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adoptedfox

♔ Sympathy of the Devil

Englisches Vollblut | Stute | Blue Roan Tobiano | 17 P.

♔ Sympathy of the Devil
adoptedfox, 10 Juli 2018
sadasha, Rinnaja, Zion und 4 anderen gefällt das.
    • adoptedfox
      Ankommens Bericht
      Ein wundervoller Morgen startete den tollen Tag und ich war schon früh aus den Puppen. ,,Schatz heute holen wir ein Vollblutstütchen ab, wach auf und mach dich fertig, ich werde mich schnell Duschen und etwas herrichten!´´, sagte ich strahlend und hüpfte glücklich ins Bad. Dort ging ich unter die Dusche und brauste mich mit warmen Wasser ab. Als ich dann mit duschen fertig war schminkte ich mich etwas und ließ meinen Freund ins Bad, ehe ich in die Küche ging und erstmal gründlich Frühstückte. Als mein Schatz kam, aß er auch und ich räumte etwas auf, dann zog ich mir warme Sachen an und wartete auf Maxi, der dann auch bald kam und wir zum Auto gingen und dort den Pferdehänger ran machten und einstiegen.
      Dann startete Maxi den Wagen und wir verließen unseren Hof. Wir hatten einen langen Weg bis zu dem Vollblutgestüt, doch was macht man den nicht für eine wundervolle Vollblutstute. Strahlend blickte ich aus dem Fenster und sah die schöne Umgebung an. Maxi fuhr nun auf die Autobahn und dieser mussten wir ganze 150 Kilometer folgen. Mit ein wenig Musischer Abwechslung schafften wir dies auch schnell zu fahren und machten um elf Uhr unsere erste Pause und aßen in einem kleinen Restaurant was warmes und tranken Café, zumindestens ich trank einen Cappuchino. Als wir die 30-Minütige Pause eingelegt hatten, stiegen wir ins Auto zurück und machten uns wieder auf den Weg in den hohen Norden Deutschlands. Es waren mittlerweile noch knappe 250 Kilometer, was auch einige zeit dauerte bis wir um 14 Uhr bei dem Vollblutgestüt ankamen und ausstiegen. Man sah jetzt schon einige Jockey's mit ihren Pferden trainieren und bewunderten die schnellen Tiere. ich war schon gespannt was bald Sympathy auf der Rennbahn bringen würde, doch davor mussten wir erstmal fleißig trainieren.
      ,,Guten Tag!´´, grüßte uns die freundliche Chefin und wusste sogleich das wir diejenigen waren die sich für die Stute interessierten und sie holen wollten. In Aktion sahen wir sie auch schon und wussten, das sie die perfekte Stute wäre für ein schickes Galopprennen gegen unseren Hengst. ,,So dann holen wir ihnen sogleich die Stute!´´, lächelte sie und ging zu den Ställen während wir warteten und Maxi sanft seinen rechten Arm an meine Hüfte legte und mir einen Kuss auf die Stirn gab. Und schon kam die zierliche Roanscheckenstute aus dem Stall geführt und durchsuchte neugierig ihre Umgebung und erblickte uns dann mit ihrem wachen Blick. Ich strahlte und löste mich sanft von maxi, ehe ich dem Stütchen entgegen ging und fragte ob ich sie anfassen durfte. ,,Natürlich, sie gehört ja jetzt ihnen!´´, lachte sie und ich lächelte und bekam gleich den Führstrick in die Hand gedrückt und strich der hübschen Stute sanft über die Stirn. ,,na du!´´, lächelte ich und Maxi kam auch schon und strich ihr sanft über den Hals. ,,Wie immer eine gute Auswahl!´´, grinste er und ich antwortete lächelnd: ,,Wird sich ja bald herausgeben.´´, dann lächelte ich erneut und strich ihr noch immer über die Stirn, während ihre wachsen Augen mich beobachteten. Nach ein wenig rum getüddle und geliebhabe mit der Stute luden wir das Vollblut ein. Dann verabschiedeten wir uns von der Vorbesitzerin und ich blickte aus dem Fenster und sah noch die letzen Meter des Gestüts, ehe wir uns auf den Weg zur Autobahn machten. Diese erreichten wir nach guten 10 Kilometern durch Stadt und Fluss und konnten uns wieder auf die lange Fahrt vorbereiten. Diesmal mit einem Pferd im Gepäck. Glücklich blickte ich aus dem Fenster und träumte jetzt schon davon, die Stute auf der Rennbahn selber mal in Aktion zu spüren.
      ,,Aufwachen Schatz!´´, weckte mich mein Freund, der schon an einer Gaststätte hielt und wir anscheinend wieder eine lange Fahrt hinter uns. ,,Ohje...´´, grinste ich und streckte mich. ,,Hol du derweil nen Café für mich und dich und ich führ mal etwas Sympathy rum. Als er dann nickte und ausstieg, stieg ich ebenfalls aus und öffnete den Pferdehänger, wo ich gleich neugierig angeblickt wurde. Lächelnd täschelte ich den Hals der Stute und führte sie aus dem Hänger, ehe ich sie eine kleine Runde über den Parkplatz führte. Dann brachte ich sie wieder in den sicheren Hänger, band sie fest und schloss ich gründlich ab. Nun sah ich Maxi wieder kommen, dem ich gleich was abnahm und dann mit ihm ins Auto stieg. Dort aßen wir kurz einen Salat und tranken aus dem Café, ehe die Fahrt weiterging.
      Nach endlich einer weiteren Stunde erreichten wir unser Gestüt und ich stieg sogleich aus, als der Wagen zum Stand kam. ,,Na denn, ich stell mal die Stute auf die weide, damit sie sich die Beine vertreten kann, sagte ich grinsend zu Maxi, der nickte und mir half den Hänger zu öffnen. ,,Willkommen in deinem neuen Zuhause!´´, grinste ich die Stute glücklich an und ging in den Hänger, wo ich ihr über die Stirn strich und sie dann vorsichtig rückwärts aus dem Hänger holte. Brav folgte sie mir und schnupperte sogleich neugierig in der Luft. Ich konnte nicht mehr aufhören zu grinsen und meinte zu meinen Freund dann: ,,Schau dir mal an wie sie schaut, einfach göttlich!´´, strahlte ich. Dann beschloss ich die Süße aber doch mal auf die Weide zu bringen, damit sie nicht einschlief und sich bewegen konnte. Lieb folgte mir das Stütchen zur Koppel, dann öffnete ich das Tor und hakte den Strick, sodass sie gleich mal erkunden konnte. was sie auch Tat. Erstmal vorsichtig, aber dann galoppierte sie wild über die Weide und wir gingen vorerst in den Stall um ihre Tröge zu füllen. Als sie dies waren, führten wir die anderen Stuten auf eine externe Weide und kümmerten uns um die Boxen. Bald waren die Boxen wieder sauber und wir brachten die weibliche Meute in die Ställe, vor allem Sympathy, die sich anscheinend schon super eingelebt hatte.

      Sammelpflegebericht Stuten
      Früh war ich auf den Beinen und machte mich auf den Weg zu den Stuten die ich heute gründlich putzen würde und etwas trainieren. Der Stall war heute ruhig und die Pferdeköpfe blickten mir sogleich entgegen, während sie schnaubten und ich lächelte. Dann schnappte ich mir das erste Halfter an den Haken neben den Boxen und ging zu der Fuchstute Arcany: ,,Na du?´´, lächelte ich und schloss die Box auf.
      Die Fuchstute kam mir entgegen und ich lächelte und legte ihr liebevoll das Halfter an, ehe ich sie hinausführte und anband. Dann nahm ich mir aus ihren Putzkasten, der vor ihrer Box stand, einen Striegel sowie Kardätsche und striegelte gründlich ihr Fell. Das natürlich auch ausfiel, da der Winter endetete. Das war eine Abeit, doch bald hatte ich soweit alles weg gemacht und nahm mir einen Hufkratzer, ehe ich ihre 4 Hufe gründlich säuberte und dann mit dem Langhaar weitermachte. Schnell war es gekämmt und ich schnappte mir Arcany's Dressursachen und legte ihr die Ausrüstung an. Daraufhin waren wir auch schon in der Halle und ich stieg auf und ritt die Fuchsstute warm. Dann begann ich ein paar Dressurlektionen zu üben und hatte Erfolg, da sie alles brav und gehorsam machte und ich konnte mit dem Training enden und brachte die stute zurück zum Stall. Dort angekommen sattelte und trenste ich sie ab und veräumte alles, dann brachte ich sie wieder in ihre Box.
      Nun war meine einzige Isländerstute tran, mein kleines Herstück Frejka. ,,Na Süße?´´, grüßte ich sie und kraulte der kuscheligen Stute die Ohren, ehe ich mit der anderen Hand nach dem Halfter griff und die Box öffnete um sie rauszuholen und mich um sie zu kümmern. Im Nu stand die isländerstute draußen und sah mir neugierig zu, wie ich die Putzutensilien fürs Fell holte und begann das ganze Winterfell wegzustriegeln. Als nach einer halben Stunde soweit alles am Boden lag, nahm ich den Hufkratzer heraus und hob jedes Bein nach dem anderen an, um die Hufe gründlich auszukratzen. Als dies auch erledigt war, nahm ich mir den Kamm und bändigte die wilde Mähne sowie den verfilzten Schweif der Stute und hatte nach knapp 10 Minuten wieder wunderschönes Langhaar. Dann schnappte ich mir Longiersachen und ging mit der Stute zum Round-Pen. Dort begann ich sie in allen Gangarten zu longieren und hatte sogar ein paar Verbesserungen der Gänge geschafft. Nun brachte ich Frejka zurück zum Stall und nahm ihr die Longiersachen ab und stellte sie dann wieder in ihre Box, wo sie zu Fressen begann.
      Meine hübsche rappstute La Bella Goia war an der reihe und sie blickte mir strahlend entgegen. ,,Na meine Hübsche?´´, grüßte ich die Stute und strich ihr liebevoll über die Stirn, ehe ich mir das Halfter vom Haken nahm und die Box öffnete. Dann legte ich es ihr an und holte sie heraus, wo ich sie anband und mir aus ihren Putzkasten den Striegel, sowie Kardätsche rausnahm und das restliche Winterfell wegputzte. Mal wieder war eine Ewigkeit vergangen, doch sie erstrahlte schnell im neuen Glanz. Nun kümmerte ich mich auch um ihre Hufe und hob alle an und säuberte sie gründlich. Nun waren die Hufe gemacht und das Langhaar war an der Reihe, also schnappte ich mir den Kamm aus dem Putzkasten und begann ihre Mähne, sowie Schopf und Schweif zu verlesen und gründlich durch zu kämmen. ,, Na also! Nun trainieren wir dich ein wenig.´´, sprach ich zu dem Rappenstütchen und holte ihre Dressurausrüstung, die in Kürze angelegt war und ich mit Bella zur Halle ging. Dort stieg ich auf und ritt sie warm, wie Arcany zu vor. Dann begannen wir das Training und man merkte das Bella heute super Leistung vollbrachte, dies erfüllte mich sehr mit Stolz. Wir trainierten noch eine Weile, dann machten wir Schluss und führte Bella zurück zum Stall. Angekommen, nahm ich erstmal die Ausrüstung ab und verstaute sie, ehe ich auch Bella in ihre Box stellte.
      Nun kam meine farbenfrohe Hackneystute dran und ich grüßte auch sie liebveoll mit einem: ,,Hey Kleine!´´, ehe ich sie kraulte und dann ihr Halfter am Haken ergriff und die Box öffnete. Sie schien auch einiges an Winterfell vorzuweisen, also konnte ich wieder ewg alles Fell enfternen. Sofort schnappte ich mir Striegel und Kardätsche und begann mit der Arbeit, bis nach einer knappen halben Stunde all das Fell oder fast alles entfernt war. Nun verschwanden die beiden Sachen wieder im Putzkasten und ich machte weiter mit den Hufen. Diese säuberte ich gründlich nacheinander und legte den Hufkratzer dann weg. Jetzt war ihr kurzes Langhaar an der Reihe und ich kämmte es gründlich durch. Schon war sie fertig und ich legte ihr die Fahrausrüstung an und brachte sie zur Rennstrecke, wo ich den Fahrwagen an ihr befestigte und dann mit dem Training begann. Folgsam hörte die Stute auf meine Hilfen, während ich sie warm ritt, bzw. fuhr. Dann begann die eigentliche Arbeit und ich ließ sie ordentlich durchziehen und merkte auch hier verbesserungen, sie nahm die Beine höher und beschleunigte schnell, sowie hatte einen perfekten Gang drauf. Zufrieden mit ihrer Leistung, parierte ich sie durch und ließ sie trocken werden, dann nahm ich das Fahrgestell ab und führte sie zu ihrer Box. Dort angekommen nahm ich die Ausrüstung ab und brachte diese weg. Dann stellte ich die Hackneystute in ihre Box und ging zu der nächsten Kanidatin.
      ,,Na meine Große?´´, grüßte ich die Hannoveranerstute und täschelte ihren kräftigen Hals. Sie schnaubte mir liebevoll entgegen und ich lächelte, dann nahm ich ihr Halfter vom Haken und legte es ihr an, ehe ich sie rausführte. Dann band ich sie fest und suchte mir aus dem Putzkasten, Kardätsche und Striegel heraus. Nun begann ich auch schon ihr dunkles Fell zu striegeln, wo wieder einges an Winterfell herabfiel. Nach einer ewigkeit war ihr Fell soweit befreit von überschüssigen Haar und ich begann ihre Hufe auszukratzen. Als diese sauber waren, nahm ich mir den Kamm aus der Putzbox und kämmte ihr Langhaar gründlich durch. Als sie im neuen Glanz erstrahlte, holte ich mir ihre Springausrüstung aus der Sattelkammer und kehrte zu Flow zurück. Dann legte ich ihr gründlich die Ausrüstung an und führte sie zur Halle, wo ein paar A-Sprünge aufgestellt waren. Dort angekommen stieg ich auf und ritt die Hannoveranerstute warm und drehte einige Runden in verschiedensten Gangarten, ehe ich beschloss mit dem Taining zu beginnen. Perfekt überwand die Stute die Hindernisse und zeigte einwandfreie Leistung, auf sowas konnte man Stolz sein. Wir überwanden noch einige Sprünge und drehten dann nur noch ein paar Runden im Schritt, das sie trocken wurde. Dann stieg ich ab und führte Oricono Flow zurück zum Stall, wo ich ihre Ausrüstung abnahm und in der Sattelkammer verstaute. Die Stute brachte ich dann in ihre Box.
      Nun war die letzte Stute an der Reihe und ich ging zu ihrer Box: ,,Na Sympathy?´´, grüßte ich sie lächelnd und tächelte ihren Hals, ehe ich das Hafter vom Haken nahm und die Box öffnete. Schon war ihr Halfter befestigt und die Hübsche herausgeführt. Dann begann ich das Winterfell, von ihrem Roanfell zu entfernen und brauchte wieder ein wenig, doch diesmal ging es schneller. Als die Stute dann schließlich fertig war, nahm ich mir ihren Hufkratzer und begann die Hufe des Vollblut's zu säubern. Schnell waren sie sauber ausgeputzt und ich nahm mir den Kamm aus der Putzbox und begann das kurze Langhaar zu kämmen und war in Kürze damit fertig. Nun holte ich die Rennausrüstung der Roanstute und legte sie ihr gründlich an, ehe ich sie zur Rennbahn führte und dort aufstieg. Hibbelig trabte sie über die Strecke und ich musste mir Mühe geben sie zurück zu halten. Doch nach einer Runde, ließ ich die Stute in den Galopp fallen und drehte eine etwas langsamer Runde, ehe ich Mitte der nächsten Runde durchstartete und sie antrieb. Fleißig und flott jagte die die Runde durch und legte eine gute Zeit hin. Nun ritt ich eine normale Galopprennrunde und hielt sie anfangs zurück und ließ sie erst gegen Ende in vollen Galopp fielen. Schon hatten wir eine neue Bestzeit geschafft und trainierten noch etwas, ehe ich Schluss machte und sie zum Stall führte. Dort nahm ich ihr die Ausrüstung ab und verstaute sie, ehe ich auch sie in die Box brachte.
      Nun waren alle Stuten versorgt und ich machte mich an die Arbeit das ganze Fell und den Dreck aus der Stallgasse zu entfernen. In Kürze war alles entfernt und ich war mit der Arbeit fertig.

      Sammelpflegebericht Stuten
      Früh stand ich auf um mich um die ganzen Stuten zu kümmern. Flott stand ich in der großen Stallgasse und holte mir den ersten Kandidat hinaus.
      Schon begann ich Arcanys Fell gründlich zu striegeln und hatte die Hufe genauso schnell gesäubert und die Mähne frisch gekämmt. Also legte ich ihre Ausrüstung an und drehte eine Runde auf den Reitplatz, ehe ich zurückkehrte und die Ausrüstung abnahm, denn Stall mistete und Arcany zurück in die Box stellte.
      Nun war Code of Mystic Girl an der Reihe und ich holte den dunkle Stute aus der Box, ehe ich ihr Fell striegelte, die Hufe säuberte und das Langhaar kämmte. Schon war sie sauber und ich mistete ihre Box, ehe ich sie mit der Longe ausrüstete und ebenfalls etwas auf dem Platz bewegte. Als auch sie etwas Bewegung bekommen hatte, nahm ich ihr die Ausrüstung ab und brachte sie in ihre Box.
      Nun kam Frejka an die Reihe und ich begann sie ebenfalls gründlich zu striegeln, das Langhaar zu kämmen und die Hufe auszukratzen. Dann mistete ich ihre Box, legte ihre Ausrüstung an und bewegte sie auf der Rennbahn in Tölt, sowie Pass und den anderen Ganarten. Als sie genug Bewegung hatte, legte ich ihree Ausrüstung ab und brachte sie in ihre Box.
      Nun kam La Bella Goia an der Reihe und ich striegelte sie gründlich, säuberte ihre Hufe, kämmte ihr Langhaar und mistete ihre Stallbox. Dann legte ich ihre Ausrüstung an bewegte sie auf dem Reitplatz und brachte sie anschließend, mit abgelegter Ausrüstung, in die Box.
      Nayeli war die fünfte Stute und ich begann sie gründlich zu striegeln, ihre Hufe zu säubern und ihr Langhaar zu kämmen, ehe ich den Stall mistete und ihr ihre Ausrüstung anlegte. Nun bewegte ich die Hackneystute auf den Reitplatz und führte sie nach dem Training zurück zum Stall, wo ich ihre Ausrüstung ab nahm und sie in die Box stellte.
      Jetzt kam Oricono Flow an die Reihe und ich begann die dunkle Stute ordentlich zu striegeln, ehe ich ihre Hufe auszukratzte und ihr Langhaar gründlich kämmte und anschließend ihre Box mistete. Dann legte ich ihre Dressuraustrüstung an und bewegte sie auf dem Reitplatz und brachte ihn anschließend wieder in die frisch gemistete Box.
      Die Vorletzte war dran und ich führte Possy Pleasure Mainstream aus der Box. Dann begann ich ihre Fuchsiges Fell zu striegeln, die Hufe zu säubern und das lange Langhaar zu kämmen, ehe ich die Box mistete und der Trakhenerstute ein Halfter ran machte. Dann bewegte ich sie etwas auf dem Platz, übte ein paar Vertrauensübungen und brachte sie anschließend wieder in die Box.
      Nun war die letzte in der Runde an die Reihe und ich holte die Englische Vollblutstute, namens Sympathy of the Devilaus der Box. Draußen angekommen begann ich gründlich ihr Fell zu striegeln, die Hufe zu säubern, das Langhaar zu kämmen und anschließend den Stall zu misten. Dann legte ich ihre Ausrüstung an und bewegte sie ein paar Runden auf der Rennstrecke, wo sie wieder Höchstleistungen bewies. Nach dem Training nahm ich ihre Ausrüstung ab und brachte sie in ihre Box.
      Fertig waren die Damen.

      Sammelpflegebericht Stuten
      Heute war ein besonderer Tag, da ich mich um die Stuten von Snoopy kümmern durfte. Ich kam in den Stall und die erste, die mir in den Blick fiel, war Arcany. Ich holte ihren Putzkasten und nahm sie aus der Box. Fix putzte ich ihr Fell, kratzte ihr die Hufe aus und bürstete Mähne und Schweif. Als sie sauber war, holte ich ihren Sattel und ihre Trense und machte sie fertig. Ich ging mit ihr auf das Dressurviereck und ritt ein paar Runden mit ihr. Sie war zwar brav, aber nicht wirklich motiviert zu arbeiten. Nach etwa einer halben Stunde ritt ich sie dann trocken und brachte sie zurück. Erst nahm ich ihr alle Sachen wieder ab, dann machte ich noch schnell die Box sauber, legte ihr eine Portion Heu hinein und tat ein wenig Kraftfutter in den Trog. Nun konnte sie auch hinein und fing gleich an zu fressen.
      Als zweites war Code of Mystic Girl an der Reihe. Auch sie holte ich aus ihrer Box und putzte sie erst einmal. Nachdem ich sie fertig geputzt hatte, die Hufe ausgekratzt und die Mähne gekämmt waren, holte ich ihren Springsattel und ihre Trense. Ich legte ihr beides an und ging mit ihr auf den Springplatz. Die Sprünge stellte ich alle auf E-Höhe und ritt sie erst einmal warm. Wir ritten die Sprünge in verschieden Reihenfolgen an und Code war fleißig dabei. Durch regelmäßiges Abschnauben, machte sie deutlich, dass sie Spaß an der Arbeit hatte. Als sie dann langsam müde wurde, ritt ich sie nur noch trocken und ging dann wieder zu ihrer Box. Ich zog ihr alles aus und putzte sie noch einmal über. Danach machte ich noch ihre Box sauber und tat ihr Heu und Kraftfutter hinein. Sobald Code in ihrer Box war, fing sie zufrieden an zu fressen.
      Nun war Frejka an der Reihe. Ich holte sie aus der Box, putzte sie, kratzte ihre Hufe aus und kämmte ihr Langhaar. Dann holte ich Sattel und Trense und ging mit ihr auf die Ovalbahn. Zu Anfang war sie kaum zu bremsen und flitzte nur so im Kreis umher, doch nach einer Weile hatten wir uns ganz gut arrangiert und sie ließ sie anständig kontrollieren. So machten wir immer wieder Gangarten- und Tempowechsel bis sie locker wurde und richtig schön angenehm lief. Am Ende ritt ich sie in Ruhe trocken und brachte sie dann wieder zurück zu Box. Ich zog ihr alles aus und machte auch ihre Box noch sauber und tat Heu und Kraftfutter hinein. Zufrieden schnaubend machte sie sich über ihr Futter her.
      Nach Frejka war Glammy dran. Ich putzte sie, machte ihre Hufe sauber und kämmte Mähne und Schweif. Danach legte ich ihr ihr Westernzubehör an und ging mit ihr auf den Platz. Sie war sehr fleißig und man konnte mit ihr jede Lektion sehr exakt reiten. Es machte richtig Spaß mit ihr zu arbeiten und so machten wir auch etwas länger als ursprünglich geplant. Nachdem ich sie trocken geritten hatte, ging es wieder zu ihrer Box. Ich sattelte und trenste sie ab und machte ihre Box sauber, abschließen kam noch Heu und Kraftfutter hinein, damit sie schön fressen konnte. Mit einem letzten Krauler verabschiedete ich mich und ging weiter.
      Als nächstes war La Bella Goia an der Reihe. Nachdem ich sie geputzt hatte und ihr die Hufe ausgekratzt und die Mähne gekämmt hatte, legte ich ihr Sattel und Zaumzeug an und ging mit ihr auf den Springplatz. Für sie stellte ich die Sprünge alle eine Nummer höher. Ich ritt sie erst warm, um danach die Sprünge in verschiedenen Reihenfolgen anzureiten. Sie war sehr ehrgeizig und sprang sehr energisch. Nur einmal nahm sie eine Stange mit. Nach getaner Arbeit ritt ich sie in Ruhe trocken. Danach nahm ich ihr alles ab und brachte sie zurück in ihre Box, die ich zuvor noch sauber machte und Heu und Kraftfutter hinein tat.
      Folgend war Oricono Flow dran. Ich putzte sie, kratzte ihr die Hufe aus und kämmte ihr ihr Langhaar. Danach sattelte und trenste ich sie und ging mit ihr auf das Dressurviereck. Doch ritt ich sie erst einmal locker um dann alle möglichen Lektionen zu reiten. Sie reagierte sehr sensibel auf die Hilfen und es gab im Grunde nichts, was sie nicht konnte. Um so mehr Spaß machte die Arbeit mit ihr. Da sie im Grunde unermüdlich war, hörte ich nach einer Weile auf, obwohl sie noch nicht ansatzweise erschöpft war. Ich ritt sie in Ruhe trocken und brachte sie wieder zu ihrer Box. Dort nahm ich ihr alles ab und machte noch eben die Box sauber. Nachdem ich ihr Heu und Futter hinein getan hatte, stellte ich sie in die Box.
      Als Vorletzte war Possy Pleasure Mainstream an der Reihe. Sie wollte ich nur longieren, da sie wohl einen ziemlichem Dickkopf haben konnte und sie noch nicht ausreichend kannte. Also putzte ich ihr Fell, kratzte ihr die Hufe aus und kämmte ihr ihr Langhaar. Danach legte ihr ihr den Longiergurt an und trenste sie auf. Wir gingen auf den Longierzirkel und ich ließ sie erst einmal ein wenig im Schritt gehen. Als ich sie dann schneller laufen ließ, buckelte sie erst einmal los. Aber nach einer Weile merkte sie, dass sie damit bei mir nicht weit kam und wurde friedlicher. Ich konnte sie schön locker longieren und ließ sie am Ende noch ein wenig im Schritt gehen. Nach getaner Arbeit brachte ich sie dann wieder zur Box und nahm ihr alles ab. Ich machte die Box sauber, tat Heu und Futter hinein und stellte Possy wieder rein.
      Als Letzte ist Sympathy of the Devil dran. Auch sie putzte ich schnell über, machte ihre Hufe sauber und kämmte ihr Mähne und Schweif. Danach bekam sie ihr Rennoutfit an und wir gingen auf die Ovalbahn. Ich wärmte sie erst ein wenig auf, bevor wir mit dem Galoppieren anfingen. Man merkte sofort welchen Spaß sie hatte. Sie flitzte nur so über die Ovalbahn. Nach einer Weile war sie aber sehr erschöpft und so ritt ich sie nur noch trocken und brachte sie dann wieder zu ihrer Box. Dort nahm ich ihr alles ab und machte die Box sauber. Nachdem ich ihr ein wenig Heu und Futter hinein getan hatte, konnte sie dann auch rein.
      Ein letztes Mal ließ ich meinen Blick durch die Stallgasse schweifen und machte mich dann auf den Weg nach Hause.

      Besuch bei Fake, Bella, Devil und Bateau
      Heute war ich auf Snoopys Ranch in Kanada zu Besuch - jap, Kanada. Ich war ja nicht gerade arm und so hatte ich mir den (Aus-)Flug geleistet. Auf dem Hof erwartete mich Snoopy bereits und führte mich herum. Ich warf im vorbeigehen neugierige Blicke in die Boxen, denn ich suchte nach etwas bestimmtem: vier meiner ehemaligen Pferde befanden sich auf der Ranch. Endlich wurde ich fündig und stoppte begeistert vor der Box einer schicken schwarzen Stute. "Bella!" Ich streichelte liebevoll ihre Stirn durch die Gitterstäbe und stellte erfreut fest, dass die Stute ebenso topfit war, wie ich sie damals verabschiedet hatte. Wir gingen weiter und ich traf auf Sympathy. Die kleine Vollblutstute hatte ich vor Ewigkeiten - so kam es mir vor - an jemanden aus Deutschland verkauft und nun war sie hier gelandet. Ich erkannte sie kaum wieder, sie war nun kräftig und sah aus wie ein Pferd, nicht mehr wie eine Art Reh-Giraffe. Ihre strahlend blauen Augen waren jedoch noch immer dieselben. Weiter ging's zu den Fohlen, wo ich schon von Weitem Bateau erkannte. Wie konnte es auch anders sein, bei all den bunten Fleckchen in seinem Fell. Er kam nicht auf mich zu, aber das erwartete ich auch nicht - es war ein gutes Zeichen dafür, dass er sich eingelebt hatte. Schliesslich kamen wir zum eigentlichen Hauptgrund meines Besuchs: Fake. Ich hatte die Jungstute erst vor kurzem verkauft und wollte sehen, wie sie sich machte. Es schien ihr gut zu gehen, jedenfalls war die Weide auf der sie stand so saftig, dass meine Pferdchen Zuhause bestimmt neidisch geworden wären, hätten sie sie sehen können. Ich schmunzelte, als sich die kleine Stute verrenkte, um sich mit dem Hinterhuf an der Wange zu kratzen. Bald war es jedoch wieder Zeit zu gehen, das Flugzeug würde mich in Kürze zurück nach England führen.
      Ich gähnte. Die letzte Nacht hatte ich nicht sonderlich viel Schlaf gehabt, denn mich hatte ein böser Infekt getroffen und so waren die Stunden schlaflos an mir vorbeigezogen. Umso müder war ich nun an diesem Morgen und nicht einmal eine Tasse schwarzen Kaffees konnte das ändern. Seufzend stieg ich ins Auto und fuhr los, die Arbeit musste ja dennoch getan werden.
      Es ging direkt zu Stefanie auf ihr kleines, aber feines Gestüt und dort wartete eine Vollblutstute auf mich. Die Fahrt dorthin verlief ganz problemlos und so war ich recht schnell da. Ich schnappte mir meine Arzttasche und stieg aus. Stefanie würde ich bestimmt im Stall finden. „Huhu!“, rief ich ihr zu, als ich mit meiner Vermutung Recht behielt, denn Stefanie kam mir im Stall entgegen. „Du siehst ja nicht berauschend aus.“, meinte sie grinsend und ich seufzte nur.
      Ich machte mich direkt an meine Patientin. Sympathy of the Devil fand Tierärzte nicht sonderlich toll, aber ich ignorierte ihre schlechte Laune. Stattdessen warf ich einen prüfenden Blick in ihre Augen und ins Maul, hörte die Stute ab, tastete ihre Muskeln und Sehnen ab und kontrollierte die Körpertemperatur.
      Als alles okay war, packte ich die Impfungen aus und spritzte sie nacheinander in Devils Hals. Die Stute zuckte widerwillig zusammen, hielt aber still. Danach folgte direkt die Wurmkur, welche sie mühsam schluckte. Nun warf ich noch einen gründlichen Blick in ihre Augen und kontrollierte den Augenhintergrund. Dann war noch ihr Gebiss an der Reihe, doch außer einen Haken entfernen, musste ich da auch nichts weiteres tun.
      Zufrieden tätschelte ich der Stute den Hals. Wir waren fertig und sie durfte wieder in ihre Box. Ich verabschiedete mich von Stefanie und machte mich auf den Heimweg. Nun wartete eine gemütliche Couch und eine Tasse Tee auf mich.
      Ich bins mal wieder Lusie.Heute freute ich mich ganz besonders auf meinen Auftrag.Heute sollte ich wieder ein Pferd von Snoopy.Mit einem lächeln auf den Lippen fuhr ich über den Kiesweg und parkte meinen Wagen auf dem Parkplatz.Dannach baute ich mein Zeugs wieder auf.Kurz darrauf wurde ich mal wieder stürmisch von dem Hofhund Jerry begrüßt wenigstens diesmal nicht ganz so stürmisch.Snoopy kam auch bald um mich zubegrüßen.Mein heutiger Patient ist Sympathy of the devil eine wunderschöne blue roan Vollblut stute.Ich schaute ihr eine weile zu wie sie über die weide tollte.Aber nach einiger Zeit musste ich auch mal anfangen sie von der Weide zu hollen.Die freche stute dachte ich were ein spielzeug jedenfalls lies sie mich nahe an sich herran gehen um dann gleich wieder weg zu laufen.dennoch schaffte ich es sie zu fangen und zum platz zu führen.Dort machte ich mich gleich an die Arbeit.Wobei die Vollblut stute ganze Zeit meinte sie müsse mich stören.Dennoch hatte ich es bald geschafft die alten Hufe abzutun und die Hufe zu rasspeln und auszuschneiden.Die neuen kunststoff und stahl hufeisen bekam ich auch ganz schnell auf Sympathys hufe.Als ich fertig war und die stute noch ein leckerlie zusteckte war sie auf einmal ganz brav.Ich rollte mit den augen streichelte die stute und brachte sie zurück auf ihre Weide.Dann wurde ich von Snoopy noch auf einen Kaffee eingeladen ich hatte gerne angenommen.So das ich mit kaffee trinken und quatschen schon eine weitere stunde tod geschlagen habe.Dannach musste ich aber leider wieder zurück ich verabschiedete mich von Snoopy und Jerry und fuhr los.
      by IceLandGirl 9'549 Zeichen
      Tag 1

      "Hallo, hier ist Stefanie Westside.Ich würde gerne meine Stute bei dir ins Training geben.Sie soll im Galopprennen trainiert werden."Mit diesen Worten wurde ich von meiner neuen Kundin begrüßt."Gerne",antwortete ich,"wann soll ich denn kommen?"Die Antwort lautete so schnell wie möglich und so hatte ich mich direkt mit ihr verabredet.Ich war an ihrem Hof angekommen und wurde bereits von ihr erwartet."Hey,schön,dass es so schnell geklappt hat",begrüßte Stefanie mich und gemeinsam liefen wir über ihren Hof.Sie zeigte mir zunächst die Umgebung,bevor wir gemeinsam zu Sympathy of the Devil gingen.Die Stute sah uns aus einer geräumigen und hellen Box entgegen und schnupperte neugierig an meiner Hand,als ich ihr diese hinstreckte.Ich kraulte sie etwas,bevor ich mir von Stefanie ein Halfter reichen ließ."Sie kann manchmal ziemlich stur und eigenwillig sein",warnte Stefanie mich vor und ich sagte:"Das ist schon okay.Das bin ich als Trainerin gewohnt.Muss ich sonst noch etwas wissen?"Stefanie überlegte und sagte:"Sie ist ziemlich schnell,aber ansonsten brav."Ich nickte und halfterte die Stute auf,führte sie dann aus der Box und begann sie gemeinsam mit Stefanie zu putzen.Nachdem ich ihr die Hufe ausgekratzt hatte,ließ ich mir von Stefanie ihren Spind zeigen und holte Sattel und Trense.Nachdem beides ordentlich verschnallt war,führte ich die Stute erst einmal in die Halle.Das machte ich mit unbekannten Pferden immer erst einmal,um zu sehen,wie ich mit diesen klar kam,bevor ich mich dann an das eigentliche Training machte.Nachdem ich nachgegurtet hatte,ließ ich mir von Stefanie gegenhalten und schwang mich auf den Rücken der Stute."Sie ist kaum in der Dressur ausgebildet",teilte mir Stefanie mit und ich winkte ab."Nicht schlimm,ich will mich nur ein bisschen an sie gewöhnen."Ich ritt die Stute zunächst im Schritt auf beiden Händen und nachdem ich sie 10 Minuten lang warm gemacht hatte,trabte ich die Stute an.Man merkte,dass sie einen enormen Vorwärtsdrang hatte.Ich wechselte die Hand und trabte sie auch hier.Als ich sie auf den Zirkel abwenden wollte,bekam ich zum ersten Mal ihren Widerwillen zu spüren,denn sie wollte einfach nicht abbiegen.Ich versuchte es ein weiteres Mal und dieses Mal kam ich durch,ritt danach aber sofort wieder ganze Bahn,denn ich sollte sie ja nicht in der Dressur ausbilden.Nach einigen Runden im Trab,galoppierte ich sie an.Ganze Bahn,weil sie sich schon im Trab geweigert hatte auf den Zirkel zu gehen und wurde sofort von einem Buckler überrascht,der mich dank meines festen Sitzes jedoch nicht aus dem Sattel katapultierte.Die Stute raste ganz schön im Galopp und ich hatte Mühe sie zu halten.Gott sei Dank war sie ziemlich sicher auf den Beinen,sodass sie die Kurven gut nehmen konnte ohne den Halt zu verlieren.Ich parierte wieder zum Trab durch und wechselte die Hand."Ein bisschen Dressurtraining würde ihr gut tun",sagte ich zu Stefanie."Sie wird vermutlich nie ein tolles Dressurpferd,aber die Grundlagen sollte eigentlich jedes Pferd beherrschen."Es war nur ein Ratschlag,den sie natürlich nicht beherzigen musste.Das Talent der Stute lag eindeutig eher im Renn-und Distanzbereich.Ich galoppierte sie auf der anderen Hand und dieses Mal buckelte sie zwar nicht,raste aber immer noch.Ich parierte wieder zum Trab durch und dann zum Schritt."Ich würde gerne mit ihr erstmal ins Gelände gehen,um zu sehen,wie sie sich im Galopp auf gerader Strecke macht.Kann ich alleine mit ihr raus,oder sollen wir lieber ein anderes Pferd mitnehmen?"Stefanie sagte,dass die Stute eigentlich wenig schreckhaft sei und ich mit ihr auch alleine ins Gelände raus konnte.Ich nickte und verabredete mich mit ihr in einer halben Stunde an der Rennbahn.Dort wollte ich mich noch von ihrem Talent auf der Rennbahn überzeugen.Ich ritt die Stute also erstmal ins Gelände,ließ mir den Weg von Stefanie erklären und ritt sie erst ein wenig Schritt,bevor ich sie auf einer Strecke traben ließ.Es war gar nicht so einfach sie nur im Trab zu halten,aber ich kam durch und lobte sie,parierte wieder zum Schritt durch,bis ich zu einer geraden Galoppstrecke kam.Dort trabte ich sie an und wenige Sekunden später war sie auch schon im Galopp und schoss erstmal los.Am Ende der Strecke hatte ich Mühe sie wieder durchzuparieren und sie buckelte auch einmal heftig,wohl um mich loszuwerden,aber ich schaffte es schließlich sie wieder in den Trab durchzuparieren und ritt dann im Schritt zur Rennbahn.Dort angekommen erwartete mich Stefanie bereits und fragte,ob alles gut gewesen sei.Ich nickte und sagte:"Ja,eigentlich schon.Einmal hat sie versucht mich loszuwerden,aber sonst war es gut."Sie nickte nur.Offensichtlich kannte sie das von ihrer Stute schon.Als wir die Rennbahn betraten,merkte ich sofort,dass Sympathy aufgeregter wurde und zu tänzeln begann."Sie kennt die Rennbahn schon ein bisschen",sagte Stefanie,wir haben sie immer mal hier laufen lassen und sie ist echt schnell."Ich nickte und schmunzelte.Das konnte ich mir auf jeden Fall vorstellen.Ich verkürzte die Steigbügel auf die angemessene Länge und ging dann mit ihr an die Startlinie.Nachdem der 'Startschuss' gefallen war,ließ ich sie aus dem Schritt angaloppieren,was sie offensichtlich schon kannte und schon schossen wir über die Bahn.Die Stute war wirklich schnell und ich hatte alle Mühe sie am Ende der Strecke durchzuparieren.Ich lobte sie und ließ sie erstmal ein paar Meter im Schritt gehen,bevor ich beschloss sie noch ein wenig zu galoppieren.Ich wollte sie nicht noch eine ganze Runde gehen lassen,sondern nur ein paar Meter der Rennbahn,dann wieder durchparieren.Ich ritt sie im Trab an und musste sie ganz schön halten,um sie nicht sofort angaloppieren zu lassen.Schließlich galoppierte ich an und wieder schoss die Stute los.Ich schaffte es aber sie dieses Mal durchzuparieren und lobte sie sanft."Für heute reicht es.Morgen werde ich noch viel in die Galopparbeit stecken und dann müsste sie soweit sein",teilte ich Stefanie mit und machte mich auf den Weg zum Hof.Dort angekommen,sattelte und trenste ich die Stute ab und versorgte sie gemeinsam mit Stefanie.Sympathy bekam noch ein Leckerli und dann brachten wir sie wieder in die Box.Da es heute etwas kühl war,deckten wir die Stute mit einer Abschwitzdecke ein.Ich verabschiedete mich von Stefanie und Sympathy."Bis morgen",sagte ich und winkte Stefanie.
      Tag 2
      Der zweite Tag war angebrochen und ich hatte mich für 11 Uhr mit Stefanie auf ihrem Hof verabredet.Als ich dort ankam,teilte man mir mit,dass sie bereits im Stall war.Also ging ich direkt zu Sympathy und dort fand ich auch Stefanie."Hi,schön dich zu sehen",begrüßte ich sie und sie erwiderte meine Begrüßung."Nachdem ich Sympathy aufgehalftert hatte,führte ich die Stute wieder aus der Box und begann sie zu putzen.Sie wirkte entspannt und ließ sich von mir anständig putzen.Beim Hufeauskratzen versuchte sie mehrmals den Huf wegzuziehen,aber ich hielt gegen und schaffte es schließlich ihre Hufe auszukratzen.Danach sattelte und trenste ich die Stute.Da ich sie nun kannte,wollte ich erstmal wieder mit ihr auf die Rennbahn,um dort die notwendige Galopparbeit mit ihr zu machen.Zuerst jedoch wollte ich sie natürlich warm reiten,weshalb ich einen kurzen Abstecher ins Gelände machen würde.Wieder ließ ich mir von Stefanie gegenhalten und ritt dann los ins Gelände.Dieses Mal beließ ich es bei zwanzig Minuten,in der ich sie die ersten 10 Minuten im Schritt ritt,um sie dann noch kurz zu Traben.Den Galopp hob ich mir für die Rennbahn auf,an der ich wenig später auch schon ankam.Stefanie war auch schon da und meinte,dass wir noch kurz warten müssten,da gerade jemand dort trainierte.Ich nickte und meinte,es sei kein Problem.Die Rennbahn hatte einen kleinen Platz,auf der ich die Stute weiter im Schritt und Trab ritt.Schließlich kam Stefanie zu mir und sagte,dass die Rennbahn nun frei sei.Ich ritt mit Sympathy also auf die Rennbahn und sofort war die Anspannung wieder da.Man merkte einfach,dass diese Stute laufen wollte.Ich ritt sie zunächst ein bisschen im Schritt,bevor ich sie antrabte.Sie tänzelte etwas zur Seite,trabte aber auf meinen Schenkeldruck hin an und ließ sich auch im Trab halten.Erst auf meine Hilfe hin,galoppierte sie an und ich hatte wieder Mühe sie nach einigen Metern durchzuparieren.Sie sollte erst einmal ordentlich angaloppieren,bevor ich wirklich eine ganze Runde mit ihr gehen würde.Ich galoppierte sie erneut an und parierte wieder durch.Schnell merkte ich,dass ihr das nicht gerade gefiel,aber es war notwendig,denn sie sollte nicht einfach ziellos losschießen und auch auf die Hilfen reagieren.Natürlich würde sie nicht Mitten im Rennen anhalten müssen,aber am Ende musste sie immer durchparierbar sein.Ich galoppierte erneut an und mit jedem Mal durchparieren wurde es besser.Schließlich wandte mich an Stefanie und sagte:"Jetzt ist sie soweit."Ich ging mit der Stute an den Start und ließ sie nach dem Startschuss angaloppieren.Sie schoss los und Stefanie stoppte die Zeit."Wahnsinn",sagte sie immer wieder,als ich die Stute wieder zum Stehen brachte.Sie war wirklich unglaublich schnell.Wahnsinn."Ich lächelte und lobte die Stute,ritt sie einige Runden im Schritt,um sie sich abkühlen zu lassen."Jetzt ist sie auf jeden Fall bereit für die Rennbahn",sagte ich lächelnd zu Stefanie.Gemeinsam machten wir uns auf den Rückweg und dort versorgten wir sie auch gemeinsam.Ich gab der Stute ein Leckerli und verabschiedete mich dann von beiden."Viel Erfolg bei der Krönung",sagte ich und lächelte Stefanie an."Ich hoffe ihr seid erfolgreich."Dann machte ich mich auf den Nachhauseweg.
      by IceLandGirl 10'090 Zeichen
      Tag 1

