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Jackie

♂ Pünktchen | Knabstrupper | gekört

♂ Pünktchen | Knabstrupper | gekört
Jackie, 13 Aug. 2016
Dir und Muemmi gefällt das.
    • Jackie
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      05. Juli 2015 - Eine alte Liebe
      5686 Zeichen © Vhioti

      Eine alte Liebe

      Mit einem Seufzer landete der Inhalt der Schubkarre auf dem Misthaufen. Auf Morvern herrschten dezente 19 Grad – in Deutschland bruzzelten die Menschen bei über 27, wie mir mein Handy sagte. Clarence schuftete ebenso sehr wie ich. Der Stall wurde frisch ausgemistet und jetzt wieder eingestreut. Wenigstens konnten die Pferde ihre Zeit auf der Weide genießen. Es war Zeit für eine kleine Pause. "Clarence!", rief ich einmal. "Clarence!", schrie ich erneut. Immer noch keine Antwort. Ich wischte mir den Schweiß vom Gesicht, krempelte die Ärmel hoch und zog die Schubkarre wieder in die Stallungen. Das Bild, das mich dort erwartete, war einfach nur herzzereißend. Grace hatte ihn um ihre Hufe gewickelt. Der angehende Trainer hatte seinen Kopf an ihren Hals gelegt und strich über ihren Rücken und Bauch. "Wenn du ne Pause willst – ich mach Eistee!" Damit stiefelte ich in das Hauptgebäude. In der Küche stand noch ein halber Krug Eistee, tja, musste ich noch einen neuen machen. Ich war dabei, Zitronen auszupressen, als Clark mit seinem Zeigefinger gegen den Türrahmen klopfte. "Dein Laptop.", sagte er kurz angebunden und schob sich an mir vorbei. Hatte ich eine Nachricht gekriegt? Aufträge hatten wir genug, jetzt wollte ich davon nichts mehr hören. Trotzdem ging ich in die Stube. Auf der Theke neben der Kaffeemaschine – würg – lag mein Laptop. Tatsächlich: ein LED Lämpchen blinkte munter wie ein Christbaumschmuck. Ich klickte auf das Newsfeedfenster und erstarrte.

      16 Jähriger Knabstrupperhengst mit Erfahrungen in der Hippotherapie, Dressur und dem Voltigieren zu verkaufen. - Hof Feuler, Deutschland, Marl

      Pünktchen?! Mein Pünktchen? Sofort schnappte ich mir meinen tragbaren PC, legte ihn auf meine Oberschenkel und grübelte nach. In naher Zukunft sollte eine Zuchtstute für Aldaire eintreffen. Nun ja, ebenso wenig wie er war sie gekört, aber ich wollte meine Zucht beginnen. Aber ich konnte Pünktchen nicht im Stich lassen. Vor acht Jahren habe ich auf ihm die richtigen Reiterfahrungen gemacht. Reiten gelernt hatte ich auf zwei sehr braven Pferden, aber der Hengst hatte Manieren wie kein anderer. Bissig, schnippisch, aber doch loyal, wenn er einen lange kannte. Leider, als ich nach Schottland zog, nun ja, schon ein Jahr davor, ehrlich gesagt, musste ich ihn auf dem besagten Hof zurücklassen. Dort hatte er mir gute Dienste geleistet. "CLARENCE!" Man hörte ein Poltern, dann trat der Mann neben mich und lugte über meine Schulter. "Moment, ist das nicht...?" "Genau. Mein kleiner Assi.", ich seufzte einmal dramatisch. Wie oft hatte sich der Walise die Geschichten und die Bilder antun müssen? Zu oft. "Willst du ihn holen?" "Klar! Ich kenn die meisten Lehrer, Therapeuten und Helfer persönlich, ganz zu schweigen von der Chefin dort.", erwiderte ich und scheuchte ihn in den Stall. "Ich bin in einigen Tagen wieder hier. Mit dem feinen Herr. Richte eine Box her, bitte. Und kauf doch diese Kräuterleckerchen. Bitte."

      *

      Weizenfelder, rote Stippen in hellen Landschaften, ein Trecker brauste an mir vorbei, Erde wirbelte hoch. Die altbekannte Allee aus Buchen führte an der Landstraße bis zu der kleinen Feldstraße, an dem der Milchbauer und der Hof lagen. Die Weiden, auf denen derzeit keine Pferde grasten, waren noch grün. Es war kurz vor vier, Therapiestunden gab es en masse. Ich hielt meinen Wagen auf dem geteerten Parkplatz und sog die altbekannte Luft ein. Vom Parkplatz aus ging ich auf den kleinen Hof. Das Bistro, in dem auch das Büro der Chefin lag, war gut besucht von Patienten. Der offene Eingang der Putzgasse zeigte zwei mir bekannte Haflinger. Urgestein. "Ramona!", glücklich umarmte ich die Helferin, die gerade Montana, meine erste Pferdeliebe, absattelte. "Catalina! Wow, du hast dich ganz schön gemacht! Du willst zu Pünktchen, richtig?", fragte sie und lächelte. Ich nickte eifrig. Sie zeigte auf eine der Privatboxen. Nervös huschte ich über den Gang, wich einer Katze aus und stand dann vor den Einstellerpferden und meinem Assi. Der schien total desinteressiert zu sein. Dann, als ich meinen Finger gen Ohr hob, schüttelte er den Kopf und flemmte. Ich zückte eine Möhre, und übereifrig raspelte er sie weg. Dabei knabberte er auch meine Finger an. Grinsend kraulte ich ihn. Seine Nüstern waren total verdreckt. "Ach Gott, lang ist's her! Catalina, wie schön dich zu sehen!", meine Reitlehrerin von damals grüßte mich freundlich. "Hallo! Ich habe gehört, dass Pünktchen zu Verkauf steht..." "...und du wolltest ihn haben, richtig? Nun, wenn du möchtest...", ein nettes und gleichzeitig schelmisches Lächeln lag auf ihren Lippen.

      *

      Der nicht umgängliche Hengst wehrte sich, aus dem Hänger zu gehen. Komisch, erst wollte er nicht rein, und jetzt nicht raus. Diese typische Badewannensituation. Total typisch. Jetzt aber stellte er sich quer, pflanzte einen Huf auf meinen Schuh und wieherte kehlig. Clark trat aus dem Stall heraus. Doch Pünktchen zeigte nur wieder seine Zähne. "Ich bring ihn in seine Box." Seine wichtigsten Besitztümer, Putzzeug, Trense, Halfter und Strick, Gamaschen, seine Heilsalbe und der Sattel, wurden von Clark in die Kammer gebracht. Da dem Hengst schnell langweilig wurde, war ich ja froh, dass ein kleiner Plastikball von der Wand der Box hing. Pünktchen entwandt sich aus seinem Halfter und machte sich direkt über das Müsli her. Ich machte mir schnell Notizen, Hufschmied und Tierarzt zu holen, damit er durchgecheckt werden könnte. Mit einem letzten liebevollen Blick verabschiedete ich mich von meiner alten Liebe, die ich so sehr vermisst hatte, dass es mir nicht aufgefallen war, wie er ein noch nie da gewesenes Loch in meinem Herz gefüllt hatte. Eine sehr schöne Zeit brach nun an.
    • Jackie
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      11. Juli 2015 - Dressurtraining E-A
      3447 Zeichen © Vhioti

      Es war mal Zeit, die eigenen Pferde zu trainieren. Neben dem Riesenauftrag von Joyce wollten doch auch meine Tiere gefördert werden. Und dabei fing ich mit Onkelchen an. Der eigensinnige Hengst stand in seiner Box. Nach einer eindeutigen Klopperei mit Dorn wurden die beiden in eine Ecke – pardon, Box – gestellt. Dorn hatte dem Tigerschecken gehörig die Leviten gelesen. Onkelchen stand in einer Ecke und kratzte sich am Bein. Ich holte ihn aus seiner Box und band ihn an. Sofort stellte er sich an die Wand. Ich schob ihn zur Seite und inspizierte dann den Kratzer an seiner Schulter. Es war nur oberflächlicher Natur, was ein Glück. Trotzdem schmierte ich ihm das Kühlgel über die Haut – er zuckte nur und schnaubte – dann sattelte ich ihn auf. Er war nicht sehr dreckig und musste nur kurz an den Fesseln geputzt werden. Mit angelegten Ohren wich er meiner prüfenden Hand aus, als ich die Schabracke richtig zupfte und dann seine Flanke klopfte. Auch beim Trensen zog er wieder den Kopf hoch. "Onkel, nein!", ich zeigte ihm drohend den Finger. Der Hengst wusste, was ihm sonst blüte und ließ sich ohne weiteres Murren fertig machen.

