und wollte ihm gerade etwas entgegnen, als er einfach weiter sprach. “Injaki ist heute irre gut drauf. Lust auf einen Ausritt? Eve kommt auch mit.” er zeigte auf die Wand rechts von ihm, in deren Richtung auch die Weiden lagen. “Können wir machen. Wen nimmt Eve denn mit?” wollte ich wissen und nahm mir den nächsten Huf von Skadi zur Hand. Eigentlich war es eine schande mit ihr heute auszureiten. Immerhin hatte ich sie gerade eben erst richtig sauber bekommen und das Wetter draußen war eher minder gut. Nach dem Ausritt würde ihr Behang wieder voller Dreck kleben und wenn es nur der Behang war, dann hätte ich noch Glück gehabt. “Sie will Amador ausreiten, der hat sich ja ganz gut gemacht mittlerweile.” Ein betretenes Schweigen sagte alles, was ich von dieser Idee hielt. Nichts Gutes. Natürlich hatte Amador eine rapide aufwärts gehende Entwicklung hinter sich, seit er hier ist. Aber ich hielt ihn noch nicht bereit fürs Gelände. “Eve weiß schon was sie macht. Vertrau ihr.” sagte Nicholas schließlich, der meine Gedanken erraten hatte. “Davon abhalten kann ich sie sowieso nicht.” meinte ich patzig und kratzte nun den letzten von Skadis Hufen aus. Eine halbe Stunde später waren wir alle bereit und saßen in unseren Sätteln. Immer wieder warf ich einen besorgten Blick auf Eve und Amador, doch die beiden ließen sich nicht aus der Ruhe bringen. Amador versuchte zwar ab und an seine Energie durch leichtes tänzeln abzuladen, doch Eve hatte ihn gut im Griff. Injaki und Skadi verhielten sich von Natur aus ruhiger. Der Ausritt verlief wider meiner Erwartungen recht ereignislos. Amador hatte genug Möglichkeiten sich kontrolliert auszupowern und wirkte gegen Ende des Ausritts sogar recht ausgeglichen, wenn das bei ihm denn möglich war. Er schien sogar den Regen zu genießen, der jetzt aus Kübeln auf uns herabgoss. Bei den beiden Schimmeln schimmerte nun die dunkle Haut durch das weiße Fell und Injaki glänzte was das Zeug hält. Begeistert war er allerdings nicht vom kühlen Nass. Im Gegenteil. Der Criollo war froh, als er in seine warme Box entlassen wurde. Nach dem Ausritt sprach ich noch einmal mit Eve und lobte sie für ihre gute Arbeit mit dem Schimmelhengst. Doch sie war noch immer etwas eingeschnappt, weil ich ihr nicht von Anfang an vertraut hatte. Irgendwie war heute der Wurm drin. Ich beließ es dabei, da ich den Streit nicht noch mehr aufbauschen wollte. Stumm nahm ich mir Where’s Sleep aus der Box, während Nicholas Lucero und Eve Punchdrunk fertig machten. Da es regnete blieb uns nur noch die Reithalle als trockener und sicherer Trainingsort. Hier trafen wir auf Emma, die ihren Friesenhengst Filou Farrigé Etoile Filante longierte. Sie begrüßte uns freudig, merkte jedoch sofort dass die Stimmung angeschlagen war und beließ es dabei. Als sie mit Filou fertig war machte sie Rising Star fertig und ich nahm schließlich noch Cozy Blanket in die Reithalle, als Sleepy wieder in ihrer Box stand. Die beiden Geschwister kümmerten sich derweil um die Jungpferde. Nacheinander beschäftigten sie Animus Peredur, Rabano und Forestfire. Sie arbeiteten am Fohlen ABC und bei den beiden älteren auch schon an den Vorbereitungen für’s Longieren. Erst am Abend sprach ich Eve noch einmal an um den kleinen Konflikt von heute morgen zu klären. “Es tut mir wirklich leid.” beteuerte ich und sah sie reumütig an. “Pass beim nächsten mal einfach auf… Ich bin genauso erwachsen wie du und du solltest wissen, dass ich weder mich noch meine Mitmenschen leichtsinnig in Gefahr bringen würde.” - “Du hast recht, ich hab nicht nachgedacht.” Noch einmal sah mich Eve prüfend an, bevor sie anfing zu lächeln. “Okay, Schwamm drüber…” Wir unterhielten uns noch einige Minuten lang begeistert darüber wie gut sich vor allem Amador entwickelt hatte. Aber auch die anderen Pferde aus Kalifornien schienen mit dem nassen Klima Englands besser zurecht zu kommen. Emma hatte auch noch ein paar lobende Worte für uns übrig, bevor sich das Team auflöste und ich am Ende alleine auf dem Sofa saß und ein Buch zur Hand nahm um den Tag ausklingen zu lassen.
    • sadasha
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      26. November 2017 | von Elsaria
      Tierklinik zur Lindenweide

