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Veija

♂ HMJ Saintly, 0

HMJ Pferd von Veija aka Caleb O'Dell von der Bow River Ranch

♂ HMJ Saintly, 0
Veija, 20 Apr. 2020
Cooper, Bracelet, Canyon und 3 anderen gefällt das.
    • Veija
      Bewerbung auf HMJ Saintly von Caleb O'Dell, Bow River Ranch
      31.März 2020, by Veija, 0 Punkte
      Wenige Wochen vor der Veröffentlichung der neuen Horse Makeover Joelle Pferde bekam Caleb einen Anruf- und mit diesem eine Einladung zu einem sehr großen Reiningevent, für dass er ein dreiviertel Jahr Zeit hatte, drei seiner Jungpferde zu trainieren, zu qualifizieren und am Ende des Jahres zu starten(ist Teil meiner Joelle-Story zZ). Seit Tagen zerbricht der junge Mann sich den Kopf, ob er dem Event gewachsen ist und ob er Pferde hat, die diesen Druck aushalten können.

      Dann kamen die neuen HMJ - Pferde online. Caleb seufzte. Saß stundenlang, ja sogar die ganze Nacht am Laptop und klickte sich durch die Pferde. Sollte er teilnehmen? Sollte er nicht teilnehmen? Konnte er den Fortschritt, den er mit Witch erreich hatte mit einem Pferd nochmal toppen? War das nicht ein Verrat an der eigenen Stute?
      Es folgten viele Gespräche mit den Mitarbeitern der Ranch. Octavia schien total begeistert von einer der Englischen Vollblutstuten, Laurence zeigte großes Interesse an der Tinkerstute und Cayce... ja Cayce fand den hellen Mustang toll. "Und wenn ich dieses Jahr einem von euch den Vortritt lasse?", fragte der Blonde in die Runde und machte damit alle sprachlos.
      "Du meinst.. du bewirbst dich nicht, sondern einer von uns? Auf eines der Pferde?"
      "Genau. Ich hatte letztes Jahr Witch, ist es da nicht fair, dass dieses Jahr jemand anderes von euch die Chance bekommt?"
      "Nein."
      "Nein?"
      "Nein", wiederholte Laurence mit Nachdruck. "Schau dir den Painthengst an. Die anderen Pferde haben schon fast alle Bewerbungen, nur er hier noch nicht", damit deutete er auf den Bildschirm, wo Caleb den Tab mit dem absolut abgemagerten Hengst offen hatte. "Was glaubst du, was ihm die Koppeln hier gut tun werden. Pfeif erstmal aufs Training, der braucht viel wichtigeres. Außerdem... es geht nicht darum, wie weit du am Ende des HMJ bist. Das hast du doch bei Witch gemerkt. Die Stute ist toll. Du hast noch viel Arbeit mit ihr vor dir, aber sie ist toll geworden. Und denk an den Hengst... der hat ein gutes Zuhause verdient."
      "Aber ich habe nicht die Zeit. Mit dem großen Turnier und...", setzte Caleb an und wurde sofort wieder von Laurence unterbrochen.
      "Du hast die Zeit. Wir haben so viele qualifizierte Trainer und Mitarbeiter hier auf der Ranch. Auch wenn ich mich nicht auf deine Reiner draufsetze, Cayce und Brian tun es allemal! Und du kannst nicht sagen, dass sie nicht würdige Vertreter für dich wären."
      "Recht hast du ja aber..."
      "Was ist denn wirklich das Problem?"
      "Charakterlich ist HMJ Saintly vermutlich ein Pferd, dass mich zur Weißglut bringen wird."
      "Caleb du bist ein Trainer. Deine Aufgabe ist es, ein Pferd dort abzuholen, wo es steht- und von diesem Punkt aus startest du verdammt nochmal deine Arbeit. So wurde es dir beigebracht. Gib dem Hengst eine Chance. Und um Gottes Willen gib dir eine Chance. Du bist niemand, der schon aufgibt, bevor er überhaupt angefangen hat.
      Das hatte gesessen. Niemand im Raum vermochte ein weiteres Wort zu sagen, es war so still, dass man meinen könnte, alle würden die Luft anhalten. Erst als Caleb sichtbar ausatmete, entspannte sich die Lage wieder. "Du hast Recht, Laurence. Ich bewerbe mich auf den Hengst."

      Wenige Minuten später saß Caleb am PC und tippte folgende E-Mail:

      Liebes HMJ 2020 Team,

      ich bin Caleb O'Dell von der Bow River Ranch in Kanada. Beim vergangenen HMJ hatte ich Ihnen meine Ranch zur Verfügung gestellt und auch das Abschlussevent hatte bei mir stattgefunden. Natürlich hatte ich im letzten Jahr auch mit einem Pferd teilgenommen, meiner Tortured Witch HMJ 6693.
      Dieses Jahr möchte ich erneut teilnehmen. HMJ Saintly ist das Pferd, für dass ich mich bewerben möchte. Natürlich ein Westernpferd, denn auf meiner Ranch trainieren und züchten wir hauptsächlich Quarter und Paint Horses und ich habe mit diesen Pferden am meisten Erfahrung.
      Wie Sie bereits letztes Jahr gemerkt haben, stand der Erfolg mit dem HMJ Pferd bei mir nicht an erster Stelle. Witch wurde langsam und schonend trainiert, sie macht sich jetzt jeden Tag besser und ist wirklich super in unsere Stutenherde integriert.
      HMJ Saintly würde nach einer tierärztlichen Kontrolle und einem Hufschmiedbesuch zunächst auf ein Stück Koppel entlassen. Dieses Pferd braucht Platz, Gras und vor allem Kraftfutter. Dazu haben wir einige Tricks auf Lager, so dass ich mir zu 100% sicher bin, dass wir ihn aufgepäppelt bekommen.
      Durch eine Einladung zu einem großen Event Ende des Jahres werde ich vermutlich nicht so viel Zeit zum Training des Pferdes haben, wie ich gerne hätte. Dennoch möchte ich diesem Pferd die Chance auf ein tolles Zuhause geben.
      Selbst wenn ich es nur schaffe, seine Mangelernährung aufzuheben und ihm ein paar Muskeln anzutrainieren, habe ich diesem einen Pferd ein besseres Leben verschafft und die Tür für eine ganz neue Welt geöffnet.

      Ich freue mich von Ihnen zu hören.

      Mit freundlichem Gruß
      Caleb O'Dell, Besitzer der Bow River Ranch
    • Veija
      Ankunft in Schweden
      21.04.2020, by Ravenna & Veija
      7744 Zeichen | 4 Punkte
      Es war einer dieser Tage, an dem alles hätte passieren können. Mit dem was aber wirklich passieren sollte, hatte niemand so wirklich gerechnet.
      Vor einer Weile bewarb sich Caleb wieder auf eines der HMJ- Pferde. Dieses Jahr jedoch nicht alleine, sondern mit der tatkräftigen Unterstützung des Lakotajungen Tschetan. Zwei Tage vor Bekanntgabe der Verteilung der Pferde bekam Caleb die Zusage, sich so schnell wie möglich auf den Weg nach Schweden zu machen. Leichter gesagt, als getan. Der Ranchchef regelte alles Organisatorische und übergab die Leitung an Bellamy, der sich damit zu Genüge auskannte. Einfach aus dem Grund, da niemand so genau wusste, wie lange sich die beiden Männer in Schweden aufhalten würden.
      Louis kümmerte sich um die Freistellung des Jungen von der Schule. Dies warf zwar viele Fragen und auch ein gewisses Maß an Unverständnis auf, wurde schlussendlich aber genehmigt. Dann konnte die Reise losgehen.