      In der Halle saß ich direkt an der Bande auf. Es war ein schönes Gefühl, auf meinem Onkelchen zu reiten. Es war etwas merkwürdig, den widerspenstigen Herren zu reiten, aber es machte umso mehr Spaß, mit ihm jetzt einfach nur durch die Halle zu pesen. Denn der ältere Hengst hatte einen schönen schwungvollen Galopp, der in den Kurven nicht zu unterschätzen war. Wie oft hatten wir uns in die Bande geknatscht, weil er mal nicht ruhiger gehen wollte? Sobald Pünktchen jetzt aber ruhiger galoppierte, konnten wir mit dem Training beginnen. Doch erst ertönte ein "Tür frei?" und das Holztor quietschte etwas. Sobald wir außer Reichweite waren, rief ich "Ist frei!" zurück. Clark ritt auf Numidia in die Halle. Es folge ein Anstubsen der beiden, da sie sich noch nie kennen gelernt haben. Hingegen meiner Meinung, es wäre keine gute Idee, rügte sich Pünktchen nur. "Wie lange bleibst du noch hier?" Die Frage war berechtigt. In wenigen Wochen musste er wieder ins Seminar nach Edinburgh. "Eine Woche." "Also kannst du mir noch bei Pendragon und Dorn helfen. Und bei Valentin." Ich hatte meinen Pferdebestand gekürzt. Aber der neue Ponyhengst war trotzdem hier untergekommen. "Genau. Ich bleibe eine Woche weg, dann komme ich wieder."

      Das gemeisame Training gestaltete sich als etwas schwieriger, als erwartet. Denn die sanfte Numidia schaffte die Biegungen und Figuren besser als Pünktchen. Naja, eigentlich lief er als Schulpferd auf M-Niveau, aber das galt hier leider nicht. Denn Pünktchen hatte nur Augen für die Braune. Auch Clark bemerkte es. Nach einem Zirkel ritt er neben mir auf dem zweiten Hufschlag. "Glaubst du, man-?" "Nein. Bitte kein Berber-Knabstrupper-Mix. Ich will nicht, dass das Fohlen die Marotten vom Pünktchen kriegt." Insgeheim hatte ich mir schon so was überlegt, aber ob das eine gute Idee war? Ich wusste es nicht. Pünktchen und Numidia trabten beide synchron an. Clark bog aber dann auf die Mittellinie ab, und ich übte weiterhin mit dem Hengst Schritt-/Trabübergänge. Denn die waren immer noch nicht so seins – oder auch meins. Der Hengst hatte halt einen anderen Trabrhythmus als die meisten anderen Schlafmützen. Nichtsdestoweniger hielten wir nun an verschiedenen Markierungen an der Bande. Währenddessen saß Clark ab. Wir drehten noch zwei Runden, dann waren auch wir heute fertig.
    • Jackie
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      19. Juli 2015 - Hufschmiedbesuch
      1910 Zeichen © Sosox3

      Mein neuster Auftrag flog mir beim Durchblättern einer Zeitung entgegen und kam von Catalina und ihren beiden Hengsten Dorn und Pünktchen, welche beide die Hufe kontrolliert bekommen sollten und Pünktchen sollte die Hufe noch geraspelt bekommen. Der Weg nach Movern Castle war schon ein wenig weit, doch es war schön dort und ich konnte Catalina verstehen weshalb sie dort wohnte.
      Ich stieg aus meinem Auto und nahm mir meine Raspel und das Hufmesser mit für Pünktchen.

      Dorn war der erste für den ich mich entschied und merkte gleich das er eine harte Nuss war. Erst wollte er nicht aus der Box, dann stemmte er die Hufe in den Boden, doch als es dann doch ging, säuberte ich erst einmal die Hufe und sah nach den Trachten und dem Strahl, welcher deutlich hervorging. Dann ging ich die Hufe ab, ob er eine Fehlstellung hatte. Hatte er aber nicht und dann war ich nach ein paar Minuten fertig. Die Hufe hatten eine gute Länge und auch sonst waren sie in einer guten Verfassung. Hinten gab er die Hufe noch weniger und ich musste ihn regelrecht bitten, bis ich diese kontrollieren durfte.
      Dorn wurde weggestellt und Pünktchen war der nächste. „Er ist manchmal ein kleiner Assi“, sagte mir Catalina mit einem Grinsen im Gesicht und hielt den Tigerschecken fest in der Hand. Zuerst kratzte ich ordentlich die Hufe aus, dann schaute ich mir seine Hufe an. Hinten schien er sich innen die Hufe mehr abzulaufen als Außen, also schnitt ich ihm Außen mehr aus und Innen ließ ich sie wie sie waren. Dann raspelte ich die Hufe von den Vorderhufen an zu den Hinterhufen gerade ehe ich mich an das Pfeilen wagte. „So asozial benimmt er sich doch gar nicht“, lachte ich kurz und Catalina sah mich kurz an. „Gegenüber dir vielleicht hahahah.“ Während dem Arbeiten unterhielten wir uns ehe ich dann auch fertig war. Catalina würde mir im Gegenzug zwei Pferde trainieren und so hatten wir uns noch auf einen Kaffee geeinigt.
    • Jackie
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      16. August 2015 - Dressurtraining A-L
      4687 Zeichen © Vhioti

      Was die Leute nicht wissen...


      Der dritte und damit letzte Hänger fuhr vom Hof herunter. Mit einem bitteren Lächeln schaute ich dieses Mal Dorn hinterher. Wolf hatte den Hengst gekauft. Jetzt besaß ich nur noch 13 Pferde. Wobei auch das schon eine Menge war. Meine kleine DRP-Zucht nahm langsam Form an. Mit den zwei Berbern würde es noch etwas dauern. Clark war noch nicht angekommen. Sein letztes Seminar für dieses Jahr war vorbei; das hatte er bei Verena in Kanada abgehalten, und ich hoffte, dass er viel gelernt hatte.