      Heute hatte ich einen Auftrag bei Eve owed. Sie war Neukundin aber als ich den Namen des Pferdes lass ahnte ich schon um wessen Tier es handelte. Hinter Amador steckte einen wunderschönen lustianohengst sein Fell war seidig weiß wie Schnee, sein Charakter schwarz wie die Pest. Mit Amador hatte man viele Fehler gemacht und ihn derbe verhunzt. Er wurde rumgereicht er konnte sich nie richtig einleben und ankommen. Lucius hatte ihn als erster eine beachtliche Zeit als Eigentum, durch seinen Konkurs musste er auch amador leider verkaufen an Eve. Diese mir nun den Auftrag erteilte.
      Ich fuhr also zu dem Besagten hof namens Gwynedd Stables. Ich wurde bereits erwartet. Eve war eine freundliche zierliche Frau mit blauen Augen. „ sie müssen die Tierärztin!“ sein, fragte sie mich. „ Ja, Entschuldigung die Verspätung stand leider im Stau!“ entschuldigte ich mich sofort. „Das macht nichts. Ich bin froh überhaupt jemanden gefunden habe die sich Amador annimmt, er ist nicht gerade leicht im Umgang und nett freundlich schon gar nicht, er ist gefährlich! „ sagte Eve. „ Nachdem was er schon alles erlebt haben muss, verständlich. Amador konnte ich schon öfters auf Shows sehen, er weiß sich im Grunde zu präsentieren.“ Erzählte ich ihr. Wir traten in den Stall und ich vernahm ein lautes donnern in der hintersten Box des Stalles. Das ist Amador! Seufzte sie.
      Ich weiß an, einige Mitarbeiter und 2 hengststricke herzu ordern.
      Als Sophia und Nicolas da waren ließ ich Nicolas mit Amador Vortraben. Der weiße Hengst war heute nicht sonderlich gut drauf, also Kirschen essen mit ihm konnte ich mich für heute und alle Ewigkeiten mit ihm abschminken. Seine Gänge waren taktklar. Nun legte ich die 2 Hengststricke so hin, dass beide um den Nasenrücken gehen und jemand links und rechts festhalten konnte im Untersuchungsstand. Da es etwas warm war zog ich meine fleece Jacke aus, diese könnte noch von Nutzen sein. Der Hengst brustete enttrüst und wehrt sich gegen die Maßnahmen, ich redete auf ihn ein. Vom äußerlichen schein machte er mir einen fitten Eindruck, aber ich war Tierärztin und musste genauer hinsehen. Ich hielt ihm lange meine Hand hin, so dass er mein Geruch war nehmen konnte. Ich ließ mir Zeit und dies hatte ich allen zuvor auch mittgeteilt. Langsam beruhigte Amador sich wieder vorerst. Nun berührte ich seine Nüstern. Ich sah mir seine Zähne an. „ In ein paar Wochen wären die Zähne dran!“ bemerkte ich. Ansonsten war der Maul Raum in Ordnung. Augen und Ohren waren klar und frei von Milben. Dann strich ich mit der Hand sanft den Hals runter, ich merkte wie amador auf Spannung war. Ich redete leise auf ihn ein. Die Beine waren in Ordnung und nun hörte ich Lunge, Herz und Darmgegend ab, auch diese scheinen in top Form zu sein. Dann holte ich die Wurmkurpastete für Pferde heraus, und drückte diese ins Maul, das gefiel ihm nicht und schon tänzelte er wieder rum Sophia und Nicolas hatten echt mühe ihn zu halten. Da er wieder so aufgebracht war, entschloss ich meine Jacke ihm um die Augen zu legen, so konnte er nichts mehr sehen und musste vertrauen, ich unterbrach mein Gerede zu ihm jedoch nicht. Nun konnte ich schnell die 2 Impfungen geben die er brauchte und er hatte es geschafft.
      Nicolas brachte den hübschen in seine box und ich redete noch mit Eve und Sophia.“ Alles in allem bin ich sehr zufrieden mit ihm, er ist gesund und munter! ER mag schwierig sein, ist aber im Grunde ein lieber Kerl, der ist ein Kronjuwel, er muss ankommen und seinen Menschen finden. Am besten arbeitet ihr ihn wenn es auf dem Hof etwas ruhiger ist, da müsste er sich auch beruhigen, klar könnte man ihn legen, aber das wäre einfach Blödsinn, den er würde bestimmt gut vererben!“ sagte ich noch und verabschiedete mich.
    • sadasha
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      22. Januar 2018 | 4939 Zeichen von sadasha
      Bear Brook Farrier | Hufschmiedbericht für Cozy Blanket und Amador