      Der junge Mann stand am Check-In des Flugzeuges, während eine verdrießlich drein blickende Angestellte geschäftig damit beschäftigt war die Utensilien durch die Röhre zu schicken. Konsterniert ließ er alles über sich ergehen. Seine wahre Aufregung sah man nicht auf dem Gesicht des Jungen. In einem gebrochenen Englisch verkündete die Frau, er solle seine Schuhe ausziehen. Jetzt doch verwirrt sah der Junge hinüber zu dem Mann hinter sich. Verwaschene Bluejeans, dunkler Teint den er deutlich der Sonne zu verdanken hatte, was fast ein wenig lächerlich aussah im Vergleich zu seinem hellblonden Haar. Das war zwar unter dem großen, weißen Hut kaum sichtbar, aber der Junge wusste um sie. Caleb nickte Tschetan aufmunternd zu.
      Sie hatten die vergangenen Stunden, erst im Auto hockend gesessen, dann eng zusammen gepfercht in einem Flugzeug. Und nun standen sie schon das zweite Mal an solch einem Check-In. Sie waren von Calgary aus nach London geflogen. Hatten sich die längste Zeit ihres Lebens den Arsch im Wartebereich platt gesessen, um jetzt endlich in eine kleine Juckelmaschine gesetzt zu werden, die sie hoffentlich nach Schweden bringen würden.
      Als sie alle Gates hinter sich gelassen hatten, legte Caleb dem Jungen die Hand auf die Schulter. “Keine Sorge, auf dem Rückflug haben wir einen Direktflug mit dem Pferd im Gepäck.” Tschetan sprach nicht, nickte nur. Für den sonst so aktiven Jungen war die Zeit der Reise anstrengend. Er sehnte sich nach Freiheit, um atmen zu können. Der Ältere machte sich diesbezüglich ein paar Sorgen und hatte ein besonderes Auge auf den Schützling seines... Freundes geworfen.
      Keiner der beiden Männer schaffte es, in dem kleinen Flugzeug ein Auge zu zu bekommen- und als die Maschine endlich landete, stiegen zwei unfassbar erschöpfte Passagiere aus, die mit Mühe und Not ihre Koffer vom Band nahmen, nach draußen gingen und sich ein Taxi riefen. “Lindö Dalen Stuteri”, lautete das Ziel, auf dessen Weg sie sich sofort machten. Caleb war vor Kurzem schon einmal dort gewesen, kannte sich also ein bisschen aus. Am vorigen Abend hatte er eine E- Mail mit allen wichtigen Unterlagen bekommen. Darin war auch ein Plan des Hofes enthalten, so dass der Cowboy wusste, wo sie ihr Gepäck unterbringen und später nächtigen könnten.
      Es war bereits später Nachmittag, als sie auf dem Hof ankamen. Tschetan war im Taxi kurz eingenickt, so dass Caleb ihn vorsichtig weckte. Verschlafen rieb der Junge sich die Augen, ehe sie gemeinsam ausstiegen. Vorher bezahlte Caleb den Taxifahrer, bedankte sich und nahm das Gepäck aus dem Kofferraum. Tschetan schwankte kurz, atmete sichtlich schwer ein und aus, schien sich aber von Atemzug zu Atemzug besser zu fühlen. “Geht es?”, fragte Caleb ihn. Er schien noch immer sichtlich besorgt. Tschetan drehte sich allerdings mit einem Lächeln auf dem Gesicht zu ihm um.
      “Viel besser”, lautete die Antwort des Jungen, der es sich nun zur Aufgabe machte, vor Caleb hin und her zu laufen und sich alles anzuschauen. Dieser fühlte sich wie ein Vater, der seinen Sohn gleich in die Schranken weisen müsse, blieb jedoch vorerst stumm. Tschetan wusste um die Regeln, die Louis ihm auferlegt hatte, weshalb er sich nie allzu weit von seinem Begleiter entfernte.
      Vom Parkplatz aus steuerte Caleb sofort auf den Aufenthaltsraum des Hofes zu, wo er die Mitarbeiter vermutete. Er wurde nicht enttäuscht.
      Neben Robin war auch Collin gerade dort. Sie unterhielten sich über die Pferde.
      Als Caleb und Tschetan den Raum betraten, schauten sie kurz auf und ihre Mienen hellten sich auf.
      Nach einem kurzen Gespräch und der Aussage Calebs, dass sie beide vom Flug absolut fertig wären, gab Collin ihnen die Schlüssel für die Ferienwohnung. “Nehmt euch noch was zu essen von hier mit!”, verkündete Collin, während er dabei war, alles mögliche auf Teller zu legen und in Alufolie einzupacken.
      “Hast du Hunger?”, fragte Caleb den Jungen, musste dann allerdings lachen. Der Junge wuchs seit dem letzten Jahr wie ein Haus weiter in die Höhe. Und allein die Menge die er in den letzten Stunden der Reise verputzt hatte, konnten den Cowboy glatt zweimal sättigen. Daher war dieser auch nicht überrascht, ein eifriges nicken des Lakotajungen zu sehen.
      “Wann können wir denn nun das Pferd zum allerersten Mal sehen?” kam die Frage von Tschetan an Caleb. “Erst morgen, bei der Übergabe der Pferde fürchte ich.” Tschetan grinste “Ich weiß wie das Pferd aussieht. Ich könnte in den Stallungen nach HMJ Saintly suchen.” “Nichts wirst du! Wir gehen jetzt in die Ferienwohnung. Bevor du mir morgen bei der Verkündung einschläfst.”