      Der Wecker riss mich brutalst aus einem abartig merkwürdigen Traum heraus, der eine Mischung aus Pferderennen, blutigen Pfeilen und eisblauen Augen war. Und ein Vampirminion, dass schreiend durch die Gegend lief und dann mit einem Baum Bekanntschaft machte. Das war so abstrakt, dass ich einen Moment brauchte, um in die Realität zu gelangen, und schrieb dann meine Erlebnisse dieses (Alb-)Traumes auf einen Block. Da konnte bei mir doch irgendetwas nicht stimmen. Seit gestern war vieles passiert. Ich hatte mich größtenteils aus dem Trainerleben verabschiedet. Ich war einfach zu erschöpft, durch die Welt zu reisen, und das Geld floß praktisch durch meine Hände. Denn mein Knuddelschaf war wieder krank. Beziehungsweise ich vermutete es. Eine Tierärztin aus der nächsten Ortschaft stellte bei ihm Kehlkopfpfeifen und Verdacht auf das Wobbler-Syndrom fest. Doch daran wollte ich nun nicht denken, als ich frisch angezogen und mit halbvollem Magen direkt in den Stall ging. Sämtliche Hengste – außer natürlich Pünktchen – kamen auf ihre Weide, die Stuten bekamen auch ihre morgendliche Weidezeit. Berry musste sich noch ein wenig gedulden. Der kleine Junghengst war das einzige Fohlen derzeit. Denn Tomenko war an Joyce gegangen, Delyx wurde auch an Wolf verkauft, und Tigrotto zog nun zu den ausgewachsenen Stuten. Räusper. Mit Berry im Schlepptau ging ich nun zu dem separaten Teil des Stalles. Drei Boxen Lücke mussten reichen, noch dazu lag die Box meines Sorgenkindes um die Ecke. Ich band das heute aufgedrehte Fohlen an einer Boxtür fest, die außerhalb der Reichweite von Benny lag, und ging mit besorgtem Lächeln auf das pfeifende Kaltblut hin. Wäre er nicht so krank, könnte er jetzt auch auf der Weide stehen – Pünktchen war ja auch 16 Jahre alt – aber mit seinem Krankheitsbild wollte ich das nicht verantworten. Zaghaft stellte ich ihn im Stroh gerade hin, und schaute mir seinen Hals- und Rückenbereich an. Wenn man mit der Hand langsam über den Rücken strich – dort, wo bei Fjordis zumeist der Aalstrich lag -, spürte man wie sich die Halswirbel etwas 'verrückt' anfühlten. Verrückt im Sinne von nicht an der selben Stelle. Auch beim kurzfristigen Rausstellen hatte er die typischen Symptome gezeigt (Wikipedia war mein bester Freund). Benedick war schon immer etwas langsam und unsicher auf den Beinen, aber er brauchte wirklich lange für einige Meter. Ein Sud aus Kräutern und homöopathischen Mitteln gegen neu auftretende Infektionen wie eine Herpes-Infektion und das Vorbeugen von Schmerzen wurde zum vierten Mal in Folge angereicht. Ich rief Joyce an, um sie zu bitten, mich besuchen zu kommen, und kümmerte mich sogleich um Berry. Babytunte begann heute mit dem Lade- und Lauftraining. Lauftraining deshalb, weil Wild Berry als künftiges Westernpferd ja auch ruhig und gelassen – und vor allem ausdauernd laufen sollte.


      Gemeinsam mit Tigrotto übten wir das Verladen fleißig für eine Stunde. Ich fuhr mit den beiden sogar die Straße rauf und runter. Abgesehen davon, dass sie etwas zerrupft wirkten danach konnten sie sich nun auf der Weide begnügen. Ich rieb an einem Schmutzfleck auf meinen Jodpur herum, und entschied mich dann, mit Numidia weiter zu machen. Denn Aldaire hatte ich gestern bereits trainiert, obwohl er jetzt auch an der Longe laufen durfte. Numidia hingegen war für eine Dressurlektion heute eingetragen. Wobei das bei ihr heute eine Sache war. Sie hatte die Eleganz wohl in ihrer Box gelassen, und schlurfte nur unmütig herum. BeiPendragon sah es in der M-Dressur schon anders aus. Denn der Hengst wirkte heute sehr motiviert und hatte richtig Spaß an den engen und feingelegten Kurven, die wir ritten. Seine Ausbildung zum Turnierpferd war nun fast vollendet. Darauf war ich sehr stolz. Aber ebenso stolz war ich auch auf Monster und Pünktchen die trotz ihres Charakters und ihrer heutigen miesen Stimmung in der L-Dressur glänzten. Wobei das beim Onkelchen auch eine Tatsache war. In der Reitschule hatten wir ja auch schon die M-Dressur angeschnitten. Bei Corry war es dann doch etwas anders. Munter fuhren wir den lieben langen – oder auch halblangen – Tag durch die Gegend. Und machten dann Schluss für heute.
    • Jackie
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      18. September 2015 - Tierarztbesuch
      2161 Zeichen © Elsaria

      Kaum waren wir in Craignure angekommen klingelte mein Handy. „ Hallo Chef, ihr müsst wieder nach England, Behandlung von Bisswunden, Alina bringt euch den frischen Arztkoffer!“ Da zoey morgen Prüfung hatte schickte ich sie nachhause und flog alleine nach England. Genauer gesagt nach Cambridge.

      Nach ein Einhalbstunden fahrt kam ich nun auf der Akademie of Cambridge an und sah schon einen Knappstrupper am anbinde platz stehen und daneben eine besorgte Auftraggeberin. „ Hallo! Entschuldigung die Verspätung hatte etwas Stau!“ entschuldigte ich mich für mein verspäten. „ Hi, das ist Pünktchen, ich komme gerade aus dem Urlaub zurück und fand ihn so vor! Ich weiß nicht was passiert war und warum man keinen Tierarzt angerufen hatte. Ich hoffe es ist nicht so schlimm wie es aussieht!“. Ich sah mir den Hengst genau an. Pünktchen wies zwei Bisswunden auf eine an der Kruppe und die andere im unteren Hals an dem Rumpf. Diese wunden waren bereits entzündet da noch Dreck drinnen klebte. Es war kein Wildangriff, das konnte ich feststellen, da wäre die wunden tiefer zerfetzter und vor allem mehr aufzuweisen als Pünktchen es hatte. „ Ich vermute mal das er mit einem anderen Hengst zusammengestoßen war! Ich muss die wunden erstmals säubern und dann geb ich noch eine entzündungshemmende Salbe die täglich drauf geschmiert werden muss nachdem die wunden gesäubert wurden. Crucura basic ist eine wunderbare salbe. Mit einer Jodlösung wusch ich die wunden aus, ganz vorsichtig. Catalina beruhigte den Hengsten. Nachdem die Wunden sauber sind schmierte ich die salbe rauf. „ Zuerst müssen wir die Entzündungen wegbekommen, und wenn die wunden bis dahin nicht selbst verheilt sind muss ich diese nähen. Ich denke in 5-10 Tagen sollte die Entzündung überstanden sein. Da einfach nochmal nach kontrollieren lassen und dann kann nichts mehr im Wege stehen. In den nächsten Tagen leichte Arbeit. Und gründlichst und vor allem penibel die wunden säubern und verarzten. Erklärte ich der Besitzerin. Pünktchen machte sonst einen fitten Eindruck und ich war mir sicher er hat die ganze Angelegenheit schon längst vergessen.
    • Jackie
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      16. Oktober 2015 - Little Miss Universe vs. Toretto Hill
      12.141 Zeichen © Vhioti

      Little Miss Universe versus Toretto Hill

      Es war kurz nach sechs Uhr. Frisch angezogen war ich gewappnet für den heutigen Tag. Aus der Küche entstieg ein himmlischer Duft, eine Kombination aus gebratenem Speck und Quittenmarmelade. Maxine, die stets gut gelaunte Köchin und Reiterin, hatte ein Frühstück daher gezaubert, dass einem Königsmahl gleichte.

      Die Olsens lebten nun seit drei Monaten hier. Fast zeitgleich war auch Clark ausgezogen. Es gab noch sehr viele Veränderungen und Schicksalsschläge. Benedick war seinem hohen Alter und den Auswirkungen seiner Kolik erlegen, und auch Fire's Grace hatte das Zeitliche gesegnet. Äußerst betrübt hatte ich fast alle Pflichten vernachlässigt, bis Danielle ordentlich auf den Putz gehauen hatte.
      Maxine und August waren die Oberhäupter der Olsens. Die beiden waren äußerst liebenswürdig, flexibel, hatten aber auch ihren eigenen Kopf. Während August sich auf die Berber fixierte, wollte Maxine sich einfach um alle Pferde kümmern. Collin und Danielle waren noch Schüler. Collin hatte Interesse am Westernreiten, Danielle wollte mir unbedingt meine DRPs abluchsen. Kein Wunder; Arcany und Pendragon haben es ihr angetan. Nur von dem sieben Jahre alten Mick konnte man nichts erwarten. Die Pferde waren einfach zu groß.