      Die Arbeit führte mich heute schon frühs zur Schmiede. Zwei Pferde sollten auf den Gwynedd Stables behandelt werden. Eines davon sollte beschlagen werden, also suchte ich eine großzügige Auswahl an Aluminiumbeschlägen und Einlagen heraus. Bald schon saß ich mit voll bepackter Tasche im Arbeitswagen und fuhr gen Westen.
      Das Gestüt auf einer Insel im äußersten Nordwesten Englands war klein und unscheinbar. Zumindest hätte ich keine hochkarätige Zucht hinter dessen Mauern vermutet. Doch sobald ich das riesige Dressurviereck auf dem Innenhof sah, wo gerade sogar trainiert wurde, änderte sich dieser Eindruck. Hier schien jemand Barockpferde zu lieben, denn man sah lauter Friesenmixe. Alle Pferde sahen wahnsinnig gepflegt aus. Langhaar wurde fachgerecht eingetütet, damit es keinen Schaden auf der Weide nahm. Der ein oder andere Kandidat hatte auch am Hals eine ordentliche Last zu tragen.

      Wenige Minuten nach meinem Eintreffen fing mich eine brünette Frau ab. „Hey, Sie sind Mr. Crowley?“ wollte sie wissen. Mit einem freundlichen Nicken bestätigte ich diese Vermutung und ließ mir von Sophia Finch, der dieser Hof gehörte, erklären was zu machen ist. „Die Stute hat offenbar Probleme mit dem Hufwachstum. Zumindest sieht das unregelmäßiger aus, als bei unseren anderen Pferden. Ich traue mich aber nicht selbst zu raspeln.“ – „Ist sie denn fühlig?“ fragte ich stirnrunzelnd und schloss bereits, dass ich mir die Hufe erst ansehen wollte, ehe ich eine Aussage traf. „Nein, sie… so schlimm ist es auch nicht, aber… Sehen Sie selbst.“ Sophia schob die Boxentüre zu Cozy Blanket auf. Die Stute kam uns bereits neugierig entgegen und machte erst mal einen ausgeglichenen, freundlichen Eindruck. Nachdem sie mir in Schritt und Trab vorgeführt wurde nahm ich den ersten Huf in die Hand. Ich sah bereits von außen, dass die Hufwand nicht gleichmäßig war. Ich wollte jedoch wissen wie es unten drunter aussah und zu meiner Erleichterung war die Sohle absolut in Ordnung. Die Hufwand war dick genug und einem Beschlag stünde damit nichts im Weg. Für die junge Stute würden die Eisen eine Erleichterung sein. Das Horn ist so geschützt und kann wieder gerade nachwachsen mit vorgegebener Wuchsrichtung. „Wir dachten schon es seien Teile ausgebrochen, aber das sähe dann auch anders aus.“ mutmaßte die Inhaberin. Ich lächelte nur höflich und verschlug mir meinen Kommentar. Dass die Unebenheiten vom Wachstum kommen, hatten wir bereits geklärt. „Was für einen Beschlag möchten Sie haben?