      Als der nächste Morgen anbrach war es für Caleb und Tschetan an der Zeit ihr HJM Pferd Saintly zum allerersten Mal in Live zu sehen. Gelehnt an einen Zaun, blickten sie auf die Pferde im Paddock. Während Caleb scharf die Luft einsog, kam keinerlei Ton über die Lippen des Jungen. Seine Augen suchten den Paddock ab, fanden schließlich das Pferd von den Fotos. Deutete mit vorgeschobener Lippe darauf. An der Nase fehlte Fell, weg geschuppert von einem Halfter, das er lange Zeit getragen haben musste. Die Flanken eingefallen, das Mähnenhaar völlig versifft. Sein halbes Winterfell hing an dem Burschen. Schneller als ein Luchs, kroch der Junge durch den Zaun hindurch. “Tschetan, Vorsicht!” mahnte ihn der Cowboy. Der Junge hielt inne und nickte dem Erwachsenen zu, der mit besorgtem Blick die Szene beobachtete. So sah er wie sich der Jugendliche dem Pferd nährte. Sich dann hin hockte und es einfach nur mit halb gesenktem Blick beobachtete. Sich erhob..von einem anderen Blickwinkel schaute. Caleb kam das Verhalten seltsam vor, aber die jahrelange Freundschaft mit Louis hatte ihn gelehrt sich bei einigen Indianern gar nicht mehr zu fragen was sie eigentlich taten. Saintly reagierte auf die Bewegung, auf das leise Pfeifen des Jungen. Der Kopf hob sich nicht merklich, doch der Junge wurde nicht aus den Augen gelassen. Als befänden sie sich in einer Art Zwiegespräch. “Was tut er da?” fragte Collin, der von Caleb nur ein abwinken mit der Hand erhielt, als Zeichen ruhig zu sein. Dann genauso plötzlich wie er sich in den Paddock begeben hatte, fand er auch schon wieder seinen Weg aus diesem heraus. “Was auch immer ihm widerfahren ist...und obwohl er mehr einem Zustand als einem Pferd entspricht. In seinen Augen brennt ein Feuer. Ich denke mit ihm haben wir keine schlechte Wahl getroffen.” Während Caleb alle Formalitäten mit den anderen Erwachsenen der Veranstaltung zu regeln hatte. Gab es für den Lakota wenig zu tun. Stattdessen fand man ihn, am Paddockrand sitzend und die Pferde beobachten. Später am Tag gesellte sich eine aufgeregte 11 jährige hinzu, die den Namen Hedda trug - wie sie dem Jungen eifrig erzählte.
      Später am Tag fand die Zuteilung der Pferde statt, für die wir uns vor einer kleinen 'Bühne' und einem Rednerpult einfanden.
    • Veija
      Bekanntgabe der Vergabe der Pferde auf der Lindö Dalen Stuteri in Schweden
      20.April 2020, by Canyon & Zion, 0 Punkte
      Nico rollte auf das Rednerpodest zu, welches Collin für die Ansprachen vorbereitet hatte. Nico warf Collin einen bösen Blick zu, als er dank seines Rollstuhls vor dem Podest stehen bleiben musste, anstatt, wie es für den Veranstalter üblich gewesen wäre, darauf zu stehen. Ein Helfer stürzte hervor und richtete das Mikrofon auf Nico aus, der ihn jedoch nur wieder mit einer wirren Geste davonschickte.
      Er räusperte sich und blickte sich um. Die Sonne schien und einige der Zuhörer hatten bereits Sonnenbrillen auf. „Sehr geehrte Teilnehmer und Teilnehmerinnen,
      Danke, dass ihr alle euch auf den Weg gemacht habt, um eure Pferde zu einem neuen Horse Makeover willkommen zu heißen!
      Dieses Jahr arbeiten ich und mein Team aktiv mit dem Tierschutz zusammen. Gemeinsam haben wir uns auf die Suche nach Pferden gemacht, die aufgrund von verschiedensten Umständen gerettet oder abgegeben worden sind und nun mithilfe des Makeovers eine neue Aufgabe erhalten sollen.
      Außerdem solltet ich euch dieses Jahr auf den Trainerposten bewerben und ich danke allen, die ihr Glück versucht haben! Wie bereits in euren Einladungen angekündigt, sind alle hier Anwesenden auserwählt wurden. Herzlichen Glückwunsch!“
      Nico legte eine kurze Pause ein und blickte auf die Notizen in seinen Händen. „In wenigen Augenblicken werdet ihr das allererste Mal eure neuen Trainingspartner kennenlernen und gemeinsam in das neue Zuhause eures Schützlings fahren. Um ehrlich zu sein, habt ihr es uns nicht leicht gemacht zu entscheiden! Dennoch erfolgt nun die Verkündung.“
      Nico blickte leicht zu seiner linken Seite und sah, wie bereits der erste Helfer das erste HMJ-Pferd am Strick führte, um es in wenigen Sekunden seinem neuen Besitzer zu übergeben.
      „HMJ Divine geht mit großer Freude an das White Horse Creek Stud, vertreten durch Luchy Montrose! Das WHC hat bereits in der letzten Runde große Leistung gezeigt und wir vertrauen darauf, dass ihr euch dieses Jahr genauso gut um euren Schützling kümmern werden!“, sagte Nico, als der magere Divine vorgeführt wurde. Luchy trat entspannt nach vorne, schüttelte Nico die Hand, verbeugte sich kurz und nahm dann Divine an sich, um ihn aus dem Trubel herauszuführen.
      „HMJ Honesty geht an die Pineforest Stables, vertreten durch Occulta Smith! Als Neuling in der Horsemakeoverwelt hoffen wir sehr, dass auch du begeistert davon bist und deinen Schützling zu einem Partner heranziehst, wie du es bereits bei Matinée getan hast“, sagte Nico als Nächstes und beobachtete Occulta dabei, wie sie Honesty an sich nahm. Bei ihr war er besonders gespannt, wie sie sich zeigen würde.
      Dann wandte er sich wieder seinem Blatt zu. „HMJ Saintly geht an die Bow River Ranch, vertreten durch Caleb O’Dell, sowie seinen Helfer Tschetan. Auch die BRR war beim HMJ 2019 engagiert dabei und deshalb denken wir, dass Saintly bei dir gut aufgehoben sein wird.“
      „HMJ Courtesy geht an das Deer Forrest EC“, fuhr er fort, als Saintly abgeführt war und das nächste Paint Horse auftrat. „Vertreten durch Juna und Luna! Das Gestüt war vergangenes Jahr mit an der Spitze dabei und hat die Stute von Grund auf verändert und deshalb denken wir, dass diese Stute bei euch in guten Händen sein wird.“
      Nico atmete hörbar schwer aus. „Auch bei HMJ Pious war es eine schwierige Entscheidung. Schlussendlich haben wir uns für Leticia Weidner entschieden, die beim HMJ zwar ein weiteres unbekanntes Gesicht ist, uns jedoch mit ihrer offenen Art vollkommen überzeugt hat. Pious wird bei dir in guten Händen sein.“
      Die nächsten Kandidaten und Kandidatinnen stellte Nico recht zügig vor. Er freute sich über die erhellten Gesichter der neuen Besitzer, die zwar einerseits erstaunt über den Zustand der Pferde waren, gleichzeitig aber motiviert in die Zukunft schauten. „HMJ Glory geht an Equitación de Sueños, vertreten durch Cathrine Morgan! Noch ein Neuling, den ich herzlich beim Makeover begrüßen darf. Du wirst mit diesem Schützling eine guten Einstieg ins Makeover haben.“
      „HMJ Charity geht an das Birkenhofgestüt, vertreten von Ian Monroe und Reyna Huntington als Team! Wir freuen uns zu hören, dass Charity die Nächstenliebe im wahrsten Sinne des Wortes mit euch als Team näher bringen kann. Ihr beide wart bereits beide 2019 Mitglieder des Makeovers und wir hoffen, dass ihr beide eure Aktivität noch verstärken könnt.
      „HMJ Blessing geht nach langem Überlegen und Abwägen an das Hollybrook Stud, vertreten durch Samantha O’Neill! Wir denken, dass unsere Blessing am besten zu dir und deinem Hof passt, da du sowohl in der letzten Runde alles gegeben und dabei aus Elfentanz unglaubliches herausgeholt hast, als auch auf eine langjährige Erfahrung mit Vollblütern zurückblicken darfst. Herzlichen Glückwunsch.
      HMJ Sacred geht an den Rosenhof, vertreten durch Nina Beaulieu! Wir freuen uns sehr, sowohl einen Neuling in der Makeoverwelt, als auch ein Neuling in der Gestütsführung begrüßen zu dürfen. Sacred ist kein einfaches Pferd, dennoch glauben wir, dass du als Tierärztin ihm optimal helfen kannst und diesen rohen Diamanten schleifen wirst.
      HMJ Holy geht an das Lindö Dalen Stuteri, vertreten durch Hedda Wallström mit der Hilfe ihres großen Bruders Folke Wallström! Wir freuen uns auch hier Neulinge begrüßen zu dürfen und besonders, dass unser Projekt bereits jüngere Menschen erreicht hat. Auch wenn Holy nicht gerade ein Kinderpony ist, denken wir, dass ihr als Team das schaffen werdet.
      HMJ Brilliance geht an das Canadian Liberty Creek Stud, vertreten durch Stefanie Westside! Über so viele Neulinge kann man sich ja nur freuen und deshalb hoffen wir, dass du mit deinem Schützling einen gutes Star hinlegst und die Stute aufpäppeln wirst.