      Stefanie Westside hatte mir erneut einen Auftrag gegeben.Ich sollte ihre Stute Sympathy of the Devil erneut trainieren.Dieses Mal im Militarybereich.Da ich mich schon relativ gut auskannte,hatten wir uns direkt im Stall verabredet.Dort angekommen fand ich sie bei Sympathy of the Devil.Die Stute schien mich wiederzuerkennen und schnaubte,als ich sie streichelte."Hi Stefanie",begrüßte ich sie und Stefanie erwiderte meine Begrüßung.Gemeinsam putzten wir die Stute,bevor ich sie sattelte und trenste.Außerdem zog ich der Stute ihre Gamaschen an,um sie vor Verletzungen zu schützen.Nachdem das geschehen war,bat ich Stefanie mit mir erst einmal auf den Platz zu gehen.Ich wollte sehen,wie die Stute sich im Springen machte.Stefanie baute ein Cavaletti und ein Kreuz auf,während ich die Stute warm ritt.Nachdem ich sie 10 Minuten im Schritt hatte gehen lassen,trabte ich die Stute schließlich an und trabte sie einige Runden,bevor ich sie über das Cavaletti gehen ließ.Sie brauchte klare Zeichen,damit sie verstand,was sie machen sollte,aber ansonsten sprang sie gut.Auch aus dem Galopp waren Kreuz und Cavaletti keinerlei Problem für sie,also beschloss ich direkt heute mit ihr auf die Geländestrecke zu gehen,zu der ich laut Stefanie reiten konnte.Sie erklärte mir den Weg und ich machte mich mit der Stute auf den Weg dorthin.Als ich dort ankam,erwartete Stefanie mich bereits und zeigte mir die Strecke.Ich sah mir mit der Stute erst einmal die Hindernisse an,bevor ich sie schließlich antrabte und ein weiteres Mal die Hindernisse abritt ohne sie dabei zu überspringen.Ich würde die Hindernisse heute nur einzeln überwinden,damit sie sich daran gewöhnte und auch ich mich an sie gewöhnen konnte.Man merkte ihr an,dass sie diese Art von Sprüngen bereits kannte.Heute würden wir uns erst einmal auf dem E-Pacours befinden und später vielleicht schon einen der A-Hindernisse überwinden.Nachdem ich die fünf Hindernisse abgeritten war,galoppierte ich die Stute an und steuerte sie auf das erste Hindernis zu.Es war eine Rennbahnhecke.Man merkte der Stute an,dass sie diesen Pacours bereits kannte,denn sie zog mächtig an und ich musste ganz schön durchgreifen,um sie kontrollieren zu können.Als ich die Zügel vorgab und der Stute Schenkeldruck gab,sprang sie ab und setzte mit Leichtigkeit über den Sprung hinweg.Ich parierte sie zum Trab durch,was sie etwas zu irritieren schien und wendete ab,machte einen Bogen und galoppierte sie wieder an,um sie ein weiteres Mal über die Rennbahnhecke gehen zu lassen.Da sie sich sehr gut anstellte und Stefanie mir versicherte,dass die Stute den Pacours bereits kannte,galoppierte ich sie schließlich wieder an und ließ sie zuerst über die Rennbahnhecke,dann über die Scheune,den Kamelbuckel,den Rolexkomplex und eine Bank gehen.Sympathy of the Devil war ziemlich schnell unterwegs und man merkte,dass die Stute sich hier sicher fühlte.Man musste sie ab und zu bremsen.Nicht nur ihr Tempo,sondern auch ihr Ehrgeiz musste ab und an gebremst werden.Da sie sich gut angestellt hatte,beschloss ich mit ihr nun die A-Hindernisse in Angriff zu nehmen.Ich würde sie alle nur einzeln überspringen,weil die Stute sie noch nicht kannte und sich auch erst einmal daran gewöhnen sollte,aber ich war mir sicher,dass sie ihre Sache gut machen würde.Das erste Hindernis,das ich angehen musste,war ein sogenannter Eichenoxer.Das Problem bei diesem Sprung war der Eichenkranz,der sich über den Sprung zog.Durch die Licht-Schattenverhältnisse konnte er dem Pferd durchaus befremdlich erscheinen und das erhöhte das Verweigerungsrisiko enorm.Ich ritt die Stute wieder an den Hindernissen vorbei.Zunächst im Schritt und dann im Trab.Sie beäugte die Hindernisse,schien aber nicht sonderlich aufgeregt zu sein.Da sie so ruhig war,trabte ich sie an und ließ sie dann angaloppieren.Ich lenkte sie auf den Eichenoxer zu.Sie zog an,aber kurz davor,verweigerte sie doch.Ich hatte damit gerechnet,da sie etwas langsamer geworden war und dann verweigert hatte.Ich musste also die Beine mehr dran nehmen und ihr Sicherheit geben.Ich wendete und galoppierte die Stute erneut darauf zu,trieb vermehrt und lobte sie ausgiebig,als sie über den Sprung hinwegsetzte.Da sie doch etwas Angst vor dem Sprung zu haben schien,ritt ich im Schritt mit ihr dorthin und ließ sie schnuppern.Dann ritt ich den Sprung erneut an und dieses Mal merkte ich,dass sie weniger zögerlich war.Ich lobte sie und ritt erst einmal ein paar Runden im Schritt,bevor ich mich dem nächsten Sprung zuwendete.Das nächste Hindernis war ein im Vergleich zum Eichenoxer einfaches Hindernis.Es handelte sich um eine sogenannte Heu-Raufe.Ich galoppierte die Stute an und trieb sie etwas vorwärts,da sie doch eher zögerlich auf das Hindernis zugaloppierte.Schenkeldruck und das Vorgeben der Zügel,motivierten die Stute zu springen.Sie war alles in allem nicht ängstlich,brauchte aber jemanden,der sie energisch vorwärtstrieb.Ein unsicherer Reiter würde sie nicht über die Sprünge bekommen.Nachdem wir die Heu-Raufe zweimal übersprungen hatten,wendete ich mich dem nächsten Hindernis zu.Es handelte sich um einen sogenannten Obst-Tisch.Hier merkte man Sympathy an,dass sie etwas skeptisch war,weshalb ich sie erst einmal daran schnuppern ließ,bevor ich darüber sprang.Das Schnuppern hatte Wirkung gezeigt und sie sprang ohne Probleme darüber hinweg.Die Stute war nicht von besonders großer Ängstlichkeit,sondern einfach noch unsicher in ihrem Wesen.Sie brauchte jemanden,der sie sicher führte und dann war sie ein Verlasspferd.Mit wachsender Erfahrung würde sie zu einem guten Vielseitigkeitspferd werden.Ich nahm mir noch die letzten beiden Sprünge vor.Es handelte sich hierbei um einen Komplex,der aus einer Doppelhecke und einem Bulfinch bestand.Die Stute überwand die Hindernisse ohne Probleme.Ich lobte sie und beendete das Training für heute.Da ich noch eine kurze Strecke zum Hof zurücklegen musste,ritt ich die Stute auf diesem Weg trocken.Gemeinsam mit Stefanie versorgte ich die Stute und gab ihr zur Belohnung ein Leckeli.Dann machte ich mich auf den Nachhauseweg und verabschiedete mich vorher noch von Stefanie.
      Tag 2
      Der zweite Tag mit Sympathy of the Devil versprach ein guter zu werden.Es war ein schöner Tag und die Stute schien motiviert zu sein,als ich auf den Hof kam und zu ihrer Box ging.Stefanie sagte mir,dass sie bereits vorfahren würde zur Strecke und wir uns dann dort sehen würden.Ich halfterte die Stute auf und begann sie zu putzen.Beim Hufeauskratzen,musste ich etwas mit ihr diskutieren,da sie mir partout die Hufe nicht geben wollte,aber sonst verhielt sie sich brav.Ich sattelte sie auf und trenste sie dann ebenfalls auf,was etwas länger dauerte,weil sie wohl testen wollte,wie Durchsetzungsfähig ich wirklich war.Nachdem ich ihr noch die Gamaschen aufgezogen hatte,führte ich die Stute auf den Hof,gurtete nach und stieg dann auf.Ich ritt sie in Richtung Geländestrecke.Es war gut,dass diese etwas außerhalb vom Hof war,da ich die Stute so gleich während des Weges aufwärmen konnte.Als ich an der Strecke ankam,erwartete Stefanie mich bereits.Sie hatte sich einen Platz gesucht,von wo aus sie die Strecke gut überblicken konnte.Ich würde heute die gleichen A-Hindernisse wie gestern gehen.Zuerst übersprang ich die Hindernisse wieder einzeln.Beim Eichenoxer hatte Sympathy heute keinerlei Probleme.Sie schien sich an die Licht-Schatten-Situation gewöhnt zu haben und sprang sicher und ohne Probleme darüber hinweg.Auch die Heu-Raufe,den Obst-Tisch und den Komplex aus Doppelhecke und Bulfinch übersprang die Stute ohne Probleme.Ab und zu musste man sie heute zurückhalten,weil sie sonst zu schnell gewesen wäre und sich möglicherweise beim Sprung verschätzt hätte.Gestern war sie wohl einfach auf Grund der neuen Strecke verunsichert gewesen.Heute merkte man davon gar nichts mehr.Da sie sich so gut anstellte,wollte ich den Pacours in einem durchgehen und noch ein weiteres Hindernis hinzunehmen.Es handelte sich um einen Teichaussprung.Hierbei musste die Stute zuerst in einen kleinen Teich hineingaloppieren und am Ende des Teiches über einen Sprung springen.Daher der Name Aussprung.Ich ließ sie zunächst einmal den Pacours ohne dieses letzte Hindernis gehen,damit sie sich an den Pacours gewöhnen konnte.Es klappte gut und darum beschloss ich beim nächsten Durchgang das letzte Hindernis mit dazu zu nehmen.Ich würde es einfach auf gut Glück versuchen ohne das Hindernis vorher anzureiten.Ich ließ sie über die Hindernisse gehen,die sie allesamt gut nahm und steuerte sie dann auf den Teich zu.Entgegen meiner Erwartungen wurde sie nicht langsamer,sondern schneller.Ich parierte sie etwas,damit sie nicht zu schnell wurde und lenkte sie auf den Sprung zu,den sie ohne Schwierigkeiten übersprang.Ich lobte sie ausgiebig und beendete das Training von meiner Seite aus,kehrte zu Stefanie zurück und fragte sie,ob sie den Pacours auch einmal mit ihrer Stute reiten wollte.Sie wirkte erst unsicher,aber als ich ihr versicherte,dass ihre Stute das schaffen würde,stimmte sie zu und wir tauschten.Ich ritt mit ihr die einzelnen Hindernisse ab - das heißt sie ritt und ich ging - und gab ihr zu jedem Hindernis einen Ratschlag,damit sie wusste,was sie zu tun hatte.Nachdem wir so alle Hindernisse abgegangen waren,machte sich Stefanie daran den Pacours anzureiten.Es klappte gut und die anfängliche Unsicherheit schwand merklich bei Stefanie.Die Stute ließ sich nicht verunsichern und gut halten.Sogar den Teich mit Aussprung traute sich Stefanie zu und auch das klappte.Wir hatten beide zur Sicherheit einen Helm und einen Protektor getragen.Sie kehrte strahlend zu mir zurück und lobte ihre Stute."Gut gemacht",sagte ich lächelnd und fragte,ob sie die Stute nach Hause reiten wolle oder ob ich das erledigen sollte.Sie meinte,dass es Unsinn wäre,jetzt noch zu tauschen und so ritt sie die Stute zurück,während ich das Auto zu ihrem Hof fuhr.Dort angekommen half ich ihr die Stute zu versorgen und gab Sympathy ein Leckerli."Sie ist sehr mutig",sagte ich zu Stefanie,die nickte und sagte:"Ja,das ist sie."Ich verabschiedete mich von beiden und machte mich dann auf den Nachhauseweg.
    • adoptedfox
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      Aufmerksam beobachtete ich die vorbeiziehenden Wolken. Es war früh um acht und ich stand im Stau. Seufzend zückte ich mein Handy und schrieb Stefanie eine SMS, dass es wohl oder übel später werden würde. "Kein Problem, ich füttere schon mal die Pferde und mach dann los. LG Steffi", kam als SMS zurück.
      Nach einer halben Stunde war ich dann tatsächlich endlich auf dem Gestüt angekommen und eilte in den Stall. Bei dem schönen Wetter konnten die Pferde es gar nicht erwarten, auf die Weide zu kommen. Also halfterte ich sie nacheinander auf und brachte sie raus. Während die Vierbeiner fröhlich über die Weide jagten, kümmerte ich mich um die Stallarbeit. Zuerst wurde ausgemistet, dann eingestreut. Über zwei Stunden verbrachte ich damit, ehe ich mit der Arbeit mit den Pferden beginnen konnte.
      Es waren allerhand Pferde für einen Tag, weshalb ich mich viel auf Bodenarbeit berufen wollte, statt stundenlang durchs Gelände zu torkeln, das würde ich mir für den Abschluss aufheben. Als erstes war der Hengst Arcado an der Reihe. Ich holte de frechen Norweger von der Weide, putzte ihn gründlich und longierte ihn dann circa 20 Minuten. So richtig bei der Sache war er ja nicht, aber zumindest arbeitete er körperlich ganz gut mit. Danach führte ich ihn mit Abschwitzdecke in Ruhe trocken, ehe er wieder raus durfte.
      Danach war Frejka an der Reihe. Mit Isländern hatte ich kaum Erfahrung und vermied es auch tunlichst, sie zu reiten, denn ihr 5. Gang war mir einfach nicht geheuer. Stattdessen putzte ich Frejka gründlich und ging dann in die Halle. Dort massierte ich sie ein Weilchen, ehe ich einige Dehnübungen mit ihr durchnahm. Ich wollte die Stute vom Huf bis zur Schwanzspitze entspannen und das gelang mir auch nach einiger Zeit. Danach war Frejka viel beweglicher und motivierter.
      Das reichte aber für sie auch und so war Golden Ebano an der Reihe. Er hatte damals mal auf meinem Gestüt gestanden, weshalb ich mich nicht scheute, ihn zu reiten. Also putzte und sattelte ich den großen Vollblüter und marschierte zur Halle. Ebano war sehr aufmerksam bei der Arbeit dabei und wir trainierten vor allem die Wechsel zwischen den Gangarten, um dem ganzen noch ein wenig mehr Eleganz zu verleihen. Danach war er recht verschwitzt, so dass ich ihn erstmal mit Decke in die Box stellte.
      Mit dem jungen Foresthengst Papermoon's Yakari wollte ich nur eine Runde spazieren gehen. Dennoch putzte ich ihn gründlich vorher. Während des Spaziergangs fragte ich auch das ein oder andere aus der Bodenarbeit ab. Das Gleiche tat ich auch mit Possy Pleasure Mainstream. So dass auch wir beide recht schnell fertig waren. Sir Henry war noch recht jung und so entschied ich mich für das Longieren, denn ich wollte bei ihm nichts falsch machen. Die Trainingseinheit lief einwandfrei ab und wir beide waren danach sehr zufrieden.
      Mit dem kleinen Hengst Spencer übte ich ein wenig Langzügelarbeit. Der Hengst schien darin auch schon etwas Erfahrung zu haben und war voller Motivation dabei. Mehr Arbeit hatte ich danach mit Sympathy of the Devil. Die Vollblutstute schien Fremden gegenüber nicht sonderlich motiviert zu sein, so dass wir es bei einem Spaziergangn beließen. Für das Gleiche entschied ich mich bei Zanyah, auch wenn die Araberstute mir wesentlich neugieriger entgegen trat.
      Als Abschluss des Tages machte ich noch einen schönen Ausritt mit Small Joker. Danach kamen alle Pferde in den Stall, es wurde gefüttert und dann fuhr ich auch schon todmüde nach Hause.
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      Endlich mal ein schöner Tag, da hatte das Abendrot von gestern wohl Glück gebracht. Weshalb wir wohl heute mal draußen trainieren könnten, aber nur wenn die Plätze nicht mit Pfützen voll waren. Maxi und ich entschieden uns Heute mal dafür, das er die Männer übernahm und ich die Frauen.
      Somit holte er sich als erstes Arcado den Norwegerhengst des Stalles und ich nahm mir die Isländerstute Frejka zur Hand. Dann begannen wir die Beiden erstmal gründlich sauber zu striegeln. Arcado hatte sich wohl in der Dreckpfütze gestern gewälzt, aber Frejka war relativ sauber, hatte nur ein paar größere Dreckige Flecken, zwar keine Ahnung wie sie das hinbekommen hatte, aber was solls, sie mussten beide sauber gemacht werden, was auch seine Zeit brauchte, zumindestens bei Arcado und Maxi. Also brauchten die noch etwas länger, weshalb ich nun erstmal Frejkas Hufe säuberte, die wohl das dreckigste am ganzen Pferd waren, wie die junge Stute nur das schafft, wunderte mich. Doch ich machte mir nicht weiter groß darüber den Kopf und putzte sie weiter, ehe ich ihr Langhaar kämmte und ihre Ausrüstung dann anlegte. ,,Ich geh schon mal vor!", sagte ich zu meinen Freund und er nickte mir entgegen, während ich mich auf den Weg zum Reitplatz machte. Dieser war glücklicherweise heute ma trocken geblieben, bei den ganzen Regenfällen in der letzten Zeit. Was mich ziemlich wunderte, aber auch irgendwie glücklich machte, somit stieg ich auf und begann die junge Stute warm zu reiten. Brav trabte der Isländer seine Runden und hielt kurz inne, als Maxi auf Arcados Rücken zu un stieß. ,,Ah auch schon da!", grinste ich und er lachte: ,,Jaa endlich!" Dann ritt er den Ponyhengst schließlich ebenfalls warm und wir trainierten zusammen etwas auf dem Platz. Also übten wir alle Bahnfiguren gründlich durch und lobten die beiden Pferde, als sie ihre Arbeit heute ordentlich durchführten. Deshalb stiegen wir ab und führten die Beiden zurück zum Stall, wo wir den Beiden die Ausrüstung abnahmen und in ihre frisch gemisteten Boxen stellten, wo sie sofort ihr leckeres Hafer fraßen.
      Dann holten wir uns die nächsten zwei Pferde, diese waren Compañero und Mikado. Mikado würde ich nur Longieren, da sie noch nicht eingeritten war. Und Maxi trainierte heute Nero im Westernreiten, bzw. machte ein paar typische Übungen mit dem bunten Criollohengst. Doch davor mussten wir sie natürlich putzten, was bei Beiden heute nicht sehr lange dauern würde, da sie kaum dreckig waren. Also schnappte ich mir den Striegel aus Mikados Putzkasten und säuberte gründlich ihr Roanfell. Maxi striegelte Neros Fell ebenso lange wie ich Mikados, weshalb wir Beide gleichzeitig mit den Hufe säubern anfingen. Dreckig waren diese nicht sehr stark, was uns beruhigte, da sie sich somit keine Verletzungen einfangen würden. Als die hufe sauber waren, kam das Langhaar und ich kämmte nicht lange an Mikado's Haaren, da sie eh recht kurze hatte und nur der Schweif etwas mehr Arbeit verlangte. Bei Maxi brauchte es auch nicht viel Zeit, denn er war schon beim Satteln, was bei Mikado noch nicht der Fall war, da sie noch nicht eingeritten war und deshalb nur Longieren angesagt war. Also legte ich ihr alles dafür an und führte sie dann Maxi hinterher, wo ich sie dann auf den Platz longierte. Maxi trainierte währenddessen mit Companero einige Westernlektionen und meisterte diese sehr gut. Dies machte mich sehr stolz und ich lobte ihn ab und zu, doch konzentrierte mich hauptsächlich auf Mikado. Wir trainierten noch eine ganze Weile, bis ich die Vollblutstute an der Leine Schritt laufen ließ und dann zurück zum Stall führte. Dort legte ich ihr alles ab und brachte sie in ihre Box. Maxi hatte Nero auch schon in die Bpx gebracht, weshalb wir gleich mit den nächsten zwei Pferden weiter machten.
      Diese waren die Trakehner Bijou und Possy Pleasure Mainstream. Ich nahm die junge zickige Dame und Maxi nahm den selten farbigen Bijou. Also holten wir sie aus den Boxen heraus und begannen ihr Fell zu striegeln. Bei dem Hengst dauerte es etwas länger, da er ja hell war, bei Possy hatte ich nur Probleme bei den weißen Fell. Doch Beide brauchten wir dann doch nicht so lang und hatten die beiden Pferde sauber gestriegelt, ehe wir mit den Hufe säubern weiter machten und am Ende dann das Langhaar kämmten. Dann legten wir Beiden die Springausrüstung an, brauchten etwas beim festschnallen, hatten dann aber umso schneller die Trensen dran, sodass wir schneller zum Springplatz gehen konnten. Dort stiegen wir Beide auf die Rücken der Pferde, anders gesagt in den Sattel und drehten ein paar Bahnrunden, um die Pferde warm zu bekommen. Dann begann das Training und wir übten fleißig einige Sprünge und merkten das die Beiden mittlerweile höher waren als früher, sie trauten sich schon höhere Sprünge zu machen, obwohl sie soweit noch nicht ausgebildet waren. Also trainierten wir noch eine Weile mit den beiden Warmblütern und machten dann bald Schluss und führten sie zurück zu den Ställen. Dort angekommen legten wir ihre Ausrüstung ab und stellten sie in ihre Boxen, wo sie sich gleich entspannten und genüsslich ihre Mahlzeit zu sich nahmen.
      Weiter ging es und wir schnappten uns diesmal einmal die Vollblutstute Sympathy of the Devil und einmal den Isländerhengst Ártali van Ghosts, der ebenfalls noch nicht eingeritten war. Also war diesmal Maximilian mit dem Longieren an der Reihe und ich mit den normalen Training. Doch davor, wie bei allen Pferden zuvor, war die Pflege an der reihe. Somit schnappten wir uns die Striegel und kümmerten uns um das Pferdefell. Devil war ziemlich dreckig aber der junge Ártali nicht. Doch was solls, gepflegt werden mussten Beide, also machten wir uns an die Arbeit. Gründlich säuberte ich ihr Fell und blickte ab und zu, zu Maxi der mittlerweile schon beim Hufe säubern war. Dies hatte ich auch bald erreicht und säuberte mittlerweile Devil's Hufe und war bald beim Langhaar, wo ich nun mit Maxi gleich auf war. Dann wurden wir gleichzeitig fertig und legten den Pferden die passende Ausrüstung an. Devil bekam die Vielseitigkeitsausrüstung dran und wurde heute auf Bahnfiguren trainiert, also führte ich die junge Stute zum Platz und stieg auf. Dann ritt ich sie warm und begann mit den Training. Während ich mit dem Training beschäftigt war, kümmerte sich mein Freund ums Longieren mit Ártali. Bald neigte es sich aber dem Ende zu und wir brachten beide Pferde zurück zum Stall, nahmen ihnen die Ausrüstung ab und stellten sie in ihre Boxen.
      Dann kam der Letzte der Runde dran, der kleine Shettyhengst Spencer, mit dem ich heute Kunststücke üben wollte, doch davor war auch hier die übliche Pferdepflege an der Reihe. Also nahm ich mir den Striegel zur Hand, säuberte sein buntes Fell und machte dann mit den Hufen weiter. Diese säuberte ich gründlich, bis sie wieder in Ordnung waren und ich seine wilde Mähne bändigen musste. Also kämmte ich diese und machte dann mit dem Schweif weiter, ehe ich ihn zum Reitplatz führte und mit kleinen Kunststücken anfing. Diese stuften sich dann immer Höher bis ich ein paar Neue probierte und bald aufhörte, da es sich wieder zuzog. Daraufhin führte ich den kleinen Frechdachs zurück in seine Box und machte für heute Schluss...
      5'146 Zeichen © Ranjit
      Gut gelaunt verließ ich das Haus und ging auf direktem Wege zum Stallgebäude der Stuten. Als erstes ging ich in die Sattelkammer, schnappte mir dort Halfter, Führstrick, Putzbox, Kappzaum und Longe und begab mich auf den Weg zu der Box, in der Before the Dawn stand. Dort angekommen, stellte ich die Putzbox ab, hängte den Kappzaum an den Haken, der an der Box befestigt war und öffnete die Boxentür. Ich betrat die Box und begrüßte die Stute, indem ich sie hinter den Ohren kraulte. Anschließend legte ich ihr Halfter an, befestigte den Führstrick daran und führte sie aus der Box heraus. Nachdem ich sie angebunden hatte, putzte ich die Stute, bis sie nur so glänzte. Anschließend nahm ich ihr das Halfter ab und legte ihr den Kappzaum an. Als ich auch noch die Longe daran befestigt hatte, führte ich die Stute aus dem Stall heraus und in die Halle rein. Nachdem ich die Stute longiert hatte, versorgte ich sie noch und räumte ihre Sachen auf. In der Sattelkammer schnappte ich mir die Sachen von Code of Mystic Girl und machte mich auf den direkten Weg zu ihrer Box. Nachdem ich die Stute aus ihrer Box geholt hatte, putzte ich die Stute und holte anschließend ihr Sattelzeug und sattelte sie. In der Halle gurtete ich nach und stieg auf. Zuvor hatte ich ein paar kleine Sprünge aufgebaut. Nachdem ich sie warmgeritten hatte, ließ ich sie über die Hindernisse springen und machte zwischendurch Bahnfiguren. Nachdem ich fertig war, versorgte ich die Stute und holte die Sachen von Frejka. Nachdem ich die Isländerstute aus ihrer Box geholt und davor angebunden hatte, fing ich an sie zu putzen. "Mensch", seufzte ich,"heute bist du etwas hibbelig, meine Liebe." Nachdem ich ihr Fell nun sauber hatte, entwirrte ich ihr Langhaar und fuhr danach noch mals mit der Mähnenbürste hindurch. Zum Schluß kratzte ich noch ihre Hufe aus und räumte die Putzbox wieder auf. Nun nahm ich das Sattelzeug mit und sattelte die Stute. Nachdem ich sie in die Halle geführt hatte, gurtete ich nach und stieg auf. Nach der kleinen startschwierigkeit die wir kurz hatten, ließ die Stute sich wunderbar lenken. Ich machte mit ihr ein paar Sprünge und Bahnfiguren, ehe ich wieder abstieg und sie versorgte. Ich räumte noch ihre Sachen auf und nahm die von La Bella Goia mit. An ihrer Box angekommen, stellte ich die Putzbox ab und öffnete die Boxentür. Nachdem ich der Stute ihr Halfter angelegt und den Führstrick daran befestigt hatte, führte ich sie aus der Box heraus und band sie davor an. Als ich sie geputzt hatte, sattelte ich die Stute und führte sie in die Halle. Nachdem ich nachgegurtet hatte, stieg ich auf. Nach einer stunde stieg ich wieder ab und versorgte die Stute. Aus der Sattelkammer nahm ich nun die Sachen von Mikado mit und ging zu ihrer Box. Die Stute schaute mich neugierig, aber schüchtern an. Ich begrüßte die Stute und legte ihr das Halfter an, befestigte den Führstrick daran und band sie vor der Box an. Ich öffnete die Putzbox, nahm Striegel und Kardätsche heraus und fing an, sie zu putzen. Die Stute war etwas hibbelig drauf, aber man merkte ihr an, dass sie versuchte, es zu genießen. Als ich mit putzen fertig war, entwirrte ich noch ihr Langhaar und kratzte ihr die Hufe aus. Nun holte ich ihre Longiersachen und zog ihr diese an. Ich führte die Stute in die Halle, wo ich sie erst mal im Schritt laufen ließ. Die Stute schaute sich immer wieder etwas schüchtern und ängstlich um. Nachdem ich sie longiert hatte, brachte ich die Stute wieder zurück in den Stall und versorgte sie. Anschließend holte ich die Sachen von Moon River und ging zu ihrer Box. Nachdem ich die Stute aus ihrer Box geholt hatte, band ich sie davor an und putzte die Stute ausgiebig, was bei ihr etwas schwierig war. Nachdem ich ihr den Kappzaum angelegt hatte, befestigte ich die Longe daran und führte die Stute in den Roundpen. Dort ließ ich sie erst im Schritt laufen, bis sie sich aufgewärmt hatte. Anschließend ließ ich sie abwechselnd im Trab, Schritt und Galopp laufen, bis sie müde war. Danach gab ich ihr noch eine Belohnung und versorgte die Stute. Ich räumte noch ihre Sachen auf und nahm die von Oricono Flow mit. Ich holte die Stute aus ihrer Box heraus, band sie an und putzte sie. Anschließend holte ich ihr Sattelzeug und sattelte die Stute. Nun führte ich sie in die Halle und gurtete nach. Nachdem ich aufgestiegen war, ließ ich sie im Schritt los laufen. Nach einer Stunde stieg ich wieder ab und führte sie in die Stallgasse zurück. Als ich sie versorgt hatte, räumte ich ihre Sachen auf und nahm die von Sympathy of the Devil mit. Ich stellte die Putzbox vor der Box ab und öffnete die Boxentür. Nachdem ich die Box betreten hatte, begrüßte ich die Stute und legte ihr das Halfter an. Als auch der Führstrick am Halfter befestigt war, führte ich die Stute aus der Box heraus und band sie davor an. Nun putzte ich die Stute und sattelte sie. In der Halle gurtete ich nach und stieg auf. Ich ritt mit ihr ein paar Bahnfiguren und machte mit ihr ein paar kleine Sprünge. Nachdem ich sie bewegt hatte, stieg ich wieder ab und führte sie zurück in den Stall. Ich versorgte die Stute, räumte ihre Sachen wieder auf und fegte die Stallgasse.
      Weisse Welt, heile Welt
      Ich schlich auf Zehenspitzen die Treppe runter und setzte den Teekocher auf. Ich wollte Lily heute erst wecken, nachdem ich ihr Abschieds-Frühstück vorbereitet hatte. Sie würde heute Nachmittag von Rachel abgeholt werden, damit sie pünktlich für Weihnachten zurück war. Etwas wehmütig war ich schon bei dem Gedanken, morgen wieder alleine zu frühstücken, aber ich war auch ziemlich froh, bald meine Ruhe wieder zu haben. Der letzte Monat war wie eine lange Achterbahnfahrt gewesen, und Thairu war nur einer der Gründe. Die Zebrastute hatte innerhalb zweier Wochen gelernt, einen Reiter ein paar Schritte weit zu tragen, ohne ihn gleich wieder runter zu buckeln. Lily hatte ich bisher allerdings nicht auf ihren Rücken gelassen, da das noch zu riskant war. Sheela kam in die Küche getapst und streckte sich gähnend. Hinter ihr folgten Jacky und Zira. Ich kümmerte mich um das Futter der Hündinnen, immer die Spiegeleier im Auge behaltend. Als alles fertig war, ging ich nach oben und weckte Lily. Sie wollte zuerst gar nicht aufstehen. Offenbar glaubte sie, dass sie noch länger bleiben könne, wenn sie einfach liegen bliebe. Ich konnte sie aber schliesslich doch dazu überreden mir zu folgen, da das Essen kalt wurde.
      Nach dem Frühstückmachten wir uns beide auf den Weg zum Hauptstall, wo es eine neue Box einzurichten galt. Zum Glück hatte ich meiner Nichte schon gestern Abend beim Packen geholfen, sodass sie den ganzen Morgen nochmal richtig geniessen konnte. Gestern war Shio von ihrer neuen Besitzerin abgeholt worden, sodass ihre Box nun leer stand und bloss neu eingestreut werden musste. Ich hatte die Cremello Stute schweren Herzens verkauft, da sie nicht die gewünschten Rennleistungen erbrachte und ich nicht so richtig warm mit ihr geworden war. Dafür zog nun Sympathy of the Devil wieder bei uns ein. Die mittlerweile gekörte, fünfjährige Stute war vor langer Zeit schonmal auf Pineforest Stable gewesen, allerdings nur auf der Durchreise nach Deutschland, wo sie schliesslich nochmal verkauft worden war. Ich hatte die Leistungen der Stute mitverfolgt und es immer mehr bereut, sie weitergereicht zu haben. Als schliesslich die Gelegenheit gekommen war, hatte ich sie als Rennpferd und zukünftige Zuchtstute zurückerobert. Sie würde heute Abend endlich wieder ankommen. Ausserdem kam heute auch mein lang ersehntes Stutfohlen von Skyrim an, das auf Eddis Hof herangewachsen war. Die kleine war sowas wie ein zukünftiger Supercrack, jedenfalls von der Abstammung her. Der Rest musste sich noch zeigen, doch ich war zuversichtlich. Lily und ich füllten ein paar Schubkarren mit Stroh und verteilten es in der Box. Danach machten wir uns auf den Weg zu den Offenställen, denn wir wollten die Fohlen putzen. Dank des Schnees waren sie relativ sauber, aber ich wollte sie dennoch an das Bürsten und Hufeauskratzen gewöhnen. „Mit wem wollen wir anfangen?“, fragte ich Lily vergnügt, als uns die Hengstchen am Zaun begrüssten. Die Gruppe zählte nur noch vier Mitglieder, denn Paluche und Alysheba waren ja nun bei den Grossen. So blieben noch Life, Jack, Merino und Simba. Wir nahmen uns zuerst Merino vor. Ich streifte ihm ein schwarzes Halfter über und band ihn an einem der Zaunpfosten fest. Anschliessend kratzte ich alle vier Hufe aus, während Lily ihn mit der Bürste massierte. Dasselbe machten wir auch mit den anderen Hengstchen. Die Stutfohlen liessen wir noch in Ruhe, denn die würden heute ja ohnehin noch ihre Portion Aufregung bekommen.
      Wenig später halfen wir beim misten, brachten Pferde auf die Weide, bereiteten Muskat, Light, Spot und Caspian auf das Training vor und halfen den Jockeys beim Aufsteigen. Um Neun Uhr Sattelten Lily und ich Donut und Moon. Wir wollten einen letzten Ausritt mit Schneegalopp wagen. Das kleine Mädchen hievte den schweren Westernsattel mittlerweile selbst auf Felines Rücken. Auch beim Zäumen durfte ich ihr nicht mehr helfen; sie wollte es alleine schaffen. Es dauerte so zwar etwas länger, aber sie wurde von Mal zu Mal geschickter. Wir ritten los in Richtung Galoppwiese, jedoch mit einem Umweg zum Fluss, damit die beiden Stuten auch gut aufgewärmt waren, wenn wir loslegten. Dann galoppierten wir an und heizten die Wiese hinunter durch den Schnee. Zum Glück waren Trampelpfade im Tiefschnee, denen wir folgen konnten. So war der Galopp nicht ganz so kräftezehrend für Moon und Feline, doch anstrengender als sonst blieb es trotzdem. Wir gingen daher nicht bis ganz ans Ende der riesigen Wiese, sondern bogen schon vorher wieder in den Pinienwald. Dort folgte eine lange Schrittphase, in der wir uns über die vergangenen Wochen unterhielten. Ich fragte Lily, was ihr am meisten gefallen hatte. „Das Einreiten von Thairu war cool! Und die Reitstunde mit Dream. Aber auch das Arbeiten mit den Minis, und natürlich das Ausreiten.“ Ich schmunzelte und war froh, dass sie bei den daraufhin gefragten schlechten Erlebnissen nicht so viel aufzuzählen wusste. Ich musste ihr auch versprechen, mit Rachel bereits die nächsten Reitferien auszuhandeln. Dies würde jedoch frühestens im Frühling sein.
      Wir kamen nach über einer Stunde zurück auf den Hof und versorgten die Pferde. Dann verbrachten wir den restlichen Morgen mit einer letzten Dressurstunde, bei der Lily Dream reiten durfte. Ich half ihr danach beim Absatteln. Lily streichelte die Stute liebevoll. „Ich werde sie vermissen. Aber bis ich wieder komme muss sie anständig trainiert werden. Die hat einige Kilos zu viel auf den Rippen!“, lachte sie. Ich lachte verschmitzt, denn Dream war keineswegs untrainiert – aber das würde ich Lily erst später erklären, als kleine Überraschung. Ich hatte ihr nämlich die ganze Zeit über verschwiegen, dass die Stute von Skyrim tragend war. Lily knuddelte Dream noch einmal kräftig, dann verliessen wir die Box und halfen beim Füttern, bevor wir selber Essen gingen. Danach packte Lily noch die letzten Dinge ein. Wir schleppten die Koffer zum Parkplatz, denn Rachel wartete, pünktlich wie immer, bereits mit verschränkten Armen dort. Tochter und Mutter fielen sich in die Arme, während ich die wild schwanzwedelnden Hunde beruhigte. Rachel und ich schwatzten noch ein wenig zusammen, doch sie wollte nichtmal für eine Tasse Tee ins Haus kommen, da sie ‚einen straffen Zeitplan‘ hatte. Lily unterbrach uns immer wieder mit ihrer Sicht der Dinge und schwärmte zum Beispiel von dem Ausritt vorhin mit Donut. Ich zuckte zusammen und verzog den Mund zu einem schiefen Lächeln, denn Rachel sah mich bereits drohend an. „Wir hatten doch vereinbart, dass sie nur Stuten oder Wallache reitet!“ „Ja ja, hat sie eigentlich auch. Aber sie ist ein Naturtalent und Donut ist sowieso ein ganz lieber…“, beschwichtigte ich sie. Na gut, wir haben uns in einigen Punkten nicht an die Abmachungen gehalten, und nachdem Lily Dream reiten durfte, war sowieso alles über den Haufen geschmissen… Aber ich hab ja immer aufgepasst. Ich warf Lily einen strengen Blick, den sie zu verstehen schien, denn sie erwiederte mit einem Zwinkern: „Ja, das war ne Ausnahme. Sonst waren wir brav.“ Rachel schien beruhigt und ich entspannte mich wieder. Doch langsam war es wirklich Zeit, mich von den beiden zu verabschieden. „Oh ich freu mich schon so auf nächstes Mal! Du musst unbedingt mit Thairu weiter üben, damit ich sie reiten kann, sobald ich wieder da bin“, drängte Lily. „Ach, du wirst sowieso genug zu tun haben mit Dreams Fohlen“, bemerkte ich beiläufig, und brachte Lily so zum Stutzen. „Ocuuuu? Was meinst du mit ‚Dreams Fohlen‘?!“ Rachel und ich lachten. Nachdem ich das Geheimnis gelüftet hatte, konnte Lily kaum noch still bleiben und Rachel zerrte sie förmlich zum Auto. Ich winkte zum Abschied und sah zu, wie das Auto die verschneite Grasrennbahn passierte.
      Es kam mir unglaublich still im Nordstall vor, als ich begann, Daydreaming Sorrow zu putzen. Daher liess ich den Radio an und hörte dem Sprecher bei den Verkehrsnachrichten zu. Ich hatte es wie immer nicht geschafft, die Mähne des Welshs nicht total zu zerzausen, als ich ihm das weiche Lammfellhalfter übergestreift hatte. Nun zupfte ich die Strähnchen einzeln zurecht und kämmte die dichte Wolle dann vorsichtig durch, um nichts auszurupfen. Er hatte wiedermal seinen Schlafzimmerblick aufgesetzt, als ich den Kopf mit der weichen Bürste bearbeitete. Besonders vorne beim Maul genoss er es. „…A13 westbound between the A1012 and the junction with the A126. There are currently delays of 10 minutes against free flowing traffic due to congestion. There is also a holdup at the M6 northbound between junctions J13 and J14. Reason is a road traffic collision. One of the two lanes is closed…” Ich kratzte die Hufe aus und entwirrte die Puschel an seinen Beinen, dann holte ich den Sattel. Ich ging mit ihm in die Halle und übte ein paar Dressurlektionen der L Klasse. Er stand dort noch ganz am Anfang, aber arbeitete fleissig mit.
      Gegen Abend empfing ich die beiden Neuankömmlinge. Devil fand sich auf Anhieb zurecht und keifte ein wenig mit ihrer Boxennachbarin, ehe sie sich ihrem Heu zuwandte. Shadows of the Past, von mir auch liebevoll Shira genannt, verhielt sich dagegen erstmal eher zurückhaltend. Sie kaute unterwürfig und zog das Schweifchen ein, als die älteren Jährlinge an ihr schnüffelten. Alles in allem verlief die Vergesellschaftung aber unkompliziert. Ich genoss den Abend auf einem weiteren Ausritt, diesmal mit Quinn. Wir nahmen Dod und Numair. Durch den Nebel sah man im Dunkeln etwa so viel wie in einem Hundemagen, doch Quinn und ich blieben ruhig, und so taten es auch die Pferde. Als die Stallarbeiten erledigt waren, sahen wir uns alle im Pflegerheim einen Film an, doch spätestens um zwölf Uhr waren alle Lichter gelöscht, denn die Pferde wollten auch am nächsten Morgen ihr Futter pünktlich um sechs serviert bekommen.
      Geschäftiger Dienstag
      Der Wecker klingelte, und ich schaltete ihn murrend aus, doch drehte mich danach nochmal um. Fünf Minuten, nur fünf Minuten… Wenn Lily mich nicht geweckt hätte, wäre ich wohl eine ganze Stunde zu spät aufgestanden. Zum Glück kam sie aber wie jeden Morgen polternd mit den Hunden durch die Tür gestürmt. Ich zog mich an und machte uns und den Hunden Frühstück. Als ich die Haustür öffnete, war es zwar noch immer dunkel, aber immerhin sah man die Sterne – es war kein Wölkchen zu sehen. Zira hüpfte fröhlich raus und verschwand in den Büschen hinter dem Haus, um ein paar schlafende Spatzen aufzuscheuchen. Sheela und Jacky blieben neben mir stehen und sahen mich erwartungsvoll an. Ich streichelte die beiden und nahm sie mit zum Hauptstall. Lily ging zu Dream und Skydive, das tat sie jeden Morgen zuallererst. Ich hingegen sah bei meinem Liebling Winter vorbei, der ja in der Box gleich neben dem Eingang stand. Er war kein bisschen verschlafen, sondern wirkte voller Elan, hungrig und motiviert, sein morgendliches Galopptraining zu absolvieren. Ich kraulte ihn durch die Gitterstäbe, musste dann aber weiter zu Cool Cat, den ich diesen Monat auf der Liste hatte. Ich war noch immer nicht ganz überzeugt von dem Hengst und hatte die Zuteilung dementsprechend missmutig gemacht, aber ich konnte mich nicht immer davor drücken, ihn zu reiten. Tatsächlich war dies das erste Mal, dass ich persönlich mit ihm arbeitete, seit ich ihn vor ein paar Monaten gekauft hatte. Ich schlurfte also zur Sattelkammer und holte seine Putzsachen, den Sattel und das Zaumzeug schon mal zur Box. Dann holte ich den Hengst raus und band ihn zum Putzen an. Ich begann damit, den schwarzen Hals zu striegeln. Der Hengst hatte schön definierte Muskellinien – die Jockeys hatten bisher gut mit ihm gearbeitet. Sein Fell war weich und seidig, auch an den Stellen, an denen er nicht geschoren worden war. Seine wilde, lange Mähne machte es nicht gerade leicht, den Hals zu bearbeiten. Ich warf sie deshalb auf die andere Seite, doch er schüttelte sich kurze Zeit später und verteilte das rabenschwarze Haar wieder auf beide Halsseiten. „Thanks a lot“, murmelte ich grimmig. Beim Bauch wollte er einfach nicht stillstehen, offenbar war er kitzlig. Ausserdem begann er zu scharren, als ich nicht aufhörte. Ich ignorierte es und entfernte stur jedes kleinste Erdspritzerchen, das noch vom gestrigen Weidegang zu finden war. Mittlerweile herrschte geschäftiges Trieben im Hauptstall. Die Pfleger waren nun alle am Vorbereiten der restlichen Vollblüter für die erste Gruppe und ich war schon etwas hintendrein. Ich beeilte mich deshalb etwas mehr und kratzte nach dem Bürsten direkt die Hufe aus, ehe ich den Sattel auflegte. Als ich schliesslich fertig gesattelt und gezäumt hatte, kämmte ich das widerspenstige Langhaar dann doch noch rasch ein paar Mal durch. Einmal mehr überlegte ich, einfach die Schere zu holen und die Lange Mähne zu kürzen. Doch Rosie hätte mich wohl lebendig begraben, denn sie vergötterte die eher an ein Wildpferd erinnernde Frisur. Ich ignorierte gekonnt ein paar der Knoten im Schweif und schmiss die Bürste zurück in die Kiste. Dann führte ich Cool Cat nach draussen und stieg mit Hilfe von Ajith auf. Es musste alles schnell gehen, denn die jungen Athleten waren ungeduldig und wollten kaum stillhalten. Wir verschwendeten keine Energie damit, sie zum Warten zu erziehen, sondern ritten direkt in einer Reihe zur Bahn. In diesem Alter bestanden wir, anders als bei den Warmblütern, noch nicht auf jede Kleinigkeit im täglichen Umgang, sondern handelten vor allem praktisch; einerseits, um Zeit zu sparen, und andererseits um die Geduld der jungen Pferde nicht unnötig zu strapazieren. Sie sollten sich in erster Linie auf das Rennen konzentrieren, alles andere lernten sie nebenbei. Heute trainierten wir die Zwei- und Dreijährigen mit Startmaschine, doch zunächst mussten alle Pferde warm geritten werden. Danach stellten wir uns hinter den mobilen Startboxen auf und wurden einer nach dem anderen von Oliver und Ajith hineingeführt. Ganz aussen waren Quinn und Dublin, dann folgten Rita und Caligari, Rosie und Ciela, April und Alysheba, Lily und Sumerian, Charly mit Frame und Thomas mit Kaythara. Auch hinter mir und Cool Cat wurden die Tore geschlossen. Der Hengst war ein wenig nervös und ich machte mich bereit, auf ein allfälliges Steigen zu reagieren. Doch er blieb am Boden und trampelte nur ein wenig auf der Stelle. Ich kraulte ihn am Widerrist, nahm meine Schutzbrille runter und fasste die Mähne, bereit für den Start. Dann klirrte die Glocke und die Türen flogen auf. Sofort schossen alle Pferde raus und das Feld formte sich. Ein Blick über die Schulter sagte mir, dass alle sauber weggekommen waren. Zufrieden richtete ich mich wieder nach vorne und fasste die Zügel ein wenig nach. Ich hatte vorhin beim Aufwärmen bereits die Steuerung von Cool Cat ausprobiert und ihn ausreichend kennengelernt, sodass ich ihn nun optimal lenken konnte. Der Rappe machte geschmeidige, raumgreifende Bewegungen und gewann immer mehr Boden. So weit, so gut, dachte ich anerkennend. Aber die Konkurrenz war hart; besonders die anderen Dreijährigen Caligari und Sumerian lagen noch voraus und hielten ein hohes Grundtempo. Im hinteren Teil des Feldes hingegen, hatte Charly sichtlich Mühe mit Frame klarzukommen. Der Schecke blieb nicht auf seiner Spur und schwankte, weil er den Kopf nicht ruhig hielt. Schliesslich musste Charly enttäuscht abbrechen. Ich hatte diesen Ausgang schon vermutet, ohne pessimistisch sein zu wollen, aber Frame lief bei keinem der Pfleger so gut wie bei mir. Er vertraute ihnen einfach nicht genug. Dublin war direkt hinter mir und Cool Cat, Ciela lag etwas weiter zurück und Alysheba war direkt neben ihr. Kaythara war ganz aussen ein wenig vor uns, sodass ich sie gut beobachten konnte. Auf den letzten 300 Metern trennte sich das Feld deutlich auf. Die Zweijährigen blieben zurück, während die Dreijährigen nochmal alles gaben und auf ihre Höchstgeschwindigkeit kamen. Auch Cool Cat zog an. Wir arbeiteten uns an Caligari vorbei, deren Kondition bereits bröckelte und schlossen zu Sumerian auf, die wie ein Motor beständig voransprang. Kurz vor dem Ziel hatten wir die Stute beinahe geschlagen, doch dann feuerte Lily sie nochmal an und konnte so eine ganze Kopflänge Vorsprung ergattern. Trotzdem war ich beeindruckt vom Vermögen Cool Cats und legte die letzten Zweifel an seinem Potential beiseite. Er hatte sich souverän bis ins Ziel dirigieren lassen und bis zum Schluss gekämpft, wie es sein soll. Ich streichelte stolz seinen Hals und liess ihn austraben. Von den Zweijährigen hatte diesmal wieder Kaythara die Nase vorn gehabt, was niemanden sonderlich überraschte. Die Stute hatte ausgezeichnetes Blut und schon jetzt viel Ausdauer.
      Wenig später brachten wir die Vollblüter zum Absatteln, während Ajith und Oliver bereits die zweite Gruppe bereit machten. Die Jockeys von vorhin ritten auch in dieser Runde alle wieder mit, nur ich nicht, also übernahmen Ajith und ich alle Pferde der ersten Gruppe zum Versorgen. Ich nahm Alyshebas Sattel vom Rücken des Hengstes und legte ihn auf Flys. So tauschten wir einer nach dem anderen alle Sättel. Ein Vorteil an den kleinen Rennsätteln war, dass sie praktisch auf jedes Pferd passten, also brauchten wir nicht für jeden ein eigenes Modell. Als Fly, Sympathy, Light, Caspian, Spot, Winter, Campina und Gray allesamt gesattelt waren, übernahmen die Jockeys sie der Liste entsprechend und ich wünschte allen viel Spass. Ich warf, zurück in der Stallgasse, die Abschwitzdecke über Frames Rücken und brachte den Hengst nach dem Hufeauskratzen in seine Box. Dasselbe taten Ajith und ich mit den anderen. Als Belohnung bekamen die Pferde immer nach dem Reiten ein paar Karotten oder einen Apfel.
      Während die zweite Gruppe am Trainieren war, misteten Ajith und ich schonmal die meisten Boxen. Danach half ich beim Versorgen der Pferde aus der zweiten und beim Satteln jener aus der dritten Gruppe. Es handelte sich um die letzte Gruppe für heute, mit Iskierka, Sunday, Stromer, Empire, Chiccory, Cantastor und Muskat. Die tragenden Stuten brachten wir gleich anschliessend auf die Weide, damit wir auch deren Boxen noch misten konnten, wobei uns diesmal Thomas und April noch halfen. April hängte die Zaunbänder um, damit der Weg zu den grossen Weiden seitlich begrenzt war. Als sie rief, öffnete ich die Boxen von Paint, Indiana und Caprice. Alle drei trabten die Stallgasse entlang raus auf den Schotterweg. Auch Pointless und Cassy drehten schon ungeduldig in der Box. Nur Blütenzauber schien irgendwie nicht mitbekommen zu haben, dass sie raus durfte. Sie durchwühlte weiterhin ihr Stroh nach letzten Heuhalmen, bis ich schliesslich schwungvoll die Tür aufschob und die Schwarzbraune rausschickte. Dann trabte auch sie den anderen hinterher. Wir verbrachten den restlichen Morgen mit Misten, Aufräumen und Füttern. Am Nachmittag waren dann die Pferde dran, um die sich die Neben-, Nord- und Offenstallpfleger noch nicht gekümmert hatten.
    • adoptedfox
      Noch mehr bunte…
      Inzwischen wimmelte es nur so vor kleinen, schlaksigen, langohrigen Wesen auf Pineforest Stable, denn auch Queenie und Islah hatten ihren Nachwuchs bekommen. Die beiden Fohlen hiessen Glenns Cookie und Empire of Irony. Es fehlten jetzt nur noch Cassiopeia und Sympathy. Bei Cassy würde es noch mindestens einen Monat dauern, aber Sympathy schien sich ausgerechnet den heutigen Tag ausgesucht zu haben. Ich war darüber nicht sehr erfreut, denn heute fand ein kleines Frühlingsturnier vom Kinderreitclub der Gegend auf meinem Hof statt. Das bedeutete viele Besucher, Lärm und Hektik – alles andere als optimal für ein neugeborenes Fohlen und seine Mutter. Sympathy war schon den ganzen Morgen nervös und drehte sich immer wieder in ihrer Box. Ajith überwachte sie fast rund um die Uhr und auch ich sah immer mal wieder bei ihr vorbei, wenn ich nicht gerade Hindernisse umstellen oder Kindern beim Satteln helfen musste. Die meisten waren mit ihren eigenen Ponys oder Kleinpferden angereist, aber ich bot auch ein paar meiner Stuten zum Reiten an, allerdings nur für Fortgeschrittene. So kam es, dass heute Feline, Moon und Piro mitliefen. Das Mädchen, dem ich Moon anvertraut hatte, war schon oft in Lisas Reitstunde gekommen und hatte eine ruhige, feine Hand. Ich war mir aber trotzdem nicht hundertprozentig sicher, ob sie mit meiner Criollostute klarkommen würde. Jonas hingegen meinte beschwichtigend: „Du hast sie ja gut erzogen, sie wird schon lieb sein.“ Ich konterte: „Von wem reden wir jetzt – Moon oder das Mädchen?“ Wir lachten herzhaft. Lily machte übrigens auch mit, denn sie war, seit sie bei mir lebte, dem Club auch beigetreten, damit sie an den wöchentlichen Abendreitstunden teilnehmen konnte. Sie machte mit Skyrim mit. Ich wollte auch ihr beim Satteln helfen, wurde aber mit den Worten „Bin gross genug und kann das selbst“ zur Seite geschubst. Ich durchschaute meine Nichte augenblicklich: Sie wollte ein wenig vor den anderen Kindern bluffen. Ich schmunzelte und liess sie machen, nur um wenig später, als sie noch rasch aufs Klo ging, den Sattel etwas weiter nach vorne zu korrigieren. Ich gab mir aber zumindest Mühe, dass mich die anderen nicht beobachteten. Sobald Lily aufgestiegen war und zur Halle zum Aufwärmen ging, schlich ich mich wieder zu Ajith Devil in den Hauptstall. „How is she?“ „Nothing has changed, she’s still turning around and seems nervous…“, meinte Ajith besorgt. Ich runzelte die Stirn. Ob ich wohl jetzt schon den Tierarzt rufen soll? Nach langem hin und her entschied ich mich, ihr noch eine Stunde Zeit zu geben. Wenn sich bis dahin nichts verändert hatte, musste definitiv Hilfe her. Ich klopfte Ajith beruhigend auf die Schulter und begab mich zum Dressurviereck, damit ich Lilys Durchgang nicht verpasste. Gerade war noch ein Dunkelfuchs im Parcours, aber Lily und Sky kamen als nächste dran. Die Kinder mussten zuerst ein einfaches Dressurprogramm reiten, bei dem es vor allem um die Exaktheit ging. Danach galt es, einen 60er Parcours zu überwinden. Im Dressurteil patzte Lily bei den Ecken, die sie fast jedes Mal auszureiten vergass. Ich sah ihr auf meine Oberlippe beissend zu und freute mich dafür umso mehr, als Skyrim sie souverän durch den Parcours trug. Das erfahrene Sportpony brauchte nur eine Richtung gewiesen zu bekommen, den Rest erledigte es selbst, jedenfalls bei dieser geringen Höhe. Sky schien auch sichtlich Spass zu haben, denn seien Ohren drehten sich nur rasch nach hinten, wenn Lily ihm ein Signal gab. Ich empfing die beiden beim Schotterweg und nahm Sky gleich den Sattel ab, damit Lily ihn trockenführen konnte. Unterdessen sah ich mir auch die Durchgänge von Moon und Piro an (Feline war leider schon durch), ehe ich wieder zu Devil ging. Tatsächlich schien es Komplikationen zu geben, also telefonierte ich besorgt mit dem Tierärztin und betete, dass alles gut gehen würde.
      Etwas mehr als eine Stunde später war die Tierärztin wieder abgereist und ich kehrte zurück zu Devils Box. Die Blue Roan Stute war noch immer etwas angeschlagen, doch wenigstens hatte man uns Entwarnung gegeben. Auch das knochige Stutfohlen in ihrer Box war völlig fertig; es döste ausgestreckt im Stroh. Ich beschloss, die beiden in Ruhe zu lassen und nach den Kindern mit ihren Ponys zu sehen; Ajith schlich ja auch noch im Hauptstall herum, um ein Auge auf die beiden zu haben. Die Besucher hatten zum Glück nichts mitbekommen und feierten gerade fröhlich die Rangverkündigung. Lily war immerhin auf dem dritten Platz gelandet. Sie kam auf mich zu gehüpft und umarmte mich erstmal, dann fragte sie, wo ich gewesen sei. Ich erklärte rasch, dass Devils Fohlen da sei und sie es sich später ansehen könne, wenn die anderen gegangen waren. Eine Horde Kinder, die das Fohlen beglotzen wollten, war jetzt das Letzte, was Devil brauchte. Sie nickte verständnisvoll und rannte dann davon zu ihren Kolleginnen. Ich wurde als Besitzerin der heute kostenfrei zur Verfügung gestellten Infrastruktur noch rasch vors Publikum gebeten, was ich absolut hasste. Ich versuchte trotzdem freundlich zu lächeln und sympathisch auszusehen.
      Am Abend skypte ich mit Hunter Crowley und berichtete ihm von der Geburt der Tochter seines geliebten Hengstes. Er grinste über den Namen, den ich ausgesucht hatte, um die Kommentatoren bei den zukünftigen Rennen etwas zu ärgern: ‚Subsyndromal Syndromatic Depression‘. Ausserdem erzählte ich ein wenig von Savory Blossoms Fortschritten, die inzwischen bereits das erste Mal auf der Weide gewesen war und ein paar vorsichtige Galoppsprünge gewagt hatte. Danach sah ich nach Lily und den Hunden, ehe ich mich selbst hundemüde ins Bett fallen liess.
      Unspektakulär ist auch gut
      Am selben Nachmittag an dem ich die Übernahme von Eddi’s Ice Coffee bestätigte, wollte ich zum ersten Mal Halftertraining mit den neuen Fohlen machen. Die meisten waren nun schon etwas über zwei Monate alt und begannen, die Welt neugierig und vorwitzig zu erkunden. Der perfekte Zeitpunkt, um die bisher unangetasteten Fohlen schon mal ein wenig auf ihr zukünftiges Leben vorzubereiten. Die Pfleger und ich hatten die Fohlen schon zwei Wochen nach der Geburt spielerisch festgehalten und sie so ans Stillstehen ohne sich zu wehren gewöhnt. Zudem mussten sie lernen, sich überall anfassen zu lassen. Des Weiteren hatten wir schon einige Spaziergänge auf dem Hofgelände hinter uns, bei denen sie neben der Mutter hergelaufen waren. Jedes Mal, wenn wir die Stuten führten oder sonst mit ihnen umgingen, lernten die Fohlen die tägliche Routine und den Kontakt zum Menschen kennen. Die Mütter wurden übrigens bereits wieder trainiert: sie wurden entweder wieder geritten oder an der Doppellonge aufgebaut, je nach Verfassung. Dadurch, dass wir sie bis zwei Monate vor dem Abfohlen geritten hatten, waren sie auch jetzt noch gut in Form und erholten sich rasch. Die Fohlen blieben während dem Training entweder bei Fuss, oder verbrachten die kurze Zeit ohne ihre Mutter mit den anderen auf der Weide. Das klappte eigentlich ohne grössere Probleme, abgesehen von gelegentlichem sehnsüchtigem Wiehern beiderseits. Doch auch das wurde derweilen immer weniger weil die Kleinen lernten, dass ihre Mütter schon nach kurzer Zeit zurückkahmen.
      Zusammen mit Rosie betrat ich nun Caprices Box. Gamby, wie das kleine braune Hengstchen neben ihr von uns gerne genannt wurde, kam zutraulich heran und schnupperte an dem schwarzen Nylon. Ich liess ihn auch daran knabbern, wobei er mit seinen kurzen Zähnchen sowieso keinen Schaden anrichten konnte. Als seine Mutter ihn etwas unsanft wegschubste, weil sie Rosies Hosentasche nach Leckereien absuchen wollte, klackerte er unterwürfig, stakste dann aber nach einer kurzen Pause um sie herum auf die andere Seite, um wieder zu uns zu kommen. Ich kraulte seinen kurzen Hals, während Rosie ihm das Halfter hinhielt. Er spitzte die Lippe und wippte mit dem Kopf im Takt zu meiner Handbewegung. Rosie hielt das Halfter halb über seine Nase, dann zog sie es wieder weg, als er dabei gelassen blieb. Das wiederholte sie einige Male, wobei sie immer ein Stückchen weiter vorrückte, bis sie schliesslich das Band hinter den Ohren durch die Schnalle ziehen und schliessen konnte. Ich kraulte noch ausgiebiger, um es Gamby so angenehm wie möglich zu machen. Dann entfernten wir das Halfter wieder. Für heute reichte das Halftertraining schon. Ich wollte nur noch rasch seine Hufe hochheben und den kleinen dann in Ruhe lassen. Wie jedes Fohlen musste Gamby zuerst verstehen, was ich von ihm wollte. Deshalb belohnte ich schon das kürzeste Hufheben mit Streicheleinheiten. Es fiel ihm sowieso noch zu schwer, das Gleichgewicht auf drei Beinen länger zu halten. Er gab mir sogar nach kurzem Zögern das linke Hinterbein für ein paar Sekunden. Das reichte mir völlig für die erste richtige Trainingseinheit.
      Rosie und ich schlenderten weiter bis wir bei Blütenzauber ankamen. Sie sah uns erwartungsvoll entgegen, offenbar war sie noch nicht longiert worden. Auch bei Blüte war der Effekt des Aufbautrainings schon sichtbar, auch wenn sie im Vergleich zu vorher doch noch ein bisschen pummelig war. Savory Blossom lag ausgestreckt im Stroh und döste, hob jedoch sofort den Kopf, als wir die Boxentür aufschoben. Ich hatte fast schon ein schlechtes Gewissen, weil wir sie geweckt hatten, aber Rosie meinte nur, sie könne ja später weiterschlafen. Ich war erstaunt, dass das bunte Fohlen nicht auf die Beine sprang, als wir uns näherten. Sie blieb entspannt liegen und liess noch etwas verschlafen die Unterlippe hängen. Eigentlich wollte ich gerade beschliessen, ihr Training auf später zu verschieben, doch in diesem Moment drehte sich Blüte und stupste ihr Fohlen an, um es zum Aufstehen zu bewegen. Vielleicht hatte sie das Gefühl, dass etwas Abwechslung ihrem Nachwuchs guttun würde. Doch wer wusste schon, was im Kopf einer Stute vor sich ging? Rosie nutzte die Gelegenheit jedenfalls und versuchte, das Stütchen fürs Halftertraining zu begeistern. Savory blieb skeptisch und wollte sich hinter ihrer Mutter verstecken. Rosie lief ihr hinterher und zeigte ihr so, dass sie sich uns Menschen nicht einfach entziehen konnte. Sie streifte dem Fohlen sanft das Halfter über und liess sie sofort wieder laufen, als sie es ein paar Sekunden stillstehend duldete. Savory stakste durch das Stroh um uns herum und kam von hinten zu mir. Sie nibbelte an meinem T-Shirt und zupfte mit zunehmendem Selbstvertrauen richtig grob daran. „Heyy!“, rief ich aus und schob sie lachend weg. Eigentlich sollte ich in solch einem Moment streng sein, aber es fiel mir in Anbetracht dieser süssen rosa Schnauze unglaublich schwer… Die Hufe hob Savory ziemlich willig, wackelte und stolperte dann aber genauso schnell wie sie sie gehoben hatte auch wieder davon. Wenigstens schien sie sich Mühe zu geben. Das Kraulen schien sie übrigens nicht ganz so sehr zu begeistern wie Gamby, dafür schien bei ihr die pressure-release Methode besonders gut zu funktionieren. Blüte interessierte sich wenig für unser Gehampel – solange sie wusste, dass ihrem Fohlen nichts geschah, sortierte sie entspannt ihre Strohhalme. Ich schätzte sie wirklich sehr als Zuchtstute, weil sie so unkompliziert war. Doch für die kommenden Jahre wollte ich ihr erstmal eine längere Pause geben und sie wieder mehr im Sport fördern. Auf der Rennbahn gab es für sie natürlich kein Comeback mehr, aber ich hoffte, dass sie mit ihren geschmeidigen Gängen vielleicht die eine oder andere Dressurprüfung bestreiten könnte.
      Weiter ging’s zu Pointless und A Winter’s Tale. Mein kleiner Schatz kam neugierig auf Rosie und mich zu. Rosie hielt ihr das Halfter hin, auf dem sie ohne Zögern rumzukauen begann. Die kleine Stute war aufgeweckt und frech, hatte aber keine Mühe, Grenzen einzuhalten. Ihre Mutter war da etwas anders gestrickt, aber offenbar färbte es zumindest jetzt noch nicht ab. Ziemlich spielerisch gewöhnten wir Talia an das Halfter und tasteten uns an ihre Beine heran. Ich wagte es kaum mich zu erinnern, wie Pointless‘ ersten Trainingseinheiten ausgesehen hatten. Das Punktetier war schon immer dickköpfig und selbstbewusst gewesen, und hatte es uns nie leicht gemacht. Irgendwie hatten wir sie einreiten können, aber da war der Spass auch schon vorbei. Auf einem richtigen Rennen war sie bisher noch nie gelaufen, dafür war sie zu unberechenbar. Doch wenn alles gut ging wollten wir im Herbst einen neuen Anlauf starten, sobald Talia entwöhnt war. Vielleicht war Pointless dann endlich etwas erwachsener und ausgeglichener. Aber ob sie den Wiedereinstieg in ihre Rennkarriere fand, hängte ganz von ihren Trainingsfortschritten ab. Es war zwar eher unwahrscheinlich, dass Olivers Plan aufging, aber wir versuchten es zumindest.
      Auch Stop Making Sense aka Mambo interessierte sich zunächst für das Nylonhalfter, wandte sich aber kurz darauf ab. Offenbar hatte er es schon untersucht und fand es bereits wieder langweilig. Rosie versuchte vergeblich, ihn zur Mitarbeit zu begeistern. Der gesprenkelte Hengst wetzte lieber seine Babyzähne an den Gitterstäben der Box. Das hatte er von seiner Mutter abgekupfert, die so bei den Fütterungen jeweils die Aufmerksamkeit der Pfleger auf sich lenken wollte. Wir liessen ihn in Ruhe, nachdem wir das Halfter einmal erfolgreich übergestreift hatten.
      Das jüngste Mitglied der Vollblutgemeinschaft erwartete mich und Rosie in der nächsten Box. Counterfire von Cassiopeia war letzte Woche endlich auch auf die Welt gekommen. Sie schien schon jetzt dratig und robust gebaut, kombiniert in einem eleganten Gesamtbild. Eine hübsche Fuchsschecke, mit vielversprechender Abstammung. Ich war nun beinahe froh, Cassy die Zwangspause von der Bahn gegeben zu haben, die mir aufgrund ihrer Beinverletzung empfohlen worden war. Nun hatte das Bein genug Zeit gehabt und sie konnte langsam wieder aufgebaut werden. Mit etwas Glück und einem gut strukturierten Trainingsplan hofften wir sie sogar wieder auf die Rennbahn zu bekommen. Seit der Verletzung hatten wir Cassy oft als Handpferd mitgenommen oder vom Boden aus trainiert, damit sie ihre Ausdauer und die Muskeln nicht abbaute, das Bein aber trotzdem nicht mehr als nötig belastet wurde. Es hatte nun ein ganzes Jahr lang Zeit gehabt zu heilen und wir waren gespannt auf den nächsten Tierarzt Check, der bereits anstand. Iskierka nebenan giftete Counterfire an, die ein wenig zu nahe an die Boxenwand gekommen war. Manchmal kam es mir vor, als wäre die Stute eifersüchtig. Das kleine Fuchsfohlen mit der ungewöhnlichen Blesse wich erschrocken zurück und stolperte zu seiner Mutter. Mit diesem Stutfohlen trainierten wir heute noch nicht, dafür war sie noch zu jung. Nur das Festhalten übte ich mit ihr, wie ich es auch mit den anderen Fohlen getan hatte.
      Dafür wurde der nächste Kandidat schonungslos angepackt: Syndromatic Depression musste all das lernen, was auch den anderen Fohlen beigebracht wurde, auch wenn sie sich lieber verkrochen hätte. Sie war bereits jetzt sowas wie ein chronischer Angsthase und versteckte sich immer zuerst hinter Sympathy for the Devil, bevor sie Fragen stellte. Ich runzelte die Stirn, als sie auch heute zuerst eine schöne Kurzkehrtwendung hinlegte und dann zügig hinter Mamas Flanke verschwand, sobald wir die Box öffneten. Sie hatte keinerlei schlechte Erfahrungen gemacht, aber offenbar hatte ihre Mutter sie zur Vorsicht erzogen, weil sie nach den Komplikationen bei der Geburt anfangs schwächlich und kleiner als die anderen gewesen war. Auch Devil hatte etwas gelitten und musste schonender trainiert werden als die anderen Mütter. Doch mittlerweile war sie wieder fit, genauso wie ihre Tochter. Stück für Stück gewannen wir das Vertrauen der Kleinen und bereiteten sie auf das Halftern vor. Mamma Devil war angenehm zurückhaltend und beobachtete uns mit aufgestütztem Hinterhuf. Irgendwann, als wir die Hinterbeine von Dolly heben wollten, entschied Devil offenbar, dass es nun genug sei und schob sich zwischen uns. Sie knabberte sanft an meiner Hand, doch ich verstand, dass für heute reichte.
      Bei Empire of Irony hatten wir überraschend Mühe, die Hinterbeine zu heben. Das gescheckte Stutfohlen trat sogar zweimal nach mir aus, als ich nicht aufgab. Was für eine kleine Zicke sie jetzt schon ist… dachte ich schmunzelnd. Allerdings gab es auch Momente, in denen Islahs heissblütiger Jungspund lammfromm und verschmust war. Es war eben ganz von ihrer Tagesform abhängig. Islah mischte sich hie und da mit platten Ohren ein, um ihr Fohlen zu ‚beschützen‘. Ich nahm die Araberdame sehr ernst, denn ich hatte in der Vergangenheit bereits Bekanntschaft mit ihren Reisszähnen gemacht. Irony schien aber durch das Einschreiten ihrer Mutter eher verwirrt als beruhigt. Sie versuchte ja nicht, uns zu entkommen, im Gegenteil; sie kam immer wieder heran um uns erneut herauszufordern. Dabei hätte sie sich ohne Probleme hinter ihrer mürrisch Schweifschlagenden Mutter verstecken können. Es war wichtig, ihr jetzt den nötigen Respekt beizubringen, denn offenbar war dieses Stutfohlen geistig schon weiter als die anderen und testete bereits aus, wie weit sie mit uns Zweibeinern gehen konnte. Ich besänftigte Islah mit ein paar Karottenstücken, als sie uns gerade etwas in Ruhe liess. Zu allem Überfluss schwenkte ihr Verhalten aber nun in Futterneid um, sodass sie Irony in die Seite kniff, als das Fohlen an den Karottenscheibchen schnuppern wollte. Ich beschloss, dass es besser war, den beiden erstmal eine Pause zu geben, bevor noch jemand verletzt wurde.
      Argenté Noir war da unkomplizierter. Sie frass ungestört weiter und liess uns ohne zu zicken mit ihrem Fohlen spielen, als sei sie froh, dass sich mal jemand anderes um den Wildfang kümmerte. Daydream of Money war heute frech wie Oskar und klaute Rosie sogar einmal das Halfter. Sie konnte schon jetzt geschickt rückwärtsgehen und abdrehen, was von gutem Gleichgewicht zeugte. Ausserdem war sie kräftig und ein ziemlicher Brocken, aber nicht zu dick. Sie bewies auch den anderen Fohlen gerne ihre Stärke, indem sie bei fast jedem Spiel gewann. Sogar den beiden Vollblut Hengstchen konnte sie das Wasser reichen. Ebenso dominant wie sie mit ihren Fohlenkumpels umging, versuchte sie auch mit uns Menschen zu sein. Sie wird bestimmt nicht leicht einzureiten sein, überlegte ich schmunzelnd. Die Hinterbeine gab sie uns aber überraschend gut, was für mich darauf hinwies, dass sie durchaus kooperativ war.
      Skydive war allen anderen Fohlen bereits Meilen voraus, denn Lily konnte es nicht lassen, fast täglich mit ihm zu üben. Ich musste meine neunjährige Nichte richtiggehend bremsen, damit sie ihn nicht überforderte. Dann wiederum sah ich, wie Dive jeweils bereits neugierig die Schnauze über den Rand des unteren Teil der Boxentür hob und Lily begrüsste. Also hatte er die vielen bunten Gegenstände, die sie ihm mitbrachte, wohl bereits als harmlos und eher spannend abgestempelt. Im Moment war Lily noch bis fünf Uhr in der Schule, aber sie hatte mir heute Mittag schon aufgeregt erzählt, dass sie heute mit ihm Ballspielen wollte. Ich hatte daraufhin mal ein ernstes Wörtchen mit ihr reden müssen, weil wir sonst riskierten, dass Skydive durch das viele Training zu frech wurde. Sie hatte sich daraufhin einverstanden erklärt, sich vorläufig wieder auf Streicheleinheiten zu beschränken. White Dream war glücklicherweise sehr ausgeglichen und nachsichtig mit den beiden, sodass ich mir keine Sorgen um irgendwelche Verteidigungsmechanismen ihrerseits machte.
      Und dann waren da noch die kleinsten im Bunde: Arctic Alinghi und Glenn’s Cookie. Sie waren sowieso eher Plüschtiere, als richtige Pferde und man konnte die beiden problemlos wie einen Hund hochheben. Allerdings durfte man dabei nicht vergessen, dass es sich eben doch um richtige Tiere handelte, die genauso sorgfältig wie die anderen an Neues gewöhnt werden mussten. Dressy Miss Allegra, die schon etwas älter und grösser war, spielte sehr ausgiebig mit ihren beiden ‚Geschwistern‘. Sie war vor deren Geburt für ein paar Wochen die Jüngste gewesen und hatte höchstens unsanfte Raufereien mit Tiki und Kiwi bekommen, die nun als bald Dreijährige übrigens schon ziemlich hochgewachsen waren (natürlich im Mini Pferdchen Format gemeint). Nun konnte sie ihre armen beiden Baby-Geschwister rumschubsen, wie es die anderen mit ihr selbst getan hatten. Auch ihnen zogen wir geduldig die Halfter an und aus, bis es problemlos klappte. So sehr ich es auch wollte - ganz ernstnehmen konnte ich die kleinen Fellkugeln dann doch nicht.
      Abendspaziergang
      Eine herrliche Abendbrise wehte mir ins Gesicht und wischte mir die Haare von den Schultern. Der Himmel färbte sich langsam dunkel und die Grillen gaben fleissig ihre Konzerte. Um mich herum waren Lily, Jonas, Parker, Lewis, Rosie, Ajith und Quinn versammelt. „Hey Lily“, rief Jonas zwinkernd. „Was?“ und „What?“, antworteten meine Nichte und meine Mitarbeiterin gleichzeitig. Jonas lachte schelmisch. „Du heisst nicht Lily, sondern Parker, schon vergessen?“ „I’m about to…!“ „…Kiss me?“ „Throw you to the dogs.“ „Ich befürchte, die werden ihn höchstens zu Tode schlabbern“, mischte ich mich ein. „Warum denn so empfindlich Parker?“, stichelte Lewis. „Stop nettling her!“, rief Rosie empört. „It’s only because she wants to hang around with that hottie from the pool rather than with us”, erklärte Lewis. “I totally get why! Who would want to hang around with you guys anyways?” “Aww you’re so cruel Rosie! Don’t you know I have a low self-esteem?” Sie schnaubte nur und fasste Parker bei der Schulter, dann begannen die zwei möglichst offensichtlich zu tuscheln. Quinn, die unbeteiligt daneben stand, zogen sie ebenfalls in ihren kleinen Kreis, obwohl sie darüber nicht sehr begeistert wirkte. „That’s unfair ladies! We want to listen as well, don’t we Ajith?“, rief Lewis empört. “He definitely wants to hear what Quinn has to say”, scherzte Jonas. Ajith verneinte vehement, doch seine Reaktion war ganz schön verräterisch. Ich ahnte, wohin das führen würde und unterbrach das Theater deshalb. “Stop it now folks, back to work.“ Ich meinte einen Anflug von Dankbarkeit in Ajiths Blick zu sehen, kümmerte mich aber nicht weiter darum. Jonas hob erstaunt die Augenbrauen. „Du nennst einen Spaziergang Arbeit?“ Ich ignorierte ihn, weil ich nicht erneut eines seiner Spielchen lostreten wollte und lief voraus zum Hauptstall. „Lewis, you take Devil and Dolly. Jonas, I bet you want Piontless and Snowflake.” “Are you kidding me? She’s gonna kill me!” “Excactly.” “Hey!” Die anderen lachten herzhaft und Lewis klopfte Jonas auf die Schulter. „I get your Playstation, right budd?“ „Yea, love you, too.“ Ich fuhr fort: “Rosie takes Cassy and Counterfire, Quinn gets Indiana and Mambo. Lily can take Dream and Skydive –“, ich wurde von einem Jauchzen unterbrochen, „Parker, Ajith and I take Shira, Primo and Penny.” In diesem Moment hastete Thomas um die Ecke. “I’m sorry, I my mum called and I forgot the time boss…” “It’s allright Tom. Just grab Riven’s halter – you’re gonna take her.”Er nickte und führte meinen Befehl sofort aus. Auch wir anderen holten unsere Pferde raus und brachten sie nach draussen. Zur Sicherheit zogen wir den Fohlen auch Halfter an und führten sie am Strick mit, damit sie nicht in der Dunkelheit verloren gingen. Dann Machten wir uns auf dem Weg zum Fluss. Die Stuten, Youngsters und Fohlen fühlten sich in der Herde sicher, also erschreckte sie kaum etwas und sie liessen sich brav führen. Wir überquerten die Brücke und folgten dem Feldweg in Richtung Whispering Creek Farm. „My god, what happened here?“, fragte Rosie erschrocken, als sie die verlassenen, mit Efeu überwucherten Gebäude sah. „Hast du das nicht mitbekommen? Die Besitzerin ist damals bei der Geschichte mit dem Serienkiller umgekommen. Seither wohnt hier niemand mehr, und ihre Familie hat das Gelände noch nicht verkauft, warum auch immer. Es ist total schade um die hübschen alten Stallungen, aber was soll’s...“, erklärte ich. Sie wirkte nachdenklich und ihr Blick wanderte über das Gelände. „Can we go check it out?“, schlug sie plötzlich vor. „Why? I’m not sure we are allowed to go there…” “No one will see us.” Solch eine Antwort hätte ich von keinem der Pfleger weniger erwartet als von ihr. Völlig baff hakte auch Lewis nach: „Rosie, are you okay? I mean, you would never just break into someones backyard, would you?“ “Don’t be ridiculous. I just want to have a quick look at the inside”, sprach sie forsch. Nach einer Weile fügte sie hinzu: “I like old Buildings, that’s it.” Ich fühlte mich noch immer georfeigt. Das ist nicht die Rosie, die ich kenne. Ich habe sie noch nie so kalt erlebt… Doch im nächsten Moment kehrte ihre warme, helle Stimme zurück und sie meinte: „Come on guys, it will be okay. We’ll just go around it and then continue in the Forest.” “Fine”, beschloss ich. Aber nur kurz. Wir führten die Pferde auf einen verwachsenen Kiesweg, der auf den verlassenen Hof abbog. Man erkannte im Dunkeln gerade noch, dass der Weg in einen kreisförmigen Bogen mündete. Eigentlich ganz hübsch, stellte ich fest. Rosie lief mit Cassy und Counterfire zügig voraus und sah sich gründlich um. Sie schien vollkommen auf die Gebäude konzentriert und achtete nicht mehr auf uns. Wir blieben etwas zurück und warteten auf dem Kiesweg. Nach einer gefühlten Ewigkeit kehrte sie zurück, mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht. „Thanks, I really appreciated that. Let’s go on.“ Ich nickte, noch immer etwas verwirrt und führte die Gruppe in den Wald. Es war schon etwas unheimlich, im dunkeln durch den Stillen Wald zu spazieren. Doch wir hatten ja eine ganze Gruppe schnaubender Pferde dabei, deren Hufgeklapper die Stille ausfüllte und weniger bedrohlich machte. Die Fohlen blieben eng bei ihrer Mutter, als fürchteten sie sich vor Wildschweinen und Rehen. Dabei wussten sie noch nichteinmal, dass es so etwas gab.
      Wir kamen später als gedacht zurück und versorgten die Pferde sofort, damit die Fohlen schlafen konnten. Im Nachhinein fragte ich mich, ob der Spaziergang so spät abends eine gute Idee gewesen war, aber ich hatte nunmal die Hitze des Tages und die Fliegen meiden wollen. Ich sah noch auf der Junghengstweide vorbei um zu kontrollieren, ob alle zufrieden waren. Vorsichtig öffnete ich das Tor einen Spalt breit und spähte hinein. Simba und Merino lagen nebeneinander im Stroh und zauberten ein Lächeln auf mein Gesicht. Es war so schön zu sehen, dass sich die beiden Junghengste so gut verstanden. Life stand etwas abseits mit aufgestütztem Huf und hängender Unterlippe. Caruso lag neben der Heuraufe und hatte den Kopf tief im weichen Stroh versenkt. Seine Flanke bewegte sich ruhig auf und ab. Ich schlich mich davon und lief zurück zum Haus. Eine dunkle Silhouette zwischen den Bäumen fiel mir auf. Ich ging näher ran um zu erkennen, wer es war. „…that is correct. Thank you Bill, I trust that you take care of everything. I want it done as soon as possible. And make sure to be kind, it is very important that they sell it to us. Good night.” Ich traute meinen Augen und Ohren kaum. “Rosie??” Sie antwortete ruhig: “Oh, Occu, I thought you already went to bed.” Wieder diese ungewohnt bestimmte, ungerührte Art, bemerkte ich. Bevor ich den Mund öffnen konnte, gab mir Rosie die lange Antwort auf das, was mir auf der Zunge lag. „I grew up at the Wilkinson Estate just outside of London. My family has always been very wealthy and the family’s fortune was passed on from generation to generation. When I was eighteen, my parents asked me, what I wanted to become. All I could think of was living a simple life somewhere in the countryside, and having a lot of friends. Sure, that was no answer they wanted to hear. But since we live in a different century now than they grew up in, they had to let me become what I decided. So I packed my things and went to a near farm to work there. Soon I started to like the horses there so much, that I became a jockey, because thoroughbreds I always liked the most. And that’s how I ended up here. Even tough I left home and started to fulfill my dreams, my parents still like me a lot, because I’m their only child. They promised that if I needed anything, I just had to call them. That was what I did just a moment ago, when I talked to Bill, our servant. I will buy that ‘Whispering Creek Farm’.” Ich musste erstmal verdauen, was sie mir da erzählt hatte. Rosie? Aus einer einflussreichen, mächtigen Familie? „Why didn’t you tell anybody?“ „Because I feared that I would only find friends because of where I come from, not who I am.” Ich schwieg einen Moment um meine Gedanken zu ordnen. Dann fragte ich entschlossen: “So you’re gonna leave Pineforest?“ „Sadly, yes. But it would be an honour for me if my little Farm could work together with Pineforest as close as possible.“ Ich lächelte gerührt und versicherte, dass mir nichts lieber wäre. „I have always enjoyed having you as one of my Jockeys, so I would be glad to know that you will ride my thoroughbreds even in the future. I think you have great talent and the horses clearly like you aswell.” “And you were the best Boss I’ve ever had, Occu. I thank you for this great time I already had and that is yet to come.” Ich wünschte ihr eine gute Nacht und begab mich ins Haus. Ob sie wohl den Pflegern jetzt alles erzählt?, überlegte ich, während ich die Zähne putzte. Den ganzen Abend stellte ich mir vor, wie die Ranch renoviert aussehen würde und ich freute mich immer mehr auf die Zukunft, die vor uns lag.
      Heisse Gemüter
      Es waren zwei Wochen vergangen, seit Rosie die ‚Wilkinson Ranch‘, wie sie nun alle nannten, übernommen hatte. Rosie hatte sich eigentlich zuerst gegen den Namen gewehrt, doch am Ende siegte der Gruppendruck, indem die Pfleger etwas Geld für ein grosses Holzschild mit dem entsprechenden Schriftzug zusammengelegt hatten. Sie hatten die Nachricht von dem gelüfteten Geheimnis um Rosies Herkunft gar nicht so erstaunt wahrgenommen. Lisa hatte sogar steif und fest behauptet, sie habe die ganze Zeit über so etwas vermutet – was ihr natürlich keiner glaubte. Jedenfalls war Rosie mittlerweile täglich auf ihrer Ranch und schuftete ebenso viel wie die Arbeiter, die sie bestellt hatte. Auf Pineforest vermisste man sie inzwischen schon etwas. So erwischte ich zum Beispiel Oliver beim organisieren des Morgentrainings, ausnahmsweise auf Deutsch: „Quinn reitet statt Cool Cat Spotted Timeout, ich weiss nicht welche Idiot das wieder falsch eingetragen hat. Rosie kann Cat stattdessen übernehmen.“ „Ehmm Boss, Rosie is, ehh…“, meldete sich Thomas scheu. „Yes yes, fine. Ich kann mir auch nicht alles merken hier. Na gut, dann nimmt eben April Cool Cat.“ „But I already ride Caspian!“ „All of you – you drive me nuts! And just because of a certain lady that thinks that she can quit and leave all of a sudden – and a certain boss here doesn’t even stop her!“, rief Oliver aufgebracht aus. Alle schwiegen, bis er sich beruhigt hatte und fortfuhr. Ich wusste ganz genau, dass er es in Wirklichkeit einfach sehr bedauerte, dass Rosie nun nicht mehr 100% für Pineforest zur Verfügung stand. Aber geschäftsorientiert wie er war, versuchte er einfach darüber hinwegzusehen und weiterzumachen. „However. Rita, if I remember it correctly, you have no horse to ride in the first group, have you?“, fragte Oliver mit sarkastischer Stimme. Rita nickte unsicher. “Good. Then go get Cool Cat. All of you – move! Before I make you!” Ich sah ihn streng an, doch wenn er schlechte Laune hatte (was heute mehr als offensichtlich der Fall war) liess man ihn am besten einfach in Ruhe seinen Job machen. Ich begab mich zu Sundays Box. Viel zu lange hatte ich den Braunen nicht mehr im Training geritten, weil ich immer andere Pferde auf der Liste gehabt hatte. Doch diesen Monat waren wir endlich wieder zusammengewürfelt worden. Ich führte den braunen Hengst in die Stallgasse und stellte ihn zwischen Gleam of Light und Spotted Timeout. Dann begann ich wie immer damit, sein Fell gründlich durchzustriegeln. Heute wollte er anscheinend nicht besonders gekrault werden, denn er verzog weder die Lippe, noch legte er den Kopf schief, wie er es sonst so oft tat, wenn ich beim Widerrist angelangte. Ich zuckte mit den Schultern und machte weiter. Das Fell des Braunen war kurz und schimmerte schon nach wenigen Bürstenstrichen wieder wie frisch ein gesprayt. Auch der Schweif liess sich ohne grossen Widerstand kämmen. Ich sortierte ein paar Strohhalme aus dem ordentlich geschnittenen, schwarzen Langhaar heraus, dann ging ich zu den Hufen über. „Occu, can you have a quick look? Sumerian has a scratch…“, rief Thomas um die Ecke. Ich liess den Hufkratzer liegen und ging nachsehen, was er meinte. Innerlich betete ich: bitte nicht noch ein Pferd das verletzt ist! Es reicht schon, dass Winter und Iskierka den ganzen letzten Monat ausgefallen sind! Doch meine Sorge wurde gelockert als ich sah, dass es sich tatsächlich nur um eine oberflächliche Blessur am Sprunggelenk handelte. Vermutlich hatten die Stuten auf der Weide wieder miteinander gezickt. Trotzdem besprühte ich die Wunde mit etwas Silberspray, um die Fliegen und den Dreck fernzuhalten. Dann widmete ich mich wieder Sunday, der bereits ungeduldig scharrte. „Du kriegst nix, Kumpel. Erst nach der Arbeit“, stellte ich mit gehobenem Finger klar, aber natürlich nützte das nichts. Ich stupste ihn an und sagte deutlich „stop it“, woraufhin er tatsächlich aufhörte. Nun konnte ich bereits Satteln und zäumen. Die Anderen waren ähnlich weit, sodass wir alle etwa gleichzeitig das Gebäude verliessen und die Pferde zum Aufwärmen auf die Galoppbahn ritten. Hier blieben wir erstmal fünf Minuten im Schritt, danach folgte zehn Minuten lockerer Trab und schliesslich begaben wir uns zur Rennbahn. Einer nach dem anderen wurde in die Startboxen geführt. Bei dieser Gruppe fand das Training eigentlich bloss noch zur Erhaltung, nicht mehr zum Neuaufbau von Muskeln statt. Diese Pferde waren schon so gut ausgebildet und durchtrainiert, dass man gar nicht mehr viel steigern konnte. Deshalb erlaubten wir uns mit ihnen auch öfter spassige Ausritte anstelle anstrengenden Trainings. Während den ausgiebigen Galopps im Gelände oder dem Schwimmen im Bach wurden die Muskeln schliesslich auch fit gehalten. Trotz des zum Teil jahrelangen Trainings hatte aber immer noch der ein oder andere unangenehme Macken, an denen wir wohl doch noch bis zum Ende der Rennkarriere feilen mussten. Beispielsweise zeigte sich mein Sunday wieder von seiner besten Seite: Ajith wollte ihn wohl für seinen Geschmack etwas zu hastig in die Startmaschine führen, sodass der Versuch damit endete, dass der Hengst stieg und sich beinahe den Kopf anstiess. „Dass du immer gleich Männchen-machen musst, sobald dir etwas nicht passt“, tadelte ich laut, zum Vergnügen der anderen Jockeys. Beim zweiten Versuch klappte es, indem Ajith dem Hengst genug Zeit gab, sich alles anzusehen. Als hätte er es nicht schon 1000 mal gesehen… Aber auch Sumerian hatte mal wieder nen Zickenanfall, und das ausgerechnet beim Start. Anstatt anständig abzudrücken, schoss sie aus der Box und keifte Campina an, die prompt erschrak und einen Seitensprung gegen Cool Cat machte, der durch den Zusammenprall wiederum beinahe stürzte. Wir brachen ab und bremsten die Pferde. Oliver schüttelte genervt den Kopf. „Thomas, what was that? Weren’t you supposed to control your horse? Instead you are dreaming again! I saw that coming since you entered the box!” Und warum hast du dann nichts gesagt? Diese Frage stand Tom förmlich ins Gesicht geschrieben, doch er wollte nicht noch mehr Ärger provozieren und murmelte bloss „sorry Oliver“. Ich war froh, dass er sich unter Kontrolle behielt, denn er zählte normalerweise auch zu den eher heisseren Gemütern auf dem Hof. Eine Meinungsverschiedenheit zwischen den beiden wollte ich nicht erleben.
      Beim zweiten Anlauf klappte es: Sumerian musste ganz aussen Starten und Tom hielt die Zügel straff genug, dass er sofort reagieren konnte, falls die Stute erneut den Kopf drehen wollte. Die Klappen flogen auf und die Pferde sprangen los. Ich krallte mich in Sundays Mähne fest, als der Hengst mit ein paar gewaltigen Galoppsprüngen beschleunigte. Zu sehr liess ich ihn aber noch nicht vor, denn die Kraft musste er sich für den Finish sparen. In jedem Trainingsrennen achteten wir auf dieselben Spielregeln wie bei einem richtigen Rennen, damit sich die Pferde an den Ablauf gewöhnten und später besser kontrollierbar waren, wenn es mal drauf ankam. Wir blieben alle dicht beieinander bis wir eine ganze Runde um die Bahn durchritten hatten, dann folgte die letzte Gerade. Aus der Kurve heraus liess ich Sunday ziehen. Dicht neben mir gab auch Parker Light den Kopf frei. Ich konzentrierte mich so sehr auf diese Seite der Bahn, dass ich nicht bemerkte, wie Cool Cat auf der anderen überholte. Als ich wieder nach vorne sah, sah ich seinen Schweif direkt vor uns wehen und erkannte, dass Rita uns blockieren wollte. Ich zog Sunday auf eine Bahn weiter aussen und duckte mich tief in seine Mähne, doch den Abstand konnte ich in der kurzen Zeit bis zur Zielmarkierung nicht mehr wettmachen. Light konnte sich noch etwas weiter vorschieben, also kamen wir als dritte ins Ziel. „Not bad Rita, it was clever to block Occu and Sunday. But if you try this over a longer distance you probably won’t come away so easily. They were already catching up again and Cat lost all his power during that sprint”, wertete Oliver kurz darauf beim Abkühlen aus. “Sumerian and Spot have to start the final run earlier; they have enough strength to do that. And Campina plus Caspian need a little bit more condition.”
      Wir brachten die erste Gruppe in den Freilauftrainer, damit sie noch etwas länger Schritt laufen konnten. Dann holten wir die nächsten sechs Kandidaten: Chiccory, Winter, Iskierka, Painting Shadows, Sympathy und Shades of Gray. Mein Liebling Winter und Zicke Iskierka liefen wegen besagtem Trainingsrückstand hier mit. Winter hatte sich auf der Koppel bei einem Gerangel mit Neuankömmling Rosenprinz eine üble Schramme am Vorderbein zugezogen, durch die er einige Tage etwas unsauber lief. Ich gab ihm daraufhin gleich einen ganzen Monat Pause, denn Beinverletzungen waren bei den Rennpferden immer heikel. Iskierka hingegen hatte erhöhte Temperatur und Nasenausfluss gehabt, vermutlich eine leichte Grippe, die sie sich bei einem Handicap in London eingefangen hatte. Ärgerlich – aber jetzt ging es ihr dank der führsorglichen Pflege von Ajith wieder gut. Sie hatte uns allen richtig Sorgen gemacht, denn sie war so aussergewöhnlich lieb und ruhig gewesen. Ich musste jetzt noch schmunzeln, obwohl es ja eigentlich nicht lustig gewesen war. Sympathy wurde wie versprochen vorsichtig wieder hochtrainiert, jetzt da ihr Fohlen entwöhnt war. Sie machte sich besser als ich gedacht hatte und kam langsam aber sicher zu ihrer alten Form zurück. Trotzdem war es mit dem ganzen Trainingsverlust und in ihrem Alter nicht mehr ganz so einfach, mit den jungen Fliegengewichten mitzuhalten, die jetzt immer mehr aufstiegen. Paint war schlicht und ergreifend in dieser Gruppe dabei, damit überall etwa gleich viele Pferde liefen. Das Trainingsrennen entschied Gray für sich, und bewies mir damit, dass sie reif für die geplanten Einsätze am Wochenende war.
      Die letzte Gruppe bestand aus den Jungspunden Caligari, Kaythara, Ciela, Cassiopeia, Pointless und Framed in History. Wir bereiteten sie vor, während die vorherige Gruppe in die Führanlage kam; ausser Iskierka – die durfte unter’s Solarium, was sie sichtlich genoss. Cassy war bei weitem noch die pummeligste, denn sie hatte ja auch als eine der letzten abgefohlt. Auch ihre Kondition liess etwas zu wünschen übrig, sodass sie heute als abgeschlagene Letzte ins Ziel bretterte. Kaythara hingegen hatte ein absolutes Formhoch und gewann mit unglaublichen vier Längen Vorsprung und einem neuen persönlichen Bahnrekord. Und dann war da noch Pointless. Sie ging nicht zuletzt durchs Ziel, aber ihre Leistung war nicht gerade schön anzusehen gewesen. Schon bei der Startbox hatte das Gezanke wieder angefangen, und die darauffolgenden 500 Meter waren für mich, die sie abgesehen von Oliver als einzige reiten durfte, ein unangenehmer Kampf gewesen. Doch danach hatte die Stute der Ehrgeiz gepackt; anders konnte ich es mir nicht erklären. Sie hatte die Ohren nach hinten geklappt und sich plötzlich gestreckt, als würde sie verfolgt werden. So waren wir mit dem für ihren Trainings(rück)stand unglaublichen vierten Platz durchgekommen. Doch kaum wollte ich sie bremsen, war alles wieder beim alten: sie schüttelte den Kopf, schlug unwillig mit dem Schweif und stampfte unzufrieden, sobald ich sie in den Schritt gebremst hatte. Oliver war erstaunlich zuversichtlich: „I think it was much better than last time. The foal-break was definitely the right thing to do with her.” Ich nickte nur und dachte insgeheim: das lässt sich leicht sagen, wenn man nicht selber oben sitzt. Wir versorgten auch diese Gruppe. Es wurde jetzt langsam warm, denn es war bereits acht Uhr morgens.
      Am Abend schickte ich dann Coulee zusammen mit Rosenprinz auf die Bahn. Quinn und Parker ritten die beiden. Ich hatte das Gefühl, dass Coulee durch Quicks Anwesenheit viel ruhiger und selbstbewusster war. Die beiden waren quasi zusammen aufgewachsen und hatten sich anscheinend furchtbar vermisst. Jedenfalls grunzte Coulee dem hübschen Falben bei jeder Gelegenheit zu, und meist bekam sie auch eine Antwort. Coulee war auch auf der Bahn wie ausgewechselt, seit Quick mit ihr trainierte. Sie hatte wieder mehr Ehrgeiz, mehr noch, als nach meinen unzähligen Motivierungsversuchen. Ich war sichtig glücklich, wenn ich den beiden zusah. Das einzige, was meine Stimmung noch immer trübte, war die ehemalige Box von Stromer. Caspian stand jetzt darin – überhaupt hatten wir die Boxenordnung etwas umgestellt, weil in Zukunft Cantastor, Empire, Fly Fast, Fajir und Muskat bei Rosie untergebracht werden würden. Sie gehörten noch immer mir, aber sie durften aus praktischen Gründen dorthin ziehen. Fly ging auf Wunsch von Rosie mit, denn er war immer schon ihr Liebling gewesen.
      Ich sah noch rasch nach Mikke und Indiana. Die beiden waren ausgeritten worden und machten einen zufriedenen Eindruck. Den ‚Verlust‘ ihrer Fohlen hatten sie wohl einigermassen überstanden. Auch Dublin war heute nicht mitgelaufen, wie schon die letzten paar Wochen. Grund dafür war, dass sie ein Fohlen von Sacramento erwartete und ich ihr das Training langsam nicht mehr zumuten wollte. Zufrieden löschte ich das Licht um zehn Uhr und verschwand ins Haus.
      [​IMG] S-S*
      “Occu, Paint has remarkably improved in both speed and strength. I almost believe she was never better“, überlegte Oliver laut. „Guess you’re right. See, back then I told you it would be too early to retire her just because of that weak leg.“ „Das geht nicht, ein Rennpferd kann kein Comeback nach Beinproblemen haben. Das ist einfach nicht möglich“, hatten sie gesagt. „Sie wird nie mehr dieselben Leistungen bringen wie zuvor.“ Ich sah in die eisblauen Augen der Stute. Ihr Blick war kein bisschen müde oder ausgebrannt, sondern entschlossen wie eh und jeh. Sie zuckte gelangweilt mit der Unterlippe und stampfte zwischendurch ungeduldig. Ihre Vorderbeine waren schlank und wohlgeformt, die Sehnen frei von Knubbeln und schön strukturiert. Defying the odds? Challenge accepted. „It was mainly your hard training, that made this possible.“ Oliver klopfte mir auf die Schulter und meinte scherzend: „Of course. She’s one of my favourite athletes – those are the ones, who suffer the most.“ Ich grinste und klopfte der Stute Mitleidvoll auf den Hals. „You’re gonna ride her by your self today, right?“, fragte Oliver, die Antwort bereits kennend. „Schau, dass du sie wirklich forderst, sie darf ruhig an ihr Konditionslimit kommen. Wir müssen sie weiterhin hart rannehmen, damit sie trotz ihres zunehmenden Alters mit den Jungspunden mithalten kann.“ Ich nickte, erstaunt, dass er sich die Mühe machte auf Deutsch mit mir zu reden. „You wanna practise your language skills or what? I can speak perfect English u know”, neckte ich ihn. Wir lachten und ich wandte mich wieder Painting Shadows zu. „Alright baby, we’ll do this.“, sagte ich leise und liebevoll zu ihr. Ich striegelte und bürstete sie gründlich; auch am Bauch, wo sie etwas kitzlig war. Das Langhaar pflegte ich, bis man mit den Fingern ohne hängenzubleiben hindurchfahren konnte und es wieder seidig glänzte. Die paar weissen Strähnen die sie im Schweif hatte, sahen ein wenig aus wie altersbedingte Grauheit, aber irgendwie passten sie doch ganz gut ins Gesamtbild der jungen Stute. Sie liess mich ihre Hufe ohne Probleme auskratzen und hielt auch still, als ich ihre Nüstern mit dem Schwamm reinigte. Obwohl es erst halb sechs Uhr war, fühlte ich mich fit und wach nach unserem Entscheid. Auch Paint war es gewohnt, früh aufzustehen und dafür über den Mittag noch ein wenig zu dösen, wie es die allermeisten meiner Vollblüter taten. Ich massierte die Schulter des nachtfarbenen Vollbluts, um allfällige Verspannungen zu lösen und es fit für die bevorstehende Anstrengung zu machen. Die intelligente Stute drehte den Kopf und zeigte mir mit der Schnauze, dass eine Stelle am Vorderbein sie juckte. Ich kratzte und knetete; die Stute verzog genüsslich die Oberlippe. Ich prüfte auch gleich, ob ihre Hufe schön kühl und die Strukturen alle intakt waren. Dann bandagierte ich alle vier Beine mit Paints anthrazitfarbenen Bandagen, sodass sie schön gleichmässig und fast wie aufgemalt aussahen. Ich fand, dass sie ihr äusserst gut standen, doch in erster Linie dienten sie natürlich dem Schutz der Beine. Im Training trugen die meisten der Rennpferde Bandagen, mit Ausnahme derjenigen, die sie nicht mochten und dadurch abgelenkt wurden. Nun holte ich Paints Sattel und Zaumzeug. Es war ziemlich neblig draussen wegen der hohen Luftfeuchtigkeit und wegen des nahen Flusses. Auch kam es mir heute Morgen zum ersten Mal wieder richtig frisch vor, sodass ich beschloss, die Nierendecke mitzunehmen. Als erstes legte ich das Gelpad auf Paints Rücken. Dann warf die königsblaue Decke darüber, darauf achtend, dass nichts verrutschte. Ich zupfte sie zurecht, dann legte ich den Trainingssattel auf, der etwas schwerer und stabiler als der richtige Rennsattel war. Ich befestigte den elastischen Gurt auf der rechten Seite und legte dann von links her die Schaumstoffunterlage darunter, ehe ich den Gurt anzog. Nun folgte der Übergurt, der ein Verrutschen des Sattels verhinderte. Er wurde ordentlich über die Mitte des Sattels und den ersten Gurt gelegt, sodass man von aussen fast nicht sah, dass zwei elastische Bänder vorhanden waren. Nun legte ich noch den Lederriemen um ihren Hals, an dem ich mich beim Start und zwischendurch festhalten konnte. Ich holte meinen Helm und die Jockeybrille und kleidete mich damit ein, bevor ich Paint zäumte und rausführte. In unserer Gruppe waren auch Iskierka und Winter, die nach ihren Wehwehchen wieder voll einsatzfähig waren; ausserdem Sympathy of the Devil, Coulee, Rosenprinz und Pointless. Rosenprinz war nur dabei zum Konditionsaufbau für seine Military Karriere, von ihm erwartete ich keine Bestzeiten. Wir stiegen alle auf und folgten Lisa und Moon, die heute als Trackpony im Einsatz war, zur Bahn. Beim Galoppweg bogen wir ab und trabten an. Zunächst wärmten wir die Vollblüter auf einer ganzen Runde im Trab auf, allen voran ging wieder Moon. Dann folgte eine Runde flotter, aber kontrollierter Canter auf der richtigen Rennbahn, wobei wir in Zweiergruppen nebeneinander blieben. Es war auch eine Gehorsamkeitsübung für die Pferde, die wohl am liebsten einfach im Renngalopp davongeschossen wären. Moon war inzwischen wieder verschwunden – Lisa und sie gingen heute noch ins Gelände. Wir formierten uns nun, noch immer im Galopp, zu einer Front, bis alle etwa auf gleicher Höhe waren. Ein ‚freier Start‘. Auf Olivers Kommando hin, der neben der Null-Marke der Bahn stand, starteten wir das Trainingsrennen. Es ging weniger darum, wer dabei gewann, sondern vielmehr um die individuellen Intervallziele der einzelnen Pferde. Wir ritten in einem ordentlichen Grundtempo und bauten alle paar Hundert Meter Sprints ein, die die Vollblüter in einer gewissen Zeit durchlaufen mussten. Kontrollieren taten wir das mit Gefühl und mit Armbandstoppuhren. Über die letzten zwei furlongs, also 400 Meter, wurde nochmal alles gegeben, wobei es auch hier eine Mindestzeit gab, die wir einzuhalten versuchten. Gemäss dem aktuellen Trainingsstand kam Iskierka als erste durchs Ziel. Danach folgten Winter und Paint. Pointless war mal wieder am rumzicken, schaffte es aber trotzdem, vor Devil im Ziel zu sein. Potential hatte sie eben doch genug, nur an der Einstellung mussten wir arbeiten. Devil war noch immer rasch ausser Puste und hatte ordentlich geschwitzt, trotz der kühlen Temperaturen. Von Coulees Leistung war ich begeistert, denn die Stute hatte sich deutlich gesteigert, was für mich bedeutete, dass sie sich wieder zunehmend wohler fühlte auf der Bahn. Rosenprinz trudelte als letzter ein, hatte aber seine Leistung bestens erfüllt. Wir trabten die Pferde aus und ritten zum Hauptstall zurück. Der Nebel war verschwunden und die Morgensonne begann damit, die frische Luft langsam aufzuwärmen. Es war erst halb sieben, aber die Natur erwachte bereits in allen Ecken des Hofes. Es würde bestimmt wieder ein schöner Tag werden. Wir sattelten die Pferde ab und übergaben die Ausrüstung gleich der nächsten Gruppe, die schon in der Stallgasse blitzblank geputzt bereitstand. Ich ritt bei denen nicht mit, aber musste Coach spielen, weil Oliver diesmal im Sattel von Frame mit dabei war. Ausser Ihm waren noch Spotted Timeout, Chiccory, Shades of Gray, Cassiopeia und Sumerian mit dabei. „Die Nicht-Invalidengruppe“, scherzte Jonas, der Trackpony Calico ritt. Wir setzten jetzt wieder mehr auf die ‚Ponys‘, weil es gerade die Jungpferde deutlich beruhigte und einfach praktisch war. Ich folgte der Gruppe, die im Gänsemarsch zum Galoppweg ritt, nachdem ich Paint wie die anderen in die Führanlage zum Auskühlen gebracht hatte. Während sie sich eintrabten, plauderte ich mit Ajith, der es ebenfalls liebte, seinen Schützlingen beim Training zuzusehen. Er hatte während der ersten Trainingseinheit die meisten der neuen Pferde geputzt. Ohne ihn lief hier gar nichts. Das Training der zweiten Gruppe verlief reibungslos. Ich war immer froh, wenn alles so gut klappte, denn im Hinterkopf hatte ich immer die Bilder von stürzenden Pferden und wüsten Beinverletzungen. Der Rennsport war ein Risiko, das konnte niemand bestreiten. Aber Pineforest war bisher von solch dramatischen Bildern verschont geblieben, was sicherlich auch mit unseren sorgfältigen Trainingsmethoden zu tun hatte. So legten wir beispielsweise grossen Wert darauf, dass die Jungen Pferde genügend Muskeln aufgebaut hatten, bevor sie in höheren Rennen starteten, auch wenn sie die nötigen Geschwindigkeiten schon erreichten. Auch das Skelett und das gesunde Wachstum waren mir sehr wichtig, weshalb Tierärzte und Osteopaten regelmässig zu Routineuntersuchungen bestellt wurden. Mein Ziel war es nicht, möglichst viele Erfolge in kurzer Zeit zu erzielen, sondern vielmehr kontinuierlich ein ganzes langes Pferdeleben hindurch gute Leistungen zu sehen. Daher wurden Pineforests Rennpferde auch öfter Dressur geritten als andere – nämlich um die Grundlage für später und eine solide Ausbildung trotz Rennkarriere aufzubauen.
      Sumerian stach heute besonders hervor. Das Kraftpaket von Stute war mittlerweile so gut, dass Oliver und ich beschlossen, sie wie Caspian und Cool Cat in den höchstdotierten Rennen starten zu lassen. Mit ihren geschmeidigen, raumgreifenden Galoppsprüngen schien sie spielend leicht den Abstand zwischen sich und den anderen zu vergrössern. Nach dem Training lobte ich April dafür, dass sie Sumerian heute so gut geritten hatte. Auch diese Pferde wurden noch im Führkarussell abgekühlt, Cassy und Chiccory durften danach ausserdem unter die beiden Solarien.
    • adoptedfox
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      Es war Freitag und heute stand wieder viel auf dem Plan. Zuerst wollte ich ein Spezialtraining ausserhalb der Rennbahn mit den Vollblütern machen. Es ging dabei um ein ausgezeichnetes Training für die Hinterhand und den Gehorsam: Springen. Dran kamen One Cool Cat, Framed in History, Kaythara, Cabinet of Caligari, Sumerian, Sympathy of the Devil und Rosenprinz. Sie alle (ausser Rosenprinz natürlich) waren bisher nur beim Einreiten ein paarmal über Cavaletti gesprungen, also noch völlig unerfahren. Wir hatten deshalb für den Anfang ein paar niedrige, einfach anzureitende Steilsprünge und Kreuze aufgestellt. Wir ritten in der Halle, damit die jungen Pferde durch nichts abgelenkt wurden. Doch zuerst mussten wir natürlich Putzen und Satteln. Ich holte Sympathy aus ihrer Box und begann, dass grau gesprenkelte Fell zu bürsten. Die blauen Augen der Stute musterten mich dabei immer mal wieder – vielleicht hatte ich ja ein Leckerli in der Tasche. „Nach der Arbeit, meine Süsse“, murmelte ich nach einer Weile schmunzelnd. Ich kratzte die Hufe aus und entwirrte das Langhaar, dann holte ich auch schon den Sattel. Ich sah, dass Quinn und Rosie, die heute endlich auch mal wieder bei uns mitritt, auch schon fast fertig waren. Wir führten Sympathy, Frame und Kaya zur Halle. Vor dem Aufsteigen liefen wir noch eine Weile am Boden neben den Pferden mit und plauderten miteinander, denn wir hatten es ja nicht eilig, bis die anderen auch hier waren. Frame wollte immer wieder abbiegen und zu mir kommen. „Tut mir Leid, mein Grosser, du musst heute wiedermal bei Tante Quinn bleiben“, murmelte ich liebevoll zu dem Schecken. Ich wusste, dass er am liebsten mit mir arbeitete – das zeigte er allen anderen Pflegern immer überdeutlich. Aber ich konnte in nunmal nicht 365 Tage im Jahr babysitten. Ich hatte ausser ihm noch viele andere Lieblinge, die meine Aufmerksamkeit verlangten. Wenigstens akzeptierte er Quinn als Reiterin, nachdem sie mühsam sein Vertrauen gewonnen hatte. Charly, April, Parker und Rita kamen schliesslich ebenfalls in die Halle und wir stiegen allesamt auf, um unsere Pferde einzuwärmen. Elliot gab uns schon jetzt lockernde Lektionen vor. Bei ihm wurde jede Minute des Trainings ausgenutzt. Sympathy ging fleissig vorwärts und streckte sich sofort in die Triefe, wannimmer ich sie liess. Wir drehten Volten und übten ein paar Seitengänge. Ausserdem mussten wir viele Übergänge reiten und die Pferde in den Ecken korrekt biegen. Als auch das letzte Pferd entspannt mit den Ohren wackelte und ans Gebiss trat, begannen wir mit einem Kreuz. Rita und Rosenprinz machten es allen vor, denn der buckskin farbene Hengst kannte das Springen natürlich schon vom Military her. Trotzdem war es auch für ihn etwas anderes, den begrenzten Platz in der Halle ausnützen zu müssen. Ich ritt den beiden in gesundem Abstand hinterher, damit sich meine Stute gleich anhängen konnte. Sympathy wusste gar nicht so recht, wie ihr geschah: ich trieb sie darauf zu und versuchte, einfach mitzugehen ohne sie zu behindern. Ich begrenzte sie jedoch trotzdem ausreichend seitlich, damit sie nicht ausweichen konnte. Sie hüpfte etwas zögerlich über die bunten Stangen und machte danach ein paar Galoppsprünge, dann parierte ich sie in den Trab zurück und lobte sie ausgiebig. Hinter uns folgten Charly und Caligari. Kaythara wollte zuerst vor dem Kreuz abbremsen, doch Rosie trieb sie weiter, bis sie im Schritt darüber stolperte. Sie ritt danach gleich nochmal heran und diesmal klappte es. Manchmal scheint es, als müssten sie zuerst eine unsichtbare Mauer durchbrechen, überlegte ich schmunzelnd. Auch Frame wollte zögern, doch Quinn reagierte rechtzeitig und schickte ihn vorwärts. Er nahm einen etwas unschönen Satz über das eigentlich total niedrige Hindernis, aber immerhin landete er sicher auf der anderen Seite. „Aus dir wird wohl kein Springtalent“, bemerkte ich lachend an Quinn und den Schecken gewandt, als sie zu uns stiessen, um den anderen nicht im Weg zu sein. Nachdem alle das erste Hindernis überwunden hatten, fuhren wir mit einem Steilsprung fort. Danach folgten bereits zwei Steilsprünge hintereinander. Mehr mussten die Pferde heute noch nicht leisten; das reichte Elliot und mir für’s Erste. In den folgenden Wochen würden wir sie langsam an einen kleinen Parcours gewöhnen und uns danach wieder auf die Dressur konzentrieren.
      Zum Schluss gab es noch eine kleine Überraschung, im wahrsten Sinne des Wortes. Lewis, Lisa, Jason und Linda kamen mit fünf der Miniature Horses in die Halle. Lewis übergab Nachtfalke an Elliot, der ein überraschtes Gesicht machte. „Now it’s your turn. Show them how you do it“, erklärte Lewis grinsend. Er trabte mit seinem Lieblingsmini Kicks-a-Lot ein paar Runden auf der Volte, dann führte er sie auf das erste Hindernis zu und hüpfte mit ihr darüber. „Sehr elegant, Lewis!“, kommentierte ich lachend. „Kannst du das nachmachen, Elliot?“, meinte Lisa herausfordernd, und lief mit Lady Diva from the Sky hinterher. Auch Silhouette of a Rose und Papillon d’Obscurité waren dabei. Wir sahen noch eine Weile zu und bewerteten Elliots Springstil, dann versorgten wir die Vollblüter, die das Geschehen ebenfalls interessiert beobachtet hatten. Die Minis blieben noch in der Halle für ein ernsthafteres, halbstündiges Training.
      Moonlight Shadows
      Draussen war alles noch dunkel und still. Nebel lag bedrückend dicht über den Feldern und um die Gebäude von Pineforest Stable. Doch ich mochte diese Stimmung, sehr sogar. Es war als loyale Teil-Engländerin wohl mein ideales Klima. Ich hatte mich nie irgendwo mehr zuhause gefühlt als hier, auf diesem Hof mit meinen Pferden. Ein bisschen fröstelte es mich dann aber doch, als ich zum Hauptstall lief. Ich versteckte mein Gesicht in meinem Schal und rieb mir die Hände, bevor ich nach dem kalten Tor griff und es aufschob. Ich betätigte den Lichtschalter und lief zuallererst mit prüfendem Blick durch den Stall, um abzuchecken, ob die Pferde munter waren. Dabei hatte ich ein besonderes Ziel: Dublins Box. In ihr wartete nebst der Scheckstute eine wackelige, schwarze Gestalt, die gerade gierig nach der Milchbar suchte. Daedra war erst wenige Tage alt und trug eine warme Fohlendecke, damit sie einen Schutz gegen die Kälte hatte. Ihr kurzes, flauschiges Fohlenfell war da nämlich noch nicht besonders hilfreich. Liebevoll betrachtete ich die gekrümmten Tasthaare an ihrer Schnauze und die grossen Ohren. Die kleine stammte von Sacramento ab, wodurch sie zwei tolle Blutlinien vereinte. Sie hatte sicherlich eine grosse Zukunft vor sich. Ich lief weiter an den nächsten Pferden vorbei. Bei Pointless‘ leerer Box blieb ich abermals stehen. Sie fehlt mir sehr. Trotz allem Ärger den sie mir bereitet hat, haben wir doch viel zusammen erlebt und ich wollte ihr eine Chance geben. Ich bin gescheitert… Ich unterdrückte den Kloss, der sich in meinem Hals zu bilden drohte und setzte meinen Rundgang fort. Bisher hatte ich es nicht über mich gebracht, die Box von Pointless neu zu besetzen, doch das würde sich heute ändern. Denn heute wollten wir die zweijährigen Nachwuchsrennpferde in den Hauptstall bringen. Sechs Stück waren es, die von diesem Tag an den Ernst des Lebens kennenlernen mussten. Doch erstmal verlangten die bereits durchtrainierten Vollblüter meine Aufmerksamkeit. Die ersten Pfleger trudelten im Hauptstall ein und wir begannen mit den Stallarbeiten. Die erste Gruppe fürs Training machte sich bereit, bestehend aus Campina, Fly Fast, Sunday Morning, Spotted Timeout, Shades of Gray, Gleam of Light und Caspian. Wir hatten die Gruppenzusammensetzung erst gestern wieder den momentanen Rennleistungen der einzelnen Pferde angepasst und diskutiert, wer wo mitlaufen musste. Sympathy for the Devil, Iskierka, Coulee, Chiccory, A Winter’s Day, Painting Shadows und Cassiopeia bildeten die zweite Gruppe. Die Dreijährigen folgten in der dritten Gruppe, bestehend aus Sumerian, Framed in History, One Cool Cat, Cabinet of Caligari, Kaythara und Captured in Time. Nachdem alle drei Gruppen durch waren (ich selbst durfte immernoch nicht mitmachen, wegen meiner Rippen), war es endlich soweit. Ich liess es mir nicht nehmen, den nicht mehr ganz so kleinen Merino selbst hinauf in seine neue Box zu führen. Auf dem Weg zu den Weiden wechselte ich einen Blick mit Jonas, der im Nebenstall Heu verteilte. „Guten Morgen, Occu“, murmelte er lächelnd, und ich wusste genau, was ihn beschäftigte. Ich hatte ihm noch immer keine Antwort gegeben. Ich zögerte es seit Tagen hinaus und ging ihm aus dem Weg, weil ich mir immer noch nicht sicher war. Ich erwiderte seinen Gruss und stolperte dann rasch weiter, um den Anschluss zu den Pflegern nicht zu verpassen. Ajith schnappte sich Miss Moneypenny, Quinn übernahm Primo Viktoria und Parker fing Riven ein. Bevor die Jungstuten wussten, wie ihnen geschah, wurden sie aus der Weide geführt. Sie kannten die Prozedur, denn wir waren oft genug mit einzelnen Jungpferden aus der Gruppe spazieren gegangen. Trotzdem wieherte Dolly aufgeregt, während Shira, Thalia und Counterfire ihren Kolleginnen aufgeregt neben dem Zaun folgten. Ich beobachtete die Fohlen wie in Trance, dann konzentrierte ich mich wieder auf meine eigene Aufgabe – Merino. Die Junghengste hatten die Aufregung natürlich mitbekommen und waren nun ebenfalls etwas aufgewühlt. Sie bewegten sich dynamisch, sodass ich mir einen Moment lang Sorgen um klein Mambo machte, der als jüngstes Gruppenmitglied oftmals rücksichtslos angerempelt wurde. Wir beeilten uns mit dem Einfangen. Ich ging mit Merino voraus; hinter uns folgten April mit Simba Twist und Charly mit Bring me to Life. Die sechs bezogen ihre neuen Boxen und brauchten erstmal einen Moment um zur Ruhe zu kommen als sie realisierten, dass dies kein Spaziergang war.
      Ich kümmerte mich inzwischen um den ersten Neuzugang, der heute ankam. Es handelte sich um eine Vollblutstute namens Amira, die ich von Verena O’Connor gekauft hatte. Eigentlich hätte sie schon früher zusammen mit Yoomee ankommen sollen, doch sie wurde, warum auch immer, länger in der Quarantäne gehalten. Jetzt hatte sie jedenfalls endlich grünes Licht bekommen und stürmte aus dem Transporter auf den sicheren Boden. Offenbar hatte sie den langen Flug und den Transport bis hierher nicht sonderlich gemocht. Ich prüfte ihre Beine auf Verletzungen und bedankte mich bei Hans, der die kleine vom Flughafen her zu uns gebracht hatte. Die immer noch aufgeregten Stutfohlen waren natürlich gleich wieder voller Bewegung, als ich ihnen den Neuankömmling brachte. Ich beobachtete die Gruppe eine Weile, für den Fall, dass es Schwierigkeiten gab, doch wie immer beliessen die Zicken es bei ein paar Quietschern und Drohgebärden. Amira hatte jedenfalls keine Probleme sich unterzuordnen und so blieb die Atmosphäre friedlich. Ich seufzte erleichtert und begab mich zurück zum Hauptstall. Es war Zeit, mit Empire State of Mind rauszugehen. Ich hatte mir vorgenommen, mit dem Schimmelhengst heute einen ausgiebigen Herbstwald-Galopp zu machen. Also holte ich ihn raus und putzte ihn gründlich. Er mutierte langsam zu einem Teddybär, doch noch war es zu früh für eine Schur. Ausnahmsweise hatte das Schimmeltier mal keinen gelben Fleck, was mich sehr freute. Ich nahm mir Zeit beim Kämmen des gelblichen Schweifes und nahm mir vor, diesen bald einmal zu waschen, damit er wieder etwas weisser wurde. Ich sattelte und zäumte den Hengst, dann machten wir uns auf den Weg. Wenige Minuten vor uns war eine Gruppe mit Mikke, Indiana, Cantastor und Rosenprinz aufgebrochen, doch ich hatte nicht unnötig stressen wollen und ging deshalb gerne alleine. Ganz alleine bin ich ja sowieso nicht, dachte ich schmunzelnd und klopfte Empire liebevoll auf den Hals. Die Blätter raschelten bei jedem von Empires Schritten im Laubwald hinter der Wilkinson Farm. Ich hatte Rosie auf dem Farmgelände nicht gesehen, war mir aber sicher, dass sie um diese Zeit auch irgendwo im Gelände unterwegs sein musste. Und tatsächlich: wenig später trafen wir auf sie und Bintu. Der feurige Araber tänzelte herausfordernd, als er Empire sah. Ich achtete stets auf das Ohrenspiel meines Schimmels, als ich mich den beiden näherte. „Hi Rosie! It’s been a while.“ „Yes, sure has. Everyone’s doing fine at Pineforest?“ “Except for Pointless… yep.” “Ahh… I heard of it. I’m very sorry.” “It’s alright, ‘the show must go on’, haha. Are you busy working with Farasha?” “I am currently only lunging her to get her some new muscles. I don’t think it would be wise to ride her already, would you agree?” “Absolutely. Give her enough time and she will be just fine.” “Oh, and there’s something else - she’s gained a bit of weight, so I will let the vet check her again soon…” “You think she was already pregnant again when you bought her?” “It’s very likely. Tough it’s strange that nobody mentioned it to me – maybe it was an accident and they didn’t even know.” “Or maybe you’re just over-feeding her?”, schlug ich grinsend vor. “No, but seriously – checking her sure is a good thing.” Empire wurde langsam ungeduldig, und auch Bintu konnte kaum stillstehen. Also verabschiedeten wir uns und führten unsere Wege fort. Nach den versprochenen Galopps kehrte ich mit Empire zurück auf meinen eigenen Hof und sattelte ihn ab. Er hatte ein wenig geschwitzt, also bürstete ich ihn gut durch und ging sicher, dass er trocken war, bevor ich ihn ganz wegräumte.
      Gegen Mittag begrüsste ich mein neues Criollo Fohlen, ein Dunkelfuchs namens el Alba Ardiente. Er war ein interessanter zukünftiger Hengstanwärter, denn er hatte gute Abstammung und einen korrekten Körperbau. Besonders seine Beinstellung war makellos und vielversprechend. Nachdem ich ihn mit den anderen Hengstfohlen bekanntgemacht hatte, kümmerte ich mich um die Minis. Miss Mini Dakotaund Chocolate Chip sahen sofort auf, als ich die Weide betrat. Seit Alufolie weg war, hatte Daki wieder die Herdenführung übernommen, und Chip war ihr dauernd auf den Fersen, um ihr den Posten streitig zu machen. Ich streichelte die beiden zur Begrüssung, ehe ich von sämtlichen Ponys umzingelt wurde. In solchen Momenten fragte ich mich, ob wir in Zukunft nicht doch lieber ganz auf das Müsli zum reinlocken am Abend verzichten sollten. Die Ponys wussten jedenfalls ganz klar, dass Ich einer der bediensteten Futterspender war. Ich hörte ein Bellen, dann rief meine kleine Nichte nach mir. „Ach ja, es ist ja schon Mittag!“, rief ich überrascht und verstrubbelte Jackys Fell. Die Hündin war zusammen mit Sheela den ganzen Weg vorausgeeilt, während Zira brav bei Lily blieb. Ein Wunder, dass die sonst so Kinderscheue Hündin Lily vertraut, stellte ich zufrieden fest. Aber ich schätze sie hat sich mittlerweile einfach an sie gewöhnt. Wir verschwanden im Haus und machten uns je ein Sandwich, welches wir auf Lilys Vorschlag hin mit zu den Minis nahmen und unterwegs verspeisten. „Du musst es gegessen haben, bevor du die Weide betrittst! Sonst wirst du totgetrampelt“, warte mich das Mädchen. Ich lachte amüsiert und genoss jeden Bissen. Nach dem Essen half mir Lily bei der Fellpflege der neuen Shetty-Stute Snottles Peppermint. Das Shetty hatte mir einfach auf den ersten Blick gefallen, und das obwohl ich eigentlich kein Shetty-Fan war. Zum Glück stach sie unter den Minis nicht allzu sehr hervor. Aber ihre zottelige Mähne war nur schwer zu bezwingen, besonders mit all dem getrockneten Schlamm, der sich darin verfangen hatte. Andererseits sahen Rapunzel und Tigrotto auch nicht gerade wie Engel aus. Um die beiden kümmerten wir uns im Anschluss. Tic-Tac und Kicks-a-Lot konnten es nicht lassen, immer wieder zu uns hinzukommen um an unseren Jacken herumzuziehen. Zu allem Überfluss beobachtete Dressy Miss Allegra das Spiel der beiden Halbstarken aufmerksam, und ich sah es förmlich in ihrem Kopf rattern. Bestimmt würde sie die beiden früher oder später nachahmen. Die Jungen Pferdchen hatten eben nichts als Flausen im Kopf. „Genau wie du“, tadelte ich Lily künstlich. Sie lachte und warf mir ein paar Blätter an. „Bald ist Halloween! Verkleiden wir eines der Ponys? Biiiitteee!“ Ich stimmte seufzend zu und versuchte mir Papillon d’Obscurité als Zombiepferd vorzustellen. Der Gedanke war äusserst witzig, wenn man bedachte, dass die Stute solchen Spielereien eher nüchtern gegenüberstand, besonders wenn Kinder involviert waren. Silhouette of a Rose passte da schon viel besser, wobei ich sie aber eher als Barbiepferd vor meinem inneren Auge sah, genau wie Lady Diva. „Aus Daki lässt sich bestimmt ein tolles Geisterpony machen“, überlegte Lily laut. Wir schmiedeten noch etwas weiter Verkleidungspläne, ehe wir zu den Mini-Hengstchen wechselten. Beck’s Experience, Glenns Caress, Arctic Blue und Nachtfalke kannten keine Scham wenn es darum ging sich einzusauen. Einzig Rumpelstielzchen, der wohl noch nicht lange genug dabei war um angesteckt zu werden, war gnädig mit Lily und mir gewesen. Die anderen mussten wir insgesamt über eine Stunde lang sauber bürsten. Irgendwann legte ich den Striegel beiseite und sagte zu Lily: „Wir lassen es für heute gut sein, morgen sehen die eh wieder genau gleich aus. Ausserdem reicht es sonst nicht mehr um mit dem Zebra zu arbeiten.“ Lily liess sich das nicht zweimal sagen und sprang sofort auf. „Ich geh schon mal voraus, räum du das Putzzeug weg!“ „Danke“, stiess ich empört aus, aber sie war bereits auf dem Weg, gefolgt von Sheela und Jacky. Zira blieb diesmal mir treu. „Du bist wohl immer da, wo die anderen zwei gerade fehlen, hmm?“, murmelte ich belustigt.
      Die Arbeit mit Thairu war heute unspektakulär, denn wir machten nur einen Spaziergang mit ihr. „Siehst du, wie grumpy sie ist? Da willst du dich im Moment nicht draufsetzen, glaub mir“, erklärte ich der enttäuschten Lily während dem Laufen. Ich betrachtete das Zebra, während es neben mir her schlurfte. Bist du krank, oder was ist los? Etwas Sorgen bereitete sie mir schon, andererseits waren keine Krankheitssymptome sichtbar. Vermutlich hat sie einfach einen schlechten Tag, überlegte ich schulterzuckend. Wir waren in zügigem Tempo unterwegs, denn ich musste gleich im Anschluss nochmals zwei Jährlinge abholen gehen. Das Besondere dabei war, dass beide Abkömmlinge meines geliebten Stromers waren. Bisher hatte ich tatsächlich keinen seiner Nachkommen selbst behalten, denn wer hätte gedacht, dass ich ihn schon nach so kurzer Zeit verlieren würde? Nun sah alles anders aus, und ich freute mich darauf, die beiden Jungpferde auszubilden. Ob sie ihrem Vater ähnlich sein werden? Ich hoffte es sehr. Es handelte sich um eine Stute und einen Hengst, die gegensätzlicher nicht hätten sein können. Blossom Magic, die eher schreckhaft und abweisend war, wohingegen Snap in Style vorwitzig und verspielt schien. Die beiden waren übrigens bisher die einzigen Vertreter für den Jahrgang 2015 auf Pineforest Stable, doch ein weiterer Zuwachs war bereits geplant, nämlich ein Jährling von Caprice, den ich auf einer auswärtigen Fohlenweide platziert hatte. Ein Kumpel von mir besass nämlich zwei Vollblutfohlen, für die er einen weiteren Spielpartner gesucht hatte.
      Später arbeitete ich mit Estragon Sky aka Artemis in der Halle. Der weisse Achal Tekkiner taute langsam etwas auf, wenn ich mich mit ihm beschäftigte. Am Anfang war er total unzugänglich gewesen, doch mittlerweile genoss er Streicheleinheiten und arbeitete deutlich williger mit. Trotzdem gab es auch heute wieder etwas Ärger, sobald wir am Fenster der Reiterstube vorbeikamen, denn dahinter versteckten sich die schrecklichsten Monster. Ich versteifte mich nicht zu sehr auf seine Mätzchen und lockerte ihn stattdessen mit vielen Übergängen. Als ich fertig war, und den Hengst wieder zum Nordstall führte, entdeckte ich Jonas vor Halluzinations Box. Er hatte die Stute offenbar kurz zuvor geritten und kümmerte sich nun noch etwas um sie. Er hatte mich noch nicht bemerkt. Ich blieb stehen und dachte nach, dann öffnete ich verlegen den Mund. „Hast du Lust, nachher mit Diarado und mir rauszukommen? Du musst Circus Dancer eh noch bewegen.“ „Als ob ich nein sagen könnte…“, murmelte er lächelnd und nickte. Ich erwiderte das Lächelnd erleichtert und versorgte Artemis. Wir holten Diarado und Dancer gleichzeitig raus und begannen sie zu putzen. „Sollte nicht eigentlich ich den Rappen reiten? Ich meine, ich bin doch hier der Bösewicht, der dich in Verlegenheit bringt“, scherzte Jonas nach einer Weile des peinlichen Schweigens. Ich konterte: „Ich dachte, du wolltest der Prinz auf dem weissen Pferd sein?“ Er grinste breit. Überhaupt schien er ziemlich fröhlich und lebhaft. Das steigerte mein schlechtes Gewissen, denn ich dachte wieder daran, dass jetzt so lange hatte zappeln lassen. Andererseits hast du doch auch Jahre lang mit mir gespielt, ist das nicht mehr als fair? Ich entwirrte Diarados Schweif und kratzte seine Hufe aus, dann war er bereit zum Satteln. Ich holte wie immer seinen Springsattel, denn ich ritt am allerliebsten damit. Dressursättel waren nicht so meins. Als wir beide fertig waren, ritten wir vom Hof weg in Richtung Galoppwiese. Wir redeten viel unterwegs; so viel wie schon lange nicht mehr. Die Themen waren für mich zweitrangig, mir tat es vor allem gut, seine Stimme zu hören und von Zeit zu Zeit einen Blick auf diese wunderschönen Augen zu erhaschen. Es wurde schon dunkel, und so langsam kroch der Nebel wieder vom Fluss her über die Landschaft. Wir galoppierten auf Jonas‘ Lieblingsstrecke am Waldrand und bogen dann Richtung Fluss ab. Ein Stück des Weges führte durch den Pinienwald, dessen Boden zwischen den rauen Stämmen nur spärlich bewachsen war. Hier gab es kaum Blätter, nur eine dicke Schicht von Piniennadeln, die das ganze Jahr über den Waldboden bedeckte. Jonas und ich alberten ein wenig herum, sodass ich am Ende im Damensitz auf Diarados Sattel sass, während Jonas wie ein Cowboy einhändig auf Dancer um uns herum trabte. „So Schluss jetzt, du machst Dancer ganz hibbelig!“, rief ich lachend. „Very well milady, then follow me to the old castle”, erwiderte er geheimnisvoll. Wir ritten Seite an Seite zur berüchtigten, kreisrunden Lichtung im Pinienwald mit dem Steinhaufen in der Mitte. „Weisst du, was mich an der Legende immer schon gestört hat? Der Pinienwald steht erst seit siebzehnhundertirgendwas hier, und gehörte damals einem reichen Lord. Ich bezweifle, dass sich Banditen hier einnisten konnten.“ Jonas stieg ab und verknotete Dancers Zügel, damit sie nicht über den Hals rutschen konnten. Währenddessen antwortete er auf meine Bemerkung: „Vielleicht wollte auch einfach jemand etwas Besonderes aus dieser Lichtung machen, um jemand anderen zu beeindrucken. Oftmals ist es romantischer, wenn geheimnisvolle Plätze wie dieser eine interessante Geschichte haben.“ „Da könntest du recht haben“, meinte ich, und liess mich ebenfalls von Diarados Rücken gleiten. Wir setzten uns ins kühle Gras, wobei ich förmlich spürte, wie mein Po dreckig wurde, weil der Boden unter dem Gras feucht war. „Du kannst auch auf meinen Schoss sitzen, wenn dir das lieber ist.“ Crap, bin ich so durchschaubar? Ich zögerte einen Moment, dann folgte ich seiner Einladung tatsächlich. Zum Glück war es dunkel, denn meine Ohren fühlten sich heiss an und ich war mir sicher, dass sie rot angelaufen sein mussten. Wir sassen eine Weile schweigend da und sahen den Pferden beim Grasen zu. Der Mond schien sehr hell, sodass man beinahe die Grashalme zählen konnte. Die Schatten der Pferde waren ebenfalls deutlich zu erkennen. Irgendwann bemerkte Jonas: „Und was war der wahre Grund, dass du mich hier raus entführt hast?“ „Ich schulde dir noch eine Antwort, nicht?“, meinte ich zögernd. Er umarmte mich zärtlich und flüsterte mir ins Ohr. „Dann erlöst du mich endlich?“ Ich spürte meinen Herzschlag laut und deutlich, sodass ich mich beinahe fragte, ob er ihn nicht auch hören konnte. Dann überkam mich ein seltsames Gefühl, wie eine Stimme, die mich dazu aufrief, alle scheu abzulegen und für einmal die hartnäckige Vernunft in mir auszuschalten. Als Resultat drehte ich den Kopf und küsste ihn rasch. Er sah mich überrascht, dann mit einem breiten Lächeln an und bevor ich etwas anderes tun konnte, erwiderte er meine Geste mit einem weiteren, leidenschaftlicheren Kuss. „Tut mir leid, ich schätze, ich bin etwas ausser Übung…“, murmelte ich, als meine Lippen wieder frei waren. „Dann wird es Zeit, diese Übung wieder aufzunehmen.“ Ich genoss jede Sekunde mit ihm. Aber ganz konnte ich meine Vernunft dann doch nicht ausschalten. „Es wird spät, wir sollten zurückgehen, bevor jemand uns vermisst.“ Er setzte einen Hundeblick auf, doch ich strich ihm mit der Hand übers Gesicht und begab mich zu Diarado. Wir ritten zurück zum Hof. Es war mittlerweile fast acht Uhr, aber offenbar hatte sich niemand Sorgen um uns gemacht. Wir versorgten die beiden Hengste und ich gab Diarado zur Belohnung ein paar Karotten. Der Hengst hatte schön warm mit seiner Fleecedecke, die er trug, damit er nicht zu viel Winterfell produzierte. Jonas schlich sich zu mir und legte sein Kinn auf meine Schulter. „Na gut, von mir aus“, lachte ich, denn ich hatte seine Gedanken durchschaut, bevor er etwas sagen konnte. Er grinste zufrieden und folgte mir nach dem Stallrundgang ins Haus. Als wir reinkamen, sah uns Lily vorwurfsvoll vom Sofa aus entgegen, meinte dann aber „wurde auch Zeit“ und „es läuft Harry Potter im Fernsehen“. So landeten wir am Ende wie eine Familie auf dem Sofa und sahen fern. Was für eine Patchwork-Familie, dachte ich schmunzelnd, und lehnte mich liebevoll an Jonas‘ Schulter.
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      Auch ein Militarytraining stand heute Vormittag an. Doch nach dem Galoppieren mit den Jungpferden wollten wir uns alle erstmal einen Tee gönnen. Wir versammelten uns in der Reiterstube und besprachen den weiteren Tagesablauf. Ich nippte entspannt an meiner Tasse und lehnte mich an Jonas. Er würde zum Militarytraining nicht mitkommen, weil er in der Zwischenzeit hier auf dem Hof zu tun hatte. Aber ich war sowieso nicht der Typ Frau, die ständig an ihrem Liebhaber kleben musste. Solange ich wusste, dass wir abends Zeit für uns hatten, war alles in bester Ordnung.
      Wenig später putzten wir die Pferde und trafen uns im Inneren der Ovalbahn, dem hauseigenen kleinen Geländeparcours. Es waren zwar nur wenige bescheidene Hindernisse hier, aber das reichte für unser Vorhaben, nämlich ein paar der Vollblüter ans Geländespringen zu gewöhnen. Ich ritt natürlich wieder auf Framed in History, der an mir hängte wie eine Klette. Er war total zufrieden und wackelte mit den Ohren, sobald ich aufstieg und losritt. „Wenn du nur bei den anderen Pflegern auch so brav laufen würdest“, murmelte ich kopfschüttelnd. Ausser Frame waren auch Coulee, Cabinet of Caligari, Kaythara, Captured in Time, Sympathy of the Devil und Cassiopeia dabei. Ausserdem hatten sich David, Lisa und Thomas mit Bluebell, Sugar and Sweets und Parányi dazugeschlichen. So waren es ganz schön viele Pferde für den kleinen Parcours, aber mit etwas Management durch Oliver kamen wir aneinander vorbei. Zunächst wärmten wir uns alle ein, wobei die Jockeys mit den Vollblütern Olivers Anweisungen folgten und die anderen drei ihr eigenes Programm abspulten. „Occu hands up, you’re holding them too deep“, erinnerte der Trainer mich, als ich gerade kleine Volten ritt. Frame gab sofort im Genick nach und wurde ganz leicht. Ich lächelte vergnügt über den Eifer des Hengstes und lobte ihn. Als die Aufwärmphase durch war, übersprangen wir ein paar leichte Hindernisse. Zunächst einzelne, und gegen Schluss des halbstündigen Trainings einen einfachen Parcours aus fünf Hindernissen. Frame zögerte ab und zu, aber sobald ich ihm nochmals durch Schenkeldruck versicherte, dass er auf dem richtigen Weg war, sprang er jeweils mutig über die Naturhindernisse hinweg. Devil hatte eine kleine Meinungsverschiedenheit mit Charly beim Wassergraben, ging aber nach zwei Versuchen wiederwillig doch hindurch. Cassy wurde im Verlaufe des Trainings ziemlich heiss und Rita musste sie gut zusammenhalten, damit sie nicht zu flach über die Hindernisse kam. Coulee schien das Springen ebenfalls zu gefallen, jedenfalls machte sie einen Fahnenschweif und hielt die Ohren stets nach vorne gerichtet, ausser wenn sie gerade absprang; dann klappte sie sie konzentriert nach hinten. Caligari und Kaythara wussten beide nicht so recht, was sie von dem Busch-Hindernis halten sollten. Caligari verweigerte sogar einmal, was aber laut Oliver einzig und allein Parkers Fehler gewesen war. Die beiden Reitponys hielten sich übrigens auch nicht schlecht unter ihren ganzen langbeinigen Kollegen. Bluebell und Sweets flitzten wendig und geschickt um die Kurven und galoppierten uns ordentlich um die Ohren. Parányi und Tom übten an schwierigeren Hindernissen, denn die schwarze Stute war bereits fortgeschritten im Geländespringen. Einmal streifte Frame mit den Vorderbeinen den Baumstamm – ein Zeichen für mich, dass er langsam müde wurde. Zum Glück hatte ich ihm die besonders gut schützenden Geländegamaschen angezogen. Ich machte also nur noch ein paar letzte Sprünge, bevor ich es gut sein liess. Am Ende lobte ich ihn ausgiebig und liess ihn am langen Zügel austraben. Es war ein erfolgreiches, Unfallfreies Training gewesen.
      Stille Nacht
      Es war der Morgen des 24. Dezembers – und noch immer kein Schnee in Sicht. Enttäuscht wandte ich meinen Blick vom Fenster ab und zog mich an. Jonas lag noch immer zusammengekugelt unter der Decke. Ich stupste ihn unsanft und drängte „aufstehen, du Siebenschläfer!“ „Wenn es wenigstens schon sieben Uhr wäre…“, grummelte er und drehte sich um. Ich lächelte verständnisvoll und ging schonmal voraus in die Küche. Lily liessen wir wie immer noch etwas länger schlafen. Ich machte Frühstück für Jonas und mich, in Form einer Tasse Breakfast Tea und einer Schüssel Müsli. Für ein wärmes Frühstück war ich zu faul; vielleicht am nächsten Morgen. Ich hörte Schritte auf der Treppe, offenbar hatte es Jonas auch aus dem Bett geschafft. Wir tranken unseren Tee und hörten leise Radio, um Lily nicht zu wecken. Ich fütterte noch die Hunde, dann begaben wir uns nach draussen zu den Ställen. Als erstes machte ich meine Morgenrunde im Hauptstall, während Jonas den Nordstall übernahm. Ich warf in jede Box einen Blick und stellte sicher, dass alle Pferde in Ordnung waren. Auch draussen bei Phantom sah ich vorbei. Für ihn begann heute ein neuer Alltag. Ich wollte endlich mit seinem Training anfangen, dass ich seit meiner Heimkehr vor zwei Tagen noch nicht in Angriff genommen hatte. Eigentlich hatte ich schon viel früher beginnen wollen, bevor er sich zu sehr eingewöhnen und in Sicherheit wägen konnte. Doch nun hatte es sich eben so ergeben. Noch ahnte er nichts und spitzte wie immer alarmiert die Ohren, als ich durchlief. Die Pfleger begannen mit dem Heufüttern und ich half bei den Offenställen mit. Auch hier warf ich ein prüfendes Auge auf sämtliche Vierbeiner. Die Hengstfohlen stürmten freudig nach draussen, als Lewis und ich das Tor aufschoben. Royal Champion schwebte dabei beinahe über die Wiese. Ich bewunderte die tollen Bewegungen des halbstarken in letzter Zeit immer mehr, denn er wuchs ja auch immer weiter und bekam mehr Ausdruck. Im Moment war er noch sehr schlaksig und hatte einen dünnen Hals, aber seine Beine sahen elegant und lang gefesselt aus, was mit seinem Gangbild zusammenpasste. Auch Skydive bewegte sich schön, ähnlich wie sein Vater. Nur hatte er nicht so viel Knieaktion wie Royal. Stop Making Sense hatte kaum Winterfell entwickelt, ganz anders als El Alba Ardienté, der im Moment einem Alpaka glich. Bei den Stuten gab es wiederum auch kaum Wolle, denn Counterfire, Subyndromal Symptomatic Depression, Sarabi, A Winter’s Tale und Shadows of the Pastwaren allesamt ziemlich heissblütig. Blossom Magic und Snap in Style würden uns bald wieder verlassen, denn ihre alten Besitzer hatten einen neuen Hof gefunden und konnte sie daher beide zurücknehmen. Daedra war noch immer bei ihrer Mama, wie es sich gehörte. Sarabi wurde gerade von Snowflake getrieben, die sich mit geplätteten Ohren zwischen sie und Fire schob. Die Rangfolge war offenbar noch immer nicht ganz geklärt, denn Sarabi war ja noch relativ neu in der Gruppe. Das hell cremefarbene Stutfohlen trottete missmutig ein paar Meter weiter in Richtung Bäume. Shira war im Moment das unangefochtene Leittier, obwohl Sarabi die Ponystute jetzt schon überragte. „Do you think the new Pony will fit in?“, fragte plötzlich Lewis. “New… Ah yes, Ljóski’s Daughter. Of course she will. She is already a bit older, so she will most likely not be bullied.” Die kleine rappfarbene Isländerstute hiess Ljúfa, passend zu ihrem bisherigen Charakter, der sich schon als Fohlen in Richtung brav und gut händelbar entwickelt hatte. Sie würde erst nach Weihnachten ankommen, aber ich freute mich schon unheimlich darauf. Sie war bisher mit anderen Isländern auf einer Weide gestanden.
      Während das Raufutter noch verzehrt wurde, folgte für die Sportpferde bereits eine kleine Portion Kraftfutter, über die sie sich gierig hermachten. Danach wurden die ersten Pferde aus ihren Boxen geholt. Training fand heute erst gegen Mittag statt, bis dahin durften die Pferde in Gruppen auf die Weiden. Zuerst kamen nur alle Stuten raus, damit es keine Probleme mit den Hengsten gab. Sie waren aufgeteilt in eine Gruppe Vollblutstuten, die Nebenstallstuten und diejenigen von der Stutenweide. Letztere durften ab und zu auch raus auf die grosse Weide, um das Gras auf der Stutenweide etwas zu schohnen. Oft liessen wir aber auch einfach eine der drei grossen Weiden übrig, sodass dort wieder Gras wachsen konnte. Ich durfte beim Raustreiben feststellen, dass unsere Strategie funktionierte und die Weiden grün und gesund aussahen. Die letzte Gruppe, die Nebenstallpferde, galoppierten freudig den abgezäunten Weg entlang und durch das Tor der Weide. Sie bewegten sich noch weiter bis zum Pinienwaldrand, sammelten sich dort und begannen zu fressen. Diese Gruppe war im Moment ziemlich einheitlich, anders als bei den Vollblütern und den Stutenweidepferden. Dort bildeten sich immer wieder kleinere Grüppchen, weil sich nicht alle Pferde verstanden und sie sich auf der grossen Weide aus dem Weg gehen konnten. In letzter Zeit hatte sich herauskristallisiert, dass zum Beispiel Mikke eine sehr dominante Leitstute war. Coulee, Cabinet of Caligari und Indiana hatten sich ihr angeschlossen und genossen die Sicherheit, die von der erfahrenen Fuchsstute ausging. Auch Cassiopeia beobachtete ich ab und zu in dieser Gruppe, meistens war sie jedoch alleine mit Primo Victoriaunterwegs. Iskierka hatte ihre Halbschwester Shades of Gray auf ihre Seite gezogen, oder eher Gray hatte entschieden, nicht von der Seite ihrer Zickigen Schwester zu weichen. Die beiden hatten eine seltsame Beziehnung, die mich immer wieder zum Schmunzeln brachte. Einerseits war Kierka sehr abweisend und legte missmutig die Ohren platt, wenn Gray ihr zu nahe kam oder sie ärgerte, andererseits liess sie sich von ihr kraulen und röchelte ihr manchmal sehnsüchtig zu, wenn sie von einem Ausflug zurückkam. Ihr hatten sich auch noch Painting Shadows und deren Tochter Captured in Time angehängt. Paint war quasi der ruhige Gegenpol zu Kierka und Ciela eine pure Mitläuferin. Dann blieb noch die Gruppe von Sympathy of the Devil. Sie hatte Sumerian, Campina, Kaythara und Miss Moneypenny um sich geschahrt, wobei letztere zwei unzertrennlich waren und fast immer beieinander standen. Es machte mir Spass, die Gruppendynamik der Pferde zu beobachten. Es erinnerte mich immer daran, dass die natürlichen Instinkte eben doch noch vorhanden waren und auch gelebt wurden, wenn es die Möglichkeit dazu gab. So extrem wie bei den Wildpferden, die ich in den USA beobachtet hatte, war es aber bei weitem nicht. Meine domestizierten Vierbeiner waren verweichlichter und auf eine gewisse Weise gleichgültiger – die Herden waren eher lose zusammengewürfelt und die einzelnen Pferde hatten nicht gleich Todesangst, wenn sich die Gruppe ohne sie fortbewegte. Es gab immer wieder Nachzügler beim Reintreiben, oder Einzeltiere, die sich von den Gruppen absonderten und alleine in einer Ecke der Weide frassen. Aber eine gewisse Rangfolge und Zugehörigkeit war nicht abzustreiten. Ich war gespannt, ob Phantom etwas Bewegung in die Herde der Stutenweide bringen würde, denn ich plante, ihn dort dazuzustellen. Ich hielt es für geschickter, da er durch seine Wildinstinkte vielleicht eher Ärger mit den anderen Hengsten bekommen würde. Vielleicht würde ich aber bei diesem Unterfangen auch gleich die Stutenweidengruppe etwas verkleinern und die Painthorses in den Nebenstall wechseln, damit die restlichen etwas mehr Platz hatten.
      Wie auch immer; als nächstes stand ein Ausritt mit Burggraf und Artemis auf dem Plan. Ich überliess Artemis diesmal Robin, denn ich schuldete es Muffin, ihn wiedermal selbst auszureiten, nachdem ich so lange mit seinem Stallgenossen unterwegs gewesen war. Ich war gespannt auf den Ausritt, denn ich war noch nie alleine mit Robin unterwegs gewesen. Sie war noch nicht lange Pflegerin und meistens sehr still. Anfangs hatte ich sogar das Gefühl gehabt, dass sie mich nicht mochte, aber mittlerweile hatte mir Charly erklärt, dass sie einfach schüchtern war. Wir putzten und sattelten die beiden Achal Tekkiner. Für Muffin nahm ich den bequemen Stocksattel, den ich auch immer für’s Distanzreiten benutzte. Anstatt dem Biotan Zaum legte ich ihm aber diesmal Flints Bosal an, das ungefähr passte. Er kannte das gebisslose Reiten schon und reagierte brav auf die Hilfen, aber er war ja auch ohnehin unkompliziert und leichtrittig. Robin nahm gleich Artemis‘ ganze Distanzausrüstung. Die neue dunkel-beerenfarbene Satteldecke sah an ihm so schick aus, ich starrte immer wieder verliebt zu ihm rüber. Als wir beide fertig waren, stiegen wir draussen auf und ritten los in Richtung Galoppwiese. Zira begleitete uns und hüpfte durch das mit Reif bedeckte Gras. Es war zwar ausnahmsweise nicht neblig, dafür bitterkalt. Ich war einmal mehr froh um meinen Schal und meine Handschuhe. Robin schien ebenfalls etwas steif auf ihrem Schimmel zu sitzen. Wir ritten eine Weile wortlos, dann versuchte ich, ein Gespräch aufzubauen. Es war gar nicht so leicht, denn meistens gab die junge Pflegerin nur knappe Antworten und sah sich dann wieder in der Gegend um. Irgendwann gab ich auf und genoss das rascheln der trockenen Blätter am Boden. Burggraf lief freudig voran, er schien die Kälte trotz seines feinen Fells nicht zu spüren. Wir trabten über ein paar Feldwege und galoppierten auf einem Wanderweg durch den Wald, dann kehrten wir langsam in Richtung Hof zurück. Endlich machte Robin von selbst den Mund auf. „I think Artemis has a stone in his hoof…“ Tatsächlich lief der Hengst etwas lustig. Wir hielten und Robin stieg ab, um die Hufe zu checken. Sie fand den Stein und löste ihn heraus, dann kletterte sie wieder auf den Schimmelrücken. „Everything alright?“ Sie nickte, und fügte nach kurzem Zögern hinzu: „My old pony, Merlin, once had a stone in his hoof, too. But I didn’t know, and I was afraid that he got somehow seriously injured. It was ridiculus, but I was so relieved, when Charly showed me the stone.” “You two really rely on eachother”, bemerkte ich. “Yes, I don’t know what I would do without him.” “I think it’s amazing that you have such a good relationship. I wish Lily had a brother or a sister to rely on…” “I think she has a very big family on Pineforest Stable. I’m sure she is very happy.” “I hope so… After all she went through…” Robin lächelte zuversichtlich und ich konnte nicht anders, als miteinzustimmen. Wir brauchten den restlichen Weg hindurch nicht mehr zu reden, denn es lag eine seltsam beruhigte Stimmung in der Luft, als wäre alles bereits gesagt. Nur Zira konnte es nicht lassen, eine freche Krähe am Waldrand anzubellen.
      Bis um neun Uhr longierte ich Cantastor im Roundpen, weil die Halle und der Reitplatz bereits besetzt waren. Der edle dunkelbraune Zuchthengst machte elastische und fleissige Bewegungen, wozu auch ein paar Bocksprünge zählten. Ich nahm es ihm nicht übel, denn das lockerte auf eine gewisse Weise auch den Rücken – dachte ich jedenfalls. Canto war etwas pummelig geworden. Während Ajith von harmlosem Winterspeck redete, wollte Oliver den Braunen schon auf Diät setzen… Ich sah das ähnlich wie Ajith – spätestens im Frühling, wenn die Pferdchen richtig lebendig wurden, würde sich das von selbst auflösen. Zufrieden mit Cantos Arbeit lobte ich ihn und brachte ihn anschliessend zurück in seine Box. Damit er mit seiner Schur nicht kalt hatte, legte ich ihm seine Fleecedecke über. Nachts kam dann die dickere Stalldecke drauf, aber tagsüber reichte diese. Ich klopfte ihm lächelnd auf die Kruppe und verliess sein Residium.
      Nun stand Dressur auf dem Plan, und zwar mit Diarado und Circus Dancer. Jonas und ich wollten eine Art Pas-De-Deux machen – „hach wie romatisch!“ Natürlich war das ein Kommentar, der von Augenrollen meinerseits begleitet wurde. Wir scherzten und lachten während dem Putzen. Ich genoss einfach jede Sekunde, die ich mit Jonas und den Pferden verbringen konnte. Im Moment schien mein Leben seit langem wiedermal vollkommen perfekt zu sein. Liebevoll kämmte ich Dancers lange Mähne und zupfte Strohstückchen daraus hervor. „Soll ich ihm ein Zöpfchen machen?“ „Warum nicht“, meinte Jonas, und fügte dazu: „Würdest du mir auch eines machen, wenn meine Haare lang genug wären?“ „Denk nichtmal dran, ich sorge persönlich dafür, dass die kurz bleiben!“ „Warte, von welchen Haaren reden wir?“ „Jonas!“ Wir brachen wieder in Lachen aus und beschlossen, das Thema lieber nicht weiter zu ziehen. Ich holte Dancers Dressursattel und legte ihn vorsichtig auf den Rücken des Hengstes. Dann gurtete ich ins zweite Loch, sodass der Sattel zwar nicht gleich verrutschte, aber trotzdem noch relativ locker drauf lag. Auch Dancer und Diarado waren geschoren, weshalb wir die Fleecedecken vorläufig auf den Popos der beiden liessen. Wir brachten sie in die Halle und wärmten sie zuerst zehn Minuten im Schritt auf, dann begannen wir mit der Trabarbeit. Wir nutzten dazu Cavaletti und Stangen, um den Raumgriff und den Schwung zu fördern. Dann folgte das eigentliche Pas-De-Deux, bei dem wir synchron höhere Lektionen abfragten. Die beiden Hengste waren ziemlich weit in Dressur und es war einfach toll sie zu reiten. Dancer war besonders in der Piaffe angenehm und leicht zu dirigieren. Die Musik, die dazu im Radio lief, schien ihn weiter anzuspornen. Auch Diarado machte geschmeidige Bewegungen, trotz dem er eher ein Springpferd war. Er kannte noch nicht so viele Lektionen wie Dancer, aber er war sehr intelligent und eifrig, sodass er schon nach wenigen Widerholungen neue Bewegungen verinnerlicht hatte. Genau diese Intelligenz kam ihm auch im Parcours zu Hilfe, und ich hoffte, dass er sie auch an seine Nachkommen weitergab. Natürlich brachte es nicht nur Vorteile, ein solch aktiv denkendes Exemplar von Pferd unter sich zu haben; denn so schnell wie Diarado lernte, so nachtragend war er auch bei reiterlichen Fehlern. Er hatte durchaus einen gewissen Stolz und brauchte daher eine sichere, konsequente Führung, sonst tanzte er seinem Reiter ganz schön auf der Nase herum. Er konnte sehr rasch erkennen, wie sein Reiter tickte und ob er sich Spässchen erlauben durfte. Trotzdem mochte ich diese Art von Pferd sehr und genoss das fordernde, aber erfolgreiche Training.
      Um halb Elf waren wir mit den beiden fertig und ich konnte weiter zu Dod und Calico. Mit den zwei Jungs stand wieder ein Ausritt an, wobei ich Calico als Handpferd mitnehmen wollte. Auch die drei Hunde nahm ich diesmal mit, damit sie am Abend schön ausgepowert waren. Ich putzte und sattelte Dod, dann bürstete ich den zweiten im Bunde ebenfalls gründlich durch. Die beiden Hengste waren in den letzten paar Monaten ziemlich zusammengewachsen und auf der Weide immer gemeinsam unterwegs. Vermutlich hatte das damit zu tun, dass wir sie auch meistens zusammen trainierten. Jedenfalls hielt diese Freundschaft so sehr, dass Calico Dod zuverlässig folgte. So konnte ich es manchmal auf Ausritten wagen, den Schimmel frei neben uns laufen zu lassen – jedenfalls solange wir fern von Stuten waren. Wenn uns andere Reiter begegneten nahm ich ihn jeweils frühzeitig wieder ans Seil, um ganz sicher zu gehen. Das tat ich nun auch zu beginn des Ausritts, bis wir ein Stück vom Hof weg waren. Denn ich hatte das Gefühl, dass der Schimmel sonst einfach in die Futterkammer abgebogen wäre. Auf der Galoppwiese löste ich schliesslich den Haken und wir trabten ein Stück auf einem schmalen Trampelpfad. Calico hielt sich natürlich nicht so brav an den Weg und lief stattdessen neben uns durchs Feld. Manchmal ging er auch voraus und machte Schabernack, sehr zum Ärger von Dod, der eigentlich ranghöher war. Ich spürte förmlich, wie der erfahrenere Hengst unter mir brodelte, weil er den Jungspund während der Arbeit nicht korrigieren durfte. Calico nutzte das voll aus und streunerte um uns herum. Für den Fall, dass ich ihn nicht mehr zu fassen bekam, hatte ich übrigens noch ein Lasso am Westernsattel befestigt; auch wenn meine Wurfkünste bisher noch bescheiden waren und ich längst nicht jedesmal traf. Aber meistens war Calico sowieso gut abrufbar, weil er stets eine Belohnung erwartete. Fast besser als Sheela, die immer mal wieder zwischen den Büschen verschwand, wenn ich nicht aufpasste. Ich machte mir diesbezüglich Sorgen, weil es im Park auch immer wieder Wild gab und die Labrador Hündin einen ausgeprägten Jagdtrieb hatte. Daher behielt ich sie stets im Auge, bereit um sie bei einer Begegnung mit Wild rechtzeitig zurückzurufen. Ein kalter Wind stach unbarmherzig durch meine Handschuhe und ich hatte das Gefühl, dass mehr Wolken am Himmel waren als zuvor. Schnee?, überlegte ich hoffnungsvoll. Doch als ich mittags mit den beiden zurück auf dem Hof war, fiel noch immer kein einziges Flöckchen. Lily kam gerade von der Schule, als ich Dod versorgt hatte.
      Wir assen zu Mittag, dann war es endlich so weit. Nachdem die Hunde gefüttert waren, zog ich mich wieder warm an und holte aus der Sattelkammer ein stabiles, langes Führseil. Ich zog mir ein paar gute Handschuhe an, mit denen ich warm hatte und gleichzeitig genügend Grip. Ausserdem überlegte ich rasch, ob ich einen Rückenpanzer anziehen sollte, entschied mich dann aber dagegen, weil er mich womöglich in meiner Beweglichkeit eingeschränkt hätte. Ich nahm noch eine Hand voll Heu mit zu Phantom’s ‚Gehege‘, um mich ein wenig attraktiver zu machen. Zunächst betrat ich den Innenbereich der Führanlage und lehnte mich an die Wand, um zu beobachten, wie die Stimmung des Mustangs war. Er hatte bereits etwas Abstand zwischen uns gebracht und stand nun wie angewurzelt auf der gegenüberliegenden Seite, mich stets im Auge behaltend. Bisher waren hier nur Pfleger reingekommen, um ihm Futter zu bringen, weshalb er Zuversichtlich genug war, nach einigen Sekunden zögerlich ein paar Schritte näher zu kommen und abzuchecken, ob sich das Risiko für die Hand voll Heu lohnte. Ganz vorsichtig machte ich einen Schritt auf ihn zu. Er wandte den Kopf ab, bereit um abzudrehen, hielt aber inne, als ich mich nicht weiter bewegte. Ich drehte die Schulter ein, um mich möglichst einladend und harmlos aussehen zu lassen. Nach einer Weile tastete ich mich weiter vor, doch es wurde ihm rasch zu viel, also zog er sich einige Schritte zurück und trabte der Wand entlang. Ich schnitt ihm den Weg ab und liess ihn die Seite wechseln, bis er mich direkt ansah. In diesem Moment machte ich einen Schritt zurück und kreierte so einen draw. Er leckte sich die Lippen, bewegte sich aber nicht von der Stelle. Also ging ich wieder ein wenig auf ihn zu, bis er sich erneut in Bewegung versetzte. Gleiches Spiel – sobald er sich mir zuwandte, machte ich einen Schritt zurück und gab ihm release. Er begriff schnell, dass es angenehmer war, sich mir zuzuwenden und sich mit mir zu beschäftigen, als wegzulaufen. Nach wenigen Minuten konnte ich auf ihn zugehen, und er machte sogar ein, zwei Schritte in meine Richtung. Schliesslich war ich nahe genug und berührte ich in vorsichtig einige Male, jeweils sofort wieder den Druck wegnehmend. Sein ganzer Körper war angespannt, jeder Muskel bereit, im Zweifelsfall eine Flucht einzuleiten. Er atmete auch etwas schwerer als zuvor und machte einen misstrauisch gebogenen Hals, aber seine Ohren und Augen drückten eine gewisse Neugier aus. Ich streckte ihm das Bisschen Heu hin, das ich dabeihatte. Er zupfte ein paar Halme daraus hervor und wurde sofort etwas zutraulicher und entspannter durch das Kauen. Ich nutzte den Moment, um das Führseil durch die Schlaufe seines Knotenhalfters zu ziehen. Er machte einige Ausweichschritte, aber ich hatte es bereits geschafft. Nun Begann ich, ihn am Hals zu kraulen. Ich arbeitete mich Stück für Stück weiter nach hinten, stets nach einer Stelle suchend, die er besonders mochte. Wenn es ihm zu viel wurde und er Anstalten machte sich zu bewegen, nahm ich den Druck etwas zurück und verschob meine Hand wieder Richtung Widerrist. Nach ein paar Sekunden machte ich einige Schritte rückwärts und zupfte am Seil. Sobald er einen Schritt auf mich zu machte, beendete ich den Zug. Immer wieder ging ich zu ihm hin, kraulte ihn, ging seitlich von ihm zurück und liess ihn sich zu mir drehen oder einen Schritt machen. Man merkte, dass er der Sache immer noch nicht ganz traute, aber er wurde immer mutiger und zuckte immer weniger zusammen, wenn ich ihn berührte. Ab und zu schickte ich ihn wieder etwas um mich herum, denn Bewegung half auch, Stress abzubauen. Ich machte Richtungswechsel mit ihm, indem ich mich vor seine Schulter verschob und liess ihn mit seiner Hinterhand weichen, wenn ich neben ihm stand. Immer wieder dazwischen beruhigte ich ihn mit Kraulen. Er begann langsam, es zu geniessen und die Oberlippe zu spitzen. Das ging so weit, dass er mich fragend ansah, wenn ich aufhörte. Ich redete beiläufig mit ihm, um ihn an meine Stimme zu gewöhnen. Nun wagte ich schon etwas mehr: Ich tastete mich an seine Beine heran, gab ihm sofort Lob und release wenn er sie hob und gewöhnte ihn an etwas schnellere Bewegungen meinerseits. Ich hüpfte etwas auf und ab, bückte mich oder klopfte ihm auf den Hals, sodass er sich an das Geräusch gewöhnen konnte. Das reichte mir auch schon für heute. Er hatte mit seinem dichten Winterfell bereits ein klein wenig geschwitzt und seine Konzentration liess etwas nach, ausserdem wollte ich es beim ersten Mal nicht gleich übertreiben. Also löste ich das Führseil und verliess den Roundpen, wobei er mir sogar noch einige Schritte folgte. Ich brachte ihm noch mehr Heu, damit er das soeben gelernte mit dem Futter zusammen verdauen konnte.
      Es war nun halb zwei Uhr und ich hatte noch eine Menge vor. Zum Beispiel eine Springstunde mit Halluzination. Auch Anne war mit dabei, sie ritt auf Vychahr. Wir sattelten die beiden Pferde und trafen uns in der Halle, wo Lisa bereits wartete. Weiberreitstunde also, stellte ich schmunzelnd fest. Schon beim Aufwärmen stellte ich fest, dass Hallu fit war und mich heute wohl etwas fordern würde. Auch Vilou schien etwas guckig und hatte mehr Tempo drauf als sonst. Anne liess sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen und befolgte Lisas Anweisungen. Wir machten viele Wendungen und Übergänge, ausserdem ein paar Biegeübungen in Form von Schulterherein und Traversalverschiebungen. Als beide Pferde schön locker und gelöst waren, begannen wir mit Gymnastiklinien. Hallu, die erfahrene S***-Springstute, machte es Youngster Vychahr vor. Sie konnte so leicht nichts mehr beeindrucken, daher übten wir auch nur ab und zu ein paar Hindernisse zur Aufrechterhaltung der Muskeln und der Gewohnheit. Sie wurde tatsächlich in letzter Zeit viel mehr Dressur geritten. Vychahr hingegen musste noch viel lernen und war noch am Anfang seiner Karriere. Er nahm daher regelmässig an Springstunden teil um Erfahrung zu sammeln. Die Theorie bestätigte sich kurz darauf wiedermal bei einem offenbar etwas unheimlich aussehenden Oxer. Ich entdeckte die Anzeichen schon, als Anna in die Kurve bog und auf das Hindernis zuritt: Sie hatte die Beine zu wenig dran und sah auf den Sprung hinab. Es kam wie es kommen musste; Vilou parkierte vor dem Hindernis und Anne flog prompt über seinen Hals nach vorne. Sie landete auf den Stangen, blieb aber dank dem Rückenpanzer bis auf ein paar blaue Flecken unversehrt. Vilou drehte sich unsicher vom Hindernis weg und trabte ein paar Meter, dann liess er sich von Lisa einfangen. Anne stieg wieder auf und musste den Oxer erneut anreiten. Diesmal warnte Lisa sie vor und erklärte, dass sie Vilou gut einramen musste und nicht zu viel Schwung verlieren durfte. Anne machte im entscheidenden Moment nochmal etwas mehr Durck und es klappte. Sie lobte den Fuchs ausgiebig und wir beendeten die Stunde mit Austraben. Beim Trockenreiten diskutierte ich mit ihr über Stürze und meine eigenen Erfahrungen, während die Pferde am langen Zügel durch die Bahn schlenderten. Wir redeten auch über das kommende Neujahrsturnier auf dem Gestüt Wolfsgrund, für das wir schon eifrig trainierten. Da würde auch Hallu starten, diesmal unter Jonas.
      Nun kümmerte ich mich um Yoomee, die sich ganz schön eingelebt hatte. Mit ihr wollte ich am kommenden Glühweinritt teilnehmen, darauf musste ich sie natürlich zuerst vorbereiten. Wir übten deshalb heute im Gymkhana Stil über Blachen zu laufen, Slaloms zu machen oder Dinge hinterherzuziehen. Ich hatte Dosen an einem Seil befestigt und gewöhnte Yoomee zunächst an das Klappern, bevor ich sie hinter ihr her über den Boden zog. Am Anfang klappte sie etwas nervös die Ohren zurück und klemmte den Schweif zwischen die Pobacken, aber schon nach kurzer Zeit senkte sie den Kopf und merkte, dass ihr nichts böses passierte. Am Schluss konnten wir die schäppernden Dinger sogar im Galopp hinter uns herziehen. Auch die Blache hob ich auf und legte sie über ihre Kruppe. Sie streiffte beim Laufen über den Boden, aber das schien Yoomee nichts mehr auszumachen. Ich beschloss, die Übung zu beenden und belohnte die Connemarastute ausgiebig. „Wenn du dich so benimmst, dann wird das null problemo.“ Ich versorgte sie und brachte ihr ein paar Karotten.
      Ich sah auf die weisse Tafel in der Reiterstube. Ich hatte schon fast alles hinter mir, was ich heute geplant hatte, also wollte ich rasch nachsehen, was die Pfleger noch machen mussten. Heute wollten schliesslich alle rechtzeitig fertig sein, damit sie nach Hause zu ihren Familien konnten. Tja, Pferde kannten eben kein Weihnachten, und wollten genaugleich umsorgt werden, wie auch auch sonst immer. Ich beschloss, rasch beim Training von Coulee und Rosenprinz zuzusehen. Die beiden waren mit Quinn und Charly auf der Rennbahn, wobei eigentlich-Militarypferd-Rosenprinz genauso gefordert wurde wie Coulee. Beim Geländespringen war Geschwindigkeit schliesslich auch eintscheidend. Da er aber nicht jeden Tag auf der Bahn laufen musste, konnte er mit der Stute natürlich nicht wirklich mithalten. Zufrieden verfolgte ich das Training und genoss die Pause, bevor der eigentliche Weihnachtsstress anfing. Denn kurz darauf hiess es nochmal gründlich misten und alle Pferde füttern, damit für heute Abend ausgesorgt war. Die ersten Pfleger verabschiedeten sich um sechs Uhr, die die näher am Hof wohnten blieben noch etwas länger. Zuletzt waren nur noch Ajith, Quinn und Lisa da. Letztere zwei blieben heute Abend hier, weil sie nicht extra für einen Abend nach Irland und in Lisas Fall die Schweiz reisen wollten. Sie hatten dafür nächstens ein verlängertes Wochenende frei, während die anderen anpacken mussten. Die Pfleger hatten durch das Jahr hindurch ihre Ferien so aufteilen müssen, dass immer genug Leute auf dem Hof waren. An besonderen Tagen wie heute, mussten wir einfach sichergehen, dass die grösste Arbeit erledigt war, bevor alle verschwanden – für den Rest waren dann noch Jonas und ich zuständig. An Silvester würde es nochmals dasselbe Theater werden, aber ich machte mir deswegen keine Sorgen. Ajith blieb noch, weil er sowieso gleich im Nachbardorf wohnte und jeweils gar nicht im ‚Pflegeheim‘ schlief, sondern jeden Morgen mit dem Fahrrad hierherkam. Und natürlich, weil er Quinn noch etwas Gesellschaft leisten möchte, vermutete ich im Stillen. Ich hatte Quinn vor meinem Trip in die USA tatsächlich endlich gefragt, was denn nun mit ihrer Schwimmbad-Affäre lief. Sie hatte mir erklärt, dass das nie etwas Ernstes gewesen sei und auch nie etwas werden würde – tatsächlich sei der Typ bereits wieder in Schottland bei seinen Verwandten. Auch hatte ich sie gefragt, was sie denn von Ajith halte. Ihre Antwort war ausweichend gewesen und sie hatte versucht, darum herumzureden, aber ich war mir sicher, dass sie schon darüber nachgedacht hatte. Seit ich Ajith davon erzählt hatte, wie versprochen, hatte er wieder neuen Mut gefasst und bemühte sich darum, möglichst oft mit Quinn zu reden. Ich war gespannt, wie sich das ganze entwickelte und hoffte insgeheim, dass Ajith heute, an Weihnachten, einen ersten Schritt wagen würde. Wir sassen in der Reiterstube und wärmten uns mit einer Tasse Tee auf. Jonas und Lisa gingen sich noch immer eher aus dem Weg, was gut verständlich war. Ich versuchte daher immer, Lisa möglichst in die Gespräche zu involvieren, dass sie nicht den Eindruck bekam, irgendwie fehl am Platz zu sein. Es polterte und Lily kam die Stufen zur Reiterstube hoch, in Begleitung von Sheela. Jacky und Zira lagen bereits zu meinen Füssen und hoben bloss müde den Kopf, als die Labradorhündin sich dazu gesellte. „Occu wann fangen wir mit dem Kochen an?“, fragte meine Nichte ungeduldig. Wir wollten zusammen ein etwas aufwändigeres Weihnachtsmenu zubereiten. „Gleich, ich trinke noch meinen Tee fertig. Du kannst aber schonmal den Tisch decken gehen.“ „Nö, ich warte auf dich“, meinte sie nur, setzte sich auf den Platz neben mir und lehnte sich an mich. „Du hast ja ganz kalte Finger. Gewöhn dir endlich an, Handschuhe anzuziehen“, stellte ich fest, als ich ihre Finger prüfend knetete. Sie grummelte nur etwas und ich hatte den Eindruck, dass sie, gleich wie die Hunde, ganz schön müde war. Sie war ja auch den ganzen Tag unterwegs gewesen; Schule, dann reiten, Ponys beschäftigen und nochmals reiten. An Bewegung mangelte es ihr jedenfalls nicht. Als ich endlich aufstand und vor die Halle trat, bemerkte ich ein paar feine, weisse Flöckchen, die den dunklen Himmel runter segelten und im gedämpften Licht der kleinen Lampe über dem Hallentor den Boden erreichten. Sofort war Lily wieder wach und hopserhüpfte begeistert zum Haus. Sie hatte wie ich die ganze Zeit auf den Schnee gewartet und gehofft, dass er noch vor Weihnachten kommen würde. Nun fühlte es sich richtig festlich an. Wir bereiteten alles für das Essen vor und schoben den Braten in den Ofen. Dann schmiss ich mich auf die Couch und legte mich ein wenig hin, denn nun packte die Müdigkeit auch mich. Lily spielte unterdessen in ihrem Zimmer. Jonas kam kurze Zeit später auch rein, mit ein paar Schneeflocken im Haar. „Schneit es schon so stark?“ „Schau aus dem Fenster“, meinte er und zog den Vorhang beiseite, dass ich es besser sehen konnte. Tatsächlich rieselte eine Flocke nach der anderen runter, und es wurden immer mehr. „Lily wird sich freuen. Das Essen ist bald fertig.“ Er legte sich spielerisch über mich und gab mir einen Kuss. „Oi, du bist schwer“, rief ich lachend aus. „Willst du damit sagen, dass ich dick bin?!“, antwortete er empört und rollte zur Seite, sodass er knapp nicht herunterfiel. Wir kuschelten, bis der Backofentimer zu piepsen begann. Unser Weihnachten vierlief ruhig und gemütlich. Wir sassen alle zusammen auf dem Sofa und schauten einen der alten Star Wars Filme. Ich genoss jede Sekunde.
      Stets auf der Suche
      Ein Bellen weckte mich. „Morgen Occu. Hast du überhaupt ein Auge zugetan?“ Jonas vertraute Stimme drang durch das Tor des Offenstalls. Ich blinzelte verschlafen, richtete mich auf und zupfte etwas Heu aus meinem Schlafsack. Ich hatte die Nacht auf dem Heuboden des Stutenstalls verbracht, weil ich die Geburt von Moon Kiddys Fohlen unbedingt mitverfolgen wollte. „Ein hübscher kleiner Kerl ist das geworden, glaubst du er hat das Splash Gen von Dod?“ Sofort war ich hellwach. „Wie? Was?! Ist er etwa schon da??!“ „Ach du hast es also doch verpasst? Komm schau“, lachte Jonas. Meine Labrador Hündin Sheela stand an seiner Seite und wedelte auch schon fleissig mit dem Schwanz, um mich runterzulocken. „Das gibt es doch nicht! Ich war bis um drei Uhr wach, und sie hat überhaupt keine Anstalten gemacht!“ „Sie hat sicher extra gewartet bis du schläfst“, schmunzelte er. Ich befreite mich aus dem Schlafsack und schielte vorsichtig nach unten, bis zum letzten Moment gespannt, was mich erwartete. Ich war ganz entzückt, als ich das braune Fohlen erblickte. Es hatte auf den ersten Blick grosse Ähnlichkeit mit seiner Mutter, nur das auffällige Kopfabzeichen und zwei weisse Fesseln hinten wich von diesem Eindruck ab. „Täuscht mich meine Sicht oder ist das linke Auge blau?“ „Jup, ist es. Und schau dir die hübsch geschwungenen Ohren an.“ Ich kletterte die Leiter runter und ging zu Moon hin. Ich streichelte sie liebevoll und checkte rasch, ob mit ihr alles in Ordnung war. Dann wandte ich mich dem Hengstfohlen zu und untersuchte es mit prüfendem Blick. Es musterte mich skeptisch, aber da seine Mutter keine Versuche unternahm, sich zwischen uns zu stellen, kam es nach kurzer Zeit neugierig einen Schritt näher gewackelt. Es war noch sehr unsicher auf den langen Stelzen, die sich Beine nannten, aber es machte einen wachen, fitten Eindruck. „Es hat jetzt schon mehr Langhaar als alle bisherigen Fohlen“, bemerkte ich augenrollend, mit einem Seitenblick auf Moons lange Locken. „Was hast du erwartet?“ Spielerisch frustriert steckte ich meine Hände in die Hosentaschen. „Dass ich dabei sein darf, das hab ich erwartet!“ Jonas gluckste amüsiert. Mein Handy fiel mir fast aus der Tasche, also gab ich es Jonas, bevor es noch im Stroh landete. Ich warf einen Blick zu Feline und deren Fohlen, das schon seit zehn Tagen durch die Welt stakste. Es handelte sich ebenfalls um ein Hengstchen, einen wunderschönen, angehenden Schimmel, der das Splash Gen von Papa Drømmer om Død höchstwahrscheinlich bekommen hatte – jedenfalls hatte er viermal hochweiss und eine breite Blesse, was schonmal dafür sprach. Ich hatte bei seiner Geburt beschlossen, dass er einer der Kandidaten sein würde, die ich behalten wollte. Einen passenden Namen hatte der kleine Kerl auch schon: Disparo de Fiasco. Daran hatte ich ganz schön lange herumüberlegt. Feline liess mich wie immer freundlich an ihr Fohlen heran und wartete in respektvollem Abstand, beobachtete uns aber genau. Ich war froh, dass sich die Stute schon bei ihrem ersten Fohlen als zuverlässige, unkomplizierte Mutter herausgestellt hatte. Ich streichelte sie nochmal zum Zeichen, dass ich sie jetzt in Ruhe liess und verliess den Offenstall, Jonas folgend. „Das war wohl vorläufig das letzte, was? Die nächsten Fohlen kommen erst später.“ „Noch mehr von den Dingern?“, scherzte Jonas mit vorgetäuschter Überraschung. „Also auf das von Moonrise Shadows bist du ja wohl auch noch gespannt, oder etwa nicht?“ „Klar. Ich hoffe es wird ein Rappe.“ „Nähh, das wär ja langweilig! Ich hoffe es wird ein Fuchs, schliesslich haben wir noch keinen Paint Horse Fuchs.“ „Bestimmt nicht. Ist das bei den Eltern überhaupt möglich? Ich glaube nicht. Und wenn dann ist die Wahrscheinlichkeit seeehr gering. Ich sage das wird nix mit deinem Fuchs - black for the win.“ „Pfft.“ Er zwinkerte mir zu und ich streckte ihm die Zunge raus, dann bog ich in den Hauptstall ab. Sechs Vollblutfohlen hatte es dieses Jahr für Pineforest gegeben – jedoch war keines davon im Hauptstall zu finden. Die ‚Mütter‘ Campina, Iskierka, Shades of Gray, Sympathy for the Devil, Captured in Time und Cassiopeia mümmelten unbekümmert an ihrer morgendlichen Heuration. Wie das möglich war? Embryotransfer. Ich hatte letztes Jahr passend zur Zuchtsaison ein vergünstigtes Angebot von einem meiner Tierärzte bekommen, und nach Rücksprache mit Oliver hatten wir beschlossen, gleich den kompletten Jahrgang so heranzuziehen. Das hatte den grossen Vorteil, dass wir bereits Fohlen von den Stuten bekommen konnten, die noch aktiv Rennen liefen; ohne deren Karriere zu opfern. Die Fohlen wuchsen auf dem Gestüt auf, auf dem auch die Leihmütter zuhause waren. Im Absetzalter wollten wir die Truppe dann nach Pineforest auf die eigene Fohlenweide holen. In der Vergangenheit hatten wir dasselbe Prozedere auch schon mit Painting Shadows gemacht, und bisher nur positive Erfahrungen gesammelt. Ich prüfte, ob das morgendliche Vollbluttraining voranging, dann setzte ich meinen Rundgang in Richtung Weiden fort. Unterwegs fiel mir auf, dass sich mein Handy nicht mehr in der Hosentasche befand, wo ich es platziert hatte. Also lief ich nochmal zurück zum Offenstall, fest davon überzeugt, es im Heu zu finden. Doch auch nach zehn Minuten Suche blieb es verschollen. „Es muss doch irgendwo sein“, murmelte ich verärgert vor mich hin. Von unten beobachtete mich Lovely Summertime erwartungsvoll mit ihren freundlichen, dunklen Augen. Hinter ihr versteckten sich zwei paar züsätzliche Beine, die jedoch schon ziemlich kräftig aussahen. Immerhin war das dazugehörige Hengstfohlen namens Unclouded Summer Skies auch schon über zwei Wochen alt, doch am ältesten war das Fohlen von Ice Coffee. Die kleine Icy Rebel Soul war am zweiten April zur Welt gekommen, als erstes Fohlen dieses Jahrgangs. Entsprechend mutig und verspielt war sie bereits. Beide Fohlen waren übrigens von Unbroken Soul of a Rebel und hatten von ihm wie erhofft viel Farbe mitbekommen. Ich hoffte, dass er auch ebensoviel von seinem Talent mitgegeben hatte.
      Ich gab die Suche vorläufig auf und überlegte, ob ich das Handy auch irgendwo anders hätte verlieren können. Doch auch auf dem Weg zum Hauptstall war es nirgens zu finden. Ich beschloss, später nochmal mit Jonas zusammen zu suchen, und machte mich nun definitiv auf, um nach den Miniature Horses zu sehen. Auch dort hatte es gleich dreifach Nachwuchs gegegben. Und wie durch ein Wunder waren auch noch alle drei Fohlen am selben Tag geboren worden! Dakotas Fohlen Beck’s Daisy Orchid hatte schon um zwei Uhr morgens auf wackeligen Beinchen gestanden. Wie unschwer zu erraten, war es eine hübsche, erdfarbene Tochter von Beck’s Experience. Auch das zweite Fohlen war vom selben Vater. Es hörte (noch nicht) auf den Namen Beck’s Little Diva und war das erste Fohlen von meiner leuchtend fuchsfarbenen Stute Lady Diva from the Sky. Das Fuchsfell hatte sie von beiden Elternteilen übernommen, wie es anders auch gar nicht möglich gewesen wäre. In einem grauen Kleid präsentierte sich der letzte Fellkäuel, der neben Tigrotto im Stroh lag und erst spät in der Nacht vom 23. zur Welt gekommen war. Offenbar hatte Tigrotto beschlossen, dass sie den kleinen Arctic Tiger nun ebenfalls genug lange mit sich herumgetragen hatte und war deshalb kurzerhand dem Beispiel der anderen beiden Stuten gefolgt. Ich war jedenfalls sehr froh, dass alles so gut vonstatten gegangen war. Auch Chocolate Chip erwartete noch ein Fohlen, allerdings erst später im Jahr. Allegra, die mittlerweile ja zu einem stattlichen Jährling geworden war, freute sich über die neuen Spielkameraden. Auch wenn diese im Moment noch nicht so wild waren wie sie selbst und erstmal vor allem an zwei Dinge dachten: Trinken und Schlafen. Miss Mini Daki hielt Allegra seit Daisys Geburt etwas auf Abstand, aber ich war sicher, dass sich die kleine Familie bald organisiert haben würde. Übrigens war von klein Daisy gerade keine Spur zu entdecken. Ich traute meinen Augen nicht und sah mich gründlich um, doch das Fohlen war weder bei seiner Mutter, noch sonst wo zu entdecken. Alarmiert ging ich zum Stalltor zurück und sah mich draussen um. Das kann doch nicht sein – ist sie unter dem Zaun durch? Fieberhaft suchte ich nach der kleinen. Ich rief Lewis, der bei den Fohlenweiden ausmistete rüber. „Are you sure? She was still there wehen I came to feed them half an hour ago“, meinte er stirnrunzelnd. Wir betraten den Offenstall und ich zeigte ihm, was ich meinte. Doch der Pfleger schüttelte nur amüsiert den Kopf und meinte: „Theres she is. You sure that you’re awake, Occu?“ Tatsächlich, Daisy lag neben Daki im Stroh. Offenbar hatte ich sie zwischen den Halmen glatt übersehen. Beschämt liess ich ihn wieder seiner Arbeit nachgehen und kniete mich neben Daki, um Daisy anzulocken. Stattdessen wurde ich natürlich sofort von Allegra beknabbert, die meine Aufmerksamkeit auf sich lenken wollte. Ich ignorierte sie und streckte die Hand aus, damit Daisy daran schnuppern konnte. Die Miniatur-Fohlenschnauze berührte unsicher zuckend meine Finger, die anschliessend natürlich erstmal zwischen den weichen Lippen verschwanden. Zähne hatte das Tierchen zum Glück noch keine. Ich konnte mich kaum loslösen von dieser Niedlichkeit, besonders, als Tiger sich doch noch aufraffte und an ein paar Bocksprüngen versuchte, stattdessen aber ungelenk durch das Stroh stolperte. Als ich mich doch zum Gehen überwinden konnte, sah ich noch rasch bei den Hengsten vorbei. Arctic Blue und Glenns Caress dösten, der eine jeweils mit dem Kopf zum Popo des anderen. Das war eine Art natürlicher Instinkt, der es ihnen ermöglichte, potentielle Gefahren von allen Seiten her frühzeitig zu entdecken. So blieb auch ich nicht lange unentdeckt; Arco hob aufmerksam den Kopf und brummelte mir zu. Die Motivation zum Zaun zu kommen hatte er dann aber doch nicht. Nachtfalke hingegen kam rüber und prüfte, ob ich nicht vielleicht etwas hartes Brot oder eine Karotte dabei hatte. ‚Red‘, wie ich Becks gerne nannte, bediente sich weiter entfernt noch immer an dem Heuhaufen, den Lewis gebracht hatte.
      Mir fiel auf, dass ich Jacky und Zira diesen Morgen noch nicht gesehen hatte. Wo sie wohl stecken? Ich hielt die Augen offen und Pfiff, machte mir aber nicht die Mühe, nach den beiden zu suchen. Sheela hatte meinen Pfiff gehört und kam im galopp angerannt. Ich lobte sie und machte mich auf zum Nebenstall. Zwei Fohlen warteten noch auf mich: Cranberry und Cloony. Die beiden waren von Halluzination und Satine, Väter waren mein Liebling Co Pilot und dessen Halbbruder Costa de la Bryére. Ich hatte förmlich Freudensprünge gemacht, als ich die Deckanzeige von Costa gesehen hatte – schliesslich hatte ich den Hengst für kurze Zeit auch bei mir im Stall gehabt und er führte dieselben wertvollen Blutlinien weiter wie Pilot. Deshalb wollte ich beide Fohlen auch auf alle Fälle behalten. Registriert waren sie beide als British Warmblood, das hatte ich schon im Voraus so geplant. Als ich so mit verliebtem Blick über die Tür von Hallus Box lehnte, kam gerade eine Gruppe Vollblüter vom Training zurück. Normalerweise ritt ich ja selbst auch sehr gerne mit, aber in den letzten Tagen war ich durch das ständige Wachbleiben und Aufpassen so gerädert gewesen, dass ich freiwillig verzichtet hatte. Meistens hatte ich das Training sowieso verschlafen. Ich lächelte stolz, als ich Coulee beobachtete, die von April geritten den anderen folgte. Die Stute sah grossartig aus. Sie hatte ihre alte Form zurück und war auch psychisch wieder beinahe normal – das hatte sie letztens beim Handicap mit dem 3. Platz und einer hervorragenden Zeit bewiesen. Jetzt konnte ihr Comeback also so richtig losgehen. Auch wenn es immernoch Problemzonen mit der Stute gab; wenn man ihr genug Sicherheit vermitteln konnte, gab sie sich wirklich Mühe. Ebenfalls zu erwähnen war, dass Miss Moneypenny am selben Tag in einem anderen Rennen überlegen gewonnen hatte.
      Doch nicht alles lief so toll: mein Sorgenkind hiess Areion. Ich traf ihn und Lily wie immer am Nachmittag im Nordstall an. Eigentlich waren die beiden ein Herz und eine Seele, doch in letzter Zeit verhielt sich der Tinker zunehmend rüpelig und hengstig – offenbar spürte er den Frühling. Meine zehnjährige Nichte hatte einfach nicht genug Kraft, um gegen das grosse Plüschtier anzukommen, weshalb ihn im Moment meist Lisa ritt. Bei ihr lief er natürlich toll, aber letztendlich war er Lilys Pony. Ich zerbrach mir deswegen aber schon seit Wochen den Kopf, denn so konnte es einfach nicht weitergehen. Beide, er und Lily, waren frustriert und unglücklich mit der Situation. Als einzige rasche und zugleich nachhaltige Lösung sah ich eine Kastration. Doch wir alle taten uns etwas schwer mit dieser radikalen Massnahme. Leise seufzend machte ich mich daran, Lily beim Putzen zu helfen. Sie war auch heute etwas missmutig und bestrafte Areion schon für kleinste Fehltritte. Ich redete ihr ins Gewissen, dass Areion ja nichts dafür könne und nicht absichtlich so unartig war. „Er weiss es einfach nicht besser, und da du eben noch etwas zu wenig Kraft hast, um ihm den richtigen Weg zu zeigen…“ „Er soll aber auch auf mich hören, wenn ich nicht so viel Kraft einsetze! Du sagst schliesslich auch immer, dass ich ihm feine Kommandos geben soll!“ „Ja, aber manchmal reicht das eben doch nicht ganz – manchmal muss man zuerst etwas deutlich sein und kann erst danach wieder sanft werden, dafür dann umso besser.“ „Und du meinst, es wäre wirklich besser, wenn er kein Hengst mehr wäre?“, fragte sie halb murmelnd. „Ja. Dann könnte er sich nämlich wieder auf dich konzentrieren, und müsste nicht all den hübschen Frauen nachsehen.“ Sie schwieg nachdenklich, denn sie war eigentlich bis anhin absolut dagegen gewesen, ihn kastrieren zu lassen. Ich vermutete, dass sie einfach nicht wollte, dass der Tierarzt an ihrem Pony herumschnipselte, wenn es nicht lebenswichtig war. Doch der richtige Beweggrund für ihr Zögern offenbarte sich in ihrer nächsten Frage: „Glaubst du, dass Teddy nach dem Ka…strieren? irgendwie anders sein wird als vorher? Ich habe Angst, dass er dann ganz faul und verfressen wird…“ Ich konnte mir ein Kichern nicht verkneifen. „Wer hat dir das erzählt? Janine?“ Sie nickte. „Janine hat gesagt, dass ihr altes Pony nach dem… du weisst schon, ganz anders war als vorher und sie es deshalb nicht mehr haben wollte. Ich behalte Teddy auf jeden Fall! Aber ich will auch nicht, dass er sich verändert…“ „Keine Angst, er wird höchstens etwas ruhiger und braver werden. Ich mein, sieh dir mal Phantom an – ist der etwa faul und verfressen?“ Wir lachten beide bei der Erinnerung an den letzten Ausritt, auf dem er mir beinahe durchgebrannt war. Sein Training ging stets voran, wenn auch nicht mehr in ganz so grossen Schritten wie zu Beginn, aber trotzdem gab es immer wieder Rückschläge und Momente, in denen er wieder auf seine Instinkte zurückgriff und mich ausblendete. Es war eben nicht leicht, vier Jahre Wildnis und Überlebenskampf zu überspielen.
      Lily und ich einigten uns darauf, das ganze beim Abendessen zusammen mit Jonas nochmal durchzudenken und jetzt erstmal auf einen Spaziergang mit Areion zu gehen. Ich begleitete die beiden mit Ljóski, der nach dem gestrigen Tölt-Training auswärts eine wohlverdiente Pause bekam. Der kleine Ausflug verlief relativ entspannt, jedenfalls sobald wir vom Hof weg waren und Areion sich auf Lily konzentrieren konnte. Loki hatte bereits beinahe vollständig sein Fell gewechselt und sah prächtig aus. Mit dem kurzen Fell sah man seine Muskeln viel besser, und auch die Scheckung kam besser zur Geltung. Areion war noch etwas plüschiger, aber auch er hatte schon ganz schön viel Fell verloren. Doof nur, dass es in den letzten paar Tagen wieder ganz schön kalt geworden war. Die meisten Pferde froren trotzdem nicht, und den Geschorenen legten wir eben die Decken vorsichtshalber nochmal an. Als wir fast wieder Zuhause waren, fing es tatsächlich ein wenig zu schneien an, auch wenn es eher Schneeregen war. Wir retteten uns in den Nordstall und rubbelten die Rücken der beiden Jungs rasch mit Tüchern trocken, dann brachten wir sie in ihre Boxen und gaben ihnen je eine Karotte, wobei Herkir natürlich auch eifersüchtig an meinem Ärmel nippte. „Du kommst später dran, ich hab gehört Jonas plant einen anstrengenden Ausritt im Schneeregen“, sagte ich übertrieben laut, damit Jonas, der gerade hinter mir zu Circus Dancers Box schlenderte, hörte. Empört rümpfte er die Nase und antwortete: „Wer hat denn sowas behauptet? Als ob ich bei dem Hundewetter rausgehen würde…“ „Schön-Wetter-Reiter.“ „Und wie!“ Lily lachte beim Verlassen des Nordstalls über unseren Dialog und verschwand dann in Richtung Nebenstall – ich wusste auch genau, was sie dort vorhatte. White Dream war nämlich heute noch nicht bewegt worden, und Lisa hatte mir am Morgen verraten, dass sie wiedermal mit meiner Nichte abgetauscht hatte. Ich schmunzelte bei dem Gedanken und fand es schön, dass Lily die Ponystute so liebhatte.
      Ich selbst musste nun erstmal weiter zu Empire State of Mind. Auf den Schimmel wartete eine Dressurstunde, in der ich an den Seitengängen feilen wollte, um ihn zu lockern. Ich betrat seine Box und er streckte mir bereits freundlich seine graue Schnauze entgegen. Sein Halfter hing leider nicht wie üblich an seiner Boxentür, und ich hatte keinen Schimmer, wer es entfürt haben könnte. Aber ich wollte es eigentlich schon an seinem rechtmässigen Platz sehen, denn ich mochte es überhaupt nicht, wenn durch Unachtsamkeit Zubehör verloren ging. Also machte ich mich auf die Suche danach. Schliesslich wurde ich in der Führmaschine fündig, wo Cantastor es fälschlicherweise trug. Ich tauschte die Halfter aus und ging zurück zu Empire, um ihn aufzuhalftern und zu einer der Anbindestellen zu führen, wo ich mit dem Putzen begann – oder beginnen wollte, denn die Putzbox war auch weg. „Ajith! Where ist hat damn…“ Ich unterbrach mich selbst, als ich Anne entdeckte, die in der Sattelkammer drüben stöberte. „What are you looking for?“, fragte ich sie verwundert. „Darren told me to help him with the retired thoroughbreds today. I was so excited! I sat on Catastor for the first time!”, berichtete sie stolz.” “Now I’m just looking for some leg wraps.” “Why does he need leg wraps? You didn’t sprint a marathon, did you?“ „No…“ „So he doesn’t need any. Thoroughbreds are not that sensible, don’t worry.“ Daraufhin verschwand sie, um den dunkelbraunen Hengst aus der Führmaschine zu holen und in seine Box zu bringen. Als sie vor mir um die Ecke bog, bemerkte sie stirnrunzelnd „Just now I thought he had a yellow halter on… How strange.“ Ich schmunzelte kopfschüttelnd und erkannte, was los war. „I swaped them ‘cause you took Empire’s halter.” „Oh, I’m sorry, I didn’t know…“ „No problem.“ Mir war es zwar ein Rätsel, wie sie sie hatte vertauschen können, wo doch die Halfter aller Pferde an den jeweiligen Boxentüren hingen, doch ich sagte nichts weiter und kümmerte mich um Empires Putzbox. Nach einigem Suchen fand ich sie neben Sunday’s Spind. Leicht verärgert schnappte ich sie mir und putzte mit ihrem Inhalt meinen mittlerweile etwas ungeduldigen Schimmel. Da seine Beine etwas schlammig waren, stellte ich ihn vor dem Aufsteigen noch beim Waschplatz hin, um sie rasch abzuspritzen. Mir fiel auf, dass seine Vorderhufe schon wieder ein wenig ausbrachen, also beschloss ich, sie nach dem Reiten noch rasch zu feilen, denn natürlich fand ich heute auch die Feile nicht an ihrem angestammten Platz vor. Der Hengst war barhuf, denn er lief ja keine Rennen mehr und war momentan auch nicht im sonstigen Spitzensport tätig. Wir hatten uns mit ihm bisher auf Grundlagen beschränkt, damit er diese nach seinem Karriereende in aller Ruhe hatte erlernen können. Ausserdem waren wir mit ihm immer viel im Gelände gewesen, sodass er mittlerweile äusserst verlässlich geworden war. Also eigentlich hatte er bisher einfach sein Leben nach der Rennbahn geniessen dürfen und war langsam und schonend umgeschult worden. Wie gut er die Grundlagen in der Dressur mittlerweile beherrschte, zeigte sich auch heute. Fleissig und bemüht, alles richtig zu machen, kreuzte er die Beine. Nur das Tempo war noch ein wenig zu hoch. Ich versuchte schon seit einem Weilchen ihn immer mehr zu versammeln und die Lektionen ruhiger zu reiten, aber es dauerte bei ihm halt etwas länger, da er doch eine ordentliche Portion Temperament hatte. Ich war aber ganz schön zufrieden mit unseren heutigen Anstrengungen und lobte ihn entsprechend ausgiebig beim Trockenreiten. Als ich zum Fenster raus sah, entdeckte ich zufällig die beiden seit dem Morgen vermissten Hunde, die auf der Ovalbahn mit einem Ball von Lily spielten.
      Um vier Uhr hatte ich Empire versorgt und putzte bereits den nächsten Kandidaten, nämlich Ronja Räubertochter. Auch für sie stand gewöhnliche, langweilige Grundlagen Dressur auf dem Plan, was einzig dazu diente, sie zu beschäftigen und an Feinheiten zu feilen. Sie war heute etwas stur und aufmüpfig, vermutlich wegen des frischen Wetters. Trotzdem schafften wir eine halbwegs produktive Dreiviertelstunde. Beim Versorgen tastete ich noch ihren Rücken ab, um zu sehen, ob sie irgendwo verspannt war. Im Rücken fand ich nichts, aber bei der Schulter zeigte sie mir mit Scharren ein wenig Unwohlsein. Ich massierte die betroffene Stelle und dehnte die Vorderbeine durch ausstrecken. Sie gähnte vor Entspannung und schüttelte sich, als wäre sie gerade im Staub gelegen. Ich lachte über den treudoofen Blick, den sie danach aufsetzte und dessen Bedeutung ich längst kannte: „Darf ich jetzt bitte meine Karotten haben?“ Ich streckte sie ihr selbstverständlich hin, sobald ich ihr in der Box das Halfter ausgezogen hatte. Linda kam auf mich zu und fragte mich, ob ich ihr helfen könne Darren zu finden. Ich antwortete etwas gereizt, dass ich heute am liebsten nichts und niemanden mehr suchen wollte, gab ihr aber den Tipp, im Strohlager nachzusehen.
      Es war nun fast halb sechs und ich nutzte die Zeit vor dem Abendessen noch, um ein wenig Schrecktraining mit Phantom zu machen. Mir gingen langsam die Ideen aus, weil ich schon so viel mit dem ehemaligen Mustang gemacht hatte und er extrem schnell lernte. Das hing wohl damit zusammen, dass in der Wildnis rasches Anpassungsvermögen überlebenswichtig war. Mit ihm und seinen ausgeprägten Instinkten war es ganz anders zu arbeiten als mit einem Jungpferd das in Menschlicher Obhut aufgewachsen war. Weder einfacher noch schwieriger – einfach anders. Einerseits fiel uns die Kommunikation leicht, weil er ausgezeichnet auf meine Körpersprache reagierte; andererseits wurde alles erschwert durch sein Misstrauen gegenüber neuen Dingen. Aber mit Menschen an sich hatte er mittlerweile keine Probleme mehr. Mittlerweile stand Phantom ja im Offenstall mit den Criollo und Paint Horse Stuten (mit denen er sich übrigens bestens verstand). Als ich auf den Zaun zukam, spitzte er die Ohren und kam einige Schritte auf mich zu. Auch machte er keine Anstalten mehr auszuweichen, wenn ich ihn unerwartet anfassen wollte. Im Moment hatten die Fohlen eine Art Beschützerinstinkt in ihm geweckt, sodass er besonders aggressiv den Hunden gegenüber war. Er mochte sie auch sonst nicht, aber jetzt war es besonders schlimm. Sheela traute sich schon gar nicht mehr auf die Weide, und die anderen beiden blieben einfach in gesundem Abstand zu dem Rappen. Er war zwar nun schon seit Monaten Kastriert, aber sein Hengstverhalten hatte er dennoch nicht ganz verloren. Zum Beispiel erwischte ich ihn manchmal dabei, wie er die Stuten mit der typisch tiefen Kopfhaltung umhertrieb oder sich gegen einen Wallach auf der Nachbarsweide aufspielte. Den Damen schien das zu gefallen, jedenfalls wurde er von ‚seiner Herde‘ immer gleich begrüsst, wenn er vom Arbeiten zurückkam. Wenn ich ihn so beobachtete, hatte ich den Eindruck, dass er sich hier ganz wohl fühlte und sich immer mehr mit seinem neuen Leben anfreunden konnte. Trotzdem sah ich mir manchmal nachdenklich die Fotos an, die ich im Internet von ihm gefunden hatte. Ich fragte mich, was mit all den anderen Pferden darauf geschehen war, oder wie Phantoms Leben ausgesehen hätte, wenn er nicht eingefangen worden wäre. Herausfinden würde ich es nie.
      Jonas hatte bereits angefangen, das Gemüse für unser Abendessen zu rüsten, als ich ins Haus zurückkam. Wir assen meist am Mittag ein Sandwich oder sonst etwas Schnelles, dafür gab es am Abend eine anständige, warme Malzeit. Beim Essen erzählten wir uns von den heutigen Erlebnissen. „Ach ja, ich habe am Morgen mein Handy irgendwo verloren und finde es nicht mehr… Ich muss nachher nochmal suchen gehen, bevor es dunkel wird“, fiel mir wieder ein. Jonas setzte plötzlich ein breites Grinsen auf. „Meinst du das hier?“ Er fasste sich in die Hosentasche und zog auf wundersame Weise besagtes Gerät daraus hervor. „Warum…?“ „Du hast es mir heute Morgen in die Finger gedrückt, weisst du nicht mehr?“ Ich schlug mir symbolisch mit der Hand an die Stirn und lachte ungläubig. „Manchmal ist mein Gehirn einfach ein Löcherbecken…“ Wir schmunzelten und plauderten weiter. Irgendwann kamen wir wieder auf das leidige Thema Areion zurück. „Irgendwas müssen wir machen. Lily, wäre es wirklich so schlimm ihn zu Kastrieren?“ „Ja wäre es!“, rief Jonas empört. „Schon mal den Dicken selbst gefragt, was er davon hält?“ „Still, sonst lasse ich den Tierarzt nächstes Mal wegen dir kommen.“ „Das willst du nicht wirklich…“, murmelte er verheissungsvoll. Ich streckte ihm die Zunge raus und meinte: „Unterschätz mich nicht.“ Lily mischte sich mit einem Räuspern ein. „Wenn du versprichst, dass Teddy danach immernoch derselbe ist…“ „Das kann ich leider nicht versprechen, aber meiner Erfahrung gemäss verändert sich nicht wahnsinnig viel. Denk auch an ihn; er darf danach endlich mit seinen geliebten Mädels auf die Weide und wird nicht mehr von den anderen Hengsten gemobbt.“ Sie zögerte, dann nickte sie. „Na gut. Wenn ihn das wirklich glücklicher macht.“ Jonas verschränkte gespielt trotzig die Arme. Lily und ich mussten bei dem Anblick loslachen, und beim Wegräumen stichelten wir ihn immer wieder zum Spass.
      „Was machst du jetzt noch?“, fragte Jonas, während er sich schon wieder die Jacke anzog. „Ich fahr schnell rüber nach Shatterford und sehe nach unseren Vollblutfohlen.“ „Wann bist du zurück? Wir wollten doch Rosie noch einen Besuch abstatten, weil wir die nächsten Tage keine Zeit dazu haben werden.“ „Ich weiss, ich schaue, dass ich spätestens um neun Uhr zurück bin. Die Fahrt dauert ja zum Glück nur 20 Minuten, und ich nehme an, dass Ella mich nicht lange aufhalten wird, weil sie selbst noch genug zu tun hat.“ Ella Yorke war die Besitzerin des Hofs, auf dem unsere diesjährigen Nachwuchsrenner geboren worden waren. Ich wollte meine Autoschlüssel von der Kommode schnappen, doch sie waren weg. Verärgert rief ich aus: „Das gibt’s doch nicht, vorhin hatte ich sie doch noch in den Fingern!“ Jonas meinte im Gehen gerade noch: „Hast du in deiner Jacke nachgesehen?“ „In meiner Jacke? Das hätte ich gespürt.“ Doch tatsächlich, da waren sie, brav in meiner rechten Tasche. Augenrollend lief ich zum Parkplatz. Wie abgemacht beeilte ich mich und trödelte nicht lange herum, als ich auf dem kleinen Gestüt ankam. Ich klingelte an der Haustüre und wurde von Ellas Mann Steve in Empfang genommen. Er erklärte, dass Ella bereits im Stall hinten sei und führte mich zu ihr, damit ich sie nicht auch noch suchen musste. Wir sahen uns zusammen die sechs Vollblutfohlen an. Ich nahm jedes einzelne genau unter die Lupe und stellte zufrieden fest, dass sie alle vom Exterieur her den Erwartungen entsprachen. Allerdings fiel mir auf, dass eines der dominant weissen Fohlen ein wenig schlapp wirkte und selbst als wir den Offenstall betraten mit aufgestütztem Kopf im Stroh liegen blieb. Ella klärte mich sogleich auf: „Die kleine hatte eine schwierige Geburt, das ist die, von der ich dir auch schon am Telefon erzählt hatte. Sie ist auch etwas kleiner als die anderen und trinkt leider nicht ganz so viel, weshalb wir ihr zusätzlich zweimal am Tag etwas mit der Flasche anbieten.“ „Das das genetische Fohlen von Ciela… Denkst du, es liegt vielleicht daran, dass Ciela selbst noch so jung ist?“ „Gut möglich; es wäre jedenfalls schön wenn es nur das ist.“ Ich nickte zustimmend und sah das beinahe ganz weisse Fohlen nachdenklich an. Sie sah hübsch aus, mit den braunen Ohren und ihren dunklen Augen. Aber eben diese wirkten ungewöhnlich müde und lustlos, was mich wirklich besorgte. „Der Tierarzt war schon da?“ „Nein, kommt demnächst. Ich habe aber schon mit ihm telefoniert und er meinte, wir sollen so fortfahren wie bisher und die kleine gut beobachten.“
      Den ganzen Heimweg über zerbrach ich mir den Kopf, was das weisse Fohlen wohl plagte. Schliesslich wurde ich von meinen Sorgen abgelenkt, als wir auf der Wilkinson Farm von Rosie begrüsst wurden. Jonas und Lily liefen bereits voller Erwartung zum Stall, denn sie waren genau wie ich wahnsinnig gespannt auf Islahs und Farashas Fohlen. „Awww! Es ist ja ganz schwarz!“, kam wenig später der Ausruf von Lily. „Nicht ganz“, ergänzte Rosie, „Sieh dir die hell umrandeten Augen an – es wird ein Schimmel wie sein Vater.“ Entzückt betrachtete ich das Tierchen mit dem edlen Hechtkopf. Die krause Fohlenmähne war etwas dürftig im Vergleich zu der meiner Criollo Fohlen, aber das verlieh ihr schon jetzt ein elegantes Gesamtbild. Die grossen, hübsch geschwungenen Ohren waren neugierig nach vorne gerichtet, als es sich näher zu Lily hin traute und an ihrer Hand schnupperte. Kurz darauf erschreckte sich das Fohlen aber, weil Lily sich zu schnell zu uns umdrehte. Es machte einen übermütigen Seitensprung und verschwand im staksenden Trab hinter Farasha. Wir lachten über die kleine Show und gingen weiter zu Islah. Die kleine Isis, wie ich sie genannt hatte, sah aufgeweckt und munter aus. Sie war eine Schecke, wie ihre Mutter – allerdings hatte sie eine seltsame, grau gestichelte Stelle an der Flanke. Daher fragte ich mich, ob sie nicht doch noch ausschimmeln würde. Eine Schimmelbrille wie Farashas Fohlen hat sie zwar nicht, aber vielleicht ist das ja irgendein Sonderfall, überlegte ich. Jonas fragte Rosie: „Wie hast du nun eigentlich das schwarze Fohlen genannt?“ „First Chant, weil sie das erste Fohlen ist, das auf meiner eigenen Farm auf die Welt kam.“ „Ein toller Name“, bemerkte ich schwärmerisch. „Sie wird zum Verkauf stehen Occu, also wenn du Interesse hast…“, lachte die rothaarige, junge Frau. „Ich überleg’s mir, okay? Ich muss sowieso noch planen, welche unserer eigenen Fohlen ich behalten will. Das wird echt nicht leicht…“ „Doch eigentlich schon“, bemerkte Jonas verheissungsvoll. „Es wird damit enden, dass du alle behälst weil du keines loslassen kannst – und falls doch wirst du wieder jeden Tag hoffen, dass sie aus irgendeinem Grund zurückgegeben werden.“ „Du weisst genau, dass das nicht geht, auch wenn es toll wäre. Dafür haben wir einfach zu wenig Platz.“ Lily sah ich förmlich an, dass sie etwas dazu sagen wollte, aber sie hielt sich zurück und beobachtete nur nachdenklich Isis. Ich ahnte, was in ihr vorgehen musste. Sie konnte sich genau wie ich nicht entscheiden, welches der Fohlen sie am liebsten hatte.
      Wir verabschiedeten uns von Rosie, nachdem wir auch bei Anubis, Numair und Bintu Al-Bahri reingesehen hatten. Es war schon spät und wir mussten morgen wieder früh aufstehen, deshalb hatte es auch nicht für einen Tee bei Rosie gereicht. Den gönnten Jonas und ich uns dafür zuhause noch rasch, während Lily bereits ins Bett kriechen musste. Ich sass auf dem Sofa, streichelte Jacky und starrte nachdenklich an die Wand. Plötzlich überlegte ich laut: „Also bei den Criollos wäre es ja naheliegend, wenn wir Fiasco behalten würden. Er wird später sicher interessant für die Farbzucht.“ „Aber ich sehe dir an der Nasenspitze an, dass du trotzdem lieber Moon’s Fohlen hättest. Oder liege ich da falsch?“, meinte Jonas zwinkernd. Ich seufzte und nickte langsam. „Dann behälst du eben den. Wir haben eh schon Dod für die Farbe, also spielt es keine Rolle.“ „Meinst du wirklich? Also gut, dann bleibt Moon’s Fohlen. Wir brauchen aber noch einen guten Namen für ihn.“ „Dod’s Daydream?“ „Nähh, ich finde etwas Spanisches wie bei Fiasco würde einfach besser passen…“ „Uff… Sueño del Muerte oder sowas? Ich kann kein Spanisch…” “Ich auch nicht wirklich, aber zum Glück gibt es das Internet.” Ich gab in diversen Wörterbüchern Vorschläge ein, die etwas mit der Bedeutung von Dods Namen zu tun hatten. Irgendwann stiess ich zufällig auf das Wort ‚solas‘, so viel wie „alleine“ bedeutend. Ich fand den Klang davon toll, und überlegte, womit man es kombinieren konnte, damit es passte. „Etwas mit träumen wär schon nicht schlecht“, meinte Jonas, „denn sonst hätte es ja doch keinen Zusammenhang mit Dod.“ So wurde es „Soñando Solas“ – ‚alleine träumend‘. Ich war zufrieden mit dem Klang, auch wenn die Bedeutung etwas fragwürdig war. Wir verräumten unsere Tassen und gingen die Treppe hoch ins Schlafzimmer, denn mittlerweile veranstalteten wir fast schon ein Wettgähnen. Als ich mich unter die Decke gekuschelt hatte, konnte ich es doch nicht lassen, weiter über die Fohlen nachzudenken. Ich stellte fest: „Ich glaube ich kann nicht schlafen, bis ich mich entschieden habe…“ „Welches von den Minis gefällt dir am besten?“, fragte Jonas leise. „Ich glaube Orchid. Wir haben ja noch kein buckskin Mini, und ich kann doch keine Tochter von Daki weggeben…“ „Siehst du? Und schon bist du wieder etwas weiter. Was ist mit den Warmblutfohlen?“ „Die behalten wir!“, meinte ich sofort, wie ein trotziges Kind. „Dieser Meinung bin ich auch!“, kam eine Mädchenstimme aus dem Zimmer nebenan. „Horchst du etwa? Ab ins Bett jetzt! Du musst morgen in die Schule.“ „Aber du behälst die beiden definitiv, ja?“ „Ja.“ „Gute Nacht.“ Daraufhin blieb es definitiv still aus dieser Richtung. „…Vollblüter?“, murmelte Jonas. „Cupid. Cupid bleibt, der hat Potential. Er hat sogar schon Oliver auf seiner Seite. Und Simply Priceless gefällt mir einfach wahnsinnig gut, ich möchte sehen, was aus ihm wird.“ „Ich finde Call it Karma süss. Die hat was besonderes, mit ihrem gutmütigen Blick und dem hübschen Bauchfleck.“ „Die beiden Schimmelfohlen von Iskierka und Shades of Gray sind auch vielversprechend… Wir können aber einfach nicht alle behalten…“ „Was ist mit dem zweiten dominant weissen?“ „Challenging Time heisst es, von Ciela. Ich weiss nicht… Es wirkt so schwächlich und lustlos. Ich mache mir ernsthaft Sorgen, dass es nicht durchkommt…“ „…Aber wenn doch würdest du es auch behalten wollen?“ „Es hat eine tolle Farbe, aber ich weiss nicht, ob es überhaupt zum Rennen geeignet sein wird, wenn es so schwach ist…“ „Naja, verkaufen kannst du es sowieso nicht, wenn es nicht fit ist. Also bleibt dir fast nichts anderes übrig als es zu behalten.“ „Aber zwei müssen definitiv weg. Vier behalten wäre okay, aber alle sechs sind zu viele.“ „Wenn du meine Meinung hören willst: Ich finde, du solltest die beiden Schimmel Snap Cat und Storm Cat abtreten. Ich weiss, du wolltest besonders das Fohlen von Iskierka aufwachsen sehen und trainieren, aber mein Gefühl sagt mir, dass wir die anderen vier behalten sollten, und nicht diese beiden.“ „Ich hoffe dein Gefühl ist verlässlicher als meines damals beim Kauf von Cool Cat. Er war ja ursprünglich nur meine zweite Wahl gewesen, aber er hat sich zu einem echten Glückstreffer gemausert. Glaub mir, die Pferde aus dieser Blutlinie sind vielleicht am Anfang unscheinbar, aber entwickeln sich später zu unerwarteten Talenten.“ „Tja, du musst dich entscheiden. Du hast dir das vier-Vollblüter-Limit selbst gesetzt, nun musst du damit umgehen.“ „Ich weiss… Na gut. Die Schimmel gehen. Aber wehe das war die falsche Entscheidung!“ „So so, das ist natürlich bequem, im Falle eines Falles mir die Schuld zuzuschieben. Aber okay, ich übernehme die Verantwortung.“ Ich gab ihm glücklich einen Kuss und legte meinen Kopf an seine Schulter. Ich murmelte: „Hunter Crowley hat auch schon Interesse an den beiden gezeigt. Wenn er tatsächlich eines davon nimmt, wären sie wenigstens noch in der Nähe von uns.“ „Ich bin sicher, dass er bei den süssen Ohren nicht wiederstehen kann“, gluckste Jonas. „Bleiben noch die Paint Fohlen. Behalten oder weggeben?“ „Unclouded ist schon ein richtiger Pachtskerl…“, meinte Jonas zögernd. „Wirklich. Aber irgendwie… Hach ich weiss nicht, wenn wir Shadows Fohlen dann auch noch behalten wollen… Ich habe das Gefühl, dass ich mich gerade noch so von den beiden trennen könnte.“ „Da stimme ich dir zu.“ Ich horchte noch eine Weile seinem ruhigen Atem, dann fielen mit die Augen zu. Endlich fand ich auch den Schlaf, jetzt wo alles beschlossen war.
    • adoptedfox
      [​IMG] S* - S**
      Gruppe 3: Chiccory ox, Shades of Gray, Iskierka, Painting Shadows, Coulee, Sympathy of the Devil, A Winter’s Day
      Die dritte Gruppe wurde um viertel vor Sieben gesattelt und hinausgeführt. Hier ritt ich meinen Liebling Winter, und ich freute mich schon auf das bevorstehende Kopf-an-Kopf Training mit Paint und Gray. Iskierka zickte beim Aufsteigen mal wieder rum und wollte nicht stillhalten, sodass Charly irgendwie in der Bewegung von Oliver raufgeschoben musste. Wir wärmten die erfahrenen Vollblüter gründlich auf und liessen sie auch ein wenig in lockerem Tempo galoppieren, bevor wir das Renntempo verlangten und die 1000 Meter liefen. Winter sprang rhytmisch wie eine gewaltige Maschine und streckte seine langen, weissen Beine. Ich hielt mich halb an seiner Mähne, um nicht aus dem Gleichgewicht zu geraten. Zum Glück hatte ich die Brille auf, denn Choccory vor uns spickte ganz schön viel Dreck. Am Ende liessen wir sie austraben und brachten die Pferde in die Führmaschine zum Trockenlaufen.
      Tanzen lernen
      PFS‘ Dancin‘ to Jazz, Dancing Moonrise Shadows, Lovely Summertime, Ice Coffee, PFS’ Challenging Time, Estragon Sky, Ronja Räubertochter, Burggraf, tc Herkir, Ljóski, Painting Shadows, Cassiopeia, Campina, Sympathy of the Devil, Coulee, Shades of Gray, Circus Dancer, Co Pilot de la Bryére, Diarado, Bintu Al-Bahri, Numair, Anubis, Islah, Farasha, First Chant, Dakota S, Chocolate Chip, Blue Dawn’s Nachtfalke, PFS’ Dressy Miss Allegra, PFS’ Beck’s Daisy Orchid, Silverangel