“ fragte ich und hielt zwei Eisen hoch, die ich empfehlen würde. Sophia zeigte auf den zu meiner linken. „Der ohne Stollen. Aber wenn Sie dabei haben… mit Gripeinlagen?“ Ich griff in die Tasche und zog einen Satz Gripeinlagen heraus. „Perfekt.“ sagte Sophia leise und kraulte ihrer Stute den Hals. Cozy Blanket stand entspannt da und begutachtete die Eisen. Meinem Augenmaß zu urteilen müssten diese mit ein paar kleinen Anpassungen sitzen wie eine Eins. Doch zuerst schnitt ich die Hufe einen nach dem anderen aus. Erst danach passte ich die Eisen und Gripeinlagen an um sie gemeinsam aufzunageln. Als Cozy Blanket fertig beschlagen war bat ich Sophia noch einmal vorzutraben um zu sehen wie die Stute zurechtkam.

      Der zweite Kandidat war ein Hengst und als ich ihn sah fiel es mir wie Schuppen von den Augen, wieso mir der Name „Amador“ im Zusammenhang mit einem Lusitanohengst etwas sagte. Wie es der Zufall wollte, stand vor mir genau das Pferd, das ich bereits in Kalifornien behandelt hatte. Nur sah er hier wesentlich gepflegter aus. Er war zwar auch bei den Jenkinsbrüder in keiner schlechten Verfassung, aber er wirkte doch immer sehr aufgewühlt und zerzaust. „Alles in Ordnung mit ihm?“ Sophia war verunsichert und konnte meine Reaktion auf Amador wohl nicht deuten. Ich konnte es ja selbst nicht fassen. „Alles in Ordnung. Ich kenne den Hengst, deshalb war ich überrascht ihn hier anzutreffen.“ erklärte ich knapp. Sophia wollte mehr wissen. „Wirklich? Woher kennen sie ihn denn?“ – „Vermutlich vom Vorbesitzer. Führen Sie ihn mir bitte trotzdem einmal vor?“ bat ich und machte einen Schritt zur Seite, damit sie den Hengst aus der Box holen konnte. Er war wirklich ruhiger als ich es in Erinnerung hatte. Seine Hufe zeigten auch nach der Vorführung keine weiteren Auffälligkeiten und so begann ich damit sie nacheinander auszuschneiden und zurecht zu feilen. Sophia sah mich noch immer neugierig an. Als ich fertig war und Amador wieder in seiner Box stand wagte sie den Versuch Informationen heraus zu kitzeln erneut. „Sie kennen Lucius Jenkins?“ – „Ja…“ – „Sie sind bis nach Kalifornien gereist um seine Pferde zu beschlagen? Wie kam es dazu?“ Ich lachte. „Lange Geschichte.“ log ich und packte mein Werkzeug weg. Sophia schnappte sich einen Besen und nahm mir die Kehrarbeit damit ab. Binnen weniger Minuten sah die Stallgasse aus, als sei nie etwas passiert. Wir verabschiedeten uns in guter Manier und dann machte ich mich auf den Heimweg.
    • sadasha
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      14. Februar 2018 | 6582 Zeichen von sadasha