      HMJ Benevolence geht an das Winterscape Stud, vertreten durch Ann England! Hoffentlich kannst du dir deinen Traum eines Herzenspferdes mit diesem Schützling erfüllen und bereust es nicht, dich hier beworben zu haben.
      HMJ Exaltation geht an die Black Oak Stables, vertreten durch Laraya Shizuka! Unter den vielen Neulingen ein bekanntes Gesicht und wir hoffen, dass du mit diesem Hengst genauso gut klarkommst und das beste aus ihm herausholst, wie du es im letzten Jahr mit Pilgrim getan hast.
      HMJ Grace geht an das Den Vackra Trakehner Stud in Zusammenarbeit mit den Roanoak Stables! Gemeinsam werdet ihr aus Grace eine wunderbare Stute machen und ihr einen neuen, besseren Start ins Leben ermöglichen.“
      Nico blickte auf. Es war fast geschafft. Vierzehn Pferde waren in den letzten Minuten an ihm vorbeigelaufen und hatten ihre neuen Besitzer begrüßen dürfen. Ein Pferd fehlte noch.
      „Leider haben wir für HMJ Humble keinen Interessenten gefunden, weswegen wir uns dafür entschieden haben, ihn mit nach Phoenix Valley zu nehmen und unter Aufsicht unseres verantwortungsvollen Trainers Malte Tordenværson vorerst auszubilden.
      Ich bedanke mich bei euch für eure Aufmerksamkeit!“, beendete Nico seine Rede. Schwaches Klatschen breitete sich zögerlich aus, mehrere Blicke gingen in die Richtung der Pferde, aus Angst, sie könnten sich erschrecken.
      „Nun da wir das hinter uns haben, übergebe ich das Wort an Collin Jones, der stellvertretend für das Lindö Dalen Stuteri euch ein paar Infos zur Unterbringung eurer Pferde unterbreitet wird“, sagte Nico und gab erleichtert das Mikrofon an Collin, der bereits neben ihm stand, jedoch auch davon absah, das Rednerpodest zu verwenden.
      „Danke Nicolaus, ja genau ich bin Collin Jones und wohne mit meinem Team auf dem Lindö Dalen Stuteri auf einer Insel im wunderschönen Schweden. Wir haben zusammen mit den Veranstaltern Malte und Nicolaus beschlossen, dass das diesjährige Horse Makeover seinen Anfang hier haben wird. Als ehemaliger Teilnehmer fühle ich mich sehr geehrt, die Neulinge und ein paar bekannte Gesichter bei uns begrüßen zu dürfen! Ihr habt eine Woche Zeit bis die Pferde in ihr neues Zuhause ziehen dürfen und in dieser Zeit stehen euch die Anlagen des Gestüts zur freien Verfügung: Reitplatz, Halle, Roundpen und eine große Ovalbahn, zudem bietet das große und meernahe Gelände vielfältige Möglichkeiten spazieren zu gehen. Für eure Unterkunft ist im Nachbardorf Revsudden gesorgt. Dort steht euch eine Pension zur Verfügung mit Einzel oder wahlweise Doppelzimmern.
      Die Pferde kommen während der Zeit auf unserem Hof auf Geschlechter getrennten Weiden unter und für ihre Versorgung ist ganztägig gesorgt - große Heuraufen, mit Bioheu aus eigenem Anbau, da die Weiden nicht sonderlich stark bewachsen sind. Wenn euch schon ein spezielles Ernährungskonzept vorschwebt, dann erhaltet ihr das Futter selbstverständlich von uns.
      Die nächste Woche könnt ihr also dafür nutzen, eure Pferde kennenzulernen und dann in aller Rihe den Heimweg anzutreten.“
      Collin hielt kurz inne. „Achso. Außerdem möchte ich euch noch Benni Becks vorstellen.“ Er zeigte auf einen hageren Mann mit kurzen Haaren und großer Brille, der mit seinem sanften Lächeln ein paar Schritte nach vorne trat.
      „Benni ist vom Tierschutz und dieses Jahr für die Gesundheit der HMJ Pferde verantwortlich. Möchtest du noch ein paar Worte sagen?“
      Benni trat neben ihn und nahm das Mikro ab. „Zu allererst sei gesagt, dass ihr euch bitte nicht vor mir fürchten oder schämen müsst. Mein einziges Ziel ist es, dass es den Pferden bald besser gehen wird und das werde ich tatsächlich die nächsten Monate auch regelmäßig kontrollieren. Ich bin selber Tierarzt und auf Pferde spezialisiert und habe in den letzten Wochen alle Pferde sehr gut kennenlernen dürfen. Es wird also angekündigte, wie auch unangekündigte Besuche geben, bei denen ich die Pferde kontrollieren und euch eventuell Fragen stellen werde.
      Aber nicht nur ich werde Fragen stellen, auch ihr dürft gerne jeder Zeit auf mich zukommen. Neben Nico und Collin kann ich euch in fast allen Dingen, die das Makeover betreffen, weiterhelfen.“
      Er gab das Mikrofon an Collin zurück, der einen Moment verwirrt wirkte, was er nun noch sagen sollte. „Nun ja, genau. Wie Benni bereits sagte, wir drei werden in Zukunft eure Ansprechpartner sein. Kommt bitte bei jeglichen Problemen auf uns zu, wir können helfen.“
      Fragend hielt Collin Nico das Mikro hin, der winkte aber entschieden ab, sodass Collin selbst weiterredete.
      „Heute Abend wird es ein gemeinsames Buffet geben, bis dahin: Richtet euch ein, begrüßt eure Pferde und kommt heute Abend zum gemeinsamen Abendbrot!“
    • Veija
      Ein erster Blick
      22.04.2020, by Veija, 12827 Zeichen = 9 Punkte
      Caleb
      Tschetan war begeistert. Er war unglaublich begeistert von unserem Pferd, welches wir bekommen hatten. Den restlichen Tag bis hin zum Abendessen verbrachte der Junge an der Koppel des Pferdes. Auch ich hatte eine Weile am Zaun gestanden und mir das Pferd angeschaut. Ein paar Bilder waren mit meinem Handy geknipst worden, die ich in die Heimat schickte. Die Resonanz aus der Chatgruppe der Ranch fiel nicht sonderlich positiv aus. Die Mitarbeiter sprachen ihr Beileid aus, sagten, dass es wichtig wäre, sofort einen Tierarzt zu rufen und nochmal jemanden drüber schauen zu lassen. Auch ein Hufschmied sollte sofort zur Rate gezogen werden.
      Bei Robin, den Rotschopf, den ich noch von meinem letzten Besuch hier kannte, informierte ich mich über einen möglichen Tierarzt und einen Hufschmied.
      „Wie… wie geht es Octavia?“, fragte er zögerlich und kratzte sich verlegen am Kopf.
      „Gut, gut. Sie freut sich auf den Kurs hier bei euch. Ist schon ganz gespannt drauf und zählt quasi die Tage, bis es losgeht.“
      „Oh..“, lachte er und zückte sein Handy, um mir die Nummern zu geben.
      Dann ging ich wieder zur Koppel, an der Tschetan noch immer saß. “Komm wir holen ihn mal mit in den Round Pen”, sagte ich zu dem Jungen. “Ich hab eben noch ein Halfter abstauben können, das haben Hunter oder Jaime gemacht, extra für die HMJ - Pferde.”
      Ich warf dem Jungen das Halfter mit Strick zu, der sofort zu dem Hengst ging und ihn aufhalfterte. HMJ Saintly ließ die Prozedur über sich ergehen, schien überhaupt gar keine Kraft zu haben, Widerstand zu leisten.
      Gemeinsam gingen wir in den Round Pen. Dort stellte Tschetan sich vor ihn, so dass ich ihn mir einmal in Ruhe anschauen konnte. Mir fiel sofort sein mattes Fell auf, die abgeschubberten Stellen… und auch das Bein vorne links, welches er immer wieder entlastete. Ich seufzte kurz. “Oh ich habe eine Idee, ich geh mal grade etwas holen.”
      Es dauerte eine Weile, bis ich wiederkam, doch ich war nicht alleine. Ich hatte meine blaue Schüssel gefunden, in die ich ein bisschen Hafer füllte. Obendrauf legte ich noch eine handvoll Möhren und ein paar Äpfel.
      “Meinst du, der hat Hunger?”, fragte Tschetan. Ich zuckte mit den Schultern und hielt ihm eine Möhre hin.
      “Versuch mal ob er dir aus der Hand frisst.” Saintlys Ohren zeigten aufmerksam nach vorne, er streckte den Hals, neigte den Kopf, spitzte die Lippen und langte langsam nach der Möhre. Ein Lächeln legte sich auf Tschetans Gesicht. “Nimm noch eine. Oder eine Hand voll Hafer”, ermutigte ich den Jungen. Dieser entschied sich für noch eine Möhre, die der Hengst willig fraß. Den Hafer beäugte er, wühlte mit seiner Lippe ein wenig darin umher, fraß ihn allerdings nicht. Auch die Äpfel rührte er nicht an. “Hm…”, murmelte ich. “Wenigstens die Möhren. Das ist doch schon einmal ein Anfang.”
      Wir brachten den Hengst zurück auf seine Koppel, stellten ihm den Eimer gefüllt mit Möhren neben sein Heu. “Bevor du gekommen bist hat er beim Heu fressen gehustet”, meinte Tschetan.
      “Das ist nicht so gut.. ich.. oh ich wollte sowieso noch den Tierarzt anrufen, warte kurz.” Es dauerte eine Weile, bis Stelli ans Telefon ging. Doch sie sagte mir sofort zu und wir machten einen Termin für den morgigen Tag aus. Auch Laraya, den Hufschmied, erreichte ich nach ein paar Versuchen. Sie wollte auch die nächsten Tage vorbeikommen. “Lassen wir ihn mal in Ruhe und gehen zum geplanten Abendessen.”