      Fröhlich pfeifend lief ich an den Ställen vorbei zur Stutenweide. Es war ein sonniger, warmer Tag und eine angenehme Brise versüsste die sonst schon tolle Stimmung. Es war einer dieser Tage, an denen nichts schiefgehen konnte. Am Morgen hatte ich erfahren, dass es der kleinen Chimewieder besser ging. Meinem kleinen Sorgenkind hatte die letzten zwei Wochen zusätzlich zu ihrer sonst schon schwachen Konstitution eine Erkältung zu schaffen gemacht. Der plötzliche Wetterwechsel war wohl hauptsächlich schuld daran gewesen. Mit dem herbstlichen Kälteeinbruch war die Temperatur um mehr als zehn Grad gesunken und es hatte lange geregnet. Chime trug nun vorsorglich eine warme Fohlendecke und bekam ab und zu ein durch den Tierarzt empfohlenes, spezielles Mash zu fressen, das ihre Verdauung unterstützte. Wir hofften, dass sich dadurch ihr Gewicht, das noch immer auf der leichten Seite war, weiter normalisierte. Jedenfalls war ich jetzt erstmal unglaublich erleichtert, dass sie laut Ella nicht mehr hustete und keinen Nasenausfluss mehr hatte. Zusätzlich zu dieser erfreulichen Nachricht hatte mich auch ein lang erwarteter Anruf von einem neuen Mitarbeiter erreicht. Wir hatten nach jemandem für ein Praktikum über den Herbst hinweg gesucht, da Jason für ein paar Monate nach Amerika reisen und dort auf einer Ranch bei Verwandten aushelfen wollte. Der Neue hiess Tobias Leech, wohnte nur zwanzig Auto-Minuten von Pineforest entfernt und hatte laut eigener Aussage schon einige Erfahrung mit Pferden. Wir hatten am Telefon ausgemacht, dass er ab heute nach dem Mittag bis Samstag schnuppern kommen konnte und wir dann alles weitere beschliessen würden. Ich war gespannt, wie er sich anstellen würde und hoffte natürlich, dass alles passte. Bevor ich das herausfinden konnte, gab es aber noch ein paar andere Dinge zu erledigen. Zum einen wollte ich vor dem Mittag noch Artemis longieren, zum anderen stand ein ‚Gelassenheitstraining‘ mit Dancin‘ to Jazz an. Wir hatten die Stute seit ihrer Ankunft vor ein paar Wochen noch nicht oft geritten, aber es hatte sich schnell herauskristallisiert, dass sie sich alles andere als wohl fühlte unter dem Reiter. Sie war zwar gehorsam und konnte schon relativ viel, aber sie klemmte dauernd den Schweif ein, hatte kaum Vorwärtsdrang und teilte die Neugier der anderen Jungpferde überhaupt nicht. Es kam mir so vor, als hätte sie am liebsten rein gar nichts mit Menschen zu tun, ausser vielleicht wenn sie das Futter brachten. Deshalb wollte ich heute mit ihr Ausreiten und ihr zeigen, dass Arbeit auch Spass machen konnte. Dazu gingen wir mit der Gruppe bestehend aus ihrer Mama Shadow, Summer und Coffee mit.
      Ich holte Jazz von der Weide ab und brachte sie, gefolgt von den anderen, zum Nebenstall. Dort banden wir die Stuten am Holzgeländer fest und begannen mit dem Putzen. Es war einfacher, die Pferde hier oben zu putzen, da wir so die Sättel nicht zur Weide runter schleppen mussten. Jazz war nur ein wenig staubig, trotzdem nahm ich mir genug Zeit für die Fellpflege und kraulte sie dabei auch immer mal wieder. Ich vermutete nämlich, dass man sich früher nie so viel Zeit für sie genommen hatte und alles immer hatte rasch von statten gehen müssen. Beim Satteln legte die junge Appaloosa Stute die Ohren an und senkte zugleich den Kopf mit einem missmutigen Blick. Ich versuchte das Gurten daher so angenehm wie möglich zu machen und massierte zuerst die Gurtregion hinter ihrer Schulter. Am Anfang wurde sie dabei etwas unruhig und ihr Schweif wurde aktiv, doch sie beruhigte sich rasch und begann es zu geniessen. Anschliessend gurtete ich sanft ins erste Loch und verschlaufte den Rest des Westerngurtes. Ich zäumte Jazz, wobei es zuerst ein wenig Überzeugung brauchte, bis sie die Trense in den Mund nahm. Ich beschloss insgeheim, sie in Zukunft vorläufig mit Bosal zu reiten, doch für heute musste sie mit den vorhandenen Mitteln klarkommen. Ich vergewisserte mich, dass die anderen auch soweit waren, dann führten wir die Pferde auf den Kiesweg und stiegen auf. Wir ritten in Richtung Galoppwiese, an den Miniature Horses und den Fohlen vorbei. Die Jungpferde folgten uns beim Durchreiten am Zaun entlang, die Minis hingegen interessierten sich zu wenig und sahen uns nur von weitem zu. Jazz folgte brav Shadow und Coffee, Summer war rechts neben uns. Lisa, Darren, Jonas und ich unterhielten uns über die neue Ausgabe der Rennpferdezeitschrift, während die vier Pferde den Ausritt genossen. Als Jazz aber selbst nach einer halben Stunde Trab und Schritt noch nicht aufgewacht war, sondern weiterhin stumm ihr Pflichtprogramm abspulte, beschloss ich, das Ganze etwas spannender zu gestalten. Wir befanden uns auf einem der gewöhnlichen Waldwege, doch etwas weiter vor uns entdeckte ich einen Trampelpfad, der sich nach links durch das spährliche Unterholz schlängelte und sich dann tiefer zwischen den Bäumen verlor. Mit einem Blick zu meinen Reitgefährten deutete ich auf den Pfad und zog fragend die Augenbrauen hoch. Sie nickten einverstanden, also bogen wir alle brav hintereinander auf die neue Strecke. Jazz schien etwas überrascht und drehte unsicher die Ohren zu mir nach hinten. Ich kraulte sie kurz vor dem Sattel an der Schulter, um ihr zu bedeuten, dass alles in Ordnung war und wir wussten, was wir taten. Je weiter wir kamen, desto aufmerksamer und konzentrierter wurde sie, denn es hatte viele Wurzeln und Äste auf dem Boden, über die sie ihre schlanken Beine heben musste. Wir duckten uns unter tiefhängenden Ästen durch, ritten durch Büsche und machten Slaloms um die Stämme. Ich kam mir ein wenig vor wie auf einer Safari, denn wir begegneten tatsächlich auch einer Gruppe Rothirsche, die Summertime und Jazz ganz aus dem Konzept brachten. Die beiden waren extrem guckig und tänzelten, bis das Wild ausser Sichtweite war. Doch ich war nicht sauer, im Gegenteil; so langsam hatte ich das Gefühl, ein Pferd unter mir zu haben und keinen abgestumpften Roboter. Tatsächlich: Jazz war endlich aufgewacht. Auch auf dem restlichen Ausritt blieb sie wachsam, hatte einen zügigeren Gang und liess sich schneller für neue Aufgaben begeistern, wie zum Beispiel ein rasches Füsse-Baden im Fluss. Sie scharrte und spritzte sogar, als wir im Wasser standen. Ich liess sie die meiste Zeit am langen Zügel laufen, sodass sie sich umsehen und strecken konnte – und sich nicht in irgendeine Form gezwängt fühlte. Irgendwann zwischendrin schüttelte sie ihren Hals, schnaubte laut, kaute und schleckte rasch. Ab diesem Moment hatte ich das Gefühl, dass sie sich wirklich entspannte. Ihre Ohren wackelten zufrieden mit und sie lief mit einem gesunden Vorwärtsdrang, den Schweif leicht angehoben. Wenn wir trabten, so war es nicht der vorherige, zurückhaltende, schwunglose Trab, sondern ein gehobener, stolzer und ausdrucksstärkerer Gang. Das ist es, mein Mädchen – so tanzt man richtig, dachte ich als Anspielung auf ihren Namen. Ich kam nicht umhin den ganzen Rückweg glücklich zu grinsen. Ziel erreicht. Zumindest den ersten Teil davon. Als ich auf dem Hof abstieg, rieb Jazz ‚frech‘ ihren Kopf an meiner Schulter. Ich liess sie machen und kraulte sie am Hals. Manche hätten das als ‚respektlos‘ abgestempelt, doch das war mir egal. Sie hatte nunmal etwas warm bekommen und wollte sich den vom Schweiss juckenden Kopf reiben – das verstand ich nur zu gut. Ich wollte sie dazu ermutigen, sich mehr solche Dinge zu trauen und offener zu werden, denn ich mochte meine Pferde mit einem gewissen Witz und ein paar Flausen am allerliebsten. Das machte sie einzigartig und spannend; zeigte mir, dass sie fühlende Lebewesen waren, genau wie ich selbst.
      Wir sattelten die Pferde ab, wuschen mit einem nassen Schwamm rasch die Sattellage - mit dem sich entwickelnden Winterplüsch hatten die vier etwas warm bekommen - und brachten sie wieder auf die Weide. Jazz lief zügig in Richtung der anderen Stuten, als ich sie laufen liess. Nicht wie Shadow und Summer, die noch einen Moment bei uns stehen blieben um zu sehen, ob wir vielleicht noch ein Leckerli rausrückten. Als sie sich ein paar Pferdelängen entfernt hatte, hielt sie jedoch nochmal inne und sah zurück. Ich konnte nicht definieren, ob sie einfach auf ihre zurückgebliebenen Weidegenossen wartete, oder ob sie sich überlegte, nochmal zurückzukommen. Aber es gab mir das Gefühl, dass wir heute einen grossen Schritt vorangekommen waren. Wir liessen die Stuten in Ruhe und ich begab mich zum Nordstall, wo ein gewisser Achal Tekkiner auf mich wartete. Artemis hatte sich wiedermal einen hübschen Mistfleck zugezogen und röchelte mir schamlos entgegen. Seufzend warf ich einen beschuldigenden Blick zu Darren, der gerade die Boxen mistete; ich überlegte es mir aber dann doch anders und liess einen scherzhaften Kommentar von wegen ‚nicht schnell/gründlich genug ausgemistet‘ bleiben, weil ich genau wusste, dass der Pfleger seine Arbeit gewissenhaft erledigte. Manchmal waren die Pferde eben einfach schneller, aber ich schätzte die Arbeit meiner Angestellten sehr und war mir sehr wohl bewusst, dass ich ohne solch ein gutes Pflegerteam niemals ein Gestüt wie Pineforest Stable führen könnte. Ich holte Artemis aus seiner Box und begann, den Schimmel wieder grau-weiss zu bekommen, während ich dazu mit dem Stallradio mitsummte. Jacky kam nach einer Weile hereingetrottet und legte sich neben die Putzbox auf den kühlen Stallboden. „Ist dir langweilig geworden?“, fragte ich sie lächelnd, ohne eine Antwort zu erwarten. Normalerweise war sie fast den ganzen Tag damit beschäftigt, den Katzen beim Mäusejagen Konkurrenz zu machen. Die anderen beiden Hunde, Sheela und Zira, streunerten meistens auf dem Hof herum, lagen irgendwo im Schatten oder begleiteten mich auf Schritt und Tritt – je nach dem, wie sie aufgelegt waren. Sheela kam immer gerne mit auf Ausritte, denn sie hatte Power ohne Ende. Sie blieb aber auch ganz gerne bei Jonas, sodass ich manchmal das Gefühl hatte, dass sie eher sein Hund war. Zira klebte an mir, und daran liess sie keine Zweifel aufkommen. Meistens war sie mein Schatten, egal ob auf dem Hof oder ausserhalb. Manchmal vergass ich fast, dass sie da war, denn sie war anders als Jacky und Sheela nicht aufdringlich oder aufmerksamkeitssüchtig. Sie gab sich damit zufrieden, wenn ich von mir aus abends mit ihr spielte und schmuste. Tagsüber war sie ‚on duty‘, hielt Ausschau nach fremden Personen und Tieren, oder war einfach mein stiller Begleiter, vornehm zurückhaltend. Jonas hatte schon ein paarmal angedeutet, dass wir wohl ohne es zu bemerken einen Wachhund angeschafft hatten. Jedenfalls war sie jetzt im Moment nicht bei mir, was mir erst gerade auffiel. Stirnrunzelnd putzte ich weiter, kratzte die Hufe von Artemis aus, kämmte seinen Schweif und zog ihm das Knotenhalfter an. Dann führte ich in an der Longe raus und wollte zum Roundpen laufen. Doch ich hörte Gebell und ein Blick zum Parkplatz verriet mir, woher es stammte. Der potentielle neue Praktikant stand dort, mit hilfesuchendem Blick zu mir, während Zira ihm bellend den Weg versperrte. „Zira, stop!“ Die Hündin drehte sich um, kam zu mir getrottet und stellte sich ruhig neben mich. Ich lobte sie rasch, dann begrüsste ich den jungen Mann. „You are a bit early, I thought we agreed that you come here after lunch?“ “I know, I’m sorry, I can leave again if it’s a problem…” “No, no, it’s fine. You can either go around and see if any of the stablehands have a moment to show you around or accompany me.” Er entschied sich für letzteres und folgte Artemis, Jacky und mir zum Roundpen. Zira trottete uns ebenfalls hinterher, immernoch misstrauische Blicke auf Tobias werfend. „I’m afraid she doesn’t like me…“, meinte dieser nach einer Weile, wohl auch, um ein neues Gesprächsthema aufzugleisen. „Nah, don’t worry – she’s always like this when someone new appears in her territory.”
      Ich longierte Artemis ganz normal eine halbe Stunde lang. Dabei verlangte ich viele Seitenwechsel und Übergänge, damit dem Schimmel nicht langweilig wurde. Er lief willig vorwärts und dehnte immer wieder ausgiebig den Rücken. Am Ende liess ich auch Tobias kurz ans Seil, einfach um zu sehen, wie er mit dem sensiblen Achal Tekkiner klarkam. Artemis war wie erwartet skeptisch und erhöhte sein Tempo, weil Tobias allein mit seiner Präsenz mehr Druck auf den Hengst ausübte. Er beruhigte sich auch nach einer Weile nicht, weshalb ich wieder übernahm und ihn austraben liess. „It’s not because of you, he’s just sceptical with people he doesn’t know – kinda like Zira…“ Ich verzog etwas die Lippen bei dem Gedanken, wie das auf den Neuling wirken musste; gleich zwei Tiere die sich so ungewöhnlich verhielten. Ich hoffte, dass er dadurch nicht zu sehr verunsichert wurde. Aber ich machte mir wohl einfach zu viele Sorgen, denn Tobias machte trotz allem einen fröhlichen Eindruck. Wir versorgten Artemis und ich zeigte Tobias dabei gleich schonmal den Nordstall. „…And here we have Herkir and Ljóski, our two Icelandic stallions. Have you ever ridden tölt?” “Nope…” “It’s really cool, you’ll see – well if it all works out of course.” Ich war etwas erleichtert, als der verspielte Herkir Tobias sofort seine Schnauze ins Gesicht streckte und so gar nicht fremdelte.
      Tobias hatte sein eigenes Mittagessen in Form eines Sandwichs mitgebracht. Ich bot ihm dennoch eine Portion Spaghetti an, die er aber dankend ablehnte. Lily war etwas schüchtern und redete während dem Essen nicht so viel wie sonst. Jonas plauderte mit Tobias über dessen vorherige Jobs. Nach dem Essen begaben wir uns zum Nebenstall. Ich zeigte Tobias die Pferde dort und wir holten Ronja zum Putzen raus. Ich wollte den Praktikanten reiten sehen und mir so ein Bild von seinen Erfahrungen machen. Auch beim Vorbereiten hielt ich mich selbst zurück und beobachtete den Neuen stattdessen genau. Er schien etwas nervös, schien aber zu wissen, was er zu tun hatte und ging auch nicht irgendwie grob mit Ronja um. Er interessierte sich sehr für das besondere Fell der Stute und kam selbst auf die Idee, dass sie mit Burggraf, den wir zuvor im Nordstall gesehen und gestreichelt hatten, verwandt sein könnte. Ich erklärte ihm, dass die beiden Halbgeschwister waren, ihr mittlerweile verstorbener Vater aber leider nicht so bekannt und auch nicht gekört gewesen war. Trotzdem hatten sie ein paar anständige Blutlinien und eben die besondere Farbe. Tobias schien fasziniert und bemerkte, dass wir hier allgemein viele besondere und auch scheinbar wertvolle Pferde hatten. Ich meinte leicht verlegen, dass ich aussergewöhnliche Farben sehr gerne mochte und von meiner Tante anscheinend ein Auge für gute Pferde geerbt hatte. Wir diskutierten noch ein wenig über moderne Stammbäume und berühmte Hengste, während wir Ronja sattelten und zäumten. Anschliessend führten wir die Stute auf den Sandplatz und Tobias stieg auf. Er wärmte Ronja ein, dann gab ich ihm eine Art Reitstunde. Er schlug sich ganz gut; zwar war er offensichtlich kein Profireiter, aber er konnte sich zumindest gut oben halten und kannte die wichtigsten Lektionen. Ronja benahm sich rücksichtsvoll und liess sich quasi von mir fernsteuern – manchmal hatte ich das Gefühl, dass sie eher auf meine Stimme hörte, als auf Tobias‘ Hilfen. Jedenfalls liess er sie nach einer Dreiviertelstunde austraben und lobte sie ausgiebig. Wir versorgten sie und gingen weiter zum Hauptstall. Dort war Misten angesagt. Eine Ideale Gelegenheit für Tobias, sich in Durchhaltevermögen zu beweisen, denn es gab immerhin allein hier 33 Pferde zu versorgen. Ich half auch mit, ausserdem waren Ajith, Parker und Thomas dabei. Charly schlich sich davon, als er merkte, dass schon genug Leute da waren zum Misten. Ich ertappte ihn beim um-die-Ecke-verschwinden und hob schmunzelnd die Augenbrauen, woraufhin er ein Unschuldsgesicht aufsetzte. Ich schickte ihn zu den Weiden, damit er wenigstens Lewis beim abäppeln helfen konnte. Tobias und ich begannen bei den Stuten. Ich schob Cassys Boxentür auf und durchsuchte das Stroh gründlich. Tobias begann direkt bei Shades of Gray. Als er bei Sympathy ankam, fragte er mich nach wenigen Minuten um Hilfe, weil die freche Stute ihn dauernd belagerte und ihn nicht richtig arbeiten liess. Ich erklärte ihm, dass sie sehr schnell die Schwächen von Leuten herausfand und man deshalb sehr konsequent mit ihr umgehen musste. Ich demonstrierte ihm rasch, wie er sie mit deutlicher Körpersprache fernhalten konnte, ohne dabei irgendwie grob werden zu müssen. Etwas Druck in Form von einem entschlossenen Schritt in ihre Richtung reichte bei mir schon, bei ihm brauchte es dann doch noch etwas mehr Einsatz, bis sie überzeugt war. Es schien ihm ziemlich peinlich zu sein, dass er nicht auf anhieb alleine klargekommen war, aber ich fand das nicht schlimm und war froh, dass er gefragt hatte, anstatt einfach irgendwas zu machen. Ich fuhr direkt bei Campina und Paint fort, weil ich bei den anderen vier Boxen schon fertig war. Bei Coulee entdeckte ich eine kleine Wunde auf der Kruppe; vermutlich hatte sie wieder mit Iskierka gezankt. Ich desinfizierte es nach dem Misten rasch, wobei ich Tobias auch gleich zeigen konnte, wo die Medizinischen Hilfsmittel waren.
      Nach dem Misten besuchten wir noch die Miniweiden. Dort halfen wir Linda beim täglichen Bürsten der Minis.Besonders jetzt im Fellwechsel genossen die kleinen Pferdchen das Prozedere und konnten gar nicht genug vom Striegeln bekommen. Auch meine kleine Daki spitzte genüsslich die Lippen, als ich sie am Hals putzte. Bald mussten sie auch wieder geschoren werden, jedenfalls diejenigen, die an Shows teilnehmen würden. Im Kopf hatte ich gerade Falke und Chip, die in zwei Monaten für ein Show Springen gemeldet waren. Aber auch die Fohlen Allegra und Orchidkamen nicht umhin geschoren zu werden, weil sie an Fohlenshows teilnehmen und fleissig Bewertungen sammeln mussten. Tobias war erstaunt als er hörte, dass wir mit den Minis wirklich so aktiv an Shows teilnahmen und sie richtig arbeiteten. Als wir beim Thema Shows waren, fragte er, ob wir denn auch Vollblut Araber auf dem Hof hatten, denn er habe schon oft Shows für Araber besucht. Ich erklärte, dass ich drei Araber besass, diese aber auf der Wilkinson Farm bei Rosie untergebracht waren. Ich hielt rasch inne und liess mir den Zeitplan durch den Kopf gehen, dann schlug ich vor: „We can go and visit them, if you like. I wanted to pay Rosie a visit anyway.“ Er nickte begeistert, also machten wir uns auf den Weg, sobald wir mit den Minis fertig waren. Wir fuhren rasch mit dem Auto rüber, weil das für solch einen kurzen Besuch mehr Sinn machte als extra zwei Pferde zu satteln. Rosie war freudig überrascht mich zu sehen und zeigte uns die Araber. Numair und Anubis sahen prächtig aus; sie waren gut genährt, aber nicht zu dick, hatten ordentliche Muskeln (offenbar machte Rosie ordentliches Distanztraining und Dressur mit ihnen) und waren sofort aufmerksam und motiviert, als wir zu ihnen kamen. „I’m sorry boys, we’re just here to look at you. I’m sure you’ve had a good ride in the morning though”, murmelte ich, als ich Numairs Stirn streichelte. Auch Bintu sah uns gebannt entgegen und seine hübschen, dunkel umrandeten Augen beobachteten erwartungsvoll unsere Bewegungen. Der Hengst war durch und durch stolz; ein richtig prachtvoller Vertreter seiner Rasse. Manchmal beneidete ich Rosie ein wenig, wenn ich ihn beim Ausreiten auf der Weide sah. Wir gingen weiter zu den Stuten. Islah und Farasha röchelten freundlich, als wir in ihre Nähe kamen. First Chant stand in der Box neben Farasha, denn sie war vor kurzem entwöhnt worden. Rosie wollte sie bald zu uns rüber schicken, damit sie auf Pineforest mit den anderen Fohlen in der Gruppe groswerden konnte. Die kleine hatte schon hellere Stichelhaare, die auf das beginnende ausschimmeln hindeuteten, war aber im Grossen und Ganzen noch ziemlich dunkel. Man sah schon jetzt deutlich, dass sie einen wunderschönen Kopf bekommen würde. Als ich sie so schwärmerisch ansah, fragte Rosie „Well, about Chia – did you think about my offer?” “Yes… I think I’d like to take her, as long as she can live here with the other arabs? I mean, I really really like her, she is just gorgeous… Even though I didn’t want to buy more horses.” “I’m glad to hear it. Then the Price is okay, too?“ „Yep. U sure you don’t want more either?“ Sie nickte und murmelte etwas vonwegen ‚Freundschaftspreis‘. Mit First Chants Kauf sponsorte ich Rosie quasi, weil sie die Stute später immernoch für den Sport zur Verfügung haben würde, ich jedoch alle Kosten übernahm. Eigentlich hatte Rosie das ja gar nicht nötig, denn Geld besass sie durch ihre Familie mehr als genug. Aber die junge Frau hatte es sich zum Ziel gesetzt, sich ihr eigenes Vermögen zu verdienen und nicht einfach das ihrer Eltern zu verprassen. Tobias und ich verliessen die Wilkinson Farm bald darauf wieder und kehrten zurück nach Pineforest. Während der Praktikant von den Pflegern eingearbeitet wurde, gingen Jonas, Lily, Alan und ich mit Diarado, Silver, Dancer und Pilot auf einen schönen langen Nachmittagsausritt.
      Herbstbeginn, oder: es gibt Ärger auf Pineforest Stable, Teil I
      Chiccory ox, Shades of Gray, Iskierka, Painting Shadows, Coulee, Sympathy of the Devil, A Winter’s Day, Campina, Spotted Timeout, Fly Fast of the Nightrunners, Gleam of Light, Caspian of de Moonlightvalley, Sunday Morning, Unbroken Soul of a Rebel, Drømmer om Død, Flintstone, Calico, PFS’ Captured in Time, Kaythara El Assuad, Sumerian, Framed in History, One Cool Cat, Cabinet of Caligari, Halluzination, Yoomee, Sika, Fake xx, Parányi, River’s Blue Lady Liquor, scs Sugar and Sweets, scs Bluebell, Islah