      Schon um sieben Uhr standen alle auf ihren zugehörigen Weiden. Collin und August wurden mit der unseligen Aufgabe beauftragt, die Boxen sowie den Stalltrakt zu putzen. Maxine kümmerte sich um die Futter- und die Sattelkammern. Und währenddessen packte ich mit Danielle eine Tasche für das Wochenende. In der Nähe gab es eine Ausstellung einer für mich sehr interessanten Ponyrasse. Pony of the Americas hieß die noch junge Rasse. Danielle, Maxine, Mick und ich wollten daher nach Cardiff fahren. Gut, Cardiff war nicht unbedingt 'in der Nähe', aber nach Amerika fliegen? Kam für mich nicht in Frage.
      „Kann ich dann ein Pony kriegen?“ Dani schwärmte seit Tagen von der sehr hübschen und vielfältigen Rasse. Mit einem kleinen Lachen zuckte ich mit den Schultern. „Wenn du dann das Futter und den Tierarzt selber bezahlst, werde ich sehen, was sich machen lässt.“ Ihre grauen Augen strahlten förmlich, als sie von ihrem zukünftigen POA träumte und sich ausmalte, mit ihm (oder ihr?) Turniere zu gewinnen.

      Tigrotto und Mick waren ein Traumpaar. Zu schade, dass der Junge irgendwie Angst vor ihr hatte. Aber wie er auf ihr ritt war einfach nur göttlich. Wie ein zu klein geratener Prinz saß er auf dem Longierpad und hielt sich an dem -gurt fest. August strahlte, als er mit der Stute und seinem Jüngsten im Schlepptau über den Platz stoppelte. „Oh nein, ich glaube, so wird das nichts.“, gibbelte Maxine. Die Französin aus Lyon hielt sich den Bauch und schaute teils verwundert, teils bewundernd ihren Sohn an, der mit einem glücklichen Lachen auf der AMH-Stute herumhüpfte. „Aber so kann Tigrotto sich an das Gewicht von Kindern gewöhnen.“ „Aber nicht mit Mick!“, gestand Collin sich ein. Der war etwas verstroht und hustete. Brüderlich legte er einen Arm auf Danis Schulter, die diesen sofort herunterschob. „So, wenn Tigrotto bewegt wird, möchte ich mit Danielle gerne die Ponys unterhalten. Collin kann auf Corry ein bisschen Dressurarbeit leisten und Maxine-“ Maxine wusste Bescheid. Die Dame kam mit Pünktchen und Pashmina gut klar.
      Danielle und ich machten Arcany und Steelheart für einen kleinen Ausritt in die Wälder bereit. Die Füchsinnen verstanden sich prächtig. Während des Sattelns unterhielten sie sich lautstark und stubsten sich an. „Worauf musst du achten, wenn du mit Steel arbeitest?“ „Konkretes und langsames Befehlegeben. Es lieber ruhiger angehen lassen, damit sich keiner überanstrengt.“, berichtete sie und band ihre langen Haare geschickt zusammen. Manchmal konnte man regelrecht auf die 15jährige eifersüchtig sein. Nicht nur auf ihr Haar, sondern auch auf ihre Naivität, die sie doch häufig an den Tag legte. Wie zum Beispiel vor einer Woche, als sie achtkantig von Pünktchen abgeworfen wurde. Der gute Herr ließ sich von nicht jedem unterbuttern. Die beiden Ponystuten hingegen waren brav wie Lämmer, als wir im Trab an die viereinviertel Kilometer hinter uns brachten und gelegentlich für Fotos anhielten.
      „So, und jetzt?“ Ich nahm mich der beiden Stuten an und schickte Dani los zu Pendragon. Gemeinsam mit Collin auf Corry Cracker gab ich ihnen eine kleine Reitstunde. Corry wirkte sehr ehrgeizig, seinen Mitstreiter zu übertrumpfen. Das artete etwas aus, sodass ich wohl oder übel mit ihm über den Platz ging, Seite an Seite. „Wenn er sowas noch mal abzieht greifst du die Zügel auf und treibst ihn voran, verstanden?“, rief ich Collin zu, der mit angestrengtem Gesichtsausdruck nickte und dann verbissen dreinblickte. Die restliche Stunde verlief sehr gut, auch der Galopp saß wie angegossen. Auch wenn Collin ein wenig im Sattel hüpfte...
      Monster Delusion durfte nur leicht vom Boden aus bewegt werden. Seine Fesseln waren dick und glühten wie Feuer. Doch nach einer halben Stunde vermehrt im Schritt konnte er im Trainingsstall seine Box mit Paddock beziehen. Direkt neben Pünktchen. Der hübsche Knabstrupper hatte erste Erfolge in der Dressur und auch auf Turnieren erlangt und bewies Köpfchen, wenn es um das Abluchsen von Naschereien ging. Leider bekam ich in der letzten Zeit häufiger Anfragen, den Hengst zu verkaufen. Zuerst war ich entrüstet, doch nach und nach schickte ich einfach eine simple Ablehnung, niemals würde ich den Onkel verkaufen wollen! Onkelchen triezte mich gerade. Für ihn ging es auf das Wasserlaufband. Nachdem er sich aus unerfindlichen Gründen die Fesselgelenke aufgekratzt hatte – die Weide war giftpflanzen- und distelfrei, sorgte die therapeutische Maßnahme für eine Leistungssteigerung. Er wirkte allgemein fitter und schien Spaß am Laufen im nassen Element zu haben, auch wenn ich das Gefühl hatte, dass er immer noch angeschlagen war.
      Pashmina stieg konzentriert über einige Stoffstangen. Genauso konzentriert blicke Maxine drein, als diese das Berberfohlen über die Hindernisse geleitete, manchmal das Stutfohlen antrieb oder lenkte. „Und?“, mit den Armen verschränkt auf der Bande, wollte ich die alles entscheidende Antwort haben. „Nö. Bei mir klappts auch nicht so ganz.“, erwiderte die Französin. Schade, dass Pasha keine Seelenverwandte in ihr gefunden hatte. In wem könnte der passende Reiter für das Fohlen stecken? Das plagte mir so manche Bauchschmerzen. „Kannst du mir dann noch bei Daryl helfen?“

      Passend zum Start der sechsten Staffel The Walking Dead vergangenen Montag hatte der Vollbluthengst benannt nach einem der Hauptdarsteller sich doch noch an mich und August gewöhnt. Daryl sorgte auch so schon genug für Aufregung. Er ließ sich mittlerweile auch reiten – ohne Gerte oder andere Pferde in der näheren Umgebung, aber es klappte immerhin. Einen passenden Sattel gab es für den feinen Herren nicht. Ein Reitpad und ein modifiziertes gebissloses Zaumzeug taten es aber, und man konnte an der Vertrauensbasis anfangen. Die bestand hauptsächlich aus ganzen Runden und einigen Zirkeln. Zu viel Einwirkung auf das Maul fand er nämlich auch nicht so töfte; der Kopf wurde hoch gerissen und man blieb direkt stehen und verweigerte jegliches Weitergehen. Doch mit gutem Zureden und Pfefferminze schaffte man es bei ihm eine vernünftige und sogar ansehbare Runde im Trab hervorzuzaubern.