      Für das Abendessen zogen wir uns in der Ferienwohnung noch kurz um, ehe wir uns einmal quer über den Hof auf den Weg zum Aufenthaltsraum machten. Einige Teilnehmer waren schon dort und unterhielten sich munter. Ich sah auch die 11 - jährige Hedda, die sofort auf Tschetan zusteuerte. Ich nickte dem Jungen zu, der mit dem Mädchen sofort zum Buffet ging. Soweit ich das heute mitbekommen hatte, waren er und sie die Einzigen Kinder auf dem Hof. Da freute sie sich bestimmt über Gesellschaft.
      Ich derweil unterhielt mich mit ein paar der anderen Teilnehmer. Einige kannte ich noch vom letzten Jahr, ein paar Gesichter waren neu. Besonders lange unterhielt ich mich mit Luna und oder Juna, ich blickte bei ihnen nicht ganz durch, wer wer war, denn sie hatten das andere Paint Horse bekommen. Während der Unterhaltung schnappte ich mir immer wieder ein bisschen vom Buffet, denn deshalb war ich eigentlich hergekommen, gar nicht so wirklich für die Gespräche.
      Nachdem ich mit Luna oder Juna fertig war, hielt ich Ausschau nach Tschetan. Dieser saß mit Hedda auf einer Bank in der Ecke des Raumes und starrte auf das Handy des Mädchens.
      Ich war reif zum Gehen, wollte den Jungen aber nicht aus der Situation herausreißen, so dass ich mich widerwillig doch noch einmal unter die Menge mischte. Es waren nun auch alle Teilnehmer da. Ein bisschen Geplänkel hier, ein wenig dort… Irgendwann hatte ich dann aber doch die Nase voll und ging auf Tschetan zu. Dieser hob den Kopf und sah mich erwartungsvoll an. “Gehen wir?”, fragte er mich, woraufhin ich nickte. “Wir sehen uns morgen, Hedda”, sagte er freundlich zu dem Mädchen, erhob sich und folgte mir zur Tür. Dort wurden wir von Tyrell abgefangen. “Oh dich hab ich eben gar nicht gesehen”, lachte ich und schlug kurz in seine hingehaltene Hand ein. “Das hier ist Tschetan, er hilft mir mit dem Pferd”, erklärte ich ihm.
      “Freut mich dich kennen zu lernen.” Damit hielt er auch Tschetan die Hand hin. Dieser reichte ihm die Seine. In der Tür unterhielt ich noch kurz mit ihm, ehe ich ihn nach Vintage fragte. “Der macht sich prima. Skrudur und Bree haben sich auch eingelebt hier, alles Bestens.”
      “Das freut mich wirklich sehr”, antwortete ich und sah Tschetan aus dem Augenwinkel gähnen. “Ich glaube wir gehen mal in Richtung Ferienwohnung.” Damit verabschiedeten wir uns von Tyrell und gingen zu unserer Wohnung, wofür wir wieder einmal quer über den Hof gehen mussten. An unserem Saintly kamen wir nicht vorbei, den würden wir uns am nächsten Morgen nochmal anschauen gehen. Gegen Mittag sollte dann auch der Tierarzt kommen.
      In der Wohnung angekommen gähnte Tschetan erneut ausgiebig. “Dich hat der Flug echt fertig gemacht, oder Junge?”, fragte ich ihn und er nickte.
      “Ich freu mich darauf, wenn wir in ein paar Tagen wieder auf der Bow River Ranch sind- und vor allem auf den Direktflug”, erwiderte Tschetan. “Es ist nur etwas schade, dass Betsy und Kaya nicht mit hier sein können. Sie hätten sich bestimmt mit Hedda verstanden.”
      “Ja, das glaube ich auch, mit Sicherheit. Vielleicht ist das ja zum Finale möglich?”
      “Unsere Lehrer von der Schule finden das mit Sicherheit nicht so toll, wenn wir alle freigestellt werden müssen”, erwiderte der Lakota lachend.
      “Das vielleicht nicht.. aber wann bekommt man schon mal so eine Chance im Leben?”
      “Genau”, antwortete Tschetan und öffnete die Tür des kleinen Kühlschrankes, um sich etwas zu essen und zu trinken daraus zu nehmen.
      “Wir haben doch gerade erst gegessen!”, rief ich fast vorwurfsvoll und erntete nur ein breites Grinsen.
      “Habpf halt Hunmger.”
      Lachend schüttelte ich den Kopf. Der Junge machte mich wahnsinnig.
      Wir verbrachten noch ein bisschen gemeinsam vor dem Fernseher, ehe Tschetan in sein Zimmer verschwand und ich hörte, wie er mit Louis und Ylvi telefonierte. Letztere hatte mir über den Tag die ganze Zeit geschrieben, ob es Tschetan gut ginge und ob ich gut auf ihn aufpassen würde. Was dachte sie von mir? Nur weil meine Ex- Freundin und mein ehemals bester Freund plötzlich geheiratet hatten, würde ich den Jungen einfach links liegen lassen? Ich mochte Tschetan- und ich mochte Kaya. Aber vor allem mochte ich Betsy. Aber links liegen lassen? Nein. Die Kinder konnten am wenigsten für die Situation, auch wenn sie sie manchmal am Rande zu spüren bekamen.
      Nach einem letzten Blick in den Fernseher entschied ich mich nun auch dazu, ins Zimmer zu gehen und mich fertig fürs Bett zu machen. Ich ließ es mir allerdings nicht entgegen, Octavia noch eine Nachricht zu schreiben, in der ich ihr sagte, dass Robin ganz verlegen wurde, als wir über sie gesprochen hatten. ‘OMG was habt ihr über mich gesagt?!’, kam nach nicht einmal zehn Sekunden ihre Antwort. ‘Ganz ruhig, nichts schlimmes. Nur, dass du die auf den Kurs freust. Er anscheinend ebenso :p’ - ‘Aaaaaaah’
      Ich schüttelte mit gerunzelten Augenbrauen die Stirn. Was sollte denn >>Aaaaaah<< bedeuten? Ich erfuhr es allerdings nicht, da ich ihr nicht mehr antwortete sondern mich umzog und ins Bett ging.