      Seit zwei Wochen war der neue Praktikant Tobias Leech nun bei uns. Ich hatte ihn nach der ‚Schnupperzeit‘ eingestellt, denn er hatte seine Sache gut gemacht und zeigte sich sehr hilfsbereit. Auch jetzt war er stets anständig, kümmerte sich um seine Aufgaben und befolgte sämtliche Anweisungen. Ich hatte also nichts zu meckern und war zufrieden, wie es im Moment lief. Es standen ein paar interessante Events bevor, und heute hatte ich auch noch eine Notiz von einer Fuchsjagd in der Zeitung gesehen, bei der es mich schon in den Fingern kribbelte. Als erstes wollte ich heute Morgen wie immer bei den Vollblütern helfen. Um richtig in die Gänge zu kommen, musste ich mir davor aber eine Schüssel Müsli und einen kräftigen Schwarztee genehmigen. Eine weitere Leiche kam die Treppe runter geschlurft und setzte sich gähnend an den Tisch. „Ich verstehe einfach nicht, wie du jedesmal eine Stunde vor mir im Bett liegst, nur um dann am Morgen trotzdem so schlapp zu sein“, wunderte ich mich laut. Jonas murrte: „Manche Menschen brauchen nunmal mehr als fünf Stunden Schlaf.“ „Jetzt übertreibst du aber – sechs Stunden hast du ja mindestens, wenn du schon um Elf ins Bett kriechst“, neckte ich. Er seufzte mit hochgezogenen Augenbrauen und und nippte an seiner Tasse. „Schüler müsste man sein. Lily kann richtig ausschlafen im Vergleich zu uns.“ Für unsere kleine Schülerin stellte ich auch schonmal Besteck und Schüssel auf den Tisch, auch wenn sie erst in ein paar Stunden aufstehen würde. Jeden Tag zwischen Fünf und halb Sechs zu frühstücken ist schon hart, aber man gewöhnt sich daran, mit ein paar Ausnahmen – ich warf einen schmunzelnden Blick zu meinem Gegenüber. „Irgendweilche besonderen Pläne für heute, von denen ich noch nichts weiss?“, fragte Jonas während dem Müsli-Löffeln. „Nö, aber wenn du willst können wir heute wieder etwas weiter ausreiten gehen. Ich würde gerne sehen, ob sie in Tewkesbury schon meine Lieblingskürbisse haben.“ „Klingt gut.“
      Ich machte mich mit Zira und Jacky auf in den Hauptstall, wo die meisten Jockeys bereits die Pferde aus den Boxen holten und zu putzen begannen. Sheela begleitete Jonas zum Nordstall. Gruppe drei war heute zuerst dran, bestehend aus Chiccory, Shades of Gray, Iskierka, Painting Shadows, Coulee, Sympathy und Winter. Ich selbst hatte vor in Gruppe vier mitzureiten, nämlich auf Gleam of Light. Während sich Gruppe drei vorbereitete, huschte ich zwischen den Pferden durch und machte die morgendliche Stallkontrolle. Ajith hatte so früh morgens natürlich noch nicht mit dem Misten begonnen, aber ansonsten sahen die Boxen einwandfrei aus und waren gut eingestreut. Gesunder Schlaf war schliesslich wichtig für Rennpferde. Raufutter hatten sie schon bekommen; Kraftfutter gab es erst nach dem Training. Wir wollten heute die ersten Vollblüter scheren, weshalb bei den Auserwälten bereits die passenden Decken vor den Boxen hingen. Wir begannen damit jeweils früh, weil die Rennpferde natürlich um einiges mehr schwitzten als die sonstigen Reitpferde und mit Winterfell zu lange trocknen mussten. Eine der Kandidatinnen für eine heutige Schur war auch Indiana. Sie lief zwar nicht mehr aktiv Rennen, wurde aber ziemlich fit gehalten für’s Military. Die rappfarbene Stute kaute an ihrer morgendlichen Heuration, während sie interessiert das Treiben im Stallgang beobachtete. Ich fragte mich beim betrachten ihrer dunklen Augen, ob die Stute wohl den Alltag auf der Rennbahn vermisste. Doch dann fiel mir ein, dass sie vermutlich gar nie richtig Rennen gelaufen war. Ich wusste nur von einem einzigen Rennen, bei dem sie gestartet war; dem Joelle-Galopp Maiden über 1400 Meter. Dabei war sie immerhin auf dem dritten Platz gelandet. Im Training mit den jungen Vollblütern, als wir sie für’s Military aufzubauen begannen, zeigte sie auch ein gewisses Talent, schien aber mit der Startmaschine nicht vertraut und brauchte einen Moment, um sich auf ihren Jockey einzulassen. Jedenfalls schaute mich Indiana zwischendurch erwartungsvoll an, als meinte sie, dass ich gleich ihre Box öffnen und sie halftern würde. Ich ging jedoch weiter und beendete meine Runde, bevor ich mich langsam aber sicher auch ans Putzen machte. Die erste Gruppe war inzwischen draussen und wärmte sich ein. Light grunzte begeistert, als ich bei ihm hielt. Er hatte sein Heu noch längst nicht fertig gefressen, schien aber bereits begierig darauf, die soeben aufgenommene Energie wieder zu verpuffen. Vielleicht freute er sich auch einfach über die Karotte, die ich ihm als Begrüssung brachte. Ich holte ihn aus seiner Box und band ihn in der Stallgasse an, dann begann ich mit Striegeln. Er spitzte genüsslich die Lippe, als ich beim Unterhals schrubbte. Als ich bei der Kruppe angelangte, kippte der ganze Körper plötzlich nach hinten und Light streckte sich genüsslich, gefolgt von einem ungeduldigen Scharren. „Are you ready now?“, lachte ich belustigt und wechselte auf die andere Seite. Nach dem Striegeln wischte ich sein Fell mit der Staubbürste ab und kratzte die Hufe aus, ausserdem sprayte ich etwas Glanzspray in das schwarze Langhaar und kämmte es gründlich durch. Nun sah Light wieder so aus, als würde er seinem Namen alle Ehre bereiten: Er glänzte von Kopf bis Fuss. Ich sattelte Gleam und bandagierte seine Beine, mit dem Zäumen wartete ich noch. Die anderen waren noch nicht ganz fertig, also alberten wir noch ein wenig herum. Light konnte auf Kommando Lächeln und seine Zunge rausstrecken. Während dem Warten versuchte ich ihn dazu zu bewegen, abwechselnd die Vorderbeine zu strecken. „Pass auf, dass er nicht zu betteln anfängt“, rief Jonas, der sich gerade unter Sundays Anbindekette durchduckte. „Nö, er kriegt nur was, wenn ich ihm ein Kommando gebe. Was gibt’s?“ „Ich wollte nur Bescheid geben, dass Darren, Alan und ich mit Rebel, Dod und Flint rausgehen“, erklärte er, und fügte mit einem Zwinkern an „nicht dass du mich suchst.“ „Pfft, als ob ich dich von allen Leuten vermissen würde“, neckte ich zurück, und gab ihm einen raschen Kuss. „Weisst du vielleicht gerade, wo Rita ist? Vielleicht will sie mit Calico mitkommen“, fragte er beim Gehen. „Die reitet in der letzten Gruppe mit, also könnte es noch knapp reichen – ich glaube ich habe sie vorhin bei der Sattelkammer vorne gesehen.“ Er hob die Hand, zum Zeichen, dass er verstanden hatte und verschwand wieder zwischen den Pferden. Inzwischen konnte ich zäumen und dann Light hinter Caspian und Fly rausführen. Ajith und Oliver gingen uns beim Aufsteigen zur Hand, sodass alle nach wenigen Sekunden oben sassen und losreiten konnten. Wir ritten schön in einer Reihe zum Galoppweg, wo wir uns wie immer im Trab aufwärmten. Die Pferde dieser Gruppe kannten den Ablauf ganz genau und wussten, als wir ans Ende der Runde kamen, dass sie gleich auf die Bahn durften. Die vorherige Gruppe verliess gerade die Bahn, also liessen wir sie rasch durch. Fly begann etwas unruhig zu werden und steckte Spot mit Zappeln an. Auch Light schaukelte vorne leicht in die Luft, doch ich stellte ihn nach links und ritt ihn im Schulter-Vor um die Kurve, um ihn ruhig zu halten. Das Gehampel war zwar nervig, aber andererseits wollten wir auch, dass die Pferde wach waren und eine gewisse Grundspannung hatten. Tatsächlich kamen wir heute auch beim Start hervorragend weg und ich klopfte Light rasch zufrieden auf den Hals, bevor ich mich auf die Bahn vor uns konzentrierte. Die einzige Stute in dieser Gruppe, Campina, zog übermütig an uns vorbei und ich fragte mich, ob Parker das mit Oliver so abgesprochen hatte. Später stellte sich heraus, dass sie die Stute eigentlich hatte bremsen wollen, aber zuerst etwas mehr Platz schaffen wollte.
      Nach dem anstrengenden Intervalltraining liessen wir die Pferde austraben und ritten sie zurück zum Hauptstall. Dort wurden sie abgesattelt und in den Freilauftrainer gebracht, damit sie sich noch trockenlaufen konnten. Ich gab auch Light beim ‚Karussell‘ ab und übernahm stattdessen Iskierka, um die inzwischen trockene Stute in ihre Box zurück zu bringen. „Hey Zicke“, murmelte ich liebevoll, als ich sie hinausführte. Sie hatte nur eines im Kopf: Ihr Kraftfutter, das bald in der Raufe liegen würde. Beim Tor wollte sie mich wiedermal überholen, obwohl wir das schon gefühlte 1000-mal geübt hatten. Das war einfach typisch Iskierka – egal wie oft man sie zu erziehen versuchte, sie war und blieb dominant und hatte Mühe sich unterzuordnen. „I know you’re hungry, but you have to wait even longer, if you keep it up like this”, sprach ich augenrollend aber geduldig. Ich wusste, dass es nichts brachte, sich über das Verhalten der Stute aufzuregen. Man kam schneller voran, wenn man schön ruhig blieb und ihr klare Anweisungen gab. Ich liess sie deshalb rückwärts wieder vom Tor weg weichen, dann versuchte ich es erneut, so lange, bis sie respektvoll blieb. Schliesslich durfte sie in ihre Box und sich über das restliche Heu von der ersten Fütterung hermachen, bis das Kraftfutter serviert wurde. Ich beobachtete noch, wie Gruppe zwei, bestehend aus Ciela, Kaythara, Sumerian, Frame, One Cool Cat und Cabby zum Aufsteigen geführt wurden. Frame röchelte leise, als er mich sah. Ich ging rasch zu ihm hin, streichelte ihn und half Quinn beim Aufsteigen. Bei ihr war der sensible Schecke in guten Händen, aber es konnten ihn noch immer längst nicht alle reiten. Als die Gruppe zur Bahn lief, wechselte ich zum Nebenstall. Ich liess zusammen mit Robin und David die Stuten auf die Weide unter der Stutenweide. Das Gras dort war wieder etwas üppiger geworden, weil wir sie lange geschohnt hatten, also mussten die vierbeinigen Rasenmäher ran. Damit es schneller ging zäunten wir wie immer den Weg ab und liessen die Pferdchen selber zur Weide laufen. Robin und ich öffneten die Boxen, während David sicherstellte, dass niemand unterwegs anhielt zum Fressen oder mit den anderen Stuten Zanken. Sika und Lychee trotteten sogleich aus ihrer Box und liefen zügig die Betonrampe runter auf den Kiesweg. Die anderen liessen sich mehr Zeit und wollten lieber schon unterwegs am Wegrand grasen. Als alle aus den Boxen waren, liefen Robin und ich den übriggebliebenen Stuten hinterher und trieben sie bis zur Weide. Bluebell, Sweets und Yoomee waren heute auch so mühsam vorwärtszubewegen. Als sie endlich alle durch das Weidetor getrabt waren, schlossen wir dieses und beobachteten amüsiert, wie Fake im Bluff-Hackney-Trab über die Wiese schwebte, weil die Stuten von der Offenstallweide zur Begrüssung an den Zaun gekommen waren. Parányi führte die Gruppe dann aber in eine andere Ecke der Weide, wo es anscheinend besseres Gras gab. Sie war im Moment wohl die Ranghöchste der Nebenstallstuten, wobei sie sich aber immer mal wieder mit Halluzankte. Manchmal wusste ich gar nicht so recht, wer denn nun wirklich Chef war von den beiden.
      Auf dem Rückweg zu den Ställen begann mein Handy plötzlich hartnäckig zu summen. Erstaunt erkannte ich Rosies Nummer auf dem Display. “Hello?“ “Occu, I have a problem! The horses were stolen!“ “What!!?” Ich traute meinen Ohren kaum. “What do you mean they were stolen?” “They’ve disappeared from the barn!” “Whait – I’ll come over, inform the police!” Ich lief zügig zum Parkplatz und stieg in mein Auto. Auf der Wilkinson Farm angekommen, erzählte mir die aufgewühlte Rosie, dass sie vorhin in den Stall gegangen war, um die Pferde auf die Weide zu lassen; doch diese seien einfach spurlos verschwunden gewesen. Die Polizei, die eine Viertelstunde später ebenfalls eintraf, vermutete, dass die Pferde über Nacht aus den Boxen geholt und wegtransportiert worden waren. Sie befragten alle Anwesenden und suchten nach Spuren, doch weder Rosie, noch ihr Angestellter Lucas Gordon hatten etwas mitbekommen. Ausserdem waren die Diebe anscheinend ziemlich professionell vorgegangen und hatten kaum Hinweise zurückgelassen. Besorgt und ruhelos wanderte Rosie auf dem Hof herum, trotz meiner Versuche, ihr einzureden, dass die Polizei die Pferde schon finden würde. „If they took them in the middle of the night they could already be who-knows-where!” Darauf wusste ich nichts zu erwiedern. Nachdenklich sah ich mich auf dem Hof um. Irgendeinen Hinweis muss es doch geben… Aber Natürlich war ich auch nicht schlauer als die Beamten, die ihren Job sehr gründlich auszuführen schienen. Im nächsten Moment fiel mir jedoch eine Bewegung im Augenwinkel auf, weiter hinten bei der Reithalle. „Over there! That is… Islah!?“ Rosie und ich hasteten sofort in die entsprechende Richtung. Da stand sie, die braun gescheckte Araberstute – friedlich am Wegrand grasend, als wäre nichts geschehen. Rosie näherte sich ihr langsam. Die Stute schien unversehrt. Als ich mich auf den Weg machen wollte, um ein Halfter zu holen, fand ich im halbhohen Gras ein schwarzes solches liegen, mitsamt Führstrick. Der Backenverschluss war jedoch abgerissen. Ich fasste es nicht an, damit die Beamten, die sich erst näherten als sie sahen, dass Islah bei Rosie blieb, es unverändert untersuchen konnten. „Looks like someone tried to use this, but it broke and the horse got away”, schloss einer der Polizisten. “What a clever girl, Islah!“, rief Rosie aus und umarmte die Stute, die mittlerweile ein intaktes Halfter, von Lucas gebracht, trug. Ich konnte mir sehr gut vorstellen, wie das ganze abgelaufen sein musste: vermutlich hatten die Diebe ein Pferd nach dem anderen unter Zeitdruck rausgeführt und verladen. Da Islah jedoch überhaupt nicht gerne einstieg und jeweils ordentlich rumzicken konnte, wenn es auch nur schon auf einen Anhänger zuging (erst recht mit fremden Leuten, malte ich mir aus), hatte sie sich wohl reingehängt und das Halfer zerrissen. Danach musste sie es irgendwie geschafft haben, ganz daraus zu schlüpfen und so zu entkommen. Vermutlich hatten sich die Diebe gar nicht die Mühe gemacht, der Stute hinterherzujagen, sondern stattdessen rasch die anderen Pferde verladen und weggebracht. In diesem Fall war ihr eigener Sturkopf der Stute zugute gekommen. Rosie und ich brachten Islah in ihre einsame Box und brachten ihr eine ordentliche Portion Heu, um sie abzulenken. Sie begann nämlich nach den anderen zu rufen, als sie bemerkte, dass sie weg waren. Vielleicht ist sie auch empört und denkt, die anderen seien auf der Weide, während sie in den Stall muss, überlegte ich stirnrunzelnd. Jedenfalls musste sie nun erstmal so ausharren, bis ihre Kollegen wieder auftauchten. Wenn sie denn wieder auftauchen, dachte ich missmutig. Wir sahen uns nun noch angestrengter um, falls noch ein Pferd entkommen sein sollte. Vielleicht Numair – er ist ja auch nicht immer leicht im Umgang. Oder Bintu… Doch leider fanden wir nichts Weiteres. Die Polizei schickte trotzdem noch Suchtrupps ins nahe Gelände. Schliesslich blieb mir nichts anderes übrig, als zurück auf meinen eigenen Hof zu wechseln und abzuwarten. Ich erzählte Jonas und den bereits neugierigen Pflegern was passiert war. Alle diskutierten angeregt und suchten parallelen zu anderen Pferdediebstählen in der Region. Bis plötzlich Lewis bemerkte „Speaking of disappearance – has anyone seen this Leech-guy since mornin‘?“ Es wurde still und alle schienen angestrengt nachzudenken. Lisa war die erste, die die Stille brach. „…actually I have not seen him today at all.“ Die anderen nickten langsam, und auch ich schloss müde die Augen, als es mir dämmerte. Dieser Mistkerl! Ich hatte ihm gleich am ersten Tag sogar noch brav die Wilkinson Farm gezeigt, sodass er wunderbar hatte abchecken können, wie die Infrastruktur war und wo man sich am besten Zugang verschaffte. „Ich bin so ein Idiot…“, murmelte ich enttäuscht. „Sei nicht zu hart mit dir; woher hättest du den wissen sollen, dass er ein Krimineller ist? Sogar ich fand ihn nett“, tröstete mich Jonas. Auch die Pfleger schienen fassungslos, denn Leech war immer anständig und freundlich rübergekommen. Das war wohl alles geschauspielert, stellte ich fest.
      Ich meldete die Entdeckung der Polizei und gab alle Infos weiter, die ich von dem Verdächtigen hatte. Natürlich stellte sich heraus, dass der Name und die Identität gefälscht waren und der Typ jemand ganz anderes sein musste, als er vorgegeben hatte. Wenigstens kannten wir sein Aussehen, was ein guter Anfang war. Die folgenden Tage waren für mich quälend lang und ich wartete sehnsüchtig auf Fortschritte bei der Fahndung.
      [​IMG] S**-S***
      Chiccory ox, Painting Shadows, A Winter’s Day, Captured in Time, Sympathy of the Devil, Iskierka, Spotted Timeout
      «Occu! Es schneit!!» Meine kleine Nichte hüpfte aufgeregt durch die ganze Küche. «Echt?», sagte ich gespielt verwundert, denn ich hatte ja schon am Vortag den Wetterbericht gelesen. Draussen vor dem Fenster tanzten kleine Flocken vom dunkelgrauen Morgenhimmel. Es war kurz nach halb acht, Zeit für Lily, in die Schule zu verschwinden. Ich tippte mit strengem Blick auf meine Jockey-Armbanduhr, und Lily liess ein genervtes Stöhnen hören. «Schon gut, ich bin ja gleich weg. Wenigstens können wir heute in der Pause eine Schneeballschlacht machen», rief sie, während sie nochmal die Treppe hochpolterte, um ihren Rucksack zu holen. Naja, ich bezweifle, dass es schon genug Schnee dafür haben wird. Ich räumte gerade die Überreste vom Frühstück weg, nachdem ich vorhin schonmal draussen gewesen war. Da hatte es erst genieselt. Die Morgenrunde war bereits gemacht und die ersten Pferde auf die Weide geschmissen. Das Vollbluttraining war auf acht Uhr angesetzt, also zog ich anschliessend meine dicke Jacke wieder an und bewaffnete mich ausserdem mit Schal und gefütterten Reithandschuhen. Im Hauptstall wurden die ersten Pferde bereits aus ihren Boxen rausgeholt. Ich hatte diesen Monat unter anderem Chiccory, der sich wiedermal wunderbar eingeschlammt hatte. «Sogar die Stirn ist verkrustet. Hat er etwa den Kopf absichtlich in den Schlamm gedrückt?» Quinn gluckste belustigt – A Winter’s Day war nämlich schön sauber und weiss. Ajith und die Hauptstallpfleger hatten es gestern nicht geschafft, alle Pferde am Abend noch zu putzen wie sie es sonst immer taten – sie hatten dafür aber sämtliche Weiden vor dem Eindunkeln abgeäppelt. Ich schrubbte das braun-weisse Fell Chiccorys so gründlich es ging, aber ganz ohne ein wenig restlichen Staubes schaffte ich es nicht. An der Stirn entfernte ich das meiste mit dem Gummistriegel, den Rest krümelte ich mit den Fingern weg. Der Hengst scharrte ungeduldig, als ich ihm zuerst das Pad, dann die Satteldecke und die Nierendecke und schliesslich den Trainingssattel aufsetzte. Ich legte ihm zur Sicherheit ein Vorgeschirr an, denn auch wenn der Rennsattel passte, wollte ich bei den hohen Geschwindigkeiten kein Risiko eingehen. Ich hatte einmal bei einem Rennen einen üblen Sturz miterlebt, bei dem der Auslöser ein verrutschter Sattel gewesen war. Pferd und Reiter hatten in vollem Tempo die Balance verloren; wenigstens war das Pferd ohne fatale Verletzungen davongekommen. Jedenfalls Zäumte ich Chiccory nun, klopfte ihm Stollen in die Hufeisen und führte ihn hinter Spotted Timeout und Winter raus. Die Stuten wurden aus dem gegenüberliegenden Tor rausgeführt; es waren Painting Shadows, Iskierka (die Paint beinahe ins Hinterteil kniff), Sympathy und – zu meiner Überraschung – Ciela. Verwundert wandte ich meinen Blick an Oliver, der prompt erklärte «Ich wollte Ciela und Winter unbedingt mal zusammen rennen sehen, pure Neugier.» Ich überlegte mit einem verschmitzten Lächeln, ob das wirklich der einzige Grund war, oder er nicht doch langsam genauso Gefallen an den weissen Vollblütern gefunden hatte wie ich selbst. Schliesslich war Spot ja auch dabei, und Kierka – wenn man die als weiss mitzählen konnte. Überhaupt war die Gruppe kunterbunt, wobei daran vor allem ich schuld war. Schliesslich konnte Oliver nur die Pferde trainieren, die ich ihm zur Verfügung stellte. Wir stiegen auf und ritten hintereinander zum Galoppweg. Dort trabten wir die Pferde eine Runde lang in flottem, aber kontrolliertem Tempo warm. Danach ging^s ab auf die Grasrennbahn. Wir machten einen freien Start ohne Maschine und trainierten separat in Intervallen; ausser Winter und Ciela, die auf Olivers Wunsch hin ein Kopf-an-Kopf Training absolvierten. Ich blieb mit Chiccory am Anfang ganz in der Nähe, also konnte ich das Geschehen zumindest bis in die zweitletzte Kurve gut verfolgen. Weil ich aber immer wieder ruhigere Galopps dazwischenschaltete, hängten sie uns ab und ich bekam den Schluss nicht mehr mit. Es war speziell, die beiden weissen Vollblüter über das feuchte Gras brettern zu sehen, noch dazu begleitet von leichtem Schnee. Oliver machte, wie ich im Nachhinein erfuhr, sogar ein Foto mit seinem Handy. Ich beschloss, ihn später zu belagern, damit er es mir auch schickte. Ich war natürlich während dem Austraben gespannt, wer denn nun gewonnen hatte. Zunächst wollte es mir niemand verraten, bis Charly es ausplauderte. Winter war mit einer halben Länge vorn gewesen. Wir stellten die Pferde zum trockenlaufen in die Führmaschine und packten sie in Abschwitzdecken ein. Später gab es für jeden wohlverdientes Kraftfutter und Karotten.
      Aftermath
      Satine, Dancing Moonrise Shadows, Ronja Räubertochter, PFS’ Dancin’ to Jazz, Moon Kiddy, Phantom, Fake xx, PFS’ Ljúfa, Estragon Sky, Areion, Co Pilot de la Bryére, Vychahr, Flintstone, tc Herkir, PFS’ Ljóski, Drømmer om Død, Circus Dancer, Feline, Unbreaking Soul of a Rebel, PFS’ Navy Sniper, PFS’ Bacardi Limited, Lovely Summertime, Burggraf, Cantastor, Chiccory ox, Sunday Morning, Rosenprinz, Empire State of Mind, Gleam of Light, Caspian of the Moonlightvalley, A Winter’s Day, Spotted Timeout, Framed in History, One Cool Cat, PFS’ Merino, Simba Twist, PFS‘ Cryptic Spots, Mikke, Khiara El Assuad, Indiana, Vai Alida, Sympathy of the Devil, Campina, Sumerian, Cabinet of Caligari, PFS’ Captured in Time, Kaythara El Assuad, Nosferatu, PFS’ Sarabi, PFS’ A Winter’s Tale, PFS’ Stop Making Sense, Subsyndromal Symptomatic Depression, PFS’ Counterfire

      Der Tag nach dem Sturm war von Aufräumarbeiten geprägt. Der Forstwart kam gegen Nachmittag vorbei, um die gefallenen Tannen einzusammeln, aber abgebrochene Äste mussten wir selber wegräumen. Damit waren wir den ganzen Morgen beschäftigt, denn es gab reichlich davon. Auch die Zäune mussten kontrolliert werden, bevor wir die Pferde wieder auf die Weiden lassen konnten; dazu schickte ich April los. Jonas, Ajith, Quinn, Oliver, Parker, Lisa und ich liefen die Galoppbahn ab und luden das Geäst in Schubkarren. Hier lag zum Glück nicht so viel Schnee (wenn im Moment auch mehr als sonst), sodass wir gut vorankamen. Insgesamt waren vier Tannen dem Wind zum Opfer gefallen. Sonst hatte es zum Glück aber kaum Schäden gegeben. Gegen Mittag waren wir soweit, dass wir die ersten Gruppen wieder rauslassen konnten. Wir zäunten alle Fluchtwege ab und liessen die Stuten aus dem Nebenstall auf die unterste, lange Weide laufen. Sie mussten nicht zweimal aufgefordert werden: alle trabten oder galoppierten sogar zwischen den anderen Weiden hindurch in Richtung der schneebedeckten Wiese. Satine trottete zuhinterst den anderen nach, offenbar nicht sonderlich bemüht, jemanden einzuholen. Die Stuten aus dem Offenstall kamen wie immer an den Zaun, um ihre Kolleginnen zu begrüssen. Shadow und Ronja steckten die Schnauzen zusammen, aber gingen kurz darauf quietschend wieder auseinander. Jazz beobachtete die beiden interessiert, bevor sie von Moon mit einem warnenden Ohrenspiel verscheucht wurde, weil diese ebenfalls zum Zaun wollte. Besonders Phantom hatte die Nase zuvorderst und schien erfreut über den Besuch. Nach dem Begrüssungsritual begannen die Stuten im Schnee zu scharren, um sich zu rollen, oder unter der weissen Decke nach müden Grashalmen zu suchen, während die Offenstallherde sich wieder unter die Bäume bewegte. Nur Fake und Ljúfa blieben beim Zaun, um miteinander zu spielen. Phantom behielt die schwarze Isländerstute vom Schatten der Bäume aus im Auge, machte sich aber nicht die Mühe, sie zu den anderen zu treiben. Er hatte noch immer ausgeprägtes Herdenverhalten, dass er wohl bis ans Ende seiner Tage behalten würde, doch inzwischen hatte er auch begriffen, dass ‘seine’ Stuten nirgends hinkonnten, weil der Zaun sie eingrenzte. Dadurch war er trotz seiner grossen Herde sichtlich entspannter geworden. Jonas und ich grenzten den unteren Teil des Weges ab und leiteten Mikke, Khiara, Indiana, Vai Alida, Sympathy, Campina, Sumerian, Caligari, Ciela und Kaythara auf die untere der beiden Weiden neben den Miniature Horse und Fohlen Offenställen. Anschliessend durften die übrigen Vollblutstuten auf die Weide daneben. Die Hengste teilten wir ebenfalls auf zwei der grossen Weiden ausserhalb des Hofes auf, auch die aus dem Nordstall. Normalerweise kamen nicht alle Pferde gleichzeitig raus, aber da heute Morgen der Weidegang wegen der Aufräumarbeiten ja ausgefallen war, konnten wir so die Zeit wieder wettmachen und inzwischen nochmal alle Boxen Misten, das Futter vorbereiten, oder die Stallgassen wischen. Das taten wir auch – zumindest bis Ajith mich darüber informierte, dass die meisten der Hengste auf der Weide neben dem Pinienwald verschwunden waren. Verdutzt und ungläubig sah ich ihn an. «U sure they aren’t just under the trees or somethin?» Er schüttelte grimmig den Kopf. Anscheinend waren Artemis, Areion, Donut und Baccardi (Senior) noch dort, aber die restlichen fehlten. «Aaaapril…», rief ich genervt durch den Hauptstall. Die Pflegerin tauchte hinter der nächsten Ecke auf und liess ein unschuldiges «hmm?» hören. «You said you checked ALL the fences, right?» «Well…» «Well what?» «I didn’t walk all the way ‘round of course, I mean, it would have taken me forever. But the parts that I checked looked all real good, so the rest should be fine, too.» «Doesn’t quite seem like it.», konterte ich ungeduldig und schickte Ajith los, um Oliver zu holen. Wir trommelten die verfügbaren Pfleger zusammen und planten die Suche rasch, danach schwärmten alle aus, um entweder per Auto oder per Pferd nach der ausgebüxten Herde zu suchen. Meine Vermutung war, dass die Pferde irgendwo im Pinienwald herumstreunten, oder aber hinter dem Wald auf einer Wiese – allerdings glaubte ich nicht, dass sie sich allzu weit von ihrem Zuhause entfernt hatten. Bevor wir überhaupt mit der Suche anfangen konnten, kam plötzlich Co Pilot, gefolgt von Vychahr, Ljóski, Flint, Herkir und Dancer seelenruhig von den Weiden her über den Kiesweg geschlendert. Unterwegs hielten sie immer mal wieder an, um Grashalme am Wegrand zu zupfen, oder mit den Miniature Horses die Schnauze zusammenzustecken. Ich hörte Lewis, der bereits in diese Richtung unterwegs gewesen war, laut lachen und beobachtete, wie er auf Pilot zuging, um ihn an seinem Halfter zu greifen und ihn zu streicheln, während ich mich selbst zügigen Schrittes auf den Weg dorthin machte. Grinsend stellte ich fest «That’s a fine boy. Brought your buddies home, didn’t ya?» Ich klopfte ihm stolz auf den Hals und nahm dann Ljóski und Herkir am Halfter, während Lewis Pilot und Vychahr führte, sodass die letzten beiden uns einfach folgten. Wir brachten alle zurück in ihre Boxen, wo die (eigentlich) Abendportion Heu auf sie wartete, sodass sie gewissermassen eine Belohnung für ihre freiwillige Heimkehr hatten. Herkir kniff Loki eifersüchtig ins Hinterteil, als dieser vor ihm reindurfte. Vilou wartete geduldig, bis Lewis Pilots Box geschlossen hatte. Dancer lief bereits selbstständig vor seine Boxentür und wartete dort, bis jemand für ihn öffnete, während Flint draussen blieb und neben dem Vorplatz graste, bis ich ihn abholte. Danach schlossen Lewis und ich uns der Suche nach den restlichen Pferden an. Zuerst hatte ich die Idee im Kopf, mit dem Fahrrad zu gehen – das konnte ich aber natürlich gleich wieder abhaken, angesichts des vielen Schnees. Also Rannten Lewis und ich kurzerhand zum Offenstall, schnappten uns Moon und Feline, schwangen Westernsättel über ihre Rücken und ritten im Halfter los. Zira, Sheela und Jacky rannten freudig nebenher, als wir den Weg am Waldrand runtertrabten. Lisa, Elliot und Jonas waren bereits vor Ort, als wir die ersten Pferde fanden. Jonas hatte Rebel an den Führstrick genommen. Er war mit Hilfe von Shadow problemlos an den Hengst rangekommen. Ich war einmal mehr froh, dass wir unsere Hengste so rigoros trainierten und erzogen, damit sie in jeder Situation händelbar und respektvoll blieben, ansonsten wäre die Fangaktion auf diese Weise undenkbar gewesen. Einen Haken gab es: die Neulinge, Sniper und Bacardi, hatten ebendiese Erziehung natürlich noch nicht erfahren. Daher waren sie recht aufdringlich, als wir mit den vielen Stuten in die Nähe kamen. Dennoch schafften wir es, die Gruppe hinter Jonas, Shadow und Rebel zurück zum Hof zu treiben. Sogar Dod lief brav mit, obwohl er ja manchmal recht eigenwillig sein konnte. Wann immer Sniper und Bacardi unseren Reittieren zu nahekamen, legten diese zuverlässig die Ohren platt und wiesen die Jungspunde zurecht. Besonders Moon war im ‘Cutting Modus’ und verstand keinen Spass mit aus der Reihe tanzenden Individuen. Sie machte ihren Hals rund, plusterte sich tänzelnd auf und schlug ab und zu mit dem Schweif, um ihre Gesten zu verdeutlichen. Als wir endlich alle Pferde wieder in ihre Boxen versorgt hatten, war es bereits vier Uhr. «Phew, alright. Thank you guys, let’s go back to work.» Unter zustimmendem Gemurmel zerstreuten sich die Pfleger wieder und Normalität kehrte ein. April schien sich ihren Fehler zwar immer noch nicht so recht einzugestehen, wischte aber gründlicher als sonst. Ich schüttelte den Kopf über dieses Verhalten, beschwichtigte mich selbst aber mit dem Gedanken, dass sie wenigstens sonst gut mitarbeitete.
      Ich sattelte Summertime und führte sie zum Sandplatz. Die Paint Stute hatte beim Striegeln schon ein paar erste Haare verloren, der restliche Plüsch war aber noch voll ausgebildet und glänzte seidig in der Wintersonne. Ich stieg auf und ritt sie ausgiebig warm, dann machte ich ein paar Reiningübungen. Wir arbeiteten am Stop aus verschiedenen Galoppgeschwindigkeiten. Sie beherrschte die Lektion zwar längst; ich wollte sie aber noch weiter verfeinern, sodass es auch auf kleinste Hilfen klappte. Im Schnee machte das echt Spass, weil es richtig schön spritzte, wenn sie gekonnt darauf herumrutschte. Der Schnee hatte genau die richtige Konsistenz dafür, denn er war schön pulvrig und leicht. Auch die Seitwärtsgänge nahm ich mir vor, damit die Stute schön weich am Schenkel wurde und sich auch gut biegen liess. Sie war voll bei der Sache und galoppierte sofort aus dem Schritt an, wenn ich das äussere Bein entsprechend zurücknahm. Manchmal war sie fast etwas zu eifrig und nahm mir die Hilfen vorweg. Dann bremste ich sie jeweils nochmal und versuchte es erneut, bis es zu meiner Zufriedenheit klappte. Während ich mit Summer meine Runden drehte, kam Lisa mit Burggraf dazu und ritt ihn in Dressur. Nach dem Ausbruch-Abenteuer schien der Hengst etwas geladen zu sein; er bockte ein paarmal kräftig, als Lisa Galoppwechsel üben wollte. Ich schmunzelte bei dem Anblick. Aristo war eben ‘voll im Saft’ und spürte wie die anderen Pferde den Schnee – oder den kommenden Frühling – oder den Vollmond - oder was auch immer gerade Grund zum herumhüpfen bot. Summer war inzwischen richtig toll vor dem Bein und galoppierte, wohl auch etwas angesteckt durch Aristo, bereits an, wenn ich nur daran dachte. Ich liess sie schliesslich austraben, wobei sie schön streckte und ihr Rücken mitsamt Popo locker durchschwang. «That’s a good girl». Ich versorgte sie nach dem Trockenführen (mit Winterfell schwitzte man eben doch etwas mehr als sonst, auch wenn der Bauch und die Brust geschoren waren), und machte schonmal alles bereit für’s Jungpferdetraining, doch bevor ich damit loslegen konnte, mussten wir zuerst noch die Pferde von der Weide holen. Also lief das ganze Spiel rückwärts: Wir zäunten alles ab, öffneten die erste der drei grossen Weiden und liessen Cantastor, Chiccory, Sunday, Quick, Empire, Light, Caspian, Winter, Spot, Frame, Cool Cat, Merino, Simba, Cryptic und Mambo, der unterwürfig zuhinterst mitlief, zurück in den Offenstall laufen. Bei so vielen Pferden auf einmal dauerte es einen Moment, bis alle drin waren. Die Pferde aus dem Nordstall hingegen waren ja bereits im Stall; Ajith und Parker hatten auch die restlichen schon reingeholt, damit sie nicht auch noch hatten entwischen können.
      Sobald auch die letzten, die Nebenstall Stuten, wieder in ihren Boxen standen, kümmerte ich mich um die zukünftigen Rennpferde. Sie wurden nun seit zwei Monaten ‘Trainiert’; das hatte bis anhin beinhaltet, dass sie an der Longe und Doppellonge Muskelaufbautraining mit vielen Übergängen erhalten hatten, und an die Ausrüstung gewöhnt worden waren – alles noch ohne Reiter. Das hatte mehrere Vorteile: zum einen kannten sie nun Stimmkommandos als Hilfe, zum anderen hatten sie bereits ein Startkapital an Muskeln, die ihnen halfen, den Reiter schadlos zu tragen. Heute wollten wir zum ersten Mal versuchen, jemanden auf den Rücken der Jungspunde zu setzen. Ich lief zu Counterfires Box und Streichelte sie zur Begrüssung. Sie musterte mich mit ihren frech, aber freundlich wirkenden Augen und zupfte an meinem Ärmel. Ich schob die Tür auf und streifte ihr das Halfter über, dann band ich sie in der Stallgasse an. Sie spielte mit der Kette, während ich sie striegelte, und brummelte, als Dolly von Quinn ebenfalls in die Stallgasse geführt wurde. Beim noch nicht straff trainierten Bauch fand ich eine Stelle, an der es sie wohl gerade juckte. Sie drehte den Kopf zu mir und spitzte die Lippe, als wollte sie mithelfen. Belustigt gluckste ich und schrubbte kräftiger. Nach dem Putzen zog ich ihr ein Knotenhalfter an und wartete noch kurz, bis die anderen auch fertig waren. Ausserdem holte ich zur Sicherheit eine Sturzweste aus der Sattelkammer. Während dem Warten zupfte Fire an der Regendecke vor ihrer Box herum, untersuchte den Stallboden, untersuchte Jacky, die nicht so recht wusste, was sie davon halten sollte und jeweils hilfesuchend zu mir hochschaute; versuchte Dolly zu nerven, oder scharrte ungeduldig. Ich war es längst gewohnt, dass es für junge Vollblüter, oder überhaupt junge Pferde, einfach nicht schnell genug gehen konnte. Thomas kam mit Mambo um die Ecke und winkte uns, zum Zeichen, dass er fertig war. Wir führten die Vierbeiner, gefolgt von Oliver und Ajith, durch die Stalltüren raus in den Innenhof und an der Führanlage vorbei in Richtung Halle. Es wurde nun immer dunkler draussen, aber in der Halle brannte glücklicherweise schon Licht. Als wir reinkamen, erblickte ich überrascht Lily und Suri, die mit Nosferatu spielten. Suri sass gerade auf Nossis blankem Rücken und wurde von Lily herumgeführt. «Hey girls. I see, you have fun, but would you mind to go out for a bit? We’d like to train the youngsters for a bit, and it would be safer for you not to be around…» «Jup, no probs Occu. C’mon Suri, we go for a walk outside!» Das dunkelhäutige Mädchen nickte und Lily zupfte am Stallhalfter, um Nossi wieder in Bewegung zu versetzen. Wir begannen unterdessen, die Vollblüter warmzuführen und am langen Führstrick ein wenig im Kreis zu schicken. Als ich das Gefühl hatte, dass Counterfire bereit war, zog ich mir die Sturzweste und den Helm an. Dann begann ich, neben der Stute auf und ab zu hüpfen, während ich mich leicht mit einer Hand auf den Widerrist stützte. Ich übte das von beiden Seiten. Als nächstes legte ich meinen Arm über ihren Rücken und klopfte ihr ausgiebig mit der Hand auf die gegenüberliegende Flanke, als Desensibilisierung. Ajith und Oliver stellten unterdessen in der Halle Cavalettis auf, als Aufstieghilfen. Zu solch einem führte ich Fire nun, und stellte mich darauf. Ich beobachtete ihr Ohrenspiel und ihre Körpersprache ganz genau, während ich mich über ihren Rücken lehnte, immer noch auf ihre Flanke klopfend. Ich wollte sie auf keinen Fall überrumpeln, deshalb nahm ich mir viel Zeit und stellte immer sicher, dass sie sich auf mich konzentrierte. Als ich mein Bein über ihren Rücken legte, kamen ihre Ohren zurück und sie drehte ihr Hinterteil vom Cavaletti weg. Ich blieb ruhig und richtete sie neu aus, dann versuchte ich es erneut. Ich liess mich langsam auf ihren Rücken gleiten und lobte sie ausgiebig mit Kraulen, dann stellte ich mich wieder auf das Cavaletti. Ich hatte soeben das erste Mal richtig auf ihrem Rücken gesessen! Total happy wartete ich einen Moment, bevor ich es ein zweites Mal versuchte, wieder erfolgreich. Diesmal blieb ich etwas länger oben und bewegte meine Beine ein wenig. Ich wiederholte das Spiel, bis es für Fire nichts Besonderes mehr war und sie sich vollkommen entspannte. Dann sass ich einfach oben und beobachtete eine Weile die anderen Jockeys. Sarabihatte demonstrativ das Hinterbein angewinkelt, wobei ich mir nicht sicher war, ob es eine entspannte, oder eine drohende Geste war. Sie hielt aber brav still, während Parker auf ihr herumturnte. Bei den anderen sah es ähnlich aus; Thalia und Mambo untersuchten die Beine ihrer Reiter neugierig. Es sah ein Bisschen so aus, als wollten sie zu verstehen versuchen, was da auf ihrem Rücken vor sich ging. Es war gut, wenn sie sich damit auseinandersetzten, denn das bedeutete, dass sie auch wirklich etwas dabei lernen konnten. Nur Dolly schien nicht so begeistert von der Idee. Sie hatte einen eingeklemmten Schweif und zuckte immer wieder zusammen, wenn Quinn sich unerwartet bewegte. Sie seufzte tief und senkte den Kopf, aber ich sah ihr an, dass sie sich unwohl fühlte. Manche brauchen eben ein bisschen länger, sagte ich mir. Plötzlich bewegte sich Fire unter mir, sodass ich aus meinen Gedanken gerissen wurde. Die Stute hatte offenbar eine interessante Stelle im Sand entdeckt, die sie nun untersuchen wollte. Sie begann zu scharren, und ich dachte mir nichts dabei – bis sie auf einmal vorne in die Knie gehen wollte. «Woa, stop that girl!» ich zupfte am Knotenhalfter, denn ich wollte auf keinen Fall, dass sie schon beim ersten Reitversuch lernte, sich mit dem Reiter hinzulegen. Sie hielt inne und bog auf mein Zupfen hin brav ihren Kopf nach hinten. Ich liess mich von ihrem Rücken gleiten; jetzt durfte sie von mir aus Wälzen. Tat sie auch: wenig später begann sie wieder zu scharren und legte sich genüsslich grunzend in den Sand. Selbst Oliver konnte sich bei dem Anblick ein Lachen nicht verkneifen. Dolly glotzte zu uns rüber und vergass offenbar einen Moment lang Quinn auf ihrem Rücken, nur um dann wieder zusammenzuzucken, als diese abstieg. Als ich zur Glasscheibe des Reiterstübchens hinüberschaute, bemerkte ich belustigt, dass Lily und Suri das Welshpony verräumt hatten, um uns zuzusehen. Ich Winkte ihnen zu und führte Counterfire noch ein Weilchen herum, bis alle fertig waren und wir die Pferde zurück in den Hauptstall bringen konnten. In den nächsten paar Tagen wollten wir das spielerische Aufsitzen wiederholen und bereits ein wenig im Schritt herumreiten, danach erst würden die anderen Gangarten folgen; vor allem aber viel Trabarbeit. Ich war zuversichtlich, dass alles gut gehen würde. Der Tierarzt hatte die Pferde vor kurzem untersucht und als kerngesund befunden, was mir zusätzliche Sicherheit gab. Jacky und Zira waren froh, dass sie mich wieder begleiten durften. Ich hatte sie nicht mit in die Halle gelassen, damit sie die Jungpferde nicht hatten ablenken können. Jonas kam mir mit dem Wegräumen zu Hilfe und fragte mich darüber aus, wie es gelaufen war. «Also gelaufen ist noch nix, aber gestanden, wie ein Musterschüler», scherzte ich. «Klingt toll. Ich hab übrigens vorhin den schwarzen Flohpelz wieder gesehen.» «Flohpelz? Moya?» «Jup. Ist durch die Sattelkammer geschlichen. Da hat’s wohl Mäuse.» Als er wieder davonlief, lief ich ‘zufällig’ an besagter Sattelkammer vorbei. Zuerst entdeckte ich keine Katze, aber dann sah ich einen buschigen Schwanz hinter einer der Putzboxen hervorschauen. Ich schlich mich an und griff zielsicher zu. Meine Hand erwischte tatsächlich Fell, und ich konnte das schwarze Tier triumphierend hochhalten. «Hab ich dich!» Ich hielt sie auf meinem Arm fest; alles Zappeln nützte nichts. Sie hatte plattgelegte Ohren und geweitete Augen, ausserdem schluckte sie entsetzt. Ich streichelte und knetete das rauchschwarze, lange Fell. Es war seidig und weich wie Kaninchenpelz, obwohl es noch nie gebürstet worden war. Andererseits sah man schon die ein- oder andere verfilzte Stelle. Solches Fell war eben eigentlich nicht für Streuner gedacht, sondern für verwöhnte Wohnungskatzen, sodass Moya es so alleine nicht gründlich genug pflegen konnte. Ich trug das Raubtier, das sich inzwischen erstaunlich ruhig hielt (sie hatte wohl aufgegeben) in Richtung Haus. Lisa führte gerade Aristo vom Viereck runter, als sie mich, selbst im Dunkeln, mit der Katze entdeckte. «Waaas?! Ist das Moya? Du hast es echt geschafft sie anzufassen?» Naja, über meine Methoden wollen wir jetzt mal lieber nicht sprechen, aber «Ja, so könnte man es nennen», antwortete ich halb gedacht, halb gesprochen. Mit ihrem typisch faszinierten Gesichtsausdruck kam sie näher und streichelte den Kopf der Katze, die prompt einen neuen Fluchtversuch unternahm - natürlich erfolglos. «Was machst du jetzt mit ihr? Wenn du sie loslässt, ist sie gleich wieder weg, und wird in Zukunft vermutlich noch viel vorsichtiger sein…» «Ich nehme sie ins Haus und sperre sie für’s erste im Badezimmer ein. Du wolltest sie ja schon lange einmal vom Tierarzt impfen und durchchecken lassen. Danach schaue ich weiter.» Lisa nickte begeistert. Die anderen Katzen liess sie, seit sie alt genug dazu waren, regelmässig entwurmen und was auch immer dazugehörte, aber Moya war seit sie selbstständig geworden war praktisch nicht mehr angefasst worden. Ich hatte, wenn ich sie so ansah, auch einen regen Verdacht auf Flöhe oder Haarlinge – aber zu sehr wollte ich darüber jetzt wirklich nicht nachdenken. Ich konnte Lisa, die die entsetzte Katze noch immer mit ihren Händen malträtierte, abschütteln und durch die Haustür schlüpfen. Erst, als wir im Badezimmer waren und ich die Tür fest verschlossen hatte, liess ich das Tier los. Sie stürzte sofort in die hinterste Ecke des Badezimmers, unter die Toilette, und kauerte sich fauchend hin. «Ja ja, du wirst mir schon noch dankbar sein», murmelte ich schulterzuckend und huschte raus, bevor sie entwischen konnte. Ich holte im Pflegerheim eine Schüssel Katzenfutter von Lisa, wobei ich gleich noch ein wenig mit Africa und Blue herumalberte. Die beiden Graupapageien hatten eine Tonne Spielzeug in ihrer Voliere, aber verpassten trotzdem keine Chance auf Beschäftigung und Zuwendung. Ich öffnete die Voliere und kraulte Blues Kopf mit dem Zeigefinger, wobei er genüsslich die Federn aufstellte. Africa versuchte mich eifersüchtig in die Hand zu zwicken, sodass ich das Katzenfutter absetzen und beide gleichzeitig streicheln musste. Africa wollte mir schon auf die Schulter klettern, als sie genug vom Streicheln hatte – aber ich wusste, dass sie dann nur wieder mit meinen Haaren spielen würde (was nicht besonders angenehm war), also zog ich mich zurück und kümmerte mich wieder um die inzwischen jämmerlich miauende Katze im Badezimmer. Ich fand eine alte Haarbürste, welche ich opfern konnte, und ein Anti-Flohmittel für den Nacken, das ich auch für die Hunde benutzte. Der Futterschale wurde während meiner Anwesenheit kaum Beachtung geschenkt. Ich sass eine Weile an die Wand gelehnt und versuchte, Moya anzulocken, aber sie machte keine Anstalten es sich auch nur zu überlegen. Also schnappte ich sie mir wieder, was mir vor allem dank der rutschigen Badewanne gelang, und hielt sie auf meinem Schoss fest, während ich ihr Fell zu kämmen begann. Am Anfang wehrte sie sich wieder mit allem was sie hatte, aber ich hatte vorsorglich Gartenhandschuhe montiert und den langen Pullover anbehalten, weshalb ich gut geschützt war. Nach einer Weile wurde sie ruhiger und ich konnte vorsichtig alle Knoten lösen. Sobald ich fertig war und sie losliess, huschte sie wieder unter ihren Toilettenplatz und funkelte mir böse entgegen. Ich liess sie in Ruhe, denn es war inzwischen acht Uhr und ich hatte noch ein paar Dinge im Stall zu erledigen.
    • adoptedfox
      Donnerwetter
      Empire State of Mind, Mikke, Khiara El Assuad, Indiana, Painting Shadows, Chiccory ox, Sunday Morning, Vai Alida, Sympathy of the Devil, Coulee, Rosenprinz, Iskierka, Gleam of Light, Caspian of the Moonlightvalley, Spotted Timeout, Shades of Gray, A Winter’s Day, Campina, Cassiopeia, Sumerian, Framed in History, One Cool Cat, PFS’ Stromer’s Painting Gold, Cabinet of Caligari, PFS’ Captured in Time, Kaythara El Assuad, tc Miss Moneypenny, PFS’ Merino, Simba Twist, PFS’ Cryptic Spots, Primo Victoria, PFS’ Sarabi, PFS’ A Winter’s Tale, PFS’ Stop Making Sense, Subsyndromal Symptomatic Depression, PFS’ Counterfire, Daedra, Drømmer om Død, PFS’ Bacardi Limited, PFS’ Navy Sniper, Ronja Räubertochter, Silverangel, Satine, Parányi, River’s Lychee, Nera, PFS’ Ljúfa, PFS’ Dancin’ to Jazz, Anubis, Numair, Tayr al-Diyari, Areion

      Es war wiedermal Morgen, sechs Uhr, ein gewöhnlicher Arbeitstag stand bevor. Ich streckte mir die Müdigkeit aus den Gliedmassen, begab mich in die Küche und stellte das Frühstück bereit. Jonas lag noch unter der Decke, und um ihn auf die Beine zu bekommen, musste ich ihn auskitzeln gehen. Selbst dann dauerte es noch einige Minuten, bis er genug Energie fand. Lily schlief munter weiter, sie musste ja wie immer erst um acht Uhr in die Schule. Moya schlich mir hungrig unter dem Küchentisch um die Beine. Ich bereitete deshalb rasch das Futter der rauchig schwarzen Langhaarkatze vor und stellte ihr den Napf hin. Sie nahm es dankbar an. Ich fütterte auch die drei Hunde, die schon mit glänzenden Augen eifersüchtig warteten. Danach ass ich selbst zuende und zog mir meine Reitsachen an. Draussen hörte ich die Pfleger, die gerade plaudernd zum Hauptstall liefen. Ich cremte mich noch rasch gegen die UV-Strahlung ein, dann verliess ich das Haus zusammen mit Jonas, Zira, Sheela, Jacky und Moya, die hinterherhuschte, bevor ich die Tür schloss. Zira blieb bei mir, Sheela folgte Jonas zum Nordstall und Jacky streunerte davon, um Mäuse zu jagen. So war es bei uns fast jeden Morgen – eine Abfolge von Ritualen. Im Hauptstall traf ich auf die Jockeys und Oliver. Sie besprachen gerade den heutigen Trainingsablauf. Ich hörte mit, obwohl ich schon wusste, was der Trainer vorhatte, weil er es immer zuerst am Vortag mit mir absprach. Ich ritt heute im Training auch wieder mit, und zwar in fast allen Gruppen. Als erste war die erfahrene Gruppe mit Chiccory, Sympathy, Coulee, Iskierka, Light, Caspian und Sunday dran. Ich öffnete Lights Box, streichelte den Rappen zur Begrüssung liebevoll und streifte ihm sein Lederhalfter, mit dem goldenen Namensplättchen auf der Seite, über die Ohren. Er folgte mir eifrig aus der Box und scharrte beim Putzen immer mal wieder ungeduldig. „Ja ja, ich weiss, dass es dir nicht schnell genug gehen kann. Aber benimm dich bitte etwas besser“, tadelte ich. Er sah mich nur mit einer Art unschuldigem Hundeblick an. Ich wischte die letzten Staubkörner von seinem Hinterteil, dann kratzte ich die Hufe aus und bandagierte seine Beine. Anschliessend konnte ich bereits satteln. Caspian hatte wieder nichts als Blödsinn im Kopf und zerzauste mir im Vorbeigehen mit seiner Schnauze die Haare. Ich band sie mir zugleich lachend und fluchend neu zusammen, während ich zur Sattelkammer lief. Gesattelt hatte ich schnell, obwohl es jedesmal eine Kunst war, die Pads und Satteldecken faltenfrei und in der richtigen Reihenfolge auf den Rücken zu packen. Aber nach all der Zeit konnte ich die individuelle Zusammenstellung für jedes einzelne Pferd im Schlaf. Ich zäumte Light und führte ihn raus, wo mir Ajith beim Aufsteigen half. Dann liefen wir auch gleich los in Richtung Rennbahn – hier lief einfach alles wie in einem Uhrwerk. Die Pferde gingen brav im Gänsemarsch und benahmen sich auch beim Aufwärmen im Trab und langsamen Galopp. Dann durften sie endlich aufdrehen. Wir machten ein anspruchsvolles Intervalltraining, denn bald war wieder ein wichtiges Rennen für Kierka, Chiccory, Light und Sunday. Coulee verbesserte ihre Zeit auch heute um ein paar Millisekunden. Sogar Iskierka benahm sich ausnahmsweise ganz gut und zickte kein einziges Mal rum. Sunday war nicht ganz auf der Höhe: er war etwas langsamer als am Vortag. Aber das machte nichts, denn die Zeiten hingen von so vielen Faktoren ab – war zum Beispiel gut möglich, dass ihm das etwas feuchtere Gras nicht passte. Ich war auch mit Sympathys Leistung zufrieden, konnte und wollte mich aber nicht so recht auf sie konzentrieren, denn die Stute hatte ich vor kurzem an eine gute Kollegin mit Spitznamen Fuchsel verkauft, zusammen mit ihrem Vater Cantastor. Der kommende Abschied machte mir zwar zu schaffen, aber ich wusste, dass es die beiden gut haben würden, denn Cantastor hatte ich damals von Fuchsel übernommen. Nun hatte sie einen neuen Hof und viel Platz, deshalb begrüsste sie es sehr, als ich sie wegen der beiden angesprochen hatte. Ich brauchte nunmal einfach wieder etwas mehr Luft im Hauptstall, besonders wenn ich in Zukunft noch ein paar Fohlen ausbilden wollte.
      Nach dem Training brachten wir die Pferde in den Freilauftrainer zum auskühlen. Wir beeilten uns mit dem Vorbereiten der nächsten Gruppe genauso, denn es wurde immer wärmer, je länger die Sonne am Himmel stand. Campina, Gray, Winter, Cassiopeia, Spot und Painting Shadowswaren diesmal dran. Ich ritt Gray, und die lief grossartig. Sie setzte sich in einem Kopf-an-Kopf Rennen mit Paint klar durch. Aber am beeindruckendsten fand ich diesmal Campina, die ihre Beine so weit auszog, dass es beinahe unnatürlich aussah. Dadurch konnte sie mit jedem Galoppsprung mehr Boden als die anderen gewinnen. Da zeigte sich wiedermal ihr hervorragendes Blut. Ich war schon gespannt, was aus ihrer genetischen Tochter Call it Karma werden würde – von der Kombination aus Cataract und Black Bloom erhoffte ich mir grosses Potential. Winter war nicht herausragend, aber er lief in gewohnter Zuverlässigkeit die 1500 Meter und war gar nicht so sehr verschwitzt danach, wie Spot, der auch eine gute Ausdauer zu haben schien. Cassiopeia war diesen Frühling zu einem richtigen Kraftpaket mutiert. Ihre Schulter war beängstigend stark, aber sie musste im gegensatz zu Spot an ihrer Ausdauer noch arbeiten. Sie war mit Abstand am verschwitztesten von den sechs Pferden.
      Auch für die dritte Gruppe mit Sumerian, Framed in History, One Cool Cat, Cabinet of Caligari, Captured in Time und Kaythara El Assuadreichte es noch, doch danach wurde es bereits zu warm. Wir verschoben daher die letzten zwei Gruppen auf den späten Abend. Ich konnte mich also nach dem Training mit Frame voll und ganz den anderen Pferden auf Pineforest widmen. Zum einen machte ich eine halbe Stunde Reining auf dem Sandplatz mit Dod, wobei ich weiter an unseren Stops und Rollbacks arbeitete. Der Hengst war einfach ein purer Genuss zum Reiten, so feinfühlig und reaktionsfreudig. Wir feilten wirklich nur noch an kleinen Details, denn er war top ausgebildet und lief auf den schwersten Turnieren mit. Als nächstes kümmerte ich mich um Satine und machte einen eineinhalbstündigen Ausritt durch die Pinienwälder mit ihr. Der Schatten der Bäume war dabei eine wohltat, angesichts der immer stärker werdenden Sonnenstrahlen. Es ging gegen Mittag zu und ich wollte vor dem Essen noch rasch Jazz an der Doppellonge arbeiten. Die Stute sprach gut auf diese Art von Training an und war motiviert bei der Sache, völlig anders als noch am Anfang. Sie trabte ohne zu Zögern über die Stangen am Boden und folgte brav den Stimmkommandos für die Übergänge. Oft war sie schon im Galopp, bevor ich das Wort zuende Sprechen konnte.
      Nach dem Mittag ging es für mich weiter mit Bacardi Limited. Der Baccardi Sohn glänzte in der Nachmittagssonne so richtig kitschig. Sein dunkles Fuchsfell schillerte in vielen Orangetönen, und das obwohl ich ihn diesmal nicht ganz so gründlich geputzt hatte. Jonas und Darren begleiteten mich zusammen mit Sniper und Silver auf einen weiteren Ausritt. Wir ritten in Richtung Wilkinson Farm und nutzten den breiten Grasstreifen des Feldwegs nach der Brücke für einen flotten Trab. Bacardi hatte federnd weiche Gänge, sogar noch mehr als sein Vater, weshalb ich wohl den ganzen Ausritt ohne Probleme im Trab hätte machen können. Aber spätestens im Wald kurz nach Rosie’s Gestüt bremsten wir ab, weil uns wiedermal Dirt-Bike-Fahrer entgegenkamen. Zum Glück waren sie anständig und fuhren im Schritttempo an uns vorbei, so dass es keinen Ärger gab. Wenig später begegneten wir auch noch Rosie und Lucas, die mit Numair und Anubis unterwegs waren. Wir plauderten kurz und ich erfuhr, dass Diyari vor noch nicht all zu langer Zeit eine Haltershow gewonnen hatte. Ich gratulierte Rosie herzlich. Der Fuchshengst war wirklich ein Hingucker, und ich hoffte, dass ihre Zuchtpläne mit ihm aufgehen würden.
      Wieder zuhause versorgten wir die Ponys und ich machte bei Ronja weiter. Mit der Achal Tekkiner Stute arbeitete ich ein paar Dressurlektionen durch; nichts besonderes, nur Gymnastizierung. Sie lief am Ende schön vorwärts-abwärts und liess den Rücken schwingen, worüber ich sehr froh war. Vor einer Weile war sie nämlich wieder auf einem Distanzritt mit Lisa gewesen und hatte danach wohl etwas Muskelkater gehabt. Jedenfalls war sie ein paar Tage steif gegangen, aber jetzt schien alles wieder gut zu sein. Lily kam irgendwann nach vier Uhr aus der Schule zurück und begab sich wie immer sogleich zu ihrem Areion. Ich sah nicht, was die beiden heute trieben, weil ich mit Ljúfa auf der Ovalbahn war, aber sie hatte etwas von „Roundpen – Longieren“ gemurmelt. Ljúfa hatte durch unser ausgiebiges Training schon viel mehr Muskeln bekommen und nun kein Problem mehr, Reitergewicht zu tragen; sofern es sich nicht gleich um einen 80-Kilo-Mann handelte. Im Moment ritten eh nur Lisa und ich auf ihr, und wir waren beide halbe Protionen, wie Lewis immer so schön bemerkte. Ljúfa ging heute aber trotz ihrer neu gewonnenen Muskelkraft nicht so fleissig voran. Ich verstand die Stute; mit ihrem pechschwarzen Fell unter der brütenden Nachmittagssonne zu arbeiten, konnte nicht gerade sonderlich motivierend sein. Auch ich hatte keine Lust, noch mehr zu schwitzen. Also verkürzte ich die Töltarbeit und duschte sie nach dem reiten gründlich ab. Ich konnte förmlich zusehen, wie sie wieder trocknete, als ich sie zurück auf die Stutenweide brachte. Auf dem Rückweg zum Hauptstall, wo ich als nächstes Caprice bewegen wollte, bemerkte ich eine dunkelhaarige Frau mittleren Alters. „Ahh, Angelina Moore! …I suppose.“ “Yes, and you must be Occulta Smith?” “Occu is fine. Welcome on Pineforest Stable! I’m embarrassed to say I almost forgot that you planned to come today.” “Oh, don’t be. We were already welcomed by your daughter and husband.” “…Haha, he’s not my husband and Lily not my daughter, either. But close enough. We have kind of a patchwork family.” “Oh, sounds exciting. I have two kids, a daughter and a son. And a typical husband – always working or out with his buddies, so there’s lots of time left for horse riding.” “So, let’s see your black pearl!” “’Course. She’s waiting in the trailer.” Wir schlenderten plaudernd zum Parkplatz. Angy war eine neue Pensionärin. Ihre rappfarbene Murgesenstute namens Nera drehte neugierig den Kopf, als sie unsere Stimmen hörte. Wir öffneten die Klappe des Anhängers und Angy lud sie aus. Ein echtes Prachtexemplar, das mich etwas an die Ritterpferde aus diversen Filmen erinnerte. Sie hatte eine lange, gewellte Mähne und einen prächtigen Schweif. Ausserdem schien sie ziemlich umgänglich zu sein. Angy war meines Wissens zufolge Dressurreiterin und das auch recht erfolgreich. Ich war gespannt, mehr über dieses Pferd-Reiter-Paar zu erfahren. Ich zeigte den beiden ihre Box im Nebenstall und führte sie auf dem Hof herum. Angy hatte sich bisher auf die Fotos auf unserer Website verlassen, war aber nicht minder begeistert von der nun greifbaren Infrastruktur. Ich verliess sie nach einer Weile, um mich endlich um Caprice zu kümmern. Die neue Pensionärin hatte ja noch Lily, die irgendwann dazugekommen war und nun eifrig eine Frage nach der anderen stellte. Zira, die die ganze Zeit treu an meiner Seite blieb und die neue nur misstrauisch beäugt hatte, schien erleichtert darüber, dass wir jetzt wieder unsere eigenen Wege gingen. Sie sass stolz neben Caprice’s Boxentür und hielt Wache, als ich die Fuchsstute putzte. Auch später, als ich auf dem Sandplatz ein paar Trainingshindernisse übersprang, wartete sie neben dem Eingang im Gras liegend und behielt alles in ihrem Blick. Caprice war schön locker vom gestrigen Doppellongentraining. Sie schien allgemein sehr zufrieden und kraftvoll vorwärtszugehen; keine Spur von Anspannung. Die Hindernisse waren ein Kinderspiel für sie, im Vergleich zu jenen in den Military Events. Aber es ging ja nicht darum, die Stute zu überfordern, sondern sie mit interessanten, abwechslungsreichen Kombinationen bei Laune zu halten. Ausserdem konnte es nie schaden, ein wenig an Takt und Timing zu arbeiten. Gegen Ende bekamen wir noch Zuschauer: Lisa und David waren zurück von ihrem Ausritt mit Parányi und Lychee. Sie stellten sich am Eingang des Vierecks zu Zira und beobachteten mich eine Weile, bis es mir peinlich wurde und ich mit dem Austraben begann. „So so. Habt ihr nichts Besseres zu tun?“, tadelte ich freundschaftlich. Lisa entgegnete fröhlich: „Wir dürfen wohl mal Pause machen, oder etwa nicht, Boss?“
      Wenig später gingen wir nochmal mit Empire, Indiana, Rosenprinz, Khiara und Vai Alida raus – Charly und Thomas kamen ebenfalls mit. Danach war es Zeit für die Fortsetzung des Vollbluttrainings. Ein kühler Wind war aufgekommen, ideal für die abendliche Arbeit. Angy war noch hier und folgte ineressiert Oliver und Ajith zur Bahn. Die Jockeys und ich waren unterdessen bereits am Warmreiten. Ich sass in Miss Moneypennys Sattel und trabte so ruhig es ging hinter Simba her. Heute war irgendwie der Wurm drin; die junge Stute war unkonzentriert und viel zu geladen. „Was ist denn los, Penny. Du warst den ganzen Morgen auf der Weide, und gestern haben wir auch schon Intervalltraining gemacht. Trotzdem noch so viel überschüssige Energie?“, murmelte ich, während ich sie beruhigend zu kraulen versuchte. Aber es wurde auch während der Galopparbeit nicht besser. Immer wieder liess sie sich von Kleinigkeiten ablenken und machte Seitensprünge, oder versuchte, ihren Hals steif zu machen. Beim austraben sagte ich deshalb ernüchtert zu Oliver „We’ve seen better days, aye?“ Er nickte zuerst nur mit strengem Blick, meinte dann aber, dass Penny vielleicht in letzter Zeit etwas viel gearbeitet habe und eine kleine Pause brauche. Nicht alle Pferde waren gleich, und manche brauchten einfach einen etwas anderen Trainingsplan als andere. Das respektierte Oliver, und genau deshalb schätzte ich ihn so als Trainer. Primo, Merino, Cryptic und Goldy waren wie sonst auch gelaufen – im Moment keine herausragende Verbesserung, aber immerhin eine stabile Leistung. Die jüngste Gruppe hingegen wollte es wissen: gleich zwei neue persönliche Bestzeiten stellten sie auf (Counterfire und Sarabi), und alle inklusive Angsthase Dolly gingen heute problemlos in die Startmaschine. Mambo und Thalia waren von der Anstrengung viel nasser als die anderen, also duschten wir die beiden gleich nochmal komplett ab und bei den anderen, um die Haut zu schonen, nur die Sattellage und den Rest mit dem Schwamm. Angy war inzwischen nachhause gefahren. Ich ging bei der abendlichen Kontrollrunde, bevor ich ins Haus ging, sicher, dass sich Nera rundum wohlfühlte. Die Rappstute mümmelte zufrieden an ihrem Strohbett herum, also machte ich mir keine Sorgen. „Gute Nacht“, murmelte ich symbolisch an alle Pferde gewannt, dann gesellte ich mich noch ein wenig zu den Pflegern, die mit den beiden Papageien Africa und Blue spielten.
    • adoptedfox
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      Pflegebericht für alle Pferde des von Landsberg Gestüt's | 8141 Zeichen von adoptedfox
      Käthe | “Time flies! Morgen ist der sechste September. Kannst du das glauben?” stieß Erin überrascht aus, als sie einen Blick auf den Kalender an der Stallwand warf. Ich lachte auf, doch sie hatte Recht. Die Zeit verging wie im Flug und an manchen Tagen fragte ich mich, wie wir all die Arbeit bewältigen konnten. “Langsam wird es ernst. Vergiss nicht, nächste Woche kommt die erste Lieferung Heu.” sagte ich und sah sie nachdenklich an. Die anhaltende Dürre im Sommer hatte den Bauern in der Region zugesetzt und so organisierte ich 3 LKW-Lieferungen Heu aus Deutschland, um den Bedarf für den Winter decken zu können. “Schon längst notiert.” lachte sie auf und ging in die Sattelkammer, von wo sie keine Minute später mit Hibana’s Halfter in der Hand wieder kam. Ich seufzte und folgte ihr zu den Weiden. Hibana stand mit Grenzfee und For an Angel auf einer Weide, die beide ein Fohlen bei Fuß hatten. Missing Misty und Granada waren die ersten Fohlen, die auf dem Gestüt das Licht der Welt erblickten und beide entwickelten sich prächtig. Ich hielt Erin und ihrer Stute das Tor auf und achtete darauf, dass keines der beiden Fohlen folgte. “Das hab ich mir schon gedacht.” lachte ich und streckte den Arm hinter Hibana aus um Granada den Weg zu versperren. Erin reagierte ebenfalls und schloss das Tor. Ich streichelte der dunkelbraunen Stute den Hals, bevor ich mich von ihr trennte und zurück in den Hof ging. Sympathy of the Devil stand auf der kleinen Weide neben der unteren Stallanlage und sah kurz auf, als ich zu ihr an den Zaun trat und sie für eine Weile beobachtete. Sie, Ases Maskwamozi und Bear Brooks Denahi waren Neuzugänge auf dem Gestüt und genossen derzeit ihre Eingewöhnung, bevor sie in die Trainingseinheiten eingebunden wurden. Ich lächelte, als ich daran dachte, wie lang ich auf Hunter eingeredet hatte mir die Stute zu verkaufen, da sie doch so gut zu Smarty Jones passte und immer wieder blockte er ab, wechselte das Thema oder verließ, mit den Augen rollend, den Raum. Ich ging durch die Stallgasse und holte das Halfter von Echo’s Maiden, welches an ihrer Boxentür hing, um sie von der Weide zu holen. Die dunkle Stute sah auf, als ich das Tor zur Weide öffnete und stieß ein schrilles Wiehern aus, bevor sie mir entgegen galoppierte und nur wenige Meter vor mir zum stehen kam. Ich begrüßte Echo’s Maiden und zog ihr das Halfter an um sie in die Stallgasse zu führen, wo ich sie festband und aus der Sattelkammer meine Putzbox holte. Man sagt, dass dunkle Pferde weniger schnell schmutzig würden, doch auf meine Pferde traf das nicht im geringsten zu. Ich suchte 2 Striegel in meiner Putzbox und nahm einen in jede Hand um die getrockneten Verkrustungen aus dem Fell der Stute zu bekommen, die sich anscheinend im Matsch gewälzt hatte. Es dauerte eine Stunde bis ich fertig war. Ich ließ die Stute für einen Moment allein und ging in den Hof um die Striegel auf dem Boden auszuklopfen, bevor ich wieder zurück ging und die Putzutensilien in die Putzbox räumte. Da ich sie später noch brauchen würde schob ich sie etwas beiseite und ging dann wieder in die Sattelkammer um eine Longe, einen Kappzaum und eine Longierpeitsche zu holen. Ich öffnete das Halfter von Echo’s Maiden und zog es ihr auf den Hals, damit sie mir nicht entwischen konnte, während ich ihr den Kappzaum anzog und seinen Sitz überprüfte. Ich hatte den Kappzaum im Internet bestellt und von meinem Sattler anpassen lassen, da er, trotz der richtigen Größe, viel zu groß für meine Pferde gewesen war. Jetzt passte er perfekt. Ich hängte die Longe in einen der äußeren Ringe ein und löste das Halfter. Da Erin mit Hibana in der Reithalle war und ich die beiden nicht stören wollte, ging ich mit meiner Stute auf den großen Platz hinter der Halle und dem anschließenden großen Stalltrakt. Echo’s Maiden zeigte beim Training immer großen Arbeitswillen und ließ sich auch heute ohne große Diskussionen auf den Zirkel schicken, wo sie im Schritt ihre Runden zog. Ich sortierte die Longe in meiner Hand und blieb mit der Longierpeitsche hinter ihr. Die Stute reagierte fein auf die Hilfen die ich ihr gab und ließ sich in allen 3 Gangarten gut handeln. Schritt-Galopp, Galopp-Trab, Trab-Schritt. Im Kopf legte ich mir die geforderten Aufgaben für das Training vom Boden zurecht und rief sie von Echo’s Maiden ab, die sehr konzentriert bei der Sache war. Unter dem Sattel machte die Stute Fortschritte, doch ich wollte sie auch vom Boden aus fördern und gymnastizieren. Nach knapp einer Stunde erklärte ich das Training für beendet und holte die Stute zu mir. “Gutes Mädchen!” lobte ich sie und streichelte ihren Hals. Ich führte die Stute zurück auf die Weide und nahm ihr dort den Kappzaum ab um sie in den wohlverdienten Feierabend zu schicken. Erin hatte zwischenzeitlich Amistad bewegt und kam nun mit Compliment von den Weiden zurück. “Der sieht aber nicht begeistert aus.” rief ich ihr lachend zu und zeigte auf den Hengst, der ihr nur widerwillig folgte. “Da muss er leider durch.” antwortete sie und zupfte am Strick in der Hoffnung, dass der Hengst sein Tempo beschleunigen würde. Ohne Erfolg. Ich schüttelte lachend den Kopf und ging auf die Weide zu Smarty Jones um nach dem Wohlbefinden des Hengstes zu schauen. Vor zwei Wochen hatte ich ihn auf einer Hengstkörung vorgestellt und sah seitdem täglich im Internet nach, ob die Ergebnisse schon bekannt waren. “Na, gehts dir schon etwas besser?” fragte ich den Hengst und kraulte ihn an der Brust, was er gut leiden konnte. Seit ein paar Tagen hustete Smarty Jones, weswegen er auf einem abgesteckten kleinen Areal allein stand. Wir bewegten ihn täglich vom Boden im Schritt und Trab um die Verschleimung zu lösen und fütterten ihm Hustenkräuter, was bisher auch ganz gut funktionierte. Trotzdem würde am Abend ein Tierarzt nach ihm schauen. Sicher ist sicher. Nachdem ich mit Bearing Spot’s im Roundpen war, wartete Erin bereits im Stall auf mich. Wir hatten zwischenzeitlich kurz miteinander gesprochen und uns dazu entschlossen mit den beiden Pferden Valentine’s Cantastor und Smooth Gravity auszureiten. Die beiden harmonierten miteinander und da sich auch das Wetter beruhigt hatte, wollten wir den Spätnachmittag natürlich noch genießen. Erin hatte beide Pferde bereits geputzt und gesattelt. Ich brachte Bearing Spot’s zurück auf die Weide und ging in die Sattelkammer um meinen Helm zu holen, bevor ich Erin die Zügel von Cantastor abnahm und die Steigbügel auf meine Länge einstellte. Wir ritten an den Weiden vorbei und schlugen an einer Gabelung den Weg in den Wald ein, vorbei an Feldern und einer alten, von Moos überzogenen Holzhütte die seit jahrzehnten verlassen war. Am Tag war diese Hütte ein wunderschöner Anblick, nachts würde ich, aus Angst, jedoch keinen Schritt in ihre Nähe wagen. Den Ausritt hatte ich wirklich gebraucht. Das Geräusch der Hufe auf dem Waldboden, der Duft von nassem Holz und das Licht, welches die untergehende Sonne warf, waren entspannend und aufregend zugleich. Wir nutzten die Galoppstrecken aus und hielten am Fischerweiher an um die Pferde trinken zu lassen, bevor wir uns in der Dämmerung wieder auf den Heimweg machten. Auf dem Hof angekommen sattelten wir die Pferde ab und kontrollierten ihre Hufe. “Ach man…” seufzte ich und stellte den Huf von Cantastor wieder ab. “Was ist denn?” fragte Erin, die um den Hengst herum lief um zu sehen was denn los war. Der Hengst musste im Wald auf eine Wurzel oder einen Stein getreten sein, denn ein Stück seiner Hufwand war ausgebrochen. “Das muss Hunter sich anschauen, so kann ich das nicht lassen.” sagte ich und kontrollierte die anderen Hufe, die in Ordnung waren. “Ruf ihn am besten gleich an.” riet Erin und brachte die beiden Pferde auf die Weiden, während ich ins Haus ging und die Nummer von Hunter auf meinem Telefon wählte. Glücklicherweise war der Huf nicht stark beschädigt, sodass meine Stimmung nicht allzu sehr gedämpft wurde. “Bear Brook Farrier, Crowley how may i help you?” klang es am anderen Ende der Leitung und ich lächelte. “von Landsberg hier. Ich brauche ihre Hilfe.” sagte ich und versuchte Hunter am Telefon zu erklären was passiert war. Er seufzte. “Ich schau es mir an.”
    • adoptedfox
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      Storybericht inkl. Pflege von Hibana, Schneemann, Maeyr, Uschi, Delmara, Essence of Life, Buck or Two
      24.581 Zeichen von adoptedfox und sadasha

      Hunter | Jills Beerdigung lag nun drei Jahre zurück und dennoch fühlte es sich an, als sei es gestern gewesen als wir zusammen auf dem Weidezaun saßen und die Gegenwart der Pferde genossen. Pläne schmiedeten einen gemeinsamen Zuchtstall aufzubauen. Doch meine Cousine hatte leider nicht die Chance bekommen. Ein Gutes hatte ihre Beerdigung jedoch: Es führte die Familie zusammen. Wenngleich davon nun, drei Jahre später, nichts mehr zu spüren war. Ich saß alleine in der Kneipe mit einem Glas Scotch vor mir, dessen Bewegung im Glas ich nachdenklich beobachtete, während ich es mit beiden Händen auf dem Bodenrand kreisen ließ. Mein Telefon hatte ich heute stummgeschaltet, Pitch konnte auf dem Hof bleiben. Es gab heute Nichts, was mich erreichen sollte. Nur Isaac wusste wohin ich gegangen war und das auch nur, weil er mich mittlerweile lange genug kannte um meine Gewohnheiten zu kennen. Nicht mal Käthe wusste dass ich heute Trübsal blasen würde. Einmal im Jahr erlaubte ich mir das. Nach diesem Glas würde ich mir die unauffälligste Ecke des Ladens suchen, mich dort mit meinem Skizzenbuch hinsetzen und Erinnerungen aufzeichnen. Stunden später, ich wollte gerade nach Hause fahren und beendete deshalb den Ruhemodus meines Telefons, sah ich dass Erin mir geschrieben hatte. Käthe hatte einen Unfall und ist im Krankenhaus. Der Schock traf mich und ich rief gleich zurück. Doch Erin nahm nicht ab. Normalerweise hätte ich mir ein Taxi gerufen, das Motorrad später abgeholt, doch der Alkohol hatte den Nebeneffekt, dass das Hirn nicht mehr recht funktionierte. Ohne nachzudenken fuhr ich los in Richtung Nottingham. Ich fuhr Landwege und hatte Glück dass kein Verkehr auf diesen Straßen war. Dann stand plötzlich ein Reh auf der Straße. Ich hätte schwören können eine Sekunde zuvor war der Weg noch frei. Aus Reflex bremste ich. In meinem Kopf rief eine Stimme "Draufhalten!" aber hätte ich das getan wäre das für uns beide nicht gut ausgegangen. Trotzdem lenkte ich leicht ein, dann spürte ich wie mir das Rad wegrutschte und ich am nun wegspringenden Reh vorbeischlitterte. Als ich letztendlich den Lenker los ließ schlug ich unsanft auf den Boden auf. Erst als ich nicht liegen blieb sondern ohne mein Zutun weiterrutschte spürte ich dass mein Bein unter der Maschine fest hing. Im Straßengraben kam das Motorrad zum Stillstand und ich mit ihm. Mit der Kraft die ich noch aufbringen konnte versuchte ich mich darunter wegzuziehen, doch ich kam nicht weit. Ich versuchte mein Telefon zu erreichen, das in meiner Hosentasche war. Doch die Schmerzen waren zu stark. Es dauerte ewig, bis jemand vorbei kam und es war mein Glück, dass der Wagen ein paar Meter weiter anhielt und jemand zu mir kam. Die Schmerzen waren mittlerweile so stark, dass es mir alles drehte. Vermutlich trug der Alkohol auch seinen Teil dazu bei. Die Person aus dem Wagen kam zu mir und sprach mich mit zittriger Stimme an, doch so wirklich konnte ich das nicht wahrnehmen. Ich erzählte deshalb so gut ich konnte was passiert war und dass mein Bein eingeklemmt war, doch bevor ich zu Ende sprechen konnte dimmte ich weg und verlor das Bewusstsein. Als ich wieder aufwachte befand ich mich schon im Krankenwagen. Ich sah in ein fremdes Gesicht und registrierte jetzt, dass ich auf dem Weg ins Krankenhaus war. "In welches Krankenhaus fahren wir?" wollte ich wissen. Der Notarzt runzelte die Stirn bei dieser Frage. "Lincoln County Hospital" antwortete er. "Das geht nicht." murmelte ich. "Ich muss nach Nottingham." Verzweifelt richtete ich mich auf, versuchte es zumindest, denn weit kam ich nicht da ich fixiert wurde. "Wieso müssen Sie nach Nottingham?" fragte der Notarzt und versuchte mich wieder zu beruhigen. Er bombardierte mich regelrecht mit Fragen, bis ich schließlich nachgab. Man nahm meine Daten auf und fragte nach einer Kontaktperson. Ich bat darum meine Eltern und Isaac zu informieren. Wenn Käthe sowieso selbst im Krankenhaus lag war sie vermutlich nicht erreichbar. Im Krankenhaus brachte man mich von hier nach dort und kam schließlich zu dem Schluss, dass mein Bein ziemlich kaputt war um es einfach auszudrücken. Als ich endlich auf die Station gebracht wurde und ruhig im Zimmer lag schlief ich vor Erschöpfung ein ohne weiter nachdenken zu können.