      Genauso zauberhaft war das Zusammenspiel zwischen Aldaire und seinem weiblichen Partner in Crime Numidia – ein Herz und eine Seele. Die beiden schmusten am Putzplatz miteinander herum, umgarnten sich und brummelten sich verliebt an. Aus den beiden würden wunderbare Fohlen entspringen, mit genauso sahnebonbonfarbenen Augen und dem verträumten Blick. Im Round Pen an der Doppellonge zeigten sie, aus was für einem Holz sie geschnitzt waren. Was Holz angeht kenne ich mich ja nicht aus, aber bei ihnen war es etwas Edles, Standhaftes und Biegsames. So etwas wie Bambus, nur nicht...in..grün...Der raumgreifende Trab und die schwungvollen Bewegungen wahrten das Antlitz meines stolzen Paares, und jetzt verstand ich, warum diese Rasse mit den Arabischen Vollblütern gekreuzt wurden, um neue, genauso edle Rassen hervorzubringen. Als sie angaloppierten, stürmten sie praktisch durch den Sand, als wären sie in ihrem Heimatland Marokko und nicht in England, wo die feine britische Art existierte. Mehr als nur zufrieden mit der Leistung meiner Pferde gab ich dem inneren Druck nach, mit der Tasche zum Auto zu gehen. Ein finaler Abschiedsgruß und -kuss von meinen Schätzen – und ab ging es nach Cardiff!

      European Ponys Of The Americas Association – Cardiff 12th to 15th October 2015

      Mehrere der rot-weiß gefärbten Banner mit der schwarzen Aufschrift wiesen uns auf dem Eventgelände den Weg. Mit unseren Weekcards hatten wir Zugang zu sämtlichen Shows und Vorstellungen. Auch an einigen Auktionen und Verkäufen konnten wir teilnehmen. Danielle und Mick machten sich zu den Kinderaktionne auf, während Maxine und ich uns die Informationsstände unter die Lupe nahmen.

      Mit einer erfolgreichen Züchterin aus Texas geriet ich in ein sehr schönes Gespräch über den Nutzen von POA's. „Mir ist es bei ihnen nicht unbedingt um das Fell wichtig. Klar, die permanent papers sind ein Muss, aber ich weiß nicht, wie groß die Kriebelmückenpopulation bei uns ist.“, erklärte ich der Züchterin. „In England, Richtung Küste hin ist die Wahrscheinlichkeit eher gering. Hier im Inland würde ich nicht unbedingt halten wollen.“ Die Frau erzählte uns von der Plage aus 2013, in der sie fast zehn Tiere einschläfern lassen mussten. Zwar reagierten sie nur allergisch, aber ihre Jungstuten hatten einen allergischen Schock erlitten, der sie für die Zucht und die Nutzung als Reitponys unnütz machte. Es klang brutal, aber das Geschäft mit und um das Pferd war in Amerika und England so brandaktuell wie das Flüchtlingsdilemma in Deutschland, Österreich und Co. „Es ist halt leider so, dass hier in England kein Verband für unsere Ponys existiert. Registrierte Tiere gibt es leider keine.“, sagte die Frau mit traurigem Lächeln. Registriert bedeutete prämiert oder gekört, und 'normale' Ponys gab es nur an die zwanzig. Schließlich musste jedes eingebrachte Tier von einem fremden Kontinent eingetragen werden. „Ich will Sie nicht bedrängen, die Zucht hier zu mobilisieren, aber bedenken Sie nur: in Deutschland gibt es 350 Ponys of the Americas! Und alle im Zuchtverband, das ist eine der höchsten nicht amerikanischen Zahlen weltweit!“, sie grinste triumphal. Ich lächelte eher bedeckt, als sie mir weitere Zahlen und Fakten vorlegte und dann noch auf ihre Verkaufsaktion heute Nachmittag hinwies. Ich bedankte mich, aber insgeheim überlegte ich es mir doch noch drölfmal, dort wirklich ein oder zwei Ponys zu erstehen.

      „Guck mal, die Fohlen!“ Wie Kinder zur Weihnachtszeit strahlten Mick und Dani. Und wirklich; die Fohlen, die auf ihrer kleinen Weide standen und toll herumspielten wollte ich mich am liebsten dem Drang hingeben mich zu ihnen zu setzen und sie zu knuddeln. Unauffällig beugte ich mich zu Maxine vor und wisperte ihr ins Ohr: „Ich denke, so ein Pärchen wäre doch gar nicht so schlecht, oder?“, doch die machte nur schnell pschhh!

      „Wirklich?!“ Mick gab Dani ein Babyhighfive und lachte glücklich. „Oh je, was habe ich nur angestellt?“, fragte ich hypothetisch, als die Kinder mich von einem Halter zum nächsten zogen, auf der Suche nach dem perfekten Paar.
      *
      „Little Miss Universe!“ - „Nein, Toretto Hill!“ „LITTLE MISS UNIVERSE!“ „NEIN, TORETT-“ Rasch mutete ich die Kinder mit einer Hand auf ihren Mündern. „Ruhe! Die Armen sind doch schon total verängstigt!“ Das war eine Lüge. Die beiden Kinder fanden die beiden Ponys total spannend. Little Miss Universe, eine braune Stute mit Spotted Blanket hatte einen sehr lieben, schüchternen Blick drauf, der zusammen mit Toretto Hill, einem Grauschecken, einfach nur wundervoll aussah. Toretto wirke schon eher wie ein wacher und neugieriger Hengst, der ohne Scheu von Mick gekrault wurde.

      Später, am Ende des Tages, ließ ich mir heimlich die Nummer der Besitzerin geben, um über das Paar zu verhandeln.
    • Jackie
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      25. Dezember 2015 - Zu Besuch bei Pünktchen
      3256 Zeichen © Ranjit

      Mein Besuch bei Catalina und Pünktchen

      Gespannt stieg ich aus meinem Auto. Catalina hatte mich gefragt, ob ich mich heute um ihren Hengst Pünktchen kümmern konnte und ich hatte eingewilligt. Etwas mulmig war mir schon zumute, da der Hengst so seine Marotten hatte. Catalina hatte mir schon am Telefon etwas über den Hengst erzählt. Tief Luft holend machte ich mich nun auf den Weg zu dem Stallgebäude und suchte dort die Sattelkammer auf. Ich schnappte mir sein Halfter, Führstrick und seine Putzbox und machte mich dann auf die Suche nach seiner Box. Als ich diese gefunden hatte, stellte ich die Putzbox ab. "Du schaffst das", redete ich mir gut zu. Ich öffnete die Boxentür und hielt das Halfter, mit befestigtem Führstrick bereit. Ich beobachtete ihn haargenau, legte ihm schnell das Halfter an und wollte loslaufen. Doch weit kam ich nicht, denn anscheinend hatte er keine Lust, seine Box zu verlassen. Na prima, das fing ja schon super an, dachte ich mir schmunzelnd. Als ich ihn dann nach mehreren Versuchen endlich soweit hatte, schnappte ich mir die Putzbox und ging in schnellen und zielstrebigen Schritten zum Putzplatz und band ihn dort an. Nun öffnete ich die Putzbox, nahm Striegel und Kardätsche heraus und wollte anfangen ihn zu putzen. "Ist das dein Ernst?", fragte ich ihn erst schockiert, als er sich daran machte, die Putzbox auszuräumen. Ich räumte die Sachen schnell wieder ein und stellte die Putzbox etwas weiter weg. Ich schnappte mir wieder die beiden Bürsten und fing an, den Hengst zu putzen. Schön war er ja, wie Catalina schon erzählt hatte. Was sein Verhalten anging, ging es bisher ja auch noch. Ich legte die Bürsten wieder zurück und nahm nun die mähnenbürste heraus. Mit ihr bürstete ich seinen Schopf und seine Mähne. Zwischendurch tänzelte er immer mal wieder umher, so das es echt schwer war, ihm beim kämmen nicht weh zu tun. Nun war der Schweif an der Reihe. Ihn verlaß ich erst per Hand und kämmte dann noch mal vorsichtig mit der Mähnenbürste hindurch. Puuh, das wäre geschafft. Ich nahm den Hufkratzer heraus und wollte seinen Vorderhuf hochnehmen, aber das wollte er anscheinend nicht. Er entzog mir immer wieder den Fuß, so dass ich kaum an den Huf kam. "So, jetzt reicht es mir", sagte ich und holte schnell einen anderen Führstrick, den ich ums Fesselgelenk legte. Mit dem Führstrick hob ich den Huf hoch und machte mich schnell an die Arbeit. "Na geht doch", sagte ich und machte bei den anderen Hufen auch so weiter. Endlich war er geputzt. Nun holte ich aus der Sattelkammer sein Sattelzeug, sattelte ihn schnell und führte ihn in die Halle. Dort stieg ich auf, ritt eine Runde im Schritt und gurtete anschließend nach. Nachdem ich ihn warm geritten hatte, ließ ich ihn antraben. Wow, unter dem Sattel war er komplett wie ausgewechselt. Nicht mehr der eigensinnige und schelkische Hengst wie am Putzplatz. Nach ein paar Runden im Trab und Galopp, stieg ich wieder ab und brachte ihn wieder zum Putzplatz. Dieses mal stellte er sich zum Glück nicht mehr so an, weswegen ich ihn schnell absatteln und abreiben konnte. Anschließend führte ich ihn wieder zurück in die Box, wo ich ihm ein Leckerlie gab. Ich kehrte noch den Putzplatz und fuhr dann gut gelaunt, aber müde wieder nach Hause.

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      (C) Ranjit
    • Jackie
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      30. Dezember 2015 - Springtraining A-L
      5600 Zeichen © Gwen

      Mein Jahr sollte aufregend enden, denn mein letztes Berittpferd hatte es doch noch einmal in sich. Pünktchen machte seinem Namen alle Ehre, denn er war ein Knabstrupper und dementsprechend von braunen Pünktchen übersäht. Er war ein an sich lieber Kerl und doch hatte seine Besitzerin, Catalina Dixon, lange mit sich gehapert, ob sie ihn zu uns nach Kanada schicken sollte. Pünktchen konnte lieb sein, wenn er wollte und genau da war der Haken.
      Im Umgang war er mehr als kompliziert und das betraf nicht nur den Umgang mit Menschen, sondern auch mit Pferden. Ebenso konnte er gerne mal stur und launisch sein. Bei der Arbeit wiederum war er fleißig und motiviert (meistens), weshalb es oftmals in einer Hassliebe zwischen ihm und seinen Reitern endete. Ich ahnte bereits, dass mir genau das auch noch bevorstehen würde.
      Catalina hatte ihren Hengst begleitet und half mir nun gerade beim Ausladen, während sie mir schon allerhand Tipps und Ratschläge gab, um mit Pünktchen möglichst gut auszukommen – sie hätte darüber ein Buch schreiben können! Dennoch versuchte ich mir möglichst viel einzuprägen und Pünktchen aufmerksam zu mustern, um ihn schon einmal kennenzulernen.
      Bei uns würde der Hengst alleine auf einer Weide stehen und auf dieser durfte er sich nun erst einmal die Beine vertreten, ehe es nach einer Stunde in den Stall ging, als es begann zu dämmern. Nachdem Catalina sich versichert hatte, dass alles bestens war, verabschiedete sie sich und ich war auf mich allein gestellt. Natürlich war ich gespannt auf den Hengst, aber ich hatte auch Respekt vor ihm, aber heute wollte ich ihn sowieso in Ruhe lassen und erst Morgen mit dem Training beginnen.

      Für die ersten zwei Tage hatte ich nur Bodenarbeit eingeplant, um den Hengst kennenzulernen und die Fronten zu klären. Ich würde ihn respektieren, wenn er mir den gleichen Respekt entgegenbrachte. Ich merkte schnell, dass es schwer war, mit Pünktchen auf eine Wellenlänge zu kommen, aber es gelang uns schon jetzt immer öfter.
      Ab dem dritten Tag begann ich dann mit dem Reiten und verstand ziemlich schnell das mit der Hassliebe. Beim Putzen und Satteln war der Tigerschecke unausstehlich und ich hatte selbst als erfahrene Trainerin allerhand zu tun, um meine Nerven zu behalten. Unter dem Sattel sah das dann gänzlich anders aus und er war entspannt und zufrieden.
      Pünktchen arbeitete wunderbar und motiviert mit und ich freute mich, denn es machte Spaß mit dem Kerl! Langsam bauten wir eine Beziehung auf, wenn auch sehr langsam. Sicherlich würde sich Pünktchen nicht vollends an mich gewöhnen, ehe er wieder abreiste, aber wir hatten eine gute Basis für unsere gemeinsame Arbeit.
      Pünktchen sollte im Springen trainiert werden, vom A- auf das L-Niveau. Anscheinend sprang der Hengst auch ganz gerne, aber ich fing klein an: mit Trabstangen und Cavaletti. Ich wollte mich erst einmal in den Hengst einfühlen, ehe es wirklich losging. Erst als ich mir bei den einfachen Aufgaben sicher sein konnte, wagte ich den nächsten Schritt.
      Der Hengst war schon bei Elisa im Training gewesen, weshalb er bei uns bereits eine Akte besaß. Die hatte ich natürlich ausführlich studiert und deshalb fiel mir vieles mit dem Hengst leicht, denn wir dokumentierten alles, was während des Trainings geschah und da bereits auch Elisa ihn im Springen trainiert hatte, kannte ich seine Stärken und Schwächen.
      Natürlich hatte ich dennoch alle Hände voll zu tun, aber das war auch gut so. Pünktchen wollte eben beschäftigt und gefordert werden, sonst langweilte er sich und dann entstand der Unsinn. Den behielt ich bisher gut im Griff, auch wenn sein Verhalten in der Stallgasse oftmals unerhört war – in der Halle wiederum machte er gute Fortschritte und wir befanden uns schnell im Parcours und näherten uns allmählich dem L-Niveau.
      Zuerst wollte ich jedoch die Grundlagen auf A-Höhe festigen und ausbauen, ehe dann zum Schluss die Hindernisse wirklich erhöht wurden. Pünktchen nahm die neue Höhe ab und an zu locker, aber er lernte schnell aus seinen Fehler, so dass er schon bald fast fehlerfrei durch den neuen Parcours kam. Dann mussten wir aber noch viel an seiner Technik und Wendigkeit machen, denn da haperte es noch sehr.
      Anfangs war Pünktchen gerne mal zu motiviert, wenn es auf einen Sprung zuging, es dauerte, bis ich es ihm wirklich abgewöhnen konnte, aber es klappte. Dann konnten wir wirklich an seiner Technik feilen, denn Pünktchen besaß allerhand an Potenzial, welches nur noch geweckt werden musste. Und wir schafften es - teils. Immerhin sah es am Ende unseres gemeinsamen Trainings schon wirklich gut aus. Wir schafften es fehlerfrei durch einen L-Parcours und dabei machte Pünktchen eine gute Figur.
      Auch im Umgang kam ich langsam mit ihm immer besser klar, auch wenn das noch wirklich verbesserungswürdig war, aber so etwas verschwand nun einmal nicht über Nacht. Wenn man ein paar Kniffe kannte, kam man mit dem Hengst trotzdem gut aus und überlebte die gemeinsame Zeit mit ihm. So konnte ich am Ende des Trainings Catalina anrufen und ihr Bescheid geben, dass der Hengst nun bald auf den Heimweg durfte.
      Das geschah dann auch schneller als gedacht und ein wenig vermissen würde ich den Spinner ja doch. Catalina holte ihn persönlich ab und bedankte sich nochmals für meine Geduld. Ich winkte nur ab, denn Geduld war für eine Trainerin selbstverständlich, ohne ging da gar nichts, dementsprechend konnte das Catalina ruhig von mir voraussetzen. Ich dankte ihr für die interessante Bekanntschaft mit Pünktchen und wünschte ihr dann noch eine ruhige Heimfahrt und einen guten Rutsch ins neue Jahr - denn 2016 stand kurz vor der Tür!

      5600 Zeichen © Gwen
    • Jackie
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      11. Februar 2016 - Westerntraining (Trail) E-A
      7142 Zeichen © Veija

      Ungeduldig trommelte ich auf meinen Beinen herum. Heute sollten wieder zwei neue Trainingspferde auf den Hof kommen, die eigentlich schon lange hätten da sein müssen. Es ging um Morrigans Hidalgo von Mio und Pünktchen von Catalina.
      Kurz schaute ich auf mein Handy, ehe ich dann endlich den Transporter sah, der auf den Hof fuhr. "Da bist du ja", murrte ich und schaute Caleb fragend an. "Ja, ist ein Baum umgefallen auf der Straße, Pünktchen macht schon ganz schön radau im Hänger, wird Zeit, dass der raus kommt", erklärte er mir und ich ging sofort zum Hänger, öffnete ihn und schnappte mir zu erst Pünktchen, der mit angelegten Ohren hinter mir her ging, ehe er nach mir schnappte. "Das lässt du ganz schnell bleiben", zischte ich und rückte an seinem Führstrick, damit er nach nach hinten gehen musste, bis er mit einem Hinterbein wieder auf der Laderampe stand. Natürlich erschreckte er sich kurz und machte einen Satz zur Seite. Ich ließ den Führstrick einfach durch meine Finger gleiten, da ich mit so was gerechnet hatte, und hielt diesen ganz am Ende fest. Langsam ging ich auf den Hengst zu und wollte ihn weiterführen, ehe er wieder nach mir schnappte. Erneut schickte ich ihn ruckartig nach hinten. "Das können wir den ganzen Tag so weiter machen mein Freund", knurrte ich ihn an und versuchte nun zum dritten Mal, den Hengst zu führen. Endlich ließ er das zu und so konnte ich langsam und mit Caleb und Hidalgo im Schlepptau in den Gaststall gehen. Heute würden wir nichts mehr mit den Pferden machen, sie durften erst einmal "ausnüchtern". "Caleb morgen früh schnappst du dir Hidalgo und gehst mit ihm ein wenig ins Gelände, reit ruhig quer durch den Wald, der soll nämlich in Trail trainiert werden", erklärte ich ihm. "Mit dem hier..", sagte ich und zeigte auf den schicken Gepunkteten: "Geh ich erst mal in den Round Pen.. das Schnappen brauch der bei mir gar nicht erst versuchen", erklärte ich und strich Pünktchen kurz über die Nase, ehe er seinen Kopf wegzog. "Außerdem muss ich mal schauen welche meiner Sättel ihm passen, ich will den auch in Trail trainieren, aber er hat nur einen Englischsattel dabei, damit fange ich da leider nicht so viel an", erklärte ich und ging mit Caleb zusammen ins Haus, ehe der Abend sich dem Ende zuneigte.
      Schon früh am nächsten Morgen ging ich in den Stall zu Hidalgo und Pünktchen. Ersterer war schon weg, weshalb der gepunktete Hengst nun alleine im Gaststall stand. "Dann wollen wir mal gucken welcher Sattel zu dir passt", erklärte ich und holte das Tier aus der Box, ehe ich mit ihm zum Trainingsstall ging und ihn draußen anband. Noch immer legte der Hengst die Ohren an, was wohl so seine Art war. Das war mir auch ganz egal, aber sobald er anfing zu schnappen hörte der Spaß bei mir auf, dass ich da konsequent gegen vorgehen würde, darüber mussten sich die Pferdebesitzer im klaren sein, wenn sie Tiere zu mir ins Training gaben. Dabei war ich noch lange nicht so streng wie Caleb, da hatten die Pferde oft nicht viel zu lachen, wenn sie solche Unarten zeigten. Aber nun war erstmal alles gut.
      In der Sattelkammer schnappte ich mir erstmal ein Pad, welches ich draußen hinhängte und zwei Sättel, die ich beide ausprobieren würde. Zu erst nahm ich Pünktchens Decke ab, ehe ich das Pad auf seinen Rücken warf und er schon wieder Andeutungen machte, nach mir zu schnappen. Ich zischte kurz, was ihn wohl doch verwirrte, ehe er seinen Kopf wieder wegnahm. Dann folgte Sattel Nummer 1, der schon halbwegs passte. Ich zurrte den Sattel fest, nachdem ich noch kurz über Pünktchens Bauch gebürstet hatte, ehe ich mir das Ganze nochmal genauer ansah. So konnte man arbeiten. Perfekt passte er nicht, aber da eh nicht jedes Pferd seinen eigenen Sattel hier hatte und nur unterschiedliche Pads mit verschiedenen Unterlagen, würde Pünktchen das da auch überleben. Ich schnappte mir noch eine von meinen Trensen und eine Longe sowie Longierpeitsche, dann konnte es auch schon losgehen. Ich gurtete im Round Pen nochmal nach, ehe ich die Zügel am Sattelknauf festband und die Longe in die Trense einharkte. Dann schickte ich den mürrischen Hengst von mir weg und ließ ihn seine Runden laufen. Der Westernsattel schien ihm doch etwas suspekt, doch nach ein paar Runden gewöhnte er sich daran. Nun kam auch Caleb von seinem Ausritt mit Hidalgo zurück. "Und wie macht der sich?", fragte ich ihn. "Wenn es nach mir geht brauchst du mit ihm gar nicht mehr in die Halle, der macht das alles so super und ist immer bei der Arbeit dabei.. Wenn ich den noch ein paar Mal mit ins Gelände hole dann kann der schon in der LK 3 starten", erklärte er mir. "Das ist gut", lachte ich. "Aber geh jetzt mit ihm trotzdem noch in die Halle, ob er da auch so motiviert ist." "Okay, Chef", sagte er und ritt mit dem Hengst in die Halle, wo ein LK 4 Parcours aufgebaut war, den ich nachher mit Pünktchen reiten würde. Der war mittlerweile schon etwas fertig, weshalb ich das Longieren abhakte und auch in die Halle ging. Zunächst beobachtete ich Caleb eine Weile, der Hidalgo präzise über die Hindernisse lenkte. "Der ist echt gut!", sagte ich lobend zu den Beiden, gurtete Pünktchen dann doch mal nach und stieg auf. "Holla", sagte ich, als der einen Satz zur Seite machte und genau in Hidalgo reinsprang. "Weg", sagte ich zu Caleb, der momentan mehr Kontrolle über sein Pferd hatte, als ich über meins. Er gab Hidalgo kurz Galopphilfen, so dass dieser in ein paar Sprüngen von uns weg war und wieder locker vor sich hin trabte. "Pünktchen", sagte ich laut und nahm die Zügel wieder an, ehe ich ihn antrieb. Nun konzentrierte er sich auch und trabte schön vor sich hin, ehe ich ihn auf die Trabstangen zulenkte und er erstmal davor stehen blieb. Ich schmunzelte, trieb ihn näher an die Stangen und trabte dann darüber. Zwar kam er an die ersten beiden dran, aber das war nicht so schlimm. Aufgebaut war in der Halle alles, was man auf einem Trailturnier finden würde. Eine Brücke, ein Tor, diverse Stangenkombinationen, eine "Box", in der man sich um 360° drehen musste und und und.. Am Ende des Tages beherrschten die beiden Pferde diesen Parcours wirklich gut. In den nächsten Tagen veränderten wir die Anordnung immer wieder und bauten für Hidalgo auch Galopppassagen ein, die Pünktchen noch nicht gehen musste.
      Nun war auch der Tag der Abreise gekommen. Kurz rief ich Mio und Catalina an, um ihnen von ihren Pferden zu berichten. "Mio dein Pferd ist wirklich Spitze! Der läuft so super unterm Sattel und konzentriert sich auf alles was man von ihm will, ich glaub der kann im Turniersport mal groß rauskommen!", erklärte ich lachend, ehe ich auch Catalina anrief: "Du hast ein ganz schön zickiges Pferdchen", sagte ich lachend. "Der hat wirklich ein paar Mal nach mir geschnappt, sogar sofort nach dem Ausladen.. aber das hab ich dem wieder ausgebtrieben.. zumindest hat er nicht mehr nach mir geschnappt", murmelte ich. "Was das Training angeht läuft er jetzt locker in er LK 4, aber du musst da schon dran bleiben, der wird viel zu schnell ab und zu und dann räumt der die ganzen Stangen ab. Kommt nicht so gut auf dem Turnier", erklärte ich lachend und legte nach einer Weile auf. Bis zum nächsten Mal!
    • Jackie
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      16. März 2016 - Distanztraining E-A
      2284 Zeichen © Viothi


      Man wollte es nicht für möglich halten, aber mit vier Pferden hatte man nicht unbedingt weniger Arbeit als vorher mit 12. Da ich mich aber nun auf die kleine Herde konzentrieren konnte, machte es mir heute besonders Spaß, den missmutigen Pünktchen zu striegeln und gelegentlich auch Shio mit dem Putzen zu beglücken. Heute stand ein kompletter Trainingstag für die Pferde an. Pünktchen und Shio durften einen längeren Distanzausritt machen, während ich mit Scarlet einige Dressurlektionen ausprobieren wollte; obwohl ihre Eignungen nicht komplett ausgetestet wurden, um genauer zu sein, aber die Züchter hatten mir ja versichert, dass alles nach Plan laufen würde, zumindest bis zur Hohen Schule.

      Das, was die Bauarbeiter Rennstrecke nannten, war nichts mehr als ein eingestampfter Pfad. Kopfschüttelnd erklärte ich den Arbeitern, dass ich nun für eine Stunde entschwinden würde, und setzte mich auf Pünktchen. Shio musste heute das “Lastpferd” mimen; wir brauchten Feuerholz, und so konnte sie auch etwas Stärke aufbauen. Natürlich hätte ich es auch andersherum machen können; aber bei Pünktchens Rückenproblemen wusste man ja nie.

      Für die gut zwölf Kilometer hin und zurück brauchten wir gut eine Stunde. Die beiden Pferde bekamen eine gründliche Rückenmassage und durften dann ein wenig ausspannen; solange wollte ich mich um Scarlet kümmern. Da ja die Rennbahn nicht funktionsfähig war, wollte ich ihre Dressurleistungen ankurbeln.
      Gesagt, getan. Das “Grobe und Ganze” beherrschte sie schon gut, was aber nicht hieß, dass auch ihre Gänge und Tempi davon betroffen waren. Zirkel, Bahnwechsel und Schlangenlinien gut und schön - wenn sich aber ihr Leichttrab anfühlte wie eine Kanonenkugel zu reiten, dann wohl eher nicht. “Daran müssen wir dringend arbeiten, denke ich.”, seufzte ich nach einer Stunde Arbeit und spannte stattdessen Polka vor ihre kleine Kutsche.

      Im Laufe der nächsten Tage intensivierte ich das Training, sodass ich nach getaner Arbeit einige Haken an meiner To-Do-Liste machen konnte:

      Pünktchen und Shiryo, die beide die A-Distanz gemeistert hatten, Scarlet, die mit ihrer A-Dressur herzlich wenig anfangen konnte und Polka, die eifrig ihre Kutsche zog und somit der Liebling des Dorfes wurde.
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  • Kategorie:
    Himmel - ungepflegte Pferde
    Hochgeladen von:
    Jackie
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    13 Aug. 2016
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    Von unbekannt

    Von unbekannt Aus der unbekannt

    Aus der unbekannt
    Von unbekannt Aus der unbekannt
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    Hengst
    26.05.2000
    Rasse Knabstrupper
    Stockmaß 156cm
    Deckhaar Brauner Tigerschecke

    Abzeichen keine
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    Alle lieben Pünktchen. Das ist Fakt. Der kleine Bruder von Pippi Langstrumpfs "Kleinem Onkel" ist der Mittelpunkt jeder Reitstunde, nicht zuletzt wegen seiner hübschen Fellfarbe und seines Namens wegen. Aber das soll nicht heißen, dass er auch immer lieb ist! In der Stallgasse und auf dem Anbindeplatz hat er schon jedes Pferd, jeden Helfer und jeden Reiter vergrault. Er schnappt, legt die Ohren an und macht sonst noch einigen Schabernack. Aber auf dem Reitplatz oder in der Halle ist er ein Alleskönner! Von Bodenarbeit über Dressurlektionen, ja sogar Erfahrungen im Westernbereich hat er bereits gesammelt – der Hengst ist doch wunderbar zu reiten. Wenn er geritten werden will, denn das ist auch noch so eine Sache. Vor acht Jahren durfte Catalina ihn als erstes reiten. Es war eine Art Hass-Liebe auf den ersten Blick. Nichtdestotrotz mochte sie ihn sehr. Nach Catalinas Tod jedoch, hat Amy sich bereit erklärt Pünktchen zu sich zu nehmen um wenigstens eine Erinnerung an ihre Freundin zu haben. Ein weiterer Grund ist Pünktchen selber. Amy hatte sich jedes Mal in ihm verschossen, wenn sie ihn sah. Pünktchen ist schwer zu händeln, eigensinnig und loyal. Sein dominanter Charakter macht es Amy schwer ihn mit den anderen Pferden auf einer Weide zu lassen. Derzeit steht er wechselhaft in der Box und auf einen kleineren Paddock (neben den anderen Pferden), im Roundpen und alleine auf der Weide (damit er auch mal etwas Auslauf haben darf). Amy erhofft sich so, ihn an andere Pferde zu gewöhnen.
    Herdenverhalten: Noch nicht in die Herde integriert; dominanter Charakter.


    Besitzer Jackie (Amy Fleming)
    VKR/Ersteller Vhioti / Kira

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    Military E A L
    Galopprennen E A L
    Distanz E A L M S
    Springen E A L M S
    Dressur E A L M S S* S** S***

    Fahren E A L M S S* S** S***
    Western (Trail) E A


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    2. Platz - 329 Dressurturnier
    2. Platz - 353 Dressurturnier
    2. Platz - 105 Synchronspringen
    2. Platz - 108 Synchronspringen
    1. Platz - 328 Galopprennen

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    Pünktchen wurde eingeritten und hat schon einige Erfahrungen im Springreiten gemacht. Pünktchen ist noch nicht in einer Herde integriert wurden. Dominantes Verhalten. Das Pferd ist nicht Ladefromm, auch nicht Hufschmiedfrom. Pünktchen ist am Tierarzt gewöhnt.

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    HK481 - Alle Hengste

    Eingetragene Zucht -
    Gekört Ja

    Nachkommen
    keine
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    Letzter Tierarztbesuch 18.09.2015
    Was wurde getan:

    Grunduntersuchung, Behandlung zwei entzündeter Bisswunden, Impfung, Wurmkur

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    Letzter Hufschmiedbesuch 19.07.2015
    Was wurde getan:

    Hufe wurden geraspelt und kontrolliert, sowie ausgeschnitten. Pünktchen ist nicht beschlagen

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