      Am nächsten Morgen war ich schon früh auf den Beinen, hatte mich geduscht und das Frühstück für meine Begleitung und mich fertig gemacht. Eine Stunde wartete ich auf Tschetan, der einfach nicht aus seinem Zimmer kam. Deshalb aß ich alleine und schickte ihm eine Nachricht aufs Handy, dass ich eine Runde über den Hof drehen würde. Essen stand auf dem Tisch im Esszimmer, er könne sich davon bedienen.
      Unterwegs traf ich auf Hedda, die munter auf mich zukam und mich nach Tschetan fragte. “Der schläft noch… du darfst ihn aber gerne wecken gehen, wird Zeit dass er aus den Federn kommt.”
      “Oh das wird lustig!”, trällerte das Kind und lief in Richtung Ferienhaus. Ups.. na ob sich der Junge darüber freute?
      Mein Weg führte mich schnurstracks zur Koppel von meinem HMJ Saintly. Dieser stand am Heu, fraß, und hustete. Mein Mund verzog sich zu einer geraden Linie. Das hörte sich definitiv nicht gesund an.
      “Hey Saintly”, wagte ich nun meinen ersten Annäherungsversuch an den Hengst. Müde hob er den Kopf, spitzte die Ohren und beobachtete mich, wie ich durch den Zaun kletterte und auf ihn zuging. “Goooood booooy”, sagte ich immer wieder leise und streichelte ihn dann am Hals. Saintly wartete eine Weile ab, senkte dann jedoch wieder schwerfällig den Kopf und fraß weiter. Der Eimer mit den Möhren war leer. Auch vom Hafer fehlte ein bisschen. Wenigstens etwas.
      Ich hob den Eimer auf, verließ die Koppel und ging in die Futterkammer. Dort hatten die Mitarbeiter des Lindö Dalen Stuteri alles, was das Herz begehrte. Sollte man noch etwas anderes brauchen, durfte man sich bei ihnen melden. Ich fand jedoch mein Futter, packte ein wenig Mineralfutter in den Bottich, eine handvoll Hafer, ein paar Möhren und auch eine Schippe eingeweichte Rübenschnitzel.
      Wieder auf der Koppel angekommen stellte ich Saintly mein Gemisch vor die Nase. Dieser schaute den Eimer lange an, ging dann jedoch einen Schritt zur Seite und senkte den Kopf darüber. Es dauerte eine Weile, doch dann spitzten sich seine Lippen und er fing an, an dem Gemisch zu knabbern. “Fress schön alles auf, dann bin ich zufrieden”, sagte ich in einem ruhigen Tonfall, um ihn nicht zu erschrecken.
      Ich wollte gerade wieder zurück in die Wohnung gehen, als Tschetan auf einmal am Zaun auftauchte. Er wirkte etwas… zersträubt. Vorwurfsvoll schaute er mich an. “Hast du Hedda geschickt, um mich zu wecken?”
      “Hmm.. vielleicht?”, lachte ich und schaute ihn schulterzuckend an. “Ich hab ewig auf dich gewartete beim Frühstück, dann bin ich zu Saintly und hab ihn schon gefüttert. In ein paar Stunden kommt der Tierarzt.”
      Tschetans Blick wandte sich dem braunen Pferd zu. Dieser senkte seine Nase nun komplett in den Futtereimer und schien das Futter förmlich einzusaugen. “Bin mal gespannt wie lange das hält”, murmelte ich und wandte mich dann wieder an Tschetan. “Ich geh nochmal in die Wohnung, telefoniere nochmal mit Bellamy. Bleib hier auf dem Hof.. ach du weißt das ja selbst. Gegen ein Uhr kommt der Tierarzt, wir treffen uns hier an der Koppel… und.. kannst du eine Schere auftreiben?”
      "Eine Schere? Wozu das denn?", fragte mich Tschetan sichtlich verwirrt. "Hier zur Koppel? Oder ins Haus?" Er sah mich fragend an.
      "Zum Pferd, also hier hin. Ich schneide dem die Zottelmähne ab. Dann kann die schön gleichmäßig und gepflegt nachwachsen. Wäre doch irgendwie eine Schande, den so zu lassen, oder?"
      "Hmmm...", antwortete Tschetan. "Ja... ja irgendwie hast du ja schon Recht. Schade ist es trotzdem drum, das eine Stück hat eine schöne Länge."
      "Ja das eine Stück. Und der Rest? Ich hab ja auch schon überlegt das eine Stück immer schön zu flechten, aber dann hat er trotzdem noch nur eine lange Strähne und der Rest ist abgeschubbert... dann leber komplett ab und eine Stehmähne. Dann hat sie einfach die Chance schön nachwachsen zu können." Tschetan nickte, schien mir nun doch zuzustimmen. Ich wusste ja, dass ich Recht hatte. Und ich war mir auch ziemlich sicher, dass der Hengst einen Pilz hatte. Ganz abgesehen von den ganzen anderen Krankheiten, die er mit sich rumzutragen schien. Wann wir ihn wohl ausführen durften aus Schweden?
      "Ich geh dann und suche Hedda. Sie wollte mir die Fohlen zeigen", verabschiedete sich Tschetan und verschwand nach einem Nicken meinerseits. Ich machte mich wieder auf den Weg zur Ferienwohnung, um Bellamy anzurufen.
      Ein paar Stunden später fand ich mich zusammen mit Tschetan an der Koppel des Hengstes ein, an der auch die Tierärztin Stelli wenige Minuten später auftauchte.
    • Stelli
      Pferdeklinik Birkenau
      - Checkup für HMJ Saintly -

      Gestern erreichte mich abends ein Anruf von Caleb O'Dell. Es ging um HMJ Saintly, einen Paint Horse Hengst. Caleb bat mich, so schnell wie möglich nach dem Pferd zu sehen, da es stark unterernährt war. Ich versprach, nach dem Pferd zu sehen und nahm bereits am nächsten Morgen den Flieger nach Schweden.

      Nach einer Stunde Fahrt erreichte ich Lindö Dalen Stuteri, wo mich Caleb O’Dell bereits erwartete und mich zu dem Hengst führte. Der Zustand des Hengstes war bedenklich. Er wirkte matt, war deutlich unterernährt und sein Fell war stumpf. „Achherrje..“, seufzte ich. Ich war froh, dass sich Lindö Dalen Stuteri den armen Geschöpfen annahm. Ich steichelte dem kraftlosen Pferd über seine Stirn. „Dich bekommen wir schon wieder hin“, fügte ich hinzu. Ich begann ihn einmal abzuhören, Lunge und Herz. Das Herz schlug gleichmäßig und kräftig. Die Lunge hingegen, schien ein kleines bisschen verschleimt. Auch den Hustenreflex konnte ich auslösen. „Etwas verschleimt, aber nichts wildes.“, sagte ich zu Caleb, welcher zustimmend nickte. „Ich hatte ihn ab und an mal husten hören“. Nachdem er abgehört war, schaute ich nach der Temperatur, welche mit 37,6°C normal war. Puls und Atmung waren auch soweit im Normbereich. Dabei fielen mir auch die katastrophalen Hufe von Saintly auf. Die Hornqualität war sicher auf Mangelerscheinungen zurückzuführen. „Um die Strahlfäule muss sich auf jeden Fall ein Schmied kümmern..“. Auch hier nickte Caleb. Saintly ließ währenddessen alles anteilnahmslos über sich ergehen, er wirkte müde und schlapp. Bei seinem struppigen Fell, welches teilweise überall kahle Stellen aufweist, war mir sofort klar, dass Saintly unter einem Hauptpilz litt, zurückzuführen auf ein schlechtes Immunsystem und Mängel. „Wir müssen auf jeden Fall sein Immunsystem stärken. Der Pilz ist zu verbreitet, um ihn lokal zu behandeln. Ich werde ihn später gegen Pilz impfen, bevor ich ihm Blut abnehme.“ Wunden hatte das Pferd keine. „Einmal bitte aus der Box!“, bat ich Caleb. Müde folgte ihm Saintly. „Bitte mal im Schritt einmal hoch und runter, dann im Trab von mir weg und wieder auf mich zu.“, meinte ich. Ich beobachtete genaustens den Bewegungsablauf des Hengstes. Sie waren im Schritt schonmal gleichmäßig. Zwar schwach, aber okay. Im Trab das gleiche. Vorne war er links ein bisschen klamm. Ich hob das Bein hoch und stellte fest, dass der Strahl vollkommen verkümmert war. Auch auf die Hufzange reagierte er schwach positiv. „Vielleicht ein Hufgeschwür, was sich grade entwickeln könnte.“, vermutete ich. Bei dem Zustand der Hufe wäre es kein Wunder. Er sollte Saintly nochmal links und rechtsherum auf dem Zirkel vortraben. Auch hier nur der minimal klamme Gang, der durch das eventuell bestehende Hufgeschwür hervorgerufen wurde. „Wenn es möglich wäre, wäre es gut, wenn heute oder morgen noch ein Schmied kommt, der die Hufe bearbeitet. Nicht, dass das auf die Bänder und Sehnen geht.“ Ich tastete die Beine des Pferdes ab, sie waren klar begrenzt. Ich beugte Saintly an dem Bein, wo er ein bisschen klamm lief, aber ohne Befund. Die herausragende Wirbelsäule untersuche ich ebenfalls, genau wie die Beckenschaufeln. Da war er unempfindlich. Im Bereich des Bauches reagierte er mit angelegten Ohren, Schweifschlagen und hob das Hinterbein richtung Bauch. „Hmm, es sieht so aus als hätte er Magenschmerzen. Magengeschwüre sind nicht auszuschließen, wenn er so wenig zu fressen bekam. 4 Stunden ohne Raufutter ist das maximum, bevor die Magensäure den empfindlichen Bereich des Magens angreift. Ich lasse euch auf jeden Fall etwas da. Man könnte eine Gastroskopie machen, um es abzuklären, aber ich bin mir eigentlich zu 99% sicher. Die Symptomatik ist eindeutig.“, sagte ich zu Caleb. Ebenso litt das Pferd unter Kotwasser, zurückzuführen, dass im Verdauungstrakt etwas nicht stimmte. Jetzt wollte ich nach den Zähnen schauen. Erstmal ohne Sedation, da Saintly geschwächt war und ich ihm diese zusätzliche Belastung ersparen wollte. Er machte super mit, während ich das Maulgatter öffnete, um in sein Maul zu schauen. Erstaunlicherweise sah es nicht so schlimm aus wie befürchtet. Es waren im hinteren Bereich ein paar Haken zu sehen. Diese konnte ich mit der Handraspel entfernen. Ich war erstaunt, wie brav Saintly dabei war. „Guter Bub!“, lobte ich ihn. Ich packte mein Zeug weg und musste nun noch Blut nehmen. Saintly zuckte nichtmal, als ich in seine Vene stach und sein Blut in verschiedene Röhrchen abfüllte. „Ich werde ein großes Blutbild machen. Er wird sicherlich einige Mangelerscheinungen haben.“, sagte ich Caleb. Ich invertierte das Blut, sodass es sich mit dem Gerinnungshemmer mischte und brachte es ins Auto. Zu guter letzt bekam Saintly noch 2 Spritzen: Eine, die das Immunsystem positiv beeinfusst und die erste Impfung gegen Pilz. „Ich melde mich sofort, wenn ich die Ergebnisse habe. Ich schicke dann angepasste Zusatzpräparate. Gastrogard und Sucrabest für Magen und Darm lasse ich euch jetzt schonmal hier. Genau wie das Ventipulmin für die verschleimte Lunge. Bitte Heu satt, keine Fütterungspausen. Und das Heu bitte nass machen. Auf Stroh kann er weiterin bleiben.“. Bevor ich ging, nahm ich eine Kotprobe mit, um diese auf Würmer zu untersuchen.