      Käthe | “Diese hier nehmen sie 3 Mal am Tag. Morgens, Mittags und Abends je eine Tablette. Sollten sie wider Erwarten ein Gefühl von Schwindel bekommen rufen sie uns bitte an.” erklärte mir die Krankenschwester und legte eine Packung Tabletten auf den Tisch neben meinem Bett. “In diesem Umschlag ist der Bericht für ihren Hausarzt. Haben sie jemanden der sie abholt oder sollen wir ein Taxi rufen?” fügte sie hinzu und sah mich fragend an. Ich überlegte einen Moment, bevor ich antwortete. “Darf ich telefonieren? Dann könnte ich das abklären.” Die Krankenschwester nickte und verließ mein Zimmer. Wenige Minuten später kam sie mit einem Telefon zurück und reichte es mir. Ich wählte Erin’s Nummer und hoffte, dass sie bereits wach war und ans Telefon gehen würde.
      “Guten Morgen, ich habe schon auf deinen Anruf gewartet. Wie geht es Dir? Was sagen die Ärzte?”
      Sie hatte das Gespräch kaum angenommen, da überschlugen sich schon ihre Worte.
      “Guten Morgen. Die Ärzte sagen ich bin glimpflich davon gekommen. Ich habe 2 geprellte Rippen und ein paar blaue Flecken. Kannst du mich abholen?” fragte ich sie, doch anstatt zu antworten folgte Stille. “Ist...Hunter nicht bei Dir?
      “Nein. Nicht das ich wüsste. Warte mal…” sagte ich und nahm das Telefon von meinem Ohr weg um mit der Krankenschwester sprechen zu können. Als sie auf meine Frage, ob Besuch für mich da gewesen wäre, verneinend den Kopf schüttelte, nahm ich das Telefonat wieder auf. “Nein, war er nicht.” Ich hörte, wie Erin vor sich hin murmelte bevor sie mir zusicherte in einer halben Stunde da zu sein. Wir verabschiedeten uns voneinander und ich gab der Krankenschwester das Telefon dankend zurück. Da ich von meinem gestrigen Unfall noch leicht benommen war, half sie mir meine Sachen in eine Tasche zu packen und brachte mich nach unten in die Empfangshalle, wo Erin bereits auf mich wartete. Sie nahm mir meine Tasche ab und hielt mir die Tür auf, damit ich in ihren Wagen einsteigen konnte. Während der Fahrt unterhielten wir uns wenig. Gedankenverloren fuhr Erin an der Abfahrt vorbei, die uns nach West Bridgford brachte. “Wo fahren wir denn hin?” fragte ich leise und sah zu ihr hinüber. “Nach Lincolnshire. Ich habe, bevor ich gefahren bin um dich abzuholen, auf dem Bear Brook EC angerufen. Hunter hatte einen Unfall mit dem Motorrad und liegt im Krankenhaus.” gab sie zu und warf mir einen kurzen Blick zu, bevor sie weitersprach: “Wir fahren ihn besuchen. Besser gesagt Du. Ich werde vor dem Zimmer warten.” Tausende Gedanken schossen durch meinen Kopf. Was war passiert? Nach einer knappen Stunde Fahrt - ich war zwischenzeitlich eingeschlafen - erreichten wir das Lincoln County Hospital. Nachdem wir an der Information nach der Zimmernummer gefragt hatten, standen wir nun vor der Tür des Zimmers in dem Hunter sich befand. “Willst du sicher nicht mit rein gehen?” fragte ich Erin, doch sie schüttelte den Kopf. “Ich warte vor der Tür.” Ich atmete tief durch und klopfte an die Zimmertür, bevor ich sie öffnete und in den Raum trat. Das Bein komplett eingegipst, lag er da und schlief. Ich trat näher an sein Bett und strich mit meinem Handrücken über seine Wange. Er verzog das Gesicht und öffnete die Augen blinzelnd. “Käthe?” fragte er ungläubig und setzte sich auf. Noch bevor ich antworten konnte beugte er sich nach vorn und umarmte mich. “Hunter…” stöhne ich schmerzerfüllt als der Druck seiner Oberarme gegen meine geprellten Rippen stärker wurde.

      Hunter | Ich ließ von ihr ab und musterte sie fragend. "Erzähl mir von deinem Unfall gestern." sagte ich und lehnte mich wieder in die Kissen. Käthe seufzte und atmete einmal tief durch, ehe sie begann von ihrem Tag zu berichten: "Ich war in Nottingham um das bestellte Futter für die Pferde abzuholen und als ich auf dem Heimweg war, hat mir jemand die Vorfahrt genommen und ist ungebremst in meinen Wagen gefahren. Der Arzt sagt, ich sei glimpflich davon gekommen mit meinen geprellten Rippen und den blauen Flecken.” Sie nahm meine Hand und sah mich eindringlich an. “Was ist mit dir passiert?” Einen Moment lang dachte ich noch über ihre Geschichte nach. "Ich hoffe den Idioten hat es mindestens genauso erwischt wie dich!" Sie zog ihre Augenbrauen hoch und sah mich mit mahnendem Blick an. “Sowas sagt man nicht Hunter.” Ich schnaubte verächtlich. "Ich lieg eh schon hier, was soll mir schon noch passieren?" - “Und warum liegst du hier?” - "Weil ich nicht in ein Reh reinfahren wollte." erklärte ich knapp und sah an mir runter. Mir wurde erst jetzt so richtig bewusst, dass ich wohl die nächsten Wochen ausfiel. An arbeiten konnte ich nicht denken, ans Reiten auch nicht. Ich würde nicht mal ordentlich mit Pitch gehen können. Geknickt schlug ich die Lider nieder und seufzte. “Wann ist das denn passiert?” fragte sie und ich tat erst so als hätte ich sie nicht gehört, gab dann aber nach, denn so wie ich Käthe kannte, würde sie nicht locker lassen. "Auf dem Weg ins Krankenhaus. Ich wollte nach dir sehen, als ich Erins Nachricht gelesen hatte." gab ich zurück und musterte sie besorgt. “Wir hatten gestern wohl beide kein Glück.” sagte sie und lächelte sanft. "Mhmm…" brummte ich zustimmend. "Das werden ein paar sehr, sehr langweilige Wochen…" ergänzte ich.
      Sobald ich mit Krücken laufen konnte entließ man mich nach Hause. Als Pitch mich sah freute er sich so sehr, dass er unter sich machte. Isaac und der Rest vom Team freuten sich zwar auch mich wieder auf dem Hof zu sehen, sahen aber doch recht abgekämpft aus. "Danke, dass du dich um Pitch gekümmert hast." sagte ich Isaac, der sich eines der Gästezimmer eingerichtet hatte, während ich weg war. Er nickte und half mir ins Haus, auch wenn ich das mit meinen Krücken schon gut im Griff hatte. Wir setzten uns ins Wohnzimmer und er berichtete mir, was auf dem Hof alles passiert war. Ich kramte im Anschluss mein Telefon hervor und versicherte mich, dass bei Käthe alles in Ordnung war. Kurz darauf rief mich Rin an. Sie klang verzweifelt. Sie war mittlerweile allein auf dem Hof und die vielen Pferde schaffte sie schlichtweg nicht. Sie wollte die Pferde aber auch nicht irgendwem überlassen. Sie hatte schon eine andere Kollegin gefragt ob sie ein paar Tiere übernehmen könnte, doch der Großteil stand noch immer bei ihr. Wir redeten lange und diskutierten Möglichkeiten aus. Bis wir zu dem Schluss kamen, dass ich die Pferde übernehmen würde, die ich auch so gekauft hätte, hätten ich sie zuerst entdeckt. Da sie schon genug Sorgen hatte ließ ich sie über meine Verletzung im Unklaren. Die Pferde würden dann in den nächsten Tagen eintreffen. Besonders auf Schneemann freute ich mich, da ich mich in den Hengst verliebt hatte noch bevor ich ihn auf seiner Hengstkörung ritt. Maeyr, Uschi und Delmara setzten ihm nur eine Sahnehaube auf. Nachdem ich aufgelegt hatte packte ich das Telefon weg und hievte mich vom Sofa um in den Stall zu gehen. Während ich weg war zog Essence of Life ein. Die Vollblutstute hatte ich per Zufall entdeckt und gekauft, sie aber aufgrund des Unfalls noch nicht ansehen können.

      Käthe | Ein paar Tage vergingen und langsam aber sicher konnte ich behaupten, dass es mir besser ging. Erst gestern waren Erin und ich gemütlich im Gelände unterwegs und genossen die Ruhe, die der Wald uns bot. Ebenfalls gestern wurde mein Wagen abgeholt, der nach dem Unfall zwar repariert werden konnte, ich mich aber dazu entschloss ihn zu verkaufen, weil es sich wirtschaftlich nicht gelohnt hätte. Da ich im Stall keine große Hilfe war räumte ich im Haus auf und probierte mich am Backen. Chocolat Chip Muffins sollten es werden. Ich hielt das Bild auf dem Tablet neben mein Ergebnis und stellte fest, dass sie gar nicht so schlecht aussahen wie ich im ersten Moment dachte. Ich öffnete das Küchenfenster und rief nach Erin, die ihre Stute Hibana gerade aus der Stallgasse führte.
      “Hast du Lust mit nach Lincolnshire zu fahren?” fragte ich sie und schien dabei so erwartungsvoll auszusehen, dass sie ohne zu zögern zusagte. Während sie ihr Pferd auf die Weide brachte, sortierte ich die Muffins auf ein Tablett und zog mir ein geblümtes Sommerkleid an. Erin, die schon im Wagen wartete, öffnete mir die Tür und musterte das Tablett in meiner Hand, dessen Inhalt durch eine Folie geschützt war. “Ich dachte ich bringe etwas kleines mit.” sagte ich und sah in ihr fragendes Gesicht. “Es sind Muffins.” fügte ich hinzu und schnallte mich an. “Hoffentlich bekomme ich einen ab!” sagte sie lachend und setzte den Wagen in Bewegung. Während der Fahrt unterhielten wir uns wenig, was an der Musik und den geöffneten Fenstern lag. Als wir das Bear Brook EC erreichten stellte Erin den Wagen auf dem Parkplatz ab und half mir dabei auszusteigen. Erin und Ich gingen zum Haus und klingelten. Mrs. Clayton öffnete die Tür und bat uns hinein. “Ich habe Muffins mitgebracht.” sagte ich stolz und stellte das Tablett auf den Tisch. “Die riechen ja großartig! Lange werden die hier nicht stehen.” sagte sie lachend und nahm die Folie ab. Ich nahm zwei Muffins heraus und ging in Richtung der Tür, als Mrs. Clayton mich darauf hinwies, dass Hunter sich in der Schmiede befinde. Ich bedankte mich und lief über den Hof um nach ihm zu sehen. “Darf ich reinkommen?” fragte ich und blieb im ohnehin geöffneten Tor stehen. Als Hunter aufsah und erkannte, wer da stand strahlte er mich an und bat mich rein. “Was machst du denn hier?” fragte ich ihn und hielt ihm einen der beiden Muffins hin. Er nahm ihn glücklich entgegen und sah dann auf die Werkbank vor ihm, auf der Hufnägel und Eisen wild durcheinander flogen. "Ich sortiere hier etwas um…" erklärte er. “Kann ich dir helfen?” bot ich ihm fragend an und nahm einen Bissen von meinem Muffin. Wow, die schmecken echt gut dachte ich und sah Hunter an. Er warf nochmal einen Blick die Arbeit und antwortete dann. "Nein. Aber ich kann das später weiter machen." Er biss vom Muffin ab und sah mich zufrieden kauend an. "Du hast da was." Ich wischte mit dem Handrücken über die Stelle die er mir gezeigt hatte und sah ihn an. “Besser?” fragte ich und nickte in Richtung seines Beins. “Wie lange bist du außer Gefecht?” - "Nur noch ein paar Wochen." erklärte er und fügte hinzu, dass es schon viel besser geworden sei. Nachdem ich meinen Muffin aufgegessen hatte beobachtete ich ihn eine Weile und sah dann nach draußen in den Hof. Hunter nahm seine Krücken und stand auf. "Gibt es noch mehr von denen?" er hielt mir das leere Papier vom Muffin vor die Nase. "Wenn dein Team noch welche übrig gelassen hat." meinte ich schulterzuckend. Gemeinsam schlichen wir über den Hof. "Falls nicht. Heute Abend grillen wir hier auf dem Innenhof. Magst du Erin anrufen und fragen ob sie auch kommen möchte?" überlegte er laut. “Du kannst sie selbst fragen, sie hat mich hergefahren.” sagte ich und ging vor, um die Tür zum Haus zu öffnen. Wie erwartet hatte es sich schnell herumgesprochen dass es im Haus eine Kleinigkeit gab und so fanden wir das gesamte Team des Bear Brook EC in der Küche vor. “Ältere Frauen backen immer noch am besten. Die Erfahrung macht es einfach aus.” sagte Isaac voller Überzeugung und biss von seinem Muffin ab. Mrs. Clayton und ich riefen gleichzeitig empört “Ältere Frauen?” auf und mussten dann lachen. Hunter schmunzelte nur und beobachte das Schauspiel. "Was brauchen wir noch für's Grillen?" fragte er an Mrs. Clayton gerichtet, die ihm prompt einen Einkaufszettel entgegen streckte. "Kommst du mit Käthe? Ich kann leider nicht fahren." meinte er grinsend. “Ich darf dein Auto fahren?” fragte ich ungläubig und drehte mich zu ihm um. "Unter diesen Umständen… Ja." sagte er und humpelte in den Flur um mir seinen Autoschlüssel rauszusuchen. "Kommst du?" rief er, als er ihn gefunden hatte. Ich zuckte mit den Schultern und grinste Erin an. “Fahr vorsichtig!” rief sie mir nach, doch die Tür fiel bereits ins Schloss. “Soll ich dir helfen?” fragte ich Hunter der die Beifahrertür schon geöffnet hatte. Er überhörte diese Frage und krackselte sich irgendwie selbst ins Auto, was zwar klappte, aber sehr unbeholfen aussah. Als er endlich saß und sich angeschnallt hatte grinste er mich an. Ich schüttelte den Kopf und ging um das Auto herum um selbst einzusteigen. Wir fuhren nach Lincoln um die Sachen zu besorgen, die Mrs. Clayton aufgeschrieben hatte und nahmen zusätzlich Bier und eine Flasche Wein mit. Zurück auf dem Bear Brook EC herrschte bereits reges Treiben. Alle halfen dabei den Grillabend vorzubereiten und Mrs. Clayton, die schon sehnsüchtig auf uns zu warten schien, lief uns entgegen um uns beim Ausladen zu helfen. Hunter wurde zu Isaac gerufen und gab mir einen flüchtigen Kuss, bevor er in Richtung der Stallungen verschwand. “Erin kommt übrigens gleich zurück. Sie fährt schnell und bringt die Pferde in die Boxen.” sagte Mrs. Clayton als sie meinen suchenden Blick bemerkte.

      Hunter | Wir hatten einen tollen Grillabend und auch die nächsten Tage liefen verhältnismäßig ruhig. Viel konnte ich sowieso nicht machen. Wenigstens war ich den Gips mittlerweile los und trug nur noch eine Bandage. Reiten durfte ich damit noch immer nicht, aber ich fuhr heute trotzdem mit Pitch zu einem alten Bekannten, den mein Vater noch aus seiner Zeit kannte. Sein Sohn hatte einen Tinkerhengst zum Verkauf stehen, den er selbst nie mehr reiten könnte. Es wäre aber wohl zu schade ihn im Stall versauern zu lassen, also soll er wieder in fördernde Hände. Interessant für mich, weil meine Tinker eher für den Fahrsport gebaut waren. Buck or Two sei aber ein Vielseitigkeitspferd. Pitch verfrachtet, setzte ich mich selbst ins Auto, kramte aber zuerst nach meinem Telefon um Käthe anzurufen. "Ich fahr nach Spilsby, ein Pferd ansehen. Hast du Zeit und Lust mitzukommen? Richtung Meer? Wenn wir da fertig sind, können wir ja einen Abstecher nach Skegness machen.", schlug ich vor und holte Käthe einige Minuten später ab. "Geht das mit deinem Bein?", fragte sie, als sie auf der Beifahrerseite einstieg. Ich lachte. "Was meinst du wie ich hergekommen bin?" Sie sah mich tadelnd an. "Du weißt wie ich das meine, Hunter!" Immer noch lächelnd setzte ich rückwärts um mich auf dem Hof zu drehen und dann rauszufahren. "Hast du Alles dabei? Schwimmsachen?", fragte ich, als wir auf dem Highway waren. Käthe nickte. "Warst du überhaupt schon mal in Skegness?" - "Nein! Aber ich hab es gegoogelt und das will ich mir nicht entgehen lassen." Aufgeregt lächelte sie mich an. "Ich möchte dann auch an die Greifautomaten gehen.", meinte sie. Ich lachte. "Das ist Betrug, das ist dir bewusst oder?" Ich warf einen kurzen Blick zu ihr rüber. Sie schüttelte den Kopf. "Wenn ich ohne ein Plüschtier wieder heim muss, bin ich traurig." Ich seufzte. Vermutlich würden wir heute zig Pfund in ein Plüschtier stecken, welches wir in jedem Spielzeugladen für ein paar Penny hätten kaufen können. Doch bevor wir zum Strand fuhren, machten wir einen Stop in Spilsby. Der Hof war klein und es gab hier so gut wie nur Tinker. Die Boxenschilder verrieten jedoch, dass es alles Einstaller waren. Alle, bis auf Buck or Two. Der Hengst war jedoch nicht in seiner Box, also gingen wir weiter über den Hof bis wir einem älteren Herren in die Arme liefen. "Sie müssen Mr. Crowley sein! Und das ist sicher Mrs Crowley. Hallo." grüßte er freundlich und ich sah Käthe schmunzelnd an, die erstmal klarstellte, dass wir nicht verheiratet waren. Der Herr nahm uns mit zu den Weiden und Paddocks. Auf einem kleinen Paddock stand Bucks schon parat und wartete nur darauf, dass man ihn mitnahm. "Er ist wirklich ein braves Pferd." erklärte der Mann, während er Bucks aufhalfterte und vom Paddock holte. Er band ihn an einer Stange vor dem Reitplatz an. "Ich hole eben seine Sachen." entschuldigte er sich und verschwand im Stall, während ich Bucks streichelte. Der dunkle Hengst streckte sich sofort lang und verzog die Schnute, als ich eine besonders gute Stelle am Mähnenansatz gefunden hatte. Pitch hatte sich neben mich gelegt und döste vor sich hin. Als der Mann mit Putzkiste und Trense zurückkam warf ich einen etwas unsicheren Blick zu Käthe, die den Kopf langsam schüttelte. Ihr war natürlich klar, dass ich eigentlich noch nicht reiten sollte. Ich legte die Leine ab und nahm mir eine der Bürsten aus der Box um dem Mann mit Bucks zu helfen. Käthe hatte inzwischen die Leine von Pitch aufgenommen und lehnte sich gegen die Stange. Bucks zog neugierig zu ihr rüber und stupste sie vorsichtig an, bis sie sich endlich ergab und ihn streichelte. Einige Minuten später stand der Rappe geputzt und gesattelt vor uns. Pitch war gänzlich eingeschlafen und Käthe kraulte immer noch Bucks Hals. Der Mann prüfte kurz den Platz und bat mich dann mit Bucks einzutreten, während er das Tor aufhielt. "Das fällt leider wieder zu, wenn man es nicht festhält.", erklärte er. "Also wenn sie wollen, er wurde die letzten Tage ein paar mal von anderen Einstallern bewegt. Ich kann Ihnen auch einen Sprung aufbauen, während sie ihn warm reiten." Während er das sagte ging er bereits zur kurzen Seite des Platzes wo die Sprünge in Teilen lagen. "Nein, kein Sprung.", sagte ich eilig und merkte erst im Nachhinein, dass ich das wohl ein wenig zu panisch gesagt haben musste. "Ich bin noch im Schongang, nach einer Verletzung.", entschuldigte ich mich sofort und stellte dann die Steigbügel am VS-Sattel auf meine Länge ein.

      Käthe | “Der wird sich wohl nie ändern, hm?” fragte ich Pitch und kraulte ihn am Hals, nachdem wir uns ein schattiges Plätzchen am Rande des Platzes gesucht und es uns in der Wiese bequem gemacht hatten. Hunter hatte mittlerweile im Sattel Platz genommen und zog abwechselnd im Schritt und Trab seine Runden. Der Hengst machte eine gute Figur unter dem Sattel und lief fleißig vorwärts. Auch als Hunter ihm die Galopphilfen gab reagierte er sofort und Hunter’s Gesichtsausdruck verriet mir, dass er sich gut aussitzen ließ. Nach zirka einer halben Stunde parierte er durch und blieb vor mir am Zaun stehen. “Was sagst du?” fragte er mit erwartungsvollem Blick und klopfte den Hals von Buck or Two. Ich zögerte. “Er ist sicher nicht verkehrt. Auch von der Ausbildung her.” sagte ich und lächelte besänftigend um ihm die Frage nach dem Aber abzuwehren. “Gib mir ein paar Minuten.” sagte er, stieg ab und führte den Hengst zum Tor, welches der Mann bereits geöffnet hatte. Ich sah, dass die beiden sich angeregt unterhielten und ahnte, dass der Hengst so gut wie gekauft war. Hunter bemerkte meinen Blick und winkte mich herbei. “Ich organisiere alles und melde mich die Tage.” sagte der Mann und reichte mir die Hand um mich zu verabschieden. Als auch Hunter und er sich die Hand gegeben hatten legte er seinen Arm um meine Hüfte und ging mit mir zurück zum Wagen. Auf einmal stieß er die Faust seines freien Arms hoch und jubelte. "Auf nach Skegness!" Bevor ich reagieren konnte drückte er mir einen Kuss auf die Lippen und öffnete die Beifahrertür um mich Platz nehmen zu lassen. "Du wirst Skegness lieben.", sagte er, als er sich hinter das Steuer setzte und den Wagen startete um loszufahren.
      Die Stadt am Meer war wirklich großartig. Wir starteten mit einem Bummel durch die Gassen und betrachteten dabei die schönen Fassaden der alten Häuser. Im Anschluss gingen wir an den Strand und nutzen hier Alles was Skegness zu bieten hatte: Einen Mini Freizeitpark, die Spielhalle, den weitläufigen Strand und natürlich das Meer. Es war ein wundervoller Tagesabschluss vom Restaurant aus den Sonnenuntergang zu beobachten. Es tat fast schon weh als Hunter diese ruhige Atmosphäre unterbrach um aufzustehen. "Es ist schon spät.", sagt er wehmütig und hielt mir seine Hand hin. Seufzend ergriff ich sie und ließ mich wie ein nasser Sack aus dem Stuhl ziehen. "Ich möchte bleiben.", klagte ich und folgte ihm schmollend.

      Zwei Tage später stand ich zusammen mit Hunter auf dem Parkplatz des Bear Brook EC und winkte den alten Herren mit Buck or Two auf den Innenhof. Der dunkle Hengst wurde erstmal in aller Ruhe mit der neuen Umgebung bekannt gemacht. Hunter hatte den Vormittag damit verbracht seine Box vorzubereiten. Auch den Futterplan von Buck hatte er etwas überarbeitet. Nach der Besichtigung konnte sich der Tinker erstmal in seiner Box ausruhen. Die Fahrt war zwar nicht allzu aufregend für ihn, doch er sollte sich erst einmal einleben, ehe er gearbeitet würde. Sobald ich sicher war, dass Alles um Buck herum geklärt war verabschiedete ich mich von Hunter und fuhr zurück nach Nottingham um mich um meinen eigenen Hof zu kümmern.
    • adoptedfox
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      Pflegebericht für alle Pferde des von Landsberg TC | 4978 Zeichen von adoptedfox
      Käthe | “Du gehörst ins Bett, my Dear.” ermahnte mich Erin, als ich den Stall betrat und meine Thermoskanne auf der Futterkiste abstellte. Ich seufzte. “...aber mir fällt die Decke auf den Kopf.” sagte ich mit erstickter Stimme und folgte ihr in die Sattelkammer. “Wie läuft es mit Funny Sugar?” fragte ich sie und nahm mir einen Führstrick. “Sehr gut! Die letzten Tage habe ich mit ihr vermehrt Bodenarbeit gemacht und unsere Verbindung wird immer besser!” erzählte sie euphorisch und ich freute mich darauf, die Entwicklung der beiden miterleben zu dürfen. Erin hatte die junge Stute im Oktober letzten Jahres gekauft um sie selbst ausbilden zu können und ich versprach ihr zu helfen, sollte sie meine Unterstützung benötigen. Sie öffnete den Spind von Hibana und nahm den Sattel, ein paar Gamaschen und die Putzkiste heraus. “Was möchtest du heute machen?” fragte sie mich auf dem Weg zu ihrer Box und ich überlegte einen Moment. “Ich denke ich striegel die Pferde nur ab, bringe sie auf die Weiden und vielleicht gehe ich eine gemütliche Runde ins Gelände.” antwortete ich und Erin nickte zustimmend. Wir unterhielten uns noch einen Moment, bevor ich mich auf den Weg machte und mich um die Pferde kümmerte. Nachdem sich die Fohlen Granada, Ivy’s Rhapsody und Missing Misty auf der Weide neben dem unteren Stallgebäude befanden und um die Wette galoppierten, ging ich zur Box von Lorelei. Lorelei war seit einer Woche auf dem Hof und stach, als Kaltblut, deutlich zwischen den Vollblütern hervor. “Na meine Große, wie geht es dir heute?” fragte ich sie und ging in die Box um ihr grobe Verschmutzungen und Streu, die sich im Fell verfangen hat, abzubürsten. Tiefenentspannt, stand sie mit ihrem dichten Winterfell vor mir und genoss die massierenden Bewegungen der Bürste.
      Da sie noch in der Eingewöhnung war, brachte ich sie auf die Koppel neben dem Haus, die wir abgetrennt hatten damit auch Westatlanta ihren Freigang genießen konnte. Ases Maskwamozi, Echo’s Maiden und Smooth Gravity brachte ich zusammen auf eine der großen Weiden und Bearing Spot's, Bear Brooks Denahi, Grenzfee und Sympathy of the Devil auf eine anschließende Weide, damit die Stuten untereinander trotz der Litze Kontakt halten konnten. For an Angel brachte ich zu den Fohlen auf die Weide. Als auch Amistad, Compliment und Valentine’s Cantastor auf den Weiden waren, kontrollierte ich noch einmal dass alle Tore fest verschlossen waren und ging in den Stall um Smarty Jones für den Ausritt fertig zu machen. Der Hengst war das Verlasspferd schlechthin und ich vertraute ihm in jeder Situation. Da ich angeschlagen war hielt ich es für besser, ihn für einen Ausritt zu wählen. Ich holte den Hengst aus der Box und band ihn in der Stallgasse an um ihn gründlich zu putzen. Nachdem ich seine Hufe ausgekratzt hatte ging ich in die Sattelkammer und holte ein paar Gamaschen, seinen Sattel und die Trense. Mit einer Grippe war es ein Kraftakt, den schweren Westernsattel auf den Rücken des Hengstes zu bekommen, doch ich nahm alle Kraft zusammen und legte ihn mit Schwung auf. Der Hengst schnaubte und wandte mir seinen Kopf zu als wolle er fragen, ob alles okay sei. Ich streichelte über seine Stirn und lachte. “Womit hab ich dich nur verdient, hm?” fragte ich ihn und er rieb sein zartes Maul an meinem Oberschenkel. Ich holte eine Abschwitzdecke aus seinem Schrank und legte sie ihn über die Kruppe. Wir hatten zwar keine Minusgrade, doch der Wind fühlte sich eisig kalt an. Ich trenste den Hengst und führte ihn auf den Hof zur kleinen Bank um aufzusteigen. “Nimm das mit, zur Sicherheit.” sagte Erin und drückte mir mein Smartphone in die Hand. Dankbar steckte ich es in meine Jackentasche und trieb den Hengst vorwärts. Als wir an den Weiden vorbeigeritten waren, schlugen wir den Weg entlang der Felder ein. Im Schritt ritten wir auf einem kleinen Pfad zwischen Waldrand und frisch gepflügtem Feld bis es zu nieseln begann und wir in den Wald abbogen. “Wir sollten viel öfter ausreiten, meinst du nicht auch?” fragte ich Smarty Jones und streichelte den Hals unter seiner nachgewachsenen Mähne. Als würde er mir zustimmen, stieß er ein kurzes Schnauben aus und richtete ein Ohr nach hinten. Auch wenn es mich fröstelte, genoss ich die Auszeit im Wald auf dem Rücken meines Lieblings. Die vergangenen Wochen waren nervenaufreibend gewesen. Beginnend mit der Heunot durch den heißen Sommer, über die Vorbereitungen für den Winter, bis hin zum Jahreswechsel hatten wir alle Hände voll zu tun und sogar Hunter, der ebenfalls nicht zu wenig Arbeit hatte, half wo es nur möglich war. Mit dem ersten Tag im neuen Jahr fiel alle Last von unseren Schultern und wir hofften auf ein besseres Jahr. Nach knapp 3 Stunden erreichten wir wieder den Hof. Ich sattelte den Hengst ab und brachte ihn mit einer Abschwitzdecke auf die Koppel zu Valentine’s Cantastor, mit dem er sich sehr gut verstand. Sichtlich am Ende räumte ich den Stall noch auf, bevor ich mich ins Haus zurück zog und mir ein Erkältungsbad einließ.
    • adoptedfox
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      Pflegebericht für alle Pferde des von Landsberg TC | 1999 Zeichen von adoptedfox
      Verdine, Lorelei, Funny Sugar, Hibana, Ivy’s Rhapsody, Granada, Missing Misty, Westatlanta, Bear Brooks Denahi, Ases Maskwamozi, Bearing Spot’s, Echo’s Maiden, Smooth Gravity, Sympathy of the Devil, Grenzfee, For an Angel, Compliment, Amistad, Smarty Jones, Valentine’s Cantastor


      Käthe | Ein paar Monate waren vergangen, seit Hunter sich dazu entschlossen hatte den Hofbetrieb für geraume Zeit einzustellen und die Pferde an befreundete Sport- und Zuchtanlagen verkaufte. Wir verbrachten nur noch wenig Zeit miteinander und doch genoss ich jede Minute seiner Anwesenheit. Um Erin zu entlasten, die einmal wöchentlich Seminare an der Universität in Nottingham besuchte um ihre Trainerlizenz zu erhalten, stellte ich zwei zusätzliche Pferdepfleger ein die uns unterstützten. Die Reitstunden hatte ich aus dem Programm genommen, dafür bot ich aber immer wieder Kurse zu verschiedenen Themen an die mehr als gut besucht waren. Auch bei meinen privaten Pferden lief es bestens. Die Fohlen werden mehr und mehr an das Fohlen ABC herangeführt und beinahe wöchentlich waren wir mit unseren Pferden auf Turnieren vertreten. Mal mehr, mal weniger erfolgreich. Jetzt im Sommer zogen wir es vor, die Pferde in den frühen Morgenstunden zu bewegen damit sie die heißen Temperaturen auf den Weiden verbringen konnten. Abends, nachdem die Pfleger sich in den Feierabend verabschiedeten, sattelten Erin und ich die Pferde und ritten aus um den alltäglichen Wahnsinn hinter uns zu lassen. “Wollen wir heute Abend zum See reiten?” fragte Erin und setzte den Huf ihrer Stute Hibana ab. “Ich kann leider nicht. Hunter kommt heute vorbei und ich möchte ihn mit einem Abendessen überraschen.” antwortete ich ehrlich und streichelte der Stute den Hals.
      “Da freut er sich bestimmt! Mensch… ich finde es schade das er alles auf Eis gelegt hat.” Ich stimmte ihr zu. Auch wenn ich hinter ihm stand, machte ich mir Sorgen wie es weitergehen würde. Ich blieb noch ein paar Stunden im Stall und half Erin dabei die Pferde für die Koppel fertig zu machen, bevor ich mir eine Einkaufsliste schrieb und in die Stadt fuhr um alles für das Essen zu besorgen. Die kommenden Wochen waren bereits gut durchgeplant. Am meisten freute ich mich auf einen Dressurlehrgang, den ich für mich und Bear Brooks Denahi gebucht hatte.



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  • Album:
    Gnadenweide
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    adoptedfox
    Datum:
    10 Juli 2018
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    Stute
    Sympathy of the Devil | englisches Vollblut | 16. Juni 2011
    Stockmaß: 1.62cm
    Gewicht: 433.00kg
    Fellfarbe: Blue Roan Tobiano



    • Abstammung •
    Von Valentine's Cantastor
    Von Cataract Aus der Belinda

    Aus der Devil's Wife
    Von Devil inside you Aus der Wife of Hell



    • Charakter •
    eigenwillig | frech | willensstark |launisch

    Sympathy ist eine attraktive Stute mit toller Farbe und Rennleistung. Sie ist charakterlich vielseitig und kann ziemlich launisch sein. Sie ist nicht ängstlich, sondern eher auf der frechen Seite und weiss sich bei Reitanfängern durchzusetzen. Manchmal kommt es einem so vor, als treibe sie absichtlich Schabernack und geniesse es auch noch. Vielleicht liegt es aber auch nur an ihren eisblauen Augen, dass man dazu neigt, ihr solch menschliche Züge zuzuschreiben. Auf der Weide ist sie sehr dominant und befindet sich meist in der Position der Leitstute.



    • Qualifizierungen & Erfolge •
    Fohlen ABC ✔ | Eingeritten ✔ | Eingefahren x

    ● Schleifenaufstieg
    Trainingsaufstieg Potential
    Springen E A L M S S* S** S***
    Stilspringen & Zeitspringen: E A A* A** L M M* M** S S* S** S*** S**** S*****

    Military E A L M S S* S** S***
    Geländestrecke: CIC/CCI* CIC/CCI** CIC/CCI*** CIC/CCI****

    Galopprennen E A L M S S* S** S***
    Ausgleichsrennen|Hindernisrennen: AIV AIII AII AI | AU AM AG

    Distanz E A L M S S* S** S***
    Distanzritte: EL EVG1 EVG2 EVG3 EVG4 CEN* CEN** CEN***


    Offiziell
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    Inoffiziell
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    2. Platz PFS Christmas Cup

    Zuchtverband
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    GHP - Prüfungen + Reiterspiele
    -

    Abstammung: 3
    Schleifen: 7
    HS: 0
    TA:
    0
    Trainer: 7
    Zubehör: 0

    Gesamt: 17



    Zuchtinformationen
    Zur Zucht zugelassen: ja
    Eingetragene Zucht: von Landsberg
    Züchter/Herkunft: PFS' Pineforest Stable


    Nachkommen
    3/5
    Light up Hell, Subsyndromal Symptomatic Depression, PFS' Simply Priceless (mit Leihmutter)

    Besitzer: adoptedfox (Käthe von Landsberg)
    VKR/Ersteller: Occulta



    • Gesundheitszustand •
    Letzter Tierarztbesuch: -
    Chronische Krankheit/en: -
    Erbkrankheit/en: -


    Letzter Hufschmiedbesuch: -
    Hufkrankheit/en: keine
    Sonstige Unterlagen
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