      Punchdrunk sieht gut aus, Eve!” lobte ich meine Freundin, während ich mit der gesattelten Where’s Sleep den Reitplatz betrat. Tatsächlich hatte sich der Reitponyhengst super entwickelt und es würde bald Zeit werden ihn auf Turnieren vorzustellen. “Hast du schon etwas von Emma gehört? Ich mache mir Sorgen. Sie meinte zwar es sei nur ein Routineeingriff, aber…” Ich stieg auf und sah zu Eve rüber, die Punchdrunk durchparierte. Betreten schüttelte sie den Kopf. “Sie hat sich noch nicht gemeldet, aber ich weiß was du meinst. Sie tut immer so als nehme sie es auf die leichte Schulter, aber eigentlich trifft es sie jedes mal wie ein Schlag ins Gesicht. Hoffen wir das Beste!” Ich nickte und fasste den Entschluss nach getaner Arbeit ins Krankenhaus zu fahren und nach ihr zu sehen. Wir hatten Emma so viel zu verdanken, vielleicht war es ein kleines “Lift me Up” für sie, wenn sie ein freundliches Gesicht sah, das nicht gerade zur Familie gehörte. Die nächste Stunde jedoch konzentrierte ich mich auf die Stute die ich gerade unterm Sattel hatte. Where’s Sleep hatte sich zu einem echten Dressurcrack entwickelt, was bei den Friesen Sporthorses trotz der barocken Abstammung nicht selbstverständlich war. Die Talente waren da sehr weiter verstreut und wenn ich Pech gehabt hätte, dann hätte sie es in der Dressur, in meinem Bereich, nicht weit gebracht und ich hätte umdisponieren müssen. Worst Case wäre gewesen, wenn sie Talent im Westernsport gezeigt hätte unter Eve oder Nicholas. Doch das Alles sind nur Hirngespinste, die zu meinem Glück nicht eingetreten sind. Miss Monstermähne ist in der Dressur goldrichtig. Auch heute zeigte sie wieder was sie gelernt hatte und machte mich damit unfassbar glücklich. Eve war mit Punchdrunk durch und beschäftigte sich nun mit den beiden Junghengsten Rabano und Animus Peredur. Ich war Nicholas sehr dankbar, dass er sich mit meiner Forestfire dazugestellte. So hatten die Babys ihre Spielstunde und ich konnte nach Sleepyhead mit meinen Großen weitermachen. Cozy Blanket und Skadi schmiss ich nur auf die Weide. Die zwei hatten heute frei. Rising Star jedoch putzte ich gründlich und sattelte sie danach für einen Ausritt. “Warte auf mich.” raunte Nicholas rüber, als ich gerade aufsitzen wollte. Er hatte Lucero gerade fertig geputzt und musste nur noch satteln.

      Zurück von unserem Ausritt machten wir eine ausgiebige Mittagspause und kochten unsere Suppe vom Vortag noch einmal auf. “Wer muss denn heute noch bewegt werden?” fragte Nicholas, der den Überblick mal wieder verloren hatte. Eve rollte genervt mit den Augen. “Na… denk doch mal nach wen wir heute schon dran hatten. Dann kannst du per Ausschlussverfahren herausfinden, wer noch gemacht werden muss. Ganz einfach. Soll ich es dir vormachen?” - “Wenn du noch ein Wort sagst…” Eve lachte gehässig, während Nicholas hilfesuchend zu mir rüber sah. Doch ich zog nur den Kopf zwischen die Schultern. “Deine Schwester, nicht meine! Komm alleine klar.” Als Eve sich wieder gefangen hatte fragte sie: “Und Bruderherz, weißt du jetzt wen wir machen müssen.” Nicholas sah sie verdutzt an. Er hatte keine Zeit gehabt groß nachzudenken, Eve plapperte sofort weiter: “Ach Bruder… Wir machen jetzt erstmal Filou Farrigé Etoile Filante, weil Emma nicht da ist er aber tägliche Betüddelung gewöhnt ist. Dann schnappst du dir Injaki und ich mir Amador. Das wars. Was machst du mit deinem freien Nachmittag, Sophia?” Ich schluckte hastig den Löffel Suppe herunter, den ich mir gerade erst in den Mund geschoben hatte. “Ich wollte Emma besuchen.” Die Stimmung kippte spürbar. Die Geschwister warfen sich betrübte Blicke zu. “Grüß sie von uns und sag ihr, dass wir sie vermissen.” Sanft lächelnd garantierte ich ihnen die Grüße außerordentlich auszurichten und stand dann auf. “Den Abwasch mache ich noch, bevor ich gehe. Dann könnt ihr gleich wieder zu den Pferden.” Freudig sprangen die Zwei auf und gingen dankbar lächelnd nach Draußen.

      Alle Pflichten erledigt fuhr ich ins Krankenhaus und fragte an der Rezeption nach Emma. Ein gutes Zeichen war wohl, dass sie auf Normalstation lag und nicht mehr in der Totalüberwachungszone, wie ich sie immer nannte. Ein wenig zaghaft klopfte ich an und trat ein, nachdem ein ebenso zaghaftes “Herein” zu hören war. Emma sah furchtbar zerknittert aus, die Frage wie es ihr wohl ging verkniff ich mir daher. Stattdessen nahm ich sie vorsichtig in den Arm und richtete ihr die Grüße von Eve und Nicholas aus und zeigte ihr ein brandaktuelles Foto von Eve und Emmas Hengst Filou. Glücklich, aber auch mit Wehmut betrachtete sie es und bedankte sich. “Die OP verlief gut. Ihr habt mich in ein, maximal zwei Wochen zurück.” Sie deutete mir an die Akte am Fußende des Bettes hervorzuholen. “Schau dir die Bilder an. Dann siehst du womit ich tagtäglich zu kämpfen hab.” Die Röntgenbilder zeigten ihre Apparaturen in Hüfte und Knien. “Du bist ein Cybot. Ich wusste es!” meinte ich scherzhaft in der Hoffnung, dass sie es nicht falsch verstand. Emma lachte und mir fiel ein Stein vom Herzen. Zufrieden grinste ich und packte die Bilder wieder weg. “Das ist nicht so toll wie es klingt. Um ehrlich zu sein ist das sogar ziemlich schmerzhaft. Würde ich keinem empfehlen.” meinte sie ebenfalls grinsend. “Wir machen uns alle schreckliche Sorgen. Wo hast du denn dein Telefon?” fragte ich nun wieder mit ernster Miene. Emma zeigte auf das Schränkchen neben sich. “Da drin, aber ich hab mein Ladekabel vergessen. Der Akku ist leer. Wenn du mir also einen riesen Gefallen tun möchtest...” Sie lächelte mich bittend an. “Mein Mann kam noch nicht dazu.”
      Ich machte mich also auf den Weg um Emma ein Ladekabel zu besorgen. Als ich zurückkam und Emma ihr Handy endlich wieder anmachen konnte ging zuerst einmal sämtliche Nachrichten durch, klärte ein paar besorgte Freunde auf und fand schließlich etwas, was sie mir gleich zeigte. “Oh schau mal, Sophia! Schau doch mal, das wäre etwas für dich.” Sie gab mir das Telefon und ich warf einen Blick darauf. Geöffnet war die Verkaufsanzeige eines Barockpintostutfohlens. Ihr Name war Arcane und sie hatte eine ähnlich nostalgische Abstammung wie meine anderen Pferde. Dressurbegabung war ihr praktisch in die wiege gelegt. Ganz nebenbei war sie wunderbar gescheckt. “Ich wusste sie gefällt dir! Die hat mir Anja gesendet. Du solltest sie dir wenigstens ansehen. Wenn nicht für dich, mach es für mich.” - “Gut. Versprochen, Emma.” Ich wollte heute nicht mit ihr diskutieren, das war ihr Glück. Denn eigentlich hatte ich in nächster nicht vor weitere Pferde auf den Hof zu holen. Doch Arcane wäre eine wunderbare Ausnahme.
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  • Album:
    Gnadenweide | Pferdehimmel
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    sadasha
    Datum:
    1 März 2017
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    Hengst
    8 Jahre
    Rasse
    Lusitano
    Stockmaß/Endmaß 156cm
    Fellfarbe Schimmel
    Geno ee aa GG

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    Charaktereigenschaften
    Unausgeglichen, Unruhig, Loyal, Fleißig, Aggressiv, Temperamentvoll

    Vorgeschichte
    In Spanien gezüchtet kam Amador mit zwei Jahren in die USA zu einer kleinen Zucht. Hier war soweit noch alles in Ordnung mit dem Hengst, bis auf die Tatsache, dass er immer zu kurz kam. Schließlich kam es soweit, dass er hin und her gereicht wurde. Niemand wollte sich ernsthaft mit dem Tier und seiner schwierigen Art beschäftigen, bis er mit 5 Jahren von Lucius entdeckt und gekauft wurde. Er wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass dieses Pferd ihm noch den letzten Nerv rauben würde und hörte auch nicht auf seinen Bruder, der ihn noch davor gewarnt hatte einen Hengst blind zu kaufen. Wie erwartet kam nach ein paar Jahren des Hochmutes der Fall und Amador wurde zusammen mit den anderen Pferden verkauft. So kam er zu den Gwynedd Stables, wo er hoffentlich auch bleiben wird.

    Beschreibung
    Amador ist furchtbar launisch, hengstig und allein dadurch bereits schwer zu händeln. Er braucht lange um einen Reiter oder neuen Sattel zu akzeptieren und bis man ihn ordentlich arbeiten kann, muss man ihn entweder zuerst ordentlich longieren oder warm reiten. Wobei die erste Variante empfehlenswert ist. Ist er einmal in seiner Arbeit, macht er diese gut. Er ist ein Showpferd und weiß sich zu präsentieren. Er genießt die Aufmerksamkeit.
    Der reinweiße, fuchsgeborene Schimmelhengst wird von jedermann geliebt und bestaunt. Sicherlich hat er allein durch das gute Aussehen oftmals eine Freikarte für schlechtes Benehmen, die er auch oft genug ausnutzt hat. Gut erzogen war der Hengst nämlich nicht. Erst durch Eve Owen hat der Hengst Ruhe gelernt.


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    Trainingsplan
    Eingeritten ✔ | Eingefahren x

    Schleifenaufstieg | Trainingsaufstieg | Potential
    Oben = Joelle Qualifikation | Unten = Variationen

    Dressur E A L M S

    Lektionen der Dressur: E A L LM LP M S
    Doma Classica: WE WA WL WM WS
    Alta Escuela: WE WA WL WM WS
    Doma Vaquera: WE WA WL WM WS


    Springen E A L M S

    Show Jumping: E A* A** L M* M** S* S** S*** S****

    Western E A L M S
    Western Pleasure: LK5 LK4 LK3 LK2 LK1
    Reining: LK5 LK4 LK3 LK2 LK1
    Trail: LK5 LK4 LK3 LK2 LK1
    Cutting: LK5 LK4 LK3 LK2 LK1
    Barrel Racing: LK5 LK4 LK3 LK2 LK1
    Pole Bending: LK5 LK4 LK3 LK2 LK1
    Roping: LK5 LK4 LK3 LK2 LK1
    Hunter under Saddle: LK5 LK4 LK3 LK2 LK1



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    Offiziell
    336. Westernturnier | 347. Westernturnier | 400. Springturnier | 383. Westernturnier | 417. Dressurturnier
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    445. Dressurturnier | 410. Westernturnier | 448. Dressurturnier

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    Inoffiziell
    keine

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    Von unbekannt
    Aus der unbekannt

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    HK 494

    Eingetragene Zucht Gwynedd Stables

    Besitzer sadasha (Eve Owen)
    VKR/Ersteller sadasha

    Nachkommen
    keine

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    Letzter Tierarztbesuch 26. November 2017
    Gesamteindruck sehr gut


    Letzte Zahnpflege 26. November 2017
    Letzte Wurmkur 26. November 2017
    Letzte Impfung 26. November 2017


    Letzter Hufschmiedbesuch 22. Januar 2018
    Ausgeschnitten/Korrigiert Ja


    Beschlag vorne keiner
    Beschlag hinten keiner


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