      Zwei Tage später lagen die Ergebnisse vor. Saintly litt unter enormen Zink- und Selenmangel. Seine Leber- und Nierenwerte waren ebenfalls sehr schlecht, hier musste dringend was passieren. Ebenso war er stark verwurmt. Der Entzündungswert war grenzwertig. Ich stellte verschiedene Präparate für den Painthengst zusammen. Wichtig war, dass Saintly momentan, wenn, nur Hafer als Kraftfutter und getreidefreies Mash bekommt. Vitamin B12 ist unerlässlich, da er wahrscheinlich durch den Magenbefund Resorptionsstörungen hat und das Vitamin B nicht aufnehmen kann. Gutes Mineralfutter ist ebenso wichtig. Das Zink- und Selenpräparat bitte 1x täglich über das Futter. Gastrogard 1x täglich, Sucrabest 2x täglich je 10 Beutel. Auch die Medikamente für Leber und Niere 1x täglich, sollte er es nicht fressen, gern unters Mash führen. Rübenschnitzel kanner auch bekommen. Vom Bewegungsapparat konnte ich nichts gravierendes feststellen. Ich würde eine Nachkontrolle vorschlagen, sobald Hufe gemacht sind und er sich etwas erholt hat und zu Kräften gekommen ist. Die Entwurmung bitte sofort geben. Es ist nicht auszuschließen, dass er durch den starken Wurmbefall und die ernstzunehmenden Leber- und Nierenwerte bleibende Schäden davonträgt und eventuell lebenslänglich etwas Unterstützung brauch. Dies ist aber auch durch Kräuter möglich. Das Ventipulmin geben, bis es leer ist. 3 Hübe am Tag. Ich wünsche euch alles Gute – wenn was ist, meldet euch!
    • Veija
      Auf Anordnung des Tierarztes
      23.04.2020, by Veija, 10374 Zeichen = 8 Punkte
      Caleb
      Vor ein paar Tagen war der Tierarzt da gewesen und hatte HMJ Saintly auf Herz und Nieren geprüft. Leider war das Urteil ziemlich negativ ausgefallen. Saintly hatte eine verschleimte Lunge, für die es Schleimlöser gab. Er hatte ein schwaches Immunsystem, für dessen Anregung er eine Spritze bekommen hatte. Er wirkte müde und schlapp, was mir auch schon aufgefallen war. Kraftlos und kampflos fiel mir dabei auch noch in den Sinn. Sein stumpfes, struppiges Fell mit den kahlen Stellen deutete wirklich auf einen Hautpilz hin. Auch hiergegen bekam er von Stelli eine Spritze, denn es waren zu viele Stellen, um sie mit einer Salbe oder Lotion zu behandeln. Uns wurde dringend geraten, für ihn eigenes Putzzeug zu verwenden und dieses nach der Benutzung zu desinfizieren.
      Leider deutete sein hochgezogener Bauch und das klägliche Fressverhalten auf ein Magengeschwür hin, dem war der Tierarzt sich zu 100% sicher. Damit einhergehend war die Frage, woher das Kotwasser kam, auch geklärt. Durch die Blutuntersuchung stellte sich heraus, dass die Zink und Selenwerte ziemlich schlecht waren. Ebenfalls schlecht waren die Nieren- und Leberwerte und das Hengst hatte mit einer starken Verwurmung zu kämpfen. Nach einem Blick auf die Hufen des Hengstes wurde schnell die Strahlfäule klar. Stell merkte an, dass wir schnellstmöglich einen Tierarzt hinzu ziehen sollten, da der Hengst vorne links klamm ging. Er besaß dort einen verkrümmten Strahl, was auf ein Hufgeschwür hindeuten konnte.
      Uff. Das mussten wir erst einmal sacken lassen. Auch Tschetan schien enttäuscht, gar traurig und fragte mich nicht nur einmal, wie man sein Pferd so herunterkommen lassen kann. Jedes Mal aufs Neue antwortete ich ihm: “Ich weiß es leider nicht. Es ist eine Saurei.”
      Natürlich mussten wir den Befund mit dem Lindö Dalen Stuteri teilen, so dass wir eine Quarantänebox angeboten bekamen. Diese befand sich sogar näher an unserer Ferienwohnung und wenn Saintly auf seiner kleinen zugeteilten Koppel war, konnten wir ihn vom Fenster aus sehen.
      Einen Nachteil brachte die Box allerdings mit sich: wir mussten selbst misten. Zweimal am Tag. Das war vorgeschrieben. Tyrell war jedoch so nett uns immer Heunetze zu füllen, welche wir wässern konnten, so dass Saintly mit seinem Husten besser klar kam. Auch stand er auf Spänen, was den Staub ein gutes Stück minimierte.
      Die Mähne, die ich Saintly eigentlich abschneiden wollte, hatten wir bis jetzt dran gelassen. Heute Mittag sollte sie jedoch weichen, denn dann kamen wir auch zum Putzen besser an seinen Hals dran.
      Früh am Morgen ging ich in den Stall, in dessen vorletzter Box Saintly stand. Er war gerade draußen auf dem Paddock, so dass ich das Heunetz bewässern konnte, das mir Tyrell hingestellt hatte, und aus der Medikamentendose vor seiner Box das Gastrogard nehmen konnte. Dies war eine Paste, wie eine Wurmkur und musste vor dem Füttern morgens verabreicht werden.
      Saintly war davon sichtlich nicht begeistert, wehrte sich aber kaum, was wohl daran lag, dass er noch immer ziemlich schwach war. Sobald er die Paste geschluckt hatte, hängte ich ihm sein Heu hin, an das er sofort zögerlich nagen ging.
      Nun war Zeit sein Kraftfutter zu mischen. Zunächst streute ich 10 Beutel Sucrabest in die Futterschüssel. Es folgten ein paar Möhren, ein paar Hände Hafer, zwei Kappen Mineralfutter und ein wenig getreidefreies Mash, welches ich über Nacht eingeweicht hatte. Ich rührte ein paar Mal kräftig um, damit das Pulver der Medizin nicht am Boden klebte.
      Nach einer halben Stunde Warten gab ich dem Hengst die Schale, die er sich- wie immer, zunächst ausgiebig anschaute, ehe er sich ans Fressen gab. Zum Glück konnte ich mit dem Kraftfutter immer mal wieder abwechseln, so dass es immer etwas anders schmeckte und nicht so schnell langweilig wurde.
      Als die Schüssel leer war, nahm ich sie aus der Box und ging selbst Frühstücken. So konnte Saintly in Ruhe sein Heu genießen, bevor wir ihn gleich mit der Schere ärgern würden. Am Schweif, so hatte ich entschieden, wollte ich nichts machen und einfach abwarten, was daraus wurde. Aber die Mähne musste wirklich ab.
      Als ich in die Ferienwohnung eintrat, saß Tschetan am Tisch und hatte schon alles fürs Frühstück gedeckt. “Oh.. damit hatte ich nicht gerechnet”, lachte ich und setzte mich an den Tisch. “Saintly hat jetzt schon seine beiden ersten Medikamente. Gleich gibts noch die Medis für die Leber und die Niere und bevor er auf die Koppel kommt bekommt er das Ventipulmin für den Husten. Dann kann er sich draußen bewegen und der Schleim löst sich hoffentlich... Ich hoffe auch, dass der Hufschmied heute kommt, damit er sich auch richtig bewegen kann. Er läuft ja nicht immer klamm.”
      Tschetan hörte mir aufmerksam zu, nickte zwischendurch, sagte aber nicht wirklich was. Erst als ich fertig war, räusperte er sich kurz und schaute mich an. “Und die Mähne kommt gleich ab?”
      “Genau, die Mähne kommt gleich nach dem Frühstücken ab.”
      Wir ließen uns Zeit mit dem Essen, schließlich sollte Saintly mit seinem Netz auch fertig sein, bevor wir ihn aus der Box nehmen würden.

      Etwa eine Stunde später standen Tschetan und ich vor der Box des Hengstes. Sein Heunetz war zur Hälfte leer. Das war zwar zu wenig, aber wenigstens fraß er. Wenn auch nur kleine Portionen. “Hältst du ihn fest und ich schneide, oder willst du schneiden?”, fragte ich den Jungen, der mir die Schere als Antwort entgegen hielt. “Okay, dann halfter ihn auf und stell ihn in die Stallgasse, da können wir gleich besser kehren”, gab ich meine Anweisung und machte ihm Platz, damit er in die Box gehen und dem Hengst das Halfter anlegen konnte. Vorsichtig näherte er sich dem Hengst, ließ ihn ein wenig an ihm schnuppern und legte ihm dann das schöne rote Knotenhalfter an, mit dem er ihn aus der Box führte.
      “Ich finde, dass er schon fitter aussieht, oder?”, fragte mich der Junge.
      Meine Stirn legte sich kurz in Falten. “Heute Morgen hatte ich nicht den Anschein gehabt… aber jetzt sieht er tatsächlich etwas besser aus”, war meine Schlussfolgerung, ehe ich die Schere am Schopf ansetzte, jedoch gleich wieder innehielt. “Sollen wir ihm den Schopf lasse? Der sieht ja nicht schlimm aus.”
      “Ja, lass ihm wenigstens den Schopf.” Ich sah Tschetan an. Er schien noch immer nicht so begeistert darüber, dass ich Saintlys Mähne abschnitt. Ylvi wird sich darüber bestimmt freuen, wenn wir irgendwann nach Hause fliegen würden. Sie stand ja so auf Stehmähnen.
      Schnipp… schnapp.. schnipp… da purzelten die Strähnen des Hengstes auf den Boden. Saintly senkte den Kopf und schnupperte daran, lenkte dann aber wieder sein Interesse auf seine Boxennachbarn. Links von ihm stand die Stute Holy von Vriska. Rechts von ihm die Paint Stute von Luna, mir der ich mich auf dem Abendessen unterhalten hatte und die mir ihren Kaffee übers Hemd geschüttet hatte. So erschrocken hatte ich sie anscheinend.
      “Jetzt weiß ich auch, warum er dir fitter erscheint. Der flirtet.” Ich fing an zu Lachen, Tschetan stimmte mit ein. Saintly brummelte Courtesy wir aufs Stichwort zu. “Der alte Charmeur. Kann sich kaum auf den Beinen halten aber zum Flirten reicht die Energie allemal.”
      Kopfschüttelnd nahm ich mir noch eine Strähne, hielt sie hoch und schnitt sie ab.
      Nach etwa einer halben Stunde waren wir fertig damit. “Sieht doch ganz… nett aus”, murmelte Tschetan zerknirscht.
      “Ja, es ist hässlich, ich stimme dir ja zu. Aber sieh es so. Es wächst schön nach… putzt du ihn einmal kurz über?”, fragte ich den Jungen dann, der mir nickend den Führstrick in die Hand gab und die Putzkiste öffnete, die vor der Box des Hengstes stand. Ich streichelte den Kopf des Pferdes, spielte ein wenig mit dem Schopf und fragte mich wirklich, wie er sich charakterlich entwickeln wird, wenn er fitter würde.
      Tschetan bürstete den Hengst vorsichtig, ließ sich Zeit und nahm immer mal wieder den Druck weg, wenn der Hengst Zeichen von Empfindlichkeit zeigte, die besonders im Bauchbereich auftraten.
      “Was machen wir mit dem Schweif?”, fragte mich der Junge. Kurz überlegte ich.
      “Wir könnten den gut waschen, aufkämmen und dann einflechten. Dann bleibt der Schweif auch vom Kotwasser verschont.”
      Gesagt, getan. Als wir fertig mit Putzen waren ging ich ein paar Schritte mit Saintly zur Seite, damit Tschetan den Boden einmal blitzblank kehren konnte. “Wir müssen noch misten”, murmelte ich. Das hatten wir vollkommen vergessen. Als band ich den Hengst an der Box an und mistete in aller Eile.
      Schließlich gingen wir gemeinsam zum Waschplatz, wo wir vorsichtig anfingen den Schweif und die Beine des Hengstes abzuwaschen. Saintly war nicht wirklich begeistert von der Prozedur, ließ es aber über sich ergehen und beschwerte sich nicht. Tschetan kämmte den Schweif schön auf und flocht ihn ein. Dann gingen wir zurück in Richtung Box. “Tschetan nimm du ihn mit, ich hol noch etwas Mash damit wir die Leber und Nierenmedikamente darin verstecken können”, erklärte ich dem Jungen und verschwand in der Futterkammer.
      Wenig später tauchte ich im Stall auf. Tschetan hatte das Heunetz nochmal mit nassem Heu befüllt und hielt mir den Futtreimer hin, in das ich das nasse Mash umfüllte und die Medikamente darüber gab. HMJ Saintly fraß, wie immer, nicht sofort, schlang das Mash dann aber doch runter und schien zufrieden. “Es wird.”

      Gegen Mittag statteten wir dem Hengst erneut einen Besuch ab. Er bekam sein Ventipulmin für den Husten, ehe wir ihn auf die Koppel brachten. Etwas frustriert schien er schon zu sein, von seinen Damen weggeholt zu werden, er würde es aber überleben. Mit Robins Absprache durften wir Saintly auf einen Heuhaufen auf die Wiese legen, so dass er neben dem kargen Gras auch die Möglichkeit hatte, unbeschwert und so viel er wollte vom Heu zu fressen. In seinem blauen Futtereimer befanden sich wieder ein paar Möhren, an die er ab und zu ran ging.
      Auf einem Plan im Stall hatte ich gesehen, dass heute Nachmittag ein paar Trabrennpferde auf der Bahn trainiert wurden. Ich wollte Tschetan natürlich auch etwas in seinem kleinen ‘Urlaub’ hier bieten, so dass wir dem Training am Rand beiwohnen konnten.
      “Das sieht echt cool aus”, sagte Tschetan fasziniert und schaute dem Pferd-Sulkygespann zu, wie es an uns vorbei rauschte. “Und wie schnell die werden können!”

      Gegen Abend schauten wir nochmal nach Saintly, gaben ihm seine große Portion Kraftfutter wie am Morgen und verbrachten den Rest des Abends in der Ferienwohnung. Morgen war ein neuer Tag.
    • Veija
      In eigener Sache
      24.04.2020, by Veija, 5160 Zeichen = 4 Punkte
      Caleb
      Am gestrigen Abend sollte unser Hufschmied kommen. Leider hatte er kurzfristig abgesagt, so dass wir nur hoffen konnten, dass er heute für uns Zeit haben würde. Manchmal hatten auch sie viel um die Ohren, so dass dringende Fälle vorgezogen wurden.
      Nachdem HMJ Saintly am Morgen schon so gut wie alle Medikamente bekommen hatte und auch wieder etwas fitter wirkte, wollte ich mir die Hufe mal in eigener Sache anschauen. Dafür schnappte sich Tschetan den Hengst und wir gingen an einen Anbinder auf dem Außengelände. Neben Hufkratzer und Raspel hatte ich auch das Werkzeug zum Ausschneiden der Hufe hier liegen. Sorgfältig kratzte ich die Hufe aus, während Tschetan sich wieder daran gab, den Hengst ein wenig zu putzen. An drei von vier Beinen konnte ich etwas bewirken. Ich schnitt nicht viel, die eigentliche Arbeit wollte ich einem Profi überlassen. Aber ein bisschen verbessern konnte ich die Situation des Hengstes dennoch.
      Problemfall blieb noch immer der Huf vorne links, bei dem der Strahl ziemlich verkrümmt aussah. “Ich weiß nicht wirklich, ob ich es schlimmer oder besser mache, wenn ich jetzt hier herum werkel”, sagte ich zerknirscht zu Tschetan, der nur mit den Schultern zuckte.
      “Ich hab davon keine Ahnung”, gab er wahrheitsgetreu wieder und sah mich ratlos an.
      “Hmmm.. vielleicht wäre es wirklich besser, wenn ich den Huf so lasse wie er ist und da wirklich auf die Meinung eines Profis warte… ha, sieh mal Saintly nimmt den Huf gar nicht mehr runter.” Tschetan kam auf meine Seite und auch er sah Saintly, wie er den Huf gar nicht mehr vom Bock nehmen wollte. “Vielleicht wartet er darauf, dass du ihm hilfst?”, fragte Tschetan dann und schnappte sich vorsichtig das Bein des Hengstes, um es wieder auf den Boden zu stellen.
      “Heute.. spätestens morgen bekommst du Hilfe, Saintly.”
      Meine Werkzeuge zur Hufbearbeitung tauschte ich gegen eine weiche Bürste, mit der ich den Kopf des Hengstes vorsichtig bürstete.
      Nach dem Putzen gingen wir zunächst wieder Richtung Stall, wo ich Saintly noch das Venti für den Husten verabreichte und brachten ihn dann auf die Koppel.
      Wider Erwarten stürzte sich der Hengst heute förmlich auf die Futterschale mit dem Kraftfutter und den Möhren. “Da hat heute aber jemand Appetit!”
      “Ist ja super!”, jubelte Tschetan und erschreckte durch seinen Ausruf den Hengst. Dieser machte einen kleinen Hopser nach vorne, schmiss dabei die Futterschüssel um und stellte sich protestierend mit einem seiner Hinterbeine auf die blaue Schale.”Ooooh schieb ihn runter, sonst ist die sofort zerdeppert!”, sagte ich zu Tschetan, der schon unterm Zaun druch war und langsam auf Saintly zuging.
      “Komm… geh zurück…”, sagte er leise zu dem Tier und schickte ihn rückwärts. Sogleich ging Saintly schritt für Schritt nach hinten, so dass er die Schüssel wieder freigab und Tschetan sie umdrehen konnte. Natürlich lag der Inhalt über die Wiese verstreut und Tschetan versuchte ihn irgendwie wieder hinein zu schaufeln. Während er so da auf dem Boden hockte senkte Saintly den Kopf und erleichterte ihm die Arbeit, indem er das Futter einfach vom Boden fraß. Dabei stupste er den Jungen einmal an.
      “Ich glaub du sollst ihm Platz machen und von seinem Futter runter gehen”, lachte ich und blickte in Tschetans verdutztes Gesicht, auf dem sich immer mehr ein Lächeln ausbreitete.
      “Quatschkopf”, sagte er zu Saintly und rutschte rüber, damit der Hengst an die Möhre herankam. Doch damit nicht genug. Saintly stupste Tschetan erneut an. Der Junge machte dieses Mal allerdings keinen Platz, sondern hob die Hand und streichelte über die Nase des Hengstes. “Sozial ist er ja”, schlussfolgerte er und schaute zu mir herüber. “Ich bin so gespannt herauszufinden, wie er ist, wenn er fit ist. Ob er dann noch immer so lieb ist. Auch von seiner Pfiffigkeit habe ich bis jetzt noch nicht wirklich etwas mitbekommen.”
      “Das stimmt. Aber…”, weiter kam ich gar nicht. Der Hengst fing an, an Tschetans Reißverschluss herum zu spielen. Immer wieder spitzte er die Lippen und langte nach dem kleinen Zipper, um ihn hoch und runter zu ziehen. “Wie war das mit pfiffig?”, fing ich an zu lachen. Der Junge stieg in mein Lachen mit ein und versuchte mit aller Kraft, wieder Herr seiner Kleidung zu werden.
      "Komm, lassen wir ihn", meinte ich nach kurzer Zeit. Tschetan hatte es geschafft, sich zu befreien und aufzustehen. Mit schnellen Schritten verließ er die Koppel und stellte sich neben mich. Von dort beobachteten wir den Hengst noch eine Weile. Dieser fraß genüsslich und ich war froh, dass er bis jetzt meine Kraftfuttermischungen mochte. Ich war mir jedoch sicher, dass das nicht für lange anhalten würde und ich mir schon in ein paar Tagen etwas neues überlegen musste, wie ich ihm das Futter schmackhafter machen würde.
      "Woran denkst du?", riss mich der junge Mann neben mir aus den Gedanken.
      "Was ich mache, wenn Saintly sein Kraftfutter nicht mehr fressen will, wenn es ihm nicht mehr schmeckt."
      "Wir könnten es mit verschiedenen Kräutern versuchen."
      "Gute Idee, hast du davon eine Ahnung?"
      "Ein wenig. Aber ich telefoniere später sowieso noch mit Louis, ich kann ihn fragen."
      "Okay, sehr gute Idee. Mach das und geb mir dann Bescheid, ja?"
    • Veija
      Desinfizieren des Putzzeuges
      25.04.2020, by Veija, 234 Zeichen = 3 Punkte
      Caleb
      “Was wäre die Welt ohne Desinfektionsmittel…”, murmelte ich und versuchte möglichst wenig vom Gestank einzuatmen, der mir vom Putzzeug entgegen stieg. Es roch ganz so, als hätte ich vor mein Pferd mit dem Putzzeug nicht sauber zu bekommen, sondern auszuradieren.
      Von Tierarzt Stelli wurde uns die Aufgabe erteilt, das Putzzeug nach jeder Benutzung zu desinfizieren. Grund dafür war der Pilzbefall des Hengstes, der zwar schon besser war, aber noch immer nicht weg.
      Deshalb stand er auch in der Quarantänebox. Es war mal wieder Zeit, diese auszumisten. Zweimal am Tag wurde gefordert… da war ich froh, wenn ich wieder auf Bow River war und die Anforderungen etwas gesenkt wurden. Außerdem hatte ich für das Misten der Boxen Angestellte, musste dies also selten selbst erledigen.
      Tschetan war mit Hedda unterwegs, sie wollte ihm die Pferde des Hofes zeigen. Gut so, denn sonst hätte ich ihn vermutlich angestellt, die Box zu misten.
      Unserem Makeover Hengst HMJ Saintly ging es immer besser. Er nahm minimal zu, wenn auch gefühlt nur kleine Grammzuschläge, doch das war besser als gar nichts. Das Futter mussten wir ständig neu mischen. Tschetan hatte Louis erreicht gehabt, der uns eine Liste an Kräutern und Apetitanregern durchgegeben hatte.
      Ich verbannte Saintly auf den Paddock, während ich die Box mistete. Draußen beim Abäppeln konnte er ruhig dort stehen bleiben, da stand er mir nich so im Weg.
      Als ich fertig mit Misten war, bekam der Hengst noch seine Medikamente für Leber und Nieren, ehe ich die vor die Box stellte und mir einen Sack Späne holen ging, die ich in die Box streute. Die Pferde hatten seltsame Koppelzeiten, hier auf Lindö Dalen Stuteri. So kam Saintly um 16 Uhr nach draußen und blieb dort bis sechs Uhr morgens. Dann wurde er in den Stall gebracht und gefüttert, bekam sein Kraftfutter und stand dann dort herum. Zumindest hatte er einen Paddock, damit er sich immer mal wieder die Beine etwas vertreten konnte.
      Ganz besonders freute sich Saintly, wenn er von der Koppel kam und seinen beiden Damen zubrummeln konnte. Courtesy wollte bis jetzt gar nichts von ihm wissen, Holy brummelte ab und zu mal zurück.
      Nachdem ich die Schubkarre weggefahren hatte, ging ich in die Ferienwohnung und versuchte Bellamy zu erreichen, um zu erfahren, was auf der Ranch so los war und wie sie mit den Trainingspferden vorankamen.
    • Veija
      Eine Runde um den Block
      26.04, by Veija 1901 Zeichen = 3 Punkte
      Caleb
      Noch immer hatte der Hufschmied seinen Weg nicht zu uns gefunden. HMJ Saintly lief zwar schon etwas taktklarer, humpelte viel weniger. Dennoch war es unerlässlich, dass die nächsten Tage Zeit für eine Hufkontrolle sein müsste.
      Ich entschied mich dennoch, eine kleine Runde mit ihm spazieren zu gehen. Auf der Koppel stand er fast nur herum, bewegte sich quasi gar nicht, so dass es wirklich Zeit war, dass er seine Muskeln ein wenig anstrengte. Wie jeden Morgen stand der Hengst in seiner Box. Seine Medikamente waren schon verabreicht, so dass ich ihn mit dem schönen Knotenhalfter von Hunter und Jamie aufhalfterte, den roten Strick einklickte und den Quarantänestall verließ. Saintly brummelte seinen beiden Damen zum Abschied zu, diese waren jedoch so sehr mit fressen beschäftigt, dass sie ihn keines Blickes würdigten.
      Saintly war heute überaus fit, bis jetzt ging er kein einziges Mal mit seinem linken Vorderbein klamm. Manchmal gab es das ja, dass Pferde gute und schlechte Tage hatten.
      Unser Weg führte an den Ferienhäusern vorbei in Richtung der Trainingsbahn, denn die Mitarbeiter des Lindö Dalen Stuteri hatten es uns erlaubt, dort spazieren zu gehen. Allerdings nur auf der Innenbahn! Grund dafür war das Training der Rennpferde auf der Außenbahn. Verständlich, dass man dort nicht zu Fuß unterwegs sein durfte.
      Vielleicht hatte ich heute sogar das Glück, ein paar der Pferde im Training beobachten zu können, so wie ich es letztens mit Tschetan der Fall gewesen war.
      Leider war dem nicht so, so dass ich mit HMJ Saintly auf die Innenbahn der Rennbahn zusteuerte und dort ein paar Meter ging. Bald wandte ich ab und machte mich auf den Rückweg, ich wollte mein Glück nicht zu sehr herausfordern, nicht dass er doch wieder anfing klamm zu gehen. Also gingen wir zurück in den Stall, wo ich ihn zunächst noch eine Weile in die Box stellte, ehe ich ihn um 16 Uhr auf seinen Paddock brachte.
    • Veija
      Ärger Zuhause
      27.04.2020, by Veija, 2474 Zeichen = 3 Punkte
      Caleb
      Am heutigen Morgen waren Tschetan und ich um halb sechs auf den Beinen, so dass wir um kurz vor sechs am Paddock von HMJ Saintly standen, ihn aufhalfterten und in die Box führen konnten. Dort bekam er seine erste Medizin für heute, ehe wir sein Heunetz, welches wir vorher ordentlich gewässert hatten, in die Box hängten.
      Tschetan rieb sich verschlafen die Augen. “Du hättest gar nicht mitkommen brauchen”, meinte ich schulterzuckend zu ihm, doch er winkte lediglich ab, hob dann aber die Hand zum Mund und gähnte. Ich konnte mir ein Lachen nicht unterdrücken, was mir ein leicht genervtes Funkeln seiner müden Augen einbrachte. “Wegen seines zweiten Medikaments müssen wir eine halbe Stunde hier bleiben, dann können wir in die Ferienwohnung frühstücken gehen.”
      “Ehmm...mhhh…”, murmelte der Junge und setzte sich auf einer der kleinen Heuballen. Immer wieder fiel sein Kopf nach vorne und er schreckte wieder aus dem Sekundenschlaf hoch.
      “Tschetan geh ins Bett. Ich mach was zu Essen und lass es dir stehen, das da bringt uns beiden ja nichts… was hast du eigentlich letzte Nacht getrieben?” Der erste Teil meiner Aussage klang nett, väterlich, zuvorkommend. Doch der Zweite klang vorwurfsvoller, als ich beabsichtigt hatte. Der Junge hob den Kopf, schien zu überlegen, ob er mir antworten sollte. Doch dann öffnete er sich mir: “Kaya und Betsy wurden in der Schule schon wieder geärgert… und ich war nicht da, um ihnen zu helfen. Es waren schon wieder die Jungs in meinem Alter. Louis und Dell fahren heute oder morgen in die Schule und sprechen mit dem Klassenlehrer oder sowas.” Nun war es raus. Tschetan klang ziemlich frustriert. Frustriert und wütend, jetzt hier in Schweden festzuhängen und machtlos zu sein.
      “Tschetan, auch wenn du das jetzt vielleicht nicht hören willst. Louis und Dell kümmern sich schon darum. Außerdem… sind sie da an etwas dran. Sie versuchen es zu schaffen, euch auf der Ranch zu unterrichten. Also Privatunterricht zu genehmigen. Es steht alles noch in den Sternen… aber dann… sparen wir auch viel Fahrerei zum Bus oder zur Schule und zurück.”
      “Ich ähm.. und meine Freunde?”
      Mist. Er hatte natürlich Recht. Einen Teenagerjungen von seinen Freunden fern zu halten war eine ziemlich dumme Idee. “Ich äh… es steht ja auch noch nicht fest, das war nur so ein Gedanke…” Tschetan schien nicht überzeugt, erhob sich und verließ dann doch den Stall. Ich sollte wohl Louis anrufen und ihn vorwarnen, dass ich mich vielleicht verplappert hatte.
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  • Album:
    BRR Trainingsstall
    Hochgeladen von:
    Veija
    Datum:
    20 Apr. 2020
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  • Zum Spind

    Exterieur
    Name: HMJ Saintly
    Rufname: Saintly
    Alter: 8 Jahre; 2012
    Geschlecht: Hengst
    Größe: 1,58m
    Rasse: American Paint Horse
    Fellfarbe: Bay Splashed White


    Stammbaum
    von: unbekannt
    aus der: unbekannt

    Charakter & Geschichte:
    Saintly wird gerne als pfiffig bezeichnet, denn kein Verschluss ist vor ihm sicher, ob Karabiner oder Reißverschluss. An allem spielt er, bis es auf ist und er den Inhalt kennt. Das macht er mit viel Geduld und Ausdauer, auch wenn es nicht sofort klappt. So sind auch Führstricke nicht sicher vor ihm, gerne beißt er auf diesen herum oder versucht die Knoten beim Anbinden zu öffnen. Saintly braucht viel Beschäftigung und Kopfarbeit, die ihn fordert und seine Intelligenz unterstützt. Sobald er eine Tür geöffnet hat, geht er auf Abenteuerreise, dabei endet diese häufig auf der nächsten Weide bei, Fressen. Bei seinem Futter ist er sehr verwöhnt und wechselt immer seine Stimmung. Den einen Tag frisst er alles, den anderen Tag schaut er es mit dem Hintern nicht an oder verteilt es quer durch seine Box. Bei der Arbeit ist Saintly ein wahrer Traum, sobald man sein Vertrauen gewonnen hat.
    Saintly wurde aufgrund extrem schlechter Ernährung beschlagnahmt. Er ist extrem unterernährt und ihm fällt es durch seine Ernährungsschwankungen auch sehr schwer, gleichmäßig Gewicht aufzubauen.

    Körperlicher Zustand:
    Ernährungszustand: unterernährt
    Erscheinungsbild: wenig bemuskelt, Mangelerscheinungen
    Hufzustand: brüchig
    Hautzustand: trocken

    Zuchtinfos
    Gekört/Gekrönt: nein

    Besitzer: Veija (Caleb O'Dell) & Ravenna (Tschetan)
    Vorbesitzer:
    Gezüchtet bei/Zucht:

    VKR: Canyon

    Kaufpreis: 250
    Zu Verkaufen: nein


    Qualifikationen:

    eingeritten
    nicht eingefahren

    Dressur E
    Springen E
    Military E
    Distanz E
    Galopprennen E

    Western


    Erfolge:


    Gesundheit:
    Gesundheitszustand: brüchige Hufe, Mangelerscheinungen, unterernährt, wenig bemuskelt
    Letzter Besuch:

    Hufschmied:
    Letzter Besuch:
    Beschlag: